BERLIN Sonnabend 2. Januar 1932 10 Pf. Nr. 2 B 1 49. Jahrgang Erscheinttialich außerSonntagS. Zugleich Abendausgabe dct.Borwärtt'. Bezugspratt für beide Ausgaben?ü Ps. rro Weche, Z>2ä M. rro Menat (darrn b? Pf.«onallich für Zustellung ins Haut) du eeraoS xadlbar. Postbezug 3,27 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbcstellgebübrnl. SficUautyajße xlßb Rekkuuezeilc 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckiontv: !Ser«-ärtt-Bcrlag G.m.b.H., Berlin Rr. 37 036.- Tn ZScrl'g behält sich das Recht der AMchuimg nicht genehmer Anjeigcn nor! Redattlo» und Erpeditio«: Berlin EWO?, Lindenstr. 3 Kernsprechcr: Dönhoff(\1) 292—297. Ileujahrsreöen HmöenHurg Wie alljährlich, so lvurde auch an diesem Neujahrsmorgen im Palais des Reichspräsidenten großer Neujahrs- empfang abgehalten. Während draußen sich eine große Menge staute, um sich an der Auffahrt der Autos und an den bunten Diplomatenunifonnen zu erfreuen, wurden im Hause des Reichspräsidenten nacheinander eine Abordnung der „Halloren", das heißt der Salinenarbeiter aus Halle, des Diplomatischen Korps, die Vertretung der Reichsregierung, des Reichstags, des Reichsrats uird verschiedener anderer Zentralbehörden empfangen. Beim Empfang des Diplo- matischen Korps und der Reichsregierung wurden p o l i- tische Ansprachen gewechselt, die besonders auf die schwierigen Probleme der Gegenwart Bezug nahmen. »* Der Empfang des Diplomatischen Korps wurde mit einer Ansprache des Päpstlichen Nuntius Orsenigo eingeleitet. Das Diplomatische Korps wolle seinen Wünschen zum neuen Jahr, die der Wohlfahrt aller Nationen gelten, einen besonderen Wunsch für Deutschland hinzufügen: „Deuts�land tvurbe schwer von de r großen Welt- krise ge. rossen. Aber all das hat nicht vermocht, ihm sein« Willensstärke zu rauben noch seinen Mut zu lähmen. Wir wünschen ihm. daß sein« harten Anstrengungen bald von Erfolg gekrönt wer- den. Wir alle würden glücklich sein, wenn bei dem Wiederaufbau der allgemeinen Wohlfahrt Deutschland das erste wäre, den Weg wiederzufinden, der die Staaten zu ihrer früheren Virtschost- liehen Blüte zurückführen würde." Der Reichspräsideut erwiderte unter anderem:„Mit dankbarer Genugtuung kaim ich Ihre Worte bestätigen, m denen Sie davon sprachen, daß ine bittere Not nicht vermocht hat, dem deutschen Volle seine Willensstärke und seinen Mut zu nehmen. Das hat es der deutschen Regierung er- möglicht, die äußerste Kraft einzusetzen, um Volk und Staat vor der Katastrophe zu bewahren. Auch die höchsten Anstrengungen des deutschen Volkes reiche« jedoch allein nickst aus. um der kritischen Loge Herr zu werden. Mit vollem Recht haben Sic, Herr Nuntius, betont, wie eng die Wohlfahrt jedes Landes heute mit der Wohl- fahrt der anderen Länder oerknüpft ist. Die ernsten Ereignisse des vergangenen Jahres haben diese Wahrheit der ganzen Well auf das eindringlichste vor Augen geführt. Es gll, diese Erkenntnis fetzt ohne Zögern in die Tat umzusetzen, wenn es gelingen soll, noch rechtzeitig einen Ausweg aus der Not anzubahnen. In � verständnisvollem Zusammenwirken müssen von den Regierungen Losungen gefunden werden, die der unerbittlichen Wirklichkeit Rech- nunz tragen und so die Gesundung von Wirtschaft und Finanzen in der Welt ermöglichen." Der Reichspräsident wies dann auf die bevorstehende Abrüstungskonferenz hin:„Es wird für die Well verhängnisvoll und es darf deshalb nicht sein, daß die Erwartungen in der Frage der Abrüstung nochmals enttäuscht werden. Auch auf diesem Gebiete kann in Zukunft kein verschiedenesRechtfürdie einzelnen Völker gelten, wenn das Vertrauen, die Grundlage aller Völkerbeziehungen, wiederhergestellt werden soll." Oer Empfang der Iieichsreqierunq durch den Reichspräsidenten wurde mit einer Rede des Reichspost- Ministers Schätze! eingeleitet, in der es heißt, es werde hoffentlich der Einsicht aller gelingen, in diesem Jahr zu einer R e p a r a t i o n s- r e g e l u n g zu kanrmen, welche die Wirtschaft wieder heill und den schwer geprüften, von der Geißel der Arbeitslosigkeit gepeinigten Völlern neuen Lebensmut einhaucht. Der Reichspräsident erwiderte:„Ich erkemre dankbar an. daß der Herr Reichskanzler und Sie mit hingebender und Pflicht- trmester Arbell alles getan haben, um Deutschlands Finanzen und Wirtschaft den veränderten Verhältnissen anzupassen und den uns ganz besonders drohenden Sturm der Weltwirtschasts- krisls zu überstehen. Unter dem Zwang der Notwendigkell mußten dem deutscheu Volke harte Lasten auserlegt und Eingriffe in die Rschtssphäre des einzelnen vorgenommen werden. Aber ich bin im innersten überzeugt, daß Deutschland auch in Zukunft alle Gefahren überstehen wird, wenn es nur eillig ist und treu. Möge Diplomaten/ Minister/ Halloren Jahreswechsel. Das neue Jahr:„Diese faule Erbschaft will ich nicht übernehmen." die Arbell d«r Reichsregierung und möge Ihr aller personliches Wirken von Erfolg begleitet sein." » Die Glückwünsche des Reichstags wurden vom Reichs- tagspräsidenten Lobe und dem Vizepräsidenten K a r d o r f f über- bracht. Es folgte der Empfang einer Abordnung des Reichsrats, be- stehend aus dem preußischen Justizminister Dr. Schmidt, dem bayerischen Gesandten Dr. von P r e g e r, dem sächsischen Gesandten Dr. Gradnauer und dem braunschweigisch-anhallischen Ge- sandten Boden. Staatsminister Dr. Schmidt sprach die Glück- wünsche des Reichsrats und zugleich die Glückwünsch« der preußischen Staatsregierung aus. Paris und die Hindenburg-Anfprache. Keine lleberraschung über die Formulierungen. Paris, 2. Januar.(Eigenbericht.) Die Neujahrsansprachen des Reichspräsidenten an das deutsch« Volk und das diplomatische Korps haben, ohne lleberraschung hervor- zurufen, in Frankreich großen Eindruck gemacht.„Paris Soir" Ichreibt:„Niemals hat Deutschland bisher mit solcher Entschiedenheit verkündet, daß es ein für allemal von verschiedenen Verpflichtungen entbunden werden möchte, die seit 1919 aus chm lasten. Niemals haben die Proteste bisher ein so starkes Echo im Ausland ge- funden. Der päpstliche Nuntius selbst hat nicht die Sympathie des Vatikans für die seit mehreren Monaten von der Reichsregierung vollbrachten Anstrengungen oerhehll und sich zugunsten einer allgemeinen Abrüstung ausgesprochen. Die Festigung der Stellung Deutschlands und die Ermutigungen, die es im Ausland findet, sind zwei Elemente, deren man sich in Frankreich vor den beiden Kon- screnzen von Lausann« und Genf vollkommen bewußt werden muß." Der nationalistische„Figaro" findet die Rundfunkrede Hinden- burgs nicht sehr ermutigend für die Lausanner Konferenz. Sie bringe der Welt zwar keine lleb-rraschung, aber man müsse sich über das gänzliche Ausbleiben einer Reaktion von feiten aller an den Reparationen interessierten Regierungen angesichts einer cffi- ziellen Kundgebung wundern, die einer Zerreißung des Aoung-Plans gleichkomme. „Populalle" erklärt, die Worte Hindenburgs über die Abrüstung feien zugleich präzise und vage: präzise, wenu der Reichspräsident die allgemeine Wrüstung fordere, wobei Deutschland von dm Ar- bellern der ganzen Well unterstützt werden würde, aber vage, wenn er von den: Recht auf gleiche Sicherheit für alle spreche. Das bedeute ein« Drohung mll dem Recht auf Wiederaufrüstung Deutschlands, falls die allgemeine Zlbrüstung nicht dirrchge führt werde. Spur der Rundsunkstörer. Bisher zwei Verdächtige festgenommen. Der Neujahrsappell des Reichspräsidenten wurde, soweit die Rede über den Deutschlandsender geleitet wurde, wiederholt gestört und unterbrochen. Im Verlauf des Sabotageaktes, als der sich die Störung herausstellte, vernahm man Worte wie:„Massenstreik! Nur der Kommunismus rellet euch! Rot Front!" Die Ermllllungen der Polizei ergaben bald nach der Tat, daß kurz hinter Groß-Berlin das unterirdische Kabel nach Königswusterhausen, wo der Deutschlandsender steht, unterbrochen worden ist. Die Täter haben einen sogenannten Kabelbrunnen unwell dem Neuköllner Krankeichaus geöffnet, die Kabelstückenden voneinander gelöst und ein Mikrophon zwischen geschaltet. Aller Wahrscheinlichkell nach sind die Täter unter entlassenen Tekegraphcnarbeitern zu suchen, die mll den technischen Einzechellen des Brunnens genau Bescheid wissen. Andernfalls wäre es kaum möglich gewesen, gerade die Ader des Kabels zu treffen, die bei der llebertragung der Rede des Reichs- Präsidenten von Berlin nach Königswusterhausen benutzt wurde. Es ist ferner anzunehmen, daß die Uillerbrechung der Rede von langer Hand vorberellet war. Von dem Sabotageakt wurde ausschließlich der Deutschlandsender betroffen. In der Nacht zum Sonnabend sind durch die Beamten der polllischcn Polizei' zwei Festnahmen erfolgt. Es handell sich tatsächlich um Telcgraphenarbeiter, die der Tat dringend verdächtig sind, zumal die betreffenden, soweit bisher feststeht, genau mit den technischen Einzelheiten dieser Kabelleitung vertraut waren. Senderstörungen, wie sie am Silvestcvabend von kommunistischer Celle in Berlin versucht wurden, sind in letzter Zeit auch un Rheinland von den Kommunisten inszeniert worden, jedoch mit wenig Erfolg. Die technischen Beamten des Langenberger Senders schalleten nach dem ersten Zluftreten einer Störung den Sender sofort selbst ab, ließen den Störer jedoch weiterreden und nahmen seine Stimme auf Platten auf. So gelang es in kurzer Zeit, die Täter zu ermitteln. Es waren entlassene Telegraphenarbeiter, die technisch und örtlich genau Bescheid wußten. - „Verkauf an die Marxisten". Das Ende einer deutfchnaiionalen Herrlichkeit. Die.Landvolk-Nachrichten", eine Pressetorrespondenz der sogenannten Landvolk-Partei, bringen die entrüstete Adel- dung, daß„die M a r x i st e n" in Stettin ein deutsch- nationales Haus gekauft haben. Man muß den Schinerzensschrei wörtlich genießen: Der bisherige Verlag der„Pommerschcn Tagespost", des deutschnationalen Hauptblattes in Pommern, hat sein erst vor wenig mehr als drei Jahren in Betrieb genommenes Ver- lags- und Druckereigebäude in Stettin an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbund(also die. roten Gewerkschaste») verkauft. Aussichtsratsoorsitzender dieser Verlagsgesellschast ist der be- kamlle deutschnational« Abgeordnete und Londbundvor- sitzende von Rohr-Demmin. Wie oerlautot, beträgt der Kaufpreis 429 909 M., während d:« Errichtung des in bevor- zugter Lage an der Hakenterrasse in Stellin liegenden, sehr repräsentativen Baues seinerzeit etwa 1,1 Millionen Mark ver- schlungen hatte, die fast restlos aus der Landwir tschast stammten. Dieser Verkauf eines Gebäudes, das feiner Bestimmung nach dem Kampfe gegen de« Marxismus diene« sollte, an eben diese Marxisten ist dadurch um so bemerkenswerter, daß dieselben deutsch- nationalen Kreise unter Führung des Herrn von Rohr vor Jahren einen großen Sturm entfcssellen, als ein anderer Hausbesitzer den roten G:wertfchasten ein Grundstück verkaufen wollte. Wie die„Landvokk-Nachrichten" weiter erfahren, wird dos frühere Gebäude der„Pommerschen Tagespost" Äs zentrales Gewerkschaf tshaus für Pommer» eingerichtet werden, und Kamilientragödien am Neujahrstag Selbstmord einer Berliner Familie aus Aoi und Verzweiflung Eine furchtbare Familienlragödie wurde am Freitagabend im kjaufe Slrelitzer Straße ZZ entdeckt. Im vierten Stock wohnte hier der SS Zahre alte Rentner Franz Wernitz mit feiner 47 Zahre allen Ehefrau Ida und der 21 Jahre alten geisteskranken Tochter Erna. Alle drei wurden gestern abend t o t i a ihren Retten liegend aufgefunden. Die Tat ist anscheinend schon in der Silvesternacht verübt worden. Wernitz hatte einen Unfall erlitten und bezog— da er arbeits- unfähig war— eine Rente, die aber durch die letzten Spar- maßnahmen erheblich gekürzt war. Frau Wernitz oersuchte zwar, als Mantelnäherin etwas hinzu zu oerdienen, jedoch reichte der Erwerb nicht aus. Der Kummer der Familie war insbesondere die Tochter Erna. Sie war unheilbar geisteskrank und längere Zeit schon in einer Anstalt untergebracht. Da die Eltern finanziell nicht in der Lage waren, den Aufenthalt in der Anstalt zu bezahlen, nahmen sie das Mädchen wieder zu sich. Alle diese Umstände dürften aus den Mann und seine Frau so deprimierend gewirkt haben, daß sie sich entschlossen, aus dem Leben zu scheiden. Von ihrem Vorhaben benachrichtigten sie brieflich Verwandte, die sofort die Polizei alarmierten. Es war aber bereits zu spät. Die Familie hatte sich durch Gas getötet. Altona, 2. Januar. In Altona-Blankenese ereignete sich am Neujahrtage ein« furchtbare Familientragödi«. Dort wohnte in einem Einzel- Hause ein Ehepaar mit Itz-jähriger Tochter zur Unter- miete. Als am Neujahrstag in der Wohnung alles still blieb, be- nachrichtigte der Besitzer des Hauses die Polizei, die gewaltsam in die Wohnung eindrang. Man fand den Mann mit einem Kopf- s ch u ß tot am Boden liegend auf, während seine Frau und Tochter mit Verona! vergiftet im Bett logen. Nach hinterlassenen Briefen sind alle drei freiwillig in den Tod gegangen. Da Mann und Frau in einem Hamburger Kino tätig waren und ausreichenden Verdienst hatten, kommen Rahrungssorgen als Grund der Tat nicht in Frage. Die Eheleute neigten jedoch zu Schwer. mut und hatten bereits vor längerer Zeit Selbstmordabsichten geäußert. Mörderische Neusahrsnacht. 60 Personen in LlSA. ums Leben gekommen. New Jork, 2. Januar. Silvester ist in den Vereinigten Staaten trotz der Prohibition und der Wirtschaftskrise überall in fröhlicher Stimmung und unter beträchtlichem Alkoholgenuß gefeiert worden. Die Folge ist, daß durch den Genuß vergijteter Getränke, durch Autounfälle usw. etwa 60 Personen ums Leben gekommen sind. Bei Ehikago fuhr ein Automobil, in dem zehn Personen von einer Neujahrsfeier heimkehrten, in einen Fluß. Von den Insassen konnten sich nur der Chauffeur retten. Die übrigen, darunter zwei Frauen und sechs Kinder, ertranken. In der Nähe von Washington wurde ei« Auto cm einer Eisenbahnkreuzung von einem D-Zug erfaßt. Vier Personen wurden getötet. Schließlich fuhr in New Jork ein mit vier Personen besetztes Auto in den East-River. Bisher wurde von dem Wagen und seinen Insasien keine Spur gefunden. In der Nähe von Springfield in Ohio stürzte«in Verkehrsflugzeug ab. Vier Insassen wurden getötet. Die Silvesternacht. Keine besonderen Zwischenfälle.— Notverordnungs- Stimmung. Berlin hat die Silvesternacht sehr viel ruhiger als in früheren Jahren erlebt. Ja den Hauptverkehrsstraßen stauten sich zwar in der Geburtssiunde des neuen Jahres große Menschenmassen, aber die„Rotverordnungsstimmung". die uns das alte Jahr noch bescherte, ließ die sonst übliche laute Fröhlichkeil nicht recht aufkommen. Kleine„Störungen" sind natürlich nicht ausgeblieben. An ver- schiedenen Stellen der Stadt kam es zu mehr oder weniger schweren .Konflikten". So erschienen in einem Lokal in der Feldstraßc in Spandau drei junge Männer, denen der Wirt— da sie bereits angetrunken waren— den Ausschank verweigerte. Aus Grimm darüber zertrümmerten sie jetzt die Scheiben des Lokals und konnten erst von herbeigeeilten Polizeibeamten festgenommen werden. Sie wurden auf das 142. Revier gebracht und in die Zellen gesteckt. Hier tobten sie wie die Besessenen und demolierten die Zellen, indem sie alles kurz und klein schlugen. Sie mußten später ins Polizeipräsidium gebracht werden und haben ein Ver- fahren wegen Sachbeschädigung zu erwarten.— Zu Unrecht verprügelt wurde gegen drei Uhr morgens ein Kaufmann A., der sich gerade auf dem Wege durch die Grenadierstraße befand, als er an der Ecke der Linienstraße von drei Burschen angehallen und niedergeschlagen wurde. Er wollte flüchten, konnte es aber nicht mehr. Polizeibeamte eckten herbei. Es gelang ihnen, den einen der flüchtigen Täter zu fasten. Auf dem Revier erklärte dieser, sich an dem jungen Kaufmann deshalb rächen zu wollen, weck er— angeblich— diesen im Polizeipräsidium gesehen habe, als dieser einen Freund von ihm..verpfiff" Das stimmte aber nicht und so hat der junge Mann umsonst in der frühen Morgenstunde Prügel be- kommen. Gegen 4 Uhr morgens wurde in einem Lokal in der Gneisenau- straße der 26 Jahre alte Schlosser H. festgenommen, der mll einem Gast in Streck geriet und diesen dann niederschlug. Der Mann war besinnungslos. Bevor Polizei im Lokal erschien, hatten andere Gäste den Besinnungslosen berecks in einer Taxe weggebracht. Man weiß aber nicht, wer der Niedergeschlagene und wer die Gäste sind, die ihn fortschaften und wohin man ihn brachte. auch die Arbeiterbank wird ihre Zentralstelle für Pommern hierher verlegen. Wir können die Angaben der„Landvolk-Nachrichten" im Wesentlichen b e st ä t i g e n. Tatsächlich ist das Grund- stück des dann in Zahlungsschwierigkeiten geratenen deutsch- nationalen Verlags bereits am t. Januar in den Besitz der organisierten Arbeiterschaft übergegangen. Da' die Haupt- sächlichsten Räume des Gebäudes jedoch noch vermietet sind, kann die volle Inbetriebnahme für seine neuen Zwecke wahrscheinlich erst im Jahre 1933 erfolgen. Der Ankauf erfolgte übrigens nicht vom ADGB., sondern von den örtlichen Instanzen der Stettiner Arbeiterorganisationen. Streikpleite der KPD. Wie es mit dem kommunistischen Einfluß aussieht. Bochum, 2. Januar.(Eigenbericht.) Die kommunistische„Revolutionäre Gewerkschafts» opposition" hatte zu heute im Ruhrgebiet zum General- st r e i k aufgefordert. Die Parole ist wieder einmal gänzlich verpufft. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, sind die Belegschaften des Ruhrbergbaues zu der heutigen Morgenschicht vollzählig eingefahren. Wo kommunistische Redner in den Waschkauen zum Streik aufforderten, wurden sievonihren eigenen Kameraden zum Teil verprügelt. In Essen- Schonnebeck wälzte eine kommunistische Gruppe Steine auf die Gleise der Straßenbahn» um die An- fahrt der arbeltswilligeu Bergleute zu störe«. Aber auch das war nur ein Vorübergeheader Akt. Wo es auch zu Störungen kam, wurde die Ruhe bald wiederhergestellt. Zu Berlin keinerlei Streitversuch. Auch in Berlin ist nirgends ein Streit ausgebrochen. Nach den Ankündigungen der Kommunisten konnte man erwarten, daß in der Berliner Metallindustrie wenigstens ein ernsthafter Versuch gemacht werden würde, größere Streiks zu inszenieren. Hier behauptet die KPD. die Führung, ja sogar die Mehrheit der organisierten Arbecker zu haben. Diese immer wieder aufgestellte Behauptung mußte die kommunistisch« Organisation verpflichten, einen Protest- streik zu inszenieren. Tatsächlich hat der sogenannte„EinHecks- verband" weder Aufrufe erlassen noch sonst irgendwelche ernsthafte Veranstallungen getroffen. In Berlin haben sich die Kommunisten also von vornherein für geschlagen erklärt und der Notverord- nung widerstandslos unterworfen. Einmütige Ablehnung der KpO.-parole. Esten, 2. Januar. Bon der großangelegten Aktion, die die Kommunisten im rheinisch-westfälischen Industriegebiet einlecken wollten, ist bis zur Stunde nicht« zu spüren. In allen Betrieben wird der Parole der Kommunisten, geschlossen der Arbeck fernzubleiben, keine Folge geleistet. Lediglich auf der Zeche„Bergmannsglück" in Buer ist über. die Hälfte der Belegschaft nicht zur Frühschicht angefahren. Bon 636 Mann der Belegschaft befinden sich 374 im Ausstand. In Westerholt versuchten mehrere Bergarbeiter, in den Wasch- kauen zum Streik aufzufordern. Sie wurden fristlos entlasten. Dasselbe geschah in Marl aus der Zeche Brastert. In Gladbeck sind die Zugangsstraßen zu den Zechen mit Glasscherben bestreut worden, anscheinend, um die Be- reifung der Fahrräder der arbeitswMgen Bergleute zu beschädigen. Auf den Straßen in Buer bildeten sich verschiedene Sprechchöre, die zum Streit aufforderten. Beim Erscheinen der Polizei flüch- teten jedoch die Kommunisten. Aachen, 2. Januar. Die kommunistisch« Zentraistreikleitung hatte durch Mauer- anschlage und durch Werber, die von Haus zu Haus gingen, versucht, di« Bergarbeiter des Wurm-Reviers zum Streik zu bringen, der mit der Notverordnung über die Lohnkürzung be- gründet wurve. Die Belegschaften des Wurmreviers sind jedoch zur heutigen Frühschicht vollzählig angefahren. Feuerüberfall auf Nazis. Ein Todesopfer in der Silvesternacht. Magdeburg, 2. Januar. vier Ra lio»als oz lall steu, die sich am Reujahrsmorgen aus dem Heimweg von einer Silvesterseier in vuelpke befanden. wurden unterwegs plötzlich aus einem Gebüsch beschossen. Der Ratloaalsozialist Mikfeld aus Rarnebcrg brach sofort tot zusammen. Es kam zu einem Handgemenge zwischen den Ange- grisfenen und den Tätern, vermutlich Kommunisten, in dessen ver- laus wiederum mehrere Schüsse fielen: dabei erhielten zwei weitere Ral'oualsozialisten Schußverlehungen, auch eines verjüngen Mädchen, die sich in Deglcilung der Rakionalsozialisten befanden, erhielt einen Streifschuß. Der Vater eines der Mädchen, der aus die Schießerei hin sich aus die Straße begab, bekam e'neu Knie- schuß. Zwei der Täter sind festgenommen und nach Magdeburg transportiert worden. Auch einer der Kommunisten wurde verletzt. Nazimord in Zoppot. Bei einem Silvester Überfall. vanzig, 2. Januar.(Eigenbericht.) In der Silvesternacht drangen etwa 26 Nationalsozialisten in Zoppot in ein Lokal«in, in dem Angehörige des Vereins„Freunde der Sowjetunion" ein« Neujahrefeier abhielten. Die National- sozialisten gaben mehrere Schüsse auf die friedlich beisammen- fitzenden Kommunisten ab und töteten eine Person. In der sich dann entwickelnden Schlägerei wurden mehrere Personen schwerverletzt. Die Polizei nahm 13 Personen fest. Die ver- hasteten Nationalsozialisten erklärten, daß sie in das Lokal einge- drungen seien, weil sie aus ihm vorher beschossen worden wären. Neuer Sprengstoffdiebstahl. pulverhaus eines Steinbruchs erbrochen. Dresden, 2. Januar. Aus dem Pulverhaus eines Steinbruches bei Königsbrück sind von Einbrechern 53 Kilogramm Spreng st off entwendet worden. Der Stacheldraht am Pulyerhaus ist von den Tätern zerschnitten und entfernt worden. Das Polizeipräsidium Dresden hat eine Belohnung von 566 Mark für Mitteilungen ausgesetzt, die zur Ermittlung der Täter beitragen. Eisregen über Berlin. Heute früh ging«in starker Eisregen über Berlin nieder und bedeckte alles mck einer grobkörnigen Eiemast«. Der Straßen- verkehr wurde stellenweise stark behindert, da die Gleise der Straßenbahn schlüpfrig wurden und die Eisschicht an den Schutzscheiben der Wagen die Wagenführer an der Sicht stark behinderte. Die Straßenzüge rechts und links der Hochbahn waren beim Vorüberfahren der Schnellbahn fortgesetzt blitzartig erleuchtet, da durch Stromstörungen infolge der Eisbildung mächtige Funkengarben unter den Wagen hervorschosten. Glücklicherweise ist es bisher nicht- zu schweren Unfällen gekommen. Auf den Rettungsstationen wurden bis um 9 Uhr nur drei Leichtverletzte behandelt. Nadiofilvester. Moskau über die Heldentat.- London an die Zugend. Der kommunistisch« Lausbubenstreich gegen die Rede des Reichs- Präsidenten wurde zunächst in Moskau verschwiegen, dann aber später erzählt« der Moskauer Rundfunksprecher der Komintern mck großer Genugtuung von dieser„Genietat" der Berliner Kommu- nisten. Man sagte in Moskau wörtlich:„Es werden Zeiten kommen, in welchen der Berliner Sprecher sich mit dem Ruf melden wird, hier ist Sowjetdeutschland I" Am Silvesterabend sandte der Moskauer Rundfunk seine deutschsprachige Siloesterfeier. Max Hölz, Egon Äisch und der Katzenellenbogen-Regisseur Piscator sprachen zum deutschen Proletariat. Die Sendungen waren voll der aggres- sivsten und dümmsten Phrasen gegen die Sozialdemokratie. Hitler ließ man ganz in Ruhe. Milckärmusik und militärische Szenen aus der Roten Armee umrahmten die Siloesterfeier der Sowjets. In London feiert« man in einer anderen Weise das Neujahr. Die Sprecher des englischen Rundfunks ergriffen in beinahe allen Sprachen Europas das Wort, um zur Jugend aller Länder für den Frieden zu sprechen. In ernsten Worten sprach man zu den jungen Menschen Europas, die noch nicht in dem Schützengraben gelegen haben, und die deshalb die Schrecken des Krieges nicht kennen. „An euch liegt es", so rief es aus London,„ein neues furchtbares Blutvergießen zu verhindern. Korrigiert die Fehler der alten Generation! Möge sich die Jugend Europas nie mehr mck Mordwaffen in der Hand gegenüberstehen. Das Jahr 1932 sei ein Kampfjahr für den Frieden und Ihr, die Jugend, werdet die Sturmbataillone des Friedens sein!" In diesem Sinne war die große SUoesterfeier des englischen Rundfunks gehalten. Auch aus Skandinavien rief man Friedenegrüße in den Aether und spät nachts tönte der letzte Gruß aus England und aus Amerika über den Ozean.„Prosit Neujahr for Germany!" China leistet Widerstand. Truppen nicht aus der Mandschurei abberufen. Ranking, 2. Januar.(Eigenbericht.) Der stellvertretende chinesische Ministerpräsident hat erklärt, daß die Pressemeldungen, wonach sich die chinesischen Truppen ohne Widerstand zu leisten aus der Mandschurei zurückziehen, nicht der Wahrheit enisprächen. Die Zentralregierung habe im Gegen- teil den Marschall Tschanghsueliang aufgefordert, dem Vorrücken der japanisben Truppen energischen Widerstand entgegenzu- setzen. Die Provinzialregienrng von Tschintschau befinde sich noch in dieser Stadt. Unterdessen setzen die Japaner ihren Vormarsch in der Mond- schüre! fort. Nach einer Meldung aus Tokio ist die Borhut der japanischen Truppen am T-aling-Fluß zwischen Kupangtse und Tschintschau eingetroffen. Das Gros der Truppen hat Kupangtse besetzt. Raubüberfälle in Westdeutschland. Bahnhof Bottrop um 56 500 Mark beraubt. Essen, 2. Zaauor. In B o kl r o p raubkeu am Silvesterabend auf dem Bahnhof zwei maskierte mit pistoleu bewaffnele Burschen eine Geldkiste mit 56 566 Mark Zuhält. Während der eine Bursche mit der Geldkiste flüchtete, stürzten sich die Postbeamten auf den anderen, der mehrere Schüsse abgab. Die Täter sprangen dann vom Bahnsteig über einen Zaun und be- stiegen ein bereitstehendes viersitziges Auto, das wahrscheinlich in Richtung Essen abfuhr. Die Verfolgung blieb bisher ergebnislos. Die Post hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 566 Mark und außerdem 5 Prozent des wiederherbeigeschafften Geldes ausgesetzt. Ein zweiter Raubüberfall wurde am Donnerstag nachmittag in Herne verübt. Drei unbekannte Männer drangen mit vorgehaltenen Revolvern in die Commerz, und Privat- dank an der Bnhnhofcstraße ein und raubten aus der Bankkaiie etwa 1666 Mark in Papiergeld sowie eine Menge Silbergeld. Darauf verließen sie eiligst die Bankräum« und verschwanden unter den Fußgängern auf der Straße. Straßenbahnunglück in Lüiiich. Brüssel. 2. Januar. In Lütt ich fuhr ein Straßenbahnwasen infolge Ber» sa g e n s der Bremse auf einer abschüssigen Straße in ein Haus hinein. Ein Fahrgast wurde getötet und 25 andere erlitten schwere Verletzungen. Ganze Gchiffsbesahung erirunken. Estländischer Vampfer untergeoangcn. Reoal. 2. Januar. Wie die Blätter melden, steht es jetzt fest, daß der estländlsche Dampfer„Lira", von dem bei Rositten(Ostpreußen) Rettungsringe und Korkwesten angespült wurden, während der letzten Stürme in der Ostsee untergegangen ist. An Bord des Schiffes befanden sich außer der siebzehnköpfigen Mannschaft noch drei Fahrgäste, die alle den Tod in den Wellen gefunden haben dürsten. Unter den zwanzig Schiffsinsassen befanden sich fünf Frauen. Der 1366 Tonnen große Dampfer hatte England mck einer Ladung Kohle bereits am 11. Dezember verlassen._ In dem Artikel„<£& gehl um die Selbstverwaltung" in der Neujahrsnummer des„Vorwärts" haben sich ein.ge Druckfehler eingeschlichen. Es muß im zweiten Absatz der zweiten Spa te heißen:„Diese„Auslegungen" hatten aber nachträglich nicht die Kraft, das, was in der preußischen Sparverordnung und in den nachfolgenden Durchführungsbestimmungen entholten war. ungültig zu machen." In dem Abschnitt, der von den bevorstehenden Etat- beratungen für 1932 spricht, muß es richtig heißen.„.. nicht besteht in einer willkürlich aufgebauschten Kritik am Berliner Ober- bürgermeister oder im Abrücken von ursprünglich m i t gefaßten Beschlüssen, sondern in einer verantwortungsbewußten, ernsten Mit- arbeck in den gegenwärtigen schwierigen Zeckon." Lugendwohlfahrt/Krise/Notvewrdnung (5in Lleberblick und ein Vorschlag/ vo» Fuck»« In der Verfassung steht es und ebenso im Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt: ein jedes deutsches Kind hat Anspruch auf Erziehung zur geistigen, leiblichen und seelischen Tüchtigkeit. Die Regierung, das Volk— alle müssen sich klar darüber sein, daß es gegenwärtig um die Zukunft Deutschlands geht. Sollen wir eine ganze Generation körperlich, seelisch, moralisch verlieren? An den vorschulpflichtigen und schul- Pflichtigen Kindern wird ungeheuer gesündigt, chier kann aus Platz- Mangel diesmal nur von den Schulentlassenen gesprochen werden. -1. Lage der Schulenilassenen Der Umfang der jugendlichen Erwerbslosigkeit läht sich nicht ganz genau feststellen. Eine vorsichtige Schätzung soll ergeben, daß immer 10 Proz. aller Erwerbslosen sich im Alter von 14 bis 21 Jahren befinden. Andere schätzen einen Durchschnitt von IS Proz. Im Herbst 1931 sollen es insgesamt 713 OVO gewesen sein. Man nimmt an, daß die Zahl im Lause des Winters bis auf I Million steigen wird. Aber auf ganz genaue Zahlen kommt es ja gar nicht an. Wir wissen, daß die Erwerbslosigkeit der Jugendlichen groß ist und was sie bedeutet. Die Arbeitslosigkeit ist deshalb um so gefährlicher, weil ihre Dauer lang ist, weil die Jugend eine geringere oder meistens gar keine Unterstützung be- kommt und die schlechte soziale Lage der Eltern und die Wohnungs- enge den Zustand verschlimmern und weil Arbeitsmangel und unge- regeltes aussichtsloses Leben in dieser Altersstufe am gesähr- lichsten ist. Jeder junge Mensch muß Illusionen haben, muß ein Ziel vor sich sehen, das ihn lockt. Wie kann ein Jugendlicher sich ein Ziel stecken, wenn er alle Wege in eine Zukunft verbaut steht, die ihm Existenz- und Lebens Möglichkeiten geben soll? Sind sich die Be- Hörden über die Gesamtlage klar? Ja, sie sind es. Das sehen wir aus allen Erlassen. Rur die Konsequenz wird nicht gezogen. Gibt es keine Möglichkeit zur Minderung der materiellen, der geistig seelischen Rot? Es ist kein Geld da, so hallt es uns entgegen. Aber wir fragen: Wird durch die Finanznot auch nur in einem Teil die Verantwortung und die Pflicht zur Hilfeleistung an der durch Erwerbslosigkeit betroffenen Jugend aufgehoben? Sollen wir zusehen, wie sich für die Füllung der Arbeitshäuser, Gefängnisse. Zuchthäuser alle Vorbedingungen erfüllen? Die Not beseitigt Hem- mungen, lockert Begriffe von Eigentum und allgemeiner Sittlichkeit. Zu Zeiten der Not steigt die Kriminalität. Handlungen zur Erlangung von Mitteln, die das Leben den Jugendlichen versagt, werden als natürliches Recht idealisiert. Gewalthandlungen gegen Andersdenkende, gegen Polizei und öffenlliche Einrichtungen werden im Bewußtsein der Jugend als revolutionäre Taten glorifiziert. Rund 70 Proz. sämtlicher Vergehen und Ver- brechen Jugendlicher sind solche gegen das Vermögen, gegenüber einem Durchschnitt von 42 Proz. bei sämtlichen bestraften Personen. Die Jugend bis zu 21 Jahren erhält Unterstützung nur, wenn ihr kein samilienrechtlicher Unterhaltsanspruch zusteht und die dem zum Unterhalt Verpflichteten zur Verfügung stehenden Mittel nach den Bestimmungen der Krisenfürsorge noch gerade ausreichen. Der schon für das Erwerbsleben innerlich vorbereitete junge Mensch kommt durch den Entzug der Unterstützung in eine P r o t e st- stellung zum Staat, die sozialpädagogisch und politisch nicht zu unterschätzen ist Es gibt Jugendliche, die seit chrer Schulent- lassung noch keine regelmäßige Erwerbsarbeit kennengelernt haben. Es gibt Achtzehnjährige, die ihre Lehrzeit beendet haben, dann ent- lassen wurden, um nicht mehr in Arbeit zu kommen. Es gibt ange- lernte junge Arbeiter, bei denen mit 18 Jahren der Tariflohn stieg. Sic wurden deshalb entlassen. Es werden heute Lehrlinge erwerbs- los, weil die Firmen in Konkurs gehen. Sie sind nicht anspruchs- berechtigt, well die Beschäftigung auf Grund eines Lehrvertrages von mindestens zweijähriger Dauer versicherungsfrei ist Etwa 20 Proz der erwerbslosen Jugend, so heißt es, bezieht Erwerbslosen- Unterstützung Das Arbeitsbefchasfungsprogramm der preußischen Regierung lOktober 1930) versprach die Verlängerung der Schul- Pflicht um ein Jahr. Davon war bald keine Rede mehr. Di« gute Absicht wurde nicht verwirklicht, weil dos Geld fehlte. Neben den Vierzehn- bis Fünfzehnjährigen, die nicht von der Straße kamen, waren es die Junglehrer, die keine Stellung bekamen. Die seelische Not der erwerbslosen Jugendlichen ist groß Sie sind nicht nur erwerbslos sie sind beschäftigungslos. Minder- wertigkeitskomplexe entstehen. Häusliche Vorwürfe, manch- mal gar nicht so bös gemeint, au» natürlichem Unmut über die Not erzeugt, treffen hart. Das Schlimmste: Die Jugend fühlt sich als Spielball unsichtbarer Mächte. Junge Menschen dürfen sich nicht lange als Ausgeswßene der Gesellschaft betrachten Wie aber soll diese Jugend dann zu einer positiven Einstellung dem Staat gegen- über kommen? In der Arbeit liegt ein großes Stück Lebens- inhalt, s i e gibt kulturellen Auftrieb, s i e stärkt den Lebens- und Gestaltungswillen. Die Jugend will etwas erreichen! Dies ist die typische Form des Lebenswillens in der Jugend. 2. Möglichkeiten, zu helfen Es gibt Möglichkeiten, der Jugend zu helfen, sie— wenig- stens mit geringeren Schäden— über die Nöte der Zeit hinwegzubringen, wenn Reich Länder und Gemeinden, zusammen mit den vorhandenen Kräften aus der Bevölkerung, vor allem aus den Reihen der Jugendverbände und aus den Reihen der erwccbs- losen Jugend selbst, plan- und sinnvoll zusammenarbeiten. Man muß versuchen, durch eine Umorganisation die Ausgaben neu zu vertellen um so etwas zu ersparen. Aber bei dieser Neu- vertellung der Aufgaben muß in erster Linie auf die Ausweitung, die die Aufgaben erfahren haben, Rücksicht genommen werden. Wo ist die Forderung nach Umschulung geblieben? Die Arbeitslosigkeit ist heute so groß und die Vermittlungsaussicht für den einzelnen so gering, daß damit auch der bestgemeinte Um- schulungswille keine zweckoolle Aussicht hat. Heute kommt es schon viel mehr aus den pädagogischen Wert irgendeiner Beschäftigung an. Aber ganz stark kommt es an auf die Erhaltung und Ausbildung der Geschicklichkeit, ebenso aus die Erzielung einer gewissen Anpassungsfähigkeit körperlicher und geistiger Art. Der Wille und die Fähigkeit zum Umstellen muß elastisch erhalten werden, weil wir gar nicht wissen, wie sehr das der- künftige Arbellsmarkt braucht. Deshalb muß man aber auch bei allen Hilfsmaßnahmen davon ausgehen, daß man 1. damit die arbeitslosen Jugendlichen möglichst in ihrem ganzen zahlenmäßigen Umfang und 2., daß man sie dauernd erfasse« muß. Bei aller Größe der Finanznot müssen sich alle Stellen darüber klar sein, daß dazu Mittel notwendig sind. Wir brauchen Heime in der Stadt. Wir brauchen eine Beschäftigung, die für den Jugend- lichen einen Sinn hat. Der junge Mensch soll essen, sich wohlfühlen, er will sauber und warm gekleidet sein. Er darf sein Selbstbewußtsem nicht verlieren. Es müssen echische Werte in ihm geweckt und gepflegt werden. Vor allem muß er sozial ausgerichtet werden, er muß in der Gemeinschaft von Menschen einen Sinn sehen und einen Halt finden. Aber— alle finanziellen Maßnahmen leiden unter einer großen Zersplitterung. Die Kunst wird im Zusammensassen der Mittel und Kräfte bestehen. In die Aufbringung der öffent- lichen Mittel teilen sich: Arbeitsminister, Reichsminister des Inneren, Reichsarbeitsamt, Länder und Gemeinden. Die behördlichen An- Weisungen gehen von den Möglichkeiten des notverordneten fre:- willigen Arbeitsdienstes aus. Dieser hat unzweifelhaft seine Gefahren, wenn er sozial. psychologisch und pädagogisch falsch angewendet wird Aber er bietet auf jeden Fall die Möglichkeit, eine um- fassende Arbeit am jugendlichen Menschen und zusammen mit ihm für andere zu leisten. Da der erwerbslose Jugendliche ebenso wie der ältere Arbeiter im freiwilligen Arbeitsdienst selbstverständlich niemals solche Arbeit leisten darf, die dem Arbeitsmarkt Lohnarbeit entzieht, ist die Verbindung von praktischer Schulung?- und sozialer Arbeit mit Bildungsmaßnahmen, die die allgemeine körperliche und geistige Ertüchtigung zum Ziel haben, unter allen Umständen geboten. Eine rein negative Einstellung zun» freiwilligen Arbeitsdienst können wir uns, angesichts der großen Gefahre« für die Gegenwart und Zukunft, einfach nicht leisten. 5. München als Vorbild Das beste Beispiel einer guten umfassenden Arbeit scheint mir das M ü n ch e n e r zu sein. Man hat dort einen Jugenddienst eingerichtet. An der Arbeitsgemeinschaft sind beteiligt: Das städtische Wohlfahrls- und Jugendamt, das Arbeitsamt, Vertreter der Hand- werks- sowie der Industrie- und Handelskammer, der freien und christlichen Gewerkschaften, der Arbeitsgemeinschaft für öffentliche und freie Fürsorge, außerdem Jugendpflege und Fürsorgevereine, Turn-, Sport- und Frauenoereine, Presse und Rundfunk. Die Auf- gaben dieses Ortsausschusses beschränken sich auf die Herausgabe von Richtlinien, Aufbringung und Vertellung der Mittel, Bereit- stellung der Arbeit(Entgegennahme der Meldungen über auszu- führende Arbeiten, Prüfung und Weiterleitung an das Landes- erbeitsamt), die Unterstützung und Ueberwachung der Werk- gemeinschaften. Diese letzteren erfüllen die wichtigste Funktion. Ihre Träger sind Jugendpflege und Jugendfürsorge- und Frauen- vereine. Gewerkschaften, Standesvereine und Innungen. Don dem rrganisatorischeu aind pädagogischen Weitblick und Verständnis dieser Träger der Werkgemeinschaften hängt die Gestaltung und Lebendig- keit des ganzen Unternehmens ab Als Jugendliche angesehen werden Erwerbslose beiderlei Geschlechts von 16 bis 21 Jahren. Sie werden in Tagesheimen zu Werkgemeinschaften von 30 Personen zusammengefaßt, die noch Geschlecht, Gesinnung?- gemeinschaften und nach Berufen(Fachgruppen) gebildet werden können. Auch innerhalb der Werkgemeinschaften können noch Zweckmäßigkeitsgliederungen vorgenommen werden. Die Träger der Werkgemeinschaften(Organisationen) beschränken sich aus Ober- aufsicht und Verantwortung. Zur Leitung(Gruppenführer) werden Erwerbslose bestellt(Facharbeiter, Junglehrer, Studenten), die aber Arbeit, Unterricht und Sport mit der Gruppe teilen müssen. Es ist weitgehende Selbstverwaltung der Heime vorgesehen. Die Disziplin soll in freiwilliger Einordnung und Unterordnung bestehen. Wer das nicht kann, muß schließlich(vom Arbeitsamt, Wohlfahrtsamt) ausgeschlossen werden. Auch die Einrichtung, In- standhaltung und die für die Verpflegung notwendige Arbeit wird von der Gruppe selbst besorgt. Bei der Einrichtung und Instand- Haltung der Heime(Reparaturen) ist ein Austausch mit anderen Werkgemeinschaften möglich. Die Beschäftigung dauert täglich vier Stunden, viermal zwei Stunden wöchentlich dienen dem Unterricht, zweimal zwei Stunden dem Sport Im Heim werden die Mahl- zeiten eingenommen und auch die Freizeit verbracht. Die Teilnahme am Jugenddienst ist freiwillig. Verweige- rung oder Aufgabe der Teilnahme führt nicht zum Verlust der Unter- stützung weder beim Wohlfahrtsamt noch beim Arbeitsamt. Die Teilnehmer übernehmen aber mit der Anmeldung zum Jugenddienst eine moralische Verpflichtung zum regelmäßigen Besuch während der ganzen Dauer. Wenn der Jugendliche auf dem freien Arbeitsmarkt vermittelt werden kann, scheidet er aus dem Jugend- dienst aus Der Jugenddienst schafft kein Arbeitsverhältnis»m Sinne des Arbeitsrechts Er bczründet keine Anwartschaft auf Alu (Arbeitslosenunterstützung), Im übrigen gelten alle Bestimmungen über den freiwilligen Arbeitsdienst auch für den Jugenddienst. Während ihrer Teilnahme am Jugenddienst sind die Jugendlichen von der Stempelpflicht beim Arbeitsamt befreit. Di« Stemvelpflicht vollzieht der Träger der Arbeit. Für die Versicherung gelten die Bestimmungen des freiwilligen Arbeitsdienstes. Für die Nebenoeranstaltungen(Sport) ist eine Pauschalversicherung geschaffen. Als praktische Arbeiten kommen«n Betracht: 1. Arbeiten für die Jugendliche« selbst: a) Deckung des persönlichen zusätzlichen Bedarfs der Jugend- lichen: b) Einrichtung und Instandsetzung der Tagesheime: c) Arbeiten für andere Werkgemeinschaften. 2. Arbeiten für die hilfsbedürftig« Bevölkerung: a) Zusätzlicher Bedarf an Schuhen, Wäsche, Kleidern. Möbeln, Matratzen, Vorhängen. Taschen, Korbwaren u. a. Metallwaren und Ausbesserungsarbeiten für vom Wohlfahrtsamt oder von karita- tioen Vereinen benannte Familien: b) Helferdienst bei hilfsbedürftigen Familien. 3. Arbeiten für gemeinnützige Einrichtungen: a) Herstellung von Einrichtungsgegenständen für die Wärme- stuben, Suppenkllchen, Wäscherei für ledige Erwerbslose, Flickstuh« für Erwerbslose: i>) Transport- und Einlagerungsarbeiten, Holzsammeln für die Nothllse, Kochen für die Kinderspeisungen, c) Einrichtung von Jugendheimen, Herstellung von Sportplätzen, Spielplätzen, Einfriedungsarbeiten, Anfertigung von Spielgeräten. Die Jugendlichen erhalten: Frühstück, Mittagessen, Vesper. Taschengeld, Arbeitskleidung leihweise, Gelegenheit, aus den vom Jugenddienst gefertigten Gegenständen einen Zusatzbedars an Kleidern, Wäsche, Schuhen bis zu SO Proz. der Muterialkosten zu decken. Zur Finanzierung: Das Hilfswerk ist im weitesten Maße aus Unentgeltlich- keit aufgebaut. Die für das Iugendwerk notwendigen Arbeiten müssen von den Jugendlichen selbst verrichtet werden, Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände sollen von ihnen selbst gefertigt werden. Die Oberaufsicht und die leitenden Arbeiten werden ehrenamtlich von den Trägern der Arbeit oder von Personen, die sich dem Hilfs- werk zur Verfügung stellen, geleistet. Der Unterricht wird von den Lehrkräften im Rahmen ihrer Pflichtstunden, soweit er das Pflicht- stundenmaß übersteigt, ehrenamtlich erteilt Sport- und Spielleiter stellen die Sportvereine aus ihren Mitgliedern unentgeltlich zur Verfügung. Räume, Werkzeuge, Material werden von der Bevölke- rung unentgeltlich oder leihweise erbeten. Kosten entstehen demnach für den Unterhalt der Jugend- lichen. Hierfür werden an.den Träger der Werkgemeinschaft ver- gütet pro Person und Wochentag: für Verpflegung(Frühstück, Mittagessen, Vesper) 70 Pf, für Unterhalt des Tagesheims(Licht und Beheizung) pro Person und Wochentag 10 Pf, für Taschengeld an den Jugendlichen, für die Pauschalversicherung. Diese Kosten werden aufgebracht: Bei Jugendlichen, die entweder selbst oder deren Eltern in Unterstützung des Wohlfahrtsamtes stehen, durch das Wohlfahrtsamt in Höhe der Unterstützung. Bei Jugendlichen. die Arbeitslosen- oder Krisenfürsorge beziehen, durch eine vom Arbeitsamt im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes zu zahlende Pauschale von 2 Mark pro Arbeitstag. Bei Jugendlichen, die nach der Notverordnung vom S. Juni 1931 keinen Anspruch auf Arbeits- losen- oder Krisenunterstützung haben, durch den Reichszuschuß. Pauschale von 2 Mark pro Arbeitstag Für Jugendliche, die weder vom Wohlfahrtsamt noch vom Arbeitsamt Unterstützung beziehen können, zahlt das Hilfswerk(Nothilfe oder Winterhilfe). Kosten entstehen ferner: Für die Bezahlung der Gruppenführer. Soweit die Gruppenführer erwerbslos sind, können sie, wenn sie die Voraussetzungen- erfüllen. Bezahlung als Wohlfahrtsarbeiter erhalten. Nur in Ausnahmefällen kann Ent- schädigung vom Jugenddienst gewährt werden. Von dem Barlohn werden die Unkosten für den Unterhall mit 80 Pf, täglich angerechnet. Es stecken in diesem Jugenddienst deshalb große pädagogische Werte, well die geleistete Arbeit zum Teil für die erwerbslosen Jugendlichen selbst, zum Tell für die übrige hilfsbedürftige Bevölke- rung geleistet wird. Materielle und ideelle Vorbedingung ist die Miteinstellung der N o t h i l f e. Der theoretische Unterricht gibt das Mittel, den Sinn des ganzen Jugenddienstes zu verdeutlichen und zu oertiefen. Die Möglichkeit der weltanschaulichen Zu- sammenfasfung haben sich die Münchener Arbeiterorgani- sationen zunutze gemacht. Ortsausschuß des ADGV-, Arbeiterwohl- fahrt. Sozialistische Arbeiterjugend und Arbeitersportkartell haben die Durchführung selbst übernommen. Sie haben eine„Vereint- gunq Jugenddien st der freien Arbeiterbeweaunz im Verein Arbeiterwoblfahrt München e. V." gegründet. So ist auch das beste Beispiel gegeben, wie man mit den Behörden und den Organisationen der freien Wohlfahrtspflege ein Stück zusammengehen, aber dann auch zugleich wieder eine gute Arbeitsteilung vornehmen kann, die ein befriedigendes Arbeiten ermöglicht. Silvester im Schiller-Thealer. Jtameaa, Dibo, Goetze:„Die göttl che Jette". Shakespeare, Meliere und Tristan Bernard, die ihr Schau- spielerpersonal beim Dichten stets beblinzeln, würden ihre deutschen Kollegen Rameau, Bibo und den Musiker Walter W, Goetze beim Ohr gezaust haben, hätten die drei Lucle Mannheim nicht die Hauptrolle auf den Leib geschrieben. So verfaßten sie für Luci« Mannheim etwas, was zugleich Gesangsposse und Rührstück, Bier- mimik und Siloesterkladderadatsch, kurz etwas Ulkiges, Erfreuliches ist. Man läßt sich von dem angenehmen Bewußtsein schaukeln: die da oben auf der Bühne verstehen ihr Handwerk, wenn sie damit auch gelegentlich herumschludern, wenn sie auch zu naiv auf Applaus spekulieren, wenn sie auch ihr bescheidenes Teil dazu bei- tragen, daß Berlin immer tiefer in Operettenduseligkeit verdattert. Trotzdem darf das Schillertheater weder der Not noch der Notverordnung, noch ihrer schlimmsten Folge, der Amüsieröde. ganz und gar zum Opfer fallen. Lucie Mannheim, von Fehling an der Volksbühne groß- gezogen, wirtlich ganz groß, darf sich heute parodieren. Da sie im Besten und Bösen eine Verführerin zur ungemischten Heiterkeit sein kann unterhält sie entzückend. Sie zieht den Kenner aufs Geschmack- vollste an ihr zärtliches Schauspielsrinnenherz, Lucie Mannbeim, das ist Berlins zärtlichste Soubrette, eine junge Frau mit tragis�er Einfalt und kindisch-komödiantischer Vielsalt, eine geschmeidige Katze und Meisterin de? süßen Redens und der hingebungsvollen und hinreißenden Volkstümlichkeit. Außerdem ist sie diesmal auf der Bühne eine echte Spree- und Pankeschnäuzchen-Berlinerm und spiell ein Mädel mit Theatergenie. Eben noch nix, dann fix alles, was an Glück möglich ist, sogar Gräfin, Gräsin!, und man denke: sie pfeift auf die ganze Gräsin! Und Hallo, zurück an die Schmiere. zurück aufs Theater, nee. ufs Theater. „Die götlliche Jette" ist handsestes Theater. Das heißt: es wackelt im Verstand, aber sonst wächst, blüht und gedeiht es. Alle Mitfeiernden, all« Mitspieler, alle in bunter Reihe Aufzuzählenden. alle auch nicht Genannten tun ihre Komparsenpflickt für Lucie Mannheim. Leibell, Senta Söneland. Loos. Menzel. Rosa Pategg usw. usw. Nimmt man dem Schillertheater die E x i st e n z s o r g e n ab. zwingt man es nicht mehr zum Konjunkturschmus, dann braucht es nicht mehr mit dem Rosetheater zu konkurrieren. Dann brauch» es nicht mehr die Retterschen Operettenramschbazare zu beneiden. dann kann es wieder aus eigener Kulluriurage leben. Nock» ist es Zeit, das Schillertheater zu retten. Max HocMorf. Sechs vom Ringverein. Verhaftungen in der Affäre am Stuttgarter Platz. Am ZO. Dezember v.?. mar es in dem Lokal„Stadl Dresden" am Stuttgarter Plah in Charlotten- bürg zwischen den Mitgliedern eines Rmgvereins und dem Wirk. sowie anwesenden(Söslen zu einer schweren Schlägerei gekommen, bei der die Ringlcute dos Lokal demolierten. Kriminalkommissar Geisler, der mit der Untersuchung beaufiragl wurde, hat seht energisch zugegriffen und sechs der Mitglieder des Vereins, darunter auch den vorsihenden. verhaflel. Die Mitglieder des Vereins„Treue Freunde" waren der Polizei bekannt. Am Donnerstagabend noch wurden einige von ihnen in chren Quartieren aufgestöbert und festgenommen. Die Zeugen des Vorgangs in dem Lokal hoben in den Verhafteten einige der Täter wiedererkannt. Die Angelegenheit nimmt aber größeren Umfang an und es ist in Kurze mit weiteren Aerhaftun- gen zu rechnen. Bei ihrer Vernehmung bestritten die Ringleuts, den Ucberfall verabredet zu haben: sie olle wollen„zufällig" in eine Schlägerei vorwickelt worden sein. Die Leute werden sich jeizt nicht nur wegen Raushzndels, sondern auch wegen Landfrieden bruchs zu verantworten hoben. Bekannt- lich war der Vorfigcndc noch der Schlägerei zu dem Wirt des Lokals gekominen und hatte diesen ersucht, von einer Anzeige Ab- stand zu nehmen, da der Berein„Treue Freunde" in einer Ver- sicherung sei, die de» angerichteten Schaden sofort bezahlen würde! Die Leute erklärten weiter bei chrer Vernehmung, daß sie keinesfalls sich an dem Wirt des Lokales dafür rächen wollten, daß er nicht eines ihrer Mitglieder als Kellner anstellte. Das trifft aber doch zw Schließlich gewinnt die Affäre noch dadurch ein besonderes Aussehen, daß es die Leute vom Verein„Treue Freunde" auch auf einen Mann al'gefehen hatten, der Gast des Stammtisches in der„Stadt Dresden" war und den sie gern als Mitglied anwerben wollten. Der Mann hotte ober das Ansinnen abgelehnt. So murdc denn auch einwandfrei ermittelt, daß die Ringleute bei dem Urberfall sich sofort erst auf diesen Mann stürzten, um ihn nieder- zuschlagen. Nichtsdestoweniger leugnen sie es ab, den Ucberfall verabredet zu haben. Kinderbescherung in der Feuerwache. Am ersten Neujahrstag hatte sich die F c u e r w a ch e R e i ch e n- berger Straße 27 Kinder Erwerbsloser eings- laden, um sie zu Weihnachten zu bescheren. Sorgfältig waren die Geschenke ausgesucht, und was kam da alles zum Vorschein. Außer Unterwäsche und dem Bunten Teller wurdcn noch Spielsachen ver- teilt. Die Kinder wurdcn, sowie die Eltern, die sie begleiteten, mit Kaffee und Kuchen bewirtet und dann wurde der Rest des Kuchens noch eingepackt. Die Pakete wurden immer größer. Eingeleitet wurde die Feier von der Kapelle der Feuerwehr, und beim brennen- den Tannenbaum wurde geschmaust. Der Brandmeister hielt eine kurze, aber gut durchdachte Ansprache, und dann wurde beschert. Der Genosse Z e ch e r t, der auch geladen war, dankte im Namen der Anwesenden und fand auch warme Worte für die Opferfreudig- kcit der Feuerwehrleute, Er betonte, daß die Feuerwehrleute alle treu zur Republik standen, und da sie mit die Stützen der Republik sind, hoffe er, daß es immer so bleiben würde. Es waren wirklich ein paar frohe Stunden, die zur Nach- ohmung anregen sollten. Auch die Arbeitcrwohlfahrt, die einige Kinder aussuchen durste, dankt der Feuerwache Rcichenberg herzlich. Aasksböhiic. Insolge des ümalls von Karl Heinz Martin mußte die S'dlfebufmc eine Umdisposition tu der Reihenfolge der geplante« Stück« dornebmen. Als nächste Premiere, folgt die Ausführung von Moi'sis Drama„Ter Gefangene" mit Albert Dasicrmaiin in der Titelrolle. Die Regie führt Jacob Geis. Die Bühnenbilder entwirft Julius von Borsody. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postaufloge bei. Theater der Woche. Vom 3. bis 11. Januar 1932. Volksbühne: Theater am Bülawplaj! Die Scotzlierzogin von Gerolstein. 3. l1!t tlhr. Tonzmatiuec: Palucca. 10. lPH Uhr. Liedcrmatince: Mario Jvogrün. Slaals-Theater: Oper Unter den Linden: 3. Götterdämmerung. 4. Gavalleria Rusticona. Vajazzi..>. Lost fan tutti. 6. Macht des Schicksals. 7. mib S. Swfoni-lonz-rt. 10. Carmen. 11. Boheme., Städtische Oper, Chnrlattcnbnrg! 3., Ii. Troubadour. 4. Zar und Zimmer. mann. Z. Boheme. 6. Die verkausie Braut. 7. Macbeth. 8. Carmen. 10. Die Walküre. II. Die Afrikanerin._,....„ Staatliches Schanlpieth«»»: 3., 4., 6., 7., 10. und IL Nauhnacht. o. und 8. Wallendeins Tod. 9. Charlcns Tante, Schider.Thcater: 3., 4., 0. und 3. Dattcrich. 0., 7,, S,, 10. und ll. D>- göitliche Zetir. Thealcr mit festem Spielplan: Ztur»ü?st, Uhr Gitta Aipar in Die Dabarry Preise v. 0.50 M an Theater desWestene Täglich 8'/« Uhr [Carl ja.-.en in Der VoBelhändler Marg. S.czak Lolie Carola Pieise von SO PI. an Oeotsmet meaiei 8 Uhr Der Raab der Sabinerinnen Kegie, Hans Deppe Albert Bassermann, Felix Bressart L Hötlich, R chard Die Komödie m Uhr Die nemo-Banü von Lou.s Verneuil mit HaxPallenberK I BtlDg-TllBatll Täglich 81/* Uhr floröen peius ans gal! 6rete Mwbfin, Max Himn OTcfacsl.Dalo« ßela RurlBrsiendamm- Titeaier I 448- S'/» Uhr Gschi. dJafrirtt-Pimlakt. Haha fionny von Brecht u VVeill lau.: lidirr. In k. Uitini: von Zitnlinsky Rose- Theater inb Fmklcrin Stull iL Id. 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Die Preise fallen, weil die Kaufkraft der Massen der städtischen Verbraucher infolge von Arbeitslosigkeit und wieder- holten Lohnkürzungen ungeheuer gesunken ist. Die Preise fallen, weil euch die Verbraucher auch wegen der übertriebenen Preissteigerung durch den Zwischenhandel von euren Erzeugnissen, eurein Vieh, euren Eiern, eurer Milch und eurer Lutter zu wenig abkaufen können. Schieles Hilfe gilt nicht euch, sonder« nur einer kleinen Schar ostelbischer Junker. Diese sollen durch hohe Getreidczölle und Geschenke aus der Oschilfe vor dem Untergang gerettet werden. Hunderte von Millionen sind umsonst an die Junker vertan. Die Katastrophe des oftelbischen GrotzgruillZ- besitzes ist aber nur verzögert, nicht beseitigt. Bauer und Arbeiter in Land und Stadt haben dafür die Kosten aufbringen müssen. Außerdem werden dem Bauern, der für sein Geflügel und seine Schweine Gerste und Mais zukaufen muß. diese Futtcrniittel durch die Getreidezölle unerträglich verteuert. Für diese Agrarpolitik sind die sogenannten Führer der Land- Wirtschaft, die sich„Grüne Front' nennen, verantwortlich. Das sind auch heute noch jene ostelbischcn Großgrundbesitzer, deren Versagen vor dem Kriege und während des Krieges an dem Unglück unserer Zeit ein gerütteltes Maß der Schuld trägt, jene Minderheiten von Adligen und Juntcrn, denen der November 1318 ihre Vorrechte geraubt hat, und denen nun die Bekämpfung der neuen Staatsordnung und die Verhinde- rung einer Volksherrschaft wichtiger ist als die Versorgung des Volkes mit guten und preiswerten Lebensmitteln. Ihr Ziel ist die Wiederherstellung ihrer früheren Klassenherr- schaft, die Ausbeutung der arbeitenden Masten zugunsten adliger Grundrentner. Wer sind die getreuesten Helfer der Großagrarier? Tie Nationalsozialisten! Ten Bauern versprechen sie Befreiung von der Zins- kncchtschaft, den Landarbeitern kostenloses Tiedlunns- land. Ist das ihr wahres Gesicht? N c i n!! Sie denken gar nicht daran, diese Versprechungen einzulösen, well sie von den Großbanken und dem Großgrundbesitz misgehalien werden und nichts tun dürfen, was die Interessen dieser Kreise verletzt., Sie wolle» dem kleinen Pächter den Pachtschub nehmen. Ter Großgrundbesitz dagegen soll un- angetastet bleiben. Das Hot Hitler selbst entgegen dem ursprünglichen Parteiprogramm der Nazi? erklärt. Die Sozialdemokratie verlangt demgegenüber getreu ihrem Agrarprogramm eins radikale Aenderung dieser bauernfeindlichen Jntcressenpolitik. Sie fordert: 1. energische Senkung der durch Kartelle hochgehaltenen Preise für Kunstdünger, Baustoffe, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte; 2. sofortige Herabsetzung der Preise für Futtcrgetreide und Futter- mitte! zur Förderung der Veredelungswirtschaft: 3. enge Verbindung der Landwirte und ihrer Genossenschaften mit den Konsumgenossenschaften zur Ausschaltung unnützer Zwischen- Handelsgewinne; l. keine Verschwendung öffentlicher Mittel zur Stützung doch zu- sammenbrechender ostelbischer Großbetriebe; statt dessen blllige Ansicdlung von Bauernsöhncn und Landarbeitern im deutschen Osten; ö. Verbesserung des landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungs- wssens; Förderung der landwirtschaftlichen Produktions- Umstellung auf die Bedürfnisse des Marktes; 6. Schutz der Kleinpächter gegen willkürliche Kündigung und Pocht- zinserhöhung durch ein Pachtschutzgesetz, das Dauergeltung haben muß. Deutsches Landvolk, stärke die Sozialdemokratie und damit die breite Front derer, die für das Wohlergehen und die wirtschaftliche Sicherung aller arbeitenden Schichten kämpfen. Damit dienst du deinem Volke und dir selb st I Agrarpolftische Zentrale beim Vorstand der Sozialdemokratischen Partei _ Deutschlands. Vom Ewigen und Vergänglichen Musik in der Reujahrsnachi Lindenoper:„Die Geisha." Es ist eine alte Geschichte, dach bleibt sie ewig neu: Staats- opern sollen keine Operetten spielen. Nicht etwa der Weihe des Hauses wegen oder gar, um geheiligte Traditionen nicht zu verletzen, sondern aus stilistischen Gründen. Räumliche Dimensionen, Personenmaterial und Darstcllungskonventwn einer großen Oper bedingen eine Aufmachung, die den sogenannten Äin- dern der heiteren Muse nur abträglich sein kann— es kommt da leicht zu einer Hypertrophie der Operette, die um so peinlicher wirkt, je größer dos Mißverhältnis zwischen innerem Gehalt(der ja hier meist nicht einmal angestrebt, geschweige denn erreicht ist) und äußeren Mitteln wird, Mitteln, die schließlich zum Selbstzweck avancieren: aus Operette wird im Handumdrehen Revue. Nur ohne deren nackte Ehrlichkeit und— leider— ohne deren virtuose Bravour. Silvestcrunterhaltung und Neujahrsgesckcnk der Lindenoper:„Die Geisha" von Sidney Jones, eine der Herrlichkeiten der neunziger Jahre, in unseren Tagen(warum eigentlich?) bereits renaissancefähig geworden. Laban, der Jnszcnator, versucht eine Wiedergeburt aus dem Geist des Tanzes, ohne amüsante oder gar neue tänzerische Einfälle aber, und qualvoll konventionell in jeder Bewegung; einSeekadetten-Saluticren, Girlausmarschierenund Geisha- Getrippel, ein Armgeschlcnker und Beingerudcr in Massenaufgebot, das in mehr als einer Revue reichlich besser zu sehen war. Die Bühnenbilder A r e n t s sind teils mehr, teils weniger geglückt; am reizvollsten die stilisierten mit japanischen Zwischcnvorhänqen. Das letzte— eine japanische Straße, ein Farbengewirr aus taufend bunten Lampions— hatte großen Publikumserfolg und Beifall auf offener Szene. Die Bearbeitung(es ist jetzt große Mode, alle Operetten zu bearbeiten) stammte von Marcellus Schiffer. Seine Couplet-Tcxte. deren plalle Aktualitär sich mit den hiftori- fchcn Kostümen schlecht verträgt, lassen an Banalität nichts zu wünschen übrig. Musikalisch war die Aufführung bei Fritz Z w e i g in besten Händen. Lotte Schöne war als Geisha stimmlich ganz aus- gezeichnet, Eugenia N i k o l a j e w a eine pikante Julielle, Tilly de Gorma eine schmissige Miß, Waldemar Henke ein präch- tiger Chinamann. Max: Schipper(ein Gast von der Operelle) sieht gut aus, hat wenig Stimme und ist auch sonst nicht er- schüllernd. Max Ehrlich, ebenfalls Gast des hohen Hauses, mimt einen von Marcellus Schiffer frei dazu erfundenen Berliner, mimt ihn glanzvoll und sichert sich den Löwenanteil des Erfolges. Stoatsopern sollen keine Operetten spielen. Diese Geisha-Be- arbeitung,-Einrichtung und-Inszenierung, diese voluminöse Tanz- maskorade ist nur eiv Beweis für diese These. Und wenn sie's schon nicht lassen können: kann man bei den Wicderbelebungsver- suchen glücklich verstorbener Bergangenheitsschlager nicht vorsichtiger sein? Wenn die Geisha vor 35 Jahren ein saturiertes und arro- gantes europäisches Publikum amüsierte, ist damit gesogt, daß sie es heute noch tun muß? Etwas ganz anderes geschieht: der Auf- riß jener Zell und jenes Publikums wird sozusagen phantastisch transparent— ein Effekt allerdings, der kaum beabsichtigt gewesen sein dürfle. Volksbühne: Die Neunte Sinfonie. Forcierte Lustigkeil der Silvesternacht-, an allen Ecken und Enden, in allen Theatern, in allen Betrieben, als Opcrcllenschlager, als Tanzmelodie, überall ist Musik und überall ist sie nur Mittel zum kläglichen Zweck traditionell gedankenlosen Amüsements. Allein im Arbeitertheater am Bülowplatz, in der ausverkauften Volks» b ü h n e, da sitzen stille Menschen und lauschen einer Musik, die ihnen Auseinandersetzung ist mit dem Unendlichen, stärkstes geistiges Symbol und konzentriertestes Erleben, einer Musik, die nicht Rausch und Vergessen bringen sali, sondern Wachsein und Starkwerden— lauschen den Klängen der IX. Sinfonie, hingegeben an den Willen die Macht und Herrlichkeit Beethovens. Und um Mitternacht, wenn ein schweres Jahr einem nach schwereren Platz macht, wenn einer leidvoll dunklen Zukunft Tore sich auszutun scheinen, da betäubt nicht rasch verfliegender Jubel heimliche Angst; da krönen große Chöre des Meisters gewaltiges Werk und singen von Freude in Frieden, von Gleich- und Einssein aller Menschen: vonunserem Ziel in allen kommenden Kämpfen. Die schönste Feier im ganzen Reich, die schönste Feier der Welt. Fritz Stiedry dirigierte und riß das Philharmonische Or- chester und den Berliner Bolkschor— der sich die verdienstlichste Mühe gab— zu großer Leistung mit. Die Solisten waren Mia Neusitzer-Thönisicn, Hilde Ellger, Fritz Zohscl und Hermann Schcy. Arnold Walter. Gitta Alpar und der Rundfunk. Die bekannte Oparettensängcrin Gitta Alpar versucht sich in einem Berliner Mittagsblatt gegen den Vorwurf der Geldgier und der Starallüren zu verteidigen. Sie hotte ein Angebot des Rundfunks, am Silvesterabend gegen ein Honorar von 600 Mark zu singen, abgelehnt, well ihr der Rundfunk für zwei Proben nicht noch einmal 20« Mark bewilligen wollte. Gitta Alpar erklärt, sie habe in letzter Zeit wiederholt für die Winterhilfe gratis gesungen, bei der Veranstaltung des Rundfunks dagegen habe kein soziales Interesse vorgelegen, so daß sie auf ein angemessenes Honorar habe bestehen müssen. Bei der Höhe dieses Honorars müsse man berücksichtigen, daß die Stars, die Gagen, die„in ein paar Jahren des �'rfalges" verdient würden, über die Jahrzehnte des weiteren Lebens reichen müßten, in denen sie altes Eisen seien. Wir glauben nicht, daß diese Argumentation genügt. Max Pallenberg und Fritzy Massary sind, obgleich sie nicht mehr in den jüngsten Jahren stehen, auch heute noch nicht altes Eisen. Auch eine erhebliche Herabsetzung der Stargagen würde den Stars immer noch eine sehr angemessene Lebenshaltung gewähren. In die Hohe Taira Die Skifahrt der republikanisdien Winter-Sportler iSJer seine Skispur durch die deutschen Mittelgebirge und auch uurch die Mpen gelegt hat. den wird es zu weiteren Skitouren in die entfernteren Gebirgszüge treiben. So kam es, daß der Deutsche Wintersportverband, die Spitzenorganisation der republikanischen Wintersportler, zum Abschluß des vergangenen Jahres neben Weihnochtsfahrten nach dem Riesengebirge und dem chaxz, eine Skitour nach den Karpathen, und zwar in die Hohe Tatra ansetzt«. Nach einer recht anheimelnden Weihnachtsfeier im eigenen Klubhaus auf dem Berliner Stadion der republikanischen Sportler wurde die Fahrt am ersten Feiertag abends angetreten. Die Wintersportler haben nun schon einiges Training darin, Nacht- fahrten zu überwinden. Der«ine schwärmt für eine Lagerslätte im Gepäcknetz, der ander« schläft lieber unter einer Bank, wo er die Heizung aus erster Hand bekommt. Der Rest der Teilnehmer hat es sich auch diesmal wieder auf den Wagenbänken gemütlich gemacht In flottem Tempo ging's der tschechoflowakischen Grenze zu, und als man, durch das Nachlarland hindurch, immer näher dem ersehnten Ziel kam, wurde mit kritischen Augen die Schneehge gemustert. Etwas enttäuscht waren alle, als die Bahnbeamtcn be- richteten, daß seit drei Wochen kein Neuschnee gefallen sei. Nach fast 24stündiger Fahrt war man endlich am Ziel. Die Rucksäcke wurden dem Gepäckschlitten anvertraut, di« treuen Bretter, die, um besser steigen zu rönnen, mit Fellen bekleidet waren, mußten nun helfen, di« etwa 250 Meter höherliegende Hütte, das Popper- s««-Haus am Poppersee. zu ersteigen. Mit Taschenlampen wurde der Weg gesucht, mit Signalpfeifen wurde für stänoigen Zusammenhast der Kolonnen gesorgt. Durch dichtes Unterholz schlängelt sich der Weg in di« Höhe. Die Bordcrsten hatten, in Unkenntnis der Lage, den Karreaweg verlassen und waren in einen Fußsteig eingebogen, t!«r in steileren Windungen emporfiihrt. Da wurden die Markierungen immer dürstiger, bei einigen tauchten sogar Zweifel au», ob nnn überhaupt auf dem richtigen Wege sei. Schließ'ich brachten oerouv- geschickte Kundschafter die Nachricht, daß Wegweiser in tschechischer Schrift keine Auskunft zu geben vermochten. Nachdem schon Karte und Kompaß zu Hilf« genommen waren, kamen endlich von der Schutzhütte aus Antwortfignale. Um 9 Uhr hatten die letzten die Hütte erreicht. Der Weg hott« die republikanischen Winter- sportler mitten hineingeführt in die schroffen Fe'sen des Karpathen- gebirges, links stieg steil und schroff die Bastei, dahinter der schroffe Patriafelsen, der bis zu 2?00 Metern geht, auf. Rechts fällt der Blick auf die dolomitenähnliche Ostsrva-Wand. Malerisch em- gebettet liegt dazwischen der Poppersee und an ihm das Stand- quartier, das Roppersee-Haus. Der erste Tag in den Karpathen brachte den Wintersportlern mele Ueberraschungen. Zunächst gab es eine freudige: d i e Sonne erschien sehr bald über den Bergspitzen, so daß die dicken Wollsachen im Quartier gelassen werden konnten. Eil« Enttäuschung gab es dann, als die ersten Schwünge auf der Uebungswiese probiert wurden, wobei sich herausstellte, daß der Schnee stark verharscht und an einigen Stellen zu blankem Eis zusammengefroren war. Größer« Skitouren waren Scher vorläufig unmöglich, und so gast die größte Sorge dem Barometer, das aber zur Freude bald ankündigte, daß in den nächsten Tagen mit Schneefall zu rechnen sei. Tramingslaufen und Spazierfahr- ten füllten bis dahin die Zeit aus. Bei einer so'chen Fahrt hörten die Teilnehmer plötzlich von der Ost«rva-Wand Notsignale, die von ihnen vorschriftsmäßig beantwortet wurden. Ein Auf- finden der Stelle, von der die Signal« ausging-en, bereitete groß« Schwierigkeiten. Schließlich wurden die Sigiwle auch nicht mehr beantwortet, bei dem starken Wind war allerdings nicht abzu- schätzen, ob die Signale der Republikaner überhaupt gehört wur- den. Schließlich, gegen 6 Uhr abends, kam ein Bergsteiger»uf- geregt zur Poppersee-Hütte und berichtet«, daß von seiner sechs Mann starken Gruppe ein�r abgestürzt sei und vier weiter« Mann an der Wand säßen, die, stark ermüdet, nicht weiterkönnten. Zwei Gi'enzbeamte, die zufällig auf der Hütte waren, stiegen sofo'st mit dem Führer auf, um nach dem Abgestürzten zu suchen. Selbst- verständlich ließen es sich die Kameraden vom Deutlichen Winter- sportverband nicht nehmen, sich unverzüglich am Hilfswerk zu be- telligen. In kurzer Frist war ein« Rettungskolonne zu- sammenge st ellt, die sorgfältig ausgerüstet wurde. Sogar eine Tragbahre nahm man mit. Nur langsam kamen die Netier vorwärts. Im unteren Teil der Wand halte der Sturm den Schriee über einen Meter hoch zusammengeweht, so daß man bis an die Hüften«insank. Mit den Grenzbeamten wurde inzwischen die Verständigung durch Lichtsignale aufgenommen. Nach etwa dreiviertel Stunden Weg mar die erste Kolonne erreicht. Mit Fackeln wund« die Wand abgesucht. Ein Angestellter der Schutz- Hütte, der jeken Stein an der Wand kannte, fand auch schließlich den Abgestürzten, für den aber Hi'f« schon.zu spät kam. Die Sorge der Rettungskolonne galt ramm.Yir den vier ermüdeten Berg- steigern, die auch schließlich gefunden und zur Hütie gebricht wurden. Am nächsten Morgen wurde di« erste Tour unter- nommen, und zwar zum 19ÖY Meter hoch gelegenen Eissee. Di« Tour war nur für Fortgeschrillen« bestimmt, die Anfänger mußten ihr Tagespensum am Uebungshang erledigen. Aber auch für die trainierten Skiläufer war die Tour reichljck» anstrenaend, da der Weg vollständig vereiste. Nach schwerem Anstieg folgte eine noch schwerere Abfohrt, die Bretter hatten aus dem blanken Eis keinen Halt und einige Skisportler rutsckten Hunderte von Metern t'ef auf edleren Körperteilen zu Tale. Aber außer einigen feinen Hautabschürfungen ging alles glimpflich ab, und jedem ist die Tour gut bekommen. Die nächsten Tag« werden, da inzwischen endlich Neuschnee gefallen ist, zu Ausslügen ins Mengedorfer Tal benutzt. Einige ganz Kühn« wollen über die Mengedorfer Spitzen, das Wilderer- joch, zum Fischweg. und von dort eine Tour nach Zakopane, dem polnischen Skiparadies, unternehrnen. A. S. Kleiner Sport von überall Fußballspiel München— Berlin 4: 2. Obwohl der Neujahrstag gerade kein günstiger Termin tür große Veranstaltungen ist. waren doch 20 000 Zuschauer ins Poststadion gepilgert, um dem 13. Fußball-Städtekamps zwischen den bürgerlichen Mannschaften Berlins und Münchens beizuwohnen. Die Hoffnungen auf«inen Berliner Sieg erfüllten sich jedoch nicht, mit 4:2<3: 1) feierten die Gäste einen vollauf verdienten Erfolg. Jede Partei hat jetzt fünf Siege auf ihrem Konto, drei Spiele endeten uneiat- schieden. Pisoenburg-Vraspennlog Sieger lm Brüsseler Sechstagerennen. Das am zweiten Weihnachtsfeiertag begonnen« Brüsseler Sechs- tagerennen erreichte am Abend des Neujahrstages sein Ende. D'« letzten Stunden brachten im Klassement kein« wesentlichen Aende- rungen mehr. Die Belgler Eharlier-Deneef oersuchten bis zuin Schluß, den Holländern Pijmnburg-Braspenning den Sieg noch streitig zu machen, jedoch erfolglos. Sie konillen lediglich eine Ihrer beiden Verlustrunden gutmachen und dabei die mll ihnen auf gleicher Höhe liegenden H. Aerts-Haesendonck abschütteln. Mit den Holländern Pijnenburg-Bras Penning gewann das weit- aus stärkste Paar im Felde. � Cilltj Äußern operiert. Die erst am Donnerstag von ihrer Südamerikarcise zurückgekehrte deutsche Tennismeisterin Eilly 2lußem hatte sich von Hamburg nach München begeben, wo sie am N-ujahrstage im Schwabinger Krankenhaus durch Prof. Dax einer Blinddarmoperation unterzogen wurde. Der chirurgische Eingriff verlief glatt. hzlu Müller nicht mehr Europameister. Das Schicksal von Hein Dvmgörgen teilt jetzt auch dessen Landsinann H e i n M ü l i e r. Auf Grund der geltenden Bestimmungen mußte dem deutschen Schwergewichtsmeister der Titel eines Europameisters im Schwer- gewichtsboxen, den er sich durch den Punktsieg üher den Belgier Pierre Charles Ende August in Berlin erkämpfte, abgesprochen werden, weil die Frist verstrichen ist, bis zu der er feine Meister- würde gegen den anerkannten Herausforderer Otto von Porath verteidigen mußt«. In üblicher Weise wird die Schwergewichts- Europameisterschaft neu ausgeschrieben weiden. Als den chancen» reichsten Anwärter bezeichnet man den früheren Titelhalter Pierre Charles(Belgien), wobei man damit rechnet, daß Hein Müller mit Rücksicht auf seine Amerikapläne seine Meldung nicht abgibt. Carnera-Gührlng am 5. Februar. Die Verhandlungen des Berliner Sportpalastes mit Cqneras Manager Leon See und Jeff Dickson, die von Hans Breitensträter geführt wurden, sind nun doch noch von Erfolg gewesen. Es ist gehntgen, den Boxriesen für einen Kampf mit dem Stuttgarter Ernst Gühring zu verpflichten; allerdings smdet das Treffen nicht, wie ursprünglich vorgesehen, am 14. Januar, sondern erst am 5. Februar im Berliner Sportpalast stall. Die für den 14. Januar im Sportpalast vorgesehene Veranstaltung gelangt zur Durchführung, jedoch ist noch nichts über die Besetzung des Programms bekannt. Earnera kämpft bekanntlich am 11. Januar in Paris gegen den Franzosen Bouquillon, und am 25. Januar soll das„Elefantenbaby- in London, gegen Larry Gain« antreten. Der pekarvte Traber. Wegen der bei den Trabrennen in Hamburg-Farmsen aufgeheckten Hllrugsaffäre. bei her an Stell« der dreijährigen Stute„Älter ego' die ältere und wesentlich bessere „Natur- gestartet sein soll, halle die Oberste Behörde für Traber, zucht und-rennen den verdächtigten Herrenfahrer C. Elias zur Vernehmung vorgeladen. Elias erklärt« mit großer Bestimmtheit. daß die Stute, mll der er in Hamburg zwei Rennen gewonnen habe, wirklich„Alter ego- sei, bezeichnete alle gegen ihn erhobenen Beschuldigungen als böswillige Verleumdungen und bestritt auf wiederholte Vorhaltungen jede betrügerische Manipulation. Es wurde ihm daraufhin aufgegeben, zwecks Identifizierung der Stuten alles Erforderliche in die Wege zu leiten. Das Verfahren nimmt seinen Fortgang. Deulschland-Dänemark im Boxen. Die deutschen Amateurboxer, die im neuen Jahre viel vorhoben, eröffnen den Reigen ihrer Länderkämpfe bereits am kommenden Sonntag mll dem siebenten Landerkampf gegen Dänemark. Schauplatz der Geschehnisse ist die Dortmunder Westfalenhalle. Frankensteln dlsqnaHsizierl. Am letzten Morgen des Kölner Sechstaxerennens hatte sich bekaimtlich Theo Frankenstein zu Tätlichkeiten gegen seine Mitfahrer hinreißen lassen. Auf Grund der Wellfahrbestimmungen hat jetzt der Vorsitzende des Sport- aueschusses des Bundes Deutscher Radfahrer den Kölner für die Zeit vom 14. Januar bis 14. April 1932 von allen rod- sportlichen Wellbewerben des In- und Auslandes a u s g e- schloffen und ihn außerdem zu einer Geldstrafe von 250 M. verurteilt. Frankenstein steht das Recht zu, gegen diese reichlich hart erscheinende Strafe Berufung beim Gejamisportausschuß ein- zulegen. Sollte letztere Instanz das Urteil bestätigen, so muß der Kölner wohl oder übel auf die Teilnahme an den Sechstagerennen in Ehikago und New Aork, für die er bereits verpflichtet worden ist, verzichten. Winter sportliches Oxford gewinnt den Spengler- Cup Bei prachtvollem Winterwetter war das Davoser Eisstadion zum Endspiel um den Spengler-Pokal zwischen dem Berliner SchlittschuH-Klli.b und der Universität Oxford bis auf den letzten Platz besetzt. Allgemein erwartete man einen Sieg des Schlittschuh-Klubs, der damit den Pokal endgültig an sich gebracht Halle, ober es kam umgekchrt, Oxford gewann sogar ziemlich überlegen mit 4:1(1:1, 0:0, 8:0) Toren. Die Berliner waren gegen den Vortag nicht wiederzuerkennen, sie spielten ohne Elan. oerstanden es auch nicht, ihre überlegene Schnelligkeit auszuwerten. Zudem Halle der Oxfovd-Torhüter Little einen seiner besten Tage. 8!dspHi)geQ am Ncujahrsfage Am Neujahrstag« gelangte auf der neuen Schönjungferngrund- Schanze bei Oberwiesenthal ein Skispringen zum Aus- trag, das trotz besten Winterwetter, und guter Schneeverhällnisse nur schwache Beteiligung gefunden Halle. In der 1. Klasse starteten nur zwei Bewerber, von denen der Leipziger Zach aus mll Sprüngen von 38, 42 und 44 Meter die besten Leistungen zeigte. Er erhiell die Note 328. In Klasse II siegte S ch a r s ch u h- Ob erwiesen- thal mit Note 291(39, 37, 41 Meter). Recht gute Anlagen zeigte der Junzmann Borges(Oberwiesenthal), der mll Sprüngen von 40, 43 und 38 Meter aufwartete, von denen er die beiden letzten jedoch nicht durchstehen konnte. Bei schönem Winterwetter und guten Schneeverhällnissen fand auf der Koäzelberg-Schanze bei Garmisch-Partenkirchen das tradllionelle Neujahrs-Skifpringen statt. Es wurden im großen und ganzen recht beachtlich« Leistungen erziell, den weitesten Sprung des Tages erzielle der Partenkirchener Jungmann Hans K e m s e r mit 58 Meter. Sein Landsmann Ostler wollte ihn noch über- bieten, kam aber bei 61 Meter zu Fall. Sieger in der Hauptklasse wurde W ö r n d l e- Partenkirchen mit Note 211,14 und Sprüngen von 54 und 53 Meter vor Kemser mit Note 204,2(48, 58 Meter) sowie dem Norweger G. Gukbranson mit Note 199,8(32, 51 Meter). Eine Reihe der bekanntesten sächsischen Skispringer beteiligte sich an dem traditionellen Neujahrs-Springen in Frauen st ein. In Klasse I endeten die Allenburger W. Kluge und A. K ü r st e n auf gleicher Höhe, durch das Los fiel der erste Platz an Kluge, der auch mit 29,3 Meter den wellesten gestandenen Sprung des Tages ausgeführt hatte. -ARBEimßjmSSALL Eintracht-Reinickendorf oder Luckenwalde I? lieber dies« Frag« wird der morgen in Reinickendorf stattfindende Kamps entscheiden. Die Aussichten der Reinickendorfer sind ungleich größer als die der Luckenwakder, haben die Reinickendorfer doch den Vorteil des eigenen Platzes für sich. Ob dieser Vorteil ober aus- reichen wird, die augenblicklich in großer Fahrt befindlichen Lucken- walder zu schlagen, ist sehr zweifelhaft. Dem Spiel, das um 14 Uhr beginnt, geht ein Treffen der Jugendmannschaffen von Borwärts- Wedding und Eimracht-Reinickendorf voraus. Weitere Spiele: Minerva 28 und Volkssport Neukölln tragen ans der Freifläche des Neuköllner Sportparts einen Klub- kämpf mit zwei Männermannschaften aus.— Südost spielt gegen Wilmersdorf. Wacker 30 gegen Oberspree. Nowawes gegen Baum- schulenweg 31. Pankow gegen Normannia. Schöneberg gegen Britz 88- Hansa 2 gegen Lichtenberg II. Hansa 1 gegen Saxonia- Ketzin gegen Brandenburg.— Zweite Mannschaften: Süd- oft gegen Wilmersdorf. Wacker 80 gegen Oberspree. Nowawes gegen Bouinschulenweg. Pankow gegen Normannia. Schöneberg gegen Britz 88. Normannia 3 gegen Wilmersdorf 3. Hansa 3 gegen Wilmersdorf 3. Hansa 3 gegen Eiche-Bohnsdors. Saxonia gegen Templin. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 14 Uhr. Zweite Männermannschaften 12.13 Uhr. Vornnllags auf fast allen Plätzen Spiele der Jugend- und Schülermannschaften. Um die Meisterschaften im AABD. Ringer und Heber vor schweren Kämpfen Die Endrunde um die Mannschastsmeisterschast des Arbeiter- Athleten-Bundes im Ringen steht bevor. Diesmal hat sich neben dem ehemaligen Bundesmeister„Friesenheim- wieder sein stärkerer Widersacher, der ostdeutsch« Meister„Stolzenhagen 25-, ganz über- zeugend placieren können. Der ostdeutsche Meister konnte die Mittel- deutschen in Halle mit 14)4:13)4 und auch den norddeutschen Gruppenmeister in Rüstringen-Wilhelmshaoen mll 16)4: 11)4 Punkten ganz überlegen schlagen. Der jetzige Endrundengsgner„Friesen heim- hat es dagegen erheblich leichter gehabt; er brauchte nur seinen süddeutschen Gegner zu besiegen, um mll in die Endrunde zu kommen. Schon Anfang Dezember sollte der Schluhkampf ausgetragen werden, aber es bewarben sich mehrere große Städte um die Durch- führung dieses Kampfes. In diesem Rennen hat nun Stettin den Sieg davongetragen; schon am 2 4. Januar wird in den Steitiner Zentralhallen der Endkamps um die Bundes- Meisterschaft des AABD. gestartet werden. Die gefällte Entscheidung der Bundesleitung, zum erstenmal die Endkämpfe an die Wasserkante zu verlegen, ist sehr zu begrüßen, denn im vorigen Jahre mußte Stolzenhagen nach Förch reisen und unterlag nur knapp nach Punkten. Da in dem diesjährigen Ringen der Meister für 1930 31 schon vorzeitig aus dem Rennen geworfen ist. glaubten die Ostdeutschen einige Berechtigung zu haben, daß der Bund den Titel für 1931'32 in ihrer Heimat austragen läßt. Ueber den End- erfolg in Stettin herrscht wohl kein Zweifel, die starke Achletik- bewegung im Pommern dürft« für«inen Erfolg bürgen. Der Bezirk Stettin umfaßt 14 Dereine mit etwa 500 Mit- gliedern. Trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse wurden in diesem Jahre 56 Veranstaltungen getroffen, darunter auch einige Auslandsstarts, an denen Stettiner Aktive teilgenommen haben. Im Vorjahre waren es nur 54 Veranstaltungen. An den Bezirks- kämpfen beteiligten sich 15 Mannschaften. Die Boxer hasten im Jahre 20 Veranstaltungen. Nur im Gewichtheben ist die Bundesmeisterschaft in der diesjährigen Runde noch ohne Abschluß. Zwar ist der Berliner und langjährige Bundesmeister im Heben.�Zichtenberg-Friedrichs- seid« 04" schon jetzt der Favorit: der nächste auf der Tabelle, der Achletikklub Speyer, wird im letzten Treffen sich tapfer schlagen, so daß beim Schlußkampf die Berliner Heber mit großartigem Können aufwarten müssen._ Arbeiter-Wasserball-Vorschau Mit zwei Serienkämpfen setzen die Wasserballspieler ihre allwöchentlichen Begegnungen im Lunabad fort- Heute, Sonnabend. 21)4 Uhr, wird das Treffen Union gegen Neptun wisderholl, da das Anfang Dezember stattgefundene Spiel wegen Nichtanlletens des angesetzten Schiedsrichters nicht gewertet wird. Union wird einig« Mühe haben, den damals erzielten 9: 5-Sieg zu wiederholen. Am Sonntag, 20% Uhr, treffen sich die Abteilungen Lichtenberg und Neukölln der Freien Schwimmer Groß-Berlin. Das Spiel dürft« einen knappen Ausgang nehmen. Wir rechnen mit einem Sieg Lichtenbergs._ Arbeiler-EI-hockeyspieler DsL. Ostring. Heute, ab 1« Uhr. gemeinsames Training mit FTGB. Osten auf dem Sportplatz Friedrichshain. Bundesausweis mitbringen. FT»«.,«rUT OSttfptte. Sonnabend, 2, Januar. 20 llhr, Sitzuna beider Sai'dbavmonnschaften bei Panip, Niederschbneweide, Hasselwerdr» Ecke trenn» straße. Interessenten können sich zur■aufnähme melden. degenfndhrennfin IT Magenbeschwerden