BERLIN Mittwoch 30. Dezember 1931 10 P*. Nr. 609 B 304 48. Lohrgana Erscheint t i a l i ch außer Sonntags. ilugleiÄ Abenlaiisgadc iti„35ormärti" B-jUgSprcis für b f: t c'Ausgaben 6s Pf. uro Worb«, L.eo M. vro Mon» (bauen Sä Pf. monatlich für-jafteliong ins Hau«) Im voraus tailbar'v o» b e i u g i,'ü M. rinschlirKUch 60 Pf. Poüjcitunz«- unb 72 Pf. Postbeiiellgebührrn. ,,\£iWasd& ?tnzetgettprekS: Die elnsvaltige NonvareillF.etle KV'Vi.. Neklamezeile 5M. Ermäßigungen nfsch Tarif.'V o si cd e ck k o n i o Vorwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin Rr. ö7b20.- T-cr Verlag behält nch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor' Redaktion und Ervedition. Berlin SÄ!'?. Lindcniir? ? e r n sv r c ch e r' Dönboft CA 7)'292-r-2Ji7 Wohlfahrtsarbeiter verunglückt Drei Schwer- und sechs Leichtverlehie bei Autounfall Drei Lahre Moratorium? Hin ungewöhnlich schwerer Autounfall, dem leider eine Auzahl Erwerbsloser zum Opfer gefallen sind, er- eignete sich hcnte früh un» liv Uhr auf der Berlin-Mitten- walder Ehaussce hiutcr dem städtischen Gut Utein-Ziethen. Ein städtisches Lastauto mit Anhänger war im Begriff, etwa 50 bis 60 Wohlfahrtserwerbsiofe zur Arbeit auf den Ländereien des städtischen Gutes Älein-Ziethen zu befördern. Die Straße war infolge des Schneefalls mit nachfolgendem Tauwetter sehr schlüpfrig geworden. Obgleich der Fahrer vorsichtig fuhr, ge- riet der Anhänger ins Schleudern und wurde so scharf gegen einen Baum geschleudert, daß' dle S e i t c n w ä n d c eingedrückt wurden. Nicht weniger als 14 Erwerbslose wurden infolge des Anpralls verletzt, und zwar erlitten drei Per- fönen schwere, sechs leichte Verletzungen, während fünf mit Abschürfungen davonkamen. Die letzteren konnten nach Behandlung auf der. Rettungsstelle entlassen werden, die drei Schwerverletzten und die sechs Leichtverletzten wurden in das städtische Kran- kenhaus Buckow gebracht, wo der am schwersten betreffen« Arbeiter Karl Hempel mit einer schweren Gehirnerschütterung de- sinnungslos darniederliegt. Die übrigen Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Außer dem genannten Karl chempel sird schwer pcrletzt:'( Georg Tuppel, Curstierstraße 22 Johann hoschindors, Förster Straße ö4. Alle drei haben schwere Gehirnerschütterungen und anscheinend auch inner« Verletzungen davongetragen. Leicht verletzt sind: Willi Meitzer, Kottbusscr Hier 56; Valentin Lewandowfki, Kottbusscr Ilfcr 62a: Alfred Alex- ander, Kottbusser Ufer 61; Johann Rost, Elisabethuscr 5l: Karl L i c d t k e, Mariendorfer Str. 13, und Emil I c n t s ch, Wrangel- straße 55. Der Triebwagen, der unbeschädigt geblieben war, nahm die drei Schwerverletzten und sechs Leichtverletzten sofort aus und brachte sie ins Krankenhaus Buckow. Die S t a d t g ü t e r G. m. b. l>. stell! betännllich täglich in Berlin mehrere Sammeltransports für Wohtiahrtserwerbs- lofe zusammen, die mit Wiesen Meliorationsarbeiten auf den städtischen Gütern beschäftigt werden. Die Loslkraftwazen- zöge werden von der Güterverwaltung gestellt, sie bringen die Ar- Odter morgens zur Arbeitsstelle und nachmittags wieder nach Berlin zurück. Der Transport, der heute verunglückte, war vom Gärligcr B'hnhof abgegangen, und zwar mit W o h l f a h r t s c r w c r b s- losen g» sde m Bezirk Kreuzbcrg.. Notwehr wird bestraft. Justiz in einer mecklenburgischen Kleinstadt. Schwerin, 30. Dezember. Am 14. Oktober d. I. fand in Pritzier bei Hagcnow eine Wahlversammlung zur Amtsoertreterwahl statt, in der es zu schweren Tätlichkeiten kam. Veranstalter der Leriannnlung waren die Sozialdemokraten. Diese gerieten mit einer Gruppe R a t i o n a l s o z i a l i st e n, die als„Gäste" in der Ver- sanimluno erschienen waren, in eine Schlägerei. Der llalicnal. sottclisk Hagen hatte einem INilglicd des sozialdemokralischen Sool- fch'.'.tzcs den Stock sorigerisseu und damit aus seinen Gegner ein- gesch'agen. Dieser Angriff war die Eröffnung der Tätlichkeiten, die sich durch die Gasträume des Dorfkruges bis auf die Straße fort- setzten. Sieben Reichsbannerleute und zwei Nationalsozialisten wurden erheblich verletzt. Nachdem am 13. No- vember d. I. im Schnellgcrichtsocrsahren drei Naitonalsozialisten vor dem Schösfengcricht Lübtheen zu Gefängnis- und Geldstrafen verurteilt worden waren, hatten sich heute 17 Reichsbanner- l e u t e aus hagenow wegen jener Zusammenstöße in Pritzier vor dem Amtsgericht Lübtheen.zu verantworten. Das Urteil lautete gegen 16 Reichsbannerangehörige auf je drei Monate Ge- f ä n g ni s! Der eine der Angeklagten wurde freigesprochen. Die. Angeklagten legten gegen das Urteil Berufung ein. Parole demnach: Wer sich nicht widerspruchslos von den nationalsozialistischen Rollkommandos oerprügeln läßt, wird eingekerkert. Das nennt man in Deutschland Gerechtigkeit! Kranzösisch-englische plane für eine vorläufige Neparaiionsregelung Paris, 30. Dezember.(Eigenbericht.) Wie der Londoner Korrespondent des„Echo de Paris" meldet, dürften-sich die Arbeiten der Reparationskonferenz gemäß dem Ab- kmninen, das die französischen und englischen Sachverständigen vorbereiten, am eine provisorische Lösung des Rcparations- Problems lmschränken, die etwa folgendermaßen aussehen würde: 1. Deutschland soll ein vollständiges Moratorium stir die g c- schützten Jahreszahlungen aus die Dauer von drei Jahren crl)alten. 2. Deutschland soll, um das Prinzip des Voll uz- Piaiis zu achten, aufgefordert werden, Während dieser drei Jahr« die unge- schützten Anniriiäten an die BIZ. z:. zahlen. Die Summen würden ober von Frankreich gemäß dem Verfahren des hoover» Moratoriums sofort wieder der Reichsbahn als Anleihe zur Per- f ü g u n g' g e st e l l t werden..'; 3. Als Gegenleistung würde Deutschland cimgen Ländern, wie Frankreich, Rumänien und Sstdslawien weiterhin ein Minimum von S a ch l i e f c r u n g e n überweisen.. 4. Roch Ablauf des dreijährigen Moratoriums würde die Zahlungsfähigkeit Deutichlmrds von neuem geprüft werden. 5. Deutschland soll mit den amerikanischen, englischen, französi- Neuer KäHeeinbruch. Lleberall sinkende Temperaturen und Schneefälle. 3m Wetter vollzieht sich zur Zeit aberneats ein Umschwung. Mit den milden Temperaturen ist es vorüber und aus dem Nordwesten Europas wird ein neuer k ä l l e e i n b r u ch erwarlei. Dos Thermometer, das gestern mittag noch 3 Grad Würm? in Berlin anzeigte, wies heute um die gleiche Zeit knapp 1 Grad Wärme auf. Die Temperaturen werden in den Abendstunden weiter fallen und es ist nach den vorliegenden Anzeichen mit neuen Schneefällen zu rechnen. Am Silvesterlag ist bei ausheitcrudem Himmel voraus- sichtlich sogar strenger Frost zu erwarten. Ein Kultluftstrom streiite bereits gestern unser Gebiet und ergiebige S ch n e« s ä l l e waren die Folge. Die Schneedecke hielt sich aber teilweise nur in den Außenbezirken, in der Innenstadt wurde alles sehr, schnell zu Matsch. Iin ganzen Reich sind die Temperaturen ständig im Sinken begriffen.'Wie der Amtliche Wetterdienst aus Anfrage erklärt, schwankt das Thmnrmieter angen blicklich zwischen l Grad Wärme und 2 Grad Kälte. Dieser Zu- stand wird sich aber schnell unter dem Einfluß des anrückenden Källegebictes ändern. Pom Baltikum ist bereits ein Kälteeinbruch nach Oftpreußen erfolgt. Gleichzeitig nähert sich unserem Gebiet ein nördlicher Luststrom ans dem hohen Nordwesten, etwa ans der Gegend von Island und Grönland. Wie die Wettermeldungen aus Rußland besagen, herrschen heute in Nordrußland Temperaturen bis zu 27 Grad Kälte. Skandinavien meldet 0 bis 18 Grad Kälte. In den deutschen Bergen ist überall wieder Schnee z e- fallen. Hitzewelle über Güdausiralien. Oer heißeste Tag seit 20 Jahren. wclbourue. 30. Dezember. Am Dienstag stieg die Temperatur in Adelaide in Süd- avslraliea auf 49,3 Grad Celsius im Schatten. Co war dies der heißeste Tag seil 70 Zahren. während der letzten fünf Tage hat die Temperatur täglich 39 Grad Celsius überschritten. Die Polizisten mußten halbstündlich abgelöst werden. 3n den Fabriken sielen die Arbeiter scharenweise um. Die Tiere im Zoolagi- scheu Garten wurden dauernd mit Wasser besprengt. In den Pe- troleumlagern ließ man Wasser über die Vorräte lausen, um Feuer zu verhüten. Der 59. Jahrestag der Gründung Sudaustraliens wurde bei 40 Grad hihe gefeiert. Trotzdem nahmen 50 000 Menschen an der Feier teil. Auf dem Land wüt«!». zahlreiche V u s ch s e u e r, die van Tausenden von Freiwilligen bekämpft werde«. scheu und neutralen Bauken ein Abkommen über die aUinähliche Rückzahlung der kurzfristigen Kredite abschkießen. 6. Die Gläubiger Deutschlands würden gemeinsame Maßnahme» ergreifen, um die Washingtoner Regierung davon zu überzeugen, daß, nachdem sie die mirlfcho.il! ich; Sanierung Europas begünstigt haben, ihre Opfer eine entsprechende Herabsetzung der Kriegsschulden notwendig machen. Do sich der amerikonifche Kongreß nur der Streichung oder Herobfeizung der Schulden wider- setzt hat, glaube-ma», daß man eine ständige Erneuerung des hoover-Morotoriunis erreichen werde. Goldstapei im Schnee. Französische GoZStransportstnszer.ge noigelandei. Paris, 30. Dezember. Von Amsterdam sind am Dienstag zwei Flugzeuge mii Ä o bd l a d u u gc u nach Paris abgegangen. Eines diest.? Flugzeuge geriet in einen Schneesturm u>?d mußte bei Mout- l i g n o n im Departement Oife iiotlan.de». Die kostbare Ladung wurde von Lastautos me it e r b e f ö r de r t und traf wohl- behalten bei der Bant von Frankreich ein. i Remsdur in Eutin. Gegen die Nazi-praris der Behörden. Eutin, 30. Dezember. Die oldcnburgischc Regierung hat angeordnet, daß dos L o t a l . des Reichsbanners, das durch Verfügung der Polizeibehörde geschlossen war. mit Wirkung vom 30. d. M. wieder geössnel werden kann. Die endgültige Entscheidung über die Beschwerde des Besitzers gegen die Schließung hol das Minislcrinni sich vorbehalten. Chinairuppen hinter der Großen Mauer Alte regulären Truppen sind zurückgenommen. Gens, 30 Dezember.(Eigenbericht.) Die japanische Regierung Ixst dem Bälkcrbiindssekretariat am Dienstag ein- Denkschrift über den Konflikt in der Mandschurei überreichen lassen. In dem Bericht heißt es, daß Japan in der Mandschurei nur das Ziel verfolge, die dort gefährdete' R u h e und Ordnung wiederherzustellen. In vielen Gebietsteilen� seien die chinesischen lokale» Behörden geflüchtet, statt mit den' japanischen Truppen zusammen, zuarbeiten. Japan könne die Be- völlcrung unmöglich dem Landirentuin überlassen. Der Bericht bereitet aus die Besetzung von Kintjcho» durch die Japaner vor: denn es heißt darin, daß die Berhandlnngen über den Rückzug der chinesischen Armee hinter die Großc.Maucr, die der.japanischen Armee volle Bewegnngpsreiheit zögen di- Bonditen geben sollten, sich zerschlagen hätten und die Perteidi. giingswerke van Kintschnu svgar neu verstärkt worden seien. Des- halb werde die fopanifche Armee bis zu dem'Punkt westlich des Flusses Liao vorrücken müssen, wo die Banditen ihre Attiansbasi> hätten. Die japanischen Truppen würde» dabei keineswegs gegen die legten Beichlüst'c des Völkcrbundsrols verstoßen,' denn sie bc> fänden sich nicht im Kampf gegen reguläre chinesische Truppen. Chinesischer Rückzug aus Tschintschou. Schanghai, 30. Dezember. Der seitherige Machthaber der Mandschurei, Feldmarschal! Tschanghsueliqng,, hat die letzten chinesischen Truppen aus Tschintschau zurückgezogen. Die Provinzialregicrung ist unter dem Schutz einer kleinen chinesischen Truppenabtcllung dagegen in Tschintschau geblieben. Die Hauptmasse der chinesischen Truppen befindet sich in der Nähe der Großen Mauer. Die Zurückziehung der Truppen erfolgte, um die Japaner in Nordchina von einem Einsall in Tienlsi» aus abzuhalten, wo in den letzten Tagen neue japanische P-rstärkiingc:, cingetrossen sind, die einen Einbruch von dieser Seite aus, befürchten ließen. Bramarbas. Die Ehrenliste vom Hakenkreuz. Em Hauptmann, der„schlichten Abschied" nehmen mußte« Zu den besonderen Vertrauten des großen Adolf gehört auch der jogenaiyrte Wirtschostsführer Dr. Wagencr. der sich als Haupt- mann a. D. bezeichnet. Von diesem Wqgcner l)ot die von Dr. Hell- muth Kloß herausgegebene Korrespondenz u. a. behauptet, er sei als früherer Generalftabshauptmonn„infam kassiert" und nenne sich daher zu Unrecht Hauptmann o. D. Außerdem wurde Wagcner beschuldigt, eine Summe von 30 000 Mark unterschlagen zu haben. Trotzdeni diese Behauptungen mehrfach aufgestellt wurden, hat Wagener nicht die von Klolz geforderte Klage erhoben, sondern sich nach einigeln Zögern damit begnügt, im„Völkischen Beobachter" Auw», der Geelentrofi Ber Nazi-Mjtrder Schnstdt aus Bramsche, der e>nen Zieichpbannennann e> stach, erhielt im Gefängnis- den Besuch des Prinzen Auwi Ä ik'ffl ,Llnd wenn mein Vater noch regierte, würde ich Ihnen den Hausorden der Hohenzollern erwirken." eine Erklärung zu erlassen, in der die Behauptungen als unwahr und erlogen bezeichnet werden und Klotz ein„Lügner und Ver- lcumder" genannt wird. Gegenüber dieser Ablcugiuing antwortet nunmehr Klotz in einer neuen Vcröfsentlichung, in der er ankündigt, daß er seiner- scits Wagener Gelegenheit geben werde, vor dem Forum des Sc- richts Rcchenschast abzulegen. Gleichzeitig veröffentlicht er aus dem militärischen Personalblatt des Herrn Wogener die letzte Eintragung in der Spalte„Dienstverhältnisse" in folgendem Wortlaut: „Am 6. Mai lSlS infolge ehrengerichtlichen Spruchs mit schlichten, Abschied entlassen." Darunter steht in der gleichen Spalte: „Anerkannt. Karlsruhe i. B.. den lS. Mai tSlL. Otto wagener." Klotz fügt hinzu:„Auf die Frage, wann ein Offizier der ehe- maligcn Armee mit schlichtem Abschied entlassen wird, antworten die„Verordnung über die Ehrengerichte" von 1874 und die„Äabinettsordcr" vom 1. Januar 1807 folgendes: „Wenn der Angeklagte unwürdig geworden ist, in seiner Dienststellung als Offizier belassen zu werden, lautet der Spruch auf: Schuldig der Verletzung der Standesehrc unter Entlastung mit schlichtem Abschied." Aus gut deutsch: Weil und nachdem der Herr Wagener afo „unwürdig" erachtet worden ist, Offizier zu bleiben, wurde er cnt- lassen. lind er tat auch in der Folgezeit bis zum Kriegsende keinen Dienst mehr, nicht einmal als„gewöhnlicher" Soldat. Für das militärische Leben war der Herr Hauptmann tot— und das in, Mai 1018, zu einer Zeit also, als der letzte Mann fürs Feld mobil gemacht wurde! Gegenüber der zweiten AbleUgmmg Mageners hält Klotz seine Behauptung voll ausrecht, daß Wagener gemeinsam mit dem Hauptmann von Pfeffer die Summe von 30 000 Mark unterschlagen habe. Da Klotz jetzt den Klage weg beschritten hat, kann man mit recht interessanten Enthüllungen vor Gericht rechnen. parieibuchbeamie in der Praxis. Der Staatsrat von Thüringen. Zu den beliebtesten Redensarten der Nationollmlsäiewisten Hillerschcr Prägung gehört die Behauptung, daß das republikanische „System" sich vor allem auf die sogenannten Parteibuchbeamten stütze, die staatliche Sauberkeit durch Korruption ersetzten. Nun ist es eine kaum noch zu bestreitende Tatsache, daß die Scharen der Mitläufer beim 5iitler-Troß vor allem durch die Hoffnung und das Versprechen bei der Stange gehalten werden, daß sie s e l b st im„Dritten Reich" als Parteibuch- bcamte an die Futterkrippe gelangen würden. Zu den großspurigsten Agitatoren vom Hakenkreuz gehört der so- genannw„Staatsrat" Thüringens, ein ehemaliger Handlungsgehilfe Marschler. Diese erfreuliche Errungenschast des Dritten Reiches ist gegenwärtig Bürgermeister der thü- ringischen Stadt Ohrdruf. Obwohl er noch ein ganz junger Mann ist. hat sich Herr Marschler bei semer Anstellung 1 8 D i e n st- jähre anrechnen lassen, trotzdem er nie in staallichen Diensten beschäftigt war. So bekommt er von der kleinen Stadt, wie wir dem „Volksfreund" in Sonneberg entnehmen, neben seinen L a n d- tagsdiäten ein Bürgermeistergehalt, das folgender- maßen aussieht: Grundgehalt...... 0000 Mark Wohnungsgeld..... 1080„ Kinderzulagen..... 660 Zusammen 7740 Mark Das Städtchen Ohrdruf hat 7 M0 Enuvohiwr. Der Herr Hand- lungsgehllfe und Parteibuchbürgermeister Marschler hat also es verstanden, sich in„diesem System" eme nett« Pfründ« zu schaffen. Gleichzeitig wird er nicht«rsrhlen, in seinen Dersairn,- e lungsredem über die„schmarotzenden roten Bonzen" mit �r not-. wendigen Begeisterung herzuziehen. Marschier ist aber auch ein sehr vorsichtiger Mann. Er hat sich neuerdings vor sein Haus einen alten Möbel- wagen schieben lassen, der als Unterkunft f ü r S A.- Leute eingerichtet ist. Diese Nazllcute schieben in der Nacht Wache um das Haus ihres Gewaltigen und lösen sich gegenseitig ab, damit bei der sprichwörtlichen Not im Thüringer Lande nicht etwa jemand aus den Gedanleu käme, dem Parbeibuchbürgermeister einiges von seinen Einkünften abzuknöpfen. Aboeblitzt! Ziazi-Kube hatte in einer Anfrage an den preußischen Justiz- minister den Staatsanwalt und den Vorsitzenden im Hclldorf-Prozeß parteiischer Stellungnahme gegen diese Pogxomisten beschuldigt. Minister Schmidt erklärt in seiner Antwort, er habe keinen Anlaß zu irgendeinem Vorgehen gegen diese beipen Justiz- beqmlen. Siegesberichte eines italienischen Generals. Mehrere Jahre haben die mit ollen technischen Hilfsmitteln, mit Flugzeugen, Autcmrobilen, Tanks, G-iftgasbomben usw. ouszerüstetci, italienischen Truppen gebraucht, mn den Widerstand von ein paar bedlumrschm Stämmen in der Eyrenaita zu brechen. Grund genug für die Herren Militärs, diesen unvergleichlichen Erfolg der Zivitisation in geschwollenen Siegesbullctins zu feiern. Der General Graziani als Gouverneur gibt bekannt, daß in den letzten 21 Monaten gegen die„Rebellen"(d. i. Freiheitskämpfer, die ihr Land gegen den fremden Eiirdringling verteidigen)„53 Schlad)- t en und 2 10 G e s echte" bestanden wurden. Das Entsetzen über dieses Gernetze! wird etwas gemildert, wenn mcui erfährt, daß die italienischen Verluste in, ganzen betrugen: 3 Offiziere tot, 6 ucr- wundcr, 132 Mann tot und 250 verwundet. Also aus je vierzehn „Schlachten" e i n toter Ossizier, aus je f ü n s u u d d r c i h i g Gc- fechte e i n verwundeter Offizier. Das sind ja geradezu„pazifistische" Schlachten, die jür die Offiziere eine Lebensversicherung darstellen! Die armen Beduineichtammc, die gegen die Italiener nur primitiv mit Gewehren und ganz wenigen Kanonen kämpften, haben natürlich sehr viel mehr Verluste gehabt. Der italientsche Bericht gibt ihre Toten init 1600 a». Da eine solche Zahl aber nicht genügt. um den Heldenmut einer siegreichen Armee hinreichend zu beweisen, so führt Herr General Graziani feierlich noch folgende weiteren Heldentaten an:„Es wurden 883 Pferde, 6000 Kamele, 21 500 Schafe getötet oder gefangen g c n o m n, e n." Besonders auf die Schate mochten wir Gewicht legen. Sie in so großer Anzahl abzusdilachtcn, hat nicht einmal Ecroantes' sinnreicher Ritter aus der Moncha, hat nicht einmal Herr Dan Quichote ferttg bekommen! Immerhin: Die Beduincnstämmc in der Eyrenaila sind nun „pazistziert" und die europäische Kultur ist mn einen Erfolg reicher. „Hoffmanns Erzählungen." �eo Sklarek unpäßlich.- Verhandlung unterbrochen. Der Vorsitzende eröffnete die heutige Verhandlung im Sklarek- Prozeß mit der Mitteilung, daß Leo Sklarek ihm gegenüber über Sopsschmerzen und eine schlaflose Nacht geklagt habe, was vielleicht aus den kürzlich erlittenen Autounfall zurückzuführen sei. Aus diesem Grunde habe er. der Vorsitzende. Medizinalrat Stürmer benachrichtigen lassen, der Leo Sklarck ans seine verhandlungssöhigkcit untersuchen soll. Leo Sklarek erklärte selbst, daß er sich zwar nicht wohl fühle, ober verhandlungssähig sei und keinen Arzt brauche. Dann entspann sid) ein längerer Streit zwischen den beiden Derteidigergruppen über die Erklärungen des Stadtbankinspektars Hoffmann aus der vorigen Sitzung. Rechtsanwalt Dr. N ü b e l l: Hoffmanns Erzählungen über Direktor Brplat stimmen nicht. Direktor B r o l a t hat sich an mich gewandt und erklärt, «r sei niemals mit H o s s m a n n bei der E i n- weihungsfcier des 5iaules von Leo Sklarek zu- sam mengewesen, und er bestreite serner die angebliche Aeußc- rung:„Ich habe den- Jungen so lstb, daß Ich ihm einen Kuß geben möchte."..Direktor Brolot hat auch nicht in Gegenwart von Hoff- mann übe? geschäftliche Dinge mit den Gebrüdern Sklarek gc- sprachen.— 5) o s s m a n n: Die Ausführungen, die ich gemadzt habe, stimmen doch. Brolat stand»eben mir und hat die Aeußerung getan. Ich kann mir doch eine derartige Sadze nicht aus den Fingern saugen. Leo SUarek hat mir aud) von der bevorstehenden Üniformieeung des Autobus- und Hochbahnpersonals erzählt, von der er doch mir durch Brolat wissen konnte. Er hat gesagt, daß er die Aufträge dafür bekommt.— Rechtsanwalt Bahn: Zur Klärung dieser Widersprüche beantrage ich, Direktor Brolat zu laden.— Als dann Rechtsanwalt Dr. Pindar dem Stadtbankdirektor 5zofsmam, den Borwurf machte, daß er sich wie ein Banklehrling benommen habe, sprang Hoffmann erregt auf und rscf:„Ich kann das nicht mehr alles über mich ergehen lassen. Die Verträge der Sklareks mit der Stadt waren doch die Unterlagen der Kredite. Sie waren doch mit Verträgen gepflastert." Inzwischen war Medizinalrat Stürmer erschienen, und die Verhandlung wurde zun, Zwecke der Untersuchung Leo Sklareks auf kurze Zeit unterbrochen. Rad) Wiedereröffnung erstattete Dr. Stürmer sein Gutachten dahin, daß Leo Sklareks Klagen über Kopfschmerzen usw. berechtigt seien, daß sich diese Unpäßlichkeit aber bald werde beheben lassen. Die Verhandlung wurde dann auf 25 Minuten unterbrachen, und Leo Sklarck begab sich mit Medi- zinalrat Stürmer in dessen Wohnung, um die Medizin einzunehmen. Nach einer halben Stunde wurde dann die Sitzung wieder fort- gesetzt. Man erörterte die Wechselgeschäfte der Sklareks mit der Staütbank, wobei der Vorsitzende aus der Anklage seststelUe, daß die Gefälligkeitswechsel einen Gesamtbetrag von 17 ks Millionen erreichten, von denen 15's Millionen von der Stadtbank diskontiert wurden. Leo Sklarek lehnte dafür sehr aufgeregt die Verantwortung ab und rief: Wir sind nicht imstande, jemand um einen Groschen zu betrügen. Ich hätte mich auf die Schweinereien, wie sie Max gemacht hat, nicht eingelassen. Wir haben doch nicht gestohlen. Vors.: Na, dann sagen wir Betrug, wie die Anklage es nennt. Leo Sklarek: Das Geben von Gefälligkeitswechseln ist doch kein Betrug. Das ist doch bei der Kausmannschajt sehr eingerissen. Im übrigen hat ja Stadtbank- direktor.Hoffmann gewußt, um was es sich handelte. Dos er das bestreitet, ist ja sein Recht als Angeklagter. Sozialistische Arbeiterjugend. Arbeitsplan für Frühjahr 1962. Der Verband der Sozialistischen Arbeiter-Jugend Deutschlands gibt das Arbeitsprogramm für Frühjahr 1032 bekannt. Voran steht die Reichsschulungsaktion in, Februar unter dem Gesamtthenia „Sozialistische Arheiter-Jiigend in, Kampsjahr 1932". In allen Be- zirken werden nach einen, feststehenden Kursusplan die Funktionärs dos Verbandes zu Tagungen zusan, mengerufen, die jedesmal von Freitag bis Sonntag dauern. Ferner ist eine große Verjammlungs- und Kundgebmigsaktion geplant, diese trägt die Losung:„Für Aölkerfrieden und Sozialismus" und soll dazu dienen, im Ansehen der kommenden Abrüstungskonferenz eine brette Belegung für Völkerverstäiiiigung und Weltfrieden auszulösen. Für den Monat März wird elir« großangelegte Reichpwerdung vorbereitet. Die Bezirks- und Landesjugeirdtage des Verbandes finden Pfingsten 1932 statt. Die Kommunalpolitik der Nazis. Die von der Kümmunal- politischen Zentralstelle der Sozialdemokratie herausgegebene Pro- schüre über die Nazi-Konunuiialpolttik, die wir bereits anzeigten, ist im Verlag I. H. W. Dictz erschienen. Verbilligung des Verkehrs. Mitteilungen des preisdittators. Der Reichskoinrnissgr für Preisüberwachung zählt in einer Mit- teilung eine lange Reihe von Großstädten im Reiche apf, die ab Neujahr ihre Lcrkehrstarife um durchschnittlich zehn Prozent, die Zeitkarten, Arbeiterfahrscheine usw. noch stärker verbilligen. Das gleiche wird auch von den Elektrizitätstarifen gemeldet. Ueberall ist die Verbilligung der Verkehrstarife an die Bedingung einer entsprechenden Ermäßigung oder Aushebung der Beförderungssteuer' geknüpft. Brotverbilligung für die Erwerbslosen. Die gestern beschlossene Brotpreissenkung in Berlin hat neue Verhandlungen zwischen dem Zweckverband der Bäcker- meister und dem Magistrat über die Verbilligongsattion für die Erwerbslosen notwendig gemacht. Bisher, nämlich bei dem normalen Brotpreis von 50 Pfennig, erhielten die Erwerbslosen eine Ermäßigung von 4 Pfennig. Durch die jetzt eingetretene allgemeine Brotpreissenrpng wollen die Bäcker dem Magistrat bei der heute beginnenden Verhandlung vorschlagen, den Erwerbslosen auf den neultn Brotpreis eine Ermäßigung von 2 Pfennig zuzubilligen, so daß sie dann das Brot für 43 Pfennig erholten würden, also um 3 Pfennig billiger als bisher. Anschläge aus tschechische Schnellzüge. Steinbarrikaden auf den Schienen. Prag, 30. Dezember.(Eigenbericht.) 3n der Nähe der Slallou Olmütz wurden am Dienstag innerhalb weniger Stunden gegen zwei internationale Schnellzüge Anschläge verübt. Der Schnellzug W a r s ch a u— O l m ü tz. der gegen 3!� Uhr morgens in Olmütz eintrifft, fuhr kurz vpr der Einfahrt in die Station üher einen größeren Htein Hausen. Um 1» Uhr nachmittags fuhr der Schnellzug Prag— Oder- bc rg in der Nähe von Olmütz ebenfalls auf eine Sicinbarrikade. Stur durch den Umstand, daß der Lokomatioführer das ziemlich große Hindernis im letzten Augenblick bemerlte und mit aller Kraft bremste, war es zuzuschreiben, daß ein schweres Unglück vermieden wurde. Erst nach einem Aufenthalt von% Stunden, die zur Be- seitigung der Steine benotigt wurden, konnte der Zug seine Fahrt sarlsetzen. Die sofort eingeleitete Untersuchung hat bisher keine Anhaltspunkte für die Täterschaft ergeben. Lebensgefährlicher Sprii. Sieben Personen nach selbstgebranntem Schnaps erkrankt. Warschau. 30. Dezember. Wie aus Bromberg gemeldet wird, find in der benach- barten Ortschaft I a n o w i tz bei einem Leichenschmaus sieben per- sonen nach dem Genuß von Schuap» unter schweren vergislungs- erscheinungen erkrankt. Drei Personen wurden in hoffnungs- losem Z u st a n d e ins Krankenhaus übergeführt. Die Polizei- lichen Nachforschungen ergaben, daß der Schnaps in einer G c- Heimbrennerei aus gewähnlichem Brennspiritus hergestellt worden ist. Die Besitzerin der Brennerei wurde verhafte! Die Guie-Hoffnungs-Hüiie. Ihr Aome ist Schall ynd Bauch. Oberhausen, 30. Dezember.(Eigenbericht.) Di« Verwaltung der Gitte-Hosfnungs-Hütte hat bei der zustän« digen Behörde vorsorglich den Antrag auf Entlassuag van S50 Berg- arbeilern gestellt. Wenn in den nächsten Wochen keine Besserung der Absatzlage eintritt, dürften die 050 Bergarbeiter End« Januar zur Entlassung kommen. Diese Gute-Hoffnungs-Hülte hat schon so viele Arbeitexhosf- nungen enttäuscht, daß bei ihr wenig mehr zu hoffen übxig bleibt. Schweres Einsturzunglück in Genua. Rom. 30. Dezember. Leim Eivsturz eines sechsstöckigen Neubaues in Genua-Eoc- nigllano wurden sieben Arbeiter verschüttet. Nach schwierger vergungsarbeit. die die ganze Nacht Wer dauerte, konnten die sieben Verichüttsteu nur uzch als Leichen geborgen werden. Zm oberschlesischcn Steinkohlenbergbau hat der Schlichter die Löhne ab 1. Januar bis 20. April um 10 Proz. gekürzt. Sozial- Zulagen wurden oerschont. Für das Waldenburger Revier ist die gleiche Entscheidung getroffen worden. Ltebersall auf Kohlenhändler. Niedergeschlagen und geknebelt.— Geldschrank geplündert. Dos Opfer eine- lleberfolls wurde geskern abend der 6$ liahre alle Kohlenhändler Walter Wendl aus der Kleinbcerenstrohc II. 2laf seinen, Platze mar er gegen 7 Uhr im Sonior mit dem Ab. rechnen beschästizt, als drei Männer erschienen, die angeblich noch etwas kaufen wollten. Der alte Mann ließ die Männer ein. Kaum hatten sie das Kontor betreten, als sie auch schon über den alten Mann herfielen, ihn gn Boden schlugen und ihn fesselten. Dann machten sie sich an den Geldschrank heran, der offen stand, ent- nahmen 24l) Mark und flüchteten. Der Kohlenhändler war eine Zeitlang bewußtlos und erholte sich erst nach geraumer Zeit. Dann gelang es ihm, sich von feinen Fesseln zu befreien. Gegen'iö Uhr abends kamen seine Angehörige!,, die ihn bereits vermißt hatten. Der alte Mann konnte aber vor Schreck kein Wort herausbekommen und ging demzufolge erst heute früh zum nächsten Polizieremcr, um Anzeige zu erstatten. Der Tod des Gchneidergesellen. Ein ungeklärter Leichenfund. Ein ungellärtcr Lcichenfund rief die Reserve.Mordkommission nach der B a c r w c-, d st r a ß e 5 0. Der 30 Jahre alte Schneidergeselle Paul Schramm wurde heute früh mit einer schweren Kopfverletzung tot aufgefunden. Schramm war bei dem Schneidermeister Ulrich in Stellung. Dieser suchte heute morgen vergeblich seinen Gesellen und als er auf dem Flur die Toiletten- tür öffnete, fand er Schramm zusammengebrochen als Leiche vor. Das Gesicht war blutüberströmt. Wie sich der junge Mann die Verletzungen zugezogen hat, ist bisher noch nicht geklärt. Ein Vor- brechen liegt anscheinend nicht vor. Einbruch in ein General-Konsulat. Einbrecher drangen in der vergangenen Nacht in das G e. neralkonsulat von Nicaragua in der Nyllendorf- straß» 21 ein. Hausbewohner hörten die Diebe und alarmierten das Ueberfalllömmando. Die Einbrecher flüchteten und entkamen. Anscheinend handelt es sich nur um Bürodiebc, die es auf den In- halt der Schreibtische und Schränke abgesehen hatten. Wieviel ge- stahlen ist, kann zur Zeit vom Konsulat noch nicht angegeben werden., Selbstmord eines Apothekers. Der Apotheker Oskar Friese, Inhaber der Wilhelm'. R a>. b c- A p o t h e k e in M a r i e n d o r f in der Schönebergcr Straße, hat sich mit Veron al vergiftet. Infolge wirtschaftlicher Sorgen— er sollte im Januar sein Geschäft verlassen— hatte er bereits vor einigen Wochen versucht, sich mit Gas zu vergiften, wurde aber damals von Samaritern der Feuerwehr gerettet. »Die Verantwortlichkeit Aller.' Di« Jeffing-. Hochschule kündigt für Januar einen groß angelagien Vertrags-Zyklus an unter dem Titel„Die Verant- wortlichkeit aller": in einer Reihe von sechs Vortragsabenden sollen die Verbundeich eit und Verknüpfung der einzelnen Berufs- gruppen untereinander und mit der Gesamtheit zur Darstellung gelangen. und zwar werden behandeln: Eberhard Graf n o n A a l ck- r euth, der Präsident des Reichslandbundes. das Thema:»Der Landwirt": der Gewerkschaftsführer Genosse Theodor L e i p a r t:„Der Arbeiter": Geheimrat Dr. Fritz Demuth von der.Fandelstommer:„Der Kaufmann": Dr. Oskar M u l e r t, der Präsident des Deutschen und Preußischen Städletages:„Der Beamte": Walter von Molo:„Der Schriftsteller"; General- lcutnant a. D. Horst von M e tz�s ch:„Der Soldat". Die Vortragsreihe findet im Festsoal des Schünebcrger Rathauses statt und beginnt am Montag, 18. Januar, abends 8 Uhr. Nähere Angaben sind in dem neuen Vorlefungsprpgrainm der Lessing.Hochschule ent- hylten, das durch das Sekretariat, Berlin W. S2, Keithstraße 11, erhältlich ist. Ausstellungen der Slaallicheu Museen. Koiser-Friedrich- Museum: Neuerwerbungen der Gemäldegalerie und alz Leihqobe: Aclbert Cupp. die Maos bei Dordrecht. mittelalterliche Goldmünzen. Sonderausstellung: Meisterwerke der Bildniskunst.— Kupferstich- tabinett: Meisterschaft und Mitteln, aß in der Zeichentunst. Die Meister der„Brücke"<190«,— ISZI): E. Heikel. E. L. Kirchner, O. Müstcr, M. Pcchstein, Ä. Schmidt-Rottluff.— Deutsches Museum: Zeichnungen von Albrccht Altdorfer und Wolf Huber.— Museum für Dölkerkunde: Chinesisches Porzellan(Sammlung E. und I. Baerwald).— Staatliche Kunftbibliothek: Deutsche Lolkstypen und Volkstrachten in photographischen Aufnohn, en von Hanp Reg- laff.— Im Lichthcf(Prinz-Albrocht-Str. 7): Ergehnisse des neuen Zeichen- und Werkunterrichts an höheren Schulen(Beginn Iß. Jamtar). Erich Steuer gestorben. In Eich wolde verstarb der frühere Stodsrat Genosse Erich Steuer nach langem und schwerem Krankenfagcr im 54. Lebensjahre. Erich Steuer,«in gebürtiger Berliner, erlernte das Stukkateurhandwert und ging vom 17. bis 20. Lebensjahr auf Wanderschaft. Nach Beendigung seiner Militärzeit sch'oß er sich der Partei an. Sieben Jahre war der Verstorbene Vorsitzender des Wahlvereins in Johannisthal. Im Jahre 1920 wurde er zum besoldeten Stadtrat des Bezirksamts Treptow gewählt. Im Jahre 1924 schied er aus dem Bezirksamt aus und wurde Bezirksverordneter im Verwaltungsbezirk Treptow. Vollsbühne. Die Silvcstervorstellung der„Großherzogin von Gerolstein" beginnt um 7 Uhr. 51. Abt. 2. G r u p p e 1 Unser langjähriges Mitglied, Genosse Aizdreas B l o h in o n>,, Sophie-Eharlotte-Straße 101, ist verstorben. Ehre seinem Andensen. Einäscherung Donnerstag. 31. Dezember, vormittags 10M Uhr. Krematorium Wilmersdorf. Zahlreiche Beteiligung wird erbeten. Das Kulturtheater in Gefahr! Eine Mahnung der Gewerkschaften Der Beschluß der preußischen Regierung, die Staats- theater in Wiesbaden und Kassel und das staatliche Schiller-Theater in Barlin zu schließen, wird angesichts der Krise nicht vereinzelt bleiben. Man muß damit rechnen, dag im Lause des nächsten Jahres in Deutschland eine ganze Anzahl Theater geschlossen werden. Angesichts der wirtschaftlichen und finanziellen Katastrophe wird inan auch härtesten Matznahmen nicht immer ausweichen können. Die Schließung einer Reihe p ä d a- gogischer Akademien(denen entsprechende Maßnahmen bei den Untoersitäten nicht gegenüberstehen), die Schüler und Lehrer stark hemmeichen Ersparnisse im Schulwesen haben bereits gc- zeigt, wie einschnechend die Not der Zeit aus das Kulturniveau drückt. Es ist keine Frage, daß man derartige Härte» hinnehmen muh, insofern sie eine Notwcichigkeit sind. Innerhalb dieser Notwendig- leiten aber ist zu fordern, daß bei den Ersparnissen am Kulturetat gerecht verfahren wird und daß vor allem, soweit es sich um An- gelegenheiten der Kunst handelt, stets gegenwärtig bleibt, daß das Volk in semer Gesamtheit Anspruch auf diese vom Staat unterstützte Kunst hat. In einer Zeit, in der mtt dem Pfennig gerechnet wird uich in der die Masse des Volkes die größten Opfer bringt, mehr dem, je. Es ist deshalb durchaus berechtigt, wenn man sich in Gewerkschaftskreiscn fragt, ob nicht die erwähnten Theater vom preußischen Staat hätten geholten werden können, wenn man sich endlich mit Energie dazu entschlossen hätte, in der Berliner Staatsoper sparsamer zu wirtschaften. Hier walten noch wie vor trotz der Finanznnt des Staates vier General- Musikdirektoren ihres Amtes, die offenbar Zeit genug finden, auch mährend der Saison ausgedehnte Gastspielreisen zu unternehmen. Aehnlich verhält es sich mit den Solisten. Zu prüfen wäre weiter, ob nicht auch beim Vcrwaltungsapparat erhebliche Zusammen- legungen erfolgen könnten. Auäz bei den kommunalen Theatern ist nicht immer ratio- nett gewtrtschaftet worden. Aber hier sind für das Rechnung-- fahr 193l/32 bereits sehr starke Abstriche erfolgt(teilweise bis zu 50 Proz. der Zuschüsse), so daß wohl die unterste Spargrenze erreicht ist. So sclbstoerstättdlich es ist, daß die Gemeinden tn erster Linie für die Wahlfahrtserwerbslosci, zu sorgen haben, so bedenklich wäre es doch, aus einer Panikstimmung heraus das deutsche Kultur- theater einfach zugrunde gehen zu lassen. Wer Erwerbslosen- Vorstellungen besucht hat. der weiß, was das ernste Theater für das Volk bedeutet. Die geistige Krise des Theaters hat thrc Wurzel viel weniger im Volkscheater als in dem modernen Aniüsicrtheäter. Versagen sich Staat und Ko m M U n e n diesem Volkstheater, dann allerdings besteht die Gefahr, daß vom Theater nichts übrig bleibt als der ungeistige Amüsier- und Kassen- betrieb. Hier darf der Abbau die Grenze einer notwendigen Ratio- .nalisierung nicht überschreiten. Wenn Staat und Kommunen aus einer Zuschußgabc an die Theater das verpflichtende Recht herleiten würden, auf eine ernste Spielplangcstaltiing und darauf zu drängen, daß die Kunststätten noch mehr als bisher in den Dienst der großen sozialen Aufgabelt dieser Zeit gestellt werden, dam, wird niemand bezweifeln können, daß diese Zuschüsse nicht minder ü, den llkotetst gehören wie der Etatpostcn für eine Staatsoper Unter den Lindei,. deren künstlerische und repräsentative Aufgaben nicht ohne Rücksicht auf die Notlage durchgeführt werden können. Entlassung am Hessischen Landestheoter. Amtlich wird gemeldet: Die Verwaltungsron, Mission des Hessischen Landes- thcaters teilt mit, daß sie sich nach eingehenden Feststellungen genötigt gesehen habe, aus wichtigen Gründen den Vertrag mit dem Regisseur des Hessischen Landestheaters in Darmstadt Renata Mordo mit sofortiger Wirkung zu lösen. Die Fledermaus. Eapitol. Das Libretto der Straußichen„Fledermaus" erscheint veraltet. Es ist der Ausdruck einer gesättigte», mit sich zufriedenen Bürger- lichkeit, die nicht mehr existiert. Darüber breitet die Musik einen kostbaren Mantel. Entfernt man diesen Mantel, so bleibt eine spielerische Angelegenheit non gestern übrig. Der Film löst die Form der Operette auf. Er schafft ein Lustspiel, in dem sich die Gesangseinlagen organisch aus der Situation ergeben. Das Musikalische beschränkt sich auf eine Reben- rolle. Manche reizvolle Melodie geht verloren. Diese Art der Verfilmung, bei vielen Operetten angebracht, ist hier falsch, da es bei der„Fledermaus" in erster Linie auf die Musik ankommt. Die Regie gibt die'Atmosphäre der Makortzeit: Ueberladen« Wohnungen, Theaterdekoration der Festiäle, Rüschen und Bänder aus den Jrauenkleidern. In diesen Dingen leistet der Regisseur Carl Lamac beachtenswerte Arbeit. Auch das Fest. beim Prinzen Orlowsky hat Bewegung und Steigerung. Ueberhaupt findet man hübsche Einzelheiten, aber das Ganze kommt zu schwersällig in Gang. Es fehlt der prtckelndc Reiz. Die Witze zünden selten. Dabei gute Schauspieler wie Alexander, Junker mann, S i m a und P c t r o wi t s ch. Anni O n d r a ist die echte Operetten- Adele. Unzureichend dagegen die Rasalindc und der Gesangslehrer Alfred. F. Seh. Berliner Kunstausstellungen. „Wir bitten um Ihr Preisangebot." Die Porza hat über Weihnachten besonders ansprechende Formen für ihre Vermittlung zwischen Künstler und Publikum gefunden. In einen, Laden, Potedamer Straße 90, stellt sie Aquarelle in, Werte von 5 bis 100 M. zum Verkauf; der Erfolg ist überraschend groß gewesen. Und im„Deutschlandhaus" am Reichs- kanzlerplatz hat sie in den leerstehenden Porterreröumen eine Auz- stelliiNci vorzüglicher Arbeiten veranstaltet, zu denen dos Publikum selber Kaufangebote in beliebiger Höhe machen soll. Es wäre gut, wenn dieser fruchtbare Gedanke breitere Anwendung bei Aus- ftestungen gewinnen würde: so wäre die Kluft zwischen dem Bcr- mögen der Käufer uni> den viel zu hoch getriebenen Preisen unserer Künstler auf die beste Art zu überbrücken. Die Ausstellung der Porza enthält eine Reihe ausgezeichneter Bilder, Zlquarellc und Kleinskulpturen, von denen Hoser, Klee, Otto Schorf, Nolde, Groß, Barlach, Milly Steger hervorgehoben seien. Bei Gurlitt(der nach Matthäikirchstraße 27 übergesiedelt ist) findet man eine ganze Anzahl durch ihre preziöse Originalität anziehende Künstler. Sehr interessant die aus Prinzip torsohaftsn Martnorbildnereien Erich Stephanis, von einer schönheits- trunkenen Süße, die heute erstaunlich überzeitlich wirkt: verblüffend die kühle Romantik der raumweiten. scharf ziselierten Landschaften von H. von Reyl-Hanisch. Gegenwärtiger ist die ungestüme Skizzenhaftigkrit des malerisch sehr begabten Manfred Pähl: ihr Gespenstisches ist wenigstens Gespenst von heute und morgen. Die in ihrer Kindlichkeit ziemlich absichtsvollen Illustrationen von Schäl er-Ast wirken bei so massenhaftem Auftreten etwas fatal: die Klein-Apritz-Attitüde, von Oberländer seinerzeit sparsam und genial verwendet, bekommt alz alleiniges Darstellungsprinzip einen leicht holzigen Geschmack. Endlich bei Nicrendorf ein interessanter Zögling der Münch und Nolde: A. Budczies. Wüßte man nichts von den persön- liehen Verhältnissen des Mannes, so würde man in ihm einen jungen begabten Maler vermuten, er sich i» der Sphäre der Bahnbrecher von 1910 bewegt. Seine ruhevolle Sicherheit in, Uebertragen der Natur in ein malerisches Ausdruckssystem spricht für eine ausgereifte, ihrer selbst und ihrer künstlerischen Mittel bewußte Persönlichkeit, die echt und sympathisch wirkt. Faul F. Schmidt. „Oer unbekannte Gast." if.-T. Kursursiendamm. Selbst wer von vornherein den Film nur als seichte UiUerHoüung betrachtet, hat das Recht, sich nach dieser Uraufführung zu entsetzen. „Anne Leute tragen schlecht sitzende Kleider und förmen sich bei Tisch nicht benehmen," um diese„Weisheit" einem hochverehrten Publik un, zu servieren, wird ein ganzer Film gedreht, özöke Szakoll ist dieser unbekamüc Gast in, vonuchmei, Haus, der sich für den Pater der Haussraü hält, weit seine Tochter, das. Stubenmädel der Gnädigen, ihm eine reiche Heirat vorichwindolie.' Ader bewußte Tochter bat nicht den Herrn des Hauses, sie hat wir seinen Chauffeur geheiratet. E. W. En, o nennt sich der Regisseur dieses Films. Don einer Regiearbeit ist nicht das allergeringst« zu bemerken. Den Darstellen, steht auch nicht der Sinn nach irgendeiner Leistung und Lud« Englisch, Hilde H i l d e b r a n d t, Senta S ö n e l a„ d. Kurt Vesper- in a n n, Hans Brausewetter und Oskar S i m a sind nur Statisten im, Szöke Szakall. Der jedoch wird derartig in den Border- grund gedrängt, daß man sich den Schauspieler nach den ersten Szenen schon gründlich übergesehen hat. In Deutschland haben wir unzählige brachliegende Kraft«. Mit Talenten können wir die Straße pflastern, aber die Filmindustrie gibt diesen künstlerisch empfindenden, ideenreichen Menschen keine Arbeit: sie will nach wie vor ein Geschäft mit der Schablone machen. e. b. Die pariser Oper im Rundfunk. Die Pariser Rundsunkleitung konnte sich für die lausende Saison zehn große Uebertragungen au» der Opöra-Comique sichern. Bisher wurde nur aus dem Odöon-Theater übertragen. Es sind auch Verhandlungen in, Gange, weitere Theater der Seinestavt in das Programm aufzunehmen. Em Sachverständigenkomitee im internat, analen Institut für geistige Zusammenarbeit unterbreitet dem Pölkerbundstomitee für Literatur und Kunst das Projekt eines internationalen Verzeichnisses der Schallplattensammtungen. Es schlägt ferner die Schasstmg von nationalen Phonotheken, die Ausarbeüung eines Auetiufch systems zwischen diesen und einer Zusaminenarbcit Mit Rund- suntseniungen und vis Anwendung der Schallplatte bei der musika- lischen Erziehung und der Erwachsenenbildung vor. Rückgang der Filmproduklion. Bis August stieg die Film- Produktion. Seither ist eine immer stärker werdende Stagnation eingetreten. Im November und in den ersten Dezemberwochen ist die Uraufführungsziffer ständig gesunken. Weiler sür Berlin. Zeitweise Aufheiterung bei mäßigen nördlichen bis nordöstlichen Winden, Tagestemperaturen nahe bei Null. Nachts mäßiger Frost, vereinzelt»och Schneefäll«.— Jiir JJtrlfdj- inni). Besonders im Alpenvorland und in den Mittelgebirgen noch Schneefälle. Sonst Bewölkungsabnahme und Verschärfung pes Frost-». in 6oo Meyer- Filialen Keine Feier ohne Meyer H«'"* Gireikakiion im Ruhrgebiet? Wie ihr begegnet werden kann. Es�ev, 3V. Dezember. Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" berichtet in ihrer heutigen Morgenausgabe in großer Aufmachung über kommunistische Streik- Vorbereitungen. Der„Zentrale Kampfausschuß" der KPD. propa- giere in einem Aufruf einen Massenstreik in den Betrieben mit Unterstützung der� Erwerbslosen, der Wohlfahris- und Notstands- arbeiter auf breitester Basis. Dem Aufruf fei ernste Bedeutung bei- zulegen. Zur Vorbereitung des Streiks feien alle kommunistischen Organisationen alarmiert, ein Kurierdienst eingerichtet worden, die Kampsausschußmitglieder seien in Funktion, illegale Quartiere und Deckadressen seien vorbereitet. Am Abend des 1. Januar soll noch eine Alarmsitzung aller revolutionären Organisationen zum Zwecke der Ueberbringung der letzten Anweisungen abgehalten werden. Der eigentliche Streik soll wahrscheinlich am 2. Januar beginnen. Es soll versucht werden, mit Hilse der Erwerbslosen und der steigenden Zahl der streikenden Belegschaftsmitglieder in den darauffolgenden Tagen die Streikfront zu erweitern Besondere Aufmerksamteit soll der Arbeit inner- halb der freien und der christlichen Gewerkschaften gewidmet wer- den, die man für den Streik gewinnen will. Das alles ist an sich nichts Neues. Wenn es auf die KPD. und ihre NGO. allein ankäme, dann hätten wir jeden Tag an allen Ecken und Enden Streiks. An Arbeitslosen zum Streikpostenstehen und zur„Verbreiterung der Streikfront" fehlt es wahrlich nicht. Allerdings fehlt es im Ruhrgebiet nicht an Mißstimmung, zumal bei den durch die jüngste Notverordnung in ihrem Arbeits- cinkommen besonders hart betrosfenen Bergarbeitern. Die ruhige Ueberlegung, daß ein Streik unter der bekannten„siegreichen Führung der NGO." weder die Krisenvcrhältnisse wenden, noch die Notverordnung beseitigen, die. Bcrgarbeiterlöhne verbcsiern könnte, kann bei den Unorganisierten vor allem sehr leicht der Verzweif- lungsstlmmung weichen, daß es so nicht weitergehen kann und irgend etwas geschehen müsse. Die KPD. nützt den Unmut der Arbeitslosen und die Verärgerung der Bergarbeiter nach besten Kräften für ihre Zwecke aus. Doch ein Streik kann außer der Wirkung eines starken Protestes gegen die Ungunst der Verhältnisse keinen Erfolg haben. Eine Verkleinerung der Kohlenberge wäre den Zechenherren recht willkommen. Die Arbeitslosen können wohl bei den von der KPD ersehnten polltischen Masienstrciks mitwirken, einen Wirtschaft- lichc-n Streik können sie nicht führen. Die noch Arbeitenden aber überlegen es sich immerhin, bevor sie ihre Arbeit aufgeben und wochenlang hungern sollen, ehe sie Unterstützung bekommen. Die JAH.-Brote reichen nicht aus, Streikunterstützung aber kann die KPD.-RGO. nicht zahlen. Wenn wir nach allem der Strcikmache nicht die Bedeutung bei- messen wie die„Rheinisch-Westfälische Zeitung", so möchten wir denn doch über deren Leserkreis hinaus dem gesamten Unternehmertum in Nordwest dringend empfehlen, den Ursachen, die zu einer größeren Streikbewegung führen können, soweit als irgend möglich zu begegnen. Das Unternehmertum an der Ruhr hat den Bogen feit Jahren allzusehr gespannt. Mit der Herbeirufung von Uebcrfallkommandos gegen Flug- blattverbreitcr ist's nicht getan, auch nicht mit der Beschlagnahmung von Flugblättern und der Festnahme einiger Flugblattoerbrciter, die erwischt werden. Die Zeche W c st h a u s e n, bei der die zur Verhinderung der Flugblattverbreitung eingesetzten Beamte» bedroht wur- den und von der Schußwaffe Gebrauch machten, ist nicht die einzige Zeche im Ruhrgebiet. Eisenbahner üben passive Resistenz. Wien. 30. Dezember. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen über das Bundes- bahnen-Sanierungsgesetz, das ein« einschneidende Kürzung der Person albezüge vorsieht, hat die Deutsche Verkehrs- gewerkfchaft ihre Angehörigen zur passiven Resistenz auf der Strecke Wien— Bregenz aufgefordert. Die passive Resistenz auf dieser Strecke ist als Einleitung wei- terer Maßnahmen gedacht, falls sie unbeachtet bleiben sollte. Die Geschäflsslellen des Orlskartells Berlin und des Bezirks- kartells Brandenburg des Allgemeinen freien Aiigcstclltenbuiides. Engclufer 24/25, bleiben von Donnerstag, 31 Dezember, 13 Uhr, bis einschließlich Sonntag, 3. Januar 1932, geschlossen. Bcrantwortl. füc die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlins Anzeigen: Td. Glocke Berlin. Verlaa: Normärts Berloq S. m. d. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Bucki. d ruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin£3 68, Lindenstr. S. Hierzu 1 Beilage. M AdQlf 00080 ilhnmanhon itnil.liniioSion Uhrmacher und üuiuelier nw 40, Ait-moabit m, Tei.noabit 6272 Reichhaltiges Lager in Uhren, Juwelen. Gold-, Silberwaren und Bestecke. Preiswerte Geschenkariikel für jede Gelegenheit. Reparaiurwerkstaif für Uhren und Goidwaren, erstklassig und billig Tasehen-I lipen. A rmbami-l lireu Wecker... Salun.L'hrcn � Für alle Waren vird Garande geleistet. ASCHINGER Für SILVESTER Punsch, Wein, Sekt billigst von ASCHINGER und ASCH INGERS ff. Silvester- Pfannkuchen in Kartons verpackt Stadl. Oper Cbarlottenburg dismarcksttaBe 34. Mittwoch, 30. Des. Turnus hl Anfang 20 Uhr Der Troubadour ende gegen<3 Uhr Mk. S.3« :».75 '3.40 as.oo VoiKsbttlme Theater am Bülowplatz 8 Uhr Die GroSIterzogiR von Gerolstein Staat!. Slhiller-Theatei S Uli, Datterich Theater desWestens Täglich 81;. Uhr Silvester 7 Uhr .tarl Jö.'. m in Der Vogelhändler I mm-TiiEaitf Täglich»>., Uhr Silvester 7 Uhr normen �elüs uns gui: Grete Mosheim. Mai Hansen Ordhest.Dafos Üela Rose- mealer in!« fnaklnrter Strak 1J2 (ei.»Hl E 7 3422 6 und 0 Uhr Eine Frau von Format �(5efchäfl$-Jhtseiger (Bezirft füden-Wefien Robert Pommerening Kartoffelhandlung H e i destraße 30 Tel.: C.6. Moabit 3829 ij. 7770 TACO- KrütilanrieuuweriisiBiien G.m.b.». Charioitbg.Schloßstr. 67,Wilh.9223;24 Reparaturen sämtlicher Systeme Filiale TACO-AUTO-DIENST Carl Tanlfenbadi Bln. NW 6, Luisenstr. 31a, Weidm 3933 Bereifung /• Aatoznbchör GroJj'Dampf-Vnlkanisicraiuiall Bandagen~Müller PrlnzenstraBe 43, am Moritzplatx i�. MlHei- lelHei Künstliche Glieder, Gummi- V I Strümpfe, Plattfußeinlagen Eigene Wcrkstott Lieferant für sämtliche Krankenkassen B.Töoi Klischees Galvanoplastlsche Werkstätten K-G.Baum&Co. SW68, Alle jaüobstrafie 144 Telephon; Dönhoff 890— 891 Haben Sie Bedarf in; � HerrenSarderobc(feriüt und vadl Nah). Benifslüelöund. l" flerrenartlHel. Betdisbanner-Aosrfisinng, so empfiebil sidi Fritfz Hamburg Stfedlldz. 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Er sitzt an einem Tisch in- in i t t e n der Schüler. lind wenn der Stadtsäckel noch etwas sür die Schule übrig hatte, so arbeiten die Kinder auch an Tischen. im anderen/�alle haben sie wenigstens die Schützenlinien der Bank- reihen ausjs ist und sitzen in Arbeitsgruppen zusammen. Die Stunde fängt schon anders an. Nicht das Kommandowort kurbell die kleinen Arbeitsmaschinen an:„Ruhe! Wir wollen heute über den Regenwurm sprechen!", sondern die Gruppen sind meistens schon bei der Arbeit, wenn der Lehrer die Klasse betritt, lind nachdem man sich begrüßt Hot, ver- lesen die Ordnungsschüler ihre Protokolle, und schon ist man durch dos Gehörte wieder im gestrigen Arbeitstempo drin. Life steht aus und beginnt mit ihrem sür heute angekündigten Vortrag oder ein anderer fängt die Diskussion über die geplante Arbeit an. Die Arbeitss chule . bestimmt heute das Gesicht der Unterrichtsarbeit. Sic dient dem Schul'' rtschritt, sie bringt neu« Arbeitsjorinen. Mit der Entdeckung neuer schöpferischer Kräfte durch die W e r k b e t ä t i g u n g der Kinder fing es an. Daraus übertrug sich der Grundsatz dckr Selbstbetätigung auf den gesamten Unterricht. Und heute l'--ht sie ihr Problem in der Rationalisierung der Unterrichtsarbeit. Sie will Leistungssteigerung durch sinnvoll« Arbeitsweisen auf der Grundlage der Gemeinschaftsarbeit. Im„Abend" von: 5. November gab ich ein Beispiel der neuen Stofsauswahl: heute einiges über die neue Stoffgestaltung ii' Unterricht einer Berliner weltlichen Schule. Bei aller Beweg- liuzkeit der modernen Unterichtssarm, die sich auf jede sensationelle Zeitungsnotiz sofort einstellen kann, braucht sie wie jede frucht- bringende gesellschaftliche Arbell eine gutdurchdachte Pla- n u n g, welche systematische Stosferarbeitung fordert. Die Kin- der planten also gemeinsam mit ihren Lehrern, was im nächsten .Halbjahr erarbeitet werden sollte. Am wichtigsten erschien allen die Frage:„Wie wird Berlin ernährt?" Zuerst wurde das Thema„Die deutsche Landwirtschast" vorgenommen und später ,:.Dle"Nahrumgsmittelindustrie non Groß-Bertin". �■■''..... ' 9t Big un ZT l» e r p f l i ch t e t! Das sind stofflich betrachtet ungeheure Arbeitsmengcn, die man nicht bewälligen kann(es handelt sich um ein 7. Schuljahr), wenn irwn die Klasse uniform nach der alten Drillmethode exerzieren ivollte. Das schafft man mir mit einer Arbeitsform, welche alle Veranlagungen des Kindes ausschöpit und durch Gemeinschaftsarbeit die Gesamtleistung steigert. Ein« bis ins«in- zellre Unterthema durchdachte Arbeitsteilung ist notwendig. Die Vielhcll der einzelnen Studienarbeiten ergibt die Lösung der ge- stellten Aufgabe. Jeder kann sich nach seiner Neigung ein Thema wählen. Aber diese Arbeit muß er auch konsequent bis zu Ende durchführen, weil sonst ein Sternchen in dem Mosaik des gemeinsamen Werkes fehlen würde. Ohne die Mitarbeit des ein- zelncn kommt das Ganz« nicht zur fertigen Gestaltung. So liegt schon in der Arbeitsform der weltlichen Schule ein wichtiger Faktor zur Gemeinschaftserziehung. Gegenseitige Hilfe ist die elhiichc Grundlage der Älassenarbeit. Kinder mit gleich- gerichteten Themen bilden zusammen eine Arbeitsgruppe. Jeder ist oerpfüchtet, sich sein Arb'eitZinaterial sollst zu besorgen. Der Lehrer steht ihm mit Rat und Tat zur Seile. Das Material wird dann in der Gruppe gegenseitig ausgetauscht. Da es sich dies- mal um die Nahrungsmittelindustrie handelt, wurden erst einmal die Adreßbücher gewälzt, um sestzustellen, was es für Nah- rungsmittelsabrikcn gibt. Da sind dann Briefe zu schreiben, um die Erlaubnis zur Besichtigimg eines Betriebes zu bekommen. Dieses ummittelbare Studium des Produktionsprozesses ist sür die Wirt- ichaitskunde unserer Schicken äußerst wichtig. Die B e s i ch t. i- g u n g erfordert allerhand Lorbereitung. Die betreffende Gruppe hält einen kurzen orientierenden Vortrag und stellt einen Frage- bogen auf, der bei der betreffenden Besichtigung ausgefüllt werden imiß. So ergibt der Besuch eines Betriebes eine Fülle von Ma- terial. Das wird ergänzt durch Bücher aus den Schul- und Bolksbibliothekcn, Zeitungsausschnitte, statistische und iarchographischc Werke. Ein Kind der Klasse hat«ine Z e i t u n g S- ja mm eiste He. bei der laufend alle wichtigen Artikel der Tages- zcitungen abgegeben werden. Bei der Bearbeitung eines neuen Themas sind dann die dicken Mappen eine Fundgrube modernsten Arbcitsmaterial«. Strasse Organisation und Arbeitsdisziplin sind Voraussetzung für die Duräzsührung dieser Arbeitsform. Aus dem Gebiet der einzelnen Stndicnarbeiten wer- den von den betreffenden Kindern Dorträge gehalten. Besonders beliebt sind Lichtbildernorträge. Die Diskussion er- gänzt dann stofflich die Arbeit. Wenn jeder eine Niederschrift seiner Snrdianarbeit angefertigt hat, gibt es Stunden„st i l l e r B e- fchäftigung". Innerhalb der Gruppe gehen die Arbeiten von einem zum aiüdsren. Mit chilfe der Fachschriften und des Wörter- buchcs werden die Arbeiten auf ihr« sachlich« und orthographisch- grammatische Richtigkeit geprüft Beim Borlesen wird die Arbeit von der Kritik der Klasse stilistisch geseilt. Die Reinschrift geht dem Lehrer zur endgültigen Korrektur und Beurteilung zu. Ein« zweite Reinschrift wird dann für die Sammelmappe mit Zeichnungen, Photos und Statistiken ausgestartet. Dauernde Selbstkontrolle und Gemeinichaftskontrolle sind- der besondere Wert dieser Arbeit?- form. Es ist unmöglich für. den Fortgang der gemeinsamen Arbeit, daß jemand faulenzen kann, weil innerhalb der Gruppe oder sonst- wie in der Klassenarbeit eine Lücke entstehen würde. Für die schriftlichen Arbeiten und Vorträge sind Termine einzuhalten, die von den Ordnungsschülern kontrolliert werden. Diese Kon- trollbogen geben am Schluß genaue Auskunft Über das Arbeits- t« in p o und die Arbeitsdisziplin des einzelnen Schülers und bestiminen automatisch die betreffenden Eintragungen in den Arbeitsbericht(Zensur). Ist aber trotzdem ein Faulenzer dabei, so wird einwandfrei der Beweis seincr Faulheit zu erbringen sein. Wöchentliche Bericht« au die Eitern werden den Ehrgeiz und die Arbeitslust in den meisten Fällen wieder mobilisieren. Ist das nicht möglich oder ergibt sich der Nachweis der Unfähigkeit, so muß das Kind Ostern aus der Arbeitsgemeinschaft aus- scheiden. Dabei ergeben sich kein« Schwierigkeiten(verletztes Ehrgefühl, beleidigtes Rechtsempfinden), weil aus der Gcmeinschafts- arbeit sich die Notwendigkeit des Sitzenbleibens ergeben hat. Kulturpolitik und Arbeitsform. Besondere Bedeutung hat diese systematisch durchgeführte Selbst- und Gruppenkontrolle bei der Uebung der Kulturtechniken (Lesen, Rechnen, Schreiben usw.). Doch darüber ein andermal aus- führlicher. Heute nur soviel: die Kullurreaktion, die der modernen Volksschule, namentlich der weltlichen, feindlich gegenübersteht, weil sie die überalterten Weltanschauiingeideale nicht mehr sinnlos paiikr. sondern die Kinder zu freien aktiven Menschen erzieht, will ihr da- durch iiiimer etwas am Zeuge flicken, daß sie nachzuweisen versucht, daß die L c i st u n g e n im R e ch n e n, L e s e n u n d Schreiben gegen die Vorkriegszeit naäzgelassen hätten. Zugegeben, daß es auch nial schlecht arbeitende Lehrer und Klassen gibt, aber es ist üble Nachrede, das auf alle Volksschularbeit zu Übertragen. Man braucht nur die Eltern zif fragen, um sestzustellen, daß die Kinder gern in die modernen Schulen gehen und daß sie deshalb auch mehr arbeiten. Und gerade die Volksschulen, die es ernst meinen mit der'Ausbildung der Arbeiterkinder, müßten ja ihren Sinn verlieren, wenn sie die elementarsten Anforderungen unserer Zeit nicht genügend berücksichtigen würden. Nein, umgekehrt ist es, trotz Schulabbau und Notverordnungen: die sortschrittliche Volksschule setzt ihre ganze Kraft ein. um die wissenschaftliche Ausbildung und technischen Fertigkeiten des Arbeiterkindes zu verbessern: denn das Tempo des gesellschaftlichen Fortschritts hängt sehr davon ab. wie die Arbeiterkinder für ihren späteren Existenzkampf in der Schule ausgerüstet werden.* Adolf Hauerf. Mein kmö tmllgcschlagcn werden! Lall ich deshalb schlagen? Wenn man sich gegen die Prügelstrafe äußert, pflegen uns die Mütter meist den Einwand entgegenzustellen: Mein Kind will ge- schlagen werden, eine Tracht Prügel tut ihm immer gut. Nachher ist es wie umgewandelt und folgt aufs Wort. Wir wollen uns mit diesen Tatsachen einmal auseinandersetzen, denn daß es sich um Tatsachen handelt, soll in keiner Weise angezweifelt werden. Eigene Beobachtungen weisen uns darauf hin, daß sich manche Kinder Prügel wünschen, und auch wir haben spontane Verändc- rungen an Kindern bemerkt, die Schläge erhalten hatten. Legen wir uns die Fragen vor, die hier wichtig sind: Warum sehnen sich manche Kinder nach einer Tracht Prügel, warum tut sie ihnen— w i e manche annehmen— gut und schlkz�lich',' darf dirf er Erfackg uns in unserer prinzipiellen Stellungnahme beein- flussen?'----------------- Die landläufige Meinung, daß ein„unartiges" Kind sich schuldig fühlt und die Strafe als verdient empfindet, trifft in sehr vielen Fällen zu. Kinder, die unter dem Druck eines Schuldgefühls stehen, werden durch eine Bestrafung seelisch reingewaschen: Die Strafe hebt das Schuldgefühl auf. Manche Kinder leiden dauernd unter starten Schuld- g c f ü h l e n, ohne daß sie selbst oder ihre Umgebung die Quellen dieses' Zustandes kennen. Oft wirken sich hier unbewußte Momente aus, häufig wird es sich auch wohl um Folgen verbotenen Tuns handeln, um eine Umgehung elterlicher Borschriften, die unbemerkt geblieben ist. Der kleine Misietäter— vielfach übrigens auch ein älteres Kind— provoziert dann eine Strafe,„er sucht in der Züch- tigmrg gleichzeitig die Beschwichtigung eines Schuldgefühls" und wird so zum„Verbrecher aus Schuldgefühl"(Freu d). 5)icr wird naturgemäß die Strafe als Erleichterimg empfunden, aber sie bewirkt nicht dos, was sie bezwecken soll, sondern kann Anregung zu neuen Missetaten bieten, hinter denen sich das eigentliche Wesen des Kindes versteckt. Untersuchen wir weitere psychologische Möglichkeiten. Manche Kinder empfinden eine Züchtigung als L i c b c s b c w e i s, denn man beschäftigt sich dabei in besonderer Weise mit ihnen, zeigt ihnen wie wichtig sie uns sind. Unbewußter Vorgang zumeist, wenn auch nicht immer, jedenfalls ist Ungeiogenheit hier ein Mittel, Aufmerksamkeit zu erregen. Das Kind hat einen Weg gesunden, Interesse zu erwecken, einen Weg, den es um so lieber wieder be- schrecken wird, als die.nachfolgende, von feiten der Mutter meist zärtliche Versöhnung beglückend wirkt. iiÄis Leid bringen sollte— im Sinne des Erziehers— brachte Glücksgefühl hervor, um das es sich, verlohnt, erst Schlimmes zu erleiden. Der Liebesbeweis liegt vielfach auch in der körperlichen Be- rührung, und wir können schon ans Rousseau verweisen, der zuerst daraus aufmerksam machte, wie leicht körperliche Züchtigungen im Kinde W o l l n st g e f ü h l e erzeugen. Sicherlich werden Kinder, bei denen diese Erscheinung ausgelöst wird, gern durch il?r Verhalten zu Züchtigungen Anlaß geben. Wir wissen durch Freud, daß schon bei kleinen Kindern sexuelle Gefühle vorhanden sind und wir kennen durch ihn die Gefahren, die es für die weitere Eickwicklung des Menschen haben kann, wenn die insaickilc Sexualität falsche Bahnen einschlägt. Allein aus dieser Erkenntnis heraus sollten wir die Prügelstrafe nicht anwenden. Auch in charakterlichcr Hinsicht dürfen wir die Gefahren des Prü- gelns nicht unbeachtet lassen: Gerade dort, wo erfreut die gute Einwirkung einer körperlichen Strafe beobachtet wird, müßten wir auftnerksam sein. Der vermeintliche Erfolg entspringt meist einer llberstarkcn Bindung an die Persönlichkeit des Erziehers, der die Strafe vollzogen hat. Ob nun das sexuelle Moment hierbei mitspricht oder die oben erwähnte Befriedigung durch das besondere Bcachtctwerden ist gleichgültig: Die Erziehung trägr ans diesem Vorgang keinen Nutzen davon. Das so beeinflußte. Kind ist„b e- q u e m e r" geworden, es zeigt sich uns als überaus falgsam und ortig, aber jeder aus zu starker Bindung erwachsende Wandel eines Kindes wird in Hinblick auf die Entwicklung seiner Persönlich- keck abzulehnen sein. Wollen wir doch keine zu angepaßten Duckmäuser erziehen, sondern Menschen, die sich von sich aus ein- zuordnen gewillt sind. Es gibt ausgesprochen leidensfrohe Kinder. Schläge kommen'b>'en uübermfitest Wüi'scb'n entgeg«'», je nt-br Schlag-', je mehr Lust, könnt« ma., hier sagen. Schmerz auszuhallen, be de Icker ihnen scheinbar Willenstraining, im Grunde steckt aber Befriedigung dahinter. Wir sollten uns hüten, solchen Masochismus zu verstärken, weder durch körperliche, noch durch seelische Miß- Handlungen dürften Kinder dieser Art befriedigt werden. Auch die Angst spiell naturgemäß als Wirkung der körpcr- lichen Züchtigung eine wesentliche Rolle. Rehen der Furcht vor dem Schmerz ist dabei die Angst vor dem Liebesverlust und vor der Beschämung durch den Erzieher ein wesentlicher Faktor, der besonders bei seelisch zarten Kindern in Erscheinung tritt und so gern als„Erziehiingserfolg" gewertct wird. Man hüte sich als Pädagoge vor solcher Selbsttäuschung und halte sich vor Augen, daß das erreichte Braosein des Kindes sofort aushöben wird, wenn die Aug st nicht mehr wirksam ist. Wenn man sagen hört,„sobald das Kiiftt imir /«ms den Aiigen könstnt, ist es wie umgewandelt," können wir uns den Zusammenhang nu». besser erkläre.,. Wir müssen uns jedenfalls darüber klar ftein, daß eine Erzlehungsein- wirkung, die allein nick der Machtstellung des Erziehers in Zu- sammenhang steht, keine wünschenswerte Erscheinung ist. Wo aber die Etraspädogogik dauerndes Braviein erzeugt, weist dir? auf das Vorliegen einer übermäßigen Verdrängung oll jener Wünsche und Antriebe hin, die den der Erziehung unerwünschten Tendenzen Ausdruck geben. Eine solche Wirkung unseres �erzieh- lichen Einflusses sollten wir keinesfalls mit Freude begrüßen. Wie schon erwähnt, kann ein Zuviel an Anpassung nicht als günstig aufgefaßt werden, nachteilige Folgen äußern sich oft in ganz unerwünschter Weise. So müssen wir einen Teil der sogenannten eiitwicklungsgehemmten Kinder als Attribut einer folichen Erziehung ansehen, kennen wir doch Entwicklungs- Hemmungen aus Schüchternheit und Minderwertigkeitsgefühl, die natürlich durchaus nicht immer nur Erziehuiigscinsluß zu sein brauchen. Viel zu wenig bekannt ist, welche Rolle auch bei körperlichen Erkrankungen eines Kindes die Nachwirkung einer verängstigenden oder jedenfalls ungeeigneten Er- Ziehung spielen kann. Manches Kind produziert Krank- heitscrschci nungen aus dem unbewußten Willen, sich ein- mal geben zu können, wie es ist, um verwöhnt zu werden, um seine Wünsche ungehemmt durchsetzen zu können. Zu straffe und rächende Erziehungsmaßnahmen können auch hier— wie bei den vorher herangezogenen Beispielen— das Gegenteil von dem bringen, was man erreichen will. Das in gewissen Krankheitserscheinungen der Kinder sich häufig ihr Wunsch durchsetzt, sich, an ihrer. Umgebung zu rächen, wird besonders dort zu vermuten, fein, wo die Miiiter sich von ihren kleinen Patienten tyrannisieren lassen. Man quält dos Kind mck der Forderung des unbedingten Artigseins, nun, ja quält es seine Erzieher auf seine Weise. Wir haben aus den herangezogenen Beispicleu gesehen, daß die Wirkung der körperlichen Züchtigung oft anders ist, als wir glaubten. Wir lernten erkennen, daß die psychologische Grundlage der sogenannten Erfolge nicht eine solche ist, wie man im allgc- gemeinen annimmt. Die Ablehnung der Prügel st rase als pädagogisches Prinzip muß aus dieser Erkenntnis jedem Ein- sichtigen erwachsen.' Xellv Wolkihcim. Die Äouaufchtvaben In den Schriften des Deutschen Zluslands-Jnstituts Stullgart veröffentlicht Hermann Rüdiger eine kleine Arbeit über„D i e Donauschwaben in der südslawischen Batschka" (mit einer Uebcrsichtskarte der Batschka, Ausland- und Heimat- Verlag, Stuttgart, geh. 4 Mark, geb. ö Mark). Eingehende Studie» und lebendige Eindrücke einer, längeren Reife durch das Gebiet der Donauschwaben gaben den Stoff für das Buch, das ziir meckeren Kenntnis des Deutschtums im Ausland beiträgt. Es ist allerdings in seiner ortsweisen Darstellung mehr eine Moterialsammsting als «ine zusainmenfasiende Schilderung und will als solche der Deutsch- tunrssorschung dienen. Besonders erwähnt zu werden verdienen die Ortslisten im Anhang, die alle Orte der Batschka sowie Teile des Banats und der Baranya berücksichtigen und die Bevölkorungs- entwicklung feit kSSV zeigen. Ein alphabetisches Ortsnamenverzeichnis bringt die Orte nach ihrem deutschen, magnarischen und südslawischen Namen und bietet u. a. dadurch die Möglickkeit, die trüb-ren vnaarisch-n und die heutigen jugoslawischen Statistiken und Aerösfentl'chungen zu verfolgen und leichter miteinander zu vergleichen..W. 1. Nationalsozialismus und Sport «»Deutsche Turner schaff, Sport und Drittes Reich Der„L ö l t l s ch s Beobachter" brachte vor kurzem einen Aufsatz, der recht anschaukicki die Stellung der Nazis zum Spart zum Auspruck brachte. Der Sport muffe nach ihrer Meinung in den Dienst des Nationalismus gestellt werden, so wie es bei den Franzosen, Tschechen, Polen und in Fugoslawicn der Fall ist, wo man zum Teil private Vereinigungen zum Betriebe von Leibesübungen verboten hat. so daß Turnen und Sport zu einer Art von Monopolbetrieb des Staates gemacht wird mit dem Ziel: Wehrhaftigkest, strengste nationale Gesinnung und Opferbereitschaft. „Im ausgeprägten Gegensatz", so klagt das Hitlerblatt, „steht dazu der Betrieb der Leibesübungen bei der Masse der Deutschen. Hier haben sich große Vereinigungen den Turn- und «portbetrieb zur Erreichung undeutscher parteipolstischer Zwecke dienstbar gemacht: es fei nur auf den Arbeiter-Turn- und Sport- band verwiesen, der völlig unter roter, parteipolitischer Führung steht und seine etwa 900 000 Angehörigen in dem unter jüdischen Einfluß stehenden sozialdeinokratische» Lager fe schält. Damit ist dieser Teil des deutschen Volles für jede völkische Regung und Bewegung verloren. Dasselbe gilt für die von der Kommunistischen Partei und die vom Zentrum ins Leben gerufenen und von diesen Parteien geförderten Turn- und Sportverbändc. Kurzum: Ein großer Teil der Volkskraft, der bei anderen Völkern im Dienste der nöllischen Erziehung steht, wird hierzulande im entgegen- gesetzten Sinne geführt. Sie lehnen die Rassenfrage grundsätzlich ab und verwechseln Staats- und Volksbürgertum. Durch die Gleichstellung der Juden, Neger usiv. mit uns Deutschen, durch das frieWche Antreten mit Franzosen, Polen usw. wird aber die Sport- iugend den: Voltsbewußtsein entfremdet: sie wird zil einer gedanken- losen Gleichstellung jedes Fremdlings mit dem eigenen Volke er- zogen, sie vergißt in der Bewunderung von Sportleistungen alles, was uns unsere Feinde angetan haben und trotz Völkcrversöhnung immer noch antun, sie verlernt es, im deutschen Volke das Höchste und Wertvollste zu erbkicken, sie wird zu pazifistischen Gedanken- gange» hingelcitet und ist für keine völkische Bewegung mehr zu haben." Doch ein Lichtblick ist auch für die Nazis im deutschen Spart vorhanden. Sie weisen im gleichen Aufsatz auf die„Deutsche Turncrschaft" hin und jagen: Unter den Mstgliedcru dieses Verbandes befinden sich viele zehntausende gut veranlagter und dem völkischen Denken Zugang- licher Menschen, die auch tatsächlich schon mit den herrschenden Zu- ständen unzufrieden sind. Einer ihrer Wortführer schrieb vor kurzem in der„Deutschen Turnzcitung" vom 25. August 1931;„Taufende junger Menschen sind enttäuscht. Sie können es nicht mitansshen, daß die„Deutsche Turncrschafl" zu einem Verbände geworden ist, In Braunschweig und Sachsen machte« sie mit den Foschiflan ge« meinsam das Volksbegehren. Das war die wahre Einheitsfront. Die Arbeiterfporller bedanken sich für die Einheitsfront mit den Steigbügelhaltern des Faschismus. der in der für unser Vaterland schwersten Zeit abseits steht. Länger können wir Jugendführer es nicht verantworten, die Jugend fordert von ihren Führern Vorangehen und nicht feiges Abwarten... Es bedarf also nur eines starken Anstoßes und das deutsche Volk hat in der„Deutschcn Turnerschaft" ein Heer von Vorkämpfern für Wehrhaftigkeit, Rassenrcinheit und Freihest ga. wonncn. Dieser Anstoß muß von den zahlreichen Parteigenossen ausgehen, die Mitglieder der„Deutschen Turnerschaft" sind. Es hätte sich in erster Linie gegen die Durchsetzung des Verbandes mit fremdrassigcn und fremdvöltischen Elementen und gegen die Mit arbeit in de» von den Feindvölkern beherrschten internationalen Sportoerbänden zu richten." Der„Völkische Beobachter" bestätigt also unsere schon oft gc machten Feststellungen, daß die Deutsche Turnerschast sich immer mehr zun, Rckrutierungsgebiet für die National- f o z i a l i st e n entwickelt und daß sie die geeignetste Grundlag« für den Sport des Drstte» Reiches abgeben wird. Wir haben den Aus- fpruch eines Führers der Deutschen Turnerschaft noch nicht ver- gesscn, der einstmals sagte:„Der Sport soll dazu beitragen, daß die Arbeiter und besonders die Jugendlichen vergessen lernen, an ihre elende Lage zu denken." Das sind dock) dieselben Gedanken, die der Herrgott der Nazi, Adolf Hstler, mit seltener Klarheit zum Ausdruck gebracht hat. Seine allein maßgebende Meinung geht dahin: Die große Masse der Arbeiter will nichts anderes als Brot und Spiele. Sie hak kein Verständnis für irgendwelche Ideale. Wir wollen eine Avowahl der veiien herrenschichk. die nicht von irgendeiner Milleidsmoral getrieben wird, sondern die sich darüber klar ist, daß sie ans Grund ihrer bessere» Rasse das Recht hat zu herrschen, und diese Herrschaft über die breite Masse rücksichtslos aufrechterhält und sichert. Die Pläne der Nationalsozialisten sind sehr klar und eindeutig. Wir fragen, will der bürgerliche Sport die ihm zugedachte Judas- rolle am deutschcn Volke übernehmen? Die nationalsozialistisch« Durchsetzung des bürgerlichen Sports ist bereits weit vorgeschritten. Die Arbesterklasse hat alle Ursache, auf diese Gefahrenherde zu achten. Im Gegensatz zur Deutschen lurncrfchort ist der Arbeitersport nicht gewillt, dem Faschismus Platz zu machen. In der Eisernen Front mit der Partei, den Gewerkschaften und dem Reichsbanner vereinigt, werden die Arbeiterfporller die durch den Sport erworbenen kämpferischen Fähigkesten in Anwendung bringen, den Faschismus vernichtend zu schlagen. Deshalb sollten auch die Arbeiter und Angestellten im bürgerlichen Sport sich rechtzestig in die Reihen des republikanischen und sozialistischen Freiheitskampfes stellen. Zur Lage im Arkeiterathletenbund Fette Weihnachtsenten der„roten" Athleten, Die führenden Mannen der kommuniflifchen Kampfgemein- schaft für rote Sporteinheit gebärden sich wie die Wilden. Im Schreien voraus marschieren die„rote N" Athleten. Schon vor länger als Jahresfrist voraussagten die Ableger der„Roten Fahne" den Zusammenbruch des Arbeitcr-Athletenbuirdes. Weil aber anscheinend aufgewärmter Kohl besser schmeckt, so bringt die „Rote Fahne" im„Roten Sport" eilte fette Weihitachteent« dazu unter der Schlagzeile:„Der Arbeiter-Athlctcnbund(AAB.) vordem Zusammenbruch." Die starke Entwicklung des Bundes straft dem Lügen. 1901 hat der Bund 65 Vereine n c u aufnehmen können. Die Mstgliader- zah! hat sich trotz aller Grabreden der roten Athleten um 10 290 Mitglieder erhöht. Diese Jahreszunahmc an Vereinen und Mitgliedern ist größer als der ganze temmuntstische Flohzirkus, der sich Üandessparte der roten Athleten nennt. Es ist doch wahrhaftig kein Geheimnis mehr, daß die ganze Landessparte der roten Athleten nicht leben und nicht sterben kann. Die Kampftätigkeit liegt fast vollkommen brach. Intemationale Verbindungen sind diesen revolutionären Helden /mr in Worten, nicht aber in der Tat bekannt. Hingegen lzat der AAL. 1931 nicht weniger als 60 internationale Mannfchaftskänlpfe im Reich durch- geführt und 11 in,'Ausland. In,„Roten Sport" wird darüber geklagt, daß der Bundesvorstand des AAB. in' letzter Z«st keine Vereine mehr ausschließe, noch nicht eiranal die, die mit opposi- tionellen Vereinen käinpfen, da er sonst den Zusammenbruch befürchten müsse. Diesen Schmerz kann man durchaus verstehen. Ägrl M ä r a n, Berlin, der Landesspartenlellcr der roten Athleten, steht schon seit langem inst kalten Füßen sehnsüchtig an der Sprung- schalte unh wartet auf den Absprung rrrevolutianärer Vereine in den kommunistischen Hexenkessel Ueber die Sprungschanze springen aber meist jene Vereine, die im AAB. weder Beiträge, noch Waren- schulden bezahlen wollen. Die Herrschaften wollen auch dort nicht zahlen. In einem Rundschreiben an die roten Athletenvereine wird dies von Maros, selbst bestätigt, er schreibt: „Bereits vor einiger Zeit haben wir unsere Vereine von der katastrophalen sinanziellen Lage der Sparte in Kenntnis ge- setzt und um Begleichung noch rückständiger Beiträge und Warenschulden gebeten. Wir wiesen eindringlich . darauf hin, daß sonst die Arbest der Spartenleitung lahmaelegt wird. Leider haben unsere Vereine aus dies« dringende Mah- nixng nicht reagiert. Es ist nicht möglich gewesen, den geringsten Tqil der Außenstände hereinzubekommen. Es ist bereit» seit zwei Monaten nicht mehr möglich, unseren Funktionären die gehabten Portoauslage n zu ersetzen." Es gehört angesichts solcher Zustände mehr als Frechheit dazu, von dem Zusammenbruch anderer Verbände zu reden. Niemand lebt heute in Butter, auch der Arbeiter-Athletenbund nicht, aber das Porwgeld für die Funktionäre bringt er immer noch auf. wedele, kau», wiederzuerkennen. Die im Dienste der KPD. stehenden .,Rot.Sport"-Vereine bieten sich unter allen Bedingungen für„Soli- darstätsspiele" an, und wohlweislich werden Angriffe gegen die „Reformisten",„Bundesbonzel," und„Sozialfaschisten" in. dem Rund- schreiben vermieden. Das liest sich fast, als bereuten sie die von ihnen verursachte Spaltung der Arbcitersportbewegung, in Wirtlich- lest sind alle ihre Einheitsangebotc V c t r u g s n, a n ö v e r, die noch einen, ausgeklügelten Plan betrieben werden. Die Schaffung einer..roten Einhestsfront" ist der erneute Versuch, auf diese Art das Zerstörungswerk in den ZK.-Verbändcu aufzunehmen. Die Arbeiterfporller der ZK.-Verbände sind nicht so vergeßlich, um sich nicht der richtungweisenden Ausführungen des Russen Molotow auf dem 10. Ekkiplenum der Kommunistischen Ilster,, otionale in seinem Referat über„Die Methoden der Eroberung der Mehrheit" zu erinnern: „Die Einheitsfronttaktik ist der un versöhn- liche Kampf gegen die reformistischen Organs- satiane n." Der„Rot-Sport'-Ableger der Kommunistischen Partei ist mit der Lüge von der Einheitsfront ebenso erkannt wie die Partei selbst. ver getarnte Traber oder das Pferd unter falschem Namen Der am ersten Weihnachtsfeiertag auf der Trabrennbahn in H a m b u r g- Fo r m f e„ gelaufene Preis von Voßwinkel, ein Rennen für die schlechteste Klasse, wurde von der dreijährigen Stute Alter e g o ganz überlegen gcwomven. Besitzer und Fahrer des Pferdes war der vor allem in Berlin sehr bekannte E. Elias, der sogar schon einmal das Championat der Herrenfahrer erringen konnte. Gleich nach dem Rennen wurde ver Verdacht laut, daß es bei dem Siege von Atter ego nicht mit rechten Dingen zugegangen fei. Eine eingeleitete Untersuchung endete mit dem überraschenden Ergebnis, daß nicht die dreijährige Atter ego, sondern die jetzt vierjährige Natur, ein sehr viel besseres Pferd, im Preis von Voßwinkel gestortet wurde. Durch Trainer Hermann Schleusener, der Natur lange betreute, konnte die Identität des Pferdes un- ziveiselhast festgestellt werden. Für die BeteUigien hat der aufgedeckte Betrug natürlich die schwerwiegendste,, Folgen. Außer einer Strafanzeige wegen Betruges haben Elias und sein« even- tuelten Mithelfer den lebenslänglichen Ausschluß von allen Rennbahnen zu gewärtigen._ Reujahrssahrk der Freien Turnerschofk Groß-Verliu. Die tra- dttionelle Reujahrsfahrt des Musikkorps der Freien Turnerschaft Groß-Berlin hat diesmal wegen der schwierigen wirtschafllichen Perhältnisse als Ziel das Restaurant„Strauchwiese" in Nieder- schönhausen. Di« Teilnehmer an der Wanderung, die in losen Gruppen durch die Schöicholzer Heide und den Schloßpark Nieder- schönhanscn das Ziel erreichen, treffen sich um 14 llhr in Pankow. Nähe Rathaus, in der Podblelskistrahe(Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 57). Ab 16 Uhr Beisammensein. Freit Schwimmer Sr»ß.»rrli» e. B. cAIier-rieae-). Hauptoers-mmlung des Sesamtvercins Sottnabcnd, 2. Sanuar. 2« Uhr. SeschäftssteUc, Elsiisser Slrufte 88. �_ Äeich-d-llncr.W-sl-rsp-rtabteilu-g, g-a«-»-»ick. Don»«-ta«.»l. De- zember, 2, llhr. Silvesterfeiee im B-otchaue, Wenbenschl-ßstr. 122. Easlc herzlich willkommen._....,_„. «-Ussport«enli>llll-«ritz. I. Januar Rculahrefahrt aller STblestunzen. Treffvunlt 61» 15 Uhr Äahnhoi RcukSlln. flal,rt bis Wuhlheid«. Eine halbe ütiinde Waldweg zum Spreerestauran! öadowa(Inhaber Weckesser). Dort xwanglosc Geselligkeit in alter Weise. Freie Wassersahrer„ewswärt-- S. V. Donnerstag, 81. Duemd«, A> tftr. Silnefterf-ier im Srrandschloh Tegel, llserstr. Scntrrtt SO«b SCle Gr- sinnungsfreunde sind herzlichst eingeladen. Wontag. t. Januar, 20 Uhr, cZihung aller Funktionäre des Bereins, sowie der Baugenossenschaft bei St-uhner, See. steatjc�o.»._nj|SoIIllcrda z,j„«r»a 28, StoHll». Lihunz Mittwoch,»0. De. iember. 20 Uhr, bei Schröder,»teinmetzstr. S2. Freie Sportoereinigang Pankow. Sur L-Hrcseubfeier zwangloses Sei. sammensein im Vereinslokal von Lehmann. Rh derer und Saansahrcr. Mittwoch, 20. Dezember, SxartenausschuMuug vm 20 llhr in der Geschöft-stollc. Rundfunk am Abend. Mütevoch, 30. Dezember. Berlin. Aktuelle Abteilucs. Klavier zu vier Händen. Arped und Ecate Eindor, nfltel, Moiart: Sonate D-Dur CK.-V. 3SI,. 2. Debusvy: Kleine Snite, Dr. Mae lfocUdnrf: Schrullen und Schnörkel ,031. IZniil Pirchan: Hinter den Kulissen der Dekorationen. Populäres Orchester-Konzert. Valeriu MarCu: Von der französischen Revolution bis zum Wiener KonsreS Lansenberu: Kcichssenduns. Haydn; Sinfonie E.s-Dur Nr. OL Tages- und Sportnachrichten. Rainer Maria Rilke. Leitung; Edlef Köppen, t. Ans Leben erad Werk. 2. Lieder nach Texten des Dichters: a) Paul Hindemlfh; Aus dem„Ma- rienleben" op. 27; b) Traumgekrön». Wetter-, Tages- und Sportnacbriebten. K8nigsarnsterhans«H. 16.00 Hascnauer: Hermann Slchr, 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Praucnterzettc. 18.00 Dr. J. Lewin: Die CrscblicBun; Sibiriens nnd die Mandschurei. 18.30 Prof. Dr. Stolze: Der Staatsgedanke in der dentscheu Oesehlchte, 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 10.00 Min.-Rätin M. Trapp: Der Qcwerbeanfsichtsbetnrte. lO.JÜ Vorschau auf das Januar-Prograram. IC.IO Staatsoper Unter den Linden:„Die Oefsha", Operette von Sidney Jones. 16.0� 16J0 lu.JO 17.15 17.« IS..« 20.00 20..« 20.« 22.00 Rätsel-Ecke des„Abend" «nmumuiituiiiiiniiinmiutiiieniuguiintmtiiiiiututiiinuiiiiiiiiiittiuuiiiiiutiiuiHniiHDimimffluuiiuiiuiuiuuittiiuiiiiiniiiuiiiiiiniHiiimitiiumimniiimiHttuiiuiima, Reujahrs- Kreuzworträtsel. Buchstabenrätsel Vor die Wörter Ahn. Bach, Wald. Aal, Stern, Ar, Rade, Horn, Eber. Arm. Sau, Ode, Range, Eule. Hein. Tom. Rüffel. Ran. Sprit, Lias, Irene, Richter, Iwan, Tage, Adler, Tat, Orden, Reue. Tempel, Elle, Unger, Lex, Norm, Oller, Hering, Acht. Trumpf, Ruhe, Strich, Rotte, Ger," Locke, Ernst, Lisa, Ell», Auer, Loge, Trick, Lachs, Meise, Pelz, Eder. Erz, Bis, Achse, Aas. Singen und Inn ist je ein Buchstabe so zu setzen, daß neue, bekannte Wörter entstehen. Die neuen Buchstaben ergeben im Zusainmenhang gelesen eine politische Erkenntnis, die nicht ofl genug wiederholt werden kann.'dl. Kigurenrätsel Eine neue MEinheit$front Wir lassen uns nicht beirren tt Der komunistische Sportverbond will am 2S. Februar in Berlin einen„R e i ch s t v n g r e ß" abhalten und braucht dazu Leute aus den Verbänden der Zentralkommissipn für Arbeitersport und Körperpflege, die so dumm sind und seinen Lockungen folgen. Die kommunistischen Sportvereine haben Anweisungen erhalten, sich in Biedermnnnsart an die ZÄ.-Vereine. besonders an die des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zu wenden wegen Schaffung einer„roten Einheitsfront gegen den Faschismus". Auch KPD., Ortsgruppen- leitungen betreiben diesen Gimpelfang. In dem Rundschreiben an die Sportvereine sind die kommu- nistischsn Reformisten- und Sozialfaschistenfresier vor Schweif- Otr-ct V7?,i Waagerecht: 3. Südamerikanischer Staat: 8. Farbton; 9. schlangenförmige Fisch«: 11. Berbindungswort; 14. Schweizer Kanton: 16. Hchisssseite; 17. Bündnis; 19. Schwanz des Hundes; 21. Sologesang: 22. unterster Stabsoffizier: 23.. Test des Wagens; 25 weinarttgss Getränk; 27. verheille Wunde.--- Senkrecht: 1. Trinkspruch!?. Erfrischtuigsgetränk: 4. tspielkarte: ö. erster König Israels: 6. Schubkasten: 7. Esolslaut: 16. Fluß in her Steiermark: 12. Zeitwechsel: 13. Gewässer; 15. rechter Rheinzufluh: 1$. Tierwächter: 20. Stadt im Aurich: 21. Heeresabteilung: 24 Flächen- maß; 26. Tierprodukt.— Dir wünschen Nr. 1 und 12 senkrecht. Die Buchstaben in dieser Figur sind so zu ordnen, daß in den senk- rechten Reihen Wörter folgender Bedeutung enlstehen. l. Berg in der Schweiz: 2. Durch phaniasti- sche Romane bekannter franzö- stschcr Schrislsteller: 3. Etwas Auserlesenes: 4. Einer der Grün- der Roms: 5. Gestalt aus der germanischen Mythologie: 6. Körperorgan. Die erste und die drille waagerechte Reihe nennen je einen bekannten preußischen Siaatsmimster. stl. Auflösungen in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der letzten Rätselecke Kreuzworträtsel. Waagerecht: 2. Ate; 5. Orgel: 8. Ana; 9. Rad; 11. Antenne; 12 Eule: 14 Kran: 19. Hemd; 22. Ulan; 25. Weihnachten: 27. Ode; 28. Nak>: 30. Amerika:— Senkrecht: 1. Steg: 3. Honnef: 4. Flanke: 6. Rat: 7. Ern: 8. Aal; 10. der; 13. Ulme; 15 Ahle; 17. Rind: 18. hoch: 20. Ewer: 21. die: 22. Ute; 23. Anna; 24. Po: 26 Ob: 29 Maler— Die Ziffern 16 und 25 waagerecht ergeben:„Frohe Weihnachten!" Bersteckrätsel: Kartell für Arbeitersport und Körper- pflege! Versrätsel: Kern. Bern. Stern. Zahlenrätsel: Notverordnung.