♦ BERLIN Zreitag s. Zanuar 1932 Erscheinttiglich außerSoautags. M M££ x« rlnspalttgc Nonv-rcill-i-il« 8(1 Zu�I-icd Abendauszabc tri„Sjormärtl*. B-I»g«vrri« für R A#/ M B g U i**«kkl-Mkj-ile s W. Ermäßigungen nach Tarif. P l> ft s ch c ck« k n l o' bctbe 51 0« gaben 7& ff.»to 3,25 2S. t!" TOonat%." t t.#// fX." X. BarwSrts- Verlag G.m.b.H., Berlin Rr. 37 SR.- Der«erlag dasrn 67 Pr. monallich für 3nihUnng int Haut) im»crau« Js il#|L gm MM fj g> Ä 1(V"! iT f M<~>f ipnnTr t behält sich bat Rrcht dcr Ablehnung nicht genehmer Anzeigen ror! »ahlbar. P-stb-jug 3.S7M. einschUeßli»«Pf. V-stKttungt- �LAJtuQ 9 9 W**** f%ASf Y\f Redaktion und Expedition: Berlin SWii«, i!indensir. 3 und 72 Pf. Postbestellgebuhreu. F ff f f Fernsprecher: Dönhoff 7) 2SZ-2Z7. Bedingung: ohneBedingungen! Noch keine Entscheidung in der Neichspräsidentenfrage Waffenmeldung in Berlin Neue Verfügung des Polizeipräsidenien 0 Ott einigen Zeitungen der Rechten ist davon die Rede, daß die sogenannte„nationale Opposition" ihre Zustimmung zu dem Plan der Reichsregierung, die Amtsperiode des Reichspräsidenten zu verlängern, von der Erfüllung gewisser Bedingungen abhängig machen könnte. Es ist ins- besondere cherrn Hugenbergs„Lokal-Anzeiger", der meint, der Inhalt dieser Bedingungen werde wohl Gegenstand der Beratungen der Führer der„nationalen Opposition" sein. Wenn dem so ist, so können wir nur wiederholen: Die Herren brauchen sich keine Mühe zu geben! Ueber Be- dingungen zu verhandeln wäre vollkommen z w e ck l o s, da die Sozialdemokratie nicht daran denkt, einen Handelsvertrag zwischen der Rechten und der Reichsregie- rung zu ratifizieren. Ohne Mitwirkung der sozialdemokrati- schen Reichstagsfraktion ist eine Verlängerung der Amts- Periode des Reichspräsidenten nicht möglich. Eine Mitwirkung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion kann aber erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn eine hundert- prozenlige Garantie dafür gegeben ist. daß auch die Mit- Wirkung der anderen Fraktionen bedingungslos erfolgt. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion denkt nicht daran, mit der Rechten Handelsgeschäfte zu machen oder sich Preisschilder für Lebensmittel! Ab morgen voraussichtlich allgemein verordnet. Wie verloutet, dürfte Reichskommissar Dr. Goerdeler morgen eine Verfügung erlassen, wonach die Preise für sämtliche Lebensmittel in den Läden und Schaufenstern durch Schilder nach außen hin kenntlich gemacht werden müssen. in irgendeine Art von„Einheitsfront" mit ihr drängen zu lassen. Sie denkt ebensowenig daran, etwa aus Bosheit gegen einen Antrag zu stimmen, weil andere für ihn stimmen. Sie wird wie immer sachlich prüfen und sachlich Stellung nehmen. Wenn aber die Rechte„Bedingungen" stellt, erübrigt sich eine Stellungnahme von vornherein. Der„Völkische Beobachter" schreibt am heutigen Freitag über die Unterredung Hitlers mit Brüning und Groener u. a.: „Der„Vorwärts- hat gar kein Recht, von Bedingungen und Gegenbedingungen zu reden, fondern müßte anstandshalber anerkennen, daß jede nationalsozialistische Zusage zunächst einmal die Wiederherstellung gleicher verfassungsmäßiger Rechte für alle politischen Parteien, also auch für die vor allem in Preußen lortgesctzt schikanierte NSDZlP. als Mindestooraussetzung haben müßte." Wir haben keinen Anlaß, uns mit dem„Völkischen Beobachter" in diesem Zusammenhang über die Frage zu unterhalten, ob das Vorgehen der Behörden in Preußen gegen die NSDAP, berechtigt ist oder nicht. Vielleicht be- antwortet der„Völkische Beobachter" zunächst einmal die Frage, ob denn die NSDAP, nach Uebernahme der Macht— die ja nach ihren Ankündigungen demnächst erfolgen wird— die„gleichen verfassungsmäßigen Rechte" für alle Parteien anerkennen und schützen will. Dann wollen wir weiter darüber reden! Einstweilen stellen wir fest, daß über Be- dingungen für die Haltung der Nationalsozialisten in der Frage Hindenburg nicht geredet werden darf. Die„Rote Fahne" schwindelt ihren Lesern etwas vor von einer„Einheitsfront Brüning— Hitler— Wels" und brüllt„Alarmiert die Betriebe!" Es sind aus den Tag ganze fünf Monate verflossen, seit die E i n h e i t s s r o n t Hitler— Thälmann— Hugenberg zum preußischen Volksentscheid aufmarschiert ist. Glaubt man in der Redak- tion der„Roten Fahne", daß die Arbeiter das schon wieder vergessen haben? In den Betrieben rumoren die Nazis mit verstärkter Agitation. Die KPD. kümmert sich nicht darum. Den Kampf gegen den Faschismus überläßt sie der Sozialdemokratie, gegen die sie ihre blöden Lügen erfindet. Immer treu der Parole:..... ist und bleibt Hauptfeind!" Der Polizeipräsident teilt mit: Auf Grund der 4. Notoerordnung des 5)errn Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschost und Finanzen und zum Schutz des inneren Friedens vom 8. Dezember 1931 und des entsprechenden Rundcrlasses des preußischen Ministeriums der Finanzen ist für den Londespolizeibezirk Berlin folgendes angeordnet: I. Inhaber von Schuhwaffen und Munition sowie die Inhaber von Hieb- und Stoßwaffen, die ihrer Natur noch dazu bestimmt sind, durch Hieb, Stoß oder Stich Verletzungen beizubringen. haben bis zum IS. Februar 1932 die eben genannten Waffen und die entsprechenden Munitionsvorräte schristlich oder mündlich unter Angab« der Zahl und Art dem zuständigen Polizei- revier gegen Empfangsbestätigung anzumelden. 2. Befreit von der Anmeldung sind lediglich Inhaber von gültigen Iahresjagdscheinen und von Waffenscheinen, sowie diejenigen Beamten, die zum Waffeiüragen berechtigt sind. Zur Erläuterung sei nachstehendes vermerkt: Zur Anmeldung genügt ein an das zuständig« Polizeirevier ge- richtetes Schreiben, in dem die ersorderlichen Angaben über Anzahl und Art der Waffen enthalten sind. Auch mündliche Anmeldung ist zulässig. Dem Anmeldenden wird eine Empfangsbescheinigung aus- gestellt. Bei schriftlicher Anmeldung empsichlt sich Beifügung eines Freiumschlages. Wenn kein Porto beigefügt ist, wird die Empfangsbescheinigung als portopflichtige Dienstsache zugesandt. Nicht anmeldepflichtig sind lediglich Spielzeug- wasfen. bei denen das Geschoß durch einen Federabzug aus dem Lauf getrieben wird, oder Spielzeugwasfen, bei denen ein Lauf überhaupt nicht vorhanden ist Ebensalls nicht anmeldepflichtig sind historische Wasfen soweit ez sich um Vorladewaffen, Luntenschloß- und Radschloßwafsen und ähnliche handelt. Weiterhin sind von der Anmeldepflicht ausgenommen alle Hinterladewaffen, soweit es sich um Modelle bis zum Konstruktionsjahr 1871 einschließlich handelt. Der Anmeldepflicht unterliegen serner nicht die Druckluft- wafsen mit einem Kaliber von 7 Millimeter und darunter, Zimmer stutzen mit Kaliber von 4 Millimeter und darunter, Flaubertwoffen(Tesching) mit gezogenem Lauf, soweit es sich nicht um Mehrlader handell im Gewicht bis zu 2 Kilogramm, und Leuchtpistolen; Scheintod- und Schreckschuhwasjen, sojern sie ihrer Konstruktion nach lediglich zum Verfeuern von Knall- oder Gaspatronen, die keine Durchschlagskraft besitzen, benutzt werden können, Selbstschußapparate, Viehbetäubungsapparate. In Zweifclsfällen empfiehlt es sich dringend, Auskünfte bei dem zuständigen Polizeirevier einzuholen. Keine Verschiebung der Preußenwahl. ErNärnng des(Staatssekretärs Weismann. Ein Mitglied der Schrislleitung von MTB. hat dem Staat«- sckcetär des preußischen Slaatsminifleriums Dr. Welsmano die Frage vorgelegt, wie die preußische Slaaksrcgiernag zu den immer wieder auftauchenden Gerüchten stehe, es werde mit dnn Gedanken einer Verschiebung der preußenwahlcn gespielt. Staatssekretär Dr. Meiswann hat hierauf folgende Antwort gegeben: Artikel Z der preußischen Verfassung lautet:„Der Landtag wird auf vier Zahrc gewählt. Die Neuwahl muß vor dem Ablauf dieser Zeil erfolgen." Da dcr derzeitige Preußische Landtag am 20. Mai 1928 gewählt worden ist, so steht fest, daß der neue Landtag vor dem 20. Mai 1922 gewählt werden muß. Die preußische Staatsregicrung als Regierung eines demokratischen Staates hat nie- mal» daran gedacht und denkt auch fehl nicht daran, gegen diese klare Bestimmuag der preußischen Verfassung zu verstoßen. Die Wahlen werden zum verfassungsmäßigen Termin stattfinden. Regierung wiedergewähtt. Die negative Einheitsfront kann nicht weiter. Dessau» 8. Januar.(Eigenbericht.) Die Freude über den Sturz der sozialdemokratisch- demokratischen Regierung in Atcholt» den Ko mmu- nisten und Rechtsparteien gemeinsam unter- uommen hatten, dauerte nicht lange. I» der heutigen Sitzung des Anhaltischen Landtags wurde der Minister- Präsident. Genosse De ist» mit absoluter Mehrheit der gültigen Stimmen wiedergewählt, ebenso der demokratische Staatsminister Dr. Weber in Stichwahl. Die ungültigen Stimmen stammen zum Teil von den Kommunisten» zum Teil von den Nationalsozialisten und zwei Hausbesitzern. Das Gelächter über die Blanmge der Rechtsparteien ist allgemein. Amerika schützt China Die Anrufung des Neunmächievertrages Wegen der Ermordung eines japanischen Offiziers, der sehr wahrscheinlich zu Spionagezwecken Jnnerchina bereiste, hat Japan die ganze Mandschurei mit Waffengewalt China entrissen. Der Völkerbundsrat hat nach vielen vergeblichen Bemühungen, dem japanischen Vorgehen Einhalt zu tun. die Entsendung einer Beobachtungstommission auf den Schau- platz dieser Ereignisse, die kein Krieg sein sollen, beschlossen Eben erst hat man sie zusammengesetzt: für Deutschland gehört ihr Dr. Schnee, der Gouverneur des ehemaligen Deutsch-Ostafrika, an. Ende Januar soll diese Kommission nach Ostasien aufbrechen. Inzwischen ist— nach berühmten Mustern— die„selbständige Mandschurei" errichtet worden. Amerika wünscht N!cht. daß die Mandschurei gleich Korea zur japanischen Provinz gemacht werde, aus der auch jede wirtschaftliche Konkurrenz anderer Länder verbannt wird. Die Erinnerung der Unterzeichner des Neunmächte- v e r t r a g e s,' der die Gebietseinheit und den Gebiets- umfang Chinas oerbürgt, ist außerdem eine deutliche Geste. um darzulun, daß neben der Bölkerbundssatzung, die gerade in diesem Fall gewiß nicht ihre Kraft erwiesen hat, noch andere Bindungen bestehen. Ob sie mehr ausrichten, muß sich nun zeigen. japanischer Widerstand angekündigt. Washington, 8. Januar, Eine Meldung der„Associated Preß" aus Tokio von heute vor- mittag 19 Uhr japanischer Zeit besagt, die amerikanische Note sei in Tokio noch nicht veröffentlicht worden. Japan stehe aber dem Vernehmen nach aus dem Standpunkt, daß die Mandschurei nur Japan und China angehe und daß daher kein Dritter Anlaß zur Einmischung habe. Koreaner-Bombe gegen den Kaiser. Tokio. 8. Januar, Auf den Kaiser von Japan ist ein Bombenanschlag verübt worden. Der Täter, ein koreanischer Kommuni st, wurde festgenommen. Der Kaiser ist unverletzt geblieben, obgleich die Bombe unmittelbar hinter seinem Wagen explodierte. Der Koreaner führte eine zweite Bombe mit sich, die er jedoch nicht mehr werfen konnte. Wenn Briand gehen muß. Soll er doch Berater �avol« bleiben. pari«. 8. Januar.(Eigenbericht.) Die heutigen Morgenzeitvngen erklären fast einstimmig, daß der Ministerpräsident den Entschluß gefaßt habe, sich nicht aus ein« Um« bilduag des Kabinetts zu beschränken, sondern nach der Kammer- erösfnung dem Präsidenten der Republik di« Demission des Gesamttabinetts anzubieten. Man ist davon überzeugt, daß Doumer Herrn Laoal wieder mit der Regierungsbildung beauf- tragen und dabei den Wunsch äußern wird, daß eine möglichst weite Konzentration zustanhetomm». Man verhehlt sich aber nicht, daß ein Versuch Lavals, di« Radikalen zum Eintritt in die Regierung zu bewegen, jetzt ebenso scheitern werde, wie alle ähnlichen Versuche in den letzten Iahren.„Oeuvre" erklärt, man dürfe sich über die Möglichkeit eines Konzentrationskabinetts keine Illusionen machen: über die künftige Regierungsmehrheit werden die bevorstehenden Kammerwahlen entscheiden. Im neuen Kabinett wird Laoal wohl auch das Außen- Ministerium übernehmen. Er soll jedoch di« Absicht haben, sich in irgendeiner Form die wertvolle Mitarbeit Briands zu sichern, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß die Beständig- keit der französischen Außenpolitik gewahrt bleibe. Der„Excelsior" erklärt, es bestehe die Absicht. Briand den Posten eines T t a a t s- Ministers anzubieten, der Laval in außenpolitischen Fragen berate. Eine derartige Lösung könne weder für Laval, noch für Briand eine Verminderung chres persönlichen Prestiges bedeuten. Karl Sperka gestorben. Der Senior der württemberglschen Sozialdemokratie. Stuttgart. 8. Januar.(Eigenbericht.) Der Senior der vürtiembergischen kozialdemotrati« Karl Sperka ist im 7g. Leben, jähre gestorben. Sperka war der Partei alz junger Handschuhmacher schon in der Zeit vor dem Ausnahm«. gesetz betgetreten und wurde sehr bald neben Karl Kloß, Heinrich Dietz einer der ersten und einflußreichsten Führer in der württem- bergischen Parteiorgamsatüin. Er war jahrzehntelang der Landesvorsitzende der Partei sowohl unter dem Aus« ncchmegesetz als auch in der späteren Zeit. Er wurde in Stuttgart in den Gemeinderat, späterhin auch vom Wahlkreis Maul- bronn in den Landtag und während der Legislaturperiode 1907 bis 1912 auch in den Reichstag entsandt. Außerdem hat er an zahlreichen Parteitagen der deutschen Sozialdemokratie al» Dele> gierter teilgenommen. Mit großer Zähigkeit und organisatorischem Geschick hat er seine Aufgabe als Parteiführer ersüllt und war daher im ganzen Lande und weit über dessen Grenzen hinaus eine hoch- geachtete Persönlichkeit, der die württcmbergische und mit Ihr die ganze deutsche Arbeiterbewegung stets eiw ehrendes Andenken bs- wahren wird. 4000 Angestellte gekündigt. Massenenttasfungoa in der Berliner Metallindustrie. Wie wir vom„Butab" hören, ist in den Betrieben der Berliner Metallindustrie ein großer Tell der technischen wie auch der kauf- männischen Angestellten von der Kündigung betroffen worden. Außer den 899 Angestellten bei B o r s i g hocken 1299 Angestellte der AEG. ihre Kündigung erhalten. Bei Siemens wurden rund 899. bei Bergmann 299 Angestellte gekündigt, während in einer Reihe anderer Großbetrieb« Kündigungen in zahlenmäßig geringerem ilmsang» vorgenommen worden sind. Die Kündigungen von Angestellten in den Mittel- und Kleinbetrieben lassen sich noch nicht vollständig übersehen, doch greift man kaum zu hoch, wenn man die Zahl der in der Berliner Metallindustrie gekündigten Angestellten mit etwa 4999 berechnet- In der Berliner Metallindustrie wurden im Jahr« 1939 noch 138 090 Arbeiter und 84 000 Angestellte in 281 Betrieben beschäftigt, Ende 1931 dagegen nur noch 118 090 Arbeiter und 48 000 Ange- stellte. Trotz des K u r za r b« i t s a b k o m m e n« mit den An- gestelltenverbändcn zur Vermeidung weiterer Angestelltenenllassun- gen sind also 6000 Angestellte im vorigen Jahre entlassen worden, wozu jetzt bereit» zu Beginn des neuen Jahres noch weitere 4099 Entlassungen kommen. Hakenkreuzstudentenbund suspendiert. Die Universität München wehrt sich. München. 7. Januar.(Eigenbericht.) Per nationalsozialistisch« Studentenbund an der Münchener Universität wurde durch Senatsbeschluß für da» laufend« Wintersemester suspendiert. Seine Anschläge am Schwarzen Brett der Universität wurden sofort entfernt. Die Ursache der Suspendierung liegt ip den unflätigen An- griffen auf die Universität und aus einzelne Professoren, die sich der Bund hei den Asta-Wahlen im November in den ohne Genehmi- gung de« Rektors verbreiteten Flugblättern geleistet hatte. Der Verantwortliche für jene Flugschriften wurde inzwischen von allen bayerischen Hochschulen gewiesen. Dem Bund war gegen Ende des Sommerscmesters schon di« Auflösung angedroht worden, welk die Untersuchung ergeben hatte, daß die tätlichen Angriffe auf Pro- fessor Nawiasky und die terroristischen Störungsakt« in seinem Kolleg von führenden Mitgliedern des Bundes organisiert und durch- geführt worden waren. I Zwei Fliegerinnen abgestürzt. New York. 8. Januar. Vor einiger Zeit hallen zwei amerikanische Fliegerinnen, Frau Ruch Stewart aus St. Louis und Frau Debbie Stan- ford aus Toronto, einen Ueberlandflug nach New Port unter- nommen, waren dann aber verschollen. Man hatte ein ganze? Flugzeuggeschwader aufgeboten, dos unter den schwierigsten Um- ständen nach ihnen suchte und sechst gezwungen gewesen war, im Schneesturm notzulanden. Wie jetzt aus Harrisburg im Staate Pennsylvania gemeldet wird, hat man die beiden Fliegerinnen mit ihrem völlig zertrümmerten Flugzeug in den Wäldern des Sherman- Gebirge» tat aufgefunden, Konferenz gegen den politischen Terror. Eine vom Kartell der republikanischen Verbände Deutschlands einberufene Konserenz „Begsn den Büraerkriea und den polltischen Terror" wird am 29. Januar im Haus« des Demokratischen Klubs, Berlin W. 19, Viktoriastraße 24, abends 8 Uhr, stattfinden. Den Vorsitz führt Reichstagspräsident Paul Lobe. Julius Rosenwald verstorben. In C h i k a a o verstarb der weltbekannte amerikanische Philanthrop Julius Rosenwach, der zahl. reiche wohltätig» Organisationen durch groß« Spenden unterstützt batte. Am vergangenen Jahr stellte Rosenwald der Stadt BerlineineMillion Dollar zum Bau einer Kinder-Zahn- klinik zur Perfügung. Der Berstorben« besaß das größte Post- Versandhaus Amerika?. Berlin, drei Ahr nachts Drei Lteberfälle um dieselbe Stunde Die dritte Morgenstunde schien i« der Rächt zu Freitag«ine besondere Bedeutung gehabt»u habe«. In der Motzstraße wurde ein Mau» erschösse«, iu der Londoner Straße kämpft« ei« Chauffeur mit Zigeuner« und auf der stdpenicker Brücke wurde« zwei Werkzeug. mach«» von etwa fünf bis sechs jugendlichen Burschen angefallen und ausgeplilndert. Die Männer, ein 45 Jahre alter Adolf Star und ein 43 Jahr« aller Erich Leiner, hatten aus dem Nachhausewege die Brücke passiert. Plötzlich traten ihnen die jungen Burschen ent- gegen. Die Rowdy» waren mit Schlagringen und Tot- schlägern ausgerüstet, und sielen— da sie sich in der Uebennacht besanden ohne weiteres über die beiden Männer her. Di« Angefallenen verteidigten sich so gut sie konnten. Star wurde zu Boden geschlagen und seiner Brieftasche beraubt, die außer seinen Papieren 53 Mark bare? Geld enthielt. Sein Kollege setzte sich mit mehr Glück zur Wehr. Ihm tonnten die Täter nicht» rauben. Aus den Tumult und die lauten Hilferufe der Neberfallenen kam eine Schupostrafe des 12. Pollzeireviers hinzu und verfolgte die jetzt flüchtenden Stratzenräuber. Nach längerer Jagd tonnte einer und zwar der 25 Jahre olle Hans H. festgenommen werden. Auf der Wach» fand man in seinen Taschen eins Patron«, die zu einer Parabellumpistole gehört. Er bestreitet natürlich, ein« Wosfe besessen, und behauptet, die Patron« nur gesunden zu haben. Das ist zweisellos Lüg,, vi« Waste hat»r auf der Flucht schnell m die Spre« geworfen. Ein Test der Burschen ist der Polizei bekannt, so daß damit zu rechnen ist, daß in Kürze auch dt« Komplicen gefaßt werde». Bluttat in Berlin Vf. Wiener Reisender nachts erschossen." Oer Täter entkommen Zu den frühen Morgenstunden— gegen 3 Uhr— wurde an der Kreuzung der Motz- und e u l h e r skr a ß e der 34 Zahre alle Reisende Ludwig Gert au« Wien von einem unbekannten Manne erschossen. Der Täter slstchkele und entkam in der Dunkel- heit. Anscheinend ha» sich hier eine Eifersuchtstragödie abgespielt. Die Leiche des Erschossenen wurde in» Schauhans gebracht. Die Reservemordkommission unter Kommissar Qu oh wurde alarmiert und hak die Such« nach dem Täler aufgenommen. Die Bluttat ist in ihren Einzelheiten noch ziemlich ungeklärt. Noch in der Nacht hat man zahlreiche Zeugen vernommen, deren Angäben bisher einander widersprechen. Bon einer Seite wollte beobacftfet worden[ein, daß der später Erschossen« In Begleitung einer Frau vom Nollendorfplatz her die rechte Seite der Motzstraße entlang kam. Ander« Zeugen bekunden, daß an der Kreuzung der Motz- und Lutherstraße seit etwa 2 Uhr ein jüngerer Mann auf- geregt hin- und hergegangen sei. Bald spähte er di« Lucherstraße entlang, bald die Motzstraße hinunter. Als Gerl mit der Frau herankam, stürzt« sich der jung« Mann auf ihn, zog nach kurzem Wortwechsel eine Pistole au» der Mantellasche und seuerte dreimal hintereinander. Ein« Kugel durchschlug die Brust, die zweite blieb In der rechten Bauchseite stecken und d!« dritte traf den rechten Arm. Mit einem Aufschrei brach der Getroffene zusammen. Der Schütze flüchtet« in der Richtung nach dem Biktoria-Luise-Platz und entkam in der allgemeinen Aufregung. Der Schwerverletzte wurde tn» Achenbach- Krankenhaus gebracht, verstarb aber, ehe die Aerzte ihm Hilfe bringen konnten. Man fand bei ihm«inen Paß, der auf den Namen Ludwig Gerl, Reisender, 34 Jahre alt, au» Wien, aus- gestellt war. Ob der Paß tatsächlich ihm gehört, muß noch fest- gestellt werden. Polizeilich war Gerl nirgends in Berlin gemeldet, Bei ihm fand man außerdem noch ein feststehende» Messer, einen sogenannten Nicker. Man nimmt daher an, daß Gerl wußte, und damst rechnete, angefallen zu werden. Die Frau, die in seiner Begleitung war, ist in dem allgemeinen Durcheinander verschwunden. Sie hat sich bisher noch nicht gemeldet. Der Schütze benutzte zur Tat eine 7,68 Millimeter Mehrlade- pistole. Mitteilungen, die dazu dienen können, seiner habhast zu «eichen, erbittet Krimwalkommissar Qnoh im Polizetpräsidtuin. Zigeuner gegen Chauffeur. In der Nacht zum Freitag um drei Uhr wurde der Chauffeur Max Teubert an der Wollankstraß» von zwei Zi- geunern zu einer Fahrt angenommen: sie forderten Ihn auf, nach Reinickendorf hinauszufahren. An der Ecke der L o n- doner und Müller st rahe klopften di« Fahrgäste an die Scheibe und liehen halten. Einer stieg au», während der andere noch weiterfahren wolste. Teubert kam das Gebaren semer Fahr- gaste aber verdächtig vor: er lehnte die Fahrt ab und forderte Be- zahlung. Als sich di» Zigeuner jetzt weigerten, zu zahlen, packte er einen an den Rocfkragen. Trotzdem der Festgehaltene«hm zurief: „Laß los, oder ich schieße!" packte Teubert noch fester zu. Die Zigeuner, die merkten, daß st« an«wen couragierten Mann geraten waren, versuchten zu flüchten. Der Zigeuner, den Teubert am Rock festhielt, wand sich aus dem Kleidungsstück und rannte davon. Der Chauffeur erstattete auf dem Polizeirevier sofort Anzeigt und gab als Beweisstück den Rock ab. Die Beamten machten sich sofort auf die Suche und. konnten die beiden Zigeuner w einem in der Nähe gelegenen Laubengelände ausfindig machen. Der«in« war noch ohne Rock. Brüder Gaß brauchten paß Aber das Gerichi schickt sie ins Gefängnis Por dem Schöffengericht Berktn-Mitte geben di« Gebrüder Saß, Erich und Franz. wieder mal«w Gastspiel: sie sind des versuchten Münzverbrechen, angeklagt. Aus der Untersuchung?- hast werden sie einzeln vorgeführt: ihr« Versuch«, miteinander zu sprechen, werden sofort unterbunden:«In Justizwachtmeister stellt sich unmittelbar in ihr« Näh« und paßt auf. Es sind erst wenige Monate her, daß die Gebrüder Sah vor der Berufungsinstanz standen. Das Urteil des Bordergericht«— «in Monat Gefängnis wegen Sachbeschädigung und Hausfriedens- bruchs— wurde bestätigt. Der versuchte Einbruch w der F l« m m i n g st r a ß e, di» Sache mir dem unterirdischen Stolkengang aus dem Friedhof und ihr« Beteiligung an dem Bankeinbruch am Wittenbergplatz konnten ihnen nicht nachgewiesen werden. Erich und Franz find wie immer sehr elegant, ihre Erklärungen geben sie bescheiden und ruhig. Erich Saß ist etwa sechsmal vorbestraft, Franz nur zweimal. Zur Sache selbst erklärt Erich Saß als erster falgende»: Er und fein Bruder benötigten«inen Paß, die Polizei wollte ihnen keinen ausstellen: den alten Paß hatten Ihr« Angehörtgen verbrannt. Das Autoverleihgejchöst führte ihnen aber manchmal Kunden zu, die Auslandssahrten machen wollten. Sie beabsicistigten aber auch selbst eine Auslandsreise zu machen, sobald sie genügend Geld haben würden. Also beschlossen sie, sich die Pässe selber herzu- stellen*. Zum Studium der Grundierung des Papiers bedurften sie eines Gummistempels: ste machten deshalb einen Rillen- a b z u g und einen Gipsabguß«ine» Zehnrenten- m a r k s ch e I n s und wandten sich an die Firma M a t t a i in Eharlottenburg. Von«wem Metallstempel sei keine Rede gewesen. Als sie den Gummistempel abholten, wurden sie verhaftet, vors.: Haben Sie nicht bei dem Haftprüfungstermin am 11. Dezember gesagt, Sie wollten Zehnmarkscheine zu Reklamezwecke herstellen. Erich Saß: Ja. Ein Beisitzer fragt: Haben Sie nicht früher ein- mal gesagt, daß Sie den unterirdischen Stollengang aus dem Fried- hos und das Versteck in der Flemmingstraße als Versteck für Ihre Pässe benutzen wollten? Jetzt behaupten Äste, Ihre Pässe seien verbrannt worden. Erich Sah: Ja, damals hatten wir noch unsere Pässe, sie wurden aber von unseren Angehörigen versteckt, als wir oerhaftet wurden. Dann ist Franz an der Reihe. In der Voruntersuchung hat er die Aussage oerweigert. Jetzt gibt er dafür folgende Erklärung: Er habe nicht aussagen wollen, weil er eigentlich nichts wisse, da er zu sehr mit seinen Auto» beschäftigt gewesen sei, um sich um di« Ding« kümmern zu können. Allerdings stimm«««, daß er gemeinsam mit seinem Prüder, und zwar auf dessen Wunsch, mit dem Stempelhersteller verhandelt habe? von einem Metall» klischee sei keine Rede gewesen. Erich fügt noch auf die Frage de, Vorsitzenden hinzu, daß sie sich Päsie gewünscht hätten, um in« Ausland verschwinden zu können, falls ihnen der Boden in Berlin zu heiß werden sollt«. Kriminalkommissar Liebermann von Sonnenberg von der Falschgeldstelle ist dex Ansicht, daß Zehnmarkschein» her- gestellt«erden sollten, Wie sollt« sich denn ander« der versuch, Wasserzeichen herzustellen, erklären und was hätte da» Papier»Ine» Zehnmarkrentenscheine» mit Paßpapier gemeinsam? Der Zeuge Bock, bei dem der Gummistempel bestellt werden sollt», schildert ausführlich, welch großes Interesse Franz Laß für Metallklijchee» an den Tag gelegt hat. Der Sachverständige wird unter vollem Ausschluß der Oeffentlichkett vernommen: auch die Presse muß au« dem Baal. Der Antrag de« Staatsanwalt», auch die Angeklagten während der Vernehmung des Sachverständigen au» dem Saal zu führen, damst sie von diesem nicht«ine Belehrung über kunstgerechte Herstellung von Falschgeld erhallen, wird vom Gericht abgelehnt. Das Gutachten des Sachoer ständigen war für die Angeklagten jedenfalls sehr ungünstig. Der Staatsanwalt beantragt wegen versuchten Münzverbrechens gegen jeden der beiden Brüder eine G e• föngnisstrafe von anderthalb Jahren. Rechtsanwalt Dr. Puppe plädierte dagegen für Anwendung des Paragraphen des Strafgesetzbuches, der unerlaubt« Anfertigung von Klischees mit einer geringen Haft- oder Geldstrafe ahndtt. Das Gericht verurteilte die angeklagten Brllder Saß zu jeeinemIahrGefängnis-.die Haftbefehl« wurden aufrechterhalten. Muiiermorder bleibi verurieili. Reichsgericht verwirst die Revision von Kalifiros Thielecke. Leipzig. 8. Januar. Der Zweit« Strafsenat des Reichsgerichts verwars die Revision de» 26 Jahre alten verheirateten Kali st ro» THIe- leck» au» Berlin, der am 29. August vorigen Jahres vom Sonder- schwurgericht des Landgerichts Hl. Berlin, wegen Tötung setner Mutter und wegen Urkundenfälschung zu zehn Jahren und einer Woche Zuchthau» verurteilt worden war. Thie- lecke hatte, wie erinnerlich sein dürfte, seiner Mutter nach kurzem Streit im Badezimmer mit einem Lrmeedolch mehrmal» ins Herz gestoßen und sich am anderen Tage der Polizei selbst gestellt. In der Reoisionsoerhandlung war u. a. geltend gemacht worden, da» Schwurgericht Hab« den schweren Affektzustond des An, geklagten unberücksichtigt gelasien. Ee hätte die Z u r e ch- nungsfähtgkeit nicht mit Sicherheit annehmen dürfen. Das Reichsgericht stellte fest, daß alle vorgebrachten Einwände im Wider» spruch zu den vom Schwurgericht getroffenen Feststellungen ständen. Im übrigen sei im Urteil ausdrücklich festgestellt, daß der Angeklagt« wenigstens zur Zeit der Tat sich nicht im strafausschließenden Zu- stand einer Geistesgestörchest befunden habe. Margarine statt Gold. lleberfsll auf einen Kutscher am SldlergesteU. Auf den Kulscher eine» zwelspännigev Planwagens, der zur Lieferung mit Lebensmitteln von Adler» hos nach Riederschone- weide unlerweg, war. wurde am Donnerstagabend auf der Straße Am Adlergrstell ein»aubübersall verübt. Zwei Männer kgmen plätzlich von hinten an den Wagen heran. Der»ine versuchte den Wagen anzuhallen. während der ander» auf den Kutscherbock kletterte und auf den Kutscher, den 19 Jahre alten Helnz Bau mann, aus der Kakser-Wsthelm-Strahe 7 in Adlershos, einschlug. Dtrsem gelang e, ober, auf der anderen Seste de« Wagens herunterzuspringen und sich in dem nahen Wald« in Sicherheit zu bringen. Da, schnell herbeigerufen« Ueberfallkommando machte den Wagen, mst dem die Raube? weitergefahren waren, ausfindig, vi- Räuber waren aber inzwischen geflüchtet. Nach den vorgenommenen Feststellungen hatten sie aus einer Kiste eine größer« Meng» Margarine wezgeschleppt. La« emkossiert« E»S>, mehrer« hundert Wart, auf da, st« es in der Hauptsache abgesehen hatten, trug der Kutsche? def sich. Infolge seiner eiligen Flucht war es ihm gelungen, seine Firma vor größerem Schoden zu bewahren. Gegen Rosa Luxemburg! Neues Schreiben des ZK« der KPO. Vorbemerkung der Redaktion: Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands veröffentlicht ein neues Schreib«,, dessen Hauptinhalt jeder kennen muß, der wissen will, wo» die KPD. ist. Wir geben deshalb die wichtigsten Teile des Schreibens wortgetreu und buchstabengenau wieder. Nur die Z w i s ch e n ll b« r s ch r i s t e n. die die lieb erficht erleichtern sollen, stammen von uns. Noch immer sozialdemokratische Einflüsse i« der KPD.l Dl« große und entscheidend» Bedeutung, die der Brief des(Bs- nossen Stalin an die Redaktion der Sowjetzeltschrift„Proletarskaja Revoluzija" für die Arbelt der Kommunistischen Partei der Sowjet- union auf allen Gebieten und an allen Fronten des sozialistischen Aufbaues, wie für die Kommunistische Internationale und alle ihre Sektionen hat. steht außer Zweifel. Die Kommunistische Partei Deutschlands begrüßt den Brief des Genossen Stalin als ein Doku« ment, das auch die deutschen Kommunisten zum stärksten Kamps gegen alle sozialdemokratischen Einflüsse inner- halb der revolutionären Bewegung. gegen zentrislische und luxemburgistische lleberreste in der Partei verpflichtet.... Wer an die Stelle des f ch o n u n g»- losen Kampfes und der unerbittlichen Entlarvung und Anprangerung der opportunlstischsn und trotzkistisch-n Schmuggelware»inen Mangel an Wachsamkeit, eine Bereitschaft zum„Diskutieren" über Problem« und Tatsachen setzt, die der Lemnismu» und die Geschichte längst entschieden haben, der öffnet dem Feinde der proletarischen Diktatur und der Leninschen Theorie das Tor. Die Geschichte der KPD.— eine Geschichte von Blamage«. Beim Kapp-Putsch 1020 zeigtestch im Versagen der damaligen Zentral«(Thalheimer-Levi) und w den opportunistischen Fehlern beim Angebot einer.loyalen Opposition" gegenüber einer etwaigen USPD.-Regierung. wie stark noch immer der sozialdemokratische Einfluß in der kommunistischen Bewegung war. Durch die Spaltung der USPD., der Partei de« Zentrlsmus, auf dem Halleschen Parteitag und den Zusammenschluß de» linken Flügels mit der KPD. drangen, neben dem Uebergang der besten revolutionären Arbeiter zum Kommunismus, auch gewisse ver- steckte Reste zentristischer Ideologie(Däumig, Geyer, Adolf Hoffmann) mit in die neue Massenpartei ein. die erst mit Hilfe der Koinintern wieder überwunden werden mußten. 1923/24, nach der Oktoberniederlage, beim Kampf gegen die brandleristischen Opportunisten und dl« schwankende Mtttelgruppe. 1V2S/26 im Kampf gegen die trotzkistische Opposition der Ruth-Ftscher-Maslow, der Urbahn« und Kersch, 1928 bei der Ausmerzung der verfaulten b rändle» ristischen Parteifeinde und Vernichtung der Versöhnler, bei der Generalauseinandersetzung mit den sozialdemokratischen Agenten in den Reihen der Partei des revolutionären Proletariats — stet« war es ein Kampf für die Entwicklung zum Bolschewismus, für die lleberwiudung aller Restbestaudteilc der Ideologie der Sozialdemokralle und ihrer zentristischen Spiekart, die unserer Partei von ihren linksradikalen(luxemburgistischen) Ursprüngen her anhasteten. Aber Deddy. daS ist jetzt der Richtige. Der Artikel des Genossen Thälmann in der November-Dezembernummer 1981 der„Internationale" und der Beschluß des Zentralkomitees„Gegen die Duldung falscher Auf- fassungen an der theoretischen Front" sind nicht nur ernste Schritte auf dem Wege zur Hebung des ideologischen Niveaus der Partei, sondern dadurch zugleich eine Anleitung zum prak« tischen Handeln, zur Verbesserung unserer gesamten Arbeit. Jeder Kommunist, der den Marxismus-Leninismus nicht nur mit Worten, sondern in der Tat anerkennt und verficht, muß damit zugleich den Grundsatz der Einheit von revolutionärer Theorie und Praxis an- erkennen. Maßlose Verunglimpfung Lenins durch einen deutschen Kommunisten. In der Reihe der Lehrbücher für den proletarischen Klassen- kämpf, die vom Internationalen Arbeiteroerlag herausgegeben werden, ist ein Buch de» Genossen Lenz über„Proletarische Politik" erschienen. Dort findet sich der Satz: „Es ist richtig, daß fast alle revolutionären Marxisten, selbst eoata. die Tiefe der reformistischen Versumpfung der Sozial- demokratte und die Macht der reformistischen Bürokratie unter« schätzten." Diese maßlose Verunglimpfung Lenins und völlige Mißachtung der Rolle de» Bolschewismus muß die schärfste Zurückweisung und schonungslos« Verurteilung durch die Partei finden. Nachlaufen nützt nichts! Volle Klarheit darüber, daß die SAPD.(die Gruppe S e y d e- witz. Red. d.„93.".) keineswegs zwischen dem Gozialfaschis- rnus und dem revolutionären Marxismus-Leninismus hin und her schwankt, keineswegs eine prinzipienlose Position zwischen Proletariat und Bourgeoisie bezieht, sondern ebenso wie die Brandlergruppe und ähnliche Arüppchen den linken Flügel der Bourgeoisie und einen Bestandteil des Sozial- f a s ch i s m u s darstellt, der durch die Propaganda des„Burg- frieden«" zwischen Kommunismus und Reformismus die gefähr- lichsten und konterrevolutionärsten Anschläge gegen die wirkliche rote Einheitsfront des kämpfenden Proletariats durchführt. ..Hauptfeind ist und bleibt.. Die Politik der deutschen Bourgeoisie, das betrügerische Manöver des Sozialfaschismus mit dem sogenannten „kleineren Hebel" und die konterrevolutionäre Rolle der„linken" Filiale der Sozialdsmokratie, der SAPD., machen es der Kommu- ntstischen Partei Deutschlands zur unbedingten Pflicht, volle Klar- heit über die Klassenlinie der Partei, über ihre revolutionäre Strategie und Taktik in der Partei und in den Massen zu schaffen. Jeder Kommunist und jeder klassenbewußte Arbeiter muß verstehen, daß der Hauptstoß der revolutionären Politik gegen die soziale Haupistühe der Bourgeoisie, die Sozialdemokratie und ihre„linke" Filiale gerichtet werden muh.........!!! Ohne Sorge. „E n guter Mensch tut alles langsam.« Hauptmann(auf einem Stuhl). Wozzeck(rasiert ihn). Hauptmann: Langsam, Wozzeck. langsam:»in» nach dem andern. Er macht mir ganz schwindlig. Was soll ich denn mit den zehn Minuten anfangen, die Cr heut zu früh fertig wird? Wozzeck! Bedenk Er. Er hat noch sein« schönen dreißig Jahr« zu lebenl Dreißig Jahr! Macht dreihundert und sechzig Monate und erst wie viel Tag«, Stunden. Minuten! Was will Cr denn mit der ungeheuren Zeit all anfangen! Teil Er sich ein, Wozzeck! Wozzeck: Jawohl, Herr Hauptmann! Hauptmann: Es wird mir ganz angst um die Welt, wenn ich an dt« Ewigkeit denk«. B«schSftigung. Wozzeck, Beschäftigung!— Wozzeck,«» schaudert mich, wenn Ich denke, daß sich dl« Welt in einem Tage herumdreht. Was für«in« Zeitverschwendung!— Wo soll da» hinaus? So geschwind geht all«»!— Wozzeck, ich kann kein Mühlrad mehr sehen, oder ich werd' melanchollsch! Wozzeck: Jawohl. Herr Hauptmann! Hauptmann: Wozzeck, Er fleht Immer so verhetzt aus! Ein guter Mensch tut das nicht,«in gut«r Mensch, der sein gutes Gewissen hat, tut alle» langsam... (Wir bemerken, daß der Dichter Georg Büchner diese Szene vor rund hundert Jahren, also ohne sede Kenntnis des Landgerichtsdlrektor» Ohnesorge und dea Kursürstendamm- Prozesse, gegen den Grafen Helldorf u. Gen. geschrieben hat. Red. d. V.)_ Die Langsam-Lustiz. Razls plündern- aber die Gerechtigkeit läßt ans sich warten Die Stahlhelm»?, di« in der SUvtsttrnocht zu Güstrow nach ihrem eigenen Ausdruck von den Nationalsozialisten Sturm» gesellen.zusammengeschlagen" wurden, können sich trösten. Sie sind nicht di« einzigen im Laich«, dt« dies»« Schicksal ertragen müssen. Und sie«erden auch wohl daraus warten müssen, bis ihnen etwa ein« gerichtliche Sühn« zuteil wird. An oitdersn Orten fällt das schon gar nicht mehr auf. Da wurden zum Beispiel m dem hinterpommerschen Städtchen Nau» gard am SZ. und 24. August 1931 von etwa 800 Nazis und Stahlhelmern gemeinsam brutal« Ueberfäll« auf die Wirt. schast.Ponmrerscher Hof" verübt, in der Sozialdemokraten und Reichsbamierleute verkehnm Das Straßenpflaster wurde aufgerissen, und da. Hau« durch Steinwürfe demoliert. In der Wirtschaft selbst wurden Zesstörungen übelster Art angerichtet. Inmitten der rasenden Menge befanden sich die städtischen Polizei- beamten unter Führung des Polizeiverwalters und Bürgermeisters, seldstverständlich um die Ordnung ausrecht zu erhalten und die Land- sriedensbrecher festzustellen... Heute— Mitte Januar, also fast fünf Monate nach dem verbrecherischen Ueberfäll— ist noch kein Ge- richtstermin gegen die Teilnehmer angesetzt, obgleich doch die Rot- Verordnungen des Reichspräsidenten das Schnellverfahren für solch« Ding» anordnen. Di« Mühlen der Gerechtigkeit mahlen merkwürdig langsam, wo ihnen Schnelljustiz zur Pflicht gemacht wird. Das einzig« Verfahren, das wegen der Krawalle von Naugard durchgeführt wurde, ist das gegen einen— Sozial- demokraten, der den Bürgennelster wegen seiner Untätigkeit kritisiert« und deshalb wegen Beleidigung zu einer Geldstraf« ver- urteilt wurde. Di« Harenkreuzmethoden, die m der Darstellung de».Stahlhelm" so treffend gezeichnet wurden, spotten der Justiz, weil dies« sich von einer Langsamkeit zeigt, daß es schwer fällt, noch an guten Willen zu glauben. Oer»«Angriff" verboien. Di« nationalsozialistisch« Tageszeitung„Der Angriff" ist heute auf die Dauer von sieben Tagen vom Polizeipräsidenten per- boten worden. Dem Vernehmen nach wurde da, Verbot wegen zwei in der gestrigen Nummer erschienenen Artikeln ausgesprochen, in denen eine Verächtlichmachung der Justiz und eine Herabwürdigung der jüdischen Religwnsgemeinschaft zum Ausdruck gebracht wurde._ Die große Echeckfchiebung. „Herr SNarek hat mir ja auch Vertrauen entgegengebracht" In der Vormittagssitzung des Sklarek-Prozesses wurde heute über die Hereinnahm« vordatierter Scheck» von den Stlareks durch die Stadtbank oerhandelt. Es drehte sich hier um Schecks der BAA., die von den Sklarek» gegeben worden waren. Stadtbankdirettor H 0 f f m a n n hatte eine besondere An- Weisung erlassen, daß vordatiert« Schecks nicht hereingenommen werden dürften, sich selbst ober bei den Stlareks an dies« eigene Anweisung nicht gehalten, was er jetzt damit begründet«, daß es sich bei der LAG. um«in« städtische Gesellschaft handelte, bei der kein Risiko bestand Der Vorsitzende betont« wieder, daß ein tele- phonischer Anruf hätte genügen müssen, um festzustellen, daß für diese Scheck» auch nicht ein Pfennig Deckung vorhanden gewesen sei. Hoffmann: Aber Herr Borsitzender, dt« Beamten waren doch von mir so«ingedrillt, daß nach menschlichem Ermessen alle» kloppen mußte Vors.(ihn unterbrechend): Na. dann ist Ihr ganzer Drill nichts wert gewesen, und Sie können sich auf die Ausbildung Ihrer Beamten nichts einbilden." Im weiteren Verlauf der Vernehmung erklärte dann der Angeklagte Hoffmann, daß H 0 g e ihm de» öftere» mitgetilt habe, es seien von ihm Informationen eingeholt worden, ob Deckung für die Schecks da wäre. Er habe bei diesen gekegent- lichen Unterhaltungen immer erklärt, es sei alle- in Ordnung. Vors.: Dann hat Höge Sie eben belogen und mst den Stlareks unter einer Deck- gesteckt. Hoffmann: Darüber weiß ich nichts. Stadtbankdirektor Hoffmann ließ sich dann de, weiteren über die Perfon und die Fähigkesten Höges aus. den er für einen korrekten Beamten hall und fuhr mit erhobener Stim« fort: Wir haben ia olle jahrelang unser« Pflicht getan und jetzt ist alle« zerschlagen. In dieser Beziehung lasse ich auch aus Direktor Schmitt, einen Mann mit 40 Jahren Praxi», nichts kommen. Er hat es in vor- bildlicher Weife verstand», au» nicht» etwa, zu machen. Außerdem bin ich ja immer wieder durch die guten Beziehungen der Stlareks sicher gemacht worden. Herr Sklarek hat mir ja auch immer Ver- trauen entgegengebracht und mir alles mögliche über die Verhältnisse der einzelnen Persönlichkesten im Rat hause mitgeteilt. De». bald brauchen die Herren im Roten Haus keine Angst zu haben, daß ich hier über persönlich» Ding«, die mit dem Prozeß gar nicht« zu tun haben und die mir nur von Herrn Sklarek wstgeteill wurden, etwa» sag». Da» mache ich nicht. ZKe schämen sich. Die Nazileitung oersucht, die Kranzmeder- ichguno einiger Hitler-Leute am stalienlschev Hobndenkmal in Bozen chzustrestetl. Aus mit dem Nazitheater! Da« Nazitheater, etwa vor zwei Monaten mit vielem Geräusch am Schifsdauevdmnm von dem früher Generalintendant der Volks- oper titulierten Herrn Otto Wilhelm Lange eröffnet, ist weniger geräuschvoll, ja sogar mst rührender Sanftheit entschlaf«». Daß dieses betrübliche Naziiamilienereignis«intreten werd«, ließ sich sogar von schlechten Propheten schon vom Abend des scsUichen Spielbegmnes an voraussagen. Ilebrigens, ohne nachtragende Genugtuung, sondern nur aus der Erwägung heraus, daß die Protektoren und Organisatoren dieses von Goebbels und dem Prinzen Auwi feierlich beschützten Theaters in dem Gebiete der Kunst, de» Geschmacks und auch der ehrlichen Gesinnung blutige Dilettanten waren. Zwei Stücke, ein Poisnstück mst Zorn auf die Korridorzuständs und ein Stück gegen die Beamtenpodanterie wurden gespielt. Aber die auf der Bühne ausgeteilten Hieb« reichten an Kraft und ordinärer Skandaltechnik durchaus nicht an den bewährten Radanton der Spvrtpalast.Nazis heran. An dieser Halbheit ging das Nazstheater zugrunde. Die ins Abonnemeistsbüro kommandierten Parteifreunde waren bald ernüchtert, daß sie so wenig Gelegenheit zum Radnumachen fanden. Lahm gewordene Dramatiker wurden ihnen präsentiert, und auch die gelegentlichen Exzentrikredner mst Goebbels an der Spitz«, die sich vor dem Vorhang produzierten, genügten nicht, um di« Freund« der Nazikunst dauerich zu fesseln, um ihnen insbesondere einige Opsergroschen abzuknöpfen. So schlief das Theater an der Jnsseressmlostgkeit der Nazis ein, die ganz empört über den Borwurf waren, daß st« etwa zur besseren Kunst irgendein ernsthafte» Ver- hältnis haben könnten. Als der enttäuschte Direktor, der jetzt am Gesinnungswechselffiber eingegangen ist, auch mit den durstigsten Schwankmitteln keine Katze und keine Nazis mehr an den Schiff» bauerdamm locken konnte, erkrankte fein Unternehmen vollends an der galoppierenden Schwindsucht. Es soll wieder aufgemacht werden, sobald dl« Zeiten besser werden. Was sind Hoffnungen, was sind Nazientwürfe? Vor der Hand— heißt es— besetzen komnmntstffche Schauspieler das Haus. Wie Arbeiter den Netrieb verbessern. Da der Arbeitende die kleinsten Kleinigkeiten seiner Tätigkeit genau kennt und viele Erfahrungen sammelt, so ist er nicht festen in der Lage, Verbesserungen im Betriebe vorzuschlagen. Diese Fähigkesten sucht man nun durch die Aussetzung von Prämien zu wecken und hat damit recht gute Erfolge gemacht, über die Dr. W. Ruffer an der Hand von Stattstiken in der Wochenschrist „Die Umschau' berichtet. Das Vorschlagswesen ist am�neisten verbrestet in der a m e r i- konischen Industrie. Hier bewegt sich nach«wer neueren Zu- sammenstellnng de? Prozentsatz der angenommenen Vorschläge durchschnittlich zwischen 23 und 25 Proz-: die Höhe der dafür gezahlten Prämien schwankt zwischen h und 100 Dollars. Bei einer kürzlich abgehaltenen„Sparwirtschastswoche" einer Werftgesellschaft wurde ein Vorschlagswettbewerb durchgeführt, der von 941 Urhebern 2770 Anregungen bei einer Gefamtarbesterzahl von SM brachte. 877 Vorschlage wurden genehmigt und 73 Preis» ver- teill: die dadurch erziellen Ersparnisse im Betrieb werden aus über SM 000 Dollar» geschStzt. In Deutschland hat zuerst die«EG. Prämien für VerbesserungevorschlSge ausgesetzt, und zwar schon vor 30 Jahren. Wie sehr sich diese Einrichtung«ingebürgert hat. zeigen die Zahlen für 1927/28. Von 1882 Vorschlägen wurden 732 prämiiert und dafür 29800 Mark gezahll. Di« meisten Verbesserungsvorschläge gehen von Arbester» ein. In Frankreich wurden bei einer großen Elektrizstäisgesellschaft von Ende 1926 bis April 1928 347 Vorschläge gemacht und 306 davon prämiiert, wobei«ine Summe von 23000 Franken in Prämien zwischen 23 und 100 Franken ausgegeben wurde. Interessant sind die Versuch« der O»ram-Gesellschast, die in den letzten drei Jahren sich die Ideen ihrer Angestellten und Arbeiter nutzbar machte. Nach- dem ein Aufruf erlassen und Geldprämien ausgesetzt waren, zeigte sich zunächst nur gering» Beteiligung, nämlich 40 Vorschläge Im ersten Jahr, von denen 8 prämiiert wurden. Im zweiten Jahre aber waren 233 und im drstten 149 Vorschläge. Von den sämt-� lichen 422 Vorschlägen wurden 56 als brauchbar erkannt, also etwa 13 Proz., und 1320 Mark wurden in Prämien zwischen 10 und 100 Mark verteilt. Jedesmal nach der Veröffentlichung der prä- mtiertei, Vorschläge stieg die Zahl der neueingehcndcn stark an. ein Zeichen dafür, daß die Verteilung der Prämien einen Haupt- anrciz bildet. Unter den prämiierten Vorschlägen befanden sich 66 Proz. van Männern und 34 von Frauen: auch der Wert der männlichen Dorschläge war größer als der der weiblichen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die weiblichen Zlrbeitekräfte an weniger wichtigen Posten stehen und daher and) weniger Gelegenheit haben, Beobachtungen zu machen. Da» Flugzeug als sicherstes Verkehrsmittel. Nach der Stattstik einer englischen Bersicherungsgesellschaft ist festgestsllt worden, daß das Flugzeug gegenüber den Straßcnverkshrsmitte'ln das weitaus sicherste Verkehrsmittel ist. Es entfiel em tödlicher Unfall bei den Straßenbahnen und den Eisenbahnen aus 108000 Kilometer, bei den Motorrädern auf 187 600 Kilometer, beim Autobusbetrieb auf 260 800 Kilometer, bei den Privatautowobilen aus 262 000 Kilometer. bei den Lastwagen auf 380 800 Kilonueter. bei den Aulotaris auf 446 400 Kilometer, im Spart- und Privatflugwefon auf 360 000 Kilo- Meter und im regelmäßigen Luftverkehr auf 1 318 400 Kilometer. Schoß der Mistel! Der Provinzialkommissar für Naturdenkmalpflege in Oberfchlesten regt jetzt an, di« Mistel unter Schutz zu stellen. Die bisher bäustg in Oberschlesien angetroffene Mistel bat in letzter Zest eine so stark, Ausrottung erfahren, daß die Bestände gc- fährdet sind. Eröffnung de» Vroste-Museums in Münster. Dieser Tage ist in Münster i. W. das Annette-von-Droste-Museum eröffnet worden. In dem Museum sind Bildnisse der Dichterin, ihrer Familie und ihres Freundeskreise». Manuskripte und Briefe der Droste. Erst- drucke und Erstausgaben ihrer Werke und der Droste-Literatur sowie es» Teil ihrer Sammlungen und Erinnerungsgegenstände zu- sammengefaßt. Dl« deutschen Tonkünstler tage« 1932 in der Schweiz. Die ST Tonkünstterversammlung de» Allgemeinen Deutschen Musik- Vereins findet vom 10. bis 14. Juni 1932 in Zürich statt. Das Programm steht noch nicht fest, jedoch ist bereit» beschlossen worden, dos Oratorium„Da, Unaufhörliche" aujzufichreu. Der neue Vnrgkhealerdirekior. Röbeling, hat am Donnerstag die Geschäft« übernommen. Der scheidende Direktor. Wildgans, ist zum Ehrenmitglied de» Burgtheaters ernannt worden. Oer wilde Streik bei Llllstein. Erklärung des Graphischen Kartells. Die Vertreter der Berliner Ortsvcrwaltungen der im Graphischen Kartell vereinigten Vorstande der graphischen Hilfsarbeiter, des Vereins Berliner Buchdrucker, der Buchbinder, der Lithographen und des Gefamtoerbandcs haben gestern nacht die folgende Er- klärung beschlossen: „Im Betriebe der Firma Ullstein ist ein Teil des Hilfspersonals unter Bruch des zwischen den Organisationen des graphischen Gc- werbcs geschlossenen Tarifvertrages in einen Streik getreten. Der Streik beruht auf kommunistischen(NGO.-) Einflüssen und wird von den im Graphische» Kartell vereinigten Gewerdschasten nicht gebilligt. Es handelt sich um einen wilden Streik.� Sämtliche 60 freigewerkschaftlich organisierten Hilfsarbeiter im Ullstein-Betrieb haben heute um 8'- Uhr die Arbeit aufgenommen. Streikparolcn der gewerkfchaftsfcindlichen RGO.-Filiale der KPD. kommen für frcigewerkschasUich organisierte Arbeiter nicht in Frage. Mag auch die KPD.-Presse noch so laut über„Streikbruchaktion der Bonzen" schreien. Sabotage der Sozialversicherung Polens. Äas Unternehmerium schuldet Millionen an Äeilrägen. Warschau, 8. Januar.(Eigenbericht.) Das Arbcitsministerium hat mn Donnerstag zu der lata- stcophaken Lage der polnischen Sozialversicherung Stellung ge- nomine». Industrie und Landwirtschaft sind mit ihren Versiche- rungsbciträgen im Rückstand. Die Gesamchöh« der Rückstände soll etwa 300 Millionen Zloty ousinachen. Die Unter- nehmeroerbände verlangen ein Moratorium. Sie wollen die Beitragsrückstände auf sieben Zahce gestundet haben, und mit der Abzahlung erst nach Ablauf von drei Zähren beginnen. Die polnischen Arbeiter in Frontreich kehren infolge der nun auch dort wütenden Krise in Scharen nach Polen zurück. Da die Rückwanderer fast alle völlig mittellos sind und zu Hause keine Beschäftigung finden, werden in der Presse beschleunigte Hilfs- maßnahmen gefordert. Einheiissroni gegen Lohnabbau. Kommunistische Bergarbeiter Frankreichs fordern sie. Paris, 8. Januar.(Eigenbericht.) Die Vertreter der kommunistischen Grubenarbeitcr-Gewcrk- schasten Nordfrankreichs haben beschlossen, den Vertretern der sozio- liftischen Gewerkschaften eine Einheitsfront gegen die beabsichtigten Lohnsenkungen vorzuschlagen. Sie wollen eine Abordnung zu der Versammlung entsenden, die die sozialistischen Gewerkschaften am Sonntag in L c n s abhalten. In einer Kundgebung erklären die kommunistischen Gewerk- schasten, daß sich die Grubenarbeiter einstimmig, eventuell mit Hilse eines Streiks, gegen jede 5)crabsegung der Löhne wenden müßten. In Frankreich haben die Kommunisten zwar mit zuerst sozio- listischc Gewerkschaften„erobert", allein auch die kommunistischen Gewerkschaften haben sich Moskau gegenüber eine gewisse Unab- hängigkeit bewahrt, so daß ihr Beschluß nicht ohne weiteres als Falle aufgefaßt werden kann. Vergebliche Suche nach den Rundfunkstörern. Bon der politischen Polizei sind am gestrigen Donnerstag die beiden Telegraphen- arbeiter, die unter dem Verdacht der Beteiligung an der Störung der Rundfunkrede des Reichspräsidenten festgenommen worden waren, wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Er- mittlunge» der politischen Polizei ergaben, daß die von den beiden Festgenommenen angebotenen Alibi den Tatsachen entsprachen. Die Ermittlungen werden nach wie vor eifrig sortgesetzt, sind aber in- zwischen nicht weiter gediehen, da der Personenkrcis, in dem die Täter zu suchen sein dürften, nicht klein ist und standig die Auf- nähme neuer Spuren erforderlich macht. Eine neue Geschäftsstelle des Bezirkswohlfahrt somks Friedrichs- Hain. Die ständig steigende Zahl der Unterstützungsbedürftigen hat das Bezirksamt Friedrichshain veranlaßt, ab 11. Januar eine dritte Geschäfts st cllc in der Olivaer Straße 11/16 einzurichten. Die Sprechstunden in allen drei Geschäftsstellen finden Montags, Mittwochs und FreUags von 8.30 bis 15.30 Uhr statt. Wetter für Berlin: Etwas kühler, zeitweise aufheiternd, ohne erhebliche Niederschläge, mäßige nordwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Osten noch meist trübe mit Nieder- schlügen, im übrigen Reiche allmähliche WcUcrbesscrung mit weiter sinkenden Temperaturen. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Woäzenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Freitax, 8. Januar: Berlin. 16.05 Walter Scholz: Sport und Schule. 16.30 l/nterhaltnnßsmusik. 17.30 Länder und Völker im Roman. tA« Mikrophon: Max Barthd.) 18.00 Der Hörer und sein Apparat,(Oberineenieur Otto Nairr und Dr. Buxen Nesper.) 18.10 Dr. Isabclla Amsterr Nene Wege im Klavierspie!. 18.30 Dr. EmiJ Leimdörfer: Wirtschafts-Rundschau. 18.55 Die Funk-Stunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag 19.10 Orchcrstcrkonzcrt 21.00 Tages- und Sportnachrichtcn. 21.10 Leipzig: Ursendung:„Pcrgamon*'. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Stunde für die Winterhilfe. v 16.00 Schulrat Wolf, Oswald Meyer: Dax Buch als Helfer. Königswusterhansen. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Prof. Dr. Stolze; Der Staatsgedankc!n der deutschen Geschichte. 18.00 Min.-Rat Dr. Berger: Das CrgclmH'äu Basdftr RepafaHnnavtertauiBuaiWL 18.30 Mersmann: Hansmusik. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30 Min.-Rat Joachim: Aus der Praxis des Arbeitsrechts. 20.00 Laugenberg: Qoethe. 21.00 Langenberg: Der junge Goethe. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Nachtmusik. eBudfv ton Jlflcr:'IfalUrphUofoplÜP Das na turwiss enschaftliche Weltbild hat in den letzten Jahrzehnten tiefgreifende Aeriderungcn erfahren. In der Physik war man gezwungen, neue Theorien aufzustellen, die mit den bisherigen Auffassungen über die Grundbegriffe der Naturwissenschaft nicht vereinbar sind. Im Anschluß an die Forschungen Albert Ein- stein? und Max Plancks haben sich die Anschauungen über Raum, Zeit, Materie und Kausalität gewandelt; die Diskussion über das Wesen der Naturerkenntnis ist dadurch von neuem in Fluß gekommen. Die Frage nach den Grundlage» der Naturwissenschaft ist aber zugleich die Frage nach dem Sinn und den Grenzen der menschlichen Erkenntnis. Die Probleme, die sich aus der modernen Naturwisieuschaft ergeben, sind daher über den Kreis der Natur- Wissenschaftler hinaus von allgemeiner Bedeutung. Aus den natur- wissenschaftlichen Theorien ergeben sich wichtigste philosophisch« Fol- gerungen. Eine ausgezeichnet« Darstellung der modernen Auf- fasiungen gibt der Gießener Philosoph Ernst von Aster in seinem soeben erschienenen Buche„Naturphilosophie"(Verlag E. S. Mitller u. Sohn, Berlin, 1932, 116 Seiten, gebunden 5,80 Mk). Zur Einführung in das schwierige Gebiet wählt Aster den Weg über die Geschichte der Naturerlenntnis. Das Buch verfolgt die grund- legenden Wandlungen der Naturwissenschaft von den Griechen bis in die Gegenwart. Dadurch wird es möglich, die Besonderheiten der modernen Naturwissenschaft durch die scharfe Gegenüberstellung der antiken Forschungsrichtung klar hervortreten zu lassen. Aster zeigt, wie sich die modernsten Theorien in die historische Entwicklung ein« ordnen und an welchen Punkten eine Revision unserer Einsicht vom Wesen der Erkeimtnis einsetzen muß. Aster gelingt es in vorbild- licher Weise, die schwierigen Fragen klar und verständlich dar- zustellen. Die Naturwissenschaft der Neuzeit ist ohne die Fortschritte der Mathematik nicht denkbar. Deshalb hat Aster mit Reckst die Betrachtung der Grundlagen der Mathematik in seine Darstellung einbezogen. Auch hier werden die modernsten mathematischen For- schungen gewürdigt. Das Schlußkapitel des schonen Buches behandelt das Problem der lebendigen Natur, also die Fragen der Biologie. S. Weinberg. Perantwortl. für die Redaktion:«ich.»ernstein. Berlin: Anzeigen: Td. Sliulc, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag?>. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärt» Bucki. drnckerei und Lsrlagsanltalt Paul Einger& Co.. Berlin S3B68, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage, PROGRAMM für die Zeit vom Vom 8. bis 11. Janaar Potsdamer Straße 38 l-uUe, GSnlgia von PrcuOcn mit Hcnny Porten Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Rheinstraße 14 Viktoria und ibr Hauor mit Friede! Schuster, M. Bohnen, Ivan Pctrovlch, B. Vercbc» Für Jugendliche freigegeben! W. 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Der Clcrr Büro Vorsteher mit Felix Urevfcart. Itlargrot Walter, Hermann Thiemiir Für Jugendliche freigegeben! W. ö. 7, 9 Uhr S. 3, 5. 7. 9 Uhr Tarmstraße 12 Tlkdcben in Bnlforro mit Doro. Ihea Wieck, B. Schwannorke W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 IPaesago) Hobby gebt los mit Harry Plel Den ganzen Tag geSftnell Sonntags ab 3 Uhr ■ wn.tan» Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Maxgaretenstr. üraufführungl Tjiigren auf Hilgen mit]9faria Holvegr, Otto Wallburg:, R- A Roberts, Paul Hörbiger W. 5.15. 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr c Frlodrichstadt Die Kamera Unter den Linden U Täglich 3. 5, 7. 9 Uhr Die milion. Regie Ren« Clair.— Tonworbe.— Sonnlag, 11.30 Uhr vorm., Malinee: Erde Franziskaner»'uS" Ceorgenslraße(Ecke Friedrichstraße) Zwei große Tonfilme! 9. 12. 3, 6, 9 Uhr: Harokko (Herzen in Flammen) mit Marl.Dictrlob, Ad.3Icn|ou u.a. 10.30, 1.30.-1.30, 7-30, 10.30 Llir: Der Schlemihl mit Curt Bois, v.»chleilow, Max Ehrlich, Henry Bender u. a. Wochen- und Knlturschau ■ Moabit» W ab 6 30 U. Sonnt, ab 5 U. Arlas ho f Perleberger Sir- 19 Beuerre het Buh mit Buele BobIIucII, llörblger, Kaniper». — Tonbclprogr.— Tonwoche W. 6.45 n. 9.05 O. Sonnt ab 1.4ä.U. Welt-Kino Alt-Moabit 99 OroBtonfilm: Eine Kocht Im tlrand-Hotel mit W. Eggcrth. — Tonbeiprogramm €- » t ng 1 1 1« Charlottenburg Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorf er Str.) Der weiße Bausch(Xeue Wunder des Schneeschuhs) wU Eenl Blefenstahl, II. Schneider Für Jugendliebe freigegeben! W. 5. 7.'S Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Cbarlollcnburg. Wiimersdorfer Str 53/54 l/alne, Königin von PreuBen mit Hcnny Porten Für Jugendliche freigegeben! W. 3, 7, 9 Uhr S. 3, 5. 7. 9 Ubr Schlüter-Theater �"-u. Schlfilerstr. 17. •Sonnt. 3 Uhr Jugendrorsteilung Der Koncrefl tanzt mit Bllian Horvey, W. Prltoch. Dagovcr. — Beiprogramm-- Jugdl. Zutritt H WllmeridorT-"b Atrium Beha-Palast lval>erallee. Ecke Berliner Straße Wochent. 7. 9U U. Sonnt. 5. 7 9% ü. Üraufführungl Der Pechvogrel(Zu Befehl, Herr Unteroffizier) mit Ralph Arthur lioberts, Ida Wrü»t. Margret Walter, Albert Paaligr.— Ton- filmbeiprogrramm Titania Schöneberg Haupts Ir, 4g. W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Mein Leopold mit Max Adalbert, Boele Englinch.— Tonbeiprogramm.— Tonwoche Alhambra Z:!: 1:1 9 uhr Hauptstr 30 Di© fremde Mutter(Min u. Bill). llciproffrainin.— Ton. Woche. Bühne: Die Waldorf mit dem ersten boxenden Bären.— Dr. Hubertus, Ticrslimmenimitator �_ Kronen-Lichtspiele �guw Rhciuatr. 65. Sormah., Sonnt, ab 5 Der Kongreß tanzt mit Ellian Harvoy, Pritaeh, Dagover.— Beiprogramm-— Jugend]. Zutritt J»ehlandorT.MHUi H 7ol: tägl. 5, 7, 9 Uhr IjUKI stg. 3 Uhr Jug�ndvorsteÜ. Potsdamer Str. 50 Sensal. Abenteuer Tonfilm: Trador Horn.— Jugendliche Zutritt I Titania-Palast s�mJo.Iu. Steglitz, SchlolJatr. 5. EckeGulsmuthsstr. Uraufführung: Der Stolz der 3. Hompagml« mit Heinz Bttb- mann. Fr. Kamprre. Paul Henkel«, Walter Steinbeck. Christi Mardayn, Trade Berliner.— Tonrilmbctprogramm SQdweston Lichtspiele Südwests£ 5 Blüehcrstr. 12. riroBtonlilm:»Tabu"(Verboten'- IJcbe).— Tonbeiprotcramm.— Tonwoche.— Jugendliche Zutritt Msiimdorf r•Mariendorfer W. 6H, 9 U, Ifia-Ll Tonlicbtspielc So. ah 5 U. Chausseesir 305 Die\acbt ohne Pause mit Sle*fr. Arno, Camilla Horn.— Tonbeiprogramm Jugendliebe haben Zutritt Kurfürst 5�.5,7. 9 uhr Sonntag 3 Uhr: Jugendvorsteliung Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straß« Dl©»panisch© Flieg:© mit Frlti Schulz, O. Sabo, B. A. Roberts Tonbeiprogranim 7Vm/; Täglich 5, 7. 9 Uhr 1 IVO Ii Slgs. 3 Uhr: Jugendvorsteil. Berliner Straße 97 Viktoria und ibr Hnaar mit Friede! Schuster, M. Bohnen. — Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt W HRukSlln Q Mercedes-Palast rS'su; Hermannstr. 213 Die RTacht ohne Pause mit ttlegfr. Arno.— Bühne: Paul Schnelder-Uunekcr Jugendliche haben Zutritt Primas-Palast sLÄsu! Am Hennannplatz. Urtanslr. 72/76 Die spanische Flieg:© mit Frltr. Schulz.— Bühne: Clretl v. Waiden, Humoristin- Kukuk Wochent. 6 45. 9 Uhr Sonnlgs. 3, 5, 7» 9 U. Kottbusser Damm 92 Luise, Königin von Preußen mit Hennjr Porten Jugendliche haben Zutritt Wochent. 6.45. 9 Uhr LXCelSlOT Sonntags 3, 5. 7. 9 U. Kaiser- Friedrich-Straße 191 I�iebeskommando mit Gnstav Fröhlich, Dolly Haas.— Jugendliche ZntritL— Sonnt. 2 Ubr: Clalre Waldoff Stern, Hermannstraße 49 Wocht. 6.4-5, 9 Uhr, Stg. 3, 5, 7. 9 Uhr Der weiße Bausch mit Cent Iviofenstahi.— Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt Film-Palast Kammersäle TeltowcrStr.l. W.ah3VS,So.ab3Hü. Bis einschließlich Sonntag verlängert' lOOproz. Tonfilm: Der Drauf Sänger mit Hans Albers. Martha Effgreri.— Gutes Bci- prog:ramm ■» Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7, 9 Uhr, Sonntag» ab iM Uhr Lacherfolg: KSnln der Jfassauer. — Sein Schcidongrsgrrund mit Licn Dcyers Südosten Filmeck Am Gürlitrer Bahnhof W. ab 614, Stgs. ab 3 Afrikatonßlm: Trader Horn Auf der Bühne; Bcrg's Wunderbaren W. ab 6.30 Stgs. ah 3 Laisen-Theater Reichenberger Str. 31. Hobby geht los mit Harry Plel das c inständige Beiprogramm Stella-Palast Ä ü: Köpenicker Straße 12—14 Der volkstümliche Tonfilm Mein Eeopold Bühnengastspiel: Otto Kermbach mit seinem verstärkten Jazzorchester Jugendliche haben Zutritt Treptow-Sternwarte Sonnabend, 8 Uhr, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Der heilixe Berx ," Premlaner Allee 56 „Elysium W. 5.15, 7. 0.15, Stg«. 8.15, 5. 7.15, 9.15 Mein Eeopold mit M. Adalbert. — Bühne: IVcintraab» Syncopa- tor»(2. ProgrO.— Foxtenwoehe Flora-Lichtspiele vi�oTu" Mein Leopold mit M. Adalbert. Ende Englisch.— Tonbelpr- ■ 0*tCn" Germania-Palast Frankfurter Alice 314 Wocht. ab 6.30, Sonnabd. 5, Stg. 3 Uhr Nur 4 Tage! Tonfilmlustspiel: Die spanische Fliege mit B. A. Robert«. Oskar Stabe, Fr. Schulz, Betty Blrd Beiprogramm «ute Bühnenschau Lana-Palast Woch. 5 Uhr Sonnt ab 3 Uhr Gr Frankfurter Str. 121. Dl© Macht ohn© Pau»© init � Neu-tichtcnbera fc Kosmos-Lichtspiele LOckstr. 70. Täglich 5, 7. 9 Uhr Wer nimmt die Diebe ernst mit Max Hansen, Jenny Jngo.— Tonheiprogramm-— Terra Tonmasazln Harmonie l u. D' Langhansstr 23- 2 GroBtonfilme: Hurra, ein Junge mit Bncie Engrllseh. Ralph A. Hoberts.— Die Abenteurerin von Tunis mit Ellen Bichtor Frledricltsrald* Kino Bosch SL'n&dVui All-Friedrichsfelde 3 5. Uhr eB lOOpror. Tonfilm: Der Kon« tanzt mit Eilian Harvey, Willy P ritsch. Eil Dagover.— Hei progr. Woche. Jgl. Zutritt Norden i/ J J_ Müllerstraße 136. Alnamora Ecke Seestrail« Woch. 5, 7. 9 Uhr Sonnt,«b 3 Uhr Mein Eeopold mit M. Adalbert. Eucie Englisch.— Jgdl. Zutritt Siegfried Arne. Eamilla Horn. DA /,VÄ#c»«ra/ö Bühne: WelntraubsSyncopator«. l"OTUS-LlCni>.pieie — Tonwoche Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Reserve hat Ruh mit Kampers, ätenta Söneland. E. Englisch.— Einbrecher mit Petrovich, V'cr- ebes.— Bühne: Sylvia Singers Deatsch-Amerik. Theater Der Draufgänger mit Hau« Alber*.— Tonbei Programm Sonntag 2 30 Uhr: Jugendvorsteliung Woch. ab 5 Stg. ah 3 U. Viktoria-Theater Frankfurter Allee 48 Charlie-Cbaplin-Tonfilm: Eichter,- der UroOstadt.— Tonfilmbclpr. rp.». Jugendliche haben Zutritt ItCOlt Müllerstr. 142 Täglich 5. 7 9 0. GroBtonfilm: Hobby geht los mit Harry Fiel— Tonbclprogr.— Tonwoche �__ Pa n K Palast-Theater S. Breite Straße 21a. Großtonfilm: Der weiße Ran«ch iNTeuc Wunder des Schneeschuhs) mit jenl Riefenstuhl Heae Philharmonie Küpcnicker Str. 96 Pension Schüller mit E. Brink, Kampe rs Pritz Schulz.— Ton beiprogramm— Btthnenschan �Baumscnulcnwe�� Lichtspielhaus Baumschulenstr. 78. Der weiUe Bausch mit Eeni Riefenstahl, U. Schneider.— Beiprogramm.— Jugcndl. Zutritt bona tags 2 Uhr: JugendTorslcllung Frankenburg Bühne Gr. Frankfurter Str 74 W. 5. 7. 9 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr König der Xassauer mit Georg Miiton.— Große Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt �»sntrum � Babylon, am Bälowplatz Wocht. 5, 7, 9 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr Sonnlag 2-30 Uhr: Jugendvorsteliung Der Schlomlhl mit Curt Bot« Drachtcnöter mit Harold Eloyd Bühne täglich 9 Uhr: Dr. Pinkelstein, Rechcnphänomen Jugendliche haben Zutritt Wochent. 7. 9 U Sonnt 5. 7. 9 U. Berliner Straße 27. GroBtonfilm: Berlin Alexander- platz mit Heinr. George. Maria liard.— Tonbeiprogramm ■ Tegel» Filmpalast Tegel Wochent. 6. Sonnt 415 U. Sonnlag 2 Uhr: Jugendvorsteliung Der weiße DauHch m't Lenl Riefenfttahl. 11. Sehncider.— Gutes Tonbciprograram Ft/mnnlfttf B',g w«• 830 �r riimpaiasi stg». tu. evts.«-u u. Bwliner Str. 59. 100 pror. Tonfilm: S>chflt2enfe«( In Stehilda mit Slegfr. Arno, PrlfTj Kümper«.— Tonbelprofframm (Beilage Freitag, S. Januar 1932 SivÄbimd SfuUauifaße Jet lorwdrk Eriiuieriuftgen elueii Arztes Aus den A uf ze ich u uu ge 11 Alfred Orotjahns Als Alfred G ro tj ah n vor vier Monaten nack) kurzer Krankheit mitten aus einem schaffensfreudigen Leben schied, ist sein Wirken auch an dieser Stelle geschildert und seine Bedeutung als Mensch und Gelehrter, vor allem als Bahnbrecher der sozialen 5;ygiene anerkannt worden. Bor wenigen Wochen sind seine E r- innerungen erschienen*): sie zeigen, welch eine ungewöhnlich begabte und ethisch hochstehende Persönlichkeit Grotjahn war!— Die erste Niederschrift ist im Jahre 1927, als Grotjahn 88 Jahre clt war, abgeschlossen und erst im Jahre 1931 durch einen legten Abschnitt ergänzt worden, immer unter dem Gesichtspunkt,„daß in Erinnerungsbüchern nicht alles, was wahr ist, erzählt zu werden braucht, wohl aber alles, was erzählt wird, wahr sein muß.* Schon als Gymnasiast beschäftigte ihn das Problem, dem die Arbeit seines ganzen Lebens gewidmet war,„Warum muß es Reiche und Arinc, warum Entbehrende und Uebersättigte geben?" So war es auch kein Wunder, daß Grotjahn als junger S t u- d e n t sich mit gleichgesinnten Freunden zusammenfand und die Bekanntschaft der in der sozialistischen Bewegung stehenden Männer suchte. In Kiel lernte er Heinrich S t r ö b e l. der damals Redakteur des dortigen Parteiblattes war, kennen, durch ihn gewann er Fühlung mit der örtlichen Arbeiterbewegung und anläßlich der Reichstagswahl im Jahre 1893 Einblick in das innere Parteigetriebe. Damals hörte er zum ersten Mole August Bebel, der einen gewaltigen Eindruck auf ihn machte. „Einen solchen Vottsredner hat Teutschland noch Luther wohl kaum jemals hervorgebracht. Ich habe wenigstens keinen ihm auch nur annähernd gleichen jemals wieder gehört." Von Kiel ging Grotjahn nach Berlin und schloß sich dem Kreise sozialistischer Studenten an, die in einem Lokal in der Invaliden- srraße ihre heimlichen Sitzungen abhielten. Es war, so schreibt er in den Erinnerungen, trotz Aufheben des Sozialistengesetzes nicht ungefährlich, ein sozialistischer Student zu sein. Das geringste Hervortreten etwa mit einer Diskussionsbemerkung in einer öffent- lichcn Versammlung oder als Flugblattverteiler würde unfehlbar die Relegation von der Universität und damit den Abbruch jeder weiteren Berufsbildung nach sich gezogen haben, da man auf keiner anderen Universität wieder angenommen worden wäre. Von den sozialistischen Führern kam er jetzt mit Bruno Schönlank, Ledebour, Bebel, Wilhelni Liebknecht und anderen zusammen. Entzückend erzählt Grotjahn, wie er in seinem letzten Studiensemestcr Karl Liebknecht kennen lernte, der damals als Einjährig-Freiwilliger im Pionierbataillon diente. Liebknecht Wae gerade von seinem Hanptmanu he- fohlen worden, in dcn lebenden Bildern an«! der preutzischen Geschichte, die die Mannschaften zur Feier von.Kaisers Geburtstag stellen sollten, Fried- räch den Großen darzustellen. Kurz vor dem Wegtreten fragte ihn der Hauptmann:„Wie heißen Sie?"„Karl Liebknecht", war die Antwort.„Der Sohn des So- zialdenwkraten?"„Zu Befehl, Herr Hauptmann!"„Ganz egal." Und dabei ist es denn auch geblieben, mit) Karl Liebknecht hat zu Wilhelms II. Geburtstag derl Fridcricus Rex im lebenden Bilde darstellen müssen! Bald darauf laßt sich Grotjahn als praktischer Arzt in der Kommandanten st raße nieder und findet neben seiner bald ausgedehnten Praxis doch die Zeit, sich weiter ärztlich und vor ollem auch auf volkswirtschaftlichem Gebiet weiter zu bilden: 1901 war er fleißiger Besucher des Seminars van Sck) moller. Das Werden seiner wissenschaftlichen Arbeiten, die ja bahnbrechend wurden und dem Arbeitsgebiet der sozialen Hygiene internationale Anerkennung verschafften, schildert Grotjahn in seinen Erinne- rungen recht anschaulich und schält den Kern seiner Lehren deullich heraus. Nie aber verlor er den Zusaimnenhang mit den sozia- listischen Freunden und Gesinnungsgenossen. Er gehörte zu den regelmäßigen Besuchern der D i s k u s s i o n s a b c n d e, die der später wegen seiner Zugehörigkeit zur Partei aus seinem Amte ent- lassene Privatdozent und Physiker Leo Arons in seinem Hause vcranstallete. Das Kapitel„Der rote Salon" gehört auch vom Gesichtspunkt der Parteigeschichte der Sozialdemokratie betrachtet, zu den interessantesten des Buches: dort werden die Be- sucher des Kreises, zum Beispiel Vollmar. Wolderski, Bruno Bar- chardt. Arno Holz, Wilhelm Bölsche und viele andere, erwähnt und oft mit ganz wenigen Worten treffend charakterisiert. Wer diese Personen gekamrt hat, wird die erstaunlich scharfe Beobachtungs- gäbe Grotjohns auch hier erkennen und bewundern. Allmählich trat aber bei Grotjahn eine gewisse Ent- fremdung gegen die Partei ein. Er sah sich in seiner Hoffnung, daß über die Entwicklung der Partei, wie er sie sich vorgestellt hatte, enttäuscht: am IS. Mai 190l schreibt er in sein Tagebuch:„Ich verlasse die Sozialdemokratische Partei nicht des- halb, um mich einer anderen zu nähern oder anzuschließen, sondern um mir eine möglichst ausgedehnte geistige Bewegungsfreiheit zur Verfolgung meiner wissenschaftlichen.Ziele zu sichern." Da Grot- jahn aber, wie er selbst schreibt, nicht ohne politische Betätigung sein konnte, und die eigenlliche Politik nicht so ging, daß sie ihn hätte beftiedigen können, wandte er sich der H y g i e n e p o l i t i k zu. Seinen weiteren sozialhygienischen Werdegang vom praktischen Arzt zum Privatdozenten, sein nicht gerade sehr befriedigendes Wirken als Abteilungsvorsteher im Mcdizinalamt der Stadt Berlin und als ärztlicher Direktor des st ä d t i- schen Heimstättenamtes wird in späteren Kapiteln oft recht humorvoll beschrieben. Daß auf einen so überzeugten Pazifisten, wie es Grotjahn schon von seiner Jünglingszeit an war, Welt- krieg und Revolution einen ungeheuren Eindruck machten, ist ja selbstverständlich. Seine Tagebuchnotizcn aus dieser Zeit sind nicht nur menschlich, sondern auch kulturhistorisch interessante Dokumente. Natürlich schloß sich Grotjahn wieder der Partei an und fühlte sich„völlig eins mit den Mehrheitssozialisten", be- geistert über das was sie nach dem Zusammenbruch beim Aufbau von Staat und Reich leisteten. An der eigentlichen Parteiarbeit konnte er nicht mehr teil- nehmen, well ihn seine wissenschaflliche Tätigkeit immer mehr in Anspruch nahm. Gerade auf Betreiben der Partei wurde er von *) Alfred Grotjahn: Erlebtes und Erstrebtes. Erinne- rungen eines sozialistischen Arztes. Berlin 1932. Kommissionsver- lag F. A. Herbig G. m. b. H. Preis 6 Mark. dem Kultusminister H a e n i s ch zum ordentlichen Professor der so- zialen Hygiene an der Berliner Universität ernannt und durch Grotjahn ist diese einzige ordentliche Professur für soziale Hy- gicne zu einem Sammelpunkt aller sozialhhgienischen Wissenschaft- lichcn Forschungen geworden. Packend ist auch der Abschnitt der Erinnerungen, in dem Grot- jahn seine Tätigkeit und Erlebnisse als Reichstagsabgcordnetcr schildert: neben der Beschreibung prominenter Politiker werden manche Situationen, wie zum Beispiel die Ereignisse am 21. Juni 1922, dem Tage der Ermordung Rathenaus, dramatisch dargestellt. Von Grotjahn wurde übrigens auch das erste Gesund- heitsprogramm der Sozialdemokratischen Partei vorbereitet; es lag nicht an ihm, wenn es bisher noch nicht in das offizielle Parteiprogramm aufgenommen worden ist. In seinen Erinnerungen hat Grotjahn manch herbes Urteil über die Partei und ihre Politik gefällt: es soll hier nicht gegen manches Verdikt, das Grotjahn zu Unrecht fällt, polemisiert werden. Eines aber muß hervorgehoben werden: Grotjahn ist gerade in den schwersten Zellen trotz oller inneren Widerstände der Partei treu geblieben und Hot seine persönlichen Bedenken gegen manche taktischen Maßnahmen der Partei zurückgestellt, stets hat er die Taktik der Parteispalter aufs schärfste verurteilt. Im Jahre 1931 schreibt Grotjahn im Vorwort zu seinen Er- innerungen:„Erinnerungen niederschreiben heißt Gerichtstag hallen mit sich selbst. Dabei erscheint dem Verfasser als für ihn am meisten bezeichnend, daß er in seinem Tun und Lassen ein Außenseiter gewesen ist, und zwar auf zwei Bahnen. Einmal als Hygicniker, und, wie wohl hinzugesetzt werden darf, mit Erfolg, weil er in einer Zeit, in welcher der wissenschaftlichen hygienischen Forschung nur die Laboratoriumsarbcit und der Tierversuch etwas galt, es in seinen Arbeiten wagte, den Mcnsclzcn selbst wieber alö das Lbjekt der Hygiene in den Vordergrund zu stellen, und zwar nicht nur in seinem individuellen Wesen, sondern vor- wiegend in seinen sozialen Beziehungen. Zum zweiten war er Außenseiter als Sozialist, und dieses allerdings ohne sonder- lichcn Erfolg, weil, er niemals als solcher die besondere Stellung des vom Klasscnhoß freien Akademikers und Intellektuellen vcr- leugnen oder auf deren geistigen Vorrang verzichten konnte und wollte." Grotjahn Hot sich hier geirrt: er hat als Sozialist einen großen Erfolg gehabt: feine sozialhygienischen Lehren haben — auch wenn sie in manchen Punkten, und mit vollem Recht, bei den Parteigenossen Widerspruch fanden— die theoretische und prak- tische Arbeit der Partei befruchtet, und so werden seine Erinne- rungen auch von allen Sozialdemokraten geschätzt werden, denn in ihnen kommt überall sein politisches Glaubensbekenntnis zutage: „Mein Sozialismus ist n i ch t a u s K l a s s e n h a ß geboren, sondern aus einer Gesinnung entsprungen, die das Elend der Well nicht ruhig mit ansehen kann, und von der Ueberzeugung ge- tragen, daß dieses Elend bei der gegenwärtig erreichten BeHerr- schung der Naturkräfte nicht mehr notwendig, sondern nur noch durch eine fehlerhafte Gesellschaftsordnung bedingt ist. Diesem So- zialismus aus Glaube, Liebe und Hoffnung bin ich immer treu geblieben, während meine Beziehungen zu der zeitgemäßen partöi- politischen Vertretung des Sozialismus allerdings geschwankt haben." Lrok. Dr. Chajes. Wie stellt� in Rulliaiul aus? Eindrücke des Metallarbeiters Hermann Erny- Seckenhelni Dem Querschnitt durch das Sowjctsvstcm, den wir am Mitt- wach veröffentlichten, lassen wir einige Schilderungen des Genossen Hermann Ernv solacn, der fünf Monate— Mai bis November 1931— in Russland gearbeitet hat. Ein Mannheimer Arbeiter fährt nach Sowjetrußland. Durch Polen, dessen Boden noch die Spuren des Weltkriegs trägt: durch abgeholzte Wälder, Drahtverhaue, noch nicht eingeebnete Schützen- gräben— geht die Reise. An der russischen Grenze großer Triumphbogen mit der Ausschrift:„Wir grüßen euch alle, Werk- tätig« aus dem Westen, der Kommunismus wird alle Grenzen ver- wischen." Die'Worte sind vierversprcchebd/ ünd' die roten Fahnen imponieren immer einem Proletarier. Noch eine Strecke � und dann kommt Moskau. Zuerst überrascht der Bahnhof mit den riesigen Menschenmengen, die dort mit chrem Hab und Gut lagern. Dann bekommt man Einblick in die wachsende kolossal« europäisch- asiatische Stadt. Fieberhafte Straßcnbewegung, die bis zum Platzen überfüllten Straßenbahnen, sonst— vor allem in der Architektur— das bunte Gemisch von Neuem, Europäischem und Mtem, Asia- tischem: große moderne Gebäude, wie man sie in Berlin und Hamburg sehen kann inmitten ollen queren Gäßchen. Das Alte über- wiegt entschieden, das Neue ist nur eingebaut und sieht wie Inseln in einem Meer aus. Aber gebaut wird viel, in rasendem Tempo: allerdings werden in erster Reche Betriebsbauten, nicht Wohnhäuser, errichtet. Die Wohnbedürfnisse werden weit hinter die Jndusttialisierungsbedürfnisse gestellt. Soweit man Häuser baut, baut man modern, etwa nach dem berühmten Wiener Muster. Das ist jedenfalls nur ein Tropfen auf den heißen Stein: das Wohnungselend ist sehr groß. Aber darüber noch später. Die neuen Menschen auf Moskaus Straßen passen äußerlich wenig zu den neuen Bauten. Die außerordentlich ärm- liche, dürftige Bekleidung fällt auf. Man sieht viele Leute mit Bastschuhen, mit der Lumpemimhüllung auf den Füßen. Das sind meistens die vom flachen Lande kommenden Saisonarbeiter, sie bestimmen aber in gewissem Grade das Bild der Straße. Ausgezeichnet gekleidet sind die Militärs, gut— die höheren Sowjetbeamten, man sieht auch viele luxuriös gekleidete Frauen, Russinnen, auch Ausländerinnen, in prächttgen Pelzen. Das ist die Ungleichheit im Straßenbild der Sowjet- stadt, sie ist an sich weniger ausgeprägt als bei uns, aber Heuer wirkt sie stärker, beinahe beleidigend, angesichts der unerhörten Aermlichkeit des Massenlebens. Uebrigene die Militärs— davon sieht man viele und oft, in allen Waffenarten und Uniformen. Das Aufgebot an Heeresmacht ist sehr groß. Auf einen sozioldemo- kratischcn Arbeiter, der die kommunistische Kriegsdenkweise nicht teilt, wirkt das nicht sehr erhebend. Noch peinlicher wirkt aber die Militarisierung der Zivilbevölkerung. Man kann aus den größeren Plätzen Moskaus sehr oft Arbeiter, vor allem Ar- beiterjugend, sehen, die, bewaffnet, durch die Militärs exerziert werden. Ergreifend wirkt in Moskau die Straßenpropoganda. Sie bringt die höchste Steigerung der Ueberzeugungskunst. Pia- kate, Bilder, statistische Tabellen über und zum Fünfjahrsplan be- decken buchstäblich die Straßen, lassen einen nie mit sich selbst allein, beeinflussen auf das stärkste. Der Fünfjahrsplan und feine Parolen wirken unmittelbar von der Straße her. Ununterbrochen berichten darüber auch die Lautsprecher. Dieser Aufwand an geschickten Propagandamitteln findet einen bildhaften plastischen Ausdruck. Der Kapitalismus kennt nur Geschäftsreklame, hier sieht man aber Propaganda als ein Stück Erziehung. Wenn man von der positiven Seite des Moskauer Lebens spricht, so gehört dazu neben der großen Bautättgkeit, den, Kampf um die neue Technik und der Schaffensfreude, die reguläre kul- turelle Betättgung. Die Museen sind prächtig. Rur die Bilder stammen von den alten Zeiten her, aber sie sind umgeordnet, nach den Epochen zusammengestellt. Man kann z. B. die russische Geschichte in ihren Hauptereignissen im Bilde überblicken. Nie werde ich die historischen Bilder des großen russischen Malers R j e p i n vergessen. Die uugezähllen Museen und Bildergalerien sind durchschnittlich gut besucht, die Führung ist tadellos. Aber den größten, den gewaltigsten Eindruck hat auf mich die Be- sichtigung eines politischen Museums gemacht. Jawolil. eine revoluttonshistorische Anstatt— das Museum der Gesellschaft der ehemaligen politischen Strafgefangenen, der„politischen Zucht- Häusler". Da sieht man den Leidensweg der russischen Revolutio- näre, da versteht man, wenn man die Modelle dieser Zuchthaus- zellen und die Hinrichtungsszencn sieht, wie die Generation der heldenhaften Revolutionäre gestählt wurde, die den Zarismus ge- stürzt hat. Allerdings, die B o l s ch e w i st e n waren in jener Zeit in der Minderheit dabei, und heute sitzen in denselben Zellen die tapferen russisihen Sozialisten, die auf ihre Ueberzeugung nicht verzichten wollen. Dieses gewaltig wirkende Musemn scheint aber auf das Moskauer Publikum keine besonders anziehende Kraft aus- zuüben: denn ich war in jener Stunde der einzige Besucher. "Man'muß sehr vorsichtig fein dem gcgeuübcr, was die Aus- ländcr von Sowjetrußland erzählen und berichten. Denn man darf nicht vergessen, die Ausländer bilden in Rußland eine Art der b e- vorzugten Gemeinschaft. Sic sind die Besitzer des Zauber- stobs— der Goldvaluta. Sie haben die Goldwöhrimg. und in Rußland herrscht das Inflationsgeld. Der Ausländer, der nur etwa Valuta hat, und das sind alle, fühlt sich in der" Sowjet- union wie ein reicher Amerikaner mit vielen Dollars in Deutschland während der Inflation. Alles steht ihm zur Verfügung. Er muß viele gute Eindrücke mit nach Hause nehmen und möglichst viel Valuta im Lande lassen. Der ausländische Ingenieur, Angestellte oder Arbeiter braucht nicht oder nur in beschränktem Maße sich an den freien Markt zu wenden, der ungeheuer teuer— wegen der Jnflationspreise— ist. Er kann die allernotwendigsten Lebensmittel in besonderen Genossenschaftsläden für die Aus- l ä n d e r kaufen, wo er in russischer Währung und viel billiger als auf dem freien Markt bezahlt. Sonst stehen' chm die Valuta- läden zur Verfügung, wo er alles in der ausländischen Währung kaufen kann, auch teuerste und seltenste Dinge: man findet dort die allerbesten französischen Parfüms, teuerste englische Lederwaren, russischen Kaviar usw. An der Schwelle dieser Luxusläden hört dos strenge Sowjetregime auf. Man kann nun wohl verstehen, warum die hungrigen, zerlumpten Leute draußen mit unwillkürlicher Gier auf die kostbaren Dinge in den Schaufenstern und mit Haß auf die fetten Verbraucher dieser Herrlichkeit, die ein- und ausgehen, blicken. Die Ausländer lassen allerdings in Moskau Geld genug. Ich habe für das bescheidenste kleine Zimmer im Hotel 2S Mark pro Tag bezahlt, und der bescheidene, auf alles Notwendigste beschränkte Lebensunterhalt eines ausländischen qualifizierten Arbeiters bettägt etwa 60 Mark pro Tag. Aber wie bescheiden der Aus- länder dort auch lebt, im Vergleich mit den Lebensbedingungen der russischen Bevölkerung treibt er eine Luxuscxistcnz Deshalb ist er auch kein zuverlässiger Zeuge, weil er ein anderes Leben führt als der russische Arbeiter und Bauer. Nicht nur weil dieser Aus- länder die Sprache des Landes gewöhnlich nicht kennt, was viel wichtiger, er kennt auch die Leiden des Landes nicht. Die bür- gerlichen industriellen Journalisten— für diese Herren geht es um Profit oder um die„interessante" spannende Berichterstattung— geben in Rußland Riesengelder aus und sehen auf Leiden und Ent- behrungen des russischen Arbeiters von oben herab. Aber auch die deutschen K o m m u n i st e n, die Teilnehmer an den unzähligen Delegationen usw. Diese sausen wohloerpflegt und wohlbehütet in den O-Zügen durch das Riesenland hindurch, beobachten das Land als Reisende, als Touristen, bleiben die ganze Zeit in der kommunistischen Umgebung, sehen nur das, was ihnen gezeigt wird, und kommen in wenigen Wochen als„Rußlandkenner* zurück. Sie kennen die riesigen physischen Anstrengungen des er- schöpften, schlecht ernährten russischen Arbeiters nicht, und die dünne Kohlsuppe des russischen Bauern auch nicht. Sie können deshalb am allerwenigsten als zuverlässige Zeugen betrachtet werden. Nein, über Rußland kann wahrheitsgemäß nur der berichten, der monatelang, ohne Führung, ohne Kontrolle und äußere Be- einflussung Schulter an Schulter mit den russischen .Arbeitern in der Werkstatt stand, ihr Alltagsleben beobachtet, mll ihnen gelebt hat: wer das dürftige schwere Los der russischen Bauern nicht als Reisender, sondern als neben ihm arbeitender Werttätiger aus der. nächsten Nähe gesehen hat. Man muß nach Rußland als einfacher Arbeiter, nicht als Gast der russischen Regie- rung gehen, dazu noch als ein Mensch ohne Scheukloppen und ohne Voreingenommenheit. Arbeiter-Rasenspiele am Sonntag Fußball/ Handball/ Hockey Wer wird Meister im 2. Bezirk? lieber diese Frage wird der kommende Sonntag in Oderberg die Antwort geben. Hier stehen sich der Meister des Berliner Bezirks, Hansa 31. und der Meister der Gruppe Eberswalde, Freie Turnerschaft Britz, gegenüber. Die Hanseaten machten durch ihre glatten Siege, die sie über ihre Gegner in den Serienspielen errangen, viel von sich reden. Auch in den Gesellschafts- spielen gegen Vereine der Kreisklasse vermochten sie stets gut ab- zuschneiden. Die Britzer, die bisher immer im Hintergrund blieben, drangen ganz plötzlich an die Spitze der Tabelle. Ob es nun den Berlinern gelingen wird, die Britzer zu schlagen? Beginn des Spiels 14 Uhr. In der Abteilung ö der Kreisklasse finden immer noch Serienspiele statt. So werden sich im Neuköllner Stadion, Platz 6, Minerva und Ciche-Köpenick gegenüberstehen. Die Neu- köllner haben ihre Mannschaft wieder aufgefüllt, so daß sie den Köpenickern bestimmt harten Widerstand entgegensetzen werden. Im ersten Treffen, das in Köpenick stattfand, gewannen die Köpenicker leicht mit S: 2; am Sonntag kann es sehr gut umgekehrt kommen. In Pankow, auf den Sportplätzen in der Kissingenstraße, steht Adler 08 vor einer schweren Aufgabe. Hier gilt es, gegen Hertha- Luckenwalde, die nach Adler der aussichtsreichste Bewerber in dieser Gruppe ist, einen Sieg herauszuholen.-» Teltow erwartet auf eigenem Platz die 2. Abteilung der Luckenwallier Turnerschaft, die auch die Punkte gewinnen sollte. Weite« Spiele: Oberspre« gegen Britz 88. Baumschulenweg gegen Froh« Stund». Wacker Zl> gegen Nowaweo. ASB. Neukölln gegen Pankow. Diese vier erg gegen Suckenwoldc Drück. Woltersdorf gegen Friedenau. Trebbin gegen Jüterbog. Schöne. l. Bezirk. Tempelhof gegen Buhlsdorf. jweite Mannschaften! Oberspree gegen Britz 88. Baumschulenweg gegen ffcohe Stunde. Wacker 30 gegen Nowawes. TSV. Neukölln gegen Pankow. Südost gegen Normannia. Wilmersdorf gegen Saronia. Wilmersdorf 8 gegen Hansa 8. Schöneberg gegen Luckenwald» l. Teltow gegen Luckenwalde IZ. Kloster Zinna gegen Hertha-Luckenwalde. Luckenwalde III gegen Jänickendorf. Iugendmannschaften: Treuenbrietzen gegen Brück. Teltow gegen Luckenwalde II. Lichtenberg I gegen Eintracht. Neinickeichorf. Borwarts.Weddlng gegen Brandenburg. ASB. Neukölln gegen Wilmersdorf. Schülermann» Ich a f t e n: Zoss-n gegen Hansa 31. Elsthal gegen Freie Scholle. Spandau gegen Minerpa 28. Drewitz gegen Pankow. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 14 Uhr. zweite Männer, mannschaiten 12� Uhr, Schülermannschaften 11 Uhr, Jugendmannschaften 10 Uhr. Der Lichtenberger Futzball-Slub Normannia sucht zum 10. Januar Spiele auf Gegners Platz für 3. Männer, und 1. Iugcndmannschaft. Angebote heute, Freitag, von 10—21 Uhr, unter E 5 3205. Bei den Arbeiter-Handballern treffen in der 1. Klasse der Abteilung A die zur Zeit stärksten Mannschaften aufeinander. Schauplatz des Treffens ist die Spielwiese im Volks- park Rehberge. Ab 14.4V Uhr erwartet der Kreismeister Volkssport- Wedding die FTGB.-Osten. Ostens Spielsystem ist noch zu offen- sichtig, so daß für den Gegner die Abwehr ziemlich leicht wird. In- folgedessen wird sich Weddings Kombination erfolgreich durchsetzen können. Die FTGB.-Nordost erwartet um 1214 Uhr die Freie Turn- und Sportvereinigung Nowawes zur Rückspielverpflichtung auf dem Platz an der Schönhauser Allee. Sicherlich wird sich Nordost gegen den alten Vertreter der 1. Klasse mit einem größeren Tor- unterschied behaupten. Auf dem Gemeindefportplatz in Hennigsdorf muß Volkssport-Wedding 3 gegen die dortige Freie Turnerfchaft um 14 Uhr antreten und wird dem Platzbesitzer nach bester Gegen- wehr die Punkte überlassen müssen. Ciche-Köpenick und Freie Turn- und Sportvereinigung Nowawes messen ab 10 Uhr auf dem Vereinsplatz, Wendenschloßstraße, ihre Kräfte. In der Abteilung B muß der Spitzenreiter FTGB.-Süden um 1414 Uhr in Luckenwalde gegen die Sportler antreten. Süden wird die Siegesserie weiter fortsetzen, obwohl Luckenwalde auf eigenem Platz stets fabelhaften Widerstand leistet. Eine überlegene Partie wird die FTGB.-Nord- ring im Tressen gegen die FTGB.-Oberspree liefern. Beginn des Spiels 14 Uhr auf dem Platz in der Schönhauser Allee. Eintracht- Mahlsdorf stellt sich dem Volkssport-Wedding 2 um 1314 Uhr in den Rehbergen. Hier gilt Wedding als Favorit. vi« 5p!ele der Bezirke An der Wnhlheid«� 254 spielen FTKB.- ~ ischulenr Bezirlskl-Isc Osten: Ans dem.... Adlershof und FT. Erkner um 14 Uhr, ferner FTDB..B-umschulenweg und TSV. Koulsdorf um 10.50 Uhr im Plänterwald, Platz B, TF. Wildau und FTGB..Lichtenberg um 15 Uhr in Wildau, Eiche-Bohnsdorf und FTSB.. Osten 2 um 14 Uhr in Grünau, Platz Köpcnicker Straße. Frauen: Freie Turn. und Sportvereinigung Nowawes—:— FTGB.-Osten um 14 Ii Uhr in Nowawes, ltl Xt U.LJL. Ul KL/LLLUUU.,-prup ad Sportvereinigung Nowawes- FTGB.-Osten■ Priesterweg. FT. Wildau— FTSB..BaumfchuIcnweg um 14 Uhr in Wildau. FTSB-Adlershof— FTSB.-Stralau um 13 Uhr> w'~ Lichtenberg— AthletühSport�llub ... an der Wuhlheide. 10.40 Uhr. im Lichtenberger TEB.. tadion, Norden: ATB. Altruppin— FTGB.-Norden I um 14 Uhr in Wedding 4 FTGB.-Nordring— FT. ÄSB. Wedding— FTGB.-Nordost nm 12 Uhr Platz Rehberge. Bolksspart- Wedding 2— FT. Velten um 11.20 Uhr Platz Rehbergc. Bezirks klaffe Westen: Als wichtigstes Spiel ist die Begegnung FT. Born- überlassen FTuSpL. Nowawes 3— Charlottenburger Kleingärtner um 13 Uhr in Nowa. wes. FT. Potsdam— Frei« Schwimmer Falkenfee 13 Uhr Platz Luftfchifihafen. Bezirksklafl« Süden: ATB. Ruhlsdorf— Bolksspart-Neukölln-Britz 2 nm 14 Uhr rn Ruhlsborf. ASB. Schtzneberg 2— Berlin XII Platz Rubcnsstraße um 10 Uhr. MTB. Eperenberg— FT. Wilmersdorf um 15 Uhr in Sperenbcrg. FTGB.-Friedsnau— Schenkendor: um 14 Uhr Platz Offenbacher Straße. FSB. Teltow— ASB. Fichte um 18 Uhr in Teltow. Treuenbrietzen— FT. Luckenwald« Sport 2 in Treuenbrietzen 14� Uhr. FT. Rehagen— SB. Gottow in Rehagen um 14 Uhr. FSB. Trebbin— Luckenwalde-Reichsbanner um 14V, Uhr in Trebbin. FT. Sputendorf— FTGB.-Lankwitz 2 in Sputcndorf um 1414 Uhr. Frauen: FT. Luckenwalde v— FT. Luckenwalde A um 10 Uhr und FT. Luckenwalde l Abt. 2— FT. Luckenwald» c> nm 10.50 Uhr, beide Spiele in Luckenwalde. FT. WUmersdorf— FSB. Fichte im Preußenpark, 10 Uhr. ASV. Schönebera— Frei« Schwimmer gehleudorf in der Rubensstcaße um 11.10 Uhr. Jugend: MTB. Sperenbcrg— FT. WUmersdorf um 14 Uhr Epsrenderg. Hockey Der Sportverein Moabit und Tennis-Rot 1 werden das noch ausstehende Spiel der Herbstserie zum Austrag bringen. Ob die Moabiter den vor kurzem in einem Freundschaftstreffen erzielten 4:1- Sieg wiederholen können, ist sehr fraglich, da die Tennis- spieler neben einer ständigen Verbesserung den Anschluß an die Spitzengruppe nicht verschenken werden. Spielbeginn IV Uhr auf dem Tiergarten-Sportplatz. Der Freie Hockey-Club Spandau 1 und der Verein für Leibesübungen Ostring 2 werden sich im Rück- spiel messen. Auch diesmal erwarten wir die Ostringer mit einem geringen Vorsprung als Sieger. Beginn 10 Uhr Die Freie Turner- schast Groß-Verlin-Tempelhos wird gegen den Verein für Leibes- Übungen Ostring 1 nicht viel ausrichten können. Spielbeginn 14,30 Uhr im Mariendorfer Volkspart. Im Spiel des Arbeiter- sport-Vereins Rot-Weiß 2 gegen Voltssport Neukölln-Britz 1 wird sich Rot-Weiß 2 um ein angenehmes Resultat stark bemühen müssen. Beginn 14,30 Uhr in der Schönhauser Allee. Em sehr interessantes Pflichtspiel kommt zwischen dem Arbeiter-Sportverein Schöne- berg 07 1 und der Freien Sportvereinigung Pankow 1 zustande. Die Pankower werden gegen den Aufstiegskandidaten keinen leichten Stand haben. Beginn 14,30 Uhr in der Rubenstraße. In der Frauengruppe wird Tennis-Rot 2 den Frauen des Arbeitersportvereins Rot-Weiß wohl den Sieg lassen müssen. Beginn 12,30 Uhr auf Platz Ost. Tennis-Rot 1 spielt um 13,30 Uhr auf gleichem Platz gegen die Freie Sportvereinigung Pankow. Weitere Spiele der Gruppe C; Freie Turnerfchaft Groß- Berlin-Tempelhof 2 gegen Freien Hockeyklub Spandau 2 um 13 Uhr. Tennis-Rot 2 gegen FTGB. Osten 1 um 14,30 Uhr aus Platz Ost. ASB. Rot-Weiß Jugend gegen SB. Moabit 3 um 13 Uhr. Männer- Turnverein Bernau 1 gegen VfL. Ostring 3 um 12,30 Uhr und MTV. Bernau 2 gegen Volkssport Neukölln-Britz um II Uhr, beide Spiele in Bernau. Itie!ner Sport von überall Ein Arbeiter- Schachkursus. Morgen, Sonnabend, beginnt der von der Abteilung Moabit der Freien Arbeiter-Schachoereinigung geleitete Schachkursus. Er findet an jedem Sonnabend, 20 Uhr, im Jugendheim Lehrter Str. 18/19, statt. Alle Sport-, Parteigenossen und Reichsbannerkameradeu werden gebeten, sich recht zahlreich daran zu beteiligen. Der Kursus ist kostenlos und unverbindlich. Mßlelll-Najuch w USA. geschlagen. Kaum 48 Stunden nach ihrer Ankunft m New Bork mußten die beiden deutschen Tennis- Professionals Hans Nüßlein und Roman Najuch ihre Antritts- Vorstellung in Amerika geben, die, wie unschwer vorauszusehen war, mit einer Niederlage endete. In der gut besuchten Halle des New- Porker Madison Square Garden spielten Nüßlein-Najuch ein Doppel gegen Tilden-Hunter, wobei sie keine schlechte Figur machten. Sie gewannen sogar den ersten Satz, mußten dann aber doch den Amerikanern mit S: 7, 6: 3, 9: 7 einen keineswegs leicht«rkämpsten Sieg überlassen. wieser boxt für Z. Domgörgeu. Im Programm der am heutigen Freitag in den Berliner Spicher-nsälen stattfindenden Box- kampsveranstaltung ist eine Aenderung eingetreten. Der Kölner Jakob Domgörgen ist plötzlich erkrankt und mußte absagen. Zlls Ersatz ist der Bochuumer Weltergewichtler Hans Wieser ver- pflichtet worden, der nunmehr mit dem Münchener Phil Neszger in den Ring gehen wird. Wer Ist(ßrljzo? Für di« internationale Boxoeranstaltung am 14. Januar im Berliner Sportpalast steht nun auch der Haupt- kämpf fest. Als Gegner für den Stuttgarter Ernst Gühring ist weder Neuset. noch Nisse Ramm oder sonst ein bekannterer Mann verpflichtet worden, sondern der Franco-Russe G r i z z o, 196 Pstmd schwer und rund 2 Meter groß. Der dem Veranstalter vorgelegte Rekord Grizzos ist natürlich erstklassig, er weist keine Niederlage auf. Der Name Grizzo ist jedoch in Bvxkreisen nicht gerade geläufig. er findet sich auch im französischen Rekordbuch nicht vor, mck so taucht die Vermutung auf, daß man diesen Mann vielleicht nur aus „Billigkeitsgründen" geholt hat. Jedenfalls ist das Rahmen- Programm sportlich weit besser al» der Hauptkamps. T o b e ck kämpft mit dem französischen Halbschwergewichtler G a n d o n, der seine gute Form jetzt erst durch ein Unentschieden gegen den Amerikaner Tarante unter Beweis stellte, Meister S e e l i g hat den belgischen Mittelgewichtschampion Stevens zum Gegner, der Kölner Josef Besjelmann versucht sich an dem Belgier H e n d r i ck und als fünfte Paarung kommt voraussichtlich noch die Begegnung zwischen Meister Franz Jübbers und dem französischen Leichtgewichtler B o r r e a u dazu. ZklsprünHe bis 90 Meter? Am kommenden Sonntag wird in dem westschweizerischen Winterkurort Villars-Bretaye eine neue Mammut-Stisprung- schanze eröffnet, die der bekannte St-Moritzer Springer Adolf B a d r u t t erbaut hat. Auf dieser neuen Schanze sollen Sprung- weiten von 70 bis 90 Meter erreicht werden können, und für das Cröffnuugsspringen haben sich die bekannten Schweizer Springer Fritz Kaufmann, A. Babrutt, Trojani, David Zogg und H. Steuri zur Berfügung gestellt, so daß man den Resultaten mit Interesse entgegensehen kann. Allerdings sind die Meinungen der Schanzen- sachverständigen, ob die neue Riesenschanze auch die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen wird, recht geteilt. Man weist darauf hin, daß noch gewisse Aenderungen am Profil vorgenommen werden müssen, da sonst das Springen mit Lebensgefahr verbunden ist. Die Springer dürften eine unheimliche Höhe erreichen und dann sturzähnlich auf die überaus steile Aufsprungbahn kommen. Die Fahrt in die Auslaufebene wird als Wagnis und Kunststück be- zeichnet. Sportler sollen reiten Der„Völkische Beobachter" unterhält einen Sportteil. in dem gar oft interessante Sachen zu lesen sind. So konnte z. B. in den letzten Tagen ein Pseudonym„Eques" einen Artikel über fcen Wert des deutsch en Reitsports bringen, in dem der„Reitsport als unersetzlich für die Volkswirtschaft" ge- priesen wird. Wir wissen nicht, woher der Schreiber seine Kennt- nisse über die deutschen SportverhAtnisse bezogen hat, wenn er schreibt,„daß die deutsche Jugend insgesamt für den Reitsport eingenommen ist!" Um den Reitsport zu fördern, schlägt man den Zusammenschluß von mehreren Sportfreunden vor, die gemeinsam ein Pferd unterhalten sollten. Dadurch rverde sich die Reitpferdunterhaltung auf monatlich nur 80 M. ermäßigen. Sportlich betrachtet, spielt der Reitsport in dem großen Ge- biet der Leibesübungen eine untergeordnete Rolle: nur einer kleinen Schicht ist es möglich, die Mittel für die Unterhallung der Pferde, für Ausrüstung usw. auszubringen: die Arbeiterschaft geht stein- petn und hat nicht das Notwendigste zum Leben. I Arbliter-Fußball-Club Bormörts-Wedding. Wobsei, Afrikanische Ecke Otawistraße, Jahresversammlung Heute, Freitag, 20 Uhr, bei �samml Freie Schwimmer Charlottcaburg 04«. B. He Schwinunwarnüßung bei Jaenicke, Kaiserin-Augusia-All: 20 Uhr, »eute, Freitag, M. W______. 01« 73. Arbeiter-Sportverein Tchönclicrg. Friedenau 07. Bereinsversammlung Mon- tag, 18. Januar, IS Uhr, im Piccabllli, Ebcrsstr. 80. Eintritt nur gegen Rlij? gliedsbuch. Freie Kanu-Lnlou Groß-Berlin e.«. Freitag. 8. Januar. 20 Uhr, Sitzung, „Sur Eiche". Neukölln, Kaiser.Friedrüh. Eck« Saalestraße. Sackeyspiclergruppe 1. Kreis. Dienstag, 12. Januar. SO Uhr, Dchlldsrichter. Ausschuß sstzung in der Kreisgeschäfls stell«. Mantag, IS. Januar, 20 Uhr, all- gemeine Schi« m»WWPM>>WWWm ihre Schiedsrichter namentlich mit Adresse. Radfahrer„Solidarität". Geschäftsstelle: Plauufer 80, Sprechstunden in allen Angelegenheiten jeden Dienstag 18—20 Uhr. Touren Sonntag, 10. Januar. L Abt.: Museum für Meereskunde.— 2. Abt.: Wildau. Altes Schußenhaus, zum Unterbezirkstag, Start 8 Uhr Rhede, Dieffenbachstr. 3b.— 8. Abt.: Griinan. Falkcnhorst, Start 13 Uhr Marianncnplatz.— 6. Abt.: Ziel am Start 12>,4 Uhr jelt, Kopenhagen«! Str. 17.— Abt. Wedding: Fußtour nach Bernau, Start .---------*■" Wildau, Start 8 Uhr Hohenzollcru- vchiedsrlchtersitzung."Mannschaften, di« au? der Sitzung nicht vertreten sind, erhalten 14 Tage Spielverbot� Wie Mannschaften melden bis 25. Januar Neukölln: Uhr Schrerber. Triftstr. 83.____________ WW. vlatz.— Friedrichshain(gemischte): Ziel am Start 13 Uhr Petersburger Platz.— Weißensee: Ziel am Start 13 Uhr Antonplatz.— Rennfahrer Berlin. Niitte: Wildau. Start 8 Uhr Bhf. Treptow.— Sitzungen vom IL bis 18. Januar. Tie auf den 12. Januar festgesetzt« Fahrmartcsitzung findet am 18. Januar bei Lohann. Brllderstr. 18—18, 20 Uhr, statt. Abteilungssttzungen: L Abt.: 15. Ja. nuar, Rickert, Steinmetzftr. 38a.— Friedrichshain(gemischte): 15. Januar, Horn, gorndorfer Str. 9.— Kaulsdorf: 18. Januar, Efchrich. Alt. Kaulsdorf Ecke Dorfstraßc. All« Sitzungen 20 Uhr.— Saalfahren der Abteilungen: Wilmersdorf: 11. Januar, Turnhalle Koblenzer Str. 20.— Schönebera: 12. und 15. Januar, Schule Tempelhofer Weg, 20 Uhr.— Stegljtz-Lichterfelde: 1a. Ja:mar, Steglitz, Friessnstr. 3— 4. 20 Uhr.— Weißensee: 11. und 14. Januar, Turnhalle Gustav.Äbolf.Straße, 1914 Uhr.— Kaulsdorf: 15. Januar, Escherich, Alt-Kauls- dorf, 20 Uhr.— Mahlsdorf: 14. Januar, Anders, Bahnhofstr. 34—37, 20 Uhr.— Rennfahrer Mitte: 12. Januar Badeabend, Gartenstr. 8, 20 Uhr: 14. Januar Hallentraming, Köpenicker Str. 125, 1914 Uhr. Zu allen Veranstaltungen Gäste gern gesehen. Touristeuvereia„Die Ratnrfrennde". Freitag. 8. Januar, 20 Uhr. Char- lottendura, Spreestr. 30:„Relrgion und Sozialismus". Faltbootabteilung: Iohonnisstr. 15: Auftakt. Britz: Ebaussecstr. 48: In« neue Jahr hinein. Jugend gruppe Hnmboldthain: Pank. Ecke Wiesenstraße:,.Hallo 1932!", Bunter Abend. Treptow: Elsenstr. 3: Jahresversammlung. Binetaplatz-Echönbauser Borstadt: Lortzing. Eck« Graunsiraße: Nachklänge zur Fahrt. Photo Osten: Frankfurter Allee 307. Photo Neukölln: Bergstr. 29.— Montag, 11. Januar, 20 Uhr. Photogemeinschast: Johannis str. 15. Malgemeinschaft: Manteuffel» � Freie Photp-Bereinigung Berlin. Fahrt Sonntag, 10. Januar, nach Borgs. dorf— Hennigsdorf. Treffpunkt 814 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Zteat, fe. Theater kreltsg, den 8. lannar Staatsoper unter den Linden eo um 1. Sinfonie-Konzer« Leitirag; Eridi ßliiw. Seiist: Wittgsrato. Die Raoelie der Sfaatsoper. Staatlitasmelluiis ■jendamfifl markt. 20 Uhr Waiiensteins Tod Schiller-Theater Chirlettniei� 20 Uhr Dattericli VolKsbtlhne Theater an BOlowjlatz 8 Uhr Die GroBherzogin von Gerolstein Staad Schiller-Theater 8 Uhr Datterich Theater am Nollendorlpfati Regle: Bibu SaltnlnTg Pallas 708) Täglich 8-/« Uhr Stgs- auch 4% Uhr 8asparone siam. oper Charlotten bürg BismarckstraBe 34 Freitag, 8. Januar Turnus Iii Anfang 1930 Uhr Carmen Ende gegen 23 Uhr. Rose-Theater Inla FmHurhr StraBi 131 Tel. Viidnal E 7 3422 8.15 Uhr Eine Frau von Format Oenttdies üieaiet 8 Uhr Der Raub der Sabinerinnen Regie; Hans Deppe. Alben Basserrnann, Felix Bressart L. Höflich, Richard Die RomSdle PU Uhr Die nemoBanK von Louis Vemeuil mit 22»xPaUenbera;{ Thealor in AdmlratsDalasi Täglich 8Vi Uhr aitta Aipar in Die Dobarry I Preise T. ChSO M.an sveUh» CASINO-THEATER»'. Lothringer Strafe 97. 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