Morgenausgabe Nr. 23 A 12 4y.Itchrg/, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich dasRccht der Ab» lehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Zentrawesan der Sozialdemoksatiftbe« Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 gernspr.l Dönboss(A T) 293—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin, Vorwärts-Verlag G. m. b. H. VostscheckkoMo: Berlin 97 599.— Bankkonto: Äankdcr Ardelicr, Ängislcllteu und Beamten, Lindenstr. g Dt B.u.DlSc..Gei, Deposttenk.,L«ruIalemer Sir. KS/eü. Eiserne Front marschiert! Riesige Kundgebungen in Hamburg. Hamburg, 14. Ianuar.(Elgeubericht.) Hamburg hol am vonaerslagabcud die gewaltigste Saal- kundgebuug aller Zeilen erlebt. Die Eiserne Front ist mit dieser Kundgebung vor und von den Masten der Hamburger Arbeitersrhasl geschlossen worden. Die drei gröhtea Säle Hamburg» reichten nicht aus. um die Masten zu fassen. Im Grasten Saal de» Gewerkschaslshanse» muhte eine Parallelversammlung durchgeführt werden. Es waren schohungsweise 30 000 Personen, die sich zu den Kundgebungen eingefunden halten. Zu den Massen sprachen der Bundesführcr des Reichsbanners 5) ö l t e r m a n n und der Führer der Arbeitersportler W i l d u n g. Bon stürmischem Beifall empfangen und iinmer wieder unter- brachen führte höltermann u. a. aus: Die Nationalsozialisten sind nichts anderes als die Büttel der wirtschaftlichen und politischen Reaktionäre. Nachdem die Republikaner sich 1S24 ausgerafft hatten, haben sie dann jahrelang die Entwicklung dieser Kampfpartei des Kapitalismus allzu gleichmütig aufgenommen. Der 14. September 1930 brachte dann das große Erwachen. Zugleich bot sich Hitler eine große Chance. Er hat sie verpaßt und nur einmal bietet die Geschichte einer solchen Bewegung eine so günstige Stunde wie damals. Diese Stunde wird nicht wiederkommen, denn wir sind da, wir deutschen Arbeiter und Republikaner! ?ch kann ober nicht verstehen, wie ein Staat sich die Organi- sation des Gewaltkampfes durch die Hitler-Partei gegen ihn gefallei losten kann. Es ist weit gekommen, wenn ein Republikaner fest- London, 14. Januar. Die halbamtliche Reuter-Agentur meldet: Obwohl es unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht so aussieht, als ob ein« endgültige Regelung der Reparationsfrage erfolgen könnte, würde doch, wie man zu wissen glaubt, die englische Regierung mit eiuer Zwischeulösung allein nicht zufrieden sein, die nur darauf hinausläuft, daß man auf der Stelle marschiert. Die zuständigen amtlichen britischen Kreise unterstützen einigermaßen die Ansicht, daß ein langfristiges Moratorium nicht genüg«: wenn man jetzt keine endgültige Regelung erlangen könne, so wäre es besser, einen vergleich zu schließen, der die Endlösung beschleunigt anflatt sie zu oertagen. Dieser Ansicht dürft« es zuzuschreiben sein, wenn die englische Re- gierung das ReparaLoasproblew studiert und ihre Bemühungen genommen werden kann, weil er einen republikanischen Minister hochleben läßt. Es fehlt nur noch, daß ein Minister festgenommen wird, weil er Republikaner ist. Wir erklären ganz nüchtern: Wenn der Staat nicht seine Pflicht tut, müssen wir uns selbst Helsen, um die politische Freiheit zu sichern. Wir sichern damit den Staat als die Voraussetzung des sozialen Volksstaates. Mit aller gebotenen Energie werden wir diesen Kampf führen. In den nächsten Tagen werden in die Schuso-Abtei- langen des Reichsbanners 100 000 aktive Arbeilersporller eintreten, wenn das nicht genügt, dann rufen wir das zweite hunderttausend. Daneben treten eine Million Gewerkschaftler in die Front ein. Die meisten in unseren Reihen sind erwerbslos.„Wie viele sind es hier?" rief höltermann aus, und mehr als die Hälfte der Zehntausend erhob die Hand! Wer uns. der Arbeiterschalt, die Freiheit rauben will, der muß zuvor mit uns kämpfen. Denen, die ihren Spott über die Eiserne Front ausschütten, wird der Spott noch vergehen. Wir können zwar keine Abgaben ans die Tonne Kohle erheben und in unsere Kassen leiten. Das Geld aber macht es nicht. Die deutschen Ar- beiter sind treu und sie sind die entscheidende Macht. Sie machen auch unsere Erwartungen zur Gewißheit: das Dritte Reich kommt nicht.» Der Appell zum kampfbereiten Zusammenstehen wurde durch alle weiteren Reden eindrucksvoll unterstrichen. Zum Schluß er- hoben sich die Zchntausendc zu einem hoch aus die Eiserne Front. Der Massengcsang des Sozialistcnmarschcs beschloß die aufrüttelnde Kundgebung.;• darauf richtet, den für«ine günstigere Stimmung frei zu mache», um dadurch eine endgültige Regelung in den Bereich des Möglichen zu rücken. Es gilt noch, eine vorläufige Elni- gung mit der französischen Regierung zu sinden, und w e n n es gelingt, mit Frankreich zu einer Verständigung zu kommen — die britische Regierung hegt noch die Hoffnung, daß dies möglich sein wird—, so wäre ein allgemeines Abkommen zwischen den Gläubigermächten in Lausanne ungeheuer erleichtert. Man glaubt zu wissen, daß die englische Regierung es vorziehen würde, wem, die Krlegsschuldcnsrage in Lausanne nicht erörtert würde und sich die Konfereizz einzig und allein aus das Reparalionsproblem beschränken würde. Die Kriegsschuldenfrage kann befriedigend ohne Amerikas Mitwirkung nicht diskutiert werden, und dieser Staat wird nicht einmal durch einen Veobachter in Lausanne vertreten sein. Im übrigen ist das Datum des 25. Januar feststehend. Alan glaubt nicht, daß die Sovseresz länger als eise Woche dauern wird. Treibereien im Dunkeln. Die enthüllten Harzburger. Die Herren F r i ck und Rc> s e n b e r g haben das taktische Spiel der sogenannten„nationalen" Opposition ausgedeckt. Die Freude über das Gelingen der Sabotageaktion gegen den Plan der Reichsregierung zur Präsidentschaftswahl hat sie kühner werden lassen, so daß sie ausplaudern, was sie vor- haben. Herr Frick hat in einer weiteren Rede in Landau ver- sucht, die außenpolitische Stellung der Regierung Brüning zu unterminieren, er hat ihr eine Niederlage prophezeit und hat dabei, wie die Reichsregierung sich in einer außerordentlich scharfen Zurückweisung der Frickschen Rede ausdrückt,„dem Ausland das Stichwort gegen die deutsche Regierung ge- geben". Herr Rosenbcrg hat großsprecherisch behauptet, daß eine Konspiration gegen die Regierung Brüning unter Teilnahme ausländischer Regierungen bestehe, deren Ziel es sei, eine auf die Hitler-Partei gestützte Regierung an ihre Stelle zu setzen, daß bereits ein diplomatischer Schritt in dieser Richtung er- folgt sei und daß er selbst von einem fremden Botschafter davon unterrichtet worden sei. Diesem zweiten Angriff auf die Verhandlungsposition der Reichsregierung von hinten her ist die Reichsregiernng bisher noch nicht entgegengetreten. Sie wird auch hier Klarheit schaffen und vor allem sich wehren müssen! Frick und Rofenberg haben gemeinsam das Ziel der Taktik ihrer Partei erkennen lassen: Die Sabotage der kommenden außenpolitischen Berhand- lungen hinter dem Rücken der Reichsregiernng. Es fragt sich, wie weit dies Komplott greift! Man erfährt jetzt, daß ein Komplott zur Sabotage der Pläne der Reichsregierung in der Präsidentenwahl bestand, noch ehe diese Pläne in der Oeffentlichkeit bekannt wurden. Der„Deutsche", das Organ der christlichen Gewerkschaften, teilt darüber mit: „Einem Mitglied unserer Redaktion mar a m S o n n t a g, d c m 3; Ja n ua r, bereits bekannt, daß führende Persönlich- keiten der Rechtsopposition in Berlin von dem Plan des Reichskanzlers— die Amtszeit hindenbürgs durch den Reichstag verlängern zu lassen— Kenntnis hatten. Das war also schon zu einem Zeitpunkt, bevor Grocncr Hitler eingeladen hatte und bevor Hitler von Groener über die Plane des Reichskanzlers ins Bild gesetzt wurde-, das ist bekanntlich erst am 0. Januar g?- schehen. Am Sonntag, dem 3. Januar, erfuhr unser Redaltions- Mitglied auch bereits, daß die führenden Persönlichkeiten der Rechts- Opposition entschlossen waren, diesen Plan des Kanzlers z u sabotieren und» ihm dabei möglichst eine Niederlage bcizu- bringen. Es sollte versucht werden, die Schuld am Scheitern nach außen hin Brüning zuzuschieben. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob Hitler vor den Be- fprechungcn mit Groener und dem Reichskanzler über all das unter- richtet war. Es ist durchaus möglich, daß er über diese Stimmungen und Entschlüsse im Lager der Führung der Rschtsopposition nicht im Bilde war. Die Aktion ist dann so verlaustn, wie es am 3. Januar bereits feststand. Daß sich Hitler bemüht hat. eine Mißstimmung beim Reichspräsidenten zu vermeiden, paßt durchaus in den Plan, der darauf chinausläust, Brüning und seine Aktion beim Reichsprösi- denten in Mißkredit zu bringen. Hitler, der für den Plan und für die Argumente Brünings anfangs Verständnis zeigte, wurde, wie bekannt, von dem entscheidenden Führergremium der Harzburger Front in die beschlossene Linie hineingezwungen. Wir weisen auf diese Zusammenhänge und dieses Spiel des- wegen hin, um sestzustellen, daß die Rcchtsopposition auf alle Fälle gegen die Wiederwahl hindenbürgs zum Reichspräsidenten ist und dementsprechend taktieren wird. Wir sind überzeugt, daß sie auch nach einem Sturz Brünings sich nicht für eine Wiederwahl hinden- bnrgs einsetzen würde." Man sieht hier die Fäden einer politischen Intrige, die sich mit d«n Treibereien messen kann, die unter dem kaiser- lichen Regime gespielt wurden, zu einer Zeit, als die Hintertreppe der beliebteste Ort für politische Llktionen war! Auf diese Weise komnit Licht in die Borgänge hinter den Kulissen der Harzburger Front! Wenn die Führer der Rechts- opposition bereits am 3. Januar von den Plänen des Reichs- kanzlers unterrichtet waren, so müssen Fäden aus dem engsten KreisederRegierung zu den Führern der Harzburger Front laufen. Die Sabotage hätte dann nicht erst dn Lager der Harzburger Front, sondern im Kreise um die Reaiecimg selbst begonnen! Hier müßte entschieden die Sie raufen sich um die Posten. Die �nationale Opposition" ist sehr uneinig. Kaum haben die Nationalsozialisten in«inigen Mecklenburg':- scheu Aemtern Mehrheiten erhalten, so beginnt das Geraufe um die Aemter zwischen ihnen und ihren Bundesgenossen. Betrübt klagt hugenbergs ,L o ka l- A n z e i g e r": „Die Wahlen der Amtshauptleute in Mecklenburg von denen die in Rostock noch aussteht, haben eigenartige Momente ergeben. Von einem Zusammengehen der nationalen Opposition war herzlich wenig zu spüren, da die Nationalsozialisten überall dort, wo» sie über die absolute Mehrheit verfügten von ihr einen wenig rücksichtsvollen Gebrauch gemacht haben, co kam es, daß z. B. in Parchim der der Rechten angehörende Amtshouptmaiiii zugunsten des natlonolsezialistischcn Kandidaten siel, und in Rostock dem deutschnationalen Kandidaten ein nationalsoziollstlscher Kandidal entgegengestellt ist. Besonders kraß liegt der Fall in Parchim. Trotz der dringlichen Vorstellungen der Rechtsorganisationen, vor allem der Bauern, zugunsten des bisherigen Amtshauptmanns Rieck, gegen dessen sachliche Eignung nicht das geringste von den Nationalsozialisten vorgebracht werden konnte, wählten diese einen Parteigenossen aus München. Man stelle sich die Unterhaltung des Bayern mit den mecklenburgischen Bauern vor! Für den Kreis bedeutet die Wahl auch eine finanzielle Be- lastung, da nunmehr für den bisherigen langjährigen Amts- Hauptmann Pension gezahlt werden muß. Diese„Absägung" ist die Belohnung, daß Rieck in den Zeiten, wo Mecklenburg noch rot war, aus seiner Rechtsgesinnung nie hehl gemacht hat. Dafür wurde in Malchin von den Nationalsozialisten d«r frühere rote A in t s h a u p t ma n n wiedergewählt, der zwei Wochen vor den Amtsvertretcrwahlen von den Sozialdenwtraten zur NSDAP. übergetreten war. Man hatte eigentlich gedacht, daß die Zeiten vorüber wären, wo die Besetzung unpolitischer Aemter unter rein parteipolitischen Gesichtspunkten erfolgte." So urteilen Harzburger über.Harzburger. Wie lächerlich sie sich und ihr«„gemeinsame Front" dabei machen, scheinen sie selbst gar nicht zu«rsassen. England für baldige Endlösung. Erörterung der Kriegsschuldenfrage einstweilen zwecklos. Klärung, mit der der„Deutsche" begonnen hat, weitergeführt tnapfcent Sicht minder interessant ist die Bezugnahme des„Deut» schen" aus„das führende Gremium der Harzburger Front!" Wer bildet dies Gremium? Der„Deutsche" gibt deutlich genug zu verstehen, daß Hitler, der angebliche Diktator und Alleinherrscher in seiner Partei, nicht zu dieser Führer- gruppe gehöre. Um so mehr muß man annehmen, daß F r i«k, der sich sofort in den Vordergrund geschoben hat, dazu zu rechnen ist. Dieser Eindruck ist sehr allgemein. Die „Deutsche Tageszeitung" faßt ihn in die folgende Frage: „In diesen Auslassungen tritt ein Parteistandpunkt zutage, wie er von dem obersten Führer der Nationalsozialisten, 5)i tl e r, wah- rend der ganzen Behandlung der Präsidentenfrage nicht gehört worden ist. Wir halten es daher für unbedingt erforderlich, daß die Ausführungen Fricks eine offiziöse Klarstellung erfahren. Man muß wissen, ob der�vonFrick vcrtreteneStand- punkt derjenige öer Gesamtpartei ist oder od man diesen aus der oorsichiigeu Zurückhaltung Hitlers entnehmen soll." Es find nach allem genug dunkle und unkontrollierbare Kräfte am Werke, um im Trüben zu fischen! Die Sabotage nach innen hin und die Sabotage gegen die Außenpolitik der Regierung greifen Hand in Hand! Ucber die Sabotage in die allgemeine Verwirrung, mit Hilfe der allgemeinen Verwirrung zur Macht— dos ist das Ziel der sogenannten„nationalen" Opposition. Daß dabei die außenpolitischen Interessen Deutschlands empfindlich geschädigt werden würden, stört die Harzburger nicht. Denn die so- genannte„nationale" Opposition hat noch niemals viel übrig gehabt für das wahrhaft Nationale! Stahlhelm und Präsidentenwahl. Die Bundeszeitung des Stahlhelm setzt sich für eine Voltswahl Hmdenburgs ein. Sie schreibt: „Wir halten den Gedanken, die Amtszeit des Herrn Reichs- Präsidenten durch eine Volkswahl zu verlängern, durchaus für bis- lutal'el, wie es übrigens auch die Nationalsozialisten tun, deren„Nationalsozialistischer Pressedienst" bereits am Freitag er- klärte:„Es ist richtig, daß die NSDAP, bereit ist. für eine Wiederwahl Hinde n burgs einzutreten." Selbstverständliche Voraussetzung wäre nach unserer Ansicht jedoch. außer der Zustimmung des Generalfeldmarschalls, die Ausschaltung jeglicher Partcipolitik, gleichgültig welcher Richtung, und die Durch- -llhrung des Wahlaktes in einer Form, die der menschlichen und historischen Würde Hmdenburgs entspricht. Dazu wäre nötig: Erstens: die sehr rasche Vornahme der Wahl, der ja keinerlei Agitalioi, voranzugehen braucht. Zweitens: die Zurück- stellang jeder anderen Kandidatur, so daß der Charakter der üblichen Wahltämpse vermieden wird und die Volksabstimmung den Stempel einer Kürung erhält." Da entsteht der Anschein, daß der Stahlhelm nicht zu dem „führenden Gremium der Harzburger Front" gehört, von dem der„Deutsche" gesprochen hat! Phantasien. Ein petzversuch der„Täglichen Rundschau". Die„Tägliche Rundschau", das Organ des Christ- lich�soziolen Dolksdienstes hat sich eine Zeit lang bemüht, für die Milderung der Gegensätze im deutschen Volke zu mirken. Neuerdings ist aber auch dieses Blatt in das Fahrwasser der übelsten innenpolitischen Hetze geraten. Was es über die Eiserne Front als Vorbereiterin von Bürgerkrieg und Straßenkämpfen znsammenschwindeli, könnte ebensogut für den„Angriff" des Herrn Goebbels geschrieben sein. Auf der- selben Höhe bewegen sich die Ausführungen der„Täglichen Rundschau" über angebliche Meinungskämpfe zwischen den Genossen Letpart und Breit- scheid. Sie phantasiert dabei etwas von einer Sitzung der Reichstagsfraktion, die nicht stattgefunden hat, und von einem Antrag, der nie gestellt worden ist. Sie behauptet, Breitscheid sei. im Gegensatz zu Leipart, in der Reparationsfrage„nicht für eine Endlösung, sondern für das Moratorium". - Es gehört schon ein ganzes Maß von Albernheit dazu, einem deutschen Politiker zu unterstellen, er sei gegen die Endlösung, die mit den Reparationen Schluß macht. Es ge- hört auch ein ungewöbnliches Maß von Unwissenheit dazu. nicht zu bemerken, daß die angebliche Haltung Brcitscheids i m Widerspruch zu dem Programm» der Sozial- demokratisch cn Partei steht, daß die St r eichung a l l e r K r i c g s s ch u l d e n— das ist eben die Endlösung— fordert. Die„Tägliche Rundschau" hat alle ihre guten Vor- sätze vergessen. Sie ist mit ihrer neuesten Leistung auf das Niveau eines dummen Hetzblattes herabgesunken. Christen und Nazis. Eine grundsätzliche Absage. Der Vorstand des Gesa mtoerbandcs der christ- lichen Gewerkschaften hat auf feiner letzten Tagung im Anschluß an ein Referat von Jakob Kaiser- Münster, der Gau- geschäftsführcr und Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen ilteichsbahn ist, nach dem Zentralblatt der christlichen Gewerkschaften isine Haltung gegenüber den Nationalsozialisten folgendermaßen festgelegt: „Referat und Aussprache ergaben die einheitliche Erkenntnis, daß der Nationalsozialismus für die christliche Arbeiterbewegung etwas W« se n s f e i n dli che s ist. Er stößt sich mit dem Gesetz christlicher Weltanschauung. Sein Diktaturwille widerspricht der innersten Freiheitsauifasjung des deutschen Menschen. Und hinter :hm sieht die christliche Arbeiterbewegung die Mächte der Reaktion, deren Wesensziel die Beschränkung des Lcbensraumes der Arbeiter- Ichaft ist und bleibt." Zellschrift-Verbot. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, bat der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen die Wochen- jchrist„Dos kämpfende Landvolt Ostpreußens" tn Königsberg auf die Dauer von vier Wochen, und zwar vom 14. Januar bis 1l>. Februar 1932 einschließlich, verboten. Das Verbot erfolgte wegen zwei Artikel, in denen Beschimpstmgen und Verächtlichmachungen der Reichsregierung und der preußischen Justiz entholten waren und von denen einer geeignet ist, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden. Et» Derboj aufgehoben. Nach einer Anweisung des preußischen Innenministers ist das vom Oberprästdenten der Provinz Schleswig- Holstein in Kiel verfügte sechswöchige Verbot der nationalsozia- liftifchen Wochenschrift„Der Dolkskampf" aufgehoben worden. Europäische Mussolini übernimmt Mailand, 14. Januar. Mussolinis„Popolo d'Italia" veröffentlicht einen neuen aus- sehenerregenden Leitartikel übar die Reparotions- und Schulden- frage, der angesichts der Zahlungsunfähigkeit Deutschlands in dem Vorschlag gipfelt: Die curopägchen Staaten sollen sich gegenseitig ihre Reparationen und Kriegsschulden nachlassen, um dann gemeinsaui von den Vereinigten Staaten den Nochlaß der Kriegsschulden zu verlangen. Daß man früher oder später zur Streichung der deutschen Reparationen gelangen müsse, sei allen bewußt.„Jetzt stehen wir vor der neuen und vollzogenen Tatsache, daß die deutsche Regierung durch ihre Botschafter den Weltmächten mitgeteilt hat, daß Deutschland nicht bezahlen kann. Der Schlüssel zur Lösung liegt jetzt in den Händen der Vereinigten Staaten. Was soll man machen? Zwangsmaßnahmen ergreifen, um Deutsch- land zuin Zahlen zu zwingen, und welche? Die Zeit der Ruhr- besetzung ist norüber. Selbst wenn man eine solche Operation zugebe, werde Italien jede Teilnahme verweigern. Was würde aus Locarno werden und welches wäre das Los des Völkerbundes? Es gibt nur einen Weg: Um aus dieser verderblichen Lage heraus- zukomme», ist die Gutschrift der gegenseitigen Soll- und Hoben- Posten zwischen den europäischen Staaten notwendig. Noch diesem ersten Schritt muß man Amerika vor die Einheitsfront der curo- päischen Schuldner stellen. Indem sie auf ihre Guthaben per- zichteten, hätten die europäischen Schuldner ein vollkommen ruhiges Gewissen, um die Annullierung ihrer Schulden durch die Vcr- einigten Staaten zu verlangen. Gegenüber einem solchen Willens- akt ganz Europas hätten die Vereinigten Staaten gewiß nicht de» Mut. auf ihr Guthaben zu bestehen. Die Amerikaner würden sich weigern, in der Geschichte der Menschheit als die einzigen dauerhaften Ausbeuter des Krieges zu erscheinen. Niemand von ihnen möchte mit Shylock verglichen werden. Wir glauben, daß in Amerika eine gewaltige Bewegung der Oekfentlichkeit zuletzt alle Widerstände derer brechen würde, die an einen Vorteil der jetzigen Lage glaubten. Neben diesen moralischen gibt«s nicht weniger entscheidende materiell« Gründe, die Amerika dazu drängen, eben- falls feine Kriegsbuchhaltung abzuschließen. Das liegt im Interesse der Vereinigten Staaten: doch muß der erste Schritt von Europa kommen. Man kann nicht verlangen, daß die Vereinigten Staaten selbst die InUiative ergreifen. Die bürgerlich« Presse in Deutschland macht aus diesen Aus- führirngen des„Popolo d'Italia" ein« besondere Sensation, zumal sie anscheinend aus der Feder dea italienischen Diktators selber stam- Aufruf der Gtaatspartei! Nicht im letzten Augenblick die Nerven verlleren! Die„Deutsch« Staatspartei" veröffentlicht einen Aufruf, der sich hauptsächlich gegen die politische Gaukelei der Hitler- Leute wendet: Je höher die Fluten dieser größten aller Weltkrisen steigen, um so mehr verfällt die Menschheit in Derzweislung und Urteilslosig- feit. Unser deutsches Volk, einst das Volk der Dichter und Denker, weiß nicht mehr zu unterscheiden zwischen hohler Phrase und ehrlichem Wollen, zwischen Gaukelei und wirklichem Können, zwischen Auspcitschung der Leidenschaften und wahrer Begeisterung und Treue. Eitelkeit. Anmaßung und Blutrünftigkeit gelten als politische Klugheit und Tatkraft. Eine Partei, die fahre- long Haß und Zwietracht genährt hat, darf sich als Träger jugend- lichen Idealismus bezeichnen. Ihr Führer, der fanatisches Deutschtum predigt, darf Südtirol eine Bagatelle nennen, und, während er seinen Anhängern Sprengung aller Fesseln. Abschütte- lung der Schuldverpflichtungen oerspricht, den ausländischen Geldgebern versichert, daß es gar nicht so gemeint sei. Aber der eigenen Regierung, die zur Rettung der Nation ihr Aeußerstes tut. wird die Gefolgschaft versogt, wird jede denkbare Schwierigkeit bereitet. Zum Schluß fordert der Aufruf das Bürgertum auf zu Gemcinfchaftswillen und Verantwortunqsfreudigkeit. Nach siebzehnjährigem bewundernswürdigen Ringen dürfe man nicht im letzten Augenblick die Nerven verlieren, sondern müsse sich in einer breiten Bürgerfront gegen den Wahn zu- sammenfinden.__ Gchlageters Freund im Helldorf-prozeß Auch er wurde von den EA.-Banditen mißhandelt. Im Helldorf-Prozeß wurden gestern u. o. wieder einige Kur- fürstendamin-Verletzte vernommen. Auch der Gerichtsassessor Dr. Peter-Derichswciler. Er war in Berlin, um sein Assessorexamen zu machen. Cr schloß es mit einem zweiwöchigen Krankenbett ab. Ohne jeden Grund fiel man über ihn her, schlug ihm die Brille von der Nase, versetzte ihm Fau st schlage und Fußtritte.„Man hat mich wohl, weil ich schwarz aussehe, sür einen Juden gehalten." Das ist die einzige Erklärung, die er selbst für die Berliner SA.-Gastfreundschaft findet.„W a r e n Sie mit Schlageter befreundet?" fragt ihn Staatsanwaltschastsrat Dr. Stenig?„Ja", erwidert der Zeuge,„ich bin Schlaget««? Freund. Ich bin bestrebt, sein Andenken hoch zu hallen. Ich sammle auch Urkunden, die sich auf ihn beziehen, um die Lügen um ihn zu zerstören." Es war, als wollte der Zeuge sagen: Wäre Schlageter noch am Leben und mit mir zusammen auf dem Aursürst« ndamm gewesen. die Nationalsozialisten hätten auch ihn blutig geschlagen. So halten sie das Andenken ihres Schlageter hoch! Oie Mörder Crzbergers waren gut versorgt. Budapest, 14. Januar. „Az Est" meldet: Im Frühjahr 1924 hatten die wegen Er- mordung Machias Erzbergers nach Ungarn geflüchteten Förster- Schultz« und T i l I e s s e n 24 große Kisten und Koffer einem Lagerraum in Berwahrung gegeben. Seither wurden die Loger- gebühren nicht bezahlt, so daß jetzt das Lagerhaus sich entfloß, die Versteigerung durchzuführen. Die Auktion wurde zu einer Sensation. Einheitsfront! sozialistische Parolen. men. Auch wir unterschätzen die Bedeutung dieses Vorstoßes nicht, aber der Hinweis scheint uns angebracht, daß der Gedanke nicht neu ist. Er ist von der Sozialistischen Internationale seit mehr als zehn Jahren in zahlreichen ftonseren zbesthlüssen propagiert worden: Streichung aller Kriegsschulden, ob Reparationen oder interalliierte Schulden. das war feit jeher die Forderung der Internationale. Erst die Haltung des amerikanischen Kongresses, der sich bei der Beratung des Hoover-Moratoriums schroff ablehnend gegen den Gedanken einer Streichung oder Herabsetzung der interalliier- ten Schulden verhielt, hat den Gedanken einer europäischen Einheitsfront gegenüber Amerika auch in wellen bürgerlichen Kreisen entstehen lassen. Aber auch hier war die Sozialdemo- kratie vorangegangen, besonders der„V o r w ä r t s", der am 29. Dezember in einem Artikel„Europa, wehr' dich!" den europäischen Schuldner streik gegen Amerika als radikal« Lösung der Rcparationsfrage einpfählen halle. Wir wurden da- inals vom Hugcnbergschen„Tag" heftig angegriffen, dem«ine 2c- freiung Deutschlands vom Druck der Reparationen offenbar über- Haupt nicht zusagt, wenn nicht Frankreich auf Jahrzehnte hinaus sein« Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten weller abtrogen muß. Lagijcherweise müßte sich die Rechtspresse nunmehr auch gegen den „Popolo d'Italia" wenden, ober sie wird sich schwer hüten! Ein Zusammenhang zwischen den Reparationen und den interalliierten Schulden wird sowohl auf amerikanischer wie auf deutscher Seite bestritten. Das mag formalrechtlich richtig sein, obwohl der s!)oung-Plau diesen Zusammenhang bereits juristisch insofern geschaffen hatte, als er eine Ermäßigung der deutschen Lasten nach Maßgabe etwaiger künftiger Schilldennochlässe durch die Vereinigten Staaten ausdrücklich vorsah. Praktisch ist aber dieser Zusammenhang gar nicht zu leugnen. Es wäre eine absolute Illusion, zu glauben, daß Deutschland von seinen Reparations- lasten feierlich befreit werden wird, wenn die Franzosen, Engländer, Italiener, Belgier usw. ihre interalliierten Schulden an Amerika weiter jahrzehntelang abtragen müßten. Indem man das deutsche Voll darüber im unklaren loht, drängt man es in die falsche Front des Hasses gegen Frank- rrich, während in Wirklichkell die europäischen Mächte, ob Sieger oder Besiegte des Weltkrieges, allesamt Amerika gegen- über tributpflichtig sind. Die einzige mögliche und ver- nünftlge Front, die Erfolg verspricht, ergibt sich aus dieser faktischen Solidarität der europäischen Staaten, zu der die Sozialistische Internationale seit Kriegsende immer wieder ausge- rufen hat. Daß sich nunmehr auch Mussolini zu diesem Gedanken bekennt kann gewiß kein Schaden sein. Aber ihn als Entdecker und Verkünder einer neuen Hcilswahrheit zu feiern, geht ent- schieden zu weit. Die erste Kiste war gefüllt mit 90 Kilogramm Milliardenbanknoten aus der Inflationszeit. Die beiden folgenden Kisten waren mit Zigaretten und Tabak gefüllt, wellere vier Kisten enthielten Lebensmittel, wie Butter, Käse, Marmelade, Konserven usw. In den übrigen Kisten hatten Förster und Tillessen ihren ganzen Hausrat uillerzsü nicht. Irgentnoelche auffchluß- reichen Papiere waren nicht in den Kisten. Den gesamte» Kisteninhalt hat ein Transportunternehmen um 400 Pengö erworben, die Inflotwnsnoten werden eingestampft. der Übrige Hausrat wird auf dein Trödelmarkt(Markt für gebrauchte Möbel und Einrichtungsstücke) verkauft werden. Warschauer Lustizkautschuk. Die Begründung des Schandurteils. Warschau. 14. Januar. In der Begründung des Urteils gegen die Gefangenen von Brest-Lllowsk hält das Gericht für erwiesen, daß die Mitglieder der Zentrolinken auf außerparlamentarischem Wege und mit illegalen Mitteln die Regierung stürzen wollten Die Freiheit des Wortes hätten die Angeklagten mißbraucht und nicht nur fach- liche Kritik an der Regierung geübt, sondern auch die Tatsachen tendenziös beleuchtet, das Ansehen der Behörden unter- graben, ihre Vertreter lächerlich gemacht und hierdurch im Bolke eine feindliche Gesinnung gegenüber der Regierung hervor- gerufen. Aber in diesem Kampfe hätten sie sich nicht nur auf solche Methoden beschränkt, sondern sie hätten die höchste Slaalsgewalt beschimpft und sie verschiedener Verbrechen beschuldigt. Sie hätten das Volk aufgehetzt, den Kampf gegen die eigene Regie- rung in einer Art zu führen, wie seinerzeit die Sozialisten ihren(!!) Unabhängigkellskampf(für Polen!) gegen die Regierungen der Teilungsmächte geführt hoben. Der sozialistische„Robotnik" sagt, das Urteil werde dem u n- aufhaltsamen Laufe der Geschichte nicht Einhalt gebieten. Es besellige aber die letzte noch vorhandene Illusion. Das Regierungsblatt„Gazeta Polska" schreibt dem Urteil ein« große.moralische und erzieherische Bedeutung zu.— Die nationaldemokratische„Gazeta Worszawska" hebt hervor, daß mit dem Urteil auch vertust der bürgerlichen Rechte sür zehn Jahre verbunden ist. Damit verlören die verurteilten Politiker dos aktive und passive Wahlrecht. Da Berufung angeküiidigt ist, sei das Urteil noch nicht rechtskräftig. Vorläufig verblieben die Angeklogten gegen Kaution auf freiem Fuß. Auch die B r e st e r Angelegenheit müsse noch einmal vollkoinmen aufgeklärt werden, denn hier handele es sich nicht uin die Erlebnisse und das Schicksal der Sejinabgeord- neten, sondern um die Würde der Notion und die Herr- schaft des Rechts. Hoover kandidieri wieder. Eine Ankündigung des postminifiers. Washington. 14. Januar. Generalpostmeister Brown erklärte, daß die Kandidatur Hoovers bei den nächsten Präsidentschoftswahlen vorgefchla- gen werden wird. Revision im Ischerwouzenprozeß verworfen. Der zweite Straf» scnat des Reichsgerichts bestätigte am Donnerstag die Urteile des im Juli 1931 stallgefundsnen Berliner Tscherwonzenfälscherprozeß, indem er die von den Angeklagten beantragte Revision verwarf- Die Heimwehr droht. Starhemberg in der Legalität noch schwach. Am gleichen Tage, da die Wiener Polizei die Waffen zur'.Verteidigung des Arbeiterheims und des Arbeiterbezirks Öttakring gegen einen Faschistcnangriff beschlagmchnite, richtete der Putschist Starhemberg an de» Bundeskanzler brieflich allerhand krause Wirtschastsforderungen. Am Schluß sagt er. der Heimatschutz werde sich im Falle der Nichterfüllung seiner Vorschläge auch duräz das Ausmarschverbot nicht hindern lassen, den ange- kündigten Bolksaufmarsch durchzuführen, weil dieses Verbot g-setz- und verfassungswidrig fei. Wie solch ein„Volksaufmarsch" beschasfen ist. hat man im September gesehen. ilr In der christlichsozialen Partei tobt heftiger Kampf. Der anstäichige und ehrlich demokratische Abg. Äunschak, der in Vertretung des Bundeskanzlers Dr. Buresch den Fraktions- vorsitz führt, hat für die nächste Fraktionssitzung die Obmann- mahl ausgeschrieben. Das ist eine Art Flucht in die Oeffentlich- k-it-, ihr sagt Äunschak aus diese Weis«, daß er die Verantwortung nicht länger tragen mag. Neue Anleihesuche. Bundeskanzler Dr. B u r e s ch, Finanzminrster Dr. Weiden- hoffer, der Generaldirektor der österreichischen Bundesbahnen, Se«Kellner, und der Präsident der Oesterreichischcn National- tank R« i f ch sind in Gens eingetrofsen, um beim Fuianzkcnnitce des Völkerbundes«ine Anleihe von 60 Millionen Schilling durchzusetzen. Auf Grund der Prüfung des StaatshauslMs durch aus- ländische Sachverständige hat Benesch ein Ncformprogramm aus- gearbeitet, Lessen Durchführung er nun darlegen will. Wer Marxistenverleumdung finanziert. Im Herbst 1929. als unter dem fördernden Schutz der Regie- rung Seipel die Hcimwehr anfing, die Arbeiterschaft zu provn- zieren, erschien in Wien ein Blättchen„Der neue Sozialdemokrat", das in Idealkonkurrenz mit der Tageszeitung„Die Freiheit" des wegen Erpressung bestraften Sandor Weiß die Verleumdung der Sozialdemokratie betrieb. Jüngst standen die Macher dieses Blätt- chens, die Franz und Otto Kozlowsky und Äocmata, gleichfalls wegen Erpressung, vor Gericht. Sie haben versucht, einem Buch- sachverständigen durch die Androhung von Enthüllungen, die am den Fingern gesogen waren, Geld zu erpressen. Aus dem Prozeß erfuhr man, woher das Geld für das Verleumdungs- blättchen gekommen ist. Die Ehrenmänner winden vom Vize- Präsidenten des Industriellenverbandes Sektions- chcf Ehrhardt empfangen und zu jenem Gesandten o. D. Dr. Wiesner geschickt, der gleichzeitig der Leiter der Monarch ist i- scheu Bewegung in Oesterreich ist, Durch den Wiesner erhielten die Verleumder im Laufe der Zeit 10 000 Schilling. Auch im Generalsekretariat der Christlichsozialen Partei waren sie gern gesehene Besucher. Mit Solz erklärte Kozlowsky im Gerichts- jaal. Laß auch Seipel über seine Pläne insornnert war, und daß er zu allen christlichsozialen Politikern die besten Beziehun» gen hatte. Der christlichsoziale Zlbg. Doppler hat dem Koz- lowskn für«inen Artikel, den er schreiben sollte, im voraus 2 0 0 Schilling gegeben. Die Erpresser werden verurteilt— aber wie steht dies«. Front ner' Verleumderr der Regierungspartei und der Monarchisten da. die Verleumdungen gegen die Arbeiterpartei finanziert?! Republikaner werden verurteitt— wenn sie sich gegen Nazi-Vand-n wehren! Frankfurt ist nicht Güstrows Jumksurt a. d. 0.. 14. Januar.(Eigenbericht.) Bor dem Schöffengericht Frankfurt a. d. O. hatten sich fünf Retchsbannerleute. Mitglieder des Tombourkorps, zu ver- antworten, weil sie angeblich Nationalsozialisten ongeprifsen und geschlagen haben. Am 24. Juni 19Z1 hatte die Sozialdemo. kratisch« Partei eine öffentliche Versammlung ini Konzerthaus Bellevuo veranstaltet, in der der italienisch« Genosse Professor Dr. Mario Eorsi über den Faschismus in Italien sprach. Die Versammlung wurde von den in Stärke von ISO Mann anwesenden Nazis gesprengt, nachdem zunächst die Störungsversuche an der Disziplin der Versammlungsbesucher und des Reichsbanners gescheitert waren. Wie durch«ine große Anzahl von eidlich erhärteten Zeugenaussagen bewiesen werdcn konnte, waren die Nationalsozialisten die Angreifer, gegen die sich die Reichsbannerleute zur Wehr setzten. Ein Verfahren gegen die Nazis wurde von der Oberstaatsanwallfchast a b- gelehnt. Wiederum kamen nur die Reichsbannerleute auf die Anklagebank, die jetzt zu Strafen von zwei Wochen bis zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurden. In der Verhandlung, bei der S9 Zeugen vernommen wurden, fiel das Verhalten des Vorsitzenden, Amtsgerichtsdirektors Wrede, geradezu auf. Die Nazis, die als Belastungszeugen ungerügt demonstratio mit dem Hitlergruß schwären konnten, wurden als allein glaubwürdig hingestellt, während man den Aussagen samt- licher Entlastungszeugen keinen Wert beilegte. Gegen dos Urteil, das in der republikanischen Bevölkerung große Empörung ausgelöst hat, wurde sofort Berufung eingelegt. » Mit dem Amtsgerichtsdirektor Wrede hat der„Vorwärts" sich in früheren Iahren bereits mehrfach beschäftigen müssen. Rechts- anmalt Falkenfeld hat gegen ihn wegen seines mehr als merkwürdigen Verhaltens beim Kapp-Putjch wiederholt Beschwerde geführt. Als er schließlich angesichts der immer wieder- holten Beschuldigungen gegen Falkenseld beim Kammergerichts- Präsidenten Strafantrag von Amts wegen nachsuchte, lehnte dieser es ab, sich<,» ftine Seite zu stellen. Newchorker Volkszeiiuug. Neuer Chefredakteur. Der von der Sozialistischen Partei in den Bereinigten Staaten herausgegebene„Lal-or and Socialist Press Service" teilt mit, daß Dr. Siegfried Ltpschitz, amerikanischer Korrespondent des „Sozialdemokratischen Pressedienstes" in Berlin, die Chefredak- tion der„New-Uorker Volkszeitung" übernommen hat. Dementsprechend wird dieses deutschsprachige Tagblatt— das ursprünglich sozialistisch war, nach der Spaltung im Jahr« 1919 kommunistisch wurde und jetzt unabhängig radikal ist— wiederum betonter sozialistisch werden. ver ilalicuisch. rumänische Freundschastsoerlrag ist um sechs Monate verlängert worden. Armenrechisfachs. Hitler:«-Gerichtsvorladung nach Berlin?— Bedaure, kann das Jahrgeld nicht aufbringen." Bilanz des Wahnwitzes. Lieber 59 Milliarden Mark Reparationen und fast 55 Milliarden Mark inier- alliierte Kriegsschulden. Das ltonjunkturforschungsinstttnt gibt einen Uebcr» blick über die politische Verschuldung in der Welt. Was die deutschen Reparationen angeht, so berechnet das Institut die Belastung für die Gegenwart mit einem Barwert von 39 Milliarden Mark. Dabei sind die im Noung-Plan festgelegten Zahreszahlunge« mit 5 Proz. kapitalisiert. Deutschland ist aber nicht der einzige Staat, der Reparationen zu zahle« hat- wenn sich auch die Verpflichtungen anderer Staaten nicht mit denen Deutschlands vergleichen lassen. Ungarns Repa- ratwnsverpflichtungen betragen immerhin rund 97 Mit- lioncn Mark- die Bulgariens, immer den Barwert gc- nommen, 134 Millionen Mark und die Besreiungsschuld der Tschechoslowakei 179 Millionen Mark. '.«■ rti-.M!»■.'T Bis hierher herrscht eigentlich in den politischen ZahlvngSver- pflichtungen der Völker noch peinliche Ordnung. Das Bild geht aber kunterbunt durcheinander, wenn man die interalliierten Schulden berücksichtigt; gerade wie die Wirkungen dieser Schulden auf die Wirtschast. Einmal haben die einzelnen Staaten an Amerika Schulden abzutragen, des anderen find sie untereinander verschuldet. Die Vereinigten Staaten haben von Frankreich 8,778 Milliarden Mark Kriegsschulden zu bekommen, England von Frankreich 3,613 Milliarden Mark. Somit ergibt sich für Frankreich eine Kriegs- schuld von 12,391 Milliarden Mark. Die Nc tt o v e r p f I l 6)- t u n g e n. die sranzösischon Forderungen also abgerechnet, werden vom Konjunkturforschungsinstüut mit 12,214 Milliarden Mark an- gegeben. Großbritannien schuldet an die Bereinigten Staaten, nur reine Kriegsschulden, 14,432 Milliarden Mark. Es ist aber für Italien. Belgien, Griechenland usw. Gläubiger. Die reinen Kriegsschulden Englands stellen sich ins- gesamt auf 13,943 Milliarden Mark. Die Nettoschuldcn, also die englischen Forderungen abgerechnet, machen immer noch 9,293 Milliarden Mark aus Italien schleppt sich mit einer Kriegsschuld, Gläubiger sind in der Hauptsache Amerika und England, von 3,S43 Milliarden Mark herum. Die Rettovcrpflichtung wird mit 3,393 Milliarden Mark angegeben Für Belgien ergibt sich eine Nettoverpflichtung von 960 Millionen Mark Insgesamt beträgt die politische Verschuldung der Welt 64,582 Milliarden Mark; davon entfallen 33,247 Milliarden Mark auf solche Länder, die von Reparationszahlungen Deutschlands etwas erhalten Unter den 54.582 Milliarden Mark sind die russischen Kriegsschulden mit 17.002 Milliarden Mark berücksichtigt. Vorläufig zahlt Rußland nicht weshalb die Kreditsperre für Rußland anhält und wahrscheinlich so lange anhalten wird, bis irgendeine Regelung erfolgt. Rechnet man unter de» 33,247 Milliarde» Mark, die sich die reparationsborechtigteu Mächte untereinander schulden, Gegenforderungen auf, so ergibt sich immer noch ein Betrag von 26,8 M i l- liardcn Mark, mit denen die reparationsberech- tigtcn Mächte an die Vereinigten Staaten von Amerika verschuldet sind. Der weitaus größte Teil der politischen Schuldenzahlungen fließt also letzten Endes Amerika zu. Im Fiskaljahr 1931/32. also in der Zeit Juli 1931 bis Juni 1932, wären an Zinsen und Knpilalbeträgen rund 253 Millionen Dollar fällig gewesen Sie sind durch das Hoooer-Jahr gestundet worden. Amerika hätte am 15. Dezember 1931, dem einen Zahlungstermin, rund 122 Millionen Dollar Zinsen und Tilgungsraten aus den politischen Schulden empfangen müssen. Am 15. Juni 1932, dem zweiten Zahlungstermin, wären ohne das Hoooer-Jahr 124,4 Millionen Dollar fällig gewesen, wovon nicht weniger als 116,9 Millonen Dollar zu Lasten der reparationsberech- tieften Länder gehen. Interessant ist auch, welchen Anteil dies« Zahlungen an den Bundeseinahmen der Vereinigten Staaten haben. Die Zahlungen der reparationsberechtigten Mächte allein machten im Jahre 1929/30— 4,96 Proz der Einnahmen aus, im Jahr« 1930/31 aber 6,75 Proz. Dos erklärt vieles, was gegenwärtig in Amerika vorgeht. Von Bedeutung ist, daß die interalliierten Zahlungen auf Grund der Verträge von Jahr zu Jahr ansteigen sollte«. Dies wäre für den Dien st der amerikanischen Kriegs- a n l e i h e wichtig. Die den alliierten und assoziierten Mächten gs- währten Kriegskredite sind in den Vereinigten Staaten durch innere Kriegsanleihe(Liberty Loans) beschafft worden. Die von den Schuldncrmächten cinlausenden Zahlungen sollen zum Teil zur Tilgung der amerikanischen Kriegsschulden verwendet werden. Der Anteil der interalliierten Zahlungen am gesamten planmäßigen Schuldcndienst der Vereinigten Staaten dürste von rund 15 Proz. im Jahre 1925/26 aus mehr als 21 Proz. im Jahre 1930/31 gestiegen sein. Diese Zunahme ist um so bedeutsamer, als 1930/31 die amcri- kamsche Bundesschuld im Zusammenhang mit den sinkenden Ein- nahmen zum erstenmal seit dem Jahre 1920 wieder angestiegen ist. Gnnz grotesk wird das Bild der internationalen politischen Bcrschnldnng. wenn wir den Zins» '. faktor einsehen.... Von den' während des Hoooer-Iahres insgesamt gestundeten Zahlungen an die Vereinigten Staaten waren 184,3 Millionen Dollar, also rund 7 3 Proz. des Gasamtbetrages, zur Deckung der Zinsvsrpflichtungen bestimmt. Hier ist Großbritannien der Leidtragende; denn der größte Teil der Gesamtzinszahlungen, rund 54 Proz., entfällt aus Zinsen, die vyn England gezahlt werden sollten. Rechnet man die Kapitalrückzahlung hinzu, so ergibt sich, daß Großbritannien mit etwa 65 Proz. an den Verpslichtunoen beteiligt ist, Frankreich dagegen nur mit 21 Proz. Belgien mit 3 Proz. und Italien mit 6 Proz. Die ungleich stärkere Belastung Englands ergibt sich aus den verschiedenen Zinssätzen für die Schulden, die für England im Durchschnitt der ganzen Lauszeit 3,3 ausmachen, für Frankreich 1,6, für Belgien 1,8 und für Italien 0,4 Proz. Infolge des hohen Zinssatzes und auch natürlich infolge des verhältnismäßig geringen Nachlasses in der Kapitalschuld' sind von den bisherigen Zahlungen Englands nur 15 Proz. als Tilgung des Kapital- bctrages zu betrachten, während von den Leistungen Frankreichs 80 Proz. auf Tilgungskonto verbucht werden. Zu berücksichtigen ist weiter, daß die gegenwärtigen Verträge schon auf einem Rachlaß der Kriegsschulden aufgebaut sind. Großbritannien gewahrte z B. seinen Schuldnern im Durchschnitt ?tachläsje um 75 Proz. Im Durchschnitt wurden die Kapitalbetröge der interalliierten Schulden bisher um 60 Proz. vermindert Dabei ist England nicht gut weggekommen. Während von den Forde- iungen Englands rund 75 Proz. gestrichen wurden, haben sich seine Verpflichtungen um wenig mehr als 30 Proz. vermindert. Im übrigen ist England gegenwartig durch die Entwertung des Pfundes stark benachteiligt. Die Verpflichtung der Schuldnermächte an Amerika lautet auf Golddollar, die Verpflichtung an Frankreich aus vloldfranken; die Fordermigen Großbritanniens hingegen sind auf Pfund-Sterling gestellt und haben keine Goldklausel, was sich jetzt bitter bemerkbar macht. Hochpatriotische pleite. )m Kölner fckwarz-weiß-roten Gardeverein. Der Kölner schwarzweißrote Gardevcrein ist in eine äußerst peinliche Lage geraten. Seit etwa 1 1? Iahren besteht auf dem Gelände der früheren Pressa-Ausstellung tu Köln ein Garde- erholungs- und-ferienhcim. Die Werbung für dieses Heim Hot der Gardcverein betrieben. Gekauft hat das Haus der Vorsitzende des Gardepereins. Er verteilte auch die Aufträge für den Umbau und die Einrichtungen. Die Handwerker haben noch Forderungen von etwa 45000 M. Jetzt, wo sie auf Bezahlung drängen, stellt sich heraus, daß nicht der Gardeverein oder fein Vorsitzender, sondern ein eigens zum Betrieb des Gardehcims gegründeter neuer Verein. der über keine Mittel verfügt, im juristischen Sinne Besitzer und Austraggeber ist. Angeblieh sollen nicht einmal Gelder vorhanden sein, um den Betrieb im Frühjahr wieder ausnehmen zu können. Die kleinen Handwerker werden also das Nachsehen haben und das bei einem hochpatriotisehen Gardeverein! Waffen- und Spreogstosf-Fund in Hagen. Wie das Polizei- Präsidium Hagen jintteilt, wurde von Beamten des Polizei- Präsidiums in oeir Sunderlohstraße ein verstecktes Sprengstoff- und Waffenlager nnsaehoben. Gefunden wurden über ein Zentner Sprengstoff. 770 Sprengkapseln, eine Menge Gewehre und Pistole» sowie Munition. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Die polizeiliche Untersuchung ist noch im Gange. WERTHEIM Zusendung von 5 M aa Obsf, CemQse n. laldii verderblich« Artikel werden nicht zugesandt Scrtfrt(Vorrat* SMs- Jlehenstnittel Frisch. Fleisch Obst n. Gemüse Wurstwaren M ait-Ochsenfl eisdi Pfd. v. an 0.48 m w Schmort I. o. Knech. 0,76 Kalbskamm...... Pfund 0.48 Kalbsbrust u. Rücken Pfd. 0.55 Schweinebauch... Pfund 0.56 Schweineschulterblatt Pfd. 0.64 Sdiweinesdilnken otm. 3.in 0.68 Bratfertiges Fett...Pfd. 0.50 Kahlerkamm u. Schuft Pfd. 0.78 ia Berliner Bratwurst Pfd. 0.84 la Ochsentaig ausgalass.n 0.28 Schweineköpfe...Pfund 0.38 Rinderbacke 0.34 Herze n0.38 Rinderlunge 0.28 Euter. 0.22 Frische Rinderzunge Pfd. 0.90 Fische Kabeljau gr. Fisch», Pfd. v, an 0.22 Rotbars ohna Kopf. Pfd. v, an 0.28 Fischfilet... Pfund von an 0.34 Frische Allfnder Pfund v. an 0.35 Schollen u. Heringe 3 Pta.r 0.38 Lebende Schleie Pfd. v. an 0.68 Lebende Karpfen Pfd. v. an 0.78 Musüpfel......3 Pfund 0.28 Kochb rnen..... 3 Pfund 0.26 Kalif. Xpfei....5 Pfund 0.98 Apfelsinen.....3 Pfund 0.48 Jaffa-Orangen...3 Pfund 0.56 Blutorangen....3 Pfund 0.88 Bananen...... 3 Pfund 0.76 Zitronen.. Dufsend von an 0.38 Span. Weintrauben Pfund 0.38 Rot-, Weih. u. Wirsingkohl 0.06 Möhren....... 3 Pfund 0.10 Rote Rüben.... 5 Pfund 0.20 Rhabarber Bd. M.sPfd, 0.38 0.55 Sellerie u. Rübchen 3 Pfd. 0.16 Rosenkohl...... Pfund 0.10 Räucherwaren Bücklinge Norweg., Pfd. V. an 0,25 Schellfisch.. Pfund von an 0.32 Sprotten Pfd.v.0.30 Kijfdian 0.25 Flundern Pfd.v. 0.45 Bund 0.16 Flecfcheringeu. Seelachs«10.48 Aale Pfund von an 1.65 Bund 0,35 Fischmarinaden Dos» 0.36 0.66 Hausmacher-Sülze. Pfund 0.42 Blut- u. Leberwurst Pfund 0.62 Dampf- u. Fleischwurst Pfd. 0.74 Landleberwurst Pfund i.fs 0.64 Jagdwurst.... Pfund ms 0.84 Mettwurst Braunsdiwclg. Art 0.86 Feine Leberwurst Pfd. las 0.98 Zervelatu. Salami Holst. Pfd. 1.05 Teewurst«»In» u. grobe. Pfd. 1.28 Filet- u.LandmeH wurst Pfd. 1.28 Speck f»lf 0,70 magar, Pfd. 0.88 Schlnkenspedc i-Ptd.-stdc. 1.20 Nuhsdtinken ca. 2 Pfd., Pfd. 1.40 ..,. geschnitten,'Pf* S0*- Schinken©. sdt,-/«Pfd. 0.33 0.42 Käse u. Fett Camembert voitfett, Stade 0.20 8 Portionen, ca. I-Pfd.-Schachfel 0.63 KorbkSse...... 2 Stade 0.35 Harzerköse ca. M'fd.J'aket 0.30 Emmental. Art« Port, Schacht. 0.54 Blockkäse(Tilsit« Art) halbf. 0.56 Tilsiterkäse vollfalt.. Pfund 0,66 Holländer u. Edamer voll f. 0.68 Steinbuscher voiifett, Pfund 0.66 Brlekäse vollfalt... Pfund 0.66 Schweizer bT'fünVd0"on'an 0.98 Margarine, Kokosfett pfd. 0.96 MolkereibuHer Pfd. 1.04 1.18 Markenbutter.... Pfund 1.26 Dänische Butter.. Pfund 1.28 Preis» für Flasche ohne Glas 1930 Oberhaardfer....0.75 1930 Hainfelder Leiten... 0.85 1930 Burweiler Sdilehberg 1.00 1933 Mandeler Rosengart. 1.15 1929 Frei.aubersheimer Piatie Natur.......1.20 1930 Bernkastel er Riesling 135 1 928 Lieseier Nieder bg.Naturl ,65 1928 Case'er Paulinsberg. 1.80 1928 Craether Himmelreich 1.90 1925 Chat. La Tour Bardls.1.40 1926 Chat. Beiair....... 1.55 Maikammerer..... Liter 0,80 Wermuth........ Liter 1,00 Spanischer Rotwein..Liter 1.20 Jamaika-Rum-Verschn. Liter 4.40 Kolonialwaren Bruchreis....... Pfund 0.1 2 Tafelreis... Pfund er« t.n 0.1 5 Karioffelmehl....Pfund 0.20 Auszug-Mehl Pfund esa eis 0.26 Haferflocken.... Pfund 0.22 Eier-SchniHnudeln Pfd. es« 0.44 Gelbe Erbsen poliert. Pfd.«.ss 0.27 Grüne Erbsen.. Pfund s�o 0.26 Kalif.Pflaumen Pfd. eo o.js 0.26 Pflaumen ohne Stein..M» 0.52 Backobst gemischt. oji ess 0.38 Birnen u. Pfirsiche o-si»J« 0.62 Aprikosen keiif., Pfd.».«s en 0.60 Frisch gebrannter Kaffee Pfuna 1.80 2.20 2.60 3.00 3.40 3.60 Ceflggel, Wild Gefriergänse Pfund von an 0.56 Mastgänse Pfd. 0.78 0.88 0.98 Hühner frisch.Pfund von an 0.68 Wolgahühner Pfund». an 0.70 Tauben..... Stade von an 0.68 Hasen gestreift u.auig»w„Pfd.*. 0.65 Kanindien gestr. u.ausgew.,on 0.75 Konserven 0;� Kohlrabi. 0.38 Spinat..0.42 Schnitt- u. Brechbohnen. 0.45 Junge Erbsen 0.58 fein 1.05 Kaiser-Schoten....... 1.30 Gemischtes Gemüse... 0.60 Gem. Gemüse mittel fein..0.95 Gem. Gemüse fein..... 1.25 Bruchspargel ohne KSpfa..1.10 Bruchspargel stark..... 1.80 Stangenspargel so�o Stang, 1.50 Stangenspargel mittelstark 1.75 Prinzehbohnen fein....1.35 Junge Sellerie gerippt.*.0.63 PftHerlinge......... 0.95 Ptlaumen 0.58 ohne stein 0.72 Aprikosen halbe Frucht... 0.95 Reineclauden....... 1>00 Pfirsiche kallf, halbe Frucht 1.15 KooHtttre�-..... Orange, Aprik., Johannlsb. 1.10 Kirsch, Erdbeer, Hlmbeer 1.25 Kakao . Pfund 0.56 1.00 Kalbskotelett......... Pfund 0.84 Kalbsroulade......... Pfund 0.94 Kalbsschnitzel....... Pfund 1.28 HiPSChfleiSOh Pfd. von an RehfleiSCh., Pfund von an Wildschwein Pfund von an Blaff BQdcen Keule 0.56 0.66 0.98 0.85 1.08 1.25 0.70 0.65 0.98 Schellfisch....... Pfund von an 0.20 Lachs gefroren, ganze Fische, Pfund von an 0a35 Frischer Zander.. Pfund von an 0.88 Winter Qarren 8 Uhr 15. Flora 3431. Koudien erlaubt. I Sonnabend n. Sonntao je 2 Vorstetoieii M Ohl o. I Dhi 15. 4 Uhr kleine Preise.! Wieder nen Wieder sensationell I Wieder Interessant I Wieder ein alles in den Schatten stellendes Programm Du Hernie farietD sv. uisr CASINO-THEATERsv. vb. Lothringer Strafe 97. iitiitrernmemuiiiiiiiiiiiimitiiiii Nur noch wenige Aufführungen Was man ans Liebe tot Oaru die Gesangs- und Tanz- Operette Das Scheidnnee- Souper und der bunte Variel£-TelL Gutschein I-« Personen: Parkett SO PL. Fauteuil I.— Mark. Sessel 1.50 Mark. Deatidies idealer ED Der Raab der Sabinerinnen Regie; Hans Deppe. Albert Bassermann, Felix Bressart, L. Höflich, Richard Die Komödie £Vi Uhr Die nemo-Banh von Louis Vcrneuil mit naxPallenbera; Rnnorstendafflin Theater | I«8- 8','i Uhr Nahanonny von Brecht u Weill Hesterberg, Weira Lenja, Hoernnann ] Amold satolr/ Ii-Bann»ervawipl.> Bisenttclile ioa-n[ Groaes BOGHbierlest u Kansnen» Rena Dtkoratloaim» Bavrlsdie Beaienana{ Besinn 7 l'hr. | SiiDnalieuds sod Sunntags; GROSSER ALPEnBALL I SlädLOper Charlottenburg SismarckstraBe 34 Freitag, 15. Januar Turnus I An lang 30 Uhr Der Troubadour £nde gegen 23 Uhr. Theater desWestens Täglich 8V» Uhr Karl JSken in Der Vogelhändler Marg. Slcxak Lotte Carole Preise von 50 Pf. an Rose-Theater Onlk Fnitfortir Sink 131 IH. Vaidtul E 7 3422 8.15 Uhr Eine Frau von Format Preisabbau der Berliner Kraftfahrsdiulen Die nachbenannten Berliner Krattfahrschulen haben In Uebereinstimmutig mit dem Polizeipräsidium ihre Ausblldungstarfte gesenkt und einheitlich festgesetzt. Die neuen Preise sind aus den Aushängen In den Fahrschulen zu ersehen. I. Automobilclub von Deutschland. NW 40, Invaliden Str. 5Za 2. Adolf Baude, NW 6, Philippstraße 18 3. Johannes Blum. Pankow. Breite Straße 17 4. Fritz Boldt, Halensee, Westfälische Straße 68/69 5 Karl Brandt. Charlottenburg, Kaiserdamm 78 6 E. G Bure galler, Charlottenburg, Bsmarckstraße 84 7. Joe Chronik, SO 16. Schmidstraße 9a 8. Heinrich D e u bl e, NW ZI, Turmstraße 29 9. Dipl.-Ing. E Ehrhardt. W 50. Ansbacher Straße 20 10. Georg Gerber, SW6t. Urbanstraße 10 II Karl Graf, N 58, Schönhauser Allee 130 12 Hermann Gruber. Charlottenburg. Bismarekstr. 108 13. Martin Gumpel. Wilmersdorf, Kaiseralles 48 14. Kandelhardt Akt-Ges.. SW 61. Oitschincr Straße 107 15. Arthur Knöchel, N 4. Chausseestraße 117 16. M. K r asch e w sk i, W 57, Bülowstraße 97 17 Otto Kraschcwskl, SO 16, Köpenicker Straße 116 18. Paul Kuhnert. Lichterfeldc, Hindcnburgdamm 117 19 Albert Miek, Neukölln, Hermannsttaße 29 20. Karl Müller. Reinickendorf. Scharnweherstraße 25 21. Bruno Naumann, NW 87, Zwingllstraße 33 22 August P i s ko I, N39. Schulzendorfcr Straße 23 23. Karl Rache, Wilmersdorf, Brandenburgische Straße 6 24. Fritz Rowcdel, N4, Gartenstraße 32 25 Paul Seiffert. Oberschöneweide, Ostendstraß« 19 26 W. Sohst, Tempelhot, Berliner Straße 59 27 Hermann Sc h m i d t. Lichtenberg. Frankfurter Allee 94 28 Hans Schöckel, Steglitz, Schloßstraße 34 35 29 Willv Schüler, Wtißensee. Parkstr-rße 105 30. Adolf Steffen. Spandau, Lindenufer 34 31 Heinrich Wehm eye r, Schöneberg, Innsbrucker Platz 2 32 A. Witte, Steglitz. Hindenburgdamm 67 33. Michael Wohl brück, Friedenau, Ringstraße 31/32 34 A. Wolf, Steglitz, Feldstraße 6/7 35. Wilhelm Wulff, SO 56. Köpenicker Straße 194 Am Diensing, dem 12. Zanuar. ftiih 7 Uhr. iit mein lieber Mann. unser guier Baier und Graßuater. der Tischietmetster Kerrnsoll Strelow naS geduldig ertragener Krauflieit im 7g Lebensjahre samt entlchlajen. Tempelhof. Paradestr. SZ Frau Elisabeth Strelow,. Familie Carl Strelow. Familie Ernst Brüning. Sie Cinij'cheritng erfolgt am Sonnabend. dem 16. Januar, nachm. 3 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. DenMier Metallartieiter-feH Verwalfnngfslclle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern jut ülachrichL daß unjer Kollege, der Drücker- IWax Scharf geb 30. Juni 1882. am 12. Zanuar ge» ftorben iiL Die Einälcherung findet am Sonnabend. dem 16. Januar, nachmittags S>/s Uhr, im Krematormm Baum- jchuienweg, Kieiholzstraße. statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 5. Januar starb unser Kollege. der Konirolleur Emil Jercbow geb. 4. Februar 1899. Die Beerdigung hat bereit» statt- gejunden. Ehre ihre« Andenken! Die Otdsverwalhmg. Am Dienstag, dem 12. Januar, rerschied nach schweren Leiden mein innigst geliebter Mann nnd herzensguter Popa, der Arbcitsvermittler Max Scharf im vollendetem 49. Lebensjahr. In tiefem Schmerz Gertrud Scharf, geb. ITeeso Kurt Schart, als Sohn Neukölln, BodestraCe 15 Die Einäschenmg erfolgt Sonnabend, den 16. Januar, 17l/s Uhr, im Krematorium Baumschulenwcg, Kiefholzstraße 221. I«sing-TliBatCT Täglich SVs Uht Norken Behl! uns gul! Girti Rütlitn. Ka Hina Ordsest.Dsfos Beiz i Theater im Admlraisoalasi Täglich SVs Uhr Gitta filpar in Die Bubarry Preise v. 0,30 M an mstropoi-iheater Täglich SVs Uhr Ein Lied der liehe Rieh. Tauber Annl Ahlem forve/kaiifinmiittriiiodien BiumensDenoen Jeder Art Uefert preiswert Paul Golletz rann alt Robert Meyei Mariannanstr. 3 Fg. ObarDaum 1303 Erfinder- Vorwärtsstrebende 10 000 fih. Belohnung Näheres kostentos durch ?. erdmann A con Benin sw 11. (233 Tapeten Linoleum Taprlenhaus Hnssactt NO, Wörther Sfr. 30 [11.202 „Hawag" Heizung, Lüftuns, Be- lind Entwässeruno NOl8, Landsberger Str. 92, Tel.; Alex.9130/1 Verband der graphisdien Hilfsarbetier und arbeiterlnnen Deutsdiiands OrtsTcrwaltun g Berlin verstarb unser langjähriges Am 13. Ja Mitglied, der Ki anuar iollege Paul Reidieri (Vorwärts-Druckerei) Mit Paul Reichert Ist eins unserer treuesten und besten Mitglieder von uns gegangen. Während seiner fast 30 jährigen Miigliedschatt hat Paul Reichen fast ununterbrochen In den verschiedensten Funktionen in vorderster Linie für seine engeren Milarbeiter in den Beirieben und auch für die gesamte Berliner Kollegenschaft gewirkt und sein Bestes hergegeben für die Entwicklung und den Bestand unserer Berliner Zahlstelle. Sein allezeit ehrlicher und aufrichtiger Charakter sichern Paul Reichert bei allen, die ihn kannten, ein bleibendes Andenken. Verband der grapbiaefaen Hilfsarbelier and arbellertnnen DealsöbUnds Ortsv er wallang Berlin. Otto Glolh, Vorsitzender. Trauerfeier: Montag, den 18. Januar, I3V, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung ersucht Oer Ortsvorsland. Gewiimauszug LÄtafle 38. Pleubisch-Sütdcutjche Slaals- Lotterte. Cfene Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Rummer find zwei gleich hohe Gewinne gesalleu, und zwar je einer ans die Lose gleicher Rümmer in den beiden Rbleilungen J trab II 2. Ziehungslag 14. Januar 1932 In der heuligen Bormillagzziehung wurden Gewinne über 49(1 M. gezogen 4«ewltm, IS 10000-ZU. 123537 385196 4«ewinu»|tt 5000 W. 45499 140156 6««Bünne ,» 3000 fflL 86206 195998 346909 8»«Winne tu 2000 9». 50739 66575 320461 323604 22«-Winne ja 1000 9N. 60615 92031 139697 166402 205816 269764 305825 316652 321 730 373696 393229 38»totnn« ju 800 CiL 4026 10313 10733 12963 20369 100240 112175 130214 214106 240878 245247 264624 276786 297365 297468 313906 328697 340675 346394 62««Winne JU 500 M. 3965 7578 7714 27577 45956 46665 49336 68892 70746 70935 73399 85372 86336 86996 94652 114466 121 102 123505 127316 167766 175004 194362 249265 285966 290289 298712 324257 341640 244143 376213 276525 I« der heuligrn Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2«UBii-.!» za 50000<5B. 267384 4«ewinne ju 3000 M. 88184 108087 8««Winne ja 2000 M. 45708 193817 273515 304548 . 28«eamme«a 1 000 ffll. 2300 47897 90040 107384 103772 121938 193133 248422 243442 262656 269284 306343 34 7706 346702 44»ewinn. ja 800 M. 8730 13143 30132 52950 60961 103503 105716 121124 135545 149363 167636 172682 21I7I7 223506226497 231025 291199 347696 356725 366439 371552 393932 42«-Winne ja 500 M. 6797 14136 30211 49739 64542 160733 171265 177071 196037 200640 202149 209462 217624 264566 283666 226945 291911 293397 359571 385972 395549 I| Linolen« SjUIat, Kolonie- ftrafte 9. 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Sozialdemokrat mit 100 �e�en 99 Stimmen im 1. Wahlgang gewählt. Die erste Sitzung der Stadtverordneten im neuen Jahre begann, wie es die Geschäftsordnung vorschreibt, mit der Wahl des Vorstehers. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse Flalau, schlug wieder den alten Vorsteher Genossen Haß vor. Flatau teilte weiter mit, daß die sozialdemokratische Fraktion alle anderen Fraktionen nicht im unklaren darüber gelassen habe, daß die Sozialdemokraten bei der Wahl der slelloer- tretenden Vorsteher mir den Kandidaten derjenigen Fraktionen unterslützen würden, die ihrerseits das Recht auf die Stellung des Vorstehers aus den Reihen der Sozialdemokraten als der stärksten Fraktion anerkennten. Der Kommunist Wionewsk' schlug unter Ausfällen gegen das alt« Vorsteherkollegium und die Sozialdemo- traten seinen Parteigenossen Pieck vor, während Stadtverordneter Granaß(Dnat.) das Fraktionsmitglied der Deutschnationalen D o m k e vorschlug. Für Haß könnten die Deutschnationalen nicht stimmen, erklärte Granaß, weil ein von ihnen seinerzeit eingebrachter Mihtrauensantrag gegen Haß zur Verhandlung nicht zugelassen wurde(was die Geschäftsordnung so bestimmt! Red.) und weil es sich in der jetzigen Zeit nicht vertreten lasse, daß ein Sozialdemokrat Vorsteher der Berliner Stadtverordnetenversammlung sei.(Stür- mische Hesterkest bei den Soz.) Der Nationalsozialist L i p p e c t unterstützt« d«n deutschnationalen Kandidaten.(Zuruf: Habt Ihr keinen eigenen?) Die Zettelwahl ergab die Wiederwahl des Genossen Haß im ersten Wahlgang. Von den Igst gültigen Stimmen entfielen auf Haß 1, auf Dornte 57 und auf Pieck 42. Bei den Sozia!» demokraten löste die Wlederwahl des Genossen Haß großen Beifall aus, die Deutschnationalen wurden in einem Zurus Fla» taus auf diesen„neuen Sieg* ihres Granaß gebührend hinge- wiesen. Bei der Wahl de« Vorsteherstellvertreters gaben die Sozialdemokraten angesichts der Kandidaturen von Domke und Pieck weiße Stimmzettel ab; gewählt wurde Domke mit 89 Stimmen. Die Wahl der anderen stellvertretenden Porsteher fiel auf die Stadtverordneten Dr. C a s p a r i(Vp.) und Meyer (Dem.). Jedesmal schlugen die Kommunisten ihren Fraktionsführer Pieck vor: sie hielten ihn also für den ersten Vorsteher ebenso ge- eignet wie für den letzten Stellvertreter. Die Versammlung wandte sich dann der Erledigung der Tages- Ordnung zu. Die städtischen Gefellschaffen. Bereits im Juli hatte der Magistrat der Stadtverordnetenver- sammlung eine Vorlag« gemacht, in der über die Zusammen- legung, Auflösung und Aufrechterhaltung städti- scher Gesellschaften und die Abstoßung und Beibehaltung ' städtischer Gescllschastsbeteiligung« u eingehend. Bericht erstattet und um entsprechend« Beschlußfassung gebeten würde. Der Magistrat betonte in der Vorlage, daß die in einer gewissen Skandal- presse verbreitete Mitteilung, wonach die Stadt„Hundert« von Ge- sellschaften* unterhalt« oder an ihnen betelligt sei, nicht den Tat- fachen entspreche. Nach Abzug der Kämmereibetriebe verbleibt näm- lich nur ein« sehr geringe Zahl von Gesellschaften, die nun also aus Rationalisierung», und anderen wirtschaftlichen und vermal- tungstechnischen Gründen noch mehr verringert resp. zusammengelegt werden sollen. So sollen insbesondere die städtischen Bau- und Heim statten zusammengelegt, die Nordsüdbahnu a u f g e l ö st— ihre Kompetenzen gehen auf die BVG. über— und auch die Freibadgesellschaften zusammengelegt werden. In der Aussprache betonte Stadto. v. Zecklin(Dnat.), die Be- denken seiner Partei richten sich insbesondere gegen das immer stärker hervortretende Bestreben der öffentlichen Hand, in Wirt- schastsgebiete einzudringen, die der privaten Initiative unterstehen sollten. Stadto. llZisaewski forderte den Rücktritt der Stadt von dem Vertrag mit der Berliner Hafen, und Lagerhausgesellschaft. Als Magistratsvertreter rief Bürgermeister Elsas noch einmal die Entstehungsgeschichte des Vehala-Vertrages in die Erinnerung. Im Jahre 1923, bei Abschluß des Vertrages, seien sich die städtischen Körperschaften in der Erkenntnis einig gewesen, daß der Vertragsabschluß notwendig war. Selbstverständlich könne man ! jetzt die Lage anders ansehen. Kein Zweifel könne darüber bestehen, � daß die Verträge rechtsgültig sind und daß nur VerHand- j lungen zu einer Revision der Verträge führen könnten, die denn l auch bereits eingelestet seien Der Antrag der Kommunisten aus Auflösung der Verträge erschwere aber diese Verhandlungen und deshalb seien sie abzulehnen. Gegenüber der Behauptung des Stadto. Widnowski, die Sozialdemokraten hätten Bürgermeister Elsas als„Reinigungskommissar" gewählt, bemerkte Stadto. Schäfer (Soz.), daß nach der auch jetzt noch bestehenden Meinung der Soziäldemokraten es in der Verwaltung der Stadt Berlin nichts zu reinigen gab. Die Sozialdemokraten hüllen Elsas wie auch andere Magistratsmitglieder gewählt in der in Erfüllung gegangenen Absicht, den Magistrat wieder arbeitsfähig zu machen Jedenfalls hälle die Kommunistische Partei, dir sich grundsätzlich jeder Verantwortung entzieht, kein Recht, anderen Parteien Verantwortungslosigkell vorzuwerfen. Bezüglich der Auf- lofung der Nordsüdbahngesellschast, die lediglich zum Bau dieser Bahn gegründet wurde, forderte Schäfer, daß das Personal in die BVG. übergeführt wird. Die Deballe wurde in vorgerückter Zeit abgebrochen, einige kleinere Vorlagen wurden ohne Debatte erledigt. Der Verrat an Güdtirol. Heute abend Zieichsbannerkundgebung in denSpichernsälen. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Gau Berlin, setzt seine Aktion, die unter dein Zeichen: „Wir greisen an! Unser der Staat.— Unser die Macht!" steht, heute abend durch eine Kundgebung fort, die um 20 Uhr in den Gpicherusäleu. Spichernstr. 1 (Untergrnndbahuhos Nürnberger Platz), stattfindet. Die Kundgebung wird de» natioualsozialisti- scheu Verrat an Südtirol behandeln. Als her- vorragender Sachkenner der Zustände in dem durch Mussolini und seine faschistischen Parteibuchbeamteu, Zivilgarden und Balillaö unterdrückten Südtirol spricht Pater Juuerkofler, Wien, der an der Spitze des Hilfsbundes für Südtirol steht. Zweiter Redner ist unser österreichischer Kamerad Dr. Misch ler. Die Republikauer und Neichsbannerfamerade» wissen, datz deutsche Braunhemden schamlos genug waren, am Siegesmal des italienischen Faschismus im unterdrückten urdeutschen Bozen einen Kranz niederzulegen. Heute wird den Nationalsozialisten gezeigt werden, wie die Berliner Bevölkerung über diesen Verrat Hitlers und seiner Gefolgsleute denkt. Deutsche Republikaner, seid znr Stelle! Der Unkosteubcitrag beträgt 2v Pfennig«. Erwerbs- lose frei! Nach einem Tagebuchroman von Karl Hans Schober erzählt von Erich Knauf Die Bomben klatschen ins Wasser. Unaufhörlich schrillen die Alarmglocken. Ich sitze unweit des Sprachrohrs auf Ventilsiation, habe nichts an als meine Unterhosen und friere, denn da unten ist es kühl wie in einem Eiskeller. Be- fehlen kommen durch das Sprachrohr, ich führetfie automatisch aus. Manchmal erbebt das Schiff und das Licht geht aus. � Der diensthabende Offizier stolpert die Stiege herab. Das Licht blitzt wieder auf. Er mustert mich:„Was ist das?* Und zerrt dabei an meiner Unterhose. Ich hack zusammen:«Es ging zu rasch!* „So? Sind Sie verrückt oder werden Sie s? Schwei- nerei!" Er verschwindet wieder. Wieder schrillen die Alarmglocken. Das Licht zuckt, geht aus und blitzt wieder auf. Die Schiffswände erzittern. Wieder ist das Licht da, und jemand schreit durch Sprach- rohr:„Wache! Wache!" Ich melde mich.„ „Sie schlafen wohl da unten? Abtreten ist! Rhinozeros! Also heraus aus dem Loch und auf allen Vieren die eiserne Stiege hinauf. Der Morgen färbt bereits den Himmel. Unter dem Borwand, zum Zahnambulatorium zu müssen, gelingt es mir, am Bormittag an Land zu gehen. Ich eile dem Gesangenenhaus zu, wo die Hinrichtung von Kraus und Koucky stattfinden soll. Ein Landsmann will mich einlassen, Matrofenabteilungen marschieren in das Gefängnis. Man will ihnen ein abschreckendes Beispiel geben. Sie müssen der Hinrichtung beiwohnen, ob sie wollen oder nicht. In Doppelreihen stehen Landsoldaten in Bereitschaft. Sind die Matrosen dem Admiral nicht zuverlässig genug? Eine Landratte hält mich an und mustert mich, als ob sie mich fressen wollte:„Wohin?* „Zu einem Bekannten!" „Wer ist das?" „Ein höherer Stabsoffizier des Tefangenenhauses." „Passiert!" MitPefälltem Bajonett folgt er mir durch das Haupttor bis zur Wache. Mein Landsmann, ein Schulfreund meines Baters, führt mich in ein Zimmer, von wo ich die Szene beobachten kann. In der Mitte des Hofes ist eine provisorische Tribüne für den Admiral mit dem Flagaenstab aufgebaut, links und rechts der Tribüne stehen die Matrosen, das Gewehr bei Fuß. Vierhundert Mann. Vor ihreF Front fünf Gendarmen, ihre Wachhunde. Der Admiral erscheint mit dem Stab und besteigt die Tribüne. Alle Offiziere sind in Gala.- Plötzlich drehen alle Matrosen den Kopf und starren nach hinten. Eine nervöse Bewegung geht durch ihre Reihe. Kraus und Koucky werden herbeigeführt. Kraus ist abgemagert und bleich. Seine Augen sind groß und dunkelgrau, aber gutmütig. Er sieht ergreifend aus und rührend. Um feine Stirn liegt eine tiefe Falte wie ein Totenkranz. Koucky ist kräftiger. Er hat ein schön geschnittenes Ge- sicht mit gerader Nase, energischem Mund und hoher Stirn. Sein langes dunkles Haar trägt er zurückgekämmt. Beide sind nur mit Arbeitshose un blaugestreister Jacke bekleidet. Die Hände sind ihnen auf den Rücken gebunden. Nicht weit von ihnen stehen Kisten mit Sägespänen für sie bereit. .Labt acht!" ertönt das Signal der Hornisten. Der Admiral verliest das Urteil. Koucky steht stramm, aber Kraus zittert und schwankt. Jetzt schreit der Admiral: .Hunde! Landesverräter!" Höhnisch grinsen die Flaggen- offiziere.„Zum Tode durch Erschießen!" schließt der Ad- miral das Urteil. Dann bläst der Hornist ab» und ein Oberleutnant tritt vor die Gendarmen. Auf em Kommando wenden sich die Das ist Razi-Heldentum! 10 Hakeakreuzottern gegen einen Zieichsbannermann. Ein gemeiner nationalsozialistischer Ueberfall wurde gestern nachmittag in der Elbinger Straße auf einen Reichsbanner- mann verübt. Etwa 19 Hakenkreuzler fielen über den Reichsbanner- mann her, der sich jedoch trotz der großen Uebermacht erfolgreich feiner Haut wehrte. Als die Razibanditen erkannten, daß sie an de» Unrechten geraten waren, flüchteten sie in ihr Verkehrslokal in der Elbinger Straße 21. Inzwischen war das Ueberfallkommando erschienen und nahm eine sofortige Durchsuchung des Nazilokals vor. Sieben H a k e n k r e u z l e r, die an den hinterhältigen Ueberfall betelligt waren, wurden festgenommen und der Politischen Polizei zugeführt. �aubüberfall auf Konioristmnen. Gtraßenräuber auf einem Friedhof gefaßt. In den Mittagsstunden des Donnerstag spielte sich vor dem Hause Chansscestraße 8 im Norden Berlins ein schwerer Ueberfall auf zwei weibliche Angestellte der Batterie- Fäbrikations-G. m. b. H. Bumke, Chausseestrahe 8, ab. Der Täter, ein 23 Jahre aller Paul Prce modnick, konnte nach kurzer Verfolgung, an der sich auch ein Rollkutscher betelligte, auf dem Französischen Kirchhof in der Ehausseestraßc, auf den cr geflüchtet war, festgenommen und die geraubte Summe abgenommen werden. Die Firma hotte Lähnzahlungen und schickte daher zwei ihrer Kontoristinnen.zur Filiale der in der Nähe gelegenen D a r m st ä d t e r Bank. Die beiden Mädchen hallen das Geld in Aktentaschen verwahrt. Der größere Betrag in Geld- scheinen befand sich in der einen, während der Rest in Hart- gelb in der anderen Tasche transportiert wurde. Die beiden Mädchen müssen von dem Räuber aufgelauert und beim Verlassen der Bankfiliale verfolgt worden fein. Als sse vor dem Haufe ihrer Firma angelangt waren und gerade durch den Hausflur in die im Hinterhaus gelegene Fabrik gehen wollten, wurden sie von dein Räuber angefallen. Die eine der beiden, die die schwere Tasche mit Hartgeld trug, wurde zu Boden geschlagen und die Tasche ihr entrissen, dann ergriff der Räuber die Flucht. Auf die Hllferufe der Überfallenen Mädchen eilten mehrere Passanten dem flüchtenden Räuber nach. Ein Rollkutscher, der sich auch an der Perfolgung beteiligte, sah, wie der Täter mit der Tasche unterm Arm mit einem gewaltigen Satz über die Mauer des Französischen Kirchhofes sprang. Er eille ihm nach und konnte ihn noch zwischen den Gräbern erwischen. Inzwischen waren auch Polizeibeamte herbeigeeill, die den Täter festnahmen. In der geraubten Tasche befanden sich mehrere hundert Mark, die bis auf einen Betrag von 25 Mark wieder da sind. Wahrscheinlich hat sie der Bursche auf seiner Flucht verloren. Er wurde dem Raubdezernat des Polizei- Präsidiums zugeführt. Die Überfallene Kontoristin ist glücklicherweise nicht schwer verletzt. Herabsetzung der Schornsteinfegergebühreu. Nach einer MitteUuiig des P o I i z e i p r a s i d e nst«n ist unter dem 13. Januar eine Bekanntmachung erlassen wordin, wonach mit dem Tage der Veröffentlichung der Kehrlohn 75 Proz. der Grundtaxe beträgt. Das bedeutet in der Praxis eine Herab- setzung der Kehrgebühren um 15 Proz. Visher betrug die Kehrlohn- laxe nämlich 90 Proz. der Grund taxe, die bei jedem Haus ver- schieden ist und sich nach der Zahl der Schornsteine und ihrer Größe richtet. Die jetzt in Kraft getretenen Sätze sind die gleichen wie sie schon 1927 bestanden haben. Noch keine Verschütteten in Beuihen geborgen. Zu der Meldung über die Auffindung zweier Toter und eines Sterbenden auf der Karften-Zenllum-Grübe wird von dem Leiter des Ober- bergamts Breslau sowie von der Verwaltung der Grube mitgeteilt, daß die Rettungsmannschaften bisher keinen der.sieben. ver- schütteten Bergleute tot oder lebend bergen konnten. Köpfe der Matrosen nach den Verurteilten. Ein Priester tritt auf Kraus zu und spricht auf ihn ein. Aber der hört schon nichts mehr und schwankt hin und'her. Gelassen tritt der Priester zurück, und ein Feldkurator geht auf' Koucky zu. Der winkt ab und kehrt ihm den Rücken. Der Feldkurator läßt sich aber nicht ohne weiteres abspeisen, nimmt das Kruzifix und bekreuzigt Koucky. Die Zeremonie ist zu Ende. Schwalben schwirren aufgeregt über den Hof. Ein Kommando:„Setzt an!" Als erster wird Kraus erschossen. Blutüberströmt bricht er zusammen. Koucky steht daneben und muß zusehen, wie sein Kamerad noch einmal zusammenzuckt, wie man Säge- späne auf den Körper und auf die kleine Blutlachd daneben schüttet. Einem Matrosen wird schlecht. Er fällt zurück, und sein Nebenmann muß ihn stützen. Jetzt kommt Koucky an die Reihe.„Laden! Setzt an!" Stolz steht Koucky vor den Gendarmen.„Feuer! Von der Mauer hinter ihm spritzt der Staub. Die Kugeln sind ihm durch den Kopf gegangen. Mit dem Gesicht nach vorn stürzt er zur Erde. Der Admiral verläßt mit dem Flaggenstab die Tribüne, tritt zu den Toten und spuckt vor ihnen aus. In Doppel- reihen marschieren die Matrosen ab. Die drei Grazien. Horst und ich haben Landurlaub. Der Waffenunter- osfizier Walloch begleitet uns. Er hat ein großes Interesse für Bordellkäfer. Vor einer Kaschemnie machen wir halt, lieber der Eingangstür hängt eine Tafel„Zu den drei Grazien". Wilder Wein rankt am Haufe empor und rahmt ein Fenster im ersten Stockwerk ein, aus dem sich die schöne Ria lehnt. Ein Marineleutnant steht neben ihr. Sie pfeift den neuesten Gassenhauer und grinst Wallach höhnisch an, der sich die Lippen nach ihr leckt und sich ärgert, daß ein Leutnant bei ihr sitzt.„Zu blöd! A, hol der Teufel!" flucht der Unter- osfizter. Wir ziehen weiter. An die dreihundert Matrosen begegnen uns. Ihre Hände find mit Fesseln geschlossen. Die Begleitmannschaft schlägt mit ihren Gewehrkolben nach unseren Flossen:„Platz da! Maulassen!" Ueber hundert solcher Kerls bewachen die PV.-Leutc, die in die Festung transportiert werden. (Fortsetzung folgt.) Vergessene Preissenkung! Oer stabile Zinssaß der Lombardgeschäste und Pfandleihen. Die jüngste Notverordnung hat für das weite Gebiet der Hypo- thekenschulden und der sonstigen festen Verpflichlungen eine wesentliche Herabsetzung des Zinsfußes gebracht, die von den betreffen- den Schuldnern mit Freude begrüßt worden fein dürfte. Jene Schuldner setzen sich im großen und ganzen aus den Kreisen des Bürgertums zusammen. Die werttätige Bevölkerung ist dabei nur insofern beteiligt, als durch jene Zinsermäßigung die Vorbedingung für eine Senkung der Preise der Bedarfsartikel erfüllt wird. Ein anderes Gebiet, auf dem die Verhältnisse umgekehrt liegen, wo das Heer der Arbeiter und Angestellten in erster Linie beteiligt ist, wahrend die sogenannten besseren Kreise nur wenig in Frage kommen, wird von der Verordnung leider nicht ergriffen. Wir meinen die Zinssätze der Lombardgeschäste und Pfand- leihen. Diese sind in vielen Fällen die letzte Zuflucht des kleinen Mannes, wenn unvorhergesehene Ausgaben kommen, wenn er- wartete Gelder ausbleiben oder wenn sonst der letzte Sparpfennig ausgegangen ist. Daß hier ein nicht unbedeutender Personenkreis in Betrocht kommt, beweist die Tatsache, daß in Berlin allein die Zahl der privaten Pfandleih- und Lombardgeschäfte— soweit sie im Adreß- buch verzeichnet sind— über 150 beträgt. Ueber den Umsatz, den diese erzielen, stehen leider amtliche Ziffern nicht zur Ver- fügung. Immerhin dürfte der Jahresumsatz auf mindestens 10 bis 15 Millionen zu schätzen sein. Der Zinssatz, den diese Pfandleihen nehmen dürfen, ist Polizei- lich festgelegt. Er beträgt für die Pfänder in Höhe von pro Mark und Monat 1— 50 9K.,....... 4 Pf. 50—100......... ZVi 100— 50b......... 2'/-„ über 500„....... 2„ Es ergibt dies einen Zinssatz von 48, bzw. 42, bzw. 30, bzw. 24 Proz. Die findigen Herren Psandlecher scheinen aber selbst bei Beträgen über 500 M. nicht von der ganzen Surmue den niedrigen Satz von 2 Proz. zu berechnen, sondern sie zerlegen das Darlehen in die Be- träge von 50-s- 50-s- 400+ x, um so auch bei 500 M. übersteigenden Darlehen die Höchstsätze berechnen zu können. Hierzu treten aber noch Versicherungskosten von einem halben Prozent für zwei Monate gleich 6 Proz. pro Jahr. Das Er- gebnis ist also, daß die Aermsten der Armen bisher schon den un- geheuren durch nichts gerechtfertigten Zinssatz von 54 Prozent zu zahlen haben. Es läßt sich das nur so erklären, daß diese Sätze aus früherer Zeit herrühren und daß der Herr Minister des Innern bei seiner sonstigen starken Inanspruchnahme noch keine Zeit ge- fanden hat, seine Ausmerksamkeit aus dieses Gebiet zu lenken. Sache des betreffenden Dezernenten wäre es allerdings gewesen, von sich aus den Minister Vorschläge zu einer Herabsetzung zu machen. Man kann hier auch nicht einwenden, daß das Staatliche Leihhaus niedrigere Sätze hat. Für Grvß-Berlin kommt dieses schon wegen der großen Entfernung nur für einen Bruchteil der Bevölkerung in Betracht außerdem zeigt d>e Erfahrung, daß die meisten Leute sich scheuen, die staatliche Anstalt zu benutzen und bei den privaten Leihhäusern einen höheren Zinssatz zahlen. Es ist zu hoffen, daß diese Anregung genügt, um im Anschluß an die durch �Notverordnung erfolgte allgemeine Herabsetzung der Zinsen auch auf diesem Gebiete jetzt eine Besserung zu bewirken. �l. L. endgültigen Feststellung der Methöhe spätestens am??. Ja« nuar 1932 gestellt werden müssen. Wird die Frist versäunit» so bleibt es be! der vom Vermieter angegebenen Mictermäßigung. Preissenkung bei Installationen und beim Schneider In einer Besprechung zwischen dem Reichskommissar für Preis- Überwachung und Vertretern des deutschen Elektroinstallateurge- werbes wurde vereinbart, daß die vom Reichsoertand des deutschen Elektroinstallateurgewerbes herausgegebenen Richt- preise um 10 Proz. mit sofortiger Wirkung gegenüber den im De- zember 1931 veröffentlichten Richtpreisen gesenkt werden. Die Besprechungen des Reichskommissars für Preisüberwachung mit den Vertretern des Schneiderhan dwerk-s haben zu fol- gendem Ergebnis geführt: Das Schneiderhandwcrk verzichtet auf die Herausgabe von Richtpreisen und Kalkulationsschemata. Der Preisberechnung im Schneiderhandwerk sind die Effektivpreise zu- gründe zu legen, die sich aus Gestehungskosten und freiem Wettbe- wcrb ergeben. Bei Stofflieferung aus Grund einer Kollektion wird der im Stoffpreis enthaltene Rabatt von 25 und 20 Proz. auf, 15 Proz. ermäßigt. Der bisherige Gewinnzuschlag auf Selbstkosten wird von- 20 und 30 Proz. aus 10 Proz. herabgesetzt. Hoch klingt dasLied vom bravenMann.. Ein Lebensretter vor Gericht. Ein Reisender wird stellungslos. Die Unterstützung reicht nicht. In seinem Besitz befinden sich von seiner früheren Tätigkeit her noch einige Stücke Stoff. Er v e r k a u s t sie. Die wenigen Mark sind bald aufgebraucht. Die Firma droht mit Polizei und Gericht. Der stellungslose Reisende meldet sich polizeilich ab. Furcht vor Strafe begleitet ihn wie sein Schatten. Er nächtigt bald da, bald dort. Hat kaum satt zu essen, das Leben hat keinen Sinn mehr. Eines Tages ist er des ewigen Umherirrens satt. Mag kommen, was da will. Er mietet sich eine Schlafstelle, meldet sich polizeilich an.��Derivhehördliche Apparat/ fetzt sich in Bewegung. Er wird vernomsitan. Gericht und Strafe dütsten auf sich nicht lange warten lassen. b Wenige Wochen später. Am Landwehrkanal. Schreckensschrcie. Hilferufe. Eine Frau hat sich ins Wasser gestürzt. Das Publikum ist vor Schreck wie gelähmt. Menschen laufen ratlos hin und her. Die Frau oerschwindet im Wasser. Plötzlich reißt ein Mann sich den Rock vom Leibe. Springt ins Wasser. Verschwindet für einen Augenblick in der Tiefe. Taucht wieder auf. Unter dem Arm die Frau. Cr schleppt sie ans Ufer. Die Polizei ist zur Stelle. Ein Auto wird geholt. Die Gerettete atmet schwach. Schnell zur Rettungswache! Der Mann, die Mütze tief ins Gesicht, geht seines Weges. Ein Polizeibcamter ihm hinterher. Mann, ihr Name, wo wohnen Sie. Was soll denn inein Name? Die Rettungs» medaille!— Werde ich etwa satt von eurer Rettungsmedaille? Er eilt davon. -!-* Moabit. Einzelrichter. Also, Angeklagter K., Ihnen wird Unterschlagung vorgeworfen. Was können Sie dazu sagen? K.: Ich hatte meine Stellung verloren, die Unterstützung reichte nicht, war in Not, was soll ich mehr sagen? Staatsanwalt: Einen Monat G-e f ä n g n i s.— Angeklagter, Sie haben das letzte Wort. Herr Richter, bevor Sie das Urteil sprechen, lesen Sie bitte hier diese Zeitungsnotiz.— Was soll denn die Zeitungsnotiz?— Lesen Sie bitte, Herr Richter. Der Richter liest: In den Landwehrkanal sprang gestern abend eine lebensmüde Frau. Ein Mann stürzte ihr nach und holte sie heraus. Als der Polizeibeamte ihn nach Namen und Adresse fragte, damit ihm die Rettungsmedaille ver- liehen werden könne, verweigerte er jede Auskunft, er wolle keine Medaille. Und?, fragt der Richter.— Das war ich, Herr Nichter. Die Rettungsmedaille brauchte ich nicht, davon wäre ich doch nicht satt geworden. Ich hätte auch sonst kein Aufsehen davon gemacht. Aber, da ich nun vor Gericht stehe und ins Ge- fängnis soll, da bitte ich doch um Bewährungsfrist. Urteil: 3 Wochen Gefängnis und Bewährungsfrist. Der Lebensretter K. nimmt das Urteil an. Er wird weiter hungern. Zu unterschlagen hat er ja nichts mehr. Und wenn sich wieder eine Gelegenheit bietet, wird er ein fremdes Leben retten— ohne Anspruch auf die Rettungsmedaille. Nur bewähren will er sich,... Mit einein Hammer niedergeschlagen. Eine wüste Schlägerei entspann sich am Donnerstagmittag gegen 1 Uhr im Hause Anhaltstraße 11, wobei der 29 Jahre alte Schlosser Kurt Hippe von seinem Gegner, dem 37 Jahre alten« Kaufmann Otto'P e y d e mit einem Hammer niedergeschlagen und schwerverletzt wurde. Das herbeigerufene Ueberfallkommando nahm Weyde fest und sorgte für Ueberbringung des Hippe ins Urban- krankenhaus. Oie Mietermäßigung bei Alibauten. Letzter Antragstermin für Streitigkeiten: 25. Januar. Ueber Streitigkeiten, die wegen des Umfanges der durch die Notverordnung angeordneten Mietermäßigung enifteheu, entscheidet noch der Preußischen Verordnung über die Mietsepkung bei Woh- nungen in Altbauten das Mieteinigungsamt. Das gilt gleicherweise für diejenigen Mietverhältnisse, bei denen die gesetzliche Miete zu entrichten ist,- wie für diejenigen, bei denen die Miete auf freier Vereinbarung der Vertragsparteien beruht. Die Entscheidung des Mieteinigungsamtes ist endgültig und bindet die Gerichte und Verwaltungsbehörden. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, Über die tatsächliche Höhe des nunmehr zu zahlenden Mietzinses baldigst Gewißheit zu erlangen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der Preußische Minister für Volkswohlfahrt daher die Anordnung' ge- troffen, daß Anträge an das Mieteinigungsamt zur Vorsätzliche Körperverletzung? Erklärung des Vorsitzenden im Lübecker Tuberkolose-prozeß. Lübeck, 14. Januar. Aach zweitägiger Unterbrechung wurden die Verhandlungen im Lübecker Tuberkulose- Prozeß wieder aufgenommen. Der Vorsitzende«eilte mit. daß hinsichtlich des angeklagten Ober- medizinalrats Dr. Altstaedt insofern eine veränderte Rechtslage eintreten könne, als das Gericht prüfen werde, ob Dr. Altstaedt sich nicht nur der sahrlässigen, sondern der vorsätzlichen Horpe r- Verletzung schuldig gemacht habe. Der Vorsitzende richtete an die Angeklagten Profesior Deycke und Dr. Altstaedt die Frage, ob ihnen bekanntgewescn sei. daß Pro, sessor Calmette in den Annalen des Instituts Pasteur vom Jahre 1927 ein Speziallaboratorium für die Herstellung des BCG forderte. Dr. Altstaedt erwiderte darauf, ihm sei diese Forderung b e k a n wt g e w e s e n. In der Literatur, die Profesior Cal- mette ihm seinerzeit zusandte, habe er dies gefunden und diese Literatur dann an Profesior Klotz und Professor Deycke weiter- gegeben._ passantin aus Bürgersteig getötet. Durch stürzende Säule erschlagen/ Auto als Ursache. Aus der nördlichen Seite des Schloßplatzes ereignete sich am Donnersiaanachmittag ein folgenschwerer Verkehrsunfall,' der ein Menschenleben forderte. Gegen 16 Uhr kam ein Privatauto infolge des schlüpfrigen Asphaltes ins Schleudern und geriet auf den Bürgersteig. Der Wagen prallte mit großer Wucht gegen die dort stehende Autobus- Haltestellensäule und riß diese um. Eine etwa 30 Jahre alte, bisher noch unbekannte Frau, die an der Haltestelle auf einen Autobus wartete, wurde von dem umstürzenden Eisen ma st ge- troffen und so schwer verletzt, daß sie wenige Minuten später starb. Die Leiche wurde beschlagnahmt und ins Schau- haus gebracht._, Die Frau mii der Gammelliste. Wie Schwindler sich die Erregung über den geringen Miel- Nachlaß in der Neubaumieterfchaft zunutze machen, beweist folgen- der Vorfall, der sich in Reinickendorf abgespielt hat. Bei einem Genossen erschien eine Frau mit einer Sammelliste zur Einzeichnung von Beträgen für den Zentralmieterausschuß zwecks Durchführung von Pro- zeffen. Die Lifte war weder von einem Beauftragten unterzeichnet, noch mit einer Adresse oder einem Stempel versehen. Es war daher nicht festzustellen, von welcher Seite die gedruckte Liste in Umlauf gesetzt worden war. Als auch nach ausführlicher Be» fragung der Sammlerin der Auftraggeber nicht zu ermitteln war und darum die Hinzuziehung der Polizei angedroht wurde, z e r- riß die Sammlerin die L i st e vor den Augen einiger hin- zugekommener Mieter und oerließ nach Freigabe der Haustür das Haus in eiliger Flucht in Richtung des dunklen Laubengeländes. In der Lifte waren bereits etwa fünf Zeichnungen in Beträgen von 30 Pf. bis 1 M. notiert. Mit einem ähnlich klingenden Namen eines„Zentralmieter- ausschusies" hatten kommunistische Funktionäre vor einiger Zeit eine öffentliche Mieterverjammlung einberufen, so daß vermutet werden muß, daß es sich hier um eine verdeckte Sammlung der KPD. handelt. Das Benehmen der Sammlerin beweist zur Genüge, daß jede Kontrolle über die Per- wendung der gesaminelten Betröge fehlt, und es sich hier um ein Falschmünzer... Llnerwünschie Gäste aus polen. Wohl selten hat eine Verhandlung in Moabit einen.so liefen Einblick in die Arbeitsmethoden der internationalen Falsch- m ü n z e r und die Gegenaktionen der Kriminalpolizei gewährt. wie der Prozeh. der vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte unter dem Aktenzeichen P s i st c r und Gcnosien verhandelt wurde. Der Hauptangeklagte war ein Steindrucker Richard P f i st e r, ihm zur Seite saßen die Eheleute Alexander- und Martha S l o- zcynski, der Portier Baldin und vier Männer, die sich Kauf l e u te nennen. Wenn auch die Verhandlung wegen Ge- fährdung der Staatssicherheit zum Teil unter Ausschluß der Oesfent- lichkeit stattfand, bot sie doch genug des Interessanten. Die Kriminal- Polizei kam de» Münzfälschungen dadurch auf die Spur, daß eine Frau Schröder, die in der Chodowieckistroße wohnte, eine An- zeige beim Revier erstattctD» daß ihre Untermieter> Falschgeld her- stellten. Seltsamerweise beging die Frau wenige Tage darauf Selbstmord, und die Männer, die nach ihrer Angabe schwere Maschinen mitgebracht hatten, waren verschwunden. Die Kriminal- Polizei arbeitete zunächst ossne Erfolg. Später ermittelle sie, daß falsche Postkreditbriefe hergestellt waren, und man ent- deckte weiter, daß nach dem Tode der Frau Schröder das Haupt- quartier in die Wolznung des Ehepaares Sloczynski verlegt worden war. Wie Herr Sloczyinfki stammte auch der Mitangeklagte„Kauf- mann" Wilczowsk» aus Polen. Er hatte einige Barmittel an der Hand und finanzierte das Unternehmen. Als fein Geld zu Ende ging, betätigte er sich als Taschendieb, aber gerade als er einer Dame in der Untergrundbahn die Handtasche ausplündern I wollte, wurde er ertappt und in Polizeiaewahrsam genommen. Die Falschmüuzex mußten also einen neuen Geldmann suchen. Wieder fanden sie einen aus Polen herübergekommenen Kauf- mann, der wie fein Vorgänger olle Veranlassung hatte, jede Be- kanntschaft mit der polnischen Polizei zu vermeiden. Er heißt Schwimmer und begann in Berlin in seinem Element zu schwim- mcn. Unangemeldet wohnte er in der Drogonerstraße, und er sorgte dafür, daß man das Gebiet der Postkreditbriefe verlassen und zur Fälschung von hochwertigen Mark- u n d�Z l o t y s ch e i n e n übergehen konnte. Man beschaffte sich eine sogenannte H o l l ä n d e- Maschine: aber dos Wohnen ohne polizeiliche Anmeldung machte Schwierigkeiten, und wieder mußte ein polnischer Landsmann ein- springen, der in Leipzig ein Erportgeschäft betreibt. Um das Unter- nehmen der größeren Sicherheit wegen vor polizeilichen Nachstel- lungen zu schützen, wurde die notwendige Maschine aus Süddeutsch- land besorgt. Die Kriminalpolizei ober war klüger als die raffi- nierten Verbrecher. Bei den ersten falschen Scheinen, die ihr zu Gesicht kamen, erkannte sie, daß der Steindrucker Psister der U r- Heber war. Mit ihm stand die Polizei auf vertrautem Fuß, da er nicht weniger als fünfmal in den letzten Jahren wegen Münzoerbrechens vorbestraft ist. Man kannte sein Verfahren. Frei- lich bedürftiges noch langwieriger Arbeit, uni das Konsortium fest- zunehmen. 9 Der Staatsanwalt hatte gegen Pfister 10 Jahre Zuchthaus be- antragt. Das Gericht erkannte auf 6 Jahre Zuchthaus. Sloczynski und Frau wurden zu Gefängnisstrafen ver- urteilt. Ein Teil der Angeklagten wurde aus Mangel an Be- weifen freigesprochen. ß&äu%xckjUi£im von MAGGT Würze v�angmSUvonJhmnUÜMtierauä� Ss gibt für eine Wasche Mr. 0 Vi Gütschein JVr. 1 2*%. Mir 2 3x Vi Mr. 3 6x Vi Auch auf andere MAG6I-Erzeugnisse, wie MAGCIS Suppen und MAGGIS Fleischbrühwürfel, gibt es Gutscheine Bctrugsmanöver handelt. Da Sammelisten für Sammlungen zu wohltätigen Zwecken den Stempel der Polizei tragen und Sammellisten von Parteien den Absender erkennen lassen müssen, Ist es zum Schutze der Mieter ratsam, in solchen Fällen das zuständige Polizeirevier zu benachrichtigen. Oer Gasmann mit dem Schnupfen. Eine Leserin des„Vorwärts" schildert uns in einem Brief folgendes drolliges Erlebnis mit chrem„Josmann". Da meine Gasleitung nicht ganz dicht zu halten scheint, lasse ich mir den Fachmann komm«»: mit Werkzeugkasten, Taschenlampe und Gasuhr wohlausoerüstet erscheint der Zunftgewaltige.„A l s o es riecht nachJas?" schallen mir seine kräftigen Vegrützungs- warte entgegen, die ich lebhaft bejahe; darauf sattelt der Gute seinen Arbeitstornister ob, kniet sich an den Gasmesser und beginnt, diesen von oben bis pnten, von vorne bis hinten eifrigst zu beriechen. Er erbittet sich ein Streichholz, dem ein zweiies, drittes, ein viertes und ein fünftes folgen, schließlich ist mein Vorrat aufgebraucht, und mit dem letzten, leise verglimmenden Hölzchen setzen wir noch rasch einen Kerzenstumpf in Brand. Einem blutdürstigen, wohldressierten Jagd- Hund gleich verfolgt der Gasmensch immer weiter die gasgeschwän- gerte Fährte; er schnuppert abwechselnd und steckt dann wieder den Gasschlauch in den Mund, holt Lust und stößt diese wieder aus. Inzwischen ist mein Kerzenstumpf unter Hinterlassung etlicher weiß- wachsigcr Tränen auf ein Minimum zusammengeschmolzen, und rasch hole ich Lichtmaterial. Und auch Kerze Nummer 2 verglüht und vertropjt, der Mann aber schnuppert und schnuppert, dieweil ich seiner armen Lunge, die solch Uebermaß an Gasen einatmen muß, mein tiefstes Mitgefühl ausspreche. Mit einem herzhasten Ruck erhebt sich der brave Mann plötzlich, rafft sein Handwerkszeug zu- samnien, knipst die Taschenlampe aus und meint treuherzig:„Wissen Se, riechen Sie doch mal— ich Hab nämlich n'Schnuppenl"— So hat auch der graueste Alltag seine rosigen Fleckchen! Bürgschaft aus Gefälligkeii. Ein ehelicher Mann kommt zv Kall, findet aber milde Richter. Durch die Verkettung mehrerer bedauerlicher Umstände ist der Justizwachtmeister T. nach einer 21jährigen tadellosen Dienstzeit beim Amtsgericht Berlin- Mitte vor den Strafrichtcr g?- kommen. Er hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung zu ver- antworten. Aus Gefälligkeit hatte T. für einen Kollegen eine Bürgschaft über 200 Mark geleistet. Der Kollege konnte dann aber nicht zahlen, und T. wurde von der Bank als Bürge in Anspruch genom- inen. Dadurch geriet er in die b i t t e r st e Not. Er hatte nur ein Monatsgehalt von 180 Mark und mußte davon feine kranke Frau, ein Kind und die Mutter ernähren. Außer- dem war er auch mit der M i e t e noch im Rückstände. Er bemühte sich daher, von dem anderen Justizwachtmeister dos Geld zurückzubekommen und bestimmte ihn, ein neues Darlehen auszu- nehmen. Die Bank wollte fich diesmal aber nicht mit der alleinigen Bürgschaft des T. begnügen und verlangte einen zweiten Bürgen. T. setzte nun ohne dessen Wissen den Namen eines anderen Justiz- Wachtmeisters unter die Bürgschaft und fügte auch eine Beglaubi- gung der Justizbehörde bei. Dadurch wurde die Urkunde zu einer öffentlichen, und demgemäß lautete die Anklage aus schwere Urkundenfälschung. Der Angeklagte war in vollem Umsange ge- ständig und bereute aufs tiefste seinen unbesonnenen Schritt. Das Schöffengericht Berlin-Mitte ließ auch weitest« Milde walten und verurteilte den Angeklagten zu der Mindeststrase von drei Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist.. Geheimbrennerei im Wohnkeller. Die Polizei ist abermals einer Gehcimbrennerei auf die Spur gekommen. Die Spritfabrik, die sich in einem Wohnkcller in der Eollnowstraße befindet, wurde überraschend ausgehoben. Als Be- sitzcr dieser Ceheimbrcnnerei, mit der täglich etwa 230 Liter her- gestellt werden konnten, wurde der Händler M. festgenommen. Schon einmal vor Jahresfrist war M. bei der geheimen Sprit- Herstellung gestellt worden. Die Geräte wurden beschlagnahmt. Goebbels fall zeugen! Im Helldorf-Prozeß ist Dr. Goebbels, der als Zeuge vernommen werden soll, statt aus den 2t. auf den 23. Januar geladen worden. Er soll am Schluß der Beweis- aufnähme als letzter vernommen werden. Für wahren Fortschritt. Die Dortragsabenee Ver Arbeiterwohlfahri. Im Rohmen der W o h l f a h r t s l o t t e r i e, die von der Arbciterwohlfahrt in den Vorweihnachtswochen veran- staltet wurden, finden in den nächsten Tagen zahlreiche Bor- träge statt, die wohl geeignet sind, in die sozialpolitischen und kulturpolitischen Bestrebungen unserer Arbeiterwohlfahrt einzu- führen. Wir geben folgende Veranstaltungen bekannt: 7. kreis Charlottenburg. Freitag, 15. Januar 1932, 19� Uhr, großer Saal des Krankenkassenverbandes, Charlottenburg, Berliner Straße 137. Vortrag: Tätigkeit der Arbeiterwohlfahrt. Referent: Stadtrat Dr. R e i n e in a n n, Filmvorführung„Kehre wieder Afrika", Rezitationen Martha John, Musikbegleitung und Gesang. 4. kreis Prenzlauer Berg. Sonnabend 16. Januar, 19 K Uhr, in der Aula der Heinrich-Schliemann-Schule. Gleimstr. 49. Vortrag: Forderungen der Arbeiterwohlsahrt zur Reform der Fürsorge- erziehung. Reserentin: Dr. Erna Magnus. Filmvorführung: „Revolte im Erziehungshaus" mit Musikbegleitung. 2. kreis Tiergarten. Sonnabend, 16. Januar, 20 Uhr, im Kleist-Lyzeum, Levetzowstraße. Vortrag— Referent wird noch be- kanntgegeben— Filmvorführung..Lohnbuchhalter Kremke" mit Musikbegleitung. Mitwirkung der aktuellen Kleinkunstbühne. 11. kreis Schöneberg. Sonntag, 17. Januar, vormittags 10"� Uhr, in den Gala-Lichtsoielen. Schöneberg, Hauptstraße 48, Vortrag des Herrn Stadtrat Karl Schneider. Filmvorführung „Laila, die Tochter des Nordens" mit Musikbegleitung. Rezitationen Friede! Bollmann Treptow. Montag, 18. Januar, 191� Uhr, bei Gloger, Viktoria- Garten 25, am Treptower Park. Vortrag Frau Clara Böhm- S ch u ch, M. d. R. Filmvorführung„Der Kampf um die Erde". Mitwirkung der aktuellen Kleinkunstbühne. 19. kreis Pankow. Mittwoch, 20. Januar, 19 Uhr, im Konzert- haus Lindner. Pankow, Breite Straße 37, Vortrag„Die Forde- rungen der Arbeiterwohlsahrt zur Reform der Fürsorgeerziehung". Referentin: Dr. Erna Magnus. Filmvorführungen„RevoUe im Erziehungshaus" und„Der Jmmenhof", Kllnstlerkonzert, Rezitationen. Es fei besonders daraus hingewiesen, daß alle Los- i Ii h a b e r das Recht haben, einen sozialpolitischen oder kultur- politischen Abend der Arbeiterwohlsahrt ohne Zahlung von Eintrittsgeld zu besuchen. Die Namen der Referenten und die Art der vorgeführten Filme wie die anderen künstlerischen Dar- bietungen bürgen dafür, daß die Veranstaltungen Freude und Belehrung in vortrefflicher Weise vereinen. Seltsame Auiodiebstähle. Oer vierte Lleberfall auf Krastag-Ehauffeur. Zwei seltsame„Autobanditen" beschäftigen seit einiger Zeit die Berliner Kriminalpolizei. Zwei jüngere Männer, die in den gestrigen Abendstunden an der Kalckreuthstraße eine Kraftag-Taxe zu einer Fahrt nach Dahlem mieteten, zwangen den Chauffeur am Ziel mit vor- gehaltenen Pistolen, vom Führersitz zu steigen. Die beiden Männer fuhren dann mit dem Wagen in schneller Fahrt davon. Einige Stunden später wurde das Auto mit leerem Benzintank unbeschädigt aufgesunden. Das ist in drei Wochen der vierte Autodicbstahl, von dem die Kraftag unter den gleichen Umständen betroffen worden ist. Jedesmal entfernten die Diebe den Chauffeur unter Waffcnonwcndung vom Führersitz und flüchteten mit dem Wagen. Soweit man bisher feststellen konnte, scheinen die Burschen die gestohlenen Wagen zu irgendwelchen dunklen Zwecken zu benötigen. Leider gzaren alle Bemühungen der Kriminalpolizei, die Burschen zu fasten, bisher vergeblich. Sängerchor Berlin lSv« am Wedding. Die seit einiger Zeit, auch in den Sängerchören des„Deutschen Arbeiter-Sängerbundes" einsetzende Zersetzungsarbeit der KPD. hat am Wedding einen für die Sängerbowegung erfreulichen Ausgang genommen. Die Sänger, die, angeekelt durch das Treiben des kommunistischen Kampfbundes, aus dem„Berliner Uthmann-Chor" austraten und ein Teil anderer, die schon länger beiseite standen, well ihnen das konnuunistischc Theater zuwider war, haben sich mit dem weitbekannten, angesehenen und beliebten „Meinekeschen Männerchor Berlin 1900" zu einem Chor vereinigt, der quantitativ und qualitativ zu den höchsten Erwartungen berechtigt. Unter dem Namen„Sängerchor Berlin 1900" übt der Verein mit seinen 150 singenden Mitgliedern jeden Freitag von 1914 bis 22 Uhr unter dem bekannten und beliebten Chormeifter Georg Oskar Schumann in der Schulaula Pank st ratze 17. Dort finden Aufnahmen neuer Mitglieder statt. Heute Porto billiger. Borlä'ufig gelten die alten Marken. Bon heute ab tritt der verbilligte Posltaris in Kraft: der einfache Brief nach außerhalb kostet statt 15 12 Pfennig, der Doppelbrief statt 30 2 5, die Postkarle kostet b Pfennig statt L Pfennig, mit Antwortkarte 12 Pfennig, der Posttaris für den Ortsbriefverkehr blieb unverändert. Die neuen 6- und 12-Pfennig- Marken werden voraussichtlich erst ab Mitte des nächsten Monats zur Aus- gäbe gelangen können. Die bisherige 8-Pfennig-Postkarte wird bis dahin für 6 Pfennig verkauft. Das 12-Pfennig-Porto wird durch 8- und 4-Psennig-Marken zusammengesetzt. Die neuen Brief- m a r�k e n werden sich im Bild gar nicht, in der Farbe und im Ton der Schattierung ein wenig verändern; die 6-Psennig-Marke wird den Ebert-Kops statt, wie bisher, auf leuchtend-grünem, auf einem grau-grünen Grunde tragen, und das Bild des Reichspräsidemrn wird uns in Zukunft auf einer organgefarbenen 12-Pfennig-Mark« begegnen. Die Farbenbestimmung der Briefmarken ist nicht etwa eine willkürliche, sondern sie entspricht den Vorschriften des Weltpost- Vertrages, der für den niedrigen Jnlandpostoerkehr die grüne, für den höheren die rote und für den Auslandsverkehr die blaue Farbe vorsieht. Postwertzeichen, die aus dem Verkehr gezogen werden, wie beispielsweise die 45-Pfenn!g-Marke(Cinschreibeporto) werden zur Verrechnung mit anderen Dienststellen(Paketocrkehr usw.) be- »utzt� Für die Paketgebühren beträgt die Ermäßigung durch- schnittlich 20 Prozent. Die neuUi Jnlandsgebühren für Briefe und Postkarten gelten auch im Verkehr mit dem Saargebiet, der Freien Stadt Danzig, Litauen und Memelgebiet,. Luxem- bürg und O e st e r r e i ch. Oer Mutter die Kehle durchschnitten. Homburg. 14. Januar. In der Nacht zum Mittwoch hat in B o r st e l. im Kreise Winsen die bei ihrer Mutter wohnende Frau M a t h i e s ihrer Mütter mit einem Messer die Kehle Durchschnitten. Frau Mathies lebte von ihrem Manne getrennt und wohnte seit zwei Jahren mit ihren beiden Kindern im Hause der Mutter. Am Sonntagabend hörten Nachbarn eine sehr erregte Auseinandersetzung zwischen den Frauen. Bald darauf wurden sie von der verstörten Tochter in die Wohnung der Mutter geholt, wo sie letztere mit durchschnittener Kehle in einer großen Blutlache liegend ausfanden. Die Tochter behauptete zunächst, die Mutter habe Selbstmord verüben wollen; als sie ihr das Messer entreißen wollte, sei es durch einen unglücklichen Zufall der Mutter in den Hals gedrungen. Später gestand die Tochter, die Tat im Jähzorn begangen zu haben. „Nonuk, der Eskimo", im Planclarium. Vom Dienstag, den 19. Januar wird das Planetarium täglich(außer Montag) um 3, 5, 7 und 9 Uhr den berühmten Eskimositen„Nanuk" zeigen. Im Beiprogramm wird der Sternenhimmel gezeigt. Freie Sozialistische Hochschule. Der nächste Vortrag findet am koinnvnden Sonnabend, dem 16. Januar, 1914 Uhr, im ehemaligen Herrenhaus. Leipziger Straße 3, statt. Genosse-Dr.'r Rudolf Breitscheid, M. d. R., spricht über das Thema:„Abröflung. Reparationen, Friede".— Die weiteren Vorträge finden statt: 13. Februar: Prof. Dr. Emil Lederer:„Weltkrise ohne Ende?", 19. März: Hermann Wendel-Frank- furt/Main, zum 100. Todestag Goethe's:„Goethe und die Gegenwart". Karten zum Preise von 50 Pfennig sind an folgenden Stellen zu haben: im Büro des Bezirksbildungsäusschustes, Arbeiterjugend Groß-Berlin, Frauenbüro der SPD., Bezirksaus- fchuß für Arbeiterwohlsahrt, sämtlich Lindenstraße 3, 2. Hof links, 2 Treppen; Buchhandlung I. H. W. Dietz, Lindcnstraße 2; Zigarrengeschäft Hoxsch, Engelufcr 24-25, Gewerkschaftshaus: Z. d. A.. Hedemannstraße 12; Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstraße 5; Deutscher Holzarbciter-Verband, Rungestraße 30; Verlagsgesellschaft des ADGB., Abt. Sortiment. Jnselstraßc 6a; Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten, Wallstraße 65; Geschäftsstelle des Touristenvcreins„Die Naturfreunde", Johanisstraße 15. Karten für Erwerbslose und Studenten zu ermäßigten Preisen an der Abendkasse. Rinrioi'-Rouloei»»« 0.S8 Rinder-Brustm.K.,anPfd. 0.58 Rinder-8ackens.K.,pfd. 0.Z4 KalbsvordarfUlich, an Pfd. 0.98 Schweino»chinken m.B.,Pfd. 0.68 Schweinenieren. Pfd. Q.gt Eisbein m. Spitzb.,s«p., Pfd. 0.54 Schellfisch m. K...... an Pfd. 0.24 Kabeljau o. K....... an Pfd. 0.22 Seelachs o. K....... an Pfd. 0,26 Rotbars............. an Pfd. 0.28 Grüne Heringe..... 3 Pfd. 0.38 lebende Karpfen an Pfd. 0 78 Lebend. Plötzen an Pfd. 0.35 Bratheringe...... i-lt.-Do»» 0.50 Hambg. Näschereien Dot. 0.65 Filethappen i. Ram....Dos. 0.90 Imp. Sardellen...... Pfd. 0.65 Makr.- Bücklinge...... Pfd. 0.25 Sprotten Kistdian, ca. 1 Pfd. 0.30 Bücklinge Kistdi. ca. 2 Pfd. 0.50 Wild• Geflügel Ko�nialwaren Mastgänse.. Wolgahühner... Suppenhühner.. Bratenten..... i.. Hasen gestr....... Wildkaninchen.. Kaninchen gestr... Hirschblatt....... Wildrogout...... an Pfd. 0.78 . an Pfd. 0,70 . an Pfd. 0.68 . an Pfd. 0.68 ..an Pfd. 0.C5 ..an Pfd. 0.75 an Stück 1,20 ..an Pfd. 0.56 ..an Pfd. 0.26 Ganse rutrp'd; 0.53 0,44 Ess- u. Kochäpfel... 1 Pfd. 0.1 2 0.46 Jägeräpfel.......... 2 Pfd. 0.32 0.25 Mand.o.Blutorang.2 Pfd. 0.52 0.35 Jaffa-Orangen..... 3 Pfd. 0,58 0.24 Rot-.Weiß-iWirsingk.Pfd. 0.06 0.13 Möhren o.Kohlrüb.. 3 Pfd. 0.10 0.62 Grünkohl............ 1 Pfd. 0.05 0,60 Sellerie............. 3 Pfd. 0.20 0.50 Rosenkohl........... 1 Pfd. 0.10 _ 1. 80 Schwarzwurzeln...1 Pfd. 0,20 Mischobst....... an Pfd. 0.38 Apfelsin. fein, span.,3 Pfd. 0,48 Eierschnittnudeln..... Pfd. HortgriessmakkaroniPfd. Weiße Bohnen..an 2 Pfd. Viktoria-Erbsen.. an 2 Pfd. Haferflocken.......... Pfd. Bruchreis.............. Pfd. Pfirsiche............ an Pfd. Birnen............... an Pfd. Kirschen getrocknet..... Pfd. Kaffee............. an Pfd. Margar.u.Kokosfett3Pfd. 0.98 Rohschmalz........... Pfd. 0.46 Bratenschmalz....... Pfd. 0.46 Eier.............. an 10 Stck. 0,65 Tafelbutter............ Pfd. 1,18 Allerf. Markenbutter Pfd. 1,26 Molkersibutter...Pfd. 1,04 Camembertvotlf., Schachtet J).20 Harzer ca. I Pfund-Packung 0.30 Allg. Limburger....... Pfd. 0.44 Romadour, Allg....... Pfd. 0.58 Edamer vollf.0.S8,halbf.Pfd. 0.56 Blockkäse Tilsiter Art. Pfd. 0.56 Tilsiter feine Quai...... Pfd. 0.66 Dän. Schweizer...... Pfd. 0,60 Steinbuscherl vollf....Pfd. 0.66 Boyr. Schweizer...an Pfd. I.QQ Schweizer f)nn....an Pfd. 0,80 Jagdwurst............ Pfd. 0.84 Braunschweigerechte, Pfd. 0.88 Feine Leberwurst... Pfd. 0.98 Cervelat u.Salami.. Pfd. 1.05 Schweinebacken ger.,Pfd. 0.65 Speckmag,, Pfd. 0,88fett,Pfd. 0.70 Plockwurst.......... Pfd. 0.98 Konserven Junger Kohlrabi... Vi Ds. 0.30 Karotten gesdmltfen. chi Ds. 0.38 Spinat................. Vi Ds. 0.42 Jg.Brech- u.Schnittb. Vi Ds. 0.42 Jg.Erbs.mittelf. m. Kor/'li bs. 0,72 Stg.-Spargel50/60er,ViDs. 1,50 Kaiserschoten....... Vi Ds. i.zo Apfelmarmel. ca.2.pf.-Eim. 0.75 Gem.Marmel. ca.2 Pf.-e!m. 0.75 pflm., Joh.-Kf. ca.2-Pf.-Eim. 1.08 Mirabellen...... Vi D». 1.10 Telefonische Bestellungen über M. 5,— unter Fä Baerwald 0012 werden prompt erledigt• Mengenabgabe vorbehalten Konfitüren Burgm.dTfl.Soii.,200gr.Pckg. 0.50 Burgm. Ariane,Vollm.,300gr. 0.50 Burgm.Pral.-Mischg., 200 gr. 0,50 Vollm.Nuß Brudischok., Pfd. 1.00 Herrenkringel...... ,..Pfd. 1,00 Teegebäck-Mischg. Pfd. I.QQ Malzbonbons...... Pfd. 0.50 Weine• Spirituosen rrkf.ApfelweinHt.0.45, Sit. 2. 15 Bowlenwein...llt.o.TS bit.z.zg Rheinwein..... Uto.ss. SU. 4.50 Tarrag.,Wermutl Lt.l.CO.SU. 4.75 Muskat........ tLt.i.io.5it.5.25 Malaga........ ILtl.M, Slt.5,75 Dürkheimer....Uf. 0.96, 511.4.50 Johannisbeerw.U.o.76, SU. 3.50 30erNierst.od.Bechth. m.Fi 0.95 Halb und Halb, Cherry- Brandy, Curafao Fi. 2.95 Verkauf solange Vorrat T-'j- - /HU v&UccuoP A D CT A B T B ß'id S• U-BAHNHOF HERMANNPLATZ«DER KARSTADT- BAHNHOF In den Dachhallen spielen die Kapellen Marek Weber und Gerhard Hoffmann e Im Erfrischungsraum III. Stock spielt die Kapelle Bloch Deufcdie Kuroile und Bäder in Noi. Ihre Wünsdie und die Meinung des Volkes. Der Allgemeine Deutsche Bäderoerband E. D ' hatte in diesen Tagen seine Mitglieder zu einer Versammlung nach Berlin entboten, die im Haus der Presse stattfand und außer- ordentlich gut besucht i war. Auch der Dezernent der preußischen Staatsbäder, Dr. Kasper vom preußischen Landwirtschafts- Ministerium, war erschienen und mit ihm die Kurdirektoren der Staatsbäder. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag de» Syndikus Schmidt über Maßnahmen zur För- derung des Fremdenverkehrs in Deutschland, vom Standpunkt der deutschen Bäder aus gesehen. Nach einer Feststellung Geheimrats Dr. D a o i d f e n vom Auswärtigen Amt ist das deutsche Minussaldo der Fre m d e n v e r k e h r s b i l a nz das größte von allen europäischen Ländern Im Gegensatz dazu hat Frankreich aus seinem Fremdenverkehr einen Reingewinn von IMi Milliarden Mark, Italien über 3U) Millionen, die Schweiz rund 2�0 Millionen und Oesterreich rund 130 Millionen Mark gezogen. diese Länder sind damit imstande gewesen, einen Teil ihres Einfuhr- Überschusses zu bezahlen. Nach Angaben des Statistischen Reichsamtes haben die Ausländer in den Iahren 1924 bis 1928 in Deutschland 180 Millionen Mark ausgegeben, die Deutschen im Ausland in derselben Zeit aber 247 Millionen. Im Jahre 1929 hat das deutsche Reisepublikum in Italien etwa 40 bis 40 Millionen Mark, in der Tschechoslowakei 40 Millionen und in der Scbweiz 100 Millionen Ma�k gelassen. Von 147000 Ausländern haben 31 000 Deutsche die Bäder in der Tschechoslowakei besucht. Demgegenüber kann gar nicht oft g?nug darauf hingewiesen werden. daß die deutschen Heilbäder einer der wertvollsten Besitz. tümer im Rahmen des deutschen Volksvermögens sind. Eine Kur in einem deutschen Heilbad kann heute nicht mehr als Luxus be- vorzugter Kreise angesehen werden, da durch weitgehendes Entgegenkommen der Bade- und Kurver. wa'lungen es den Patienten der Kraukenkasseu, Knappschaften, Dersicherungranstal'en und Kriegsbeschädigten ermöglicht worden ist, sich einer Badekur zu unterziehen. Es werden jährlich 400000 verbilligte Kuren in deutschen Kurorten abgegeben. Der Wert der Ermäßigungen für Minderbemittelte an Kurtaxe beträgt in 44 Bädern 900 000 Mark. an Bäderpreisen in 36 Bädern etwa 876 000 Mark=: 12 Proz. des Aufkommens aus Bäderabgaben. Trotzdem bedarf das deutsche Bäderwesen unauegesetzl der Förderung durch die Be- Hörden des Reiches und der Länder, der Wissenschaft, besonders der Aerzteschaft, der Berkehrsbehörden, der Presse, des Rundfunks und des Films. Notwendig erscheinen die Schaffung eines Reichskurortegesetzes, die beschränkte Zulassung des Glücksspieles, die wissenschastliche Förderung des Bäder- Wesens, die Förderung des Jnlandreiseverkehrs durch die Reichsbahn und Steuererleichterungen. Das Reichskurortegefetz soll wissenschaftlich anerkannte HeUbäder und Kurorte durch Konzessionierung der Badebetriebe schützen. Be- züglich der Glücksspiele wird aus die vom Allgemeinen Deutschen Bäderverband der Reichsregierung vor einiger Zeit überwiesenen Denkschrift oerwiesen, die von der Uederlegung ausgeht, daß nun doch einmal überall gespielt wird und daß das Verbot des Glücks- spiels in Deutschland sich zu dessen Schaden und zum Nutzen der mit Spieltasinos ausgestatteten ausländischen Kur- und Badeorte auswirke. Durch strenge Kontrolle und durch Ueberweisung der Reingewinne zu gemeinnützigen Zwecken wird der Spielbetrieb auch dem strengsten Moralisten keine größere Angriffsfläche bieten, als der landläusig« Totalisatorbetrieb und das Lotterie- und Börfenfpiel. Hinsichtlich der Förderung der Bäderwissenschaft(Balneologie) muß darauf verwiesen werden, daß es an den Universitäten an balneolo- gischen Lehrstühlen fehlt. Auch ist die Balneologie in Deutschland nocb immer ni�t medizinis�es Prüfungsfach. Das Ausland ist uns auch hierin weit voraus. Die Reichsbahn sollte endlich dem Vorbild des Auslandes folgen und für ausgesprochen« Kurretsen Ermäßigungen gewähren. Für die Deutschen aber muß als Richtschnur gellen, möglichst nur Reisen in Deutsch. land auszuführen. Es mögen uns zu diesen Ausführungen einige Bemerkungen erlaubt sein: Die Veranstaltung des ADBV. war getragen von�er Sorg» um die kommende Saison. Man ist sich wohl vollkommen klar darüber, daß die Verarmung jener Kreise, die zu den ständigen Kunden der Bäder gehörten die kommende Saison noch mehr als die des Jahres 1930 ungünstig beeinflussen wird. Und wenn auch zweifellos in den Jahren 1924 bis 1930 die steigende Verschickung der Mstglteder der Krankenkassen. Knappschaften, Versicherungs- anstallsn und der Krißgsbeschädigten in die deutschen Heilbäder nicht nur«in gewaltiges gesundheitliches und soziales, sondern auch ein kullurelles Plus war. auf das Deutschland stolz sein tonnte, so war doch für die Sassen die Verschickung der versicherten in Bäder kelne Regellei skuag. sondern Mehrleistung. die sie also nur nach bestem wirtschaftlichen Können vorzunehmen brauchten. Die Vierte Notverordnung vom 8. Dezember 1931 setzt leider dieser Mehrleistung ein Ziel: sie erklärt ausdrücklich: „Um die Versicherten und ihre Arbeitgeber vor höheren Beiträgen zu bewahren, werden die Leistungen für die Krankenkassen und Erfatzkassen, wenigstens zeitweilig, auf die Regelleistungen be- schränkt." Das bedeutet für die Kassen also in diesem Jahre einen Zwang zu einer weiteren wesentlichen Einschränkung in der Ge- Währung von Kuraufenchakt. Hoffentlich gelingt es den Kassen, diese Bestimmung mildern zu lassen, denn die deutschen Heilquellen sollen allen deutschen Volksgenossen zur Verfügung stehen. Nun weist der ADBV. sehr energisch darauf hin, daß allein 81 000 Deutsche im vergangenen Jahr die tschechischen Bäder besucht haben, und man kann es wohl verstehen, wenn er wünscht, daß diese 81 000 ihr Geld in Deutschland lassen. Sind denn nun aber die berühmtesten böhmischen Bäder Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und T e p l i tz nicht auch heute noch wie in alten Zeiten in deutscken Händen? Sie liegen doch vollkommen im deutschen Sprachgebiet. Will man die deutschen Besitzer in diesen Bädern darunter leiden lassen, daß sie tschechische Staatsangehörige sind. Man kann doch auch unmöglich auf der einen Seite Pro- paganda für die Erhaltung des Deutschtums im Ausland treiben und auf der anderen Seite verhindern, daß den Auslandsdeutschen die wirtschaftlichen Vorteile des Besuches von Kranken aus dem Reich zukommen. Man sollte in dieser Hinsicht besonders vorsi�tig sein! Mit Oesterreich ist es genau so. Und glauben die vielfach rechtspolitisch eingestellten Kurdstektoren. daß sich ihre rechspolltisch eingestellten kapitalkräftigen Gesinnungsgenossen abhallen lassen werden, nach Italien zu fahren? Ein anderes wHtmes Moment, das dem Besuch der deutschen Bäder bedeutenden Abbruch getan hat. kam selbstverständlich aus dieser Versammlung auch nicht andeutungsweise zur Sprache. Heute steht einwandsfret fest und wird von einsichtigen Kurdirektoren und Verkehrsfachleuten auch zugegeben: Der durch ganz Deutschland ungehemmt rasende national. sozialistische Terror war es. der nicht nur viele Ausländer avs Deutschland vertrieben, sondern der auch verhindert hat, daß Ausländer nach Deutschland kamen und daß zahlungsfähige Deutsche in Deutschland ihren Kuraufenthalt nahmen. „Gennsny want to see you!" heißt es auf den deutschen Werbeprospekten in Amerika.„Deutschland bittet um euren Besuch!" Jawohl! Aber wenn die also höflichst eingeladenen Ausländer durch die deutschen Städte, Bäder und Kurorte gehen und plötzlich erfolgt ein Aufzug mit schwarzweißroten Hakenkreuzfahnen und es werden wilde Hetzreden gehallen, und es entsteht«in Krawall mit Schießerei, dann wird der eine Ausländer der da, über sich ergehen lassen mußte, zwanzig andere vom Besuch in Deutschland abhalten. Der Kur- und Badegast will seine Ruh« und Erholung, und der Aucländer sein Vergnügen. Und so lange Ruh« und Frieden im Innern nicht gewährleistet werden, so lange die Kurverwallungen und die örtlichen Hotelbesitzer- und Penfwnsvereine nickt selber— und nickt nur etwa in der Saison— den nationalsozialistischen Spuk bekämpfen, so lange wird«s den deutschen Bädern und Kur- orten s'Hechter und immer schlechter gehen. Man sollte sich darüber im ADBV. keiner Täuschung hingeben. Geschwiudigkeii deutscher(Schnellzüge. Die schnellste Strecke: Berlin-Halle. Die Reisegeschwindigkeit stellt die Durchschnitts- geschwindigkell dar, in der sich ein Zug zwischen zwei bestimmlen Bahnhöfen unter Berücksichtigung sämtlicher Zwischenaufenthalte und der Fahrstrecken mft geringerer als der znläsfigen Höchst- geschwindigkell bewegt. Sie ist also die Geschwindigkeit, die prak- tisch den Reisenden interessiert. Nicht zu verwechseln ist sie mit der H ö ch st geschwindigkell, für die es gesetzlich« Vorschriften und Sonderbestimmungen der Reichsbahn gibt. Je geringer die Zahl der Aufenthalle ist, um so weniger weicht die Reisegeschwindigkeit .von der Höchstgeschwindigkeü ab. Di« Höchstgeschwindigkeit be- trägt zur Zell für Schnellzüge 100 Stundenkilometer, für Fern- schnellzüge auf einer Reihe günstiger Strecke» 110 Stundenkilometer. Die höchst« durchschnilllich« Reise geschwindigkell wird zur Zeit auf den Strecken Berlin— Halle und Hamm— Hannover mit 90 Stundenkilometer' erreicht. Damit ist hier die Reisegcschwin- digkeit der Byrkriegszell um 2,2 bzw. 8.9 Stundenkilometer über- troffeu. An dritter Stelle folgt die Streck« Berlin— Hamburg auf der der schnellste Zug mll 88,8 Stundenkilometer Reisegeschwindig- kell den gleichen Stand der Borkriegszell hüll. Auf den meisten großen Schnellzugstrecken, auf denen zwar nicht derartige Spitzen- leistungen erreicht werde« können, hat sich die Reisegeschwindigkeit gegenüber der Vorkriegszell zum Teil wesentlich erhöht. Sv z. B. auf den Strecken Berlin— Breslau von 78 auf 83,7 Stundenkilometer, Berlin— Köln(über Essen) von 71 auf 78,7 Stundeutilo- meter. Köln— Hamburg von 66 aus 73,8 Stundenkilometer und München— Stuttgart von 65 auf 68,5 Stundenkilometer 15 Jahre Mitropa. Am 1. Januar konnte die„Mitropa", die deutsch« Schlaf- wagen- und Speisewagengesellschaft, ans einen 16jährig«n Betrieb zurückblicken. Mitten im Kriege, im Jahre 1916 gegründet, nahm sie am 1. Januar 1917 ihren Betrieb auf. Die Mllropa, die jetzt einen Wagenpark von 314 Speisewagen und 332 Schlafwagen besitzt. nahm seinerzell den Betrieb mll etwa 100 Schlaf- und Speisewagen auf. Erst im Laufe der Jahre wurde der Wagenpark aus seinen heutigen Stand gebracht. Sell 1927 wurde ein großes Neubau- Programm durchgeführt: bisher konnten 100 neuerbaute Schlaf- wagen und 76 neue Speisewagen, von denen jeder etwa 100 000 M. kostete, eingestellt werden. Heute verpflegt die Mllropa täglich etwa 40 000 bis 60 000Reisende in ihren Speisewagen, und rund 2000 Personen rollen allnächtlich in den Schlafwagen ihrem Ziele zu._ Als deutscher Spion verurkeilt wurde in Kattowitz Stanislaus Setz zu fünf Jahren Zuchthaus. Allgemeine Wetterlage. 4322,sdlte.{sf &§■€ " 0 o££ OwoUcenlo�a hertr.ck Kalbbedeckr awolkig.*tedeckt*Reg«uJ3r«iip4!ii SdineaäNeW,'RGewittÄ©Win4stÜls Die milden ozeanischen Luftmassen, die am Mittwochabend Nordwestdeutschlond berells überfluteten, hoben jetzt auch den Nordosten und Südosten des Reiches in ihren Bereich einbezogen. In vielen Teilen stieg dos Thermometer am Donnerstag auf 8 bis 10" Wärme. Wce erwartet, stellte sich am Donnerstag wieder kräftiger Barometeranstieg ein. Die Wetterverschlechterung, die bei der Än- tunst der Front der ozeanischen Lustmassen eintrat, hielt mir kurze Zeit an. lieber England war am Donnerstag wieder neuer Druck- fall aufgetreten. Auch er dürste das Wetter bei uns nicht unbeein- flußl lassen. Im Lause des Freitags wird sich das Wetter in Nord- Westdeutschland verschlechtern, später dürsten dann auch die Gebiete rechts der Elbe Eintrübung erhalten. * Uleticraussichteu für Berlin. Teils heller, teils wollig und mild, nachts etwas kühler als bisher, auffrischende südwestlich« Winde.— Zur Deutschland. Im Nordwesten vielfach bedeckt und Regenneigung. auch in Mitteldeutschland im Laufe des Tages Bewölkungszunahme, tu, Süden und Osten abgesehen von Frühnebeln ziemlich heller: Temperaturen wenig oerändert. De»»ru-dsatz„v-aUtit über alle»» hat die Mazzi-cSesellschast auch bk> Einführung ihrer Prämien für dl« fleißig» Berwenduua von Maggie«zeug, Nissen gelten lassen. Die einzelnen Gegenstände sind durchaus praltifch und aualitanv wirtlich gut. Die Hauefrauen weiden ihre Freude daran haben. Da überdies bei der vielseitigen Verwendung von Maggie Erzeugnissen im Haus, halt schnell die nötig« Anzahl Gutschein» beisammen ist, lehut ce sich, diese zu sammeln. «eraniwortlich für Valltikt Victor Schis«! Wirtschaft:».«lUgelhSi-r: Gewerkschaftedewegung: 3. Steiner, Feuilleton: vr. Z»d» Sckikoweki: Lolaleo und Eonstiges: Feig starstödt: Anzeigen: Tb. Sleae: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärte-Verlaa D in b. K. Berlin. Druck: Vorwärte-Buchdruckerei und Verlageanstall Bau! Einger u. Co.. Berlin ED SS. Lindenstraß» 3. Hierzu 3 Beilagen. Gefr. Hafer- est- Ferner frisches Gefliiaei zu den billiasten Preisen per Pfund von Pf. an Solange Vorrat reicht IN FOLGENDEN SPEZI AL-GESCHÄFIEN: C., Zentrahnarkthalie Ralda 12 Stand 623, Reihe 12 Stand 582 83, Reihe 13 Staad 630, Reihe 13 Stand 643, Reibe 13 Stand 033, Rosenthaier Straseo 57; Badstrasse 44, Invalidanstresse 1a, Reinickeodorfer Strasse 1. Reinickendorfer Strasse 12, Reinickendorfer Strasse 18, Wicherfstrasse 2, Militarstrasse 139; NO., Grosso Frankfurter Strasse 70, Grosse Frankfurter Strasse 142 Icki Fruchtstrasse,' Küpeeicker Strasse 62; SO., Dresdener Strasse 19, On Patlenkofer Strasse 2. Grünherger Strasse 12; S., KotthusserDarnmlB; SW., Blilcberstrasse 14; Neukölln: Bergstrassa 161. Hermannstrasse 51. Hermannstrasse 83, Hermannplatz 4; Charlottenburg: Wilmersdorf er Strasse 129; Fiiedeeau: Rheinstrasse 24. Ar. 23» 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 4S. Januar 4932 Bierpreise und Biersteuer. Brauereien wollen in erster Linie das Kell derGteuerzahler und Gastwirte verteilen Die Braiiindustrie bearkicitct feit einiaen Togcn� die ö f f« n t- liche Meinung mit verstärktem Druck. Sie sucht die Ueberzeugung zu verbreiten, als wäre die Biersteuer der einzige tsirund für den Absatzrückgang. Daß auch die Notlage der meisten Gastwirte(nicht der Brauereien, die noch Fett genug haben) von der Armut der Verbraucher kommt, wird lierschwicgen. Die Steuerwünschc der Brouindustrie sind mehr als un- bescheiden: Die R e i ch s b i e r st c u e r soll sin der höchsten Staffel) von 12 auf 8,15 M. je Hektoliter crinäßigt werden, die G c- m c i Ii d e b i e r st e u c r soll halbiert werden, d. h. in Norddeutsch- land von 10 aus S 2)1., in Süddeutschland von 5 auf 2.-50 50?. je Hektoliter gesenkt werden. In Norddcutschland soll also der Steuer- zahlcr(der wieder der Hauptverbraucher ist) eine Verbilligung des Bieres von etwa 0 50?. je Hektoliter ermöglichen. Wenn das geschehen ist, will die Brauindustrie„nach ihren Kräften'' auch zur 'Verbilligung beitragen— sie will nämlich den Hektoliterpreis von sich aus um 2,50 M senken(wie es übrigens schon die Notver- ordnung verlangt). Außerdem sollen die Gastwirte in eine Minde- rung ihres Verdienstes einwilligen. So könnte eine Herabsetzung des Hektoliterpreises um etwa 15 M. oder um etwa 15 bis 20 Proz. des Ausschankpreises eintreten. Davon hätte der Steuerzahler nicht Weniger als zwei Drittel zu tragen. Im übrigen ist auch die angeblich schon zugestandene Beseitigung der Stauerstaffel zugunsten »er Großbrauercicn schon als Steuersubvention anzusehen. Ver- teilt wird also in der Hauptsache das Fell der Steuerzahler und der Gastwirte. Die Brouindustrie tut so, als ob der Staat und die Gemeinden mit der Herabsetzung der Bierstcuer— wegen der Absatzsteigerung— ein glänzendes Geschäft machen könnten. Dazu eine ein- fache Rechnung. Die letzte aintliche Schätzung rechnet mit einem Aufkommen an Rcichsbicrsteuer von etwa 4-50 Millionen Mark: das entspricht einem Bierobsotz von etwa 30 Millionen Hektoliter. Wie hoch müßte nun der Bierabsatz sein, um bei einem Steuersatz von 8,15 M. sstatt 12 M) eine Steuersumme van 456 Millionen Mark zu bringen? Antwort: 56 Millionen Hekw- litcr Bier gegen vorher 38 Millionen Hektoliter müßten abgesetzt werden, d. h. fast 50 Proz. mehr. Das aber bei einer Preis- ermähigung um höchstens 20 Proz. und bei der jetzigen allgemeinen Armut, die noch den Ersatz der ausfallenden Biersteuer für Reich und Gemeinden zahlen müßte. Wahrlich ein« Milchmädchen- rechnung. Der Steuererlaß, den die Brauindustrie von Reich und Ge- mcinden verlangt, muß auf mehr als 200 Millionen Mark jährlich veranschlagt werden, gerode so viel wie die Lohn- und Gc- Haltskürzung bei allen deutschen Gemeinden nach der letzten??ot- Verordnung. Von den Gemeinden wird der Verzicht auf ein Mehrfaches der Bürgersteuer verlangt. Wie wir hören, denken die Städte nicht daran, auf die Hälfte- ihrer Bicrsteuer zu verzichten. Die Defizite und die gewaltigen Wohlfahrtslostcn ver- bieten es auch. Daß die Brauindustrie den Eindruck.zu erwecken sucht, als seien die Städte und Gemeinden einverstanden, ist reine Irreführung der Oeffentlichkeit und ausschließlich Stimmungsmache. Wir wiederholen: Die Braumduftrie ist in der Lage, von sich aus eine Preisermäßigung— mindestens um 5 M. je Hektoliter— vorzunehmen. Das beweisen ihre Dividenden und Reserven. Von sich aus hat das Braukapital zur Bekämpfung der Krise und zur Steigerung des Absatzes bisher überhaupt noch keine Opfer gebracht.. Die Brauindustrie hat kein Recht, zur Absatz- stcigcrung nötige Opfer einfach auf Gastwirte und Steuerzähler abzuwälzen. Der Finanzbürokratie und den Syndizi der Brauereien wollen wir übrigens gleichermaßen dos Studium einer Auslassung nahe- legen, die wir bei P o p i tz: �Finanzausgleich" finden. Popitz sagt über den Rückgang der Bierstcucreinnahnien: „Dieser Rückgang erklärt sich aus der konkreten Wirtschaftslage, d. h. aus dem Ansteigen der Zahl der Menschen, die erwerbslos sind, und aus dem Rückgang des Einkoinmens in allen Voltsschichten. Die Ergiebigkeit einer Steuer kann aber nicht auf Grund außer- gewöhnlicher Wirtschaftsverhöltnisse beurteilt werden. Zudem wäre die Frage durchaus zu prüfen, ob denp Rückgang des Konsums nicht durch eine andere Preisgestaltung gerade beim Bier einigermaßen entgegengewirkt werden könnte, da ja die Preise für die Rohstoffe. also für Gerste und Hopsen, wesentlich gesunken sind und sich auch die Lohnunkosten der Brauereibeiriebe vermindert haben." Als Popitz das ober schrieb, waren die Erleichterungen der n« u e st c n Notverordnung durch Frachten-, Lohn- und Zinsscnkung noch gar nicht wirksam geworden. Das Eisen- und Giahljahr-195-1. Llngewöhnliche produkiionsvei schlechterung im Oezember. Die deutsche R o h e! s c n ge w i n nu n g ist je Arbeitstag im Monat Dezember auf 11368 Tonnen zurückgegangen gegen noch 14 2)2 Tonnen im Nooeniber. Im Jahre 1031 wurden 6,06 Millionen Roheisen erblosen, was einer arbcitsiägiichcn Leistung von 16 611 Tonnqi entspricht. Gegen das Jahr 1030 ist die arbeitstägliche Leistung um 37,8, gegen das Jahr 1029 um 55 Proz. zurückgegangen. Die deutsche Rohstahlcrzeugung ging von 546 800 Tonnen im Ztooember auf 438 402 Tonnen im Dezember zurück, was einem arbeitstäglichen Rückgang von 22 787 auf 17 536 Tonnen enrspricht. Im Jahre 1931 wurden 8,20 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt oder arbcitstöglich 27 184 Tonnen, das bedeutet gegenüber 1030 einen Rückgang um 28,6 und gegen 1929 einen Rückgang um 40 Proz. Vergleichsweise sind Roheisen- und Rvhstahlerzeugung in den Bereiniglen Staaten noch stärker zurückgegangen. Der starke Abfall der Dezemberziffcrn gegenüber November erklärt s ich in erster Linie bei den Stahlwerken aus der Schließung der Betriebe schon vor Weihnachten, bei den Hochösen aus der mir teilwciscn Ausnützung der Leistungsfähigkeit, die sich aus der Schließung der Stahlcrzeugungsanlagen ergab. Gegen Reparationen und Autarkie. Eine Eihung des Industrie- und Handelstages. In einer Hauptausschußsitzung des Industrie- und Handelstages führte Präsident Dr. Grund über Reparationen und Privatschutden Deutschlands u. a. folgendes aus:„Die politischen Zahlungen sind es. die Deutschland die Erfüllung seiner prioatrechtlichen Ver- pflichtungen unmöglich machen. Ohne endgültige Aufhebung der politischen Verschuldung Deutschlands gibt es keine Wiederherstellung seiner Kreditfähigkeit und keinen Wiederaufstieg seiner Wirtschaft, aber auch keinen Weg ans der vernichtenden Krise, die heute die ganze Welt lähmt und zugrunde richtet." Der Preiskommissar Goerdelcr sagte bei der Dar- legung seiner Aufgaben, daß eine weitere Preissenkung sowohl der Währung einen Schutz bieten, wie auch die Anpassung der deutschen Wettbcwerbssöchigkeit an die Weltmarktsloge er- leichtern könne. Gegenüber den Autarkiebestrebungen bemerkte er, daß zwar nicht zu verkenne» sei. daß der Binnenmarkt die stärkste Stütze der deutschen Wirtschaft darstelle; es wäre aber versehlt, die'Arbeit aufzugeben, die mehrere Generationen geleistet haben, um den deutschen Erzeugnissen auf dem Weltmarkt die hervorragende Stellung zu erringen, die sie gegenwärtig noch immer innehaben. Oeposiienfchwund bei LtGA.-Banken. Aussirkungen der amerikanischen Bankenkrise. Wie wir schon berichteten, haben sich im Laufe des Jahres 1931 die fremden Gelder der größten amerikanischen Bank, der Chase National Bank, um fast 3 Milliarden Mark vermindert. Auch die anderen amerikanischen Großbanken, die jetzt ihre Bilanzen ver- öffentlichen, zeigen ähnliche Einbußen aus dem Bertrauensschwund der Kundschaft. Die G u a r a n t y Trust C o. o f New Dort, die drittgrößt« Bank der Vereinigten Staaten, zeigt für Ende 1931 eine Bilanz- summe von 1494 Millionen Dollar gegenüber 2022 Millionen Dollar Ende 1930. Auch hier sind es in erster Linie die Abzüge der Depo- siten, die dos Vermögen verminderten. Die Depositen dieser Bank sind im Lause des Jahres von 1342 auf 1070 Millionen Dollar, d. h. um mehr als 1 Milliarde Mark zurückgegangen Em- sprechend gingen auf der Aktivseite die Debitoren von 1119 auf 779 Millionen Dollar und der Kassenbestand und die Bankguthaben von 395 auf 258 Millionen Dollar zurück. Bei der Bankers Trust Co., die ebenso wie die Guaranty Trust Co. dem Bankhaus I. P. Morgan nahesteht, hat sich die Bilanzsumme von 849 auf 745 Millionen Dollar crinäßigt; die Depositen sind von 637 auf 558 Millionen Dollar zusammen- geschrumpft, die Schuldner von 492 auf 319 Millionen Dollar. Bei dieser Bank haben sich jedoch im Gegensatz zu den anderen Instituten die Bankguthaben und Kassenbeständc etwas erhöhen können; sie stiegen von 165 auf 185 Millionen Dollar. Rechnen wir zu den Einkageverlusteu dieser beiden Banken den der Chase National Bank, so ergibt sich, daß allein bei diesen drei Banken im Laufe des Jahres 1931 etwas über 6 Milliarden Mark Bankvermögen zurückgezogen worden.ist. Die Ziffern zeigen, daß auch in den Bereinigten Staaten die Vertrauenskrise einen außer- ordentlich hohen Grad erreicht hat. Gtaatsanwali bei dem Linoleumkonzern Verdacht der Bilanzverschleierung und des Betruges. Im November hatte der Iustizrat Gottschalk, ein Aktionär der Deutsche L! n o! e u m w e r k« A.-G., eine Anfechtungsklage gegen die Verwaltung wegen der Beschlüsse, die aus der letzten Generalversammlung gesaht wurden, angestrengt. Die Klage Gott- schalks wurde jedoch von der ersten Kammer für Handelssachen beim Landgericht I in Berlin kostenpflichtig abgewiesen, ohne daß eine Beweisaufnahme erhoben wurde. Iustizrat Gottschalk hat jetzt Berufung eingelegt, so daß sich demnächst das Kammergcricht mit diesem Prozeß in zweiter Instanz befassen wird. Die Borwürfe, die der Kläger gegen die verantwortlichen Direktoren des Linolcumkonzerns erhoben hatte, waren ober so schwerwiegend, daß sich die Staatsanwaltschaft. ohne daß eine Strafanzeige eingegangen ist, veranlaßt gesehen hat, eine Prüfung des Sachverhalts vorzunehmen. Es handelt sich im einzelnen dabei um die Vorwürfe der Untreu«, der Bilanzvcrschleie- rung bzw. sogar des Betruges, die von Iustizrat Gottschalk in der Verhandlung vor dem Landgericht I erhoben wurden. Im Mittelpunkt dieser Affäre steht der Aufkauf eines Aktien- paketes der französischen. Linoleumfabrik Sarlino durch ein Mitglied der Direktion der Deutschen Linoleumwerke, das nach einem starken Kursverfall diese privaten erworbenen Aktien an das Unternehmen abstieß und dieses zum Schaden der Aktionäre mit den entwerteten Aktien belastet haben soll. Inwieweit die Vorwürfe der Bilonzver- schleierung bzw. der Untreue oder sogar des Betruges sich als wahr erweisen, wird hoffentlich in kurzer Zeit die Untersuchung der Staatsanwaltschaft ergeben. Vollbetrieb bei Lunkers. Die Iunkerswerke in Dessau haben jetzt eine Anzahl so beträchtlicher Auslandsaufträge für das Flugzeugwerk erhalten, daß die noch in Betrieb besindliche Stammbelegschaft wieder zur vollen 48-Stunden-Woche übergehen kann, und darüber hinaus noch 200 Arbeiter neu eingestellt wurden. Der Auftragsbestand für das lausende Jahr ist jetzt bereits doppelt so groß wie der des vergangenen Jahres. Betrug mit der Preissenkung. Aufpassen, Herr Preiskommissar! Aie Zahnpastatuben werden kleiner gemacht. Die Preissenkung bei Markenartikeln hak immer große Schmie- rigkeiten gemacht. Schließlich ist sie aber erfolgt. Wir hören nun von einem geradezu skandalösen Fall, der an öffentlichen. Betrag heranreicht. Bei einer der führenden deutschen Zlluminiumtuben- Fabriken hat es sich nämlich ereignet, daß bald nach dem Be- kanakwerdeo der Preissenkungsverordnung kürzere Tuben bestellt worden sind, mit anderen Worten, die Fassungskraft der Tuben wurde verringert. Es liegt selbst- verständlich der verdacht nahe, daß diese Ilmbestellung der bisherigen Tubenmahe zu keinem anderen Zweck erfolgt ist. als zu dem. die Menge der gelieferten Ware dem gesenkten Preise onzu- passen. Nach unseren Informationen handelt es sich in diesem Fall um die Tuben einer führenden Zahnpasta-Fabrik. Wie gefällt Ihnen dieses vorgehen, Herr Preiskommissar? Verschärfter Konkurrenzkampf aus dem holländischen Zement- markt. Der Frieden aus dem holländischen Zemeirtmarkt, der erst vor zwei Iahren nach langem erbittertem Konkurrenzkampf zwischen den deutschen, belgischen und holländischen Werken her- gestellt wurde, ist jetzt aufs neue gestört worden. Nach einer Mit- teilunq des Deutschen Zementbundes hat die englische Ze- menrindustrie durch rücksichtslose Unterbietungen alle Verein- barungen dieser drei Länder illusorisch gemacht. Die deutschen Werke' haben daher in Uebereinstimmung mit den Holländem und Belgiern beschlossen, ihre bisher gebundenen Preise und Vertraa--- bchingungen freizugeben und den Komps gegen die englische Konkurrenz in oerschörstcr Form auszunehmen. Der Rückgang der preise. Schärfere Bewegung im 2. Halbjahr 4931. Die Preise in Deutschland haben, wie das Konjunkturinstitut feststellt, aus die Äreditkriie im Sommer 1931 und die Entwertung des englischen Pfundes nichtsoreagiert, wie es die Wucht dieser Ereignisse erwarten ließ. Einmal wirkte die Kreditpolitik der Reichs- dank einem zu scharfen Preiscinbruch entgegen, womit Zusammen- bräche größten Ausmaßes verhindert würden, und andererseits bildeten die weitverzweigten karte llmähigcn Preis- bindungen ein wesentliches Hindernis. Trotzdem aber hat der Preisrückgang in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres eine schnellere Bewegung angenommen. Im ersten Halbjahr war der Index der Großhandelspreise von Monat zu Monat um 0,1 bis 1 Proz. gesunken, dagegen erreicht der Preisfall in der zweiten Jahreshälfte einen monatlichen Stand von 1,3 bis 2,7 Proz. mit Ausnahme des Novencher.• Einen stärkeren Preisrückgang erfuhren seit dem Monat Juni zunächst nur die Preis« für Bich und Milchprodukte. Seit dem September schlössen sich dann unter dem Einfluß des Pfund- sturzes eine Anzahl von Welthandelsgütern dem Rückgang an. Im Dezember hat sich dann der Prcisdruck aus dem deutschen Inlandsmarkt verschärft, und zwar besonders bei industriellen Fertigwaren. Hier wirkt bereits die Notverordnung vom 8. Dezember mit. Ansang Iaimar lag die gesamte Großhandelsindex- ziffcr um 10 Proz. unter dem Stande von Mitte 1931. Allein seit Anfang Dezember ist sie um 4 Proz. zurückgegangen. Der Groß- Handelsindex von 101,4 Proz.(1913— 100) nähert sich damit wieder dem Stand der Vorkriegszeit. Die Lebenshaltungskosten liegen ober mit 130,4 gegen 100 im Jahre 1913 noch ganz erheblich über Fricdensstond. Aus den vom Institut angefügten Verbrauchszahlen geht hervor, daß der Kaffeeverbrauch im dritten Quartal 1931 gegen die gleiche Zeit des Vorjahres von 137 800 auf 102 700 Doppel- zentner gesunken ist, der T e e o e r b r a u ch von 5400 auf 3600 Doppelzentner und der Kakao konsum von 61 000 auf: 47 400 Doppelzentner. Auch der Verbrauch von Südfrüchten sank in der gleichen Zeit von 248 300 aus 211000 Doppelzentner. Der Bier- konsum ging gleichsalls von 4,6 auf 3,5 Millionen Hektoliter zurück, während der Zigarettenverbrauch im Gegensatz zu dem übrigen Tabakkonsum von 2,7 auf 3,7 Milliarden Stück überraschend stieg. Dies dürfte aber im wesentlichen auf die Aufhebung des Einzel- Verkaufsverbots zurückzuführen fein, denn allgemein zeigt sich bei den Genußmitteln ein außerordentlich scharfer, durch die Kauf- kraftdrosselung bedingter Rückgang des Verbrauches. Das miiteldeuische Braunkohlensyndikat Am Freitag tritt der Reichskohlenrot zusammen, der sich mit der Frage der Auslösung des mitteldeutschen B r a u n k o h l c n s y n d i k a t s zu beschäftigen hat. Inzwischen ist«s gelungen, die meisten der Interessenten unter einen Hut zu bringen(85 Proz. der Quoten). Bis auf die Deutsche Erdölgesell. schaft und eine andere Gesellschaft sollen sämtliche Gesellschaften den neuen Syndikatsvertrag unterschrieben haben. Dieser sieht ein« neue Verteilung der Quoten vor, läßt dabei aber das Jahr 1930/31 unberücksichtigt, weil in diesem Jahr« die Unterbietmigen im mitteldeutschen Kohlensyndikat besonders groß gewesen sein sollen. Im übrigen ist an einen Beschäftigungsausgleich in der Weife gedacht. daß das Syndikat, das auch die einzelnen Verrechnungspreise fest- zulegen hat, über 25 Proz. der Aufträge verfügt und diese verteilt. während die einzelnen Verkaufsgesellschasten% der Verkaussaui- i träge ohne weiteres ihren Werken zuführen können. Einen Zwang zur Einigung hat auch wohl«tn Antrag bedeutet, der vom oft- elbischcn und rheinischen Braunkohkcnsyndikat gestellt worden ist. Der Antrag verlangt eine Abgrenzung der Syndikatsbeliefcnungs- bezirke, was nach dem Kohlenwirtschastsgefetz möglich ist. Damit will man verhüten, daß bei einem Aiiseinanderfallen des Syndikats der dann beginnende Konkurrenzkampf auf die Gebiete der anderen Syndikate übergreift und diese in Mitleidenschaft zieht. Der Re ich swirtschastsmin ister ist zur Anordnung eines Zwangssyndikats noch der letzten Notverordnung nicht mehr verpflichtet. kleiner Verlust der Vikloria-Fahrradwerke. Nürnberg. Die in früheren Iahren hochrentable Fahrrad- und 5Notorrad» Fabrik Biktoria-Werke A.-G. Nürnberg, die auch noch im Vorjahr eine fünfprozentige Dividende verteilte, weist für das am 30. September abgeschlossene Geschäftsjahr 1930/31 einen kleinen Verlust non knapp 14 400 Mark aus. Im Hin- blick auf die geradezu ruinöse Lage der Fahrradindustrie kann dieser Abschluß noch als vcrhältntsmäßtg günstig bezeichnet werden.— Die Gcneralunkosten, die schon im Vorjahr beträchtlich von 3 aus 2,5 Millionen Mark gesunken waren, wurden im Berichtsjahr weiter erheblich bis auf 1.65 Millionen herabgedrückt, so daß inner- halb von zwei Iahren eine Kostensenkung um fast 50 Prozent zn verzeichnen ist. Die Abschreibungen sind mit über 130 000 Mark wieder sehr hoch bemessen, so daß die Gefamtanlagen ein- schließlich Grundstucken und Gebäuden mit nur 1,2 Millionen Mark zu Buche stehen. Auch die finanzielle Loge ist flüssig geblieben, denn den von 1,33 auf 1.12 Millionen weiterhin abgebauten Schul- den stehen an Forderungen über 1.6 Millionen gegenüber. Die Belgische Nalionalbank hak ihren Diskonlsatz von 2% aus 311 Proz. erhöht. Der Satz von 2% Proz. war seit dem 2l. Juli 19:30 in Krast. Nach dem Vorgehen Belgiens ist eine Diskont» crhöhung auch in Paris(ZZv Proz.) und Zürich(2 Proz.) zu erwarten. potemkin lebt noch! Cr sihi in der Zeniralleiiung der RGO. Die..Streiterfotge" der RGO. lmufen sich der- artig, daß es der„Roten Fahne" kann» noch möglich ift. sie auch nur zu registrieren. Am Mittwoch veröffentlichte sie unter der knalligen Ueberschrift „100 siegreiche RGO.-Ztreiks!" eine für die freien iÄewerkfchaftc» geradezu niederschmetternde Streik» bilanz. Diese Bilanz ü�cbcr anscheinend nur für Moskau zusammen« gestellt,£do man die Angaben nicht gut nachprüfen kann. Wir baden einige Stichproben gemacht und dabei eine ganze Anzahl von „ Ungenau igkeiten" festgestellt, die schon bei der Ueberschrift beginnen. Die 100 siegreichen RGO.-Streiks, die angeblich seit Anfang vtooember bis zum 9. Januar geführt wurden, find nämlich in der Hauptsache Streikdrohungen,„geschlossenes" Austreten, Massen- austnärsche von Erwerbslosen,„Kampfmobilisierungen",„Streik- dereirf chatten" usw. Gestreikt wurde fiir warmes Wasser, Lohn- auszahlung. gegen Stahchelmtreffen, Arbeiterentlassungen, fafchistifche Aufseher und daneben manchmal auch noch gegen Lohnabbau. Aber das find nicht die größten„Irrtümer". Es sind nicht nur keine 199 Streiks gewesen, auch nicht 199 Bewegungen, vor allem aber nicht 199 siegreiche Bewegungen. In den Abteilungen Schleiferei, Wertzeugmacherei und Wickelei des Siemens- W e r n e r- W e r k e s z. B. soll angeblich durch„geschlossenes Auftreten" die Verkürzung der Arbeitswoche auf vier Tage verhindert worden fein. Den Arbeitern und'Arbeiterinnen dieser Abteilungen ist von dieser Bewegung und demzufolge auch von diesem„Sieg" nichts, aber auch gar nichts bekannt. Die Ab- teilungen arbeiten schon seit längerer Zeit und auch jetzt noch fünf Tage in der Woche: eine Verkürzung der Arbeitszeit auf vier Tage war bis jetzt nicht beabsichtigt und konnte daher auch nickst„verhindert" werden. In der Abteilung Wickelei des Siemens-Dynamowerkes soll durch die RGO. ein Akkordabbau verhindert worden sein, wovon aber die Belegschaft auch nichts weiß. Die AkkorMiifferenzcn, die vor einiger Zeit nach der Zusammenlegung von zwei Abteilungen der Wickelet entstanden, sind durch die „reformistischen" Arbeiterräte zugunsten der Belegschaft beigelegt worden. Daß die RGO. die vom Metallarbeiter- Verband geführten Streiks der Berliner Dauanfchläger und die durch sie erzielten Erfolge für sich requiriert haben. dürfte auch nur ein kleiner Irrtum fein, denn die jämmerliche Rolle der im kommunistischen„Einheitsverband" der Metallarbeiter organisierten Berliner Bauanschläger gerade in dieser Bewegung wird auch der RGO. bekannt sein. Mit dem gleichsalls registrierten Teilstreik in der Druckerei E l s n e r gegen die Entlastung eines alten Druckers und dem Abbau seines Lohnes hat die RGO. auch nicht das geringste zu tun gehabt. Die Entlastung dieses Druckers wurde ebenso wie der Abbau seines Lohnes durch die Bemühungen der Vertreter der freigewerkschaft- lichen Verbände der graphischen Arbeiterschaft verhindert, durch deren Bermittlung auch der nicht unter der Führung der RGO. stehende zwesttüiOig« Proteststreik der Flachdrucker beigelegt wurde. Der von der RGO. inszenierte Streik in der Buchdruckerei S a b o wurde ebenfalls nur durch die Vermittlung der Vertreter der freigewertschastlichen Organisation der graphischen Arbeiterschaft zugunsten der Belegschaft beigelegt. Auch der Belegschaft der Metallfirma Weinitfchke ist von der„Verhinderung eines Akkordabbaues" durch die RGO. nichts bekannt. Das find, wie schon bemerkt, nur einige Stichproben aus der Siegesbilanz der NGO., die zudem in der Hauptsachs nur Meidungen aus dem Reich enthüll, die so schnell nicht nachzuprüfen sind. Daß die RGO.-Bewegungen im Reich genau so„erfolgreich" waren wie die wenigen Berliner RGO.-BetDegungen, über die wir Jnforma- tionen eingeholl haben, bedarf kaum noch eines Beweises. Unter den Betrieben, die sich der Mastenstreikaktion der RGO. in den ersten Januartagen angeschlossen hatten, war von der„Roten Fahne" auch die Firma Konrad der Berliner Holzindustrie an- geführt worden. In einer ergänzenden Meldung hieß es sogar, daß dieser Streik„verschärft" weitergeführt wird. Auch die Belegschaft dieses Betriebes weiß von einem solchen Streik nichts. Sie hat ihre Arbeit nach den Feiertagen anstatt am 4. Januar erst am S. Januar wieder aufnehmen können, weil am 4. Januar die Kesselreparatur im Betriebe noch nicht beendet war. Die Kessel- reparawr als„revolutionärer Streik" entbehrt nicht der Originalität. Potemkin hat also in den 149 Jahren seit seinem angeblichen Tode zugelernt. g Schild« in Berlin. Verlängerung und Verkürzung der Arbeitszeit. In den städtischen Kranken- und Pslegeanstallen werden bekanntlich als ausführende Organe der Aorzte Krankenpfleger und -Pflegerinnen beschäftigt. Ein Teil davon befindet stch im„An- gestelltenverhältnis", ein Teil hat„Beamteneigenschast". Im übrigen versehen sie alle den gleichen Dienst. Der Gefamtoerband hat nun vom Gefamtbetriebsrat der Betriebe und Verwaltungen des Magistrats Berlin Mitteilung erhalten, daß die Absicht besteht, die Arbeitszeit des„beamtete n" Pflegepersonals von 43 Stunden wöchentlich aus ö4 Stunden zu verlängern. Für das„angestellte" Pflegepersonal soll die Arbeitszeit auf 44 Stunden herabgesetzt werden! t Dies« Plan, der direkt aus Schilda bezogen ist, wird vom Ober- bur�erme ister der Stadt Berlin, vom Hauptgesundheitsamt und vom Tarifoertragsamt vertreten!!! Die Gründe sind sogenannte Sparmaßnahmsa. Der Gesamtoerband Hot für diese Forderung kein Verständnis. Praktisch ergibt sich, daß durch Aerlängerung der Arbeitszeit für die Schwestern, die„Beamteneigenschaft" haben, eine wesentliche Mehrbelastung eiirtrllt, während die Verkürzung der Arbeits- zeit für die Schwestern und Pfleger mll„Aiigestelltencharaktcr"«ine wesentliche Gehaltsreduzieruiig bedeutet, die nicht zu ertragen ist. Sowohl die„angestellten" Pflegepersonen wie auch die „beamteten" haben die bisherigen Gehaltskürzungen aus den Rot- Verordnungen hingenommen. Wenn man darüber hinaus die „beamteten" Schwestern nunmehr noch mit einer längeren Arbeitszeit belasten will, so ist das allerhand, aber sicher nicht eine Lösung der Finanzkalamität. Der Gesamt oerband wendet sich mit Recht mit aller Schärfe gegen die beabsichtigte Maßnahme und hat den Oberbürgermeister um eine Verhandlung ersucht, um die allen Arbeitsbedingungen, nämlich die 48stündige Arballswoche, aufrechtzuerhalten. Ppr kurzer Zell erst haben die staatlichen Kliniken und Anstaltsbetriebe die 43stündige Arbeitszeit eingejührt. Was beim Staat möglich ist, iann bei der Stadt nicht unmöglich sein. Unmöglich ist ab« d« Schildbürgerstreich einer gleichzelligen Verlängerung und Verkürzung der Arbellszeit. Llm die Wurst. Wer schneidet zuviel ad? Bor einiger Zeit gab der La n g n a m v e r e i n ein illustriertes Flugblatt heraus, in dem den hohen Löhnen die Schuld an der Einschrumpfung der Wirtschaft zugeschrieben wird. In der Illustration wird der Arbeiterschast an einer auf einem Tisch liegenden Riesenwurst gezeigt, daß, wenn einige ein zu großes Stück haben wollen, für«inen Teil nichts übrig bleibt. Die. die nichts abbekommen, stellen die Arbellslosen dar. Dafür ein Beispiel. Einem Werk der Grobkeramlk steht ein kllann vor, der heute vom Staat 98 0 9 Mark Pension bezieht und als Leiter des Werkes 42 59« Mark Gehalt hat. Diese» Werk zählte in der F r i e d e n s z e i l 976 bis 709 Veschäsliglc. Vei dies« Beleg- schaslzsiärke waren ein Direktor und zwei Prokuristeu vorhanden. heule sind in diesem Werk nur ISO b i, 299 Beschäftigte, aber drei Direktoren und neun Prokuristen. Der Direktor bekam in d« Vorkriegszeit ein Gehalt von 8999 Mark: heute bezkehl er. wie schon erwähat, 42 599 Mark aeben sein« staatlichen Pension von 9899 Mark, was seine beiden Milkollegen und die Prokuristen bezlehen, entzieht stch unserer kennlnl». Jeden- soll» bekommen diese ein vielfaches dessen, was in der Vorkriegszeil für ihre Posten auegegeben wurde. Das ist nur ein Beispiel für tausende. Auch dort, wo die Le- schäfligteuzahl aus einen Bruchteil der Lelegschost der Vorkriegszeit herabgesunken ist. sind heule meist zwei- bis vl«mol mehr leitende Angestellte, die sich von d« Wurst de» Langnamverews die größten Stücke abschneiden. Gerade die G r o b t e r a m i k ist ein Schulbeispiel dafür, wie wenig die noch Arbeitenden von der Wirtschastswurft ab- bekommen, obwohl die Zahl der Arbellslosen immer mehr zu» I nimmt. Riesige Stillegungen sind vorgenommen worden. Wie stark der Rückgang der Beschäftigung in der Grobkeramit ist, kann man aus den Zahlen der Schlußberichte über die Lohnbewegungen ent- nehmen. Bei den Tarifbewegungen 1928/29 wurden insgesamt äöZ8 Betriebe mit 215 429 Beschäftigten angegeben, 1931 dagegen nur noch 4189 Betriebe mll 129 159 Beschäftigten, also 1929 Betriebe mll 8b 279 Beschästigten weniger als 1928/29. Dabei hat z. B. in der Zi-gelinduftrie die größte Anzahl der Be- triebe in vielen Bezirken nur ganz kurze Zeit gearbeitet. Aehnlich liegt es in der Zementindustrie. Der größte Teil der Betriebe ist entweder ganz stillgelegt oder nur ein Bruchteil der normalen Belegschaft arbeitet. Obwohl die ganze Last der Krise auf die Arbeit« abgewälzt ist. herrscht überall s ch ä r f st e r Lohndruck. Dennoch gelang es der zähen Verhandlungsarball d« GeuKrkschaften, die Lohnabbamorde- nmgen zurückzudrängen und durch Tariferireuerung den vielfach emgerisssnen tariflosen Zuständen ein Ende zu setzen. Selbstoer» ständlich mußten viele Einzeltarife abgeschlosten werden infolge der Auflösung der Arbeitgeberoerbände. Daß bei der gegen- wörtigen Wirtschaftslage die Arbeit« in der Lohnfroge große Opfer bringen mußten, v«steht sich von selbst. Wenn ober nächstens gar keine Löhn« mehr gezahll werden sollten, dann wird die Unternehmerpreste noch immer das Märchen von den zu hohen Löhnen weiter erzählen. Man steht ja auch an den Borgängen in der württembergischen Schuhindustrie wie in der Rheinschiffahrt und an verschiedenen anderen Stellen, daß die Unternehmer selbst mll der Lohnsenkung der Notverordnung noch nicht zujrieden sind. Daß die Wurst nicht reicht, well die Unternehmer zu viel davon abschneiden, vergessen die Herr- schasten zu erwähnen._ Aach dem„Sieg". Die neue Leitung der Chemigraphen. Durch die Saumseligkeit der Mehrhell ist es den Kommunisten gelungen, die Leitung der Fachgruppe der Ehemi- graphen in der Ortsoerwaltung Berlin des Verbandes der Lllho- graphen und Steindrucker an sich zu reißen. Dies« nicht gerade überwältigende Tatsache— wenn man die Gewerkschaftsbewegung in ihrer Gesamtheit betrachtet— hat bei der KPD. einen unge- Heuren Eindruck gemacht. Aus der ersten Seit«, über die ganze Breite des Blattes, noch über T h ä l m a n n, besten Kandidatur „begeistert begrüßt" wird, verkündet die„Rote Fahne" dieses freu- dige und un erhofft« Ereignis. Cell zwei Jahren geht es mll der KPD. in den Gewerkschaften ständig und unaufhaltsam abwärts. Selbst bei den Unorganisierten sind ihre Erfolge bescheiden und sogar bei den Detriebsrätewahlen haben sich mehr als 99 Prozent der Belegschaften gegen die KPD. ausgesprochen. Im Übrigen werden unsere Genosten im Verband der Lithographen ihr« Ehr« dareinsetzen, die Scharte wieder auszu- wetzen. Die neue Fachgruppenlellung steht unter Führung des„Be- tnebsarbeiters" U kro w. der als Vertreter einer privatkapita- listischen Finna(und der KPD.) im Auto in Berlin herumsaust und gegen Uederstunden nur dann ist, wenn es sich nicht um Aufträge handelt, die e r verinittett. Für die„proletarische" Geistes- Verfassung der neuen Fachgruppenleitung ist folgende Tatsache bezeichnend: In der Bersammlung brachten Ükrow und Genossen eine Entschließung ein, die verlangte, daß künstig nicht, wie bisher, auf 1999 Mitglieder, sondern nur noch auf 1999 vollzahlende Mitglieder ein Angestellt« im Berband be- schäftigt werden soll. Wo die Arbeitslosen, Kranken und Invaliden bleiben, ist dem Herrenfahrer Ukrow und feinen Getreuen höchst gleichgültig. Wir haben diesen Stumpfsinn bereits in unserer Abendausgabe vom Donnerstag festgenagelt. Darauf find den Herrschasten B e- denken g-stommen. Worauf das Bolfchewiftenblatt folgender- maßen berichtet: „Auf Antrag der neugewöhllen Leitung wurde«in Antrag angenommen, wonach im V«band nur noch auf 1999 Mit. glieder ein Angestellter kommen soll. Wie verschwen- derisch die Reformisten mit dem Posteiwergeben gerade in diesem Berband waren, ergibt sich aus der Tatsache, daß der„Bor- wärts" jammert, nach diesem Antrag müßte die Hälfte der V«- baiüisbürokraten entlasten werden." Ukrow hat nicht den Mut. m seinem Antrag z» stehen nnd begeht daher einen doppelten Schwindel: er ändert den Sinn vnd Wortlaut seines Antrags und er unterstellt dem„Borwärts" das Gegentell dessen, was wir gesagt haben. Wenn Oer Antrag so lauten würde, wie ihn das Boljchewistcnblatt veröffentlicht, müßt« überhaupt niemand von den Angestellten ent- lassen werden. Wie groß der„Mut" der Ukrow und Genosten ist, geht auch daraus hervor, daß die„Rote Fahne" mcht eimnol die Namen der„Sieger" veröffentlicht. Herr Ukrow will sich nicht das Geschäft vermassein lassen. Stillegung bei Siemens. Und eine beschämende Bloßstellung der RGO. Aus dem Siemens-Konzern wird uns geschrieben: In den Spalten der„Roten Fahne" ist schon seit Wochen zu lesen. daß ein Massenabbau von Arbeitern und Angestellten im Siemenskonzern erfolgen soll. Es wurde in kommunistischen Flugblättern gefordert: Abbau der Direktoren, der Direktoren- gehälter, Entlassung von Staatspensionären, Entlastung sämtlicher Antreib«, keine Dividenden, keine Tantiemen! Die Leitung des Werner-Werkes hat nun bei dem zuständige» Gewerberat einen Antrag auf Stillegung der Rundfunk- a b t e i l u n g sowie der Wteilungen, die sich mit dem Bau der Selbstanschlußämter beschäftigen, gestellt. Es wurde die Zustimmung zur Entlassung von 899 Arbeitern und Verkürzung der Sperrfrist für 259 Arbeiter ge- fordert. Die Berhandlungen fanden im Beisein eines Gewertschafts- Vertreters sowie des Gewerberates und des A r b e i t e r r a t e s statt. Wer nun der Annahme ist, daß das anwesende„revolutionäre" Arbeiterratsmitglied gemäß seinen Weisungen vom Karl-Liebknecht- Haus die„revolutionären" Fordsrungen vertreten hätte, der irrt. Cr erklärte lediglich, die Angaben d« Firma nicht nachprüfen zu können: er wünschte, daß«in Vertreter des„Einhellsver- bandes" hinzugezogen werde, der sich zu den Anträgen äußern könnte, wenn er die Aktiven und Passiven d« Firma prüfen könne. Bei diesem blamablen Eingeständnis blieb er. trotz wiederholter Frage» des Arbeiterratsvorsitzenden Genosten Friedrich. Dieser erklärte, die freien Gewerkschaften geben nicht eine Zustimmung zur Stillegung oder zur Entlastung. Am selben Abend sollte die revolutionäre Tätigkell in der von den„roten" Betriebsräten einberufenen Massenversammlung fort- gesetzt werden. Zu dieser Massenversammlung erschienen insgesamt neun Frauen und zwei Männer, die Betriebsangehörige waren. Außerdem noch 12. die man sich von irgendeinem Arbeitsnachweis verschrieben hatte. In dieser Versammlung war aber von den „revolutionären Forderungen" keine Rede mehr. Wem ist mit einer solchen Tätigkeit gedient? Der Unternehmer lacht höchstens, wenn er die Flugblätter und Zeitungsnotizen liest, die die Kommunisten verbreiten. Daß sie von der Belegschaft eben- falls nicht ernst gennommen werden, beweist der Besuch der mit großem Tamtam angekündigten Betriebsversammlung. Als Arbeiter kann man sich aber des Gefühls der Scham nicht erwehren, den» die Blamage der„roten" Arbeiterräte fällt in gewistem Maße auf die gesamte Arbellerschaft zurück. Maschine gegen Arveiier. Die Mechanisierung in der Tabakindustie. Am 13. Januar fand die Jahresversammlung der Zckhlstelle Berlin des Deutschen Tabakarbeller-Berbandes statt. Genosse Fischer gab den Ka s s e nb er ich4' aus dem zu«sehen war, daß es trotz gesunkener Einnahmen doch möglich war, an 496 arbeits- lose Mitglieder Weihnachtsunterstützung b, Höh« von 8339 M. auszuzahlen. In seinem Jahresbericht schilderte Genosse Recke», daß es nicht möglich war, trotz Einführung d« Fün ftagew o ch e einen nennenswerten Teil der Arbeitslosen in Arbeit zu bringen, weil die Handarbeit immer mehr durch Maschinenarbeit ersetzt wird. Wenn im Dezember 1939 noch 1625 Handpackerinnen in den Berliner Zigarettcnbetrieben in Beschäftigung standen, so waren es im Dezember 1931 nur noch 535 Handpacke- rinnen, die in stark verkürzter Arbeitszeit tätig waren. Es ist damit zu rechnen, daß die Handarbeit in absehbarer Zeit aus der Zigarettenindustrie ganz»«schwindet. Der Beschäftigungsgrad war während des ganzen Jahres schlecht, nur im Juli war eine kleipe Belebung festzustellen, was auf die Aenderung des Berpackungszwanges zurückzuführen war. Wenn in der ersten Hälfte des Jahres die durch Kurzarbell ge- schädigten Tabakarbciter die Tabak steuerunter st ützung bekamen und die Kurzarbeit dadurch einigermaßen erträglich war, so hörte das mit dem 39. Juni auf und es«folgten E n t l a s s u n- gen in größerem Umfange. Daß diese Entlassungen nicht durch„Aktionen" verhütet werden konnten, war das„Verbrechen" der„reformistischen Ortsoerwaltung" und wurde als solches auch den Tabakarbeiterinnen auf vielen Flug- blättern von der RGO. geschildert. Erfolg hatten diese Flugblätter nicht: das letzte, das zur Wahl von„revolutionären" Funktionären aufforderte, wurde vom Genossen Reckes in der Bersammlung ver- lesen und zwar mit dem Erfolg, daß die gesamte alle Ortsverwoltung wiedergewählt wurde. SPD.-Fr»»I>»r der Schuhmmiicr Berlik«. Heut«, Freitag. 20 Uhr. im Gewerkschaftsbau«,..k-.ntstehung der wirtschaftliche» und politischen Aris«". Referent ideorg Buchinann. fti�reie Gewertschafts«Iugend Berlin -te. Freitog, lOZZ llhr, tagen die Gruppen: Süd«»: Jugendheim _ iffttiorftr,!>.„Sern Ginzelarbeiisvertrag»um Aollettivoerirog."— Sharlottelldurg: Jugendheim«preestr. so.„Gutheit funkt."— Nord- ri»g: Jugendheim Echulc sonnenburqec Str. 20. 8ill«. Abend.— Treptow: Jugendheim Glfenftr. z(am Shf. Treptow).„Wir reden über Zllluellto au.» der Wirtschaftspolitik."— Rcniölln: Jugendheim Treptower Str. Wi. Heiterer Abend.— Hcrmoansplati: ltuacndheim Sand-rftr. ll. Sek« Hobrechtftruße.„Die Frau im Staat."— Osten: Jugendheim Frankfurter Allee 307, Löns.Zimm-r. „Berlip, wie es weint und lachi."— Zeppeli-platz: Jugendheim Turiner Sei« Seestraßc.„Wir sehen und staunen."— ReiniSeadorf.Ost: Jugendheim Sin- dauer Strohe tSarocken).„Was ist WirtfchaiiÄicmoliatie?"— Bdlershof: Jugendheim Adlcrshof, Vismaritstr. I.„Mit Such und Schallplatte um die Erde."— Achtung! Am Montag, l«. Januar, findet die gufanunentunft aller Gruppenleitungen statt. Iuqendstmppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Südwest: Jugendheim Norckfir. ll(2, Hof. Quergcbitud« l Treppe link»). Wir lernen neu« Aampfliedcr.— Heute tagt die„Berliner Druckerei, und Verlags» aesellfchait m. b. H." von 20—22 Uhr im Jugendheim Tbertpstr. 12,— Heut« findet die Mitgliederversammlung der Eportabtetlung um 20 Uhr im kleinen Sitzungssaal unseres Verbandshause» statt. tllarceUa d'Jlrle: 3 fliindeT Das Jtiriberfräulcin hatk« die 2ß>enbtotIette der beiden Kleinen überwacht. Damit sich die Jüngste nicht erkältete, hatte es ihr so- gar selbst geholfen, ihr Nachthemd überzuziehen. Dann hatte es ihnen zwei Gläser mit Auckerwasser hingestellt, hatte das große Licht ausgelöscht und das kleine, vom roten Lülztschirm verschleierte angezündet und wollte gerade hinausgehen, als die Aelteste, die beinahe elf Jahre alt war, fragte: „Kommt Mama, uns gute Nacht sagen, ehe sie ins Theater geht?" „Das weiß ich nicht. Sie geht nicht ins Theater, sie geht auf einen Ball." Auf einen Ball! Die Augen der Heiden Kleinen leuchteten. „Was für ein Kleid sie wohl aeziehen wird? Ich denke, das neue, das goldene....* „Vielleicht auch das hellblaue", meinte die Jüngste schüchtern. „Lächerlich!" unterbrach die Aeltere überlegen.„Das ist jetzt schon unmodern. Jetzt trägt man ganz lange Kleider, bis an di« Iühe. Nicht wahr, Fräulein?" „Ja, ganz lange", bestätigte di« Gefragte.„Aber jetzt seht zu, daß ihr einschlaft. Es ist beinahe neun Uhr." „Geben Sie mir den Bären,«he Sie weggehen. Immer ver- gessen Sie es." Geduldig und fügsam suchte das junge Mädchen das. ganze Zimmer ab, bis es in einer Ecke am Boden den kleinen braunen Teddybären fand, der seit etwa zwei Tagen der Spielgefährte der Jüngsten war. „Jetzt können Sie gehen", erlaubte diese,„und wenn Sie wiederkommen, machen Sie nicht soviel Lärm. Gestern haben Sie unz aufgeweckt." Das war natürlich gar nicht wahr, denn die beiden kleinen Mädchen schliefen die ganze Nacht mv Murmel- tiere, aber die Kleine sah ein, daß es immer gut ist, den aicheren etwas vorzuwerfen, damit sie merken, daß sie auch nickst vollkommen sind. „Ich werde ganz leise sein. Gute Nacht." Das jung« Mädchen ging auf den Fußspitzen hinaus, als ob die Kinder schon schliefen. Es hatte schnelle und lautlose Bewegungen und war so schüchtern, daß es beim kleinsten Vorwurf der gnädigen Frau feuerrot wurde und ihm die Tränen in die Augen traten. Als die Kinder allein waren, blieben sie eine Zeitlang still. Dann führte die Aeltere laut ihre GÄanken weiter: „Wenn sie das goldene Kleid anzieht, nimmt sie den grauen Pelz." ..Ober den weißen", sagte die Kleinere schüchtern, denn sie fürchtete, sich wieder zu blamieren. „Oder den weißen", gestand ihr die Aeltere wohlwollend zu, „wenn er auch schon alt Ist, noch aus der Zelt von Papa. Aber du tonnst dich nicht daran erinnern. Du warst noch klein." „Sehr gut erinnere ich mich", log die Kleinere eifrig,„notör- lich...." „Warum hast du heute dann im Park den Papa nicht erkannt und gemeint, Ser andere wäre es?" .'WÄ____' ..Well du klein warft, als du ihn das letztemal gesehen hast", unterbrach die Aeltere überlege». „Und jetzt wird er bei uns wohnen", meint« die Kleinere nach einer Pause.„Mir wäre es lieber, er iäte es nicht." „Dir muß man aber auch alles hundertmal sagen. Ich Hab« dir doch gesagt, er kommt nicht mehr zu uns. Sie sind doch ge- schieden... „Ja, ich weiß, geschieden", sagte die Kleinere schon halb im Schlaf.„Gute Nacht." In dem Augenblick wurde die. Tür vorsichtig aufgemacht und eine leuchtende Gestalt, die das schwache Licht des ganzen Raumes um sich zu sammeln schien, trat leise herein. „Schlaft ihr schon, Kinder?" Beide schnellten in die Höhe.„Nein, Mama!" und die Größere rief: „Ach, du hast das goldene Kleid! Bitte, bitte, mach« Licht!" Die junge Frau streckt« ihre schlanke chanb nach dem elek- krischen Schalter und stand einen Augenblick daraus gleich einer goldenen Flamme, von der Brust zu den Füßen umschlossen von dem metallischen Glanz ihres Kleides. „Wie du glänzt! Laß dich von der Seite sehen.. geh' ein paar Schritte. Dreh' dich schnell! Du stehst aus wie ein Stück Sonne. Dreh' dich um! Und was hast du in den Haaren?" „Goldpuder." Die funge Frau lächelte, wenn sich aber die Kinder weniger um das Kleid gekümmert hätten, wären st« gewahr geworden, daß auf dem frischen, runden Gesicht, das noch etwas Kindliches hatte, ein uiujettuchnkr Ausdruck der Spannung und Unruhe lag. Di« Mutter setzte sich in einen Lehnstuhl zwischen beiden Betten und die Kinder wurden ganz rot vor Freud«. Mit der Müdigkeit der Kleinsten war es mit einem Schlage vorbei. „Bleibst du«in bißchen bei uns?" fragt« sie schüchtern. „Ja, wenn ihr doch noch nicht müde seid. Und dann will ich euch auch etwas sagen... Dielleicht werde ich bald verreisen. Nur aus kurz« Zeit.. und wenn ich zurückkomme.... Aber, ihr werdet euch erkälten. Steckt die Arme unter die Deck!«." Si« war aufgestanden und ging unruhig auf und ab. So schwer hatte sie es sich nicht gedacht. Soeben war es ihr noch ganz einfach er- schienen.., und. jetzt? Aber sagen mußte sie es. Es fehlten ja nur noch ein paar Tage. Fast dauerte sie es, daß sie den Dienst- boten so streng verboten hatte, darüber zu sprechen. Wenn die Kinder schon etwas wüßten oder ahnten,' wäre es viel leichter... „Wo gehst du hin? Mit wem?" fragte di« Klemer« nach einiger Zeit. Die Größere dagegen schwieg und sah die Mutter mit ernsten Augen an. „Mit wem? Ja. das wollte ich eben sagen. Ich werde nicht allein gehen. Ihr kennt ja den Herrn Cduard, der euch immer Bonlonz mitbringt? Der wird mich begleiten.. und, wenn wir zurückkommen.. dann.. wird er hier mit uns wohnen" „Hier, mit uns? Für immer?" Die Größere schwieg weiter. „Für lang« Zeit, ja. für immer. Und ihr müßt ihn lieb haben." „Aber wie denn, Mama, wirklich für immer?" „Ja. denn ich... Nämlich, in«in paar Tagen.... dann heiße ich nicht mehr Frau Valdi, sondern Frau Niccardi." „Ja", sagte die jung« Frau wie erlöst. Endlich war es heraus. „Und Papa?" fragte di« Aeltere. „Papa?" aiitwortete die Mutter etwas nervös,„der weiß ez natürlich. Und Ist sehr einverstanden. Es tut ihm leid, daß ich so allein lebte." „Ich habe ihn heute morgen gesehen.. und da war er sehr traurig." „Gesehen? Wo?" „Im Stodtgarten." „Hat er mit dir gesprochen? Was hat er gesagt?" „Er hat gefragt, wie es dir geht und dann hat er imr einen Kuß gegeben." „Mir auch" unterbrach die Klein«,„mir sogar zwei." .Und dann?" „Dann ist er weggegangen. Ganz langsam ist er gegangen. Und, denke doch, Mama, er war schlecht angezogen, fast wie ein armer Mann. Zum Glück war niemand da." Und wester hat er wirklich nichts gesagt?" „Ja", antwortete die Aeltere, die aufmerksam auf die Worte der Kleineren gehört hatte,„er hat gesagt, daß er nerreiste. Und er hat gesagt, daß er dich grüßen läßt. Und er hat gesagt, et wiiiischie, du würdest glücklich. Und es ist nicht wahr, daß er aus- sah wie ein armer Mann." Allmählich war die Farbe in das Gesicht der jungen Frau zurückgekehrt. „Ja, wie ich es euch gesagt habe. Der Papa ist einverstanden. Aber jetzt muß ich gehen. Es ist spät. Ihr sollt schlafen." Sie küßte die Kinder auf die Stirn, löschte das Licht und ging heraus. Dann preßte sie die Stirn gegen die geschlossene Tür, überwältigt von Erinnerungen einer fernen, verschütteten Vergangenheit. Vor zwölf Jahren hatte sie geheiratet, als sie noch ein halbes Kind war. Er war damals achtunddreißig Jahre alt, klein und etwas gebückt, schüchtern und schweigsam, und hatte noch nie vor- her«ine Frau geliebt. Cr war in einem Ministerium angestellt und sein Monatsgehalt schien ihr niärchenhait bei ihrer Armut. So hatten sie fünf Jahre zusammen gelebt. Die kleine Frau hatte mit den Kindern gespiest und war glücklich gewesen. Dann hatte sich etwas Unerwartetes ereignet. Ein Bruder von ihr. der vor Jahren nach Australien ausgewandert war und seitdem verschollen gewesen, war plötzlich gestorben und hatte ihr ein ungeheures Ver- mögen Hintertassen. Sie war dadurch wie geblendet und berauscht worden. Hatte Dillen, Autos. Pelze, Juwelen ge kaust. Und der kleine, alternde Beamte hatte monatelang in diesem Trubel gelebt, blaß und kümmerlich, ohne seine Stellung aufgeben zu wollen. Stur der Ausdruck seiner Augen, wenn er seine Frau ansah, war ein anderer geworden. Und doch lieble«r sie wie früher über alles. Nach einen, Jahr schlug er ihr vor, sich scheiden zu lasten, und sie hatte nicht nein sagen können, obwohl sie wußte, daß sie ihm un- ermeßlich weh tat. Dann blieb er fünf Jahre fort. Und jetzt war er zurückgekehrt. Die junge Frau fuhr zusammen. Sie hört« die Kinder sprechen, hinter der geschlossenen Tür. „Weißt du", sagte die Kleinere,„ich denke mir, wenn sie mst einem anderen Mann in einer Wohnung wohnt, ist das nicht ehebrechen?" „Ach nein, ehebrechen ist, wenn man sich den ganzen Tag zankt und sich die Teller an den Kopf wirst. Du host doch gehört, was die Leute in der Küche gesagt haben." „Ach. dann bin ich froh. Denn als Voter paßt doch Herr Riccardi besser. Findest du nicht auch?" Die Aestere gab keine Antwort. Zwei Tage später legte das Kinderfräulein neben die Betten der Kleinen zwei neue schwarze Kleider. Die Kleinere sah es böse an: „Was soll ich mit dem Fetzen? Ich will mein rosa Kleid." „Nein, die Muster wird dir erklären... Das rosa Kleid hat Flecken." „So gib mir ein anderes. Dies mag ich nicht." „Ader so sei doch ruhig", sagte ploylich die Größere mit scharfer Stimme,„sei ruhig." Die Kleine sah sie verschüchtert an und ließ sich artig an- ziehen. Als beide fertig waren, gingen sie mit den, Kinderfräulein hinunter in das Eßzimmer. „Mama ist nicht da. Warum? Gestern war sie auch nicht da. Wenn sie verreist ist. können Sie es mir ruhig sagen. Ich weiß ja alles. Si« hat es uns selbst gesagt. Nein, geben Sie mir Orangemnarrnelade." Sie brach plötzlich ab. Die ältere Schwester, die noch neben ihrem Stuhl stand, hatte aus einmal den Kopf gesenkt und war in verzweisestes Schluchzen ausgebrochen. „Was hast du? Was ist dir? fragte das Fräulein erschreckt. Aber das Kind schüttelte ihr« Hand ab und lief In ihr Zimmer. Auf der Treppe' traf sie die Mutter. „Was host du? Warum weinst du? Wer hat es dir gesagt?" „Niemand", sagte das Kind unter Schluchzen,„niemand.... Ich.. habe es.. selbst gemerkt.. Ist er.. wirklich.. tot.. für immer...?" „Weine nicht so. mein Herz. Du wirst sonst krank. Weine nicht so." Da sagte das Kind, dem das heftige Weinen die Stimme ab- schnitt: „Ich weine nicht.. weil er.. tot ist.. aber.. weil ich jhn nie.. nie lieb ge'hnbt habe.. und es lehnt« sich an die Wand, vom Schluchzen geschüttelt. Und die Frau verstand, daß von allem Traurigen dies wirklich das Traurigste war. Sie nahm ihr« Tochter in die Arme und weinte mit ihr, aus demselben Schmerz. Weil«r tot war und sie ihn niemals lieb gehabt hatte. Willy möbm: Qoelhe und d Das Haus am Frauenplan in Weimar birgt, einen kostbaren Schatz: die Sammlung naturwistenschaftlicher und technisch-physika- lischer Geräte, die Goethe für seine wissenschasllichen Arbeiten be- nutzte. Diese Sammlung vermittelt einen Einblick in das universelle Schaffen eines Menschen, den sowohl äußere Umstände als auch innere Veranlagung sich vielseitig entwickeln ließen. Goethe ist nicht nur ein Dichter und Staatsmann gewesen, er hat sich auch noch darüber hinaus als Naturwissenschaftler mit erstaunlichem Erfolg betätigen können. Aber Goethe lebt« in der Zett des erwachenden. von der Technik unterstützten Kapitalismus. Wes, was bisher ketm- hast in vielen Hirnen geschlummert hatte, begann mm unter den Strahlen der kapitalistischen Revolution in das Licht zu treten. Und well alles noch zart und keimhaft war, well alle Gebiet», gemessen an ihrem heutigen Umfange, noch von bescheidener Ausdehnung waren, gelang es zu jener Zeit einem umfassenden Geist, sich mit ihnen vertraut zu machen. Goethe hat weit vorausschauend den Einfluß der Technik auf den Gang der politischen Geschichte erkannt. Es sei hier nur an den Ausspruch erinnert, den uns Eckermann übermittelt hat:„Mir ist nicht bange, daß Deutschland eins werde: unsere guten Chausseen und die künstige Eisenbahn werden schon das ihrige wn." Aber er richtete feinen Blick auch weit hinaus über die Grenzen der deutschen Vaterländer. Er prophezeite den Bau des Suezkanals, den Lesteps 1869 vollendete. Er ahnte den Durchstich der Enge von Panama, und jetzt, 109 Jahre nach seinem Tode, ist man dabei, die von ihm für notwendig gehaltene Verbindung des Rheins mit der Donau zu verwirklichen, so daß der Großschiffahrt frei« Bahn geschaffen wird von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer. Goethe sah die Morgenröte des technischen Zeitalters, dessen Wesen er im tiefsten Sinne erfaßte. Er erlebte und begriff das Vordringen der Dampfmaschine, er sah die Geburt der Eisenbahn und der Vorläufer des Autos, das Dampfschiff begann seinen Siegeszug. die Gebrüder Montgolfier ließen ihre mit warmer Luft gefüllten Ballons steigen. Murdoch fand die Erzeugung des Leucht- gafes aus der Steinkohle, Sencfelder schuf die Lithographie, König baute seine Schnellpresse, die mechanischen Textilmaschinen hatten begonnen, die Ergiebigkeit der menschlichen Arbeit auf diesem Ge- biete in einer früher ungeahnten Weise zu steigern. Aus allen tech- nischen Gebieten zeigte sich ein stäirdiger Fortschritt, und Goeche hotte für diese grandiose Entwicklung ein offenes Auge. Die Welt war nach mehr als tausendjährigem Schlafe zu neuem, unerhörten Leben erwacht. Der Geist des Reuen hatte auch Goeche erfaßt. Jahrelang hielt er Vorträge über seine liebsten Arbeitsgebiete, über Magnetismus, Elektrizität und Optik. 1810 erschien seine dreibändige Farbenlehre, auf die er unendliche Sorgfall verwendet hatte, die er höher schätzt« als die literarischen Arbeiten, die seinen Ruhm in der Zukunft be« gründeten. Der physikalische Tell seiner Farbenlebr« wurde schon zu seinen Lebzeiten heftig angegriffen. Aber der psychologische und vor allem der geschichtliche Teil haben bis heute ihren Wert be- hallen. Goeche trat an alle diese Probleme intullio heran. Aus einer tiefen inneren geistigen Schau erkannte er das Wesen der Dinge. Der mochematischen Berechnung, die gerade in unseren Tagen so große Erfolge ausweisen kann, war er abhold. Er ähnelle hierin einem der erfolgreichsten Techniker der Gegenwart, dem Grafen Arco, der sich ebensowenig mtt der Mathematik befreunden konnte. Goethe hat mtt seinem geistigen Feingefühl das Wesen der Elektrizität wahrhaft genial umschrieben. Er erklärte diese geheim- nisoolle Kraft als im höchsten Sinne problematisch.„Wir betrachten sie", sagte er,„daher vorerst unabhängig von allen übrigen Erschei- nungon; sie ist das durchgehende, allgegenwärtige Element, das alles materielle Dasein begleitet und ebenso das atmosphärische: man kann sie unbefangen als Weltseele deuten." Gerade mit diesen letzten Sätzen hat er das Richtige getroffen. Der alles beherrschend« Einfluß der Elektrizität ist gerade durch die Forschungen der letzten Jahrzehnt« besonders eindringlich klar geworden. Interessant sind die Arbeiten Goethes auf dem Gebiet« der Meteorologie. 1823 erschien eine Schrift, die als Ergebnis seiner Studien den Versuch einer Wetterlehre brachte. Aber nicht nur theoretisch, sondern auch prallisch mutzte sich Goeche als leitender Minister mtt technischen Fragen befassen. 1781 übergab er dem Herzog eine Arbeit über die Bergwerke von Ilmenau. Auf seineu Einfluß hin wurde der durch viele Jahre vernachlässigte Silberberg- bau in Ilmenau wieder aufgenommen. Aber der Berggeist war dem Vorhaben nicht günstig gesinnt. Es gab viel Mißgeschick, und vor allem Wassereinbrüche ließen die Arbeiten 1796 zum Erliegen kommen. Goeche kümmerte sich um das Salinenwesen, um die Wasserbautechnik, er hatte gute Gedanken über die zweckmäßige An- läge von Chausseen, und die Baukunst lag ihm bei seiner künstle- rischen Einstellung besonders nahe. Bei allen diesen Arbetten kam ihm sein« zeichnerische Begabung zustatten. Im Hause am Frauenplan in Weimar hat der Besucher Gelegenheit, die Geschicklichkett seiner Hand und die Wendigkett seines Geistes auch auf diesem Gebiete zu beobachten. Daß diese vielsettigen technischen Interessen auch in seinen Werken chren Niederschlag fanden, ist nicht verwunderlich. Es ist unmöglich, hier all« Stellen zu zitieren, die auf die Technik bezug haben. Es möge nur an den Ausklang des„Faust" erinnert werden, an den Kampf mit dem Meere, den Bau von Deichen, durch den neues Land gewonnen wird. Bei diesem Kampf ober steht der Mensch im Mtttelpunkt der Arbeit. Faust bringt das mit wundervollen Worten zum Ausdruck: Solch«in Gewimmel mächt' ich sehn. Auf freiem Grunde mit freiem Volke steh». Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch, du bist so schön! Es kann die Spur von meinen Erdetagen Nicht in Aeonen untergchn! Hier dient die Technik allein dem Menschen, dem Volksgonzeu. Seit dem Tode Goethes sind 100 Jahre vergangen. In dieser Zell kam die Technik völlig unter die Botmäßigkeit der geheiinnu- vollen Macht des Kapitals. Der Gewinn wurde wichtiger als die technische Arbett. Sie konnte trotz aller Leistungen ihre fegen:-- reichen Kräfte nur zum kleinen Teile entfalten. Und trotz oller Sturmzeichen unserer Zeit, trotz des Wetterleuchtens einer Welten- wende werden doch noch viele Jahre vergehen, ehe die Technik wirklich zu einer Dienerin der Menschheit im goethischen Sinne werden kann. Zum Geheimnis der Wünschelrute macht Pros. Komm vom Mineralogisch-Geologischen Institut der Technischen Hochschul« Braunschweig in der Frankfurter naturwissenschastlich-technischen Wochenschrift„Die Umschau" recht interessante Mittellungen. Er hat viel mit Rutengängern experimentiert und ist durch seine Er- sahrungen zu der tleberzeugung gekommen,„daß die Rute auch dann ausschlägt, wenn im Untergrunde nicht die geringsten Unter- schiede in der Gesteinsbeschafsenheit und in der Wasserführung usw. vorhanden sind. Befindet sich der Rutengänger über einem ans- gedehnten Grundwasserhorizont, dann hat jede Bohrung Erfolg, geht man den Ausschlägen über Tongebieten nach, dann sind die Bohrungen ergebnislos." Bei der Drehung bzw. dem Ausschlagen der Rute handelt es sich nach Kumm um das einfache mechanische Prinzip der Veweaung eines zwangsmäßig gebogenen elastischen Stabes, der beim Auf- hören der biegenden Kraft in seine Ausgangsstellung zurückgeht. Eine Wünschelrute besteht aus zwei solchen Stäben, oie fest und winklig miteinander verbunden sind. Wird nun die Rute mit Unter- griff gehalten, so werden die freien Enden nahezu rechtwinklig um- gebogen, so daß sie sich in einem starken Spannungszusland befinden. Befinden sich nun die haltenden Hände und die Spitze der Rute in einer Ebene, so rührt sich die Rute nicht. Sowie aber einer der drei Punkte aus der Ebene herausrückt, dreht sich die Rute mit großer Kraft aus der Zwangsstellung heraus bis in diejenige Lage hinein. In welcher die Biegung ihrer freien Enden durch die Stellung der Hände in eine Streckung übergeht. Und dieser Ausschlag erfolgt überall, ganz gleich, ob Aesteinswechsel und Bodenschätze im Untergrund vorhanden sind oder nicht. Da« älteste Papiergeld. Nicht der Engländer John Law, der in Frankreich da« Papiergeld einführt«, ist der Erfinder dieses Zahlungsmittels, denn in Spanien gab es solches schon im Jahre 1182. und aus Marco Polos Reisebeschreibung erfahren wir, daß Papiergeld schon in der zweiten Hälfte des 13. Johrhuitderts im Reiche Dschingi-Khans in Umlauf war. Als di« Erfinder sind die Chinesen zu betrachten. Durch Aufzeichnungen in den chinesischen Büchern Khanhchy und Khan-tu-thong ist erwiesen, daß zu End« des 10. Jahrhunderts vom Staate ausgegebenes PapIergoL» in Umlauf war. CtafcsDuagen für Mm Rnbtll find »« r r i s SS«. Lindenftraß» it. parieinachnchien�W�für Groß-Verlin ft«i«»» da* Sfjirhfefrttoria» 2. Hof, 2 Treppen recht*, zu richten ÄiwrelZnngrn Ninne« htt eefrrtarfrf d««rSefferiBOipWrf. Stndenfr. 8. 2.#3f, 2 Treppen, Beim ScnttalnecBoni der Angestellten, Hedemanvstr. 12, sowie in deir ArBeilzgepieinichosten selbst erfolgen. 2, Stcls. Sonnobeni, 16.?onuct, 20 Illir. Im..»>W»WW»MW>W. I Rezitationen der Genossin Bollmann und Vortrag des Genossen Stadtrat Karl Schneider. Eintritt gegen LosadsSiiritt der Arbeitersohlsahrts-Letterie srei, sonst OD Pr. Treptow. Montag, 18. Januar, lRä Uhr, bei Glogrr. Piktoria�Sarten 2> fam Trevtowrr Parti. Filmvoriührung:„Der Kampf um die Erde" mit Mussf. oeaieitung und Mitwirkung der Aktuellen Kleinkunstbühne. Äortroq der Go, noffin Clara?ohm Schuch. M. d. R. Eintritt gegen Losabschnitt der Arbritrr. rvohlfahrts. Lotterie fr«, sonst Z0 P°. Osfenbacher ..Warum FW W sammlung.— fiharlottenbnrg:„P W»W> W W Nord: Sicmensstädt. Junafernheidweg, Schuir:., Liebknecht und Luxemburg".— Charlottenbnrg.Sstd: Wallst?. 76: Arbeiisgemeinichaft.— Spandau: Linder. vier 1: Liederobend.— Lankwih: eockulstr. 16— 21; Leseobend.— Lichterfelde: Albrechtstr. 47z:..Tagespolitik".— Äteglii, I: Treffpunlt zur Kundgebung in den Spichsru-Sälen lbit Uhr Koiscrallee, Eck« Schlotzstratze.— Steglin II: Flewmingsrr. libt Liederabend.— Mariendorf: Dorffir. I: Zeimabcnd.—' Sieukolln I: Sonder. Elte Hobrechtftratze: Arbeiisgcmeinsaiaft.— Zienkölln N: Steinmchslr. 61:„Jugendproblem der Gegenrvarl".— Neukölln TU: SUthen. strotze 58:.Sexualität der Jugend".— Neukölln ll: Kann er Etrasie:„Warum bist du in der Gewerkschaft?"— Neukölln VI: Treptower Str. 9ä— 96:„Barum zusammcnkunft.— Neukölln vir: Karl-Marr. Schule:„Aufgaben der 6AJ. als fit m SoziMWe Arbettmugeud Groß-Verlin j Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendseltötariat ! Berlin SW 68, Lindenslratze 2, vorn 1 Treppe rechte. Prolctarisches Orchester der SAJ., Gruppe Wcdding: 26 Uhr Heim See» Ecke Turincr Straße. Aebeitsgemeinschaft„Wirifchaktslehee"(Abraham): Die für den 24. Januar vorgesehene Arbeitsfahrt mutz auf den 28. Februar perschoben werden. heule. Freitag. 15. Januar. 19'- Uhr. Arkonaplatz: Elisabethkirchstr. 16: Heimabend.— Gewcrlschajtsbaus: Köpe» nick»? Str. Ä: Kunterbunt.— Köllnifeher Park: Waisenstr. 18: Liederobeitd.— Rofenthaler Borftodi: Tiechstr. 18. Hof 2 Treppen: Heimabend.— Zentrum: Waiienftr. 18: Ist-Minuten-Referate.— Hansa: Bochumer Str. 8b:„Die Frau UN Dtttien Reich".— Moabit lt Waldenserssr. 26-21:„Einheitsfront!?"— Moabit II: Lehrter Str. 18—16: Genosse Broida fprichtl— Moabit III: Br-mer Straße 66— 76: Kurzreierote.— Sportpalast: Gcnthiner Sfr. 17:„Jugend. Bewegung vor und nach der Revolution.— Gefundbrnnoen ll: Koloniest". 8: ..Entwicklung des Kopilalismus".— Aruiwplast: Sonnenburger Str. 26, Schule: ..Nie wieder' Krieg!"— Balkan: Maudelstr. 2:„Das Programm der NSDAP." — Helmholtzplatz: Kastanien allee 82: Liebknecht, und Luxernburg-Feier.— Hahenschönbauien: Freienwalder Str. 6:„Sexuelle Fragen".— Nordoste» I: 'anzielet Str. 62. Baracke Z:„Welche Aufgabe hat das Reichsbanner?"— Aeihensee: Parkste. 36;„Erziehungsfragen in der Geschichte".— Andrea-platz I; Bronunostr. 1:„Die Arbeiterbeweaung in Italien vor dem Faschismus".— Frankfurier Viertel: Frankfurter Allee 367: Jahresuiitgliedervcrlammluna.— Petersburger Diertel: Ebkripstr. 12:„Humor und Satire".— Warschauer Viertel: Litauer Str. 18:„Das Kommunistische Manifest".— Warschauer Viertel, R. F.: Litauer Str. 1k: Bunter Abend mit den Kinderfreunden.— Luiscnstadt: Wassertorstr. 4, Schule:„Politischer Rückblick 1931".— Friedenau: Abend.— Banmicküleuweg: Ernftstr. 16;„Die SAI. von 1924 bis 1631".— Johavnisthal: Rgtbrus: Musif. und Tanzabend.— Schönemeide II; Berliner Strotze 31:„Dirifchaftsprogramn: der NSDAP."— Treptow: Elfenstt. 3: Jüngere nahend.— Bohnsdorf: Wachlelstr. 1: Leseabend.— Köpenick I:„Was ist Sozialismus?"— Köpenick ll: Dahlwister Str. lä: Brettspiclabeud.— Falke' berg: Labresmitgliederoersamniluna.— Karlshorst:„Die kommenden Wahltömpfc".— F-ietrichsfelde: Gunters:!. i4:„Kar! Liebknecht und Rosa Luxemburg".— Lichtcoderg. Mitte: Dossestr. 22: Bunter Abend.— Z!en Lichten. blra: Guirterstr. 44:„ilnfcre Polizc»".— Mahlsdorf: Melanchthonite. 6Zt 'Vrittlplelabend.— Lichte nberg.Nard: Sunterftr. 44:„Rußland".— Lichten. ~ ikum. Nicde-kchönhapken: Lindenstr. 47: Arbeitsgemeinschaft. ZIP. Wedbing: Treffpunkt oller erwerbslosen Genossen 12 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. WB. Prenzlauer Berg: Treffpunkt aller erwerbslosen Genossen 12 Uhr am Elysium, Prenzlauer Allee. Vorträge, Veremeund Versammlungen Reichsbanner„Schniarz-Rol-GoZd". SefchSftssielle: Berlin S. 14, Sebaftionftr. 37—38, Hof 2 Dr. Friedrichshaivt Freitag. 15. Januar, Kameradschaft� Warschau: 26 Uhr Generalversammlung bei Kassube, Revaler Str. 16.— Bernau: Freitag. 15. Januar, 2618 Uhr. Jahreshanotversammlung bei Modisch. Borstandswahl.— Ortsverein Pankow: Freitags 15. Januar, 26 Uhr, Jung. bannergenercloerfammlung, Jugendheim Görfa/strotzc. Sämtlich« neu eiuge» trctenen Jungkameraden haben zu erscheinen.— Tiergarten iOrtsnerein): Frei» tag, 15. Januar. 19 Uhr. Antreten zur Kundgebung Spichern-SSle. Pflichtoer. anstaltung.— Nculöllu, Britz: Freitag. 15. Januar. 1. Kameradschaft, 1. und 2. Aua: 26 Uhr Jahrcsaeneralrexsammluug bei Schulze, Reuterstr. 47.— Nitre: Sonntag, 17. Januar. 1. Kameradschaft: 10 Ubr Ganeralverfa mmlung. Sophien. strotze 6. Vorstandswahl.— Sernzkerg(Ortsvereini: Sonntag, 17. Januar, 1» Uhr, Seneralversammlung im Restaurant„Zum Schultheiß. Ausschank", Hasenheide 22—31. Sozialistischer cksperoato.Bunb. Wichtige MitAi-dernersammlung am Frei. tag, 15. Januar, 18>.. Uhr, im Netallarbcirerhaus, Elsässer Str. 86. Erscheinen Pflicht l Obst �und üemuse Kochäpfel xroo»«....... ktck. K�onooplnen......... 2 m 0,52 Apfelsinen............ 3 Pfck 0,48 Jaffa-Apfelsinen... 3 Pfd. 0,58 Tafeläpfel.......... ptd.»on 0,24 Grünkohl............... Ptd. 0,05 Sellerie*e*»«eheB.....3 pid. 0,20 Rosenkohl............... pm. 0,10 Rot- oder Weisskohl Pfd. 0,06 Wlrslncfkohl............ pm. 0,08 Kohlrüben.............. Pfd. 0,05 Rote Rüben........... n pm. 0,20 Möhren aewa«abMi.,...3 Pfd. 0,10 Schwarrwurzeln....... Pfd. 0,20 VuPjf. waren Speckwurst Tktr. Art...Ptd. 0,62 Sülzwurst.............. Ptd. 0,65 Housni.-leberwupst..pfd. 0,74 Fleischwurst............ pü 0,74 Dampiwurst........... Ptd. 0,74 Knoblauchwurst...... ptd. 0,78 Mettwurst O. Brseow.ArtPM. 0,88 Jagdwurst............ piu 0,84 Wiener Würstchen.. pm. 0,05 Zervelaf od. Salami.prd. 0,93 Speck ibu............. Pfd. tob 0,70 Speck wage,.......... PH Ton 0,88 Schinkenspeck....... Pfd. 1,20 Nußschinken........... wd. 1,40 Gekocht. Schinken Pfd. 0,20 1» Gemüse- Uotärm Pr*f>* nur Freitag o. Sonnabend.- Mengenabgabe rerbehalten.- Verkauf(ewett Vorrat. i Ve■-----------—~—"-------—-----'—'---•—" ________________________________________________________ W>________ FlelKb a. leichtverderbliche Waren dnd vom Versand ausgeschlossen.— Die Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Bestellung van S,00 Mark an. Frisches Fleisch Schweinebauch o. Bt-, Pfd. 0,56 Schweinesehink.n.B«i.Pfd.T. 0,68 Schweineblatt». Big.,.ptd. 0,64 Schweinekammo. Big.. Pfd. 0,78 Schweineschuft o. Big.. Ptd. 0,78 Schwe/nekotelett pu. ran 0,84 Kassier mild........ Pfd. von 0,78 Schweinenieren...... prd. 0,64 RÜCkenfett bratfertig... Pfd. 0,50 Hsmmelvorderft. Pfd. tos 0,68 Kalbskamm o. Big„ P;d. von 0,48 Kalbsrücken od. Brust, Pfd.v. 0,55 Kalbskeule bl« 6 Pfd. schwer. mm ssm odei geteilt....... Ffd. von Kalbsroulade gerollt, ph. t. 0,94 Kalbsschnitzel.......... ptd. 1,28 Suppenfleisch..... ptd. von 0,48 Schmorfleischo.Knoch.,Pfd.v. 0,76 Roastbeef ohne Knoch., Pfd. v 0,98 Guiasch Ohne Knochen....Pfd. 0,68 Genacktes............... Pfd. 0,54 Rinderbacken o. Knoch.. Pfd. 0,34 Rinderherzen.......... Pfd. 0,38 Rinderlungen.......... ptd 0,28 Euter..................... ptd. 0.22 Rinderieber........... Pfd. 0,78 Schweineleber....... Pfd. 0,78 Hammelvorderfleisch Ke froren................ FW. von IE i s b e i n n e J mit Spitebein,«epöt., Pfd. FISCHE �Grüns Heringe 3 ptd. 0,38 Xobei jaugr. v.0,32 "Schellfisch.......... m 0,20 �Seelachs gr., o.k., l g. ptd. 0,26 xRotbars............. ptd. 0,28 �Kabeljaufiiet..... ptj.0,44 �Leb. Karpfen ptd. von 0,78 lebende Bleie 1� 0,28 ''Lachs gefroren, L gsnx., Ptd. 0,35 �Zander gefroren, i. g., Pfd. 0,35 �Salzheringe.iostaet;0,48 'In allen Häusern ausser Andreasstresie Wild und Geflügel Kaninchengestr.a.iasg«w., ptd. 0,75 Rehblatt............ ptd. vou 0,85 Wiidschweinblatt ptd. von 0,70 Spiesserblätter....pfd.Ton 0,56 Puten................. Pfd. von 0,70 Räucherwaren Bücklinge getLuchert, Pfd. ton 0,25 Sprotten gerincbert..Pfd. von 0,30 Schellfisch gorSachert.... Pfd. 0,82 Seelachs gertoehert..... Pfd. 0,48 Flundern gertnchort..2Band 0,32 Rotbars geraneber«....... Pid. 0,58 Lachs in fitfleken.......... Pfd. 1,20 Mayonnaise............ Pfd. 0,70 Heringssalat............ Pfd. 0,70 Fischleber ra*.......... Dos« 0,85 Pilchards kall........... Posa 0,95 Ivassl rnss.Sardineoart, 2 Dosen 0,75 Sardinen portng...... 3 Dosen 0,85 Sardinen port. b Portionsdo«. 0,95 Heringe r.orweg„LTomat,DoE. 0,58 Sprotten In Oel..... 2 Dosen 0,95 Senfgurken....»-uter-Dose 1,80 Konfitüre«--er evsptd. Erdbeer...................... 1,25 Himbeer..................... 1,25 Kirsch......................... 1,25 Preissslbeerkompott.... 0,85 Erdbeer, Kirsch, Pflaumen..... ca. i.pfd.-Gia« 0,65 Brasil-Reis............. Pfd. 0,20 Mouimain-Reis........ pm, 0,2b Eier-Bondnudein..... Pfd. 0,44 Bruchmakkaronl..... Ptd. 0,44 Viktoria-Erbsen.... 2 Pfd. 0,35 Linsen................. 2 Pfd. 0,25 Weisse Bohnen..... 2 ptd. 0,25 Polierte Erbsen....... Pfd. 0,27 Aprikosen Fers., gefr, Pfd. t. 0,38 Pflaumen getrocknet, Pfd. Ton 0,26 Backobst............ pm. tod 0,38 Kaffee............... Pfd. tod 1,80 Gerste od. Roggen 0,22 Tee....................... sog 0,38 Krümelschokoiaden- Pulver................... ptd. 0,83 Uate u. Feite Magdeb. Korbkäse Stack 0,18 Harzer.................... pm. 0,30 AllgLtangenkäse AP.ptd. 0,44 BlockkäseTiisiterArt.llo*ittPfd. 0,58 Dän. Schweizer««... ptd O.BO Steinbuscher TcUfett...Pfd. 0,68 THsiter voinett............ Pfd. 0,86 Holländer o<.Edainr.40»tk Ptd. 0,68 Margarine cd. Kokostett, 3 Pid. 0,98 Bratenschmalz....... p.m. 0,46 Rohschmalz............. m 0,46 Molkereibutter..... pfd.T. 1,04 Tafelbutter........ pm. von 1,18 Markenbutter settoekt, Ptd. 1,26 Obst- Icon&mn tt Des« Kaisererbsen.............. 1,30 Junge Erbsen(ein.......... 1,03 Junge Erbsen mitteifeia... 0,78 Gem. Gemüse fein....... 1,23 Gem. Gemüse mitieUata.. 0,95 Leipziger Allerlei........ 0,78 Karotten geworfelt..........0,32 Spinat........................ 0,42 Steinpilze................... 1,15 Junge Schnittbohnen..,. 0,45 Konsumgemüse aus getrockneten Erbseu........ OySo 30"T reis.T reppch. ,pi 0,85 29« Wiltlng.Mosel>ti n 0,85 Insel Samos. , Preise ohne Flas nl.lO Ii Dos« Gemischte Früchte........ 1,35 Ananas in Scheihen.......... 4,10 Mirabellen.................. 1,10 Erdbeeren................... 1,00 Kirschen rot, mit Stein...... 0,90 Birnen% Fracht............. 0,90 Preisseibeeren............ 0,85 Pflaumen ohne Btein......... 0,72 Stachelbeeren........... 0,70 Heidelbeeren.............. 0,70 Span. Aprikosenkomp. 0,68 Kürbis in Essig a. Zacker..... 0,68 Apfelmus.................... 0,48 Griechisch. Muskaf Ltr. 1, 1 0 Ganz alt.Malaga uMtr 1,45 Johannisbeer tiu. ltr. 0,75 � Preise ohne FUsche . Januar I ■■■■■■■■OHIHi Ausserdem: äpr 1�1»__ Beginn: 4 Freitag u.Sonnabend dClUUSSTCIQjG unseres grossen INVENTUR- AUSVERKAUFS HERMANN ¥