BERLIN Sonnabend 9. Zanuar 1932 10 Pf. Nr. 14 B 2 49. Jahrgang LrschelnttSglichailßerEonntagj. Z»gl«l» Abcntaiijgzb- lei ,2?ermära*. Beillgivrcit für deide Aufgaben 75 W. vro Woche, 3,253)2. pro Mona) t avoll»7 Ps. monollich für Zustellung int Haut) im rorau» iad!2ar. D o st v c j u g 3,S7 M. einschließlich 60 Pf. PostjcttunzS. und 72 Pf. PostbcstcSzebüdren. SfuUautyaße dei> f}JoiWwfj6 »inzeigenpreit: Tic einsvaltige NonpircUeicilr 80 Pf., Rcklan>c,eile5M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonlol BorwSrtt-i'erlag S. m.b.H., Berlin Rr. 37536.- Der Verla, behält stch dat Recht der Ablehnung nicht genehmer Aujcigcu»er l Redaktion und Erveditioni Berlin TW68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff(AT) 292—297. Heute Entscheidung! Hitler wieder bei Brüning Neues Ein-Lahr-Moratorium Frankreichs plane für Lausanne Varls. 9. Zanuar.(Cigenberichl.) Zm„Echo de Paris" wird der französische Plan für die provisorische Lösung des Rcparalionsproblems aus der Lausanncr Tagung auseinondcrgeseht. Das Platt bestätigt die vom„Platin" vor zwei Tagen veröffentlichte Meldung, dah Deutschland nur ein einjähriges Moratorium gewährt werden solle. Damit wolle Frankreich nicht die im Haager Abkommen vorgesehene Frist von zwei Zahren für einen Ausschub der geschuhlcn Zahlungen herab- sehen, ober es halte es für Aug, für das nächste Zahr ein neues ioncres Arrangement des Moratoriums vorzusehen, wenn dle Umstände die? erforderlich machen sollten. Mährend des Moratoriums würde Deutschland von der ge schuhten Annuität vollkommen befreit werden. Die ungeschützte Annuität mühte Deutschland zahlen, aber die Zahlung solle in Reichs- bahnobligalionen und nicht in bar erfolgen. Die Obliga- tionen würden gemäh dem Schlüssel von Spa unter die verschiedene« Gläubiger verteilt werden. Die im Zoung-Plan vorgesehene Er- richtung eines Garautiesonds von seilen Frankreichs sei also ausgegeben. Diese Lösung des Problems der ungeschühlen Aanuiläten werde gewählt werden, weil die deutsche Reichsbahn seit der Znflation weniger mit Hypotheken belastet sei als olle anderen europäischen Eisenbahnen. Zn bezug auf die Schuldeuzahlungen au Amerika wird vor- geschlagen, daß Frankreich und England sich gegenüber dem Washingtoner Schahamt ihrer Schulden entledigen, indem sie ihm die Reichsbahn obligalioncn übergeben. -? Zwischen den beteiligten Staaten ist, wie amtlich mitgeteilt wird, eine Einigung darüber erzielt worden, dah die Lausanner Konferenz am 25. Zanuar beginnen soll. Laval wird zurückkehren. Tardieu wahrscheinlich Kriegsminister. Paris, 9. Januar.(Eigenbericht.) Laval wird am Mittwoch, dem Tage nach der Kammererösfnung, die Gesamldemission des Kabinetts bekanntgeben. Er wird dann vom Präsidenten der Republik mit der Reubildung der Rc- gierung beauftragt werden. Das entspricht der Tradition, da die Demission nicht auf ein Mihtrauensvolum im Parlament zurückzuführen ist. Laval wird versuchen, ein Kabinett der republikanischen Konzentration auszustellen. Dieser versuch dürste jedoch an der Ablehnung der Radikalen scheitern. Verschiedene radikale Führer erklärten am Freitag in den Wandelgängen der' Kammer, ihr« Fraktion sei gebunden durch die Beschlüsse des letzten Kongresses, die auf die Bildung einer Kon- zentrationsregierung nach den Wahlen hinauslaufen. Die Fraktion könne auch nicht kurz vor Schluß der Legislaturperiode die Ver- antwortung für die Politik von Regierungen mit übernehmen, an denen sie nicht beteiligt gewesen sei. Laval wird also genötigt sein. mit seiner bisherigen Mehrheit weiterzuarbeiten. Inf solgedessen dürfte sick die Umbildung des Kabinetts auf die durch den Tod Maginots und die Demission Briands notwendig werdenden Steuern cnnuugen beschränken. Da Laval während der letzten Tüo'-atc die außenpolitischen Verhandlungen teils an der Seite Briands, teils allein geführt hat, wird er wahrscheinlich s e l b st das Außenministerium übernehmen und Tardicu das Kriegsmunsterium anbieten. Für Tardieu müßte dann'ein neuer Ackerbauminister ernannt werden. Vriand zu müde für Konferenzen. Paris, 3. Januar.(Eigenbericht.) Am Freitagabend wurde bekannt, daß Laval bereits im Besitz des Demissionsschreibens Briands ist, daß er es aber erst in einigen Tagen offiziell bckamügeben wird. Der Entschluß Briands soll dem Ministerpräsidenten in einer Unterredung mitgeteilt worden sein, die die beiden Staatsmäniier am FreitagvormiUag im Außen- Ministerium hatten. Briand hat dabei, wie verlautet, Laval er- klärt, dah er sich gegenwärtig nicht die Strapazen zweier großer internationaler Konferenzen zumuten könne, und daß die gc- bieterische Stotwendigkell, sich einige Zeit auszuruhen, es ihm zur Pflicht mache, fein Amt niederzulegen. Laval hat versucht, Briand von diesem Entschluß abzubringen, was ihm aber nicht gelungen zu sein scheint. Er hat Briand darauf gefragt, ob er den Posten eines Staats mini st ers und ständigen Vertreters Frankreichs im Völkerbund annehmen würde. Briand hat dieses Anerbieten zwar nicht kategorisch abgelehnt, sich aber eine endgültig« Antwort vorbehallen. Wahlkampf in Lippe Am Sonntag Entscheidung über Gemeinde- und Kreisvertretungen Am heutigen Nachmittag soll die„nationale Opposition" sich darüber entscheiden, ob sie einer Verlängerung der Amis- Periode des Reichspräsidenten im Reichstag bcdingungs- l o s zustimmen will oder nicht. Auch die chugenbergsche Telcgraphenumon bezeichnet es jetzt als richtig, daß der Reichspräsident seine Zusage, aufs neue das Amt zu übernehmen, an die Voraussetzung geknüpft Hai, daß von keiner Partei irgendwelche politischen Be- dingungen gestellt werden. Wenn die„nationale Opposition", dem Wunsche des Reichspräsidenten entsprechend, jeden Versuch unterläßt, an die Verlängerung der Amtsperiode irgendwelche Bedingungen zu knüpfen, dann wird für die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion Zeit und Möglichkeit gekommen sein, zum Plan der Regierung Stellung zu nehmen. �ndes scheint man in Kreisen der„nationalen Opposition" weniger darüber zn beraten, ob man zustimmen soll oder nicht, als vielmehr darüber, wie man verhindern kann, daß die Ablehnung allzu deutlich als Affront gegen den Reichspräsidenten erkennbar wird. Offenbar aus diesem Grunde wird jetzt die Frage einer Volkswahl des Reichspräsidenten, zu der ch i n d e n b u r g wieder aufgestellt werden soll, in den Vordergrund geschoben. Man nimmt dabei an, daß außer den Kommunisten keine Partei einen Gegenkandidaten aufstellen würde. Ob diese Annahme richtig ist, steht noch dahin. Besonders die' „nationale Opposition" ist kaum in der Lage, Hmdenburg noch einmal aufzustellen, ohne sich selber ins Gesicht zu schlagen. Es scheint, daß man nur nach einer Ausrede sucht, um die Verlängerung der Amtsperiode durch den Reichstag ablehnen zu können. Daß dieses ganze Hin und 5)er von einem fürchterlichen Gebrüll der Kommunisten gegen die Sozialdemokratie be- gleitet wird, versteht sich von selbst. Die Kommunisten haben im Reichstag bei ollen wichtigen politischen Entscheidungen mit der„nationalen Opposition" gestimmt und treu und fest mit ihr zusammengestanden. Sie haben am 9. August vorigen Jahres chre Anhänger aufgefordert, gemeinsam mit Nazi, Deutschnationalen und Stahlhelm zum Volksentscheid gegen die Regierung Braun-Severing aufzumarschieren. Wenn diese Leute etwas von einer„Einheitsfront" der Sozialdemokratie mit den Faschisten erzählen, so kann man nur lachen! -i- Wie die Telegraphen-Union erfährt, hat sich Adolf Hitl-r beute kurz nach Mittag wieder zum Reichskanzler Dr. Brüning begeben.__ Kein Gas- und Wasserstreik. Vereinbarung angenommen. heute mittag wurde die Urabstimmung in den Rerlicker Städtischen Gas- und Wasserwerken abgeschlossen. Das Ergebnis der Abstimmung ist folgendes: Zn den Gaswerken haben sich von der Gesamtbelcgschasl rund 92 proz. an der Abstimmung' beteiligs. Für Streik stimmten 215Z Leschäfligke. dagegen 1468; ungültig waren 158 Stimmen. Bei den w a s s e r w e r k e n beteiligten sich an der Abstimmung etwa 94 proz. der Belegschaf«. Für Streik stimmten 5ö4 Be- schäftigle, dagegen 41Z: ungültig waren 56 Stimmen. Es steht noch eine Anzahl kleinerer Dienststellen der Gaswerke aus. deren Abstimmungsergebnis aber nichts an dem Gesamlrcsultat der Abstimmung ändern kann. Es haben sich demnach rund 60 proz. der Belegschaften der Gas- und Wasserwerke für den Streik entschieden: die statutarische Dreiviertelmehrheit für den Streik ist jedoch nicht erreicht worden. Das Ergebnis der Aussprache im Verliaer Rathaus vom Dienstag gilt somit als angenommen, der Konflikt in den Berliner Gas- und Wasserwerken und der BVG. als endgültig beigelegt. Zm Gaswerk Lichtenberg war das Ergebnis: von den 289 Be- schäsliglcu haben sich 258 au der Urabstimmung beteiligt: davon stimmten für Streik 116, dagegcu 137,5 SKmmen waren ungiUllg! Detmold, S. Januar.(Eigenbericht.) Am Tonntag finden in Lippe die Wahlen zu den Gemeindevertretungen und 5treistagen statt. Es sind die ersten Wahlen nach der durchgeführten Ber- tvaltungsreform, die vier Aemter zu zwei Kreisen und die beiden Städte Salzuflen und S ch ü t m a r zu einer Stadtgemeindc zusammengelegt hat. Alle Städte des Landes, mit Ausnahme von dreien, unter- stehen von nun ab den Lireisen. Der Wahlkampf konnte erst nach Beendigung des sogenannten Weihnachtssriedens am 4. Januar einsetzen, so daß sich eine Flut von mehr als 400 Wahlversammlungen innerhalb sechs Tagen über das kleine Land mit seinen 165 000 Einwohnern ergoß. Die Sozialdemokratie hat allein 140 Wahlversammlungen abgehalten, die glänzend besucht waren und zum Teil sogar Rekordbesucherzahlen auswiesen. Die Stimmung in der Arbeiterschaft ist zuversichtlich: sie ist überzeugt, daß sich die Sozialdemokratie behaupten wird. Der eigeiüliche Wahlkampf wird nur zwischen drei Parteien auszefochten: Sozialdemokraten. Kommunisten und Nationalsozialisten. Die Deutschnationalen haben selb- stäirdige Listen aufgestellt, aber sie haben nicht allzu große Aussichten; die übrigen bürgerlichen Parteien mit Ausnahme des Evangelischen Bolksdienstes und des hier unbedeutenden Zentrums haben sich zu Einheitslisten zusammengeschlossen, um aus den Trümmern ihrer schon nach den Reichstagswahien. stark dezimierten Parteien noch zu retten, was zu reiten ist. Die Reichstagswahlen 1030 hatten in Lippe folgendes Ergebnis: Sozialdemokraten 30 063, Deutschnationale 7278, Zentrum 2543, Kommunisten 6098, Deutsche Bolkspartei 6591, Wirtschaftspartei 2315, Nationalsozialisten 20 193, Landvolk 2891, Volksrecht 2066, Staatspartei 4373, Volkskonscrvative 1645, Evangelischer Volksdienst 5023. Die lippische Sozialdemokratie führt den Wahlkampf fast ausschließlich mit den Kräften des eigenen Bezirkes. Neben den drei Reichstagsabgcordneten aus dem Bezirk östliches Westfalen haben nur noch vier weitere sozialdemokratische Relchstagsabgeordnete in den letzten zwei Tagen in den Wahlkampf eingegriffen. Die Slationalsozialisten liehen eine große Anzahl ihrer sogenannten Kanonen auffahren, darunter Hitler, Klagges. Feder, Prinz Auwi. Bei den letzten Reichstagswahlen hat die lippische Sozialdemokratie ihren Bestand fast voll behauptet und nicht einmal ganz 1 Proz. ihrer Stimmen eingebüßt: in einzelnen Orten hat sie sogar noch Stimmen gewonnen. Die Nationalsozialisten führen den Wählkampf in der Hauptsache gegen die Sozialdemokratie und bedienen sich dabei der gehässigsten Verleumdungen und Be- schimpfungen. Die Sozialdemokratie stellt demgegenüber neben den grundsätzlichen Kampf gegen den Faschismus ihre gute s a ch- l i ch e Arbeit, die ihre Vertreter in den vergangenen vier Iahren in den Gemeinden und Gemeindeverbänden geleistet haben Im Hin- blick auf ihre gemeinsame Arbeit kann sich die Sozialdemokratie mit guter Zuversicht dem Urteil der Wähler stellen. Die Versammlung in Lemgo, in der Hitler gestern abend sprach, war von Nationalsozialisten aus Westfalen, Hannover und Braunschweig so stark besucht, daß die einheimischen Wahl- berechtigten dagegen fast verschwanden. Berlins Not steigt. Wohlfahrtserwerbslosenziffer seit 1. Januar 1931 rast verdoppelt Tie Zahl der unterstützte« Erwerbslosen in Berlin ist im Laufe des Jahres 1S31 ständig gestiegen; sie betrug am 1. Janur 1931 38l 376, am 1. Januar 1932 497 986. Die Steigerung beträgt also 36,3 Proz. Weitaus am stärksten haben sich die Erwerbslosen in gemeindlicher Fürsorge vermehrt. Die liosten der Wohlfahrtserwerbslosen fallen allein der Gemeinde zur Last. ES wurden am 1. Januar 1931 116 139 WohlfahrtS- erwerbslose gezählt, am 1. Januar 1932 dagegen 226 938; die Steigerung betrug demnach 96,2. Proz. An dieser Steigerung sind die einzelnen Gruppen von Erwerbs- losen— Unterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung. in der Krisensürsorge, Erwerbslose in gemeindlicher Fürsorge(Wohl- fährtserwerbslose)— sehr verschieden beteiligt. Es sind gerade diejenigen Erwerbslosengruppen angewachsen, die eine finanzielle Belastung der Gemeinde bilden. Die Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung, bei der eine Belastung der Gemeinde fortfällt, sind von 182 899 am 1. Januar 1931 auf 133 507 am 1. Januar 1932, d. h. um 27 Proz. gefallen. Dagegen ist die Zahl der Hauptunterstützungs- empfänger in der Krisenfürsorge von 82318 am 1. Januar 1931 auf 143 541 am 1. Januar 1932, d. h. um 7 4 Proz. g e- stiegen. Die Krisenfürsorge wird zu vier Fünfteln vom Reich, zu einem Fünftel von den Gemeinden finanziert. Graham gestorben. Der freihändl erische Wirtfchastsminister der Labourregierung London, g. Januar. Der frühere Handelsminister Graham ist der Lungenentzündung. an der er seil einige» Tagen daniederlag, heute nacht erlegen. Er hat ein Alter von 44 Jahren erreicht. Graham, der aus der Universität Edinbourgh hervorgegangen war, war der bedeutendste Finanz- und Wirtschastssachvcrständige, den die Arbeiterpartei besafz. Dem Unterhaus gehörte Graham seit 1918 als Vertreter von Edinbourgh an. Aus kleinster Stellung hat er sich zum Unterstaats- sekretär im Schatzamt und schließlich zum Präsidenten des Handels- Ministeriums heraufgearbeitet. Graham war vorbehaltloser Frei- Händler. Er hatte das Ministerium von Juni 1929 bis August 1931 iune. Bei den Oktoberwahlen kandidierte Graham wieder für die Arbeiterpartei, unterlag aber dem konservativen Gegenkandidaten. Wo Nazis regieren. Schwere Erschütterung der Staatsbank in Braunschweig. Rrauuschweig, g. Januar.(Eigenbericht.) Die Angriffe der Natlonalsozialisleu gegen den verantwortlichen Leiter der Staatsbank. Slübbeu, zeigen jetzt sehr ernste Folgen für das Jnstltul. Diele IKilNouen Mark sind von den Gläubigern der Staatsbank mit kurzer Frist gekündigt worden. Mit weiter?» Abziehungen muß gerechnet werden. Eine« sehr schlechten Eindruck machte es auch bei den Kunden der Staatsbank, daß der deutschnaUonale Finanzminister Dr. K ü ch e u t h a l in der Presse erklärte, er unterholte kein Konto bei der Braunschweigischen Staatsbank. Das Vertrauen zur Slaalsbauk ist jetzt in Mirtschaftskrelseu durch die weil übertriebenen Angriffe der National- sozlalisten aufs tiefste erschüttert. » In H e l m st e d t wurden von dem Schnellrichter 7 Kommunisten, die sich an den Straßentnmulten beteiligt hasten, zu hohen Gefängnis- strafen verurteilt. Zwei Angeklagte erhiellen je 1 Jahr, drei g und '7 Monate und zwei 2 Monate bzw. 6 Wochen Gefängnis. Als der Bevölkerung das Urteil bekannt wurde, entstanden neue Strahendemonstrationen, denen das Ueberfallkommando aus Braunschweig entgegentrat. Vom Gummiknüppel wurde reich- lich Gebrauch gemacht. politische Messerstecherei. Motsront unk» SA. im Kampf. Cemnih, 9. Iaimar.(Eigenbericht.) In Niederfrohna bei Chemnitz kam es zu einer folgen- schweren Messer st echerei zwischen Nationalsozialisteu und Kommunisten, wobei es mehrere Leicht- und zwei Schwerverletzte gab. Die Zusammenstöße setzten sich vor dem Arbeitsgericht Limbach fort, bis endlich von einem Ueberfallkoimnando aus Chemnitz die Ordnung wiederhergestellt wurde. Auch dieser zweite Zusammenstoß hatte mehrere Verletzte zur Folge. � Oawes als präsidenischastskandidat. Rücktritt von der Abrüstungskonferenz. New Dork, 9. Januar. Der amerikanische Botfchafter in London hat plötzlich erklärt, er werde demnächst wisder in die Wirtschaft zurückkehren Es war bereit« fest längerem bekannt, daß er sich in feiner amtlichen Tätigkeit nicht sehr wohl fühlte. Seme Erklärung hat im Weißen Hause aber außerordentlich überrascht, da er erst vor wenigen Wochen zum Führer der Delegation ernannt worden war. Man rechnet jetzt damit, daß er einige Wochen nach Konferenzbeginn ausscheiden werde. Wie aus gut unterrichteten republikanischen Kreisen verlautet, kommt Dawes ernstlich als republikanischer Präsidentschaftskandidat in Frage. Hoover will sich auch wieder auf- stellen lassen._ Vier Bedingungen der Nikiatur. Sozialistische Antwort in Spanien. Madrid, 9 Januar.(Eigenbericht.) Zu den Gerüchten, daß der ehemalige Außenminister Lerroux mu Unterstützung der Guardia Civil eine Diktaturregierung errichten wolle erklärte der sozialistische Minister Caballero: Um eine j 30 neue Gchufo-Hundertschasten stellt das Reichsbanner im Gau Berlin auf! Der zungengewandte Propagandachef der Nazis, Herr Dr. Goeb- bels, hat im vergangenen Jahre einmal in einer seiner bekannten Brandreden prophetisch den Satz ausgesprochen:„Das End« dieses Jahres sieht uns entweder an der Macht oder im Gefängnis!" Der kleine Joseph hat sich als ein falscher Prophet erwiesen. Aber wenn sich auch die Prophezeiungen nicht erfüllt haben, eins haben die Nazis im vergangenen Jahre fertiggebracht: in dem Maße, in dem ihnen der Kamm schwoll, in dem ihre prominenten Führer mit Köpferollen und Aushängen drohten und in dem sich als Folge dieser Hetzereien die Gewalttätigkesten der SA.-Horden häuften und sich, wie in Braunschweig erwies, bis zum offenen Bürgerkrieg steigerten, ist der Wille zum Widerstand gewachsen. In den letzten Wochen ist dieser Widerstandswille zur hellen Flamm« emporgelodert und hat in der„Eisernen Front", die alle Republikaner ohne Unterschied der Partei zusammenschließt, einen sichtbaren Aus- druck gefunden, der zugleich als Stimmungsbarometer anzusehen ist, weil er den Zusammenbruch der Nazi-Psychose offenbart. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hat in: letzten Jahre fleißig an der Ausbildung seiner Schufo-Abtestungen gearbeitet. In den letzten Monaten hat es starken Zuzug erhallen, nameittlich aus der Jugend, die mehr und mehr ftu der Erkenntnis kommt, daß es ihre Pflicht ist, Seite an Seite mit ihren Vätern die Republik davor zu bewahren, daß sie polstischen Abenteurern ausgeliefert oder zu einer Nazikaserne degradiert wird. Durch den Eintritt von Tausenden neuer abtiver Mit- glieder ist der Berliner Ganvorstand des Reichs- banners in der Lage, die Aufstellung von zunächst fünfzig neuer Schnfo-Snndertschasten vorzubereiten. Fünfzig Hundertschaften Schufo bedeuten 5000 Jünglinge und Männer, die bereit sind, den Staat zu verteidigen. 5000 Jüngling« und Männer, die nicht mit Glücksgütern gesegnet sind, die, zum Teil arbestslos, von kläglichen Unterstützungen leben müssen und die dennoch nicht resignieren, well sie wissen, daß noch mehr aus dem Spiele steht, wenn der Ungeist des Hakenkreuzes triumphiert. Für jeden einzelnen der 5000 bedeutet die Einreihung in die Schufo die freiwillige Uebernahme neuer Opfer an Zeit und Geld! Was wissen eigentlich die geruhigen Bürger von den Anforderungen, die an einen Schufomann gestellt werden! Bei den Entfernungen in Berlin erfordert die Teilnahme an den Schulungskursen Fahrgeld und schließlich darf er bei den nicht ungefährlichen sonntäglichen Agstationsfahrten, nur ein Stück Brot in der Tasche, obendrein noch seinen Platz im Lastauto bezahlen! Fünfzig Hundertschaften Schufo bedeuten aber nicht nur 5006 kampfesfreudige Männer, sie bedeuten auch 5000 Windjacken, 5000 Mützen, 5000 Tornister, 5000 Decken, 5000 Koppel, 5000 Brotbeutel, 5000 Feldflaschen, kurz alles, was zur Ausrüstung gehört. Bor einem Jahr noch war es selbstverständlich, daß der Schufomann sich seine Ausrüstung selbst oder mit Hilfe seiner Kameraden beschaffte. Heute ist nicht mehr daran zu denken. Im Zeichen der Krise vermag sich jeder nur die allernotwendigste Kleidung zu beschaffen. Da sich das Reichsbanner nicht wie die&1L Hitlers der Gunst der Jndustrieherren und anderer grotzkapstalistischer Kreise erfteut— wir verzeichnen es mst Genugtuung— bleibt ihm nur der Glaube an die S o l i d a r i- t ä t der republikanischen Schichten. Mst dem Bekenntnis zur republikomschen Idee muß in der Zeit eistscheidender Kämpfe der leidenschaftliche Opferwille unlösbar verbunden fein. Deshalb die Parole: für jeden Schufomann drei, fünf, zehn frei- willige Helfer, die sein« Ausrüstung ermöglichen! Fünfzig Hundertschaften Schufo— 5000 kampfentschlossene Männer und ein Heer opferfreudiger Helfer— das ist eine ideale Kampfgemeinschaft! K- Wiegner. Der vereitelte„Fall Neins" Ein Jahr Gefängnis wegen unbefugien Wassenbesihes/ Mutter und Gohn Am 4. Januar zwischen 11 und 12 Uhr beobachteten zwei Frauen in der Köpenicker Straße einen verdächtigen jungen Menschen, bald lief er in ein Haus hinein, bald in ein anderes; als er aber dem Geldbriefträger in das Haus Köpenicker Str. 32 folgte, hosten sie einen Polizeibeamten. Der junge Mensch kam gerade die Treppe herunter: auf die Frage de« Schupobeamten. was er im Haufe wollte, gab er eine wenig zufriedenstellende Ant- wort: bei der Durchsuchung fand man bei ihn einen scharf geladenen und gesicherten Revolver mit einer Patrone im Lauf, einen Totschläger und einen langen Bohrer mst einem schweren Stiel. Auf dem Polizeipräsidium gestand er. einen U e b e r f a l l aus den Geldbriefträger beabsichtigt zu haben. Er erhiest wöchentlich 4,50 M. Unterstützung, seine Mutter 37,50 M. Am 4. Januar drohte beiden die Exmission, die Muster hatte am Morgen gesagt, geh' und schaff' Geld. Er oersprach welches von Bekannten zu holen, nahm aber in Wirklichkest den Gedanken auf. den er berests von 14 Tagen erwogen haste, verfolgte einen Geldbriefträger, traf mst ihm auf einem Flur zusammen, brachte aber nicht den Mut auf,«stvas zu machen.„Mir lag das nicht, ich konnte es einfach nicht, ich haste den Gedanken berests verworfen, stellte mir aber die Möbel auf der Straße vor, die Muster mit dem Gerichtsoollzieher. ich durfte nicht nach Hause, ich folgte dem Briefträger noch einmal." Mst einem Worte: ein oerestester»Fall Rems"— mst dem kleinen Unterschied, daß hier wirkliche Not vorlag. Den Revolver wollte der junge Mensch der Muster weggenommen haben, weil diese mst Selbstmord droht«, den Schlagring wollte er berests von der Zeit her bei sich führen, als er sich noch aktiv politisch betätigte. Die tieferen Zusammenhänge des unseligen Vorhabens dieses Burschen wurden auch gestern vor dem Schnellgericht nicht enchüllt. War es Lieb« zur Mutter, war es Furcht vor chr— das in ihm die verbrecherischen Gedanken aufkommen ließ?— die Kriminalpolizei beschäftigen im Augenblick noch die Beziehungen zwischen Mutter und Sohn. Daß er sich aber zu ihr in einem Zustande völliger Hörigkeit befand, erfuhr man aber von der Pflege- fchwester der Mutter. Zeuge übelster häuslicher Berhältnisie— der Vater lebt jetzt von der Mutter getrennt—, später Zeuge wüstester Orgien in der Wohnung der Muster, in allem ihr zu Willen, noch als erwachsener Bursche mit der Hundepeitsche von ihr geschlagen, rief er nicht festen in heller Verzweiflung: Muster, hör doch auf. ich will dir alles tun, ich kann es nicht mehr ertragen, jetzt mach ich Schluß— mst dem Revolver in der Tasche lief er aus dem Hause. Und doch liebte er sie über alles. Er entwendete für sie Geld bei der Großmuster, jeden Pfennig gab er ihr ab. Und zu feinem Lerteidiger sagte er: ich hätte der Mutter das Geld verschafft und mir dann eine Kugel in den Kopf gejagt. Der Vater verweigerte seine Zlussaze. Der Sohn schluchzte aber herzzerbrechend. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Gefängnis wegen unbefugten Waffenbesitzes: die Vorbereitung zum Raub Überfall war strafrechtlich nicht zu fassen. Das Gericht ver- urteiste den Zweiundzwanzigjährigen zu einem Jahr Gefängnis. Ein« Bewährungsfrist wurde abgelehnt. Diktatur wie 1923 ins Leben zu rufen, sind vier Vorbedingungen nötig: wenn nur eine von ihnen fehlt, ist der Plan unmöglich. Erstens müßte jemand da sein, der das Wagnis unternimmt und eine Macht hat, die ihm dabei Hilst, Zwestens ein Alfons XIII.. der das Land verrät, drittens eine feige Regierung, die die Diktatur zuläßt, und viertens ein Volk von Hammeln, das sie erträgt. In Valencia wurden drei Kavallerieoffiziere wegen antirepubli- konischer Machenschaften verhaftet. Hochbahn fährt weiter langsam! Oer neue Schaden am Viadukt. Der neue Vlalerialschaden am Hochbahnviadukl im Zuge der Gitschiner Straße, der zweite, der innerhalb von vierzehn Togen festgestellt worden ist, hat sich als nicht allzu gefährlich herausgestellt. Trotzdem sind, wie bereits im„Vorwärts" mitgeteilt wurde, entsprechende SIchernngsmaßaahmeu gelrossen worden, um die ordnungsgemäße Durchführung des Betriebes in keiner weise in Frage zu stellen. Da die Bahnen auf der schadhaften Linie nur mit zehn Kilo- meter Geschwindigkest fahren dürfen, der Fünfminutenverkehr im großen und ganzen aber eingehalten werden soll, vollzieht sich der Gesamtoerkehr auf der Linie Schöneberg— Hallesches Tor— War- schauer Brücke demzufolge etwas schleppend. Um auch in den Haupl- verkehrszeiten die Massen einwandfrei befördern zu können, sollen die Züge außerdem verstärkt werden. Auf der Strecke Uhland- straße— Gleisdreieck ist der Betrieb völlig normal. Man hat einen Pendelverkehr eingerichtet, und.die Züge von Uhlandftraße wenden auf der Station Gleisdreieck. Der neu« Schaden an dem Hochbahnviadukt, der vor über 25 Jahren errichtet wurde, gibt der BVG. Veranlassung, die ganze Strecke einer nochmaligen genauen Prüfung zu unterziehen, da es nicht ganz unwahrscheinlich ist, daß sich auch an anderen Stellen noch zu behebende Mängel zeigen werden. Winde sind allenthalben schwach.�Jn der vergangenen Nacht war in den meisten Gebieten leichler Frost zu oerzeichnen. In der kommenden Nacht wird mit einem erheblichen Temperaturrückgang auf etwa minus 4 bis 6 Grad gerechnet. Der Sonntag wird aller Voraussicht nach zunächst heiteres Wetter bringen. In den Abend- stunden ist wahrscheinlich mit zunehmender Bewölkung zu rechnen. In England ist nämlich starker Barometersall eingetreten, und die Schlechtwetterzone wird auch unser Gebiet streifen. Die vorliegenden Anzeichen deuten darauf hin, daß mit der zunehmenden Bewölkung auch Niederschlagsneigung zu erwarten ist. In den deutschen Mittelgebirgen ist überall wieder Neuschnee gefallen, so daß die Sportmöglichkeiten stellenweise gut sind. VoraussichilichschönesGonntagswetter Aber aus England naht wieder Schlecktwetterg biet Seit Freitagabend haben die Niederschläge im ganzen Reich völlig aufgehört. Auch im Süden, wo es gestern noch heftig regnete. ist inzwischen trockenes Weiter eingetreten.- Air Zeit herrschen nur geringe Luftdruckunterschiede, die Diebeskolonne gefaßt. Razzia am Wedding. Bor einigen Tagen wurde eine Diebeskolonne bei dem Versuch, ein Zigarrengeschäst in der Oderberger Straße auszuplün- dern, überrascht. Drei Diebe entkamen, der viert«, ein 25 Jahre aller Waller T., wurde festgenommen. Di« Beamten der Jnspek- tion II 2 stellten bald den Umgang des T fest. Dabei erfuhren sie, daß seine drei Freunde sich in den Abendstunden zwischen 9 und 10 Uhr in einem Lokal am Wedoing zu treffen pflegten, um hier ihre neuen Raubzüge zu besprechen. Gestern abend wurde dieses Lokal plötzlich besetzt. 14 Per- sonen wurden angetroffen. Alle mußten sich ausweisen und tat- sächlich fand man unter den Gästen die drei Freund« des Verhasteten. Gleichzeitig wurde ein Peter K.. ein Fllrsorgezögling. erwischt. K. war vor einige» Tagen vom Amtsgericht Wedding verurteilt worden und sollte m die Fürsorgeanstall zurückgebracht werden. Unterwegs entwischte er aber seinen Begleitern. Sein Pech wollte es, daß er gestern abend in das Lokal geriet und von den Beamten erneut festgsnommeu wurde. Die übrigen Gäste wur- den wieder entlassen._ Zwei Torpedoboote zusammengestoßen. Kiel, 9. Januar. Wie die Nachrichtenstelle der Martnestatton der Ostlee mitteill hat heute nacht bei einer Angriffeübung«in leichter Zusammen stoße zwischen den Torpedobooten„I 157" und..? 151" stau, gefunden. B«id« Schisse sind zur Ausbesierung ihrer Schäden in das Marinearsenal nach Kiel eingelaufen. Personen sind bei dem Zusammenstoß nicht verletzt worden. Kremdwörterstunde Falsches, Zweifelhaftes, Nichtiges „Schsrrih, Scherrih!" rief Fräulein Naumann ihren Hund, der tatsächlich so heißt. Nicht von der Vorsehung, doch infolge eines Einfalles von Herrn Krause, dem Lieferanten Sherrys. Sherry, dieser weitverbreitete Hundename, ist ein französisches Wort. Also Cheri. Auf Deutsch etwa Liebling. Sherry-Brandy dagegen ist englisch und außerdem falsch geschrieben. Es ist Cherry-Brandy. Der Hundename Sherry gebührt einem Südwein. Wer ein bißchen Phantasie besitzt, tauft seinen Hund nicht Chery. Es gibt so viele entzückende Namen. Neulich hat mir ein wissenschaftlich belasteter Mitmensch ge- schrieben, ein Satz wie„Es gibt so viele entzückende Namen" sei grundfalsch. Weil auf das„so" kein„daß" folge. Das arme„so" se' nicht nur ein Tor-so, sondern sogar eine Irreführung des Publi- kums. Man sitze ganz atemlos da und warte auf das„daß", und es folgt kein„daß". Nein, es folgt leider nicht Das„so" ist ein „so" ohne„daß" Ich bin sehr betrübt, daß es so ist Aber ich kann es nicht ändern. Der Himmel hat es so gewollt. Ganz ohne „daß". Der wissenschaftliche Mitmensch wird wohl keinen Hund haben. Sollte er jedoch einen haben, so weiß er zweifellos, daß das „Sherrih" ursprünglich ein„Cheri" war. Mein Dackel heißt Agathe (und in Frankreich wird er„Achcchtsche" gerufen.) Das ist griechisch. Aber es ficht weder mich, noch den Dackel an. Er ist ein Weibchen, und ein seelengutes Geschöpf ist er obendrein. Darum behasten wir das„Agathe" für die Agathe bei, von der wir merkwürdigerweise immer per„er" sprachen, well wir das Wort„Dackel" ergänzen. Helgoland ist bestimmt nicht weiblich, aber im Hafen zu Hamburg sah ich die„Helgoland" liegen. Schiffe sind unmer weiblich. Und solche Regeln sind Lüge. Schiffe sind keineswegs immer weiblich, und das Deutsche hat gar keine Regeln, sondern nur Ausnahmen. Eine verzwickte Sprache. Und weil wir eben bei Hamburg sind, will eine Hamburger(ich schreibe Adjektive, die von Städtenamen abgeleitet sind, aus Eigensinn immer klein) Eigentümlich lest be- richten. Bekanntermaßen sagt der Hamburger nicht Stock und „Sstock" und„Sstein", und so richtig feine Leute(es folgt kein „Sftock" und.Sstein". und so richtig feine Leute(es folgt kem „daß"!) ssprechen denn auch das St nach dem Vorbild der Hamburger aus. Hierzu ist zu bemerken, daß die Aussprache des Ham- burgers falsch und die Schreibart ebenso falsch ist. Es müßte tat- sächlich Schtock und Schtein heißen. Nun schießen aber manche Leute in Hamburg, die unter der Aussprache sozusagen leiden und sich ihrer wie eine Geziertheit bewußt sind, über das Ziel hinaus und schvrechen dort ein(cht, wo das fst richtig wäre— zum Beischpiel in „Pastete" und„Existenz". Von gebildeten, keineswegs den unteren Schichten angehörigen Hamburgern hörte ich zu meiner nicht ge- ringen Verwunderung„Paschteie" und„Exischtenz". So schlägt der Trieb, korrekt auszusprechen, ins Gegenteil um. Mit dem Worte„Pyjama" quält sich mancher ab. Wie es geschrieben wird, spricht es keiner. Am öftesten hört man„Püdd- jahma". In der Einzahl. Aber die Einzahl existiert nicht. Es gibt nicht den und nicht das Pyjama. Es gibt nur Pyjamas („Pdjamas") in der Mehrzahl, nämlich Jacke und Beinkleid ali� Hose. Doch das ist wie mit der Brille, die aus dem Lateinischen bervllae kommt und die Brillen(Mehrzahl) heißen müßte und trotz- dem als Einzahl eingedeutscht wurde. Auch die obenerwähnten Hosen waren einmal zwei, also ein Paar, also die Hosen. Ist es deshalb falsch, wenn wir den Singular verwenden? Und muß man die Gong sagen und der Cape und die Sketsch und das Lunch? Ach, ich bin dafür, daß wir es mit Fremdwörtern nicht so genau nehmen. Und was ist mit China? China ist ein fragwürdiges Land. Wir Deutsche(oder wir Deutschen? Wir beide oder wir beiden? Duden läßt„Wir Deutsche" und„Wir Deutschen" zu, plä- diert aber für„wir beide") reden von„China" und machen aus dem Ch ein I. Einst war es ein S. Die Apfelsine(Der Apfel aus Sina) und die Singalefen beweisen es. Mit gleichem Fuge könnten wir Tschaine sagen. Denn wir haben die Mehrzahl dieser exotischen Wörter auf dem Umweg über England bezogen, führen die„Geisha" in englischer Fassung und die eigens in englische Schreibweise iibar- trägeren Städtenamen in entstellter Fassung im Munde, sagen also Bombay und Stngapore und Ranggon, wie es dasteht, obwohl die Städte bombeh, Singapur und Rangün heißen. Damit die Eng- länder das Wort Takkür richtig aussprachen, haben sie eigenmächtig und selbstherrlich, wie sie sind, einen„tagore" draus gemacht. Heu sie auf Grund dieser Schreibweise„Tagür" aussprachen. Wir jedoch übernahmen prompt den Tagore, der niemals so geheißen hat. Der Zoologische Garten zu Amsterdam trägt an seinem Portal und aus geschäftlichen Briefbogen das Motto„Natura artis magistra"(auf Deutsch:„Natur ist die Lehrmeisterin der Kunst"). und wie nennen demzufolge die Amsterdamer ihren Zoo? Den Artis! Ui d kein Vernünftiger wird sie darob schelten. Wenn irgendwo, so war in diesem Fall die Natur Lehrmeisterin der Kunst. Mit Fremdwörtern ist es überhaupt eine Kunst. Sie sind keine Glückssache, dafern man so schlau ist, sie systematisch falsch cruszu- sprechen und so zu tun, als wisse man Bescheid und verquatsche sie absichllich. Onkel Karl sagt„m Pranthese",„intermiftisch" und „infiszieren"(da spukt das„konfiszieren" hinein» und drückt sich mit bemerkenswertem Geschick um diejenigen Plurale, die ihm nicht geheuer sind.' Dazu gehören die Wörter„Album",„Villa" und „Museum". Sagt jemand„Albums", so erschrickt man zwar über das Bumms, braucht ihn aber nicht zu verspotten. Die richtige Form(„Alben") hat etwas Gequältes. An„Museen" und„Villen" haben wir uns gewöhnt. Wir sind es halt gewohnt. Man sagt auch allgemein„Kakteen" und nicht„Kaktusse". Deutsche Wörter haben in der Mehrzahl nie und nimmer ein s. Und wie alle Regeln weist auch diese Regel eine Ausnahme auf. Könige sind Könige, und Königs ist die Familie König. Oder heißt es:„Königs find die Familie König?" Das ist gehupft wie gesprungen. Einmal bezieht man das Verbum auf Familie, das andere Mal auf die Mehrzahl„Könige". Hans Roimcilln. Prozeß mit Hindernissen Ein Bäcker hält den Stahlhelmer fest. Der Graf Helldorf-Prozeß begann auch heute— mst Aus- fetzung der Verhandlung! Der angeklagte Jungstahlhelmmann R e h f e l d fehlt In einem Schreiben an einen seiner Mitange- klagten bat er, dem Gericht mitzuteilen, daß der Bäckermeister, bei dem er beschäftigt ist, ihn nicht weglasse, da es zuviel Arbeit gebe: sollte sein« Anwesenheit notwendig sein, so biUe er, ihn durch die Polizei vorführen zu lassen; die Verhandlung sollte aber nicht unter- brachen werden, da er noch vorher nach Haus« müsse, um sich um- zuklciden. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Steenig macht darauf aufmerk- fam, daß der Angeklagte Rehseld vom Gericht eine für den Ar- beitgeber bestimmte Bescheinigung habe, daß er für die Ver- Handlungstage freizugeben sei. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Steenig beantragt, die Verhandlung zu unterbrechen und Rchfeld oorzu- führen. Die Verhandlung könnte nur fortgesetzt werden, falls das Gericht die Anwesenheit des Angeklagten nicht für notwendig er- klärt. Das Gericht beschließt, die Verhandlung auszusetzen und Reh- feld vorführen zu lassen. Gegen Äll Uhr erscheint der Angeklagte Rehfeld in Arbeits- kleidung, von einem Schupobeamten vorgeführt, im Gerichtssaal. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt er, er habe dem Chef die Bescheinigung des Gerichts vorgelegt, habe ihm auch gesagt, daß er vom Schupo abgeholt werden würde, falls er von Gerichtsstelle fort bliebe; der Chef habe aber gemeint, das könne nicht sein, es sei im Geschäft viel zu tun und er müsse dableiben. Rechtsanwalt Dr. Apfel, der heute als erster Zeuge vernom- men werden soll, ist nun in einer anderen Verhandlung unabkömm- lich. Statt seiner wird der Rumäne M a n e a gehört. Er schildert, wie in den beiden ersten Verhandlungen, die Mißhandlungen die er auf dem Kurfürdendamm erlitt, well man ihn für einen Juden hielt. Erst kurz nach 1 Uhr konnte mit der Vernehmung des Rechts- anwalts Dr. Apfel begonnen werden. Wie in der ersten Ver- Handlung schilderte er ausführlich seine Beobachtungen vom Balkon seiner Wohnung aus. Er sah, wie ein Mann die Nazisprech- chöre dirigierte, wie die Gruppen sich teillen und auf Kom- mando sich wieder zusammenfanden, wie einige Leute vor seinem Hause gewissermaßen die ganze Leitung unter sich hatten. Die ganze Demonstration, sagt der Zeuge, war so angelegt, daß man beim ä)ie cUiandichurei- iKommifiion Die Mitglieder der Kommission, die zur Prüfung der Rechts- fragen in der Mandschurei amtieren soll, sind nun endgüllig ernannt. Oben: Gouverneur a. D. Schnee(Deutschland), General Claudel(Frankreich). Mitte: Lord L y t t 0 n (England), der Borsitzende. Unten: General Mac C 0 y (USA.) und Botschafter Aldoorandi(Italien). Herannahen der Polizei verduften oder so tun konnte, als wäre man nicht dabei gewesen. Es wurde in der Presie unter anderem be- hauptet, das Ganze sei nicht organisiert gewesen. Man könnte genau so sagen, daß wir uns alle hier im Gerichtssaal zufällig getroffen haben Zum Schluß seiner Aussage erklärte der Zeuge unter anderem folgendes: Ich habe nach den erste« Verhandlungen Dutzende von anonymen Drohbriefen erhalten. sowohl an die Adresse meiner Wohnung als auch an die meines Büros. Eine große Anzahl dieser Briefe Hab« ich vernichtet, um meinen Angestellten und meiner Frau die Beunruhigung zu er- sparen. Es wurde mir in diesen Briefen unter anderem ein Schick- sal angekündigt, daß. wäre es in Erfüllung gegangen, ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte, heute hier meine Aussage zu machen. 21 m Abend vor meiner Vernehmung m der ersten Verhand- lung wurde ich etwa zehnmaltelephonisch angerufen und mußte die unflätig st en Drohungen über mich ergehen lassen. Auch gestern abend erfolgte ein Anruf, es wurde mir gedroht, daß mir was blühen würde, wenn ich heute meine Aussage hier so machen wollte wie letztens Auch über das Verhalten ein- zelner Angeklagten wurden mir anonyme Mitteilungen gemacht; ich habe sie nicht weitergegeben, weil sie evtl. aus unlauteren Quellen stammen konnten. Ich habe mich hier bemüht, ganz obiektiv das zu bekunden, was ich beobachtet habe Äöenn es in Deutschland nicht mehr möglich sein sollte, ohne bedroht zu werden vor Gericht Aus- sagen zu machen, so sind die Aussichten für die Zuuknft allerdings schwarz. Ich lasse mich jedenfalls von Drohungen nicht ein- schüchtern." Neues Aeilungsverbol. Di« Wochenschrift„Das andere Deutfch- kand ist wegen ernss am 2. Januar erschienenen Artikels„Antwort an die maßgebenden Kreise" in Deutschland bis zum ö. Februar verboten worden. Erstes Ginfoniekonzeri der Lindenoper. Erich Kleiber dirigiert. Erst zu Beginn der zweiten Hälfte der Saison ist es uns ver- gönnt, das erste Sinfoniekonzert der Staatsopernkapelle zu erleben und Erich Kleiber, den Welgereiften, am Pull begrüßen zu können. Er vertritt diesmal ein Programm, das Werke von Chri- stian Bach. Ravel,'Haydn und Rezmzek in der angegebenen und sicherlich nicht unanfechtbaren Reihenfolge enthäll. Es scheint uns reichlich sinnlos, zwischen dem Londoner Bach und Josef Haydn Ravel zu spielen und so die kühle, klare Welt der Musik des 18. Jahrhunderts mit der klangphantastischen des Impressionismus wie der ausgehenden Spätromantik einfach alternieren zu lassen. Ein Programm sollte mehr sein als ein Durcheinander oerschie- dener Stile, wie es eben durch wahlloses Aufeinanderfolgen mehrerer Stücke entsteht, es sollte mehr sein als«in dem Zufall preisgegebe- nes musikalisches Ragout: eine geistig« Einheit nämlich, die durch so äußerliche Umstände wie etwa, welcher Platz den Solisten einge- räumt werden müßte, nicht gefährdet werden dürfte. Ravels Klavierkonzert, das da feine deutsche Urauf- führung erlebte, ist wohl ein für den einarmigen Virtuosen Paul Wittgenstein(den Solisten des Abends) geschriebenes Ge- legenheitswerk, das viele reizvolle Einzelheiten koloristischer, rhyth- mischer und dynamischer Natur enthäll, ohne einen bezwingenden Gesamteindruck hervorzurufen, sozusagen eher ein« Art Erinnerun- gen an Ravel(von ihm selist zusammengestellt) als«in neues ori- ginelles oder gar notwendiges Werk von ihm Kleiber führte das Orchester mit gewohnter Sicherheit und Eleganz; er brachte Haydns Sinfonia concertante für Violine, Cello, Oboe, Fagott und Or- chester gut heraus(die Soli spielten Kniestädt, Mainardi, Arnöldt und Fogmann; ein Sonderkompliment dem Fagottisten!), erkämpfte sich vor allem aber mit drei Sätzen der Tanzsinfonie von Rezistzek — Czardas. Ländler und Tarantella— einen großen Erfolg. Die Tarantella wußte er schön auszubauen und mit grandioser Steigerung zu hinreißender Wirkung zu bringen. A. W. „Lügen auf Nügen" pnmus-palast. In Binz auf Rügen möchte sich jeder gern zu einer glanzvollen gesellschaftlichen Stellung emporlügen. Darum wird aus einem Herrn Schulz ein persischer Kronprinz und aus einer ißaistm Bill eine Vanderbill. Man katzbuckelt oor der Hoheit, man dienert vor dem Geld, und am Schluß des Durcheinanders stehen ein glücklich verwbtes Paar und drei Geschäftspartner, die in Zukunft«ine ehe- malige Zahnpasta als Mittel gegen Hautjucken oerkaufen werden. Trotzdem die Filmindustrie jetzt Lustspiele am laufenden Band produziert, scheint die Zell des guten Filmlustspiels(wie etwa„Die Ehe im Kreise" von Lubitsch) ein für allemal dahin. Man hat den Tonsilm eben in eine zu vergröbernde Manier hineinmanöveriert. Auch Victor I a n s 0 n. der Regisseur dieses Films, benutzt wie- ver die übliche Tonfilmschal lone. doch arbeitet er nicht so fad und so albern wie die meisten seiner Kollegen. Er schildert sogar alle Spießertypen samt dem wotangläubigen Dr. Tveuherz recht gut. freilich ohne je die leiseste Anklage zu wagen Otto Wallburg und Ralph Slrtur Robert« sind ein lustig wirkendes Paar, und Maria Soloeg, von der man kaum barstellerische Fähigkeiten verlangt, zieht sich recht geschickt aus der Affäre, weil sie vorzüglich aussieht und tanzt. Ein paar nette Landschqftsaufnahmen sind eingeschallet. aber da Rügen die schönste Insel Deutschlands ist, hätte man getrost mehr Draußenausnahmen machen sollen, e. b. „Mal was anderes." Llniversvm. Da sitzt man nun jahraus, jahrein im Theater oder im Kino und muh sich den ganzen Wand Dinge vorspielen lassen, mit denen man vielleicht gar nicht einverstanden ist. Witzige Köpse sind längst auf die Idee gekommen, die Aktwität des Publikums dadurch zu beleben, daß man es mitwirken läßt. Zum Beispiel: Die Handlung wird bis zu einer gewissen Höhe geführt, und nun läßt man das Publikum abstimmen, ob es diesen oder jenen Zlusgang haben wlll. (Es sind natürlich beide vorbereitet.) Im Porprogramm des Uni- versum wurde etwas ähnliches für den Film oersucht. Eine Film- Handlung geht vor sich, es will sich einer aus Liebesgram von der Funkturmspitze herunterstürzen. Schon hängt er mst dem Kopf nach unten. Da tritt plötzlich eine Gestalt aus dem Publikum auf. ruft den Selbstmörder zur Vernunft zurück und gibt dem Film scheinbar im Auftrage des Publikums eine neue Wendung; er läuft rückwärts und nimmt von dem Punkt an, wo die Entscheidung los- geht, eine neue Wendung zum guten Ende. Die Sache fängt ganz witzig an: Richard Hütte r hat den Einfall gehabt, Hugo Fifcher-Köppe macht die Stimme des Publikums. Man freut sich, im Film mal etwas anderes zu erleben, aber in der Durchführung hapert es noch ziemlich. Die Idee ist gut, aber im Detail versagen noch Witz und Phantasie. Die Wochenschau ohne Zwischentiiel. Die Deulig-Ton- wache kam gestern zum erstenmal in einer neuen Form heraus. Die Tonwochenschau oerdient setzt, wirklich diese Bezeichnung, sie verzichtet jetzt ganz auf geschriebene Zwischentitel, die Erklärung der einzelnen Bilder erfolgt durch einen unsichtbaren Sprecher. Der Sprecher wurde seiner Aufgab« m vollendeter Weise gerecht, er wird in Zukunft auch, wie die Ankündigungen mitteilen, sich der Form des Humors bedienen, wo es angemessen ist, aber man sollte hierbei sehr vorsichtig zu Werke gehen; mit dem Humor ist es eine eigentümliche Sache und reine Sachlichkeit ist oft angemessener. Aber im ganzen kann man die neue Einrichtung als einen Fortschritt begrüßen. Klaus Pringsheim in Tokio. Unser Musikkritiker Klau? Prings- heim hat in der Kaiserlichen Musikakademie zu Tokio lein erstes großes Orchesterkonzert dirigiert. Er wirkt bekanntlich sei» letztem Herbst dort als Orchester- und Chorleiter und Lehrer für Komp» sititm an der Akademie. Das Konzert, das durch Rundfunk in ganz Japan übertragen wurde und auch ein gesellschaftliches Ereignis bedeutete, fand im größten Saal Tokios statt. Das Programm ent- hiell ausschließlich Werke der deutschen Klassik und Romantik. Das größtenteils aus Lehrern und Schülern der Akademie gebildete Orchester erwies sich seinen Aufgaben gewachsen. Pringeheim, der das ganze Programm auswendig dirigierte, wurde herzlich gefeiert. Waria Ivogün fingt in der Volksbühne. Die Nachrichten über eine Erkrankung von Maria Jvogün bestätigen sich nicht. Die Künstlerin singt Sonntagoormttia g in der Matinee der Volksbühne. Karten in beschränkter Anzahl sind noch an der Theaterkasse erhältlich. Im Rose-Tbeater werden jetzt Sonder-Sonnlagzvsrstellunaen um S Uhr eingeführt. Atz erstez Stück gelangt zur Aufführung„Jugendfreunde" von Ludwig Fulda. Datz jüngst« Schauspieler-Apllektiv, Truppe lSSl. kann Montag mit der 25. Auffuhrung der„M ausefalle" im Kleinen Theater bereit» ihr erstes Juhlläum feiern. In der Staatlich«» Kunftbibllothek wird im Januar eine Ausstellung „Teutsche Äolkstypen und Volkstrachten" in photographi- fchen Aufnahmen von Hans Retzlaft gezoigt. Die Ausstellung ist tverktSalich von 10—22 Uhr geöffnet. 25 Millionen Erwerbslose Die Verschärfung der Weliwirtschasiskrise .�n der ungeheuren Verschärfung der Weltwirtschaftskrise gibt ..ic Untersuchung des Statistischen R e i ch s a in t s ein erschütterndes Bild. Diese Untersuchung, die die Entwicklung des Weltarbeitsmarktes bis zum 3 0. September erfaßt, stellt zunächst fest, daß die internationale Verschärfung der Krise im Frühjahr und Sommer 1931 nur eine ganz ge- ringe Saisonbelebung zum Durchbruch kommen ließ. In England und den Vereinigten Staaten war die Saison- besserung sogar derart schwach, daß bereits im Frühsonimer der Höchststand der winterlichen Arbeitslosigkeit wieder erreicht wurde. In der ganzen Welt war Ende September 1931 beretts wieder der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit vom Winter 1939/31 erreicht, den das Statistische Reichsamt auf 21 Millionen Erwerbs- lose beziffert. Die seit dem Herbst anhaltende Verschär- f u n g der Wirtschaftslage dürfte in Verbindung mit den Saison- enllassungen die Weltarbeitslosigkeit bei vorsichtigster Schätzung auf 23 Millionen Menschen hochgetrieben haben. Allein in der Zeit vom September 1939 bis zum September 1931 hat die hochkapitalistische Krise acht Millionen Menschen auf die Straße geworfen. Eine grauenhafte Entwicklung! In Deutschland war zum Stichtag der Untersuchung, dem 39. September 1931, die Arbeitslosigkeit gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres um 45 Proz. gestiegen, in England um 32 Proz. und in den Vereinigten Staaten schätzungsweise um 48 Proz.! In Europa sind auch die letzten„Konjunktur- inseln" von der Krisenwelle überschwemmt worden. So hat sich in der genannten Zeit die Arbeitslosigkeit in Belgien um 298 Proz., in der Tschechoslowakei um 198 Proz. und in der Schweiz um 79 Proz. erhöht. In Frankreich ist eine Rekordfteigerung sestzustellen, obwohl infolge der mangelhasten Statistik die offiziellen französischen Ziffern nicht entfernt der wirklichen Arbeitslosigkeit nahe kommen. So umfaßt die Statistik nur 147 999„eingetragene Arbeitslose", doch dürfte die Gesamtzahl schon im Herbst an 899 999 Erwerbslose dicht herangekommen sein. Auch in Italien hat „die Politik der starken Hand" die sprunghafte Steigerung der Arbeitslosigkeit von 799 999 aus 1,2 Millionen nicht verhindern können. Der Unterschied zwischen dem faschistischen Italien und anderen Ländern besteht nur darin, daß im Lande des Duce die Lage der von der kapitalistischen Krise betroffenen Opfer noch viel hoffnungsloser ist als anderswo. Die größte Arbeitslosigkeit hotten Ende September im Verhält- nis zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen die Vereinigten Staaten mit 18 bis 29 Proz. aufzuweisen. Großbrttan- n i« n folgt mtt 13,8 Proz. an zwetter Stelle, und den dritten und vierten Platz nehmen der Australische Bund mit 13,2 Proz. und Deutschland mit 13,1 Proz. ein. Hier sind aber nur die Vollarbeitslosen gerechnet. Zu einer richtigen Einschätzung der Krise kommt man erst, wemi man auch. die Kurzarbeiter berücksichtigt. Diese sind in vielen Ländern zahlreicher als die Vollarbeitslosen. Nach den Erhebungen der Gewerbeinspckwren ist z. B- die Zahl der Kurzarbeiter in Frankreich drei- bis viermal größer als die der Vollarbeits- losen. Das Elend der kapitalistischen Krise ist unabsehbar. Notverordnung im Baugewerbe. Sie Llniernehmer suchen Extraprofite. Die Vierte Notverordnung hat auch im Bau- gewerbe, wo in jahrzehntelanger liebung tarifrechtliche Selbst- Verantwortung und Selbstverwaltung zu hoher Blüte gebracht worden waren, die Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen dem ausschließlichen Ermessen und Willen der Parteien entzogen. Wie sehr dadurch das Selbstverantwortungsgefühl der sonst aus die „Unternehmerinitiative" so stolzen Arbeitgeber gelitten hat, zeigt ein kurzer Ueberblick über die bisherigen Bezirkslohnver- Handlungen. Fast überoll versuchten die Unternehmer, möglichst unter den Stand der Löhne vom 19. Januar 1927 herunterzukommen. Sie verfielen dabei auf die verschiedensten Schliche und Kniffe, wie Versetzung in niedrigere Lohnklassen, neue LohnklasseneinteUungcn, Vergrößerung der Spanne zwischen Hilfs- und Facharbeitcrlöhncn, Wegsall bestimmter Zuschläge und ähnliche Mittel. Begreiflich, daß unter diesen Umständen der staatliche Schlichter eingreifen muß. Das gilt z. B. für die Lohngebicte Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Mecklenburg, Isttterweser-Ems(Bremen), Freistaat Sachsen sowie für Boden und die Pfalz. In Nordwestdeutschland wallten die Unternehmer den Hilfsarhestern eine Extralohnein büße aufzwingen. So sollte in den Orten, wo die Lohnspoime zwischen Facharbeiter- und Hilfs- orbeiterlohn 1927 niedriger war, diese erhöht und in den Gebieten, wo sie über 17 Proz. lag, auf den Stand von 1927 zurückgebracht werden. Der Schlichter änderte an der im Reichstariivertrag festgesetzten Lohnsponne nichts, fetzte aber als Ausgleich für die Löhne vom 19. Januar 1927 für die Hilfsarbeiter einen Lohnzuschlag von 3 Pf. fest. Für Hamburg und einige Gebiete in Schleswig- Holstein erklärte der Schlichter die Löhne vom 19. Januar 1927 als vom 2. Januar 1932 an gültig: für Schleswig-Holstein I und il baute er die Löhne um 13 Proz. ob, auch verschlechterte er die Zulage für Steinträger. Sonst aber blieb der Bezirksvertrog un- verändert. Für Bayern und Württemberg wurden die Löhne neu„errechnet". Für Bayern ist bereits der Antrag auf Allgemeinverbindlichkeitserklärung gestellt. Das gleiche ist für West. deutfchland der Fall. Für Kreuznach wurde die Weiter- Zahlung der am 25. Juli 1931 beschlossenen Löhne ab 1. Januar 1932 vereinbart. Für die Grenzmark hat der Schlichter die Löhne vom Januar 1927 sestgcsetzt, desgleichen für Nieder- und Oberschlesien, jedoch ist man sich hier noch nicht über die Tiefbauarbeiterlöhne und über die Werzeugzulagen einig: über sie muß nunmehr der Schlichter entscheiden. Für B e rl i n- Br a nd c n b u r g, wozu auch die Gebiete 5ialrbcrge, Att-Landsberg, Strausberg und Mittenwalde gehören, sind die Lohne neu festgesetzt. Dabei ist für Berlin-Brandenburg der Schlichter dem Antrage der Unternehmer auf Erweiterung der Spanne für Bauhilfsarbeitcrlöhne von 1927 nicht nach- gekommen. Er Hot die Löhne für HUfsarbeiter über dem Lohn vom 19. Januar 1927, aber in der Spanne etwas vergrößert, festgesetzt. Das Verhandlungszicl der Unternehmer war der„Jndioidual- lohn". Kein Wunder, wenn die Verhandlungen bis zur Stunde noch nicht überall beendet find. lNGO. führi— in den Zusammenbruch. Streik der Möbeltransportarbeiter beendet. Der von der NGO. inszenierte Streit der B e r l i n e r M ö b e l- transportarbeiter ist genau jo„erfolgreich" verlaufen, wie die übrigen Streikaktionen der KPD. Am Mittwoch begann dieser Streik, der sich gegen den Schiedsspruch des Schlichters richtete, durch den die Löhne im Ber- liner Möbcltransportgewcrbe auf Grund der Notverordnung um fast 14 Proz. gekürzt wurden. Die Bewegung erfaßte von Ansang an nur einen Teil der im Berliner Westen gelegenen Betriebe mit einer Belegschaftsstärke von insgesamt etwa 199 Mann. Die Streikenden hatten zum größten Teil nicht an der Versammlung teilgenommen, die den Streikbeschluß gefaßt hatte. Sie wußten zumeist nicht, daß dieser Streik von der NGO.„geführt" wird. Schon am D o n n e r s- t a g früh wurde in den bestreikten Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen: der„Erfolg" dieses eintägigen wilden Streiks war gleich Null. Durch die Bemühungen des Gesamtverban- des gelang es, die von einzelnen Firmeninhabern ausgesprochenen fristlosen Entlassungen wieder rückgängig zu machen. Am Frestagabend, als der Streik schon seit zwei Tagen be- endet war, entschloß sich die RGO. den nicht mehr bestehenden Streik„abzubrechen". Die„Rote Fcchne" bemerkt zu diesem Streikabbruch, daß die Funktionäre der Möbeltransportarbeiter über den„Verrat der sozial- faschistischen Gewerkschaftbürokratie" so empört seien, daß sie kollektiv in die RGO. eintreten wollen. Das genaue Gegenteil ist jedoch der Fall. Die Möbeltransport- arbeiter sind über die Irreführung durch die RGO. so erbost, daß sie mit den Befürwortern und Arrangeuren dieser wilden Aktion bei der nächsten Gelegenheit gründlich abrechnen wollen. Grimme im Rundsunk. Im Rahmen der„Aktuellen Stunde" der Deutschen Welle spricht am Sonntag, dem 19. Januar, um 11 Uhr, der preußische Minister für Kunst, Wissenschaft und Volks- bildung, Grimme, über das Thema„Kultur in Not". Für die rheinische Holzindustrie wurde in einem ordentlichen Schlichtungsverfahren ein Schiedsspruch gefällt. Danach soll der Spitzenstundenlohn bis Ende Februar 95 Pf. und danach 92 Pf. betragen. Der Schiedsspruch ist erstmalig zum 31. Mai kündbar. Die Erklärungsfrist läuft am 13. Januar ab. Für Arbeitslose im freiwilligen Arbeitsdienst billigere Fahr- preise. Die Reichsbahn gewährt Arbestslofcn, die sich dem frei- willigen Arb.ettsdienft. zur Verfügung stellen, für die Fahrt zwischen ihrenr Wahnort und der Arbeitsstätte eine 59prazentige Fahrpreis- ermäßigung. Diese Vergünstigung tritt am 11. Januar 1932 in Kraft. Weller für ZZcrlin: Nach kalter Nacht anfangs ziemlich Heller, später wieder zunehmende Bewölkung und Nicderschlagsneigung. Temperaturen im ganzen wenig verändert, TÄnde aus südlichen Richtungen.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten ab- nehmende Bewölkung bei wenig veränderten Temperaturen. Jin Nordwesten Deutschlands wieder Milderung mit erneuten Nieder- schlügen. Im Nordosten keine wesentliche Aenderung des Herr- schenden Wetters.___ Theater der Woche. 2Zom-10. bis llS. Zanuor 1932. Volksbühne: Theater am BLlawPlatz: Die©cogfietwain»on Gerolstein. 10., UU Uhr: Licdermatwee Maria Ioogiin. 10. Dr. Fritz Schiff: Bildwerk und Musik im 19. Jahrhundert. Slaatslhealcr. Staat«»,,» Unter den Linden: 10. Carmen. 11. Boheme. 1?. Geisha. 13. Meistersinger. 11. Das Herz. IS. Schalkhafte Witwe. 16. Troubadour. 17. ZSalküre. 18. Macht des Schicksals. Staatliche- Schauspielhaus: 10., 11., 12., 13., 15., 18. Rauhnacht. 14., 17. Wallensteins Tod. 16. Charlens Tante. Staatliches Schiller-Thcater: Die gältliche Jette. 15. Datterich. Städtische Oper, Charlottenburg: 10. Die Walküre. 11. Die Afrikanerilt. 12. Fidclio. 13. Bbeingold... ll. Zrciichiltz. 15. Der Troubadour. 16. Carmen. 17. Lohcngrin. 18. Hansel und Grctel. Coppelia. Theater mit festem Spielplan: Zllvefitrstendamm-Theater: Mabayonnr,.— Deutsches Theater: Raub der Sabinerinnen.— Äammerspiele: Geschlossen.— Die Äomödie: Die Nemo.Bank. — Theater am Rollendorfplotz: Gasparone.— Theater in der Stresemanuftraße: ?uwelenraub am Kurfürst�ndamm.— Komödienhaus: Rose von Staytbul.— Grohes Schauspielhaus: Hoffmanns Erzählungen.— Theater des Westens: Der Vogelhändler.— Deutsches Aiinstler-Theater: Nina.— Lustspielhaus: Das rote Tuch.•— Lesssng. Theater: Morgen geht's uns gut.— Metropol'Theater: Ein Lied der Liebe.— Berliner Theater: Die spanische Fliege.— Die Tribüne: Stichwort: Feldena!— Casino-Theater: Was man aus Liebe tut.— Das Schei- dungs- Souper.— Theater in der Behreustrahe: Der Mann mit den grauen Schläfen.— Theater im Bdmiralspalast: Die Dubarry.— Plaza: Das Veilchen von Montmartre.— Wintergarten, Scala: Internationales Variete.— Reichs» hallcu Theater: etettmer Sänger. Theater mit wechselndem Spielplan: »»mische Oper: Bis 13. Zur gold'nen Liebe. 14. Geschlossen. Ab 15. ein entzückender Mensch..— Rose-Theater: Cine Frau von Format. 17. Jugend. freunde.— Theater in der ÄlosterstraKc: 10. und 14. bis 18. Der frähliche Wein. berg. 11., 12., 13. Liebe. Rachmiltagsvorsiellungen: Deutsches Theater: 16., 17. Pünktchen und Anton.— Theater am Rollendorfplatz: 1V., 17. Gasparone.— Großes Schauspielhaus: 10., 17. Hoffmanns Erzählungen.— Theater des Westens: 10., 17. Der Vogelhündler.— Lomische Oper: 10. Zur gold'nen Liebe. 17. Ein entzückender Mensch— Rose-Theater: 13., 16., 18 Uhr und 17., 15 und 18 Uhr: Eint Frau von Format.— Theater in der Alosterstraße: 10., 15 Uhr: Rotkappen, 17 Uhr: Aschenputtel. 13., 16 Uhr und 17., 15 Uhr: Hänsel und Gretel. 16., 16 Uhr und 17., 17 Uhr: Mit dem Aepvelin ins Märchenland.— Plaza: Das Beilchen von Montmartre.— Winter- garten: 10., 16., 17. Internationales Variet«.— Scala: Internationales Variete.— Reichshallen-Theater: 10., 17. Stettiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Freitag,»omische Oper: Cin entzückender Mensch. ßBuch 9£andttörlerbuch der Soziologie Das von Alfred Vierkandt im Verlage F. Enke, Stuttgart, herausgegebene Werk„Handwörterbuch der Sozio- l o g i e". dessen erste Lieferung hier bereits früher angezeigt wurde. ist nunmehr abgeschlossen. Es gibt in der Tal einen ausgezeichneten Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der soziologischen For- schung in Deutschland. Die führenden deutschen Soziologen haben an dem Werk mitgearbeitet. Bon dem Inhalt der drei vorliegenden Lieferungen kann im Rahmen einer kurzen Anzeige keine allselligc Vorstellung gegeben werden. Es feien nur einige charakteristische Beiträge kurz besprochen. Unter den Beiträgen, welche die allgemeine Problematik der Soziologie behandeln, erscheint uns dir Artikel von Stoltenberg, der der Geschichteter Soziologie gewidmet ist, zu referierend und zu summarisch gehalten Die Geschichte der Soziologie wird zu wenig in die innere Entwicklung der Gesellschaft hkneingestelll. Die Probleme der„Knltursoziologie" skizziert Alfred Weber mit außerordentlicher Klarheit. Dagegen ist es unverständlich, weshalb für die Darstellung der„materialistischen Geschichtsphilosophie" kein anderer Referent gewählt wurde. Prof. L i e b e r t kann doch wirklich nicht als Sachverständiger für Marxismus gelten. Sein Bellrag verfehlt die Problematik der Marxschen Geschichtsauffassung völlig. Besondere Beachtung verdient der Artikel von Hermann Heller über den„Staat". In der gleichen Lieferung gibt Karl Maust he im eine weitgespannte Dar- legung der„Wifsenssoziologie", die er selbst im engsten Anschluß an Max Scheller gefördert und ausgebaut hat. Der Herausgeber, Prof. Vierkandt, hat die Beiträge über„Gruppe",„Sozial- Psychologie",„Gesellschaftsordnung der Naturvölker",„Sittlichkeit", „Kullur des 19. Jahrhunderts und der Gegenwart" oerfaßt. Prof. T ö n n i e s berichtet über„Gemeinschaft und Gesellschaft", „Stände und Klassen",„Eigentum". Diese Sachtitel geben eine Andeutung— wenn auch keine erschöpfende— des weitgespannten Inhalts des Werkes. Alle Beiträge stno mit vorzüglichen Literaiur- angaben oersehen, so daß das Werk als ein zuverläsiiges„5)andbuch" bewertet werden muh._ M. Ein tKarl-Dalenliu- 9!$uch Karl Ba l e n t i n ist ein großartiger Humorist, im besten und erfreulichsten Sinne ein sorgenbrcchender Volkskomiker. Aber gerade weil er das ist, nimmt man mit leiser Verwunderung das bei Knorr u. Hirth, München, erschienene Karl--Valentin- Buch in die Hand und findet es nicht recht stilgemäß, auf hundert Seiten den Lebenslauf dieses in der guten Laune einer handfesten Oktoberfestgaudi wurzelnden Spaßmachers von der Wiege bis zum heutigen Tage in allen Phasen und' Entwicklungsstadien durch Photos und Karikaturen nahegebracht zu bekommen. Karl Valentin als Fünfjähriger, Karl Valentin mit feinen Eltern, Karl Valentins Brüder, Katl Valentins Musikinstrumente, die er vor Jahrzehnten benutzte, Karl Valentin von vorn, von hinten, von der Seite, von oben, von miten bei seinen verschiedenen Szenen und Sketschen. Immer wieder wundervoll, diese storksige Zahnstocherfigur mit den langen Stecknadelbeinen: aber diese allzu reichliche Fülle der gc- spendeten Photo- und Karikatiirreminifzenzen gehört doch wohl mehr ins Privatarchiv als in die breite Oeffcntlichkcit. Den Illustrationen, die den Haupttell des Buches ausmachen, sind cine kurze Selbstbiographie Valentins und zwei Aufsätze T i m Kletus und Wilhelm Hausensteins vorangeschickt, die, einmal mehr, das Beieinander von Tränen und Gelächter entdecken und sich, einmal mehr, zu der übertreibenden Zweckthese verführen lassen, die da ungefähr sagt, daß die Sinngebung der Welt im Unsinnmachen besteht. Valentins pfiffige Gedankenspielereien sind gewiß nicht immer ohne tiefere Hintergründe, aber sollte er nicht selbst der letzte sein, der die Pappnase mit dem feierlichen Ornat des Philosophen eintauschen möchte? Hans Lauer. B-rantwortl. für tiie Redallion: glich. Beenstcio, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Dorwärts Verlag G. in. b. H., Berlin. Druck: Borwärto Buä:. druckerci und Vcrlagsanstalt Paul Singer«: Co.. Berlin SV 68. Lindensli. 2. Hierzu 1 Beilage. Siaals Thcafcr Sonnabend, den 9. Januar staatsoper unter üen Linden 20 Uhr Die Geisha StutLSdimspietas üendarmramarkt. 20 Uhr Charleys Tante. Schiller-Theater IhirloltnbDr}. 20 Uhr Die göttliche Jette sv* uhr CASINO-THEAIER�. Uh. Lolhrin�cr Straße 37. Die neue Posse Was man aus Liebe tut Dazu die Gesanas- und Tanz- Operette Das Süohcldniigs- Souper und der bunte Varicie-TcH. Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt.. Fauteuil 1.— Mark. Sessel 1.50 Mark. A». Flora ZM Ramien erlaubt 20 Zigeunerinnen spielen, „Zemganno's" fliegende leuchtende Menschen am Lufttrapez im dunklen Raum und weitere Variete-Neuheiten! Soonabeod und Scnntag je 2 Vorcleüungcn 4 Uhr u. 8.15 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Restauant Berlins Volksbühne Tbeater am BOlnwplatz 8 Uhr Die GroBherzogin von Geroisiein Staatl. Sdnller-Ibeater 8 Uhr Die döttlidie leite Rose- iheater imie Franihrter StraB« 13! Id. Wei dilti E 1 3422 6 und 9 Uhr Eine Frau von Format Slam. Oper Charlottenburs SismarckstiaBe 34. Sonnabend, 9. Jan. Turnus Ick Anfang 20 Uhr Der Troubadour Ende gegen 23 Uhr. Theater am Nallendorfplaü flegle; Beiu Saitenburg Pallas 7051 Täglich SVt Uhr Sigs auch 4V« Uhr Gasparone Sonntag, den 10. Januar mittags 12 Uhr Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Kranken- und Sierbekasse für das Denisdie Reiek an Jäter se 1004 rn einig«» Orlen haben sich lsid«r nur sehr vereinzell ähnliche Erscheinungen gezeigt. Mit Recht sagen sich die Autofahrer, daß die Zlbgaben an das Reich auch auf den Autzenfeiterfarmen lasten, und daß diese Firmen ebenfalls mit Verdienst arbeiten müssen. Schließlich waren doch die sogenannten Rabatte für„gewerb- liche Zwecke' nur eine verschleierte Preissenkung wegen der immer stärker werdenden Konkurrenz der konoentionsfreien Firmen. Diese Rabatte schützten die Konventionsfirmen bei der Lieferung an die Behörden— zu denen als Hauptabnehmer Reichspost. Reichswehr und die Landespolizei gehören— weil die von den Behörden mit 'der Konvention abgeschlossenen Lieferoerträge eine Preisfestsetzung aus Grund der offiziellen Tankstellenpreise vorsehen. Unserem Erachten nach erscheint eine weitere Senkung der Tankstellenpreise um mindestens 4 bis 6 Proz. als durchaus möglich, da Mieten, Frachten und Löhne etwa in di«sem Verhältnis ge- funken sind. Besondere Erbitterung über die Benzinpreise herrscht in Ostdeutschland, da hier, obwohl gerade dieses Gebiet'des Reiches von der wirtschaftlichen Not besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen wird, infolge des Zonentarifs der Benzinkonvention die Betriebsstoffpreise mit einem Preise bis zu 4» Pf. pro Liter am höchsten sind. Das Heer der Autofahrer erwartet vom Preis- kommissar, daß er die Benzinpreise und besonders die der Kon- vention einer sehr kritischen Prüfung mit dem Ziele der Preis- senkung unterzieht. Autosteuer monatlich 1 Die Aenderung des Kraftfahrzeugsteuergesstzes, wonach die Steuer für eine Vierteljahrskarte in monatlichen Teilen ent- richtet werden kann, ist in Kraftfahrerkreisen lebhaft begrützt worden Sicherlich wird diese Maßnahme dazu beitragen, zahlreiche stillgelegte Kraftfahrzeuge wieder in den Verkehr zu bringen. Was jedoch den Wert der Maßnahme beeinträchtigt, ist die Anordnung, daß bei Zahlungen in Monatsraten ein Aufgeld von 8 Proz. zu entrichten ist. So verständlich es ist, daß für die den Behörden entstehende Mehrarbeit ein Verwaltungskostenzuschlag erhoben werden muß, ist ein Aufgeld von 8 Proz. wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen In der Zeit einer allgemeinen Preissenkungsaktion muß auch von der Regierung olles geschehen, um Gebühren und Verwaltungskosten möglichst gering zu hallen. Der Automobilklub von Deutschland hat deshalb ein Schreiben an den Reichsminister der Finanzen gerichtet, mll der Bitte, das Aufgeld von 8 Proz. wesentlich herabzusetzen. Weniger neue �.utos Man kauft aber mehr gebrauchte Trotz der kritischen Zuspitzung der allgemeinen Wirtschaftslage hat sich die Produktion der deutschen Automobilfabriten im Jahre 1931 mengenmäßig gegenüber dem Vorjahr nicht mehr wesentlich verringert. Infolge der stark rückläufigen Entwicklung der aus- ländischen Montagebetriebe ist aber die Gesamterzeugung von Kraftwagen in Deutschland auf etwa 76 0 gegen 93 900 im Vorjahr, b. h. um 19 Proz., zurückgegang«n. Davon entfielen auf die deutsch«» Fabriten 66 800 Einheiten gegen 71 000 im Jahre 1930: das bedeutet einen Rückgang von S?00 Einheiten oder unf 7,3 Proz. Der Zusammenbau in den Montagewerkstätten aus- ländischer Firmen— im wesentlichen Eitroen, Ford und General Motors— mußte von 22 750 auf etwa 10250 Einheiten um rund 55 Proz., also wesentlich stärker eingeschränkt werden. Von der Produktion der deutschen Fabriken entfielen etwa 56 300(im Vor- jähr 61 150) auf Personenkraftwagen und 9500(im Vorjahr 9950) auf Lastkraftwagen. Im Gegensatz zur Kraftwagenproduktion ist die Kraftrad- erzeugung mengenmäßig weiter beträchtlich gesunken. 1931 wurden etwa 14 400 Großkrafträder und 25 800 Kleinkrafträder hergestellt gegen 35300 Großkrofträder und 41000 Kleinkrafträder im Jabre 1930. Weitaus größer als der mengenmäßige Ausfall war der Rückgang des Wertes der Kraftfahrzeugproduktion. Sinkende Preise und der verhältnismäßig stärkere Rückgang der mittleren und großen Wagen haben den Erlös aus der Produktion erheblich beeinträchtigt. Der Gesamtwert de? Kraftfahrzeugproduktion dürfte 1931 kaum wesentlich über 500 Millionen Mark liegen gegen- über 600 bis 700 Millionen Mark 1930 und rund 990 Millionen Mark im Jahre 1929. » Bezeichnend für die immer noch vorhandene Größe des Bedarfes an Kraftfahrzeugen ist die Tatsache, daß im abgelaufenen Jahre der Absatz von gebrauchten Fahrzeugen gegenüber 1930 nicht nur verhältnismäßig, sondern auch absolut zugenommen hat. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Zulassungsstatistik wurden im Jahre 1931 etwa 167000 gebrauchte Personenkraftwagen registriert gegen 147 000 im Jahre 1930. Unter dem Druck der allgemeinen wirtschafllichen Schwierigkeiten verstärkte sich das Angebot von ge- brauchten Fahrzeugen und engte damit die Absatzmöglichkeit für fabrikneue Fahrzeuge entsprechend ein. Der Anteil der fabrikneuen Fahrzeuge am Absatz von Personenkraftwagen betrug in den Monaten September bis November 1930 etwa 27 bis 31 Proz., in den gleichen Monaten des Jahres 1931 nur noch 19 bis 24 Proz. In der gleichen Zell ging der Anteil der fabrikneuen Lastkraftwagen von 27 bis 28 Proz. auf 17 bis 20 Proz. zurück. Die Zunahme des Anteils der leichten Fahrzeuge auf Kosten der schweren hält an. Der Anteil der Wagen bis 2 Liter Hubraum an der Gesamterzeugung betrug 1931 88,4 Proz. gegen 83,2 Proz. im Vorjahr und 72,8 Proz. im Jahre 1929. 8p€»rt am Soimiag Arbelker-Schwimmfest in Spandau. Die Freien Schwimmer . Spandau veranstalten morgen, Sonntag, im Städtischen Hallenbad, Radelandstraße 60, ein bundesofsenes Schwimmfest zugunsten der Berliner Winterhilfe. Das Meldeergebnis ist gut, es beteiligen sich elf Vereins. In bunter Reihenfolge werden die einzelnen Kon- kurrenzen wechseln. Besonders das Brustschwimmen über 100 und 200 Meter ist gut besetzt. Zum Schauspringen haben die besten Springer Berlins ihre Meldungen abgegeben, darunter Nachtigall- Hellas. Köhn-Oberspree, Kühn und R. Ereusing-Lichtenberg. Außer- dem wird ein 16er Frauenkunstreigen gezeigt. Die Wasserballspiele bestreiten bei der Jugend Freihell-Spandau und bei den Männern Rathenow-Spandau. Der Eintritt beträgt 60 Pf. Erwerbslose die Hälfte. Arbeiter-Wasserball-Vorschau. Die beiden führenden Wasser- ballmannschaften Berlins spielen heute, Sonnabend, und morgen, Sonntag, abends im Lunabad. Hellas, der Tabellenzweite, trifft ' heute, 21 Uhr, auf die technisch gute und schwimmschnelle Sieben von Möwe und dürfte durch feine ausgereifter« Spielweise erfolgreich bleiben. Am Sonntag, 20 Uhr, spielt der Bundesmeister Charlotten- bürg gegen Lichtenberg. Nur dann, wenn sich die Lichtenberger zu verständigem Zusammenspiel finden, können sie eine hohe Niederlage verhindern. Arbeilerjchach. Morgen, Sonntag, 10 Uhr, wird in der /�-Gruppe der Freien Arbeiter-Schach-Vereinigung Groß-Bcrlin die 6. Runde der Mannschaftswettkämpfe unter Teilnahme folgender Abteilungen gespielt: Abt. Humboldthain gegen Prenzlauer Berg bei Müsch, Brunnenstraße 140. Abt. Wedding gegen Westend bei Herms, Müllerstraße 26. Abt. Friedrichshain gegen Treptow bei Albrecht, Straßmannstraße 42. Abt. Kreuzberg gegen Weißensee bei Krepp, Planufer 76. Abt. Charlottenburg gegen Lichtenberg bei Walter, Bismarckstraße 57. Wenn nicht allzu große Ueberrafchungen ein- treten, dürfte sich der Meister der-�-Gruppe in den folgenden Runden aus den Abteilungen Wedding als Verteidiger, Charlotten- bürg, Treptow und Weihensee herausschälen, während in der P-Gruppe Neukölln und Moabit um Sieg und Platz noch zu kämpfen haben Das Meisterturnier der Einzelspieler wird in der Abteilung Charlottenburg, Bismarckstraße 37. ausgetragen, es steht gleichfalls im Zeichen schöner Kämpfe. Hier stellt Berlins repräsen- tative Mannschaft den Einzelmeister fest. An der Spitze führt Fritz Vogt mit 4 Punkten, ihm folgen Karge, Kaulfers, Karl, NawotHnig und Lindstädt mit je 2 Punkten. Der Spielabend der Meistergruppe ist Dienstags ab HO Uhr, dabei sind Gäste herzlich willkommen. Mialcr-Trabrennea in Ruhleben. Die neueröffnete Trabrenn- faison wird morgen, Sonntag, in Ruhleben fortgesetzt. Das ab- wechflungsreiche Programm verspricht wieder ausgezeichneten Sport. Der im Mittelpunkt stehende stark bestritten« Preis von S t. M o r i tz, ein über 2400 Meter führender internationaler Ausgleich, dürfte sich infolge feiner guten Besetzung zu einer inter- essanten Prüfung gestalten. Winkerspork? Das zur Zest in ganz Deutschland herrschende warme Wetter macht den Wintcrsporttern einen argen Strich durch die Rechnung. Ueberall hofft man sehnlichst auf das Eintreten von Frost und Schnee, damit die vorgesehenen Veranstaltungen durch- geführt werden können. Die Bobfahrer haben den Beginn ihrer Meisterschastswellbewerbe auf der Zackelfallbahn in Schreiber- hau bereits auf Sonntag hinausgeschoben, um dann am Montag den Rest des Programms abzuwickeln. Sehr schwach besetzt ist mit nur drei Vereinen(Berliner Schllltschuh-Club, SC. Rießersee und Münchener EV.) die Deutsche Eishockeymeisterschaft, die auf dem Rießersee bei Garmisch durchgeführt werden soll. Bei den Europameisterschaften im Eisschnelläufen in Daoos vermißt man die guten Norweger, da diese bei ihren eigenen Landesmeisterschaften in Oslo beschäftigt sind. In St. Pölten ver- teidigt Weltmeister Karl Schäfer seinen österreichischen Meistertitel im Ciskunsttaufen, die kanadischen Eishockeyspieler aus Ottawa gastieren am Wochenende in Zürich. Sofern nicht noch hinreichend Schnee fällt, sieht es um die skisporllichen Veranstaltungen in Deutsch- land recht schlecht aus. 5egeltliegertsgung Die Diskussion um die Schleppstarts In den Räumen des Aeroklubs von Deutschland in Berlin tagten am Frettag auf Einladung des Segelflugausschusses des Deutschen öuftfahrtverbandes die Segslfluginteresscnten aus dem ganzen Reich. Die Tagung beschäftigte sich hauptsächlich mit der für die wettere Auobrettung des Segelfluges äußerst aktuellen Frage des Auto- und Flugzeugschleppstarts. Welche großes Interesse diese Frage beansprucht, geht schon aus dem zahlreichen Besuch hervor. Es waren nicht nur alle Behörden, die an Fragen der Fliegerei interessiert sind, sondern auch alle Lust- fahrtorganisationen und wissenschaftliche Institute vertreten. Zu der Frage selbst nahmen vier jüngere Flugtechniker und Flieger Stellung, und zwar die Berliner canch ing. Koester und Dipl.-Ing. Schilo, dann die beiden Rekordsegelflieger Wolf Hirth und Kronfeld. Während die beiden ersten Vor- tragenden sich mehr mtt den theoretischen Grundlagen be- schästiglen und darauf aufmerksam machten, daß die neuartigen Startmethoden ein« ganz neue Grundlage für die Festigkeit der motorlosen Flugzeuge geben würden, daß man infolgedessen mtt Vorsicht an die allgemeine Freigabe derartiger Versuche herangehen müßte, glaubten die beiden Praktiker, die möglichst schnelle Ein- führung der neuen Startmethoden befürworten zu müssen. Hirth und Kronfeld haben im Ausland bereits große Erfahrungen im Auto- und Flugzeugschleppstart gesammell und haben aus eigener Erfahrung die großen Vorteile dieser neuen Methode kennengelernt. Besonders in Amerika und England hat man seit mehreren Jahren Erfahrungen gesammell. Die erziellen Ergebnisse sprechen durchaus für den damit erzielten Fortschritt. Besonders die Ausbildung junger Segelflieger hat sich mit Hilfe von Auto- und Motorflugzeug sehr beschleunigen und vielleicht auch verbilligen lassen. In der an die Vorträge anschließenden Diskussion wurden wieder Stimmen der Warnung laut. Im Spichernring Das Jahreseröffnungsprogramm des Spiechernringes brachte gestern in der Hauptsache Schwergewichte in den Ring. Jakob Domgörgen, der Neffe des alten Hein Domgörgen, hatte, wie mitgeteilt, krankheitshalber abgesagt und so wurde in letzter Stunde der Dortvmunder Hans Wieser mit Nefzger- München ge- paart. Wieser hielt ihm stand: der von dem Münchener recht un- sauber geführte Kamps endete schließlich unentschieden. In einer halben Minute war auch das Treffen zwischen W e l l n e r und Such erledigt. Wellner hatte das Glück, alsbald seinen Gegner durch ko. für die Zeit aus die Bretter schicken zu können. Einen schnell beendeten Kampf gab es dann noch zwischen Knöpnadel und B l o e m e ck e. wobei der erstere schon in der dritten Runde die Oberhand behielt. Knöpnadel, der sich längere Zeit im Pferde- spart betätigte zeigte damit, wenn auch nicht gerade an einem erst- klassigen Gegner, daß er immer noch boxen kann. Recht lebhast ging es im Schlußkampf bei Eggert und V ö l t n e r zu, die sich beide nach Gebühr bearbeiteten. Eggert zeigte sich schließlich doch als der Stärkere und gewann gut nach Punkten. Lm Damenrudervcrcin gegründet In den Weihnachtsfeiertagen wurde die Gründung des Damen-Wasfer-Sport-Clubs Schwarz-Rot-Gold vorgenommen. Der Klub ist der erste republikanische Damenwasser- sportklub. In ihm sind alle parteipolitischen und konfessionellen Bs- streb un gen ausgeschlossen. Der Klub setzt sich zum Ziel, republika- Nische Frauen und Mädchen im Rudersport auszubilden und gibt ihnen die Möglichkeit, den Rudersport in Mannschaftsbooten aus- zuüben. Jeden Mittwoch, 20 Uhr, findet bei Kiele in Stralau, Tunnelstr. 38, das Kastenrudern statt. Hier wird die Vorarbeit für das Rudern in Booten geleistet. Sonntags ist Ergänzungssport. wie Handball, Ballspiele, Waldlauf und gymnastische Uebungen im Freien auf den Sportplatzanlagen in Köpenick. Für sachgemäße Ausbildung haben sich Fachleute aller Sportgattungen zur Ver- fügung gestellt. Volkstümlicher Beitrag ermöglicht allen, diesen Sport auszuüben. Geschäftsstelle: Adalbert Hock, Neukölln, Weser- straße 86: Telephon: Neukölln 6017. Billardlurnier. Vom 11. bis 13. Januar findet ein Billard- turnttr statt zwischen den ersten deutschen Professionalmesstern. Gespielt wird auf 3000 Punkte in 6 Abschnitten von je 500 Punkten nachmittags und abends. Das Turnier sindet statt in Jean Brunos Billardakademie, Friedrichstr. 76. B., Stuan-SeMtl. Heute, Sonnabend, allgemeine FunltionSroersnmm, Siestaurant Äeulölln, Naiser-Friedrich-Straße.— 14. Januar, 19:4 Uhr, Generalversammlung im Falkensteiner.— Bezirk Lichtenberg. Heut«, S.nu- FTGB., Sa»u-i lung im Siestauranl■ M_. Generalversammlung im Falkenfteiner.— Bezirk Lichtenberg.,._ abend, 20 Uhr. Sitzung der Männer, und Alteraabteilung im Baretnalakal.— Bezirk Hermadvrs. Morgen, Sonntag, 1« des 11. chplatz. Für Src....,_„ Uhr.— Sinderbezirk. Generalversammlung heute, Torkrug. Hochbah"-------—--- ug, Hrchbahg Schlestschea Tor. in Scnutag bend in der Bootshau», Ädpenick. Jeden Freitag llebun tage ve« Realgvmnastums Treptow, Rathaus. iter-Pboto-Silbe Liudcahof. Montag, 11. Januar, Mzj Uhr, De. I, anschließend Photolursus» is-Rot, Abt. Beitzeasee. Morgen, Sonntag, 10 Uhr, Treffpunkt Müller.. Cck« Scestraße zur Fahrt nach Hermsdorf. Montag, 11. Januar, Hauptvrr- ■3, fammlung bei Peters, Lichtenberg«! Str. 12. Sonnabend, 9. Januar: Berlin. 16.05 Gustav Hetmig: Crfahmngen mit Arbelterlcsera. 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.50 Die Erzählung dei Woche. 18.20 Ministerialrat Dr. Alfr. Beyer: Gesunder MenschenTerstand- 18.45 Die Funk-Stunde teilt mit... 18.50 Stimme zum Tag 19.00 Brahms: Sonate Fis-MoII, op. 2(Winfried Wolf, riflget). 15.30 Manfred Kyber: Geschichten von Tieren(Sprecher: Margarete Bach). 19.50 Erich Ell: Sportglosscn. 20.00 Wiederholung des Funk-Potpourris„Nord-Süd". 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.50— 0,30 Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Prof. Dr. Jnl. Frankenberger: Das Gesicht der pädagogischen Zeitschrift ..Die Volksschule4'. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Prof. Dr Qroßmann: Die Erhaltung von Lebensmitteln. 17.50 Ob.-Ing. Nairz: Viertelstunde Funktechnik. 18.05 Günther: Deutsch. 18.30 Prof. Dr. W. Haas: Geheime Gesell Schäften, Bünde und Sekten 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Englisch für Anfänger. 19.30 Stille Stunde: Das alte Paar. 20.00 Langenberg: Lustiger Abend. Sonntag, 10. Januai. Berlin. 6.45 PanksymiiutllE. 8.00 Tür den Landwirt 8,55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Gustav Goes liest eigene Dichtungen. 14.30 I. d'AIbert; Suite D-Moll op. t.?. Sehmidt-Badekow:„Tänre im •/--Takt".(Alfred Sehmidt-Badekow. Flügel.) 15.00 Crlka Demburg erzählt Märchen, 16.15 Orchesterkonzert. 17.45 Jahresnlckbllck auf Platten. 1R.45 Franz Schubert: Trio Cs-Dur op. 100. 19.30 Kurt Heynicke:„Die Maschine Jerorae". 20.00 Sportnachrichten. 30.10 Aus dem Metropoltheater:„Das Lied der Liebe", Operette. Während der Pause(etwa 22.15): Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschliellcnd Ms 0-30: Tanzmusik. K 6 n< c s w n s t a r h a a aea.* 72)0 Hamburg: Hafeakonzert. 11.00 Staatsminister Adolt Grimme: Kultur in Not. 11.30 Bach-Kantate. 12.05 Königsberg; Konzert 14.00 Oberschulrat Albin Gtuthcr: Sprechstunde dar Schuiauisichtsbehorde. 15.00 Wilhelm Lehmann. 15.00 Wilhelm Lehmann liest aus eigenem Sehaffen. 15-30 Oberschretberhau: Von der deutschen Vierer-Böhm etsteesdialt 13-15 Direktor Weitsch; Technik der Selbstbildung, 19-30 Stattsmislator Domlnlgi.v Fortschritte des deutschen flugsport«.