Morgenausgabe Tr. 17 A 9 49.Jahrgang öchentlich 75 Pf., monatlich 3,25 M. ( davon 87 Pf. monatlich für ZuftelTung ins Haus) im voraus zahlbar. Boftbezug 3,97 m. einschließlich 60 Bf. Boitzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgehühren. Auslandsabonnement 5,65. pro Monat; für Länder mit ermäßig. tem Drucksachenporto 4,65 M k Der Berwärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Slustrierte Sonntagsbeilage Bolt und Zeit". Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 12. Januar 1932 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einfpalt. Nonpareillezeile 80 PL Reflamezeile 5,- R. ,, Kleine An zeigen das fettgebrudte Wort 25 Pf. ( zuläffig zwei fettgebrudte Borte), jebes meitere Bort 12 Pf. Rabatt It. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 f jebes weitere Wort 10 Bf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Seile 60 Pf. Familien. anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wochen täglich von 8 bis 17 Uhr. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr.: Dönhoff( A 7) 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts- Verlag G.m. b.. Postscheckkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3. Dt. B. u.Disc.- Ges., Depofitent., Jerusalemer Str. 65/66. Hindenburg- Plan gescheitert. Hitlers ,, Verfassungsbedenken".- Volkswahl mit Hindenburg? Ueber das Ergebnis der Besprechungen Hugenberg- teien vorliegt, dürfte der Reichspräsident kaum seine BereitHitler wurde gestern abend durch die Telegraphen- llnion willigkeit erflären, eine neue Kandidatur anzunehmen. Eine folgender Bericht veröffentlicht: solche Erklärung der Parteien liegt aber nicht vor. Was insDie Unterredung zwischen Hugenberg und Hitler über besondere die Sozialdemokratische Partei betrifft, den Vorschlag des Reichskanzlers Dr. Brüning, eine so können wir versichern, daß sie keinerlei Bindungen einVerlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten durch gegangen ist und nach jeder Richtung volle Handlungsfreiheit den Reichstag vornehmen zu lassen, führte zu der gemein- bejizt. samen Ueberzeugung, daß diese Maßnahme aus Die Vertreter der Sozialdemokratie hatten bei der BeBedenken abzusprechung mit dem Reichskanzler am letzten Donnerstag die Entscheidung über eine etwaige Amtsverlängerung durch das Parlament der Reichstagsfraktion vorbehalten. Daß sie damit richtig handelten, wird heute jedermann einsehen, denn durch eine schneidige Ablehnung ohne Befragung der Fraktion hätten sie nicht nur ihre Befugnisse überschritten, sondern auch den Gegnern aus der Klemme geholfen. verfassungsrechtlichen Ichnen sei. Es wurde daher beschlossen, eine entsprechende Erklärung dem Reichskanzler zu übermitteln. Der Vorschlag, Hindenburg durch den Reichstag nen wählen zu lassen, ist damit gescheitert. Im Vordergrund der politischen Besprechungen steht nunmehr die Frage, ob es möglich ist, seine Wiederwahl durch das Volk vornehmen zu lajjen. Bon deutschnationaler Seite verlautet hier zu, daß über die rechtmäßige Präsidentenwahl noch nicht gesprochen worden sei. Die Stellungnahme zu dieser Frage werde von der weiteren politischen Entwicklung abhängen. Aus den gleichen Gründen muß die Sozialdemokratie jetzt auch eine übereilte Festlegung in der Kandidatenfrage bei der nun notwendig gewordenen Volkswahl vermeiden. Wir wollen abwarten, ob die neuen Hüter der Verfassung wirklich die Ausrottung der marristischen Best" damit be ginnen wollen, daß sie sich bereit erklären, gemeinsam mit Marristen" Hindenburg nochmals zum Reichspräsidenten zu wählen, denselben Hindenburg, der durch die Ernennung Nach vier Tagen Hängen und Würgen ist es heraus: des Sozialdemokraten er mann Müller zum Reichs Hitler und Hugenberg sind gegen die Verlängerung fanzler immerhin eine bemerkensmerte Unparteilichkeit gegender Amtsperiode des Reichspräsidenten, weil das über ,, Marristen" an den Tag gelegt hatte. Würden sie das gegen die Verfassung wäre! tun, so würden sie damit nur ihre Schwäche und ihre VerHitler und Hugenberg haben die republikanische Verlegenheit verraten. Es ist ein wichtiges Gesetz politischer fassung von Weimar in ihren Schutz genommen. Sie behüten fie wie die Löwin ihr Junges. Argwöhnisch wachen sie dar über, daß ihr auch nicht ein Haar gekrümmt wird. Hindenburg war bereit, seine Amtsperiode durch eine Zweidrittelmehrheit des Reichstags verlängern zu lassen. Er hatte eine verfassungsrechtlichen Bedenken. Hitler und Hugenberg haben sie. Hätten sie nicht so höllisch genau aufTaftit, daß man den Gegner an feiner Dummheit, die er zu begehen fähig ist, hindern soll. Lassen wir also den neuen Republikschüßern noch etwas Zeit, sich über ihre Stellung zur Kandidatenfrage zu einigen oder zu veruneinigen- viel Zeit haben sie sowieso nicht mehr! im Nach Art. 43 der Reichsverfassung dauert das Amt des Reichspräsidenten sieben Jahre. Nach der überwiegenden Meinung der Staatsrechtslehrer beginnt die Amtsperiode mit der Annahme der Wahl, nicht erst mit der Uebernahme des Amtes. Hindenburgs Wahl erfolgte nachdem der erste Wahlgang am 29. März ergebnislos geblieben war entscheidenden zweiten Wahlgang am 26. April 1925, unmittelbar darauf erfolgte die Annahme. Am 12. Mai leistete er in die Hände des Reichstagspräsidenten Löbe den Eid auf die Verfassung, worauf der stellvertretende Reichspräfident Simons ihm das Amt übergab. Zwischen dem 26. April und dem 12. Mai ergibt sich die unerhebliche Differenz von 16 Tagen. Jedenfalls muß die Wahl so rechtzeitig erfolgen, daß die neue Amtsperiode mit dem 26. April, spätestens mit dem 12. Mai beginnen kann. Wie immer die Frage der Präsidentschaftskandidaten ge= löst werden mag, so dürfte wohl soviel sicher sein, daß Hindenburg auf keinen Fall für die Rechte gegen die Linke oder für die Linke gegen die Rechte kandidieren will. Für ihn käme höchstens dann und auch das ist noch ungewiß eine nachmalige Kandidatur in Betracht, wenn diese wirklich bei keiner Partei, von der KPD. abgesehen, auf Widerstand stoßen würde. Der Entschluß jeder anderen Partei, ihm einen Gegenkandidaten entgegenzustellen, würde, mit größter Wahrscheinlichkeit seinen endgültigen Berzicht zur Folge haben. Voraussichtlich wird jetzt die Reichsregierung die Initiative ergreifen, um die Frage der Präsidentschaftswahl so rasch wie möglich zu flären. Sollte sie noch einmal einen Versuch) unternehmen, die Parteien auf eine Kandidatur Hindenburgs - diesmal zur Volkswahl zu einigen, so täte sie das wohl aus der Sorge heraus, daß ein offener Kampf die außen= politische Lage Deutschlands bedeutend erschweren müßte. Stellt sich die Nationale Opposition" jetzt auf den Präsidentschaftstampf ein, so wird ihre nationalistische Demagogie während und nach Lausanne die letzten Minen sepaßt, bann wäre unter Hindenburgs hervorragender Mi Tagung des GPD. Fraktionsvorstandes springen lassen. Das mag die Regierung veranlassen, in der wirkung die Verfassung verletzt worden. Das haben sie nun, Gott sei Dank, verhindert. Päpstlicher als der Papst, hindenburgischer als Hindenburg, republikanischer als die Republikaner, verfassungstreuer als die Verfassungstreuesten so sind sie, Hitler und Hugenberg! Soll man sich mit den Parteien, die den Kampf gegen die Verfassung der Republik zu ihrem Programm gemacht haben, ernsthaft über das staatsrechtliche Für und Wider des nunmehr praktisch erledigten Planes auseinandersezen? Das mag für Staatsrechtslehrer reizvoll sein dem Politiker genügt es zunächst festzustellen, daß ,, verfassungsrechtliche Bedenken" im Munde Hitlers und Hugenbergs weiter nichts als faule Ausreden sind. Es muß aber festgestellt werden, daß es in diesem Spiel um die Macht nicht nur um den Begriff des Verfassungsrechtlichen geht, sondern auch um den Begriff des Nationalen. Hindenburg hielt es für national, dem deutschen Volke in dieser Zeit den Kampf um die Reichspräsidentschaft zu ersparen. Hitler und Hugenberg sind der enigegengesezten Ansicht. Es bestehen also zwischen dem Reichspräsidenten und denen, die die Verlängerung seiner Amtsperiode durch den Reichstag abgelehnt haben, sehr erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Sollten sie jetzt wirklich dem Blan nähertreten, Hindenburg als Alleinkandidaten für die Volkswahl zu präsentieren? Dann täten sie es sicher in der bestimmten Ermartung, daß er nicht annehmen wird. Eine solche Einladung fönnte ihrer Absicht nach nichts anderes sein als eine Geste, ein Schutz gegen den Vorwurf, fie hätten Hindenburg in die Wüste geschickt, um irgendeinen Herrn X. ats neuen ,, Retter" auf den Schild zu heben. Nach einer Meldung des Nachrichtenbüros des Vereins Deutscher Zeitungsverleger" soll allerdings jetzt ganz ernstlich der Plan erwogen werden, Hindenburg als alleinigen Kandidaten aller Parteien mit Ausnahme der Kommunisten zur Bolfswahl zu stellen, und Hindenburg foll sich mit dieser Lösung einverstanden erklärt haben. Die Meldung tlingt aber sehr unwahrscheinlich, denn solange nicht eine Erklärung sämtlicher in Betracht kommender BarPräsidentenwabl und Außenpolitif. Eine deutschnationale Begründung. Präsidentschaftsfrage die Quadratur des Zirkels zu Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion besuchen. Ob sie damit Erfolg haben wird, darf man bezweifeln, schäftigte sich am Montagnachmittag mit der Anregung des Reichs- aber man muß es abwarten! fenzlers, die Amtsdauer des Reichspräsidenten Hindenburg durch einen verfaffungsmäßigen Beschluß des Reichstags verlängern zu laffen. Der Fraktionsvorstand erörterte außer. dem die außenpolitische Lage im Zusammenhang mit den bevorstehenden internationalen Verhandlungen in Lausanne. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Ueber den Zeitpunkt der Einberufung der Gefamtfraktion foll in der nächsten Vorstandsfihung entschieden werden. Von deutschnationaler Seite wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß in der Annahme des Vorschlages Brünings, die Präsibentenwahl durch den Reichstag vornehmen zu lassen, zugleid) cine Bertrauensfundgebung für den Kanzler zu schen gewesen wäre. Zu einer solchen Vertrauensfundgebung für Die große Verlegenheit. HUGENBERG HITLER Was nun?- Jch?- Du?- Oder... Er? Brüning sei aber für die Deutschnationalen fein Anlaß gegeben. In voller Uebereinstimmung mit dem Stahlhelm halte man au dem Standpunkt fest, daß eine parlamentarische Lösung nicht eine Machtstärkung der Stellung des Reichspräsidenten bedeuten würde, sondern im Gegenteil eine Vermehrung der Machtbefugnisse des Reichstages herbeiführen würde. Die Deutschnationalen und die Nationalsozialisten werden dem Reichskanzler getrennte Erklärun: gen übermitteln. Mit der Veröffentlichung der Briefe Hugenbergs und Hitlers ist erst im Laufe des Dienstag vormittag zu rechnen. Kombinationen über die Bolfswahl. Wie man sich im Lager der Rechten die weitere Enimidiung der Dinge vorstellt, zeigt eine Verlautbarung der Telegraphen- Union, in der es heißt, daß irgendwelche weiteren amtlichen Schritte zur Klärung der Frage der Wiederwahl Hindenburgs durch das Volk in unterichteten Streifen jedenfalls nicht erwartet würden, es sei denn, daß die Parteien untereinander hierüber Besprechungen abhalten. Man nelyme an, daß erft etwa Anfang Februar von der zuständigen Stelle mit den Parteien darüber Fühlung genommen wird, ob es möglich fet, Sindenburg als gemein famen Kandidaten der Rechts- und Mittelpar teien, möglicherweise auch der Sozialdemokratie, aufzustellen. Für den genaueren Zeitpunkt hierfür dürfe die Frage von Bedeutung sein, wann der Reichstag wieder zusammentritt, da er dann unter anderem die Frage zu erledigen haben wird, wann die verfassungsmäßige Neuwahl des Reichspräsidenten zu erfolgen hat. Die Neuwahl müsse bis zum 5. Mai erfolgt sein. Ursprünglich sei der 13. März für den ersten Wahlgang in Aussicht genommen worden. Es sei aber nicht unmöglich, daß dieser Termin nun auf einen früheren Tag angesetzt werde. Im Falle der Zustimmung Hinden burgs zu einer Wiederaufstellung als Präsidentschaftskandidaten merde vermutlich nur ein kommunistischer Gegenfandidat aufgestellt werden und eine Wahl Hindenburgs im ersten Wahlgang würde dann gesichert sein. Freunde der brutalen Gewalt. Methoden rechtsradikaler Hetzblätter. Am Sonnabend hat die Rechtspresse, voran Börsenzeitung" und Deutsche Allgemeine Zeitung", gegen die Eiserne Front und zugleich gegen die Sozialdemokratie die verleumderische Anschuldigung erhoben, daß sie zum Bür= gerkrieg und zu verfassungswidriger Gemalt anwendung aufrufe. Wir sind dieser Anschuldigung scharf, grundsäglich und eindeutig entgegengetreten. Troydem hat die Rechtspresse es nicht für nötig gehalten, diese Erflärung ihren Lesern mitzuteilen. Das ist mehr als eine Jlloyalität, es ist das Geständnis des Versuchs, die Leser der Rechtspresse über die Stellung der Sozialdemokratie zum Bürgerkrieg und zur Gewalt zu belügen. Die Lefer der Rechtspresse dürfen so manches nicht erfahren! Bir beobachten, daß der entrüstete Protest der Bundeszeitung des Stahlhelms über die Vorfälle von Güstrow systematisch verschwiegen wird. Es wird verschwiegen, daß Nationalsozialisten in der brutalsten Weise über Stahlhelmangehörige hergefallen sind und sie zusammen geschlagen haben. Ebenso wird verschwiegen, daß in treuz burg( OS) Nationalsozialisten über Deutschnationale hergefallen find. Lippe 31 Prozent. Die Nazi- Bäume wachsen nicht in den Himmel. Im Dezemberheft der Zeitschrift für Politit" erschien ein Die Hugenberg- Presse hat entdeckt, daß die Aufsatz von Berner Stephan über die Grenzen des Deutschnationale Volkspartei sich im„ Bormarsch" befindet. nationalsozialistischen Vormarsches. Der Verfasser rechnete 3weifellos eine Entdeckung, die bei dem katastrophalen Rüdaus, daß nach den bisherigen Erfahrungen die Nationalsozia- gang dieser Organisation in den letzten Jahren selbst bei listen im Reichsdurchschnitt faum viel über ein Drittel, ge- einem bescheidenen Wahlerfolg der Erwähnung wert wäre. nauer 35 Proz. der abgegebenen Stimmen erhalten würden. Aber Boraussetzung dazu ist doch mindestens, daß von dem Der Prozentanteil der Nationalsozialisten bei den Land- ,, Vormarsch" wenigstens etwas zu spüren ist. Und da hapert es! tags: bzm. Kreistagswahlen betrug in Bremen 25,6, Braunschweig 30,0, Schaumburg- Lippe 27,0, Oldenburg 37,8, Hamburg 26,2, Anhalt 36,3, Mecklenburg- Schwerin 41,0, Hessen 37,1. Am letzten Sonntag sind in Lippe 31 Broz. der abgegebenen Stimmen auf die Nationalsozialisten entfallen, etwas weniger als ein Drittel. Der neue Fall bestätigt also die bis herige Erfahrung: die Durchschnittszahl dürfte um 35 Proz. herum liegen, in den ländlichen Gegenden ist sie höher, in den städtisch- industriellen niedriger. Wenn die Nazis auf legalem" Wege zur Herrschaft kommen wollen, haben sie also noch einen weiten Weg zurüdzulegen. Wenn sie„ legal" die Verfassung in ihrem Sinne ändern wollen, müssen sie sich sogar noch verdoppeln. Der Sachverhalt ist folgender: Nach der HugenbergBresse sind die Stimmen der Deutschnationalen in Lippe von 7487 bei den Reichstagswahlen auf 8114 am Sonntag gestiegen. Tatsächlich aber ist für die Deutschnationalen fein Bormarsch" sondern ein Verlust zu verzeichnen. In Lippe bestand für Sonntag zwischen den Deutschnationalen und dem Landvolk Listenverbindung. Deutschnationale und Landvolk erzielten bei den letzten Reichstagswahlen in Lippe zusammen 7487 plus 2891 Stimmen, also insgesamt 10 378 Stimmen. Am Sonntag brachten sie es auf 8114 Stimmen. Das bedeutet im Vergleich zu dem Ergebnis der Reichstags= wahlen einen Berlust( 10 378 minus 8114) pon 2204 Stimmen oder rund 20 Proz Rapitalismus am Pranger allo 3mbusch fordert Gozialisierung des Bergbaus ,, Wenn das deutsche Volk sich eine solche Wirt| kontrollierten Wirtschaftsführung des Monopolkapitals dargelegt und schaft gefallen läßt, so hat es verdient, ein Sklaven volf zu sein; wenn die Unternehmer heute noch ihren früheren Standpunkt vertreten, wer das Risiko trägt, muß die Wirtschaft führen, dann sollen die Herren aber möglichst bald verschwinden." Dieser Ausspruch stammt nicht aus einer„ marxistischen Kritik an den heutigen tapitalistischen Zuständen, sondern er fiel in einer Rede, die der christliche Gewerkschaftsführer und Zentrumsabgeordnete Imbu sch gestern in einer Funktionärversammlung des Chriftlichen Bergarbeiterverbandes hielt. Die Ausführungen Im bufchs maren eine einzige vernichtende Kritit an der Mißwirtschaft und Verantwortungslosigkeit der privatfapitalistischen Montanindustrie, die er an zahlreichen Beispielen demonstrierte, und gipfelten in der Forderung nach Sozialisierung des Berg. baues. Die Versammlung nahm eine entsprechende Entschließung an: Da die in den letzten Jahren betriebene privalwirtschaftliche Ausbeutung des Bergbaues den Gesamtintereffen des Volkes hinderlich ist, fordern wir den Uebergang des Bergbaues in den Besitz der Allgemeinheit." die ungeheuren Rapitalfehlleitungen und Fehldispositionen sowie die Rücksichtslosigkeit und Berantwortungslosigkeit der mächtigsten deutschen Unternehmergruppe aufgezeigt. Die neue Zeche des Stahltrusts erforderte nach Imbuschs Angaben allein fast 70 Millionen Mart, die Neuanlagen der Gewerkschaft Ewald, die überhaupt nicht ausgenugt werden, 90 Millionen Mart. Um nur zmei frasse Fälle von jüngst bekannt gewordenen Fehlinvestitionen im Ruhrbergbau zu nennen. 250 bis 300 Millionen Mark Fehlanlagen schätzte vor einiger Zeit bereits die ,, Frankfurter Zeitung" den übermäßigen Ausbau der Kofereien im Ruhrgebiet. In den anderen Kohlenrevieren liegen die Verhältnisse nicht viel besser: Fehlinvestitionen der Borsig- Wert AG. und anderer oberschlesischer Konzerne, in Niederschlesien die große Stidstoffpleite der Grubenverwaltung des Fürsten Pleß. Die freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei fämpfen seit Jahrzehnten für die Beseitigung der privatfapitalistischen Wirtschaftsführung und für eine planmäßige gesellschaftliche Kontrolle der Wirtschaft, durch die allein die furchtbaren Mißstände der privaten Wirtschaft Wir lassen einige marfante Aeußerungen aus der Rede Im überwunden und ein menschenwürdiges Dasein für die breiten bufchs folgen: Diese Presse, die uns das Befenntnis zur Gewalt verleumderisch zuschieben will, deckt durch ihr unwahrhaftiges Schweigen die brutalften Gewalttaten ihrer nationalsozia- nehmern wird nichts Gutes mehr zerstört. Die Wirtschaftsbüro listischen Freunde! Negatives Ergebnis in Heffen. Zentrum und Nationalsozialisten. Die Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und 3entrum über die Neubildung der Regierung in Hessen sind nunmehr im negativen Ginne abgeschlossen worden. Nach Wochen haben die Nationalsozialisten jetzt auf die Stellungnahme des Zentrums zu den Naziforderungen eine Ant morf erteilt, die voll und ganz ihrem bisherigen größenwahnsinnigen Auftreten gegenüber anderen Parteien entspricht. Das Berliner 3entrumsorgan, die„ Germania", schreibt dazu: „ Der in Hessen gemachte Verfuch, die Möglichkeiten einer Jusammenarbeit zwischen Zentrum und Nationalsozialismus in dem beschränkten Aufgabenkreis einer Länderregierung zu prüfen, endet unsererseits mit der Feststellung, daß eine Basis für diese Zusammenarbeit nicht vorhanden ist. Ihre primitivsten Boraussetzungen werden von den Nationalsozialisten in einer Weise bestritten und verneint, daß dieses negative Ergebnis unvermeidbar blieb. Das heifische Bolt, auf deffen Willen fich die Nationalsozialisten in der Vertretung ihrer ultimativen Forderungen fachlich und zahlenmäßig sehr zu Unrecht berufen, wird also auf eine nationalsozialistische Regierung verzichten müffen. Dieser Berzicht wird ihm nach Lage der Dinge gewiß nicht schwer fallen." In Heffen bleibt also die Regierung der Weimarer Koalition im Amt! Der Plan der Nationalsozialisten, sie auf dem Wege über einen Boltsentscheid auf Auflösung des Hessischen Landtags und anschließenden Neuwahlen endgültig zu stürzen, dürfte ebenfalls zum Scheitern verurteilt sein. Klagges verbietet, 3m Westen nichts Neues". Er will seinen Amtsvorgänger Franzen übertrumpfen. Braunschweig, 11. Januar.( Eigenbericht.) Der braunschweigische Naziminister Klagges, der seinen Vorgänger Franzen in jedem Fall übertreffen will, hat am Montag den Schulgebrauch des Buches Im Westen nichts Neues" untersagt. Seine Verfügung lautet: Aus bestimmtem Anlaß verbiete ich sämtlichen Schulen des Freistaates Braunschweig mit sofortiger Wirkung jede Verwendung des Buches von Remarque Im Besten nichts Neues" als Klassenlesestoff noch sonst im Unterricht. Das Buch ist aus allen Schulbüchereien sofort zu entfernen." Die Verfügung mutet an, als ob Nazi- Klagges Im Westen nichts Neues" nie gelesen hat. Wäre das verwunderlich? Man tann die Unternehmer so wie bisher nicht mehr weiter wirtschaften lassen. Sie werden eine Gefahr für das Volt und die Wirtschaft. Die Angst, daß die Unternehmer durch eine Bürofratie erfegt würden, ist nicht am Blaze. Bei den Unter fratie, die wir heute haben, ist schlimmer als die staatliche Büro fratie, die fontrolliert werden fann. Ist der Staatsbergbau in Ruhrgebiet schlechter geleitet als der private Bergbau? Nein, er macht Ueberfchiffe. Der private Bergbau dagegen leidet an. geblich an einer ungeheuren Not. Die neue jentrale Schachtanlage der Zeche Zollverein( Bereinigte Stahlwerte) foll 68 Millionen Mark tosten. Als die Neuanlage fertig war, wurde die Zeche ftillgelegt. Beil die Unternehmer sich verspekuliert haben, sollen die Berglenie mit Hungerlöhnen nach Hause gehen. Der Teil der Arbeiter, der nicht arbeitslos wird, soll einen Teil seines Lohnes hergeben, damit fich folche Anlagen noch rentieren. Wo bleibt die sonst so vielgerühmte Selbstverantwortung und Selbsthaftung der Unternehmer, die die gewaltigen Schäden für die Volksgesamtheit verursacht haben? Nach dem Rezept, haltet den Dieb" laffen sie viel mehr durch ihre Syndizi die Gewerkschaftsführer als Sünder hinstellen, die die Wirtschaft ruinieren. Wenn in der Werkszeitung der Harpener Bergbau 2.-G. die Direktion die vollkommene Aenderung des Wirtschaftssystems der Nachkriegszeit fordert, so ist das die Freiheit, die ich meine". 3wang für andere und rücksichtslose Freiheit, andere auszubeuten. Die Unternehmer haben für alles Gelb, mur nicht für die Arbeiter. Sie haben Geld genug für die Bearbeitung ber Presse, für Zu füffe für gewiffe Blätter und gewisse Parteien und für ihre Wertszeitungen. Die großen Summen, die den Nationalsozialisten besonders auch aus der Industrie zu geführt wurden, find gegeben worden, weil von dieser Partei die Durchführung der Herrschaftswünsche der Unternehmer erhofft werden! Wenn die Volksgesamtheit das Risiko tragen soll, dann muß auch die Volksgesamtheit die Gewinne einstecken. Hier wird mit aller Deutlichkeit die Untragbarkeit der unEinblick in das Dritte Reich geben heute in der großen ReichsbannerKundgebung im Saalbau Friedrichshain Kamerad Seele- Weimar Kamerad Dr.Mierendorff, MdR., Darmstadt Kamerad Lehnich- Braunschweig Kamerad Hansen- Kiel Die Wiener Polizei hat am Sonnabend einen Wagen anges halten, in dem Metallhülsen waren, außerdem einen Wagen mit 40 Gewehren. Sie hat daraufhin heute im Ottakringer Unkostenbeitrag 20 Pf., Erwerbslose freier Eintritt. Beginn 20 Uhr Zirbeiterheim eine Hausdurchsuchung gehalten und dabei awei alte Bajonette, die dem Arbeiterheim gehören, beschlagnahmt Republikaner, seid zur Stelle! Maffen geschaffen werden kann. Die Sozialisierung des Bergbaues und der Schlüsselindustrien gehört zu unseren Grundforde rungen. Die christlichen Gewerkschaften haben in den entschei denden politischen Kämpfen nach der Revolution wie danach sich gegen entscheidende Eingriffe in das Wirtschaftssystem gesträubt. Erft die jetzige Katastrophe hat scheinbar einigen Führern die Augen geöffnet, wie die Ausführungen von Imbusch und die Resolution zeigen. Wir hoffen, daß die christlichen Gewerkschaften es nicht bloß bei Deflamationen und Resolutionen belassen, sondern wirtschaftspolitisch und politisch tonfequent hiernach handeln. Naziprovokationen in Rendsburg. Ein Toter und viele Berlezzie. Rendsburg, 11 Januar.( Eigenbericht.) Am Sonntag fam es in Rendsburg zu schweren Schlägereien mit Nationalsozialisten. Die Nationalsozialisten pöbelten forfgesetzt Andersdenkende an. Es tam zu großen Anfammlungen und fchließlich zu einer Schlägerei. Ein Nationalsozialiſt machte von feiner pistole Gebrauch und fchoß in die Menge. Insgesamt wurden 28 Personen, davon vier bis fünf schwer, verletzt. Ein Rationalsozialist wurde durch einen Steinwurf getötet. Bei der Unterfuchung der Nationalsozialisten wurden zahlreiche Hieb. und Stichwaffen sichergestellt. Bersammlungs- und Umzugsverbot für Rendsburg. Rendsburg, 11. Januar. In Anbetracht der Vorgänge am Sonntag hat die PolizeiDerwaltung ein Verbot aller öffentlichen politischen Veranstaltungen sowie aller Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel bis einschließlich 24. dieses Monats erlaffen. Der Stahlhelm war auch dabei. Duefterberg über den Münchener Bürgerbräuputsch. Der Münchener Bürgerbräu- Butsch war von Hitler in Uebereinstimmung mit dem Stahlhelm vorbereitet worden. Hier der Beweis: Am Schluß eines Wie lange noch legal?" überschriebenen Artikels, der sich mit Hitlers Bürgerbräu- Putsch am 9. November 1923 beschäftigte, hatte das hallesche nationalsozialistische Halbwochenblatt von dem einstigen Waffenstillstandskommissar und heutigen zweiten Bundesführer des Stahlhelms Theodor Duesterberg behauptet, daß er sich unter denen befunden habe, die in der letten Stunde der Entschei dung die Heimreife antraten." In einer Berichtigung an das Naziblättchen bezeichnet Duesterberg biefe Behauptung als unwahr. Wahr sei vielmehr, daß er acht Tage vor dem Münchener Butsch in Begleitung des Grafen Helldorf in München war und dort Ludendorff. Loffow. Ehrhardt, Seißer und Briebel, ben damaligen militärischen Beratern Hitlers, aussuchte, um unter allen Umständen ein gemeinsames Borgehen zu erreichen. Bon München sei er mit Helldorf nach Dresden gefahren. Dann set Helldorf nach fünf Tagen, als von München feine Nachricht gekommen sei, in seinem( Duesterbergs) Auftrage nochmals nach München geeilt. Er fei am 10. November vormittags zurückgekommen, als durch Funkspruch in Haile schon das Edheitern des Münchener Butsches bekanntgegeben war. Umsturz in der Handelspolitik. Gchiele proklamiert völlige Umkehr der wirtschaftlichen Auffassungen. Der Reichsernährungsminister Schiele hat über sämtliche deutsche Sender eine Rede über die Landwirtschaft an der Jahreswende gehalten. Es sei vertretbar, gerecht und flug, so sagte Schiele, menn angesichts der schwer darniederliegenden landwirtschaftlichen Veredlungswirtschaft in der nächsten Zeit Maßnahmen ergriffen werden, die vielleicht eine völlige Umkehr der bisherigen wirtschaftspolitischen Auffassungen bedeuten". Es ist ersichtlich, daß Schiele hier in erster Linie auf die vom Deutschen Landwirtschaftsrat geforderte Berdoppelung der Butterzölle anspielt. Echieles Ziele gehen aber offenbar weiter. Sie faffen die völlige Selbstgenügsamfeit( Autarkie) in der deutschen Volksernährung ins Auge, unbefümmert darum, welche handels- und wirtschaftspolitischen Folgen sich daraus für die gesamte Industrie und die industrielle Arbeiterschaft ergeben. Schiele sagt, daß auch für die Außenpolitik eine solche Zielsetzung unvermeidlich sei. Wie wäre es um unsere Berhandlungsfreiheit bestellt, wenn wir in dieser Krisenzeit von ausländischen Nahrungsmitteleinfuhren und damit praktisch von ausländischen Krediteinfuhren abhängig wären", so ruft Schiele aus. Daß es sich hier möglicherweise nicht nur um unverbindliche Redewendungen handelt, ergibt sich aus der Be mertung Schieles, daß die Reichsregierung fchon in den aller nächsten Tagen der von ihm angefündigten Politik einen deutlichen Ausdruck verleihen werde. Rumänische Diffatur. Gelbft Abrüftungsversammlungen werden verboten. Bufarest, 11. Januar.( Eigenbericht.) Das rumänische Innenministerium hat die von der Sozialdemo tratischen Partei geplanten Bolfsversammlungen für die Abrüstung verboten, da sie geeignet seien, provokatorisch zu mirfen und die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu gefährden". Dieses Bersammlungsverbot ist einer der üblichen Gewaltstreiche der gegenwärtigen Regierung. In Rumänien herrscht eine nur sehr notdürftig durch Berfassung und Scheinparlamentarismus verhüllte Dittatur, die sich auf allen Gebieten gegen die arbeitenden Volksmaffen auswirft. Ohne jede gesetzliche Garantie werden Versammlungen verhindert. Die politische Werbefreiheit besonders auf dem Lande ist so gut wie unterdrückt. Selbst Mitglieder- und Betriebsversammlungen der Gewerkschaften werden verhindert, sogar in der Hauptstadt ist z. B. der Versammlungsfaal der freien Angestelltenorganisationen polizeilich gesperrt. Die sozialdemokratischen Bertrauensmänner in der Provinz sind den ärgsten Berfolgungen ausgesetzt; in einem Dorf sich als Sozialdemokrat zu bekennen, bedeutet meist, sich schweren Gefahren für Freiheit und Gesundheit auszusehen! Unter den lächerlichsten Vorwänden werden Sozialdemokraten verhaftet und monatelang in Unterfuchungshaft gehalten. Mißhandlungen und Brutalitäten find an der Tagesordnung. Selbst Bildungsvorträge werden verboten und den staatlichen Professoren Vorträge in Arbeiterorganisationen untersagt. Die Einheitsfront der Gendarmerie, Polizei und Staatsanwälte arbeitet mit Hochdruck. Der Auftrag kommt von oben, von den Männern des neuen Rhythmus", mit welchem die gegenwärtige Regierung dieses perelendete und ausgesaugte Land beglüdt. Sechs Kommunisten am Onjestr erschossen. Bufareft, 11. Januar. Beim Versuch, heimlich den zugefrorenen Dnjestr nach Rußland zu überschreiten, wurden in der Nacht zum Montag sechs unbekannte Männer, anscheinend Juden, von der rumänischen Grenz= wache erfchoffen. Das rumänische Innenministerium, das bereits ein mysteriöses Protesttelegramm erhalten hat, teilt dazu mit, daß die Erschossenen bekannte Kommunisten und Schmuggler gewesen seien. Unsere wichtigste Aufgabe. Rache für das Brüning Interview. Schwierigkeiten bei der Verlängerung des Rediskontkredites. Paris, 11. Januar. Der„ Mafin erklärt im Zusammenhang mit der Bajeler Sigung der B33.( fiche Wirtschaftstein), daß der Gouverneur der Bant von Frankreich, Moret, den Verwaltungsraf der B33. davon verständigt habe, daß die Genehmigung Frankreichs zur Berlängerung des Reichsbanktedistouffredites über einen Monat hinaus ( also über den 4. März hinaus, D. Red.) sehr unwahrscheinlich sei. Das Blatt fügt hinzu, daß unter diesen Umständen die Rechte Frankreichs vollkommen gewahrt feien, da der Einspruch des französischen Vertreters genüge, um die Berlängerung der Hälfte des 100- Millionen- Dollar- Kredites, nämlich 25 Millionen der Bank von Frankreich und 25 Millionen der B33, zu verhindern. Der Verwaltungsrat der B33. in Basel hatte befanuflich Montag mittag den kredit bedingt um drei Monate verlängert. Luther warnt vor Folgen. Basel, 11. Januar.( Eigenbericht.) Die Erklärungen des Reichstanzlers über den deutschen Standpunkt in der Reparationsfrage haben den Berwaltungsrat der B33. am Montag auf Antrag des Gouverneurs der Bank von Frankreich zu dem Beschluß veranlaßt, den der Reichsbant gewährten Dollartredit, der am 4. Februar fällig wird, nicht ohne gewiffe Bedingungen zu verlängern. Reichsbantpräsident Dr. Luther gab in bezug auf den Antrag der Befürchtung Ausdrud, daß die deutsche Währung erschüttert werden würde, wenn der Kredit nicht bedingungslos erneuert werde. Ihm soll darauf erwidert worden sein, daß die Berantwortung für eine solche Folge der deutschen Regierung zufalle. Beneduce fommt nach Berlin. Rom, 11. Januar.( Eigenbericht.) Der Vorsitzende des Bafeler Reparationsausschusses, Professor Beneduce, wird in seiner Eigenschaft als Hauptdelegierter zur Caufanner Reparationsfonferenz auch mit Berlin im Auftrag der italienischen Regierung einen Meinungsaustausch über die Reparationen noch vor Beginn der Konferenz haben. Am Montag ist er nach Paris mit den Richtlinien des Außenministers abgereift, um Außenministers abgereist, um am 12. und 13. Januar die von am 12. und 13. Januar die von Frankreich gewünschten Borbesprechungen mit den französischen und englischen Sachverständigen zu haben. Was den Standpunkt der italienischen Regierung zu der Erflärung Brünings über die Unmöglichkeit der Reparationen angeht, fo wird in unterrichteten Kreisen versichert, daß fie für Italien feine Ueberraschung bildefe. Die Regierung nehme diese Erklärung ohne nervöse Erregung auf, vielmehr im Geiste vollen Berständnisses für die deutsche Lage. Aehnlich äußern sich am Montag auch die Leitartikel der italienischen Presse. Macdonald für die Laufanne- Konferenz. London, 11. Januar. Nach einer einstündigen Konferenz zwischen Bremierminister Macdonald, der von Chequers eingetroffen war, Sir John Simon und Schahlanzler Chamberlain wurde die folgende Erklärung ausgegeben: In einem Interview über Dr. Brünings Erklärung hemerfte Macdonald, daß die Politik und der Standpunkt der englischen Regierung nur am richtigen Platz und zur richtigen Zeit bekanntgegeben werden könnten. Vor der Hand fönne gesagt werden, daß in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse, wie sie durch den Bericht der Sachverständigen dargetan worden sind. und der innerpolitischen Probleme Deutschlands es nicht unwahrscheinlich sei, daß irgendeine solche Erklärung wie die Dr. Brünings auf der Lausanner Konferenz gemacht würde. Die Tatsache, daß sie bereits abgegeben worden ist, madhe jene Konferenz noch notwendiger denn je. Denn es sei unmöglich, die Dinge so zu lassen wie fie find. Die gegenwärtige Lage sei das Ergebnis internationaler Abmachungen, und eine internationale Konferenz fei deshalb nötig, um sich damit zu befaffen. Macdonald gab der lleberzeugung Ausdrud, man würde finden, daß alle betroffenen Regierungen sich darüber klar feien, daß die europäische iedergefundung und Befriedung davon abhängt, den harten Tatsachen ins Gesicht zu schauen. Auch in Belgien Meinungskampf. Brüssel, 11. Januar. Die„ Etoile Belge" führt aus, daß die Anwendung von Ge malt Deutschland gegenüber eine meitaus größere Katastrophe herbeiführen würde, als seine Zah lungsverweigerung. Die Besetzung deutschen Bandes wäre gleichfalls eine gefährliche Sache. Wenn Frankreich daran dächte, würde es feine Gefolgschaft finden, fondern isoliert sein. Die Bewilligung eines neuen Zahlungsaufschubs unter Aufrechterhaltung der Fassade des Young- Planes sei notwendig. ferenz nunmehr überflüssig werde. Durch die Unstimmigkeit zwischen Die Indépendance Belge" schreibt, daß die Lausanner Konden Alliierten triumphiere Deutschlands böser Wille. Die für die Reparationszahlungen vorgesehenen deutschen Gelder würden jetzt zur Verstärkung der deutschen Rüstungen verwandt werden.... Mussolinis deutsche Landsknechte. autis Der Naziverrat an Südtirol. In dem faschistischen Blatt ,, Provincia di Bolzano"| deutschen Südtiroler, aller seiner nationalen Rechte be schreibt der faschistische Abgeordnete Alfredo Giarratana: ,, Wir dürfen nicht vergessen, das Hitler der erste und einzige Mann war, der offen die Unverleglichkeit der Brennergrenze zugunsten Italiens anerkannte." Die Leitung der Hitler- Partei in München hat durch die Hugenbergiche TU. die Behauptung verbreiten lassen, es sei nicht wahr, daß Hitlerianer einen Kranz an dem Denkmal niedergelegt hätten, das die Italiener zur Verhöhnung der unterjochten Südtiroler Deutschen in Bozen errichtet haben. Deutschen in Bozen errichtet haben. Die Meldung von dieser Kranzniederlegung Patentdeutscher an einem Denkmal, das stets von italienischen Gendarmen bemacht und das von allen Südtiroler Deutschen in weitem Bogen umgangen wird, ist zuerst in deutsch österreichischen Blättern erschienen, die Bozen viel näher find. Mag die Nazileitung es doch dort mit ihrem Dementi verfuchen! raubt ist, in dem die Deutschen Bürger minderen Gra des find, in einem Lande, wo es für Deutsche keine deutchen Schulen geben darf, wo in rein deutschen Orten teina deutsche Aufschrift geduldet wird-, in einem solchen Lande dürfen die Nationalsozialisten ihre Partei gründen. schämen fich nicht bis in den Erdboden hinein, sondern künden noch stolz, daß auch in anderen Orten Deutschfüdtirols Gruppen Und Frid wird schon als der NSDAP. gegründet werden. Redner angekündigt. Nazi Patriotismus. Ein ganz besonders eifriger Bartreter der Behren pom Haten freuz ist der Bezirtsführer von Groß- Hollenstein im Ybbstal( Niederösterreich), der Brauereibefizer Brunsteiner. Am 4. Oktober 1931 sprach dort in einer Volksversammlung der fozialdemokratische Landesrat Schneid mad L. Es maren auch einige Nazis da, und der Herr Brunsteiner trat den Ausihn in seinem Schlußwort über die Abhängigkeit Desterreichs als Folge des Friedensvertrages und der wirtschaftlichen Lebensunfähig feit Desterreichs. Brunsteiner machte dabei den Zwischenruf: Sie wird es faum tun, zumal in Deutschösterreich wohlbetammt ist, was sich am 30. November 1930 im Stadtjaal zu Innsbrud ereignet hat. Dort hielten die Christlichsozialen eine Verführungen des Referenten entgegen. Genoffe Schneidmadl belehrte Das wissenschaftliche Monatsheft der Partei„ Die Gesell. fchaft" steht nunmehr im 9. Jahrgang, dessen 1. Heft soeben erschienen ist. Der Herausgeber, Genosse Rubolf Hilferding, eröffnet es mit einer Betrachtung Unter der Drohung des Faschismus", die noch einmal die Taktik der Partei gegenüber der Regierung Brüning mit aller notwendigen Präzision umreißt. Im zweiten Teil dieser Betrachtung analysiert Hilferding die soziologische Struktur der vierten Notverordnung; die Ergebnisse dieser Analyse seien hier in Rürze zitiert: So tam schließlich ein Werk zustande, das wirkliche und vermeintliche Interessen der zwischen tapitalistischen Schichten befriedigt unter stärksten Eingriffen in die Rechtsgrundlagen der bürgerlichen Gesellschaft. Die neue Notversammlung ab, in der die Nationalräte Dr. Rolb und Dr. Schusch ordnung ist widerspruchsvoll wie der Kleinbürger selbst, fie greift das Privateigentum an, nicht um es aufzuheben, sondern um einige seiner Folgen zu mindern.... Sie erreicht ihr Ziel auf Kosten der Arbeiter, für die die Preisfenfung nicht die Lohnsentung tom. pensiert, und auf Roften des Großbürgertums, dem der Boden, auf dem sich seine Gesellschaft erhebt, fortgezogen wird. Die verletzten Interessen der Arbeiter zu verteidigen, den Kampf um den Schuß ihrer Lebenshaltung zu verschärfen, die Abwehr gegen die faschistische Drohung zu steigern, ist unsere wichtigste Auf gabe. In weiteren instruktiven Beiträgen des Heftes untersucht Ernst Hamburger Die Dialektik der statsrechtlichen Entwicklung in der Wirtschaftskrise", Ernst Fräntel schreibt über„ Die politische Bedeutung des Arbeiterrechts", Albert Salomon bespricht im Anschluß an ein Buch von Hans Well„ Die Problematik der deutschen Bildung". Schießerei in Charlottenburg. Feuerüberfall durch Hakenkreuzter. Aus dem Ledigenheim in Charlottenburg, Dandelmannstraße, wird uns in später Stunde gemeldet: Gestern abend fand auf der Dandelmannstr. 47 im Lotal des Lebigenheims eine Erwerbslofenversammlung statt. Sie verlief friedlich und endete um ca. 412 Uhr. 2ils sie geschlossen wurde, Der= ließen einzelne Trupps von 20 bis 30 Personen das Lokal, um sich nach Hause zu begeben. Blöglich wurde von der Ede Dandelman- Knobelsdorffstraße non drei Radfahrern in Nagitleidung auf die Bersammlungsbesucher mit Revolvern ein Schnellfeuer eröffnet. Es entstand somohl unter den Straßenpaffanten als auch unter ben Lotalbesuchern eine riesige Banit, und als man sich wieder gesammelt hatte, nahmen einzelne die Verfolgung der Nazis auf. Die Polizei erschien sofort am Blaze und riegelte den Häuserblod ab. Dem schnellen Eingreifen der Straßenpassanten ist es zit verbanken, daß man mehrere Personen, unter denen sich vermutlich amei der Täter befanden, ergriff und die Polizei beförderte diese nach dem Polizeipräsidium. nigg fprechen sollten. Schon der Vorsitzende konnte faum die Versammlung richtig eröffnen, als die Hakenkreuzler zu schreien begannen. Als dann gar Dr. Kolb zu reden anjing, setzte ein allgemeines Pfeifen und Gejohle ein, das sich bald zu organisierten Sprechchören steigerte. Und als Dr. Kolb von dem Berrissenen Tirol und von Südtirol zu sprechen begann, feßte der Sturm der Nazi ein. Neben ihren Rufen:" Deutschland erwache!"," Heil Hitler!" hörte man auch vereinzelt: habsburg verrede!" und gellende Rufe: Südtirol verrede!" Das ist der Hafenkreuzler Befenntnis zur deutschen nation und zum getnechteten deutschen Boit in Südtirol! Ist es ein Wunder? Hat doch Hitler erklärt, daß Südtirol nicht einmal ein Diskussionspunkt sein wird zwischen einem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien. Der Ausspruch Hitlers,„ daß Südtirol nicht einmal ein Disfuffionspunkt zwischen dem Nationalsozialismus und dem Faschisa mus sei, wird bestätigt durch folgenden Bericht der in Bozen er fcheinenden Alpenzeitung. Dieses faschistische Blatt ein anderes darf ja nicht erscheinen veröffentlichte in den ersten Novembertagen 1931 folgende Nachricht: M - „ Es wird uns mitgeteilt, daß die Nationalsozialistiscje Deutsche Arbeiterpartei, Landesgruppe Italien, ihre Tätigkeit aufgenommen hat. Reichsdeutsche, Deutschösterreicher und Sudetendeutsche, die bereits der Partei angehören oder in derselben sich zur Aufnahme melden wollen, werden gebeten, ihre Abreffe bekanntzugeben, und zwar an die NSDAP, Hitler Bewegung, Ortsgruppe Meran, Hotel Bayerischer Hof." Wir erhielten obige Zuschrist mit der Bitte um freundliche Beröffentlichung. Wir tommen dem Ersuchen gerne nady, um fo mehr, als wir wiffen, daß die Nationalsozialistische Deutsche 2rbeiterpartei von den freundschaftlichsten Gefühlen für Italien befeelt ist, mesmegen auch als felbstverständlich vorausgefegt mer den fann, daß die in Meran bestehende Ortsgruppe nie etwas unternehmen wird, was irgendwie unliebfam, fomohl im Inlande, als auch im Auslande, bemerkt werden könnte." Diese Nachricht muß durch eine weitere ergänzt werden: Süd: tirolern ist der Beitritt verboten! In einem Lande, in dem es teine andere Partei geben darf i als die faschistische, in einem Land, in dem ein ganzes Bolt, die Den Friedensvertrag hat ja euer Renner unterschrieben!" Darauf erwiderte ihm Schneidmadl: Wenn Renner den Friedensvertrag nicht unterschrieben hätte, der uns übrigens das Burgenland brachte und Kärnten rettete, wäre Desterreich von fremden Truppen befekt worden." Da schrie Brunsteiner: „ Das wäre eh recht gewesen, die häften wenigftens in Desferreich Ordnung gemacht!" Seine gedrückte Unternehmerseele machte sich so Luft. Ja, das täte ihnen heute noch passen, wenn ausländische Soldaten tämen und den verfluchten Revolutionsschutt" wegräumen würden. Denn Ordnung machen, das heißt ja, weg mit dem Achtstundentag, weg mit dem Arbeiterurlaub, meg überhaupt mit aller Sozialpolitik und Sozialversicherung! Aber diese Nationalsozialisten nennen sich eine Arbeiterpartei! Gandhis Frau verhaftet. Eigener Postdienst der Kongreßpartei. Loudon, 11. Januar.( Eigenbericht.) Frau Gandhi ist am Montag in Bardoli megen Propaganda gegen die Zahlung der Landessteuern verhaftet worden. Mit ihr murden mehrere Frauen und weibliche Berwandte von Kongreße mitgliebern gefangen genommen. Die Frau des Mahatma kommt damit zum ersten Mal in ein englisches Gefängnis. Bei der vorigen Ungehorsamstampagne wurde sie in Freiheit gelaffen, obmohl sie auch damals attive Propaganda für den Kongreß betrieb. Sie hatte diesmal darum gebeten, ihrem Manne ins Gefängnis folgen zu können. Der Kongreß, dessen Mitglieder die Regierung von der Benutzung des Postdienstes auszuschließen sucht, ist bestrebt, einen eigenen Postdienst einzurichten. Er soll zunächst in einem 50 Kilometer- Radius um Bombay eingerichtet werden. Vor dem Schalter im Arbeitsamt. Auch die Arbeitslosen sind Staatsbürger! Von einem Arbeitslosen erhalten wir folgende Schilderung. Wir haben sie nachprüfen lassen. Die Angaben stimmen. Wir empfehlen diese Schilderung den Vorstandsmitgliedern der Reichsanstalt zur Lektüre. In unserer heutigen schweren Zeit, in der die Arbeitslosen mit den geringen und bei jeder Notverordmmg noch verringerten Mitteln sich durchs Leben schlagen, sollte man meinen, daß von den Arbeitsämtern alles getan wird, um den Arbeitslosen ihre traurige Lage nicht noch fühlbarer zu machen. Der ArbeitsIose ist empfindlicher als sonst ein Mensch; der oft recht weite Weg zur Zahl- oder Stempelstelle und das oftmals stundenlange Warten bis zur Abfertigung, erweckt in jedem ein bitteres Gefühl Werden nun noch durch Zusammenlegen von Kassen oder sonstige Umorganisationen die Wartezeiten von einer Stunde auf zwei Stunden und darüber verlängert, so tann sich jeder denken, wie das auf die Arbeitslosen wirft. Jeder Raditalinski läßt seine allein richtige Ansicht los; Not und Aerger nehmen vielen das flare Denken, und begeht einer der Schatterbeamten mal eine lingeschicklichkeit, gleich explodieren die Gemüter. Anscheinend haben die Arbeitsämter ihre Methode nom alten preußischen Militär übernommen, wo auch der Soldat zwei Drittel seines Dienstes mit Warten verbrachte. Als Beweis schildere ich mal den Zustand beim Arbeitsamt Südost, Berlin- Neukölln, Hermannstr. 29. Die Anmeldung: Nach erfolgter Anmeldung beim Fach nachweis, Anmeldung beim Arbeitsamt, die in ziemlich furzer Zeit erledigt ist, da ja bei der zwei bis dreiwöchigen Wartezeit eine fofortige Aufnahme des Antrags nicht nötig ist. Man bekommt also einen Zettel, auf dem der nächste Tag und die rung der Boffsernährung. Der Borstand der Bereinigung Bute, umgehende Beseitigung dieses Schiedsspruches zu sorgen. Die, Drohungen, die Arbeiter zu entlassen und die Felder nicht zu bestellen, wird niemand mehr ernst nehmen, so bezeichnend sie für die Unverschämtheit der Großgrundbesizer auch sein mögen, die in den landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden die erste Geige fichtslos alle Arbeiter, die sie irgendwie entbehren können. Zweitens ist der Barlohn der Arbeiter so niedrig, daß er zu allerleit bie Rentabilität gefährdet. Die Frechheit aber, zu verlangen, dic Notverordnung im Widerspruch zu ihrem flaren Sinn und Wort laut anzuwenden, ist selbst für Agrarier etwas ungewöhnlich. Dumpf und stickig ist die Luft im Korridor, gereizt und über- spielen. Erstens entlassen die Großgrundbesizer schon längst rüdnervös die Stimmung vor und hinter den Schaltern. Ist es wirklich nötig, auf diese Art den Erwerbslosen seelisch zu zermürben? Oder ist das bemußte Vorarbeit, damit Radaupolititer mühelos ernten fönnen? Oft hörte ich den Ausspruch der Erwerbslosen: Benn wir unser Fach so schlecht beherrschten, wie der, der hier diese Einteilung macht, wir könnten uns feinen Tag in unserer Stellung halten." Also, Herr Verantwortlicher: Beamter sein, heißt dem Staate dienen; auch Erwerbslose find Staatsbürger. Europas Kohlenwirtschaft. Es muß eine beffere Organisation geschaffen werden. Genf, 11. Januar.( Eigenbericht.) In der Kohlenkonferenz des Bölkerbundes gaben die Vertreter aller Gruppen der Kohlenländer am Montag Lageberichte. Ausnahmslos wurde anerkannt, daß in Europa eine Organisation der Kohlenwirtschaft geschaffen werden müsse, um den wirtschaftlichen Verwüstungen Einhalt zu gebieten. Bon den Bergarbeitervertretern wurde insbesondere auf die fozialen Verschlechterungen hingewiesen, die die Kohlenfrise bis jegt mit sich gebracht hat. Ein Millionenheer fei im internationalen Bergbau arbeitslos. Bei steigenden Produktionsziffern seien die Bei steigenden Produktionsziffern seien die Arbeitsbedingungen ständig verschlechtert worden. " Zeit, zu der man sich melden soll, angegeben ist. Am bestimmten Salamander sperrt 800 Arbeiter aus. Tage um 8% Uhr melde ich mich, und werde angemiesen zu marten, bis ich aufgerufen werde. Warten warten. Um etwa 10 Uhr erlaube ich mir die höfliche Anfrage, ob ich noch auf der Tagesordnung stehe, und erhalte die trostreiche Auskunft, daß nur noch vier Anträge vor mir sind, und ich in einer Stunde abgefertigt werde. Nachdem ich die mir bewilligte Freistunde in der frischen Luft verbracht habe, begebe ich mich wieder auf meinen Warteplatz und in etwa einer Dreiviertelstunde mird auch schon mein Name aufgerufen. In einer Viertelstunde kann ich das Arbeitsomt verlaffen( alle Fragebogen sind schon vorher vom Antragsteller aus gefüllt), und habe die erste Geduldsprüfung( 3½ Stunde Wartezeit) als Stempelbruder Riesengewinne und ungeheurer Lohndruck. Mustergewerkschaften. Wie es in den russischen Gewerkschaften aussieht. Die Sowjetpreffe hat, besonders in leßter Zeit, mehrfach darauf hingewiesen, daß die Erfassung der russischen Arbeiterschaft durch die Gewerkschaften noch immer sehr viel zu wünschen übrig lasse. Nun veröffentlicht der„ Trud"( Nr. 5 vom 5. Januar 1932) einen Bericht aus Iwanowo Wosnessenst( Zentralrußland) über die bürokratischen Aufnahmeformalitäten bei den Sowjetgewerkschaften. T In der Stadt Iwanowo- Wosnessenst sind 17 000 Arbeiter Nichtmitglieder der Gewerkschaften. Anläßlich der Neuwahl zu den Betriebsräten konnten nur 3000 bis 4000 neue Mitglieder aufge nommen werden. Auf der Fabrik Krajnaja Talka" sind von 3300 Arbeitern 1000 Nichtmitglieder der Gewerkschaften, auf anberen Fabriken ist der Prozentsaz der Nichtmitglieder ebenfalls sehr groß. Sehr schlecht ist es um die Anwerbung neuer Mitglieder bestellt. Die einzelnen Gewerkschaftsverbände missen vielfach) nicht, über welche Zahl von Mitgliedern sie ver= fügen und wie groß die Zahl der Nichtmitglieder ist. Anfragen der Arbeiter bei den Gewerkschaftsorganen werden unberüdfichtigt gelassen. Tausende ausgefüllter Fragebogen und ausgestellter Mitgliedstarten liegen in den Büros der Gewerkschaften herum, ohne ausgehändigt zu werden. Nicht besser ist es um die Zahlung der Gewerkschaftsbeiträge bestellt. Die rückständigen Beiträge erreichen in Iwanowo- Wofnessenst über 40 000 Rubel. Es werden auch keine westheim( Württemberg) hat fämtlichen Zeitlohn- tau und Nishni Nowgorod, kommen ähnliche Mitteilungen. Die Direktion der Salamander A.-G. in korn- Maßnahmen zur Beseitigung dieser Rückstände getroffen. Auch aus anderen Gebieten der Sowjetunion, so vor allem aus Mosarbeitern gekündigt. In Betracht kommen rund 800 Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Firma will dem Lohnabbau von 15 Proz. durch die Notverordnung noch einen weiteren hinzufügen. Das Borgehen der Firma wird von den Arbeitern als eine unerhörte provokation und, was besonders hervorgehoben werden muß, als Zarifbruch angesehen. Die Firma hat in den letzten Jahren ungeheure Gewinne erzielt; sie hat Dividenden verteilt wie fein Betrieb der Schuhindustrie und ihr Aktienkapital von 14 auf 22 Millionen Mark erhöht. Der Gewinn ist auscheinend noch nicht groß genug; er soll auf Kosten der Arhinter mir. Auszahlungen: Bis zum Erlaß der NovemberNotverordnung waren in der Hermannstraße vier Kaffen geöffnet, an denen die Alu- Empfänger ihr leichtverdientes Geld, wie mal einbeiterschaft erhöht werden. dortiger Angestellter scherzhaft bemerkte, ausgezahlt erhielten. Der dort Betreute konnte damals durchschnittlich mit einer Wartezeit von 30 Minuten rechnen. Dieser Idealzustand ist seit der Notverordnung vorbei; zwei Kassen wurden trotz der verstärkten Inanspruch nahme für Alu- Empfänger geschlossen, Der Zentralverband der Schuhmacher, bei dem die Arbeiter restlos organisiert sind, wird die Aussperrung nicht stillschweigend hinnehmen. Das Drgan des freigewertschaftlichen Zentralverbandes der Schuhmacher bringt in seiner neuesten Nummer einige interessante Mitteilungen über die Schmarzarbeit im Birmafenjer Gebiet. In rund 600 lagen der Berbandszahlstelle Pirmasens, in etwa 1000 Klagen der beiden maßgebenden Gewerkschaften und in mindestens 1300. Klagen am Arbeitsgericht überhaupt kommt der Kampf gegen die Tarifbrecher deutlich zum Ausdruck. Das Blatt des Zentralverbandes stellt fest, daß auch alle hinter dem Reichstarifvertrag stehenden Fabrikantenverbände ,, ihre vorzugehen Die Arbeitslosigkeit in Frankreich. 45 Prozent Kurzarbeiter. In den Betrieben mit mindestens 100 Arbeitern waren nach einer Rundfrage des französischen Arbeitsministe riums anfangs Dezember bei 2,5 Millionen Beschäftigten nicht meniger als 45 Prozent der Gesamtbelegschaft von Kurzarbeit betroffen gegenüber 6,4 Prozent anfangs Dezember 1930. Diese große Ausdehnung der Kurzarbeit, verbunden mit dem natürlichen Abfluß des großen Kontingents der Ausländer und der Apstoppung der Einwanderung erklärt den verhältnismäßig niedri gen Prozentjatz der Bollarbeitslosen. Es kommt hinzu, daß der Lohnabbau und damit die Sentung der Kauffraft in Frankreidy bisher nur eine Einzelerscheinung war. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin die Abfertigung dauert zur Zeit 1½ bis 2 Stunden. Der erste Teil des Wartens erfolgt in einem fast fenfierlofen Rorridor von etwa 5 Meter Breite und 2,50 bis 2,75 Meter Sähe. Hier wird in Songen von 6 bis 8 Personen dichtgedrängt gestanden Schrittweise geht es vorwärts. Der Korridor wird durch zwei ständig brennende Glühbirnen erleuchtet, da durch das eine Fenster nicht genügend Tageslicht fällt. Für Ventilation sorgen die ftets offenen Türen, die gleichzeitig durch die entstehende Zugluft und alle Maßnahmen zu unterstützen, die dem gleichen Zwed Straße 18. Bursche und Mädel in der FG3." die Erwerbslosen mit sonst nicht erschwingbaren Eisbeinen versorgen. Hin und wieder wird auch mal eine Frau ohnmächtig; Mütter, die ihre Kinder mitbringen müssen, weil wohl niemand zu Hause ist, der die Kleinen betreut, haben ihre Not, die Ungeduld der Kinder zu zügeln. Der zweite Teil des Wartens erfolgt im Kassenraum selbst, wo manch Glücklicher eine Sitzgelegenheit findet. So sieht es vor den Schaltern aus. Hinter den Schaltern haben die Angestellten natürlich erhöhte Dienstleistung. Nach der ausgehängten Nummerntafel müßten in der Stunde 1500 bis 2000 Personen abgefertigt werden! Es ist aber anzunehmen, daß die Nummernzahl nicht laufend ist und daher weniger Personen zur Abfertigung erscheinen. Immerhin die Arbeitsleistung eines solchen kaffierers ist enorm, oft muß er den einzelnen zwei bis dreimal aufrufen, denn bei so vielen Menschen geht es doch nicht lautlos zu. Wer an der Wandbank einen Sitzplay erobert hat, muß sich beim Namensaufruf erst durch die Menschentnäuel würgen, die vor der Kasse stehen, das verzögert wieder eine schnellere Abfertigung. dienen." Immer dieselben. 10 Proz. Lohnabbau ist den Agrariern noch nicht genug. Die Vereinigung der land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände für die Provinz Sachsen und Anhalt hat als Protest gegen den am 7. d. M. im landwirtschaftlichen Tarifstreit Mitteldeutschland ergangenen Schiedsspruch, der die Barlöhne der Landarbeiter nur um 10 Broz.", die Deputatbezüge und die geldlichen Zulagen überhaupt nicht fürzt, ein Telegramm an den Reichskanzler und den Reichsernährungsminister gerichtet. In dem Telegramm wird gesagt, daß der genannte Schiedsspruch im Widerspruch zu dem zwingenden Recht der 4. Notverordnung stehe und deshalb als gesetzwidrig anzusehen sei. Er lasse die schreiende Notlage der Landwirtschaft völlig unberücksichtigt, zwinge zu meitgehenden Entlassungen von Arbeitskräften und ge= fährde die bevorstehende Bestellung, somit die Siche1 Seute, Dienstag, 191 Uhr, tagen die Gruppen: Gewerkschaftshaus: Jugendheim Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25. Lichtbildervortrag:. ,, Winterfreuden". Steglig: Sugendheim Flemmingstr. 14b. Lehrlings- und Sugendschußgesez." Moabit: Jugendheim Bremer Str. 69-70. Eine Stunde Wirtschaftsgeschichte." Spandan- Wilhelmstadt: Jugendheim Sportplay Seeburger Straße. Wir machen unseren Zimt alleine!" Bantow: Sugendheim Kissingenstr. 48, Zimmer 5. Mit Buch und Schallplatte um die Erde." Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3( am Bahnhof Treptow). Unser Arbeiterführer Karl Legien." Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer ❤ Landsberger Blag: Jugendheim Landsberger Str. 50. Walt- Withman- Abend. Lichtenberg: Jugendheim Poffeftr. 22. Müssen die Gewertschaften parteipolitisch neutral sein?" Neu- Lichtenberg: Jugendheim Gunterfir. 44. ,, Gewerkschaften und Berufsberatung." Osterbe: Jugendheim Karlshorst. Trestowallee 44( Rantschule). 1. Reihenvortrag: Die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung". Wedding: Jugendheim Willdenowstr. 5, 2 Treppen, Simmer 11. Die Lohntämpfe der Gemertschaften im Jahre 1931." Schöneweide: Jugendheim Hasselwerder. Adlershof: Straße, Mädchensaule, im Reller. ,, Führer der Gemertschaften." Jugendheim Adlershof, Bismardstr. 1. Distusfionsabend: Für oder gegen die Berufsschule". Jugendgruppe des Zentralverbandes der Schuhmacher: Jugendheim Große Frankfurter Str. 10, Bimmer 3. Warum bin ich in der freien Gewerkschaft?" Anschließend Diskussion. " Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Lescabend. Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Arbeitsgemeinschaft: Ein Ueberblid über die interrationale Gewerkschaftsbewegung". Leiter: Lamm. Der Sprech- und Bewegungschor übt ab 20 Uhr in der Turnhalle Baruther Str. 20.- Die Turn und Gymnastikabende finden von 20-22 Uhr in der Turnhalle Tempelhofer Ufer 20 statt. Berantwortlich für Politit: Victor Schiff; Wirtschaft: G. Alingelhäfer: Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Verlag B in b. S.. Berlin. Druck: Bormärts- Buchbruderei und Berlagsanstalt Baul Einger u. Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Kabeljau u. Schellfisch Plund 0.24 Frische Aländer Fischfilet... von an Pfund von an 0.34 10 Salzheringe.. . Pfund von an 0.36 Grüne Heringe..... 3 Pfund 0.44 Amur- Lachs gefroren, ganze Fische 0.35 Frischer Zander Pfund von an .. Pfund von an 0.40 Pfund Norweg. Bücklinge von an 0.26 Flundern Bund 0.20 0.48 Tilsiterkäse vollfett Pfund 0.66 Holländer u. Edamer Pfund 0.68 volliett Margarine...... 2 Pfund 0.68 Molkereibutter Pfund 1.06 1.20 Heute Dienstag Soweit Dorrat: Billige Lebensmittel Blatt Rücken Keule Wildschwein Pfd. v. an 0.62 0.98 Hirsch Pfund v. an 0.56 0.78 0.98 Reh Pfund von an 0.85 1.08 1.25 Apfelsinen. 3 Pfund 0.46 Jaffa- Orangen 3 Pfund 0.65 Hausmacher- Sülze.. Pfund 0.42 Dampf- u. Fielschwurst Pid. 0.75 Qchsenfleisch . Pfund von an 0.54 Ochsenschmorfleisch ohne Knoch. 0.84 Schweinebauch......... Pfund 0.60 Kalerkamm u. Schuff... Pfund 0.78 Kalbsroulade. Kalbsschnitzel. Inventur- Verkauf Enorm billige Preise Viele Gelegenheitsposten 4 Pfund 0.98 Pfund 1.28 Beginn 4. Januar Nr. 17« 49. Iahrc-anq �$0<��01*10(11*�0 Oiensiag. 12. Januar 19Z2 vi« L«r««etsn sr�SKIen. ve»emenSsk vsn keuMen /7rMmvN üef«smersil§ÄsN /Stunden aerloaessnSst Beuthen. IL, Januar. sEigenSericht.l Die Bergungsarbeiten auf der durch Gebirgsschlag teilweise zusammengebrochenen Karsten-Zen- trumS-Grube bei Beuthen, in der am Zonntagabend sieben verschüttete Bergleute nach 144 Stunden bangen Harrens fast unversehrt gerettet werden konnten, gehen weiter. Sieben weitere Bergleute sind noch durch erhebliche Gestcinsmassen von der Rettungskolonne ge- trennt. Der seitlich neben der zusammengestürzten Strecke im Kohlenflöz angelegte neue Gang, von dem aus die am Sonntag Geretteten aufgefunden wurden, wird unter Anspannung aller Kräfte vorgetrieben. Bon der Stelle, an der die Bermitzten beim Einsehen des Gebipgs- schlags gearbeitet hatten, war man am Montagnach- mittag gegen 3 Uhr schätzungsweise 12 bis 13 Meter ent- fernt. ES dürfte vermutlich weitere 13 bis 23 Stunden dauern, bis man dieses Stück der zusammengebrochenen Strecke erreicht haben wird. Die Arbeitskameraden der geborgenen Kumpels haben in vorbildlicher Kamerad- s ch a f t eine ganze Woche lang Tag und Nacht an der Rettung ihrer Kollegen gearbeitet. Die sieben geretteten Bergleute, die sämtlich im Bcuthener Knappschastslaza- rett liegen, befinden sich den Umständen nach wohl. Auch für die beiden Verletzten— der eine hat Fleischwunden, der andere einen Beinbruch erlitten— besteht keinerlei Lebensgefahr. Während der bisherigen Rettungearbsiten hatten die Gruben- beamten und die Vertreter der Aufsichtsbehörden bei dem Eifer der Kumpels die größte Mühe, die Einhaltung der amtlich vor- geschriebenen Vorsichtsmaßregeln durchzusetzen. Nachdem am vor- vergangenen Montagabend die gesamten an den Unglücksort vor- getriebenen Stämme durch einen zweiten Erdstoß zu Bruch ge- gangen waren, wurde parallel zu der Unglücksstrecke eine neue Strecke getrieben, von der aus alle paar Meter Seitengänge nach der Unglücksstrscke angelegt wurden. Das Vordringen in der Unglücksstrecke selbst wäre durch das stete Nachrutschen von Ge- steinsmassen fast unmöglich gewesen. Erschütternde Berichte. Die Geretteten, von denen fünf oerheiratet sind, erzählen, daß sie ihr Leben einer Reihe von glücklichen Zufällen verdanken, Die Sieben waren im Augenblick der Katastrophe verstreut und fanden sich erst nach einigen Stunden zusammen. Erstickungs- g« f a h r bestand nicht, well die Wetterführung in Ordnung ge» blieben war Dadurch, daß das Beben mitten in der Schicht ein- getreten war. hatten einige noch Brot: auch etwas Kaffee und Wasser war noch vorhanden. Dieser„Proviant" wurde sorgsam verteilt. Man fand auch eine Karbidlampe und Streichhölzer. Besonders stark litten die eingeschlossenen Kumpels in den ersten Tagen ihrer Todesangst durch das unheimliche Rollen der in Bewegung befindlichen Gebirge. Später trat eine völlig« Stille ein.„Am Freitag", berichtet einer der Geretteten,„waren wir hier alle fertig. Wir hockten zu- sammen, und als wir glaubten, daß der Abend da fei, sangen wir uns selbst ein A b s ch i e d s l i e d." Ein anderer erzählt:„Der eine hatte Fieber, der andere begann in dem engen Schachtloch un- unterbrochen herumzukriechen, schließlich bedrohten sie sich und hatten furchtbare Angst, daß der eine gegen den anderen losgehen würde und ihm mst der Lampe den Kopf einschlüge." Vor allem soll der Rohrleger S l a m a seine oerzweifelten Kameraden, von denen der Aelteste 32 und der Jüngste lg Jahre alt war, immer wieder aufgemuntert und ermutigt haben, Slama erzählt:„Ich habe die Kumpels richtig angeschwindelt. Als wir nach meiner Rechnung schon vier Tage unten waren, da sagte ich: Wir sind ja erst zwei Tage hier: jetzt werden wir sicher bald herauskommen. Und denen, die immerfort nach Wasser rieten und fürchteten zu oerdursten— denen sagte ich: Ihr habt ja heute Nacht so viel Wasser getrunken, ihr habt es bloß im Schlaf ge- macht und es dann vergesien" Als sie am Sonntag gerettet wurden, hatten sie— meint Slama— schon alle Hoffnung verloren," Hoch klingt das Lied... Sie leben, sie sind da. die verschütteten Berg- leute der Korsten-Zentrumsgrub« bei Beuthen in Oberschlesien. Aus dem Grab, aus der K o h l e n h ö h I e hat sie die Treue und Hingab« der Kameraden gerettet. Sie haben nicht umsonst gehofft, die Verschüttelen, nicht umsonst an ihre Kameraden geglaubt— 140 Stunden lang, 140 Stunden im Rachen des Todes. 140 Stunden in Hunger. Durst und Ver- zweiflung und Finsternis. 140 Stunden konnten sie Gewissens- erforschung halten und zurückblicken auf«in Leben voll von Sorge und Not, in Not und Sorge für Frau und Kinder, die zu Hause bereits den Vater beweinten. 140 Stunden Rückblick von drüben, hinter dem Tor des Todes. Und dennoch Zuversicht und Glauben an die Kameraden. Diese Kameraden— 140 Stunden im Wetllaus mit dem Tod! Werden sie es schaffen? Werden sie stärker sein als das Gebirge? Der Pickel fliegt, der Bohrer dröhnt, die Pulse fliegen, der Schweiß fließt in Strömen, die Kniee zittern— macht nichts, es wird> veiter gegraben— nach Menschen gegraben Kohlen gräbt man ja alle Tage, Dieses Mal aber galt und gilt es, Menschen, woniögltch lebendige Menschen aus dem Grab zu graben. Immer neu« Wider- stände wirst das tückische Gestein in den Weg, immer von neuem werden sie überwunden, weggeschafst, weggetragen, wepgensisn— 140 Stunden lang. Sie müssen durch, durch das Tor des Todes, hinter dem lebendige Kameraden warten, warten, hoffen und warten, klopfen und horchen,, ob nicht einer ist. nicht einer von den Käme- raden tief unten in der Grube, der sie hört, der sie rettet. Und tie Menschengräber graben, graben 140 Stunden laug. Sie.iberwinden den Tod. Sie holen sie heraus, aus den Armen des Todes zum Leben, aus der Nacht zum Licht, und geben den Kindern den Vater wieder, den Mann der Frau, den Freund dem Freund. Hoch klingt das Lied vom braven Bergmann der Karstengrube. Der Reichspräsident hat die Retter der Karstengrube beglück- wünscht. Mit ihm beglückwünscht sie ganz Deutschland, Glückwünichs sind aber, und wenn sie noch so sehr von Herzen kommen, nur Worte Die Rettung sollte der Regierung Veranlassung sein, auch ihrerseits et» Beispiel von Solidarität und Mitgefühl zu offenbaren Die Bergarbeiter müssen in ihrem ganzen Arbeitsverhältnis bessergestellt werden! Noch Hoffnung für die Verschütteten. Beutheu. 11. Januar. Die Rettungsarbeilen aus Karsten-Zentrum gehen mit uuver- miuderter Kraft weiter. Man ist bis acht Meter weit in der Hauptstrecke vorgekommen, so daß es nach den Angaben der Geretteten nur noch sieben Meter bis zu den nächsten verschütteten waren. Man hat die feste Hoffnung, noch mindestens zwei oder drei Mann bergen zu können. Bei der Rettungsarbeit benutzt mau ein ganz modernes Horchgerät, um Klopfzeichen besser hören zn können. Man hört dann und wann leises Geräusch, als wenn Kohle, beiseite geschafft würde. Bach dem schönen Erfolg von Sonntag ist der Geist der so heldenhaft arbeitenden Bergungsmannschafl der denkbar beste. Gerüstet zum Kampf. Versammlung der Paricirclerenicn/ 22. lanuar Sporipalasi-KundgeUung. I« den Sophiensäleu fand gestern eine �ußcrordent» lich gut besuchte Zusourmeukunst der Parteireferenten der Berliner Sozial demokratie statt. In seinen einleitenden Worten machte Genosse W e n d t darauf aufmerksam, daß der Propaganda der Nationalsozialisten in den Betrieben die schärfste Gegen- wehr entgegengesetzt werden müsse. Da die„Hibler- Leute" den Argumenten geschulter sozialdemokratischer Referenten nicht gewachsen sind, muß letzten Endes der Erfolg aus unserer Seite sein. Genosse Paul Hertz hielt ein außerordentlich auf- schlußreiches Referat, in dessen Mittelpunkt er die Fragen der Reichspräsidentenwahl, der Reparationen und der allgemeinen Wirtschaftslage stellte. Die Zuhörer folgten den Ausführungen des Redners, der mit positivem Material in reichem Maße aufzuwarten wußte» mit ge- spannter Aufmerksamkeit. Die Versammlung bewies wieder einmal, daß die Berliner Sozialdemokraten gegen jede Reaktion, von welcher Seite sie auch kommen möge, aus der Wacht sind. Sie sind sich der Tatsache bewußt, daß es sich im Kampf gegen den Nationalsozialismus um Sein oder Nichtsein der deutschen Arbeiterklasse schlecht- weg handelt. Die Berliner Parteigenossen, die besonders berufen sind, in den öffentlichen Versammlungen, in den Betrieben und wo immer es sei, für die Sozialdemokratie und damit für die Interessen der Arbeiterschaft ein- zutreten, haben vor den„geistigen Waffen" der National- sozialisten und Kommunisten keiue Furcht. Sie wissen, daß sie ihnen auf diesem Kampffelde überlegen sind. Die Zusammenkunft der Referenten war ein er- freulicher Auftakt für die große Kundgebung, die am 2 7. Januar von der Berliner Sozial- demokratie im Sportpalast veranstaltet werden wird. Dort werden die Genossen Peetro Renni- Italien, F a u r e- Frankreich, Paul L ö b e und die Ge- nossin Maria I u ch a c z sprechen. Der Kampfeswille der Funktionäre, die gestern in den Tophicnsälen versammelt waren, kann schon heute als ein sicherer Beweis dafür gedeutet werden, daß sich die Versammlung im Sport- Palast zu einer cindruiksvollen Kundgebung der Berliner Arbeiterschaft für Sozialismus, Republik und Freiheit gestalten wird! Nach einem Tagebuchroman von Karl Hans Schober erzählt von Erich Knauf Matrosen. Wir wurden auseinandergerissen und nisten jetzt verstreut auf den Schiffen. Zwiesel kam auf ein Torpedoboot im Nach- barhasen. Das größte Schwein hatten Walter und Müllach, die auf ein Torpedoboot gerieten, das festlich illuminiert zum Feinde überging, Kotzourek wollte unter Ehrenwort erfahren haben, daß der Kommandant dieses Kastens von der Be- fatzung vorher über Bord befördert worden sei. Bei dieser Gelegenheit verbrannte sich Kotzourek die Schnauze, er wurde degradiert und dem Gefangenenhaus zugeführt. Horst läßt sichs auf dem Flaggschiff gut gehen— so schreibt er wenigstens... Ich habe den Eimer, auf dem ich vier Monate lang saß, verlassen und bin als„Freiwilliger" zu den U-Booten ge- gangen. Mit ziemlicher Mühe stampft die„Nixe" durch den Hauptkriegshafen nach der Inselgruppe Brioni. Das Meer ist unruhig, und das Kielwasser wirft wütenden Gischt um den Achtersteven. Wir drehen uns nach Backbord und rollen längs der schmalen Fahrstraße durch die Barritadensperre der Schutznetze. Eine große Wolke wirft einen heftigen Regen nieder, und ich fehe drüben aus dem Lande die Menschen in die Baracken flüchten. Die„Nixe" legt an der Mole an. Auf dem Strand stehen statt der Badetabinen jetzt Holzbaracken, und die Pro- menadenwege sind zerfurcht und zertrampelt. Die Fenster des Hotel«„Palace" sind mit Brettern verschlagen, und an der Eingangspforte steht eine Pickelhaube mit aufgepflanztem t Bajonett. Wie große brütende Gluckhennen auf ihren Nestern liegen die U-Boote auf dem Wasser. Das U-Boot-Kommando ist in einer Billa untergebracht. Ich zwänge mich mit meinem Kleidersack durch die Tür und rapportiere. Aber mir wird die Tür vor der Nase zugc- schlagen:„Hier sind Offizierswohnungen! Dort hinten in der Baracke melden Sie sich." Dort treffe ich Krain, der mit mir in der Rekrutenschule war.„Serous, Servus!" Er trägt keine ausgediente Parade- uniform, eine hohe weiße Kappe, und ist dick' zum Zerplatzen. „Schaust ja lieb aus." „Bin Zuckerbäcker im Offizierskasino." „Aha! Darum!" ,T), die fressen fein.— Heut hoben sie auch Menscher da." In den Baracken stinkt es nach Teer und Karbolineum. Bon den Dächern tropft stinkende Tunke. Ich glaube, ich bin vom Regen in die Traufe gekommen Estler, ein guter Freund von Kotzourek, bestätigt mir das:„Du wirst dich wundern, schau, daß du wieder weg- kommst." Auf der großen Rasenfläche übt dos Seebataillon Ge- wehrgriffe. Der Instrukteur war früher höherer Stabs- lmteroffizier, ist jetzt als PB. �Politisch verdächtig) um die liälfte der Charge degradiert und strafweise beim See- bataillon. PB.-Leute sehe ich auch an der Küste. Ihre Kappe trägt kein Band, auch fehlt der Matrysenkragen mit dem Halsflor. Sie arbeiten mit Radehacke und Schaufel und werden auf Schritt und Tritt bewacht und kujoniert. Dort schaufelt einer Kies und Sand. Rur mit An- strengung hebt und senkt er die Schaufel. Jetzt kniet er nieder und trinkt gierig das salzige Wasser des Meeres. Wie er sich erheben will, schwankt er und bricht zusanimen. Seine Leidensgenossen springen zu ihm hin und heben ihn aus. „Alle werden wir krepieren", ruft einer in der Truppe, aber da gehen die Kommißpolizisten schon mit gefälltem Bajonett aus sie los. Mit Kolbenschlägen werden die PB.-Leute aus- einandergetrieben. Ununterbrochen rattert dort drüben der Berbrennungs- motor, um die Batterien der U-Boote mit Preßluft zu füllen. Die meterhohen Zahlen vorn auf der Bordwand spiegeln sich im Wasser, das nach dem Regen schwarz und unruhig ist. Ich und noch neun Mann sitzen in einem Boot, das wir mit langen Rudern vorwärtstreiben. Bor mir auf Achter sitzt Lutz, der Taucher. Reben ihm liegt der Tauchanzug. ß Born steht die Luftpumpe, und in der Mitte des Bootes liegen zusammengerollt die Luftschläuche. „Eins— zwei— drei— vier— eins— zwei— drei — vier." Jeden Ruderstoß zählen wir und suchen dabei das Meer nach den von den Schulbooten abgeschlossenen Tor- pedos ab. Jetzt erkennen wir auf dem Wasser ein Korkstück in der Größe eines Kochtopfes. Wir halten darauf zu. Lutz hält sich dran fest, und die Holzstiege, die am Äootsrand hängt, wird ins Meer gelassen. Wir rücken die Pumpe nach Steuerbord, rollen die Schläuche aus, und Lutz schlüpft in den dicken Wollanzug, während wir das Gummihemd be- reithalten. „Wirst net schwitzen?" „Habts a Idee", Lutz zeigte aufs Meer, ,.da unten ist es kalt." Der wasserdichte Taucheranzug aus Zelttuch, der an den Enden der Aermel und Hosen durch Gummimanschetten straff an die Glieder gepreßt wird, kommt jetzt an die Reihe, dann die Schuhe und der Helnr. Auf dem Rücken des Tauchers hängt der Apparat und Luftverteilcr. und vorn auf der Brust trägt er ein großes herzförmiges Bleistllck. Dann betritt Lutz die Stiege. „Aufgepaßt!" Bis zur Brust steht er schon im Wasser. „Ein scharfer Ruck— Gefahr, zwei Ruck— mehr Luft, drei Ruck— Torpedo gefunden, vier Ruck— Torpedo hochheben." Estler schraubt die Scheibe am Taucherhemd zu, ich reiche Lutz das lange dolchartige Messer, das er in der großen Tasche des Taucheranzugs verstaut, und dann läßt er sich rücklings ins Wasser fallen. An den aufsteigenden Luftblasen können wir seinen Gang verfolgen. Vorsichtig tastend schreftet er auf den schlüpfrigen Steinen vorwärts, gleitet aus und erhebt sich wieder. Schließlich reichen die Schläuche nicht mehr aus. Wir müssen mit dem Boot folgen. Da kommt das Signal„Torpedo hoch!" Wir ziehen und ziehen. Wie ein großer fllberner Fisch glänzt tief unten im Wasser ein Torpedo, es kommt immer höher.„Hce ruck", schon ist es an der Oberfläche. Bald liegt es im Boot. Lutz folgt wie ein geprellter Frosch. Er kommt langsam an die Oberfläche, hält sich an der Stiege fest und klettert ins Boot. Die Scheibe ist setzt los. und er atmet tief die frische Luft. Seine Schuhe sind von Schlinggewächsen über- zogen. Lachend zieht er aus der Tasche zwei große Hummer. „Aber jetzt den Wein her!" und leert die Flasche auk einen Zug.(Fortsetzung folgt.) Jugend will Frieden! Karl Zachow 60 Jahre alt. Unser sechzigjähriger Genosse Karl 3 a dhow wurde am 11. Januar 1872 in Berlin geboren. Er besuchte eine Berliner Gemeindeschule, lernte dann als Buchbinder, schloß sich schon als Bekenntnis der Berliner Jungarbeiterschaft Gegen Faschismus, für Sozialismus! junger Mann der Partei und der Gewerkschaft an, und bildete fid) Erst ant Freitag hatten die Reichsbannerleute den größten Saal des Berliner Nordens besetzt; gestern abend saß und stand der Nachwuchs der Sozialdemokratie in den Germaniasälen. Fast 2000 Jungen und Mädchen waren zu der großen Kundgebung der Sozialistischen Arbeiter- Jugend gekommen, deren Thema hieß: Faschismus ist Krieg Sozia lismus ist Friede! Referent war der Reichstagsabgeordnete Genosse Arzt aus Dresden. Diese Kundgebung, sagte einleitend der Vorsitzende Genosse Schmidt, soll der Beweis sein, daß die jungen deutschen Arbeiter ihre historische Mission erkannt haben, trotz aller Hemmnisse jedes Opfer für den Sieg des Sozialismus zu bringen. Krise und Spaltung sind auf die SAI. ohne Wirkung geblieben. Die Jugend ist weiter ihrer Aufgabe treu, den Kampf gegen den geistlosen Nationalsozialismus zu führen bis zum Sieg der sozialistischen Idee. Der nachfolgende begeisterte Gesang des Liedes: „ Wir sind die Jugend, wir sind die Zukunft" und der immer wieder hervorbrechende stürmische Beifall während der temperamentvollen Ausführungen des Referenten waren die flare Antwort der jungen Genossen. Wir sagen da, wir werden uns nicht meucheln lassen wie die italienischen Arbeiter. Wir werden der granitne Block sein, an dem sich der Faschismus die Zähne ausbeißen foll. ( Brausender Beifall.) = Genosse Arzt warnte eindringlich davor, leichtfertig mit dem Unterpfand der Demokratie zu spielen. In Italien ist wirklich teit, was in Deutschland Programm der Harzburger Front ist. Es erscheine allenfalls verständlich, daß ein Arbeitsloser, der auf einige Mark Wohlfahrtsunterstüßung angewiefen ist, sagt, was nußt mir eure Geiftesfreiheit. Aber die Aufgabe der politischen Freiheit bedeutet die Unmöglichkeit des Kampfes für die wirtschaftliche Besserstellung der Arbeiterschaft Wenn ein Diktaturregime Deutschland umklammert, gibt es teine Versammlungen mehr, in denen die Arbeiter zusammenkommen können und da werden keine Zeitungen der Arbeiter mehr erscheinen. Wir werden verdammt sein, bis ins dritte und vierte Glied, die Sklaven fetten der Diktatur zu tragen und die deutschen Arbeiter mögen immer durch Besuch der verschiedensten Unterrichts- und Fortbildungsstätten weiter. Er wurde im Frühjahr 1919 zum Gemeindevertreter in Berlin- Steglig gewählt; war vom 1. Juli 1919 Parteisekretär der USP., wurde nach Schaffung der Einheitsgemeinde Groß- Berlin zum Stadtrat des Bezirksamts Kreuzberg gewählt und verwaltete seitdem ständig das Wohlfahrtsamt und später auch das Jugendamt. Genosse Zachow wird wegen seiner besonderen Kenntnisse auf dem Gebiet der Wohlfahrtsverwaltung und seiner sozialen Gefinnung außerordentlich geschätzt. Aber seine besondere Liebe gilt der Arbeit in der Partei. Wir wünschen dem Jubilar noch viele Jahre Schaffenstraft! Wetteraussichten für Berlin: Etwas milder, wechselnd bewölkt, feine erheblichen Niederschläge, mäßige südwestliche Winde. Für Deutschland: Im Osten noch Fortdauer des meist heiteren Frostmetters; im übrigen Reiche etwas Milderung, aber nur strichweise leichte Niederschläge. eingedenk sein des Wortes Turatis, das der greise Führer des Parteinachrichten, italienischen Proletariats bei der Enthüllung des Brüsseler Matte= otti Denkmals aussprach:„ Die Freiheit weiß nur zu schäzen, wer sie verloren hat.( Langanhaltender Beifall.) Den zweiten Teil der wuchtigen Kundgebung bestritten zwei proletarische Spieltruppen: die Roten Rebellen aus Wilmersdorf, allen Genossen gut bekannt und auch gestern abend wieder freudig begrüßt, und dazu die Rote Rotte vom Prenzlauer Berg. Unfere jüngste Spieltruppe, die auf der gestrigen Kundgebung im besten Sinne ihr Können unter Beweis stellte. Groß war die Freude im ganzen Saal. Denn Gencsse Arzt sagte sehr deutlich, daß in unseren Zeiten Krieg nichts mehr mit Heldentum zu tun hat. Der nächste Krieg in Europa wird den Untergang der abendländischen Kultur zur Folge haben. Wer das weiß, hat seine ganze Kraft einzusetzen für die Befriedung der Welt. Wir haben ein Menschenalter gefämpft für den Sieg der Demokratie. Der Tod der Demokratie, wie ihn die Nazis wollen, würde den Rückfall in längst überwunden geglaubte mittelalterliche Zustände bedeuten. Die Nazis haben den Namen Deutschlands in der ganzen Welt geschändet. Es Dann erhoben sich an die 2000 Hände und stimmten damit einwar einmal unser Stolz, das Volk der Dichter und Denker genannt mütig der Entschließung der Internationale zur bevorstehenden Abzu werden. Aber zur Gewalt gehören zwei: einer, der die Gewalt| rüstungskonferenz zu. Der Gesang der Internationale beschloß die anwendet und ein anderer, der sich Gewalt antun läßt. vom Feuer der Jugend getragene Kundgebung. Die Sflaref- Kuverts. Leo Sflaref:„ Die Stadtbantdirektoren haben alles gewußt" In der gestrigen Berhandlung des Sflaret- Prozesses wurde noch einmal ausführlich die Tatsache erörtert, daß den Silareks von der Stadtbank auf vordatierte Schecks, die in verschlossenen Kuverts eingereicht und als sogenannte Wertstücke durch die Bücher gingen, von der Stadtbank Kredite in Höhe von mehreren 100 000 Mark gewährt wurden. Rechtsanwalt Dr. Pindar warf die Frage auf, ob man dieses Verfahren nicht eingeführt habe, nachdem die Revisoren die Herein nahme vordatierter Schecks beanstandet hätten, um so die Prüfungen zu erschweren. In die Kuverts konnte doch kein Mensch hineinsehen", betonte der Anwalt ,,, und außer den Sklarets und den Direftoren wußte niemand, was eigentlich darin war. Es hätte ja auch gar nichts drin sein können." Leo Stlaret: Der Gedanke mit den geschlossenen kuverts stammt doch von Hoffmann. Das wurde doch nur zur Verschleierung für die Unterorgane einführt. Wenn nichts in den Kuverts gewesen wäre, hätten wir auch Geld bekommen. Hoffmann( erregt): Von Verschleierungen fann gar keine Rede sein. In diesem Zusammenhang kam es wieder zu heftigen 3u= sammenstößen zwischen Leo Sflarek, der seine Behauptungen aufrechterhielt, und Stadtbankdirektor Hoffmann. Als Hoffmann längere Ausführungen zu seiner Verteidigung machte, sprang Leo Sklaret erregt auf und rief: Da hört doch die Weltgeschichte auf. Der Mann macht Ihnen doch hier ein Theater vor, Herr Vorsitzender. Ich kann nur nochmals sagen: Die Stadtbantdirektoren haben alles gemußt. Hoffmann kann sich ja hier ruhig Berlins Bahnhof Westfreuz" Warum Bahnhof Ausstellung umgetauft wird. Bom 15. Januar ab wird der Bahnhof Ausstellung, der große Umsteigebahnhof im Westen Berlins, den Namen„ West= freuz" führen. Damit erhält der Bahnhof einen Namen, der seiner Bedeutung besser entspricht als der bisherige, der seinerzeit mit Rücksicht auf die großen Ausgestaltungspläne für das Messeund Ausstellungsgelände gewählt worden war. Besonders während der großen Ausstellungen hat sich der bisherige Name als unzwedmäßig erwiesen, da er vielfach auswärtige Besucher, die zum Ausstellungsgelände wollten, irregführt hat. Wie die meisten Berliner, faum aber die Fremden, wissen, liegt der Bahnhof Wizleben der Ringbahn den Eingängen zum Messegelände bedeutend näher als der Bahnhof Ausstellung. Durch den neuen Namen„ Westkreuz" wird besonders auf die Bedeutung des Bahnhofs für den Umsteigeverkehr hingewiesen. Hier kreuzt die Ringbahn die westlichen Vorortstrecken nach Spandau- West und Grunewald- Botsdam. Während der Umsteige= verkehr besonders an Sonn- und Feiertagen einen gewaltigen Umfang annimmt es werden werktäglich durchschnittlich 26 000, Sonntags bis zu 100 000 umsteigende Reisende gezählt ist der Zugangs- und Abgangsverkehr nur sehr unbedeutend. Das geht auch daraus hervor, daß der Bahnhof der einzige der Ringbahn ist, der jährlich weniger als eine Million abfahrende Personen aufweist. Der Zu- und Abgang von Fahrgästen nimmt hier größere Ausmaße nur an, wenn z. B. auf der Avus Veranstaltungen stattfinden, die ein zahlreiches Bublifum anziehen. Für die Nordschleife der Avus ist der Bahnhof Westkreuz" die nächste Station.. verteidigen, er soll aber bloß nicht die Dinge auf den Kopf stellen. Wieder Bollbetrieb auf der Hochbahn. Er hat ja auch von den Sheds von Hennersdorf gewußt. Das war doch ein Delikatessenhändler, der mit Rollmöpfen und ſauren Gurken handelte. Was konnte der denn mit einer Tertilfirma zu tun haben. Auch der Mitangeflagte Buchhalter Lehmann bestätigte dies und wies darauf hin, daß Leo Sklaret beispielsweise durch Hoff mann von einer Geheimkonferenz über den Sklarek- Kredit beim Kämmerer erfahren habe. Hoffmann: Leo Stlarek erzählt hier große Geschichten, aber er vergißt immer eine Persönlichkeit, nämlich den Herrn Rosenthal. Daß der nicht angeflagt ist, ist ja eine Sache für sich. Der Kämmerer und Rosenthal waren doch eng befreundet. Vor f.: So, die auch? Was hatten denn die aneinander gefressen?( Heiterfeit.) Leo Stlaret: Keine weiteren Schäden festgestellt. Die am Sonnabend und Sonntag vorgenommene Untersuchung jedes einzelnen Knotenpunttes am Hochbahnviadukt zwischen den Bahnhöfen Hallesches Tor und Rottbuffer Tor hat zur Feststellung weiterer Schäden nicht geführt. Die bisher festgestellten Schäden liegen sämtlich dicht beieinander in einem furzen Etück der Viaduktstrecke. Daraus ist im Zusammenhang mit dem Ergebnis aller bisherigen technischen Untersuchungen zu folgern, daß auf dem übrigen Teil der Viaduktstrecke nicht einmal eine Neigung zur Entstehung ähnlicher Schäden besteht. Nach diesem Untersuchungsergebnis mird die seit Sonnabend voriger Woche angeordnete starke Beschränkung der Fahrtgeschwindigkeit nur noch auf dem kurzen von den bisherigen Schäden betroffenen Biadukt der Hochbahn aufrecht erhalten werden. Der Verkehr auf der Oststrede wird vom Mittwoch, dem 13. Januar, mit Betriebsbeginn nach einem Fahrplan gefahren werden, der wieder höhere GeIch kann ja auch noch mehr erzählen, Herr Hoffmann. Sie haben doch auch gesagt, daß vor Direktor Lehmann nicht von unserem Kredit gesprochen werden darf. Wenn der kam, sollte ich doch immer schnell einen Wig machen. Hoff- schwindigkeiten vorfieht. Die Abfangung der aussetzungsbedürftigen mann bestritt auch dies, schlug schließlich in sichtlicher Nervosität Träger sowie die Auswechslung selbst wird mit größter Beschleunidie Hände über dem Kopf zusammen und rief Leo Stlaret zu: gung durchgeführt werden. Lassen Sie mich doch endlich zufrieden. Kaffenräuber geschnappt. Mit Nachschlüffel in den Laden eingedrungen. Mit großer Dreiftigkeit drang gestern nachmittag der 28 Jahre alte Arbeiter Otto R. aus der Weinmeifferstraße in das Seifengeschäft von Wagenknecht, Pappelallee 18, ein und versuchte die Kaffe zu plündern. Frau W. hatte gegen 14 Uhr die Ladentür abgeschlossen, um in einem hinter dem Laden gelegenen Raum zu Mittag zu essen. Plöglich bemerkte die Frau, daß jemand die Tür aufschloß und sich an der Ladenfasse zu schaffen machte. Als die Frau in den Laden eilte, sah sie gerade noch, wie der Eindringling in die Kasse griff und davonlief. Die Bestohlene eilte dem Dieb nach, mehrere Bassanten schlossen sich der Jagd an. Der Kassendieb lief in das Haus Lnchener Straße 118 hinein, wo er sich auf der Bodentreppe verborgen hielt. Er konnte später von Beamten des Ueberfall fonmmandos festgenommen werden. Bei seiner Bernehmung auf dem zuständigen Polizeirepier gab R. an, daß er aus Not gehandelt habe. Er hatte sich Nachschlüssel angefertigt und wollte die gesamte Ladentasse plündern. R. hatte aber nicht damit gerechnet, daß sich die Geschäftsinhaberin in den hinteren Räumen befand, so daß er mit geringer Beute das Weite suchen mußte. | Unter Mordverdacht verhaftet. Das Verbrechen in der Loeser& Wolff- Filiale. Nach einer Hamburger Meldung sind dort in einem Massenquartier drei junge Leute festgenommen worden, die unter dem Verdacht stehen, den Raub mord am Heiligen Abend an dem Leiter der Loeser- und- Wolff- Filiale Huth ausgeführt zu haben. Wie wir von der Mordkommission Fähnrich Lehmann aus dem Berliner Polizeipräsidium erfahren, ist man hier in Berlin der Ansicht, daß die drei Festgenommenen faum als die Täter in Frage kommen. Es wird damit gerechnet, daß die jungen Burschen nach genauer Prüfung ihres Alibis bald wieder entlassen werden. Die Jungen waren dadurch in Verdacht geraten, daß sie mit einem früheren Fürsorgezögling einen eigenartigen Waffentausch vorgenommen und an zwei Tagen in Berlin etwa 100 Mart ausgegeben hatten. Außerdem ist in der Zwischenzeit ein 19 Jahre alter Melter aus Spandau verhaftet worden, der aber nach den bisherigen Nachforschungen gleichfalls aus dem mutmaßlichen Täterfreis auszu scheiden scheint. Die außerordentlich schwierige Ermittlungsarbeit der Berliner Mordkommission hat bisher leider zu feinem Erfolge geführt. Nach wie por wird noch eine Reihe von Spuren verfolgt, es sicht aber nicht so aus, als ob man des Mörders und seines Komplicen bald habhaft sein wird. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SW 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten Beginn aller Veranstaltungen 19½ 1hr, sofern keine besondere Zeitangabe! Heute, Dienstag, 12. Januar. 5. Kreis. Arbeiterwohlfahrt: Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimit. glieder ab 15 Uhr im Jugendheim Tilsiter Str. 4-5. Wirtschaftspolitische Information durch den Genossen Dr. Hans Adler. Anschließend Lieder zur Laute des Genossen Klee von der Aktuellen Kleinkunstbühne. 1 191 Uhr in der Schule Diestelmenerstraße Radioabhör- und Diskutierabend mit dem Thema Sozialismus und Eigentum". 8. Abt. 20 Uhr Funktionärsigung bei Ridert, Steinmeßstr. 36a. 85. Abt. 20 Uhr, 4. Bezirk, Zahlabend bei Bommerening, Berliner Str. 100. Referent Dr. Eberlein: ,, Das Dritte Reich". 111. Abt. 18 Uhr Funktionärsigung bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100. Rundfunkhörstunde: 19.40 Uhr beginnt die wegen des Weihnachtsfriedens" verschobene Rundfunkreihe Beltanschauungen und Eigentum" mit dem Thema Protestantismus und Eigentum" unter der vorgesehenen Leitung von Dr. Ernst Fraentel im Parteihaus; Lindenstr. 3( Bortragssaal). Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch, 13. Januar. 1. Kreis. Erwerbslosenheim Waisenstr. 18, Mittwoch, den 13. Januar geöffnet von 15% Uhr, Schallplattenfonzert. 1. Abt. Allgemeine Mitgliederversammlung im Haderen Hof, Rosenthaler Straße 40/41. Jahresbericht und Wahl der Abteilungsleitung. 2. Abt. Mitgliederversammlung bei Lohan, Brüderstr. 16. 8ippel: Die eiserne Front. Borstandswahl. Referent Paul 3. Abt. Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, Eaal 1. Geschäftsbericht und Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 4. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Belvedere, Alexanderstr. 21. Jahresberichte und Neuwahlen. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. 5. Abt. Jm Rosenthaler Sof, Rosenthalerstr. 11/12 Mitgliederversammlung. Reparationen und Arbeiterschaft. Referent Dr. Hans Cohn, Vorftandswahlen. 6. Abt. In den befannien Lokalen Zahlabende. 7. Abt. Döll, Bergstr. 70; Arend, Schröderstr. 2, Notverordnung, Referent Dr. W. Hirsch); Stube, Streliger Str. 45; Schauf, Bernauer Str. 121, Erwerbslosensieolung. Referent Dr. Gerhard Luckow; Beirau, Pflugftr. 1; Lener, Bonenstr. 19; Grimme, Kesselstr. 19; Bärwalde, Schlegelstr. 8, Rejerent Stadtrat Willi Friedländer. 8. Abt. Mittwoch Zahlabende in den bekannten Lokalen. 9. Abt. Mitgliederversammlung im Reglered, Quißowstr. 146. Referent Julius Bethge. 10. bt. 20 Uhr im Pagenhofer, Turmstr. 26, Mitgliederversammlung. Jahresberichte. Neuwahl. 11. Abt. Mitgliederversammlung in den bekannten Lokalen. Neuwahlen. 13. Abt. In den Arminiushallen, Bremer Str. Wahlen. 14. Abt. In den bekannten Lokalen Zahlabende. 15. Abt. In den bekannten Lotalen Zahlabende. 17. Abt. Zahlabende in den belannien Lokalen. Lofal Frost, Lynarstr. 2, Sozial- und wirtschaftspolitische Auswirkung der Notverordnung. Referent Genosse Hermes. 18. Abt. Rahlabende bei Kreplin, Pantstr.; Gimon, Hochstr. 42, Bor neuen Entscheidungskämpfen, Referent Theodor Kogur; Sachse, Lindower Str.; Schade, Bechliner Str.; Sorgaz, Uferstr. 12; Chemniz, Uferstr. 13. Jit alien Bahlabenden werden kurze Referate gehalten. 19. Abt. In den bekannten Lokalen. Bez. 809: Religion und Sozialdemokratie. Referent Alfr. Göze. 810. Bez. bei Tolfin, Grünthalerstr. 33. Lassalle, Marg und die politische Gegenwart. Genosse Dobecius Dziobet. 814., 817. und 818. Bez. bei Schuchardt, Christianiaftr. 116a. Bolizei und Wirtfchaft. Referent Ernst Hildebrandt. 815. Bez. bei Wiemer, Soldiner Str. 8. Politische Lage. Referentin Luise Kähler, M. d. 2. Jm Lokal Grünthalerstraße 6 bei Prondzinsti: Preußenpolitik und Preußenwahlen. Refe rentin Selene Schmig M. d. L. 20. Abt. Bei Stenzel, Echwedenstr. 13: Rampfjahr 1932 und unsere Aufgaben. Referentin Käthe Rern. Bei Wende, Koloniestr. 147: Die Sozialversiche rung nach der 4. Notverordnung. Genosse Rohde. Bei Pose, Koloniestr. 15: Pazifismus und internationale Solidarität. Referent Dr. Milian Schömann. Bei Pillner, Kolonie Ede Bechliner Str.: Sozialpolitische Aus. wirkungen der Notverordnung. Referent Stadtrat Schneider. Bei Bontfe, Schulstr. 74: Referat des Genossen Hartwig. 21. Abt. Bei Böhm, Marstr. 18: Referat des Genossen Wüft. Bei Damme, Schulstr. 24: Neue Wege zur Förderung des internationalen Gedankens. Bei Hoffmann, Seeftr. 61: Bortrag des Genossen Dr. Lewin. Bei Kroll, Utrechter Str. 21: Bolitische Situation. Referent Hanns H. Kamm. Bei Meier, Prinz- Eugen- Str. 7: Vortrag des Genossen Gron. Bei Pimpler, Nazarethkirchstr. 41: Vortrag des Genossen Achsel. Bei Reußner, Geestr. 62: Der Kampf gegen den Faschismus. Referent Genosse Jakubowicz. Bei Geefeld, Schulstr. 114: Borirag des Genossen Dahnke. Bei Scholz, Adolfftraße 12: Die Rotverordnung, Vortrag des Genossen Bittor Krüger. Bei Schrepel, Antonftr. 8: Bortrag des Genossen Seine. Scherhag u. Woitschack, Reinidendorfer Str. 20: Bortrag des Genossen Klinge. 22. Abt. Bahlabende in den bekannten Zotalen. Bei Cenkel: Die Fürsorge. pflicht der Stadt Berlin. Referent W. Friedländer. Bei Freitag: Religion und Sozialismus. Referent Hanns Altmann. Bei Loschte: Die 4. Notverordnung. Referent Genosse Frid. Bei Borkowski: Politische Lage. Referent Bernhard Krüger. Bei Boß: Unsere Stellung zum Staat. Rejerent Mag Gillmeister. Bei Rawan: Politische Lage, Marie Kunert. d. N. Bei Bartsch: Politische Lage. Referent Jodel Meier. 23. Abt. Diskussionsabende bei Benz, Seeftr. 108, Lewandowski, Sceftr. 104, Rieß, Müllerstr. 135, Grunewald, Kameruner Str. 19, Gutschow, Transvaal. straße 25, Seinge, Barfusstr. 17, Schulze, Barfusstr. 11, Boß, Barfusstr. 9, König, Otawiste. 37, Förster, Ofener Str. 14, 8ur Taube", Müllerstr. 62a, Knobloch, Müllerstr. 90. Thema in allen Zusammenkünften: Die politische Lage und die Partei. Referenten sind die Genossen 3. P. Mayer, Stein, Bührig, Hersel, Seidel, Bruno Krause, Dr. Bienstock, Lift, Sauth, Bebert, Lösche, Sabath. 24. Abt. und 24a. Die Zahlabende fallen aus; nur 3. Gruppe( Balkan) bei Wenzke, Carmen- Sylva- Sir. Boranzeige! Donnerstag, den 21. Januar, 19% Uhr, Mitglieder- Jahresversammlung für beide Abteilungen im Altersheim", Danziger Str. Abt. 24a. Alle in der Arbeiterwohlfahrt tätigen Genoffen und Genossinnen werden zu einer Besprechung für den 13. Januar, 18 Uhr, bei Wengke, Caruten- Enlva- Str. 51, geladen. 25. Abt. 20 Uhr Zahlabende bei Kramer, Cotheniusstr. 3, Berneuchener Echloß, Elbinger, Ede Werneuchener Str., Schmidt, Kurische, Ecke Kniprodeftr., Röseler, Goldaper Str. 9, Fahrenholz, Allensteiner, Ecke Esmarchstr., Hein. rich, Am Friedrichshain 6, Ede Braunsberger Str. 26. Abt. 1. Gruppe bei Heites, 2. Gruppe bei Beinlich, 3. Gruppe in den Schwedter Feftsälen. Neuwahlen. 27. Abt. Bahlabende in den bekannten Lokalen. Gaudystr. 6 Vortrag des Genossen Hanisch über: Internationale Arbeitslosigkeit. 28. Abt. In den Schwedter Festfälen, Schwedter Str. 23. Jahresmitgliederpersammlung. Bericht und Neuwahlen. Wichtige Funktionärsizung 18% Uhr im gleichen Raum. 29. Abt. Mitgliederversammlung im Altersheim, Danziger Str. 62. Recht und Wirtschaft in der Notverordnung. Referent Dr. Ernst Fald. 30. Abt. Rahlabende in den bekannten Lotalen. Die Funktionäre treffent fich pünktlich um 18 Uhr bei Pohst, Lychener Str. 108, zu einer kurzen wichtigen Besprechung. 31. Abt. Zahlabende in den bekannten Lotalen. 32. Abt. Bahlabende in den bekannten Lokalen. 33. Abt. Zahlabende bei: Hoffmann, Stralauer Allee 17. Referent Genosse Berger( weltl. Schule): Sozialistische Kulturpolitik. Lotal Miller, Cimplonftrage 31: Rommunale Jugendpflege. Lotal Päzold, Simon- Dach- Str. 24. Genoffe Alfred John: Das Programm der Nazis. Bei Lojad, Benmestr. 8. Referent Genoffe Büchner.( Neues Lokal) Wertalla, Hohenlohefte. 3. Refe rent Genosse Georg Buchmann Thema in beiden Lokalen: Die SPD. im Rampf der Gegenwart und ihre Taftit, 34. Abt. Bei Neumann, Gubener Str. 46: Politische Lage. Referent Wini Rogge. Bei Seidlik, Romintener Str. 7: Entstehung der wirtschaftlichen PASTILLEN BAYER Arzilich empfohlen zum Schutz gegen Grippe und politischen Arise. Referent Bruno Majonnet. Bei Neisch, Cadiner Straße 10: Unsere Aufgaben im Jahre 1932. Referent Heinz Löwi. 36. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 37. Abt. 1. Bez. bei 8epke, Ebertystr. 7. Bortrag des Genossen Albert Brodbed. 2. und 3. Bez. bei Jerasch, Ebertystr. 10. 4., 5. und 6. Bez. bei Raschte, Matternftr. 14. 39. Abt. Jm Baugewerkshaus:' Sozialismus oder Faschismus. Referent Dr. W. Krotoschiner. Wahl des Abteilungsvorstandes. 39a. Abt. 6 Uhr früh Zahlmorgen bei Heinrich, Friedrichstr. 212: Die finanzielle Lage des Reiches. Dr. Ernst Bock. 41. Abt. Zahlabende an bekannter Stelle. 43. Abt. Bahlabende in den bekannten Lokalen. Im Lokal Jahnstr. 15: Politische Tagesfragen. Referent Dr. Norbert Mart. 44. Abt. In der Schulaula Mariannenstr. 47, Mitgliederversammlung. Geschäftliches, Neuwahlen. 45. Abt. Gruppe Ruden, Forster Str. 9, bei Schutsch: Wirtschaftskrise und Amerika. Genoffe Tietgens. Gruppe Hohlstein, Wiener Str. 57a, Friedenshütte": Bon Hermann Müller bis heute. Referent Genosse Felgentreu. 47. Abt. 82. und 83. Bezirk bei Rorarius, Adalbertstr. 19; 97. Bezirk bei Lier, Naunynstr. 9: Politik und Wirtschaft. Referent Max Brinizer; 98. Bezirk bei Siedentopf, Muskauer Str. 35, Genosse Wendicke: Sozialdemokratie und religiöses Kulturgut in der Schule; 99. Bezirk bei Taube, Mantcuffelstr. 8: Politische Situation. Referent Mar Hendemann; 100. bis 105. Bezirk bei Lehmann, Mustauer Str. 1: Bor der Abrüstungs- und Reparationskonferenz. Referent Genosse Dr. Deutschkron. 51. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. Neuwahl der Gruppenfunktionäre. Bei Echellbach: Weg der Reparationen. Referent Valentin Hartig. Bei Holtmann: Jeziges und erstrebtes Kommunalsteuerrecht. Referent Rudolf Kallner. 52. Abt. 20 Uhr bei Rofffe, Kaiserin- Augusta- Allee 81, Abteilungsversammlung. Jahresbericht und Neuwahlen. 53. Abt. Jahresversammlung bei Last. Neuwahlen. 54. Abt. 5. Gruppe bei Möller, Franklinstr. 19.6./7. Gruppe im Jugendheim, Rosinenstr. 4. Stellungnahme zu den Neuwahlen. 56., Abt. 20 Uhr 1. und 3. Gruppe bei Liersch, Kantstr. 62; 2. Gruppe bei Instowiał, Holzendorfstr. 20. 57. Abt. 20 Uhr pünktlich Mitgliederversammlung im Schiller- Restaurant, Bismarditr. 110( unterer Gaal). Es haben nur die Mitglieder der 57. Abt. Zutritt. Mitgliedsbücher find am Saaleingang vorzuzeigen. 58. Abt. Im Rankehaus, Rankestr. 4: Grundlagen sozialistischer Kulturpolitik. Referent Ministerialrat Heinrich Becker. Neuwahl des Vorstands. 62. Abt. 20 Uhr bei Marsand, Sigung aller Abteilungsfunktionäre. 68. Abt. mahlen. 20 Uhr bei Gandmann, Westfälische Str. 42, Jahresberichte, Neu69. Abt. 20 Uhr bei Kulta, Lauenburger Str. 21: Aussprache über die politische Lage. Neuwahl des Vorstands. 70. Abt. Achtung! Neues Lotal. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Gaal des Cafes ABC, Gilngelstr. 1( Gaaleingang). Reparations- und Abrüstungsfrage. Referent Robert Breuer. Wahlen. 71. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Straß, Detmolder Straße. Jahresbericht und Neuwahl. 72. Abt. 20 Uhr bei Rosenau. Jahresbericht. Neuwahl der Abteilungsleitung. Verschiedenes. 74. Abt. Siedlung im Waldhaus, Spandauer Straße, Jahresversammlung. 74a. Abt. Milte. 20 Uhr Generalversammlung bei Schneider, Potsdamer Str. 23. Neuwhalen. 74b. Abt. Süb. 20 Uhr Jahresversammlung bei Gtodmann, Machnower Str. 2. Vortrag des Genossen Dr. Kleinberg: Justizkrise. Jahresbericht. Neuwahlen. 76. Abt. 20 Uhr bei Schilling, Königin- Luife- Straße 42, Generalversammlung. Mitteilungen, Jahres- und Kaffenbericht, Neuwahl, Berschiedenes. 77. Abt. Rahlabende in den bekannten Lotalen. Vorträge über die politische Lage. Stellungnahme zu den Neuwahlen. 78. Abt. Jm Gesellschaftshaus des Westens, Sauptstr. 30, oberer Gaal: Entstehung der wirtschaftlichen und politischen Krise. Referent Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Geschäftsbericht, Neuwahl des Vorstands, Parteiangelegenheiten. Türkontrolle. Mitgliedsbücher legitimieren. 79. Abt. 20 Uhr Jahresversammlung bei Gärtner, Inselkasino, Naumannstraße Ecke Gustav- Müller- Blas. Politische Lage. Referent Gottlieb Reese. Neuwahl des Abteilungsvorstands. Borstand und Unterkassierer eine halbe Stunde früher. 80. Abt. 20 Uhr Generalversammlung. Jahresberichte. Neuwahl des Vorstands und der Funktionäre. Mitgliedsbuch ist als Ausweis mitzubringen. 82. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. 83. Abt. Oft. Bei Bubrik, Lorenzstr. 56; Süd bei Fritsche, Berliner Str. 123b: Die 4. Notverordnung und ihre Auswirkung. Genosse Karl Bing; Weft bei Rohde, Hindenburgdamm Ede Roonstraße: Rückblick und Ausblick. Referent August Riemann. 84. Abt. 20 Uhr Jahreshauptversammlung bei Lehmann, Kaiser- WilhelmStraße 29/31. Geschäftsbericht. Neuwahlen. 85. Abt. 20 Uhr, 2. Bezirkur Linde", Werder Str. 14; 3. Bezirk bei Hennig, Friedrich- Wilhelm- Ede Manteuffelstraße. Referent Herbert Dewald: Entwidlungs und Aufbau der faschistischen Organisation in Deutschland; 5. Be zirf bei Henning, Raiser- Wilhelm- Ede Moltkestraße; 6. Bezirk Lokal Schäffer, Ringbahnstr. 12; 7. Bezirk bei Wanzlid, Oberlandstr. 1. Referent wird am Mittwoch bekanntgegeben. 86. Abt. 1., 2., 7. Bezirk bei Neumeier, Schöneberger Ede Kaiserstraße: Grund= lagen der neuen Erziehung. Referent Dr. Groß. 3. bis 6. Bezirk bei Görlik, Chauffeeftr. 19: Das Werden der deutschen Republik. Referent Dr. Mar Schütte. 8. bis 10 Bezirk bei Dhonau, Friedenstr. 6. Referent Genosse Baschen. 88. Abt. Mitgliederversammlung in der Schule Roonstraße. Neuwahlen. 89. Abt. 20 Uhr Abteilungsversammlung Lotal Rottbusser Klause, Rottbusser Damm 90. Kampfjahr 1932. Referent Franz Künstler, M. d. R. Wahl des Vorstandes. Berschiedenes. 90. Abt. Alle Bezirke in den bekannten Lotalen. Referenten u. a.: 16., 26., 27. Bezirk Genosse Weigelt; 24. Bezirk Genosse Günther; 25., 34., 35, Bezirk Genosse Bach; 30. und 31. Bezirk Genosse Dr. Haubach. 92. Abt. In den folgenden Bezirken finden pünktlich 20 Uhr Bezirksmitgliederversammlungen statt. Neuwahl der Funktionäre. Bezirke 51, 58 und 60 im Jägerheim, Bildenbruchstr. 83: Die Eiferne Front. Hans Turß. Bezirke 52, 53 und 57 bei Fiedler, Schandauer Str. 1: Radh dem Burgfrieden. Dr. A. Gurland. Bezirke 54 und 55 bei Rippert, Harzer Str. 88: Wohin führt der Weg? Herm. Schlimme. Bezirk 56 bei Fischer, Seidelberger Str. 31: Was wird aus der Sozialversicherung? Franz Rettig. Bezirke 59, 81 und 82 bei Wolff, Kaifer- Friedrich- Str. 173: Nach dem Burgfrieden. Chriftian Mähl. Bezirfe 62, 63 und 79 bei Simon, Berthelsdorfer Str. 9: Rationalisierung, Wirtschaftstrije und Blanwirtschaft. Franz Geume. Bezirke 80 und 85 bei Schwabe, Rojeggerstr. 8: Was wird aus der Sozialversicherung? Stadtrat Serm. Köhn. Bezirke 87 und 88 bei Schneider, Rosenstr. 7: Nach dem Burgfrieden. Karl Baum. 93. Abt. 83. und 105. Bezirk bei Schumann, Treptomer Str. 90. Genossin Radt: Was wird 1932 bringen? 84., 86. und 103. Bezirk bei Damm, Herzbergstraße 22. Genosse Gerhard Ott: Politische Lage. 104., 111. und 114. Bezirk bei Stola, Böhmische Str. 43/44. Friedr. Güttler: Unser Konsum. 106., 107. und 110. Bezirk bei Eintopf, Kaiser- Friedrich- Straße Ede Maresch ftrage. Referent Genosse Wagner. 108., 109. Bezirt, Barwinkel. Rurt Blen: Weltpolitische Lage und sozialistische Außenpolitik. 112., 113. Bezirk, Just, Niemekitr. 19. Referent Genoffe Scharfstädt:. 115. Bezirt, König, Aannerstr. 15. Referentin Baula Kurgaß. 116., 117. Bezirt, Barnstedt, Thüringer Ede Kannerstraße. Referent Genosse Hott. 94. Abt. 40., 69. Bezirk Lokal Kuhfeld, Lichtenrader Str. 58. 42., 66. Bezirk, Lotal Lent, Geldhower Str. 6. 67., 68. Begirt, Lotal Breuer, Schillerpromenade 39. 71., 94., 95. Bezirk, Lokal Schröder, Steinmenstr. 52. 97., 98. Bezirt, Lotal Kwella, Oterftr. 15. 70., 93., 96. Bezirt, acht Tage später Lotal Rwella, Oferstr. 15. Alle Zahlabende Referat: Einschulung der Kinder in die weltliche Schule. 95. Abt. Bei Friedersdorf, Jägerstr. 3, Abteilungsversammlung. Geschäftsund Kaffenbericht des Borstands, der Obleute und Revisoren; Wahl des Vorstands; Verschiedenes. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. 96. Abt. Abteilungsmitgliederversammlung bei Meißel, Jonasstr. 25. Ein Bolt in Not. Referent Genosse Dr. J. Moses, M. d. R. Neuwahl der Abteilungsleitung. 97. Abt. Bahlabende in allen Bezirken in den bekannten Lokalen. Neuwahl und Abteilungsangelegenheiten. 99, Abt. Rahlabend in allen Bezirken. 147. und 148. Bezirk bei Ramlow, Brik, Chauffeeftr. 10: Wirtschaftsfragen. Dr. Hans Adler. 152./153. Bezirk, Berfammlungsraum Sannemannstr. 40. Referent wird am Mittwoch bekanntgegeben. 154. und 155. Bezirk, Jdeal- Halle am Buschrosenplag. Sannemannftraße. 156. bis 159. Bezirk bei Trinkam, Bürgerstr. 48/49. 160. Bezirk bei Discher, Buckow, Chauffcestr. 12. 99a. Abt. 149. Bezirk in der Schule Parchimer Allee: Rückblick und Ausblick. Referent Karl Dressel. 150., 161., 162. Bezirk, Lokal Budow- Ost, Rudower Straße 35. Referent Frik Ohlig. 151. Bezirk im Buschfrug, Rudower Straße 56: Borbei am Dritten Reich. Referent Arthur Rachow. 101. Abt. 1. Bezirk im Lokal Graegstr. 1: Kommunalpolitische Tagesfragen. Referent Paul Robinson. 2. Bezirk bei Manz, Kiefholzstr. 221. Referent Genosse Eggert. 3. Bezirk bei Wüstenhagen, Graegstr. 49: Politische Lage. Referent Genosse Martwig. 4. Bezirk bei Döhling, Riefholz- Ede Elsenstraße: Politit 1932. Referent Genosse Falkenberg. 5. Bezirk, Beermannstraße 10: Sozialdemokratie und Kulturpolitik. Referent Kurt Luce. 6. Bkezir an bekannter Stelle Vortrag. 103. Abt. 1. und 4. Bezirk, Lokal Knappe, Westendstr. 18. 2. und 3. Bezirk, Lokal Krause, Tabbert- Ecke Siemensstraße. 5. und 6. Bezirk, Lokal Winkler, Wilhelminenhofstr. 82b. 9. und 10. Bezirk, Lokal Trompter, Luisenstr. 1. 11. und 12. Bezirk, Lokal Emmerich, Wilhelminenhofstr. 64. In allen Zahlabenden Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. 104. Abt. Wahlen. 105. Abt. Im Ratskeller, Bismarckstr. 58: Wirtschaftsfragen. Referent Genosse Sülßner. 20 Uhr bei Kubat, Brückenstr. 15, Generalversammlung, Berichte, 106. Abt. Am 13. findet teine Mitgliederversammlung statt, sondern am 20. Januar. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 108. Abt. Die Zahlabende fallen in diesem Monat aus. Donnerstag, 14. Januar, Funktionärversammlung bei Förster, Flemmingstr. 11. Stellungnahme zu den Neuwahlen. 108a. Abt. Dammvorstadt. Bei Klose, Mahlsdorfer Str. 1, Referat des Genossen Galle: Kommunalpolitik; und Stellungnahme zu den Neuwahlen. Dammvorstadt südlich der Bahn in der 6. Volksschule, Gesangssaal, BorgmannStraße, Referat des Genossen Küster: Kommunalpolitik; und Stellungnahme zu den Neuwahlen. 109. Abt. Im Stadttheater" am Marktplaz, Generalversammlung. Jahresbericht; Neuwahl der Abteilungsleitung. Andenten stets in Ehren halten. Die Trauerfeier hat bereits am Montag, 11. Januar, stattgefunden. 117. Abt. Unsere Genoffin Frida Hentsch e I, Wilhelmstr. 46, ist plöglich verstorben. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, 12. Januar, 14 Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde statt. Treffpunkt 14 Uhr am Eingang. 136. Abt. Freitag, 8. Januar, verstarb unser Genosse und Zahlabendwirt Otto Rodel, Sansastr. 13. Die Einäscherung findet heute, Dienstag, 12. Januar, 13% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. Der Borstand. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin " Gewerk. Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendsekretariat Berlin SB 68, Lindenstraße 2, vorn 1 Treppe rechts. Heute, Dienstag, 12. Januar. Artonaplag: Elisabethkirchstr. 19: Jahresmitgliederversammlung. schaftshaus: Röpenider Str. 92: Radio- und Schallplattenabend. Köllnischer Park: Waisenstr. 18: ,, Ernährung der Stadt Berlin". Rosenthaler Borstadt: Tiedstr. 18, Hof: Erlebnisse eines Auswanderers". Brunnenplay: WiesenEde Pantstraße: Jahresmitgliederversammlung. Gesundbrunnen: Gotenburger Str. 2, Schule: ,, Der Weltkrieg und seine Lehre". Humboldthain: Putbusser Str. 3: Arbeitsgemeinschaft. Norden: Lorgingstraße: ,, Tagespolitik". Schillerpart: Schöningstr. 17: Jahresmitgliederversammlung, Wedding: Willdenowstr. 5: ,, Bub und Mädel". Bedding- Rord: Turiner Ede Geestraße: ,, Tagespolitit". Wedding, R. F.: Willdenowstr. 5: Die Geschichte der Arbeiterbewegung". Arminplag: Sonnenburger Straße, Zimmer 4: Rundfuntvortrag. Balkan: Mandelstr. 2: Kampfliederabend. Helmholzplay: Danziger Str. 62: Was wollen Nazis und Kommunisten?" Rordosten 1: Danziger Str. 62: ,, GPD. und Wehrfrage". Weißensee: Parkstr. 36: ,, Frau im Dritten Reich". Südwest: Lindenstr. 4: ,, Unsere Gruppe in der Vergangenheit und Gegenwart". Reichenberger Biertel: Reichenberger Str. 66: ,, Musit aller Länder". NeuSteglig 1: Albrechtstr. 47a: ,, Unsere Jahresarbeit 1932". Tempelhof: Weltwirtschaftskrise". Brig: Chausseestr. 48: ,, Proletarische Dichtfunst". Neukölln 1: Sander- Ede Hobrechtstraße: ,, Terrorgruppen der KPD." Neukölln II: Steinmegstr. 94: ,, Gefahr aus dem Osten". Neukölln III: Biethenstr. 58: Jahresmitgliederversammlung. Neukölln IV: Kanner Straße: Reukölln VI: Treptower ,, Entwicklung der Arbeiterbewegung", I. Teil. Straße 95-96: Jahresmitgliederversammlung. Neukölln VII: Karl- MarrSchule: ,, Einheitsfront?!" Neukölln VIII: Rütlische: Jahresmitgliederversammlung. Neukölln IX: Schierkestr. 44: Kameradschaft Freundschaft Liebe". Reutölln X: Bergstr. 29: ,, Wirtschaftsprogramm USSR." Neukölln XI: Flughafenstr. 68: ,, Geschichte der Partei", 1. Teil. Treptow: Elsenstr. 3: ,, Aktivierung der Gruppenarbeit". Köpenid 1: Spielabend. Köpenid II: Dahlwiger Str. 15: Wie Gott erschaffen wurde?" Karlshorst: Der Flugverkehr". Lichtenberg- Nordwest: ,, Wie diskutiere ich mit politischen Gegnern?" 119. Abt. Bei Wegener, Frankfurter Allee 236. Referent wird am Mittwoch beReinidendorf- Oft: Lindauer Str. 1, Barade: ,, Arbeiten im neuen Jahr". tanntgegeben. Bei Klucke, Scheffelstr. 10.. Politische Lage", Referentin Wittenau: Margarete Schentalowski. Bei Schmidt, Landsberger Chauffee 11. Boli- egel: Schöneberger Str. 3: Wie und wozu" Sozialpolitik?" Hauptstr. 13( Schule): Kampfliederabend. Karow: Frundsbergstr. 9: Fürtische Situation", Referent Willi Wolff. forgeerziehung". Banton I und II: Reform- und moderne Kleidung". Niederschönhausen: Lindenstr. 47: Boltspolizei im Boltsstaat". 110. Abt. Mitgliederversammlung um 20 Uhr im Lokal von Werner, BerlinGrünau, Köpenicker Str. 125. Vortrag über: Die politische Lage. Referent wird am Mittwoch bekanntgegeben. Aussprache. Neuwahlen der Abteilungsleitung und der Funktionäre. Barteiangelegenheiten. Verschiedenes. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. 111. Abt. 20 Uhr Generalversammlung bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100. 115. Abt. 19 Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula, Kronprinzenstraße: Notverordnung und politische Lage. Referentin Mathilde Wurm, M. d. R. Neuwahl der Abteilungsleitung. Buchkontrolle beim Eingang. 117. Abt. Abteilungsversammlung in Kerns Festfälen, Türrschmidtstr. 45. 118. Abt. Gruppe Grabant bei Bögel, Sophien- Ecke Friedrichstraße. Die 4. Notverordnung", Referent Mar Fechner. Gruppe Blumberg bei Tempel, Gudrunstr. 7. Gruppe Pöhl bei Hartmann, Irenen- Ede Rosenfelder Straße. Gruppe Mier bei Schade, Normannen- Ede Ruschestraße. 〃 120. Abt. 20 Uhr Jahreshauptversammlung bei Tempel, Prinzenallee 45. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 121. Abt. Jahresgeneralversammlung an bekannter Stelle um 20 Uhr. Jahresbericht, Neuwahlen. 122. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Porath, Marzahner Str. 31. 124. Abt. Mahlsdorf- Höhe bei Jakob, Lemkestraße. Der Fünfjahresplan", Referent Oswald Zienau. Mahlsdorf- Ort bei Anders, Bahnhofstr. 35-37. Entwicklung des Faschismus", Referent Dr. Mischler. Siedlung Teil I im Lokal Nordstern", Hönomer Straße. Politische Situation", Referent Dr. Eberlein. Siedlung Teil II bei Schmidt, Marienburger Straße. 128. Abt. Bei Griffel, Kaiser- Friedrich- Str. 15. Wirtschaftskrise", Referentin Nora Hente. Bei Lehmann, Mühlen- Ecke Maximilianstraße. Demokratie und Klassenkampf", Referentin Minna Todenhagen. Bei Graffe, Kissinger Straße 11. ,, Entstehung der wirtschaftlichen und politischen Krise", Referent Kurt Heinig, M. d. R. Bei Bader, Kissinger Str. 4. Sowjetrußland", Referent Dr. Salomon Schwarz. 129. Abt. 1. bis 4. Bezirt im Sängerheim, Florastr. 93. Politische Lage", Referent Genosse Rista. 5. bis 8. Bezirk im Türkischen Belt", Breite Straße. ,, Krise in Wirtschaft und Politit", Referent Emil Barth. 9. Bezirk bei Neumann, Mendelstr. 17. Nazipartei und wir." 10. Bezirk bei Mandel, Galenusstraße. ,, Reparationen und Arbeiterschaft", Referent Wolfgang Schwarz. 130. Abt. 20 Uhr bei Schulz, Piniusstr. 60, Abteilungsversammlung. 131. Abt. 20 Uhr pünktlich Mitgliederversammlung im Lokal Sanssouci, Nordend, Kaiser- Wilhelm- Straße. Berichte und Neuwahlen. Das Parteibuch ist vorzulegen. 132. Abt. 20 Uhr bei Klug, Dorfstr. 2, Mitgliederversammlung. 133. Abt. Bei Rähne, Berliner Str. 39. Borstandsbericht und Neuwahlen. 134. Abt. Mitgliederversammlung bei Göpfert. Neuwahl des gesamten Vorstandes. 136. Abt. Bei Steinbach, Arofaer Allee. ,, Wirtschaftskrise und politische Lage", Referent Hans Bauer. Bei Hoffmann, Mart- Ecke Holländerstraße. Politische Lage", Referent Dr. Alfred Korach. 137. Abt. Bahlabende: 1., 2., 3., 8. und 9. Bezirk bei Mattern, Eichbornstr. 94. 4., 5., 6., 7., 10. und 12. Bezirk Boltshaus, Scharnweberstr. 114. 11., 13. und 14. Bezirk bei Heese, Berliner Str. 73. 138. Abt. Im Lotal Auguste- Bittoria- Str. 34, 20 Uhr. ,, Der Dienst der Polizei im Boltsstaat", Referent Rarl Dobberahn. 139. Abt. Schulzendorf. Siedlung am Bhi. Heiligensee in der Kantine der AEG. Referentin Lisa Albrecht. 1., 3. und 4. Bezirk im Lokal ,, Zur Fischerhütfe" Schlieperftr. 42, Ede Spandauer Straße. 2., 5., 6. und 7. Bezirk im Lofal Echache, Berliner Ecfe Veitstraße. 8., 11. und 12. Bezirt im Lokal Roßbach, Schloßstr. 23. Auf allen Zahlabenden Vorbereitungen zur Neuwahl. 140. Abt. Im Lokal Woitschach, Ernststr. 1, Mitgliederversammlung. Berichte, Neuwahl der Abteilungsleitung, Borteiangelegenheiten, Berschiedenes. 140a. bt. 20 Uhr bei Seefe, Berliner Str. 73, Abteilungsgeneralversammlung. Geschäfts- und Kassenbericht, Neuwahlen. Einlaß nur gegen Vorzeigung des Parteimitgliedsbuches. 141. Abt. Bei Hoffmann, Edelweißstr. 5, Generalversammlung. 143. Abt. Der Bahlabend am 13. Januar fällt aus: Am 20. Januar Hauptversammlung. Neuwahlen. 5. Kreis. Freitag, 15. Januar. Arbeiterwohlfahrt: Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimite glieder im Heim Tilsiter Str. 4-5. Lichtbildervortrag des Genossen Rari Schroeder über Das Schidsal des Arbeiters in der Dichtung". Beginn 15 Uhr. Frauenveranstaltungen. 120. Abt. Heute, Dienstag, 12. Januar, 13 Uhr, zwangloses Beisammensein mit Kaffeetochen im Lotal des Reichsbanner- Schießplages Upstallweg, gegen den städtischen Sportplägen. Kinder und Männer sind willkommen. Liederbücher find mitzubringen. Zepernid, Röntgental. Frauenabend am 14. Januar, 20 Uhr, bei Meisel, Bahnhofstraße. Thema: Schule und Familie", Referentin Herta Gotthelf. Arbeiterbildungsschule. 11. Kreis. Rursus: ,, Aufbau und Aufgaben der Partei", Gottlieb Reese. Jeden Donnerstag, Restaurant Will, Martin- Luther- Str. 69. 6 Abende, Hör geld 1,50 M. Beginn 14. Januar. 20. Kreis. Abt. 140a Wittenau: Berichtigung! Der Kursus Käthe Kern fängt, wie ursprünglich angekündigt, am 14. Januar in der Neuen Schule, Hauptstraße, an. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 102. Abt. Nach langem, schwerem Krantenlager verschied unser Parteigenosse Rilian Wolf, Köpenider Landstraße. Genoffe Wolf war langjähriger Partei- und Gewerkschaftsfunktionär und werden die Genossen sein sagt der Bär? Was ПЕПЕЛ 1 SSG. Reinickendorf: Löns- Abend. Werbebezirk Westen: Rosinenstr. 4: Jahresmitgliederversammlung. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37-38, Hof 2 r. Kreuzberg: Der nächste Heimabend des Jugendzuges 22 findet erst am 25. Januar statt. Ort wird durch Blockführer bekanntgegeben. Neukölln- Briz: Vortrag Mittwoch, 13. Januar, 19% Uhr, Heimabend Jugendheim Bergstr. 29. Reinidendorf, Kameradschaft Freie Scholle: Mittwoch, 13. Januar, 19% Uhr, Generalversammlung im Schollenkrug. Deutscher Arbeiter- Sängerbund, Gau Berlin. Geschäftsstelle: P. Schneider, Berlin NO. 55, Hufelandstr. 31. Männerchor Fichte- Georginia 1879. Das Rundfunksingen findet nunDIDIS mehr am Donnerstag, 14. Januar, statt. Uebungsstunde fällt aus. Die Gänger müssen spätestens 18 Uhr im Funthaus, Masurenallee, anwesend sein. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Westen. GeneralversammIung im Nationalhof, Bülowstr. 37, 20 Uhr. Jahresbericht, Neuwahl des Vorstandes. Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Berlin- Süden. Donnerstag, 14. Januar, 20 Uhr, bei G. Krüger, Grimmstr. 1. Polizeisportverein Berlin, e. V., Abt. Einheitskurzschrift. Regelmäßige Uebungsabende Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags im Polizeischulgebäude, Sannoversche Str. 28-30, 2. Gtod, Zimmer 10, 19 Uhr. Anfänger- Fortbildungs- Redeſchriftturse. Auch für Zivile. Der nächste Anfängerturfus beginnt Anfang Februar. Die Jugendliga für Menschenrechte veranstaltet am Freitag, 15. Februar, 20 Uhr, in der Aula der Friedrich- Werderschen Oberrealschule, Beinmeisterstr. 15 ( U- Bahn Weinmeisterstraße), cine Versammlung mit dem Thema Bolitit und Sport" Referenten: Seing A. Natan und Sportredakteur Karl Roppchel. Gäste gegen Erstattung des Untostenbeitrages willkommen. " Deutsche Landsmannschaft der Provinz Bosen, Groß- Berlin, e. V. Monatsfigung Donnerstag, 14. Januar, 20% Uhr, in der Kindl- Brauerei, Neukölln, Hermannstr. 214-219. 1 Freie Arbeiter- Stenographen vereinigung Groß- Berlin. Anfängerkurse in Reichskurzschrift: Osten- Lichtenberg: Heute, Dienstag, 12. Januar, 20 Uhr, Gemeindeschule Scharnweberstr. 19. Norden: Gemeindeschule Schulstr. 93, Freis tag, 15. Januar, 19% Uhr. Nordosten: Gemeindeschule Senefelderstr. 6, Freitag, 15. Januar, 20 Uhr. Südosten: Gemeindeschule Reichenberger Str. 67-70, Donnerstag, 14. Januar, 19% Uhr. Neukölln: Karl- Mart- Schule, Kaiser. Friedrich- Str. 209-210, Donnerstag, 14. Januar, 19% Uhr. Südwesten: Gemeindeschule Gneisenaustr. 7, Freitag, 15. Januar, 191 Uhr. Dauer der Kurse 15 Doppelstunden. Die Anmeldung erfolgt am ersten Uebungsabend in den genannten Bezirken: Weitere Auskunft, auch über Fortschrittsturse in Vertehrs- und Debattenschrift, erteilt Artur Theisen, Borsigender, Berlin- Tegel, Brunowstr. 47 I. Der Inventurverkauf der fonfumgenossenschaftlichen Warenhäuser( Berlin S., Oranienstr. 164/165; Berlin M., Reinickendorfer Straße 21; Berlin D., Frankfurter Allee 60; Berlin N., Brunnenstraße 188-190,( Spezialhaus für Herrenbekleidung) zeitigte in der ersten Woche durchaus günstige Ergebnisse, die um so höher einzuschätzen sind, als gerade bie Mitgliedschaft der Verbraucher organisation, die sich zu 95 Proz. aus Arbeitern, Angestellten und fleinen Beamten zusammensetzt, am schwersten von der Kauftraftschwächung betroffen wird. Der Verlauf des Inventurverkaufs bestätigt die schon in früheren Jahren gemachte Erfahrung, daß die fonfumgenossenschaftlichen Käufer Qualitätswaren bevorzugen, in denen die tonsumgenossenschaftlichen Warenhäuser weitestgehende Preisherabsegungen haben Platz greifen lassen. In der zweiten Inventurverfaufsmodh e merden sicher noch viele Genossenschaftsmitglieder Beranlassung nehmen, ihre Warenhäuser zu befuchen; die wirklich vorteilhaften Angebote in allen Abteilungen lohnen den genossenschaftlichen Hausfrauen das ihren Warenhäusern entgegengebrachte Interesse. JUNO 6 20 JUNO Berlin JOSETTI JUNO raucht uno JUNO 330 Waller Analole �er/Ich: täglich großer WUtvembaii Draußen in öcr Vorstadt liegt da»„Gelelischastehaus zu den drei Lilien", in einer ganz durchschnittlichen und artigen Straße, die sich durch nichts als eben diesen Tanzsalon von anderen Straßen unterscheidet. Ein kleiner Vorgarten mit nicht eben gepflegten Lauben, farbige Lampen und ein großes Plakat verkünden, daß sich hier die reifere Jugend, bestehend aus Damen und Herren aller Altersstufen und Stände, zu Geselligkeiten zusammenfindet. Spezio- lität jeden Dienstag und Freitag VsUodungstanz. Dreihundert Schritte weiter braust der Verkehrslärm der Weltstadt, blinken moderne und mondäne Warenmagazine, blüht das Tempo, der Glanz die Not. die wunderbare Organisation und der Irrsinn der Welt stadt... Findet man hier eine Idylle von einst? therzlichteit, Lachen, Freude an einfachen Dingen? Oder-r was ist es sonst? Kassierer ist«in abgebauter Lauchredner, ein weißhaariger, einst bekannter Artist, der alles, was er einmal besaß, verloren hat. Nur nicht seinen Humor. Mit dessen Hllfe erteilt er Eintrittskarten, gute Ratschläge, Trostworte für die Schüttternen und väterliche Ermahnungen an die allzu„Taschen", die Kecken, die Weiteroberer ihres Zeichens. Sein Mundwerk steht überhaupt nicht still... Kommt gerade kein neuer Gast, so spricht er mit bereits Anwesenden über ihre Aussicht in puncto Liebe, Freundschaft, Ehe und Glück.„Na, Fräulein Niedlich! Eigentlich sind Sie ja noch'n bißchen jung! Aber woll'n mal ein Auge zudrücken. Fünfzig Pfennig, bitte, einschließlich Garderobe und Verlobung. Ja, ja, drüben im Saal ist viel los, lauter hübsche junge und auch ältere Herren Kavaliere. Die älteren geben eher einen aus. Fräulein, be> stimmt! Hallo, Kailchen! Nee. deine Braut ist heute nicht da, kannst ruhig reinkommen. Ja. fünfzig Pfennig mußt du trogdem bezahlen. Dafür ist aber heute auch die Auswahl groß... Wie, Sie wollen schon gehen? Kein Platz— aber, aber, wer wird denn so schnell seine Chancen aufgeben! Hier der Kellner hat noch auegezeichnete Plätze, nicht wahr, Fritz? Na also! Sie haben doch fünfz'g Pfennig bezahlt, warum soll'» die in die Luft gepfeffert sein— bei den Zeiten! Ist nichts da. sagst du, Luise? Aber, mein Kind, kommt noch, kommt später Du hast doch noch immer einen abgekriegt."— Nicht alles, was er erzählt, ist von der Zensur erlaubt. Aber in dieser Gegend des menschlichen Lebens oersteht man Spatz! Bis zur Theke passiert man einen langen Gong, seitlich von Boxen eingefaßt, in denen die Paare in mehr oder minder zärtlichem Zahnlücken einem Jüngling mit Sommersprossen, rotem Haar und einem Kopf in Kürbisform auf viel zu kurzem Halse zu, als er ihr den neuesten Witz aus dem Babierladen erzähtt:„Ach, du süßer Mann!" und klapst ihm kokett das Ohrläppchen, das die Größe eines Nestau- rationspfanntuchens hat. An den Ecktischen finden D o l I b a rt o e r s a m m- l u n g e n st a t l. Die drallsten Mädchen, scheinbar auch die jüngsten, was hier so ungefähr fünfundzwanzig Jahre alt heißt, sitzen bei diesen soliden Semestern beim Bier oder Grog, zuweilen gar bei einer Flasche Wein und reagieren schon hauefraulich.„Das sind ältere Herren mtt gesichertem Einkommen", erklärt mir der Artist schmunzelnd.„Die begehrtesten Besucher unseres streng reellen Etablissements/ Die vernünftigen Damen halten sich da ran: sie wissen, daß sie ein ruh ges Familienglück erwartet. Das sind auch oft richtige Witwer, mit K nd. die nicht so Gelegenheit haben, auf andere Art Damen kennenzulernen, und sich wieder verheiraten morHen. wenn sie die Richtige finden. Sonst kommen hier.die ewig U n- oerheirateten, die nicht mehr allein bleiben wollen." „Sie wollen mir doch nicht erzählen, daß tatsächlich Ehen hier ihren Anfang nehmen? Wenigstens nicht mehr als in jedem anderen Lokal auch..." „Bitte!" sagt er beleidigt und deutet aus die Wand. Dort hängt dicht an dicht eine Reih« schwarzer Rahmen. Unter Glas sieht man Briese, von Handschriften aller Art, geübten und knorrigen, ge- schrieben. Und kann also lesen. „Bestätige auf Wunsch gern, daß ich meine Frau lm Gesell» schaftshau» drei Lilien kennenlernte und nun glücklich mtt ihr oerheiratet bin. Ewald Schulze. Kontorist." „Meine Frau Lora tanzte zuerst mit mich in den Lilien. Denn haben wir uns verlobt, und nun gsheirat und haben zwei glückliche Kinder. Gerne kommen wir manchesmal nach an die Stätte unserer ersten Liebe. Paul Pring. Straßenbahnschaffner." Zahllos sind die Zuschriften, und zum Zeichen, daß sie tatsächlich echt sind, ist jede einzelne mtt dem Briefumschlag und dem genauen Absender oersehen. Der am Freitag hier tagend« Sparklub„Ehe- glück" wohl der beste Geschäftetrick für ein solches Lokal— um- faßt 73 solcher Leute, die ihr Lebensglück hier begründet haben.(Die schon wieder Geschiedenen haben keinen Klub der Enttäuschten ge- gründet— auch solche Statistik wäre lehrreich!) Eines steht fest: es ist gemütlich und fidel. Die Tanzenden singen die Schlager mit: wer einen Kuß wagen will, der wird dabei nicht gestört: die Preise sind niedrig: das Vergnügen ist handfest— denn wer hier eine Frau findet, der weiß, was er hat' die schlanke Linie ist nicht aktuell. Mögen es nur von Natur aus Bescheidene sein, mögen Resignierte, die es auf tausend andere Arten oersucht haben, hier einmal Ausschau nach dem Lebensgefährten hallen, man ist derb und frischweg, aber niemand wird ausfallend oder grob. Der Wirt hält strenges Regiment! Und es gibt wenigstens eine Stätte, wo kein Schein regiert, wo nicht alles„Aufmachung" und„Ausstattung" ist, wie in der City! Die Leute werden nicht durch vornehmes Getue oder wirkliche Vornehmheit gehemmt: sie können fein, wie sie sind. Wer schief ist. der ist es eben— er kann immer noch eine treue und tüchtige Frau mit einer Narbe am Halse finden, und das Mädchen ohne Mitgift, die das heiratsfähige Alter längst erreicht hat. hier begegnet sie einmal dem soliden Handwerker, der ein paar starke Arme und lachende Augen zu schätzen weiß! Der Witwenball hat seine Ausgaben wie ledes andere Vergnügen. tlr. ns 079 fragliche Qroleske/ Ton Walter Qalderl 22 Jahre lang hatte der alte Peter Grieß sein Achtel in der Staatslotterie gespielt. Es war ihm nicht leicht gefallen, von dem schmalen Einkommen, das er als Bürodiener hatte, jeden Monat das Los zu bezahlen. Er hatte sich das Geld abgespart, hatte sich kaum einmal ein Glas Bier oder eine billige Zigarre geleistet. Seine �te nr 1��e.�c.'e'nan�lCr, f'6ST1 UIt� k1® genießen. Oer Saal, i Kollegen hatten ihn ausgelacht, wenn er von seinem Lotterielos eine Art reichlich niedriger Diele, ist ausgeschmückt mit Papier girlanden, goldgerahmten und altersschwachen Spiegeln und Wand- Malereien, teils Leda mit dem Schwan, teils Venus die Schaum- geborene, teils Amor mit dem Pfeil und Bogen darstellend. Auf einem Podium hat die Musikkapelle Stellung bezogen und feuert von dort aus, nicht gerade zielbewußt, was die Richtigkeit der Ton- skalen betrifft, jedoch mit genügendem Auswand an Kraft und Mut Noren per Violine, Klavier, Trompete oder bei anderen Tänzen, mtttels Piano. Schlagzeug und Akkordeon in die Menge, die sich, dicht an dicht, Backe an Backe, Zahn an Zahn, vorüberdrängt und sich im sogenamsn Tanz« wiegt. Jawohl, h'er wird noch getanzt, „gefcherbelt", wie es einst hieß, links rum und holterdipo'.tsr, mit stampfenden Schritten, mit schwitzenden Stirnen, glühenden Augen und roten Armen der„Witwen" Hier tanzt man noch„Trink'n wir noch ein Tröpfchen aus dem kleinen Henkeltöpfchen!" und„Glüh- vürmchen, flimmere!", und am Sonnabend, am sogenannten „Modernen Abend", ist das Neueste vom Neuen,„Schöner Gigolo". „Madame Yvonne" und die Elisabeth mit dem langen Kleid. Denn was einmal in des Volkes Herz gedrungen ist. das fitzt da fest für alle Ewigkeit! Außerdem gibt es geheimnisvolle Vorschriften für den Tanz— so löst sich das Paar, tanzt umeinander herum und hebt dabei den Zeigefinger der rechten Hand in Nasen- höhe des Partners. Das, so habe ich nach vieler Mühe in Erfahrung gebracht, stellt so eine Art Voroerlobung dar: folgt die Dame diejem„Wink" ihres neuen Bekannten, so„sind sie einig". Hier finden noch die Schieten und Buckligen ein Gespans! Der Witwenball gleicht die Ungerechtigkeiten der Natur aus. Er führt einen Mann mit gekrümmtem Rückgrat zu einer Frau mit zu kurzem Bein. Das Mädchen mit der schiefen Nase, das sich entschlossen hat, das achtunddreißigste Jahr ihres Lebens nun nicht mehr unverheiratet herannahen zu lassen, flüstert zwischen ihren und von dt.n Hoffnungen, die er daran knüpfte, erzählte. Denn der alte Peter Grieß, der so nüchtern und phantasielos aussah, hatte manchmal ausschweifende Träume. Wenn er eines Tages das große Los oder irgendeinen anderen größeren Gewinn erwischen sollte, dann würde er sich ein kleines Häuschen kaufen und sich ausruhen... 22 Jahre hatte das Glück ihm nie gelacht, kaum gelächelt, wenn es ihm ab und zu ein Frellos hinwarf. Dann kam die Krisenzeit mit dem Lohnabbau, der auch die paar Marl des alten Grieß nicht oerschonte. Und gleichzeitig wurde bei der Lotterie der Lospreis erhöht! Sollte man da noch weiter spielen? Peter hatte e» versucht, hatte fünf Monate lang kein Glas Bier getrunken, keine Zigarre geraucht, war weite Strecken zu Fuß gegangen, anstatt zu'fahren, nur um jeden Monat die fünf Mark für das Los erübrigen zu können. Mit ungeheuren Hoffnungen hatte er in der Zeitung die Gewinnliste verschlungen. Mit dem großen Los war es wieder nichts gewesen, aber es blieb ja noch die Prämie von öOOlXX) Mark im Gewinnrade! Am letzten Zishungstage war er selbst zur Lotterieverwaltung hingegangen, vielleicht um mit der Stärke seiner letzten Hoffnung das Glück zu beeinflussen. Vergeblich! Nur um vier Einer war die Nummer des Glücksloses von seiner Nummer entfernt gewesen! Da beschloß er, sein Los aufzugeben. Nach langer Ueberlegung hatte er den Beschluß gefaßt. Vorsichtshalber war er noch zu einer Wahrsagerin gegangen und hatte sie nach den Aussichten seines Lotterieloses gefragt.„Ihr Lotterielos wird Ihnen nur Unglück bringen," hatte die moderne Pythia ihm gesagt. Das hatte ihn beruhigt. Als der Lolleriekollekteur ihm das Los für die neue Ziehung zusandte, hatte er es zurückgeschickt. Gern hätte er die Nummer seines alten Loses vergessen, aber wenn man 22 Jahre lang dieselbe Nummer im Geiste herumgetragen hat, geht das nicht. Alexander von Sacher-Wlafoch: eilt ßilUß �tlfluUdT „Beamte des Arbeitsamtes Lichtenberg fanden auf dem Hof des Amtsgebäudes einen allen, defekten Kinderwagen, in dem sich ' ein etwa acht Wochen altes, in Stroh eingehülltes Kind befand. Die Beamten übergaben ihren Fund der Säuglingsfürsorge." Woran dachtest du, junge Mutter, als deine Hand den kleinen Wagen losließ? Du sahst dich wohl ängstlich um, ob keinem dein Gehaben aus- fiel, ob niemand deine enteilenden Schritte vernahm? Da es heller Tag war, als du es tatest, trafst du viele Menschen. Sahst du ihnen in die Augen, hobst du frei den Kopf, recklest du deine Glieder wie von einer Bürde besrett? Ich kann es nicht glauben. Denn es schrie jetzt und war ganz allein. Sein kleines Stimm- chen erhob sich über die grauen Mauern des Anttsgebäudes, wie ein heimatloser Vogel, flog dünn und fern über all den Straßenlärm, die Stimmen fremder, eilender Menschen, das Kreischen plumper Straßenbahnwagen, flog über die Stadt. Und das Stimmchen, das noch nichts von sich wußte und nun vereinsamt war in der weiten Welt, hatte sich ausgemacht, um nach deinem Herzen zu suchen. Du liesst fort und tauchtest unter im Heer der viereinhalb Millionen. Niemand kannte dich von den Gesichtern, die dein Blick streifte, von den Augen, die dich durchfuhren, Mutter des Kindes, da» auf dem Hof zurückblieb. Und während du liefest, liesst du fort von dir und fühltest dumpf: du muhtest unterliegen im Wettlaus mtt dir selbst. Sorge und Armut sind mtt dir, denn wer sein Kind in einen „alten, defekten" Kinderwagen legt, ist nicht gesegnet mit Gütern. Liebe ist in deinem Herzen. Denn du wußtest, daß Stroh warm- hält, und packlest das Kind sorgsam in Stroh, damit es nicht friere. Ueber dem Hof stand die bleiche Novemdersonne und der Wind fegte Staub und Mörtelstückchen über die Dächer hinweg. Mager« Sper- ling« hockten am Dachfirst, sie lärmten vor Hunger und äugten auf da» Stroh herab, das über dem Kind war. Und das Schicksal des Kinde» war noch völlig ungewiß. Frost und Hunger konnten es ereilen, ein Zufall konnte verhindern, daß die Menschen es fanden. Und wenn sie es fanden, würde das erste Augenpaar, in das e« blickte, voll L'ebe auf ihm ruhen? Vielleicht streifte es nur ein gleichgültiger Blick und es wurde, einer lastigen Pflicht genügend, einfach weitergegeben, denn es sst doch so, nicht wahr, man muß zuständig sein, um etwas tun zu dürfen in dieser Stadt. Da traten zwei Männer aus dem Arbeitsamt in den Hof und fanden das Kind. In des Kindes Augen fpiegett« sich das Licht des fahlen Novembertages und einer der Männer nahm es freundlich auf und trug es in das Haus. Wie ein schwerer Regen prassellon die Sperlinge in den Hof herab und fielen über das Stroh her... Groß ist die Not der Zeit. Ich weiß es. Denn in den Nächten liege ich wach und denke an morgen und übermorgen und auch mir singt ein dünnes Stimmchen von Hunger, der gestillt werden will. Wenn ich darüber nachdenke, was dich dazu getrieben haben kann, dein Kind zu verlassen, wüßte ich tausend Antworten darauf. Mit soviel Armen greift die Not heute an des Menschen Herz. Und dennoch, sind nicht zwei Arme stärker als tausend? Und wenn es nur dünne Kinderarme sind, die unsicher durch die Luft tasten, nach Brüsten suchend, um sie festzuhatten. Wir haben den schrecklichsten Krieg erlebt. Kain erschlug Abel, Abel mordete Kain. Wir atmen vergiftete Luft und errichten Mauern aus Worten, die den Bruder vom Bruder trennen. Wir frieren, wir hungern, wir haben keine Kohlen für den Winter, wir find arbeitslos. Ein Gespenst geht durch die Straßen der großen Städte, die Saat der Zwietracht ist aufgegangen und die Herzen sind bis an den Rand gefüllt mit Bitterkeit. Und so verstehe ich alles, was geschieht. Die Zeitungen sind voll von den Taten der Menschen. Nur emes, verzeihe mir, Mutter, verstehe ich nicht: deine Tat. Ich kann es nicht fassen, daß man die dünnen Arme losläßt, die sich lange Monate über dem Herzen regten, im eigenen Leib. Ich kann es nicht fassen, daß man diesen kleinen Körper der Ungewißheit preisgibt, auch nur minutenlang. Denn selbst dort, wo kein Ausweg mehr war, gab es den Weg des offenen Bekennens. D e Hände, die dein Kind aus deinen Händen empfangen hätten, würden ihre Fremdheit verloren haben. Denn die Menschen sind, wer wüßte es besser als du, sehr gleichgültig und wollen die Tat. Sie sind sehr gefangen im Alltag, im Kreis ihres eigenen Lebens und nur eines wird sie immer bewegen, das sie selbst als ihr Heiligstes erkennen: die Liebe einer Mutter. Hast du daran gedacht? Ich kann es nicht glauben. Geh hin und bekenne d'ch zu deinem Kind, liebe Mutter, und du wirst größer sein als jene, die glauben, dich oerachten zu dürfen. Aber er nahm sich vor, nie wieder die Gewinnliste anzusehen. Und diesem Vorsatz blieb er treu Es ging leichter, als er gedacht hatte. Bis er sich eines Tages— es war im Monat der Haupt- ziehung— seine neu besohlten Schuhe vom Schuhmacher abholte. Der Meister wickelte ihm die Schuhe nach allem Brauch in eine Zeitung ein. Zu Hause packte Peter sie aus und wollte schon das Papier zerknüllen und wegwerfen: da fiel sein Blick zufällig auf eine Ueberschrift:„2lX) OOO-Mark-Gewinn gezogen."„Das geht mich nichts mehr an," dachte der alte Peter, aber er sah doch noch einmal hin. Und da sah er die Nummer, auf die der Gewinn gefallen war: 45 679. Wie ein Blitz durchzuckte es ihn: seine Nummer! Die Schuhe und das Papier entfielen feinen Händen. Eine halbe Stunde lang faß er wie betäubt da, dann fing er an zu weinen, und dann packte ihn eine wilde Wut. Am liebsten hätte er seine ganze ärmliche Wohnungseinrichtung zertrümmert. Ein paar Porzellanbüchsen mtt den Aufschriften„Sago",„Geriebene Semmel" und„Hirse" mußten daran glauben Aber dann beherrschte er sich. Er fegte die Scherben zusammen— er hielt seine kleine Iunggesellenwohnung selbst in Ordnung— und zog seinen besten Anzug an Dann ging er fort: das erstemal seit einem halben Jahr, daß er abends aus- ging. Die Nachbarn staunten und munkelten allerhand Vermutungen, zu denen auch der Lotteriegewinn gehörte... Peter Grieß fuhr mtt der Straßenbahn in das Zentrum der Stadt und ging in«in großes Bierlokal, das er vor Jahren einmal mit Verwandten besucht und seitdem nur von außen bewundert hatte. Er bestellte sich eine Portion Gänsebraten und ein großes Glas Münchener Bier— beides Sachen, von denen er fett Jahren träumte. Langsam und mtt Genuß aß und trank er. Nach dem ersten Glas Bier bestellte er ein zweites und drittes und nach dem drttten Glas Bier einen Kognak. Nach dem Kognak kratzte er sein Geld im Portemonnaie zusammen und bezahlte. Man schrieb erst den Zwanzigsten, und von seinem Gehalt blieb fast nichts mehr übrig! Aber darum machte sich der alle Grieß keine Sorgen, zum ersten Male in seinem Leben. Mit weichen Beinen und einem Schleier vor den Augen ging er durch die belebten Straßen der Innenstadt. Er hielt sich am Rande des Bürgersteigs und kam alle Augenblicke in Gefahr, unter ein Automobil zu geraten. Plötzlich sah er durch den Schleier hindurch seine Nummer vor sich: 45 679! Sie stand am Nummernschild eines Privatautos, das sich in mäßiger Fahrt näherte. Ohne zu wissen, was er tat, sprang der alte Peter auf den Fahrdamm und ging mtt auegebreite- ten Armen seiner Nummer entgegen. Der Herr, der am Steuer des Autos saß, hupte dreimal, und als der sellsame Alte nicht bei- seite ging, bremste«r�und brachte den Wagen zwanzig Zentimeter vor Peter Grieß zum Stehen. Jetzt tat Peter etwas, was ihm keiner und er sich selbst auch nicht zugetraut hätte: mit einem Ruck schwang er sich auf den Kühler de» Autos, setzte sich rttttings wie auf ein Pferd darauf und fing an, mtt beiden Fäusten wie ein Besessener auf den Mann am Steuer loszuschlagen. Die Schutzbrille ging in Scherben.„Meine Nummer, mein« Nummer!" brüllte Peter unauf- hörlich und versetzte dem Autofahrer einen mächtigen Hieb nach dem anderen. Passaitten rissen ihn von dem Auto herunter und übergaben ihn einem Polizisten, der ihm Handschellen anlegen mußte, denn er brüllte immer noch„Mein« Nummer, meine Nummer!" und schlug wie will» um sich. * Peter Grieß sitzt seit Monaten in tiner Cinzelzelle der Irren- anstall und ist noch nicht wieder zum Bewußtsein gekommen An die Wände hat er mtt Suppe und mit Schmutz in hundertfacher Aus- führung die Nummer 43 679 gemalt. Und jedesmal, wenn ihn jemand nach dem Sinn dieser Zahl fragt, verfällt er wieder in Tob- sucht und schreit:„Meine Nummer, meine Nummer!" Die moderne Pythia hat recht beHallen: die Lotterienummer hat ihm Unglück gebracht. Die kleinst« pholonavhische Kamera. Der Wunsch, das Innere des Menschen phtographieren zu können! hat den Arzt Dr. Falenz in Chikago dazu gebracht, die kleinste vhotoaraphische Kamera zu konstruieren, di- es je gegeben hat. Der kleine Apparat ist„m Schlauch einer Magenpumpe befestigt, und der Patient, dessen Ma- gen photoaraphiert werden soll, f+st-ckt die'-en Apparat zus'mmen mtt dem SrHauch hinunter. Der Apparat besteht aus zwei Teilen, und zwar sst in dem einen ein« klein«, aber sehr krästm« elektrische Lamve annebracht, die ein käst«? Li-H von 12 OW Kerzen ausstrahlt, lei dem di« photographifche Aufnahme vor sich geht. Es können aui einmal bis zu acht A'strabmcn auf dicse Weise gemacht werden. Die Bilder sind Zentimeter hoch und breit und müssen natürlich verarößert werden,«he sie zu Studienzwecken benutzt wevdsn können. Nr. 1749. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Die Regelung der Zinsen. Drei Abkommen zwischen sieben Bankengruppen. Nach wochenlangen Verhandlungen zwischen dem Bankenkommissar Dr. Ernst und den Spiken verbänden der Banken, Sparkassen und Genossenschaften ist jetzt das Zinsabkommen unterzeichnet worden. Wie die Notverordnung vom 8. Dezember 1931 die Kapital zinsen zwangsweise herabgesetzt hat, so bezmedten die Berhandlungen des Bantenkommissars mit fämtlichen Kreditinstituten eine Regelung der Zinspolitik für Leihgelder im Sinne dieser Notverordnung, also einen allgemeinen Zinsabbau. Der Vertrag zwischen den Spitzenverbänden der Kreditinstitute zerfällt in drei Teile. Das erste Abkommen stellt einen sogenannten Mantelvertrag dar, in dem sich die sieben Spizenverbände, und zwar der Zentralverband des Banken- und Bantiergewerbes, der Deutsche Beamten- Genossenschaftsverband, der Deutsche Genossen schaftsverband, der Deutsche Sparkassen und Giroverband, die Freie Vereinigung der Arbeitnehmerbanken, der Reichsverband der landwirtschaftlichen Genossenschaft( Raiffeisen), sowie der Verband der öffentlich- rechtlichen Kreditanstalten verpflichten, bei der Hereinnahme von Geldern bestimmte Höchstzinsfäße nicht zu überschreiten. Die Höchstsätze für Habenzinsen werden auf Grund eines besonderen Abkommens zwischen den Spizenverbänden festgesetzt. Dieser Höchst zinssatz besteht in einem sogenannten Normalzinssaß, der dem Reichskommissar vom zentralen Kreditausschuß zur Genehmigung mitgeteilt wird. Normale Spareinlagen sind höchstens zu diesem Normalzinssatz zu verzinsen. Er beläuft sich auf 4 Proz. Für Kündigungsgelder, ganz gleich welcher Art, darf der Zinssatz nur 1 Proz. über dem Normalfaz liegen. Der zentrale Kreditausschuß setzt sich aus den sieben Spizen verbänden zusammen. Jeder Verband hat eine Stimme, unabhängig von der Bedeutung der einzelnen Berbandsmitglieder. 211e Bea schlüsse sind einstimmig zu fassen. Kommt eine Einigung nicht zustande, so liegt die Entscheidung bei dem Reichs fommissar. Als Unterorganisation find örtlich zuständige KreditTiefstand beim Stahltrust. Weitere scharfe Produktions- und Umsatzschrumpfung. Der theinisch- westfälische Stahlfruit, die Bereinigte Stahlwerke A.-G. in Düffeldorf, veröffentlicht jetzt den üblichen Quartalsausweis für das letzte Vierteljahr 1931. Dieser Abschnitt stellt das erste Quartal des ab 1. Oftober laufenden neuen Geschäftsjahres 1931/32 bar. ausschüsse in den einzelnen Bezirken errichtet. Diese Ausschüsse sind berechtigt, für ihren Bezirk Abweichungen von den Höchftzinsfäzen nach unten festzusetzen. Eine Abweichung der Höchstzinssätze nach oben ist nur durch den Reichskommissar zu genehmigen. Für eventuelle Streitfälle wird bei den örtlichen Kreditausschüssen Schlichtungsverfahren durchgeführt. Außerdem sind für die Habenzinssätze noch Sonderregelungen für Genossenschaften, Privatbankiers und fleine Banken getroffen worden, Dienstag, 12. Januar 1932 Ein neuer Wirtschaftsskandal. Schwere Borwürfe gegen Verwaltung des Norddeutschen Llond. Erst jetzt erfährt die Deffentlichkeit, daß schon Anfang Dezember vorigen Jahres ein Aktionär des Norddeutschen Lloyds gegen die Berwaltung dieser Gesellschaft Strafanzeige erstattet hat. Die Bormürfe gehen dahin, daß sich die Verwaltungsmitglieder auf Kosten der Gesellschaft( also der Aktionäre) Vorteile verschafft hätten und daß die Lage der Gesellschaft in der Bilanz für 1930 falsch dareingestellt sei. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen, so daß die Vermutung gerechtfertigt ist, daß die Berfiöße nicht ganz so harmlos sind, wie eine Erklärung der NordlloydVerwaltung es darstellt. Bier Fälle unterstehen der Untersuchung. die ganz oder teilweise Habenzinsen von ¼ bis ½ Proz. über den Normalzinssatz gewähren dürfen. Diese Grundsätze murden von dem Bantenkommiffar selbst festgelegt, da in dem zentralen Kreditausschuß keine Einigung zustande kam. Die bis zu einem Jahre geliehenen Gelder sind in jeder Höhe frei, da man von dem Gedanken ausging, daß diese Gelder bereits den Bedingungen des Kapital marktes und nicht mehr des Geldmarktes unterliegen. Ein weiteres Abkommen sieht die Regelung der Zinssätze für die ausgeliehenen Gelber, also der Debeizinssätze vor. Wie der Bankkommissar Dr. Ernst in einer Pressekonferenz auseinandersetzte, hat man sich bei den sogenannten Debetzinjen nicht für einen Höchstzinssatz entschließen können, da für die einzelnen Kreditinstitute die Lage zu unterschiedlich ist. Man hat sich vielmehr entschlossen, den Kreditinstituten die Wahl zu überlassen, ihre Zinsen in Gestalt von Nettozinsen oder getrennt nach Sollzinsen und Kreditprovision zu berechnen. Werden die Bedingungen für ausgeliebene Kredite nach Sollzinsen und Kreditprovision berechnet, so soll der Zinssatz fich im allgemeinen an den Diskontsag der Reichsbank anlehnen. Erhoben werden die Zinsen nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Kredit. Die Höhe der Brovisionen wird mit Braz. im Monat, also 2 Broz. jährlich, festgesetzt. Es würde sich also danach immer noch eine Gesamtbelastung von 10 Proj. Zinjen bei Bankkrediten ergeben, eine Belastung, die für die gegenwärtige 3eit als außerordentlich schwer anzusprechen ist. als sie bisher schon durch die Kartell- und Händlerorganisation der Eisenwirtschaft gegeben war. Die Gewährung des Treurabatts beweist, daß die Eisenpreise von vornherein schon mehr hätten gejenti werden fönnen, als es geschah. Ein Fiasko Schieles. Die falsche Futtergetreidepolitik und die ungenügenden Roggenvorräte. Roggenvorräte. Diese Zeit vom Oftober bis Dezember stand unfer einem denkbar ungünftigen Stern. Abgesehen von der weiteren Wirtschaftsschrumpfung hatte die Diskussion über die Notwendigkeit einer Eisenpreisfenkung die gesamte Händlerschaft zu vorsichtigster Dis- jährige Getreidepolitik der Reichsregierung friti position veranlaßt, so daß von zwei Seiten zugleich ein Drud auf die Werksumfäße ausgeübt wurde. Hätten die vom Stahltrust maßgeblich beeinflußten Eisensyndikate von sich aus einen fühlbaren Preisabbau durchgeführt und nicht erst den 3wang durch die Notverordnung abgewartet, so hätte zweifellos ein wesentlicher Teil des neuen Umfaßrüdganges aufgefangen werden können. Gegenüber dem vorhergehenden Quartal ist die Kohlenförderung weiter um 6 Proz. auf 3,96 Millionen Tonnen, die Kotsproduktion sogar um 14 Proz. auf 1,06 Millionen Tonnen und die Roheisenerzeugung und Stahlproduktion fogar um 20 bis 23 Proz. auf 602 000 bzw. 633 266 Tonnen gefallen. Auch der Belegschaftscbbau, der beim Stahltrust im Laufe der letzten anderthalb Jahre geradezu verheerenden Umfang angenommen hat, war im letzten Quartal noch nicht zum Stillstand gekommen. Rund 14 500 Mann wurden in dieser Zeit entlassen. Damit ist die Gesamtbelegschaft bei den Bereinigten Stahlwerken auf 84 512 Mann gefunken, nachdem zum Jahresende 1930 noch rund 121 000 Mann und in der letzten Konjunkturphaje, im Sommer 1929, 176 207 Manu beschäftigt waren. Die Umfäße find gleichfalls gegenüber dem vorhergehenden Quartal von 188,8 auf 144,3 millionen gesunken, nachdem in dem entsprechenden Quartal 1930 und 1929 noch Umfähe von 233,7 bzw. 356,2 millionen erzielt worden waren. Von dem Umfaß entfallen knapp 83 Millionen auf das Inland und 61,4 Millionen auf das Ausland. Die Auftragsbestände Ende Dezember stellen sich auf 44 Proz. der im Monatsdurchschnitt 1930/31 vorhandenen Auftragsmengen. Die neueste Vorratsstatistik gibt denen recht, die die dies fiert haben. Die Roggenvorräte betrugen am 15. Dezember 1931 nur noch 2,7 Millionen Tonnen gegen 4 Millionen Tonnen am 15. Dezember 1930. Die Weizenvorräte maren am Stichtag ebenso hoch wie im Vorjahre. Die Gerstenvorräte lagen mit 1,4 Millionen Tonnen um 100 000 Tonnen höher als 1930, und schließlich sind in diesem Jahre die Vorräte an Hafer mit 4,3 Millionen Tonnen 100 000 Tonnen niedriger als im Vorjahre. Die Sozialdemokratie hat angesichts der schlechten Roggenernte schon seit Monaten gefordert, daß die Futtergetreide einfuhr möglichst erleichtert wird, um jede Verjütterung von Roggen zu vermeiden und um die Erzeugungskosten der Viehproduzenten, die schwer unter den niedrigen Fleischpreisen leiden, zu senken. Biel zu spät hat die Reichsregierung dieser Forderung entfprochen und dazu noch in völlig unzureichender Weise. Erster Fall: Die Bremer Reederei- Bereinigung A.-G., an der der Nordlloyd maßgebend beteiligt ist, hätte mit Unterstützung des Nordlloyd starte Aktienfäufe vorgenommen; die Entwertung dieser Aktien müßte schließlich zu Verlusten beim Nordilond führen. Die Verwaltungserklärung gibt zu, daß die Reedereivereinigung zum Zwecke des Auffaufs von NordlloydAttien gegründet sei, daß der Nordlloyd selbst aber nur 36 Broz. des Kapitals befize und feine Forderungen an diese Gesellschaft habe. Bleibt die Frage, ob nicht etwa Bürgschaftsverpflichtungen des Nordlloyd für die hohen Schulden der Reedereivereinigung bestehen. F 3weiter Fall: Die Opposition bet der Deutschen Südsee- Phosphat A. G., in dessen Aufsichtsrat der Präfident des Nordlloyd, Heineken, saß, ist vom Nordlloyd aufgetauft worden. Die Verwaltung erklärt, daß feine begründeten Regreß ansprüche gegen die Nordland- Vertreter bestanden hätten, was aud) die Opposition anerkannt hätte. Warum dann der Aufkauf? Hot sich nicht die Opposition gerade dieses Anerkenntnis bezahlen lassen? hier scheinen tatsächlich Gelder der Nordlloyd- Gesellschaft zugunsten einzelner Verwaltungsmitglieder aufgewandt zu sein. Der dritte Fall betrifft die Bilanz vom 31. Dezember 1930. Der Nordlloyd hatte Forderungen gegen den bremischen Staat in Höhe von 20 Millionen Mark und Schulden an die Danatban in Höhe von 7 Millionen Mart. Für die Bilanzietung hat man aber Buchungen über Scheinzahlungen vorgenommen, durch die die Banfschulden verschwanden und die Forderungen entrungen an den bremischen Staat als„ Bankguthaben" aufgeführt. sprechend niedriger erschienen. Außerdem hat man diese FordeAls Erklärung für diese merkwürdigen Aufrechnungen gibt die Vermaltung an, daß sonst die Nordlloyd- Bilanz als zu liquide"(!) erschienen wäre. Nach dem Bilanzstichtag sind die Echeinbuchungen wieder berichtigt worden. Der vierte Fall bedarf am dringendsten der Aufklärung. Er erinnert an Vorgänge bei Schultheiß. Sechs Leute der Nordlloyd- Bermaltung, die Generaldirektoren Stimming und Gläffel und einige Aufsichtsratsmitglieder( darunter die aus dem NordmolleStandal bekannten Konjul Strube und Senator Bömers) bildeten ein Konsortium und kauften im April und Mai 1930 NordlloydAftien auf eigene Rechnung. Als die Kurse fanfen, sollen fie die Aktien der Nordland- Gesellschaft zum Ankaufspreise übertragen haben. Später tauschte der Norddeutsche Lloyd diese Aktien gegen ein Batet Hansa- Aktien aus, wobei er einen weiteren Verlust erlilt. Diese Aktien sind in der Bilanz für 1930 nicht als Effekten, sondern als Bankguthaben(!) ausgewiesen, ein schwerer Verstoß gegen die Bilanzierungsvorschriften. Die Verwaltungserklärung zu diesem Punkte ist sehr gewunden. Die Verwaltungsmitglieder hätten bei dem Verkauf der Nordlloyd- Aktien nur 5% Broz. zu viel erhalten( sie haben also mehr als dem Börsenkurs entsprach erhalten!). Man hätte dadurch das Hochtreiben des Bärsenkurses. vermeiden wollen. Und weil der Umtausch gegen die Hansa- Aktien über die Bremer Staatshauptkasse erfolgte, seien die Effekten als Bankguthaben ausgewiesen worden. Aber einmal ist die Staatshauptkaise teine Bank und zweitens hatte man feine Forderung auf Bargeld, sondern auf Effekten! Wie die Aufklärung auch ausfallen mag auch aus diesem Fall geht hervor, wie bedenklich weit in Bremen die Staatsfinanzen mit den Privatintereffen einzelner Unternehmungen verzwidt waren. Und daß in Deutschland die Wirtschaftsführer ihre Privatgeschäfte vielfach über die beherrschte Gesellschaft und sehr oft auf deren Kosten machen, das scheint auch beim Norddeutschen Lloyd nicht anders gewefen zu sein. Jetzt wird das Fiasko der Futtergetreidepolitit durch die Statistik des Deutschen Landwirtschaftsrats erwiesen. Da die Roggenernte in diesem Jahr um 1 Million Tonnen geringer war als im Vorjahr, 1930/31 aber zufäglich 800 000 Tonnen Eosinroggen verfüttert wurde, ergibt sich für dieses Jahr ein zuschuh um die Wohnungs- und Bauwirtschaft. bedarf von mindestens 500 000 Tonnen Roggen. wären die Grenzen rechtzeitig für die Einfuhr von Gerste und Mais geöffnet worden, so hätte der Getreidezuschußbedarf Deutschlands allein durch die Einfuhr an diesen billigeren Futtergetreidearten gedeckt werden können. Jetzt ist dies nicht mehr möglich. Der Bund Deutscher Mietervereine gegen dieNotverordnung Devisenkredite der Reichsbank verlängert erfolgen. Die verfehlte Futtergetreidepolitik bedeutet einen glatten fährden muß. Der Abbau einer Steuer wie der Hauszins Was wird Frankreich tun? Der Berwaltungsrat der Bant für Internationale Zahlungen( B33.) hat den Bankpräsidenten ermächtigt, den der deutschen Reichsbant gewährten, am 4. Februar 1932 fälligen 25- Millionen- Dollarkredit für einen Zeitraum bis zu drei Monaten zu erneuern, wenn die anderen am Kredit beteiligten Notenbanken ihren Anteil zu den gleichen Bedingungen verlängern. Neben der BIZ. haben die Bank von England, die Bank von Frankreich und die Federal Reserve Bank of New York ebenfalls je 25 Millionen Dollar für den Gesamtkredit von 100 Millionen Dollar gegeben. Die aufgeregten französischen Kommentare zu Brünings Erflärungen über die Reparationen lassen es möglich erscheinen, daß die Bank von Frankreich die Verlängerung des Kredites an die deutsche Reichsbant verzögern wird. Treurabatte der Eisenverbände. Berschärfter Gebietsschuh. Bom Stahlmertsverband wird mitgeteilt, daß die Eifenverbände den Händlern, die bis zum 31 Januar nur beut Thes Eisen beziehen, eine Sondervergütung( Treurabatt) gewähren, die bei Bandeisen 6 Mart, bei Stabeisen, Formeisen, Universaleisen und Grobblechen 5 Mart und bei Halbzeug 3 Mart je Tonne ausmachen soll. Die Gewährung dieses Treurabatts hat eine noch stärfere Beherrschung des inländischen Marftes und eine noch schärfere Fernhaltung der ausländischen Konkurrenz zum Ziele, Die Einfuhr von mindestens ½ Million Tonnen Roggen fann bei der infolge der allgemein schlechten Roggenernte entstandenen Knappheit am Weltroggenmarkt nur zu steigenden Preisen voltswirtschaftlichen Verlust. Da eine wesentliche Preissteigerung des Roggens über seinen jezigen Stand infolge der Brotpreistlaufel ausgeschlossen ist, ganz abgesehen davon, daß auch jebe Verteuerung des Brotes in der jezigen Zeit untragbar wäre, wird es notwendig sein, um den Roggenbedarf bei gestiegenen Weltmarktpreisen ohne Preiserhöhung auf den Inlandsmarkt decken z können, den Roggenzoll zu fenfen. Um den Roggeneinfuhrbedarf aber möglichst niedrig zu halten, ist es weiter notwendig, nochmals eine Erleichterung der Futtergetreideeinfuhr vorzunehmen, denn nur, wenn der Preisunterschied zwischen Futtergetreide und Roggen vergrößert wird, werden die Landwirte sich veranlaßt sehen, statt des eigenen Roggens Gerfte und Mais zu verfüttern. Wir fördern daher noch einmal vor allem Senfung der Maismonopolpreise. Mais ist das billigste Getreide auf dem Beltmarkt und deshalb muß die notwendige Einfuhr an Futter getreide im Interesse volkswirtschaftlicher Ersparnisse in erster Linie auf dem Maismarkt gedeckt werden. Daneben muß aber auch die Einfuhr an Gerste erleichtert werden Nur auf diese Weise ist es möglich, die durch die kurzsichtige Politik des Reichsernährungsministers in Unordnung geratene Getreidebilanz wieder einiger maßen mit möglichst geringen Verlusten für die Allgemeinheit in Ordnung zu bringen. Die Kohlenumlage des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats wurde für Dezember 1931 weiter auf 3,94 gegen 3,72 m. im November erhöht. Bei der Verbrauchsbeteiligung erhöht sich die Umlage von 1,73 auf 1,83 m. i Die in der Reichsorganisation Bund Deutscher Mietervereine zusammengeschlossene Mieterschaft wendet sich in einer Entschlie= Bung an das deutsche Volt, weil mit der vierten Notverordnung die Reichsregierung eine Richtung eingeschlagen habe, die eine gesunde Wohnungs- und Bauwirtschaft aufs schwerste ge= Steuer zugunsten der Hausbefizer stelle feine Maßnahme dar, die durch den Artikel 48 zu rechtfertigen sei. Er sei nur der geschickten Ausnugung der politischen Lage durch die Wirtschaftspartei zu danten. Mit den Zielen der Preissentung sei es unvereinbar, das Ende des Mieterschußes fchon für 1933 anzukündigen und darüber hinaus den gesamten Gewerberaum schon ab 1. April 1932 aus dem Mieterichuk herauszunehmen. Die Reichsregierung nehme mit den Vorschriften über die Berwendung der noch aufkommenden Hauszinssteuer unserer Wirtschaft die Mittel zur Neugestaltung der Wohnungswirtschaft. Sie mache damit die Ankurbelung der übrigen Wirtschaft geradezu unmöglich. Die deutsche Mieter= fchaft fordert Mieterschutz mit weiterer Senkung der Altbaumieten, eine gerechte, dem Inflationsgewinn des einzelnen Grundstuds Rechnung tragende Hauszinssteuer und eine gesunde Neubau wirtschaft mit tragbaren Mieten. New York fucht 90 Millionen Dollar, um die im Januar fälligen Schulden abbeden zu können Die Banken machen Schwierigfeiten und verlangen eine Umgestaltung der städtischen Unter nehmungen zu größerer Rentabilität. Der Bürgermeister James Walker drohte den Banken mit der Ausgabe einer direkten Stadtanleihe, um die Fortführung der Stadtgeschäfte zu ermöglichen und die New- Yorker Bevölkerung vor Hunger zu schüßen. Der Schuhhandel meldet für den Weihnachtsmonat gegenüber November eine Umfaßsteigerung. Gegenüber dem Weihnachtsmonat 1930 ist aber ein wertmäßiger Monatsrückgang von 20 bis 25 Bros. eingetreten. Obst und Gemüse Apfelsinen......... 3 Ptd. 0,46 Jaffa- Apfelsinen... 3 Pt. 0,65 Mandarinen... 2 Ptd. 0,55 Tafeläpfel...... Pid. von 0,24 Rosenkon!. 2 Ptd. 0,25 Rot- oder Weisskohl Ptd. 0,06 Wirsingkohl............ Ptd. 0,06 Wurst. waren Gekocht. Schinken 4, Ptd. 0,29 ff. Leberwurst.......... Ptd. 0,98 Mettwurst n. Brschw. Art, Pid. 0,88 Wiener Würstchen.. Ptd. 0,95 Fleischwurst Pid. 0,68 Zervelat od. Salami..Ptd. 1,05 Russ. Gänse 0,58 gefroren....... Pfd. von Wolgahühner 0,70 gefroren....... Pfd. von Suppenhühner 0,68 frisch....... Billige 500 LEBENSMITTEL immer frisch! immer out! Mengenabgabe vorbehalten.- Verkauf soweit Vorrat. Fleisch u. leichtverderbliche Die Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Bestellung von 5,00 Mark an. Preise nur Dienstag u. Mittwoch. Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Frisches Fleisch ....... Schweinebauch o, Big, Pfd. 0,60 Schweineschinkom.Bein, Pid.v. 0,68 Schweineblatt o. Blg.... Pfd. 0,68 Schweinekammo. Blg., Pfd. 0,78 Schweineschuft o. Blg. Ptd. 0,78 Schweinekotelett Pfd. von 0,86 Kassler mild.. .Pfd von 0,78 Rückenfett bratfertig... Pid. 0,56 Eisbein m.Spitzbein, gepok., Ptd. 0,54 Kalbskammo. Blg., Pfd. von 0,54 Hammelvorderfl. Pid. von 0,68 Suppenfleisch..... Pid. von 0,50 Bratwurst Berliner Art... Ptd. 0,84 Schweineköpfe m. Backe, Pfd. 0,30 Schweinenieren. ...... Pid. 0,64 Euter... ..Ptd. 0,22 Rinderbacke o. Knochen, Pid. 0,34 Rinderherzen...... Rinderlunge Hammelvorderfieisch ..Ptd. 0,38 Pfd. 0,28 ..Pfd. von 0,44 gefroren See- und Flussfische * Grüne Heringe 3Pt. 0,44 * Kabeljau go.K., Lg. Ptd. 0,24 * Schellfisch... Pid 0,24, 0,18 * Seelachs gr. a.K, Lg. Pld 0,24 * Rotbars............ Pta 0,28 * Kabeljaufilet..... Pd. 0,36 * Leb. Karpfen Ptd. von 0,78 * Lebende Bleie Ptd. v. 0,28 * Lachs gefroren......... Pta 0,35 * Zander gefroren..... Ptd. 0,35 * Salzheringe.10 Stück 0,48 " la allen Häusern ausser Andreasstrasse Räucherwaren Bücklinge geräuchert..... Ptd. 0,28 Sprotten geräuchert..Pfd von 0,32 Schellfisch geräuchert.... Pid. 0,34 Seelachs geräuchert Ptd. 0,48 Flundern geräuchert...... Pid. 0,58 Stückenflundern ger, Ptd. 0,38 Rotbars geräuchert... Ptd. 0,58 66838 Aalleber russ............. Dose 0,85 Pilchards kal............ Dose 0,95 Ivassi rass. Sardinenart 2 Dosen 0,75 Sardinen portug...... 3 Dosen 0,85 Sardinen port, 5 Portionsdos. 0,95 Heringe norweg, L. Tomat., Dos. 0,58 Sprotten in Oel..... 2 Dosen 0,95 Senfgurken.... 5- Liter- Dose 1,80 Heringssalat............ Pid. 0,700 Mayonnaise..... ............ Pid. 0,70 Lachs in Stücken.......... Pid. 1,20 Kolonial waren 6600 Burma- Reis..........Pfd. 0,16 Viktoria- Erbsen 2 Ptd. 0,35 Weisse Bohnen..... 2 Ptd. 0,25 Linsen............... 2 Pid. 0,25 Backobst Pfd. von 0,38 Bandnudeln............. Pfd. 0.44 Kaffee............... Pfd. von 1,80 Käse u. Fette Tilsiter vollfett ......... Pid. 0,66 Hol änder vollfett........ Pfd. Q, 68 Margarine Allarfeinste deutsche Markenbutter. Molkereibutter Bratenschmalz ....... Ptd. 0,34 Puten Po von Hasen gestreift a. ausgeworfen, Pfd. von ... Pid. 1,26 ... Pid. 1,06 Ptd. 0,46 0,70 0,85 Wildragout 0,26 Beginn 4. Januar Juventur. Ausverkaufs- Schlager Wollkleiderr Damen, gute Qualität......... Stück jetzt 12,75 Damen- Blusen Kunst. seidenChinette, lange Aermel, Stück jetzt Blusenpullover für Damen, moderne 2 reihige Form, verschiedene Farben..... Stück jetzt Unterkleider für Damen, Charmeuse, mit elegantem Motiv..... Stück jetzt 4,90 1,95 2,95 Oberhemden für Herren, Popeline, gefütterte Brust, mit 1 Kragen und Ersatzmanschetten.. Stück jetzt f. Herren, Taschentücher weiss, mit Hohlsaum, farbig eingewebte Kanten, auch farbig kariert, früher Stück bis 0,42... jetzt Küchenhandtücher Reinleinen, weiss Gerstenkorngewebe, mit indanthrenfarbigen Kanten, abgepasst, gesäumt und gebändert. ca. 100 om Ig., früher bis 0,95, Stück jetst 4,90 0,23 Kopfkissenbezüge reich gestickt und Hohlsaum, Grösse ca. 80/80 cm, früher bis 1,95, Stuck jetzt Woll- Romain einfarbig, in grosser Auswahl, reine Wolle..... Meter jetzt BemMaterial, Kanstseide....... Meter jetzt Crêpe Georgette kunstsaidene Qualität, viele Farb., Mir. jetzt 0,68 Crêpe Marocain ever 1,10 1,25 1,65 1,85 Herren- Hosen wollgemischt............. Stück jetst 1,35 Damen- Strümpfest 0,85 reine Wolle od. Kunsts. platt, Paar jetzt ausLackDamen- Schuhe leder und Velour, verschiedene Modelle, Paar jetzt Beuteltaschen kräftigem Rindleder, ca. 27 cm gross. in vielen Farben..... Stück jetzt durchweg 4,85 2,75 HERMANN TIETZ Theater, Lichtspiele usw. Staats Theater Dienstag, den 12. Januar Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Die Geisha Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt. 20 Uhr Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die Raubnacht göttliche SCALA DAS NEUE MATRAYBALLETT B. weitere Attraktionen Unsere neuen Preise: Tägi. 81/2 Uhr: 80 Pf. bis 4.- M Tägi. 5 Uhr: 40 Pf. bis 2.- M PLAZA Tägl. 5 g. 815 Uhr Stgs, 2, 5, 815 Uhr DAS VEILCHEN VOM MONTMARTRE Rose- Theater Jette Winter Garten 8.15 Uhr Flora 3434 Rauchen erlaubt 20 Zigeunerinnen spielen, Zemganno's" fllegende leuchtende Menschen am Lufttrapez im dunklen Raum und weitere Varieté- Neuheiten! 8%, Uhr CASINO- THEATER 8%, Uhr Lothringer Straße 37. Nur noch wenige Aufführungen Was man aus Liebe tut Dazu die Gesangs- und Tanz- Operette 159400 BESUCHER SAHEN BISHER DIE MAX REINHARDT INSCENIERUNG Kliems Festsäle Verkäufe Tapeten Sillat, Rolonie Hasenheide 13-15 ftcake 9. Tel. Baerwald 6565 1148 Webfehler Teppiche 3 Säle u. Vereinszimmer Suventur Ausverkauf jegt besonders billig! ca. 2x3 14,-, 19, zu kulanten Bedingungen. ca. 2x3% 24 Hoffmanns Erzahlungen Deutscher Metallarbeiter- Verband ,, Fest der Farben und Lichter's B. Z. Täglich 8 Uhr Sonnt. nachm. 3 Uhr billige Preise GROSSES SCHAUSPIELHAUS Theater Das Scheidungs- Souper am Nollendorfplat und der bunte Varieté- Teil. Städt. Oper Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pf.. Regie: Heinz Saltenburg Charlottenburg Fauteuil 1.- Mark. Sessel 1.50 Mark. Pallas 7051 HAUS VATERLAND KURFURST 7460 Do Stgs. auch 4 Uhr Bismarckstraße 34. Deutsches Theater Kurfürstendamm- Täglich 8% Uhr Dienstag, 12. Januar Turnus I Anfang 20 Uhr 8 Uhr | Theater Der Raub der 14488% Uhr Gasparone Fidelio Sabinerinnen Gstsp. d. Aufricht- Produkt. Mahagonny Ende gegen 23 Uhr. Regie: Hans Deppe von Brecht u Weill CIRCUS Albert Bassermann, Felix Bressart, Volksbühne L. Höflich, Richard Theater Die 8 Uhr u. BUSCH Tel.: Weidend 3.40 Berlins größte Märchenschau. Große Wasserausst.Posse u.Gr.Circusprogramm nachm. halbe Preise. Theater am Bülowplatz 8 Uhr Die Komödie desWestens Täglich 8% Uhr Karl Jöken in Der 4% 8% von Louis Verneuil mit Marg. Slezak Lotte Carola Großherzogin Die Nemo- Bank Vogelhändler von Gerolstein Staatl. Schiller- Theater MaxPallenberg Preise von 50 Pf. an 8 Uhr Bie göttliche Jette Große Frankfurter Straße 13: essing- Theater Tel. Weichsel E 7 3422 8.15 Uhr Eine Frau von Format Metropol- Theater Täglich 8 Uhr Ein Lied der Liebe Rich. Tauber Anni Ahlers Täglich 8% Uhi Morgen gehts uns gut! Grate Mosheim, Max Hansen Orchest.Dafos Beli Theater im Admiralspalas! Täglich 8 Uhr Gitta Alpar in Die Dubarry Yorverkauf ununterbrochen Preise v, 0,50 M. an NEUE WELT Arnold Scholz U- Bahn Hermannplatz Hasenheide 108/114 Großes Bockbierfest Große Ochsenbraterei und Prämiierung d. lelchtesten Mädels u. schwersten Jungen bis 30 Jahre 5 Geldpreise: 50, 40, 30, 20, 10 RM. 6 Kapelien Neue Dekorationen Bayrische Bedienung Beginn 7 Uhr. Gegr 1887 。 ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Philharmonie 8 Uhr TschaikowskyStrawinsky- Abd. d.Philharmon.Orch. Dirig. Prof.J.Prüwer Solist: Michael Draskin. Concerto f. Klav. mit Orchest.Strawinsky. 4. Sinf.- Tschaikowsky. Eintritt 1 Mark. KLEINE UNZENANZEIGEN in der Gesamtauflage kauft BALL- Berlin des Vorwärts sind UNZENhandlung besonders wirksam end trotzdem Wilhelmstraße 44 schr billig! Achtung, Mechaniker! Die Bertranensmänner- Konferens un ferer Branche findet diesmal ausnahms weise bereits am Donnerstag, Dem 14. Januar 1932, nachmittags 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal I, statt. Die Orisverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Klempner Max Fleischer geb. 22. September 1872, am 8. Januar geftorben ift. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 13. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gericht straße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 16. Desember 1931 starb nufer Kollege, der Mechaniker 29 ca. 8x4 31 39Rörner, Couches, Chaiselongues, Ba tentmatragen, Auflegematragen, Metallbetten. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Rein Baden. Schlafzimmer, poliert, 875 den 85, Kit 8aha lungserleichterungSchrager, Rastanienallee 45. MusikInstrumente Berlin B., Bots damerstraße 26b. Beginn 4. Januar. Sintrianos. Mietvianos über Kleidungsstücke.us Dreiswert. Vianofabri Link, Wäsche usw. Brunnenstraße 85 Hoffmann- Pianos Fabrikgarantie, Inventur Ausverkauf halbe Preife. We Teilzahlung. Leip nig getragene Raigerstraße 57( Spittelmarkt). valiergarderobe von Millionären, ersten, Anwalten. Kaufgesuche Fabelhaft billige Breife. Empfehle Taillenmäntel, PaRabngebine, Blatinabfälle, Tetots, Frads, Smo fings, Gehrocan- Quedfilber Rinn alge, Sofen, Sport- metalle. Gilber Gehpelze. Gelegen- fchmelae. Golbichmel beitstäufe in neuer aerei, Chriftionat, Garderobe. Weite Röpeniderftrake 89, fter Beg Iohnend. Saltestelle balbert Lothringerstraße 56, trake. 1 Treppe, Rosenthaler Plak. renIm Zeihhaus Sipfomig, Jägerstraße 63, 1. Stage, Adalbert Wonneberger bebe, geb. 6. Januar 1882. Die Beerdigung hat bereits statt. gefunden. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Hiermit spreche ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten meinen tiefempfundenen Dank aus für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang meines lieben Mannes. Paula Pohmer Im Namen aller Hinterbliebenen. Berlin- Mariendorf, im Januar 1932. Unterricht Private Biallas, 83. Austaufen Sie fegt noch Aufchneideschule, viel billiger Ser Friedrich und Damen- Leipzigerstrake Pelz- Gründliche mäntel, Herrenpelse, bilbung im Schnitt Brillanten, Uhren, zeichnen und RuTages Gold. und Gilber. fchneiden. waren. Sm Saufe und Abendkurfe Marim. Nur Jägerftraße 63, 1. Etage. Möbel Schlafzimmer 325 bis 1450, Verschiedenes Ramerling, Rafta- Maß Reparatur B Schneidersk Ede Schmidt, Reiniden borf, Rameteftr. 19. nienallee 56, Fehrbellinerstraße. Muster fchlafzimmer 2 Meter, Mahagoni Birte, Birnbaum 700,- Rautafifah. Rußbaum 750, Eiche mit Birken. mafer 600,- Ser renzimmer, 1,80, Büfett Speifezint " mer, 2,40, innen Mahagoni und Rau. fafifch " Vermietungen Wohnungen Dane Einschreibegelb Rußbaum. vermittelt Woh Berlin 60., Grün. nungsheld, Neue auerstraße 21, Aus- Königstraße ftellungsräume Sof unddreißig, parterre, acht birel Alexanderplat