BERLIN Sonnerstag 21 Dezember 1931 10 Pf. Rr. 602 B 301 43. ZahrcsanA ErscheinttSalich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des..Borwä'-ts� BezugövretS für beide Ausgaben 65 Pf. uro Woche. 3,60 M. vro Monat (dar�on V5"Vf. monatlich für Zustellung ine HauS) im voraus »abidar Postbezug 4,32 M. einschließlich 6V Pf. Postzeitungs» und 72 Pf. Postbestellgebübreu. Anjetgenpretl: Die einsvalttge Nonvareillejetle 8V Pf� Reklamezeile 5M Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts- Verlag G: m. b. H.. Berlin Rr. 37 536.- Der Verlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktion und Erpedttton. Berlin SW 68. Lindenstr. I Fernsprecher- Dönhost(A 7) 292—207 frm Eine Milliarde verdunstet! Ein Jahresabschluß des industriellen Wirifchastsverbrechens „Oer �oung>plan gesprengt" Solange als es irgend ging, wurde im Jahre 1931 bisher abge- leugnet, daß das führende deutsche Unternehmertum irgendwelche wirtschaftlichen Fehler begangen habe. Man redete sich darauf hin- aus, daß es sich bei den skandalösen Zusammenbrüchen um die peinlichen Affären einzelner Personen handele. Dagegen gäbe es keinen Schutz. Der Hansabund leistete sich am 21. September sogar die Frechheit, zu schreiben: „In den Fällen Nordwolle und Frankfurter Allgemeine Ver- sicherungs A.-G. ist der Beweis erbracht worden, daß auch solche Aufsichtsratsmitglieder, die wie die Aufsichtsratsoertreter des Be- triebsrates nur diesen einen Posten bekleidet haben, in allem ver- sagten." Also die Betriebsratsaufsichtsräte, denen man jeden wichtigen Geschäftsvorgang verheimlicht, sie wurden jetzt mitverantwortlich ge- macht, daß sie nichts gesehen hätten! Aber im letzten Quartal des ablaufenden Jahres gab es mehr ?ndustrieskandale als in dem ganzen Dreivierteljahr vorher. Des- wegen fühlte sich endlich der neue Porsitzende des Reichsverbandes der deutschen Industrie, Herr Krupp von Bohlen und Halbach. ver- pflichtet, Ende November feierlich für alle deutschen Unternehmer- organisatlonen zu erklären: „Kir erachten es als unsere besondere Pflicht in dieser Zeil, alle Kräfte an die Selbstreinigung der deutschen Wirijchast zu menden, gegenüber jedem, der vom Wege des ehrbaren Kauf- mautis abweicht, eine scharfe Trennungsliaie zu ziehen und in vorkommenden Zöllen die weitere Zugehörigkeit der Betroffenen zu den Organen der Spitzenverbäooe von dem treffenden Zeststellungen abhängig zu machen." Ergebnis der zu Seitdem hat der Staatsanwall weiter mit Verfahren gegen Generaldirektoren, Direktoren, Industriekapitäne und Finanzleute reichlich zu tun gehabt. Der Reichsvcrband der deutschen Industrie und die Organe der Spitzenverbände werden bei ihrem Jahres- obschluß mit Abschütteln solcher Leute, die vom Wege des ehrbaren Kaufmannes abgewichen sind, reichlich beschäftigt sein— warten wir ab. Nachfolgend stellen wir zusammen, in welchen größeren Fällen von Jndustrieskandalen im Jahre 1931 der Staats- anmalt wegen der verschiedensten Gründe gegen Unternehmer- führer eingreifen mußte. Unsere Liste ist nicht vollständig, weil der Oeffentlichkeit gegenüber nicht selten gerichtliche Mahnahmen gegen Industrieführer verheimlicht werden. Der Staatsanwalt beschäftigte sich mst:- Generaldirektor Dr. kroner. vereinigte Elektrizitätswerke West- falen, Generaldirektor Dr. Zischer, vereinigle Elektrizitätswerke West- falen, Direktor Waller Tag. Schweiher u. Oppler A.-G., Berlin, Direktor Wchlgcmuth, Schweiher u. Oppler A.-G.. Berlin, Direktor Trixpe, Schweitzer u. Oppler A.-G., Berlin, Direktor Waller Lippold, Vereinigle Eisenhandlungen A.-G., Gevelsberg, Generaldirektor Baron kohorn, Chemnitzer Tcppichsabrik und Maschinenfabrik, Chemnitz, Generoldirektor Oahusen, Vordwolle-Konzern, Generaldirektor Zeppel, Dewaheim-Konzern, Anssichtsratsvorsihcnder Pastor Crcmer. Dewaheim-Konzern, Direktor Heymann, hausleben Versicherungs-A.-G., Berlin, Generaldirektor Kahcnellenbogcn, Schullheiß-Pahenhoser-Konzern, Generaldirektor Sobernheim. Schultheiß-Patzenhose' Konzern, Generaldirektor Penzlin, Schultheiß-Pahenhofcr-Konzern, Generaldirektor Kuhlmay. Schultheiß-Patzenhofer-Konzern, Generaldirektor Funke. Schullheiß-Pahenhoser-Konzern. In einer ganzen Anzahl von Füllen hat man sich mit dem stillen und fristlosen Abbau von Generaldirek- toren und Direktoren begnügt. In anderen Fällen wurde aber auch das Gehalt weitergezahlt oder in sogenannter„gütlicher Einigung" der Schuldige kaltgestellt. Wir zählen wieder auf: Generaldirektor Schölller, hannoversche Waggonfabrik. Generaldirektor Uebelen, Mechanische Weberei, Linden, Generaldirektor Pierburg, Gebrüder Pierburg A.-G., Generaldirektor Heinrich Zahn, vereinigte Kammgarnspinnerei Harthau, Generaldirektor Riese, Nordstern- und vaterländische versichc- runxe-A.-G., Generaldirektor Schöndorf, Karstadt-Konzern. Generaldirektor len hompel, Wiking-Konzern. Direktor Ollo. Maschinenfabrik Kappest Auch diese Aufzählung ist nicht vollständig. In ihr fehlen diejenigen Direktoren, die aus der Leitung der Dresdner Pank ausscheiden mußten oder noch ausscheiden werden. Das gleiche gilt für viele andere� skandalöse Fälle, von der Danat- dank bis zur Gewerkschaft Ewald und von der Nord» Brüning und Oietrich über den Baseler Bericht vor der Prcfle erläuterte heute morgen Reichskanzler Brüning den Baseler Sachverslöndigenbericht. Er begann mit einem Dank an die deutschen Sachverständigen, die durch ihre Klugheit. Besonnen- heil und Ruhe das Ergebnis erzielt hätlen. Es bedeute zwar in der Schärfe der Formulierung einen Rückschrill gegenüber dem Wiggin-Bcricht des Sommers, da es ein Instrument des Poung- Planes darstelle, aber der Bericht habe für die kommende Rcgierungs- konfereuz nichts verbaust Durch seine Feststeltungen hat der Bericht den Boung-Plan gesprengt. Die französische Auffassung ist zwar insofern berillkflchtigl worden, als gesagt wird, daß Deutschland bei Wiederbeginnen der Prosperität durch seine Zaduskrie in eine günstige Lage verseht werde, aber der Bericht erklärt dann sofort, daß diese günstige Lage nur mit Hilfe der Empfehlungen des Teiles 4 des Berichtes erreicht werden könne. Der Bericht stelle die erste negative, mit Erfolg zurückgelegte Etappe dar. Die Vorsichtigkeit der Formulierung des Berichtes wird iu den Ländern, denen das Bewußtsein von den Wirkungen der Kricgsschuldenzahlungen ausgegangen ist, vielleicht zu Enttäuschungen führen, wichtig ist, daß die durch die Parker Gilbert- schen Berichte entstandene Weltmeinung über die deutsche Wirt- schaslsführung nunmehr überwunden sei. Die zweite Phase werde mit der Beendigung der Verhandlungen über die Stillhaltung abgeschlossen werden. Die Verhandlungen würden am 2K. Dezember wieder beginnen und voraussichtlich zwei Wochen, wenn nicht länger, dauern. Vizekanzler Dietrich faßte die amtliche deutsche Auffassung m folgenden Formulierungen zusammen:. 1. Der Neue Plan ist ü b e r h o l t. Er ist von Voraussetzungen ausgegangen, die nicht eingetreten sind. 2. Diese Voraussetzungen sind im entscheidenden Punkt von den Staaten, mit denen Deutschland Handel treibt, zu denen vornehmlich die Vertragschließenden gehören, dadurch beseitigt worden, daß sie in ihrer Handelspolitik das Gegenteil von dem tun. was sie sinngemäß nach dem Plan hüllen tun müssen. Statt Deutschland die Zahlungen durch Warenimport, was die einzige Möglichkell der Zahlung darstellt, zu gestatten, haben sie diese Zahlungen durch Zollerhöhungen, Kontingente und Einfuhr- sperren unmöglich genwchst 3. Es ist ein Fall eingetreten, den der Neue Plan überhaupt nicht vorsah und es sind deswegen Maßnahmen notwendig, d i e außerhalb der Möglichkeiten des Planes liegen, die nur von den Regierungen ergriffen werden können. 4. Werden solche Mahnahmen, die das Vertrauen wieder herstellen und die Voraussetzungen eines geordneten weltwirtschaftlichen Verkehrs neu schaffen, nicht getroffen, so sind die Folgen k a t a st r o p h a l für alle Wirtschaftsvölkcr Europas, ober auch der überseeischen Länder. Eine pariser Kritik. Paris, 24. Dezember..(Eigenbericht.) Der Bericht des Baseler Sachverstandigenousschusjes wird bis- her nur vom„Echo de Paris" kommentiert. Die Nationalistische Zeitung erklärt dann, daß der Bericht, von dem man eine Auf- klärung über die deutsche Finanz- und Wirtschaftslage erwartet habe, zahlreiche Lücken enthalte. Er übergehe mit Stillschweigen die Finanzgebarung der Reichsregierung. In bezug auf die Reichsbahn habe es der Ausschuß unterlassen zu sagen, daß sie eine viel geringer« Schuldenlast zu tragen habe als andere europäische Eisenbahnen, und daß sie bei normaler Geschäfts- führung daher wohl imstande sei, die ungeschützten Annuitäten aufzubringen. Außerdem beschwert sich das„Echo de Paris" dar- über, daß die Sachverständigen nicht den Wert der in, Ausland investierten deutschen Kapitalien haben feststellen können. Oer Eindruck des Berichts in Amerika. London, 24. Dezember. Heber den Eindruck, den der Baseler Sachverständigenbericht in amerikanischen Kreisen gemach! hat, meldet der Reuter-Korrespon- dent in Washington: Eines der Ergebnisse des Berichts wird nach hiesiger Auffassung darin bestehen, daß es nächstens einen zeitweiligen oder endgültigen Verzug der Schuldner der Bereinigten Staaten geben wird. Es wird erwartet, daß zum mindesten einige von ihnen sich auf die Klauseln ihrer Schulden- Vereinbarungen berufen werden, welche die Suspendierung gewisser Zahlungen in Höhe von ungefähr 88 Millionen Dollar gestatten. Die amtlichen Stellen lehnen jede Aeußerung ab; aber es kann gesagt werden, daß die Feststellungen des Ausschusses keine besondere Ueberraschung hervorgerufen haben. Im allgemeinen wird in amtlichen Kreisen der Standpunkt ver- see-Hochseefischerei A.-G., Bremerhaven, bis zur All- gemeinen Deutschen Creditanstalt, Leipzig. Im übrigen sind auch so manche Generaldirektoren, obwohl sie" die von ihnen geleiteten Konzerne in die Verluste hineingeritten haben, mit einem sogenannten blauen Auge davon gekommen und in Amt und Würden geblieben. Man erinnere sich hier an den Generaldirektor H e i l n e r vom Deutschen Linoleum- Konzern, an Jakob Goldschmidt von der D a n a t b a n k, an W r i e d von der„N o r d s e e" A.-G., an den Leiter und Haupt- inhaber der Schröder-Bank, Bremen, sowie an die Chefs des Blumen st ein-Konzerns. Man komme uns nicht mit dem Einwand daß die aufgezählten Industriesührer durch die nicht zu beeinflussende Wirkung der wirt- schastlichen Krise die von ihnen geleiteten Unternehmen in Schwierig- leiten gebracht hätten. Das ist in sämtlichen ausgezählten Fällen unwahr. Spekulationen mit den eigenen Aktien. Konzerngröhenwnhn, langfristige Festlegung kurzfristiger Kredite, Ueberschähung des eigenen Könnens und privatkapitalistische Selbstherrlichkeit— das sind die Gründe. weshalb im vergangenen Jahre Dutzende großer und größter deut- scher Unternehmungen zusammenbrachen oder in Schwierigkeiten gerieten. Die schlechterwerdende Konjunktur hat nichts anderes be- deutet als das Wegreißen der Schleier. In allen diesen Fällen handelt es sich um Verluste, die vermeidbar waren. Niemand erhebt einen Vorwurf gegen diejenigen, die deswegen' in Schwierigkeiten kommen, weil die breiten Massen des Volkes zu große Verluste ihrer Kaufkraft erlitten haben und deswegen der Warenabsatz zurückging. Die Liste der persönlich verschuldeten Verluste durch falsche Zndustriesührung muß auf etwa eine Milliarde Wart geschäht werden. Dabei ist zu beachten, daß auch die jüngsten industriellen Schwierigkeiten, wie die bei Borsig, Berlin, bei der Hano- mag, Hannover, und bei Bleichert, Leipzig, nicht nur aus konjunkturellen Gründen entstanden sind. Man muh in diesen drei Fällen z. B. auch fragen, inwieweit Lieferungen nach Rußland auf eigenen Wunsch statt in Mark tn englischen Pfunden fakturiert wurden. Die Russen machen an den ihnen von den deutschen Unter- nehmern aufgezwungenen Wechseln in englischer Währung ein glänzendes Geschüft. Die falsche Investierung von Kapital in ver- größerten Produktionsmitteln statt in verbilligtem Umsatz hat weitere an sich unnötige Verluste erzeugt. Jetzt geht der schmerzliche Prozeß der. Kapital- s ch r u m p s u n g vor sich. Viele Unternehmer meinen, daß das dadurch oermieden werden könne, daß man die Betrieb«, also die Warenpreise, mit den Vermögensverlusten belaste. Um so not- wendiger ist, darauf hinzuweisen, daß das Verschulden deutschen Unternehmertums an den Verlusten des Jahres 1931 durch die Zu- sawmenstreichung des Industriekapitals, also durch die Vermögeiis- besitzer, zu tragen ist. Das wäre«ine gerechte Rechnung Wir fürchten nur, daß man sie zu oermeiden suchen wird. Die Bilanz 1931 würde dann auf Kosten der Arbeitslosen ans- geglichen werden! fojrt Heinig. Auf Befehl, und nur auf Befehl! GA.-Anklagen gegen Graf Helldorf treten, daß der Kongreß sehr bestimmt gesprochen hat und somit der Präsident nichts weiter tun kann, und daß der nächste Schritt Sache der Europäer ist. In einigen Kreisen wird erwartet, daß dieser Schritt in dem Vorschlag bestehen wird, eine allgemeine Konferenz für Reparationen und Schulden abzuhalten. Es wird aber bezweifelt, daß die Vereinigten Staaten daran teilnehmen würden. Die Schuldenzahlungen, die gemäß den Schuldenfundierungs- abkommen im nächsten Jahre automatisch aufschiebbar sind, schließen ein 28 Millionen Dollar im Falle Großbritanniens, 30 Millionen Dollar im Falle Frankreichs und 12 Millionen Dollar im Falle Italiens. Diese Summen müssen alle später mit Zinsen gezahlt werden. Die Konferenzausfichten sind jetzt günstiger. London, 24. Dezember. In einem Lettartikel spricht die„Times" die Ansicht aus, daß sich die Aussichten für die Reparationskonferenz durch das Ergebms der Baseler Verhandlungen etwas günstiger gestaltet hätten, während die Annahme des choooer-Moratoriums durch den Kongreß der Welt noch ein paar Monate Atempause gebe. In dieser Zeit müsse oersucht werden, eine Lösung der finanziellen Schwierigkeiten zu finden, die alle Länder bedrohten. Hierdurch würden aber so viele Fragen ausgelöst, daß es hoffnungslos sei, eine e n d- gültige Regelung zu erwarten. Solange die Frage der poli- tischen Schulden nicht geregelt sei. könne sich der internationale Handel nicht wieder erholen Deshalb habe die englische Regierung Frankreich dringend aus die Notwendigkeit einer endgültigen Regelung aufmerksam gemacht. Frankreich strebe jedoch nur eine zeitweilige Lösung an. Es wolle eine endgültige Regelung von der deutschen Zahlungsfähigkeit abhängig machen und gebe vor, daß man hierüber während der Krise keine glaubwürdige Schätzung ab- geben könne. Man wisse ferner, daß eine endgültige Regelung der Trtbutsrage von der Lösung der Kriegs schulden frage abhänge und daß zunächst angesichts der amerikanischen Haltung eine solche Hoffnung nicht bestehe. Die Umstände könnten sich jedoch stärker als Entschließungen erweisen Sie seien so, daß sie die Welt zu einer gemeinsamen Anstrengung zu treiben scheinen. Der Poung- Plan habe sich auf der Annahme eines zunehmenden Welthandels aufgebaut. Es sei jedoch das Gegenteil eingetreten. Gegen Terrorstimmung in der KpO. „prawda" über die Lage in Deutschland. Zlt o s t a o, 23. Dezember. Die„prawda" schreibt zur Lage in Deutschland:„Die kam- munisiische Partei Deutschlands n°mmt in der internationalen Ar- beilerbewegung den verantwortungsvollsten Posten ein. Der vor- stoß des Faschismus in Deutschland läßt erkennen, daß das Bürger- tum auf der Suche nach einem Ausweg aus der Krise die aller- gewagte st eu Pläne schmiedet, und das in einem Lande, welches 15 Millionen ZndustriearbeUer zähll. Die KPD. weiß, daß eine große und schwere Arbeit vor ihr liegt, nämlich die Mobilisierung der Massen und die Organisierung des Kampfes. Sie weiß, daß revolutionäre Armeen n'cht fertig dastehen, sondern i m Kamps er st formiert werden. Die Partei führt einen\ schonungslosen Kamps gegen eine halb-sozialdemokra. tische Einstellung, welche die Situation nicht erkennt und nur zu geneigt ist, sich mit bloßen Resolut'onen zu begnügen, was im ge- gebeneu Augenblick die größte Gefahr bedeutet. Die Partei kämpft aber auch ebenso schonungslos gegen anarchi st Ische und terroristische Stimmungen, welche die revolutionäre Mobilisierung der Massen für«'rklich ernste Kämpfe nur stören können." Wahlrechtsreform mit Humor. Ein„Gesetzentwurf' in der französischen Kammer. Paris, 23. Dezember.(Eigenbericht.) Der sozialistische Abgeordnete S i x t e- Q u e n i n hat für den Fall, daß der Vorsitzende der Wahlrechtskommission Mandel tr�tz der erlittenen Niederlagen noch einmal oersuchen sollte, seinen Wahlreformvorschlag vor die Kainmer zu bringen, folgen- den humoristischen Gegenentwurf eingebracht: Art. 1. Alle Gesetze über die Kammerwahlen werden auf- gehoben A r t. 2. Im Innenministerium wird eine Ernennungs- kommission eingerichtet, di« beaustragt ist, die Kandidaten für die verschiedenen Kammersitze zu bezeichnen. Diese Kommission soll aus je 3 Delegierten der folgenden politischen Verbände: Demokratisch- republikanische Allianz, Republikanische Föderation, Liberale Volks- aktion und Action Francaise(alles nationalistische Parteien) sowie 3 vom Innenminister bezeichneten Mitgliedern zusammengesetzt sein. Art. 3. In der Nähe des Sitzungssaals der Kommission müssen Krankenwagen bereitstehen. Mit diesem Entwurf soll die Debatte über den Mandelschen Vorschlag verzögert werden, da nach der Geschäftsordnung zuerst über etwaige Gegenentwürfe beraten werden muß. Oer fällige Anirag. Oeutschnationale gegen preußische Tiow-rordnung. Die deutschnationalen Bankrotteure haben im Preußischen Landtag einen Antrag auf Aufhebung der neuen preu- ßischen Notverodnung eingebracht. Die Verordnung sei nicht geeignet, den in chrem Titel„zur Sicherung des Haushalts, zur Vereinhecklichung der öffentlichen Verwaltung, sowie zur des- seren Vertellung und sparsamen Nutzung der Arbeitskräfte" her- vorgehobenen notwendigen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Aber wie dem besser als es durch die Notverordnung geschieht, ent- sprachen werden kann, verraten die Herren deutschnationalen Ban- krotteure nicht. Es ist die alte Methode: Was im Reich oder in Preußen auch beschlossen wird, alles wird von diesen Bankrotteuren heruntergerissen, ohne daß sie sich auch nur einen Augenblick den Kopf darüber zerbrechen, wie es besser gemacht werden kann. Oie postgebühren�enkunq Noch amtlicher Mitteilung wird die Senkung der Postgebühren im ganzen den Betrag von 125 Millionen Mark erreichen. Es werden davon Drucksachen, Pakete und Telegramme betroffen, deren Tarife um 10 bis 20 Proz. gesenkt werden. Aufaehobenes Zeitungsverbol. Der Oberprästdent von Sachsen hat das Verbot des„Allgemeinen Anzeigers" für die Kreise Wolmir- stedt und Neuhaldensleben mit sofortiger Wirkung ausgehoben. Das Blatt bringt in der nächsten Ausgab« die Erklärung, daß mit den Ausführungen des Berichte», der zu dem Verbot führte, keine Aufforderung zum Steuerftreit verbunden sein sollte und daß es die Fassung bedauere. j In den Kreisen der Berliner SA. wird gegenwärtig ein Rund- schreiben verbreitet, das von einer ganzen Reche ehemaliger SA.» Führer und Funktionäre unterzeichnet ist, u. a. von Fritz Günther(SA.-Sturm 24, Berlin-Kreuzberg). Es heißt darin u. a.: „Wir sind nicht gewillt, länger tatenlos und schwelgend zu- zuschauen, wie man uns und unsere Absichten in den Dreck zieht. Wir haben die Pflicht, offen und ohne Rücksicht auszusprechen, weshalb wir nicht mehr hinter den Führern Goebbels und Hell- darf stehen— hinter Leuten, die uns verraten und verkauft haben: Man hak uns als SA.-Funklionäre und SA..Leute plan- und befehlsmähig in die Zusammenstöße etwa am Kurfürstendamm hineingehetzt, um uns dann schmählich im Stich zu lassen. Ihr wißt, daß es schon drei Tage vor den Krawallen bei uns allen offenes Geheimnis war, daß zum jüdischen Neu- jahrstage eine Aktion der SA. steigen sollte; an diesem Tage selbst wurde mittags den SA.-Führern ein Dienstzettel zugestellt, der die An- Weisung enthielt, daß wir geschlossen uns am Abend an bestimmten Plätzen zu versammeln haben,„das Koppel untergeschnallt". In den SA.-Küchen wurde gleichzeitig(auch daran könnt chr euch erinnern) dieser Befehl schon Stunden vorher von Mund zu Mund weitergegeben. Und am Abend selbst erschien der Graf H e l l d o r f in eigener Person, gab uns diele und jene Befehle und dirigierte uns schließlich nach dem Kaffeehaus Reimann— das wenige Minuten später zerstört war. Ihr wißt, Kameraden, daß wir nur befehlsgemäß gehandelt haben; doch im Prozeß? Man überließ uns unserem Schicksall Ihr wißt ferner, daß wir auch bei den Aktionen am Gör- litzer Bahnhof, in der Berliner Straße, in der Mariendorfer Straße, in der Arndt st raße, in der Nostizstraße usw. aus Befehl und nur auf Befehl gehandelt haben— auf Befehl von Leuten, die vorgaben, für uns einzustehen. Doch auch hier hat man uns feige im Stich g e la s s e n I" Hier werden die Lügen und Ausreden der Angeklagten im Helldorf-Prozeß zornig beiseite geschoben! Es hat den Anschein, daß hier neues wichtiges Beweismaterial über den Werf national- sozialistischer Legalitätsbeteuerungen zutage kommt. Itaheii und Gentimenialttäi. Bom jüdischen Neujahr zum christlichen Weihnachtsfest. Im Helldorf-Prozeß heute morgen keine Spur von „Weihnachtsfrieden". Staatsanwalt und Verteidigung befehdeten einander in heftigster Weise wegen der Haftentlafsung der Ange- klagten. R.-Ä Dr. Triebet berief sich bei seinem Haft- e n t l a s s u n g s a n t r a g auf die Unstimmigkeiten in den beiden Kursürstendamm-Urleilen, prophezeite nur ganz geringe Strafen und erklärte sich bereit, ähnlich Graf HeUdors und R.-A. Dr Sack die Garantie für die Rückkehr der Angeklagten in die Haft zu übernehmen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Stehnig widersprach den Host- entlassungsanträgen. Erstens liege dringender Tatverdacht vor; das ergebe sich sowohl aus dem Urteil erster Instanz als auch aus der Vernehmung der Angeklagten in dieser Verhandlung. Es sei unmöglich, daß 20 oder 25 Angeklagte sich ganz zufällig auf dem Kursürstendamm eingefunden haben. Es liege aber auch Fluchtverdacht vor. Daß die SA.-Leute sich dem Gericht zu entziehen verstehen, lehrt eine Reihe von Fällen aus der letzten Zeit. Das Gericht möge sich nicht von der Stimmungsmache be- einflusien lassen. Ein„Weihnachtsurlaub" für diese Angeklagten würde eine Ungerechtigkeit gegenüber so vielen in Unlersuchungs- Haft Sitzenden bedeuten. Auch diese hätten das gleiche Anrecht auf Weihnachtsurlaub wie die Angeklagten hier. R.-A. Dr. Sack bestritt den Fluchtverdacht bei den Angeklagten. Die Haftbefehle brauchen ja gar nicht ausgehoben zu werden. Das Gericht könne einfach beschließen, die Angeklagten trotz der be- stehenden Haftbefehle von der Untersuchungshaft zu verschonen. Staats anwaltschaftsrat Dr. Stehnig protestiert gegen die Vagatellislerung der kursürstendamm Exzesse, bezeichnet denWeihnachtsurlaub als N o o u m in der Moabiter Gerichtspraxis— man könne ja dann das halb« Unter- suchungsgefängnis auf freien Fuß setzen. Was die Anspielung der Verteidigung auf die Verfügung des Iustizministers, in Fällen wie der Kurfürftendamm-Exzesie harte Strafen anzuwenden, anlange, so sei zu bedenken, daß wir augenblicklich nicht im Frieden, sondern im Krieg« leben. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Frauenmord bei Lübars. Raubmord oder Liebestragödie. Zn unmittelbarer Nähe der Orkschaft Lübars, die etwa ein- einhalb Kilometer von Waidmannslust an der Stetkiner Vorortbahn entfernt liegt, wurde in den gestrigen späten Abendstunden eine etwa 25- bis 28IShrige Frau schwerverletzt aus- gesunde«. Die Uubetannle wurde von Siedlern in das Restaurant Freibad Lübars gebracht, wo sie bald daraus starb. Zunächst glaubte man, daß die Unbekannte einen Blutsturz erlitten habe. Als jedoch ein Arzt die Tote untersuchte, stellt« er eine Schußoerletzung und eine Stichwunde am Hms fest. Von der Ortspallzei wurde daraufhin die Berliner Mord- kommission alarmiert. Die Stell«, an der die unbekannte Frau gelegen hatte, etwa 200 Meter vom Freibad Lübars, wurde ein- gehend abgesucht. Vor allen Dingen wurde nach der Handtasche geforscht, die aber nicht gesunden werden konnte. Man nimmt an, daß die Frau überfallen und beraubt worden ist. Die Nachforschungen der Mordkommission erstrecken sich in erster Linie darauf, die Personalien der Toten zu ermitteln. Die Frau ist 1,60 Meter groß, hat vollblonden Bubikopf, schmales Gesicht und blaue Augen. Als besonders charakteristisches Merkmal wurde eine etwa acht Zentimeter lange Operationswunde festgestellt, die vom Nabel abwärts läuft. Die Tote war mit einem grünen Stoffkleid mit roten, modfarbenen und schwarzen Streifen, plissiertem Rock, einem Gabardinemantel mit schwarzen Somtaufschlägen,-schwarzen Lackschuhen und modfarbenen Strümpfen bekleidet. Eine blaue Kappe, die unweit der Fundstelle entdeckt wurde, hat schwarzen Perlenbesatz. Schissszusammenstoß. Ein Küstenschiff gesunken.- Fünfzig Tote? Tokio. 24. Tezantber. In den frühen Morgenstunden des Donnerstag stießen in der japanischen Jnlandsee zwei Küstenschiffe, die„B a e V a m a M a r u" und die„Kausal Mar n" zusammen. Das erstere Schiff sank sofort und ging unter. 50 Passagiere sollen ertrunken sein. Bluttat eines Irrsinnigen. Schreckliche Folgen eines Kriegserlebniffes. Eine furchtbare FamillentragSdie hat sich im Hause Lothringer Straße 23 abgespielt. Im dritten Stock des Ouergebäudes wohnt der 40 Jahre alle Arbeiter August Chmielewsti mit seiner 37 Jahre allen Frau Hedwig und seinem 12 Jahre allen Töchterchen, das nach der Mutter genannt ist. Die Ehe war an sich sehr glücklich. Später traten bei dem Manne Gedächtnisstörungen ein, die allem Anschein nach auf ein furchtbares Kriegserlebnis zurückzuführen sind. Ehm. war in den letzten Iahren verschiedentlich in den Anstalten in Buch und Herzberge untergebracht. Vor etwa drei Wochen hatte er aus Herzberge Urlaub bekommen und sollte sich dann zur Untersuchung wieder melden. Am Donnerstag früh sollte er wieder nach Buch zurückkehren. Gestern ist der Arzt in der Wohnung gewesen und hatte ihn untersucht. Kurz nach 6 Uhr stand er auf und mit ihm seine Frau und das Kind. In der Küche war die Frau damit beschäftigt, ihrem Manne Kaffee und Butterbrote zu bereiten. Dann wollte sie ihm noch«in Kleidungsstück aus dem Wohnzimmer holen. Plötzlich erlitt Ehm.«inen Tobsüchte- a n f a l l. Er ergrrff einen Dolch, lies seiner Frau in das Schlaf- zimmer nach und versetzte chr mehrere Stiche Schreiend rannte die Getroffene in die Küche und versuchte, die Tür nach der Küche zuzuhalten. Die Frau war natürlich den Riesenkräften des Irrsinnigen nicht gewachsen. Wieder stürzte er sich mit seinem Dolch auf die Unglückliche und brachte ihr tiefe Stiche in den Unterleib bei, bis sie besinnungslos und blutend zu- sammenbrach. Das Kind war aus die gellenden Hilferufe der Muller herbeigeeilt. Als es den Vorfall sah, lief es zu einer be- freundeten Nachbarin, die im vierten Stockwerk wohnt. Der Tobende hatte sich inzwischen beruhigt. Er steckte den blutigen Do ch ein und verließ eiligst das Haus. Die Hausbewohner riefen sofort einen Arzt und einen Rettungswagen herbei, der die schwerverletzte Frau in das Virchow-Krankenljaus schaffte. Ehm. hatte sich inzwischen dem Kommissar vom Dienst im Präsidium gemeldet. Ohne sich aufzuhallen, war er geraden Weges zum Alexanderplatz geeilt Qt schilderte die Vorfälle und behauptete, daß ihm„d e r liebe Gott diese Tat eingegeben" habe. Im Felde— bei einem Sturmangriff— sei sein Kompanieführcr, der vor ihm herlies, von einer Granate getrosfen worden. Er hätte beobachtet, wie der Mann plötzlich zusammenbrach und wie das Geschoß dem Dorwärtsstürmenden den Kopf abgerissen habe Dieser Vorgang habe ihn fürchterlich erschreckt. Vergebens habe er neben dem Ge- troffenen gekniet und versucht ihm zu Helsen. Als er eingesehen habe, daß alles zwecklos sei, steckte er den D o l ch, den der Kam- panieführer trug, als Andenken zu sich. Mit dem gleichen Dolch habe er nun auch seine Frau erstochen. Auf dem Präsidium schnallte der Irrsinnige sein Koppel und die Wafje ab, legte beides auf den Tisch und bat, daß man ihn festnehme. Massen im Trödlerkeller. Bei einer polizeilichen Razz'a entdeckt. Zn der Gollnowstraße wurden in der vergangenen Nacht in dem Keller des Trödlers R. zahlreiche Schußwaffen und einige hundert Schuh Munition entdeckt. Durch einen Zufall kam die Polizei auf die Spur des geheimen Ivasfen- lagers. Ein in der Gollnowstraße befindliches Lokal war vor einigen Tagen wegen dauernder Verstöße gegen die Polizeigesetze geschlossen worden Wie Polizeibeamten g«gen 2 Uhr nachts bemerkten, wurden in dem Restaurant trotz des Verbots Gäste bedient. Man drang in das Lokal ein, fand aber sonderbarerweise le«re Räume vor. Die Gäste hatten sich auf die Treppen und in den Keller geflüchtet Das ganze Haus wurde nun abgesucht und dabei fanden die Schupobeamten im Keller des Trödelhändlers R. verschiedene Schußwaffen vor: 6 Pistolen 08, 1 Mauserpistole, 1 Trommel- revolver, 2 Gewehre 71, Anschlagtolben. mehrere hundert Schuß Munition und verschiedene Päckchen Pulver wurden besck.lagnahmt. Der Händler wurd« in Haft genommen. Es scheint, daß der Trödler in seinen Kreisen einen geheimen Waffenhandel betrieben hat. Weihnachisfeiern erlaubt. Sogar, wenn sie von politiscken Verbänden veranstaltet werden. Auf ein Schreiben, das sich unter Bezugnahm« auf den Weih- nachtsfrieden mit den Weihnachtsj eiern befaßte, die von politischen Verbänden veranstaltet werden, hat der Reichs- innenminister geantwortet, daß Weihnachtsfeiern, die von politischen Vereinigungen veranstaltet werden, als geschlossene Versammlung«« zulässig sind und daher nicht unier das Verbot auf Grund der letzten Notverordnung fallen. Die Teil- nahm« von Gästen und von Bedürftigen aus den Kreisen der der Vereinigung Nahestehenden sei dann zulässig, wenn hierdurch der Charakter der Veranstaltung als einer geschlosienen Versammlung nicht beeinträchtigt wird. Di« zuständigen Stellen haben inzwischen entsprechend« Weifung erhallen._ Ter 1. Bezirk bei SA«®, hält am 26. Dezember(2. sifflertoH, vormittag« 10 Uhr, im Saalbau FriebrichSham, eine Sänaermorgeirteier ab. Eiutrllt einschließlich Liedertext« 40 Ts.. Erwerbslose 20 Pf. Trübes Weihnachtsweiter. l Temperaturanstieg und Regenfälle bevorstehend. ZNil einer„weihen Weihnacht" soll es auch in diesem Jahre nichts werden. Ja nicht einmal das Aroslwetter dürste noch weiter anhalten, wie der Amtliche Wetterdienst erklärt, ist mit einer lang- samen Erwärmung zu rechnen. Zur den ersten Zeiertag wird sogar teilweise regnerisches Wetter bei Z bis S Grad Wärme vorausgesagt. Dieser Welterumschwung wird bereits seil Tagen von den ZNetereologen erwartet. Ein verbreitetes Hochdruckgebiet. das uns das kalte weller brachte, hat sich langsam nach Süden verlagert. Feuchte ozeanische Luftmassen sind im herannahen und werden den willerungscharakter für die nächsten Tage bestimmen. 2x Operette Eutin zurechtgewiesen. Endlich hat die Regierung eingegriffen. Eutin, 24. Dezember.(Eigenbericht.) Wie wir berichteten, hat der stellvertretende Bürgermeister der Stadl, ein Nationalsozialist, bereits zum zweiten Male den Vertreter unseres Parteiblattes, der„Schleswig-holsteinischen Volkszeitung", mit Gewalt aus der öffentlichen Sitzung der Stadtoer- ordnetenversammlung entfernen lassen. Jetzt endlich hat das olden- burgische«staatsministerium eingegriffen. Es erklärt das Vorgehen des Nazi-Vürgermeisters als eine„grobe Gesetzesver- l e tz u n g", hat die Magistratsbeschlüste formell beanstandet und sich disziplinarisches Vorgehen gegen alle Beamten vorbehalten, die dem nationalsozialistischen Terror Gehorsam leisteten. Schwerindusirie will Zeilungen kaufen. Vereitelter Einbruch in die Kölner presse. Söln, 24. Dezember.(Eigenbericht.) Seit Jahren wird in der Kölner Verlagsanstalt und Druckerei A.-G. das„Kölner Tageblatt" gedruckt, eine Zeitung, die sich demokratisch gibt, aber ihre Existenz nur durch Sensationen, einen ausgezeichneten Sportteil und gewisse Subventionen fristen kann. Seit einiger Zeit bemüht sich der in D ü s s e l d o r f er- Weihnachtsmarkt Goerdeler. Gerde! er „Zulegen, Herr preisfenkungskommiffar! Auf dieses schwere Gewicht kommt viel mehr Ware." scheinende„Mittag" um den Ankauf der Aktien der Kölner Verlagsanstalt, hinter dem„Mittag" stehen die gleichen schwerindustriellen Kreise wie hinter der„Deutschen Allge- meinen Zeitung". Diese versuchten über den„Mittag" d'.e Kölner Verlagsanstalt und Druckerei in ihre Einflußsphäre ein- zubeziehen und dadurch in die Kölner Presse einzudringen. Dem»st nun die Kölner Görres-Haus-Aktiengesellschast zuvorgekommen, in deren Verlag und Druck die„Kölnische Volkszeitung" und der „Kölner Lokalanzeiger". das offiziöse Kölner Zentrumsblatt, erscheinen. Sic haben die Aktienmehrheit der Kölner Verlogsanstalt und Druckerei A.-G erworben. Ueber das Schicksal des.Kölner Tageblatt" ist noch nichts entschieden. Aber verhindert ist der Ein- bruch der Schwerindustrie in die Kölner Preste: denn selbst die „Kölnische Zeitung", die zwar der Schwerindustrie freundlich gesinnt ist, hat bis jetzt immer darauf gesehen, ihre Unabhängigkeit sowohl in politischer wie wirtschaftlicher Hinsicht zu erhalten. Oesterreichs Creditanstalt. Reue Gesehe angenommen. wie», 24. Dezember. Der österreichische Nationalrat hat in seiner Mittwochsitzung das sechste, siebente und achte Creditanstalt-Gesetz in zweiter und dritter Lesung genehmigt. Im achten Gesetz ist eine Anzahl von Bestimmungen, die in der Regierungsvorlage enthalten waren, durch einen neuen mit den Angestellten der Creditanstalt vereinbarten Sammelvertrag ersetzt worden. Zu Beginn der Sitzung gab Bundeskanzler Dr. B u r e s ch eine Erklärung ab, in der er u. a. sagte: Die Regierung ist entschlossen, ihre Zustimmung zur Bestellung des neuen General- direktors davon abhängig zu machen, daß dieser ein Oesterreicher ist, oder wenn ein solcher nicht gesunden werden kann, daß seine Einstellung zur österreichischen Wirtschaft vollkommen gleich gewertet werden kann In diesem Sinne finden Verhandlungen mit einem im Ausland tätigen Oesterreicher statt, und es besteht die größte Wahrscheinlichkeit, daß diese Verhandlungen zu einem günstigen Abschluß gelangen werden. Sollte dies wider Erwarten nicht der Fall sein, so ist eine andere Persönlichkeit in Aussicht genommen, die den oben ausgesprochenen Bedingungen entspricht. Eine Frau amerikanisch: Abrüstungsdelegierte, hoover ernannte Mary Wooley Rektorin der Frauenhechsthule in Mount holyoke (Massachusetts) zur Delegierten für die Genfer Abrüstungskonferenz. Sie gehört zu den Republikanern. Im Jahre 1928 war sie in der Wahlkampagne für Hoover tätig. Oas Lied der Liebe. Llraufführung im Metropol-Theater. Auch Johann Strauß ist umzubringen, so unglaublich es klingt; man muß es nur geschickt genug anzufangen wissen. Nun: Ludwig h e r z e r, der Textfabrikant, und Erich Wolfgang Korn- g o l d, der musikalische Bearbeiter(als solcher ein Ritter von der traurigen Gestalt), sie haben das Rezept dazu, sie treffen es mit Glanz und Gloria Sie erfinden einen albernen Konflikt, lösen ihn durch ein unsäglich abgeschmacktes Kspp� euch sie füllen drei lange und langweilige Akte mit den verbrauchtesten Requifsten der nieder- trächtigsten Kunstgattung, die es je auf Erden gab, der sentimen- taten Wiener Operette: und wundern sich vielleicht gar, wenn das erwartete Entzücken ausbleibt und anspruchsvolle Naturen sich nicht damit zufrieden geben wollen, an Freund und Leid österreichisch- ungarischer Vorkriegshocharistokratie alleruntertänigst teilnehmen zu dürfen. Wobei h e r z e r immerhin der Anständigere ist, da er seine eigenen Einfälle verarbeitet, sie seien nun mehr oder weniger amüsant; K o r n g o l d dagegen, der als Bearbeitungslöwe Blut geleckt hat und von seinen Raubzügen ms Land der Liebe und der Lieder nicht mehr lassen kann, bearbeitet(lies: vergewaltigt) Johann Strauß, daß Gott erbarm. Wenn einer Operettentantiemen nicht entbehren kann: dann soll er die Operetten gefälligst selber machen und einer in sich geschlossenen Musik dieses Prokrustesbett ersparen; vor allem aber: wenn einer wie Korngold einen Namen als Musiker zu verlieren hat(oder hatte), dann darf er niemals solch ein Äerk- zeug der Vergnügungsindustrie werden, dann darf er sich niemals damit zufrieden geben, ein Sammelsurium mehr oder weniger be- kannter Straußmelodien zu veranstalten und instrumentatorisch auf- zuputzen. Ach, es ist Oesterreich im Ausoerkauf, Wien auf Flaschen abgezogen, die schöne blaue Donau als Exportartikel; all dies übrigens hundertfach dagewesen und inflationistisch entwertet. Tauber singt; allen seinen Verehrerinnen sei es gesagt: lang nicht so gut wie auf Platten. A n n i A h l e r s ist die vollkommene Dwa, ein lebendig gewordener Wunschtraum; sie kann singen, sie weiß sich zu bewegen, und wenn sie kein? von beiden tut: ist sie immer noch wunderschön. Ernst V e r e b e s und Lizzi Natzler haben nicht sehr dankbare Rollen, aus denen sie immerhin machen, was sich an Singen, Tanzen und Springen aus ihnen machen läßt. Adele Sandrock spielt die Fürstin Metternich(über jedes Lob erhaben). Reizend Olly Gebauer als liebenswürdig entgegen- kommendes Stubenmädchen österreichischer Fassung. Sonst das Uebliche. Die Claque tat ihre Pflicht und siehe, der Erfolg ward groß. •Arnolci Walter. Operette bei Rose. „Eine Frau von Format." Im Rose-Theater feiert Rudolph Schanzers und Ernst W e l i s ch s Operette„Eine Frau von Format" ihre fröhliche Auferstehung. Operetten sind schnellebig. Es ist schon fast vergessen, wann und wo die„Frau von Format" ihre großen Erfolge eingeheimst hat. Im Gedächtnis geblieben sind nur die Schlager„M> Baby, rny Boy",„Du wirst mein stiller Kompagnon" und„Wir wollen tun, als ob wir Freunde wären", die ihren Sieges- zug durch Radio, Schallplatten und auf der Drehorgel noch nicht beendet haben. Das ist kein Wunder. Der Komponist Michael K r a u s z schreibt«ine flüssige, dem Ohr zugängliche Musik, sein Einfallsreichtum bewahrt ihn vor Banalitäten, bei aller Leichtigkeit hat sie Kultur und die hübschen Melodien verleiten zum Mitsingen. Als der Komponist zur Feier der Premiere selbst den Taktstock er- griff, und mit Schmiß und Schwung einige seiner Schlager dirigiert«, war das Publikum restlos begeistert. Mit der Handlung ist es nicht weit her. Sie spielt wie üblich in Südosteuropa und es wimmelt von Fürsten, Grafen und Baronen: das ewig benutzte Operettenschema. Aber erfreulicher- weise herrscht die lustige Note vor, die Frau von Format hast sich von unechter Tragik und dem ranzigen Operettenschmalz fern. Die Regie des Hans Rose hat alles auf uübefchwerte Heiterkeit ein- gestellt und sorgt für flottes und munteres Abrollen der zahllosen Verwickelungen. Beatrice H a a g e r ist ein wenig zu herb für die Titelrolle, chr Partner Erich Marx hat einen etwas ge- quetschten Tenor und die Tänze der Girls klappen noch nicht so recht. Dafür aber verbreiten die flinke Gertie S e r s k i a der dümmliche Leibhusar des Willi Rose und der schnoddrige Berliner des Hans Rose die aufgeräumteste Stimmung. Kunst hin, Kunst her, die Zuschauer oerlassen das Theater in bester Laune. D«r. Verneuil:„Oie Nemobank". Komödie. Pallenberg hilft der vollkommensten Gemeinheit zum Triumph. Als Zeitungsausschreier beginnt er. Die Lungen und die Lumperei ersetzen die Anständigkeit. Seine Kunden überrumpelt er durch die gleiche Schlagkraft, mit der er hernach als Bankdiener, als Bankprokurist. als Bankdirektor, als Konzerngeneraldirektor und als Kandidat für das Finanzministerium und den Nobel-Preis, Barone, Minister, schöne Frauen, kurz die Blüte der Menschheit, einwickelt. Dabei übertreibt er nur soviel, wie das klugen Leuten wohl tut. Die Pfiffigkeit macht er zum höchsten Prinzip. Der Erfolg seines Komödiantentums ist hygienisch zu bewerten. Die Schlauheit, die nicht jedermann, nicht einmal den Bankfachmann und seiner„feinsten" Gattung, dem Defraudanten, zur Verfügung steht, wird auf unterhaltsamste Weise gelehrt. Der Schwindel als theatra- lifches Hochschulfach— das ist das Programm. Pallenbergs Experiment zeigt, daß man nur ein Feinmechaniker der Verschmitzt- hest sein mutz, um alles zu erreichen. Ein Augenzwinkern, eine Handbewegung, ein Knurren der Stimm«, ein Schnalzen und ein Säuseln, nichts anderes ist notwendig. Pallenberg ist mehr als ein geschickter Virtuose. Das Gelächter, das er hervorruft, ist kein Kinderlachen, es ist das Lachen der Erkenntnis. Nun spielt Pallenberg inmitten einer Truppe, die er geradezu erdrückt, übrigens nicht ohne Schuld der schlappen Truppe, nun spiest er, und nur die imponierende Klobigkeit des Schauspielers Peter Lorre ist ihm gewachsen. Man weiß niemals, was er vom Autor borgt, was der Autor ihm borgt. Aber zum Schluß ist alles Pallenbergs Erfolg. dkax Llocttckork. „Uorck." llfa-palast am Zoo. Warum wird gerade jetzt die Geschichte Porcks von Wartenburg verfilmt? Soll ein neuer Voltsheld populär gemacht werden? Dorck, völlig verwachsen im preußischen Feudalismus, rebelliert gegen den König. Die Konvention von Tauroggen richtet sich gegen den Staatsvertrag zwischen Preußen und Napoleon. Dorck rettet Preußen und zertrümmert jede Möglichkeit eines geeinten Europas. Der starke Mann ist da, und daraus kommt es wohl hauptsächlich bei dieser Verfilmung an. Der betriebsame Hans Müller, der das Manuskript frei nach der Geschichte schrieb, erfindet dazu prächtige Männerworte, die Dorck dem Minister von Hardenberg ins Gesicht schleudert. Der Militär verachtet den Staatsmann. Die beliebte eiserne Faust entscheidet. Gegenwart laß dich von Herrn Hans Müller belehren! Hier liegt der Angelpunkt der Angelegenheit. Welchen Unfug politisierende Generale im allgemeinen anrichten, lehrt der Welt- krieg. Hans Müller nimmt es mit der Geschichte nicht allzu genau. Der König residierte damals in Breslau, und von einer persönlichen Unterredung zwischen Dorck und dem König vor der Entscheidung schweigen ebenfalls die Akten. Diese Szene hat aber dramaturgische Bedeutung. Der Umsall des Königs wird gleichfalls von wilder Theaterluft umwittert. Werner K r a u ß, zum ersten Male im Tonfilm auftretend, spielt den Dorck mit ausgeprägter Härte. Ein herrlicher Charakter- köpf, in dem sich die ganz« Starrheit des Feudalisten spiegest. Preußen steht höher als der schwache Monarch, der sich nicht an die Tradition seiner Vorgänger häst, und dieser Dorck wird geradezu zum sanatischen Kämpfer für preußische Tradition. Am Schluß, als Dorck zu einem Propagandaredner herabsinkt, vermag auch Krautz nicht mehr zu fesseln. Rudolf F o r st e r ist der König, ein zergrübelter, dekadenter, mißtrauischer und schwankender Mensch. der in die Hamletsphäre vorstößt. Ausgezeichnet Typen etwa wie Kanßlcr, Loos oder Müthel Der Reoisseur Gustav U c i ck y wiederholt im großen und ganzen sein„Flötenkonzert". Wir brauchen nicht verfilmt« Geschichte im Stil patriotischer Lesebücher mit pathetischen Worten und Menschen, die auf Kothurnen gehen müssen. Schluß damst! F. Lcd. Guido Thielscher ist wieder da. „Das rote Tuch" im Lustspielhaus. Im Lustspielhaus in der Friedrichstraße erinnert man sich hin und wieder an die längst entschwundene Zeit, da hier die beste Komödie gespielt wurde und bemüht sich um ein gutes Lustspiel. „Das rote Tuch", der Schwank von Julius Horst und Wolf- gang Pollaczeck, den man jetzt herausgebracht hat, weil der Amtsgerichtsrat Schwertseger eine Bombenrolle für Guido Thielscher abgibt, ist trotz einiger Längen und Plattheiten eine leidliche Komödie. Und es wird gut gespielt. Das Thema von dem eingefleischten tugendsamen Junggesellen, der auf Frauen wie das rote Tuch aus den Stier reagiert, bis ihn plötzlich eine schöne Frau so betört, daß er in blöder Berliebcheit in tausend Schwierigkeiten gerät, ist gewiß nicht neu. Aber es gcht viele lustige Situationen. Und unser Amtsgerichisrat stolpert bei allem Pech zum Schluß noch die Treppe hinauf und wird Land- gerichtsrat. Das heißt, sein Glück erträumt er sich nur, denn zum Schluß erfährt der erstaunte Zuschauer, daß alles nur ein mehr oder weniger schöner Traum war. Guido Thielscher ist quicklebendig wie vor Jahren, er prustet und hastet, von tausend Nöten getrieben, über die Bühne(nur die Soufleuse hat manchmal schwer mit ihm zu ringen), und seine treue Gemeinde spendet ihm reichlichen Beifall auf offener Szene. Die verführerische Frau spielt Hilde Hildebrand, chren sym- pathischen Mann Victor de Kowa, den wir aus der Vost«- bühne in guter Erinnerung haben und der hier einen sehr lieben»» werten, charmanten jungen Ehemann abgibt. Gut als Referendar auch Helmut Krauß. Unter den anderen Darstellern fallen auf: Charlott Serba, Hansi A r n st a e d t. Leo P e u k e r t und Edgar P a u l y, die sich große Mühe geben, obgleich sie sich zum Teil mit undankbaren Rollen abquälen müssen. Regie führt ein wenig schleppend Hermann Feiner. Gut wie immer die Büd»«*- bilder von Hermann K r e h a n., Brcti. Vor der Schließung der städ'ischen Theater m Siel. Der Magistrat hat angesichts der städtischen Finanzlage beschlossen, den! gesamten Künstlern. Orchestermitgliedern. Angestellten and Arbeitern der Vereinigten Städtischen Theater in Kiel zum 30. Juni 1932 zu kündigen. Die Goeihe-Samm'ung in der �ale-!lniverfiiat. Der im Vormonat der Oeffentlichkeit übergeben« Bibliotheks- türm der Dalc-Unioersttät in New Häven(USA) enthält eine der umfangreichsten Gocthe-Sammlungen der Welt. Die Abteilung führt den Titel„Goethe-Tempel". Die Gesamtzahl der Bücher, Schriften, Bilder usw. beträgt etwa 2SOOO. Die Faust-Sammlung im Goethe-Tempel dürste die größte der Welt sein; 12 000 Stücke umfaßt sie allein. Von den Volkssagen und Zauberbüchern und den Schriften über den historischen Dr. Faustus an bis zu den Bearbeitungen von Goethes..Faust" sind hier nahezu alle Drucke, Manuskripte usw. vereinigt, darunter Uebersetzungen des Faust ins Hebräische, in Negersprachen und in Blindenschrift. Es gibt Partituren der Vertonungen von Goethes Faust(Schumann, Radziwill, Lindpaintner), Ouvertüren und Sinfonien zum Faust (Richard Wagner, Berlioz, Liszt), die Faust-Opern usw. und schließ- kich Bilder zu Goethes Faust, darunter neben Originalen die Kopien berühmter Gemälde und Radierungen von Cornelius, Kaulbach, Retzsch Kreling usw. Prof. Eugen Kühnemann von der Unwersität Breslau hat bekanntlich von der Carl-Schurz-Memorial-Foundation in Philadelphia eine Einladung erhalten, die ersten fünf Monate des Goethe-Jahres 1932 in Amerika zu verleben, um an den führenden Universitäten des Landes, aber auch in autzerakademischen Kre sen Vorträge über Goethe, über deusches Geistesleben und über das Leben der deutschen Gegenwart in deutscher und englischer Sprache zu halten. Der Verlag„Der Lücherkrels G. m. b. h." hat die Buchhandels- preise seiner sämtlichen Werke von 4,80 M auf 4,30 M. herabgesetzt. Ueber die Mitgliedschaft in der Buchacnossenschast Der Büchertreis G. m. b. H.(Berlin SW. 61, Belle-Alliance-Platz 7) orieMisren Prospekte, die durch alle Zahlstellen des Bücherkreises, sowie in den Volksbuchhandlungen oder direkt kostenlos erhältlich sind. Die Türkei wird Reiseland. Den Bemühungen der türkischen Fremdenverkehrswerbung ist es gelungen, rm Verlaus eines Jahres die Zahl der zu vorübergehendem Besuch einreisenden Ausländer von 5000 auf 50 000 zu erhöhen. Seit einiger Zeit macht die Türkei, große Anstrengungen, um auf diese Weise ihr« ungünstig« Zahlung?- oilanz in Ordnung zu bringen. Die Llnierstuhung der Krisenopfer Wann kommt die Reichsarbeitslosenfürsorge? Ende Oktober 1931 wurden von den Bezirksfürsorgeverbänden �1V8L9ö Wohlfahrtserwerbslose gezählt. Das be- deutet gegen September eine Zunahme von 19963 2, gegen den Monat Oktober 1930 eine solche von 682885 Wohlfahrts- erwerbslosen. Von 1000 Einwohnern erhielten demnach im Oktober dieses Jahres 22,67. im September 20,82 und im Oktober des Vorjahres 11,63 Wohlfahrtsunterstutzung. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor, jedoch infolge Kürzung der llnterstützungsdauer in der Arbeitslosenversicherung dürfte in den folgenden Monaten die Steigerung der Wohlfahrts-Erwcrbslosenzahl eine noch größere sein. Erhöhte sich doch im Oktober die Zahl der K r i s e n un t e r st ll tz t e n um 210660, während die Zahl der Unter st ützungs- empfänger in der Arbeitslosenversicherung um 160 072 a b n a h m. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich der P r o z e n t s a ß der Versicheruugsunterstlltztcn ständig verringerte, in den beiden anderen Untcrstützungsarten mit niederen Bezügen dagegen ständig anstieg. Von 100 Arbeitslos en erhielten Unter st ützung aus der Seit Anfang dieses Jahres hat sich der Anteil der Ver- sicherungsunterstützten, gemessen an der Zahl aller Arbeitslosen, von 52,3 auf 25,6 vermindert, während sich die Zlnteilzifser der Krisen» unterstüßten von 16,6 auf 29,2 und die der Wohlfahrtserwerbslosen von 17,3 auf 28,6 erhöhte. Es müssen also immer mehr und mehr Arbeitslose mit niedrigeren Unter- stühungen dahinvegetieren. Ein Zustand, der dringend gemildert werden muß! Kürzung der Unter st üßungsdauer in der Arbeits- Die losenversicherung hat aber auch eine gewallige Steigerung der Unterstüßimgsausgaben in den Gemeinden und Gemeinde- verbänden zur Folge. Es besteht somit die Gefahr, daß diese Körperschaften, trotz der bereitgestellten Reichsmittel im Betrage von 230 Millionen Mark, die gesteigerten Ausgaben für die Dauer nicht tragen können. Um so dringender sollte daher die Zusammen- legung der Krisen- und Erwerbslosenfürsorge zu einer e i n h e i t- lichen Reichsarbeitslosensürsorge in Angriff ge- nommen werden. Dies würde übrigens die Verwallungsarbellen wesentlich vereinfachen, wodurch obendrein noch nennenswerte Er- sparnisse erzielt werden könnten. Arbeiislosigkeit der Maler. Von je �00 Verbandsmitgliedern noch 15 in Arbeit. Die Tätigkeit der Maler ist eng an das Baugewerbe gebunden. Obwohl die freigewerkschaftliche Organisation auch die Lackierer um- faßt, wird dadurch das trübe Bild, das die monatlichen Erhebun- gen des Verbandes der Maler über die Arbeitslosigkeit seiner Mit- glieder ergeben, nicht Heller. An der Umfrage waren 51 171 Mit- glieder, darunter 73 weibliche und 6858 der Jugendabteilung be- teiligt. Bon diesen 51 171 Mitgliedern waren am Stickchage 37 620, davon 21 weibliche, arbeitslos, das find 73,5 Proz Da die in der Lehre stehenden Mitglieder aber nicht als arbeitslos gelten können, so erhöht sich der Prozentsatz der arbeitslosen Mitglieder auf 81,8. Dabei ist der höchste Stand der Arbeitslosigkeit noch nicht erreicht, er tritt in der Regel erst in den Monaten Januar und Februar ein. Im Januar 1930 waren 55,7 von je 100 Mitgliedern arbeits- los, im Januar 1931 aber wurden 77,8 Pro.z. Arbeitslose gezählt. Während im Mai 1930 der chundcrtsatz auf den niedrigsten Stand bis 29,3 zurückging, ist er im Mai dieses Jahres nur mehr auf 35,4 zurückgegangen, um dann bis auk 84,8 anzusteigen. Man stelle sich doch vor, was das für den Beruf und was es für die Organisation bedeutet: von je 100 Mitgliedern nahezu 85 arbeitslos. Und in dieser Situation geh! die„Opposition" noch immer hausieren mit ihrem Allerweltsrezept: Streik. Der nach dem Kriege als Mahnung an die Arbeiterschaft ergangene Ruf: Rur Arbeil kann un» retten, richtet sich heute an die Regie- r u n g. nachdem unsere„Wirtschastsführer" vollständig versogt und gründlich abgebaut haben. Oewog-Berichi für-1930. 79&0 betreute Wohnungen.— 20 Millionen Hypotheken beschafft. Der Geschäftsbericht der Dewog(Deutsche Wohnungsfürsorge A.-G. für Beamte, Angestellte und Arbeiter, Berlin) sür das Jahr 1930 liegt jetzt vor. Der späte Termin der B-rösfentlichung erklärt sich daraus, daß die Dewog eine Dachgesellschaft ist, die mit ihrem eigenen Bericht erst herauskommen kann, wenn die Abschlüsse der Tochtergesellschaften-und die Tochtergesellschaften selbst revidiert worden sind. Um eine schnellere Verösfentlichung zu ermöglichen, ist das Geschäftsjahr der Dewog fetzt von Juni bis' Juni gelegt. worden.■ Auch für die Dewog war 1930 wegen der Beschränkung des Wohnungsbaues schon«in Jahr relativ starker Ein- schränkung, wenn man Vergleiche mit früheren Jahren zieht. Die starken Vorgriffe vieler Gemeinden auf die Hauszinsfteuer und die Beschneidung der öffentlichen Mittel hat sich auch bei der Dewog ausgewirkt: nur für den Kleinwohnungsbau ergab sich eine gewisse Belebung durch das zusätzliche Wohnungsbauprogramm des Reiches. Immerhin betreute die Dewog im Jahre 1930 rund 7 9 8 0 Wohnungen: sie beschaffte für 20 Millionen Mark erst- stellige Hypotheken, wobei die Gelder in erster Linie wieder von der Voltsfürsorgs(Hamburg), außerdem aber von der Reichsverficherungsairstall sür Angestellte und der Hannoverschen Bodenkreditbank zur Verfügung gestellt wurden. Der Dewog-Kon- trolle unterstairden im Jahre 1930 Zwischenkredite n» Be- trage von 24 Millionen Mark. Angesichts der verschlechterten Lage hat die Dewog die Ende 1929 beschlossene Kapitalerhöhung von 1 aus 3 Millionen Mark nur zu einem kleinen Teil durchgeführt, was zweckmäßig erscheint. Es wurden 375 000 Mark neue Aktien unter- gebrocht. Die Generalversammlung hat beschlossen, die Erhöhung des Kapitals von 1 auf 1,37 Millionen Mark als endgültig anzu- sehen. Gewinnrechimng und Bilanz weisen einen Gewinn von 33 429 M. aus gegen 28 083 M. im Jahre 1929. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt Gesamt- einnahmen von 1,41 Millionen Mark, denen allgemeine Geschäfts- Unkosten von 1,21 Millionen Mark gegenüberstehen. Die Abschrei- bungen konnten von 45 000 auf rund 120 000 M. erhöht werden. In der Bilanz zeigt sich bei den Verpflichtungen eine Steigerung von 0,46 aus 2,01, bei den lausenden Forderungen eine Erhöhung von 0,48 auf 1,81, bei den Beteiligungen eine Vermehrung von 0,72 auf 1,01 Millionen Mark. Die Bankguthaben waren Ende 1930 gegenüber dem Vorjahr von rund 300 000 auf rund 116 000 M. verringert. „Gieg"und Streik im Stahlwerk Bothe. Unter Führung der?iGO. „Berliner Metallarbeiter siegen", schrieb die„Rote Fahne" am 2. Dezember. Noch sechs Tagen Streik habe die Belegschaft des Stahlwerks Bothe, Charlottsnburg, einen vollen Sieg zu verzeichnen. Am 16. Dezember:„Wieder Streikbeschluß im Stahlwerk Bothe." Wie war's mit dem„Sieg"? Die Firma konnte die Löhne nicht voll auszahlen und machte sechs Wochen hindurch Abschlagszahlungen von 4, 8 und 12 Mark. Den Arbeitern wurde versprochen, die Rest- summe alsbald in Raten nachzuzahlen Die„revolutionären" RGO.-Leute forderten jedoch sofortige volle Auszahlung. In solchen Fällen nehmen die Arbeiter ihre Pa- piere und klagen die rückständigen Löhne ein. Die REO. aber braucht Streik, und so wurde, wie schon so oft bei Bothe, wieder einmal gestreikt. Bei der Aufstellung der Forderungen erinnerst man sich dann auch wieder einmal anderer Forderungen im Betriebe, um dem Streik ein revolutionäres Aussehen zu geben. Geld war nicht vorhanden, trotzdem sollten jetzt mit einem Schlage die seit Jahren bei der Firma bestehenden ungeheuren Mißstände beseitigt werden. Der rote Betriebsrat Hermann Böse legt sein Hauptgewicht nicht auf Leben und Gesundheit der Arbeiter, wie es das Richtige wäre, sondern möglichst auf das Schinden und Wühlen. Daher steht er auch im Verdienst seinen Kollegen immer als Spitzenreiter obenan, bekannt als„echter roter Revolutionär". Bei den Berhandlunge», die während des einwöchigen Streiks geführt wurden, machte die Firma das Angebot, die re stieren- den Löhne in drei Raten zu zahlen. Der Urlaub soll jedoch nur zur Hälfte anerkannt werden. Diese Ratenzahlung war auch schon vor Einstellung der Arbeit angeboten. Die M i ß st ä n d e im Betriebe sollen geregelt werden. Die revo- lutionäre Parole:„Die Arbeit wird nur ausgenommen bei restloser sofortiger Anszahlnng" war vergessen. Die Beseitigung der Miß- stände, unter denen die Arbeiter sich bald jeden Tag das Genick brechen können, war vertagt. Trotzdem„Sieg"!„Unter Führung der RGO.-Führ er": der frühere Arbeiterrot bei Ludwig Loewe, Wilhelm L e n t s ch, dessen die Berliner Former, die dort im vorigen Jahre gearbeitet haben, sich noch sehr gut erinnern, da er sie in einen Streik hinein- manövriert hatte. Nachdem L. noch einige Proben seiner„Klug- heit" gegeben hatte, wurde er fristlos entlassen und stellte sich dann als Gemaßregelter vor. Trotz seiner Abneigung gegen die„Ge- werkschaftsbonzen" wurde er„B o n z e" im„revolutionären" Einheitsladen. Der nicht minder revolutionäre Betriebsrat Böse bei Boche macht mit ihm die„Einheitsfront". Nach dem„Sieg" bei Boche will die Firma die Löhne kürzen, nach Angabe der„Roten Fahne" um 20 bis 30 Pf. je Stunde. Auch der neue Streikbeschluß ändert nichts an den Mißständen bei Bothe, solange hier unter Böse geführt wird. Solange die Arbeiter bei Boche sich nicht endlich andere Bertieter wählen, die es verstehen, sich durch sachliche Verhandlungen bei der Firma durchzusetzen, so lange wird an den Mißständen nichts geändert. Nur durch engeren Zusammenschluß der DMV.- Arbeiter kann ohne aussichtslose Streiks Abhilfe geschaffen werden. Raubüberfatt auf Konsumfiliale. Mutige Verkäuferin jagt Banditen in die Flucht. Sola. 24. Dezember. Ein äußerst dreister Raubüberfall wurde am Mittwoch- abend aus die Filiale Hirschbergstroße der Konsumgenossenschaft Eintracht ausgeführt Kurz vor 8 Uhr fuhren drei Männer vor der Filiale vor. Zwei von ihnen, deren Gesichter durch schwarze Masken unkenntlich gemacht waren, drangen in den Geschäftsraum ein. Und zwar hielt einer der Räuber das im Laden anwesende Berkanfspersonal und einige Käufer mit einer Pistole in Schach, während der andere sich der Kasse init der Tageseinnahme in Höhe von 730 Mark bemächtigte. Als die Banditen wieder verschwinden wollten, stellte sich ihnen an der Ladentür eine Verkäuferin entgegen und entriß ihnen bis auf zwei Zwanzigmarkscheine die ganze Beute. Di« Räuber stürzten daraus in den vor dem Geschäft bereitstehenden Wagen und flüchteten. Die Opfer des Einsturzunglücks. Aufbahrung im Vatikan.- Die Urfache der Katastrophe. Rom, 23. Dezember. Die Austäumungsarbsiten in dem zusammengestürzten Flügel der oatikanlschen Bibliothek werden fieberhast fortgesetzt. In den späten Nachmittagsstunden ist die Leiche des vierten der fünf Vermißten geborgen worden. Die Verunglückten wurden in der P i l g e r t a p e l l e aufgebahrt. lieber die Ursachen der Katastrophe wird eine Kommission von Sachverständigen zu urtellen haben. Nach der Darstellung einiger Blätter war ein« Gruppe von Arbeitern damit beschäftigt, drei Pseller zup Stützung der Grundmauern des Gebäudes auf- zubauen, als diese zusammenfielen und durch ihr Nachgeben den Einsturz des gesamten Mittelteils der Bibliothek verursachten. 'gBueh Jllberi Merrmimn:£ou-Xan Es war schon aus verschiedenen Quellen, wenn auch unvokr- kommen, bekannt, daß China, das alte Kulturland des Ostens, be- reits im abendländischen Altertum Seide und Seidenwaren nach Europa geschickt hat. Dennoch oder gerade darum sind die Eni- deckungen Sven H e d i n s in der Wüste im Tarimbecken Ost- turkestans, in den Ruinen der verschollenen Militär- und Handels- stodt L o u- L a n, von besonderem Interesse, zeigen sie doch, daß die Handelswege vor 2000 Jahren von China über Land durch das heute wüste Gebiet Turkestans über Kleinasien nach dem Mittel- meer gingen. Dieser rege Handel, der zumeist ein Seideichandel war, spricht von einer äußerst starken Wirtschaftsenergie und kul- turellen 5)öhe der damaligen Völker, waren doch auf dem Wege einiger tausend Kilometer neben den Schwierigkeiten des beschwer- lichen Landtransportes die Gefahren der Wüste wie auch die An- griffe der feindlichen, oft noch nomadisierenden Wüsten-, Steppen- und Gebirgsvölker, an deren Gebieten die Karawanenstraßen vor- beiführten, zu überwinden. Wegen der Sicherheit und Schnellig- keit unseres modernen Uebersee- und Landoerkehrs könnten wir Heutigen uns nur schwer die Leistungen und die Bedeutung jenes alten Handelsverkehrs vorstellen, wenn uns nicht zugleich wertvolle Dokumente, kostbare Seidenstoffe. Bronzewaren, Holzschnitzereien und andere Kuliurschütze, die in der Militärstation Lou-Lan entdeckt wurden, die kulturelle Höhe und Leistungsfähigkeit der damaligen Welt belegen würden. So wird die Ausbeute, die Sven Hedin Uni andere im Lobnor gemacht haben, und von der szedin schon kurz in seinen bekannten Reisebüchern erzählt, zu einem höchst interessanten und vielseitigen Bericht über die erstaunlichen Wirt- schaftsbeziehungen zwischen dem alten China und den abendländi- schen römisch-griechiichen Mittelmeerländern. Leider ist die Arbeit, die Professor Albert Herrmann an Hand der Ausgrabungsberichte und der Funde vorlegt, zu sehr zusammengedrängt.(Albert Herrmann: Lou-Lan: China, In- dien � und Rom im Lichte der 2lusgrabungen am Lobnor. Mit 66 Abbildungen und 7 Karten, F. A. Brockhaus. Leipzig, geheftet 6,50 Mark, Leinen 7,50 Mark.) Herrmanns„erster volkstümlicher Bericht über die 2000 Jahre alte Stadt" ist in vielen Teilen im falschen Sinne volkstümlich, er häuft Namen, Daten und Einzel- heiten aufeinander, vermeidet wohl eine wissenschaftliche und be- lastende Erläuterung,-bringt aber auch keine allgemeinverständliche Zusammenschau der fernliegenden Vorgänge. Infolgedessen kommen manche wichtigen Geschehnisse, wie etwa die Besiedlung der Lobnor- wüste oder die Pendelung des Lobnors, nicht zu der scharfen Be- lcuchtung, wie es zu wünschen gewesen wäre.* Wilhelm Tictgens. Theater der Woche. Vom 22. Dezember bis 4. Januar 1932. Volksbühne: Ttzc-tcr am AAawplaK: Di« Troßherzogin von Tcrolstcin. Staatsthcater. Oper Notar den Linde»: 27. Tost ftm tnttc. 28. Der Figeunerß-ron. 29. Der ftiegcnde Holländer. 30., 31., L Die Geisha. 2. Rigoletto. 3. Söttcr. dämmerunq. 4. stanolleria Rusticana. Baiazzo._. Staatliches Schauspielhaus am Tendarmeumarkt: 27., 20., 8., 4. Rauhnacht. 28., 30., 1. Wallensteins Tod. 31., 2. Charleqs Tante. Schiller.Theater: 27. Di- Mitschuldigen. Ballett der Ltaatsoper. 28., 20., 30., 3.. 4. Datterich. 31., 1., 2. Uraufsilhrung: Göttlich« Seite. Städtische Oper, Thartottenburg: 27., 30., 3. Der Troubadour. 28. Das Rheingold. 20.- Rigoletto. 3t., 2. Die verlauft- Braut, t. Figaro» Hochzeit. 4. Zar und Zimmermonn. Theater mit festem Spielplan: iturfürsteudamm-Theater: Mahagonny.— Deutsches Theater: 24.(vc- schloffen. Antonius und Cleopatra,— jtammerfpiele: Geschlossen.— Die Samsdie: Die Nenio.Bonk.— Deutsches Älluftler-Theater: Nina.— Theater in der Strejemauustraße: 25., 26., 27. Kopf in der Schlinge.— Mctrapal-Theater: Tin Lied der Liebe.— Theater des Westens: Der Bogclhändler.— Lustspielbau»: Das rote Tuch.— Theater im Lldmiralspalast: Die Dubarry.— Komische Oper: Zur gold'nen Liebe.— Große» Schauspielhaus: 24. Geschlossen. Hoss- mann» Erzählungen.— Lesssua-Theater: Ab 26. Morgen geht's uns gut.— Theater am Siallcndorsplaß: Gosparone.— geutral-Theatcr: Postmeisterin.— Neue» Theater am Zoo: Ich Hab dich einmal oclitßt.— Die Tribüne: Stichwort: Fcldcna.— Castno-Thcater: Aas man aus Lieb« tut.— Theater in der Kloster- strxße: Der fröhliche Weinberg.— Plaza. Scalo, Wintergarten: Internatio» Iwlcs Variete.— Rcich-hassen-Theatcr: Weihnachtsprogramm: Christmarkt. Vachmitlagsvorsiellungen: Volksbühne. Theater am Bstlowplaß: 27. Kampf um Kitsch. 31. Silvester- konzert: 9. Sinfonie. 3. Die Kroßherzogin von Gerolstein. 3. Tanzmatincc: Palucca.— Städtische Oper, Charlattenburg: 27., 30., 1., 2., 3. Hansel und Gretel.— Dentsches Theater: 25., 26., 27 Pünktchen und Anton.— Deutsches Kstustler-Theater: 27., 1., 3. Winnetou.— Komische Sperr 27., 3. Zur gold'ncu Liebe.— Reue« Theater am Zoa: 26., 27. Knecht Rupprecht.— Conno-Theatcr: 1. Baterns Wunderkur.— Theater in der Klosterstroße: 25., 26. Liebe. Berantwortl. sür die Redaktion: Aich. Bernstein. Berlin: Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Berla.....„~*•~~. druckcrei und Berlin Verlag: Vorwärts Verlag G.»>. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- Vcrlagsanstalt Paui Singer Sr Co.. Berlin SW 68. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Buttergroß- Handlung Filialen in allen Stadtteilen Friedrichshagener Baugenossenschaft U.B.H. Hoch- u. 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Zu haben In allen Vorwärts-Filialen und bei allen Zeitungsausträgern chtsfeier der Iugendabteilung. 10 Uhr Handballspiel der 1. Mannschaft gegen RB. Collegia. Dienstag, 2S. Dp.» zember, 19 Uhr, Vorstandssitznng Wintersonnenwendfeier in Ronnuves. 26. Dezember, 17 Uhr, veranstaltet r>(miier5taK, 24. Dezember. Berlin. 16.00 Kaiscr-Wilhclni-Gcdächtniskirchc: Cbristvesper 1931. 17.00 Klassische Unterhaltungsmusik. Dir.: Dr. Wolfgang Herbert 1. Mozart: Ouvertüre..Die Gärtnerin aus Liebe". 2. Händel* Aus dem Concerto grosso H-Moll 3 Lully. Menuett 4. Pcrgolesi; Orchestertrio B-Dur. 5. Haydn: Finale aus der Glöckchen-Sinfonie. 6. Mozart: Variationen aus dem Divertimento D-Dur. 7 Händel: Ailegretto D-Dur. 8. Haydn: Serenade C-Dür, 9. Beethoven: Qratulatlonsmcnuett-(Neues Bach-Orchester,) 18.10 Gencralsuperintendent D. Carow. Bischof Dr. Schreiber: Weihnachtsgedanken zur Winterhilfe. 18.50 Stille Stunde. 19.30 Breslau:„Es kumpt ein sefaif geladen". 20.30 Leipzig: Job. Seb. Bach. 21 00 Wclhnachtsmusik. 22.30 Königsberg:„Die Heilige Nacht* Königswutterhausen. 18,35 Langenberg: Geläute der Deutschen Glocke am Rhein. 18.50 Felix Timmermans: Jesus-Kind in Flandern.(Bruinier-Onartctt Dr. Heinrich Michaelis. Agnes von Spetzlcr, Gesang.) 19.30 Mühlacker: Weihnachts-Bläserchöre. 20.00 Frankfurt: Kinder-Duette. 20.30 Mühlacker: Weibnachtsmusik. 21.00— 22.000 Frankfurt! Dreißig deutsche Dome läuten die ChHsinacht ein. 22.15— 24.00 Hamburg: Weihnacht der Einsamen. 24.00— 1.00 Mühlacker: Weihnachtsmette. Freitag, 25. Dezember. 8.55 10.05 12.15 14J0 15.00 15.30 18.00 19.00 19.30 19.55 23.00 5.30 7.00 11.00 11.30 12.15 12.30 14.30 15.30 16.00 18.05 19.30 Berlin. Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. Wettervorhersage. Ernst blaß liest eigene Lyrik. Anna Höllering erzählt Märchen- Lieder von Walther Hirschberg.(Adelheid Armhold, Sopran. Flügel: Der Komponist.) Briefe berühmter Deutscher. Sprecher: Max Bing. Eine bunte Stunde. Beethoven; Sonate C-Moll(op. 30, Nr. 2)(Prof. Havemann, Violine, und H. M. Theopold. Flügel). Arnold Höllriegel- Bilder aus Kanada und Alaska- Städtische Oper: Der Troubadour4' von Q. Verdi. Dirigent: Dr. Fritz Stiedry. Orchesterkonzert. Königswusferhansen. Leipzig: Christmette. Hamburg: Hafenkonzert. Gerda von Bremen: Weihnachten bei Theodor Storm. Leipzig: Bach-Kantate. Weihnachtsdichtungen von Margarete Bruch(gelesen von Marg. Jokl). Leipzig: Familie- Johann-Strauß-Konzert. Max Vollmberg:„Der Tiger von Caballo Blanco.*4 Prof. Lothar Schreyer: Engel in der deutschen Kunst Frankfurt: Konzert Langenberg:„Das dumme Englein", Märchenspiel. Dr. Wolfg. Hoffmann-Harniscb: Führerin— Verführerin Musik. Sonnabend, 26. Dezember. Berlin. 6.50 Frühkonzert 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Blasorchestcrkonzert. 12 00 Weihnachtsdichtungen(Sprecher: Klara Pick-Gernsheim). 12.15 Konzert 14.30 Else Straka-Jansen erzählt Märchen. 15.05 Trabrennbahn Mariendorf: Weih nachtspreis. 15.30 Sonate E-Dur von Mendelssohn.(K. U. Schnabel, Flügel.) 16.00 Hans Biemsen. Tiere und Menschen. 18.15 Ferd. Bonn erzählt Heiteres. 18.45 Haydn: 1. Streichquartett Es-Dur, op. 33. Nr. 2. 2. Streichquartett F-Dur, op 77. Nr 2(Strub-Quartett). 19.30 Walter von Molo: Ein Deutscher ohne Deutschland." 20.00 Orchesterkonzert 2135 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 21.47 Staatsoper Unter den Linden:, Die Meistersinger von Nürnberg" von R. Wagner. Dirig.: Erich Kleiber- Anschließend Tanzmusik. Königswusterhausen. 12.00 Käthe Förder erzählt eine Wcihnachtsgeschichte. 14.15 Leipzig: Forellen-Quintett von Franz Schubert 15 30 Gustav Beilin: Weihnachten auf dem Dorfe, 16.00 Zwischen zwei Festen. 16.30 Breslau: Unterhaltungsmusik. 18.46 Hamburg: Heitere Stunde.