BERLIN Mittag ll. Zanuar 1932 10 Pf. Nr. 16 B 8 49. Jahrgang Lrsch eint tSglich außerSonntags. Zuglcicb M«>dall»g«»reit für beide it B< g a d c n 75 Bf t)to Woche, 3,25 M. pro Monal daoon 87 Pf. monatUch tut ZustrSunz inj Haut) im roraiii iablbar. P o fl dciu g 3,g7 M. einschlleßlich SO Pf. Posticitungi- and 72 Pf. Postbeilellgedüdreii.» Mnittjenprefl: Tie einsdaitige Nonvarrillejcil-«0 Pf. «eaam-,elle S M. Ermäßigungen nach Tarif. P o» f ch e-k k o n t°: B-rwärt«-�-rlag G.m.b.H., BeUin Rr. 3753«.- Der Verlag betält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Redaktton und Expedition: Berlin SWS8, Lindcnür. 3 Fernsprecher: Dönhoffat man festgestellt, daß die Lausanner Konferenz nichts regeln kann, ohne den-Rahmen des P o» n g- Planes zu verlassen. Man muß aus jeden Fall ganz Neues erreichen oder überhaupt nichts. Eine Richtweiterzahlung Deutschlands muß eine Nicht Weiterzahlung der Schuldnerstaaten Amerikas nach sich ziehen. Die„Er e N o u v e l l e" meint, zum erstenmal seit langer Zeit spreche und handele Deutschland mit offenem Visier. England und Amerika. In bemerkenswerter Uebereinstimmung beurteilen die großen eng- lifchcn Zeitungen die Kundgebung Brünings sehr ruhig: man ver- schweigt zwar nicht, daß sie für die herkömmlichen Vorstellungen vieler französischer Politiker sehr schwer erträglich sei, hebt aber her- vor, daß die Weigerung, Deutschland mit weiteren politischen Zahlungen zu belasten, gut begründet ist. New York, ll. Januar. „Tribüne" wendet sich gegen die Behauptung des französischen Finai�zministers, daß der Schritt Brünings das Vertrauen zerstöre und die Depression vertiefe. Die amerikanischen Banken und das Schahamt haben längst mil einem ähnlichen Schritt gerechnet. Die amerikanische Ansicht unterstützt allerdings nicht die deutsche An- nähme, daß der Schritt Brünings das Reparations e nd e bedeute. Es folgt dann eine Argumentation, warum Amerika wohl eine zeitweilige Befreiung von den politischen Schulden billigen könne, jedoch nicht ihre einseitige Aushebung. Dos könne nämlich solange nicht geschehen, wie die Deutsche Reichsbahn im Gegensatz zu anderen europäischen Bahnen schuldenfrei sei, wenn man von den Reparationsoerpflichtungen absehe. Die„New Uork Times" glaubt an ein« Linksschwenkung Frankreichs. Briands Versöhnungsgeist tverde die französischen Ansichten in Lau- sänne und Genf beherrschen. fache wirkte auf die Rettungsmannschaft wie ein elektrischer Schlag. Denn das bedeutete, daß die Strecke dahinter nicht zerbrochen war. Das entstandene Bohrloch wurde mit größter Vorsicht erweitert, man hörte alsbald auch Klopfzeichen, die sofort erwidert wurden. Als die Oeffnung groß genug war, wurde in sie hineingeleuchtet, und zu aller Erstaunen und freudigen Ueber- raschung sah man fünf Bergleute eng aneinander ge- kauert sitzen. Die Retter freuten sich ebenso wie die Geretteten über alle Maßen. Der Held der Eingeschlossenen ist der 30 Jahre alle Rohrleger Sünna, dessen Humor und Energie die Kameraden vor dem Aeußersten bewahr« hat und immer ansmunkerle. Wie die Geretteten erzählen, haben sie von K a f s e- u n d Brot» resten gelebt und chren Durst gestillt, indem sie das sich an dem Preßluftrohr infolge der Untcrtagehitze bildende Schweihwaiser der Reihe nach ableckten. Wie sie weiter erzählen, waren sie bei dem Gebirgsschlag zunächst verstreut. Einer hat dann immer nach dem anderen geswht, bis sie endlich zu sieben zusammen waren. In den ersten, fünf Stonden waren sie ohne Licht. Dann fanden sie durch einen glücklichen Umstand Streichhölzer und auch noch etwas Karbid, das sie dann mit äußerster Spar- samkeit benutzten. Sie wußten ganz genau, daß heute Sonntag war. Das erste, was die Geretteten forderten, waren Z i g a- retten, die ihnen auch sofort gegeben' wurden, während gleich- falls verlangtes Getränk nur nach ärztlicher Anordnung mit größter Vorsicht und schluckweise verabreicht wurde. Von einer 199 Meter langen Strecke sind nach den bisherigen Feststellungen durch den Gebirgsschlag etwa 69 Meter zu Bruch ge- ganzen. Die zu den Geretteten vorgetriebene Stoßstrecke durch die Kohle war nur 1,59 Meter hoch und 1 Meter breit. Bon den anderen Verschütteten können die Geretteten nichts jagen, da sie von diesen keine Lebenszeichen bemerkt haben. Dem Grabe entstiegen! Die Rettung der sieben Bergleute nus den: durch Erdbeben ver- schütteten Karsten-Schacht ist im oberschlesischen Bergbaugcbict mit freudiger Bewegung aufgenommen worden. Sie mutet geradezu wie ein Wunder an. Auch hier waren es, wie so oft in der Ge» schichte der Bergwerks kataftrophen. die Rettungsmann» s ch a f t e n. die Kumpels, die nicht eher an den Tod ihrer Kameraden glauben wollten, bis sie nicht den Ort des Unglücks erreicht und sich durch Augenschein vom Schicksal der Verschütteten überzeugt hatten. Während die offiziösen Meldungen aus Beuthen immer wieder berichteten, daß kaum noch eine Rettungs- Möglichkeit bestände und daß beinahe mit Gewißheit mit dem Tode der eingeschlossenen Bergleute gerechnet werden mußte, haben die Rettungsmannschaften unverzagt ihre harte Arbeit fortgesetzt und sie endlich zu einem Erfolge geführt, der sieben Menschen das Leben erhielt und sieben Familien vor harter Trauer be- wahrte. Im Lager der Vermißten war es ein Proletarier, ein Rohrleger Slama, der immer wieder seine Kumpels aufrichtete, die Verzweifelnden von dem Schlimmsten abhielt und seinen Lebens- willen und' seine Energie auf die Verzagten übertrug. 144 Stunden im verschütteten Schacht, hungernd, zum Teil verletzt, von Selbst- mordgedanren gequält, wartend, wartend, wartend.— 144 Stunden härtester, angestrengter, unvermeidlicher Mühe, ohne Rast, ohne Ruhe: chier hat sich eine cheldsntot der Arbeit und der Menschlichkeit abgespielt, die wahrlich höher zu werten ist als der Ruhm der Könige und Feldherren! So wunderbar scheinende Errettungen aus dem verschütteten Grabe stehen nicht allein: Das ungeheure Grubenunglück von Courrteres vom 10. März 1906, das erst jetzt wieder durch das Filmwert„Kameradschaft� ins Gedächtnis zurück- gerufen wurde, kostete 1166 Bergleuten das Leben. Mit Recht wurde namentlich von der sozialistischen Presse die Größe des Unglücks auf schlechte Sicherheitseinrichtungen und un- geniigende Rettungsapparate zurückgeführt. Kumpels aus dem Ruhrgebiet kamen chren Arbeitskollegen zu chilfe, und in den folgen- den Tagen und Wochen wurden verschüttete Bergleute lebend auf- gefunden. Die Deutschen bargen am 36. März 14 lebende Franzosen, der letzte Ueberlebende ward am 4. April, 2 S T a g e nach der Katastrophe, gerettet. Damals schrieb der„Vor- w ä r t s" über seinen Bericht die ergreifenden Worte: Dem Grabe entstiegen! Auch die Beuthener Rettungskolonnen werden trotz aller pessimistischen Auffassungen„höheren Orts" nicht rasten, bis sie den Familien der 7 noch nicht Geborgeiten über das Schicksal ihrer An- gehörigen freudige oder traurige Gewißheit gebracht haben. Hugenberg gegen Hindenburg. Ablehnung des Verlängerungsplanes wahrscheinlich. Ralibor. 10. Januar. Auf dem kreisparleiiag des Kreisvereins Ratiobor-Land der Deukfchnalionalen Volksparlei führte der Stellverlrelende Reichs- Parteiführer Dr. von V) i n l e r f e l d- verlin u. a. aus, die ve» fprechnng zwischen Hiller und hugenberg sei noch nicht beendigt und werde fortgeführt. Zum Standpunkt Hugenbergs und der Dculfchnationalen Volksparlei zu einer Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten von Hindenburg erklärte Dr. von Winterseld nach einer persönlichen Aeußerung Dr. Hugenbergs vou Sonntag vormittag, daß die Deulschnationalen die Auffassung verlreken, der Reichspräsidenl sei nach der Verfassung vom deutschen Volk und nicht vom Reichstag zu wählen. Die Deutschnationale Volksparlei könne einer Verlängerung der Amtszeit nicht zustimmen, und man falle sich schon jetzt mit dem Ge- danken vertraut machen, daß im Frühjahr die Reichspräsidenleq- wähl durchgeführt werden müsse. Hugenberg trifft sich heute nachmittag noch einmal mit Hitler, und am Abend soll die Reichsregierung Antwort bekommen. Es heißt, daß sowohl bei den Deutschnationalen als auch bei den Nationalsozialisten die Meinungen getellt seien, aber während Hugenberg bei den Deutschnationalen die Ablehnung befürworte, sei Hitler bei der Nationalsozia- listen für die Zustimmung. Jedenfalls ist die Verzögerung der Antwort schon Beweis genug für das ratlose Durchein- ander, das bei der„nationalen Opposition" herrscht. Bauernrevolie gegen Giaaisanwali. Nie„Nationalen" werfen die Fenster ein! Reidenburg(Ostpreußen), II. Januar. In Jedwabno im Kreis Neidenburg kam es zu Auftritetn, die mit der Festnahme des Kreistagsmitgliedes Otto und dreier anderer Dorfbewohner endeten. In dem Dorfe waren kürzlich zwei pol- nische Agitatoren wegen ihres herausfordernden Benehmens von Dorfbewohnern verprügelt worden. In Verfolg dieser Vorgänge wurden auf polnischen Strafantrag hin Ermittlungen angestellt und ein Allensteiner Staatsanwaltschoftsbeamter er- schien am Sonnabend in einem Gasthause zu Jedwabno, um die beiden Angeschuldigten und die Zeugen zu ver- nehmen, was sich im Dorf bald herumsprach. Als das Gerücht von, der bevorstehenden Verhaftung der beiden Angeschuldigten eine in einem anderen Gasthause versammelte Jagdgesellschaft erreichte, die dem Alkohol stark zu- gesprochen hatte, begab man sich unter Führung des Kreis- tagsmitgliedes, Rittergutsbesitzers Otto und beglettet von einer an- wachsenden Menschenmenge zu dem Gasthause, in dem sich der Allensteiner Staatsanwaltschaftsbeamt« aufhielt, und warf unter Gejohle Sie Fensterscheiben ein. Die Polizei setzte sich gegen die Menge, die offenbar beabsichtigte, die Angeschuldigten zu befreien, zur Wehr, doch konnten die verfügbaren Kräfte nichts ausrichten, so daß sie wegen der drohenden Haltung der Menge verstärkt werden mußten. Der Führer der Polizeibeamten. Landjägerei-Ober- leutnant Brandstädter, wurde von der Menschenmenge umringt. Das 5kreiswgsmitgked Otto soll die Menge zu Gewalttätig- keiten gegen Brandstädter aufgefordert haben. Die Polizeibsamten konnten schließlich die Menge, aus der Schreck- schüsse abgegeben wurden, mit dem Gummiknüppel zerstreuen. Das Kreistagsmitglied Otto und drei weitere Dorfbewohner wurden in das Neidenburger Gefängnis«ingeliefert. Die vier . Verhafteten sind vom Neidenburger Untersuchungsrichter noch im Laufe des Sonntags vernommen worden und dürften im Schnell- verfahren abgeurteilt werden. Bankskandal in polen. 600 000 Zloty veruntreut. Sakkowitz, II. Januar. Die Polizei ist gegenwärtig mit der Aufdeckung großer Unregel- Mäßigkeiten bei der„Ba nk Caglebia" in Sosnowitz beschäf- tigt. Der Direktor und der Vorsitzende des Aufsichtsrats wurden verhaftet. Durch Veruntreuungen und unrechtmäßige Gewäh- rung von ungedeckten Krediten sollen der Bank im Laufe von fünf Jahren ganz erhebliche Summen entzogen worden sein, deren Höhe auf etwa 866 666 Zloty geschätzt wird. Die Wahlen in Lippe Zusammenbruch der Miitelparteien/ Die Nazis weit vom Ziel vekmold, II. Januar.(Eigenbericht.) Am Sonntag wurde in dem 165 666 Einwohner zählenden Land Lippe zu den Gemeindeverkretungeu und Sreiskagen gewählt. Es waren die ersten Wahlen nach der vor kurzer Zeil durchgefühclen Verwaltungereform, durch die vier Aemler zu zwei Kreisen und die beiden Skädke Salzuflen und Schötmar zu einer Skadkgemeinde zusammengelegt wurden. Das Wahlergebnis zeigt fast überall ein Anwachsen der radi- kalen Parteien. Allerdings stehi dieser Zuwachs, besonders auch bei den Nationalsozialisten, in keinem Verhältnis zu dereu Wahl- erfolgen aus jüngster Zeil in anderen Gebietskeilen des Reiche«. Den Traum von der Möglichkeit, jemals in Deukfchland allein die Mehrheit zu erlangen— das zeigt auch das Wahlergebnis in Lippe wieder einmal— müssen die Nazis ein für alle mal aufgeben. Die Sozialdemokratie, die einen erbitterten Abwehr- kämpf gegen Nationalsozialisten und Kommunisten zu führen Halle. weist stellenweise Verluste aus; an anderen Orten hat sie. zum Beispiel in Lemgo, zugenommen. Die bürgerlicheMille ist zugunsten der Nalionalsoziallsten fast auf- gerieben worden. Jn Detmold hat beispielsweise die Deutsche Volkspartei nicht weniger als die Hälsie ihrer Stimmen verloren. Wie bei allen Wahltämpfen des vergangenen Jahres standen neben den landespolitischen und kommunalen Fragen vor allem die Probleme.der Reichspolitik im Vordergrund des Wahl- kampfes. Kommunisten und Nationalsozialisten hallen starke Trupps aus Preußen nach Lippe geholt, die ihren Wahltampf unterstützten. Die Kommunisten rüsteten besondere Sturmtrupps aus, die sozialdemokratische Versammlungen besuchten, aber keine einzige zu sprengen vermochten. Das Reichsbanner sorgte überall für die Abkühlung der aufgeregten kommunistischen Nerven. Die Nationalsozialisten hatten unter anderen Hitler, Prinz Auwi, Feder und Klagges im Wahlkampf als Redner heraus- gestellt. Mit beispielloser Leidenschaft war der Wahlkampf geführt worden. Alle Parteien richteten ihre Angriffe gegen die Sozialdemokratie. Die Wahlbeteiligung betrug bei den Reichstagswahlen 85 Proz. und ging bei den gestrigen Wahlen auf 86 Prozent zurück. Die Sozialdemokratie hat rund 5666 oder 18 Prozent ihrer Stimmen verloren(bei der letzten Reichstagswahl betrug ihr Verlust kaum 1 Prozent). Die Verluste traten in der Hauptsache in den Städten ein, wo eine Reihe von Sonderlisten— Beamte, Angestellte, Kriegsbeschädigte und Außenbürger— die Gewinner waren, die bei der Reichstagswahl nicht in Erscheinung treten. Ein Teil kam den Kommunisten zugute. Die Bevölkerung der lippffchen Städte(die größte hat nur 18 666 Einwohner) ist stark kleinbürgerlich. Sie hat der Nazi- agitation stärker nachgegeben als die Bevölkerung des flachen Landes, wo der größere Teil der lippischen Arbeiter- beoölkerung wohnt. Besonders die dörflichen Wohngemeinden der Wanderarbeiter(Ziegler) haben sich gut gehatten, in zahlreichen Fällen die sozialdemokratische Stimmzahlen sogar ver- doppelt. Die bürgerlichen Parteien haben sich(mit Ausnahme der Deutschnationalen, des Zentrums und des Evangelischen Volks- dienstes) auf Gemeinschaftslisten geflüchtet und sind von 18 236 auf 12 669 Stimmen zurückgegangen(36 Prozent Verlust). Sie waren allerdings schon bei den Reichstagswahlen stark dezimiert worden. Staatspartei und Deutsche Bolkspartei traten nur bei den Detmolder Stadtoerordnetenwahlen mit selbständigen Listen auf. Die Staatspartei bekam überhaupt kein Mandats während die Voltspartei von 8 auf 2 Sitz« zusammen- schrumpfte! In den beiden Kreistagen bleibt die Sozialdemokratie die stärkste Partei, während im gesamten Freistaat unter Hinzuziehung der Städte die Nationalsozialisten etwa 2566 Stimmen mehr als die Sozialdemokratie erhiellen. Die Gewinne der Nationalsozialisten, die schon weit geringer sind als bei den verschiedenen Wahlen im Vorjahr in anderen Ländern, gehen ausschließlich auf Kosten des Bürgertums. Die Landvolkpartei hatte sich diesmal der Liste der Deutschnationalen angeschlossen. Nur darauf ist der verhältnismäßig kleine Zuwachs der Deutschnationalen zurück- zuführen. Davon, daß die Hugenberg-Partei. wie es in ihrer Preise jetzt heißt, aus eigener Kraft wieder im Bormarsch begriffen ist, kann keine Rede sein. Die Einzelergebnisse. Die Wahlen zum Kreistag Detmold hakten folgendes Ergebnis: Sozialdemokraten 16 365(12 698), Komm. 3966 (2223). Dnat. 3748(2939), Z. 1259(1296), Nazi 9743(7772). Bürgerl. Liste 4661(—), neutrale Liste 428(—), Ev. Bollsdienst 1482(1572). Die Wahlen zum Kreistag Lemgo zeigten folgendes Bild: Sozialdemokraten 8846, Dnat. 2481, bürgerliche Liste 282V, Komm. 3655, Nazi 8927, Allgemeinwahl über Souderwahl 824. Vergleichsziffern fehlen, da in Lemgo zum erstenmal Kreistags- wählen stattfanden. In Gesamt-Lippe wurden an Stimmen abgegeben: Sozialdemokraten 24 686(36 068), Dnat. 8565(7278), Bürgerliche Liste 12669, Z. 2276(2543), Ev. Volksdienst 3245 (1645), Nazi 27 169(26 193), Komm. 16 137(6098). In den Städten hatten die Wahlen folgendes Ergebnis: Detmold-Stadt: Soz. 1354(2376), Z. 423(456), Komm. 797(431), Volksdienst 676(222), Kriegsbeschädigte 362(552), Beamtenliste 597(—), Staatspartei 188(616), D. Vp. 683(1286), Dnat. 959(897), Nazi 2862(2152). Lemgo-Stadt: Soz. 1288(902), Z. 120(133), Dnat. 632 (291), Außenbewohner 784(—), Nazi 2035(1586), bürgerl. Liste 318 (500), Volksdienst 434(461). Salzuflen-Schötmar: Soz. 2031(3190), Z. 484(608), Komm. 902(376), Dnat. 363(747), Bürgerliche Liste 565(—), Ev. Vereinigungen 656(755), Bürgerliche Liste Schötmar 465(—), Kriegsbeschädigte 232(—). Nazi 2868(2368). Elsas und Brolat Oer Aufflchisrai der BVG. will untersuchen. Die vor einigen Tagen im Sklarek-Prozesj von dem Vorsitzenden gefallenen spontanen Aeußerungen über Di- rektor Brolat gaben den Anlaß, daß der Bürgermeister Dr. Elsas im Auffichtsrat der BVG. heute eingehend über die ver- schiedenen gegen Brolat erhobenen Vorwürfe berichtete. Er teilte mit, daß die Angelegenheit Möllerke durch eine von der städtischen Brennstoffgesellschaft eingeleitete Regreßklage zur Zell der gerichtlichen Klärung unterliegt. Der Aufsichtsrat nahm ferner Kenntnis auch von den durch Brolat beim preußischen Iustizminister unternommenen Schritten. Der Aufsichtsrat war einmütig der selbstverständlichen Auffassung, daß Vorstandsmitglieder einer im öffentlichen Besitz be- findlichen Gesellschaft sich auch in ihrer privaten Betätigung e i n- w a n d f r e i zu verhalten haben. Eine Möglichkeit, die im Sklarek- Prozeß von einem Zeugen gegen Brolat vorgebrachten Behauptungen nachzuprüfen, besteht während der Dauer des Prozesses für den Auf- sichtsrat nicht. Allseitig wurde es als dringend erwünscht bezeichnet, daß die in Aussicht genommene Vernehmung des Di- rektors Brolat als Zeuge beschleunigt durchgeführt werde. Da mit einer Vorwegnahme dieser Vernehmung nach den bekannt gewordenen Absichten des Gerichtes nicht gerechnet werden kann, gab Direktor Brolat ein« ausführliche Erklärung zu der Angelegenheit im Aufsichtsrat ab. Es heißt darin: Da mir noch nicht die Möglichkeit gegeben ist, mich im Sklarek- Prozeß als Zeuge zu den auf Grund der Ausführungen von Herrn Direktor Hoffmann gegen mich erhobenen Vorwürfen zu äußern, erkläre ich inzwischen folgendes: 1. Die mir von Herrn Hoffmann unterstellten Aeußerungen über Herrn Leo Sklarek sind von Anfang bis Ende mtt einer kaum zu überbietenden ÄÄhnhett erfunden. 2. Niemals habe ich ml! Herrn Hoffmann klber Gefchäfie ge- sprachen, die Firma Sklarek in irgendwelcher Form betrafen. Es lag meinerseits hierzu ja auch nicht die Spur irgendeiner Veranlassung vor. Auch bin ich nie von einer Seite ersucht worden, mit Herrn Hoffmann über derartige Geschäfte zu sprechen. 3. Was Behauptungen betrifft, die von anderer Seite fielen, habe ich mtt allem Nachdruck folgendes zu erklären: Am 36. September 1929, etwa fünf Tage nach der Verhaftung der Gebrüder Sklarek, habe ich bei der Firma Keller u. Furch einen Mantel bestellt. Bei dieser Gelegenhett kamen die beiden Inhaber auf die Geschehnisse, die bei den Gebrüdern Sklarek eingetreten waren, zu sprechen. Sie äußerten ihre Besorgnis, daß durch den Konkurs der Gebrüder Sklarek für sie ein großer Verlust eintreten könne, da bei ihnen noch eine ganze Anzahl von offenen Konten be- stände über Lieferungen, die im Auftrage der Gebrüder Sklarek an verschiedene Herren erfolgt seien. Von diesen Aufträgen habe ich bei dieser Gelegenheit zum erstenmal in meinem Leben Kenntnis erhalten. Im Laufe der Unterhaltung habe ich mich auch beresterklärt, diejenigen Herren, die mir bekannt find, auf die nach offenen Konten hinzuweisen. Die Unterstellung der Begünstigung irgendeines der Angeklagten meinersetts weise ich auf das Entschiedenst« und mtt aller Energie zurück. Ich kannte weder die Zusammenhäng« der Konten noch die Zulässigkeit und Art der Kredite und Geschäfte der Stadtbank und der Anschaffungsgesellschaft. Daß die Stadtbank den Gebr. Sklarek Kredtte gegeben hat, habe ich überhaupt erst am 22. September 1929 erfahren, ohne jedoch ihr« Art zu kennen. Weder wollte noch konnte ich daher überhaupt eine Begünstigung vornehmen. Ich bin bereit, diese Erklärung jederzeit vor Gericht unter Eid abzugeben. Nazi-Quittung für das Reichsgenchi. Offene Drohung mit brutaler Gewalt. Darmstadl. S. Januar.(Eigenbericht.) Die Erklärung des Reichsgerichts, daß das Hoch- verratsverfahre» gegen den Verfasser des Vox- heimer Dokuments. Dr. Best und Genossen, nicht eingestelli fei. Hai die Führer der hessischen Nazis in helle Wut verfetzk. In der Freitag-Ausgabe des hessischen Nazi-Organs veröffent- licht der Leiter der sogenannten Nazi-Gaupressestelle Hessen einen längeren Artikel, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Vor- Untersuchung mit negativem Erfolg so gut wie abgeschlossen ge- wesen wäre und«in« entsprechende Meldung in der Presse nur den Zweck gehabt habe, das Reichsgericht gegen Best und Konsorten aufzuputschen. Tatsächlich habe das Reichsgericht nach der be- treffenden Meldung für die Angeklagten einen neuen Termin an- beraumt und einig« Nationalsozialisten, die bisher weder direkt noch indirekt im Zusammenhang mit dem Hochverratsoerfahren ge- nannt worden seien, nun zur Vernehmung geladen. Der Artikel schließt mtt folgender unerhörten Drohung gegen den Oberreichsanwalt:„Während sich die Gerichts noch mtt kniffligen Tellfragen in Sachen Boxheimer Dokument be- schäftigen, steigen blutrote Anzeichen über den polttischen Horizont herauf. Vielleicht werden Reichsgerichtsräte in ihrer sorgenvollen Arbett, ob es sich mit dem Hochoerrat von Boxheim richtig verhält oder. nicht, aufgeschreckt durch das Maschinengswehrfeuer bolsche- wistisch-r Bürgerlriegstruppen. Dann gilt das Standrecht mtt dem Motto:... wird erschossen. Sind wir von diesen Zeiten noch so weit entfernt? Haben wir vor der deutschen Geschichte noch das Recht, politischen Lappallen nachzujagen? Eine kommende Zeit wird die harte Sprache der brutalen Gewalt sprechen, und wir wissen nicht, ob sie untersuchende Reichsgerichtsräte oerschonen wird." Den Vorsitz auf der Lausanner Konferenz, die nach neuesten Vereinbarungen am 25. Januar beginnen soll, wird der englische Ministerpräsident Macdonald führen. Die Elends-Al Verhandlung über ein Wir leben im Zeitalter der Ab-, Vernunsts- und Gehaltskürzungen� Die EAG. ist hierfür in dreifacher Hinsicht symbolisch. EAG. heißt Elends-Aktien-Gesellfchaft. Eröffnungsbeschluß. Als bekannt wurde, daß Bert Brecht mit seinen Songs zur Dreigroschenoper den ollen, ehrlichen Ammer stark„nachempfunden" hatte, hat man sich entrüstet. Als jetzt dem Gericht in Kassel bekannt wurde, daß der „Hausierunternehmer" Jakob K. aus Zweibrmten Bert Brecht und Ammer in die Wirklichkeit umgedichtet hat, verurteilte es K. zu drei Monaten Gefängnis. Ein Dichter darf von einem Dichter abschreiben, aber nicht ein Praktiker von einem Dichter. Wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe. Nur wer im Brechtstand lebt, lebt angenehm. Oer Tatbestand. Der Hausierer K. hat zwanzig junge Leute als„Unglückliche" engagiert. Sie bekamen ein mit den ehrfurchtgebietenden Worten „Bezirksamt Kaiserslautern" unterstempeltes Dokument des Inhalts, daß der„Vorzeiger dieses" vier oder fünf Kinder, eine erwerbs- unfähige Frau und außerdem wegen Blitzschlages weder Sprache noch Gehör habe. Außerdem wurden die künstlich Verelendeten, mit fadenscheinigen, verschmutzten Anzügen und zerrissenen Stiefeln ausgestattet, so daß sie wirklich einen Eindruck zum Gott- ja sogar zum Menschenerbarmen machten. Kein Wunder, daß sie trotz der Notzeit recht gute Tageseinnahmen, nach gerichtlicher Feststellung bis zu fünfzig Mark, erzielten. Dafür bekam jeder„Angestellte" zehn Prozent des Umsatzes und freie Kost und Wohnung. Doch die Sonne, die aus einen der Unglücklichen gar zu grell schien, brachte den Betrieb des Betrüblichen an den Tag und der Schwindel kam ans Licht, das der zweifelhafte Zweibrückener in anderer Absicht in den Gemütern der Mitleidigen angezündet hatte. Der Aufdeckung folgte die Strafe auf dem Fuß. Die jungen Leute aber sind ihre„Dokumente" und ihre Kinder los, haben dafür aber Gehör und Sprache wiedergewonnen. tien-Gesellschast t Gerichtsverhandlung ■ Moral der Unmoral. Nur das Leben hat das Recht, Bettler zu machen, aber nicht ein Lebender. Maßt sich ein einzelner die Funktionen an. die sonst das durch die kapitalistische Unordnung geprägte Leben ausübt, so wird der einzelne bestraft. Getreu dem Sprichwort von den kleinen Sündern, die man hängt, und den großen, die man laufen läßt, geht man nicht gegen diejenigen vor, die um der großen Ge- schäfte willen die Not verursachen, sondern gegen diejenigen, die sie um eines Privatgefchästes willen mißbrauchen. Die herrschende Klasse hat nicht die Verminderung des Elends, jedoch das Elend selber organisiert. Wir leben in eiitem Ordnungsstaat— nur daß nicht mehr das Objekt der Ordnung, sondern die Ordnung als solche nachgerade das einzige zu fein beginnt, womit wir Staat machen können. E. G. Weltstatiftik der Tuberkulosesterblichkeit Eine internationale Uebersicht über die Tuberkulosesterblichkert in der Epidemiologischen Monatsschrift stellt für das Jahr 1928 in Deutschland 7,3 Todesfälle an Lungentuberkulose aus je 10 099 Ein- wohner fest, in England 7.6, in Norwegen 12, S, in der Schweiz 10,1, in Irland 10,8, in England 7,6, in Dänemark 6,3, in Spanien 11,8, in Holland 6,1, in den Vereinigten Staaten 7, in Australien 6,1 und in Japan 14,2. Die entsprechenden Zahlen für das Jahr 1930 beliefen sich in Rio de Janeiro auf 26, in Paris auf 19,6, in Buda- pest aus ebensoviel, in Oslo auf 13,1, in Stockholm auf 11,9, in Brüssel auf 9,9, in London auf 8,4, in Berlin auf 8,3, in Zürich auf 7,6, in Kopenhagen auf 7,1, in New Park auf 6l4 und in Amster- dam auf 6.4. Was die Verteilung auf die Geschlechter anbetrifft. so ist in den meisten Ländern das männliche Geschlechter stärker betroffen als das weibliche. In den einzelnen Altersklassen sind im ersten Lebensjahr die Knaben der Tubsrkulofesterblichkeit mehr aus- gesetzt als die Mädchen, dann ist bis zum 12. Lebensjahr die Sterb- lichkeit bei beiden Geschlechtern gleich: bis zum 26. Lebensjahr übertrifft die Sterblichkeit der weiblichen Personen die der mann- lichen, während dann die umgekehrte Erscheinung hervortritt. Mit dem Messer in der Brufi. Rätselhafie Bluttat in einem Männerheim. Eine rätselhaste, noch nngeklärte Vlulkat wurde am Sonnabend spät abend» in einem Männerheim in der Schwedter Straße in Berlin 7t. entdeckt. 3ra Schlafsaal wurde der 28 Jahre alle Arbeiter Willy Schulz mit einem Messer in der Brust am Boden liegend ausgesunden. Ein sofort herbeigerufener Arzt sorgte für die llebersührung des verletzten ins Krankenhaus am Friedrichs- Hain, wo der Man bald daraus verstarb. Als in den späten Abendstunden einige Insassen des Männer- Heims den Schlafsaal aufsuchten, entdeckten sie plötzlich Willy Schulz blutüberströmt am Boden des Saales. In seiner Brust b e- fand sich ein Taschenmesser. Man alarmierte zunächst einen Arzt und dann di« Polizei. Als der Arzt kam und Schulz einen Notverband anlegte, konnte der Verletzte gerade noch sagen: .Llempner-Jakob", dann wurde er bewußtlos. Von den Insassen des Heimes war beobachtet worden, daß Schulz am Nachmittag den Besuch eines jungen Mannes erhalten hatte. Dieser Mann war der 26 Jahre alte Klempner Jakob P f a f f aus der Weißenberger Straße. Pfaff wurde noch am Abend in einem dem Heim gegenüberliegenden Lokal ermsttelt und zur Klärung des Tatbestandes festgenommen. Nach seiner Ueber- fü-hrung ins Krankenhaus bezeichnete Schulz den.Mempner-Iakob" als Täter, dann verschied er. Der Klempner wurde eingehend vernommen, bestritt aber, seinen Freund niedergestochen zu haben. Das Messer will er nicht als fein Eigentum wiedererkennen. Am Nachmittag waren die beiden jungen Leute zusammen in einem Lokal gewesen. Sie hatten weder eine Auseinandersetzung noch sonst einen Streit. Pfaff erNärte auch, absolut keinen Grund dazu gehabt haben, seinen Freund zu töten. Der„Älempner-Iakob" ist vorläufig noch in Hast behalten worden. Daß Willy Schulz sich selbst das Messer in die Brust gestoßen haben soll, ist sehr zweifelhaft. Die Kriminalpolizei hat eine umfangreiche Untersuchung eingeleitet. Deuffchnationaler Bierabend auf unfern künstigen Reichspräsidenten reiben Einen Namen darf sich jeder im stillen denken." Verzweiflungstat emes Ehepaares. In der gaserfülltea Schlafstube bewußtlos aufgefunden. Durch di« Tlufmerkfamkeit von Hausbewohnern wurde heute vormittag im Haufe Oranienstr. 34 im letzten Augenblick eine Familientragödie verhindert. Der ö6jährige Zuschneider Gustav S. und seine um 14 Jahre ältere Frau haben dort ein« aus Stube und Küche bestehende Wohnung inne. Gegen 10 H Uhr bemerkten Flurnachdarn starken Gasgeruch. Als auf Klopfen niemand öffnete. alarmierte man die Polizei und Feuerwehr. In dem völlig mit Gas erfüllten Zimmer fanden die eindringenden Beamten das Ehe- paar bewußtlos auf. Die Wiederbelebungsoersuche waren nach langwierigen Bemühungen von Erfolg. Der Zustand der Gas- vergifteten war jedoch so bedenklich, daß der Arzt die sofortig« llebersührung ins Krankenhaus anordnete. Wie die Untersuchung ergeben hat, ist K r a n k h e i t das Motiv zu dem gemeinsamen Berzweiflungs schritt der Eheleute. Krieg in der Regierung. Nationale Ldealzustände in Bravnschweig. Braunschweig, 11. Januar.(Eigenbericht.) Der Krieg im braunschweigischen Regierungs» l a g e r hat derartige Formen angenommen, daß die Nazis sch o n mit Neuwahlen drohen. Sie sind über die von volks- parteilicher Seite gegen den nationalsozialistischen Landtagspräsi- denten Zörner erhobenen Vorwürfe außerordentlich erbost. Wie ein nationalsozialistisches Blatt zu mellien weiß, ging wegen der Staats- bankangelegenheit durch die braunschweigifche Regierungskoalition ein großer Riß: die Stellung des deutschnationalen Finanzministers Dr. Küchenthal sei erschüttert» well er den Staatsbank- leit«r Dr. Stübbener deckte. Da sich vor ihn auch di« Dolkspartei schützend stellt, sei eine ersprießliche Zusammenarbeit der jetzigen Regierungskoalition kaum noch möglich. Durch Neuwahlen müßte die„Ministerclique" und die Führung der Volkspartei zum Verschwinden gebracht werden. Auf der Flucht erschossen. Sowjetbeamter wollte nach Polen. Warschau. 11. Januar. Wie das Wilnaer„Slowo" aus der sowjetrussischen Grenz- station Njegoroloje zu berichten weiß, wurde dort in einem Eisen- bahnzug der sowjetrussische Beamte Fekler von G P U.- A g e n- te n erschossen. Fekler wollte mit einem falschen Pah über die Grenze flüchten. Während seiner Festnahme leistete er Wider» stand und wurde hierbei von einem Agenten nieder» geschossen. Spionogeprozeß. wilua. 11. Januar. Wegen Spionage zugunsten Sowsetrußlands wurde Frau Aozlawska zu zehn Jahren und drei andere Angeklagte zu insgesamt sieben Jahre» schweren Kerker» verurteilt. Bewegung— Rhythmus— Klang. Matinee im Deutschen Künstlertheater. Unter dem Titel„Bewegung— Rhythmus— Klang" fand eine Matinee der Iutta-Klamt-Schule im Deutschen Künst- lertheater statt. Nicht Tanzvorführungen, sondern Bewegungs- kunst wurde den Zuschauern verheißen. Der erste Teil des gedruckten Programms war ganz lehrhast aufgezogen und konnte beim Durchlesen eine leise Furcht davor erwecken, daß in dieser Matinee well- anschaulich begründete Gymnastik zelebriert werden würde. Glück- licherweise erwiesen sich solche Bedenken als durchaus überflüssig. Nachdem die feierlich stilisierten Atemübungen absolviert waren, entwickelten sich die Körper der jungen Menschen auf der Bühne zu immer lebensfreudigerer Bewegtheit. Federn und Schwingen, Spannen und Entspannen löste die Gelenke, führte von der Glleder- bewegung zur Körperbewegung, von der Körperbewegung zur räum- füllenden, gymnastisch-tänzerischen Linie. Der zweite Teil des Pro- gramms, der die rhythmische Begleitung auf Schlaginstrumenten zum Teil von der Bewegungstruppe felb«r als Teil der Uebungen aus- geführt zeigte, brachte einzelne schärfer hecausgearbellste Motive. Ihre starten klaren Formen hasteten immer an feinem Bewegungs- erlebnis, das sich in ihnen vollendet ausdrückte. Die einfache und geschlossene Schönheit dieser Grundformen des künstlerischen Tanzes löste den lebhaften Beifall der Zuschauer aus.— lz. Ringelnatz:„Die Flasche." Liraufführung in Leipzig. Man bekommt Durst, wenn man den theatralischen Ausflug Joachim Ringelnatzens ansieht. Denn es wird in den drei Akten viel getrunken, und das paßt zu Ringelnatz und seinem Tllel, obwohl — du ahnst es bald— die Flasche eine von jenen ist, die die letzten Grüße untergegangener Matrosen überbringt. Mit dem Trinken und einigen eingeschobenen lustigen Verschen ist freilich das Ringel- natzische erschöpft. Die Liebhaber Ringelnatzens— und der dies schreibt, gehört dazu werden von ihrem Dichter kaum ein dra- matisch starkes Werk erwartet haben, sondern eher eine stimmungs- starke Milieustudie. Aber nun werden sie doch enttäuscht sein, daß dies Theaterstück nur einem melodramatisch-sensationellen Seemanns- film nahekommt. Eine Matrosenbraut wechselt zu einem schwerreichen russischen Fürsten hinüber. Aber als die Flaschenpost den Tod des Liebsten verkündet, kehrt sie zurück zum rauhen Kneipenleben bei den Männern vom Meere. Der düstere Schluß erhebt die Magazin- geschichte nicht zur Ballade, einige hübsche Scherze, die in den Ge- dichten viel komprimierter und komischer sind, machen keine runden Menschen aus Schablonenfiguren, die in einer so papierenen Prosa reden, daß man sie und das Stück um des Dichters willen gern rasch vergessen möchte. Die von Otto Werther liebevoll inszeniert«, vor- züglich durchgegrbeitete Ausführung hatte am Schluß Erfolg, weil sich der Dichter selber zeigte. H.W. 3«! Kabarett der Komiker. Man muß es Kurt R o b i t s ch e k lassen, er versteht ein fthr mannigfaches Varieteprogramm zusammenzustellen und ihm auch einen besonderen Charakter zu geben. Freilich auf Aktualität und Tendenz muß man hier schon verzichten: man ist mit Absicht un- polllisch, wenn auch gelegenlich ein kleiner Anfall beim Conferencier mal dazwischenrutscht. Das Programm bringt ausgezeichnete Baristenummern: Lilly G Y e n e s mit ihrer Zigeunerkapelle, M e l l e r und Wagner sind witzige Gosangskomiker, Reno und Andy gute Tanzparodisten, Stone und 25 er n a n Co. bringen eine akrobatische Tanznummer, die an den Spielball Frau starke Zu- mutungen stellt. Robitjchek hat von seinem Pariser Ausflug die Idee und die Vorlag« zu illustrierten Conferencen mit- gebracht, in denen in kürzester dramatischer Form Pointen losknallen. Hermann Kr« Hans Bühnenbilder auf der Drehbühne geben zu den etwas knalliger Ueberdramen ein entzückendes Milieu. Mach Delschaft, Harry Hardt und Ilse Stobrawa sind die Hauptdarsteller. In der Nummer„Eine Frau kann nicht treu sein" ist der Hauptwitz neben anderen im Riesenjchrank versteckten Liebhabern ein Mann zu Pferd«. Im Gegensatz zu diesen Kurzstücken ist die Wallburgiode Mir brauchen alle»m happy end" etwas breit gerate». Das Thema, ein projektiertes Bühnenstück, wird unter den Mitarbeitern zur Wirklichkeit, hat seine Reize. Neben W a l l b u r g s worte- schleuderndem Maschinenmundgewehr behauptet sich Roma Bahn. Alexa von E n g st r ö m bringt schwedische Volkslieder und Paul O'Monti singt seine Schlager mit komischen Effekten. 8. Maria Ivogün in der Volksbühne. Es war ein Programm voll idyllischer Heiterkeit, es war Musik voll mozartischer Leichtigkeit, voll Formvollendung und voll Schön- heit, Musik, die Maria Ivogün, die Sängerin bezaubernder An- mut, die Meisterin anmutiger Bezauberung, wunderbare Wirklichkeit werden ließ. Nach Mozart und Schubert(„über den Wassern zu singen" war ein Triumph der Grazie, niemand vermag ihr das nachzumachen), nach den„Mädchen von Cadix"— deren gesürchtete Schwierigkeiten sich in federnde Mühelosigkeiten verwandelten, als gäbe es keine technischen Probleme, als wäre es das Natürlichste und Einfachste von der Welt. Triller und Koloraturen zu singen»- entzückte sie ihr begeistertes Publikum mit deutschen, österreichischen und Schweizer Bolksliedern, bei denen chr Lustiges und Leises gleicht gut geriet(„Maria auf dem Berge" war besonders schön). Zum Schluß ihr unnachahmliches Glanzstück: der Frühlingsstimmen- Walzer von Johann Strauß. A.W. Josef Jarno gestorben. Im Alter von 66 Iahren starb in Wien Josef Jarno, der um die Wende zum neuen Jahrhundert am Berliner Residenztheater und dann am Deutschen Theater unter Otto Brahm zu den besten und modernsten Förderern der naturalistischen Dramatik gehörte. Jarno, der Ehegatte von Hansi Niese, kam als junger Künstler nach Berlin, und in allen Premieren, bei denen die Werke der Natura- listen umstritten wurden, spielte er eine tragende Rolle. So kämpfte er für die„Jugend" Max Halbes und für Strindberg. Nach dieser ehrenvollen Tätigkeit übersiedelte er nach Wien, um die Direktion des Iosefstädtischen Theaters zu übernehmen Dort pflegte er mehr das französische llnterhaltungsstück, doch als Schauspieler erlangte er eine außerordentliche Feinheit. Man mußte ihn zu den besten Psychologen des Theaters rechnen, und sein Ansehen in der inte-'- nationalen Theaterwelt war groß und unbestritten. „Jugendfreunde" im Rose-Theater. Das Rofe-Theater. dos immer auf Neues aus ist, will seinem Abendpublikum von jetzt ab jeden Sonntag etwas anderes bieten: das Operettenrepertoire wird an diesem Abend immer durch ein Schguspiel unterbrochen werden. Man begann mit Fuldas alterprobtem, aber immer noch sein Publi- kum sindenden Lustspiel„Jugendfreunde". Unter Paul Roses wirksamer Regie wurde eine runde Aufführung geboten, die den jüngeren Kräften Gelegenheit gab, sich ins rechte Licht zu stellen. Ebert und die Städtische Oper. Ein Berliner Wochenblatt bringt sensationelle Meldungen über die Städtische Oper mit den Schlag- zeilen:„Ebert verläßt die Städtische Oper— Sahm greift ein— Bor dem Ende der Aera Ebert". Hierzu wird amtlich mitgeteilt: Der Oberbürgermeister hat keine derartigen Maßnahmen getroffen oder überhaupt in Erwägung gezogen. Es liegt auch nicht der geringste Anlaß hierzu vor. Auch in den Sitzungen des Aufsichtsrats ist eine solche Frage niemals be- handelt worden. „Offo Braun, Ein weg zur Macht." Unter diesem Titel er- scheint demnächst im Unioersitas-Berlag Berlin eine umfassende Bio- graphie des preußischen Ministerpräsidenten, die Wesen, Werdegang und politische Bedeutung des Führers der preußischen Sozialdemo- kratie erschöpfend behandelt. Verfasser dieser Biographie ist Georg. Schwarz, der Autor des erfolgreichen Buches„Kohlenpott". Ihm wurde für feine Arbeit von den wichtigsten Archiven und von führenden Politikern wertvolles Material zur Verfügung gestellt. Das Buch ist mit zahlreichen, zum Teil noch nicht veröffentlichten Photographien versehen. Ju der Äawcra werde» heute ali Gastspiel der Degeto neue.Film- arbeiten von Wilfried Basse uraufgeführt:„Baumblüte in Werder und „Abbruch und Aufbau", Vorträge. Mittwoch, 7,80 Mr. spricht m der Preußischen Akademie der Wiflenschait Professor Paschen über:„Die Entwicklung der Spektralanalys e". Eintrittskarten beim Pförtner, Unter de» Linden 38 Der Ball der Oesterreich», dessen gesamtes Reinerträanis notleidenden Oesterreicher» in Berlin zufließt, wird am Tonnabend, dem 23. Janyar, im Hotel Adlon abgehalten. Einladungen durch„Verein der Oesterreich«". NW. 40, Kronprinzenufer IS. Telephon: Flora A 2 0684. Eine große Aktion der NGO. Äei der aber nichts herauskam. In der bekannten Brotfabrik von Wlttlcr sollte am Sonn- .ibenb von der 31(30. ein„Massenstreik ausgelöst" werden. Der Versuch schlug aber fehl. Am Sonnabend, kurz nach Arbeitsbeginn, inszenierten einige NGO.-Anhänger für das Fahrpcrsonal eine Be- triebsoersammlung. in der gegen den I-Zprozentigen Lohnabbau, der durch den Schlichter auf Grund der Notverordnung verfügt worden ist, der Streik beschlossen werden sollte. Eine geheime Ab- stimmung machte man natürlich nicht. Das Fahrpersonal wurde gefragt, wer s ü r den Streik sei, und als nur sechs dagegen stimmten, die übrigen 90 Mann des Fahrpersonals sich der Stimme enthielten, galt der Streit als„beschlossen". Als aber die Kommission, die mit der Firmenleitung über die Zurücknahme des Lohnabbaus ver- handelte, mit leeren Händen zurückkam, fuhr das Fahrpersonal in gewohnter Weise aus. In der Betriebsoersammlung am Sonntag vormittag machten einige RGO.-Lcute nochmals einen Borstoh. Der Betriebsratsvorsitzendc lehnte jedoch die Durchführung einer Streikabstimmung ab, mit der Bemerkung, daß die Führung von Streiks eine Aufgabe der Gewerkschaften sei. Damit war die grcße Aktion der REO. verpufft e RNQMNNZL der Woche Auch die Engländer ohne Sympaihien. NGO-Führer abgewiesen. Im Londoner Hasen traten ain Montagvormittag 2000 Arbeiter, die die Leichter, Schlepper und sonstigen Hafenfohrzeuge zu be- dienen haben, in den Streik. Ein kommunistischer Versuch, am Diens- tag die Streikenden mit Moskauer Parolen zu beglücken, nahm ein klägliches Ende. Die Komniunisten wurden von den Streikenden mit Kohlen st aub, Mehl und Farbe beworfen. Man forderte sie auf, nach Rußland zurückzukehren. Schwerer Verstoß russischer Arbeiter. Sie haben wahrheitsgetreu berichtet. Einige hundert russische Stoßbrigadcnarbeitcr, auscrwählt unter denen, die sich in verschiedenen Betrieben des Landes bcson- dcrs hervorgetan halten, wurden im Sommer d. I. belohnt: sie durften aus einem Sowjetdampfer eine Reise rund um Eu- r o p a niachen und konnten dabei auch eine Reihe von euro- päischen Hafenstädten besichtigen. Einer der Reiseberichte, unter- zeichnet von 16 Uralor Arbeitern, die sich an der Reise beteiligt hatten, und in der Zeitschrift„Udarnik Urala"(„Stoßbrigaden- orbeiter vom Ural") veröffentlicht, ist der Redaktion des' Mos- kauer Gewerkschaftsblattes„T r u d" besonders aus die Nerven ge- fallen. Kein Wunder, denn im Bericht ist u. a. zu lesen: „Als der Dampfer in Hamburg anlegte, erwarteten uns Eeiwssen von der Kommunistischen Jugend, und es begann der Aus- tausch von Begrüßungen und Abzeichen. Die anwesende Polizei reagierte darauf überhaupt nicht, und als wir die KI.-Genosien auf die Polizeibcamten hinwiesen, winkten sie ab. Dos zeigt, daß die kommunistische Zugend in Deutschland frei arbeiten kann..." „Als wir durch die Straßen gingen, sahen wir das Gebäude der Kommunistischen Partei, geschmückt mit roten Fahnen, auf denen Hammer uird Sichel angebracht waren; n dem gleichen Gebäude ist die deutsche IAH.-Organisation untergebracht. Daraus ist zu ersehen, daß die Low munis tische Partei dort legal arbeitet.. „Die Konrmunisnsche Partei arbeitet dort legal, sie hat-sogar einen eigenen Klub. Die Pioniere ziehen mit ihren Fahnen eben- falls in aller Oesfentlichkeit umher." Diese Bcrichtsstellen wurden als ein schreiender An- a l p h a b c t i s m u s in der Beurtcllung der polltischen Situation der kapitalistischen Länder gegeißelt, den die Redaktion des Gewerk- fchaftsblattes im Ural nickst durchgehen lassen durste. Hofscistlich werden die beteiligten Arbeiter samt dem Redakteur des Blattes nun nicht gleich auf die Reise nach Sibirien geschickt, weil sie die Wahrheit sagten. 16 Attlglieder des Vereins..Treue Freunde", die bekanntlich das Lokal„Staht Dresden" am Stuttgarter Platz demoliert hatten, wurden dem Pernehmungsrichter im Polizeipräsidium vor- geführt und entsprechenden Verhören unterzogen. Gegen sieben Mitglieder wurde der Haftbefehl b e st a t i g't: sie werden sich später wegen Landsriedcn-bruches und Zusainmenrostung zu . verantworten haben. Die übrigen neun wurden aus der Haft ent- lassen. Davon unberührt bleibt jedoch der Umstand, daß gegen sie das Verfahren eingeleitet wird. Der Berliner Polizeipräsident Grzesinski ist gestern in Veglci- tung von Polizeimajor Siesfer in Paris eingetroffen. Grzesinski will das Pariser Verkehrswesen und die im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit getroffenen Maßnahmen studieren. Wetter für Berlin: Etwas milder, wechselnd bewölkt, keine erheblichen Niederschlüge, mäßige, südwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Osten noch Fortdauer des meist heiteren Frost- wetters, im übrigen Reiche etwas Milderung, aber nur strichweise leichte Niederschläge. '*> Buch Wruno'Jtauedwr: StdliiStchl'C Eine Einführung in die staatlichen Probleme der Gegenwart gibt Bruno R a u e ck e r in seiner Schrift„Staatslehre" (Verlag von Reimar 5)obbing, Berlin, 1931, 104 Seiten, 3,60 Mark). Das Werk will eine Anleitung zum Verständnis des politischen Wesens unserer Zeit geben. Deshalb ist auf eine ausführlichere Besprechung der verschiedenen Staatstheorien ebenso verzichtet wie auf ein näheres Eingehen auf geschichtliche Entwicklungen. Das Augenmerk ist aui das Bestehende und Werdende gerichtet. In knapper Form wird der Leser über die wichtigsten Probleme orientiert, die gerade heute im Vordergrund des Interesses stehen: über die Fragen der Minderheiten, der Reichsresorm, der Abrüstung und der Reparationen wird das Nötige mitgeteilt. Raueckcr zeigt die'Notweudigkcit, die friedlichen Beziehungen unter den Völkern weiter auszubauen, er seist sich für eine Erziehung im Geiste der Völkeroersöhnung ein. Erfreulich ist, daß i» dieser Staatslehre auch die Fragen des Wirtschaftslebens genügend berücksichtigt sind. In kurzen Säßen werden die Ursachen der Wirtschaftskrise formuliert. Durch die schlichte Form der Darstellung kann das Buch auch im staatsbürgerlichen Unterricht der Schulen gute Dienste leisten, zumal Rauecker mst Erfolg um Sachlichkeit und Objektivität bemüht ist. Das zeigt sich deutlich bei der Charakterisierung der deutschen Parteien. Da- Buch enthält leider eine größere Anzahl störender Druckfehler, zum Teil auch in den statistischen Angaben. Es wäre zu wünschen, daß die brauchbare Schrift in einer späteren Auslage von diesen Schönheitsfehlern befreit wird. Dr. S. Weinberg. Wünsche fürs neue Jahr Der„Rückblick auf 1931" im„Abend" vom 4. Januar hat eine Anzahl ergänzender Zuschriften von Rundfunkhörern gebracht. Aus Grund dieser Anregungen sei daher noch einiges nachgetragen, was prinzipielle Fragen der Programmgestaltung berührt. Zuerst sei gern festgestellt, daß noch manche Veranstaltung und Veranstaltungsreihe der Funkstunde und der Deutschen Welle grund- sätziich Anerkennung oerdienen. Die Hörerbries« sprechen sie sehr mit Recht der Z e i t u n g s s ch a u, der B ü ch e r st u n d e, den Be- trochtungen über Gesundheitssragen und dem Sprach- Unterricht aus; allerdings in Sätzen, auf die ein einschränkendes „Aber" folgt. Bei der Zeitungsschau und den medizinischen Betrach- tungen bezieht es sich auf die zeitliche Einordnung dieser Darbietungen im Tagesprogramm„Für den politisch interessierten Menschen ist die Zeitungsschau bestimmt ein großer Gewinn". schreibt ein Hörer.„Aber weshalb wird sie auf eine Stunde ge- legt, in der der arbeitende Mensch schon im Bett liegen muß und der Arbeitslose erst recht, weil er es sich nicht leisten kann, viele Stunden lang Licht zu brennen? Und der Ofen ist bis um 10 Uhr auch schon kalt geworden." Das dürste sehr vielen Rundfunkhörern aus dem Herzen gesprochen sein; die Klagen, daß wichtige Ver- anstaltungen auf so späte Zeit gelegt werden, daß sie den proleta- rischen Menschen nur in Ausnahmefällen erreichen können, sind leider noch immer sehr begründet. Gesundheitssragen. Gegen die Erörterungen von Gesundheitssragen wird aller- dings der entgegengesetzte Borwurf erhoben; es wird gewünscht, daß Funkstunde und Deutsche Welle sie häusiger in das Abend- Programm verlegen. Mir scheint allerdings der Wunsch nicht ganz richtig formuliert zu sein. Es kommt bei den medizinischen Be- trochtungen ja immer darauf an, an wen sie sich richten. Das läßt sich oft nicht nach ihrem Titel, sondern nur nach ihrem Inhalt em- scheiden. Ein Vortrag etwa über die Frage, ob sich frühzeitiges Altern verhüten läßt, kann ebensogut eine mondän-wissenschaftliche Plauderei fein wie eine gerade für den berufstätigen Menschen besonders zweckmäßige hygienische Beratung. Der Hörer kann auf Grund der Programmankündigungen also durchaus nicht immer fest- stellen, ob ihm wirklich wichtige Vorträge infolge einer falschen zeitlichen Einordnung vorenthalten wurden. Allerdings erkennt man auch beim Abhören der Darbietungen häufig, daß beim Pro- grammaufbau die richtige Vorstellung von dem zugehörigen Hörer- kreis fehlte: sonst könnten z. B. nicht so oft sehr wesentliche Rat- schlage, die sich an Frauen und Mütter wenden, so eingereiht werden, daß sie beinahe jeder berufstätigen Frau entzogen sind. Ter Sprachunterricht. Besondere Bedeutung scheint mir ein Hinweis zu l)aben, der in bezug auf den Sprachunterricht der Deutschen Welle gegeben wurde. Es liegen diesen Stunden Lehrbücher zu- gründe, die zweifellos wohlseil sind, die aber trotzdem heute vielen Hörern unerschwinglich bleiben. Wenn ich mich nicht sehr tausche, hat es bereits vor Jahren, als der Sprachunterricht im Rundfunk eben begann, die Einrichtung gegeben, die jetzt von einem Hörer vorgeschlagen wird. Er wünscht, daß die Grundlagen für den Sprachunterricht als einzeln« Lektionen im Ze itu n g s h a n d ei erscheinen, mögNchst in Abteilungen, die nicht mehr als zehn Pfennige kosteir. Dadurch wäre sicher vielen-Gelegenheit gegeben, mit Nutzen an den Sprachstunden teilzunehmen, die bis jetzt dazu außerstande sind. Zudem würde auch mancher zu einem Ver- such ermuntert werden, der sich die Fähigkeit, durch Rundfunk- Unterricht fremde Sprachen erlernen zu können, nicht recht zutraut, und der durch ein Hineiichören in einzeln« Lektionen ohne gedruckte Unterlagen zum Unterricht in dieser Ansicht nur bestärkt wurde. Daß die Form, in der der Sprachunterricht im Programm der Deutschen Welle erteilt wird, Anklang findet, war zu erwarten. „Es macht immer Vergnügen", heißt es in einer Znschrist:„aber es ist oft z ü schwer." Das ist eine Einwendung, der ich schon häiisig begegnet bin,»ich zwar wurde sie immer von Menschen erhoben, die keine oder höchstens sehr gering« Kenntnisse in Fremd- sprachen überhaupt besaßen. Viele sagten mir, daß sie an den Lektionen gescheitert seien. Das lag vielleicht in den meisten Fällen einfach daran, daß man dem Unterricht ohne Lehrbuch zu folgen versuchte— und man schafft sich, auch wenn man es kann, schließlich keins an, ehe man weiß, daß man es wirklich verwenden wird. Doch die„Schwierigkeit" der ersten Unterrichts- stunden hat wobl noch ein« ondere Ursache. Ich glaube, daß selten die allererste Unterrichtsstunde als zu schwer empfunden wird, son- dern daß dies Gefühl erst einsetzt in dem Augenblick, wo dein Hörer der Sprung von der wörtlichen Uebersetzung zum fremd- sprachlichen Denken fühlbar wird. Wer nie vorher eine fremde Sprache lernte, der begreift oft gar nicht, worum es sich hierbei handelt, und er scheitert an den ersten einfachen Wendungen, die das Schulkind im Sprachunterricht als selbstverständlich hm- nimmt. Hier läßt sich vielleicht durch häutigeres Einschalten von Hinweisen, die den Hörer in den Anfongslektionen über sein Gefühl der Unsicherheit beruhigen, manche Erleichterung schassen. Bücherstunden. Daß„die Büch erstünde noch mehr Sinn hatte, wenn olle besprochenen Neuerscheinungen den Interessenten durch Bolls- bibliotheken zugänglich wären, ist unbestreitbar. Doch dieser Wunsch wird leider heute kaum erfüllbar sein. Um so stärker ist die Forderung zu unterstreichen, daß in der Bücherstund« das g e i st i g e Gewicht des einzelnen Werks möglichst klar heraus- gearbeitet wird. Oberflächliche Untcrhaltungslitcratur, und sei sie noch so nett geschrieben, kann für Vorträge in dieser Reihe über- Haupt keiite Grundlage geben. Denn es kann sich in der Bücher- stunde doch innner nur darum handeln, an Hand von literarischen 3teuersch«inungen in wichtige geistige Gebiete einzuführen, die durch diese Literatur beleuchtet werden. Ein Buch um seiner selbst willen in einem Rundfunkvortrag zu besprechen, ist völlig sinnlos. Alle Ausführungen, die in der Bllcherstunde gemacht werden, müssen nicht nur auch, sondern in den meisten Fällen erst recht wert- voll sein für jene Hörer, die sich die angeführten Bücher nicht kaufen können. Tic Grundbedingung. Aus allen hier angeführten 5?öreräußerungen geht hervor, daß die Grundbedingung für jede Rundfunksendung sorgsamste Abstimmung aus den Hörerkreis sein muß. Wert oder Unwert einer Beraostaltung entscheidet sich bestimmend aus diesem Verhältnis zwischen Sendung und Hörer. Das gilt für Unter- haltungsdarbietungcn so gut wie für Borträge und andere„Bil- dungsveranstalwngen". Die Sendung aber setzt sich immer zusammen aus einem Grundstoff und seinem Gestalter— oder seinen Gestaltern—, und es darf nie übersehen werden, daß ihre Wirkung auf den Hörer viel weniger von der geistigen Grund- substanz bestimmt wird, als von der Geistigkeit des Menschen, der diese Substanz für den Hörer formt. Deshalb findet Alfred Kerr mit seinen Betrachtungen soviel Freude, auch unter solchen 5)örern, die feststellen,„daß man nicht immer ganz versteht, wie er es meint", und die bemängeln, daß er zu oft„französisch zitiert". Manchmal ist es wohl auch Sprach« aus Nankeeland. Meist über- setzt Kerr. seine fremdsprachlichen'Zitate ja recht kernig. Die beste und treffendste Aenderung für Kerrs Betrachtungen scheint mir der Satz zu enthalten:....... sie zeigen, daß die meisten Dinge zwei Seiten haben, und manchmal hauen sie auch ordentlich zu." Kerr besitzt außerdem eine Eigenschaft, die ihn den Berliner Hörern besonders nahe bringt: er ist von Herzen und mit Hingebung Berliner. Tcs* Rundfunk am Abend. Montag, 11. Januar. Verl I b. 16.03 Dr. Leo Matthias: Neuland Jugoslawien. 10.30 I. Graener; Streichquartett op. 33. 2. Dvorah; Streichquartett G-Dur, op. 106(Dessauer Streichquartett). 17.30 Dr. PauI Metmer: Auf der EiseniwlMK- 17.30 H. Ji Jaretzki: Von der btldctttieu Kunst. n 18.(10; t)l'.lcrli.allUHgS(uusik. si'••.• 19.00 Stimme zum Tag.' 19.10 Die Funk-Stunde teilt mit... 19.13 Studenten diskutieren.„National oder international?"(Ltg.: Prof. Dr. Ludwig Bernhard.) 19.33 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 30.00 Berliner Funkorchester. Dir.: Erich Kleiber. 1. Mozart: Sinfonie D-Dur (K.-V. 385). 2. Chopin: Klavierkonzert E-Moll. op. II(Margaret« Frank-Witt: Flügel). 3. Job. StrauC: Walzer. 31.00 Tages- und Sportnachrlebfen. 31.10 Harry Schreck:„Wenn sie noch lebten." I. Sokrates zwischen den Schnittmustern. 3. Alexander der Große in der Wochenschau. 3. William Shakespeare tritt als Conferencier auf. 4. Friedrich der Große erhält eine Fehl Verbindung. 5. Goethe besucht einen Tonfilm(Ltg.: Walter Cronostay). 23.00 Wetter. Nachrichten, Sport Anachlidßcnd Leipzig: Ans Berliner Operetten. Kdnlgswusterhansen. 16.00 Prot. Pichard Woldt: Das Lichtbild In der Gegenwartskunde. 17.30 Paul Ligeti: Das Entwicklnngsgcsetz der menschlichen Kultur. 18.00 Goethe und das deutsche Lied.(Robert Sporry. Waldemar Liachowsky am Flügel.) 18.30 Spanisch für Anfdugcr. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Reichsminister Schiele; Die Landwirlschalt an der Jahreswende. 19.30 Rcichsministcr Dr. Hirtslcfcr: Vom Lande in die Stadt? Von der Stadt aufs Land! 22.00 Von New York: Berühmte amerikanische Radioslars. älctantmotll. für bie Sicbofliou: Rich. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Th. Blocke. Belli». Bering: Porrnärts Bering G.m.b.H., Berlin. Druck: Borwqris Buch- brnckerei und Berlngsnnstnlt Paul Einger& Co., Berlin EIS 68, Lindenltr. 3. Hierzu 1•Beilage. (>1 Slfials The&lcr MoniAg, den 11. Janaar Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Boheme StZilLSdiaosiiieta Gendarminmarid. 20 Uhr Sthilier-Theater iturlettsDburj. 20 Uhr IMc göttliche Jette KSr Flora 3434 Piudien erlaubt 20 Zigeunerinnen spielen, „Zemganno's1* fliegende leuchtende Menschen am Lufttrapez im dunklen Raum und weitere Varietö-Neuheitenl »v.ubr CASINO-THEAlERsv. uh. Lothringer Sfrahc 37. imminimnimniiiiifniniiMiiiniiiiinmimimjuniinnimmiin Nur noch wenige Aulführungen Was man aus Lie&e tut Dazu die Gesands- und Tanz- Operette l>as Schvidungs- Souper und der bunle Varieid-Tell. Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pf.. Fauteuil U— Mark, Sessel USO Mark. Slädf.Oper Charlonenburg Bismarckstiaße 34 Montag, II. Januar Volksvorstellung Kein Kartenverkauf Anlang 19.30 uhi »le Afrikanerin Ende gegen 23 Uhr. Theaicr im Ailmiralsoaias! Tdglich 8' i Uhr eitta Alpar in Die Dnbarry Preise v. 0.50 M an Rose. Theater in!« Fnalforter SlraB« 13J Ick. Wduel E 7 342? 8,15 Uhr Eine Frau von Format VolKsbllhne Tlieitr am Bülowplal? L Uhr Die Großherzogln von Geroisiein Staatl. Sdiillit-nteater 8 Uhr Sie svtttitve leite Staatsoper Unter den Linden 8 Uhr Boheme tönugung* Restaifimt Berlins BETRIEB KEMPINSKlO Gelegenheitskauf für Vereine Unterzeichneter Verein verkauft seine 16 gut erhaltenen Instrumente(Marlins- trompeten) zu sehr billigen Pre sen— Ellangetiote zu richten an die Mustk- Abti«. de« Sporiv. Zvickau-Vfid zu hländcn Hans Schabacker. Zwickau I. Sa,. Sdiedcwttzer Strafjc 28. JlMjOI Täglich SV« Uht Morgen gehts uns gut! Grete NcshciiB. Kai Hinten Orcbesf.Da fos Beta Ruriflrstenaamm- Tbealer | 1 443- 8', Uhr Qslsp. Hufticht-Ptoiakl. ffahagonny von Brecht u. Weist Theater desWestens Täglich 8«;« Uhr Karl JöKen in Da Vogelhäadier Marg. Stczak Loüc Carola Pieisc von 50 Pf. an itietropoi-meaier Täglich 8V« Uhr Ein Lied der Liebe Rieh. Tauber Ann« Ahler« torvriia'jsiiniiiitertnito Theater am Nollendoiiplab üqia; Hlilt Sülntarj Pallas 7051 Täglich 8% Uhr Stgs auch 4V< Uhr sasparons Berliner gggk-TriO N• II k S 1 1 a. w Laiiiutr. 74/7U Oeotjöiej Tüeaiei 8 Uhr Der Raub der Sabinerinnen Regie: Hans Deppe. Albert Bassermann. Felix Bressart. L. Höflich, Richard Die Komödie 8V« Uhr Die neiMnH von Louis Vcrneuil mit HaxPallenbcre Biumenseencen jeder Art liefert prölswert Faul Golletz vornal« Robert Weyer Marlannanstr. 3 F&Ob«rb«MltdQa ifernauie Linoleum Zzillaf. Ralonie- ftcoöe 9. fflusik- inttrumenti BUIviaoM, Mic-viatwo sther- ans orclsmcrf. Wunofabtif sint, Srunncntttahe 35.• iHamoesuciiel SobnnebiHe. 8SIatinoMölI« Queäfitbcc Sinn« mctaDe, Tilde» fdimeUe(Bolbfdimel. Jtctei. Chriftionot, ßopenickerfttafie 39. SaltefteUe Ahalber!» (Beilage Montag, 11. Januar 1932 SerÄbmö SfuJauigaße Jei l/ortoäsü Der englische Arbeiter zu Hause Eine Zusammenfassung von Richard Junge Mei» Heim ist meine Burg. Bor einigen Jahren verwandten die englischen Konservativen s�n Wahlkamps gegen die Labour Party ein Plakat, dos im Mittel- �-inkt ein kleines Einfamilicnhäusckicn zeigte, in das die Staats- Atwall in Gestalt eines Policemano einzudringen versuchte. Dieses Plakat sagte über die Psychologie des Engländers mehr aus, als es mancher dickleibige Wälzer vermag. Denn wenn irgendwo ein Sprichwort zu Recht besteht, dann ist es das englische: Mv hörne h MV castle,(„M ein Heim i st meine Pur g"), und wenn wir das ganz verstanden haben, sind wir dem Engländer ein Stück näher gekommen. Gewiß ist es schwer, zu sagen: der Deutsche, der Franzose, der Engländer, denn die sozialen Zerklüftungen innerhalb der modernen Industriestaaten haben die nationalen Eharaktcr- cigenschaften verwischt und verdrängt, so daß die sozial gleichen Schichten verschiedener Nationalitäten ost mehr übereinstimmende Merkmale aufweisen als die verschiedenen Schichten des gleichen Volkes. Aber etwas Gemeinsames, von dem aus die Psyche eines Volkes verstanden werden kann, läßt sich überall feststellen, und in England ist es— so merkwürdig das auch klingt— das von fast allen verwirklichte Ideal des kleinen Einfamilien- Häuschens mit dem obligaten Gärichcn, dos als ein wesentlicher Bestandteil irdischen Glücks sich in der Vorstcllungswclt oller Gesellschaftsschichten vorfindet. Von hier aus ist die ganze bürger- liche Kultur Englands, der Individualismus und das betont zurück- gezogene Eigenleben der Engländer zu begreifen. Das gilt auch für die Arbeiterschaft. Als aufsteigende Schicht ahmt sie die Lebensgewohnheiten, die Sitten und Gebräuche der über ihr stehenden Schicht nach. Maßgebend für England ist der bürgerliche Lebensstil, und die Arbeiterschaft benniht sich, diesem Lebensstil möglichst nahe zu kommen. Seit langem kennt der englische Arbeiter sein Wochenende, dos er freilich nicht stilgemäß auf dem Lande, aber doch in vielen Fällen mit gesunder Arbeit in seinem Gärtchen verbringen kann. Seine Lebenshaltung ist im allgemeinen eine bessere als die seiner kontinen- talen Kollegen(Arbeitslosigkeit, Psundsturz usw. haben sich natürlich auch hier bereits auszuwirken begonnen). Die Einrichtung seines Heims, so verrußt die Häuser von außen auch aussehen, ist meist wohnlich und geschmackvoll. Da es den Gasthaus- und Eafö- betrieb im kontinentalen Sinne nicht gibt— die bestehenden Wirtschaften sind nach unseren Begriffen üble Kneipen— verbringt er seine freie Zeit meist zu Hause. So kommt es, daß auch der englische Arbeiter viel mehr ein privates als ein öffentliches Leben führt. Er kümmert sich auch im allgemeinen wenig um politische Dinge, und selbst wenn er der Labour-Party angehört, bringt er nur in den seltensten Fällen die Begeisterung und Opferwilligkeit für die Partei aus, der die Deutsche Sozialdemokratische Partei ihren ausgezeichneten Funktionärkörper verdankt. Das sprichwört- lich politische englische Volk liebtseineZurückgezogenheit und läßt mit Ruhe und bürgerlicher Behäbigkeit die Dinge an sich herankommen, eh« es zu ihnen Stellung nimmt. Die Familie. Es wäre jedoch falsch, aus diesem abgeschlossenen Leben aus allzugroße Familiarität zu schließen. Im Gegenteil, die Familienbeziehungen scheinen nicht sehr ausgeprägt, ja geradezu lose zu sein. Jeder geht seinen Weg, es wird nicht nach woher und wohin gefragt. Söhne und Töchter sind, auch bereits im Kindes- alter, weit selbständiger als bei uns. Auch die Beziehungen zwischen den Eheleuten scheinen im allgemeinen freier und selstbverständ- licher: zweifellos ist der Mann seiner Frau gegeiüiber auch in Arbeiterkreisen höflicher und zuvorkommender als es bei uns der Fall zu sein pflegt. Werdings Hot man auch oft den Eindruck der zu nichts 0 e r p f l i ch t e i, d e n H ö s l i ch k e i t, und das ganze Che- und Familienleben gibt sich zumindestcn nach außen mehr als ein nebeneinander als ein miteinander. In Deutschland geht die Frau sicher viel eher im Leben für den Mann und die Familie aus als in England— das sei ganz ohne Werturteil gesagt—, die Frau hat in England eine weit größere Freiheit und S e l b st ä n d i g k e it. Ich wurde mit einem jungen Ehepaar bekannt, dem ich die erste Beobachtung dieser Art verdanke. Die beiden besuchten gemeinsam mehrmals in der Woche einen Tanz- klub, aber es machte der jungen Frau auch gar nichts ans, allein tanzen zu gehen, wenn der Mann gelegentlich auch mal Tag und Nacht arbeiten mußte. Der deutsche Spießer würde sich vielleicht über die Vergnügungssucht dieser Frau aufregen, ich erzähle es lediglich als ein Beispiel für viele Beobachtungen, die ich später noch niachen konnte. Dieses freundschaftliche Nebeneinander innerhalb der Familie läßt bei dem Besucher, der als Gast in eine englische Familie ein- geführt wird, und sei es auch unerwartetcrweise, nicht das Gefühl auskommen, als„störe" er, denn die deutsche Familiengcmütlich- keit— uich diese„Gemütlichkeit" sei hier auch ohne Werturteil fest- gestellt— gibt es eben nicht, niemand läßt sich stören und man siihlt sich tatsächlich bald„wie zu Hause". > Aber am Sonntag... Der sprichwörtlich langweilige englische Sonntag ist bekannt. Er ist ein Erbe des Puritanismus, das auch in unserer Zeit noch fort wirkt, standhast allen Reformbestrebungen widersteht und nur langsam umgemodelt und modernisiert werden kann. In London freilich spürt man als Fremder fast nichts mehr, es gibt Vergnügungsstätten und Cafes genug, in denen man sich an den Sonntagen aufhalten kann. Aber in der Provinz, auch�in den großen Jndustriestödtcn, macht sich der langweilig-heilige Sonntag noch bemerkbar, obgleich er auch hier von seinem ehemaligen Schrecken eingebüßt hat. Doch fällt es auch noch schwer, abends nach sg Uhr etwa noch eine Straßenbahn zu finden. Und abgesehen von den ausgesprochenen Großstädten hat sich die mehr oder weniger streng durchgeführte Heilighaltung noch überall erhalten. Die Kirche beherrscht den Sonntag noch fast unumschrännkt. Freilich sind die Kirchen auch an den Sonntagen nicht stärker besucht als an deck anderen Tagen. Aber ihr Einfluß reicht auch heute noch soweit, daß sie sportliche und andere Ler- anftaltungen unmöglich machen kann. Am Sonntag hat man nichts zu tmr, diesem Gebot müssen sich Gläubig« und Ungläubige beugen. Das ganze Leben in den S t r a ß« n scheint wie ausgestorben. Bedauernswert der Arme, der ohne Freunde und Bekannte seinen Sonntag verleben muß. Kino und Theater sind gcsäzlossen, die großen Zeitungen erscheinen nicht, nur die Sonntagsblättcr, in denen man dann lesen kann, daß die Sormtagsschändung dos schlimmste aller Laster sei und daß alle Verbrecher es schon seit ihrer Jugend mit der Heilighaltung des Somrtags nicht ernst genommen hätten und auf diese Weise auf die schiefe Bahn gekommen seien. Im übrigen kann man sich an den ausführlichen Wort- und Bildberichten über dos Leben der Society, der privilegierten Schicht, ergötzen. Davon berichten die Sonntagsblätter noch mehr, als es die englischen Zeitungen ohnehin schon tun. Wenn man am Sonntag schon nichts unternehmen kann, will man sich doch wenigstens am schönen Leben anderer erfreuen. Es ist ein gewisser Snobismus, der sich in dem heftigen Interesse für das Leben der oberen Zehntausend offenbart und von den Zeitungen auch ständig genährt wird. Nichts scheint interessanter zu sein, als eine Heirat oder Kindtaufe in einer der reichsten Familien... Der sonntäglichen Oede zu entfliehen, kann man sich nicht einmal in die Publikhouses begeben, denn soweit die Wirtschaften nicht geschloffen sind, ist es ihnen verboten, am Sonntag alkoholische Getränke auszugeben. Was freilich nur dazu führt, daß am Samstag mehr getrunken wird als an den anderen Togen, und daß mancher erst am Sonntag seinen Rausch ausschläft. Uebrigens feiern am Sonntag auch viele Hausfrauen, in vielen Familien gibt es daher am Sonntag nur kaltes Essen. Magcnsragc— Lebensfrage. Wie lebt der russische Arbeiter, der russische Bauer, der russische Mensch schlechthin? Die deutschen Kommunisten geben sich gar keine Mühe, sich darüber Klarheit zu verschaffen und wahr darüber aus- zusagen. Schade, das ist eine Frage, die der Aufmerksamkeit wert ist! Der zum Kommunismus bekehrte Mannheimer Pfarrer Eckert, der nach Rußland gegangen ist, um das neue Land zu sehen, hielt es wahrscheinlich für überflüssig, in den vier ellenlangen Reiseberichten aus Rußland, die er in der Mannheimer„Arbeiter- Zeitung" veröffentlichte, darüber zu sprechen. Er hat nicht für not- wendig gefunden, über diese Frage sich genau zu äußern und ge- naue Angaben anzuführen. Gewiß, die Magcnfrage ist für die große Revolution auch nicht entscheidend. Aber was für den ein- zelnen Arbeiter Magen frage ist, ist für die gesamte Arbeiterklosse die Lebensfrage, und es ist einfach Sache der internationalen proletarischen Solidarität, daß der deutsche Arbeiter sich für die Lebensverhältnisse des russischen Arbeiters interessieren muh. Nominal- und Reallohn. Der Reallohn des ruffischen Arbeiters muß ganz anders be- rechnet werden als der des deutschen: diese Berechnung ist eine kom- plizierte Sache, es spielen da Inflation und Kartensystem für Lebensmittel mit hinein. Der Nominal lohn. Geld lohn, des russischen Arbeiters beträgt durchschnittlich pro Monat 82 Rubel— diese Angabe wurde vor kurzem in der„Jswestija", dem Organ der Sowjetregierung, gemacht. Mit dem Geldausdruck des Lohnes ist aber nicht viel anzufangen. Das wäre ein anständiger Lohn, wenn der Arbeiter ihn, restlos in den Preisen der Lebensmittel und Waren, die er durch das Sstcm der Staatsversorgung in den Ge- nossenschaftsläden bekommt, verwerten könnte. Und dieser Lohn wäre überhaupt nichts, ein Häuflein Papiergeldsetzen, wenn der Arbeiter allein aus den freien Markt angewiesen wäre. Die Wahr- heit liegt in der Mitte, d. h. der Reallohn, die Kaufkraft des Lohnes des russischen Arbeiters, wird sowohl durch die staatliche V e r- s o r g u n g als auch durch die Preisbewegung auf dem freien Markt bestimmt. Der Arbeiter ist also im Besitz der staatlichen Versorgungskarte. Nach dieser Karte soll er folgende Lebensmittel und Waren erhalten— pro Zeiteinheit und Preis: Brot......... 1 kg täglich 20 Kop. für 1 kg Buller........ 400 g monatlich 2,5 Rubel für 1 kg Fleisch........ 3 kg monatlich 1,5 Rubel für 1 kg Zucker........ 1)4 kg monatlich 58 Kop für 1 kg Grütze........ 2 kg monatlich 1,5 Rubel für 1 kg Fische u. Heringe... 2 kg monatlich 1 Rubel für 1 kg Andere Produkte spielen keine Bedeutung im Haushalt. Die zur Ausgabe bestimmte Liste und Menge der Lebensmittel erfahren gewöhnlich jeden Monat gewisse Aenderungen, je nach dem Zustand der staatlichen Vorräte. Ini allgemeinen kann man die Kauf- kraft eines Rubels bei den staatlichen Rationen etwa mit 80 Reichspfennig gleichsetzen. Lebensmittel und ihre Preise. Man sieht: in den staatlich festgesetzten Preisen auf solche Weise kann der russische Arbeiter nur einen Bruchteil seiner Bedürfnisse befriedigen, nur einen Bruchtell seines Lohnes ausgeben. Sonst ist er notwendigerweise auf den freien Markt angewiesen. Aber diese staallichen Versorgungsnormen sind auch nicht gesichert. Diese Lebensmittel sollen abgeliefert werden, doch werden sie nicht immer und nicht im vollen Ausmaß abgeliefert. Alz ich m Moskau war, gelangte im Sommer das Fleisch nach den Karten zwei Monat« nacheinander überhaupt nicht zur Verteilung. Auch in der Vor- sorgung mit den Fetten traten oft nwnatelange Unterbrechungen «in. Regelmäßig, aber auch nicht ohne Ausnahm«, wird nur die Brotverteilung ausgeführt. Dos bedeutet aber, daß nur ein Wandel. In den letzten Jahren beginnt sich freilich ein Wandel zum Besseren zu vollziehen. Vernünftige Menschen gründeten die „S u n d a y Society" in der Erkenntnis, daß bcionders dem Arbeiter, der an den übrigen Tagen zu müde und abgespannt ist, Vergnügung und Zerstreuung zu suchen, die absolute Ruhe des Sonntags kein Vorteil ist, daß Ihm dieser Sonntag nur öde, entsetz- liche Langeweile bedeutet. Den Bemühungen dieser Gesellschaft ist es gelungen, Bildergalerien, Museen usw offen zu halten. Und das moderne Leben, das sich ja aull) in England mehr und mehr neben und gegen die Kirche vollzieht, trägt auch immer mehr zur„Entheiligung" bei. An den Sonntagabenden sieht man die Sonntagswand ercr zu Fuß und zu Ra d heimkehren— die Jugend feiert den Sonntag draußen. Und zwischen befreundeten Familien ist es üblich geworden, sich am Sonntag zu besuchen. Man sitzt um den Kamin, trinkt den guten Tee, und ich konnte bei so einem sonntäglichen Besuch eine Bcob» achtung machen, die mir zeigte, wie weit der Einfluß puritanischen Denkens auch heute noch reicht. Es war in der Familie eines Gewerkschaftssekretärs, das Gespräch kam auf Literatur und Theater, und ich machte in Unkenntnis der Sitten die Be- merkung, daß Osker Wildes„S c>,l o m c", seit Erscheinen vor etwa vierzig Iahren verboten in England, jetzt endlich erlaubt und freigegeben sei. Darauf schwieg man rings, etwas befremdet, wie es schien, und der Schwiegersohn flüsterte mir zu:„Davon spricht man nicht in englischen Familien" geringer Teil der Geldlöhne in die Güter, die durch staatlich fest- gesetzte Preise erfaßt sind, umgesetzt werden kann. Etwa die Hälfte(sogar etwas mehr) des Lohnes muß unvermeidlich auf dem freien Markt ausgegeben werden— dieser durchaus größers Teil des Arbeitslohns wird durch die Inflation»- preise verzehrt. Denn die Preise auf dem freien Markt sind für den Arbeiter eigentlich unerschwinglich. Sie sind durchschnüllick) fünf- bis achtmal(d h. 500 bis 800 Proz.) teurer als d>e staatlich fest- gesetzten Preise der Karteiwersorgung. Die Preise auf dem steten Markt sehen folgendermaßen aus: 1 kg Brot........ 1—1,5 Rubel 1 kg Butter....... 18 Rubel 1 kg Fleisch....... 5—6 Rubel l kg Zucker....... 2,5 Rubel 1 kg Schinken...... 22 Rubel Zerschmelzende Löhne. Diese Preise bedeuten: auf dem freien Markt zerschmilzt der durchaus größere Teil des Lohnes. Wenn man annimmt, daß der Arbeiter etwa ein Viertel des Lohnes für die Bezahlung der Karten» Produkte ausgibt, ein Sechstel für die Miete, Mitgliedsbeiträge, kom- munals Abgaben usw., so blecht die größere Hälfte seines Lohnes dem freien Markt und den Jnflationspreifen vorbehalten. Berechnet man nwi die gesamte Kaufkraft des Lohnes, so kommt man zu dem Schluß, daß diese etwa 40 bis 55 Mark monatlich beträgt. Die(ikmeinschnftsfitchen. Nun wird in Rußland der Versuch gemacht, die Ernährung der Arbeiterschaft durch die Gemeinschaftsküchen zu organi- sieren und zu heben. Das Mittagessen in der Fabritküche kostet etwa 40 bis 50 Kopeken. Fleisch kriegt man dabei sellen. Sonst ist die Qualität dieses Essens nicht gleich, es kommt auf die Leitung dieses Unternehmens usw. an. Die Gemeinschaftsküchen ersetzen zum Teil, nicht immer vollständig, den gewöhnlichen Ausfall der Karten- Produkte. Als«ine zusätzliche Ernährungsquelle(über die Meng« der rationierten Produtte) kommen sie kaum in Frage, abgesehen davon, daß etwa 15 Rubel pro Monat für ein Mittageffen ohne oder mit ganz geringem Gehalt von Fleisch und Fett eine empfind» liche Ausgabe ist. Die Räume dieser Gemeinschaftsküche, die ich gesehen habe, sind sauber und freundlich. Das Wohnungsclend. Es gibt im Leben des russischen Arbeiters noch einen anderen wunden Punkt, der bereits oben erwähnt wurde und nicht vergessen werden darf: das W o h n u n g s e l c n d. In den neuen Bauten ist nur ein geringer Teil der Arbeiterschaft untergebracht. In Moskau, wo die Verhältnisse am günstigsten liegen, sind es etwa 30 Proz. der proletarischen Bevölkerung, in neuen Jndustriszentren wohnt die Mehrzahl in Holzhäusern. In Moskau, das in der Bautätigkeit selbstverständlich an der ersten Stelle in der Sowjetunion steht, wur- den 5000 neue Wohnhäuser gebaut mit einer Wohnfläche von zwei Millionen Quadratmeter. In diesen Häusern leben 450 000 Mcn- scheu. Das bedeutet, daß aus einen Menschen nur etwas mehr als 4 Quadratmeter Wohnfläche kommen, oder daß in einem Zimmer 6X4 Quadratmeter fünf Menschen woh- n e n. Es ist beinahe ein« Regel, daß«ine Familie nur einen Raum hat. Zweizimmerwohnungen sind eine Seltenheit. Bon der modernen Wohnkultur, die sich der deutsche Arbeiter schritt- weise erkämpft, habe ich in Rußland eigentlich nichts bemerkt. Dt« Mieten sind jedenfalls sozial gestaffelt: der Arbeiter, der 80 Rubel pro Monat bekommt, zahlt 8 Rubel pro Monat für seinen Wohn- räum, der Fabrikdirektor, der 500 Rubel monatlich hat, bezahlt für seine Wohnung 80 bis 100 Rubel. Aber diese vernünftig« Staffe» lung macht die Wohnzelle nicht geräumiger. IVie lebt der russische Arbeiter? Zweiter Teil des Berichts von Hermann Emy-Seckenheim Bei den Ballspielern Arbeiter-Fußball,-Handball und-Hodsey .viiansa 31" Meister im 2. Bezirk Vor mehr als 600 Zuschauern standen sich gestern m Oderberg die beiden Fußballabteilungsmeistcr des zweiten Bezirks FT. Britz und Hansa 31 im Entscheidungskampf um die Bezirksmeister- schast gegenüber. Wenn man auch den Berlinern eine größere Ge- winnchance zubilligte, so wußte man doch, daß auch die Britzer zu kämpfen verstehen. Das bekam Hansa dann auch in der zweiten Halbzeit zu spüren. Beim Seitenwechsel führte Hansa bereits Z: 0, um dann 10 Minuten später das Resultat auf 8: 0 zu schrauben. Dann erst besannen sich die Britzer auf chren Meistertitel. Von den Zuschauern angefeuert, gingen sie immer mehr zum Angriff über. Hansa wurde fast vollkommen in seine Spielhälfte zurückgedrängt. Die starte Verteidigung konnte es aber nicht verhindern, daß die Britzer zweimal erfolgreich sein konnten. Kurz vor dem Abpfiff erhielt Britz noch einen Elfmeter zugesprochen, der auch glatt ver- wandelt wurde. Alle Anstrengungen, das Resultat noch günstiger zu gestalten, blieben erfolglos Mit 8:3 konnte Hansa die Bezirksmeisterschaft erringen. Vor diesem Spiel standen sich Hansa 2 und Oderberg 1 gegenüber. Nach flottem Spiel kennten sich die Mannschaften mit dem unentschiedenen Resultat 3:3. In Pankow ging es um die Führung in der Abteilung R der Kreisklaffe. Adler 08 hatte die Spitze gegen Hertha- Luckenwalde zu verteidigen. Um es vorweg zu sagen, die Pankower konnten chren Vorsprung mit etwas Glück halten, denn die Lucken- walder hatten mit chren Schüssen reichlich viel Pech. Knapp über die Querlatte flog der Ball sehr oft, ebenso neben die Pfosten.: was aber doch aufs Tor ging, wurde von dem Torwart Zldlers gehalten. In der 32. Minüte gelang es dem Mittelstürmer der Pankower, mit scharfem Schuß in Führung zu gehen. Das sollte aber auch das einzige Tor vor der Pause sein. Die Luckenwalder Stürmner hatten weniger Glück. Ein scharfer Schuß vom Rechtsaußen rollte direkt am Tor entlang ins Aus. Nach dem Wechsel trugen Herthas Hinter- leute eine unnötige Härte in das Spiel. Was man nicht durch Technik uchd Eifer erreichte, sollte durch den großen Mund und durch körperliches Spiel gelingen. Leider griff der Schiedsrichter nicht mit der notwendigen Energie durch. Auf beiden Sellen wurden Tor- Möglichkeiten ausgelaffen, bis es dem Halbrechten Adlers glückte, unter zwei sich werfende Luckenwalder hindurch den Ball ins Netz zu befördern. Mit 2: 0 blieben die Pankower Sieger. Weitere Resultate! Minerva und Eiche. Köpenick trennten sich mit dem Resultat von 2!ä. Schon in der 1. Minute ging Minerva in Führung, aber Eiche glich bereits eine Minute spiitcr wieder aus. Bis zur Pause verteiltes Spiel, bei dem scde Mannschaft noch ein Tör erzielen konnte. Nach dem Wiederanpfiff wurden die Neuköllner immer zerfahrener, während die Köpe» nicker im gleichen Maßstäbe überlegener wurden. Den drei Treffern Eichcs konnte Minerva nichts entgegensetzen. Vorwärta-Trebbin gegen Jüterbog SÄ.— Union-Tempelhos gegen Ruhla. gegen te 1 8:1.— Adler 8 gegen Vollsfport Reukölln 2 8:2.— Trebbin gegen Jüterbog 9:2.— Licht-nberg 1 gegen Wilmersdorf 2:0.— Minerva Bezirk gegen Eiche Bezirk 0:8.— Lichtenberg 2 gegen Kogel 8:;.— Minerva 2 gegen Eiche 2 8:0.— Elstal gegen Vorwärts 1:2.— Oberfpre» gegen Britz N:!>. — Normannia gegen Südost 5:2.— Baumschulenweg gegen Frohe Stunde 1:8. — BSV. Neukölln gegen Pankow.— Jugendmannschaften: Minerva 2 gegen Rowawe» 1:1.— Lichtenberg 1 gegen Eintracht. Reinickeudors 4:0.— ALB. Neukölln gegen Wilmersdorf 3:2.— Hansa Schüler gegen Zossen 0:2.— Minerva Schüler gegen Spanbau 25 6:0. �UundJaoMb Dar Kreismeister Volkssport Med ding konnte wieder einmal seine Ueberlsgenhell zum Ausdruck bringen. Die hinter ihm in der Tabelle rangierende FTGB.>Ost«n«hielt eine deutliche Abfuhr mll 18: 2(16: 2). Allerdings kam Weddtng das zeitweise Ausscheiden des sehr guten Osten-Torwächters zugute: gerade in dieser Zell fielen die meisten Tore.— Volkssport Wsdding 3i mußte sich in Hennigsdorf von der Freien Turnerschaft 1: 4(1: 2) schlagen lassen.— Wie erwartet, setzte sich die FTGB.-Nordost gegen die Gäste aus Nowawes erfolgreich durch. Das Schlußergebnis war 6: 3(3: 2) und gibt die Spielstärke der Mannschaften richtig wieder. In der Abteilung B setzte sich FTGB.-Nordring gegen FTGB.-Oberspree mll 10: 1(3: 1) durch. Nordring spielle an- fangs nicht besonders gut, sondern sparte mit dem Können bis zur zweiten Spielhälfte.— Volkssport Wedding 2 wurde von Eintracht- Mahlsdorf besucht und errang das gleich« Resultat von 7: 4 wie bei der ersten Begegnung. Wedding nützte in der Hauptsache einige Fehler in der Mahlsdorfer Hintermannschaft aus und kann nur hierauf den Sieg zurückführen.— Die Ueberraschung des Tages brachte das Spiel ASB. Schöneberg gegen Volkssport Neukölln. Wieder brachte es Schöneberg. fertig, der als besser bekannten Neu- töllner Mannschaft die Punkte abzunehmen. 4:1(1:0) hieß es zum Schluß des Spieles.— Bezirksklafle Osten: Eiche-Bohnsdoif gegen FTGB. Osten 2 0:8.— Frauen: FTEL. Lichtenberg gegen Alhletrk-Sporl-Club 2:0.— Sugenb: FTEB. Lichtest. berg gegen Einirochi-SIiahlsdorf 2:2. Bezrrksklaff« Norden: FTGB. Rordring 2 gegen FTGB. Rosenthal 1:1.— Volkssport Wedding 4 gegen FTGB. Norden 3 7:1.— Volkssport Wedding (Turner) gegen FT. Volte» 2 3:2.— FTEB. Nordring 8 gegen Sportverein Moabit 2 0:2.— Frauen: Reinickendorf gegen FTGB. Nordosten 2:8.— Volks, svort Wedding 2 gegen FT. Velten 2:0.— Jugend: Volkssport Wedding gegen AEL. Weddiaa 7:1. Bezirkollasie Süden: Ruhlsdorf I gegen Volkssport Neukölln 2 0:4.— ASV. Schöneberg 2— gegen Freie Schwimmer Berlin 12 I 2:0.— FTGB. Friedenau 1 gegen schenkend orf 12:3. Hockey In den sonntäglichen Serienspielen bezwang der Berein für Leibesübungen Ostring I die sich tapser wehrend« Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Tempelhof I mit 7:3 Toren. In der ersten Spiel- Hälfte(3: 2) gelang es den Tempelhofern. den VfL. stark zu be- drängen und noch ein weiteres Mal bei einem Stande von 4: 3 bs- denklich nahezukommen. Erst im letzten Spieldrillel nutzte Ostring in wenigen Minuten eine Schwäche des Gegners geschickt durch drei Tore aus.— Tennis-Rot I befestigte feine gute Gruppenposition durch einen 3: 1-Sieg über den Sportverein Moabit l. Tennis-Rot führte besonders in der Vorpaufenzeit ein schnelles Spiel vor, ließ aber nach dem Sellenwechsel sebr na-K>o d�ß d'e Moabiter nsa-m Schluß stark aufkamen.— Volksport Neukölln-Britz I konnte die Abteilungs-Meisterfchaft durch«inen 6: 4-Sieg über den Arbeiter- fportosrein Rot-Weiß Z sicherstellen.— Der Ar- ellersportoerein Schöneberg 07 stellte«ine gute Spie'leistung gegen die Freie Sport- Vereinigung Pankow und gewann knapp, ober verdient, 1:0.— Bei den Frauen siegten die Arbeitersportler Rot-Weiß über Tennis-Rot 2 mll 6: 0 Toren und im anderen Spiel die noch un- geschlagenen Tennis-Rot 1 über die Freie Sportoereinigung Pankow 6: 0. Weiter« Resultat«: FTGB. Tempelhvf 2 verliert gegen den Freien Hockey. Club Spandau 2 mit 1:2 Toren.— Tennis-Rot 2 gewinnt gegen die FTGB. Osten 1 mit 8:0.— Bolksfport Neukölln. Britz 2 gegen MTB. Bernau 2 mit 5:2. Arbeiter- �Vasserball-Serie Hellas-Move 6:9'ChaTloltcnburg'Licfatenbrrg9:0 In beiden Spielen zeigten sich sowohl Sieger als auch Unter- legene von bester Selle. Besonders Möwe hatte einen glänzenden Tag und setzte seinem Gegner im Spiel am Sonnabend stark zu. Von Anbeginn baute Möwe sein Spiel auf starke Deckungsarbeit auf, so daß sich Hellas vorerst nur schwer entwickeln konnte. Bei sehr flottem Spiellempo dauerte es geraume Zeit, ehe sich eine leichte Ueberlegenhell der Hellas-Angriffe herausstellte. Zweimal hinter- einander bekam der rechte Hellas-Stürmer den Ball von seinen Nebenleuten dicht vor dem Tor in guter Stellung vorgelegt und konnte glatt»«wandeln. Ein taktisch ausgezeichneter Alleingang des Möwe-Verbinders führte zum ersten Möwe-Erfolg. Hellas kam schließlich durch sein entschlossenes Stürmerspiel zum 3: 1 zur Pause. In der zweiten Hälfte hiell Möwe dem Spiellempo stand und war zeitweise sogar im Zuspiel etwas bester. Hellas gewann schließlich bei unbestritten« balltechnischer Ueberlegenhell. Best« als es im Resultat zum Ausdruck kommen kann, hielt sich Lichtenberg in seinem aussichtslosen Spiel gegen Charlottenburg am Sonntag Aehnlich wie Möwe gegen Hellas, auch hier beim Unter- legenen ein hervorragendes Abwehrspiel, bei dem sich lediglich der Torhüter als etwas zu unerfahren erwies. Charlollenburg mußte trotz starker technischer Ueberlegenhell sehr kämpfen, um die groß spielende gegnerische Verteidigung zu überwinden. Bei sämtlichen vier Toren der ersten Halbzeit entschied auch lediglich die ausgezeich- nete Ballbeh«rschung der Charlottenburger Spieler Die zwelle Spielzell sah Charlottenburg zumeist in Lichtenbergs Hälfte. Lich- tenberg verteidigte mll vi« Leuten, konnte aber doch nicht v«hin- dern, daß sich Charlottenburg bei dem körperlichen, aber stets fairen Spiel als ausdauernder erwies und mit fünf weiteren, technisch vollendet erzielten Toren einen weiten Abstand vor seinem Gegner hielt. Für die �Vinterbilte Das Arbefterscbwlminfest in Spandau Zugunsten der Berliner Winterhilfe führten gestern die Freien Schwimmer Spandau ein gut besuchtes S ch w i m m f e st durch. Den Anwesenden wurde in bunter Folge «in sportlich gutes Programm gezeigt. Neben 10 Buliner Ver- einen hatten es sich auch Genossen aus Rathenow trotz wirtschaftlich schwerster Zell nicht nehmen lassen, in Berlin an den Start zu gehen. Mll einer Kraulstafette über 6X80 Met« begann das Fest. Hellas geht ziemlich früh an die Spitze. Der Sieg ist eine sichere Sache. Den zweiten Platz nimmt Spandau, den dritten Freiheit. In dem Männerbrustschwimmen, Klasse B. 100 Meter, waren die abgegebenen Meldungen so groß, daß sich drei Läufe notwendig machten. Das Resultat zeigt, daß Müller-Friedrichshain und Brüstow-Charlottenburg nun in die �-Klasse übergehen müssen. Zeit 1: 26,8 resp. 1: 29,7 Minuten. Dritter wurde mll B-Klastenzeit Wyrzorkowsky- Hellas mll 1: 30,3 Minuten. Im Iugendkraul- schwimmen über 100 Meter wurde wieder einmal erneut festgestellt, daß ein hochtalentierter Nachwuchs vorhanden ist. Die Zeit von Ortwig-Hellas spricht für sich. Beim einwandfreien 100 Meter mit 1: 18,7 Erster zu worden, ist ein schöner Erfolg. Bei den Männern führte im Brustschwimmen über 200 Meter Vöse-Falkensee unan- gefochten etwa 180 Meter lang, um dann ohne jeglichen sportlichen Ehrgeiz auf den dritten Platz zurückfallen. Erster wurde dadurch Meinert-Friedrichshain vor Brümfner-Hellas. Im Schauspringen sah man einige Leute, die Anwartschaft auf Einreihung in die Städtemannschaft zur Vertretung Berlins bei dem Schwimmwettkampf Bsrlin-Wien. der im März in Berlin statt- findet, haben. Die derzellige Form ist gut. Die von Nachtigall- Hellas und Köhn-Oberspree gebrockten Sprünge waren durckweg erstklassig. Wenn die Zell gut genützt wird, wird man neben Wien sicher gut bestehen können. Den Kindern war im Einzel- und Stafettenschwlmmen reich- liche Gelegenhell zur Betätigung gegeben. Di« Frauen von Hella» brachten einen sauber durchgearbeiteten Reigen zur Vorführung. Abschließend trafen sich im Wasserball- spiel der Jugend Freihell und Spandau. Freiheit gewann 4: 3. Bei den Männern spielten Rathenow und Spandau. Rathenow hat kein Winterbad und ist daher zu dieser Zell ohne Trainings- möglichkellen. Den Sieg mit 7:0 brauchtet sich Spandau nicht sehr erkämpfen. Crawlstafette, 8 mal 50 M-i«r: 1. Hellas 8:08; 2. Spandau 3:24,7.— Sug«ndcrawlschwimmen, 100 Meter: 1. Oelwig. Hellas 1:13,7; 2. Preutz. Hellas 1:17.1.— Manne r-Seiteschwimmen, Klasse A: 1. Pehle-Hellas 1:19,4. Klasse B: 1. Kehrer-Lichtenberg 1:21,8.— Männir-Tauchllafette: L Spandau 1:19,9.— Frauen-Brustsfafett«, 4 mal 50 Meter: 1. Hellas 3:17,2: 2. Essarlvllenburg 3:28,8. — Männer.Brusfschwimm«n, 200 Meter: I. Meinert-Fnedrichshain 3:17,3; 2. Brilmmer-Hellas 8:18,7.— Männer»Crawlschwimmen, 100 Meter, Klasse B: 1. Ludwig-Lichfenbera 1:11L; 2. Pritschow-Hellas 1:13.— Iugendlagensfafetle, 4 mal 50 Meter: 1. Charlotlenburg 2:32,4; 2. Hellas 2:35,8. Gestern: Wintersport bei gutem Wetter Rur 67.Meler- Sprung auf der neuen Mammutschanze. Bei den Erössnungs-Skispringen aus der neuen Mammutsprungschanze in dem Westschweizer Kurort Billars-Bretaye ergab sich als weitester Sprung der des Erbauers der Schanze, Adolf Badrutt, der 67 Meter stand. Die theoretisch errechnet Welle von 90 Meter wurde nicht «reicht. Deutsche Zweier-Lobmeislerschafl. Gestern wurden in Schreiber- hau die deutschen Bobmeisterschaften mll dem Rennen der Zweier- bobs ausgetragen. 12 Bobs hatten sich am Start eingefunden. Der bestehende Bahnrekord von 1: 27,9 Minuten wurde mehrmals unterboten und schließlich von dem siegreichen„Bob 13" des Berliner Schllltfchuhklubs auf 1: 28,93 oerbessert. Thunberg Europameister: neue Eisschnellaufrekordc von Sarwa über 1800 und 10 000 Meter. Der zwelle Tag der Europameister- schaftqn im Eisschnelläufen brachte bei schönem Wetter und guten Eisoerhällnissen aus der D a o o s e r Ei-bahn die noch ausstehenden Läuse über 1800 und 10 000 Meter. Mll einer Zeit von 2: 21 blieb Thunb«g nur um 3,6 Sekunden hinter dem seit 1914 bestehenden Weltrekord des Norweger» O. Mathisen zurück. Mll diesem dritten Siege hatte Thunberg bereits seinen Endsteg in der Europameister- schast 1932 sichergestellt. Der deutsche Meister B a r w a, der am Bortage schon üb« 8000 Meter einen neuen deutschen Rekord auf- gestellt hatte, schuf am Sonntag noch zwei weU«e deutsche Höchst- leistungen. Im 1S00-Meter-Laus verbesserte der Berliner den Rekord von Sandtner-München von 2: 29 auf 2:34,2 und im 10 OOO-Meter-Lauf lief Barwa die neue deutsche Bestzell von 19:19,8 h«aus. In der Gesamtwertung der Europamelsterschast besetzte Barwa den 8. Platz unter 14 Konkurrenten. Skidauerlaus im Schwarzwald. Als erstes bedeutendes Ski» rennen des Winters im Südschwarzwald stieg am Sonntag unter Beteiligung von 40 Läufern der traditionelle Dauerlaus von Schau- insland über Stübenwasen bis zum Feldbergturm und zurück. Die Schneeoerhältnisie waren recht gut und der Sieger H. W. Schmitz- Freiburg lief über die 27 Kilomeier lange Strecke mit 2' 22: 10 eine ausgezeichnete Zeit heraus. Im Mannschaftswettbewerb siegte der Skiklub Freiburg in 7: 28: 43. Eishockeyspieler fahren nicht nach Amerika. Aus Garmisch kommt die Meldung, daß die dort anwesende Leitung des Deutschen Eislausoerbandes den Beschluß gefaßt habe, die vor einigen Tagen aus Amerika kommende Einladung bezüglich der Finanzierung der deutschen Eishockeyexpedllion zu den olympischen Winterspielen abzu- lehnen. Um die Expedition der deutschen Eishockeyspieler war viel geredet und noch mehr geschrieben worden. Zuerst erklärte man, die hohen Kosten nicht tragen zu können, dann sprang das amerikanische olympische Komllee mll der erwähnten Einladung ein. die auch an- genommen wurde. Nunmehr hat man es sich wieder anders überlegt und die deutschen Eishockeyspieler werden bei den Winterspielen nicht vertreten sein. 'Tod eines jungen Boxers Nach dem Kampf gestorben Bei einer Amateurboxveranstaltung, die am Sonntagabend in Teutoniasporthalle abgewickelt wurde, ereignete sich ein bebau«- licher Unglücksfall, der mit dem Tode des 20 Jahre allen Gerhard Kaul aus der Jsarsttaße 121 in Reinickendorf-Ost endete. Kaul Halle den Mittelgewicht« Rutkowski vom BfV. Teutonia als Gegner. In der zweiten Runde wurde Kaul von dem Teutonen zu Boden geschickt. Kaul stürzte dabei so unglücklich, daß« mit dem Hals auf die Seile schlug und bewußtlos im Kampfring liegen blieb. Sofortige ärzlliche Bemühungen waren ohne Erfolg. Auch im nahegelegenen Krankenhaus am Friedrichshain konnte dem Ver- unglückten keine Hilfe mehr gebracht werden. Er starb bald nach der Einlieferung. Vermutlich ist der Tod durch Kehlkopf- oder Wirbelsäulenbruch eingetreten. Eine polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet._ Kleiner Sport von uberall lljpest-Vudapest 4:1 siegreich. Mehr als 10 000 Zuschau« hatten sich im Poststadion eingefunden, wo es den Fußballkamvf zwischen der ungarischen Berufsspielermannschaft von U j p e st- B u d a p e st und einer kombinierten Elf Tennis-Borussia/ BSV. 92 zu sehen gab. Der 4: 1-(1: 1)-Sieg von Ujpest war in dieser Höhe nicht ganz verdient. Zweimal Göla gegen SchlillschuhNub. Von der Absage der deutschen. Eishockeyexpedition nach Lake Placid wird die am 12. und 13. Januar vorgesehene Veranstaltung im Berliner Sport- p a l a st nicht berührt. Geändert wurde das Programm nur in- sofern, als auch am zweiten Tage die Mannschaft des Berliner Schlittschuhklubs gegen Göta-Stockholm spielt und nicht, wie zuerst vorgesehen, die deutsche Nationalmannschaft. An beiden Tagen wird die deutsche KunsUaufmeisterin, die jugendliche Edith Michaelis ihre Meisterkür zeigen. Renn Gegner für Dempsey. Wen» man den Angaben von Jack Dempseys Manager Glauben schenken darf, so ist es dem früheren Wellmeist« ernstlich darum zu tun, noch einmal im aktiven Boxsport eine führende Rolle zu spielen. Seine letzte Schaukampftournee, aus der er bei jedem Austreten einige unbe- kannte Leute ko. schlug, sollte ihm hauptsächlich neue Geldmittel einbringen und in der Tat hat Dempsey dabei annähernd eine Viertelmillion Dollar eingenommen. Nun beginnt im Februar eine neu« Rundreise, die Dempseys Rückkehr in den Ring vorbeirellen soll. Diesmal sind nur neun, dafür ab« zum Teil sehr bekannte Leute verpflichtet worden, an denen der Exwellmeister in 4-Runden- Kämpfen mll 8-Unzen-Handschuhen sein Können einer sorgfälligen Probe unterziehen will. Der g:fte Gegner ist im Februar in Chikago King Leoinsly, dann folgen in Cleveland Johnny Risko, in Philadelphia der einstige Halbschwergewichtswellmeist« Tommy Loughran, in Detroit der alte ko.-Christner, in Atlantic City ein noch nicht namhaft gemachter Mann, in New Bork der Baske Paolino, in San Franziska der Deutschamerikaner Max Baer und schließlich in Los Angeles„Dynamits" Jackson. Englische und französische Polizeibox« kommen. Die Ber- anstaltung eines Polizei-Städtoboxkampfes Paris-London-Berlin, die der Polizei-Sport-Lerein für Frellag, 22. Januar, im Berliner Sportpalast vorgesehen hat, wächst weit über den Rahmen eines gewöhnlichen Wettbewerbes hinaus. Es soll ein auserlesenes Programm abgewickelt werden, in dem die besten europäischen Polizeibox« ziisammentreffen. 2300 Nennungen für das Berlin« Beilturni«. Ueber Er- warten gut ist der Nennungsschluß für das in der Zeit vom 30. Januar bis 7. Februar in der Ausstellungshalle am Kaiser- dämm zu Berlin stattfindend« internationale Reillurni« ausge- fallen. Es sind rund 2300 Nennungen eingegangen, d. h. für die neun Tage durchschnitllich 238 Nennungen pro Tag. Damll ist sogar eine Steigerung gegen das Borjahr zu verzeichnen. Unbe- friedigend ausgefallen find lediglich die Anmeldungen für die Fahr- konkurrenzen. Der Reichsvcrband sieht sich daher genötigt, sämtliche Fahrkonkurrenzen aufzuheben. Tennis-Rot Groh-Berli»«. B.. Äbt. Re-lSll». Montag, 11. Januar. 20 Uhr, Fuuktionärsiyling, Caf« RcinharM, Haseaheide 56. «artellbenrl W-ddlng. Borstandsfitzung Dienstag, 12. Januar, 19 Uhr, Gdinburger Straße. Tourisfeitocrem„Die Naturfreunde�. Dienstag, 12. Januar, 20 Uhr. Fried» richshain: Franlfurter Alle- 307. G-ncraloerfanunluag.— Friedenau: Offen- bachcr Str. 51. Generaloerfommlung.— Humboldthain: Willdenarostr. 5. Gruppenfragen.— Mitte: Johannisfit. 15. Lustiger Aocnb..— Norden: Scnnenburger Str. 20. Generaloerfammlung. Alle Mitglieder erscheinen.— Arbeitsgemeinschaft Reulölln: Flughafenftr. 88. Marr— Engel»._ W-dding: Willdenowstr. 5. Geschäftlichee.— Obcrschönewerdc: Laufener Str. 2.— Osten: Cdertnstr. 12. Technik(Lieferent).— Mittwoch. 13. J-n-ae, 2» Uhr. Jugend- gruppe Osten: Frankfurter Allee 307. 5000 Jahre Baukunst.- Photo, Mitte: Johannisstt. 15.— Donnerstag, 14. Januar, 2» Uhr. Lichtenberg: Gunter. straße 44. Generalneriammlung.— Neukölln: Bergftr. 27. Jung und AI!. Ausspracheabend.— Prenzlauer Berg: Pünktlich 19� Uhr Dauziger Str. 03, Baracke 11. Generaloerfammlung.— Streichorchester: Bei Wcißeribergcr, Frei- ligrathstr. 9.— Südwest: Porckstr. 11. Alt-Nüruberg(Lichtbilder),— Tiergarten: Lehrter Str. 18—10. Generalversammlung.— Naturkundliche Abtei- lunq: Sebannisstr. 15. Generalvecfammlung.— Lichtenrade: Bei Len«. Kaiser. Wilbelm-Str. 73.— Rofenthaler Borsiadt: W-inmeisterstr. 16—17. LLS.-Fei-r. Freie Schwimmer Sroß-Berlin S.«. Srnppe Neukölln. Il-bungsstunden im Stadtbad Neukölln, Snnghoferstraß« leben Montag und Dienstag ab 19 bzw. 20 Ubr.— Crnppe Sichtendes. Uebungsstunden im Stadtbab Hudertusstraße in Lichtenberg ieden Dienstag und Freitag ab 90 Uhr.— Generalvirfammluug Sonnabend, 18. Januar, 191� Uhr, Im Flußbadrestaurant Alingenberg.— Srupo? Fticdtidtslain. Uebungsstunden Montag und Freitag ab 20 Uhr rni Stadlbad Friedrichshain.— Gruppe Witte. Uebungsstunben im Srahwad Mitte, Darrensttaße, jeden Dienstag ab 201Z Uhr.— Sxuopen vber'pree und Köpenick. Uebungsstunden jeden Freitag ab!0 Uhr nn Stadtbab Friedrichs- bain. In allen Gruppen Ausbildung in allen Schwimmarten durch erfahreiw Funktionär«. Gäste willkommen, Aufnahme neuer Mitglieder jederzeit.