BIO 49. Jahrgang BERLIN Aiittwoch 13. Zaimar 1932 Erschei»ttSKlichoußerEoaat«g«. Zaglcick Weiid-uigitc dc<.BonvirU'. Bei»><»ret« für bcidr?lo«zab«il 7SPf.»ro Woche, z,2ö M. pro Munal daron 87 Pf. monatlich kr Zustellung in« Haus) im rorau« ial,Ibar. V o k d e i n, Z,S7 M. ewfchlicHlich 60 Pf. Postjettungs- »nd 72 Pf. Postdestcllgebührru. SfuUautyaße xlßl A»iet«r»rreit! Tie«iufvaMg« Rimvar-illei-il« SV Pf.. isteklamejest« i M. ermäßiguugen»ach Tarif. Postscheckkonto: Borwärtt-Lerla, G.m.b.H., Berlin Rr. 27 SW.- Der ZZcrl-g behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer?Ii>jeigen«or! Redattio»»«d Sx»editio«! Berlin SWS8. Llndenstr. Z S e r» s» r ech e r: Dönhoff 7) A2— A7. Lustizstandal in polen Das Llrieil gegen die Mißhandelten von Brest-Litowsk Brand bei Garrasani -13 Elefanten umgekommen/ Verdacht der Brandstiftung Warschau, 13. Januar.(Eigenbericht.) In den» Prozest gegen die Lppositionsführer und ehe- mal igen Gefangenen von Brcst-Litowsk verkündete heute mittag das Gericht das mit Tpanilung erwartete Urteil. Alle Angeklagten, mit Ausnahme des Vaucrnführers Sawihki. wurden zu Gefängnisstrafen von 1% bis 3 Jahren verurteilt, Sawihki wurde freigesprochen. Dr. Hermann Liebermann wurde zu ZM Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil, das sich mit Blihescile durch die ganze Stadt verbreitete, hat ungeheure Aufregung hervorgerufen. Man findet es bezeichnend, daß es gc-. rade am 13.. den Pilsndski für seinen Glückstag hält, gefällt wurde. Die Angeklagten werden Berufung ein- legen, doch ist vorauszusehen, daß man den Berufungs- termin so lange wie möglich hinauszuzögern versuchen wird. Ilm die rechtswidrige Verhaftung und Verschleppung der Oppositionsführer nach den Militärbaracken von Breft-Litowfk vor der Kulturwsll zu rechtfertigen, mußte man diesen Prozeß einleiten. Man konnte doch nicht offen sagen, daß Männer wie Liebermann, Pragier. Barlitzki, Witos und sie alle in die Folterkasematten nur geworfen wurden, um sie von der Auf- klärung der Wähler und von der Kontrolle der Wahlen fern- zuhalten. So drehte man ihnen aus unbeanstandet er- fchienenen Zeitungsartikeln, aus einwandfreien Vorträgen im Ausland(der jetzt verurteilte sozialistische Abg. Dr. Ciolkosz hat einmal in Berlin für deutsch-polniiche Aussöhnung ge- sprachen) und aus den polizellich überwachten Verhandlungen des Krakauer Centrolew-Kongresses den Strick der staats- notwendigen chochverratsjuftiz. Dutzende Spitzel marschierten mit Belastungsaussagen auf, deren Nichtswürdigkeit und Leere die bedeutendsten Verteidiger des Landes sofort im Gerichtssaal erwiesen. Alles vergeblich! Die Unabfetzbarkeit der Richter ist in Polen längst aufgehoben; urteilen sie anders als man oben wünscht, so haben sie die Versetzung in schlechtere Stellungen zu gewärtigen, wenn nicht die Zwangspensionie- rung mit sehr niedrigen Bezügen erfolgt. Unter den Verteidigern sind mehrere, die bereits polnische Revolutionäre vor dem z a r i s ch e n Gericht verteidigt haben. Damals standen die Pilsudski und Konsorten in den Reihen der Freiheitskämpfer. Heute hat man einen polnischen Zarismus statt des russischen aufgerichtet, und dieses Urteil bestätigt es vor aller Welt. Oie Berliner Giillhalieverhandlungen. Weitgehende Einigung der Parteien. Die fest Wochen anhaltenden Stillhalte-Verhand- l u n g e n zwischen den deutschen und den ausländischen Bankiers haben, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, jetzt zu einer weitgehenden Verständigung gejährt. Allerdings ist eine Anzahl strittiger Punkte noch nicht geklärt, so daß die Meldungen von einer dicht bevorstehenden Unterzeichnung des Abkommens den Tatsachen vorauseilen. Bis zum endgültigen Abschluß dürften sich die Verhandlungen doch noch bis in die nächste Woche hinziehen. Die deutschen Teilnehmer an dieser Konserenz, Dr. Jeidels von der Berliner Handels-Gescllschaft, Direktor Dr. Schlicper von der DD.-Vank und Geheimrat kastl vom Reichsverband der Deutschen Industrie, haben inzwischen den erweiterten deutschen Stillhalteaus- schuß, dem neben den Berliner Banken und Bankiers auch auswärtige Vertreter aus dem Reiche angehören, über den Stand der Verhandlungen informiert. Auf deutscher Seile Herrschi die Zlufsassung vor. daß das n e u e S 1 i l l h a lt e a b k o m m e n auf der Basis der bisherigen verhand- lungen eine Gefährdung des Deviseobcsiandes der Reichsbank weil- gehend ausschalte. Vom Zuge zerstückeli. An der Vorortstrecke nach Königswusterhausen spielte sich gestern abend in unmittelbarer Nähe der Bahnhossanlagen von Eich walde ein grausiger Vorfall ab. Ein etwa 29 bis 39 Jahre alter Mann, desien Personalien bisher von der Polizei noch nicht ermittelt werden konmen, warf sich vor die Räder eines herannahenden Vorortzuges. Der Lebensmüde wurde völlig zerstückelt. Die Leiche ist von der Polizei beschlagnahmt pwrden. Brüssel, 13. Januar.(Eigenbericht.) Zn der Rächt zum Mittwoch gegen 3 Uhr morgens entstand in dem Zirkus Sarrafani, der bereits seit mehreren Wochen in Antwerpen ein Gastspiel abhält, ein Großfeuer. Das Jener, da» in einem Raum, der die Garderobe und die Kostüme für da» personal enthielt, entstand, griff in kurzer Zeit auch ans andere Räume über. Der Elefanten st all wurde am fiärkstea In Mitteidenschast gezogen. Nicht weniger alz 12 Elesaulen, die nicht schnell genug von den eisernen Sellen befreit«erden konnten, verbrannte». Die anderen, die an» dem brennenden Stall enlfliehe» wollten, wnrden von der Polizei bcfchosien. Aus diese weise wurde ein Elefant getötet, so daß der Gesamtverlust sich aus 13 beziffert. Zwei Elefanten gerieten in einen Jestnogs- graben und wurden dort beim Morgengrauen herausgeholt. Die Jenerwehr traf erst einige Zeil nach dem Alarm zur Hilfeleistung ein. Auch Militär beteiligte sich an den Löscharbelten. Man vermutet, daß da» Jeuer aus Brandstiftung zurück- zuführen ist. zumal der Zirknsleitnug in den lehleu Tagen zahl- reiche Drohbriefe zugegangen sind. Nach einer anderen Meldung sind die 12 Elefanten nicht ver- brannt, sondern durch Brandwunden verletzt. Der Brandschaden wird auf 4 Millionen Franken geschätzt. Der Raubtierkäfig, der Pferdestall, in dem sich 299 Tiere befinden, und die übrigen Einrichtungen des Zirkusses blieben vom Feuer verschont. Der Zirkus Sarrafani, dessen Stammhaus sich bekanntlich in Dresden befindet, hatte in der letzten Zeit mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da» große Reise- unternehmen fand in den deutschen Städten nicht mehr den Boden, den es zu seiner kostspieligen Erhaltung brauchte. Es war genötigt, das Ausland aufzusuchen und fand zunächst in Holland eine günstige Aufnahme. Als aber in dem kleinen Lande das Feld abgegrast war. mußte nach neuen Möglichkeiten Ausschau gehalten werden. Unter großen Schwierigkeiten gelang es, die Einreiseerlaubnis nach Antwerpen zu erhalten, die dann dem Zirkus durch eine offenbar nicht geklärte Verkettung unglücklicher Umstände zum Verhängnis werden sollte. Hakenkreuz gegen Hinbenburg Ein nationalsozialistischer Bericht über die Verhandlungen Zu einer naüonolsozialistischen Bersammlung. die am Dienstagabend in Kempten slattsand, gab Minister o. D. J r i ck die Antwort auf die Frage, ob eine Wiederwahl hiudenburgs durch eine Volkswahl Zustandekommen werde. Die Antwort fei ein glattes Rein! Dr. Jrick führte aus: Auch bei einer etwaigen Volkswahl würden die Nationalsozialisten jedenfalls keinen Finger rühren, um den Reichskanzler Brüning zn unterstühen. wenn das Kabinett Brüning bis zur Rcichspräjideutenwahl nicht ver- fchwnnden fei, würden die Nationalsozialisten aus ihren Reihen einen Mann aufstellen, auf den sie si<� unbedingt verlassen könnten. s- München. 13. Januar. Die Pressestelle der Reichsleiwng der NSDAP, veröffentlicht eine eingehende Schilderung der Berliner Besprechungen. Aus dieser parteiamtlichen Darstellung geht hervor, daß Hitler schon in der Aussprache mit Groener am Mittwoch, dem tz. Januar, abends bemerkt hat. daß nach seiner Auffassung gegen den Plan einer par- lamentarischen Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten sehr schwere verfassungsrechtliche und politische Be- denken bestünden. Sofort nach dieser ersten Unterredung hatte Hitler eine Besprechung mit den„Herren seines engeren Stabes" und teilte ihnen seine Auffassung mit. daß aus verfassungs- rechtlichen und politischen Gründen der Vorschlag des Reichs- kanzlers abgelehnt werden müsse, daß aber der Reichspräsi- dent selber unter keinen Umständen dadurch bloßgestellt werden dürfe. Hitler verpflichtete die Anwesenden zu strengster Verschwiegen- heit und gab eine entsprechende Anweisung an die nationalsozia- listische Parteiprcsse heraus. Am Dienstag, dem 7. Januar, vor- mittags, verfaßte Hitler die erste venkschrist zur Ablehnung des Vorschlages des Reichskanzlers als Grundlage einer einheitlichen Information der Herren, die zur sofortigen Be- sprechung zu ihm gebeten waren. Um 16 Uhr fand die Zusammen- kunft im Reichswehrministerium mit dem Reichskanzler und dem Reichsinnenminister statt. Der Reichskanzler versuchte die Not- wendigkeit der beabsichtigten parlamentarischen Aktion mit außen- politischen Argumenten zu begründen. Hitler wiederholte tn verstärktem Maße seine Bedenken und wies auch darauf hin, daß zu seinem Bedauern die im Interesse des Reichspräsi- Kenten diskret zu behandelnde Angelegenheit bereits den Weg in die Presse gefunden habe, die nunmehr durch die taktlose Art ihrer Stellungnahme die Frage außerordentlich erschwere. Im übrigen erklärte Hitler, daß er nicht gewillt sei, eine Entscheidung bekanntzugeben, che er nicht eine Besprechung mit hugenberg ge- habt habe. Nachdem am Freitag vormittag Dr. Frick in Berlin eingetroffen war, faßte Hitler in einer Besprechung, zu der außer dem engeren Stabe Frick und Goebbels zugezogen waren, feine Auf- fassung nochmals dahin zusammen, daß die durch Brüning vor- geschlagene parlamentarische Aktion nach jeder Richtung hin un- möglich und daher abzulehnen sei, daß aber unter gar keinen Um- ständen durch die Art der Erledigung dieser Aktion das persönliche Ansehen des Generalfeldmarschalls von Hin den- bürg verletzt werden dürfe. Am Sonnabend gegen 12 Uhr fand die abermalige Aussprache mit dem Reichskanzler Brüning in An- Wesenheit der Minister Dr. Frick und Treviranus statt. Auch diese Besprechung ergab nichts Neues. Am Nachmittag fand die Aussprache Hitlers mit hugenberg statt. Wolf Hitler teilte ihm mit, daß er nach reiflicher Ueber- legung nicht anders als ablehnen könne. Hilgenberg bekannte sich im wesentlichen zur gleichen Auffassung. Am Sonntag suchte Staatssekretär Meißner Hitler in seinem Hotel auf. Hitler bedauerte insbesondere die vffenbar durch Jndiskredition der Reichskanzlei entfachte Pressekampagne, die hindenburg in den Strudel des parteipolitischen Getriebes hineingetrieben habe. Hitler versuchte, einen Weg zu finden, der ohne Schädigung des Ansehens der Person des Reichspräsidenten und unter Berücksichtigung der Interessen der nationalsozialistischen Be- wegung aus der durch den Reichskanzler herbeigeführten Lage heraussühren könnte. Staatssekretär Meißner betonte vor allem die Notwendigkeit, den für die Aktion in keiner Weise verantwort- lichen Reichspräsidenten dem parteipolitischen Pressekampf zu«nt- ziehen. Hitler schlug am Sonntagnachmittag durch Hauptmann Göring vor, dem Reichspräsidenieo eine Denkschrift zu überreichen, aus der die Berechtigung seiner verfassungsrechtlichen Bedenken gegen den Vorschlag des Reichskanzlers hervorginge. Der Reichspräsident könne dann von sich aus, falls die vorgebrachten Gründe ihm beachtlich erscheinen, dem Reichskanzler den Wunsch übermitteln, den eingeschlagenen Weg nicht weiter zu verfolgen. Am Montag wurde dann die Denkschrift von Adolf Hitler fertiggestellt. Ein« neue Unterredung mit hugenberg ergab, daß der Führer der Deutschnationalen Volkspartei ebenfalls die Ablehnung auch durch die Deutschnatwnalen endgültig bestätigte. Am Dienstagvormittag wurde die Denkschrift Adolf Hitlers an den Reichspräsidenten durch Göring dem Staatssekretär Meißner überreicht * Räch dieser Darstellung wollte also Hitler die Ablehnung des Planes nicht selber aussprechen, sondern dem Reichspräsidenten die Initiative zum Rückzug überlassen. Hugenberg war weniger zimperlich und sprach die Ablehnung offen aus. Hitler kam es vor allem darauf an, bei Hindenburg Eindruck zu schinden und als braver Untertan zu erscheinen: Hugenberg lag offenbar an der Gunst des derzeitigen Reichspräsidenten viel weniger. Hitlsr ist ganz„Staatsmann", er quillt über von Denk- schriften und klagt über„Taktlosigkeit der Presse"— wann wären Hitler und seine Presse„taktlos" gewesen!?— Hugenberg hält es mehr mit den goldenen Rücksichtslosigkeiten und der Feste- druff-Taktik. Die Rollen sind vertauscht, und Hiller erscheint auf einmal als der„Bürgerliche". Mit welchem Erfolg für ihn selber und für seine Partei, wird sich zeigen. Laval oder Paul Boncour Die neue französische Regierung ohne Briaud Das Wunder von Braunschweig. Angriffe der Nazis auf die Staatsbank bringen Nutzen! Braunschweig, 13. Januar. Vom Staatsministerium wird folgende Verlautbarung ausgegeben: „Pressemeldungen über eine angebliche Erschütterung der Braunschweigischen Staatsbank geben Veranlassung zu folgender Erklärung: Gegen den Präsidenten und einen anderen Beamten der Staatsbank erhobene Beschuldigungen betreffen per- s ö n l i ch c Angelegenheiten dieser Beamten. Der Stand und die Sicherheit der Bank werden dadurch in keiner Weise berührt. Die Behauptung, daß infolge dieser Vorgänge Abzüge in großem Maße stattgefunden hätten, ist unzutreffend. Im Gegenteil haben die Einlagen bei der Staatsbank und der Landesspar- lasse im neuen Jahr ständig zugenommen, so daß ein Zu- wachs und nicht ein Abgang zu oerzeichnen ist. Staats- dank und Londessparkasse zählen dank ihrer starken Liquidttäts- reserve zu den anerkannt flüssigsten und sichersten deutschen Geld- instituten. Beide genießen nach wie vor das volle Vertrauen ihrer Einleger. Nachrichten über angebliche Fusionsverhandlungen mit anderen Banken beruhen auf freier Erfindung." Jede der Banken, die bisher in Schwierigkeiten geraten sind, hat zunächst immer erklärt, daß bei ihr alles in Ordnung fei und daß kein Grund zu Mißtrauen vorliege. In Braunschweig aber vollzieht sich ein glattes Wund er I Dort wird seit Wochen gegen die Leitung der Staatsbank öffentlich vorgegangen, ein parlamentarischer Untersuchungsausschuh beschäf- tigt sich mit den Hakentreuz-Angriffen aus die Staatsbank, alle Welt spricht davon. Aber— wenn man der Erklärung des Staats- Ministeriums Kllchenthal- Klagges glauben soll— je mehr die Klagges-Leute öffentlich gegen die Staatsbankleitung anrennen, desto größer wird das Vertrauen zur Bank und desto zahlreicher die Einlagen! Ist das etwa nicht«in Wunder?! * Die Nazis traktieren ihre Koalitionsfreunde mit Fußtritten. Der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete, Parteisekretär Schmalz, nannte in einer Holzmindener-Versammlung die deutschnationalen und volksparteilichen Führer„feiste, dicke Bonzen und Bourgeois in weichen Klubsesseln", für die kein Platz in den Reihen der Nationalsozialisten sein dürfe. Solche Elemente dürsten keinen Einfluß auf die nationalsozialistische Be- wegung erhalten, denn sie wirkten sehr zersetzend und demorali- sierond auf den Kampfgeist der„Pg." Diese sollten nicht ungeduldig werden, auch wenn der„Endsieg" doch noch Wochen, vielleicht auch Monat« oder gar noch Jahre dauere. Spaltung einer Sekte. Ärandler will zv Stalin zurück. Die von Brandler und Thalheimer beherrschte Reichsleitung der KPD.-Opposltüm hat in ihrer Sitzung vom 12. Januar die einstigen Spartakisten Walcher, Frölich, M. Köhler, Enderle, Frank und einige andere ausgeschlossen. Die Ausgeschlossenen haben in letzter Zeit eine von dem Kurs der Brandler-Gruppe abweichende Haltung eingenommen. Der Be- schluß bedeutet eine von Brandler und Thalheimer angestrebte Rückversicherung, zu gegebener Zeit unter die Fittiche Stalins zurückkehren zu können. Eine Sowjet-Oiskusfion. Theodor Dan gegen Alfons Goldschmidt. Die Deutsche Liga für Menschenrechte hatte unter dem Titel „Ein Querschnitt durch Sowjetrußland" einen Vortrag von Fritz Schirokauer angesagt. Da der Referent abgesagt hott«, hielt Prof. Alfons G a l df ch m t d t das einleitende Referat. In brüllendem Pathos sprach er von„Retseeindrücken", die man in jedem Russen- film exakter und weit vollständiger wahrnehmen kann. Herr Gold- jchmtdt versichert zwar öfter, daß er kein Partei? ommumst sei, aber er muß sich schon sagen lassen, daß er ein harmloser kommunistischer Wanderprediger ist, auf den wohl nur geschniegelte„Weltbühnen"- Leser und-Leserinnen hereinfallen, die dann auch frenetisch Beifall klatschten, während andere Hörer— und wohl die überwiegende Zahl— Herrn Goldschmidt dringend nahelegten, aufzuhören. Herr Gotdschmidt spricht zwar geschraubt vom Kostenproblem, von Akku- mulation usw. usw., ober das ist alles so wirr und so unverdautes, aufgefchwenrmtes ökonomisches Zeug, daß wir unsere Leser damit verschonen müssen. Genosse Theodor Dan, dem die undankbare Aufgabe zu- siel, diesem„Referat" zu opponieren, wies eindrucksvoll nach, daß da« Problem des sozialistischen Aufbaus kein bloß wirtschaftliches oder technisches sei, vlslmehr sei Sozialismus eine mensch- liche Angelegenheit. Ohne Freiheit gibt es keinen Sozialis- mus, und alle Erfahrung zeigt, daß die russische Arbeiterschaft nicht frei ist, vielmehr schwer leidet unter dem Druck der Minoritätsdiktatur. Dan forderte die S s l b st l i q u i d i e r u n g dieser Diktatur, damit Sowjetrußland vor einem konter- revolutionären Umsturz bewahrt bleibe. Paria, 13. Januar.(Eigenbericht.) Während die offiziös« Presse die Demission des Kabinetts Laval so hinstellt, als fei sie auf ganz natürliche Weise erfolgt, schäumt die nationalistische Presse vor Wut über den erfolgreichen � Schachzug B r ia n ds: sie erklärt, daß dl« Krise unter den unangenehmsten und zweideutigsten Bedingungen in einem Augenblick ausgebrochen sei, in dem das Land vor den größten Schwierigkeiten stehe. Die Krise habe einen sehr ernsten Charakter, über den sich niemand täuschen könne. Die radikale und die sozialistische Presse sreuk sich darüber, daß die Versuche der Rechten, Briand auszubooten. mißlungen sind. Leon Blum nennt im„Populaire" den Sturz der Regierung eine ministerielle Tragikomödie. Laval habe 48 Stunden lang geglaubt, daß seine doppelte Absicht, Briand auszujchijsen und selbst das Außenministerium zu übernehmen, gelungen sei. In Wirklichkeit sei nichts Wahres daran gewesen. Briand Hab« zwar zurücktreten wollen, aber nicht allein wie ein bestrafter Schüler, den man aus der Schule jagt. „Echo de Paris" meint, daß das bisherige Kabinett mit folgenden Veränderungen wiederkommen werde: Laval Präsidium und Außenminister, Tardieu Kriegsminister, C a s a l a Innenminister und Senator Fernand David Ackerbau- minister. Der offiziöse„Petit Paristen" erklärt dagegen, Laoal versuche, sein Sabine« etwa« nach link« zu erweitern, er wolle da« Äuhenministerium Paul Boncour anbieten, der sich am Dienstag in einem.,Temps"-Jnteroiew für ein Kabinett der nationalen Einigkeit ausgesprochen habe, während Painleoe Kriegsminister werden soll.„Oeuvre" behauptet sogar, daß der Präsident der Republik den Senator Paul Boncour mit der Kabinettsbildung beaustragen werde. Auch der„Populaire" glaubt, daß Laval keine große Aussicht hat, das neue Ministerium zu bilden, und daß die Krise nicht so schnell gelöst werden könne. Eine Nachrichtenagentur meldet, daß Briand sich end- gültig zurückziehen wolle. Er sei weder geneigt, ein Portefeuille in einem neuen Ministerium, noch den Posten eines „Staatsminssters" anzunehmen. Seine Abreise nach seinem Land- gut Cocherel stehe bevor. Der Hugenberg-Landbankskandal Das Ergebnis der parlamentarischen Llutersuchung Der Untersuchungsausschuß des Landtages, der zur Nach- Prüfung der Finanzgeschäste der Preußenkasse mit den H u g e n» berg-Unternehmungen im Osten eingesetzt war, steht vor dem Abschluß seiner Arbeiten. Am Dienstag erstattete der Berichterstatter Abg. K u t t n e r(Soz.) einen sehr ausführlichen Bericht in Form eines Feststellungsantrages, den er dem Ausschuß zur Annahme empfahl. Aus den Darlegungen dieses Antrages sei erwähnt, daß der Berichterstatter den Standpunkt des Landwirt- schaftsministeriums, die Interessen der Siedler der Land- bank unter allen Umständen zu schützen, aber die Aktionäre der Landbank nicht noch aus Staatsmitteln für die Mißwirtschaft ihrer Direktoren schadlos zu halten, völlig billigt. Dann heißt es weiter: Dagegen bedeuten die Angriffe der Hugenberg- Presse auf das Landwirtschaftsministerium, besonders die von dieser Presse ausgestellte unwahre Behauptung, daß das Landwirtschaftsministerium die Interessen der Siedler und der Grenzmark aus innenpolitischen Gründen verrate, sowie die Drohung einer parlamentarischen Abrechnung mit dem Landwirt- schaftsmimsterium, einen unlauteren versuch, den Staat zum Ab- schluß eines für ihn nnvorteilhasten Geschäftes mit den Mitteln publizistischer Angriffe und Drohungen zu zwingen. Die K o n k u r s l a g e der Landbank ist nicht durch das Land- wirtschaftsministerium herbeigeführt worden Sie bestand spätestens schon am 1. Dezember 1923, als zu diesem Zeitpuntt die Land- bank außerstande war, den ersten Ratenwechsel wegen des Dar- ichens der Prooinzialbank Grenzmark einzulösen. Die inneren Gründe für die Konkurslage der Landbank waren Mißgriffe und Fehlschlüge ihrer Verwaltung. Troß dieser Lage wäre bereits im Zahre 1823 eine Sanierung der Landbaal durch das Landwirlschafksmiulsterlum und eine Ab- wendung der Sonknrslage herbeizuführen gewesen, wenn Geheim- rat hugenberg sich rechtzeitig hätte entschließen könne«,«mf feinen Ausflchtsratsvorfih in der Landbank nnd ans den von ihm ge- forderten Ueberpreis für die seiner Grnppe gehörenden Landbank- aktien zn verzichten. Nachdem der Bericht im einzelnen darlegt, daß das Landwirt- fchaftsministerium in gewissen entscheidenden Dingen nicht oder nur unvollkommen und verspätet unterrichtet wurde, sagt er zum Schluß: Die Herausnahme der an die Opriba(Hugenbergs Ost-Privat- Bank) vergebenen Objekte aus der Mass- der Landbank ist unter Beteiligung von deren Organen, besonders unter B e- teiligung des Aussichtsratsvorsitzenden Geheim- ratHugenberg, erfolgt. Der hierin liegende verfloß gegen die Pslichi der leiienden Organe einer AG., das Vermögen der AG. nach besten Kräften zu erhalten, kann für die Person des Geheim- rats Hugenberg nicht damit entschuldigt werden, daß er in einer Zwangslage zur Vermeidung des sonst unabwendbaren Konkurses gehandelt habe. Wie ausgeführt, hatte es gerade in der Hand des Geheimrats Hugenberg gelegen, durch Nachgeben gegenüber dem Ministerium diese Lage zu vermeiden. Das Verhalten des Geheimrats Hugenberg ist um so bedenklicher, als sein hartnäckiges Verhalten gegenüber dem Landwirtschafts- Ministerium die Erreichung eines Vorteils für die von ihm vertretene Aktionärgruppe bezweckte und als die Her- ausnähme der Objekte aus der Aktivmasse der Landbank wiederum zum Vorteil seiner eigenen Aktionärgruppe geschah. Eine Zwangslage, deren Wesen darin besteht, daß jemand sich bzw. der von ihm vertretenen Jnteressentengruppe durchaus einen Vorteil sichern will, ist nicht anzuerkennen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Hugenberg und der Führer der Aktienmehrheit Huyenberg waren nicht zwei getrennte Personen, sondern ein und dieselbe Person. Es konnte sich daher nicht der ein« darauf berufen, durch das Per- hallen des anderen in eine Zwangslage versetzt zu sein. Der Berichterstatter hob besonders hervor, daß bei Angriffen gegen Hugenberg er als Vertreter der von ihm oer- tretenen Gruppe und nicht persönlich gemeint sei. Im Anschluß an diesen offiziellen Bericht gab der deutsch- nationale Wg. Könnecke einen Gegenbericht, der die Taten des Herrn Hugenberg als unbestreitbare Verdienste hinstellt und dafür die preußischen Ministerien tadell, daß sie nicht bereitwillig auf alle Wünsch« Hugenbergs eingegangen sind. Die Verhandlungen wurden heute fortgesetzt. Im Laufe des Nachmittags soll die Abstimmung über die vorliegenden Anträge erfolgen. Das neue Sirafrecht. Die Ausschußberatung wieder aufgenommen. Der Strafrechtsausschuß des Reichstages trat nach längerer' Pause am Dienstag wieder zusammen. Der Ausschußoorsitzende, Abgeordneter Dr. Kahl(DDP.) verwte» auf den vielseitigen Wunsch, die Arbeiten der Strasrechtsresorm, mit denen jetzt der S. Jahrgang, begonnen werde, zu färdern, soweit es in den Kräften des Aus« schusses liege. Von den politischen und den parteipolitischen Hem- mungen abgesehen, lägen die Schwierigkeiten im wesentlichen darin. daß in den wichtigsten Hauptfragen eine Verständigung selbst inner- halb des Ausschusses nicht erzielt worden sei. Der Ausschuß trat dann— in Abwesenheit der Nationalsozialisten und der Deutsch- nationalen— in die sachlichen Beratungen ein und beschäftigte sich zunächst mit den Strafbestimmungen über die gemeingefährlichen Handlungen. Zweites Todesopfer des Bobunglücks. Auch ein junger Berliner in Lebensgefahr. Leiter hat das furchtbare Sporlnaglnck auf der Zackelfallbahn in Schreiberhau bereits ein zweites Todesopfer gefordert. Der 73 Zahre alle Oswald Riedel aus Schreiberhau ist seinen schweren Sopsverlehnngen erlegen. Aenßerfl besorgniserregend ist auch der Zustand des Schülers der wilmersdorfer Oberrealschule Waller Ziedrich au» der Mehlihstraße 6 in Wilmersdorf, der schwere Sopsverlehnngen erlitten hat. und der gleichfalls schwer verletzten Frau Amlsgerichtsrat T hü f fing aus Breslau. Breslau, 13. Januar.(Eigenbericht.) lieber den Hergang des schweren Bobunglücks in Schreiberhau werden folgende Einzelheiten gemeldet: Nachdem neun Bobs ohne Zwischenfall die Bahn passiert hatten, starteten die Fahrer Eifert und Adolf aus Schreiberhau auf dem 10. Bob, der den Namen„Poitz" trägt. Dieser Bob war der einzige, der mit Selbststeuerung fuhr. Er nahm den ersten Bogen etwas zu hoch und sauste daher mit ungeheurem Schwung in die zweite S-Kurve. Plötzlich brach aus bisher nicht geklärter Ursache eine Kufe, der Schlillen stellte sich, was bisher in der Geschichte des Bobsports bisher noch nie beob- achtet wurde, steil aus und stürzte über den Kurvenrand sowie über die ein Meter hohe Holzschutzwand und einige Fichten, deren Stämme er durchschlug, mit voller Wucht in dos Publi- k u m hinein. Sofort entstand ein furchtbares Durcheinander. Mit Hilfe einer-Lautsprecheranlage gelang es aber der Leitung, die Ruhe bald wieder herzustellen. Das Rennen mußte jedoch a b g e- krochen werden. Der schwer verletzte Berliner, der junge Walter Ziedrich, Sohn eines Postasststenten in Wilmersdorf, hielt sich mit anderen Käme- raden der Wilmersdorfer Oberrealschule im Schülerheim Mär- kische Baude in Agnetendorf auf: Die jungen Leute waren I mit ihren Lehrern zum Boorennen gefahren. Die Schülerschar stand leider gerade an der Unglücksstelle, so daß auch außer Waller Ziedrich noch drei weitere Kameraden glücklicherweise leichtere Ber- letzungen erlitten haben. Razzia— Alexanderplatz. Das nächtliche Stelldichein in der Bahnhofswirtschofi. Auf dem Bahnhof Alexanderplatz wurde heute früh gegeu 4 Uhr eine größere Razzia unternommen. Seit längerer Zeit ist auf dem Bahnhof für den Schankwirts chaftsbetrieb die Nachtkonzession erteilt worden. Um 3 Uhr— wenn die anderen Lokal« schließen— zieht sich hier alles her, um dunkle Geschäfte zu machen, Hehlerware abzusetzen, oder sonst irgendwie im trüben zu� fischen. Aus dem Publikum und von Reisenden waren schon mehr-" fach Klagen über dieses Treiben erhoben worden. Die Razzia, die in aller Stille vorbereitet wurde, galt hauptsächlichst«iner Kon- trolle aller Personen, die hier verkehrten. In den Warte- säten wurden die Ausgänge besetzt und die zahlreichen An- wescnden mußten ihre Ausweispapiere vorzeigen. Dies« Prüfung ging nicht ganz reibungslos vor sich und an verschiedenen Stellen mußten die Schupos eingreifen. Zu erheblichen Widerständen ist es aber nirgends gekommen. Gleichzeitig haben ander« Beamte in der Umgegend der Zentralmarkthalle herumlungernde Burschen aufgegriffen. Unter ihnen befanden sich zwei entlaufene Fürsorgezöglinge. Ein Teil der Angehallenen wurde zum Präsidium gebracht. Im Anschluß an diese Aktion wurden die wilden Händler, die sich in der Zentralmarkthalle einfinden und mit Wildbret zu handeln pflegen, kontrolliert. Si« mußten die Herkunft des Wildes nachweisen, was verschiedene nicht konnten. pathologischer Rauschzustand. Am 14. Oktober v. I. hatte der Gutsinspektor Karl Krause vom Rittergut Wesendahl zu tief ins Glas geguckt und als er reichlich„voll" nach seiner Arbeitsstätte kam, traf er hier mit der Wirtschafterin zusammen. Er versuchte, sich dem Mädchen zu nähern, stieß aber auf Widerstand. Das bracht« den jungen Mann in Wut: er fiel plötzlich über das Mädchen her und belegte es mit unflätigen Ausdrücken und wollte sie, als si« sich wehrt«, kurzer- Hand vergewaltigen. Dabei passierte es, daß er das Mädchen in dem Kampf, der sich nun entspann, körperlich nicht un- erheblich verletzte. Erst auf die Hilferufe der Ueber- fallenen ließ er von der Wirtschafterin ab. Zu der Verhandlung vor dem Schöffengericht Lichtenberg war ein ärztlicher Sachver- ständiger geladen, der in seinem Gutachten ausführte, daß der An- geklagte in einem sogenannten pathologischen Rauschzustand ge- handelt habe, der die freie Willensbestimmung ausschließe. Krause sei daher für seine Tat nicht verantwortlich ju machen. Das Gericht war daher genötigt, den Angeklagten gemäß§ 31 aus Kosten der Staatskasse freizusprechen. Gendung ins Gehirn Ltltrakurze Wellen als Heil- und Korschungsmitiel Die großen Borzüge der Diathermie haben bisher immer noch nicht in vollem Umfange nutzbar gemacht werden können. Aus mehreren Gründen: einmal well es noch immer nicht möglich ist, die in Frage kommenden elektrischen Strahlen ganz genau so zu dirigieren, daß sie nur auf die Telle des menschlichen Körpers ein- wirken, die der Strahlung ausgesetzt werden sollen. Infolgedessen hat die Diathermie sich vielfach darauf beschränken müssen, durch eine allgemeine Bestrahlung den Blutkreislauf in dem für sie wich- tigen Sinne zu beeinflussen. Zum anderen war die Anwendung der Diathennie gerade an Nichts Neues „Ich starte jetzt eine ganz neue Nummer, paß mal auf. Wir gehen als„Nr.ttes Jteich*. Du bist der Mann und ich die Frau. Dann gehen wir in die Manege, machen einen furchtbaren Lärm, schlagen das ganze Geschirr kaput- und dann lassen wir uns von dem Stallmeister herauswerfen--- „Aber das ist doch nichts Neues!' einer Stelle unmöglich, an der sie größten Erfolg zu versprechen schien, nämlich bei der Bestrahlung des Gehirns. Eine Bestrahlung des Gehirns ist deshalb bisher nicht möglich gewesen, well der menschliche Schädel sich gegenüber den elektrischen Strahlen als ein ausgezeichneter Isolator erweist. Diese Isolation lst so vollkommen, daß selbst die ersten Fachleute der Elektrotechnik noch bis vor ganz kurzer Zeit der Ansicht huldigten, daß es ganz unmöglich sein werde, die im Gehirn erzeugten elektrischen Ströme jemals zu mesien, ohne daß die Schädeldecke durchbrochen wird. In neuester Zeit hat man nun einen Apparat konstruiert, der von außen her eine Durch- bringung der Schädeldecke mit elektrischen Strahlen ermöglicht. Die Konstruktion dieses Apparates war möglich, nachdem man festgestellt hatte, daß die ultrakurzen Wellen eine außerordentlich starke Durch- dringungsfähigkeit besitzen und sich selbst durch die üblichen Jso- latoren nur in geringem Maße ausschalten lassen. Man baute also einen Sender für ultrakurze Wellen mit der nicht geringen Stärke von IM Kilowatt Das ist dieselbe Stärke, die der neue Berliner 7-Meter-Rundfunksender erhalten soll. Mit diesem kleinen Sender kann man nun bei Bestrahlungen nicht nur die Kleidung des Men- schen durchdringen, sondern auch die Knochen des Schädels. Zwischen den beiden Elektroden fließt eine Radiowelle von tW) Millionen Schwingungen pro Sekunde. Wird der Patient in diese Schwül- gungsstelle gebracht, so durchfließt sie sein Gehirn. Damit ist zum erstenmal die Möglichkeit geboten, das Gehirn von außen her zu bestrahlen. Diese Erfindung ist In mehrfacher f) in sich t von großer Bedeutung. Für die Mediziner ergibt sich jetzt die Möglichkeit, mit Ultrakurzstrahlung eine Behandlung des Gehirns vorzunehmen. Man hofft, daß man auf diesem Wege eine sehr aussichtsreiche Me- thode zur Bekämpfung der Gehirnerweichung, der progressiven Paralyse, erzielen kann. Diese Behandlungsmethode ist um so aus- sichtsreicher, als diese Methode der Hochfrequenztherapie es ermög- licht, die Wellen ganz genau zu steuern und genau da angreisen zu lassen, wo der Arzt es wünscht. Der neue Apparat dürfte auch von großer Bedeutung sein für die Erzeugung von künstlichem Fieber. Die Erzeugung künstlichen Fiebers spielt bekanntlich in der modernen Medizin eine sehr bedeutsame Rolle. Dieses künstliche Fieber mußte aber bisher noch auf eine Weise erzeugt werden, die nicht immer ganz ohne Schaden und zum mindesten nicht ganz ohne Gefahr für den menschlichen Körper war. Infolgedessen ist die neue Methode der Erzeugung künstlichen Fiebers durch die Bestrahlung mit ultrakurzen Wellen ein außerordentlicher Fortschritt in der Medizin. Neben diesen medizinischen Errungenschaften wird aber dieser neue Apparat auch für die Gehirnforschung selber von großer Be- deutung sein. Man wird hiermit zum erstenmal die Möglichkeit erhalten, mit Hilfe elektrischer Kraft aus das Gehirn selber ein- zuwirken, ohne daß die Schädeldecke als Isolator wirkt. Diese neue Möglichkeit ist auch für die Biologen und Naturwissenschaftler von großem Interesse. Es werden sich wichtige Forschungen durch- führen lassen über die elektrischen Vorgänge im Schädel und über das Verhalten des Gehirns bei elektrischer Beeinflussung. P. B. Das Najjeamt. Für die Hitlersche« SS.-Leute ist ein der Leitung des Reichstagsab- geordneten Himmler unterstehendes Rasseamt eingesührt worden, das Heiratsgesuche zu bearbeiten hat. Wenn meine Freundin ich umfasse, Ein böses Ahnen mich beschleicht: ' Sie ist durchaus«in Weib von Rasse... Doch nicht von nordischer vielleicht! Es geht mir öfter durch den Schädel: Ob die Partei mich wohl mal schnappt? Zum Rasseami drum mit dem Mädel! Dort wird sie innen aufgeklappt. Mit streng teutonischen Beratern Forscht Himmler nach dem Ahn Papas, Drauf zapft er Biut aus ihren Adern Und prüft es durch das Opernglas. Cr untersucht bis zum Gerippe Sie peinlich, ordentlich und scharf Und sieht noch nach im Buch der Sippe, Eh ich sie ganz behallen darf. Das Hassen ist uns freigegeben: Wir schlagen, stechen ungeniert, Jedoch in unserm Liebesleben Da werden streng wir kontrolliert. Hans Bauer. Die eiserne Front. Massenkundgebung in Görlitz. Görlitz, 13. Januar. In einer überfüllten Kundgebung der Sozialdemokratischen Partei im Verein mit dem ADGB. und dem Reichsbanner sprach in der Görlitzer Stadthalle das Mitglied des Reichstags und des Reichswirtschaftsrates, Genosse Reißner, über das Thema: „Neuordnung der Wirtschaft und die eiserne Front gegen den Faschismus�. Der Redner führte unter anderem aus, in diesem Jahr würden Entscheidungen von aller- größter Bedeutung fallen. Adolf Hiller habe anläßlich der Hochzeit Goebbels erklärt, in den ersten Monaten dieses Jahres würde sich das Schicksal Deutschlands entscheiden, so oder so. Wenn irgend jemals ein Prophet recht bekommen werde, dann Adolf Hitler mit dieser Behauptung. Aber es müsse dafür gesorgt werden, daß sich das Schicksal nicht so entscheidet, wie es Adols Hitler wolle. Es sei merkwürdig, daß gerade Hitler und seine Anhänger bei der Reichs- Präsidentenfrage so eifrig darüber wachten, daß die Verfassungs» bestimmungen peinlichst befolgt werden. Die Handlungsweise der Rechtsparteien fei ein Affront gegen Hindenburg. Es handle sich bei dieser Frage nicht allein um verfassungs- und staatsrechtliche Fragen, sondern die Angelegenheit habe wegen der schwierigen be- vorstehenden internationalen Verhandlungen eine nationale Seit«. Die letzten Verhandlungen hätten gezeigt, daß Hitler seinen Willen nicht durchsetzen konnte, weil Hugenberg anders wollte. Außerdem seien in der NSDAP, selbst drei Strömungen vorhanden. Hitler sage ja, Goebbels und Gregor Straßer sagten nein, und Frick sagte zwar ja, aber nur unter ge- wissen Bedingungen. Die Sozialdemokraten hätten sich gegenüber der Person des Reichspräsidenten immer ganz loyal verhalten und sie würden auch anerkennen, daß er den Eid auf die Verfassung gehalten habe. Di« nächsten Entscheidungen in dieser Frage würden so ausfallen, wie es das Interesse des Volkes erfordere. Trotz aller Krisen sei der Marxismus auf dem Marsch. Der Kapitalismus sei bestimmt nicht die letzte Sprosse der menschlichen Kultur. Zum Schluß appellierte der Redner an ein größeres Selbst- vertrauen und an die Einigkeit in der eisernen Front. Nazi-Mordhehe! Man lügt, baß sich die Balken biegen. Der Tod des Nazi- und SA.-Mannes Rudolf St elter, der in der Nacht zum 1. Januar von einem unbekannten Begleiter an der Ecke Gieseler- und Wegenerstratze in Charlottenburg nieder- Haus erlegen ist, wird jetzt auch vom„Völkischen Beobachter" zu einer wüsten Hetze ausgewertet.„Zwei neue Todesopfer der roten behauptet,„Stelter sei von kommunistischen Wegelagerern aus dem Mords suche!" heißt es in einer Schlagzeile, zwei Zeilen weiter wird geschossen wurde und seinen Verletzungen im Gertraudtenkranken- Hinterhalt beschossen". Wie wir aus Grund weiterer eingehender Ermittlungen fest- stellen konnten, ist die Meldung in dieser Form eine in- fame Lüge. Der SA.-Mann Stelter wurde am 1. Januar, morgens um 4.30 Uhr, von einem noch unbekannten Mann, der sich in seiner Begleitung befand, angeschossen. Zweifellos han- delte es sich um einen Nazi-Parteigenossen. Stelter ist im Krankenhaus mehrmals durch Beamte der Politischen Polizei vernommen worden: er weigerte sich beharrlich, den Namen seines Begleiters zu nennen. Seinen Ange- hörigen erklärte Stelter fast wörtlich:„Komme ich durch, rechne ich niit dem Burschen allein ab, muß ich aber sterben, werde ich seinen Namen noch nennen." Als an St. die Frag« gerichtet wurde, ob er von einem Kommunisten niedergeschossen sei, verneinte er. Von Kameraden des Erschossenen ist übrigens eine grob« Irreführung der Polizei versucht worden. Man legte eine Patronenhälse Kaliber 12 Millimeter vor, die angeblich am„Tatort" gesunden worden ist. Das Geschoß, das jedoch aus dem Körper Stelters entfernt wurde, gehört zu einer Waffe Kaliber 7,65 Millimeter. Diese neueste Infamie reiht sich den bisherigen bekannten Mordlüg«n der Nationalsozialisten würdig an! 3�aubüberfall in Karlshorst. Tapfere Frau schlägt Wegelagerer in die Flucht. In den späten Abendstunden des gestrigen Dienstag wurde die 31 Jahre alte Ehefrau Maris E. aus der Gundelfinger Straße in Karlshorst von einem jungen Burschen angefallen. Der Räuber hatte die Frau an der Kreuzung der Gundelfinger und Dorotheastraße auf einem Fahrrade überholt, sprang plötzlich von dem Rade ab, stürzte sich auf die Frau und ver- sucht«, ihr die Handtasche zu entreißen. Die Ueberfallene wehrte sich nach Kräften und schlug— so gut sie konnte— aus den Räuber ein. Um ihre lauten Hilferufe zu unterdrücken, versuchte der Wege- lagerer. ihr den Mund zuzuhalten. Die Frau aber biß ihm mit aller Gewalt in den kleinen Finger der rechten Hand. Jetzt schrie der Räuber auf, ließ von der Frau ab, rannt« zu seinem Fqhrrahe und sagte davon. Der Bursche, der nichts erbeutet hatte, war etwa 24 bis 26 Jahr« alt, trug»ine braune Lederjacke und dunkle Hose. „Madame hat Ausgang." Titania-palast. Bckncche läßt sich die gnädig« Frau scheiden, um den braven Buchbindermeister zu ehelichen. Aber der Biedere erfennt im letzten Augenblick, daß ein« Heirat zwischen ihnen unmöglich ist. Die Komödie der Franzosen Armont und Gerbidon spielt mit sozialen Tendenzen. Die gelangweilte Bankiersgattin mischt sich als Zofe unter das Volk und muß allerlei entzückend« Wahrheiten über ihr« Geselljchastsschicht hören. Aus dem Spiel wird Ernst, als sie sich verliebt, doch der Ernst löst sich wieder in Spiel auf. Kleinbürgertum und die Welt des Geldes stehen sich gegenüber als Gegensätze, die auch die Liebe nicht überbrücken kann. Die Gegensätze prägen sich bis in die kleinsten Details der Lebenshaltung und Wellanschauung aus. Diese Dinge werden nicht diskutiert, son- dern in Handlung umgesetzt und kommen im Film stärker zum Aus- druck als in der Komödie. Man macht aus dem Stoff eine Filmoperette. Ralph Erwin schreibt ein paar Chansons von gutem, musikalischem Charakter, und die Chansons fügen sich organisch in die Handlung ein, und geben dem Franzosen Albert Präjan Gelegenheit, seine scharmante Grazie zu zeigen. Das Wunder geschieht, daß ein Bühnenwerk durch die Verfilmung nicht an Format verliert. Unter Wilhelm Thiele» Regie wird kultiviert und gut charakterisierend gespielt. Hans B r a u s e w e t t e r ist der klein- bürgerlich« Parstsal, dem die Liebe mit Widerhaken im Herzen sitzt, und Liane Haid trifft die Mischung von Weltdame und sentimcn- totem, kleinem Mädchen. Vorher auf der Bühne das rhythmisch gestraffte Iazzorchester Bela B i z o n y und Albert Prejane in seinem Song aus dem Film „Unter den Dächern von Paris". P. Sch. „Die nackte Wahrheit." LlT. Kmfursiendamm. „24 Stunden werde ich die nackte Wahrheit sogen", diese Wette hat gerade ein geschäfts- und lügentüchtiger junger Mann unter- schrieben, als sein Direktor ihm einen Kunden zuführt. Ihm verrät der Wahcheitssanatiker, daß die Automobile der Fabrik gar nichts taugen und das Werk pleite ist. Der Kunde will fast vor Lachen platzen und ein Riesenauftrag wird abgeschlossen. Abends sagt der junge Mann in der Gesellschaft allen Gästen die Wahrheit. Die Abendgesellschaft fliegt aus und endet mit einer wilden Flucht des Uebelläters. Nach Ablauf der 24 Stunden erklärt dann der junge Mann:„Ich Halls mich verpflichtet, 24 Stunden zu lügen." Alles ist wieder im Lot und der Wahcheitssucher darf sich sogar mit der Tochter des Fabrikdirektors verloben. Wie bissig könnte dieser Film sein! Aber, mgn traut sich nicht, man arbeitet nur ein paar ulkige Momente heraus. Und die rollen unter der Regie von Karl Anton in der jetzt üblichen Manier ab, halb im Lustspiel und halb im Operettenstil. Tibor von Halmay wirkt unendlich komisch. Die Hauptrolle spiell Oskar K a r l w ei ß recht liebenswürdig und mit Routine. Jenny Iu g o gewinnt im Tonfilm von Rolle zu Rolle. e. b. Frauenstimmrecht m 33 Ländern. Mit der Gewährung des Frauenstimmrechts an di« Spanierin ist ein neuer Schrill in der politischen Gleichberechtigung des weib- , lichen Geschlechtes getan. Im ganzen sind es jetzt 53 Länder, in ' denen die Frau dieselben politischen Rechte wie der Mann besitzt. Die spanisch sprechenden Nationen sind noch immer well zurück, und nur ein südamerikanischer Staat, nämlich Ecuador, hat die Gleich- berechtigung der Geschlechter in seine Verfassung aufgenommen. Argentinien und Brasilien erkennen das Frauenstimmrecht nur tn einzelnen Fällen an. Es ist fast 40 Jahre her, daß der erste Staat, nämlich Neuseeland, die Weiblichkell zur Wahlurne zuließ. Das war 1893. Neun Jahre später folgte Australien, indem es den Frauen das Recht auf Sitz und Stimme in allen politischen Körper- schaften einräumte. Finnland folgte 1906, Norwegen 1913, Däne- mark 1915 und Schweden 1918. Di« anderen Staaten, in denen die Frauen die Gleichberechtigung besitzen, folgten erst nach dem Weltkrieg. Darunter befinden sich Deutschland, England, Oesterreich. Polen, Ungarn, die Tschechoslowakei, Kanada, Lettland, Estland, Litauen und Luxemburg. Andere Länder haben den Frauen nur tellweise Gleichberechtigung zugebilligt: so können sie z. B. in Serbien, Griechenland und Belgien nur in der Stadtverwaltung mitstimmen. In einigen Provinzen Indiens haben die Frauen das Stimmrecht sell 1924, aber in ganz Indien hat durchschnittlich nur eine Frau das Stimmrecht auf 20 Männer. Eine deutsche Kunstausstellung iu Oslo. In Oslo wurde di« deussche Kunstausstellung, die von Dr. Ludwig Thormaehlen von der Berliner Nationalgalerie aus deutschen Museen ausgewählt ist, in „Kunstnernes Hus" durch Minister Traedal am Sonnabend eröffnet. Der Maler Jean Heiberg, der Vorsitzende des Künstlerhauses, hieß die deutschen Maler und Bildhauer herzlich willkommen und wies auf die liebenswürdige Aufnahme hin, die die norwegischen Künstler stets in Deutschland gefunden hätten. Der deussche Gesandte, Frei- Herr von Weizsäcker, unterstrich die Bedeutung und den Einfluß, den der große norwegische Maler Edvard Münch aus die deutsche Kunst hatte. Der Ehrenpräsident der Ausstellung, Minister Traedal, be- tonte in seiner Ansprache die Freude über den deutschen Besuch und sprach die Hoffnung aus, daß die Ausstellung die Verbind, mg zwischen den beiden Ländern stärke. Naturmenschen flnd nicht gesünder! Man Ist gern geneigt, an- zunehmen, daß naturnahe Völker gesünder sind als die durch die Einflüsse der Zivilisation entarteten Kulturvölker. Das Gegenteil beweisen aber Untersuchungen, die in Ostafrita an Negerstämmen vorgenommen wurden. Infolge einer unausgeglichenen Nahrungs- weise ssnd sie keineswegs die kräftigen Stämme, für die man sie halten sollte. Die Nahrung der Akikuyu ist zu reich an Kohle- Hydraten und zu arm an Kalk, auch die der Massai crmangelt der Kohlehydrate. Sie müßten mehr Milch und grüne Gemüse essen. Die gewöhnliche Mahlzeit ist eine für Frauen und Männer nach anderer Art zuberellete Hafergrütze, Mais, grüne Blätter und Salz: die Frauen essen auch eisenhaltige Erde und sind dadurch gesünder und kräftiger als die Männer. Eine kostbare Neuerwerbung des Deutschest Museums ist seit Sonntag ausgestellt. Es handelt sich um das vergoldete Bronze- relies einer Maria mit dem Kind«. Di« Madonna weist auf einen schwöbischen, wohl Augsburger Meister vom Beginn des 16. Jahrhunderts. Dr. Fritz Schssf spricht auf Einladung der Bolksbübne Sonn- abend, 16., und Sonntag, 30. Januar, 8 Uhr, im Kunstgewerbemuseum über:„Bildwerk und Musik im 10. Jahrhundert". Ein- latzkarten 0.60 M. Das Theater am Schisfbauerdamm eröffnet unter Leitung von Bernd Hosmann wieder Donnerstag mit der Uraussührung des Schauspiels„D e r Große Krumme" von Hannes Reutter. Friedet Sintz« veranstaltet Donnerstag, 8 Uhr, im Meistersaal einen Goethe- Abend. Parlament des Variete« und„Barieteball". Die diesjährige Berbands- tagung des Internationalen Bgriete-Theater-Direktoren.Vervandes findet am IS. und 80. Januar tn Berlin bei Kroll statt Sie schließt mit dem traditionellen„Barieisball", der großen Beranftaltung der internationalen Artistik am Mittwoch, dem 20. Januar, bei Kroll. ein„Sieg- der ZiGO. Gruppenleitung der Berliner Ehemigraphen erobert. Schon seit Jahren kämpft die„Opposition� in der Mitglied- schaft Berlin des Verbandes der Lithographen und Steindruckcr um die Eroberung der Chemigraphengruppe. In der Jahres- Generalversammlung der Chemigraphen am Dienstag wurde ihr endlich der langersehnte Erfolg beschieden. Die seit zwei Jahren amtierende Gruppenleitung, die aus je zwei SPD.- und KPD.- Mitgliedern und einem politisch neutralen Gruppenvorsilzenden be- stand, wurde nicht wiedergewählt. Die„Opposition" hatte entsprechend der Ausforderung des Führers der NGO. im graphischen Gewerbe, Mahlow, eine rein tomnuxmftifche Kandidatenliste ausgestellt, während die Anhänger der Amsterdamer Richtung die Wiederwahl der alten Gruppen- leitung vorschlugen. Di« Entwicklung der Verhältnisse auf dem Arbeits markt hatte den RGO.-Anlzängern die Bahn freigemacht. An dar Versammlung nahmen von den rund 1S00 organisierten Berliner Chemigraphen(330, also knapp 45 Prozent, teil, darunter über 200 Arbeitslose. Die Wahl siel zugunsten der„Opposition" aus, so dag die Geschicke der Berliner Chemigraphengruppe von nun an in den Händen einer rein k o m in u n i st i s ch e n Gruppenleitung liegen. Die Berliner Chemigraphen, die nunmehr unter der Füh- rung der RGO. stehen, werden bald erkennen, daß diese Leute auch nicht über ihren eigenen Schatten springen können. Einen Vorgeschmack auf die„revolutionäre" Tätigkeit dieser neuen Gruppenleitung bekam man schon in dieser Versamnckung, die die RGO. auf den Schild erhob. Ein in die neue Gruppen- leitung gewähltes RGO.-Mitglied setzte einen Zlntrag an den Ver- bandsvorstand durch, wonach zum nächstmöglichen Termin soviel Verbandsangestellte gekündigt werden sollen, dag auf 1000 voll zahlende Müglieder nur ein Angestellter kommt. Die Durchfühning dieses Antrages würde bedeuten, dag über die Hülste der Verbands- angestellten abgebaut werden muh. Die RGO. ist offenbar der Auffassung, daß die arbeitslosen Verbandsmitglieder nicht mehr betreut werden brauchen und daß im gleichen Verhältnis, wie die Zahl der arbeitslose» Verbandsmitglieder steigt, die Arbeit der „Bonzen" abnimmt. Die arbeitslosen Chemigraphen werden von jetzt an wahrscheinlich der IAH. überwiesen werden. 500 000 Arbeitslose in Spanien. Madrid, 13. Januar. Der. Arbeitsminister schätzt die Zahl der Arbeitslosen in Spanien auf 300 000. Die Arbeitslosigkeit bildet das ernsteste Pro- blem, das gegenwärtig die junge Republik zu läsen hat. AEG.. Brunnenslraße. Donnerstag, 14. Januar, 31A Uhr, bei Carus, Voltastraße 19: Versammlung der SPD.-Gciwssen. SpO.-Fraktion beim Bezirksamt Eharlotlcnburg. Donnerstag. 14. Januar, Schulaula Rosinenstraße 12: Versammlung. Thema: „Was hat der Beamte im Dritten Reich zu erwarten?" Wetter für Berlin: Vewölkungsjunahine, vorübergehende Riederfchlaqsneigung, wieder milder, auffrischende, nach Südwesten drehende Winde'— Zur Deutschland: Im Süden und Osten Fort- dauer des beständigen Wetters, im übrigen Reiche Milderung und Bewölkungszunahme und namentlich im Nordwesten Regenfälle. Im Nordseegebiet stürmisch. Mittwoch, 13. Januar. Berlin. 15.20 Lug. Paul Mennig; Mensch und Maschine. 15.40 Stadtoberapotheker Schneider. Buch: Gifte. 16.05 Aktuelle Abteilung. 16.30 Akademie der Künste; Musikalische Darbietungen nach altamerikaulscben Motiven. 17.10 Rudolf Kayser:„Uralte Wasser steigen.. 17.30 Dr. Wolf gang Merbert: Die Sonate(der dritte Satz). 17.50 Ilcilfron: Rechtsfragen des Tages. 18.30 Dr. Eugen Nesper: Zehn Minuten Funkbilfc. 18.30 Alexander Stern; Königin Luise und Napoleon. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Die Funk-Stunde teilt mit... 19.15 Gute Sehlager. 20.30..Michael Krämer", Drama von Gerhart Manptmann. Regie: Alfred Braun. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Abendunterhaltung. Köuigswustcrhausen. 16.00 Min.-Rat Dr. W. Schellberg: Aus dem Preußischen Kultusjninisterium. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Willy Apel: Die Kunst der Fuge. 18.20 Oskar von Wertheinier: Vom Wesen historischer Größe. 18,40 Prof. Dr. Walter; Land und Leute In Schweden. 19.05 Wetter für die Landwirtschaft. Anschließend: Erich Händeler: Staatspolitlschc Arbeit der Bcamtcngcwerk- schaften. 19.30 Min.-Dir. Dr. Posse: Deutschlands Handelspolitik 1931. 21.15 Prof. Dr. Erich Mareks; Goethe und die Politik. 20.00 Leipzig: Militärkonzert dem Meerwasser spielen, sind alleren Datums, edng« reichen Ks zur Jahrhundertwende zurück. Die Reche der Jahre ist an chnen nicht spurlos vorübergegangen: soziale und politische Wahrheiten sagt man heute in der Literatur, trotz aller Zensurstellen, immerhüi umschweisloser als vor dreißig Jahren, aber wirklich angestaubt sind nur ganz wenige dieser Kunst und gutes Handwerk glücklich mit- einander vereinenden Arbeiten. Hans Bauer. PerantwortL für die Nedaktum: Rich. Bernstein. Verlin; Anzeigen: Th. Glocke» Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berliir. Druck: Vorwärts Buch- dntckerei und Verlagsanstalt Paul Singer Co., Berlin SW 68. Lindenstr. 8. Hierzu 1 Beilage. Staats Thealer Mülwoch, den 15. Jana&r staatsoper unter den Linden 19 Uhr ßie Heistersinger von Nflrnberg Staill.Stospielbaüs usndarmenmarht. 20 Uhr !|l|] Schiller-Theater Lharlotttnbarj. 20 Uhr Die göttliche Jette WM 'Garten- Fiaia 3434 Raudien etlauM �lexö: See'UorcUen Manchmal drängen sich bei der Lektüre der im Albert Langen Verlag, München, erschienenen„S e«- N o v e ll e n" des deutsch- schreibenden dänischen Dichters Martin Andersen Nexö Er- innerungen an die Südsee-Geschichten Jack Londons aus. Aber es sind nur 2lnktänge: Die Gegend um Bornholm herum, die das Zentrum der meisten Nexäschen See-Novellen abgibt, ist kühler und nüchterner als subtropische Gestade mit ihren Haien, Wirbelstürmen und Menschenfressern es sind, und Nero selber ist nicht wie London ein sentimentloser Reporter in glichende Farben getauchter Erotik, dafür aber ein tapferes Kämpferherz und ein mutiger Streiter für Humanität. Er wendet sich gegen Bigotterie und pathslogifche Aus- wüchse der Religiosität, gegen Untertanengesimiung und Duellunfug und manches andere Bekämpfungswerte mehr. Eine der Novellen ist besonders packend und hintergründig: die von den armseligen Fischern von Kaas, die, wie die Spinne im Netz, auf Nebel warten, der ihnen havarierte Schiffe an die Küste treibt, deren Kapitäne sie dann nach Strich und Faden schröpfen und sie schließlich„gerupft und ausgezogen bis zum'Kielschwein" wieder aus dem ungastlichen Hafen hinausbugsieren. Die meisten dieser Novellen, die übrigens nicht durchweg auf 20 Zigeunerinnen spielen, „Zemganno's" fllogende leuchtende Menschen am Lulttrapez Im dunklen Raum und weitere Varieid-Neoheltenl Stadl. Oper Charlottcnbur; BismarckstraBc 34 Mitiwoch,13.(anuar Turnus I Anlang 20 Uhr Das Rheingold Ende nach 22 Uhr. Volhsbiltine Tlitalei am Bülavplat; B Uhr Die Groülterzogln von sieroisieln Staall. Sdiülcr-Itieater 8 Uhr sie aamidie feite nserake im Vorwärts sichern Erfolg! rtörtl Ho»( i PILSATOR am Halleschen Tor Jeden Donnerstag Ein Jubel— Ein Trubel Großer BccMhier- Ausstoß Schweineschiachten Verstärktes Orchester Ein!)ei!sverbagdd.E!sea&aliner fl Dsuisdilands, onsoruppeBariln Der Mitgliedschaft zur Nachricht dah unser Kollege Kurl Kuhnhe Pensionär, früher Beiriebsarbelier im Wagenroerk Lehrter Bahnhof, am 10. Januar verstorden ist. Ehre seinem Andeuten. Die Berdigung findet am 14. Januar, nachmittags 3la Uhr, In Fallen see, Friedhol Äretnmenet Straße, statt. Rege Beteiligung erwartet Die OrisverwaUoBg. Adolf Boese Uhrmacher und Juwelier NW 40. Alt-Moann III, Tel. Moabit 0272 Reichhaltiges Lager in Uhren. Juwelen, Gold-, Silberwaren und öestedee. Preiswerte GesAenkartikel für tede Gelegenheit. Reparaturwerkstatt für Uhren und Goldwaren, erstklassig und billig. Taachen-FliTcn.... 91k. 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Berelfon� ✓ Aatozubchör Grofc-Dampf-Volkanitleraiistal; nVorwärts,'-Leser, kauft bei unseren Inserenten! (Beilage Mittwoch, 13. Januar 1932 LlVÄbpnö Spöiiu�qa&ä Ja,[ottcäfü tine Woche Sibirienexpreß Kofi gen von einer Steife nach Japan/ m&m 3>ringsheim vokio Mcm sieht nicht viel vom Sowjet-Reich in einer Woche, die man im Expreß von einem Ende beinahe ans andere, von der polnischen zur chinesischen Grenze fährt. Nicht viel— und unendlich viel. Im Vorüberfahrcn, Aufenthalt sieben Stunden, nimint man den überwältigenden Eindruck von Moskau mit. Bald hinter Moskau, auch wenn zum Ural noch mehr als vierzig Bahnstunden sind, beginnt jene Welt, die sich unermeßlich, unvorstellbar riesen- Haft, bis zum Großen Ozean erstreckt: Sibirien. Sibirien— düsteres Wort: der Name lädt nicht zum Ver- weilen ein. Aber der Reisende sieht's der Gegend nicht an. wie sie zu ihrem schlimmen Ruf gekommen ist. Dauerte die Fahrt nur ein, zwei Stunden, er könnte nichts anderes sagen als:„W e l ch freundliches Ländchen!"—, nach dem Charakter der Landschaft zu urtellen, deren Anblick sich ihm auf beiden Sellen des gemächlich cinhcrcilcndcn Zuges bietet, und der Menschen, wie sie, scheinbar nur zu seinem Empfang, in allen Stationen-wartend auf den Bahnsteigen herumstehen und-sitzen, als wäre geduldig Warten der beste Teil ihrer Bestimmung. Oder freilich, manche kommen auch näher heran und bieten die Gaben ihrer Wirtschaft an: Brot, Milch, Eier, auch gebratene chühner. Sie tun es mit ergebenem Gemurmel, mehr Frage als Aufsorde- rung, ohne Dringlichkeit und durchaus ohne Eifer, dem Konkurrenten die Käufer abzujagen. Für die Reisenden eine ernste Frage: die Ernährung. Wer nicht gut beraten, seinen Proviant für acht Tage mit sich führt, der ist dankbar für alles, was die Bevölkerung für ihn bereit hält, und willig oder unwillig gibt er dafür das t e u r e R u b e l g e l d, das er zum amtlichen Zwangskurs hat erwerben müsien(1 Mark— 45 Kopeken). Denn von der Wahl, die ihm sonst nur bleibt, wird er nicht satt: vom Essen im Speisewagen. Nur das Ungenießbare fei quantitativ zureichend, wurde mir von solchen versichert, die dran glauben mußten. Stünde es um die Verpflegung— sie bleibt der einzige dunkle Punkt— so gut wie um die Einrichtung und Ausstattung der Schlafwagen und um die Ordnung, in der diese gehalten sind: dem anspruchsvollsten Mitropa-Habllue würde zu seinem Glück nichts Wesentliches fehlen. Auch die hochgewachsene, immer lächelnde Amerikanerin fehlt nicht, in deren Abteil dle Krcislcr-Plotte �»nicht stillsteht. � r-. Neun Sprachen waren in meinem Wagen vertreten: Russisch— dies freilich allein durch den Schaffner, den keiner und der keinen von den Reisenden versteht, ein Umstand, der den Verkehr zwischen Publikum und Behörde wesenllich vereinfacht—, Japanisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Rumänisch, Holländisch, Deutsch. Ich war, das Bild einer wahrhaft internatia- nalen Gesellschaft bescheiden ergänzend, der einzige Repräsentant des deutschen Volkes. Dreimal immerhin bin ich unterwegs deutsch angesprochen worden. Der erste, der mein Ohr durch heimallich vertraute Klänge überraschte, irgendwo zwischen Wiadka und Perm, tat es obendrein in reinstem Sächsisch: er kam geradewegs aus Dresden, der unternehmende junge Mann machte die ganze Tour in einem Russenwagen mit. Der zweite, schon auf asiatischem Boden, gehörte einer deutschen Siedlung an: Eingewau- derte, alt eingesessen, eine Gemeinde für sich, mll eigener Schule und Behörde. Der dritte, ehemaliger Kriegsgefangener, stammte aus Reichenbcrg: in ihm durfte ich gar einen Kollegen begrüßen, er war Kapellmeister in einem o st sibirischen Rcgi- ment, auf einer Urlaubsreife noch Leningrad begriffen... Das ist alles. Aber man sitzt nicht hier und durchquert halb Asien, um sich an deutschen Lauten zu erlaben. Man sährt und fährt, Tage, Nächte, durch Westsibirien zunächst, ewig dahin zwischen dichtbelaubten Birkenwäldern. Zwischendurch freilich gibt es auch Nadelholz, Felder, Wiesen, parkähnlichc Gelände, von Gebüsch und Baumgruppen sanft belebt. Nur strecken- weise unterbricht Steppenöde das Einerlei des anmutigeren Landschaftsbildes. Ohne Zweifel tut sie's nur zum Zweck der An- rsgung und Abwechslung, ihre Funktion im fließenden Band der un- ablässig vorüberziehenden Szenerie ist etwa die der Oase in der Wüste oder die der einsam auftauchenden Insel im Ozean. Und immer wieder leuchten aus der Ferne die weißen Türme und grünen Kuppeln der K l o st e r k i r ch e n, Wahrzeichen des alten Rußland. Friedlichste Natur, freundliche und keineswegs schreckliche Land- schaft— friedlich-sreundlich, doch, wenn man dran denkt, wohl ein bißchen erschreckend in ihrem unwahrscheinlichen, schlechthin über- natürlichen Dimensionen. Es ist wie Grenzenlofigkeit der Zeit und des Raums, die sich sacht um den Reisenden breitet und dies Gesühl einer Un- endlichkeit, die sich in so einnehmenden Formen, so ganz unfeierlich, unpathetisch und ohne Ewigkeitspose mitteilt,— dieses Gefühl, oder richtiger vielleicht, die Suggestion dieser Vorstellung, wirkt un- beschreiblich ausruhend, entspannend, distanzierend von allen Unter- grundbahnsorgen und Premierenfreuden der Großstadt. Ferne, ob- geschiedene, sreundlich-primitive Welt,— aus der Verschlafenheit des tiefen Friedens, der sich in den Gesichtern ihrer Bewohner, in diesen Dörfern mit den hölzernen Einfamilien-Boracken malt, hat auch der Weckruf der Moskauer Diktatur, so wenigstens scheint es dem Durchreisenden, sie nicht aufzuscheuchen vermocht. Hie und da assoziiert sich dem Anblick landwirtschaftlicher Ma- s ch i n e n, die eben verladen werden, der Klang des Wortes „Fünfjahrplan". Und nur in einem wird immer wieder der befehlende Wille der Zentralgewalt symbolisch sichtbar: in der e i n- heitlichen„Mostauer Zeit", die alle Bahnhofsuhren von Njegorcloje bis Mandschuria regiert. Das heißt: soweit welche vor- Händen sind und obendrein richtig gehen: von diesen notwendigen Voraussetzungen ist die erste nicht oft, die zweite nur ausnahms- Iveis« erfüllt. Begriff mid Gesetz der Zeit sind hier andere als bei uns: vier, Jönf Stunden Verspätung— eine Bagatelle, von der mau kaum Notiz nimmt.(Aber der ch i n e s i s ch e A n s ch l u ß z u g, der in Mandschuria geduldig wartet, holt in 24 Stunden alles ein.) Wo der Sibirienexprcß hält— nicht nur an wichtigen Plätzen, auch im kleinsten Nest, manchmal auch auf freiem Feld—, da ist es, als sollte es nie wieder weitergehen. Nichts in der Welt ist mit der Langsamkeit zu vergleichen, mit der, endlich, nach einem Aufenthalt, dessen Sinn und Notwendigkeit niemand begreift, die Lokomotive sich keuchend und unter heiserem Gekrächz in Bewegung setzt. Und nichts wirkt so ansteckend wie Tempo. Man war aus- gestiegen, um ein paar Schritte zu- gehen, ein bißchen Luft zu schöpfen, vielleicht auch Brot oder Briefmarken zu kaufen, bis zum letzten Augenblick ist mass draußengcblieben, und langsam, in aller Ruhe besteigt man das Trittbrett des schon fahrenden Wagens. Namenloses Mißgeschick, wenn man doch einmal zu spat käme. Aber keine Sorge: keiner bleibt zurück, alle kommen mit. Ohne Hast, ohne Aufregung. Und ganz ohne Geschrei. Wunderbares, märchenhaftes Land, in dem nicht geschrien— nicht augeschrien wird. Könnte man etwa eine Woche in unserem Laich, einen halben Tag in unserer Stadt verbringen, ohne ein einzigesmal dabeizusein oder dazuzukommen, wie irgendeiner irgendeinen anbrüllt— und jeder befindet sich zu diesem in dem Verhällnis, dos zwischen deutschen Menschen nun einnial das ewig Gottgewollte ist: im Ver- hältnis von Vorgesetzten und Untergebenen? Nicht auszudenken, wieviel solcher Erlebnisse der Rote Platz stündlich zu bieten hätte, läge er an der Spree. Ich weiß nicht, ob Moskau die Vorgesetzten abgeschafst hat. Jedenfalls, man hört sie nicht schreien.(Dafür, kleiner Ausgleich, hat das neue Rußland die GPU., die man— nicht sieht.) Sieben Tage Sibirien-Expreß, eine Woche, erholend wie eine Badekur, um es mit einem klassischen Wort zu sagen,— au Bädeker-Sensationen bietet sie nicht viel. Immerhin gibt es auch— und weim man weiter nack) Osten vordringt— landschaftliche Sehenswürdigkeiten von Rang: Berge, Seen, Täler. allerlei malerische Alpeirromantik. Vom Baikal, gar wenn er sich, wie ich es traf, in hochprozentiger Mondbeleuchtung prüfen- tiert, nicht erst zu reden. Seine vst besungene Herrlichkeit bedarf keines empfehlenden Wortes. Da muß man entlanggefahren fein. Jeder einmal am Baikalsce! dm rufitfehen QeMebe 3. �eil des �Berichte von dCermann Srny Seckenheim SCtvei llloualc auf dem JCniulc Man muß das flache Land sehen und kennen, um eine gc- naue Vorstellung von den russischen Lebensverhältnissen zu erhalten. Das russische Dorf befindet sich in der großen U m w ä l- z u n g. Der russische Bauer verläßt seine Scholle, nicht räumlich, er kann im selben Dorfe bleiben, sondern wirtschaftlich: er wird vom Eigentümer zum Arbeiter in der Produktionsgenossenschaft. Er macht diesen Uebcrgang teilweise unter dem unmittelbaren Zwang der Staatsgewalt, teilweise aber unter dem Zwang seiner Wirtschaftsnot. Er will von seiner rückständigen landwirtschafllichen Technik,- von seinem hölzernen Pflug flüchten, er will und kann das Risiko seines ärmlichen Wirtschaftens nicht mehr tragen. Indem er seine wirtsckjastliche Unabhängigkeit aufgibt, hofft er aus die Unterstützung des Staates. Wer nun in Rußland auf dem flachen Lande lebt, bemerkt sofort zwei Eigenheiten im Leben der Kollektivwirtschaften(Kolchosen): 1. In das Dorf ist die neue landwirtschaftliche Technik eingedrungen. Neue Maschinen amerikanischer, deutscher, aber bereits auch russischer Herkunst nehmen den russischen Boden in Angriff. Es wird der Versuch unternommen, die landwirtschajt- liche Technik gründlich, vollständig umzuändern. Die Landwirtschaft soll mechanisiert werden. Man begreift wohl, wie schwer es ist, diese riesige Umwandlung in dem unermeßlich weiten Rußland durchzuführen. Die Versorgung mit den Maschmen reicht selbstver- ständlich nicht aus. Der von seiner Scholle weggerissene Bauer kann sich an die kollektive Bewirtschaftung schwer anpassen. Die Folge ist die Krise dar landwirtschaftlichen Produktion, vor allem der Rückgang des Viehbestandes. � 2. Diese Krise bedrückt stark die Lebensverhältnisse auf dem flachen Lande. Die Dürftigkeit der Lebenshaltung und der Ernährung der Bauern in der Kollektivwirtschaft ist er- staunlich, wie auch seine Bedürfnislosigkeit..Ich habe während zweier Monate, die ich in der Umgebung Moskaus verbracht habe, gesehen, wie der Bauer sich in der Kollektivwirtschaft ernährt. Morgens ein Stück Brot, trocknen Fisch, zum Mittag Kohlsuppe mit etwas Rahm, abends ein Stück Brot und ein Glas Milch oder Tee. Man sagt jedenfalls, daß Zentralrußland seit jeher ein armes Land, mit tieseni Lebensniveau der Landbevölkerung ist. In Süd- und Ostrußland soll es anders, besser gehen. Aber auch wenn man das weiß, bleibt diese Aermlichkcit doch erstaunlich. Man bemerkt aus der Nähe die tiese Erschütterung der russischen Bauernschaft. Die alte Lebensordnung ist zufammengebrocken Die ehemaligen Landarbeiter und die Klein- dauern fügen sich ziemlich leicht in die neue Kollektivwirtschaft. Sie haben wahrhaftig nichts zu verlieren gehabt. Anders steht es mit den Mittelbauern, zahlenmäßig und wirtschaftlich der stärksten Schicht der russischen Landbevölkerung. Die können sich mit der neuen Lage in der Kollektivwirtschaft noch nicht abfinden. Die Bauern, die in die Kolchosen nicht eingetreten sind, fühlen sich durch die Bevorzugung der Kollektivwirtschaften benachteiligt. Da- gegen die Mittelbauern, die unter dem Druck der Wirtschaftskrise oder unter dem Zwange der Staatsgewalt in die Kolchosen ge- kommen sind, können ihr freies Eigentum, das ihnen die Revolution gegeben hat, kaum vergessen. Nur der rasche Auf- stieg der neuen Technik und Hebung der Lebensgestaltung würden sie in das neue Wirtschaften zufrieden machen können. Ich habe gehört, daß unter diesen Mittelbauern Unzufriedenheit herrscht. So- weit ich das Alltagsleben der Bauern verfolgen konnte, habe ich ungefähr dieselbe Beobachtung gemacht. Jtus dem Melriebsleben Wie sieht das russische Betriebsleben im Vergleich mit dem deutschen aus? Andere Technik, andere Menschen, andere Be- triebsordnung. Der russische Arbeiter arbeitet weniger pro- d u t t i v(geringere Leistung) und weniger intensiv(ge- ringerer Krafteinsatz) als der deutsche. Das ist sicher nicht seine Schuld. Solange der russische Arbeiter diese in Rußland besonders schweren dreizehn Jahre ununterbrochen in Betrieb war, ist seine physische und Nerventraft stark verbraucht durch Hungcrjahre. Entbehrungen. Erschütterungen verschiedenster Art usw. Die nun vom flachen Lande kommenden Arbeiter können auch nicht ihre zwar nicht verbrauchte, aber nicht geschulte Arbeitskraft richtig und voll verwenden und verwerten. Dazu kommt noch für die schwere und qualifizierte Arbeitsleistung ungenügende Er« n ä h r u n g: der russische Arbeiter bekommt zu wenig Fleisch und Fett. Seine Muskel- und Nervenkraft bleibt von vornherein bc- schränkt. Die schwache technische Borschulung, Mangel an technischer Geschicklichkeit, fallen auch in die Augen. Ich glaube nicht, daß der russische Arbeiter, trotz seiner ursprünglichen Intelli- gen; und seines kulturellen Aufstiegs in der Revolution, mehr als 50 Proz. der Ou-alifikation des deutschen Arbeiter besitzt. Die Frage der technischen Gewandtheit und Schulung ist deshalb die Schicksals- iragc des Fünfjahrplans. Seine Grenze liegt sicher nicht in der Rohstoffarmut, sondern in den Menschen selbst. Eigenartig sieh't in Rußland die Rationalisierung aus. Die Technik steht noch nicht hoch genug, um aus sich selbst, aus der Art des Arbeitsverfahrens die Arbeitsleistung zu steigern. Der russische Arbeiter steht deshalb imtcr geringerem Druck der Maschine als der deutsche. Auch das Antreibersystem, die Bcaufsichti- gung durch den Werkmeister, führendes Betriebspersonol, ist dort nicht so stark ausgeprägt und arbcitshetzend wie bei uns. Es muß übrigens gesagt werden, daß im russischen Betrieb die soziale K l u f t zwischen dem Arbeiter und dem Betriebsleiter nicht fühl- bar ist, ein kameradschaftlicher Ton schaltet die scharfen Gegensätze aus. Aber der erschöpfende Kräftoaufwand koinnit in Rußland von anderer Seite her: alle Mängel der technischen Apparatur müssen durch die physische Anstrengung und Ueberanstrengung ausgeglichen werden Wo die Maschine versagt, muß der Mensch ein- springen, er ist in diesem Fall der Leidtragende für die rückständige Technik, aber die physische Kraft wird eingesetzt auck) um die Mängel der Qualifikation zu decken. Das Anspornen zum größeren Kraft- aufwand und gesteigerter Produktivität kommt aus dem Innern des Betriebes heraus durch die sogenannten„Stoßbrigaden", die die höheren Musterleistungen vollbringen Auf solche Weise entsteht der Zwang zur größeren Arbeitsintensität für die ganze Belegschaft, oft ohne Rücksichtnahme auf technische und physische Möglichkeiten. Der dadurch entstehende rasche Verbrauch der Arbeits- kraft ist nicht zu bestreiten. Es muß anerkannt werden, daß die Arbeiter an ihrem Be- trieb auch innerlich hängen. Der Betrieb steht inmillen des öffentlichen, gesellschaftlichen Lebens der Arbeiterschaft. In ihm und um ihn wird die Bildungsarbeit, technische Schulungsarbeit usw. geführt. Beachtenswert ist die Tätigkeit der A r b e i t e r k l u b s, die kulturell Hervorragendes leisten, dem Arbeiter die Freistunden vernünftig ausfüllt und ihn von der Kneipe abhält. Was aber einem deutschen Arbeiter und Gewerkschafter im russischen Betrieb sofort ausfällt, ist die eigenartige Stellung der Gewerkschaft. Man bemerkt von ihr' nicht viel, sie tritt hinter die Betriebsleitung zurück. Der Schutz der Arbeitskrast wird ziemlich lahm betrieben, die Gewerkschaft ist in die wirtschaftstechnischen Dinge stark einge- spannt. Den Kern der gewerkschaftlich geschulten und gestählten Funktionäre, die den Schutzwall der Arbeiterschaft bilden, habe ich kaum bemerken können. Es fehlt eben die selbständige proletarische Klasscnorganisation, der Staat läßt sie nicht aufkommen. Der deutsche Gewerkschafter fühlt sich im russischen Betrieb aus seiner kämpferischen Atmosphäre herausgerissen. Er sieht die Organisationslcistung und die Erziehung zur Klassen- sulidarität nicht, an die er gewöhnt ist. Es ist eben eine„Werks- g e m e i n s ch a f t" da, in der etwa 10 bis 20 Proz. organisierter Kommunisten tonangebend sind, die anderen stehen beiseite. Der deutsche Arbeiter sieht sich im russischen Betrieb innerhalb einer durch die Halbbauern stark durchsetzten Masse, die weder den aus- geprägten proletarischen Charakter der deutschen Betriebsbelegschaft noch ihre Klassenerfahrung hat, eine andere Welt steht da mit anderer Vergangenheit und anderer Gegenwart. Wer das russische Volk aus unmittelbarer Nähe kennenlernt, wird es schätzen und lieben müssen. Die Reise eines deutschen Ar- Arbeiters nach Rußland erzieht weiter zur internationalen pro- letarischen Solidarität. Wir wollen und müssen das revolutionäre Rußland von allen Angriffen von außen schützen. Aber der Ausent- halt in Rußland gibt auch eine genaue Vorstellung von den russischen Lebensverhältnissen. Nun, Rußland ist kein Wunderland und kein Paradies, sondern ein armes Land, wo unter schwersten Entbehrungen hart und bis zur Erschöpfung gearbeitet wird. In Rußland ist zu lernen, nicht wie man den Sozialismus aufbaut sondern wie man das Alte abschüttelt. Die deutsche Arbeiterklasse braucht keine Illusionen über Rußland, sie will Wahrheit dar- über wissen. In jenem unerbittlich harten Kampf, den die deutsche Arbeiterschaft heute um ihre Lebensrechte führt, würden Illusionen über Rußland zu Selbsttäuschung und Krästeablenkung führen. Zwei Jahre Rot-Sport in Thüringen Wie die Kommunisten abwirtsdiatten Im„Thüringer Arbeitersport", dem bundestreuen Organ des tandeskartells Thüringen, wirb eine Bilanz über zwei Jahre Rot-Sport in Thüringen gezogen. Mir großem Tamtam und vielem Geschrei wurde vor zwei Jahren mit der Spaltungs- arbeit durch die Kommunisten begonnen. Wer sich von den KP2.> Sportlern, soweit sie führende Funktionen im Sport innehatten, gegen den Wahnsinn der Spaltung wandte, flog aus der Partei hinaus, die anderen waren im Handumdrehen„rote Sportler" ge? worden und stürzten sich mit Feuereifer in den Kamps! Spaltung im Arbeitersport um jeden Preis war die Parolel Ueber das Er- gebnis dieser verbrecherischen Tätigkeit schreibt die Zeitung: „Mit Festreden und großer Schn... allein gewinnt man keine überzeugten Arbeitersportler. dazu gehört mehr. Einen Verein airf- bauen, ihn vorwärts bringen und erhalten, dazu gehört viel Klein- arbeit, viel Opferwillen, und der fehlt meistens diesen Helden. So- lange ihre Arbeit gut bezahlt wird, sind sie auch einmal, wenn es verlangt wird, Sportler, diese Heil-, Eier- und Zimmermänner im Zusammengefaßt kann also gesagt werden: Friedmann, Heil- mann, Eiermann, Zimmernrann, sie sind nicht die Leute, die die große bundestreue Arbeitersportbewegung stören können. Bc- schränkt aus den Bezirk Gotha-Erfurt, und auch dort sehr schwach, wird„Rot-Sport" den Ansang und das Ende zugleich erreicht haben. Die kleineren Stänker in anderen Bezirken werden nicht groß wer- den, erstens ist hier der Boden für sie nicht fruchtbar, zweitens ist der Stamm, dem sie abgekeimt sind, von innen heraus faul. So sieht in Wirtlichkeit der„unaufhaltsame stürmische Bor- marsch" des kommunistischen Sports aas. Nach Z�jähriger Arbeit weist die Bilanz für Rot-Sport in Thüringen eine jammervolle Pleite auf. Rot-Sport und Hipp-Hipp-Hurra Die Gemeinschaft der Bereine des kommunistischen Sportverbandes mit dem bürgerlichen Sportlager hat in Thüringer Landtag. Eine Vergangenheit haben diese Leute in den � Griesheim bei Darmstadt einen besonders eindrucksvollen Er- Arbeiterorganisationen nickst. Was haben sie nun erreicht in Thü- folg zu oerzeichnen Dort hat der R o t° S p o r t v e r e i n Fr. ringen? Im Westen Thüringens haben sie noch einige Vereine Sportvereinigung Griesheim mit seiner 1. uchd 2. Mannschaft mit dem bürgerlichen Griesheimer mühselig erhalten, so weit sie nicht schon einzeln oder im ganzen zu den Bürgerlichen überliefen, wie es im Reichs sehr oft geschah. Auch im Weißenselser Bezirk sind einige kleine Dereine noch bei chnen. Durchweg sind dort aber 90 Prozent der Vereine dem Bund treu geblieben, obwohl die Vereinsfunktionäre und Mitglieder in überwältigendem Maße Mitglieder der KPD. sind, vernünftigerweise aber dem Spaltungsverlangen der KPD.-Führung nicht nachgaben. In den meisten Bezirken, vor allem im Osten Thüringens, von Weimar, Saalfeld bis Altenburg, ebenso in ganz Südthüringen, da ist auch nicht ein Hauch von ihnen zu spüren. In Greiz, Pößneck, Neustadt und Zeulenroda sind kleine Gruppen, sonst sind sie tot. Und wie hat Friedmann in Greiz und anderen Orten aufgetrumpft. Nichts ist geblieben. Das bedeutet nicht etwa, daß in den Vereinen keine kommunistischen Sportler mehr sind, im Gegenteil, sie ziehen es aber vor, zu schweigen und die Friedmänner schön unter sich zu lassen. Was bedeutet es schon bei rund 100 000 Arbeitersporttern, wenn sich da einige hundert oder auch tausend absondern? Eines nur, sie schaden der Arbeiterbewegung und helfen dem Bürgertum. Was ist das für ein„Erfolg", wenn der Bund in Thüringen rund 800 Vereine zählt und die KPD. annähernd 50 bis 60 meist sehr kleine Vereine und Gruppen neu gegründet hat. Für eine Bewegung, die nun seit 21/2 Jahren besteht, die von Fried- mann u. Co. mit solchem Geschrei gegründet wurde, ist das eine jämmerliche Pleite. Allein in Gera, der Zentrale des Arbester- fports, haben sie nicht einen einzigen Verein; sie haben keinen Einsluß und wagen mit keinem Wort den Unsinn ihrer Partei- leitung zu vertreten. Wenn Kommunisten überhaupt noch Funktio- näre in der Arbestersportbewegung sind, dann sind es fast durchweg Genossen der Opposition." Fußballverein Viktoria Spiele zugunsten der Winter- Hilfe ausgetragen. In einem gemeinsamen Schreiben haben die zwei Verbündeten sogar die bundestreue Freie Turnerschaft Griesheim und den Ortsverein der Deutschen Turnerschaft aufgefordert, im Rahmen der V e r b rü d e r u n g a k ti o n von Rot-Sport und Hipp-Hipp-Hurra ein gemeinschaftliches Hand. ballspiel durchzuführen. Die Freie Turnerschaft hat den Korrumpierungsversuch der Kommunistensportler und ihrer Hurraschreier kurz und bündig abgelehnt und die sozialdemo- kratische Tageszeitung„Hessischer Volksfreund" hat den Kommunisten ihre Charakterlosigkest aufgezeigt. Dafür wurde der„Hessische Volkssreund" in den voller Lob strotzenden Berichten der bürger- lichen Presse über die Spiele zwischen Rot-Sport und Hipp-Hipp- Hurra oerhöhnt. Nachdem die Frei« Turnerschast die Beteiligung am Verbrüderungsrummel abgelehnt hatte, haben der kommunisti- sche und bürgerlich« Sportverein noch ein gemeinsames Schreiben an sie gerichtet mit dem Ersuchen, die Zugkraft der gemeinschaft- lichen Spiele doch nicht etwa durch Ansetzung einer eigenen Ver- anstalwng zu ieeinträchtigcn. Die Nichtbeteiligung der Freien Turnerschaft wurde in dem Schreiben sehr bedauert. Die ganze Angelegenheit ist ein« der traurigsten Erscheinungen des kommu- nistischen Sportverbandes, bewegt sich aber ganz in der Linie der Kommunistischen Sportinternationale. Rot-Sport führt in diesem und im nächsten Monat eine besondere„Einheitsfrontaktion" durch, zu der er in den Verbandsvereinen der Zentralkommission für Ar- beitersport und Körperflege Dumme sucht. Man schicke die Einheits- frontapostel auf schnellstem Wege dorthin, wohin sie gehören, zu den Bürgerlichen, ihren lieben Freunden. lAist�oses Eishockey BSC. gewfnni gegen Gota 3: 1 Im Sportpalast spielte gestern die Eishockeymannschaft vön G ö t a- Stockholm gegen den Berliner Schlittschuhklub. In spieltechnischer Hinsicht gab es eine herbe Enttäuschung, denn beide Mannschaften zeigten ein recht lustloses Spiel, bei dem unter den einzelnen Akteuren oft jeder Zusammenhang sehtte. Man kann es fast als Glück bezeichnen, daß die deutschen Spieler nicht zur Winterolympiade nach Amerika fahren, denn bei der gegenwärtigen Form hätten sie auch nicht die geringste Chance gehabt. Die Schweden zeigten nicht viel: allein Sucksdorff im Tor konnte sich wiederholt auszeichnen. Den Berlinern merkte man allzu deutlich an. daß sie von den vielen Spielen der letzten Zett ermüdet sind. Im ersten Drittel spielte sich Jänecke einmal schön durch, kurz vor dem Tor gab er zu Brück, der mühelos ein- sandte, und Bell konnte bald darauf auch den Zwesten Treffer anbringen. Nach uninteressantem und torlosem Zwesten Drittel gab es im letzten Abschnitt energische Angriffe der Schweden. Durch einen Weitschuß von Johansson holten die Gäste ein Tor auf, dann artete der Kamps etwas aus. Nachdem Bigelow auf eine Minute herausgestellt worden war, war der Schlittschuh- klub recht agressiv, und durch einen Prachtschuß von Jänecke wurde das alte Verhältnis wiederhergestellt. In der ersten Pause zeigte die junge deutsche Meisterin Edith Michaelis ihre Kür, die zu Beifall Anlaß gab Sehr zu gefallen wußte auch das Meister- paar Fräulein Hempel-Weiß, das in der zweiten Pause seine M<