Morgenausgabe Nr. 11 A 6 49.Iahrgang Wöchentlich 78 Pf., monatlich 9,25 M. t davon 87 Pf. monatlich filc Zufiol- ■ lang in» Hau») im voraus zahlbar. Vostbrzug ZS7 M. einschließlich so Pf. Poüzertungs- unh 72 Pf. Poftbeftellge- buhren. Auslandsabonnement s. SS M. pro Monat: fltr Länder mit ermäßig» tem Drucksachenporto 4, SS M. Der»Ponrärts* erscheint mochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montag« einmal, die Abendausgabe fltr Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abends Zlluftrierte Sonntagsbeilage »Soll und Zeit". ir#> berliner Volksvia« Freiiag 8. Zanuar 1952 Groß-Äerlin 10 Pf» Auswärts 45 Pf. Die einspolt. Nonpareille�eile 8V Pf. Retlamezeile 5,— RM.„«leine An- zeigen" das fettgedruckte Won 25 Pf. lzuläsfig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Taiif. (Stellengesuche dos erste WoN 15 Rf- jedes weitere Wort 10 Pf. WoNe über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartl Zeile SO Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Llnzeiaenannahm« im HauptgefchäftLindenftraßeZ. wachen- täglich von ÖVa bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Zentvatovgan der Gozialdemokvatistben Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Rerntpi.. Tönboif(A 7) 292— 297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Borwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 336.— Bankkonto: Bankder Arbeiter, Ängestellien und Beamlen.Li»denltr.8 Dt B.u.DlZc.»Ee1.. Deposiienk., Ierulalemcr Str. Bleibt Hindenburg? Verhandlungen Brünings mii Gozialdemokraien und Naiionalsozialisten. Einer Einladung des Reichskanzlers folgend, die schon vor einigen Tagen ergangen war. erschienen die Genossen Wels, Breitscheid und h i l s e r d i n g gestern abend beim Rei6)skanzler. der sie ausführlich über den Plan der Reichsregierung, durch Zweidrittelmehrheilsbeschlusz des Reichstags eine Verlängerung der Amtsperiode des Reichs- präfidenlcn herbeizuführen, informierke. Die Verkreter des Fraktionsvorflandes nahmen die Rlik- leilungen des Reichskanzlers zur Kenntnis und erklärten, dchz sie eine Entscheidung der Reichslagsfraklion selbst überlassen müßten. •• ♦ Um was es geht, haben wir schon in dem größten Teil der gestrigen Abendausgabe dargelegt. Wie einst die Amts- Periode E b e r t s soll jetzt die H i n d e n b u r g s durch oer- fassungsänderndcn Reichstagsbeschluß auf gemessene Zeit— man spricht von einem halben bis einem ganzen Jahr � verlängert werden. Als maßgebender Grund für diesen Plan wird angeführt, daß die Aufwühlung des ganzen Volkes durch eine Reichspräsidentenwahl in diesem Frühjahr nicht nur die Wirtschaftslage weiter verschlechtern, sondern auch die lebens- wichtigen Verhandlungen mit dem Ausland schwer gefährden könnte. Erwägungen solcher Art von der Schwelle zurückzuweisen, besteht für uns kein Grund, jedoch werden, bevor man ihnen Raum gibt, sehr sorgfältige Ueberlegungen notwendig sein. Herr v. Hindenburg hat zweifellos in seiner nun fast siebenjährigen Amtszeit seine Gegner von einst, die seine Kandidatur bekämpften, entwaffnet. Er hat sich in schwerer Zeit als Hüter der Verfassung erwiesen, und er hat die Hoffnungen, die viele seiner Anhänger von einst auf ihn gesetzt hatten, schwer enttäuscht. Daher kommt es. daß aus dem republikanischen Lager seit Iahren kein Angriff gegen ihn erfolgt ist, während sich gerade aus den Kreisen, die ihn seinerzeit auf den Schild erhoben hatten, die Angriffe häuften und gelegentlich zu den heftigsten Jnvektiven steigerten. Jene Kreise, die Herrn von Hindenburg vor sieben Jahren dem deutschen Volke als den„Rette r" empfohlen hatten, haben sich seitdem zu anderen„Rettern" bekehrt und die größte Lust gezeigt, den Retter von ehedem so rasch wie mög- lich wieder loszuwerden. Jetzt sind sie es, die. vor die Ent- scheidung für oder gegen Hindenburg gestellt, in eine sehr kitzliche und beinahe zu Heiterkeit herausfordernde Lage ge- raten. Die Sozialdemokratie hat keinen Grund, diesen Herr- schaften ihre Lage zu erleichtern. Sie haben bisher eine Ent- scheidung noch nicht getroffen, aber viel Zeit dürsten sie nicht zu verlieren haben. Denn ein langes Hin und Her von Ver- Handlungen wäre unerträglich. Es gibt zwei Möglichkeiten, die eine Entscheidung der sozialdemokratischen Neichstagsfraktüm überflüssig machen oder sie doch außerordentlich erleichtern würden. Lehnen die Harzburger ab, so ist die Sache erledigt und tot. Hitler und Hugenberg werden dann auf diese Weise den Kampf um die Reichsprä sidentschast mit einem kriege- rischen Akt gegen Hindenburg begonnen haben. Stellen die Harzburger Bedingungen und geht die Reichsregierung auf diese Bedingungen auch nur zum aller- geringsten Teile ein, so mag die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion vielleicht formell noch eine Entscheidung zu leisten haben, materiell ober wird diese Entscheidung schon gefallen sein. Nie und nimmer kann die sozialdemokratische Reichstagsfraktion daran denken, ein zwischen der Reichs- regicrung und der Rechten etwa abgeschlossenes Handels- geschäft durch ihre Mitwirkung erst rechtskräftig werden zu lassen. Vormlssetzung für jede Erwägung des Planes durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist also nach unserer Meinung die vollkommenste Sicherheit dafür, daß den Rechtsparteien keinerlei Gegenleistungen für ihr Entgegenkommen in Aussicht gestellt werden. Nur durch die Gewähr einer solchen Sicherheit kann der Plan der Reichsregierung für die sozialdemokratische Reichstagsfrak- tion diskutabel werden. Andernfalls mühte ja die sozial- demokratische Reichstagsfraktion Gegenforderungen und Gegenbedingungen aufstellen. Ans diesen Weg des Kuhhandels zu treten, besteht nach unserer Meinung keine Möglichkeit und keine Neigung. Es muß sich für olle u,n ein einfaches Ja oder Nein handeln. Ein Zusammentritt der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion in der nächsten Woche ist vorgesehen, falls die Ent- wicklung der Dinge einen entsprechenden Verlauf nimmt. In politischen Kreisen ist man jedoch sehr zweifelhaft, ob die „nationale Opposition" für eine bedingungslose Ver- längerung der Amtsperiode— und nur eine b e d i n- g u n g s l o s e kommt in Frage— zu haben sein wird. Sind sie das nicht, so wird der Kampf um die Reichs- Präsidentschaft jetzt sehr rasch in Gang kommen. Hitler bei Brüning und Groener. Eine Mitteilung der NSDAP. Von der NSDAP, wird parteiamtlich mitgeteilt: Adolf Hitler wurde am S.Januar telegraphisch zum Reichsinnenminister Groener zur Besprechung nach Berlin gebeten. Der Führer hatte am 6. Januar abends mit dem Reichsinnenmini st er und am 7. Januar nachmittags mit dem Reichskanzler Dr. Brüning und dem Rsichsinnenministcr Groener Be- sprechungen, deren Gegenstand die Frage der Reichs- Präsidentenwahl war. Adolf Hitler hat sich seine Stellung- nahm« dem Reichskanzler gegenüber vorbehalten, um vorher den Parteien der nationalen Opposition seine Aus- sassung� mitzuteilen. � r Hitler und Hugenberg. Hitler hat nach seiner Besprechung mit dem Reichskanzler Hugenberg um eine Unterredung am Freitag bitten lassen. Hugenberg hat Hitler mitteilen lassen, daß er erst am Sonnabend in Berlin eintreffen werde. China ist unantastbar! Eine gemeinsame Erklärung der Großmächte. Washington, 7. Januar. Tie Unterzeichner des Neunmächtevertrages von 19Ä2 haben beschlossen, unter Berufung auf den Ber- trag für die territoriale und politische Unantastbar- keit Chinas einzutreten. Tie diplomatischen Ber- tretcr aller Vertragsländer haben mit Stimson beraten. Der deutsche Botschafter hatte eine Besprechung mit Unterstaatssetretär Castle. Briands Rücktritt gilt als ficher. Gesamtdemtssion des Kabinetts wahrscheinlich. Paris, 7. Jamxar.(Eigenbericht.) Ueber die Nachfolge Maginots und die Umbildung des Kabinetts Laval ist am Donnerstag noch kein Beschluß gefaßt worden, obwohl anzunehmen ist, daß die Frage in der nach- inittags stattgefundenen Kabinettssitzung eingehend erörtert worden ist. Jedenfalls ist durch den Tod Maginots die Umbildung, wenn nicht die Gesamtdemission des Kabinetts sicher. Daß auch Außenminister Briand erseht werden wird, scheint gleichfalls nicht mehr zweifelhaft zu fein. In den Wandelgängen der Kammer wurde am Donnerstagnachmittag versichert, daß Briand selb st vor kurzem dem Minister- Präsidenten seine baldige Demission angekündigt habe. Seine Gesundheit soll derart angegriffen sein, daß er nicht inehr in der Lage sei, an langen Konferenzen oder Parlaments- debatten teilzunehmen. Als sein Nachfolger wird Paul Bontour genannt, wenn nicht Laval selbst neben der Ministerpräsident- schaft das Außemninisterlum übernehmen sollte. Für den Posten des Kriegsministers werden der Vorsitzende der Heerestommission. Abg. F a b r y, und der gegenwärtige Ackcrbcnrmimster T a r d i e u genannt. Alle diese Kandidaturen deuten daraus hin, daß die dem Ministerprästdenten vom„Oeuvre" zugeschriebene Absicht, daß er sein Kabinett nach links erweitern, d. h. die Radikalen zum Ein- tritt in die Regierung aussordern werde, nicht zutreffend ist, zumal behauptet wird, daß zwei mit der Linken sympathisierende Minister, vermutlich der Arbeitsminister und der Minrsier für die Handelsmarine, die nur eine Belastung für das Kabinett darstellen, geopfert werden sollen. Sozialismus mit Doppelboden. Das Nazi-Programm in den Betrieben/) „Also, Kollegen, ich habe die gestrige Feierschicht benutzt. um einmal das gelbe Heft durchzulesen, das uns die ..Hib"ler-Iünglinge des Herrn Goebbels freundlichst dage- lassen haben. Wir sollten ja daraus ersehen, daß das Pro- gramm der Nazis ein durchaus sozialistisches, für unsere Betriebe passendes sei. Nun werde ich euch den Extrakt vortragen." „Vor allem— wie stehen die Nazis zum-kapitalistischen Eigentum und zum Unternehmerprofit?" „Sachte, kommt alles. Zunächst muß ich etwas voraus- schicken, damit nicht nachher, wie das berüchtigte Boxheimer Programm, die Broschüre des Herrn Feder als„Privat- arbeit eines unverantwortlichen Einzelnen" verleugnet wird. In der Vorrede sagt Herr Feder: „Adolf Hitler hat mich mit der Herausgabe der Schriften- reihe beauftragt. Diese Hefte sollen das amtliche Schrift- tum der Partei bilden." Was ich hier in Händen halte, ist also das amtliche Parteiprogramm der Nazis. Aber halt, da stocke ich schon: es sind die z w e i amtlichen Parteiprogramme..." „Wieso zwei?" „Ja, das ist des Pudels Kern. Die Nazis haben nicht e i n Programm, sondern gleich zwei, zum Aus- wechseln. Als ich das Heft las, fand ich zuerst auf Seite 19 ein„Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei" in 25 Punkten. Die Vorbemerkung des Herrn Feder sagt: „Die Satzung unserer Partei bezeichnet in Z 2 dieses Programm als unabänderlich." Dann las ich weiter und fand zu meiner Ueberraschung auf Seite 34 ein neues Programm„in der Federschen Formulierung". Dazu war bemerkt: „Für die praktische Werbetätigkeit ist es über» sichtlicher, nachfolgende Fassung des Programms zu gebrauchen, da einzelne Grundsätze unter größeren Gesichts- punkten zusainmengefaht sind." j„Junge, Junge, das riecht verdächtig nach Schiebung. Ich denke, das erste Programm ist unabänderlich. Dann muß doch im Programm Nr. 2 das gleiche stehen wie im Programm Nr. 1?" „Nein, es steht das genaue Gegenteil darin." „Nanu, jetzt schlägts dreizehn." „Ja, Kollegen, man kann die Agitation der Nazis nur verstehen, wenn man sich klar macht, daß sie in einem Atem- zuge eine Forderung und ihr genaues Gegenteil aufstellen können. Sie versprechen jedem Berufsstand, was ihm an- genehm ist. Uns Arbeitern in der Großstadt versprechen sie zum Beispiel billige Lebensmittel und den Grundbesitzern draußen hohe Schutzzölle. Ich will euch gleich ein Beispiel aus der Broschüre vortragen: In dem ersten Programm unter den 25 Punkten finde ich unter Punkt 17: Wir fordern«ine unseren nationalen Bedürfnissen angepaßte Bodenreform, Schaffung eines Gesetzes zur unentgeltlichen Enteignung von Grund und Bode n." Hier drängen sich die Hib-ler-Iünglinge mit geschwellter Brust vor:„Sehr ihr wohl, wir haben richtig gesagt, daß wir Nationalsozialisten für volle Enteignung sind." „Immer sachte mit die jungen Pferde", fällt der sozia- listische Betriebsarbeiter ein.„An dieser Stelle befindet sich leider eine Anmerkung. Die muß mit Verstand gelesen werden. Offenbar haben die Grundbesitzer an diesem Passus Anstoß genommen, und deshalb steht nun am Schluß der Seite folgende Erklärung. „Gegenüber den verlogenen Auslegungen('?) des Punktes 17 des Programms von feiten unserer Gegner ist folgende Feststellung notwendig. Da die RSDAp. aus dem Boden de« Vrivatcioenlums steht, so ergibt sich von selbst, daß der Passus „unentgeltliche Enteignung" nur auf die Schassuug gesetzlicher Möglichkeiten Bezug hat, Boden, der auf unrechtmäßige Weise er- worden wurde, oder nicht nach den Gesichtspunkten des Aolkswohls verwaltet wird, wenn nötig, zu enteignen. Dies richtet sich demgemäß in erster Linie gegen die jüdischen Grundstücks- jpekulationsgesellschoften. München, 13. April 1928. A d o l s Hitler." Ein Höllengelächter entsteht. Der sozialistische Arbeiter fährt fort:„Na, wo ist hier der Sozialismus? Erst heißt er stolz„unentgeltliche Enteignung", und dann soll plötzlich mir der Boden enteignet werden, der aus unrechtmäßige Weise erworben wurde? Was heißt überhaupt„auf unrecht- mäßige Weise"? Wer bestimmt, was unrechtmäßig erworben Lgk. den Artikel in 6. Januar 1932. Nr. 7(Pkorgenausgabe) vom Scharfe Proteste in Stuttgart. Gegen das Polizeipräsidium und gegen Neschlagnahme der„Tagwacht". S{ u(< g a r f, 7. Iaouar.(Eigenbericht.) Es dient zur Beurteilung der Einstellung, von der aus das Stuttgarter Polizeipräsidium die Noloer- ordnung zur Vekämpfuug von Auswüchsen des politischen Kampfes gegen die presse anzuwendeu gewillt ist. dah es der „Schwäbischen Tagwach t". wie von dieser am Don- nerstag mitgeteilt wird, schon einmal, und zwar am Z. 7lo- vembcr 1931, eine„Berwarnuug" zugehen lieh, nicht weiter- hin„Organe. Einrichtungen. Behörden oder leitende Beamte des Staates" zu beschimpfen oder böswillig verächtlich zu machen. Die Redaktion der„Schwäbischen Tagwacht" hat das Polizeipräsidium damals um Angabc des unmittelbaren Anlasses für diese Verwarnung ersucht. Daraufhin stellte sich heraus, daß dem Polizeipräsidium die Kritik nicht gefallen hatte, die von der „Schwäbischen Tagwacht" an der Prozeßführung des Münchener Landgerichts gegen die an der Murnauer Saalschlacht beteiligten Nationalsozialisten geübt worden war. Alle Welt außer den be- tciligten Hakenkreuzlern und ihren juristischen Gönnern war sich damals darüber einig, daß die Verhandlung in diesem Prozeß mit einer im Hinblick auf den lückenlos nachgewiesenen planmäßigen Ueberfall der Nazis auf die sozialdemokratische Versammlung mit einer geradezu unverständlichen Müde gegen diese Störcr der öfsent- lichen Ordnung geführt worden und das Urteil«in Fehlurteil im schlimmsten Sinne des Wortes war. Dieser Ausfassung hatte die „Schwäbische Tagwacht" Ausdruck gegeben, und zwar mit einer durchaus berechtigten Schärfe. Diese Kritik an einer mangelhaften Anwendung der Notverordnung gegen die Auswüchse des politischen Kampfes durch das Münchener Gericht nahm das Polizeipräsidium zum Anlaß, der„Schwäbischen Tagwacht" mit der Anwendung dieser Verordnung gegen sie selbst zu drohen! Kann man den Sinn der Notoerordnung schlimmer in das Gegenteil verkehren, als es durch diese Praxis des Polizeipräsidiums geschah? Im Anschluß an die Aiisang November vom Stuttgarter Polizei- Präsidium gegen die„Schwäbische Tagwacht" ausgesprochene Vor- warnung hat sich die Arbeitsgemeinschaft der württembergischcn Presse mit diesem Vorgang besaht. Sie hat damals eine Ent- schließung angenommen, in der es heißt:„Sie protestiert dagegen, daß auf Grund der Notverordnungen Eingriffe in die Freiheit der Presse vorgenommen werden, die über den Zweck der Ver» ordnung, politische Ausschreitungen zu bekämpfen, weit hin- ausgehen. Die Notoerordnungen dürfen nicht dazu führen, den Begriff eines strafbaren Tatbestandes bei Publikation so weit aus- zudehnen, daß das Recht der Meinungsfreiheit auf das empfindlichste eingeschränkt wird." In der Arbeitsgemeinschaft der württembergischen Presse sind Verleger und Redakteure aller Parteirichtungen vertreten. ist?— Als wir Sozialdemokraten für die(Enteignung des riesigen, sicherlich Mis unrechtmäßige W�ise erworbenen F ü r st e n e i g e n t u m s an Grund und Boden kämpften, da standen die Nazis /ruf Seiten der Hohenzollern!" „Aber, bitte, wie ist das nun mit!xem Unternehmer« Profit?"—„Darübezr kann ich auch Auskunft geben. In dem Programm Nr. 1. in den 2 Punkten, lautet der Punkt 11.� „Daher fordern wir: Abschaffung dctS a r b c i t s- und mühelosen Einkommens. Brechung deer Zinsknechtschaft." Wieder drängen die Kib-ler-Jllngliyge nach varne:„Da habt ihrs schwarz auf wejß: Im Dritten Meich soll es kein arbeits- und müheloses EitSommen mehr gnben." „J&ider ist auch das nkt Trug und Schein", entgegnet der sozichistische Arbester.„Nämlich in dem Programm Nr. 2, das für dge praktische Werbetätigkeit bestimmt ist, sucht man diesen Satz,, der im Programm Nr. 1 an her Spitze der wirt- schaftlichen Forderungen steht, gänzlich vergebens. Im Pro- gramm Nr. 2 steht an der Spchp der wirtschaftlichen Forde- rungen statt des verlesenen dagegen folgender Satz: „Der Nationalsozialismus erkennt das Prkpnleigenkum grund- fählich an. und stellt es unter staatlichen Schutz." Diese beiden Sätze aus Programm 1 lmd Programm 2 stehen einander gegenüber wie Wasser und Feuer. Das arbeits- und mühelose Einkommen ist j« nichts anderes als die Frucht des Privateigentums an den Pro- duktionsinstreln. Das hat schon der alte ZZolkswirtschasts- lehrer Adam Smith vor 150 Jahren festgestellt. Genau so gut, wie ihr dos Privateigentum schützen und trotzdem das mühelose Eaihpmmen abschaffen wollt, kännte man ver- langen: Die EIrr werden abgeschafft und die Hühner bleiben erhalten." Die Hib-ler-Ästnglingc werden unruhig:„Unser Schutz gilt ja nur dem redifch erworbenen Eigentum. Wir wollen nur den ehrlich arbeitenden Fabrikanten schützen, nicht den Wucherer und Schieber." „So— und woran wollt ihr bei einem Betrieb oder Konzern vor der Pleite erkennen, ob es sich um ehrliche Leute oder Schieber handest? Hättet ihr die L a h u s e n und ihren Nordwolle-Kouzern als redlich erworbenes Unter- kapital wacker geschützt, ehe ffje krachen gingen? Aber das ist es: Wo wir Sozialisten mit festen wissensckzasüichen Begriffen arbeiten, da schmuggelt ihr Nazis verschwommene Gefühle ein. Wo liegt denn das Merk, Hat für„redlich" erworbenen Besitz? Während des Krieges haben sämtliche deutschen Be- iriebe von Heereslieferungen gelebt und gemäß dem Hindenburg-Programnl klotzig daran verdient, während rings das Bvlk darbte. Ist das nun redlich erworbe- ner Besitz? Und dann noch eins: Wie steht ihr denn zum Erbrecht? Wenn auf einen wirklich tüchtigen Fabrikanten sein untüchtiger Sohn oder Enkel folgt, wenn die Industrie- dynastien degenerieren, wenn Hugo Stinnes senior durch Hugo Stinnes junior abgelöst wird, wenn auf August Borsig die Ernst Borsig, auf die alten sparsamen Lahusen die verschwenderischen Söhne und Enkel, folgen, was dann?" Die Hib-ler-Jünglinge schweigen. „Null, ich will es euch sagen: Aus Seite 13 der Feder- schen Schrift lese ich den Satz: „ver Nationalsozialismus cckenrt das Erbrecht ebenso grund- sätzlich an wie das Eigentumsrecht." Euer Programm ist Sand in die Augen. Ihr wollt nicht nur das Privateigentum und das Erbrecht voll bestehen lassen, sondern unter Punkt 12 des zweiten Programms heißt es auch weiter: „Die gesunde Mischung von Klein-, Mittel- und Großbetrieben auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens bleibt aufrechterhalten."' Mit anderen Worten: Euer Programm ist die Auf- rechterhaltung des heute bestehenden Kapi- talismus. Das zeigt sich auch auf dem Gebiet der L o hm f r a g c.— Schade, es läutet, Die Pause ist vorbei. Wie sich die Nazis nach ihrer Programmschrist zum Lohn» Problem stellen, werde ich euch das nächstemol erzählen." Jtazi-Kube iobt gegen Hugenberg. Hitler als„Erbe preußischer Staats- und Machttradition" München, 7. Dezember.(Ecgenbericht.) Nazi-K übe hält in dem Münchener Noziorgan eine gist- geschwollene Abrechnung mit seinen bisherigen Freunden von der Harzburger Front. Zunächst behauptet Kube, daß er sich als Führer der Haken- kreuzler im Preußischen Landtag jahrelang bemüht habe, ein ritter- liches Verhältnis zu der deutschnatwnalen Fraktion zu bewahren. Er habe den Deutschnationalen sogar wiederholt angeboten, durch gemeinsame Anträge und parlamentarische Aktionen den Kampf gegen die schwarzrote Herrschaft zu führen. Seine Bemühungen seien aber daran gescheitert, daß die Deutschnationalen Preußen als ihre eigentliche Domäne betrachten und auch noch nach Harzburg ihre Mißtrauensanträge ohne jede Fühlungnahme mit den Nazis eingebracht hätten. Damit fei erwiesen, daß das o st e l b i s ch e Junkertum Hugenbergschcr Prägung unbelehrbar sei und nicht wisse, daß der Erbe preußischer Staats- und Machttradition Adolf Hitler und nicht Herr von Oldenburg sei. In Wirklichkeit wollten die Herren Ostelbiens nur wieder ihr Drei- klassenwahlrecht erringen Dem Faß den Voden ausgeschlagen habe aber das Vorholten der Dcutschnationalen in der Brandcnburgischen Handwerkskammer am 19. Dezember v. I., wo sie eine Einheitsfront mit der Deutschen Volkspartei, den Volkskonseroatioen und den c5hrisllichnationalen gegen die Nationalsozialisten bildeten, um den hochbesoldeten Kammerpräsidentenposten für ihre Partei zu retten. Diese Klärung— so schließt Kube— sei zu begrüßen, damit 1932 endlich auch der überheblichen Gesellschaft der vereinigten Reaktion das Handwerk gelegt werde. ver Schuh-Ford Balja hat die Militärverwaltung um Ver- Ugung eines Fliegerregiments nach Ottrokowitz bei Zlin, lemem Fabrikationsort, ersucht und sich verpflichtet, Kasernen, Han- gors und Wohnungen für Offiziere und Soldaten zu errichten. Die Moskauer Slraßenbohoführer und-schaffncr haben im „Monot der chemischen Abwehr" mehrere Tage in Gasmasken gearbeitet. Di« Sowjetpresse stellt mit Vesticdigung fest, daß die Arbeitsleistung darunter nicht gelstten habe. Langsam-Justiz. Noch dlfei Monate Helldorf-prozeß.— Was deutschen Richtern möglich ist. Der Prozeß gegen die Pogromisten vom Kurfürsten- dämm schleppt sich weiter. Er ist nicht dazu angetan, in den Angeklagten den Eindruck zu wecken, daß ihnen die Staatsautorität gegenübertritt, um sie wegen schwerer Störung der öffentlichen Ordmmst zur Verantwortung zu ziehen. Man wendet sich ab, wenn man dos Bild dieses Prozesses einige Zeit hindurch verfolgt hat. Wozu wird dieser Prozeß geführt? Um zu einem Urteil zu gelangen? Wir sehen nicht, wie auf die bisher angewandte Weise der Prozeß jemals zu Ende gehen kann! Nun meldete gestern das Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger: „Der Prozeß gegen den nationalsozialistischen Berliner SA.- Führer Graf Helldors und Genossen wegen der Kurfürstcndamm- Reoollen am jüdischen Neujahrstaz dürfte voraussichtlich d r e i M o n a t e d a u« r n. In der heutigen Verhandlung, in der die Vernehmung der mißhandelten Zeugen fortgesetzt wurde, ver- kündete der Vorsitzende den Gerichtsbeschluß, daß in Zukunft nur noch an drei Tagen in der Woche verhandelt wer- den soll. Unter diesen Umständen kann man damit rechnen, daß erst nach einem Vierteljahr die Beweisaufnahme abgeschlossen sein dürfte." Das ist auch eine Antwort auf die Notverordnungen der Reichsregierung, die eine Beschleunigung des Gerichtsver- fahren? erreichen wollten! Es scheint fast, als sei es Zweck dieses Prozesses, ein Urteil zu verhindern! Jedenfalls handelt es sich um das Gegenteil von einem Schnellverfahren, um einen Rekord der Langsamkeit. Der Tatbestand ist einfach, sehr einfach, nollständig klar für jeden, der sehen und urteilen kann. Es Handeft sich darum, daß eine organisierte Rotte von Burschen am jüdischen Ncujahrstage auf dem Knrsürstendamm einen Pogrom veranstaltet hat. Wenn es länger als ein Vierteljahr dauern soll, um diesen Tatbestand aufzuklären, so muß man sich von solcher Justiz mit skeptischem Achselzucken anwenden. Großer Rummel— sagen die Angeklagten. Der„A n g r i f f" veröffentlicht einen Brief, den der An- geklagte Fritz Meede, der wegen seiner Teilnahme an den Kursürstendamm-Ärawallen in Untersuchungshaft sitzt, an den Dr. Goebbels geschrieben hat. Es heißt darin: „Morgen, am 28.. fetzt der große Rummel wieder ein. Ein| paar kräftige Backpfeifen und Kinnhaken, mft denen einige Isidore und Ignatze bedacht worden sind, bemühen viele Behörden. 132 Zeugen sind geladen. Deutschland ist ja reich und kann sich die Zeugengelder leisten... Eigentlich(sonst nicht) könnte man unserem lzeutigen Staate für die freundliche, kostenlose Umertunst dankbar sein. Als SA.- Mann zeigt man diese„Dankbarkeit", indem man kämpft: legal selbstverständlich! Der Landgerichtsdirektor Ohnesorge scheint uns nicht der Mann zu sein, der solchen Burschen beibringen könnte, daß es sich bei der Gerichtsverhandlung nicht um einen „großen Rummel" handelt! Razistudenien sind unpoliiisch! Sagt der Reichswehrminister. Das Rcichswehrminisierium hat dieser Tage ossiziell bekannt- gegeben, daß es die„Deutsche Studentenschaft", die Dach- organisation der rechtsradikalen Studentengruppen, von der Liste der politischen Vereinigungen gestrichen hat. Nunmehr dürfen also Reichswehroffiziere wieder offiziell an den Kundgebungen dieser Organisation teilnehmen und die Reichswchrkapellcn stehen den völkischen Studenten eben- falls zur Verfügung. Diese Entscheidung ist ein krasser Mißgriff. Die„Deutsche Studentenschaft" besteht nur noch aus dem Nationalsozialistischen Studentenbund und den rechtseingestellten Korporationen. Der Vor- stand besteht aus zwei Nationalsozialisten und einem Korporation�- studenten. Gegenwärtig ist in der Deutschen Studentenschast ein schwerer Gegensatz zwischen Nazis und Korporatipnen, der jetzt dazu geführt hat, daß sämtliche Korporationsvertreter ihr« Asmter nieder- gelegt haben, so daß die Deutsche Studentenschaft a u g e n b l i ck- lich nur von Nazis geführt wird. Selbst wenn dem Reichs- wehnntnisterium das noch nicht genügt hafte, um die bisher be- stehende„Polftischertlörung" ausrechtzuerhallen. so ist die ganze Betätigung der Deutschen Studentenschaft nicht nur eindeutig potitilch, sondern eindeutig nationalsozialistisch. Noch immer besteht der Beschluß, daß sich Mitgliedsgruppen der Deutschen Studenten- schuft nicht an den Lerfassungsfeiern beteiligen dürfen: ohne daß die Leitung eingriff, haben Dutzende von Orts- gruppen den„unpolitischen" Antrag auf Ausschluß der Juden vom Hochschulstudium gestellt. Wegen des Skandals gegen Gumbcl in Heidelberg hat das badische Kultusministerium bekanntlich die ollgemeine Studentenoertretung aufgelöst, die Deutsche Studentenschaft hat sich öffentlich mit den Radaustudenten solidarisch erklärt und sie zu ihrem Vorgehen beglückwünscht. Der Radau gegen Dehn in Halle wurde auf dem letzten Studententag dieser Organisation vorher verkündigt. Diese Auf- Zählung könnte beliebig lang fortgesetzt werden. Es sei nur noch daran erinnert, daß die Deutsche Studentenschast zu den Unter- Zeichnern des Hugenbergschen„Houng-Plan-Volksbegehrens" gehörte und daß ihre Ortsgruppen zur Beteiligung am Volks- entscheid gegen die preußische Regierung am 9. August aufgefordert haben. Dieser.Erlaß muß schleunigst zurückgezogen werden. Es geht hier nicht nur darum, ob die Reichswehrkapellen bei der Deutschen Studentenschaft spielen dürfen. Dadurch, daß ein Reichsministerium dieser eindeutig nationalsozialistischen Sludentenorgaiüsation beschei- nigt, sie sei unpolitisch, wird ihr der Rücken gestärkt in ihrem Kampf gegen das preußische Kultusministerium. Die Skandale in Halle, Heidelberg, Berlin, München und vielen arideren deutschen Univcrsi- tötsstädten sind noch zu sehr in aller Erinnerung, als daß man zweifeln könnte, in welchen Formen sich dieser Kampf abspielt. Oer„Heil Hiiler-Förster". Oer„Landarbeiter" soll ihn beleidigt haben. „Es ist in Thüringen keinem Staatsbeamken verboten, sich als Nationalsozialisten zu bekennen", erklärte gestern vor dem Schöffen- gericht Berlin-Mifte stolz der Oberförster Dr. Schnell aus Theuren in Thüringen. Dieser ausrechte Nationalsozialist und thüringischer Ober- sörster Dr. Schnell hatte sich durch einen Artikel des.Landarbeiters", des Organs des Deutschen Landarbeiter-Verbandes. beleidigt gefühlt. Es hieß darin:„Wir haben zur Person des Dr. Schnell noch zu sagen: er ist mehr Funktionär, Redner. Agitator der Nazipartci als Oberförster. Dr. Schnell verstelzt es meisterhaft, sich die Forstarbeitcr vom Forstamt Theuren gefiigiz zu machen." Eigentlich eine recht unschuldige Behauptung. Dr. Schnell er- slallete aber Strafanzeige wegen übler Nachrede, die thürin- gische Finanzoerwaltung schloß sich der Strafanzeige an. Der Gau- leiter des Deutschen Landarbeiter-Verbandes, Möwes, der Wichtigeres zu tun hat, als sich mit dem Herrn Oberförster herumzuschlagen, richtete an das Forstamt Theuren zu Hände» des Dr. Schnell ein Schreiben, in dem er erklärte, daß ihm ein« beleidigend« Absicht ferngelegen habe: er sei bereit zuzugeben, daß er be! seiner Kritik vielleicht über dos Ziel geschossen habe, er wolle in diesem Sinn: I eine preßgesetzliche Erklärung abgeben und auch die Kosten über- nehme». Im Interesse einer ersprießlichen Arbeit zwischen den Arbeitnehmern und dem Forsiamt als Arbeitgeber sei eine außer- gerichtliche Erledigung der Angelegenheit erwünscht. Was antwortet darauf der Oberförster:„Och sehe keine Veranlassung. in das schwebende Verfahren einzugreifen. Ich habe die Anpöbelungen marxistischer Zeitungsschreiber satt und setze mich gegen dieselben jetzt ganz energisch zur Wehr. Mit Heil Hitler. Oberförster Dr. Schnell." Ist es nicht wundervoll. dieses„mit Heil Hitler" in einer Antwort auf ein Schreiben an das Forswmt? In der gestrigen Verhandlung fehlte der Angeklagte Gauleiter Möwes. Sein Verteidiger Dr. Schlesinger berief sich aus die Bereit- schalt seines Mandanten, die Sache durch einen Vergleich aus der Welt zu schaffen. Der Oberförster Dr. Schnell warf sich aber in die Brust und erklärte stolz wie eilt Spanier, daß er nicht daran denke, irgendwelche Entschuldigungen entgegenzunehmen. Was sein Ant- wortfchreiben mit dem„Heil Hitler" betreffe, so fei es„sein deutscher Gruß, sosern er Thüringer sei". Thüringen sei ja nicht Preußen. Die Sache wurde oertagt. Der Generalftaatsanwaft war ober mft seinen Ucberlegungen, ob in diesem Falle überhaupt ein Schutz- bedürfnis vorliege, nur zu sehr im Recht. Leider hat er sich doch dahin entschlossen, daß ein preußisches Gericht dem Nazi- beamten in diesem Falle Rechtsschutz gewähren soll. Klagges macht in Theaterpolitik. Er will den Vraunschweigcr TheatenntenSanten maßregeln Braunschweig. 7. Januar.(Eigenbericht.) Der Intendant des Praunscdweiger Landesthcaters Dr. Himmig- hoffen hafte kürzlich>n einem Bierlokal die s ch w a r z w e i ß r o t a Stammtischsahne auf die Heizung gestellt, um besser sehen zu können. Diese Missetat wurde den Nazis berichtet. Sie sirengten einen großen Feldzug gegen den Intendanten an. Die Folge ist, daß Razi-Klagges sich jetzt weigert, dem Intendanten einen neuen mehrjährigen Vertrag zu gehen. Himmighoffen, der sich nicht von Jahr zu Jahr oerpflichten lassen will, hat daraufhin sein Amt zum Ende der Spiel, eft gekündigt. Klagges, der als Dorsschulmeister keine Ahnung von Theaterdingcn hat. will den Intendanten, dessen Verdienste um das Braunschweiger Landestheater von allen Parteien anerkannt werden, gehen lassen. B Vor dem Palais Prinz Albrecht. Amanullah zu Goebbels:«.Joseph, Iokeph, hüte dich' Hier habe ich auch mal mit meiner Krau gewohnt, und nachher ist es reißend abwärts mit mir gegangen!«. Ein deutschnationaler Reinfall. Großagrarische Hetze gegen Gchlangs-Gchöningen. Das deutichnationale Zcmrawrgan der pommerschen Großagrarier.„Die Pommersche Tagespost", hat den Inhalt eines Rundschreidens der G u ts v e r w a lt u n g Schöningen, eines Gutes des Reichsministers und Osthilfekommissars Schlange- Schön ingen, veröffentlicht, in dem die Gutsverwaltung um einen Nachlaß der Forderungen ersucht. Dies Schreiben war Anlaß sür die Drahtzieher der „Pommerschen Tagespost", in sensationellster Aufmachung über Schlange-Schöningen herzufallen. Sie hat die ganze erste Seit« dem„Skandal" gewidmet. Schlange-Schöningen habe für sein eigenes Gui die Vorteile der von chnt selbst geschaffenen Ofthilfe» beflimmungen sofort ousgeniigt. Das Gut Schöningen fei als Mustergut von dem jetzigen Reichsminister übernommen worden. Die Pleite des Gutes beweis«, wie falsch die These Schlange- Schöningens sei. daß die landwirtschastlich« Äris« besonders im Osten vielfach auf schlechter Wirtschaftsführung auf den Großgütern beruhe. Die pommerschen Großagrarier sind mit ihrem Jubel über die Pleite des ihnen ja verhaßten Ministers hereingefallen. Nach einer vom WTB. veröffentlichten a m t l i ck) c n Erklärung hat Schlange-Schöningen nach Ilebcrnahme des Ostkomnnssariats einen für oll« Fälle noch nach den alten Osthllfebestimmungen gestellten Umschuldungsantrag sofort zurückgezogen. Obwohl die Benutzung der neuen Osthilie Vorteile bringen würde, habe Schlange-Schöningen' sie als Minister nicht in Anspruch ge° n o m m e n und wird es auch nicht tun. Die jetzige Verschuldung«- läge sei durch umfangreiches Eintreten für andere ver- urfacht worden. Wäre die Verschuldung aber so, daß Reichshilfe nötig gewesen wäre, so hätte Schlange-Schöningen das Ministeraml nicht angenommen. Im übrigen sei das Gut Schöningen aus völligem Kriegszujammenbruch heraus übernommen worden und habe vollständig neu. aufgebaut.-werden müssen. i-■ Man kann"freilich begreifen, daß die pommorschen Ilster gerade in diesem Augenblick ihrem Haß gegen einen Minister und Aollegen die Zügel schießen ließen, der die Mckständigkeit de? großagrorilchen Vetriebsführung aus eigener Kenntnis der Ding« immer festzunageln gezwungen war. Gerade jetzt hat sich nämlich herausgestellt, daß bei der Durchführung der Osthilfs prozentual doppelt s o viel Sichcrungsv erfahren vom pom- morschen Großgrundbesitz beantragt worden sind als von mittel- und kleinbäuerlichen Kreisen. Diese Tatsache hat die These Schlange-Schöningens, daß die A�rar- kriso im Osten vielfach eine Frage großagrarischer Rückständigkeit ist, nur bestätigt. Harzburger Keile. Materiol sür Brüning und- Ohnesorge. In unserer letzten Sonntag-Nummer haben mir kurz über eine Keilerei zwischen Nazis und Stahl- Helm— Heil Harzbnrg!— berichtet, die in dem mecklen? burgischen Städtchen Güstrow sich abspielte. Jetzt finden wir iiber den freundschaftlichen Bruderkampf im„Stahlhelm", der offiziellen Bundes, Zeitschrift, eine ausführliche Darstellung, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Der „Stahlhelm" berichtet: „In der Silvesternacht hat sich in Güstrow(Mecklenburg) ein höchst bedauerlicher Vorfall ereignet. Sechzehn Kameraden der Orts, gruppe uiii des Iungstahlhelm Güstrow, die keine Verwandten am Ort und in der Nähe hoben, hatten sich am Silvesterabend im Stahlhelmheim zusammengefunden, um einen von Kameradon ge- stifteten Karpfen zu essen. Gegen 22 ilhr gingen die Kameraden zu ihren Führern, um chnen ein gutes neues Jahr zu wünschen. Als sie nach 2t Uhr vom Markt zum Heim zurückzogen, wurden sie vor einem vatioaalsozialistischen Lokal ccn vor der Tür stehenden Angehörige» der NSDAP, angerempelt. Sie kümmerten sich nicht um diese Flegelei und gingen weiter. Als sie vor dem Stahlhelmheim anlangten, trafen sie dort auf eins Anzahl N a t l o n a l> o z i a l i st e n, die ebenfalls sofort b e- g a n n e n, unsere Kameradon anzupöbeln. Di- Stahlhelmsr ließen sich aber auch jetzt nicht provozieren und begaben sich sofort in das Innere des Heims. Sie hotten sich gerade um den Tisch des kleinen Raums gesetzt, als die Tür aufgerissen wurde, drei SA.- und SS-Leute mit dem Rufe.Heil Hitler"' das Heim betraten und Bier verlangten. Der Hauswart, Kam-rad Peters, erklärte ihnen, daß es hier kein Bier gäbe, daß sie aber«ine Tasse Kaffee bekommen könnten. Während dieses Gesprächs hatten die drei Nationalsozialisten sich durch den dicht besetzten Raum an die der Tür gegenüberliegende Wand ge- drängt. Sie versuchten offensichtlich, mit unseren Kameraden in Streit zu geraten. Einer von chnen entnahm dem auf dem .Küchentisch stehenden Besteckkasten ein Messer, das ihm aber so- fort von einem Kameraden abgenommen wurde. Der Hauswart, Kamerad Peters, forderte die drei National- sozialiften, die keine Ruhe geben wollten, nunmehr auf. das Heim zu verlasien. Als sie dieser mehrfach wiederholten Auf- sorderung nicht nachkamen, wurden sie aus dem Raum gedrängt. Dabei begannen sie sofort, auf die Kameraden einzuschlagen. Nachdem die Ruhestörer entfernt und die Ordnung im Heim wieder hergestellt war. setzten sich die S t a h l h e l m e r und die beiden anwesenden Ehefrauen zweier Kameraden wieder an den Tisch. plötzlich flog die Tür auf und die drei Nationalsozialisten stürmten herein und schlugen mit Stühlen und einer gefüllten Seklslaschc(!) aus die vichlsahuenden Slahlhelmer und die Frauen ein. Durch die Enge des Raumes(6: 4 Meter) und Zertrünunerung des Beleuchtungskörpers, waren die Kameraden nicht sofort zu wirk- samer Abwehr in der Lage. Kamerad Schmidt erlitt eine schwer« Nierenverletzung. Kamerad Bramansky eine Kontusion am Kopf. Die Kameraden Brathering II und Höppner III trugen blutende Kopfwunden davon. Die Kameraden Maerz und Glaßner brachen mit Gehirnerschütterungen zusammen. Am s ch w e r st e u wurde. F r ä u G l o ß n e r zusammengeschlagen. Ihr wurde die SchSdeldecke zertrümmert und die Hirnhaut verletzt. Sie mußte sofort einer Operation unterzogen werden. Noch Ansicht des behandelnden Arztes besteht größte Lebensgefahr. Wie durch Augenzeugen festgestellt wurde, hatten sich die drei Nationalsozialisten zusammen mtt 10 bis 11 SA.-Leuten zum Stahlhelmheim begeben. Anscheinend wurde der Angriff auf die Stahlhelmkameraden schon in den ersten Abendstunden geplant. Wir enthalten uns jeden Kommentars zu diesem unerhörten Vorfall und erwarten, daß die Nationalsozialistische Partei die notwendigen Konsequenzen ziehen wird." Welche.„Konsequenzen" soll denn Hitler eigentlich ziehen? Soll er seine„rauhen Krieger" hinausschmeißen? Dann müßte er doch wohl seine Partei auflösen und das ist etwas, was er sicher nicht tun wird. Was bleibt also übrig? Man wird in der.Harzburgcr Front" weiter geschaftln und sich noch öfter kellen. Uebrigens können die Stahlhelmer noch von Glück sagen, daß sie bloß zusammengshauen worden sind. Wären sie Reick) sbannerleute, so könnte es ihnen passieren, daß sie selbst noch wegen der Abwehr nachträglich aus die Anklagebank und ins Gefängnis kämen von wegen— Landfriedensbruch. Wir haben solche Fälle schon mehrfach erlebt, und der Stalilhelm bat Bravo dazu gerufen. Jetzt ist er Plötz- lich ganz anderer Meinung. Wir hoffen, daß er die Nazis noch gründlicher kennenlernen wird. Aber das Klagelied des Stahltzems. ist auch gutes Material für den Neichskanzler, der mtt dem Chef der Prügslhorden von Macht zu Macht verhandelt und auch für dett Landgerichtsdirektor Ohnesorge, der im Helldors- Prozeß einige Monate lang sich Finten vormachen läßt über die Harmlosigkett der Hakenkreuzler. Er braucht nur die Güstrower Stahlhelm er als Zeugen darüber zu laden, wes Geistes Kinder diejenigen sind, die vor ihm auf der Anklagebank sitzen!_ Hakenkreuzlerische Friedhofsschänder. Gefängnisstrafe— Sie llebestäter schnell verurteilt Hamburg. 7. llaauar.(Eigenbericht.) ver natiouaisozialistische heizungswonteur Ludwig kraytsdorfer und der Nazimotorrodschlosfer Franz Zor- d a n. die in der Nacht zum 5. Januar in angetrunkenem Zustande aus dem hiesigen israelitischen Friedhof 10 Grabsteine umgc- morsen hatten, wurden zu 9 bzw. 6 Monaten Gefängnis ahne Lewährungsfrist verurteilt. Im verlaus der Verhandlung vor dem Schncllrlchier stellte sich heraus, daß Nazi-Srauksdorfer be- reits sechsmal wegen Dleb stahl». Betrugs und Hehler et. zuletzt mit IS Menaten GefSnguiz und Z Jahren Ehr- verlusf, vorbestraft ist. * Die Angeklagten gaben vor Gericht zu ihrer Entschuldigung an, deß sie stark betrunken gewesen wären und den Weg über den Fried- dys nur zur Verkürzung ihres Heimwegs benutzt hätten. In der Trunkenheit hätten sie dann einig« Steine umgeworfen. Dsmgegen- über stehen die Angaben des Polizeibeamtsn der die Nazis ver- haftet hat Er bezeugte, daß die Angeklagten zwar etwas onge- trunken, aber keineswegs so betrunken gewesen seien, daß sie nicht «ehr gewußt hätten, was sie taten. Hiilertruppen in der Eifel. Manöver, ungestört von der Polizei. Köln. tz. Januar.(Eigenbericht.) Die Tage nach Weihnachten standen in der Eifel ganz im Zeichen own Nazimanövcrn. Darüber berichtet die .Rheinische Zettung": „Es wurde gebollert und geschossen. Angriffe rmd Belagerungen wurden inszeniert und nach Ruhe und Beschaulichkett des Eifellaltdes und seiner Bewohner wenig oder gar nicht gefragt. Man weiß in Nazikrcisen, daß die Polizei in der Eisel schwach, sehr schwach ist. Aus manche Ortschaften kommt überhaupt kein Polizeibeamter und der Standort der Hüter der Ordnung ist den Manövergegenden weit entlegen. Die Truppen rekrutieren sich aus der Kölner und Dürener Gegend. Am Lagerfeuer spielte man Landsknecht und Folstaif, denn an Kost und edlen Weinen fehlle es dank der Freigebigkett der Führer nicht. Zudem gab's auch noch Geld für die Nazis: drei Mark kam pro Tag auf den Mann. Weihnachten gab es Sanderzulage. So werden die Haufen zusammengehalten. Der Eifellandmann ballt die Faust und weiß sich nicht zu helfe». Der Staat jedoch sieht müßig zu, wie in Eifelwäldern gegen ihn gehetzt und. Front gemocht wird, von dem Unfug, der mtt Schieß- und andercn Waffen getrieben wird. ganz zu schweigen. Jedenfalls ist es höchste Zeit, daß man höheren Orts dem Treiben der Nazis ein kräftiges Hott gebietet." Ein Neakiionär mehr! Zum Aebertntt des Landbundführers Wendhavfen zur Nazipartei. Im Nazilager herrscht groß« Freude. Ver Reichstagsobgeord- ne.te der Landvolkportei, Großagrarier und Vorsitzender des Meck- ienburg-Schwerinschen Landbundes. Wendhausen, ist in Ge- meinschaft mit zwei weiteren Reichstagsabgeordneten der Landvolk- Partei zur Nazipartei übergetreten. Zunächst muß er sich freilich mtt der Rolle des Hospitanten begnügen. � Hitler hat aber bereit» durchblicken lassen, daß das nur formale Bedeutung hat und«r sich als zur NSDSIP. gehörig bettachten darf. Der Landbündl-r W-ndhouscn zur Nazipartei übergetteten! Es paßt dos. wie der Berliner zu sagen pflegt, wie die Faust aufs Aug«. Es ist das ein Ereignis, zu dem der Nazipartei nicht herzlich genug gratuliert werden kann. Bei dem Landbündlsr Wvndhavsen handelt es sich um denselben Wendhausen, gegen dessen Polttik der mecklenburgische Gauleiter der Nazipartei, der angebliche Landarbeiter Hildebrandt, erst kürzlich im Mecklenburg-Schwerin- schen Landtag nach seinem eigenen Bericht wie folgt vom Leder zog: „Weiter wendet sich der Redner gegen die neuerliche Politik des Landbundes und fordert die Abgeordneten der Rechten auf, sich in stärksten Gegensatz zu den Maßnahmen des Landbundcs zu stellen. Wenn der Landbund glaube, für seine Zwecke unsere Parteigenossen und SA.-Lcutc gewinnen zu können, so sei dieses ein gründlicher Irrtum. Insbesondere wendet sich Abg. Hilde- brandt gegen den zchnprozentigen Lohnabbau, den der Landbuud bei der Londarbeiterschast eingeführt habe, um so auf Kosten der Landarbeiter die Steuern einzubekommen zu ver- suchen. Die Lohnpolitik des Landbundcs sei von jäher schon verhängnisvoll gewesen, der zchnprozentige Lohnabbau sei ober schreiendes Unrecht und werde schließlich dazu führen, daß der letzte deutsche Landarbeiter in die Stadt getrieben würde. Das Ministerium dürfe unter keinen Umständen eine solche Politik zulassen, sondern müsse schärf st e Front hiergegen machen." So hieß es vor einigen Wochen. Und heute ist derselbe Weich- Hausen, dessen Politik«'» führender Mann der Nazipartei öffentlich als ein schreiendes Unrecht bezeichnet, eine Zierde dieser Partei. Es ist das ein neuer Beweis für die Inkonsequenz und Unoutrichtigkeit, die der Naziportei eigen find. Wes Geistes Kind der Londbundler Wendbausen ist, geht übrigens auch aus einem Aussatz hervor, den die ,.M e ck l e n- durgische Schulzeit ung" vor einigen Monaten veröffeitt- lichte. Wendhausen wird dort als der Befürworter der ländlichen SchuIverhäUnisse der Norkrisgszatt bezeichnet, non denen sogar die mecklenburgische Regierung im Jahre ISII erklärte, daß irgend welche Gewähr dafür, daß allerorten die Kinder wirklich mtt den unentbehrlichsten Kenntnissen und Fähigkeiten ausgerüstet werden, nicht gegeben werden kann. Auf die Angehörigen der Naziportei wttd das indessen kaum Eindruck machen. Sie werden in ihrer großen Ahnungslasigkett in dem Landbündler Wendhausen genau so einen der ihrigen schen, wie sie es bei den Hohenzollern Prinzen mrd einer großen Reihe von G r o ß k a p i t a l i st o n und Bankfürsten tun. Dresden und Dortmund stellen Zinszahlungen ein. Nachdem die Stadt Dortmund als erste deutsche Großstadt die Zahlungen der Tilgirngs- und Zinsbeträge auf ihre Darlehnsschulden ob 1. Januar nicht mehr zahlen kannte, ist nunmehr auch die Stadt Dresden nicht in der Lage, die Januarzinsen aus die kurzfristigen Inlandsschulden berettzustelleu. 4 Heute S« Uhr: Reldisbonncrhunddcbund Gennanla-Pradilsaie Chaussee- strase 110 Italien— ein Gefängnis! OerArzi, der Krau Maiieotii ins Ausland bringen wollte, vorm Ausnahmegericht. Obwohl noch keine offizielle Sefaiiiümadjung vorliegt, Hot man Grund zur Annahme, daß noch im laufenden Monat der Prozeß gegen Dr. G u i f e p p e G s r m a» i durchgeführt wird, der sich feit dem 2. März des vorigen Jahres in Rom in Untersuchungshaft be> findet. In faschistischen Kreisen legt man Wert darauf, daß um diesen Prozeß so wenig Lärm gemacht werde als möglich. Vor ollem will man German! verurteilen und den Grund der Vcrurtei- lung verheimlichen. Man schämt sich nämlich vor dem Ausland, bekanntzugeben, worin denn eigentlich das Verbrechen des Arztes besteht, das Verbrechen, das ihm der Faschismus nun und nimmer verzeihen kann, nämlich die Absicht, die Witwe Malteoltis und seine Kinder ins Ausland zu retten. Es war frellich eine große Don Quijotteric, es für möglich zu halten, dieTag und Nachtbewachte Frau, die, ebenso wie ihre Kinder, keinen Schritt tun kann, ohne von Polizisten begleitet zu werden, aus dieser entsetzlichen Lage zu befreien. Aber Guiseppe Kermani, der im Jahre 1897 in Padua geboren ist, war ein lang- jähriger Freuich Matteottis und konnte sich deshalb nicht mit dem Gedanken abfinden, dessen Witwe, ihrem Schicksal zu überlassen, ohne wenigstens einen Versuch der Befreiung zu machen. Da es dem jungen Arzt wegen seiner politischen Einstellung unmöglich gemacht war. an einem italienischen Krankenhaus zu arbeiten, auch nur als Volontär, hatte er die letzten vier Jahre an den chirurgischen Kliniken in Berlin, Paris und Wien gearbeitet. Gerade das Leben in Ländern mit normalen Rechtszuständen brachte ihm die furchtbare Lage der Familie Malleotti zum Bewußtsein. Solange die alte Mutter Matteottis lebte, die nicht dazu zu bewegen war, das Grab des Sohnes und das chaus, wo er aufgewachsen war. zu verlasien. drängte Gcrmani seinen Plan zurück. Als dann die Mutter tot war. ließ er seine Frau und sein Kind im Ausland und begab sich nach Rom, um mit Frau Matteotti Fühlung zu nehmen, die von der ganzen Sache nichts wußte. Bis heute weiß man nicht, unter welchen Umständen und aus Grund welcher Indizien die Verhaftung erfolgt ist. German! hatte einen gültigen Pah, war wohl mehrfach von Faschisten überfallen worden, hatte aber noch keinen politischen Prozeß gehabt. Außerdem hatte er sich im Kriege ausgezeichnet, hatte mehrere Tapfcrkeitsmedaillen und eine schwere Schulterverletzung mitgebracht. Ein Grund, ihn wegen seiner bloßen Anwesenheit in Rom einfach im Gefängnis vcr- schwinden zu lasien und seine Familie vierzig Tage hindurch jeder Nachricht zu berauben, lag nicht vor. Nach dem, was aus dem Untersuchungsgefängnis von Regina Coeli in Rom durchgesickert ist, soll Germans während der ersten sechs Monate überhaupt nicht gewußt haben, wessen er angeklagt war. Natürlich darf er, nach der Prozedur des Ausnahmegerichts, keinen Rechtsanwalt haben, noch verlangen, mit seinen Belastungs- zeugen konfrontiert zu werden. Eichlich soll man dann mit der An- klage herausgerückt sein, vielleicht nur in der Absicht, den durch lange Einzelhaft Zermürbten außer sich zu bringen und zu einem„Ge- ständnis"' zu veranlassen. Man sagte ihm, er werde wegen eines geplanten Attentat» aus Mussolini abgeurteill werden, und zwar sollte nicht er selbst der Ausführende sein, sondern im Hintergrund uich in Sicherheit den eigentlichen Attentäter lenken und informieren. Nun ist Germani aus ethischen Gründen ein ausgesprochener Gegner des Attentats, er lehnt es bc- dingungslos ab. Ihn gor noch eines Attentats beschuldigen, bei dem er nicht einmal seine eigene Haut zu Markte getragen hätte, war eine Beschimpfung für ihn Unter dem Peitschenhieb dieser Be- schuldigung verlor Germani tatsächlich die Ruhe und bekannte sich zu seinem wirklichen Plan, zum Befreiungsversuch der Familie Matteotti Nach diesem Geständnis war nun das Spezialgericht schlimmer dran als vorher. Sicher ist nach faschistischem Recht auch die Absicht, jemand aus politischen Rücksichten ohne Paß über die Grenze zu bringen, strafbar, kann mit drei bis fünfJohrenZuchthaus geahndet werden Aber es ist dem Faschismus verflucht unan- genehm, im Ausland wissen zu lassen, daß sich die Frau und die Kinder des ermordeten sozialistischen Abgeordneten in solcher Lage befinden, daß es chren Freunden Pflicht erscheint, mehrjährige Zucht- hausstrafen zu riskieren, um sie zu befreien. Deshalb möchte man den Prozeß abwickeln, ohne daß er irgendwie Beachtung fände. Da Italien keine Presse mehr hat, wird es Aufgabe der ausländischen Presse sein, dies Spiel zu vereiteln Will dos Gericht der Schwarz- Hemden den jungen Arzt verurteilen, so möge die öffentliche Meinung in der ganzen Welt wissen, daß er sich des Verbrechens rühmt, das ihm zur Last zu legen die faschistische Regierung sich schämt: der Mann hat wirklich eine Witwe und deren Kinder von ihren Bersolgern erlösen wollen. Nach saschislischem Recht ist er schuldig: unschuldig sind die, die eine Frau peinigen, weil sie chren Mann ermordet haben. So mögen die Unschuldigen vor den Augen der Welt den Mut haben, diesen Schuldigen zu verurteilen! Liebermann als Ankläger. Zündendes Gchlußwori im Brest-Liiowsker Prozeß. Warschau, 7. Januar.(Eigenbericht.) Am Donnerstag leitete der angeklagte Sozialistenführer Dr. Liebcrmann die Reihe der letzten Erklärungen der Angeklagten im Brest-Litowsker Prozeß ein. Liebermanns Rede, die durch eine tiefe Erkenntnis der Vorgänge un polnischen Staatsleben gekenn- zeichnet war, verfehlte nicht chren Eindruck auf die Zuhörerschaft. Auf seine eigene Verteidigung verzichtete Liebennann vollkommen in der gerechtfertigten Ansicht, daß er in diesem Prozeß eher An- k l ä g e r als Angeklagter ist. In dieser Richtung ging auch seine Rede, in der sich mit dem angeblichen Volkshelden P i l s u d s k i und seinen Anhängern auseinandersetzte. Im Gegen- saß zu wahren Volkshelden ist Pilsudski, so erklärte Liebermann, stets bestrebt, nur die Macht eines einzelnen Menschen zu er- weitern. Andere Helden wollten die Zukunfl des Volkes auf der Freiheit aufbauen, pilsudski dagegen nur auf sklavischer knechlschasi und Unterwerfung. Das ist die Ursache des Kampfes: Freiheit oder Tyrannei. Das heutige Regime hat die gesamte polnische Bevölkerung zu Tode ermattet. Es sehnt sich nun nach einer Regierung von verständigen und guten Leuten. Diesen Wünschen wollte die Oppo- sition gerecht werden, als sie sich vereinigte. Zu dem Prozeß selbst übergehend, unterstrich Liebermann, daß der Hauptangrifs gegen die Polnische Sozialistische Partei gerichtet ist, denn diese Partei sei für das gegenwärtige Regime besonders gefährlich, weil sie ihrer Idee treu bleibe, trotzdem sie unaufhörlich verfolgt werde. Die Polizei bediene sich zahlloser. Agenten und Spitzel, um die Sozialistische Partei zu zersetzen, aber zersetzt werde durch dieses System nicht die Partei, sondern die Behörden mit der Regierung an der Spitze. Die geschichtliche Rolle der So- zialisten ist noch bei weitem nicht zu Ende. Denn der Eifer der Arbeiterklasse für die sozialistische Idee ist nicht im geringsten ab- gekühlt. Das poluische Volk ist zerrisseu, da ein Teil da» poluische Slaakslebeu auf der„Institution der peitsche" aufbaue, die anderea auf Wahrheit. Recht und ZKorol. »Ich weiß uicht, was mciucr iu Polen uoch wartet"— erklärte Liebermann—,„es ist möglich, daß ich noch ermordet werde: denu wir Angeklagteu werden als permaueute Verbrecher angesehen, gegen die mau sich mit allen Mitteln wehreu darf." Für das Pil- sudskische Regime sei es auch gleich, welchen Verlaus die Geschicke Polens nehmen werden, ob Krieg oder Frieden, Hauptsache bleibe für dieses Lager ohne jegliche Moral, daß es an der Macht bleibe. „Nicht die Angeklagten, sondern die sich an der Spitze des Volkes jetzt befinden, haben mit Gewalt die moralische Grundlage g e st ü r z t. ohne die kein Volk bestehen kann. Das gegenwärtige Regime ist schuld daran, daß aus polen ein großes geistiges Gefäuguis geworden ist, an dem das ganze Volk endlos leidet." Der Angeklagte Genosse Barlitzki ergriff als Meiler das Wort und wies'auf die Hintergründe des gegenwärtigen Prozesses hin, der unter dem Zeiche» des Befehls geführt wurde. Rätselhaft sei in diesem Prozeß, warum nicht olle die Hunderte von Zeugen, die sich„zu demselben Verbrechen" bekannt hatten wie die Angeklagten, nicht auch zu gleicher Verantwortung gezogen wurden. Der einzig wahre Angeklagte in diesem Prozeß ist einzig und allein Pilsudski. Diese und noch andere Sähe aus den Reden der Angeklagten wurden von der Zensur bereits im Sitzungssaal beschlagnahmt. tGewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Serantwortlich fät Politik: Victor Schill: Wirtschaft: S.»liaaclhölcr: Ecwcrlschaftsbcweaunq: 3. Stciucr; gruilleton: Dr. Job» Schilowrli: Lokales und Eonlilaeo: glitt Karstadt: Zniieiaen: Th." fain 16? Pflaumen 0.58 Apfelmus 0.49 Stachelbeeren....... 0.75 Reineclauden....... 1.00 Kontilüre V, Eimer 0.95•1.10 1.25 Geflügel, Wild Gänsogefror., Pfd. 0.58 0.66 0,75 Hühner.... Pfund von an 0.68 WolgahOhner Pfund v. an 0.70 Tauben..... StCck von an 0.66 Mastganse Enten..... Pfund von an 0.76 Haien gaifralfl u.au$gew.,Pfd.v. 0.85 Kaninchen gasfr.u.ausgaw.lan 0,75 Wildregout.. Pfund von an 0.30 Pfund 0.74 0.84 0.94 Preis» für Flasch» ohne ülas 1930 Edenkobener..... 0.63 1930 Bergzaberner Letten 0.78 1930Niers>einer....... 0.93 1930Meseni€herKönigsbg. 0.95 1930Lieserer........ 1.10 1927 Oppenheim, Gel dbg. 1.20 1929 WöCr'ein. Pfaffenpfad 1.35 1924 Chflt. Reignac..... 1.10 1921 ChOf.Ls Lagune 1926 Chat. Cüran.. Malaga Golden.. Johannisbeerwein. Tarragona, rot..... Muskateller..... Weinbrand Z Kronau.. Ufer 4.60 Halb u. Halb, Spaziai-Likar. 3.60 ... t.40 .... t.90 .... 1.30 . LUar 0.70 . Liter 1.10 .Liter 1.20 Fische Schelltisch... Pfund von an 0.20 Kabeljau gr.Piseha, Pfd. V. an 0,24 Reibars ofma Kopf, Pfd. v. an 0.28 Fischfilet••. Pfund von an 0.35 Grüne Heringe 3 Pfd. v. an 0.38 Lebende Schleie Pfd. v. an 0.56 Lebende Karpfen Pfd. v; an 0.76 g«rludiarti Bücklinge., Pfund von an 0.26 Schellfisch.. Pfund von an 0.30 Sprotten Pfd.v.0.32 Kiudtan 0.30 Flundern Pfund 0.45 Bund 0.14 Räucheraale Pfund von an 1.65 Lachs In Stücken, Pfd. von an 1.20 Inventur-Verkauf WLALW?«« Rr.1l» 49. Jahrgang Zreitag, S. Januar 1 932 von tor Flui eingeschlossen. 7000 menschsn in höchster Belehr/ Wasser steigt/ Dessau gerenat FLr Dessau kann die Vefahr einer Hpchwasser- kirtastrovhe js�t o.lK endgiMig gebannt gelten. Menschen uni» Material wurden an den gefährdete« Stelle« so zeitig etnsejetzt. dah es möglich war. di« stark bean- spruchten Tämme zn halte» und alle Schade» sofort aus- zubessern. Nur ei« ganz kleiner Teil der Dessauer Wohn- viertel wurde überschwemmt. Allerdings ist jetzt noch das Llnströme« der Elbflut zu erwarte«! man hofft aber auch mit dieser Gefahr fertig zu werden. Die Gegend des unteren Nluldetals von der an- haltischen Grenze bis zur Mündung der Mulde in die Elbe bildet in einer Länge von SS Kilometern und einer Breite bis zu 8 Kilometern einen einzigen groszcn See. Dörfer und Wälder ragen insclgleich aus der Flut. Vor allem ist die Stadt Jeßnitz mit ihren 70lltt Einwohnern völlig von der Umwelt abgeschlossen. Die Wohnungen selbst sind auch in der Nmgcgens von Dessau vom Hochwaster verschont geblieben. Auch besteht keine unmittelbare Gefahr, daß Säuser einstürzen. Ter Flur- und Waldschadcn ist jedoch außerordentlich groß und in seinen Ausmaßen vorläufig noch nicht abschätzbar.— Auch im Spreewald sind durch das Hochwasser der Spree weite Strecke» unter Wasser gesetzt worden. Dag und Nacht ist die Feuerwehr bemüht, die Gefahr zu min- der». Mit einem weiteren Ansteigen der Flut muß indessen gerechnet werden. Ein Deich gebrochen! Emden. 7. Januar. vir Regengüsse der leisten Tage haben die weiden und Wiesen in O i d en b u rg und Osisrieslaud weithin überslulet, ohne daß der Westwind eine normale Eoiwässerung durch die Eniwasserungskanäle zuläßt. Zlm Donnersiag brach der D e l ch in der Nähe des Pumpwerks bei dem an der Bahnstrecke Oldenburg-teer gelegenen Dorf l) o l kg o st. Das Wasser überflutete sofort wiesen und Gärten und schloß clne ganze Slnzahl von Häusern ein. Der vammbruch er- weiterle sich ttoh sofortiger Mahnahmen bis gegen 14 Uhr auf 20 Meter. Durch dle umspülenden Wassermengen wurde das Pnmp- wert Holtgast unterspült, und gegen 15 Uhr stürzte da, 8 Meter hohe massive Gebäude, das auch den Transformator enthält, mit einem großen Srach um und fiel ins Wasser. Das Pumpwerk halte die Enlwäjjerung mehrerer Gemeinden des ehenmltgeu Moorgeb tele, zu versehen, dt« nun den Wassermengen preisgegeben stnd. Die Verwüstungen im Honauer Land. »cht. 7. Januar. Dl» rissig« goschloffsne Aasserfläche, dz« das Gebiet dsilich und südöstlich von Kehl immer noch dede.it, lammt nur s»hr langsam zum Absliebsn. vxtanartigsr Hüdm« st stürm, d«r schon di« ganze Nacht hindurch tobte, Hecht neu« Regenfronten herab und peitscht die Wassermassen, die noch üb«r«Inen Meter hoch aus den Wiesen und Feldern stehen. Zwar hat her langsam« Abfluß da» Neudorf von Auenheim bis h«ut« morgen vieler freigsmocht, jedoch ist die Verbindung zum Oberdorf von Auenheim noch itnjmr unterbrochen, da di« Wassermassen die beiden dorthin führenden Brücken zum Einsturz gebracht haben. In den Straßen de» Neu- darf, liegen gewaltige Schlamm enge« und in den Kellern und Ställen steht vielfach noch das Wasser.?luch jetzt laßt sich der endgültige Schaden noch nicht erkennen. Etrüncher, Bäume und die Leitungsmasten der Ueberlandzentrale ragen aus dem See heraus, was alles aus dieser sonst so ansprechenden Landschaft ein Bild der Zerstörung und Verwüstung gemacht hat. Auch Holland schwer heimgesucht. Amsterdam, 7..'ianuor. Ei» heftiger Südweststurm hat gestern in zahlreichen Orten Westhollands Zerstörungen angerichtet. Der Eisendahnoerkehr er- litt pcrschiedentiich. namentlich aus den Strecken Rotterdam— den Haag und Rotterdam-Utrecht, Unterbrechungen. In den Häsen von Amsterdam und Rotterdam wurden eine Anzahl Schisse pon den Anken, losgerissen. In Amsterdam selbst wurden von der Gewalt des Sturmes Päumc umgeweht, Fensterscheiben zertrümmert und Dacher teilweise abgedeckt. Die Feuerwehr nmßtc gestern abend und in der vergangenen Nacht annähernd Hundertmoi zur Ausbesserung und Beseitigung von Sturmschäden ausrücken. • Reue Schreckensnachrichten. Hamburg, 7. Januar. Ter Weststurm und die dauernden Niederschläge habe« zu Ueberschwemmungen in der Eiderniederung geführt. Beim Ort Nübbel find die Teiche geborsten; Nübbel ist vom Wasser vollkommen eingeschlossen. Tie Bergungs- arbeiten gestalteten sich heute früh besonders schwierig. da die Lichtleitung gestört worden ist. Auch die Drove ist bei Bad Oldesloe über die Ufer getreten und hat weite Wiesenfläche« überflutet. Oer Sturm flaut ab. Hamburg. 7. Lanuar. Am Mittwoch um 14 Uhr wurde in Hamburg noch Windstärk« 6 gemessen, während von der See Stärke 7 gemeldet wird. Es scheint, daß der Sturm weüer obslouen wird. Dos Hochwasser verzeichnet einen Stand von l.Zö Meter über normal.?.m Hamburger Hain, sind einige Kohlenschulen gesunken. Äorstcherwahl im Raihaus. .Haß wieder Kandidat der tSozialvemokraien.— Nächste Woche Etadiparlament. Die Sladtoerocd„eienferien, die durch die Weihnachlsfrierlagc und das Revjohrssest bedingt waren, sind zu Ende. Die Stadtver- ordneten haben ihre Arbeiten wieder ausgenommen. In dieser Woche findet zwar noch keine Stadlverordnetenvcrsammlung statt, doch wird der haushaltsausschuß schon am Dienstag nächster Woche wieder zusammentreten. Dos Sladlparlament hält seine erste Sitzung im neuen Jahr am Donnerstag, dem 14. Januar. ab. In dieser Sitzung muß die Zleuwahl des Stodtverord- nclenoorstehers vorgenommen werden, der»ach der Geschäftsordnung immer nur für l Jahr gewählt wird. Es ist selbstverständlich. daß die Sozialdemokraten als stärkste Zraklion des houses wiederum den Dorsteher stellen werden. Die sozioldemo- Der Grunewald als Sumpf. «** Die Umgebung Berlins ist durch das Wechselspiel der Witterung in eine Art„Spree- wühl" verwandelt worden, und unser geliebter Grunewald gleidii einem Sumpfgebiet. Die Wege simi zu kleinen Bädien geworden, in denen sidi die Bäume spiegeln. Hin und wieder haben lieh sogar umfangreiche Seen gebildet. Wir erleben geradezu das Sterben der Eiszeit im kleinen. Gevmi so hoben sich in der jüngeren erdghdncht- licfien Vergangenheit Flüsse und Seen gebildet. Jedenfalls aber sind die Wälder bis auf weiteres unpassierbar geworden, und erst anhaltendes Frostwetter wird den Wanderlustigen wieder die Sdwnheit der märkischen Wälder er- sdi ließen. Noch ejnem Tpgebuehroman von Karl Hant Seheber erzählt von Erich Knauf wird viel gesungen. Draußen zießon die Alpen vor- bqi. Ig Klagenfurt müssen wir umsteigen. Ein �ug vom Roten Kreuz steht auf dem Nachbargleis. Türen und Fenster sind halb geöffnet. Auf den Trittbrettern hocken Nermundete in zerfetzten Monturen. Wir teilen an sie Zigaretten und Brot aus. Aber eine Patrouille schreit uns an:„Das gibt es nicht. Band«,«tondel" Und hinter den venouudoten Soldaten werden die Waggontüren zugeworfen- Wir fahren wieder. Aus der Ferne rollt der Donner schwerer Geschütze henider. �„ Neben mir sitzt einer. Ich stoße ihn an:..Wohin? '.�ir auch." �Er reicht uns die Hände:..Kameradschaft!" und wir hauen ein. Kotzourek heißt er. Er setzt mir eine Flasche init Schnaps an den Mund.„Auf das Wohl unseres Baterlandes!" schreit Blechout. Jetzt wird gesoffen, und die Stimmung ist da. Die Nacht bricht herein. Die Kameraden schnarchen. Im Nebenabteil gehts hoch her. Dort haben die Kameraden ein Mädel, das fürs Marinebordell engagiert ist, beim Wickel. Endlich wird es hell, und wie ich ans Fenster trete. schimmert in der Ferne das Meer. Die Adria! Aber so' schnell gehen die Träume nicht in Erfüllung. Wir müssen vierzehn Tage lang Straßen schottern und sind ganz marod. Aber es hat keinen Zweck, sich krank zu melden. Wegen Aspirin und Jod erspare ich mir den Weg. Unser Jnftruktor heißt Woslitsch. Er ist Matrole erster Klasse, mittelgroß und untersetzt. Man erkennt ihn sofort an seiner gebogenen Nas?. Wenn man ihn nicht sixlsi, hört man ihn. Das Schnauzen versteht er aus dem fi. Dafür ist n auch Analphabet. Solche Leute wie er werden für die Aus- bildung der Rekruten bevorzugt. Wir knien am Fußboden, zehn Mann. Blechout am rechten, ich am linken Flügel- Kotzourek ist in der Mitte. Zentimeter für Zentimeter reiben wir die Bretter hlank- Doslitfch rennt durchs Zimmer und brüllt:„Alla, alla!" Es ist kein Vergnügen, den Dreck so hineinzufressen. „Bagasch elende." reißt Woslitsch einem die Bürste aus der Hand und schlägt sie ihm ins Eesicht.„Von vorn an- fangen!" Wir wirbeln den Staub in die' Höhe, bis es ihm zuviel wird und er geht. Wenn man die Bürste umdreht und mit dem Brett reibt, gibt es den meisten Staub. Die anderen machen es mir nach. In der Tür steht ein Kamerad und be- gleitet unsere Ardeit auf der Mundharmonika. Plötzlich er- scheint Woslitsch wieder:„Grünzeug elendes!" und gibt dem Musikanten links und rechts VHrseigen- Antreten auf dem Korridor. Woslitsch mustert uns. od Kappe. Kragen und Halsflor in Ordnung sind, denn wir ,nar- schieren heute durch die Stadt. Dem Matrosen neben mir reißt er die Kappe herunter: „Pargo!" und haut sie ihm wieder auf den Kopf.„Linksum!" und rennt nach vorn:„Morsch!" Kotzourek rollt Woslitsch ein paar Auge» nach:„Bestie! Hund!" Blechout hinter ihm gibt ihm einen Stoß:„Nicht so laut!" Aber Kotzourek ist wütend:„Mir Wurst! Jetzt geht e« an Kaufläden vorbei. In den Auslagen hängen Hosenträger mit der Ausschrist: Wir fürchten Gott. sonst nichts auf dieser Welt. Eine Bonbonniere-Atrovpe ist mit dem Marschallstab eines unserer Heerführer geschmückt. Aus Badehosen ist aufgedruckt: Wir kennen keine Parteien mehr. Aber kaum bemerkt Woslitsch unseren Spaß, setzt es Rippenstöße:„Horde? Wartet's nur!" An einem Offizierspuff führt er uns vorbei. Die Dame» an den Fenstern tragen durchsichtige Kleider, und eins mit enchlößtem Busen und Röckchen his zu den Knien steigt aufs Fensterbrett. Kotzourek ist ganz weg. Bor Begeisterung tritt er seinem Vordermann auf die Fersen. Das Mädchen auf dem Fensterbrett kennt sich aus. Es tut so. als ob es den Vorhang zurschtziehen möchte. Dabei verschiebt sich das Röckchen, ein seidenes Strumpfband schim- mert und daran ein« Tapferkeitsmedaille in Gold neben einer Rosette aus blauer Seide. Alles gafft hin, bis Woslitsch das Kommando gibt:„Habt acht! Links schaut!" Wir'marschieren in den Königswald. Gräßlich schaut es hier aus. Fliegerbomben haben Bäume und Sträuchcr ent- wurzelt und kreuz und quer durcheinandergeworfen.' Die Erde ist aufgewühlt, und die Baracken sind demoliert. In der flimmernden Ferne liegen die Panzerriesen wie Spielzeug. Die Straß« läuft in vielen Windungen die Kiisle entlang. Kotzourek und ich fahren Steine. Lieblich, ein Landsmann von mir, bricht zusammen. Wir schleppen ihn unter einen Feigenbaum. Blechout und Leicht und noch weitere zwanzig Mann arbeiten mit Radebacke und Schaufel. Woslitsch treibt uns nu und wirft mir auf den Schubkarren noch mehr Steine:„Los, Laufschritt!" Kotzourek, der mit seinem Karren hinter mir im Galopp läuft, weiß sich zu helfen.„Dem werden wir eine auswischen." Er läßt den Schubkarren fallen, taumelt und fällt und stöhnt wie ei« Schwerverletzter. Woslitsch fällt auf den Schwindel herein, läßt Kotzourek wegschassen und stößt dabei nach ihm mit dem Fisßc:„Elende Jarazen, taugen zu nix." - Kotzoureks Beispiel steckt mich an, und dann liegen wir neben Lieblich unter dem Feigenbaum und schiiarchon. Und drüben brüllt Woslitsch hinter den anderen her. In der Kaserne geht die Schinderei weiter. Es ist alle Tage dasselbe. Ich muß strafweise am Fußboden schlafen, weil mein Stutzen nicht anständig geputzt gewesen sein soll. Kotzourek wird vom Kopf bis zu Fuß kahl geschoren und rasiert, weil bei ihm Filzläuse aufgestöbert wurden. Leicht ist gestern aus dem Arrest gekommen und geizt heute zur Marodenvisite, weil ein Marinearzt gastiert- Ja, da muß man sich dazuhalten- Die Landärzte schmeißen jeden cinsoch hinaus. Leicht ist seit vierzehn Tagen Bettnässer. Jeden Morgen, wenn der Unteroffizier vom Tage zu uns herein„Auspurren!" rief, mußte er feststellen, daß der Fuß- boden unter der Hängematte von Leicht naß war. Auch die Hängematte. Do sich die Geschichte täglich miederholte, mußte Leicht aus dem Fußboden schlafen und wurde von der Korridorwache allstündlich geweckt. Aber alles half nichts. Woslitsch befahl ihn deshalb zum Rapport, wo Leicht wegen Faulheit sieben Tage Einzelarrest erhielt. Er kommt jetzt eben von der Visite zurück. Ich fasse ihn beim Arm:„Ra. was ist?" Tränen rollen über sein Gesicht. er schiebt seinen Kopf 1n eine Zimmereckc und schluchzt: „Krank bin ich" Er weint wie ein kleines Kind, aber nicht. weil«p Bettnässer ist, sondern weil er unschuldig bestraft wurde-„Mein Dienstbuch ist verschandelt." „Bande verfluchte!" Woslitsch treibt uns auseinander, gibt nsir ein paor Ohrfeigen und glotzt in Lcichts verweintes Knabcngesicht:„Sind Sic Soldat oder Hure?"(Forts, folgt.) sratische Zroktion wird den bisherigen Vorsteher. Genosten hast. der wegen seiner Objeklivilot und hervorragenden Eignung weit über die Reihen seiner Parteifreunde hinaus Anerkennung geniefjl, wiederum in Vorschlag bringen. Die Tagesordnung des Haushaltsausschufscs enthält einen sehr wichtigen Dringlichkeitsantrag der sozialdemokratischen Fraktion, der sich besonders für die Fürsorge bei B l i n d en und Krüppeln einsetzt. Der Antrag hat folgenden Wortlaut: Nach den für Berlin bezüglich der Wohlfahrtspflege geltenden Richtlinien wird die Betreuung der hilfsbedürftigen je nach Lage die individuellen Verhältnisse durchgeführt. Eine schematisch durch- geführte Fürsorge liegt weder im Interesse der hilfsbedürftigen noch im Interesse der Fürsorgeorgane. In Anerkennung dieses Grundsatzes beschließt die Stadtverordnetenversammlung: Der Ober- bürgermeister wird aufgefordert, in geeignet erscheinender Form erneut und dringlich auf die Bezirkswohlfahrtsämter dahingehend einzuwirken, 1. der Eigenart des Falles der Hilfsbedürftigkeit ist Rechnung zu tragen und bei Vorliegen besonderer hilfsbedürstigkeit auch unter Ueberschreitung der Richtsätze der Notlage zu begegnen; 2. bei besonders hilfsbedürftigen, wie bei Blinden, Krüppeln usw., ist deren Lage, bedingt durch körperliches Leiden, besonders zu berücksichtigen, soweit es sich um Stellung eines Blindenführer- Hundes sowie Futtergeld für denselben einerseits und andererseits um besonderen Aufwand des Blinden bzw. Krüppels für durch Dritte gestellte Hilfe handelt. Das Schicksal der Bergleute. Iieliungsmannschast der Karstengrube noch immer nicht an der Llnglücksstelle. Reuthen, 7. Januar. Die Rettungsmannschaft aus der Karsten-Zenlrumgrube mußte gestern abend wegen einer neuen Gebirgsbewegung zurückgezogen werden. Die Mannschaften waren schon in unmittelbarer Rühe der Rnglücksftelle und müssen jetzt wieder ihr Bergungswerk von vorn ansangen. Sie begannen auf der rechten Seile der Unglücksslrecke eine neue 1,60 Meter breite Strecke aufzufahren. Man hofft, wenn keine Hindernisse sich in den Weg stellen, heute abend, gegen IS Uhr, dort zu sein, wo vor genau drei Tagen der einzige lleberlcbende geborgen werden konnte. In der vergangenen Rächt waren 2g Mann unten im Bergwerk. Die Ablösung erfolgt vororts. Sechs Aufsichtspersonen sind dazu bestimmt, die Firste keinen Augenblick aus den Augen zu lassen, um bei neuen Bewegungen die Bergungsmannschaft sofort warnen zu können. Kreispruch im Moiorbooiprozeß. Vom Staatsanwalt selbst beantragt. Auf Antrag des Staatsanwalts sprach das Schöffengericht Spandau den Hafenmeister k i r st e l und den Facharzt Dr. Z ä h n k c von der Anklage, durch Fahrlässigkeit drei Menschen getötet zu haben, frei, da ihnen an dem kentern des Bootes kein Verschulden nachzuweisen sei. In der Beweisaufnahme auf der Havel bekundete der Besitzer des betreffenden Motorbootes als Zeuge, daß er sich die Katastrophe überhaupt nicht erklären könne. Er habe das Boot sowohl auf den hiesigen Gewässern wie auch auf reißenden Flüssen in Amerika bei jedem Seegang in schärfsten Kurven und höchster GeschwinMgkeit erprobt, ohne daß es je zum Kftit'ern gekommen sei. Dieße Tatsachen wurden auch von dem Sachverständigen Re- gierungsrat Schuhmacher bestätigt, der selbst Probefahrten mit dem Boot unternommen hatte. Das Unglück müsse nach seiner An- ficht durch die gemeinsame Wirkung der Witterung, der scharfen Kurve und der Ueberlastung verursacht worden sein. Der Staats- anwalt beantragte daraufhin selbst die Freisprechung des Ange- klagten, da durchaus wahrscheinlich sei, daß Gründe, die nicht in dem Verschulden der Angeklagten gelegen halten, für die Katastrophe verantwortlich wären. Jnreressanterweise gab das Schöffengericht einem Antrag des Angeklagten Dr. Jähnke statt und ließ ihn trotz seiner Rolle als Angeklagter als Nebenkläger gegen den Hafenmeister Kirstcl im Strafverfahren zu, da er nach seiner Behauptung bei dem Unfall selbst verletzt worden war. 3iir Aussage Nydahls im Gktarek-prozeß. Stadtschulrat Genosse N y d a h l bittet uns um Veröffentlichung der folgenden Erklärung: Verschiedene Abendblätter verbreiteten am Donnerstag die Nach- richt über eine Meineidsanzeige, die gegen mich erhoben worden fein soll. Ich habe bei meiner letzten Vernehmung im Sklarek- Prozeß unter Eid ausgesagt, daß ich vor meiner Abreise nach Amerika von den Sklareks durch die Firma Keller und Furch IakeU, Weste und Mantel bezogen und dafür Süll bis KW Mark gezahlt habe. Die Quittung der Firma ist in meinen Händen. Ich kann also einer Meineidsanzeige, die im übrigen bei der Staatsanwalt- fchaft noch nicht eingegangen sein soll, mit der größten Ruhe ent- gegensehen. Die Anzeige gegen mich geht aus von dem Direktor des Werbeausschusses vom Freiwilligen Erziehungsbeirat für schul- entlassene Waisen Baezinski). Der letztgenannte Verein hat mit Baczinsky einen bis zum Jahre 1933 laufenden Vertrag geschlossen. Auf Grund ehrenverletzcnder Aeußerungen und Drohungen'ist Baczinsky unter Billigung des gesamten Vorstandes jetzt die Kün- digung zugestellt worden. Nach meiner Ueberzeugung handelt es sich bei der Anzeige um einen Racheakt. Zuchthaus für Wochenendhaus-Muber. Das Potsdamer Schöffengericht verurteilte den 3Zjährigen Stein- setzer August M a r z i n o w s k i und den 30jährigen Arbeiter Rudolf Bremer, beide aus Werder a. d. h., wegen zahlreicher Wochenend- Haus-Einbrllche am Zernsee bei Werder und Golm. Marzinowski erhielt 8 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Bremer wurde zu K Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehroerlust verurteilt. 8tMbgnIll!iksktilkstoffmznn in der Zange Gefälschte Bücher— aber die Revisoren entdeckten nichts Im Sklarck-Prozcß wurden gestern nachmittag die Scheckgeschäfte der Sklareks mit der S t a d t b a n k weiter erörtert, wobei zur Sprache kam, daß ebenso wie seinerzeck auch bei den Wechseln der Geschäftsverkehr durch gefälschte Bücher. Auftrags- scheine usw. vorgetäuscht wurde und man auch einmal sogar zur Fälschung eines Postscheckauszuges schritt, als eine Revision durch den Stadtbankbeamten Höge bevorstand. Stadtbankdirektor h o f f m a n n erklärte ebenso wie S ch in i t t, daran geglaubt zu haben, daß die Sklareks derartige Umsätze machten, wie sie aus den Schecks hervorgingen, hoffmann: Die Sklareks hatten doch soviel Beziehungen zu politischen Persönlichkeiten der Stadt, daß ich an den Umsatz glauben nrußte. Vors.(ärgerlich): Wieviel Anzüge hatten sich denn die politischen Persönlichkeiten übereinanderziehen müssen, uin einen Umsatz von 10 Millionen zu erzielen? Hoffina nn: Der Stadtverordnete Rosenthal saß doch als Tertilfachmann im Kreditausschuß. Vors.: Die Anklage macht Ihnen gerade zum Borwurf, daß Sie dem Kreditausschuß Einzel- heitcn nicht mitgeteilt haben. Die Mitteilung, daß allein für 150 bis 180 Millionen Schecks gegeben wurden, ist doch nicht erfolgt. Leo Sklarek blieb demgegenüber dabei, daß die Skadtbank- dirckloren sicherlich durch War Sklarek ins Bild gefetzt worden feien, und rief hoffw.ann zu:„Stellen Sie Ihre Aussage lieber gleich richtig, sonst kommt die Blamage der Zeugen�rnehmung." Der Vorsitzeride hielt Stadtbankdirektor hoffmann dann vor, daß das Bankhaus Gebrüder Arnold die Stadtbank darauf aufmerksam gemacht hätte, daß den Schecks der Sklareks kein Gegenwert gegen- überstände und daß es sich um Scheckreiterei handele, hofnnann er- klärte hierzu, daß er eine Prüfung veranlaßt habe; der Borsitzends mußte aber feststellen, daß auch diese Warnung unwirksam blieb und nichts erfolgte. Auch Direktor Schnütt bestritt, daß der Scheckverkehr auf Grund einer Verabredung zwischen Max Sklarek und den Stadt- bankdirektoren gemacht worden sei und wollte von der höhe der hereingegebenen Schecks nichts gewußt haben. Vors.: Sie haben also nicht gewußt, daß in den Jahren 1927 bis 1929 für 180 Mil- lionen Mark Schecks und allein für 28 Millionen ungedeckte Postschecks hereingegeben wurden? Schmitt: Von dieser höhe habe ich heute erst erfahren Vors.: Ich finde es erstaunlich, daß Sie als gcfchäftsführender Direktor darüber keinen Ueberblick hatten. Schmitt: Man hat es mir nicht mitgeteilt. Vors.: lind sonst haben Sie es auch nicht erfahren können? Schmitt: Nein. Vors.: Ich denke, die Stadtbank war so gut organisiert? Fanden Sie es nicht auffällig, daß eine Firma, die sich aus den kleinsten Anfängen entwickelt hat, derartig hohe Umsätze haben sollte? Schmitt: Es wurde mir nur mitgeteilt, daß sich die Umsätze von Jahr zu Jahr steigerten. Vors.: Das geht ja bei einein Betrüger immer schneller als bei anderen Leuten. Schmitt: Für uns war die Bevorschussung der Forderungen an die Stadt die Hauptsache. Vors.: Die Tatsache, daß diese Forderungen nicht ausreichten, haben Sie auch nicht erfahren? Schmitt: Nein. Vors.: Sic mußten sich doch aber sagen, was hat z. V. der Dclikatessenfritze mck Stiefel- licferungen fiir Rußland zu tun? Sch m i tt: Davon haben mir doch die Revisoren auch nichts nntgeteilt. Vors.: Herr Schwill und Herr hoffmann, ich kann Sic nicht verstehen. daß Sie sich immer aus die Unkerorgane der Stadtbank berufen. See haben doch selbst darüber geklagt, daß das Personal nich: genügend vorgebildet war. Der Vorsitzende stellte öann aus den Akten fest, daß auch zur Bortäuschung des Geschäftsverkehrs bei den Schecks Bücher und Unterlagen gefälscht wurden, daß diese Fälschungen aber nicht von den Revisoren entdeckt wurden. Der Buchhalter Tuch meinte, daß bei genauer Nachprüfung ein Revisor die Fälschungen hätte sofort erkennen müssen, da nicht einmal die Unterschriften unter den Auftragszettcln vorhanden waren, hofftnann erklärte hierzu, daß er seine besten Beamten zu den Prüfungen hingeschickt habe. Direktor Schröder, der die Prüfungen vorgenommen hat, hat mir gesagt: Bei den Sklareks ist alles in Ordrarng, das inüßten Sie mal sehen, wie fein da die Bücher geführt sind.(Heiterkeit.) Ich war doch von der Sicherheit der Sklareks überzeugt. Vors.: Das ist ja das A und 0 der Geschichte. Sie, Herr hoffmann. waren blind geworden gegenüber den Sklareks. hoffmann: Schröder ist auch von Vertrauen gegenüber. den Sklareks erfüllt gewesen. Er ist doch nicht wie ein Statsanwatt an die Bücher gegangen. Vors.: Ob ein Staatsanwalt da mehr ge- funden hätte, ist auch noch die Frage. Diese Aeußerung nahm Ober- staatsanwalt Freiherr v. Steinäcker zum Anlaß, den Vorsitzenden zu fragen, wie diese Worte gemeint seien, worauf Amtsgerichtsrat Keßner sie dahin interpretierte, daß sie sich nicht gegen die Staats- anwallschaft oder deren Beainte gerichtet hätten. Oberstaats- anwalt: Ich wollte nur feststellen, daß alles Material, das diesem Prozeß zugrunde liegt, von der Staatsanwaltschaft herausgebracht worden ist. Der Vorsitzende hielt dann Leo und Willi Sklarek noch vor, daß auch einmal ein Postscheckauszug, der über 38 0W Mark lautete, durch Vorsetzen einer Eins in 138 0W Mark umgsfälscht wurde. Lehmann, der diese Fälschung ausgeführt hat, erklärte, daß sie auf Anweisung von Max Sklarek erfolgt sei, nachdem Leo nach einem Gesuch bei Stadtbankdirektor hoffmann von der bevor- stehenden Prüfung durch den Stadtbankbeamten Höge berichtet habe. Leo Sklarek bestritt aber, bei der Fälschung mitgewirkt zu haben. Die Verhandlung wurde schließlich auf heute, Freitagvormittag, 9 Uhr vertagt. Hausfrauen, aufgepaßt! Oer Mann von der„Lleberwachungs-Gefellschast". In den haushnlkungen von Berlin.W. erscheint seit geraumer Zeit ein etwa 2S Jähre alter Äann, der eine große Ledcrinappe mit sich führt und sich als Beauftragter einer„Ueberwachungs- gefellschaft" ausgibt. Cr erklärt, daß der Hauswirt bei dieser Ge- sellschast abonniert sei, und daß er nun komme, um die Gasröhren, Lichtröhren und Heizungsanlagen zu kontrollieren. Die Hausfrauen lassen den Mann meist ohne weiteres eintreten. Nun beginnt fein Spiel: umständlich legt er seine Mappe irgendwo hin, läßt sich durch die Zimmer führen und chantiert und klopft an den Heizungskörpern, dreht die Wasserhähne auf und zu und macht überhaupt allerlei Mätzchen, häufig schreitet er dann im Zimmer auf und ab, um„nach dem Klang der Röhre"— die da irgendwo liegen müßte— festzustellen, wo etwas schadhaft sei. Das alles ist nur Vorwand. Der angebliche Installateur, der etwa 1,80 Meter groß ist, hellblondes haar und ein frisches, freundliches Gesicht hat, sieht währenddessen zu, wo er etwas st e h l e n kann. Durch sein munteres, gefälliges Wesen und allerlei Spähchen lenkt er die Aufmerksamkeit von sich ab und geht jetzt seinem eigentlichen Gewerbe nach. So sind ihm wiederholt große Geldbeträge in die Hände gefallen, wie auch Kleidungsstücke usw. U. a. hatte der Mann auch einmal einen Brillantring im Werte von 2000 Mark mitgenommen. Es ist bisher noch nicht gelungen, den Mann fest- zunehmen. Mitteilungen über sein Auftauchen sind sofort zu richten an die Dienststelle III 6 im Polizeipräsidium. Einsturz eines Wasserschutzwerkes. Eine Orffchast von Waffermaffen eingeschloffen. Oldenburg, 7. Januar. Bei Augustfehn in Oldenburg wurde das große Wasscrschuhwerk Holtgast von den Wassermassen zerstört. Das acht Weler hohe Turmhaus, dessen Fundamente noch iVi Rieter in die Erde hinabreichen, war von den Fluten unterspült. so daß das ganze Gebäude sich immer mehr neigte und die Arbeiten zur Rettung des Werkes eingestellt werden mußten. Nachdem zunächst vier Leitungsdrähte der im Turmhaus untergebrachten Hochspannung gerissen waren, stürzte das Gebäude, ia der Mitte auseinanderberstcnd.in die Fluten. Damit ist das stärkste Wasserschuhwerk der Gegend um Augustfehn völlig vernichtet worden. Die Sckundenleistung des Werkes betrug VA Kubikmeter. Der Schaden ist noch gar nicht abzusehen. Auf Monate hinaus wird die Ortschaft Augustsehn von einer unendlichen wasserwüste umgeben sein. Gertrud Irenzel wird wieder gesucht. Das Geld für den Wechsel. Mit einer Vertagung endete heute eine Verhandlung vor dem Potsdamer Schöffengericht, die sich gegen den Fahrrad- sthlosser Alfred Urban aus Bornim richtete. Die Anklage lautere auf Unterschlagung. Urban erhielt eines Tages von dem Sohn des früheren Amtsvorstehers Frenze! 93 Mark zur Einlösung eines Wechsels., Dieser Wechsel ist aber von dem Angeklagten nicht ein- gelöst worden, so daß darin eine Unterschlagung erblickt wird. Zur allgemeinen Ueberraschung erklärte der Angeklagte, daß die 95 Mark schon am nächsten Tage, nachdem er sie von dem jungen Frenze! empfangen hatte, von dessen jüngster Schwester, Gertrud Frenze!, abgeholt worden seien. Vor dieser Abholung hatte ihn Frau Frenze! angerufen, das Geld der Gertrud zu übermitteln. Großes Er- staunen im Eerfchtssaal, der Anklagevertreter, Assessor Bring- mann, beantragte, die Verhandlung zu vertagen und Gertrud Frenze! und ihre Mutter als Zeugen zu laden. Der Vorsitzende: „Herr Staatsanwalt, wissen Sie die Adresse von Gertrud Frenze!?" Staatsanwalt:„Nein." Auch der junge Frenze! erklärte, daß der Aufenthalt seiner Schwester streng geheim gehalten würde. Darau/ gab das Gericht dem Staatsanwalt auf, die Adresse von Gertrud Frenze! zu ermitteln, damit sie zum nächsten Prozeh mit ihrer Mutter als Zeugin geladen werden, kann. Man darf gespannt sein, wo der Potsdamer Staatsanwalt Gertrud Frenze! aufstöbern wird. Totgeglaubter Lehrling wieder da! Eine recht harmlose Aufklärung hat der mysteriöse Kleiderfund am Templiner See durch das Wiederauf- tauchen des bereits totgeglaubtcn 17 Jahre allen Fleischerlehrlings Paul T. aus Neukölln bekommen. Der Junge hatte bekanntlich am Sklvestertage 20 Mark kassiertes Geld verloren, und als man seine Kleider einig« Tage später am Rande des Templiner Sees fand, glaubte man, daß er aus gekränktem Ehrgefühl Selbstmord verübt habe. Paul T. hat wohl auch die Absichl gehabt, aus dem Leben zu scheiden, zum Schluß hat ihm aber doch Ser Mut gefehlt. Zu Fuß lief er dann nach Brandenburg a. d. Havel, wo er einem Polizei- beamten wegen seiner mangelhaften Kleidung ausfiel. Als man wußte, wen man vor sich hatte, wurden sofort die Angehörigen in Kenntnis gesetzt. Schlägerei vor dem Wcißensrer Arbeitsamt. Zwischen hakentrcuzlern und Kommunisten spielte sich am Donnerstagnachmittag eine schwere Schlägerei ab. An- nähernd 60 bis 70 Personen hieben mit allen möglichen Instrumenten aufeinander ein. Als das UebcrsaUkoinmando anrückte, flüchteten die Raufbolde. Lediglich 3 3 Na t i o n a l s o z i a l i st e n konnten noch festgenommen und der Politischen Polizei übergeben werden. Mehrere an der Schlägerei Beteiligte haben Verletzungen erlitten. nicht ehrt- SPARE DURCH- efUTSCH PtTR0i,EU»-etSSU5CHAF� ganze die NVarke,*« V/elt Vortrauen h. Ott max 3)oriu: 1111 Schnee 5)allo— alle Mann an Bord: an Bord unseres öchneeautos— los, raus in den Blizzard, die Telegraphenleitung ist unterbrochen — die Verbindung muß schleunigst wieder hergestellt werden: Winnipcg-Port Nelson, an der Hudson-Bay. Mittleres Kanada: Provinz Manitoba— größer als ganz Deutschland, Manitoba: tiSOlXX) Quadratkilometer, mit etwa 8l)0uhen. Und wir sind die Telegrapher, die zerrissene Leitung funktioniert wieder— Winnipeg morst mit Port Nelson: oben, an der fest zugefrorenen Hudson-See. Kanada. Provinz Manitoba. Vorhin haben wir gegessen— gekochten Weißfisch aus dem Winnipeg-See— und hinter gab's'n Stück gebratene Bärenkeule, Boys: das schmeckte: Padre Patrick ist ein vorzüglicher Koch— vor dem Essen sprach er das Gebet, immer noch in irischem Akzent: und doch ist der Padre hier schon an die vierzig Jahre auf der Missionsstation. Vor vierzig Jahren, da gab es hier noch Indianer — Padre Patrick wollte sie bekehren— aber, aber: die undank- baren Nothäute, gerne tranken sie des Padre Gin und Branby. aber von der Bibel wollten sie nix wissen, die verbrannten sie in ihren Lagerfeuern. Und wo sind die Indianer jetzt? Fort, nach dem Norden— auf der Flucht vor den Weißen. Hu, draußen wettert der Blizzard— Padre Patrick, hallen die Steine aus deinem Sd)indeldach? Des, Sire, und hier ist noch Hot Whisky, trinkt zur Ehre Gottes! Gott schützt seine Mission. Das Fremdenzimmer auf Pigeon-Point, die Missionsstation am hohen See Winnipeg. Der See ist lang und groß, größer als der ganze Freistaat Württemberg. Da sind bärtige Fischer bei uns — eingewanderte Schatten, schon dreißig Jahre am See, sie er- zählen uns: wie sie den Weihfisch fangen— mit der Axt Löcher ins grüne Eis gesäilagen— und blaues Bcnzinseuer lockt den Fisd) an— wie blind geht er in die Netze. Fischer, Lumbcrmcn und Pelzjäger, und wir: die Telcgrapher — und Jony Serf und Miß Sweety: die Sportstudenten, alle haben wir uns hier geflüchtet, zu dem gastfreundlichen Padre Patrick, auf Station Pigeon Point am See Winnipeg Mit doppelten Fäusten schlägt der Schneesturm gegen die Baumstämme des großen Block- bauscs— der Blizzard, der wilde arktische Riese. Manitoba. Winter. Nordisches Kanada.' Wir erzählen uns was— Fragen und Antworten kreuzen sich, ein Blitzfeuer von Gespräd)sstoff— im Kamin lodert die harzige Blautanne. Ei gewiß, wir gehören zum Staat, wir Männer von Post und Telegraphie. Wir vom Schneekommando, vom Propeller- Auto Des, Sire, surc: Kanada hat über 100 000 Kilometer Telegraph— und mehr als IS 000 Postanstalten. Hier, Padre Patrick auf Station Pigeon Point, der ist auch Postmaster und Tele- graphenchcs: er muß doch was zu tun haben— Indianer gibt es nicht mehr zu bekehren. Und die Pelzjäger unter uns, diese grauen wilden Männer: die sagen von ihbcn Abenteuern im hohen kanadischen Urwald— Pelzjagd auf Biber. Fuchs, Wiesel, Marder und Wildkatz— und Schuß auf Wolf und Bär— pamm:'n guter Braten,'n weißer Schneehas! Und die Lumbermen: die abenteuerlichen Holzhauer des mani- tobisd)en Nordens: alles ist Sehne an ihnen, durch die Wolljumper hindurch fühlst du die harten Muskeln spielen. Holz— Nord-Mani- toba, das Holz geht nach Süden, in die trinktrockenen United States— Padre, mehr Hot Whisky her! Aber Miß Sweety kriegt keinen Whisky mehr, eben hat sie ihren Studenten geküßt, den stockmageren Sportsmann Jony Serf. Miß Sweety und Jony sind aus der Manitoba-Hauptstadt, aus Winnipeg, die hat 2000 Studen- tcn und lOOO Studentinnen. Winnipcg-Stadt— 350 000 Einwohner. Mitten in den kanadischen Wcizenprärien— Manitoba- Süd, Stadt Winnipeg: 30 Bahnlinien strahlen von dort aus— alles Weizenbahnen— die die goldene Frucht auf den größten Weizenmarkt der Welt bringen: Kornstadt Winnipeg in Manitoba! Von Winnipeg laufen die Weizenzüge nach Montreal am Sankt Lorenz-Strom— von dort holen die internationalen Schiffs—' Kanadas goldene Weizenfrucht für alle getreidcarmen Länder der Welt. Kanada hat 10 Millionen Quadratkilometer Fläche(20mal Deutschland), mit 10 Millionen Menschen— aber Kanada ernährt 100 Millionen Menschen, mit seinem Weizenüber- sluß, halb Europa speist kanadisches Brot. Biel Weizen— und Vieh und Holz und Pelze— das reiche Kanada. Und nur ein stehendes Heer von 3500 Soldaten und 500 Offizieren. Wo Korn ist, da brauchen wir kein Militär— nur der Hunger revoltiert. Telegrapher auf Station Pigeon Point. Sprechender Draht zwischen Winnipeg und Port Nelson an der nordischen Hudson- Boy, die drahtliche Verbindung ist wieder da. Hinten herum läuft auch'ne Bahn nach Port Nelson, aber nur im Hochsommer ist auf der Nordbahn Berkehr, da fährt Wcizenzug aus Weizenzug von Süd-Manitoba an die osfcne nordische See: Export, Export. Weizen ist Gold! Im Winter friert die Hudson-Bay fest zu— die Bahnlinie schläft, aber die Telegraphenlinie darf nicht schlafen— sie muß funken, der Telegraph ist die Verbindung von Herz zu Herz, von Süd und Nord und West und Ost, bis über die See— horche, der kanadische Blizzard— nächtliche Gäste aus Pigeon Point. Lake Winnipeg— wir sind heiß von Whisky und Tabak, und heiß von Worten— Miß Sweety und Jony sind heiß von Liebe— Padre Patrick, gib die Pelzdecken her, wir harten Männer schlafen auf dem Boden— Miß Sweety und Jony kommen in Vater Patricks Betten-- jawohl, Padre. mache du ein Kreuz über die beiden Türen— hier, schläft die sportliche Liebe— frei sein ist göttlich, in jeglickzem Sinne. Das Schlafgebet donnert der Blizzard! | Kanada. Winter. fmfi zeike: Dlleslez ssn/lZk und Mofbühne Die Zensur, ohne die der alte Obrigkeitsstaat niemals auszu- kommen glaubte, erstreckte sich nicht nur aus die Hostheater. Aver sclbstverstänolich wurde bei den Ausführungen an den Hosbühnen ein besonders strenger Maßstab angelegt. Besonders die öfter- rcichischen Herren waren— wenn man von der Periode Josefs 11. absteht— immer sehr besorgt um„stubenreine" Darbietungen ihrer Hofcheoter. Man blättere etwa in den Togebuchaufzcichnungen des Schauspielers Costenohl«, der um 1820 am Wiener Hosburg- theatcr engagiert mar. Da heißt es einmal:„Zum erstenmal „Nathan der Weise".... Dieses herrliche Stück wurde chrbärmlich verstümmelt auf die Bühne gebracht. Um alles Zensurwidrige wegzunehmen, mußte der ehemalige Souffleur des Hosburgtheaters, Herr Berling, die Beschneidung des weifen Juden vornehmen, und seine Hand war geschickt genug, alles zu umgehen, was die Auf- fllhrung lisher gehiiÄert hatte. Der Hauptschnitt geschah mit oem Märlein der drei Ringe. Saladin darf Nathan nicht sragcn, welcher Glaube ihm am meisten eingeleuchtet habe, sondern weldzo Wahr- heit, Lehre und Meinung ihm als die reinste schiene.... Der Patriarch war überdies in einen Großkomtur verwandelt und der Klosterbruder in einen Diener desselben." Oder man lese auch, was Castelli in seinen„Memoiren" über die Zensur im vormärz- lichen Oesterreich berichtet:„Schillers„Don Carlos" war lange Zeit zur Aufführung verboten, und als die Burgtheaterdircttion um Zulassung einschritt, erhielt sie den Bescheio, daß das Stück ge- stattet würde, wenn man es so veränderte, daß der Prinz nicht in seine Stiefmutter verliebt wäre.... In den„Räubern" von Schiller mußte der Vater Moor in einen Oheim verwandelt werden. Man kann sich denken, was es für einen Eindruck machte, wenn Karl Moor das fürchterliche„Oheimmord" ausrief. Der Präsident in „Kabale und Liebe" mußte Vizedom, der Kapuziner in„Wallen- steins Lager" eine Magistratsperson heißen." In welchein Umfang die Hostheater noch über die allgemeinen Zenjuroorschristen hinaus Rücksichten zu nehmen hatten, davon legen auch die Lebenserinnerungen von Fcdor Wehl, der zwischen 1870 und 1880 die Stuttgarter Hosbühne leitete, Zeugnis ab. Einmal gastierte in Stuttgart der sehr bekannte Schauspieler Karl Soitag. Unter anderem trat er in einem harmlosen Einakter der„Moderne Barbar" auf: der Einakter zeichnete das Bild eines rohen, aber gutmütigen Nüssen. Der Hof war über diese Ausführung entsetzt, und das Stückchen durfte nicht wiederhalt werden. Warum? Man empfand(um mit Wehl zu reden)„allerhöchsten Ortes das Nach- ahmen russischen'Lebens und russischer Sitten als anstößig". Dabei muß man wissen, daß die Württembcrger mit dem Zorenhose verwandt waren. Besondere Schwierigkeiten batt« Fedor Wehl bei der Ausführung älterer Possen.„In diesen Possen sollten keine Witze über Fürsten, über Staatsmänner, über Kirch«. Politik usw. „gerissen" werden. Namentlich die Couplets waren der ständige Stein des Anstoßes. Es gab da ein unausgesetztes Vertuschen und Bemäntein, ein ewiges Abmindern und Berschlzisen. Wenn dann die Verse nickst schlagend, nicht einschneidend und packend waren. dann hieß es wieder: Aber, lieber Himmel, wie schal, wie matt und nichtssagend sind diese Possengesänge!" Am Rudolstädter Hostheater mußte, wie Olga Hcydecker in den Auszeichnungen über ihre Theatcrlaufbahn mitteilt, um 1910 aus Grund eines besonderen Eingreifens der Fürstinwitwe in dem harmlosen Fuldaschen Lustspiel„die Zwillinasschwester" die Wen- dung„ein Muttermal über der linken Brust" ersetzt werden durch die Worte„ein Muttermal über der Brust". Wahrscheinlich sollte in Rudolstadt den Menschen verheimlicht werden, daß die Frau zwei Brüste hat. Am Berliner Hostheater durfte nach Auszeich- nunsien Max Grubes aus etwa der gleichen Zeit in dem patrioti- schen Schauspiel„Wie die Alien sungen" das Tischgebet„Komm' Herr Jesu, sei unser Gast" nicht gesprochen werden. Eine„sehr h?he Dame" vertrat nämlich den Standpunkt, daß der Name Jesu „mcht aufs Theater gehöre". Dergleichen Geschichten könnten leicht noch mehr erzählt wer- den. Der Geist, der in den asten Hofthcatern lebendig war, trat aber vielleicht noch deutlicher in den Vorschriften und Sitten zu- tage, die für die Durchführung der Vorstellungen galten. Auch hier möge eine kurze Blütenlese aus den Aufzeichnungen bekannter Theaterleute ein Bild geben. 1774 wurde der Schauspieler Christ an das Dresdener Hof- theater engagiert. Hier fand er die merkwürdige Sitte, daß nach keinem Akt der Vorhang niedergelassen wurde. Um die Verwand- lungcn bei offenem Vorhang durchführen zu können, hatte man schon die moderne Schiebebühne vorweg genommen. Sämtliches Mobiliar war auf stachen Bühnenwogen aufgebaut, die beim Akt- schluß hinter die Szene gezogen wurden. Selbst die Mitspielenden wurden gelgcntlich mittels dieser Wagen von der Bühne entfernt. Und was war der Grund für diese Umständlichkeit? In Dresden war man der Auffassung, es würde den Respekt vor dem regieren- den Herrn verletzen, wenn man„ihm den Vorhang sozusagen vor der Nase sollen ließe".— Der Schauipieler Genast kam 1816 zu Studienzwecken nach Stuttgart und besuchte dort natürlich sofort das Hostheater. Er schreibt:„Dos war ich zwar schon von Weimar aus gewohnt, daß sich beiin Erscheinen der Herzogin Louise die Personen des ersten Ranges, des Parketts und Parterres erhoben: hier erstreckte sich diese Sitte ober bis auf den letzten Platz. Das gab dann allemal einen Heidenspektakel, der aber allerhöchsten Ortes, wie man mir sagte, nicht ungnädig vermerkt wurde."— Ein Menlchenalter später war es bei den kleineren Hosbühnen nach nicht viel anders. Anna Löhn, die um 1850 am Oldenburger Hostheater engagiert war. beschreibt die hier herrschenden Zere- monicn sehr nett:„Die Borstellung durfte nicht eher beginnen, als bis der Hof erschienen war. Wie ein wackerer Soldat auf seinem Posten, stets bereit, beim Herannahen des Höchstkommandierendcn zu präsentieren, so harrte der alte ernschafte Musikdirektor Franke vor dem Dirigentenpult,„Augen rechte," um beim Eintreten des Hofes in die Loge die einleitende Musik beginnen zu lassen. Die aus der Theaterloge herabschauendcn unbeschäftigten Mitglieder des Ensembles hatten die Pflicht sich von ihren Eitzen zu erheben, wenn die Herrschaften erschienen, und meine wackere Kollegin Scholz empfahl mir, einen ehrfürchtigen Knix hinzuzufügen." Georg II. von Meiningen, der„Theaterherzog", vermählte sich bekanntlich zur linken Hand mit der Schauspielerin Ellen Franz. Als er bald nach seiner Heirat eine Vorstellung seines Hofthcaters ür Bad Liobenstein besuchte, durfte er seine Frau zwar in die Hof- löge mitnehmen: aber die Hüter der Etikette hatten dafür gesorgt, daß zwischen seinem Sitz und dem seiner teuren Gattin ein« dicke rote Schnur gespannt war. Fast in allen Hoftheatenr galt die Bestimmung, daß in An- Wesenheit der höchsten Lzerrschaften Migfallensäußerungen verboten seien. Als 1808 in Weimar bei der Ausführung von Kleists„Zer- brochencm Krug" gleichwohl ein empörter Zuhörer zu pfeifen wagte, bog sich der anwesende Herzog Karl August nach dem Bc- richt Genasts sofort über die Brüstung und rief:„Wer ist den« freche Mensch, der sich untersteht, in Gegenwart meiner Gemahlin zu pfeifen?! Husaren, nehmt den Kerl fest!" Di« zum Wachdienst im Theater kommandierten Husaren waren auch sogleich zur Hand und verhafteten den Missetäter. Er mußte sein ungebührliches Bcneh- men im Theater mit drei Tagen Arrest büßen. Aus dem Wörterbuch uuierer Krankheiten In buntem Wechsel fanden sich einst Deutsch, Latein und Griechisch zusammen, um unsere heute geltenden Krankheitsbezeich- nungen zu schaffen. Allerdings haben sich, besonders seit der Zeit des Humanismus, Latein und Griechisch gerade hier recht breit- gemacht und manches deutsche Wort aiks unserer Sprache verdrängt. Z. B. hat schon in sehr früher Zeit das lateinische Wort kebrig, unser„Fieber", der ursprünglichen deutschen Bezeichnung „Ritten" völlig den Garaus gemacht. Gut deutsch ist dagegen unser „Schnupfe n", übrigens gleichen Stammes mit„Schnauze" und „schnauben", ebenso i�as„G e s ch w ü r", das von„schwären" her- kommt: bei Lessing hieß es noch„Gsschwär", bis sich die Neben- form Geschwür durchsetzte und nur das Hauptwort Schwär blieb. Die„Grippe" stammt zwar in dieser Form aus dem Französischen, ist aber letzten Endes aus dem gotischen greipan, unserem„greisen", „anpacken" zu erklären. Die„Influenz a" dagegen ist rein lateinisch und bedeutet lediglich Ansteckung. Wie jedes gesunde Lebewesen gegen einen eingedrungenen Fremdkörper kämpft, so ringt auch die Sprache mit dem Fremd- wort. Kann sie es nicht loswerden, so rückt sie so lange daran herum, bis es wie ein deutsches Wort klingt oder aussieht. Ein Beispiel dafür ist das griechische Wort„K a t a r r h", das„Herab- fluß" bedeutet. Es kam durch die Aerzte des 17. Jahrhunderts in Umlauf und verdrängte den eiheimischen Namen„dampfe". Und was machte das Volk daraus? Den„Kater", der feit etwa 1850 — wenn auch mit etwas airderem Sinn«— zu unserem Sprachgut gehört und nach altgermanischer Weise den Ton auf der ersten Silbe trägt, so daß die Endsilbe oerkümmerte. Eine einfache Uebertragung aus Farbe-Erscheinungen liegt im „Scharlach" vor, einem Worte persischen Ursprungs, sowie in der„Rose" und dsn„Mosern"; bei letzteren ist die Maserung des Holzes auf das Bild der Kinderkrankheit angewandt worden. Zu mißverständlichen Erklärungen hat der„Star", die bekannte Augenkrankheit, Anlaß gegeben: sie hat nichts mit dem Vogel zu tun, sondern hängt mit unserem„starren" zusammen. Auch die Mythologie spielt in unsere Krankheiten hinein! So ist beim„Alpdrücken" nicht an die Alpen zu denken, die einem etwa als Bergeslast auf der Brust liegen, sondern an den alt- germanischen Glauben: ein böser Albe oder Elfe ängstigt den Schlafeirden. Der griechische Traum- und Schlummergott Mar- pheus hat dem„M o r p h i u m" den Namen gegeben, die römische Liebesgöttin Venus den„venerischen" Krankheiten. Während ferner die„Ruhr" ein grnes deutsches Wort ist und weiter nichts als„eilige Bewegung" bedeutet(damit verwandt z. B.„Aufruhr"), stammt die Bezeichnung für die asiatische Brech- rühr, die„C h o l e r a", die zuerst 1831 in Europa austrat, au? dem Griechischen. Das Wort bedeutet eigentlich„Gallensucht" unh findet sich teilweise in„Melancholie"(wörtlich„Schwarzgalligkeit") wieder. Wie Ruhr ist auch„G i ch t" ein deutsches Wort: es kommt von„gehen", da die Krankheit in den Gliedern„umgeht". Früher sagte man dafür„Fluß" oder„S t i ck f l u ß" im Sinne von erstickender Fluß. Die griechische Uebersetzung des Begriffs ergibt unseren„Rheumatismu s". Einen interessanten Bedeutungswandel schließlich hat„n c r- v ö s" durchgemacht. Das zugrunde liegende lateinische Wort heißt eigentlich nur„Sehne" und bezeichnet erst viel später unsere Nerven. Noch Lessing verwendet das Wort daher im Sinne von„kraftvoll", während es seit den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts, wohl unter dem Einfluß des französischen nerveux, den heute üblichen Sinn annahm. Dr. K.\V. Gummislraßen. In Amerika und England hat man Haupt- sächlich Versuche««macht, Gummi als Straßenpflasier zu verwenden. Der große Vorteil dieses Pflasters liegt darin, daß alle Erschütte- runaen stark abgedämpft werden, und zwar ist erwiesen, daß die Erschütterungen bei Gummistraßen nur 40 Proz. derjenigen von out ausgeführten Holzstraßen betragen. Da es nun in allen Groß- ftädt�n heute viele Häuser gibt, die durch die Verkehrsersckiüttcrun- gen schwer geschädigt sind, so ist der Wert einer solchen Pflasterung klar erwiesen. Eine Gummistraße in London, die mit 280 Tonnen pro Stunde und Meter Straßenweite beansprucht wurde, hat sich trotz dieser großen Belastung vorzüglich gehalten. Nach den elf Versuchsstreckcn, die von einer englischen Gesellschaft in London, Rotterdam, Paris, Singapur und anderwärts auf einer Gesamt- iläche van 4200 Quadratmeter angelegt wurden, kann das Problem der Gummistraßen technisch als gelöst gelten. Diese Pflasterung ist aber sehr teuer und wird sich daher für absehbare Zeit wohl nur da durchsetzen, wo Häuser durch den Großstadtverkehr sehr gefährdet sind oder Krankenhäuser, wissenschaftliche Institute usw. die Er- schütterung als besonders störend erscheinen lassen. Wie findet die Ameise ihr Rest wieder? Die neuesten Unter- suchungen, die Prof. I. Jcard mit Ameisen anstellte, scheinen die alte Frage endgültig geklärt zu haben, wieso die Ameisen ihr Nest wiederfinden: sie richten sich nämlich nach den Lichtverhältnijsen, die beim Verlassen des Nestes herrschten, sie„merken" sich, wie Licht und Schatten verteilt waren und folgen dann aus dem Rückweg der cntgegcnaesetzten Verteilung. Eine Ameise aber, die man einige Meter vom Rest entfernt hinsetzt, findet sich nicht wieder heim, ihr fehlt die auf dem Hinweg einzuprägende Orientierung. Jcard fährte auch noch einen neuen anschaulichen Versuch aus. Er ließ eine ?lmcise durch eine Glasröhre zurücklaufen. Drehte er nun unter Beibehaltuna der Lichtverhältnilse die Röhre um 180 Grad, so machte die Ameise kehrt und lief weiter in der Richtung aus ihr Nest. Kehrte er ober bei diesem Versuch die Beleuchtixngsverhältnisse nach der Drehung um, so lief die Ameise in der anfänglichen Richtung weiter, sie entjerntc sich also von ihrem Nest. !n den Dachhallen spielen die Kapellen Marek Weber and Gerhard Hoffmann« Im 3. Stock Erfrischungsraum die Kapelle Bloch FEISCHFinSCH Rinder«Suppenfl..anPfd, 0,50 Ripder-Fehlrlppe anffd. 0.69 Rlnder-Schmopbr«-n pw- 0.78 Rouladen...........«n Pfd. o.BS Kalbsrouleda g«r,«» Pfd. 0,96 Schweineschuiter->" Pfd. 0,68 Schweinenieren.. an Pfd. 0,62 Hammelvorderfl. onPfd. 0,6* Kassler......:.......«n Ptd. o.80 OBST» KONS! RVIN Pflaumen m,f St»in....>/, v-. 0.59 Reineclauden.......... Dj. 0,68 Kirschen»chwcn.m.Stain.i/iD». g., Di. 0.42 Karotten gesehnitltn.....>1,0,. 0-36 Junge Karotten........ 0.54 Gemü:e'Erb$en........>/, 0,. 0.52 Junge Erbsen m!ff«!f«!n.>1,0«. 0.74 Gemischtes Gemüse V i,v«- 0.56 btangen'Spargel dünn,>,o«. 1,13 Kaiserschoten........'iiOs. 1,48 Gemischt. Gemüse fein.' iD». 1,25 Große Bohnen I.;'.i"7.iii0i. 0,45 Birnen......... an Pfd. 0.62| Weiße Bohnen..an 2 Pfd. 0.25 Burma»Reis...... Pfd. 0.14 Gekochter Schinken'l«Ptd. 0.32 Speckwurst.............. Pfd 0.82 Bierwurst................Pfd. 0.00 Jagdwurst................ Pfd. 0.85 Feine Leberwurst....... Pfd. 0,86 Ploc.wurst............... P'd. O.SO Cervelpt u. Salami...... Pfd. 1,00 Speck mager Pfd. 0.70, fett Pfd. 0.75 Schinkenspeck■■■■■•-■ 1,2g Sdiwelnel!leInflil.Gel.,10Pr. Di. br. 2.75 DELIKATESSEN Bratheringe............ Uf.-D«. 0,60 Makrelen In Tomaten.......D«. 0.50 Import-Sardellen........ Gla« 0,50 Hamburg. Näschereien. 0%. 0.85 Gewürzgurken........ Di- C.Stt Mijced Pickles............ D$. 0,7-3 Delihateßgurken..... Jlf.Os. 1,50 hol. od. Heringssalat... Pfd. 0,10 Mayonnaise od. Remaul. Pfd. 0,70 Olsardinen............ 5 Dosen 0,95 Sultaninen...... an pid. 0.3 Frkf.ApfelWOiRLtr.0.45,5Ltr. 2.16 1 Bowlenwein br.c.Tp.sitr. 3.50 Camembert woiifen, Schaehtei 0.2 Hqrzerkösa«a. I Pfd..Packans 0. Allgäuer Limburger..-Pfd. 0.48 Tilsiter ohne Rinde........ Pfd. 0.56 Schweizer ddn...........Pfd. o.rg Tilsiter feine Qcalitöt...... ,Pfd Q.fig Edamer vaii.'eit..Pfd. 0.68 Holländer vollfett......... Pfd. 0,66 Schweizer bayer-vellf.«n Pfd. 1,00 Romadour,'>ilg.."....... Pfd. 0,36 OBST UND GEMUSE We:ß- u. Wirsingkohl Pfd. 0.06 Grünkohl od. Rübchen Pfd. 0,05 Möhren................. 3 Pfd. 0.10 Sellerie............... an 3 Pfd. 0,20 Apfebinen.............. 3 Pfd. 0.42 Kochqpfe) gresie.,..... 3 Pfd. 0,28 Bananen................ 3 Pfd. 0,52 Jaffo-Orcngen....... 3 Pfd. 0,62 Mandarinen.......... 3 Pfd. Q.Sg Spsisekai toffelnPhonixl0P,d.0,28 Niersteiner. i.tr,i,M,4ifr. 4,75 Moselwein. Ur.i.io, JUr, 5.21 1 Tarrag.,Werm.ltr.l,iia.5itr. 4.75 Telefonische Bestellungen unter Fö Baerwald 0012 werden prompt erledigt e Mengenabgabe vorbehalten Wü /.;;.v m/Avm HSCH» RÄUCHERWARE Schellfisch rn. Kopf, im Gr. Pfd. 0,20 Rotbars siin» Kapf....... 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Vaituouiine Tiutu an Bülowolati Utn Cfti firoflOsrjoaln von oerolsiolii Stufl, SdiillH-Tluitir 9 Uh' Patterich Am Mittwoch, dem 6 Januar, abends 6Z-f Uhr, verschied nach langem, qualvollem Leiden mein innigstgeliebter Mann und treuegter Kamerad Kilian Wolf In tiefstem Schmerz, im Xarnev der Angehörig«» Charlotte Wolf, geh Breuer BaumschwUaweg, Köpepidcer LandstriuCe 181 Die Trauerfeier erfolgt am Montag, dem 11 Januar, naohmittag» 8H Uhr, im Krematorium Baumechulenweg, Kietbohpstraße. Theater OesWastene TJglich S'.'t Uht Karl IS ca in Da, Hogelhäadler Mars, S eiak Lotte Carola PreM von so Pf. an Theater am N Jlendortplsu /. üb» CASINO-THEA I ER«»,"»>. Lothringer Strafte 17. Die neue Posse Was man aus Liehe tut Oaiu di» Ocsanes. und Tanz• öpcrattt Dan efeJbeicluiigs- Souper und der Hunte Vorlete-Tell. Ogischein i-4 Personen-. Paikettso Pt Hayiegii i— Mark Sessel igt» Mark fää-aiis�, MWW« WllVMyf Resiaimni Berlins BETRIEB a\ KBrfWHSKlO W«nJ?r -OarFen- 4 Uhr ll. iigiaaoi. sikk&sb er). ! conaCBDfl a. sonotag|e J Vorslallr. 4«. MS«Dr. 4 DD; Mebl PielH Ajri54ilußd»ProsTÄmms,, aU das PuHikum sclion SANA wundgckUtsdite Hindc hAtt«/ brAch poch' sinmAl ein wilder Bei= Ultaturm leis aU mvAp» zig funge Zigeunerinnen mit temperAmcntvgllen Geigendtridien dUs neue VAriele»JAkr begrüßten. Tsmp« v, f. t iwamasEmsmEBBatas»� GR. SCHAUSPIELHAUS Täniicb B Cltr TNS Stm MMMmM Arnold Scholz I U-�Ähn Henhonnplatz• Haeenhetd« 109/114| GroBes BocKDierlosi In 4«n bayr. Alpen e Eap«r.Rp» Koos Ookaretlonea» Fa?riü®8 EPHienung[ I Beginn 7 Thr.| I woMil! und Siietigs: GROSSER ALPERBALl. ütadi.Oper Charlottcnburz iismarckstiaSe 14 Pfd lag, 8. lanuar Turnus!>/ Anfang I9J0 �h> Carmen Enit gegen 2.i Lhf. Jeuiscnes ineaiei 8 Uhr Der Raub der Sabinerinnen Regie HansDtppe Albert Bassermann. Felis Bressart L. Die Komödie S'.'t Uhr Die tiemo-BanK von inOUiS Verneuil mit ■WayFaUenberg KuriOrstenaainm- THeaier I I 448- ßVi Uhi Ubp. d-lutiulit-Proilukt. Mahagoany von S recht u Weill Am 6. Januar entschlief uaoh langem, goluldig ertragenem Leiden unser stellvertretendes Vorstandsmitglied, Herr Direkter Heinrich Pohrnnr Wfr hetraueru i» d»m Dahingeschiedenen einen x sticht- getreu"» Mitarbeiter, der sieh in mehr als viereigiähri-rer un- ermstdlichei Ti'igkeit um unsere Gasellsahaft und das Gasfach in hervorragendem Maße verdient gemacht hat Seine reiche» technischen Kenntnisse, seine vielseitigen Erfahrungen und seine nie erlahmand« Arbeitskraft haben großen Anteil an der Botwieklung unsere» Unternehmens Wir verden dem tatkräftigen vorderer unserer Gesellschaft ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Berlin, den 8. Januar 1932. Aufsicmirat und uonstqnd der lasbeiriebsseseiiscnatt. Ahtienjeseiissnan, Am ß. Januar verstarb nach saharorem Leiden! unser hoeh- verehrter Direkter Herr Heinrich Ponmer Wir verlieren in dem Entschlafenen eine» jederzeit gerechten und gütigen Vorgesetzten, der uns durch seine unermüdliche Arbeitskraft und Arbeitsfreudigkeit ein Vorbild gewissenhaftester Pflicbtarlüllung gewesen ist Die vielfachen Beweise seiner Stete» Em-sorglichkeit,. dja er den unter se'ner Leitung tätig gewesenen Angestellte» und Arbeitern gegeben hat, sowie seine Hilfsbereitschaft gegen jedermann in allen Lebenslagen werden uns unvetgeßlieh bleiben. Wir werden dem Entsohlafeneu in unseren Herzen ei» dankbares Andenken bewahren- B e rl i n. de» 8. Januar 163S. Die Angestellten und Arbeiter der GasbetrlebsgeseiucM AHtienseseiischaft. THeater im Admiraisoalasi Täglich 8'.'» Uhr Gitta Alpar in Die Dntiarry Höflich, R'thanl'Preise v. 0�0 M an lim fulsili Hasenhefde 15 IS Tel. Baerwald 6S6S 148 BSäleaVereinszimmer XU kulanten Bedingungen. 4m 4 Januar s'arb uns«? lantlährljer Anj«- stellter unij Kollege Hermann Plauts Die umerreichnete Kasse ver ien in ihm einen veaus�nhaften Mfärbeiter. der im fiienst seine -anze Kraft einsetzte Oer Vorstand und die iniiesielltenschalt der KsSse wird ihn stets in ehrender Erinsercng»ehalten. iDnr.ngskraokcnbas» 4er TUräsUr.IaaaBg zu Berlin. f! Deattdier Metallarlieiter-VerbaDil VerwaltDiigulelie Berlin Todesanxeigen irrt anitaliebem nur Nachricht, bat unfer Kollege-»er 9liBeitez Josef Barlog «•». iz. Mo» idta, am Z Smtuar g«. fiotbeit ift Kto(Emfiidietvn.g fnbet«nt Freitag. beut£. ganuoi. 19 43 Uhr, im Rccmoterüint Dei'.chrftroß- fttui. -am 4-tanuac starb unser Rollt-je bei Schiost» Frans Klein ge». 1$.«p»tl 1874 Sie Smäfchemng findet er*t|tl,„t eill{, oenig getrogene Brynnraftrali, 15* Reichhaltige» Lager gebrauchter Nsorieulla niere. ISO,-, 400,�., 430.�. Lehmann. Kiooiez. bauer. Rleronbee- ftrahe 87._ Ssfftsan». Pia»,» Jtiigel, Harmo- rttuma.«nzechnunz gehrauchter?»fUu- »ents, EetPliget- ftraße 37(SrUtel- «ar'U. sowie neue»er I rengarderc.be. Her, reru und Damen. i Belse, Wettestee Weg sehnt. Kerne vombardinaee. > Prinzen strg st« M, | ein? Trappe, '' Linolen« Ssillat. Kolonie» ftr»84 S. mcodi Küchen! D'eett an Vtivat: | Weih.'»rhia. na. I ine, laditrs, ogn � 04,iZ«n. ilniloibe. 4-schrdnli jeder «röste. Hdiitise. straste 8�9(flott. kunir Ptlldli). iia. ■ iti*'l*"" Tgedduhe Seöii. Uht. L Radio UnethBit« feeUqtnbctt Renanschlusgeriit, tohtitneii, Modest 31, einschließlich Laut» k »m nrefflet und ten. stususauofüd tung, 14 W.»o. rotheonstroste 88. fl r.. gezeuilder Winiergarlc». hp«l »et «atentntarraseV .Peimtssima- M«. ialldellen stusieae. matrakcn rZdaüe. ionauco Waller Slaraarderstiost« aditiehn. ftei Ueü» Veerse im neuen 3(,, «Ulaaell«.. biRaent ttoeiieJ- Vlatinahkalle »etten., Ä; 2u-ck3lbr..Vinn» Amme» int MSbet. wc'-lle. Sil»«. bau» Mari» Hir» fdtm'Ue Dolbschmei. ichowi». Sfalihet. j**U llhristionaf, Ii straste 28 iKoch.»oaenltfctsttafte 39. J»ahn flott inisser chalttftelle Adalbert. ||Snci; Andrea«, draie 1 straste SO(gegen, jawaww »her steiler), I iJ]l8fg#8iJ5n9 Palf.'timahei l»i'> ffltoRIaarr. Klein, i|Kauigesucü8| 6it ge«! ■ ,, yernfsfatige ptfiie. Äamerltng, lucht-»echitud? Kastanie riallee öo. Haupert. Manbach. Ecke Fehrbollincr,.uscr i, steuküllu straste. Iz?.«. Fr.» 49. Jahrgang Freitag, S. Ianuar 1932 »sisssiigesSsiiw als SiiefHinder Zum Rumtremen verurleine matfchen- schafR Heime, lernt von Wien! Es ist nur zu sehr bekannt, welch untergeordnete, oft sogar menschenunwürdige Stellung die Hausangestellte als Arbeitnehmerin meistens einnimmt. Ihr Selbstbestimmungsrecht, ihre Ansprüche auf geregelte Arbeits- und Freizeit, Lohn und Urlaub sind recht lockere, und man kann fast täglich durch die Zeitung oder vor den Gerichts- schranken erfahren, wie wenig sich gerade hier geändert hat. Mit ein Hauptmoment des Hausgshilfinnenschutzes ist die Frage: Wo bleibt die Stellungslose? Die Mädchen, die vielfach aus der Provinz oder vom Lande kommen, besitzen keinerlei Angehörige in der Stadt und wissen, wenn sie chre Stellung verlieren, buchstäblich nicht, wohin. Eine Nacht nimmt sie vielleicht die mitleidige Portiersfräu auf, die zweite Nacht eine gute Freundin, dann fangen die Mädchen oft an herumzuflanieren, weil sie weder Schlafgelegenheit noch einen Ausenthaltsraum für den Tag besitzen. Häufig kann man in bürgerlichen Tageszeitungen Inserate wie diese lesen: Zimmer für Hausangestellte 1 M. pro Nacht; das wäre ja an sich verhältnismäßig preiswert, wenn die Sache nicht einen kleinen Haken hätte. Das Zimmer für l Mk. pro Nacht ist nicht etwa Alleinbesitz des Mädchens, sondern sie muß dieses mit fünf, sechs und noch mehreren teilen. Da wird jede mögliche, oft auch unmögliche Schlafgelegenheit zurechtgemacht, damit die „S ch l u m m e r m u t t e r" auch auf ihre Kosten kommt. Eine Anfrage bei verschiedenen Vermieterinnen ergab folgendes, stets gleichlautendes Resultat: Das Zimmer kostet also pro Nacht 1 M-, Morgenkaffee 25 Pfennig, Hausschlüssel gibts keinen, höchstens mal zu einer besonderen Gelegenheit, Bad kostet 50 Pfennig, dann kommt noch ein kleiner Heizungsbeitrag. Als Tagesaufenthalt kommt die Stube nicht in Betrocht:„Gott, man muß doch aufräumen und lüften, und jetzt, wo es doch noch zeitig dunkel wird, kostet das ja auch eine Menge Licht. Das Licht wird übrigens, wenn die Haus- mutter zu Bett geht, ausgemacht; wenn man Pech hat, kann dies schon abends um 9 Uhr fein. Unter zwei Nächten wird überhaupt nicht vermietet, weil sich sonst der frische Bettbezug nicht rentiert usw. Da die Stuben sehr stark frequentiert sind, sind die Vermieterinnen auch entsprechend patzig und hoben nicht nötig, irgendwelche Konzessionen zu machen. Man rechne sich gefälligst aus, wieviel an Miete solche Frau ein- nimmt und wie die armen Mädchen, die mit dem Pfeimig rechnen müssen— bekanntlich gibt es ohne feste Wohnung keine Stempel- karte— ausgenützt verden. Ein anderes Moment der Ausnützung besteht darin, daß heute Hausangestellte vielfach für Gewährung von Unterkunft und Frühstück die gesamte Hausarbeit verrichten müssen, besonders beliebt sind solche, die auch noch Stengraphie und Schreibmaschine beherrschen und dann für das Mittagbrot stunden- lange Schreibarbeiten verrichten. Ein besonders krasser Fall dieser Art war folgender: Eine „Dame" inseriert: Hübsches, warmes Zimmerchen gegen ein paar Stunden Hausarbeit abzugeben. Zur angegebenen Zeit fanden sich Reflektantinnen jeden Alters und jeder Berussangehörigkeit ein. Die Ansprüche der„Gnädigen" waren bloß folgende: Morgens Milch und Brötchen holen, die Wohnung(sechs Zimmer) ausräumen, das Kind zur Schule bringen, Frühstück kochen, für das Mittag einholen und alles zurechtmachen, d. h. Gemüse putzen. Kartoffelschälen usw. Dann war— zwecks Ersparnis des Mittagbrotes— Freizeit bis am Spätnachmittag, wo der Herr des Hauses aus dem Geschäft kam, sein Mittag zurechtgemacht erhallen muhte, außerdem war, da die Frau ausging, das Telephon zu bedienen. Dafür gab es am Abend eine Schmalz- oder Marmeladenstulle nebst der Weisung:„Haus- fchlüssel gebe ich nicht gerne aus der Hand, wir find das so gewöhnt, höchstens einmal, wenn Sie ins Theater gehen wollen!" Es fehlt dringend an Stellungslofenheimen für Haus- gehllfinnen, wie die Stadt Wien solche in vorbildlicher Weise be- sitzt; die wenigen religiösen Heime, die in Berlin existieren, sind in jeder Beziehung mehr als unzulänglich; sie find trotzdem überfüllt, und oft müssen die Mädchen auf zwei aneinandergefchobenen Stühlen oder auf dem Fußboden nächtigen, natürlich auch das nicht ohne Entgelt: ein Tagesraum ist nicht vorhanden, die Mädchen sind«in- fach gezwungen, sich auf der Straße herumzutreiben und am Abend kriechen sie dann in einem kleinen, schlecht erleuchteten Raum, eng aneinandergepfercht, unter, wo sich nichts befindet, als ein paar Holztische und Stühle. Gerade heute, wo durch die Not der Zeit die Hausangestellte den Arbeitsmarkt ungewöhnlich stark bevölkert, muß etwas für all diese unselbständigen, weltfremden Aschenbrödel getan werden; nur durch den organisatorischen Zusammenschluß ober ist es möglich, hier Remedur zu schaffen. Familie macht in Falschgeld. Sechzehnjährige als Führerin einer Falfchmünzerdande. Beim Vertrieb falscher Fünfmark stücke wurde ein junges Mädchen, die l6 Jahre alte Stefanie Katarezynski aus Sumt bei Oranienburg, sestgenomme». Als die Beamten des Sonderdezernats weitere Ermittlungen anstellten, stießen sie auf noch drei andere Personen, die unter der Führung der Sechzehn- jährigen Falschgeld hergestellt und�vertrieben hatten. Nach dem Mädchen wurde deren Verlobter, ein gewisser Alfred Bartel, der Bruder des Mädchens, Leo Katarezynski, sowie die oerheiratete Schwester, eine Frau tzelene Krüger, verhastet. Die Bande, die nur aus Familienmitgliedern besteht, hatte sür mehrere hundert Mark Falschgeld in Umlauf gebracht. Das Auftauchen der Bande und der von ihr vertriebenen -alschei, Fiinfmarkstücke wurde im November entdeckt. Eines Tages erschien in einem Kolonialwarengeschäst in der Rheinsbcrger Straße' ein junges Mädchen und lauste ein halbes Pfund Butter. Es wollte mit einem Fünfmarkstück be, zahlen. Der Inhaber erkannte, daß es ein falsches Geldstück war. Das Mädchen erklärte, es soeben in einem Geschäft in der Invalidenstraße bekommen zu lzaben. Als das Mädchen ging, sah der Inhaber ihm nach und stellte fest, daß es nicht in Richtung Invalidenstraße, sondern in anderer Richtung fortging. Er folgte heimlich. Das Mädchen suchte ein Geschäft in der Bernauer Straße auf, verlangte ein halbes Pfund Butter und � zahlte mit einem falschen Fünsmarkstiirk. Jetzt trat der Geschäfts- mann, ihr Dersolger, hinzu und vcranlaßte die F e st n a h m e. Es stellte sich heraus, daß das Mädchen noch ein zweites falsches Fünf- Markstück bei sich hatte Das wollte sie von ihren, Bräutigam Alfred B. bekommen haben. Der junge Mann, der bei den Eltern des Mädchens wohnte, wurde von der Polizei dort ermittelt und festgenommen. Alfred 58. war Ansang 1931 aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine einjährige Strafe wegen Falsch- münzerei abgesessen hatte. Er wurde jetzt wieder in Haft xe- nommen, das Mädchen entlassen. Inzwischen liefen die Ermitt- lungem Während dieser Zest erhielt dos Sonderdezernat den telephonischen Anruf der Polizeistation in Kyrig. Diese tellte mit, daß dort zwei Frauen aufgetaucht feien, die falsche Fünfmarkstücke vertrieben. Es handele sich um eine Stefanie K. und deren Schwester, eine Frau Helene Krüger. Die beiden Frauen wurden sofort nach Berlin gebracht. Die sechzehnjährige Stefanie, in ihrem Wesen sehr frech und dreist, hatte nach der 5&erhaftung ihres Verlobten weiter gearbeitet. Zusammen mit ihrer Schwester hatte sie in K y r i tz und auch anderswo versucht, die falschen Fünfmark- stücke anzubringen. Die beiden Frauen legten sich aufs Leugnen. Kriminalkommissar von Liebermann hatte aber schon soviel Beweis- Material gegen sie in der Hand, daß sie überführt waren. Die neuen postkarien. Die Nachrichtenstelle des Reichspostministeriums tellt mit: Dom 15. Januar beträgt die Gebühr für Fe r n p o stk ar t e n S Pf. Bis neue Karten zu 6 Pf. hergestellt sind, vertaust die Post vom 15. an die bisherigen Karten mit dem 8-Pf.-Stempel zu 6 Pf. Wer seinen Vorrat von Karten zu 8 Pf. bis zum 14. nicht auf- brauchen kann, erhält vor dem 15. Januar auf Wunsch für jede unverdorbene Karte Wertzeichen zum Betrage von 8.Pf. Vom 15. an werden nur noch verdorbene Karten gegen Wertzeichen im Betrage non 5 Pf. und gegen Zahlung einer Gebühr von 1 Pf. für das Stück umgetauscht. Reue Geschäftsstelle der Sparkasse. Die Sparkasse der Stadt Berlin übergibt am 11. Januar 1932 ihre in Berlin O17. Stralauer Allee 18, gelegene Geschäftsstelle unter der Bezeichnung„Spar- kasse iO" dem Verkehr. Groß-Berlin Si«le«donge» sür diese Rubrik sind verlia SS S», Liudrnlrrag» Z. stet» a» da» Bezirtssekretart»» 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten Beginn aller Veranstaltungen IO'/j Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe: heute. Freitag. S. Januar: 3..Neri». Arbeiterwohlfahrt im Keim Tilfiter Str. t— 3, IVß Uhr, zwang» loser Unterhaltung»., Spiel, und Lrscabend sür Crwerbolose. 2. Krri». bl, lb Uhr Aröeitrgemeinschast der sreien Srwerlschaflen. SAN., �ungbanncr, flartell sür Arbeitersport. Wiederbeginn de» Tagesheim» für erwerbslose duaendllch« im Jugendheim Pestolozzisir. 4ü, o. HL Ein. teilunz d-r Arbeitskursc. 77. Abt. ZuiNlionärschung. ,20. Abt. 2N Uhr Funlttoniirsttzung an bekannter Stelle. Stellungnahme zur ReuwahL Morgen, Sonnabend, 9. Januar: ,7. KU. 2(1 Uhr bei Klinge. Sellersir. l«, auherordentliche Fuuktionarfitzung. 21. Abt. 1« Uhr- bei Kroll, UrreSrter Str. Funktionarühung. 83. Abt. Die Bellezuna der Aschcnurne de» iSenosfen Oskar ikwalb findet um 15 Uhr aus dem Seincindesiirdhos Tcmpelhos, Sermnniostrahe, statt Die Parteigenossen werden um zahlreiche Beteiligung gebeten. I. Krei«. Die für Sonntag, 10. Januar, fcstgesehle Feierstunde fällt infolge technischer Schwierigkeiten aus. Frauenoeranstaltung. 29. Kreis. Sonnabend, 9. Januar, 19«, Uhr, in Tegel, Jugendheim Schöne- berger Str. 3, Funllionärinnensttzung. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 3. Kreis Wedding. Alle Markenbestände und Sammellisten sind bis zum 2. Januar zwecks Abrechnung mit dem Bezirksausschuß und der bevorslehendc» Äassenreoision in der Zeit von 18 bis 1ü Uhr bei dem Genossen Rehlass. Pank. siraße 78, abzuliesern. Alle übrigen Außenstände— Bezahlung der AW.»Hesse usw.— sind sofort abzurechnen. 4. Krci» Prcnzlaner Berg. Freitag, 8. Januar, 20 Uhr, im Zimmer 4 de» Bezirksamtes Danziger Str, S4, wichtige Helsersitzung der ArbeCcrwrhIfahrt. Erscheinen dringend notwendig, Slrbeiksgemsinschaft der Sindersreunde Groß-Berlin. Prenzlauer Berg. Friedrich Ebrrt. Montag. 8, Januar, Mitglieder» gl»ersammlnng für alle Falken. Sonntag, 10. Januar, Fahrt sür 30 Pf. nur bei trockenem Wetter. Treftpunkt 8 Uhr Ziingbahnhaf Schönhauser Alle-. Kreuzberg. Bergmann. Die für Sonntag. 10, Januar, sestaeseßle KK- Feierstunde fallt insalge technischer Schwierigkeiten au». Unsere . Gruppenabend« beginnen Montag, IL Januar, 17 Uhr, in der Schuir Rcrgmannstraßc. Rentölln. Ananti, Beriäitignnq I Wir sind heute nicht in der Schule Weise» straße. sondern im Jugendheim Ziethenstraße. Kurt Eisncr. vungsalkcn heute Freitag,. 17 Uhr, wichtige Besprechung, Sturmsalt« und Iuuguolk. Heute Gruppe um 17 Uhr in der Karl.Marr-SchuIe. Gruppe Lichterselde. Honte, 17 Uhr, Oberrealschulc, Falkenvollnersammlung. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 127. Abt. Unser langjähriges Parteimitglied Walter Nürnberg ist' per» starben. Die Einäscherung findet heute, Freitag, 8. Januar, ,l, Uhr, im Krematorium Gcrichtstraßc statt. Um rege Beteiligung bittet der Borstand. Allgemeine Wetterlage. Duevsieedlos.G keibar.G Mddeäeeltf �wolkig.abeöeckr�RegegAGreupeln Schnee, �Hebel.TGewüt eq©Windstille 1 Die milden ozeanischen Lüstmassen subtropischen Ursprungs, die in der Nacht zu Donnerstag die Temperatur in Berlin auf 12 Grad Wärme steigen liehen, sind jetzt wieder aus ganz Mitteleuropa ver- drängt worden. An ihre Stelle traten kühlere Luitmassen aus Nord- westen. Sic hatten überall einen merllichen Temperaturrückgang zur Folge. Im Alpenvorland, wo am Donnerstag noch ziemlich erhebliche Regenfälle niedergegangen waren, sank das Thermometer bis auf 2 Grad über Rull. Das nördliche umfangreiche Tiesdruck- systcm verlagert sich langsam weiter nach Nordosten. Deutschland bleibt bei den herrschenden Luftdruckänderungen in der kühlen Rück- seitenströmung. Da aber innerhalb dieses Luftstroms immer noch Störungen vorhanden find, wird dos Wetter noch unbeständigen Charakter tragen. Die Nordwestluft ist, obwohl sie aus den Polar- gegendcn kommt, so weit auf dem Ozean vorgewärmt, daß die Togestemperaturen immer noch über Null bleiben werden. ü- Wetter für Berlin: Wechselnde Bewölkung, noch etwas kühler, Neigung zu einzelnen Schauern, westliche Winde.— Für Deutschland: In Süddeutschland noch meist stark wolkig mit Niederschlägen und vorübergehender Wiedererwärmung: im übrigen Reiche noch ziemlich unbeständig mit einzelnen Schauern. Bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern haben sich Togal- Tabletten hervorragend bewährt. Zahlreich« Dankschreiben über Togal bei veralteten Leiden, bei denen kein anderes Mittel half! Ein Versuch überzeugt! Frage» Sie Ihren Arzt— In allen Apotheken. Lim.. O,46»'o Chip., 74.3 Acid. acet salfc. «.ne- •,n 10�® vrieb®"• � V/ve e*n dze*e�e0 d.e H®05 , jogeO••* nicW suoOcn, � oo*' ;\U CS «Kor�x Ausverk ALLE Leineweber- Mäntel sind im Ausverkauf billig, billiger, � C am billigsten.. schon für w Herren-Fröhjahrs-Mänfel,-M» WOLLgobardine....... Ä ne on»ird der Eindruck von der großen ZViderstondsfähigkeit mittlerer und kleiner Betriebe gegenüber den mannig- fachen Ärifeneimvirkungen. Dies gilt hauptsächlich für diejenigen selbständigen Unternehmungen, die weder durch Konzerntrans- aktionen noch durch Kapitalfchllcitungen und falsche Investitionen vorbelastet sind. Obwohl der Umsatzschwund bei den mittleren und kleinen Be- trieben dez Maschinenbaues vielfach besonders großen Umfang an- asnqmmen hat, zeigt«ine ganze Serie jüngst oeröfsentlichter Gc- schäftsabschlüsse, daß trotz der Austragsschrumpsung Unternehmungen dieser Art nicht nur keine Verluste auszuweisen haben, sondern sogar noch in der Lage gewesen sind, ihren Aktionären D i- oidenden auszuzahlen. So ist das Schwelmer Eisen- werk, das neben einer Fabrikation von Gußeisenteilen auch den Kesselbau betreibt, in der Lage, bei einem Reingewinn von fast 270 000 gegen 510 000 Mark im Borjahr eine Dividende von 1 gegen 8 Proz. zu verteilen. Im wesentlichen hat hierbei die außerordentlich starke Unkostensenkung von 33 Proz. mit- gewirkt. Auch die in der Fabrikation von Tronsportanlagen führende Maschinenfabrik P o h l i g 21.- G, K ö l n/R Hein. kann aus einem Reingewinn von 205 000 Mark eine Dividende von 5 Proz. gegen 10 Proz. im Vorjahr ausschütten. Das deutsche Unternehmen der Babcoc- und Wilcox A.-G. hat gleichfalls im abgelaufenen Krisenjahr bei einem Betriebsgewinn, der mit 3.31 Millionen zwar um 12 Proz. unter dem Stand des Lorjahres, aber noch etwas höher als 1929 liegt, eine Dividende von 4 gegen 7 Proz. im Vorjahr herauswirtschaftcn können. Aus der Bilanz geht hervor, daß das Unternehmen sehr stark durch die Russenausträge beschäftigt ist, denn bei 3 Millionen Mark An- Zahlungen der Russen werden Russenwechsel in Höhe von 4,85 Mil- lionen ausgewiesen.— Auch die Pantherwerke A.-G. in Braunschweig, die in einem denkbar ungünstigen Fabrikationsfach — Fahrräder und Kinderwagen— tätig ist, hat trotz stärkeren Rück- gangs der Betriebsgewinne ihren Aktionären noch 4 gegen 5 Proz. Dividende km Borjahr gezahlt. Das Unternehmen hat sich im Laufe des Jahres auf den Sau von Registrierkassen umgestellt, die im laufenden Jahre in den verschiedensten Typen in den Handel gebracht werden sollen. Konsumvereine zur Notverordnung. Entschließung des Verbandes ostdeutscher Konsumvereine. In Berl'n-, Steffin, fiöslin und Königsberg tagten am 3. Januar Lezirkskonserenzen des Verbandes ostdeutscher Konsumvereine zur Besprechung der Ivirtschaftslagc und zur Stellungnahme gegenüber der letzten Notverordnung. Dabei kam oinc Entschließung zur Annahme, die sich sehr scharf gegen die erhöhte Belastung der Verbrancherargauisalion durch die Umsatz st e u e r wendet. Die Erhöhung der Umsatzsteuer widerspreche der verbill'gung der Lebenshaltung, die der Zweck der Uolverord. nung sein solle. Die Sonderbesleucrung der Konsumvereine zeuge auch dafür, daß der Reichsregicruog das Verständuis für die Arbeil der genossenschastlichen Verbraucherorganisatiopen fehle. Stall Förderung begegneleu die Konsumvereine bei jeder Gelegenheil nur neuen drückenden Belastungen.»Die Kawserenzen er- warten von den Genossenschaftsmitgliedern, daß sie durch geuosseuschastüche Treue tmd intensive Derbearbeit die schädlichen Mrkvngon der neuen Maßnahmen aufheben." Am(Sonnabend Zinsabkommen. Die Festsetzung der Zinsen und Provisionen. Dos Reichskommifsoriat für das Bankgewcrbe teilt mit: „Die Verhandlungen mit den Spitzenverbänden über die Vereinbarungen betreffend die Festsetzung von Zinsen und Provisionen am Geldmarkt sind so weit gefördert worden, daß in der am Dannerstag beim Reichskonmussar für dos Bankgewerb« abgehaltenen Sitzung der Wortlaut der Abkommen von den Ver- tretern der beteiligten Spitzenverbände endgültig festgesetzt worden ist. Da bei den Verbänden die intern erhobenen Bedenken noch eine abschließende Klärung innerhalb der Verbände notwendig machen, ist der Termin für die Leistung der Unterschriften aus Sonnabend, den 9. Januar 1932, nachmittags, verschoben worden. Sollten die Verträge bis zu diesem Zeitpunkt nicht unter- schrieben werden, so gelten die Verhandlungen als gescheitert." Hausse für deutsche Oollaranleihen. In der ersten Januarwoche Kurssteigerungen bis zu 50 pro?. Di« erste Januarwoche hat auf dem Rew-Vorkar A n- leihemarkt eine«'Umschwung und zugleich ein« Hausse besonücrs für deutsch« Dollarailleihen gebracht. Die günstige Ent- Wicklung ist aus zwei Momente zurückzusühren: einmal auf die Wahrscheinlichkeit, daß die Berliner Stillhaltevarhand- lyngen zu dem Ergebnis führen, daß die Stillhaltung um ein Jahr verlängert wird, zum anderen auf di« Tatsache, daß der 1. Januar der hauptauszahlungstag für amerikanische Dividenden uno Zinsen ist und daß deshalb erhebliche Beträge zur Kapitalanlag? zur Verfügung stanten. lieber die starken Kursbesserungen gibt folgende Tabelle einige Anhaltspunkte: New Norker Kurse vom: Zinsfuß 30 Dez. 2. Jan. 3. Ja». Äoulig-Anleihe....... 5X 23,50 28,50 31,50 Dawes-Anleihe...... 7 54,25 57 60,87 Preußen......... 614 20,.50 23,73 24,25 Berlin.......... 614 18,25 22,50 24 Mamburg......... 6 23 26,87 27,07 Giroverband....... 7 21 23 25,50 Eleltrowerke....... 614 25 26 26,12 Bewag.......... 614 29,25 30,25 31,50 AEG......... 6 25. 28,25 32 Ver. Stahlwerke...... 614 49.75 22,50 23,50 Nordlloyd......... 6 21,12 25,50 27,25 DD.-Bank......... 6 59 57,50 63 Der Durchschnittskurs van 20 deutschen Dollaranleihen ist an der New-Vorker Börse in der ersten Woche des neuen Jahres von 26,47 auf 30,84 Proz. gestiegen, was einem Kursgewinn von 161d Proz. entspricht. Einzelne Wert« haben ihre Ausgangskurse um die Hälfte des allen Standes erhöht. Am Donnerstag, d:m 7. Januar, hat sich dr? Hausse noch fortgesetzt. In London bat sich die Dawes-Zlnle.ihc seit dem 30. D«- zember von 541- aus 61 Proz. ui'.'d die 2scung-2tn'.ühe von 44.'4 auf 49 Proz. bejestigt. In Paris ist die Naung-Zlnlcih? gleich- zeitig von 39,10 aus 4ö und die Dawes-Anleihe von 461- auf Die Bierpreise herunter! Die Ausreden der Brauereien— Die großen Preisdifferenzen beim Ausschank Der Reichskommissar sührl endlich auch mil den Brauereien und Gastwirten Verhandlungen über die Herabsetzung des Bier- preise?. Die Rotwendigkeii und die vlöglichkcil zu einer fühlbaren verbilligung des Bieres sind längst gegeben. Die Brauereien, die Preiskonventionen unterhalten— das ist freilich nur die Minderzahl— haben es aber oerstanden, zunächst vom Reichswirtschaftsministerium«ine Verlängerung des Preissenkungstermins bis zum Ende des Monats zu erwirken. Die Verbände des Brauereigewerbes bemühen sich, die längst fällige Anpasiung der Bierpreise an die verbilligten Brau- kosten und die geschwächte Kaufkraft der Bevölkerung mit einer Aktion gegen die Bier st euer zu verbinden; Es muß mil Hochdruck betont werden, daß die Bierpreissenkung mit der Biersteucrsrage nichts zu tun hol. Gewiß ist die Bierbesteuerung beträchtlich. Aber weder das Reich noch die Gemeinden können auf diese Einnahmequelle heute ver- zichten. Es ist aber auch unrichtig, wie behauptet wird, daß ohne Biersteuersenkung eine fühlbare Entlastung für die Konsu- menten nicht zu bewerkstelligen sei. Ebenso ist der Schanknutzen der Gastwirte vielfach noch so hoch, daß das eigen: Geschäft darunter am meisten leidet. Hopfen und Braugerste sind die wichtigsten Braustoffe, deren Preise entscheidend den Lraustoffauswand bestimmen. Bei den H o p sF n p r e i s e n ist geradezu ein Erdrutsch im Laufe der letzten Jahre ein- getreten. Die gegenwärtigen Hopsenpreise mil 100 M per 100 Kilogramm betragen den zehnten Teil der Preise von 192 6. B r a u g e r st c ist gleichfalls beträchtlich gesunken mit der Wirkung, daß der Rohstoffaufwand der Brauereien seit 1926/27 allein sich um 4Mark je Hektoliter ver- mindert hat. Trotz dieser sehr starken Rohstojsoerbilligung haben die Brauereien aber ihre Lieserpreise nicht gesenkt, haben alle Steuererhöhun.gen voll abgewälzt, zum Teil diese sogar noch zu Zuschlägen ausgenutzt. Die Notverordnung mit ihrer Senkung der Löhne, Frachten und Zinsen bringt nun neue Entlastungen. Man kann auch nicht gerade behaupten, daß die Brauereien Not leiden. Nach der letzten Bilanzstotistik betrug 'die Durchschnltksdivideude der Brauereien 12 proz., und zahlreiche Brauereien haben auch noch in den Krisenjahren Dividenden von 14 und 18 Proz. und darüber verteilen können. Wenn die Brauereien infolge einer oft userlosen Expanswn-politik heute enorme Außenstände haben, die die bürgerliche Presse aus 400 bis 500 Millionen veranschlagt, so haben sie dag selbst zu verantworten. Sie oerfügen im übrigen über hinreichend große Reserven, um eventuelle selbstverschuldete Verluste auszu- gleichem Soll etwa der Konsument die Ausfälle mfolge einer leichtsinnigen P u m p w i rt f ch a f t der Brauereien, die Schultheiß- Derluste usw., im Bierprcis bezahlen? Die vrauereipreise sind heule cnlschicdeck zu hoch. Sie müssen gesenkt werden, auch im Zoteresse gerade der kleinen Ivirle. Die Voraussetzungen für eine belrächlllche Senkung der Lieser- preise der Brauereien, unseres Erachlens um mindestens S M. je hekloliler oder 5 Pf. je Liter, sind gegeben. Die Ga st wirtzuschläge sind vielfach auch gegen all? Vernunft geregelt. Wiederholt sind die Ausschankpreise niit dem Mehrsachen der Steuererhöhung belastet worden, wodurch dcr starke Verbrauchsrückgang mit verschuldet wurde. In den letzten Monaten hat nun, teilweise unter dem Druck der Absatznot, ein Abbau des Schanknutzens eingesetzt. Es haben sich so groteske Preisdisserenzen herausgebildet: Zum Beispiel beträgt dcr Ausschankpreis für die große Berliner Molle C/sn Liter) in zahlreichen Lokalen nach wie vor 30 Pf. In den Arbeüerbezirken haben zahlreich« Gastwirtschasten, aber bei weitem noch nicht alle, jetzt di« Schairkpreise auf 25 Pf.(zum Teil für 7/» Liter) herabgesetzt: in einigen Ausnahmesällen erfolgt aber der Ausschank schon zu 20 Pf» und diese Lokale machen dabei kein schlechtes Geschäft. Von ber Pfennigrechnung markt man noch immer nicht viel. Dies« Preis- differenz sind ein Beweis dafür, daß auch bei den Ausschankpreisen der Gastwirte noch viel zur Preissenkung und Geschäftsbesierung ge- schehcn kann. Jedenfalls, Herr Reichskommissar, sind die Notwendigkeit und die Voraussetzungen für eine sofortige Bierpreissenkung, und zwar ohne Kompromisse zum Schaden des Steuerzahlers, eindeutig gegeben. 52 Proz. gestiegen. Aus Amsterdam wird eine Erholung der Noung-Anleihe von 29 auf 3114 und der Dawes-Anleihe von 361s auf 4054 Proz. gcmeloet. während Zürich seit dem 31. Dezember eine Befestigung der Poung- Anleihe von 321» aus 34 Pro;., der Franken-Tranche der Dawes-Anleihe von 58 auf 65 und der Pfund- Sterlmg-Tranche von 36 auf 42 Proz. zu oerzeichnen hat. Die Bankenkrise in LISA. Jahresbilanz der Chase Naiional Bank: Vermögensverlust 3 Milliarden Mark. Die Chase National Bank, die als größte Bank der Vereinigten Staaten und der Welt gilt, oeröffenllicht ihre Bilanz für Ende 1931. Die Ziffern veranschaulichen die ge- waltigen Verluste, die die Chase National Bank— ebenso ging es den üluügen großen amerikanischen Banken— im Laufe des Jahres 1931 erlitten hat. Ende 1930 war die Bilanzsumme auf beiden' Seiten mit 2697 Millionen Dollar ausgewiesen worden. Schon im Laufe des Jahres 1930 zeigte sich ein im immer schnelleren Tempo vor sich gehender Vermögensverlust. Ende Juni 1931 betrug die Bilanzsumme 2429 und Ende Oktober 1931 2215 Mil- lionen Dollar. Ende Dezember 1931 waren es nur noch 1989 Millionen Dollar, das heißt 708 Millionen Dollar oder 2 374 Millionen Mark weniger als ein Jahr vorher. In der Hauptsache ist der Bermögensschwund daraus zurück- zuführen, daß die Einleger im großen Umfang ihre Gelder zurückgezogen haben; Ende 1930 beliesen sich die Depositen dieser Bank aus 2074 Millionen Dollar, Ende 1931 dagegen nur noch aus 1459 Millionen Dollar. D i e Depositen haben sich also um 615 Millionen Dollar oder 2.57 Milliarden Mark vermindert. Dementsprechnd sind auch aus der Aktiv- feite alle Posten zurückgegangen. Kaste und Bankguthaben wurden vor einem Jahr noch mit 556 Millionen Dollar au-gewicsen, dies- mal dagegen nur noch mit 337 Millionen Dollar. Dcr B e st a n d an Barmitteln ging also um rund 920 Millionen Mark zurück. » Krisenwirkungen in der Versicherung. Ziekorddeleihmig von Policen. Die Pn vatoersicherung, die durch das m der 5krise erhöhte SicherHntsbedünniz wester Kreise eine Toirderkonjunktur gehabt hat, beginnt mst d?r weiteren Verschärfung der Situation jetzt auch die Krise zu spüren. So weist der Versicherungsbestavd in der privaten Lebensoersicherung nach den Angaben von„Wirtschast und Statistik" in den Monaten September-Oktober zum erstenmal eisten absoluten Rückgang aus, indem sich die selbstabge- schlostcnen Aapstoloersicherungen um 29 Millionen auf 15,71 Milliarden Mark vermindertem Di« Beträge der neuabgeschlossenen Kapital Versicherungen hatten also in dieser Zeit nicht mehr ans- gereicht, um die Abgänge zu decken. Die sogenannte„kleine" Lebensversicherung gewinnt noch immer an Bedeutung. Der Durch- ichniltsbetrag j? Versicherung ist auf 1182 gegen 1303 M. zum Jahresende 1930 zurückgegangen.— Lei den öffentlichen Lebensoersicheruilgsan st alten ist dagegen das Geschäft zunächst noch weiter a n g e w a ch s«n. In der Bcrichtszeit Sop- tember-Oktober stieg der Betrag an sclbstabgeschlossenen Kapitaloersicherungen noch um 45 Millionen ans 2,63 Milliarden Mark. Für die wachsende Rot in den Kreisen der versicherten ist durchaus bezeichnend, daß die ncugewährten Vorauszahlungen und Darlehen auf Policen eine neue Rekordzisscr erreichten. Mehr als 22 Proz. der gesamten Renanlage» entfallen aus diese Vorschüsse. mit Rücksicht auf eine Anpastung an die allgemeine Senkung der Kohlenfrachten und zur Erhaltung des gegenwärtigen Besitzstandes im bestritenen Gebiet als dringend notwendig bezeichnet wurde. Senkung der Küsten-Kohlentanfe? Amtlich wird mitgeteilt: In den Verhandlungen mst dem Ruhrbergbau wurden die aus der gegenwärtigen Lage sich ergeben- den kohlenwirtschaftlichen Fragen besprochen. In erster Linie wurde die Senkung der Küsten-Kohlentarise erörtert, die vom Ruhrbergbau Betriebseinfchränkung im Waggonbau. Oer Abschluß der Gebr. Echöndorff A.-G. Die Düsseldorfer Waggonfabrik Gebr. S ch ö n d o r f f A.-G.. die noch im Borjahr aus einem Reingewinn von 507 000 M. eine Dividende von 10 Proz. gezahlt hat, schließt das Geschäfts- jähr 1930/31 einschließlich Gewinnvortrag von 1929 mst einem Reingewinn von 140 243 M ab. Ein effektiver Derlustausweis ist wohl nur dadurch vermieden worden, daß die Abschreibungen ganz beträchtlich herabgesetzt'wurden(von 0,49 oZif'0,28 Milk. Mark). Der Waggonbau selbst ist Im Berichtsjahr von der Krise noch am wenigsten betroffen worden, da dieser Betrieb nur geringen Um- satzriickgang aufzuweisen hat. Der überwiegende Anteil der Umsatz- oerluste— der Gesamtumsatz senkt« sich von 18 aus 13 Millionen— entfällt aus die Betriebe„H o l z v e r a r b e i t u n g", aus die infolge schwerer Preisstürze eine verschärste Auslandskonkurrenz und zu- gleich zollpolilische Drosselmigsmaßnahmen einwirkten. Der gegen- wärtige Auftragsbestand auch im Waggonbau ist so zusammen- geschmolzen, daß nur unter schärfster Betriebsein- schränkung ein Teil der Belegschaft bis zum Sommer durch- gehalten werden kann. Landwirischastliche Genossenschaften. Bestandsaufnahme zum Jahresschluß. Die Zahl der landwirtschaftlichen Genossenschaften hat sich im oerjlossenen Jahr von 40 798 aus 40 622, also um 176 ver- mindert. Zurückgegangen sind die Spar, und Darlehns lassen (um 279), die B-zugs- und Absatzgenoffenschaften(um 131), die Elektrizität sgenollenschalten(um 101) und die Biehzuchtgenossenschaiten (um 20). I. 31111.1931 1. 3on. 1982 Zentralgenossenschaften.......• 121 120 Spar- und Darlehn skosscn........ 20189 19 910 Bezugs- und Ab otzaenosienschosten.... 4442 43l l Molkereigenossenschaften....... 4 747 4956 Viehoerwertungsaenosscnichasten...... 481 517 Eierverwertungsgenossinschosten...... 485 512 Obst- und Geinüsevcrwerlungsgenossenschasten 305 3l2 Wtiizergenossenschajlen.......... 369 380 Elektrizstälsgenossenschasten........ 5 964 5 863 Dreschgcnossenschaften.......... 881 883 Maschmengenossevschaften......... 167 169 Viehzuchtgenosienschaslen......... 329 309 Weidegenossenschailen........... 25S 288 Sonstige Genossenschaften......... 1 560 1 592 Zusammen..... 40 798 40 622 Zweifellos kommen in dieser Entwicklung die Rotionoli» sierungs maßnahmen im landwirtschaitlichen Genossenschofts- weien zum Ausdruck. Dos würde noch mehr der Fall(ein, wenn nicht auf anderen Gebieten die Zahl der Genosienschasten zugenommen hätte. So die Zahl der Mollereigenosienschgiten (um 209). der Liehoerwerningszenosienschaften(um 36), der Obst- und Geiuüscverwerumgsgcnossenfchoslcn(um 7), der Winzergenossen- schasten(um 11), der Weidegenossenschasten(um 30) und der Eier- oerwertungsgenosienschaften(um 27). Einschränkung der Sowieteinfuhr'ISAT Der Vorsitzende des Obersten Volkswirtschastsrats Ordshonikidse erklärt« in einer Rede, daß die Notwendigkeit, eigene Moschinen zu bauen, um die Abhängigkeit vom Auslande zu beseitigen, noch nie- mals so dringend gewesen fei wie im neuen Jahr 1932. Die wichtigste Ausgabe der Sowjetindustrie bestehe in diesem Johr in einer maxi- malen Einschränkung der Einfuhr. Sowjetwirtlchaftler, die dieser Aufgabe nicht gerecht werden, könnten in den Reihen der Mitarbeiter der Sowjetwirtschaft nicht geduldet werden. Lohndruck drückt auf Arbeitsmarkt. 5666000 eingeiragene Arbeitslose.- Zunahme 2. Oezemberhälste M6000. Immer tiefer flttlt das Barometer des Arbeits- markts. Da auf den Weltmärkten infolge der Wirt- fchasts- und Währungskrise die Absatzmöglichkeiten eiuschrumpfen» wirkt sich das Sinken der inneren Kaufkraft durch die Lohnsenkung mit voller Wucht aus. Die Reichsanstalt teilt mit: Am End« des Jahres 193l bot der Arbeitsmarkt das Bild einer anhaltenden tiefen Depression. Innerhalb der all- gemeinen Entwicklung st e i g t die jahreszeitliche Linie der Ar- beitslosigkeit weiter an, deren Höhepunkt erfahrungsgemäß erst gegen Ende Februar zu erwarten ist. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am Zl. Dezember rund 5 660 000, d. h. um etwa 316 000 mehr als HlUfe des Monats. Im Borjahre wurde am Jahresschluß— nach einer Zunahme im gleiche» Zeitraum um rund 407 000— eine Arbeitslosenzahl von rund 4 3S4COO erreicht. Neben den Eaisonaußenberufen, in denen die Ar- beitslosenzahl infolge der ungünstigen Witterung um 7.2 Proz. stieg, haben auch die überwiegend von der Konjunktur ab- hängigen Berufsgruppen eine wenn auch schwächere Zunahme, näm- lich um 5,1 Proz., zu verzeichnen. Der Druck, der von den i n t« r- nationalen Währungsschwierigkeiten und von den Absperrungsm abnahmen wichtiger Abnehmerländer ausgeht, hat sich weiter verschärft und hat die Auswirkungen der auch sonst nach dem Weihnachtsgeschäft übliche» Stille verstärkt. Die Zahl der Hauptunter st ützungsempfänger be- trug am 31. Dezember in der Arbeitslosenversicherung rund 1 S42 000, in der Krisenfürsorge rund 1 500 000. Von der Gesamtzunahme um rund 214000 entfielen rund 154000 auf die Arbeitslosenver- sicherung, rund 60 000 auf die Krisenfürsorge. Die Landwirtschaft ist nach Freisetzung der Saison- und Aus- Hilfskräfte vielfach zur Entlassung von Slammarbeilern übergegangen und bot anläßlich des Gesindewechsels geringere Aermittlungsmöglichkeiten als sonst am Jahresschluß üblich. In wichtigen F o r st g e b i e t e n hat die Einschlagtätigkeit schon bedeutend abgenommen, ihre Wiederbelebung ist zweifelhaft. Im Baugewerbe werden fast überall nur noch wenige Stamm- träfte in Beschäfligung gehalten. In den Baustoffindustrien fanden noch größere Entlastungen statt. Die Arbeiten aus dem zusätzlichen Programm der R e ich s b o h n. die für den Arbeitsmarkt der Steinbrucharbeiter und der ungelernten Lohn- arbeit noch eine gewisse Stütze boten, wurden fast überall a b g e- schlössen. Im Kohlenbergbau ist der Beschäftigungsgrad etwas zu- rückgegangen. Auch in den Hauptbezirken des Braunkohlenberg- baues erfolgten weitere Entlassungen und Arbeitsstreckungen. Die metallverarbeitende Zndufkrie hat vielfach weitere Arbeit». kräftc freisetzen und Kurzarbeit einführen müssen. Aon den Aussuhrerschwerungen wurden u. a. Stahlwarenindustrie und Werlzeugherstellung im rheinischen Bezirk, der Werkzeug- wjaschincnbaw in Sachsen, verarbeitende Betriebe aller' Art in West- Wen besonders, betroffen. Bon den Berfsgruppen des Hol z- und Schnitz st offgewerb es hotten zum Dell infolge fohreszeitlicher Einflüsse, zum Tell infolge wachsender Zurückhaltung der Käufer und zunehmender Exporthemmungen besonders die Bautifchlerei, die '.Nöbelindustrie und die Musitinstrumcntemndustne höhere Arbeits- lofer zahlen aufzuweisen. Einige Zweige der S p i n n st o f f i n d u st r i e waren bezirk- lich in der Lage, ihren Beschäftigungsgrad zu halten, so u. a. Betriebe der Baumwollweberei in Bayern und der Wollweberei in Sachsen. Auch im Bekleidungsgewerbe war vereinzelt eine etwas lebhaftere Bermittlungstätigkeit möglich. Im ganzen jedoch machte sich auch in diesen Berufsgruppen der Rückgang der inländischen Kauflrast bemerkbar: in einzelnen Zweigen ist zudem das ausschlaggebende Exportgeschäft nahezu unmöglich geworden. Die Weih nachtssaison im Nahrungsmittel- g e w s r b e kam frühzeitig zum Abschluß. Für den Arbeitsmarkt des Gast- und Schankwirtsgewerbes bot die Bermllllungstätigkeit für die Winterkurorte eine gewisse Entlastung. Die Beschäftigung im Hamburger Hafen blieb migeiähr in der gleichen Höhe, während sonst in See- und Binnenschiisahrt ein Rückgang eintrat. * Um nahezu 1 300 000 lag die Zahl der gemeldeten Arbeit». losen höher ols die allgemein schon als katastrophal empfundene Arbeilslosen- ziffer Ende 1930. Die Aussichten auf Besserung sind angesichts der mit 1. Januar eingetretenen allgemeinen Senkung der Löhne und Gehälter unter Null gesunken. Da die Löhne bis Ende April stabllisiert sind, könnt« nur durch ein stärkeres Sinken des Preisniveaus der Innenmarkt belebt werden. Mehr al? je wird also die Preisentwicklung maßgebend sein für den Beschäftigungsgrad. Hier müssen olle hemmenden Tendenzen aus- geschaltet werden. Die Absatzmöglichleiten auf dem Weltmarkt hängen zum Teil von politischen Faktoren ab, zum Teil von der Stabilisierung der Währungen der Länder, die die Goldwährung ausgegeben hohen. Für die nächste Zutunit ist also hier nichts zu erwarten. Um so mehr muß alles daran gesetzt werden, den Innenmarkt zu beleben. 570000 Berliner suchen Arbeit. Je stärker ie allgemeine Arbeitslosennot in Deutschland wird, um so schärfer bildet sich die Reichshaupt st adt als der schwerste Krisenherd in Deutschland heraus. Dies zeigte sich schon zum Teck im Verlauf der letzten Frühjahrsbelebung, die wohl im Reich eine gewisse Erleichterung auf dem Arbeitsmarkt mit sich brachte, in Werlin selbst aber kaum fühlbar wurde. In der zwellen Dezemberhälst« trat neben der allgemeinen Tendenzver- schlechterung noch als zusätzliche Belastung die Stillegung der Aorsig-Betriebe in Tegel sowie des Stahl- und Walz» merks Hennigsdorf hinzu, um die Lage im Bereich des Landesarbeitsamtes Brandenburg weiter zuzuspitzen. Die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden erhöhte sich um 25064 auf insgesamt 804 698 Personen. Bon dieser katastrophalen Arbeitslosigkeit entfielen auf Berlin allein 569215 Er- werbslose. Wie schwer die Arbeitslosigkeit die Gemeinde Berlin belastet, beweisen besonders deutlich die Erwerbslosenzahlen in den einzelnen Unterstützungsgruppeu. So waren in der Reichshauptstadt von den insgesamt fast 570 000 Erwerbslosen Ende Dezember vorigen Jahres nur 133 507 oder 23,4 Proz. von der Versicherung betreut. gegenüber einem Reichsdurchschnitt von 26,5 Proz. Weitere 143 541 wurden von der Krisenfürsorge unterstützt und 29 2 000, also mehr als die Hälfte, blieb auf die städtische Wohl- fahrtsfürsorge angewiesen. Wie viele von diesen über- Haupt keine Unterstützung erhielten, läßt sich für Ende Dezember noch nicht feststellen. Daß aber diese Zahl ganz erheblich ist. beweist die Tatsache, daß Ende November in Berlin rund 185 000 Personen von der städtischen Wohlfahrtsfürsorge erfaßt wurden, so daß man damit rechnen muß, daß Ende Dezember etwa 70 000 Berliner überhaupt keine Unterstützung erhielten. Bewag-Arbeiier stehen zur Gewerkschast Willenskundgebung der 3000. Gestern abend fand in den G e r m a n i a s ä l e n eine überfüllte Versammlung für die Arbeiter der Berliner Elektrizitätswerke statt. Genosse O r l o p p referierte vor 3000 Belegschaftsmitgliedern über die Ursachen und Auswirkungen der Notverordnungen. Ausgehend von der Einengung der Produktionsbasis, die seit dem Krieg zwangsläufig eingetreten ist, schildert der Referent die Lorgänge, welche zu dieser Krise mit ihren 5,66 Millionen Arbeits- losen führten. Die Forderungen der Gewerkschaften, die Arbeits- z e i t der technischen Entwicklung folgend, zu kürzen, wurden von der bürgerlichen Regierung nicht beachtet. Auch die neue Notoer- ordnung bringt keinerlei Maßnahmen zur Behebung der Arbeits- lofigkeit und schwächt die Kaufkraft des deutschen Volkes noch mehr. Die Gewerkschaften müssen mit allen Mitteln versuchen, dies zu verhindern und werden deshalb tatkräftig mitarbeiten, damit die vorgesehene Preissenkung auch tatsächlich eintritt. Die Diskuffion bewegte sich— mit Ausnahme von zwei Kom- munisten— im Rahmen der Ausführungen des Referenten, und immer wieder kam zum Ausdruck, daß für die Tätigkeit der Kom- munisten und RGO.-Leute in den Bcwag-Betrieben kein Raum sei. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Die Versammlung verlangt von der Reichsregierung die Be> seitigung der unerträglichen Härten des Lohnabbaus sowie eine stärkere Belastung tragfähiger Schultern und Schonung der besitz- losen, von ihrem Arbeitseinkommen lebenden Bevölkerungsschichten. Sie fordert vor allem, daß nicht nur die in der Notverordnung vor- geschriebenen Preissenkungs maß nahmen mit derselben Rücksichtslosigkeit wie der Lohnabbau durchgeführt werden, sondern daß darüber hinaus eine allgemeine weitergehende Senkung des Preisniveaus erfolgt. Die Versammlung wehrt mit Entrüstung die Angrisse und falschen Behauptungen der RGO. und Kommunisten auf den Be- triebsrat und die Gewerkschaften ab. Ebenso weist sie die Angriffe und Entstellungen der Scharfmacherpresse auf die Lohn- und Arbeits» bedingungen der bei den Werken beschäftigten Arbeitnehmer aufs energischste zurück... Eiserne Disziplin und engste Zusammenarbeit ist in dieser Krisenzeit notwendiger denn se! Die Arbeitszeit im Kohlenbergbau. Internattonale Vesprechüttgett. Das Ilebereinkommen zur Begrenzung der Arbeits- zeit im Kohlenbergbau, das von der 15. Internationalen Arbeitskonferenz angenommen wurde, ist augenblicklich in Genf Gegenstand z w i s ch« nst aatlicher Besprechungen. Die britische Regierung hatte anfangs Dezember den Wunsch ausge- sprachen, das Internationale Arbeitsamt solle zum Zweck der R a t i f i z i e r u n g des Uebereinkommens solche Besprechungen her- beiführen. Das Uebereinkommen, das die Arbeitszeit im Kohlen- bergbau auf 7 Stunden 45 Minuten täglich beschränkt, enthält eine Bestimmung, wonach es sechs Monate nach Ratifikation von zwei der nachstehenden sieben Staaten: Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien. Niederlande, Polen und Tschechoslowakei in Kraft tritt. An den Genfer Besprechungen nimmt von deutscher Seite Ministerialdirektor Dr. Sitzler vom Reichsarbeitsministerium tell. Zuerst Erhaltung der Kampstrast. Gewertschastttche Notmaßnahmen. Zu den Verbänden, auf denen der Druck der Wirt- schaftskrise am schwersten lastet, gehört zweifellos auch der Deutsche Holzarbeiterverband. Die Arbeitslosigkeit der Holzarbeiter ist seit dem Anfang des' Jahres 1929 geradezu katastrophal gestiegen. Während im Jahresdurchschnitt 1929 schon fast 20 Proz. der Lcr- bandsmstgliedcr arbeitslos waren, stieg die Zahl im Jahresdurch- schnitt 1930 bereits auf über 33 Proz. und im Jahresdurchschnitt 1931 sogar auf rund 50 Proz., wozu noch 10 bis 15 Proz. Kurz- arbeiter kamen. Diese in der Geschichte des Deutschen Holzarbeiteroerbandes beispiellose Arbeitslosigkeit stellt die Organisation auf eine außer- ordentlich schwere Belastungsprobe, von der man einen Begriff bekommt, wenn man sich vor Augen führt, was es für eine Organi- fation bedeutet, wenn sie, wie der Holzarbeiterverband, allein im ersten Viertelsahr 1931 zur Unterstützung der arbeitslosen Mitglieder fast den doppelten Betrag der im gleichen Quartal einge- gangenen Beiträge aufwenden mußte. Im Jahre 1930 wurden vom Holzarbeiterverband für Unterstützungen 99 Proz. der g e- samten Beitragseinnahmen verwendet. Im Jahre 1931 überstiegen die Ausgaben für Unterstützungen die gesamten BcitragSeinnabmen bereits ganz beträchtlich. Keine Organisation kann aber auf die Dauer solche finanziellen Belastungen ertragen, wenn sie nicht ihre Kampffähigkeit einbüßen will. Denn die Kampffähigkeit ist die Grundlage jeder Ge- werkschast. In klarer Erkenntnis dieser Tatsachen haben Vorstand und Bei- rat des Deutschen Holzarbeiteroerbandes daher beschlossen, die statu- tarische Jnvalidenunterstützung erstmalig für den Monat Januar um die Hälfte und alle anderen Unterstützungen ab 11. Januar um ein Drittel, das Sterbegeld jedoch gleichfall» um die Hälfte herabzusetzen. Alle diese Aenderungen gelten als vorübergehende Notmahnahmen und sind keine Aende- rungen des Verbandsstatuts. Ob und welche Aenderungen der Sta- tuten erfolgen sollen, muß der für Juni 1932 anberaumte Der- bandstag entscheiden. Neben diesen Einschränkungen auf dem Gebiet« des Unter- ftützungswesens soll versucht werden, die bereits erhehlich eingeschränkten Ausgaben für Verwaltungszwecke nochmals zu drosseln. Der Borstand des Deutschen HolzarbeUerverbandes wendet sich in der �olzarbeiter-Zeitung' mit einem längeren Aufruf a» I die Verbandsinitglieder. in dem er die Notwendigkeit dieser Spar- maßnahmen eingehend begründet. Er spricht darin die Erwartung aus, daß die Mitglieder weiter treu zur Fahne halten, damit die Organisation für die Kämpfe, die mit der Besserung der wirt- fchaftlichen Konjunktur verbunden sein werden, in ihren Grundsesten unerschüttert und in jeder Beziehung gerüstet dasteht. Der Ver- bandsvorstand schließt seinen Aufruf mit dem Appell, durch solido- rischos Zusammenstehe» in dieser schweren Zeit dafür zu sorgen, daß die Hoffnungen der Gegner der Arbeiterbewegung, die Gewcrk- schaften werden unter der Ungunst der Verhältnisse zerbröckeln, zu- Nichte werden. �GO.-Ga Machalrtt, Dront. hcrmer Str. 4. Keiner dar? fehlen. »�reie Gewerkschafts-Zugend Berlin I Heute, Freitag, 8. Januar. IflVj Uhr, tagen die Gruppen: Süden: In- gendheiiu Wassertorftr. 9. Hcinibcsprechuug, Liederadend.— Sharlottc»- bürg: Fugeitdheim Sprecstr.:t0. Heimbcsprcchung. Äerbandsbuchlontrollc —«»rdring: Jugendheim der Schul« Sonnendurgrr Str. A. Sewcrlschosten im Lohnlampi.— Treptow: Jugendheim Elsenstr. S(am Bahnhof Treptow V Aufbau der Schuhpolizei.— Neukölln i Jugendheim Treptower Str. 98. Unjerc Arbeiterfiihrer: Hugo Haas-, Friedrich«der». Ludwig Frank.— Hermann- platz: Jugendheim Sandersrr. 11, Ecke Hohrechtstraße. Heimdefvrechung. Lieder- und Brettspieladend.— Osten: Jugendheim Frankfurter Allee 897(Ldns- Fiiumer Heimdcsprcchung.— geppelinplatz: Jugendheim Turiner(Site i5«> itraße. Heimbesprechung. Rückblick auf das Jahr 19Z1.— Re>a>ck«ndorf-Oft: Jugendheim Lindauer Straß«(Baracken). Heimbesprechung.— Adlcrohof: Jugendheim Adleronos, Bismarckstr. I. Bom Ein» und Unstnn der Mode.— Ardeitolrei» der Freien Eewerkfchaftsjugend, Sozialistischen� Ardelteriugend. Jvngbanner und Arbeitersportlcr Gharlottenburg: Leute wieder Ausammen. kunft im Tageoheim Pestalozzistr. 49, v. III. Dortselbst Anmeldung zum Segel- flug-Modellbaukursus. Iuaendoruppe des jZentralverbandes der Anqestellien WeXd Heut», Freitag, iiltden folgende Verauftaltungen statt: Südwest: Ju- g-ndh-ün Dorckstr. 11(2. Hof, Ouergebäud«. 1 Trepp«, Zimmer Z). Falsches und rühtigl. Rezitieren. Ref-rentin: Frt-del Soll.- Potsdam. Rawawe», Wichgraiitraße. Arbettsabend unserer Uebungofirma.- Heute tagt die Berliner Druckerei, und Berlagsgesellschaft m. b. H. von Al bis ZZ Uhr im Jugendheim Gbertpstr. 12. . h* v\Hier fängt's an... ÄT'-i" „Vorwärts" billiger! Abonniert die Zeitung der Hand- und Kopfarbeiter. 5" AAAAAAAAAAA ?ch abonniere den»Vorwärts�(und die Abend- \ ausgäbe für Berlin.Der Wend") mit der illustrierten Bei- � / läge„Volk und Zeit� in Groß-Bcrlin täglich frei ins Haus �(Monatlich 3,25 Mk., wöchentlich 75 Pf.) Ausfüllen und einsenden an den Verlag des �vorwärts" verlin STD 68. Lindenstrabe 3. U SozialistischeArbetterjugendGroß-Verlln Einsendungen filr diese Rubrik nur an da» Iugendsekretoriat Berlin SW 68, Lindenstraße 2, vorn 1 Treppe rechts. Abteilungsleiter, reicht umgehend die Berichtsbogen ein! Am Sonnabend, dem und Sonntag, dem>0. Januar, findet im Sißungs» saal de, Paeteivorstandc«. Lindenstr. 3, 2. Kos, 2 Treppen, ein Wcchcuendtursus mit dem Motto:„Proletarische Zcstgcstaltnng" statt. Beginn pünktlich am Sonnabend um Uhr und am Sonntag um II Uhr. Am Sonnabend spricht Dr. Bruno Löwenberg und am Sonntagvormittag Robert A. Stemmt«. Außer- de« finden am Sonntag Darbietungen der Spielgrnppe« und eine Aussprach« statt. Alle interessierte» Scnossc» könne» an de« ikersn, teiloeHwen. Be- sondere schriltllchc Einladung ergeht nicht. Proletarisches Orchester der SAZ., Gruppe Weddiug.?0'.r Uhr im Heim See- Ecke Turin« Etraße. heule Freilag, 8. Januar, 13� Uhr: Arkonaplatz: Elisabcthtirchstr. 1». Gewerkschaften im ltlassenkampk.— Se» werkschastshaus: Aopenictcr Str. 82. lg. Minulen- Referate.— itöllnischer Pari: Waiscnstr.!8. Iahresmitqlicderversammlung.— Roscuthaler Porstadt: Tieck. slraße 18, Kos 2 Trp. Jahresmitgliederversammlung.— Zentrum: Waisen- Itrage 18. Radioabend.— Hansa: Bochumer Str. 8b. Riickblilk 1931.— Moabit I: Waldcnscrstr. 20—21. Iahresmitgliedervcrsammlung.— Moabit II» Lehrter Str. 18— 19. Iahrcsmilgliederversammlung.— Moabit III: Bremer Straße 69—79. Iahresmitgliederversammlung.— Sportpalast: Gcnthiner Straße 17. Falkenabend.— Gesuubbrunne» II: Christianiastr. 88. Heimabend. Hohenschönhanseu: Freicnwalder Str. 6. Mitgliederversammlung.— Rord- Osten I: Danziger Str. 62. Die Bewohner in Belgien.— Wcißenscc: Parkstr. 86. liitsch um uns.— Badrcasplag T: Brommpstr. 1. Einführung in den Morris- mus, 8. Abend.— Frankfurter Viertel: Frankfurter Allee 897. Rückblick 19.31. — Petersburger Viertel: Eberlnstr. 12. Unsere Museen.— Barschauee Viertel: Litauer Str. 18. Jabresmitgliederversammlung.— Warschauer Viertel sR.-F.): Litauer Str. 18. Iahresmitgliederversammlung.— Luiscnftadt: Uvbanstr. 167. Jahresmitgliederversammlung.— Rcicheabergcr Viertel: Reichcnbcrger Str. 66. Iahresmitgliederversammlung.— Friedenau: Offcnbacher Str. ö». Jahrcsmit. giiedervcrsammlung.— Eharlotteuburg: Roflnenstr. 4. Jahresmitgliederver» sammlung.— Charlotteubueg-Rorb: Iungfernheidcweg sSchule). Falkenarbeit. — Eharlottenbnrg-Tüd: Goethesir. 12. Arbeitsgemeinschaft.— Soaudau: Lindenufcr l. Musik- und Sprcchchorabend.— Lichtersclde: Albrechtstr. llo. kölla ll: Steinmcßstr. 91. Mitgliederversammlung.— Reuköllu 13': stanncr Straße. Lehrlinge erzählen.— Reuköllu vi; Treptower Str. 95—96. Wie stelle ich mir meine Funktion vor?— Reukölln VII: Sarl.Marr.SchuIe, Kaiser- Friedrich-Str. 2lv. Unsere Arbeit.— Neukölln VIII: Rütli-Schule. Arbeits- gemeinschaft.— Neukölln VI: Flughafenstr. 68. Tagespolitik.— Baumschulen- weg: Ernstftr. 16. Iahresmitgliederversammlung.— Ivbannistbal: Ratbaus. JohresmitgliederversamnUung.— Schöneweide 17: BerNner Str. 81. Wirt- schaftsproaramm der NSDAP.— Treptow: Elfcnstr. 8. Bunter Abend.— Bohnsdorf: Wachtelstr. I. Iahresmitgliederversammlung— Köpenick I: Das Sozialistcngeseß.— Köpenick O: Dahlwißer Str. 15. Unsere Bilanz— Falken- bcrq: Stegreif. Referate.— Karlshorst: Arbeitsabend fMaterial nicht ver- gesscnl.— Lichteuberg-Mitte: Doffestr. 22. DoNtischcr Informatronsabend.— Ren-Lichtenbcrg: Gunterstr.<4. Iahresmitgliederve, sammlung.— Lichtenberg- Rord: Gunterstr. 44. Iahresmitgliederversammlung.— Lichtenberg. Nordwest: Jugendfürsorge.— Mahlsdorf: Mslanchthonstr. 68. Leseabend.— Reinickcn- dorf-Ost: Lindauer Str. l. Seimabend.— Wittenau: Sauvtstr. 13(Schulel. Stellung der SPD. zu Brüning.— Karow: Frundsbergstr. 9. Aussprache über den Krieg.— Niederschönbausen: Lindenstr. 47. Seidelberger Prearamm.— Schönhauser Vorstadt: Treffpunkt zum Baden 20 Uhr Sozialisien-Ecke. Wcrbcbezirk Wedding: Werbebczirk. Delegierten-Konferenz im Heim Willde- nowstraße 5. Weebebezirk Reukölln: Erwerbslos enkurs ue. Besichtiamrg :e» Neukölln, Donaustraße. Treffpunkt 14 Uhr daselbst. des Fet ukmech- omtez Dortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". S-schälts stelle: Berlin S. l.4. Sebastianstr. 87-88, Hos 2 Tr. Kreutberg sOrtsperein). Ab Freitag,». Januar, wieder regelmäßig Badeabende in der Boerwaldstraße.— Treptow fSameradschatt). Sonnabend, 9. Januar, 20 Uhr, Bcrsammwna bei Kamerad Manz, Kiefhvlz- straße 2L Referent: Polizeiobcrwachtmelster Eckert.— Lichtenberg sOrtsverciu). Sonnabend, 9. Januar, 14?! Uhr, Urnenbciseßuna des verstorbenen Kan:e. raden Johannes Loeblein aui dem Zentralfriedhof Friedrichsfeld«. Alle dienst- freien und erwerbslosen Kameraden nehmen teil. Fahnen mitbringen. Tam- bourkorps.— Pankow tOrtsoerein).«onnabend, 9. Januar, 20 Uhr, im Türkischen Zelt, Wilhcm Mener, Pankow. Breite Straße. Generalversammlung und Neuwahl. Jeder aktive und passive Kamerad muß erscheinen. Mit. gliedsbuck) zur Kontrolle mitbringen.— Reinickendoel-Ost fKameradschaft). Di« Generalversammlung wird von Freitag, 8. Januar, aus Sonnabend, 9. Januar, 20 Uhr, im Lokal Kiehne, verlegt. Tooesordnung bleibt. Am Freitag beteelig!« sich alle Kameraden an der Bersanunlung in den Germania sälen.— Kreis Norden. Zur Kundgebung am Freitag, dem 8. Iamiar. in den Germania. lölen treten alle Ortsvereine mit Gpielleuten und Fahnen um 19 Uhr an. Alle sonstigen Veranstaltungen der Ortsvereinc fallen aus.— Pankow(Orts- verein). Am Freitag, dem 8. Januar, fällt die augefetztc Porstandssitzung aus. Direkte Einladungen beachten. Ungarische Sozialdemokraten. Sonntag, 10. Januar, 16 Uhr, Zusammen. kvnft der ungarischen Genossen im CafS„Budapest", Kommandantenstr. 47. Ich bitte die-deutsche« Genossen, die ihnen bekannten Genossen darauf auf. merlsam zu machen. Deutscher EIperanio-Bnnd, Erste Ortsgruppe, Berlin. Freitag, 20 Uhr, Konditorei Dobrin, Kackescher Markt. Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwe» Deutschland», Gau Groß-Berlla. Geschäftsstelle: Berlin W. 57, Billowstr. 49, rechter Seitenflügel. Freitag, 8. Januar. Alt-Glienicke: Lokal Habrecht, Friedrichstr. 2, 19 Uhr.— Kreuzberg IN: Lokal Reichenberaer Hof, Reichenberger Str. 147, 17 Uhr,— Kreuzberg ll: Lokal Oranien-Festsäle, Oranienstr. 180, 16 Uhr.— Prenzlauer Berg I: Lokal Bogcn.Festsiile, Schwedter Str. 28—24, 16 Ubr.— Tegel: Lokal Lchnbardt, BerNner Str. 84, 18 Uhr.— Mitte lo: Lokal Schaar, Ziegel. Ecke Kalkscheunenstraße. l8lh Uhr.— Reinickendorf-West: Lokal Balkohaus, Schorn- weberstr. llö, 19 Uhr. Deutscher Arbeiter-Abstincaten-Bund, Bezlrksaruvve Schillerpark. Sonn- tag. 10. Januar. 10 Uhr. in der alkoholfreien Gaststätte, Malvlaquctstr, 28, Milgliederoecsammlung. Tagesordnung: 1. Rückblick und AusbNck. Reserent: Bundesvcrsißendcr Genosse Sohciscl. 2. Geschästsbcrichte. 8. Anträge zur Gene» ralverfammlung. 4. Ersatzwahlen. 5. Unser Arbeitsprogramm. 6. Berschicdenes. MitqNedervorlammluuq der Bereinigung ehemaliger Kriegsgeianaen-r, Groß-Berli», Sonntag, 16. Januar, 171� Uhr, im Restaurant Iahnsch, Husc- landsir. 4». E'peravta.S-fellschast Ebarlotteobnea. Montag. 11. Januar. 20 Uhr. Kon- ditorei Wolter. Charlottenburg, Bismarckstr. 114 sKnie), Klubzimmer, Jahreshauptversammlung, Berichte, Entlastung, Neuwahlen, diverses. Gäste will- kommen. KochÖpfel............ Pfd. 0,12 Mandarinen.........» pü 0,68 Apfelsinen............ 3 Pfd. 0,42 Jaffa-Apfelsinen... s Pfd. 0,65 Tafeläpfel.......... rn von 0S24 Grünkohl................ Pid. 6,05 Sellerie govuobm..... 3 Pfd. 0,20 Rosenkohl............. 2 pid. 6,25 Cot- oder Welsskohl pu 0,06 Wirsingkohl............ Pfd. 6,65 Kohlrüben.............. Pfd. 0,05 Rote Rüben............ Pkd.0,65 Möhren gcwtMtan..... 3 Pfd. 0,10 Schwarzwurzeln....... m 0,20 i.\0urt4i !: tvaren Speckwurst Thttt Sit...Pid. 0,62 Sülzwurst.............. m 0,65 Hausm.-Leberwurst..Pfd. 0,74 Fleischwurst............. Pfd. 0,74 Dampfwurst........... Pfd. 0,74 Knoblauchwurst...... ptd. 0,78 Mettwurst n. Brveaw. Art, PM. 6,96 Jagdwurst............. Pfd. 0,90 Wiener Würstchen.. pid. 0,95 Zervelat od. Salami.ptd. 1,08 Speck feu............. Pfd. von 0,75 Speck moger.......... Pid. Tos 0,90 Schinkenspeck........ ptd 1,22 NuBschlnken.......... ptd. 1,40 Gekocht. Schinken>>. Pfd. 0,32 Gemüse- % Dos# Stangenspargel«br«urk 2,15 Stangenspargel K»ufoin... 1,98 Brechspargel ahne Köpfe.. 1,25 Kaisererbsen.............. 1,45 Gem. Gemüse fein....... 1,25 Karotten gewtrfeit.......... 0,32 6pinat 6,42 Steinpilze................... 2,15 Ware« Und vom v. Sonnabend.- Meoflenabgaba vorbeb ölten.- Verfcov enand avsFoKb Iom eo.. Die Zu,endvng von Lobonimmeln H Fische, Räuchorwaren 'Lachs gefror. t goan. Ptd. tob 0,35 'Zander gefror, l gönn. Pfd.v. 0,35 'Kabeljau gr.e. K. t-g. ph. t. 0,24 'Schellfisch b. x. l g. ptd. v. 0,20 'Seelachs gr. e.K.,<.g, p« v. 0,20 'Rotbars............... Pfd.«. 0,28 'Rotzungen mittel..... Pfd. v. 0,20 'Kobeljaufllet....... p». v, 0,38 Schellfisch gertaobert. Ptd. V. 0,30 Seelachs gertaebert...Ptd. V 0,40 Makrelen gerSnehert..Pfd. v. 0,38 Sardinen........«-Port-Doeec 0,95 Lachs in Stick., gerSneh.. Pfd. V. 1 ,20 1« ollen Hamern omser Andreoadreme �Karpfen A-0 lebend............ Pfd. von Ug M Cd "Grüne HeringeslM:, 0,38 Bücklinge ptd. von 0,26 Frisches Fleisch Kolbsrücken ad. Biut, Pfd. r 0,50 Kalbskeule m» s Pfd. schwer,___ raai oder geteilt....... rfd. von 0,74 Kalbsroulade gereut, Pid. v. 0,98 Suppenfleisch... Pfd. tos 0,56 5€hmorflei6eho.KB<>ch.,Pfd.T. 0,78 Roastbeef ebne Knoed., Pid. v. 1,03 Guiasch ohne Knochen....Pfd. 0,08 Rinderlunge.......... Pfd. 0,28 Cwter...................... Pfd. 0,24 RinctorbackeoKaoebai, ptd. 0,34 Rinderleber........... ptd 0,78 Rinderherzen.......... Pfd. 0,38 HammelvorderfL ptd. von 0,64 Schweinebauch e. Big.. Pfd. 0,60 Schweineschinlc.ai.8eii. pri*. 0,70 Schweinebiatt mit Big„ Pfd. 0,58 Schweinekämme. Big.. Pfd. 0,84 Schweineschuff n. Big, Pfd. 0,84 Schweinokotelett i td. ton 0,88 Kassier mild.......... Pfd. von 0,80 Eisbein m.B»it»d«in. g«pdk, Pfd. 0,24 Schweineköpfe m pfd. 0,36 Rückenfett brailertlg... Pld. 0,54 Schweinenieren... pid. 6,62 Hammeivorderfleisch gefroren............... Pfd. von 0,44 .ww.i Vorrat.- Flolach o. loichtvardorbBcho erfelgi bol öortoll jng von S.OO Mark an. Konfitüre Erdbeer...... Eimer, ca. 2 Pfd. 1,25 Hirnbeer..... Eime,, ca. 2 Ptd. 1,25 Kirsch.....Eimer-».2 Pfd. 1,25 Erdbeer, Kirsch, Pflaumen..... ca. i-PfA-Gias 0,65 Preisseibeerkompoft___ Eimer, ca J Pfd. OfS» Wild und Geflügel Gänse frisch.......... Ptd. von 0,74 Enten................. Pfd. von 0,72 Suppenhühner(risoh, Pfd. v. 0,68 Hasen e»tr. Lauge«, Pfd. von 0,85 Kaninchengemr.o.augew,Pld.O,75 Rehblatt.......... pfd. v«» 0,85 Wiidschwelnbiatt ptd. von 0,75 Spiesserblätter.. pid.vov 0,56 «sldsiismm pf�n 0.541 Vvlgsliüiinek 6,76 �fluten . Ptd. von 6.70 Preis« ohne Flasche Vi FL 29'r Liebfraumilch liatubne». 1,10 SO�SenheimerLay uoeel.. 1,10 29srObarommaiei Rosenbg. 1,25 SOv Bruttiger Mark....... 1,25 28«i'Caseler Goldriesling 1,60 26" Oestricher Hitz..... 1,60 Rotor Vi Fl U H. Tarragona........... 0,95 9,09 Russische Ginse 0,58 gefroren Pfd. von Preise ohne Clascha Lite: Spezial-Apfelwein herb.... 0,40 Cider s&secr Apfelwein........... 0,65 Griech. Muskatwein....... 1,10 Ganz alter Malaga donkei. 1,45 Deutscher Weinbrand... 4, TO Jamalca-Rum.voreBbii. to»'. 4,60 ZUK BOWLE: Vi El. lUPI. 30" Et'enkobener 0,68 6,50 Enorm billige Angebote in Haushaltwaren Feine Toilefteseife t St k uo g 0,58 2 st 1 2so g 0,48 CeUophanbentel mit 5 Stflek, eo. SOO g.................. 0,50 Garantiert reine Kernseife i« Biegein k 2S0 g, SOO g. 1(00 g.............. pro 1000 g 6,45 ScheuertÜeherintoQaal ,«a.55;70cm. 2Si.Cp48.Rt. 0,25 Stimisch-Fensterleder. stock 0,95 1,45 1,20 Wundermop getrinkt. In Dose, ml» Stiel. btüct 0,95 Mop-Politur....................... SEO-g-riaeche 0,45 kolonial Waren Brasii-Reis............. Pfd. 0,20 Mou�main-Reis........ m 0,2b Eier-Bandnudeln..... ptd. 0,44 Bruchmakkaroni..... m 0,44 Viktoria-Erbsen.... 2 Ptd. 0,35 Linsen.................. 2 Pfd. 0,25 Bohnen................2 Pfd. 0,25 Polierte Erbsen....... pid. 0,27 Aprikosen Pen� getr, Pfd. v. 0,38 Pflaumen getrocknet, Pfd. von 0,28 Bockobst............ Pfd. von 0,38 Kaffee............... Pfd. von 1,80 Gerste od. Roggen ew�nc 0,22 Tee................. sog 0,36 Krürneischokoiaden» Pulver................ Pfd.« Magdeb. Korbkäse stock 0,18 Harzer Rüppchen... Kiste 0,45 Allg.StangenkäsekO'i.pfd. 0,44 BlockkäseTilsiterArcSOoiaPfd. 0,56 Dän. Schweizer sost0...P(d. 0,60 Steinbuscher voiuen... Pfd. 0,06 Tilsiter voiitett............ Pfd. 0,66 Holländer se.Eumer.40<>iK pid. 0,68 Margarine» xckeitcti. 2 Pfd. 0,72 Bratenschmalz....... pu. 0,46 Rohschmalz............. Pfd. 6,46 Molkereibutter..... Pfdv 1,08 Tafelbutter....... Pfd. von 1,24 Markenbutter«e»t,cße. Ptd. 1,33 Obst- Vxmtomn Vi Dose_ Mirabeilen.................. 1,15 Ananas i» Echeiben...... Erdbeeren Birnen Fracht.. Kirschen rot. mit stein..... Stachelbeeren...... Span. Aprikosenkomp. 0,68 Rhein. Pflaumen mit stein 0,62 1,tO 1,0b 0,90 0,99 0,75 Wollkleider Qnalitllen, med. Formen, Blttck Jctat Kinder-Kleider für ca. 2 die S Jahrs..... ßttek Jätet Blusenschoner reine Wolle, welsg«. farbig, Stflek feist 1,25 1,65 Damen-Pyiamas O f%t> farbig Batist Knöpf rorm, Btflok Jotet Jte/ Wk# Damen-Strümpfe__ Ä könstlleh. Waschseide, od.»srrss-lecken. ri C Q reise Wolle, gerippt....... Paar jctat Kunstseiden-Voile weiebflie Irüher Gewebe, enUflckendeMa&t Of SL her Meter bia 2,75, jetst j Jr Oberhemden(b H«r«, weiea Popeline, darehgehend,ganttsrta mm mm. 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