Morgenausgabe Nr. 22 A 14 4y.Iahrgang Wöchentlich 7B Pf, monalBch 8.2» M. töavon 87 Pf. monatlich für Ruttel- luno in» Saus) im voraus zahlbar. Poftbtzug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Poüjeituugs- und 72 Pf. Pvftbeslellae» dühren.AuslandsadonnemeiltS.68 M. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tem Drucksachenporto 4.6» M. Tee„Sonnäcts" erscheint tnodjotffla- lich zweimal, Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel.Der Abend*. Illustrierte Sonntag»beüaae .Volk mtd Zeit*. NerUner Vottsblatt Sonntag 27.Zanuar 19)2 Groß-Äerlin 15 Z)f. Auswärts 20 pf. Die einspalt. Millimeterzeile 30 Pf. Reklarnezetle 2.— M.„stleine Anzeigen" da» fettgedruckte Wort 20 Pf. lzulässtg zwei fettgedruckteWortei.fedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarlt Millimetcr- zeile 25 Pf. Familienanzeigen Milli- meterzeile lS Pf. Anzeigenannahm« im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8>/i bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich dasNecht derAb- lchnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentvalovgan der Soziakdemokratischen Vaviei DeutfchianbS Nedattion und Verlag: Berlin EW 68. Lindenstr. 3 lternipr.. Tönhoff(A T) 292-297. Telegramm-Adr.: S-,laldemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonlo: Berlins? ö3S.—BanNomo:BankderNrbeller, Angestellten und vemnlen. Lindenstr. 3 Dt.B.».Di»c..Ges.. Deposttenk., Jerul alemer Str. Köstni. Wir und die Reparationen Ein U eberblich--> Von Arthur Crispien ff „Ruft es laut, baß die Ruinen des Krieges nur durch die gemoinsaine Arbeit der Völker wieder aufgebaut werden können." Ausruf der französischen Sozialisten vom S. Mai lSZI. Wieder ringen die Regieningen um die Lösung des Reparations- Problems. Die Nationalisten haben wieder Hochsaison. Sie schöpfen ihre Kraft ans der ZSechetzung der Völker. Der Sozialdemo- k r a t i c bleibt es überlassen, im Kampfe gegen den internationalen Nationalismus die wahren Lebensinteresfon des Volkes zu oerteidigen. Die Nationalisten tun so, als gäbe es in Deutschland zwei Lager, von denen das eine Reparationen zahlen will und das andere nicht. Für sich selbst nehmen, sie in Anspruch, die einzigen zuverlässigen Kämpfer gegen die Reparationen zu sein. Die„Marxisten* dagegen beschuldigen sie des Verrats und der Unterwürfigkeit gegenüber den ehemaligen Kriegsgegnern. Ja. sie tun so. als ob wir Sozial- demokraten ein besonderes Vergnügen daran hätten, jährlich ein paar Milliarden an das Ausland zu zahlen und das deutsche Volk so in immer tiefere Abhängigkeit vom internationalen Finanz- kapital zu bringen. Das ist die Lüge, die seit Jahren mit ungeheurer Lungenkraft dem deutschen Volk in die Ohren gebrüllt wird. Was aber ist die Wahrheit? Die Wahrheit ist. daß die Natioualiftcn für die Befreiung Teutschlands von unerträglicheu Lasten nicht das geringste geleistet haben und dop alle Praktische Arbeit zu diesem Ziel von der Sozialdemokratie oder unter ihrer hervorragenden Mitwirkung getan worden ist. Die Linie der Sozialdemokratie ist vollkommen klar und gerade. Seit der Konferenz von Stockholm im Jahr« 1917 forderte sie den Frieden ohne Kontributionen" Was während des Krieges ein„Frieden ohne Kontributionen* hieß, heißt heute„Streichung aller Kriegsschulden*. Und das ist die Forderung, die wir jetzt im Einverständnis mit unseren sozialistischen Freunden im Ausland zu der unseren gemacht haben. Die Nationalisten waren gegen den„Frieden ohne Kontribu- tionen*. Sie glaubten nämlich, Deutschland werde siegen und könne sich dann an den Besiegten schadlos halten. Als es aber dann ganz anders gekommen war, verlangten die Sieger von Deutschland Entschädigungen. Sie konnten sich darauf berufen, daß weite Gebiete verwüstet waren und daß wenigstens für Belgien der kaiserliche Reichskanzler Bcethinann-Hollweg selbst in seiner Rede vom 4.'August 1914 die Wiederzutmachimg versprochen hatte. So wurde mit dem Abschluß des Versailler Vertrages die Frage der Wiedergutmachung der Schäden akut. Maßlos, weit über die Ansprüche für dy, Wiederaufbau der zerstörten Gebiete hinaus- gehend, waren die Forderungen der Sieger. Ein« französisch« Schätzung bezifferte den von Deutschland aufzubringenden Betrag auf 899 Milliarden Goldniark. So zu lesen in einem Brief, den Lord Curzon am 11. August 1929 geschrieben hat. Eine öffentlich erhobene britische Forderung nannte 489 Milliarden Goldmark. Im Zahlungsplan von Spa standen 269 Milliarden: zahlbar in 42 Jahren. In dem zusammengebrochenen Deutschland standen die Kapita- listen und Militaristen ratlos vor den Folgen ihrer eigenen Pvlitik, die in den Krieg und Deutschland bis an den Rand der Vernichtung geführt hatte. Ohne Entschlußkraft. Hüben wie drüben hetzten die Ehauvimslen. Gewisienlos, vcranwortungslos. Wo aber war ein Weg aus der Not? In Frankreich wurde wieder mobilisiert. Der Jahrgang der Rennzchnjährigen und Teile anderer Jahresklassen wurden zum Heeresdienst einberufen. Der Marsch ins Ruyrgebiet war das nächste Ziel. Zlvei Jahre später lernten wir durch das Versagen einer bürgerlichen Regierung kennen, welche verderblichen Wirtungen eine Besetzung des Ruhrgebiets haben mußte. Am 5. Mai trat die Sozialistische Partei Frank- r e i ch s mit einem Aufruf dem imperialistischen Raubzug ihrer Regierung entgegen. In diesem Aufruf, von den Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Parlamentsfraktion der Partei namentlich unterschrieben, wurde der Wiederbeginn des Krieges als �die Folge des Versailler Vertrages bezeichnet und erklärt, daß die Sozialisten nicht für diesen Vertrag gestimmt haben. Ter Versailler Vertrag ist nicht der Friede der Völker, sondern der der Regierungen, der Kapita- listen und der Militaristen. Di« französischen Genosien schlössen ihren mutigen Aufruf mit der Parole:„Nieder mit dem kapitalistifchen Krieg! Es lebe der Sozialismüs!" Di« sozialdemokratischen Parteien und die gewerkschaftlichen Organisationen der beteiligten Länder bauten Brücken über die vom Sviag zwischen den Böllern aufgerigeneu Abgründe. Auf interna fionalcn Konferenzen, im Jahre 1921, nahmen die Soziakdcmo- kraien zu den brennenden Fragen Stellung. Sie erklärten, daß die Kapitalisten, geleitet von ihrer Profitgier und ihrem Bestreben, das Ausbeutungssystem ausrecht zu erhalten, dahin gekommen seien, die Wiedergutmachung ihren besonderen Interessen unterzuordnen. „Die endgültige und vollkommene Lösung des Problems ist nur möglich durch die Abschaffung des Kapitalismus und die V e r- wirklich ung des Sozialismus.* Für dieses Ziel müsse die Arbeiterklasie kämpfen. Sie hcwc scharf zu betonen, daß die Verträge und die zu ihrer Durchführung von den Regierungen verfolgte Politik eine Wirtschaftslage erzeugt hätte, die einer Katastrophe zutreibe. An Stelle der Berstandigung und Zlrsammenarbcit zur Auslöschung der Kriegszerstörungen und zur Wiederherstellung des Wirtschaftslebens seien die Regierungen den umgekehrten Weg gegangen. Die einen, indem sie eine Atmosphäre des Mißtrauens geschaffen hätten, die die Zusammen- arbeit erschwere, die anderen, indem sie zum Mißbrauch gefährlicher militärischer und ökonomischer Zwangsmaßnahmen gegriffen hätten. Dornst war klar gesagt: wenn Sozialdemokraten überall die Macht hätten, gäbe es überhaupt kein Reparationsproblem. Dann würden, wie die französischen Sozialisten von Ansang an erklärten, die Ruinen des Krieges durch die gemeinsam« Arbeit der Völker wieder aufgebaut wcrdcn. .-Wenn nun den Sozialdemokraten die Macht, eine rein sozio- listische Politik zu treiben, noch nicht gegeben war, so durften sie deshalb nicht dem Verhängnis seinen Lauf lassen. Sie hielten es für unentbehrlich, zu untersuchen, welche sofortigen Lösungen die Arbettertlasse den Vorschlägen. der Regierung entgegensetzen müsse, um die Wirtschastskrise zu mildern und den Leiden der Völker ein Ende zu machen. Nach vorbereitenden Tagungen im April 1921 in Amsterdam/trat am 23. Februar 1S22 in Frankfurt am Mai« die Fünfländerkonferenz zusammen. Vertreten waren die sozialdemokratischen ,md gewerk- schaftlichen Organisationen aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich und Italien. Es wurde einmütig festgestellt, daß die kapitalistische Politik des Zwanges und der Gewalt, die den Wiederaufbau der Weltoiri- schast verhindere, Bankerott gemacht habe. Rur der Sozialismus könne durch die friedl-che Verständigung der Völker und die all- gemeine Souveränität der Arbeit die Schwierigkeiten, die aus den Rivalitäten und der Anarchie des Kapitalisnms entsprängen, aus der Well schaffen.» MW VersammUmgen! Die Eisenbahner in der Eisernen Front. Rund taufe ild öffentliche Eisenbahnerversammlungen hat der Einheitsverband der Eisenbahner im ganzen Reich veranstaltet, um die Eisenbahner aufzurufen zur aktiven Abwehr gegen Rot und Diktatur. Soweit über den Verlauf dieser Versammlungen bisher Berichte vorliegen, berechtigen sie zu einer optimistischen Einschätzung der Einsicht und Entschlossenheit der Eisenbahner. Von den Versammlungen in Berlin sind noch zu erwähnen die sehr stark besuchte Versammlung im„Edenpalast* in Charlotten- bürg, wo Wetteborn- Neumünster referierte. Er wies auf den beschämenden Umslauv hin, daß gerade die KPD., die vorgibt, die alleinige Arbeiterpartei zu sein, anstatt den Faschismus zu be- kämpfen, ihr Hauptziel in der Zerschlagung der Gewerkschaften sieht, anstatt den Kapitalismus und das Unternehmertum zu bekämpfen. Dann ging Wetteborn auf die Vorgänge in Eutin ein. Er schloß seine Ausführungen mit der dringlichen Mahnung zur Einigkeit auf der ganzen Linie. In der Diskussion sprachen zwei zu dieser Versammlung ab- kommandiert« RGO..Leute. Ihre Ausführungen waren die alten Platten der KPD.. Die Genossen Münchau, Meißner und Banatzy.gaben ihnen die verdiente Abfuhr. Roch einer Aufforderung an die Versammelten, die Eisenbahner aufzurütteln und für die freie Gewerkschastsfront zu wirken, wurde die imposante Versammlung mit einem Hoch auf den Einheitsverband der Eisen- bahner Deutschlands geschlossen. In Tegel referierte gestern Heine» Berkn in einer gut be- suchten Versammlung. Auch hier versuchtm die Kommunisten ihre Störung-manöver, zogen aber(14 Mann) ab, als sie dessen Ans- sichtslosigkeit erkannten. In Köpenick sprach Beilschmi dt-Berlin, der die Eijew- bahner aufrief, geschloffen jeder Diktatur Widerstand zn leisten. Die Sozialdemokraten waren aber auch überzeugt, daß schon sofort wenigstens eine teilweise und provisorische Lösung auf der Grundlage der internationalen Solidarität gefunden werden könne und daß die Frage der Leistungsfähigkell Deutschlands in unlösbaren Zusammenliang mit der gesamten Wellwirtschast steht. Dos Problem war: Frankreich und Belgien mußten von den nnerträglichen Lasten befreit werden, die auf ihnen logen; Deutschland muhte es ermöglicht werden, die Wiedergutmachung, beschränkt auf den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, durchzuführen, ohne das, Deutschland zu Maßnahmen gezlvungen würde, die zur Verelendung des deutschen Prole- tariats führen müßten. Diese Lösung ist nur möglich durch Maßnahmen von inter- nationalem Charakter, wie sie in ihren Einzelheiten bereits von den sozialistischen Konferenzen von Amsterdam vorgesehen waren. Diese Maßnahmen verfolgten den Zweck, die zerstörten Gebiete schnell wieder herzustellen, ohne Frankreich und Belgien unter der Last der unvermeidlichen Barauslagen zu erdrücken und die sinan- zielle Gesundung Deutschlands zu erleichtern, indem ihm die not- wendigen Zahlungsaufschübe und Erleichterungen gewährt würden. Forderungen von Frankfurt Diese Maßnahmen sollten nach dem einstimmigen Beschluß der Frankfurter Konferenz namentlich sein: 1; Annahme eipcs Systems von Ilalural- und Arbeitsleisiunge« innerhalb der. Grenzen seiner Anwendungsmöglichkeit. 2. Schaffung eines internationalen Wiederaufbauinsiiluls durch alle daran interessierten Staaten, um die Rohstoffe und'Arbeits- tröste delst Bedürfnissen des Wiederaufbaus dienstbar zu machen. 3. Annullierung und internationale Uebernahme derjenigen Lasten, die Deutschland in bezug auf die Kriegspensionen aufgebürdet wurden; im Widerspruch zu Wilsons 14 Punkten, die beider- seits als Grundlage des Waffenstillstandes angenommen waren. 4. Streichung der mternationaien Schulden, die aus dem Krieg entstanden sind. 5. Vorschüsse an die Länder, deren Kauf- und Produktionssähig- keit zur Zeit lahmgelegt ist, durch Lieserung von Maschinen. Lebens- und Transportmitteln, die unentbehrlich sind, um die Hungersnot bekämpfen und die Industrie wisderausbauen zu können. 6. Gründung eines inlernationalen Instituts für Wiederaufbau und Kreditgewährung, nainentlich zu dem Zweck, a) den verwüsteten Ländern sofort die nötigen Summen zu sichern, die für ihre Wiederherstellung unentbehrlich sind; b) den von der Hungersnot heimgesuchten Ländern, die nickst imstande sind, ohne Hilfe von auswärts ihren Platz in der internationalen Wirtschastsgemeinschaft wieder einzunehmen, zu Hilse zu kommen; c) die Zahlung von Pensionen an alle Kriegsopfer in dem Maße des Möglichen zu internationalisieren. 7. Einsetzung eines internationalen Schiedsgericht» für alle Strei- tigkeiten, die sich aus der Ausübung des Wiedcraufbanplanes ergeben können. O Ebenso anermüdlich and energisch wie in ihrem Kampf gegen die kapitalistische Reparationspolitik waren die Sozialdemokraten in ihrem Bestreben nach einer Revision des Versailler Vertrages Schon auf ihren internationalen Konferenzen im Jahre 1921 in Amsterdem sagten die Sozialdemokraten in ihren Beschlüssen über die Reparationsfrage, daß der ökonomische Frieden, die Grund- läge des Friedens überhaupt, abhänge von der R e o i f i o n des Versailler und der anderen Verträge. In einem sozialistischen internationalen Aufruf zum 1. Mai 1921 findet sich die Parole der allgemeinen Revision der Friedensvertrag«. In der Frankfurter Resolution über die Reparationen heißt es, daß die Tatsachen schon die Unhaltbarkeil des im vertrag von Versailles zur Durchführung des Wiederaufbaus vorgesehenen Systems erwiesen hätten. Niemand hat von Ansang an und entschiedener die Methoden der Gewalt und der Bedrückung bekämpft als die Sozialdemokraten. Und es ist nicht zuletzt ihr Verdienst, daß die Revisionen der Neparationspläne einander' folgten und daß die Forderungen der Siegerstaatcn immer geringer wurde». Die ersten Zahlen wurden schon genannt. Die Konferenz der Sltgerstaateu Pari» 1921 setzte den Beirag der von Deutschland zu sclstenden Summe auf 226 MUliarden Goldmark fest- Die bürge» ljche Regierung Fehreirbach-Simons bot 50 Milliarden- Die Ant- wort war das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921 mit insgesamt 132 Milliarden, zahlbar in Jahresraten von 3 Milliarden. Im Weigerungsfalle wurde die Besetzung des Ruhrgebietes angedroht. Es kam zur Kraftprobe. Unter der bürgerlichen Regierung Cuno- Rosenberg wurden zu wenig Telegraphenstangen und nicht genug Kohle geliefert. Im Januar 1923 wurde das Ruhrgebiet besetzt. Deutschland versank ins tieffte Elend, seine Währung sank ins Bodenlose. Die Kraftprobe war für Deutschland so verhängnisvoll, daß selbst den Deutschnationalen«in Grauen vor ihren Agitationsphrasen und ihrer negativen Politik ankam. Den Sozialdemokraten blieb es wieder in erster Linie über- lassen, den Ruhrkrieg zu liquidieren und die verschütteten Wege der Verständigung wieder freizumachen. Am 29. August 1024 wurde vom Nerrhstag der Tawes-Plan angenommen. Tie Annahme war nur möglich, durch die Abkommandierung von 48 Ja- Jagern aus der deutschnationalen ReichStagsfraktion. Der Erfolg dieses vernünftigen Tuns blieb nicht aus. Die Re- parationslasten wurden weiter, auf 49 Milliarden Goldmark, herab- gesetzt. Deutschland erhielt eine Schonfrist von vier Iahren. Die Währung konnte stabilisiert werden. Deutschland erhielt internationale Anleihen. Das Ruhrgebiet und das Rheinland wurden wirtschaftlich frei. Die französische Besatzung zog aus dem Ruhr- gebiet ab. Die Gefangenen des Ruhrkriegs wurden amnestiert. Amerika trat in die Reparationskommission ein. Der Dawes-Plan wurde vom Doung-Plan abgelöst. Der Gegenwartswert der Reparationssinnme bezifferte sich nun, ein- schließlich der Dawes-Anleihe und des belgischen Markabkommens, auf 36 Milliarden Mark. Zugleich erfolgte die Räumung des besetzten Gebiets Das war ein weiter Weg von der Diktatur der Reparations- kommission bis zur Verständigung von Gleichberechtigten, bis zur Anerkennung schiedsgerichtlicher Schlichtungen, bis zum Abzug aller Laß dich nicht gelüfien— einen Verbrecher festzustellen! Du gerätst in den Verdacht der Mittäterfchast! Im Helldorf-Prozeß ereignete sich gestern ein Vorgang, der stärkste öffentliche Beachtung verdient. Es gehört zum erstaunlichsten, was in diesem Prozeß bisher hervorge- treten ist. Die Zeugen D e t e r d i n g wurden vernommen, zwei Hauptbelastungszeugen gegen Helldorf. Sie waren mit ihrem Wagen dem Wagen Helldorfs gefolgt und haben schließlich seine Feststellung veranlaßt. Sie haben im ersten Prozeß ihre Aussagen klar und bestimmt abgegeben und wurden ver- eidigt. Gestern wiederholten sie ihre Aussagen, aber das Gericht unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Ohne- sorge beschloß, sie nicht zu vereidigen, da sie der Mit- käterschaft am Landfriedensbruch, den die Angeklagten begingen, verdächtig seien! Dem gewöhnlichen Sterblichen steht dabei der Verstand still. Wieso Mittäterschaft am Landfriedensbruch? Weil sie dafür gesorgt haben, daß der Häuptling der Terrorbanden polizeilich festgestellt wurde? Es gibt nur eine juristische Kon- struktion, mit deren Hilfe das Gericht diese Mittäterschaft als gegeben ansehen konnte: die Deterdings sind nicht schleunigst davon gefahren, sondern sind in der zusammengerotteten Menschenmenge oerblieben, aus welchen Motiven ist ohne Belang. Nach dieser wunderbaren Konstruktion wären also nicht nur die Terrorbanden der Nazis des Landfriedensbruchs ver- dächtig. sondern der ganze Kurfürstendamm! Es trifft sich wunderbar, daß dies gerade die These der Ver- keidigung der Nationalsozialisten ist. Es genügt also, daß eine Bande von Terroristen einen Ueberfall auf eine belebte Straße unternimmt, um alle Passanten des Landfriedens- bruchs verdächtig zu machen! Bei solcher Anschauung des Gerichts wird schließlich her- auskommen, daß an den Krawallen auf dem Kurfürstendamm nicht die Nazis, sondern die Juden schuld sind. Wären sie nämlich alle wie die Hasen weggelaufen, so wäre nichts passiert, da sie aber ganz harmlos weitergegangen sind, haben sie sich des Landfriedensbruchs schuldig gemacht! Wenn die Zeugen Deterding der Mittäterschaft ver- dächtig sind, so schließlich auch die Opfer und alle an- deren Zeugen! Man weiß, mit welchen infamen terra- ristischen Mitteln die Nationalsozialisten die Zeugen einzu- schüchtern versucht haben. Sie sind vor der Bedrohung mit dem Morde nicht zurückschreckt. Jetzt bedroht das Ge- richt die Belastungszeugen mit dem Verdacht der Mittäterschaft! Soll etwa ein Strafverfahren gegen die Zeugen Deterding eingeleitet werden, sollen sie verhaftet werden? Man kann sich voiitellen, mit welchen Gefühlen die Belastungszeugen vor diesem Gericht aussagen! Aufgepaßt, Herr Justizminister! Hier droht eine Katastrophe der deutschen Justiz! Hiiler freigesprochen. Aber sein Angestellter wegen„übler Nachrede" verurteilt. In der Prioatbeleidigungsklage des stüheren Hitler-Haupt- inanns Steimes gegen Hitler und seinem jungen Mann Lippert ver- kündete Anitsgerichtsrat Bues folgendes Urteil: Der angeklagte Hitler wird freigesprochen, Dr. Lippert wird wegen übler Nachrede zu 399 M. Geldstrafe verurteilt. Die Kosten des Verfahrens fallen, soweit Freispruch ist, dem Kläger zu Last, soweit Verurteilung erfolgt, dem Verurteilten. Dem Kläger wird Publikationsbefugnis im„Völkischen Beob- achter"' und im„Angriff" zugesprochen. In der Urteilsbegründung heißt es: Es war für den Privat- klüger bestimmt ein schwerer Schritt, die Klage gegen feinen Führer und Parteigenossen, mit dem er Schulter an Schulter gekämpft hatte, zu erheben, um sich von dem ungeheuerlichen Vorwurf ded Spitzeltums zu reinigen. Daß dieser Vorwurf als Be- leidigung gelten mußte, darüber konnten keine Zweifel be- stehen. Das Gericht hat Hitler aber geglaubt, daß er den Artikel nicht gekannt hat. Die Tatsache, daß Hitler bei einer Standarten- iührerbesprechung Zweifel an dem Prioatkläger geäußert habe. rechtfertigt nicht die Behauptung von seiner Teilhaberschaft oder Gehilfenschaft beim Zustandekommen des Artikels. Besatzungstruppen aus DeutfcUand, bis zum Eingreifen Hoovers. In der Agitation können die Nationalsozialisten nicht genug toben über die„Tributverpflichtungcn". Aber im Auswärtigen Aus- schuß des Reichstages wagten sie nicht, aus ihrem Agitationsgerede gegen die Reparationen Ernst zu machen. Die Nationalsozialisten stimmten nicht für den kom- munistischcn Antrag, der die Einstellung der Repara- twnszahlungen forderte. Die Nationalsozialisten hatten offenbar einen lichten Augenblick und dachten schaudernd daran, daß ein Beschluß, die Verträge zu zerreißen, für Deutschland die übelsten Folgen haben müßte. Danach aber sind sie aus dem Reichstag weggelaufen und haben die Arbeit den anderen überlassen. Zielbewußt und unablässig hat die Sozialistische Arbeiter- Internationale an der Heilang der Kriegsschäden gearbeitet. Es gelang ihr allmählich, die Staaten vom Boden der Gewall- Methoden auf den Weg der Verständigung unter Gleichberechtigten zu führen. Die Sozialdemokratie wird auch in der gegenwärtigen Situation ihr Bestreben darauf richten,«ine weitere friedliche Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland zu sichern. Das ist die Vor- bedingung für den Frieden Europas, für den Frieden der Welt. „Jeder Versuch, die Verträge durch einseitige» Bruch oder durch Gewalt zu revidieren, könnte nur die Wirtschaftskrise verschärfe« und zum Krieg führen." Das ist die Warnung des Kongresses der Sozialistischen A rbeiter- Internationale, der im August 1931 in Wien tagte. Die Methoden der Demokratie und des internationalen Rechts Was Dr. Lippert betrifft, so hat er die presserechtliche Ver- antwortung für den Artikel des„Angrifs" übernommen. Der Artikel ist zu einer Zeit erschienen, als Stennes mit der Partei gebrochen hatte. Wenn gerade in diesem Augenblick der Brief oeröffenllicht wurde, und wenn darin dem Nebenkläger vorgeworfen wurde, er stünde im Dienste der Polizei, so mußte dieser Vorwurf der Treulosigkeit als besonders schimpflich empfunden werden. Dr. Lippert hat das zulässige Maß überschritten. Eine Behauptung wider besseres Wissen konnte das Gericht nicht annehmen. Lippert war deshalb wegen übler Nachrede zu bestrafen. Ltnier Ehrenmännern! Spißelbefchvldigung- eine Bagatelle! Die nationalsozialistische Presse hatte den rebellierenden SA.-Hauptmann Stennes beschuldigt, im Dienste der Polizei zu stehen und SA.-Leute an die Polizei verraten zu haben. Darum hat er, wie an anderer Stelle berichtet wird, geklagt. Und was sagt Herr Goebbels dazu? Im„An- griff" liest man: Der ganze Prozeß entspricht lediglich der Großmannssucht so- wohl des Herrn Stennes als auch seiner ihn beratenden Umgebung. Die Angelegenheit selbst ist eine Bagatellsache, öle kaum einer klage wert ist. Es ist eine bekannte Taffache, daß die Begriffe von Ehre in verschiedenen Kreisen sehr verschieden sind. Dem„Angriff" muß man zugestehen, daß der Ehrbegriff, den er entwickelt, auf die hinter ihm stehenden Kreise paßt. Auf zur republikanischen Aktiv«! Die Kampffront des freiheitlichen Bürgertums soll geschmiedet werden. Nachdem aus den Reihen der Arbeiterschaft die Eiserne Front hervorgegangen ist, will auch das freiheitlich gesinnte demokratische Bürgertum nicht länger zurückstehen, sondern sich einreihen in die kämpfende Front der Republik. Bereits durch die staatsparteilichcn Funktionäre des Berliner Reichsbanners ist eine Aufforderung an die Parteileitung gerichtet worden,«sich in die neue Kampffront ein- zureihen. Aus denselben Kreisen stammt der Anstoß zu jener Be- wegung, die als Republikanische Aktion am morgigen Montag, abends 8 Uhr, im Sportpalast vor die Oeffentlichkeit tritt. Die Arbeiterschaft begrüßt diese neue Bewegung, deren Ziel es sein soll, die Eiserne Front weit in die Reihen des wirklich demokratisch empfindenden und für die Gestaltung einer wahren Republik gemeinsam mit der Arbeiterschaft kämpfenden Bürgertums vorzutragen. Das Programm der ersten Veranstaltung der Repu- blikanischen Aktion hat folgenden Rahmen: Die Veranstaltung beginnt mit einem Konzert der Reichs- bannerkapellen, an das sich der Einmarsch der schwarzrotgoldenen Fahnen anschließt. Sodann eröffnet Dr. R o w a ck die Versamm- lung, um als erstem Redner dem Dichter Fritz von Unruh zu seinem Prolog das Wort zu erteilen. Als zweiter Redner spricht dann der aus seiner früheren Berliner Tätigkeit als Polizei- Vizepräsident bekannte jetzige Regierungspräsident Dr. Friedens- bürg- Kassel. Als Vertreter der bedrängten Volksgenossen im abgetretenen Land südlich des Brenner wird dann noch einmal der bereits bei der Kundgebung vom letzten Freitag in den Spichern- fälen von Tausenden mit Spannung angehörte Pater Inner- k o f l e r kurz vor seiner Rückkehr nach Oesterreich das Wort er- greifen. Den Abschluß der Rednerreihe bildet der staatsparteiliche Landtagsabgeordnete Major a.D. Hauff, der, ein wirklicher Frontkämpfer im Wellkrieg, auch heute ein Führer an der Front der Republik ist. Die Versammlung schließt mit dem gemeinsamen Gesang des alten Sturmliedes der Demokratie„In Kümmernis und Dunkelheit..." Karten für die Veranstaltung sind an der Abendkasse zum Preise von 0,30 M. erhältlich: erwerbslose Mitglieder republikanischer Or- ganisationen und Mitglieder des Reichsbanners gegen Ausweis frei. Ansturm zum Schuhbund. Angeregt durch den Waffenraub. Di« Wegholung der Waffen zur Verteidigung der Republik aus dem Arbeiterheim in Wien 16(Ottakring) hat einen solchen An- drang zum Beitritt in den Republikanischen Schutzbund als tätiges oder unterftützenses Mitglied hervorgerufen, daß die Ctondesver- gewährleisten allein eine lleberwindung jedes Zwauyes nnd jede? Vergewalligung der besiegten Nationen. Tie Erfienttttus bricht sich in allen Ländern Bah«. daß Deutschland heute am Ende seiner Leistuugs- fähigkeit angelaugt ist» daß eine Generalbereiniguug aller Reparationsfragen unvermeidlich geworden ist. Hüten wir uns, dieser Erkenntnis die Wege zu oerbauen. Deutsch- land muß auch den Schein der Böswilligkeit vermeiden, wenn es sich nicht isolieren lassen will, wenn nicht alle guten Aussichten zu- schänden werden sollen! Nicht nur Deutschland, auch die änderen Völker brauchen drin- gend eine Generalbcreinigung ihrer wirtschaftlichen, hqndcls- politischsn, finanziellen und politischen Beziehungen. Die Reichs- tagsfraktion der Sozialdemokratischen Partei hat in ihrem Beschluß zur gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Lage, vorn 15. Dezember 1931, ebenfalls darauf hingewiesen, daß eine der Ur- fachen für die ungeheure Verwirrung der Weltwirtschaft in der Kriegsveffchuldung der Staaten untereinander und ganz besonders in dem System der deutschen Reparationszahlungen besteht. „Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion fordert im Linne der Beschlüsse der«ozialistischen Arbeiter- Internationale die Befreiung des deutscheu Volkes von unerträglichen Lasten." Im Kampfe gegen diese Lasten für die notwendige Endlösung sind wir deutschen Sozialdemokraten mit unseren ausländischen Freunden, ganz besonders auch mit den französischen Sozialisten, einig. In diesem 51'ampfe könnte aber auch das ganze deutsche Volk einig sein, wenn nicht der Nationalismus mit seinen Lügen alles vergiftete. Das Lllgennetz zu zerreißen, die Wahrheit ins Land zu tragen, ist unsere Slufgabe. Das deutsche Volk soll frei sein nach innen and außen— das wird es aber nur, wenn es sich von seinem schlimmsten Feind befreit, vom Nctionalismas! mehrung um 19000 sehr bald erreicht sein wird. Auch die Geld- spenden hatten an. Da bringt ein schon lang« Arbeitsloser fünf Schillinge und antwortet auf den Rat, sie doch lieber für sich zu vcrwenäen, er wolle lieber drei Tage hungern als nicht zum Ersatz des Verlorenen beizutragen. Ein anderer Genosse liesert 190 Schil- king, die zu einer FamilienfesUichteit aufgespart waren, je zur Hälfte für den Schutzbund und für die Hilfsaktion„Von Genosse zu Genosse" ab. Ein Achtzigjähriger schickt 10 Schillinge. Ein Mann, dem am 5. Juli 1927 die Frau effchossen wurde, als sie einem Verwundeten beistehen sollte, beteiligt sich an der Geldsamnilung mit den Worten, er wisse, was not tue. Abg. Karl Heinz von der Lellung des Schutzbundes gibt der Meinung Ausdruck, daß der Waffenraub und die ihn begleitend« Hetz« bürgerlicher Blätter eine neue Aera Seipel einleiten sollen Die bedeutungslosen Wiener Konmmnssten aber sind— mit hoffentlich gutem Erfolg— bestrebt, die Gewinnaussichten der furcht- baren Massennot in den Verlust ihrer letzten Anhänger umzuwan- dein. Die Wiener„Rote Fahne" schreibt nämlich so leichthin, die Sozialdemokratie hätte mit der Regierung die Waffenbeschlagnahme vereinbart, um die mit der Führung unzufriedenen Massen zu entwaffnen! Die armen Schacher müssen sreillch so schreiben, um dann wieder lärmen zu können, wenn die Aerleumdsten keine Geneigtheit zur Einheitsfront mit Cen Verleumdern zeigen. Ist es anders, wenn das Berliner Kommunistenblall unseren Hinweis auf die Treue der deshalb schwer verurteilten polnischen Oppositionsführer zur Verfassung, die Pisudski systematisch bricht, in«in Loblied auf Treue zu diesem Vcrfassungsbrecher umsäffcht?! ä- Die polizeiliche Untersuchung wegen unerlaubten Besitzes dieser nun weggeholten Waffen betrifft bis jetzt 13 Personen, gegen weitere 80 Sozialdemokraten sind Anzeigen erstattet! Oer Myihos des Alfred Rosenberg. Er gibt zu, daß er geflunkert hat. In der Sonnabendnummer des„Völkischen Beobachters" kommt Alfred Rosenberg noch einmal auf seine Behauptimg zurück, eine ausländische Regierung habe Brüning sagen lassen, daß er ohne Hitler nicht mehr oerhandlungsfähig fei. Rosenberg gibt jetzt zu, daß er„nur angenommen" habe, Brüning sei von sehr autoritativer ausländischer Seile darauf aufmerksam gemacht worden, daß er ohne Hitlers Unterstützung für das Ausland nicht mehr recht verhand- lungsfähig sei. Diese Annahme habe sich für ihn zwingend aus dem'Verhalten Brünings vor der Lausanner Konferenz ergeben. Auf welcher Botschaft in London ihm schon Anfang 1931 eine ähnliche Bewertung Brünings mitgeteilt worden sei, darüber müsse er die Auskunft verweigern. Der merkwürdigste Hauptschriftleiter der deutschen Presse gibt damit zu, daß er seine Weltsensaffon ganz einfach aus der Tiefe seines Gemüts geschöpft hat. Die Hilfe des Aus- landes im Kampf gegen die eigene Regierung war für ihn nur ein Wunschbild, das ihm aber so gut gefiel, daß er es schließlich für Wirklichkeit hielt. Oie deuische Genf-Oelegaiion. -lS Köpfe stark /Delegierte und militärischeSachverfländige Nachdem kürzlich Botschafter Nadolny zum Führer dcr deutschen Delegation zur Wrüstungskonferenz für die Zell, während dcr der Reichskanzler oder sonstige Kabinettsmitglieder nicht per- sönlich in Gens anwesend sein werden, und Botschafter Graf Welczeck zu seinen, Stellvertreter bestimmt worden ist, sind nunmehr zu Delegierten Staatssekretär a. D. von M o e l l e n- d o r f f und die Gesandten G o e p p e r t und Frh. von W e i z- s a« ck e r ernannt worden. Der Delegation werden ferner als militärische Sachverständige Generalleutnant von Blomberg und Generalmajor Schoen Heinz sowie als Sachverständiger für die Marinefragen Vizeadmiral Frh. von Freyberg angehören. General- s e k r e t ä r der Delegation ist Geheimrat F r o h w e i n vom Aus- wärtigen Amt. Außerdem wird die Delegation noch eine beschränkte Anzahl von Sachberatern des Auswärtigen Amtes und des Reichswehrministeriums, sowie nach Bedarf anderer Ressorts um- fassen. Die Zahl der Dclegationsmitglieder beläust sich auf 19. Frau Gandhi ist wegen„Aufwiegelung gegen die Staatsgewalt" zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Reichswehr und Politik. Amtliche„Leitgedanken".— Eine sonderbare Mischung. Neuerdings hat das Reichswehrministerium„Leit- g e d a n k e n" über die Aufgaben des Heeres und die Pflich- ten des Soldaten herausgegeben, die für die Auffassungen in der Wehrmacht im allgemeinen und für die Jnstruktoren im besonderen richtunggebend sein sollen. Mit Genugtuung darf man das eindeutige Bekenntnis zur republikanischen Reichsversassung begrüßen, das dank eines Hinweises auf den vorbehaltlosen Charakter des Treuschwurs nachdrücklich unterstrichen wird. Mit Befremden muß man aber feststellen, daß nach diesem ausgezeichneten ersten Teil die„Leitgedanken"— etwa zum Zwecke des inneren„Ausgleichs"— sich auf den Gefilden der allgemeinen Politik hoffnungslos verirren. Man findet da plötzlich Ausführungen, die mit Ueberparteilichkeit nichts mehr gemein haben und nur grenzenlose B e r- w i r r u ng anrichten können: „Dem Kriegsdien st Verweigerer gebübrt ebenso wie dem Landesverräter die Feindschaft und Verachtung jedes Deutschen. Aber auch schon der pazifistische Aller- weltsbeglücker oder der egoistische Schwächling bildet eine Gefahr, denn er untergräbt den Wehrwillen im Volke... Vater- l a n d s l o s ist auch derjenige, der das Recht seines Volkes zu nationalem Eigenleben verneint, der internationale Jnter- essen einer Volksklasse oder das verschwommene Wunsch- bild einer internationalen Menschheit den Lebensnotwendig- k e i t e n der deutschen Volksgemeinschaft voranstellt." Kein vernünftiger Mensch wird von einer Heeresleitung verlangen, daß sie sich über die Kriegsdienswerweigerer lobend äußere oder die militanten Pazifisten auf den Schild erhebe. Aber die G l e i ch st e l l u n g des Kriegsdienstverweigerers mit dem(bezahlten) Landesverräter ist eine Geschmack- l o s i g k e i t. Das„Berliner Tageblatt" erinnert daran, daß ein ehemaliger Führer der englischen Consciencious Objectors, der englischen Kriegsdienswerweigerer während des Weltkrieges, Macdonald, heute an der Spitze einer „nationalen Regierung" steht. Wir fügen hinzu, daß in seinem früheren(Labour-) Kabinett noch drei weitere„C.O.'k" saßen, darunter der Lordsiegelbewahrer Tom John st on, der dieserhalb ins Gefängnis wandern mußte; und daß erst vor zwei Wochen der König von England einen der be- kanntesten und am härtesten betroffenen G.G.-Führer, Clifford Allen, im Auftrage dieser„nationalen Regie- xung" zum Lord ernannt hat. Will nun die Reichswehr- leitung behaupten, daß der englische König für den Vater- landsbegriff so wenig Verständnis hat, daß er landesverräte- rischen Subjekten die höchsten Auszeichnungen zuteil werden läßt? Ebenso entschiedenen Protest müssen wir gegen den geradezu wilhelminischen Satz erheben, der, frei von jeder Haarspalterei, das Bekenntnis zur Jnternatio- nale für vaterlandslos erklärt. Vielleicht war das nicht ganz so gemeint, oj>er so muß es auf unpolitische, dialektisch nicht geschulte Soldatenseelen wirken. Kein Sozialdemokrat„verneint das Recht seines Volkes zu nationalem Eigenleben". Wir wüßten überhaupt nicht, auf wen sich diese Unterstellung bezieht und daher erscheint uns diese Polemik gegen gar nicht existierende Menschen ganz überflüssig. Aber jeder Sozialdemokrat bejaht die„in- ternationalen Interessen einer Volksklasse" und bekennt sich zu dem„Wunschbild"— mag es einstweilen noch so„ver- schwömmen" sein— einer„internationalen Menschheit". In diesem doppelten Bekenntnis liegt nicht der geringste Wider- spruch zum nationalen Gedanken. Das müßte dem Reichs- wehrminister Groener eigentlich bekannt sein, der mit dem Reichspräsidenten Eberl, mit dem Reichskanzler Her- mann Müller und mit anderen führenden Sozialdemo- traten eng und loyal zusammengearbeitet hat. Wir sehen den Einwand voraus:„Wir wenden uns ja nur gegen die„Voranstellung" dieser Bekenntnisse gegenüber den„Lebens Notwendigkeiten der deutschen Volksgemeinschaft". Ja— aber wer bestimmt, was als„Lebens- Notwendigkeit" anzusehen ist und was nicht? Der Minister, der Chef der Heeres- und der Morineleitung, der Leutnant, der angestellte Lehrer? Hier ist Tür und Tor für jeden Miß- brauch, für jede Willkür, für jede Beschimpfung, für jede Hetze geöffnet. In den Jahren 1916 bis 1918 aalt bei sehr maßgebenden Zivil- und Militärstellen, unterstützt von der Schwerindustrie und ihrer besoldeten Presse ein jeder für einen erschießungswürdigen Landesverräter, der nicht die Annexion Belgiens oder zumindest den dauernden Besitz der flandrischen K ü st e für eine„Lebensnotwendigkeit der deutschen Volksgemeinschaft" hielt. Wenn heute die Reichsmarineleitung den Bau von sechs Panzerkreuzern für„lebensnotwendig" erklärt, wenn morgen maßgebende Stellen aus einem ungenügenden Ergebnis der Genfer Abrüstungskonferenz dos Recht und die Pflicht Deutschlands herleiten� und proklamieren, unbeschränkt auf- zurüsten, soll da ein jeder als„vaterlandslos" diskreditiert werden, der mit sozialistischen, mit pazifistischen oder mit sonstigen Gründen der Vernunft davor warnt? Wir glauben, mit diesen wenigen Beispielen genügend bewiesen zu haben, daß dieser Teil der„Leitgedanken" schwere Entgleisungen enthält, und einer baldigen K o r r e k- t u r bedarf._ Japan lachi sich eins. Wie über Genf, so über Washington. Tokio, 16. Januar. Die Antwort Japans auf bis Rote der Vereinigten Staaten über die Anwendung des Nerinmächte-Abkommens auf die Lage in der Mandschurei ist dem amerikanischen Botschafter über- geben worden. Japan bekennt sich darin wieder zur Politik der offenen Tür in der Mandschurei und bedauert, daß es durch die in ganz China herrschende Desorganisation ernstlich in Mit- leidenschaft gezogen worden sei. Ehma fordert Wirtsch astösanttionen gegen Japan. Nanking. IS. Zanuar. Amtlich wird milgeteill', daß die chinesische verlrelung auf der am 25. Januar beginnenden Sitzung des Vöikerbundsrales in (Dens den Antrag stellen wird, gemäß ArNkel 10 der Völker- bundssahuvzen wirkschaftlkche Sanktionen gegen Japan za ergreisen. In Valästina sind 700 Lehrer und Lehrerinnen der jüdischen Volksschulen in de« Ausstand getreten, well sie seit vier Monaten kein Gehalt bekommen haben. Die rück- ständigen Gehält« betrugen 30000 Pfund Sterling. Das Ei des Kolumbus \T7771 3etzL befinden wi'r uns in einer schönen Verfassunöl (ich habs: die Verfassung! Wir sind gerettet! Hände weo von der VerfassunOI__ ss Abrüstung, Reparationen, Friede. Breiischeid in der Freien Sozialistischen Hochschule. Im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses sprach gestern vor überfülltem Hause Genosse B r e i t s ch e i d über Abrüstung, Reparationen Friede. Weder in den Schriften unserer Altmeister noch auch in den ver- schiedenen sozialdemokratischen Programmen, sagte er, werden Re- zepte gegeben, nach denen sich die jeweils auftauchenden internatio- nalen Problems lösen lassen. Man stößt oft auf Meiuungsver- schiedenheiten, wie sie sich besonders im Widerstreit zwischen Lassalle uno Engels beim' italienischen Krieg 1839 zwischen Oesterreich einerseits, dem napoleonischen Frankreich und Piemont andererseits ! zeigten. Wichtiger noch ist, daß prinzipielle Stellungnahmen zu großen Fragen, wie beispielsweise der des Krieges, überhaupt nicht im Einklang mit den Auffassungen der modernen sozialisüschen Zlrbeiterbewegmig stehen. Im Mittelpunkt stehen heute die Fragen der Abrüstung und der Reparationen. Am 2. Februar tritt die Abrüstungskonferenz in Genf zusammen. Im Augenblick ist nicht«ine Beseitigung, wohl ab« eine Herabsetzung und Begrenzung der Rüstungen mit Aussicht auf Erfolg anzustreben. Für Deutschland kam die Abrüstung auf dem Wege des Zwanges über den Versailler Friedensvertrag. Es war ein Zwang zur Vernunft. Aber die meisten Menschen empfinden den Zwang mehr als die Vernunft. Das Bedenkliche am Frieden von Versailles ist, daß eine einseitige Mahregel vorliegt, die nur den Besiegten trifft. Das widerspricht dem Prinzip der Gleichberechtigung und legt den Keim zu Unfrieden und neue Konflikte. Wir haben die Zusagen der anderen im Versailler Vertrag, in der Mantelnote vom 16. Juni, im Völkerbundspakt, im Locarno-Vcrtrag und im Kellogg-Pakt, gleichfalls abzurüsten. Die Gegenseite sagt, wie es unter anderem der gegenwärtige französische Kriegsminist« Tardieu getan hat, daß»keine Bindungen vorliegen. Dieser Standpunkt ist von der französischen Regierung in ihrer Gesamtheit niemals vertreten worden. Man stellt auf der anderen Celle die Sicherheit in den Vordergrund und rüstet deshalb. Man vergißt, daß Rüstungen immer ein Element der Unsicherheit gewesen sind. Wenn man für Deutschland Wehrfreiheit verlangt, so halte ich das für verkehrt. Wir müssen die Wehrgebundenheit der anderen anstreben. Bei den Einwänden gegen die Reparationen sind wichtiger als der Einwand, Generationen büßen für Vergangenes, und die Berufung darauf, daß die Behaupwng von der deutschen Alleinschuld am Kriege falsch sei, die Hinweise darauf, daß der Rahmen reiner Wiedergutmachung weit über- schritten sei, und vor allem der Hinweis auf die w e l t w i r t» schaftliche Lage. Die beiden letzten Argumente hat sich die Sozialistische Internationale in vielen Resolutionen zu eigen ge- macht. Hieran müßten wir unsere Gegner immer wieder erinnern. Bei unserer Forderung auf einen Verzicht auf weitere Reparations- zahlungen wäre es verfehlt, uns einseitig auf die wirtschaslliche Not in Deutschland zu stützen. Man kann uns von der anderen Celle zu leicht die eigene Not bei den Siegerstaaten entgegen- halten. Es ist zweckmäßig, die deutschen Reparationen im Zu- sammenhang mit den politischen Schuldverpflichtungen der curo- päischen Siegerstaaten gegenüber Amerika zu bringen, nicht zuletzt unter Berufung auf die Schlußfolgerungen der Sachverständigen bei der Internationalen Bank in Basel, die da sagen, daß die natürliche Zirkulation des Kapitals durch politische Zwangsmaß- nahmen behindert wird. Die Streichung der Schulden liegt im allgcmeineu wclsinteresse. Brüning geht zur Konferenz mll der Absicht, die Unmöglichkell weiterer deutscher Zahlungen festzustellen. Dabei kann er der Zu- stimmung des ganzen deutschen Volkes sicher sein. Denn in der Ueberzcugung. daß wir jetzt und auch in Zukunft nicht mehr zahlen können und daß die Durchführung weiterer Reparationen wirt- schaftlich und politisch verhängnisvoll wäre, sind wir alle einig. Angesichts gewiss« Presseunterstellungen betone ich. daß auch ich dieser Ansicht bin. Auf der anderen Seite haben England und Frankreich aus Anleihen und Ankäufen während des Krieges große Schuldverpflichtungen gegenüber Amerika, die bis 1983 lausen und 1933 England zu 676, Frankreich zu 46a Millionen Mark verpflichten. Beide Länder haben bisher, ganz od« zum Teil, diese Zahlungen durch die deutschen Reparationsleistungen ein- gebracht, daher erklärt sich der Widerstand dieser Länder, zu ver» zichten. Welche Möglichkeiten ergeben sich für Lausanne? Erstens: Baldige Vertagung, um in der Zwischenzell Amerika noch während des Hoover-Feierjahres angesichts der deutschen Erklärung zur Nach- giebigkell gegenüber England und Frankreich zu oeranlassen. Zwellens: Auftechtrrhaltung des grundsätzlichen Anspruches der Alliierten unter Annahme einer Zwischenlösung, die Deutschland für die nächsten Jahre seiner Verpflichtungen entbindet, und unter Aus- recht«haltung der deutschen Erklärung, nicht mehr zahlen zu können. verhängnisvoll aber wäre es, aus dem Nichhahleukönaen nach dem Wunsche der Naiioualsozialislen ein Nichlzahlenwollcn und Nichizahlenwerdeu zu machen. Das wäre die„Zerreißung des Poung-Planes" mll allen politischen und wirtschaftlichen Folgen und eine heldenhaft scheinende Geste, die vislleiSst im Augenblick begrüßt, ab« bllter bereut würde. Sie ginge auf Kosten der 2Erb ellertlasse. Eine einheitliche Stellung Europas gegenüber Amerika in der Frage der politischen Zählungen ist das von Brüning zu erstrebende Ziel in Lausanne. Niemand soll uns glauben machen, daß wir durch eine Politik außenpolllischer Abenteuer weller kommen. Der Sozialismus kann nur auf dem Boden des Friedens gedeihen. Diesen Boden zu schassen, ist Aufgabe der sozialisti» schen Parteien der ganzen Welt. Umschwung in England. Vertagung der Lösung auf den Sommer.- Keine völlige Streichung. London, 16. Januar.(Eigenbericht.) Die Einmütigkeit, mit der die englische presse am Sonn- abend den In der Eity zuerst aufgetauchten Gedanken einer ver- laguug der R eporationslösung auf den Sommer und die vorläufige Einräumung eines INoratoriums ausnimmt, läßt darauf schließen, daß dies« Gedanke nun auch in englischen amtlichen streifen Fuß gefaßt hat. Nach unseren Informationen trifft dies tatsächlich zu. Nachdem England erkannt hat, daß Frankreichs wegen eine völlige Streichung politisch unerreichbar sei, erscheint dem möglichst langen Moratorium gegen- über, das zuerst propagiert wurde, ein kürzeres deswegen den Vorzug zu verdienen, weil gerode unter dem Druck der Wirtschafts- krise ein«„Endlösung" mll geringeren Zahlungen Deutschlands erreicht werden könnte, als wenn die Konjunktur besser geworden ist. Möglichst gering müßten aber die deutschen Zahlungen im englischen Interesse auch sein, damit der deutsche Kredit wiederhergestellt werde und die Eity keine Verlufte in Deutschland erleidet. Ganz brauch- ten ab« die deutschen Zahlungen nach englischer Ansicht zur Wieder. Herstellung des deutschen Kredits nicht zu verschwinden und auch in amtlichen Kressen scheint ver Gedanke, daß auch Deutschland durch die Kriegsschulden belastet werden sollte, so wie England und ander« Länder ihre inneren Kriegsschulden belastet sind, berück- sichtigt zu werden. Zwar ist das englische Ideal immer iwch die völlige Streichung der Reparationen und Kriegsschulden, ober da man diese für unerreichbar hall, ist man bereit, sich mit der zweitbesten Lösung zufriedenzugeben. Paris meldet: Verfchiebungsbefchluß steht bevor. Paris, lö. Januar. Di«„Liberle" behauplek am Sonnabendabend, daß man jetzt fest mit ein« Verschiebung der Lausanncr Konferenz auf unbestimmte Zell rechneu dürfe. In kurz« Zeit würde die V«schiebuag zur Talsache w«deu. Auch das„Journal de» Döbals" will aus zuverlässiger Quelle erfahren habe«, daß zwischen den verschiedenen Regierungen Verhandlungen üb« die Verschiebung d« Reparationskooferenz im Gange seien. Das platt fügt hinzu, daß bis Vefprechungen. die Riinisterpräjldcnt Laval mit den Botschaltern Englands, Deulschland» und Amerikas sowie mit Finanzminist« Flandin und dem Gen«alsekretär Lerlhelot führt?. nur dieser Frage gegolten hätten. Planwirtschast. Oer Weg zu ihr führt über die Kreditkontrolle. 2n der„Geselljchaft sür soziale Reform" sprach Genosse Pro fessor Dr. L e d e r e r über das allgemein interessierend« Thema „Planwirtschaft", genauer gesagt über„Ä ege zur Planwirt s ch a s t". Diese Einschränkung des Themas liegt in der Sachs selbst begründet; denn niemand vermag heute zu sagen, wie im einzelnen der Wirtschostsablauf in einer tommeirdeu Voll-Planwirt schaft vorzustellen ist(trotz des russischen Experiments). Planwirtschastliche Elemente in der heutigen Vcrkehrswirtschaft sind nicht selten: allerdings finden sie sich fast nur in der„Äonsum- fphäre", in der Versorgung der Bevöllernng nnt Gas, Wasser, Elektrizität. Daß die Bersorgungsbctricbe nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu leiten sind, daß bei ihnen das Profitinteresse auszuschalten ist, ist allgemeine Ucberzeugung. Wie aber kann man weiter in die kapitalistische Wirtschast eingreifen, ohne den Wirt- schaftsprozeß zu stören? Denn nur um Eingriffe kann es sich handeln, wsiin man überzeugt ist, daß eine Sozialisierimg mit einem Schlage, eine völlige Umwandlung der Markt- in die Planwirtschaft in absehbarer Zeit unmöglich ist. Die Notwendigkeit zu Eingriffen aber ist gegeben für jeden, der eingesehen hat, daß die kapitalistische Wirtschost in ihrer heutigen Form immer wieder zu verheerenden Krisen führen muß- Eingrifse auf Teilgebieten der Wirtschaft haben ihre Bedenken. So würde etwa die Förderung von Konalbauten eine Subventio- nierung bestimmter Industrien durch Standortsverschiebungen mit sich bringen, die volkswirtschaftlich unerwünscht wäre. Die Frage nach der Möglichkeit, die Arbeitslosigkeit durch bestimmte planwirt- schaftliche Maßnahmen zu bckämpsen, glaubt Lederer bejahen zu können. Betriebe, die stillgelegt seien, könnten van einer staatlichen Stelle„angefordert"(ohne Entgell oder gegen ganz geringes Ent- gell, da sie ja sonst stillägen) und mit Arbeitslosen wieder in Gang gebracht werden. Die Arbeitslosen eichiellen ihre Unterstützung in bar weiter und dazu einen Teil der von ihnen produzierten Güter. Die geringen Kosten(für Rohstoffe, für Kapllaldienst) müßten vom Staat aufgebracht werden. Wichtig sei aber, sich selbst tragende Produktionskörper zu schaffen, d. h. die produzierten Güter nicht an den Markt zu bringen. Dadurch könnte man einen Tell der Arbeitslosen wieder in den Produktionsprozeß einschalten und che Realeinkommen verbessern. Die Verkehrswirtschaft im ganzen zu beeinflussen, dafür bietet sich schon heute ein Mittel, nämlich die Kreditkontrolle. Vom Kreditwesen ist die gesamte Wirtschaft in einem Maße abhängig, daß man das heutige System auch schlechthin als Kreditwirtschaft bezeichnet: diese Abhängigkeit haben wir ja im letzten Jahre bitter zu spüren bekommen. Als der deutschen Wirtschaft die kurzfristigen Kapitalien in unvorhergesehenem Maße entzogen wurden, da sah sich die Reichsbank gezwungen, die überkommenen Grundsätze ihrer Kreditpolitik aufzugeben. Ganz im Gegensatz zum„Automatismüs" des Geld- und Kreditwesens, wie er zum Kapttalismus angeblich wesentlich gehört, mußte die Reichsbank das„richtige" Kredit- valumen zu ermitteln und aufrechtzuerhalten suchen: sie handelte wie eine bürokratische Stelle. Bon hier ist es nur noch ein Schrstt, auch den Weg des Kredits und damit den Weg der Produktion zu bestimmen. Die Entscheidung über die Kreditgewährung wäre von den privaten Banken auf eine slaattiche Stelle zu übertragen. Dani'tt wäre die Möglichkeit gegeben, in Zellen guter Äonjunlttir die übermäßige Kapitalinvestition zu verhindern und den Konjunkturablauf wesentlich zu mildern. Heute kann sich ja ein einzelnes Unternehmen, gezwungen durch die Kon- klirren�, gar nicht der Entwicklung zur Ueberexpansion entziehen, selbst wenn die Erkenntnis der drohenden Gefahr vorhanden ist. Der Weg vom traditionsgebundenen Handeln und. Denken zur Herrschaft über die Wirtschaft führt über die Kreditkontrolle. Gewiß ist sie nur ein Uebcrgangsstadium zur vollendeten Planwirtschaft. Sie läßt das private Eigentum an den Produktionsmitteln bestehen: sie nimmt aber dem Privateigenttim seinen Sinn und seine Be- rechtigung. Dann wird es an der Zeit sein, das Privateigentum von den Produktionsmitteln zu beseitigen. Der Krach bei den Nazistudenten. Zu den„Wahlen" an der Berliner Llniversitai. Nientimp freigesprochen. Der frühere Zentrumsabgeordnet« des Reichstags N i e n t i m p, der vor einigen Monaten wegen Ber- stoße» gegen dos Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Weit- bewsrbs zu 1000 M. Geldstraie und Vernwgenskonfiskation ver- urteilt worden war. wurde am Sonnabend in der Berufungsinstanz auf Staatskosten freigesprochen. Nientimp und den Mit- angeklagten, die ebenfalls freigesprochen wurden, war u. a. vorge- worden worden, von der Westfälischen Bäckereinkaufsgenossenschast Bestechungsgelder angenommen zu haben. Bar einiger Zeit hat der Reichswehrminister Groener die „Deutschs Studentenschaft" für unpolitisch erklärt. Der„Vorwärts" hat damals darauf hingewiesen, daß diese von Herrn Groener als unpolitisch bezeichnete„Deutsche Studentenschaft" nichts weiter ist als eine Filiale des Nationalsozialistischen Studentenbundes. Diese Ausfassung wird jetzt durch ein Rundschreiben der gewiß jeder repn- blikanischen Gesinnung unverdächtigen Korporationen bestä- tigt. Dieses Rundschreiben enthüllt nicht nur die Gegensätze zwischen den schwarzweißroten Couleur- und den Hillcr-Studenten, sondern es zeigt auch, daß heute innerhalb des nationalsozialistischen Stti- dcntcnbuiides und der NSDAP, offene Risse vorhanden sind. Auf dem letzten Studententag der„Deutschen Studentenschaft" wurde der Nationalsozialist L i e n a u zum Vorsitzenden gewählt. Herr Lienau hat sogleich einen scharfen Kurs gegen die Kiorpora- tionen eingeschlagen. Da eine große Anzahl Korporationsstudenten auch zugleich Nazis sind, kam es in den Korporationen, die nach Ansicht der nationalsozialistischen Führung freimaurerisch verseucht sind, zu lebhaften Auseinandersetzungen. Die kor- porierten Nazis haben gegen die von Hitler ernannte Führung rebelliert. In einem Artikel in der„Sturmfahne" heißt es zu diesem Konflikt: Kameraden! Seid euch darüber klar, daß unser Führer Adolf Hlller den Nationalsozialistischen Studentenbund nicht zum Spaß gegründet hat und daß diejenigen, die ihn in der Oeffent- lichkell bekämpfen, auck wenn sie hundertfach das Parteiabzeichen tragen, keine Nationalsozialisten sind." Schließlich hat sogar Adolf Hiller eingreifen müssen, der in einer„Verfügung" sämtlichen Mitgliedern der NSDAP., die sich nicht dem Kommando des Nationalsozialistischen Studentenbundes unterstellen wollen, den Parteiausschluß androht. Die Korporationsstudenten im Vorstand der Deutschen Stu- dentenfchaft haben schließlich, da ihnen der Kurs zu einsellig national» sozialistisch war, ihre Aemter zur Verfügung gestelll. Sie wollten den Mcktrllt des nationalsozialistischen Lienau erzwingen. Das gelang ihnen jedoch erst, als Lienau, dem die Korporationen mit vollem Recht gänzliche Unfähigkeit vorwersen, in Gegensatz zu Hitler geriet und dann von diesem„aus partei-intcrnen Gründen", wie es in dem Rundschreiben der Korporationen wörtlich heißt, aus der Leitung der Deutschen Studentenschaft abberufen wurde. Die- selbe Deutsche Studentenschaft, deren Dorsitzendervon Herrn Hitler bestellt und abberufen wird, deren Hauptaus- schuß sich aus neun Nationalsozialisten und zwei Korporations- ftudenten zusammensetzt, gegen deren einsellig nationalsozialistische Führung selbst die reaktionären Korporationsstudenten rebellieren. bezeichnet das Reichswehrministerium als un- politisch. Der Skandal wird jedoch noch größer, wenn man weiß, daß in Sllddeutschland alle Studenten, auch die Repu- blikaner, mit zur Finanzierung der national- sozialistischen Deutschen Studentenschaft beitragen müssen. In Hessen, Bayern und Württemberg wird von jedem Studenten ein Zwangsbeitrag für die dort noch staatlich anerkannten Studentenoertretungen erhoben. Ein beträchtlicher Teil dieser Bei- träge wird an die von den Nationalsozialisten beherrscht« Zentrale in Berlin abgeführt. Diese Gelder, die auch von den Republikanern mitaufgebracht werden, sind der finanzielle Rückhalt der Deutschen Studeiitenschaft. Die republikanischen Studenten müssen es auf die Dauer ablehnen, die Hiller-Propaganda auf den Hochschulen zu finanzieren. Jnzwischei/ geht der Bruderkrieg der reaktionären Studenten lustig weiter. Jetzt verlangen die Korporationen ein! Umbildung der Deutschen Studentenschast, da sie ihnen zu demokrottsch-parlamen- tarijch ausgebaut sei. Die Nazis haben bereits angekündigt, daß sie sich aus keinen Fall die Lellung aus den Händen nehmen ließen. Um von ihren inneren Schwierigkeiten abzulenken, veranstaltet jetzt die sogenannte„Allgemeine Studentenschaft" an der Universität Berlin, die Mllgliedsgruppe der Deutschen Studentenschast,„Asta- wählen". Diese Wahlen sind eine reine Prwatoeranstal- t u n g, da es ja in Preußen seit 1327 staatlich onertannte Studenten- Vertretungen nicht mehr gibt. Unbegreiflicherweise leisten die Uni- versitätsbehördcn den Faschisten dadurch Vorschub, daß sie die Wahlpropaganda der„Allgemeinen Studentenschast" in der Unioersllät gestatten. Wir stellen fest, daß die Allgemeine Studenten- schaft heute nur noch Nazis, Stahlhelm er und rechte Korporationen umfaßt, die sich gegensellig aujs schärfste bekämpfen. Diese Organisation ist weder von den Universität� behörden noch von einer anderen amtlichen Stelle an-rkannt oder gar berechtigt, als Vertretung aller Studenten aufzutreten. Jeder Student, der sich an den Wahlen beteiligt, stärkt den Faschismus an den Hochschulen und hemmt die sich anbahnende Gesundung in ber Studentenschaft. Die Nationalsoziali st en haben schon in diesem Jahr« bei den Studentenwahlen in Bayern zum ersten Male seit mehreren Iahren Niederlagen erlitten. Die Sozialistische Studentenschaft Berlin wird alles tun, um durch Aufklärung der studentischen Oesfenllichkeit zu erreichen, daß die Nazis und ihr Anhang bei ihren Prioatwahlen unter sich bleiben. Zollpolitifcher Wahnwitz. Der Buiierzott soll von 50 auf �60 Mark erhöht werden. Wie ein Hohn auf die bisherige allgemein ablehnende Haltung der breitesten Oefsentlichkell in. der Frag« der Butterzölle erscheint folgende Mitteilung der Telegrophen-Union aus unterrichteten Kreisen:'.'- „In Berliner Blättern ist behauptet worden, daß die Vorlage über den Butterzoll eine Erhöhung des Zolls von ött auf 120 Mark je Doppelzentner zur Ausgleichung der Dumpingkonkurrenz ans unteroalutarischen Ländern vorsehe. Wie die Telegraphen-Union dazu von unterrichteter Seite erfährt, ist tatsächlich � in der Vorlage ein Satz von ISO Mark vorgesehen, wie er auch der Preis- und Valutaentwicklung im Ausland zur Herstellung eines Ausgleichs ent- sprechen würde. Die eingangs erwähnte Behauptung dürfte sich auf eine allere, Überholle Fassung der Vorlage beziehen." Also nicht 73, nicht 110, 120 und 130 Mark, wie man bisher hörte, sondern ein Bullerzoll von ISO Mark, dreimal so viel w i e j e tz t. ISO Mark zur Herstellung eines Ausgleichs, wie er der Preis- und Valutaentwicklung im Ausland entspricht. Im Reichsernährungsministerium scheint der Wahnwitz Regie zu führen. Man will offenbar einen Zoll, der die kheoretffch« Möglichkeit für einen deutschen Butterpreis von 130— 140 Mark je Zentner schaffen soll. Als ob das Z e n t rtrl 0 r g a n des Land- bundes schon voraussehen würde, daß solche Wünsche an der Volksverarmung scheitern müssen, weil die Kaufkraft fehll, erklärt es schon jetzt jede Zollerhöhung für unzureichend und fordert ein allgemeines Einfuhrverbot für Butter. Es ist Katastrophenpolitik gefährlichster und bedenkenlosester Art, die hier getrieben wird. Die geplante Reichswasserskraßenverivaltuag«kd von den Ländern Bayern und Sachsen abgelehnt. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Verantwortiilh Nlr Politik: Bict», Schiff: Dirttchaft: 9. RlinntlHfet: Scwirkschaftsbewegunq: 3. St«>»cr: ffeatllelon: Dr. Aob, S-ii«ow,ki: Lakales und Sonstiges: grist Rarstädt: fin, eigen! Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Bcrlag: Borwäris-Berta, E m ii. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerci und Berlagsaustall Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, LindenstraKe 3. Hierzu l Beilage». Haiti KiiiMWuiM verweilen Sie bei unseren heutigen Angeboten! Sie werden erkennen, daß Gadiei die Zeit begreiftl Die Preise dürfen SU kein Hindernis sein, sind daher*on uns bis Sur Grenze des überhaupt Möglichen gesenkt worden. Jeder ist bei diesen Preisen in der Lage, sich hochwertige Kleidung zu beschaffen. Wer einen Wintermantel braucht, besichtige die unübertroffene Auswahl an unserem Lager, DJfintarmliltltffel aus a"en erdenklichen Stoffen IvIBIIVJI ilsuEüiül mit und ohne Pelz, darunter herrliche Modell-Mäntel sind fUr Jeden Geschmack und jede Figur vorrätig. Die auBerordentllch verbilligten Preise ermöglichen es jeder Kaufkraft, einen warmen Winter- Mantel anzuschaffen. 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Knallrot mit einer schwarzen Paschel zur Seite. Sie haben einen Trog mit heißer Kohle, daneben einen Sack voller Erdnüsse und das weitere ist dann kein Kunststück: wenn die abgepellten Erdnüsse eine Weile in der Kohle gelegen haben, zerspringen sie vor Hitze und die Schneeflocken sind fertig. Der Moslem dabei hat nichts weiter zu tun, als mit einer Holzkelle von Zeit zu Zeit den ganzen Kram gründlich umzurühren. Die Berliner Blaßgesichter vor dem Schaufenster amüsieren sich über diese Art von Schneeflockenindustrie. Schließlich gehen sie in den Laden und kaufen. In einer anderen Gegend der Berliner Innenstadl hat sich neuerdings ein Italiener ins Schaufenster gestellt. Wm macht er da? Er fabriziert Spaghetti, Makkaroni, weniger zum Verkauf als für den Eigenbedarf seiner neapolitanischen Speise Wirtschaft. Und der Laden existiert wie alle anderen italienischen Wirtschaften in unserer großen Stadt; es ist, als seien diese Läden erhaben über jedwede Schwankungen. Abgesehen hiervon bleiben jedoch die Niugründungen nicht stehen mit Erdnüssen und Makkaroni, sondern hier macht einer eine Wurstfabrik auf, da eine Meiereiwirtschaft, dort ein Konfektionsgeschäft und so gehl es weiter: Ballhäuser, Hemden- fabriken, Fuhrgeschäfte, Siedlungsgesellschaften, Reklameartikel fabriken, Ceflügelfuttervertriebsanstalten entstehen und nehmen den Kampf auf In derselben Stunde, in der für jeden neugegründeten Betrieb zehn andere zusammenbrechen. Ueber den Läden müßte eigentlich gar nicht stehen: Neu eröffnet, sondern: Trotz alledem! Ein Phönix aus der Asche. Ts ist eine lobesame Einnchwng. dcch auf den Stempelstellen von Berlin � Tageszeitungen aushängen. Aus diesen Zeitungen ist »ach fünfstündigem Gebrauch mittags um 1 Uhr buchstäblich alles herausgelesen, so zerknittert sind die Seiten. Weil die Arbeits- losen wissen wollen, was los ist. Und wenn es schon für den tun- digen Thebaner eine schwierige Angelegenheit ist, durchaus nicht etwa die Entwicklung zu prophezeien, sondern nur einige vage Linien zu deuten, um wieviel mühevoller ist das für den Arbeitslosen. Wahl- los stürmen die Tatsachen auf uns ein: Sllberstreisen werden durch Gewitterwolken verdunkelt oder es zeigt sich dennoch wieder das lichte Morgenrot besserer Tage am Horizont der Wirtschast. Zum Beispiel hat dos Weihnachtsgeschäft immerhin bemerkenswerte Um- sätzc gebracht, der Schuhhandel war sogar ziifriede», die Sparkasse von Berlin hat im Dezember zum erstenmal seil langen Monaten wieder mehr Einzahlungen als Auszahlungen gehabt, das bedeutet, daß endlich dos Vertrauen wieder zurückgekehrt ist, und wenn wir die Zahl der Z u f a in in cn b r ü ch e in Deutschland nehmen, dann war in dieser Beziehung im Oktober der höchste Stand erreicht, die Dczemberzahlen lagen um rund 1b Pro.;, unter de» Oktoberzissern. Das ist alles durchaus beincrlcnswcrt, so bemerkenswert, daß der Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn imincr noch im A b- sinken begriffen ist und daß es mit der deutschen Eisen- und Etahlerzeiiglsng eher rückwärts denn vorwärts geht. So steht Tatsache gegen Tatsache, Argument gegen Argument, und wenn die geplagten Arbeitslosen die auf den Anzeigenseitcn ver. ösfentlichlen Auszüge aus dem Berliner Handelsregister durchblättern, danir wird das Bid noch verzerrter: fpoltealang Zusammenbrüche, Vergleichsversahren. Konkurse, mangels Alasse abgelehnte Konkurse, Zwangsversteigerungen und vereinzelt dazu die »iildest« srorm der kommerziellen Inquisition, die Geschoftsaufsicht. Daneben steigen gleich dem Phönix aus der Asche die neuen Betriebe empor: 20 000, 100 000, ja in einem Falle werden selbst zwei Millionen Mark als Stammkapital angeseßt. Direktoren sind da, Angestellte, Arbeiter, ein ganzer Apparat wird neu aufgezogen und über der Industriewüste von Berlin beginnen wjeder die ersten Rauchschwaden auszusteigen. Kleider von der«�Stange'. „Hören Sie," sogt der Mann, der ein Konfektionsgeschäft auf- genwcht hat,„sehen Sie die Entwicklung nicht? Sogen Sie mir eine Frau, die noch das alte Umschlogetuch trägt. Keine, oder wenn schon, ein paar alte Großmütter. Mäntel tragen heute die Frauen. Also steige ich ein." Wir wünschen Hals- und Beinbruch. Aber der Mann hat recht. Der Maßschneiderei ist es lroh aller Anstrengungen nicht mehr gelungen, den Vorsprung der Konsektion einzu- holen. Bor dein Kriege war die Konkurrenz der Konfektion nicht so erheblich, aber heute, bei den Ansprüchen der Jüngeren an das modische Aussehen ihrer Kleidung, brauchte die Konfektion nur im Strome mitzuschwimmen. Es kam die aus lose Formen«ingestellte Mode, und wenn früher pro Genre auf der„Stange" ganze drei Größen und Modelle vorrätig waren, dann sind es heute deren zwanzig. Früher trugen die Frauen Rock und Bluse, heute haben sie ganze Kleider an. � Auch die Ansprüche der Landbevölkerung sind gestiegen, wie die Schlager der Großstadt heute durch den Rund- funk im Nu Eingang in�entlegenste Schlvarzwald- und Ostpreußen- darf finden, so nicht minder kunstseidene Strümpfe und modisches Schuhwerk. Bon alle» Seiten stürmt es auf die handwerklichen Schneider- meifter ein: da sind die ch n i t t m u st e rl ä d e n, die Schnell- bügelan st alten, die für 2,50 M„ einen Anzug bügeln, wofür der Schneider das Doppelte nimmt und schließlich der Haushalts- Unterricht an den Berussschnlen, dort lernen die Stan.zerinncn genau so wie die Verkäuferinnen ein Unterkleid schneidern. Blas jedoch di« Schneider nur als einen weiteren Nagel zu ihrem Sarge an- sehen. Schließlich darf bei der Konfektion nicht unbeachtet bleiben, daß sür ihre Kunden das Anprobieren wegfällt, wobei aber auf der anderen Seite auch Abänderungswünsche der Kundschaft nicht im-/ berücksichtigt bleiben. Und wenn wir den Kelch des Schneidermeisters bis zur Neige leeren wollen, dann sei daraus hingewiesen, daß die hauptslnhe der Konfektion im Elend der Heimarbeit liegt, jenein System, do-r bei einer verhältnismäßig geringen Kapitalinvestition die rascheste Ausmißung von Konjunkturen gestattet. Also warum soll bei einigem Geschick nicht ein neuer Konscktionzladen wachsen. blühen und gedeihen? Schlackwürste und Krike. Der andere Mann, der sich in Berlin mit einer Flcischwaren- sabrik etablierte, hat, indem er seinen Laden in die Großstadt setzte, die Sache von vornherein gleich ins richtige Gleis gebracht. Denn bei der fabrikmäßigen Herstellung von Räucherwaren und Dauer- wurst, von Rohschinken und Pökelwarcn, von Zervelatwurst und Salami, von Kochwurstwaren und Brühwürsten, von Fleischton- serven und Mayonnaisen fällt viel ab, Frischfleisch wie Innereien. � Nun erbtickten früher Fleischwarensabriken den Stein der Weisen darin, ihren Betrieb in die Biehzüchtungsgebiete zu verlegen. Das hat eine gewisse Berechtigung, aber die abfallenden Teile sind im ganzen weiten Unikreis an die Landbevölkerung nicht abzusetzen. es kauft keiner Lunge und Leber, Herz und Milz. Deshalb ist letzten Endes die Großstadt ein besserer Standort für eine Fleisch- worenfabrik als'Aichach in Oberbayern, Elmshorn oder Oichersleben. Wie es werden wird?„Einfach wird es nicht fein, denn von bOO 000 Arbeitslosen in Berlin fallen mindestens drei Viertel als Sänser sür Fleisch und Wurst aus." jagt man uns. Und schließlich liegen bei den Fleischern die Dinge nicht wie bei den Schneidern. Das Flerschergewerbe hat recht gut seinen handwerklichen Charak- ter behauptet, denn Fleisch ist leicht verderblich, es muß dem Ver- brauch schnell zugeführt werden und diese örtliche Beschränkung des Absatzes sicherte dem Fleischergewerbe seinen überwiegend Hand- werküchen Eharatter. Man kann es doch nicht erlauben, nach airväterlichen Erfahrunasfätzen zu kalkulieren, nno als vor dem be- kannten Enqueteausfchnh des Reichswirtschaftsrats ein Fleischer- meister gefragt wurde, wie er denn nun kalkuliere, antwortete«r, es nwr noch 1929;„Was soll ich kalkulieren, ich rechne 1,80 M. für ciizX Pfund Karbonade heraus und nebenan auf dem Markt nehmen die Marktjchlächter nur 1,60 M. für das Pfund. Was nützt denn da die ganze Kalkulation?" Demgegenüber müssen die für Warenhäuser, Feinkostläden, Gaststätten, Kantinen, Kronkenhöuier, Heeresverbärche usw. liefern- den.Fleo.chwä.reniabrikeii iiatürlich auf den Bruchteil eines Pfennigs kalkulieren. Die Konkurrenz ist groß. Und sie wird ausgesochten mit den modernsten amerikanischen Enthaarungsknaschincn, den raffiniertesten Kühl- und Eesricreinrichtungen, Schinkenwickel- maschincn, Wurstwasch-, Wurstbindc- und Würstchenabteilmaschinen, die automatisch ein gewünschtes Gewicht einfüllen, ganz gleich, wie weit der Darm ist. Mancher hat im Fleischergewerbe mit ausge- fransten Hofen angefangen und ist heute mehrfacher Hausbesitzer, andere hatten einen großen Geldbeutel mitgebracht und sind heute arme Schlucker. Oer schwarze 4. April. Dann kommen die anderen, die noch schnell ein Fuhrge- schäst eröffnen. Denn wo es in dieser oder jener Branche schlecht geht, liebäugelt schon lange mancher Kaufmann-mit einem Fuhr- geschöft. Ihnen steckt noch der Run vom letzten Oktober in der Nase, an dessen erstem Tage es bekanntlich nicht entfernt genug Fuhrwerk« gab, um die Umzüge zu bewältigen. Schon damals mußte der Polizetpräsideul die Umzugsfrist um eine ganze Woche ver- längern, und es wird am kommenden 1. April ein großes Wehklagen anheben, wenn alle diejenigen, die gekündigt haben, umziehen wollen und es sind keine Möbelwagen dazu da. Es werden im April einträgliche Tage fürs Fuhrgewerbe kommen. So entsteht ein Unternehmen nach dem anderen, heimlich, still und leise und wenn einer nur eine neue Idee für die Ausgestaltung eines Tanzfaalcs hat oder es macht sich jemand die Siedtungskon- junktur zunutze und gründet ein Baugeschäft, dessen Zweck er im Handelsregister kurz und bündig wie folgt beschreibt: Errichtung von Siedlungshäusern. Soll der Mann doch machen, dann erhalten die am schwersten unter der Krise leidenden Bauarbeiter wenigstens etwas Arbeit. Denn vorläufig ist es ja mit den ganzen amtlichen Siedlungsprojekten wieder einmal aus, weil be! den letzt- hin begutachieten Musterhäusern— die Dächer zu niedrig waren. Und die Fragebogen sind beispielsweise aus dem Me- tallarbdternachwcis ohnedies nur a n E r w e r b s l o s abgegeben worden, die sechs Kindeh hatten/ Man hat etivas zuviel Lärm um die ganze Siedelei gemacht. Aber nichts- destowcniger ist die Geflügelsutter-Großvertriebsgesellschaft schon da. kurz vor Weihnachten hat st« sich ins Handelsregister eintrage', lassen. Wenn die Siedler nichts bekommen, sollen wenigstens die Hühner leben. Das Dunkel um Dr. Salaban Neues Verhör, aber noch keine Klärung Die Untersuchung der Falschmünzereien des Dr. Salaban stellt die Kriminalpolizei vor sehr schwierige Slusgaben. Fest steht, daß Dr. Salaban sich alle Mühe gibk, wichtige Einzelheilen aus feinem Vorleben zu verheimlichen. Vom Vernehmungsrichler im Polizeipräsidium ist im Laufe des Sonnabends dos Ehepaar Salaban eingehend verhört worden. Der Richter erließ dann gegen beide Hastbefehl wegen Münzverbrechens. Roch am Sonnabend wurde das paar in das A n t e r s u ch u n g s- g e f ä n g n i s Moabit gebracht. Oer Gemüsehändler erzählt. Aul den Wochenmärkten im Osten und im Westen der Stadt steht seit Jahr und Tag der Gemüsehändler Bohrer, zu dessen ,Lunden" auch der verhaftete Dr. Salaban gehörte. Bereits vor zwei Iahren fiel es dem Händler auf, daß ein Morktbesucher, der anscheinend wohlhabenden Kreisen angehörte, Kleinigkeiten, die er kaufte, stets mit einem Z w e i m a r k st ü ck bezahlte. Der Händler prüfte die Geldstücke, sie kamen ihm zwar nicht ganz geheuer vor, aber seine Bedenken wurden von dem Kassierer einer nahegelegenen Bank zerstreut. Als der Kunde schließlich wieder Her zur Eisernen Front! Tic nächste Ncichsbannerkundgebung findet am Dienstag, dem 10. Jannar, 20 Uhr, in ttlicms Festsälen statt. ES sprechen der Berliner Gauvo r sitzen de des Reichsbanners, ReichötagSerbgeord- neter Stelling, der sozialdemokratiseize Reichstags- abgeordnete Franz Künstler, der staatsparteiliche Llbgeordnete Major a. T. Hauff und Redakteur Jim- m e r m a n n(Zentrum) über das Theina„Her zur Eisernen Front!" Unkoftenbeitrag 2V Pf. Erwerbslosen steht der Eintritt gegen Ausweis einer republikanischen Lrganisatio« frei. einmal erschien, nachdem er viele Monate hindurch ausgeblieben war, erkannte der Genmsemann ihn josort wieder. Tatsächlich hatle er nach geschehenem Verkauf wieder eines der zweisel- haften Zweimarkstücke in der Hand. Jetzt setzte er dem Unbekannten sofort nach, doch der muhte wohl Verdacht geschöpft haben. Jedenfalls war er wie vom Erdboden verschwunden und der Gemüsehändler konnte sich nicht mit ihm auseinandersetzen. Erkundigungen, die der Händler aus eigene Faust bei seinen Markt- kollegcn in geschickter Weise anstellte, schienen seine Vermutung zu bestätigen, daß er es mit einem berufsmäßigen Falschmünzer zu tun habe. Bei einer ganzen Anzahl von anderen Händlern Haste nämlich der Kunde die eingekauften Waren ebenfalls mit Zweimark- stücken bezahlt. Nunmehr hielt Gemüsehändler Bohrer die Zeit fpr gekommen, die Polizei zu benachrichtigen. Die Falsch- geldzentrale im Polizeipräsidium ließ durch das zuständige Polizei- revier den Händler vernehmen, der aber begreiflicherweise die Frage noch dem Namen und der Adresse des Kunden nicht angeben tonnst. Er hielt es aber für sicher, daß der-aste Knndee mit den Zweimart- stücken wicderkoininen würde. Unzweifelhaft ist die Ergreifung Dr. Salabans auf die Aufmerksamkeit' des Markthändlers zurückzn- führen, der zuerst und lange Zeit ollein die Zweimarkstücke als gefälscht erkannt hatte. Unter der Begründung, daß er„wegen Geisteskrankheit in Be- Handlung" sei, ist der zweiselhaste Nechtsgelehrte auch schon einmal im Jahre 1924 aus dem Hamburger Gerichtsgefängnis, dem er zugeführt worden war, wieder freigelassen worden. Damals hatte Salaban unter dem Decknamen Oskar Meißner in dir Langen Reihe in Hamburg ein„S ch i f i a h r t s k o n t o r für Passage- und F r a ch t en v e r k e hr ßnach allen Plätzen der West" eröffnet und bei den Direktionen zahlreicher höherer Schulen die Durchführung von Jugendfahrst» ins Ausland propagiert. Salaban nahm größere Vorauszahlungen entgegen, ohne aber an eine Gegenleistung zu denken Die Falschmünzerei war übrigens kein schlechtes Ge- schüft. Selbst wenn man unterstellt, daß die Familie Salaban beim Verstieb ihres Faschgeldes auf Berliner Wochenmärkten weit mehr Suppengrün, Apfelsinen, Petersilie und Zwiebeln taufte, als sie beim besten Willen verbrauchen konnte, so beläuft sich doch der mit dem falschen Geld erzielte Gewinn auf etwa 1,50 M. pro Stück. Die benutzte Metallegierung ähnelt zwar im Ans- sehen sehr der Legierung der echten Geldstücke, ist aber wesentlich minderwertiger.;■' j Ich möchte mir einen Mantel verdienen!" Wenn einer gar nichts hat und wenig findet Immer bescheidener werben die Ansprüche der Arbeitsuchenden, denn immer enger zieht sich die Wendsschlinge um Ihren chols. Da inseriert ein stellungsloser Kaufmann, dah er jede, auch die gröbste und schmutzigste Hausarbeit verrichten möchte, um sich einen getragenen Wintermantel zu verdienen. Das klingt schon sehr bitter und wenn man den Mann sieht und erzählen hört, dann kriegt man noch Traurigeres zu ersahrcn: Im hellgelben, zerschlissenen Sonrmerüberzieher— auch diesen hat er sich mühsam erarbeitet— sitzt er in seiner Schlafstelle, einem Männerheim am Alexanderplatz, und studiert den Stellenmarkt. „Ich kann mich ja bloß in dem Aufzug nirgends vorstellen", meint er verlegen,„mich der Beamte, der das.Inserat kostenlos in die Zeitung aufnahm, sah mich so merkwürdig an, als ich ihn um irgendwelche Beschästigungsmöglichkeit sragte." Cr kommt eben vom anderen Ende der Stadt, wo er sich 1,S0 Mark mit Toppichklopfen verdient hat.„Na. heute kann ich wenigstens mein Bett und eine Kleinigkeit für Essen bezahlen." Aber er ist nicht regelmäßiger Schlafgast im Heim, denn wenn er den Tag über nichts verdient, was sehr oft der Fall ist, dann verbringt er die Nacht in Warte- sälen, oder wo sich sonst eine Gelegenheit bietet. Solch armseliges Leben führt dieser Mann nun schon eine geraume Zeit: weil er kein richtiges Zimmer hat, gibt es keine Wohlfahrtsunterstützung und aus seiner Heimat, wo er all dies ja zu beanspruchen hätte, haben ihn traurige Familienverhältnisse vertrieben. Er war dort selbständiger Geschäftsmann, dann ging das Geschäft immer mehr und mehr zu rück, er geriet in Schulden, mußte es aufgeben und es fand sich trotz eifrigsten Suchens keine andere Verdienstmöglichkcit. So landete er, wie so viele Leidensgenossen, im Sammelbecken Berlin, in der festen Hoffnung und Zuversicht, hier irgendeine, wie immer geartete Arbeit zu kriegen und dann seine Frau nachkommen zu lassen.„Während ich hier grübelte und hungert«, mir die Hacken ablies und den Schädel zermarterte, hat sich mein« Frau, an der ich so sehr hing, mit einem anderen, dem es besser ging wie mir, getröstet und mir den Laufpaß gegeben. Nun mag und kann ich nicht in die Stadt zurück, wo alles für mich nur Unglück bedeutet." Hier, wo die Sorge um das tägliche Brot alles Denken und Fühlen in den Hintergrund drängt, wo er so arm ist, wie man überhaupt ärmer nicht mehr sein kann, stützt er sich mit der letzten Kraft der VerMcislung auf das eine Ziel: nicht untergeheo! Man möchte ihm helfen, weil er noch nicht diese stumpfe. Resignation, dieses völlig passive Dahindösen hat. weil er noch kanipfleistig und agil ist, arbeiten und die Hände rühren möchte. Er schleppt Kohlen und trägt Gepäckstücke, alles packt er an, wo es was gibt und fühlt sich so gar nicht als Märtyrer dabei: aber er mächte so gerne«in wenig Ordnung in sein Dasein bringe«,«r möchte sich hinaufrappeln, nur soweit, um irgendeinen kleinen Handel beginnen zu können, womit er sein Zimmer bezahlen, seiney Hunger stillen und seinen äußeren Menschen auf gleich bringen kaan. Er ist einer von den Soliden, kein Rumtreibar und aus der Dahn Geworfener, kein Phantast und kein Abenteurer: man müßte ihm helfen, feine festen Grundsätze zu erhalten, die lhm noch soviel Kraft verleihen, all« Bitternis und innerliche Berelandung hintan- zuhalten. Wenn man mir einem alten Wintermantel«»nen Menschen vor dem Allerärgsten bewahren kann, ihm damit das Rückgrat stärkt und Zuversicht zum erfolgreichen Lebenskampf vermittelt, man mühte es tun... Ich warte auf Rechtsauskunff. Am Wedding, unter dem Stadtbahnl'ogen, in: einem läng- lichen, schmalen Gang sitzen und stehen, dicht aneinander gedrängt, 4l1 bis 50 Personen. Das sind„die Unbemittelten". Es ficht so aus, als ob es ihr Rathaus wäre, hier unter dem Stadtbahnbogen. Es ist erst WA Uhr nachmittags und die Sprechstunde ist von 15 bis 18 Uhr. Man wartet. Es werden keine Nuimnern ausge- geben, darum merkt man sich, der Ordnung wegen, seinen Vorder- mann so gut man kann. Rauch, Ausdünstungen, Gchuste, Ge- schimpfe, Gcstöhne schwirren in der Flohkiste. Man unterhält sich. Jeder kalkuliert für sich: jetzt kommt er... dann flammen sie... dann komme ich.„Ick bin uff der eigenen Scholle wie Hilgenberg... det seit vier Stunden."— Tssst... Herr Nachbar, da wollen wir die Gemeinnützigen nicht beleidigen. Richtig, da wird schon die Tür aufgemacht, das Fräulein kommt raus und... verteilt Nummcru— nach 3% Stunden Wartezeit. Jetzt fängt's richtig an: ich bin der erste... nein, ich... Es geht um die Nummern! Ein« alte Frau fällt zu Boden, ein gebrechlicher, alter Mann pendelt hin und her... Es gibt keine Nummern mehr! Man geht eben noch Hause.„Die Unbemittelten" haben ja Zeit. rar -„Do K" in Berlin. Oael neueste Dornier-Verkehrsflugzevg. Die letzte Neukonstruktion der Dornier-Werke, das vier- motorige B rkehrsflugzeug„Do K", das die Zu- lassmigsnumnier D 2183 trägt, ist gestern nachmittag kurz nach 4 Uhr auf seinem ersten großen Ueberlandflug in Berlin auf dem Flughasen Tcmpelhof eingetrossen. Die Maschine, die das erste mehrmotorige Verkehrsflugzeug der Dornier- Werke darstellt, war unter Führung des Flugkapitäns Rother von der Lufthansa am Freitag tn Friedrichshafen ausge- st i c g e n und hat am gestrigen Sonnabend die 500 Kilometer lange Strecke Stuttgart— Berlin in nur 2A Stunden zurückgelegt, hat also eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 200 Kilometer in der Stunde entwickelt, was jedoch noch nicht die Höchstleistung darstellt. Im Flughasen Tempelhof erregte der neue Flugzeugtyp allgemeines Aussehen. Es handelt sich um einen Metallhoch- decke r, dessen vier Waller-Motore zu je 200?Z in zwei Tandems unter den Tragflächen angebracht sind. Der Führersitz ist in einem weit vorspringenden Vorbau untergebracht, der freie Aussicht nach allen Sellen gewährt. Die mit allem Komfort ausgestattete Kabine hat Sitzplätze für zehn Fluggäste.„Da K" wird einige Tage in Berlin bleiben, um hZer den interessierten Kreisen vorgeführt zu werden Die ieuren Ausweise für Giedlerkarien. Gebühr avs 50 Pf. herabgeseht/ Erfolg der Gewerkschaften. Der Vorstand des ADGB. sAllgemeincr Deutscher Gewerkschafts- bmid) hatte sich in einer Eingabe an die Deutsche Reichsbahn A.-G. gewandt, um die Aufhebung der sehr hohen Gebühr von 1 M. für die Ausstellung der Ausweise zur Erlangung der ermäßigten Siedlerfahrkarten für Arbeltslose und Kurzarbeiter zu er- reichen. Der„Vorwärts" hatte das Bestreben des ADGB. nach« drücklichst unterstützt. Als Antwort ist das folgende Schreiben eingegangen: Mit Rücksicht auf die zu erwartenden Unzuträglichkeiten und Berufungen müssen wir zu unserem Bedauern davon absehen, die Gebühr für Ausfertigung der Bescheinigungen verschieden zu bemessen und sie den Arbeitslosen und Kurzarbeitern ganz zu erlassen. W i r h a b e n jedoch die Gebühr bereits mit Wirkung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Oktober 1932 für alle Kleingärtner von l M. aus 50 Pf. herabgesetzt. Vorficht beim Abschluß von Mietverträgen. Fast allen N e u b a u m i e t e r n, die auf Grund der Not- Verordnung ihre Wohnung mit der Absicht gekündigt haben, das Mietverhältnis auch nach dem 1. April unter zeitgemäßen Be- dingungen fortzusetzen, wurden, wie der Neubaumieterbund Groß- Berlin mitteilt, von den Vermietern neue Verträge vorgelegt, die jedoch teilweise sehr Ungünstig abgefaßt seien. Der Neubaumieter- bund warnt vor allem vor Klauseln, die das Erlöschen jedes Anspruchs auf Rückgewährung des Mieterdarlehns vorsehen. Auf das schärfst- zurückzuweisen sei die Absicht einzelner Neuhausbesitzer, diejenigen Mieter, die bisher die Interessen ihrer Mitmieter vertreten haben, dadurch zu maßregeln, daß man mtt ihnen keine neuen Berträga abschließe. Hier wäre es gegebenenfalls Skuigabe der zuständigen Stellen, die entsprechenden Schritte zum Schutze dieser Mieter zu unternehmen. Zwei tödliche Verkehrsunfälle. In den gestrigen Nachniittagsstunden ereigneten sich wieder zwei schwere Verkehrsunfäll« mit tödlichem Ausgang. In unmittelbarer Näh« der Gotzkowski brück« sprang die 22 Jahre alte Studentin G i s e l a S ch m i d t aus der Meraner Straße 2 von einem in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der Linie 44. Das junge Mädchen kam zu Fall und geriet so unglücklich unter die Räder des Anhängers, daß sie auf der Stell.« gelötet wurde.— An der Ecke Kopernikus- und Simon-Dach-Stroße wurde gegen 17.30 Uhr der 72 Jahre alte Eduard Laasch aus der Brombergcc Straße beim Ueberschreiten des Fahrdanims von einer Straßenbahn erfaßt und zu Boden geschleudert. Mit einem doppelten Schädelbruch wurde der Greis in das Krankenhaus am Friedrichshoin gebracht, wo er bald nach der Einlieferung starb. Todesspiel mit Granatzündern. Zwei Kinder getötet, zwei verletzt. Blank eo burg/Saale skreis Ziegenrück). 15. Januar. Vier Kinder, drei Snoben und ein Mädchen im Alter von fünf bis sechs Tahreu, spielten mit dem Zünder einer 7,5-Zentt- meter Granal«. plötzlich erfolgte eine schwere Explosion. Ein fünfjähriger Snabe war sofort tot. ein zweiter. gleichaltriger, starb nach kurzer Zeit: ein sünsjährige» Mädchen wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, während ein sechsjähriger Knabe leichter verletzt wurde. Oer Flug zum Mount Everest. Elli Beinhorns Bericht. EM Beinhorn ist von ihrem Himalayaflug wieder nach Kalkutta zurückgekehrt. Wie die Fliegerin berichtet, erreichte sie in den Hochgebirgen eine Höhe von 4500 Meter, wobei sie noch einen Passagier an Bord hatte. Bei einem anderen Flug ohne Passagler kam sie auf über 5000 Meter und koimte dicht bis an das Mount-Evere st- Massiv herangelangen. Bei diesen Flügen über den mit ewigem Eis bedeckten Bergen hatte die Fliegerin nicht nur unter scharfer Kälte, sondern auch unter Böen von ungeahnter Heftigkeit zu leiden, die die kleine Maschine Hunderte von Metern in die Höhe riß. EM Beinhorn erklärte, daß es ihr wohl gelungen wäre, nach größere Höhen zu erreichen, wenn sie weniger Gepäck an Bord gehabt hätte, da sie für den Fall einer Nottandung sich entsprechend ausgerüstet hatte. Außerdem hätte sie dazu ein Spezial-Höhenatmungsgerät benötigt. Auf jeden Fall sei«ine Ueberfliegung des Mount Evereft durchaus möglich, wozu allerdings eine intensive Borbcrei- tung In technischer»nd fliegerischer Hinsicht notwendig wäre, weil die Böen in diesem Gebirge mit geradezu unberechenbarer Heftigkeit ausbrächen. Bei allen diesen Flügen, insbesondere auch über Nepal, hat die Fliegerin zahlreiche photographische Aufnahmen gemackst. Hoffnungslose Reiiungsarbeiien. Gefahrvolles Bemühen auf der Karsten-Zentrumsgrube. Beulhen. 16. Januar. Die Rettungsarbeiten auf Grube Äarstcn-Zentrum gestatteten sich in der Rettungsstrecke am letzten Abbau so schwierig und durch das ständig herniederrleselnde mürbe Gestein für die Rettung?- Mannschaft so gefahrvoll, daß die Bergbehörde im Ei»- vernehmen mit den Retttingsmannschaften der Grubenverwaltung und der Betriebsvertretung heute beschlossen hat, in dieser Abbau- strecke die Arbelten vorläufig ruhen zu lassen. In 16 Stollen war man heute nur einen halben Meier vorangekonimeu. Von der Stelle der zerbrochenen Vornchtungsstrecke aus, wo man am vorigen Sonntag die sieben Ueberlebenden gefunden hat, werde» nun die Auswältigungsarbeiten mit äußerster Kraft fortgesetzt und man hofft, bis morgen, Sonntagabend, also 13 Tag« nach dem Unglück, die dort vermuteten drei Bergleute zu bergen. Unab- hängig von dieser Arbeit geht in einer anderen Rettungsstrecke die Suche nach den vier übrigen noch vermißten Bergleuten weiter. Noch einem Tagebuchroman von Karl Hans Schober erzählt von Erich Knauf Sn der Nacht bekommt Lieblich die Nachricht von zu Hause, daß sein Vater an der franzosischen Front gefallen ist. Er flüchtet mit seiner Depesche hinaus zum Krähennest, um allein zu sein. Ich ertappe den Koch, wie er mit einem Heizer unter der Hängematte schmust. Er hat viele Bräute, jeden Tag eine andere, und er versorgt sie mit genügend Menage. Täglich räumt er einen Topf mit fünf Liter Inhalt beiseite und steckt es den Hetzern zu, auf die er gerade scharf ist. Die Heizer sind nicht so veranlagt wie er, aber sie nehmen den Fraß und schweigen. Auch mir gab der Koch zu essen und machte mir hinter- her Liebesanträge. Dabei brach ihm der Angstschweiß aus allen Poren. Wie er zärtliche Augen machte, schleuderte ich ihn zur Seite und drohte ihm mit Rapport. Er fiel in die Knie und bat um Bcrzeihung. Es war ekelhaft. Jetzt donnern in der Ferne die Gesckjütze. Im Panzer- türm sitzt der diensthabende Offizier und schlürft gemütlich seinen Tee. Gelangweilt zündet er sich eine Zigarette an. Die massiven Eisenkonstruktionen des See-Arsenals stehen als schwarzes Gerivpe vor dem Nachthimmel. Ein feiner Regen fetzt ein. Alles atmet auf. Und morgen verlassen wir das Dock. K l a r z u m G e f e ch t! Uedec der blauen Adria glüht die Sonne. Das Schlacht- jchisfgeschwader rüstet zur Ausfahrt. Die Panzerriesen im Hafen schicken aus ihre» Schloten schwarze Rauchwolken empor. Torpedoboote warten auf den Befehl zum Aus- laufen. Der Signalmatrose aus dem Flaggschiff winkt mit den Signalflaggen Befehle an die Nachbarschiffe. Das Schwesterschiff gibt die Befehle weiter. Radiodepeschen wer- den aufgenommen und beantwortet. Die Geschütztürme drehen sich nach Backbord und Steuerbord und dann wieder zurück in ihre normale Lage. Die Ankerkette wird einer Revision unterzogen. Flaggen werden probeweise gehißt und wieder gestrichen. Was ist los? Auf Achter spazieren die Seekadetten. Sie spüren, wie ihnen die Lorbeerblätter aus der Stirn wachsen. Die Hasenadmiralität bat den Befehl zum Aus- laufen erhalten. Der Feind hat die Ausfahrtsstraße unseres Meeres besetzt, dieses enge Loch, in dem unsere Flotte fest- sitzt. Diese Straße soll unter Feuer'genommen werden. Wir sind zum Durchbruch angesetzt, die erste Schiffsdivision, mit dem Flaggschiff an der Spitze. An den Geschützen wird fieberhaft gearbeitet. Deck- stranzer machen die Rettungsboote seefest. Die Heizer arbeiten unermüdlich, um schnell Dampf zu bekommen. Bei den Hauptmaschinen steht jeder Mann an seinem Ventil. Die weit über tausend Mann starte Besatzung bereitet den Riesen zu dem Kampf vor. Neben dem Flaggschiff steht das Schwesterschiff. Auch dort herrscht Unrast. Alles Ueberflüssige inuß von Bord ver- schwinden. Boote legen an und stoßen wieder ab. Die Hauptmaschincn werden vorgewärmt. Die Mano- rneter zeigen längst über sechzehn Atmosphären an. Im Mitteldeck werden alle Mann noch einmal quartierweise über ihre Gefechtsstationen informiert. Schwimmwesten werden verteilt und sofort unaufgcblasen um den Leib geschnallt. . Jeder schreibt noch einmal an seine Lieben in der Heimat. Was soll man schreiben? Die Wahrheit darf man nicht schreiban- Jede Andeutung wird vom Zensor gestrichen, und hinterher wird man eingesperrt. Das Volk im Hinterlande darf nicht wissen, was im Kriegsgebiet vor sich geht. Uhren. Ringe und die anderen Wertgegenstände über- gibt man einem Freund im Hafen. Das Schwesterschiff gibt mit den Scheinwerfern Morse- zeichen, das Flaggenschiff antwortet. Offiziere und Or- donnanzen erscheinen mit Dienststücken, Akten und Post. Der Admiral steht auf Achter und spricht lebhaft mit einigen Offizieren und Journalisten. Der Herren Offiziere schiffen ihr Prioatgepäck aus. Von der Signalbrücke gibt der Signalmatrofe neu« Be- I fehle. Trompetensignale auf Achter, Pfeifen im Unterdeck. � Alle Boote werden eingesetzt. Das Telephonkabel wird ein- gerollt, das Fallreep gehißt. Die Lichtturbinen. olle Ben- tilatoren und Anlagen sind im vollen Gange. Die Bojenkcttc wird ausgeschüttelt und durch eine Leine ersetzt. Die Besatzung begibt sich an ihre Plätze. Ein Torpedo- boot nähert sich dem Flaggschiff. Und jetzt kommt von Achterdeck das Signal:„Los von der Boje!" Das Flaggschiff und ein zweites Schiff fahren langsam vor. Auf Backbord und Steuerbord stehen die Matrosen. Ehrenbezeugung an alle vorüberfahrenden Schiffe. Salute, Signale und wieder Salute. Wir fahren durch die Hafen- sperre. Endlich sind wir auf offener See. Wie brechendes Glas zerspringen die Wellen am Bug und rauschen an den stählernen Flanken des Schiffes entlang. Im Ausguck auf dem Vordermast sitzt der Matrose und überspät die See nach allen Richtungen hin. So zieht die Flotte wie eine schwimmende Festung dem Feind entgegen. Das Meere ist ein blaugrauer Acker, den unsere Flotte pflügt. Im Kielwasser folgt uns das Deckung?- schiff auf vierhundert Meter. Der Admiral steht auf der Kommandobrücke und erteilt seine Befehle. Der geisternde Ann unsres Scheinwersers greift gespenstisch über dos Deck nach rückwärts. Befehle an das Dcckungsfchiff. Die Kreuzer und Torpedoboote stampfen schwer durch die See. Bor uns fährt ein Torpedoboot- Zerstörer. Je drei Torpedoboote sichern die Flanken. Eine Stunde später erreichen wir die Schutznetzbarrikode in der Nähe der Inselgruppe, wo die U-Boot-Schule statio- niert ist. und gehen an die Boje. Auf Achter ertönt das Signal des Hornisten:„Posten- quantum antreten!" Ablösung! Auf Backbord steht der wach- habende Offizier und lauscht auf das Rauschen der See. Für Sekunden gespenstern weiße Lichtstreifen über Steuerbord, Striche, Punkte, Morsezeichen. Erregt sprechen die Offiziere untereinander. Befehle werden gegeben. Neuerdings Morse- zeichen. Chiffrcdepeschen! Auf der Kommandobrücke spricht der Kommandant mit Ingenieuren. Ein Radiotelegromm meldet dem Flottenkoimnandanten, daß ein feindliches II-Boot gesichtet wurde. Die Minensucher haben die Verfolgung auf- zunehmen. ________________-(Jortjetzung folgt.) Die gute 25 auf Abwegen. F»Igk«d»r Arief. der der s t r a k e n d Ü d n I i n i« 2 5 gewidmet ist. wurde Ml» von einem„Korwärlo�.Leser üoerjandt. Langjährige ftreundschait als Abonnent hatte uns einst mttem- ander verbunden, und wenn ich Dir erst jetzt, ein Vierteljahr später, untreu geworden bin, nachdem Du auf Abwege geraten warst, so nur deshalb, weil ich glaubte, das Geschehene könnte wenigstens zum Teil wieder gut gemacht werden, nachdem ich oft Zeuge sein mutzte, wie mau sich über diese Leistung Deiner Verkehrsdezernenten Luft gemacht battc. Bevor am l. Oktober ISZ! Deine flahrstrcets von Karl- und Luifenstrotze über Weidendammer Brücke, Dorotheen- stratze verlegt wurde, kannte man, wenn Du einem entwischt warst, und man nicht eine Viertelstunde warten wollte, bis Du wieder er- schienst, auch die Schleife Luisen-/Invalidenstraße befahren. Mit der Verlegung Deiner Fahrstrecke kam auch zum größten Leidwesen oller Abonnenten diese Vergünstigung in Fortfall und Du sagst nun kaltschnäuzig: Warte, lieber Fahrgast, bis ich wieder erscheine. Deine Befehlshaber werden sagen nein, eine Nmsteigemöglichkeit besteht nach wie vor. Auch das habe ich mehrmals versucht. Ich sahre vom Potsdamer Platz bis Brandenburger Tor, warte fünf Minuten auf die 75 und diese nimmt mich mit bis Dorotheen- Eck« Friedrichstratz«, chicr habe ich die Wahl, entweder die.fhaltestell« Weidendammer Brücke oder Charlotten-, Ecke Georgenstrahe aufzu- suchen: denn Dorotheen-, Ecke Charlottenstratze befindet sich keine Haltestelle. Wieder nach 5 bis 7 Minuten Wartens erscheint die 61 und nimmt mich mit bis zur Reinickendorfer Straße, wo mich dann glücklich die nächste 25 eingeholt hat. Das war der Erfolg meiner Mühe, jedoch für ein Grohstadtoerkehrsmittel unwürdig. Aber nicht nur die Fahrgäste fassen das als Fehlmatznahme der BVG. auf. auch von seilen des Fahrpersonals und der Kontrolleur« ist einem dieses bei den mehrfachen Diskussionen bestätigt worden; in dieser Angelegenheit aber etwas zu tun. fehlt ihnen jede Möglichkeit. Also«r- ehrte BVG., Fehler sind dazu da, um beseitigt zu werben. Gib die Schleife über Luisen-�nvalidenstrotz« wieder frei für die 2Zer Abonnenten, die große Zahl dieser könnte sich bis Invaliden-, Ecke Chaujscestraht auf mehrere Linien wieder verteilen und es würde in Zukunft unterbleiben, daß der Schaffner schon In der Dorotheenstratze den Fahrgästen das berühmt«„Besetzt" zurufen mutz. Eile tut Nvtl Wasserflugzeug explodiert. Ave» spanische Soldaten getötet, drei verleht. Madrid,!V. Zanvar. Im Militärflughafen Mar Chica bei Melilla in Spanisch- Marek?» ist dos Wasserflugzeug D o r n i e r 19 beim Brennstoff- auffüllen explodier». Teile des Wasserflugzeuges wurden in hohem Bogen In die Luft geschleudert. Die Beste der Maschine per- sanken im Meer mit zwei Monteuren, die dabei den Tod fanden. Drei Soldaten, die sich in einem Beiboot befanden, er- lilkrn schwere Brandwunden. Der Kampf ums Gtocht. Der Zentraloercin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte zu drei Massenkundgebungen ausgerufen, in denen zu dem Thema„1932. das Jahr der Entscheidungen" gesprochen wurde. Im Logenhaus Joachimsthaler Strotze erössnete Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil die Kundgebung mit der Feststellung, daß die Sache der deutschen Juden nicht allein um ihrer selbst willen, sondern um der deutschen Gemeinschaft willen geführt werde. Die Gleich- heit der Bürger vor dem Gesetz, das Grundprinzip allen modernen Verfassungslebens, ist bedroht. Die deutschen Juden eine hoffnungslose Minderheit von noch nicht einem Pro- zent der deutschen Bevölkerung, erwarten von ihren Volksgenossen. daß sie den Kampf ums Recht im Sinne der Freiheit und Gleichheit der deutschen Bürger mit ihnen führen. Weiter sprachen in der Versammlung Dr. K e h r- Kaiserslautern, Studienrätin Klaus- ner- Berlin, Rudolf Herzb crg-5?annover, Dr. Friedrich Brod Nitz-Berlin und Syndikus Dr. Wiener-Berlin. In ollen drei Versammlungen, die von dem starten Kampfwillen der freiheitlich«ingestellten deutschen Juden gegen den Antisemitismus zeugten, wurde eine Entschließung angenommen, in der die Entschlossenheit festgestellt wird, mit ganzer Kraft jeden Angriff auf die staatsbürgerlichen Rechte abzuwehren. Das Maß der Be- schimpsungen, denen die deutschen Juden gegenwärtig ausgesetzt sind. überschreitet das selbst in den politisch erregtesten Zeiten erlaubte Maß in außergewöhnlicher Weise. A» die gerecht Denkenden aller Glaubensbekenntnisse, an die politisch Verantwortlichen, an die Führer der Nation wird die Zlufsorderung gerichtet, diesen Kamp ums Recht, der gleichzeitig ein Kampf für das deutsche Ansehen, in der Welt ist, zu unterstützen. Konzeri für Arbsiislose» zu veranitalwn. Für WWW zert für Sonntag, den 24. Januar 1932, mittags 12 Uhr. in der Staatsoper am Platz der Republik vor- «sehen. Arbeitslose können ab 18. Januar 1932 bei den Dienst« lcllen aller Berliner Arbeitsämter unentgeltlich Karten für dieses .Konzert erhalten. Die Karten werden jedoch nur an solche Arbeits- losen ausgegeben, die Interesse an diesen Veranstaltungen haben und das Konzert auch wirtlich besuchen. „Die kinderreiche Aamilie." Am Montag, dem 18. Januar. 'indct im Hack eschen Hof, Rosenihaler Str, 49'41, die Generalversammlung der Genossenschaft um 39 Uhr statt. Da sich die Generotoersammmiig mit wichtigen Beschlüssen zu bc- schästigen Hot(Konkurs), ist es Pflicht jedes Genossen zu erscheinen. Die Lebenskundekurse für die Zagendweihe» der Sozialisten und Freidenker Groß-Berlins beginnen in der letzten Woche dieses Monats. Die Kinder erhalten kurz vorher schriftlichen Bescheid. Roch nicht vorgenommen.« Anmeldungen müssen so s o r! l« d i g t werden. Einschreibegebühr 59 Pf. Unser alter Genosse Otto Bremke, Schlvcl&einer Straße 17, tonnte qcr kurzem seinen 79. Geburtstag feiern. Leider erfahren wir erst heute davon. Seü 1893 im Holzarbeiterverband organistert. trat er 1991 der Partei bei. Noch heute ist Genosse Vrunke ein eifrlgei: Versammlungsbesucher. Wir wünschen dein alten Partei- Veteranen, der mich schon mehr als 49 Jahre Leser des „Vorwärts" ist,«inen sorgenfreien Lebensabend. et er- f j In dieser Woche beginnen folgende Seminare und zentralen ..' Kurse, die sämtlich im Hause Lindenstr. 3, stattfinden und 19'$ Uhr Falsche Tammler fiir die Winterhilfe am Werk. Wie das Polizeipräsidium mitteilt, mehren sich neuerdings die Falle, in denen von unberufener Seit« öffentliche Lamm- limgen mit dem Hinweis auf die Winterhilfe veranstaltet werden, ohne daß hierfür die vorgeschriebene behördlich« Genehmigung er- teilt ist oder eine Verbindung der Veranstalter mit der Berliner Winterhilfe besteht. Zur Vermeidung einer Zersplitterung der zur Linderung der Not dringend erforderlichen Mittel wird die Be- völkerung gebeten, darauf zu achten, daß nur solche Sammler zur Annahme von Geld- oder Sachspenden für die Berliner Winterhilfe ermächtigt find, die einen polizeilich abgestempelten 'Ausweis und eine�pollzeilich abgestempelte Sammelliste oder Sammelbüchse— die Stempelfarbe ist braun— bei sich führen. Weltabrüftung oder Krieg? Die Kundgebung der Deutschen Liga für Menschenrechte und der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, Ortsgruppe Berlin, in der Marcelle C a p>> aus Frankreich, die Reichs- tagsabgeordnete Toni Sender, der protestantische Geistliche Superintendent U n g n a d, die katholische Frauenführerin Frau �-------- Oberstudiendirektor Lehmann« ______ Otto Steine« mann, das Wort nehmen, findet am Montag, dem 18. Januar, 29 Uhr, in den Spichernsälen, Spichernstr. 3(Nahe Nürnberger Platz), statt. Jedermann ist willkommen. beginnen. Maiita». ftrifc 9! 0 n f) J o I i;„JHe Ceflontfation tr» Selb,»«b Dankwesin»". Di» Giunplooc der Wäiirunp. Die?W4>?d6>wankungen. Der internationale Wi>!>rung?!iv sommenhang. Die tzahlunzsbilan� in Naniunttur und tirisc. Internationole Kreditprobleme. Seid und Kredit, jlrcdittrise». Funktion und Probleme der Banken. Kontrolle der Napitallenkung tBankkantrolle). Kern:„Die Fron im Befreiungskampf lmwalzungen des I». uaiirl>u»bert,. Die polltUche intcllung der Frau im alten Deutschland. Die politische und rechtliche Stellung der Frau nach der Revolution. Di« mir!. schaftlichen und grselllchaftlichrn Wandlungen unserer geit. Unser(lieaenwart»' kompf fiir die Arbeiterilasse.— Friedrich Olk:..Wie schreibe ich für meint ftritung?" Der Kursus»erfolgt den Zweck, die Teilnehmer soweit zu fördern, dosi sie ihrer Zeitung über wichtig« Vorkommnisse in Pari«; und Sewerlschalt berichten k-innen. Donaerstaa. Dr. Llrkadis- West, Waldow». Sumdoldlstraße. Betwailer Friedrich, Waldowstraßc 82. Tel: Reinickendorf 504 l. Zlilh» Gcsundbionnen, Dromhelmer. Soldlner Straße. Hauswart Wiegan d, Soldiner Straße 57. Dm Bahnhof welssensee. Grellstraß?. Berwa tec F ü> s e I, Grellstraße 50 a. Sei.; Alexander 74S5 pontaw. Trellebvrger, Prinz- Heinrich-Straße, Eschengradem Verwalter Behrendt, Trelledorger Straße 41. Tel: Pantow 8596. Ddlershof, Saudlern-, Qvpenstraße. Verwalter Genn. Kronprinzenstraße 120. Tel.: Adlershof 7788. Staglitz. am Bletrendachplaß. Forst-, Bugge-, Opihstraßc. Verwalter B n ck w i tz, Opiduraßc 5. Tel: Steglitz 8c«4 Schmargendorf. Breite-, Kirchstraße Hauswatt L is s el, Breite Straße 39. Woknungsbsugsssllsoksft Eintracht Gemeinnützig« Atttengesellscha t Berlin W 35, 1'otRdanier Straße III (Sei: Kurfürst 88:4) Geschiistszeii: Täglich 9—4 Uhr, Sonnabends 9—2 Uhr. 1 Ar. 27• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 47. Januar 4932 Was hat die Preissenkung gebracht? Die Wirkung im Arbeiterhaushalt/ Lohnsenkung nicht ausgeglichen/ Löcher in der Preissenkung. Die„Gewerkschaftszeitung"' des ADGB. bringt einen instruktiven Aufsatz über„Lohnkürzung und Preisabbau", der folgende Feststellungen trifft: Zieht man aus den bisher wirksam gewordenen Senkungen von Preisen und Mieten das Fazit für die Gestaltung der Lebens- hallung der Massen, so ergibt sich eine breite Klus! zwischen der Senkuug der Einkommen und der Lebenshaltung. Die Löhne und Gehälter sind um 10 Proz.. in einem erheblichen Umfang sogar um 15 Proz. gesenkt wordeu, wahrend die Preissenkung für den Arbeiterhaushalt weniger als die Hälfte hiervon erreicht. Versucht man, sich überschläglich ein Bild von denjenigen Ent- lastungen zu machen, die der Massenhaushalt durch die Miet- und Preissenkungen bisher erfahren hat, so ergibt sich unter Zugrunde- legung von Berliner Verhältnissen und dem Verbrauchs- schcma des Lebenshaltungsindex für Nahrungsmittel zunächst etwa folgende Rechnung(pro Monat gerechnet): 10 Proz. Mietsenkung von einer Friedensmiete van etwa 2S Mark................. 2,S0 Mk. Brot(etwa 44 Kilogramm Monatsbedarf einer Skäpfigen Familie nach dem Reichsindex, Ermäßigung 4 Pfennig je Kilogramm, etwa............. 1,75. 5 Zentner Briketts, Ermäßigung je Zentner 18 Pfennig (für den Wintermonat gerechnet)......■.. 0,90, lOprozeMigs Senkung preisgebundener Markenartikel, geschätzt etwa........... 0,60— 0,70„ Ermäßigung der Zeitkarten nur bei den städtischen Ver-- kehrsmitteln................ I,—„ lOprozentige Senkung der Gastarif«, etwa..... 0,20„ etwa 7,— Mk. Neben diesen Entlastungen, die auf Grund der Notverordnung bzw. auf Anordnung oder unter Mitwirkung des Preiskommissars eingetreten sind, sind im Zuge der Kauftraftschrumpfung und der weiter abwärtsgerichteten Kosten- und Preisbewegung noch aus anderen Gebieten Preisabschläge erfolgt, deren genaue Erfassung vorerst nicht möglich ist. Von den Lebensmitteln, deren Preisentwicklung bei dem gegenwärtigen Tiefstand der Löhne für den Arbeiterhaushalt am wichtigsten sind, sind z. B. die Fleisch- preise in der ersten Januar-Hälfte weiter zurückgegangen, desgleichen die.M i I ch preise, und zwar in Berlin nicht aus Grund von Ein- griffen des Preiskommissars, sondern auf Grund der Marktlage und der rückgängigen Konsumkraft. Selbst wenn man diese marktmäßigen Senkungen der Klein- Handelspreise für Lebensmittel, aber auch für Bekleidungswaren. die an sich nicht auf das Konto her Preissenkungsaktion fallen, mit- berücksichtigt, wird man— immer auf Gruich der Berliner Ver- Hältnisse— die bisherige Gesamten klaflung des Arbeilerhanshalts günstig- slensolls wohl auf nur etwa S bis S Mark pro Monat veran- schlagen können. 3n den Fällen der lOprozentigen Lohnsenkung wäre der Lohnaussoll dann etwa zur Hälfte, in den Fällen der ISprozenligen Lohnsenkung nur zu einem Drittel ausgeglichen. Dieses bisher uubesrieissgend« Ergebnis ist zum Teil auf grundsätzliche Mängel der Aktion, zum Teil auf das un- genügende und zu langsame Vorgehen der zuständigen Stellen zu- rückzuführen. Die Löcher im System der übrigen Preissenkung. Die kartellierten Industrien sind im wesentlichen der geforderten lOprozentigen Senkung ihrer Kartellpreise nachgekommen. Sie haben es— von einigen Ausnahmefällen abgesehen— auf eine Aufhebung der Bindung nicht ankommen lassen Da von der Regierung als Stichtag für die lOprozentige Preissenkung der 80. Juni 1031 gegeben wurde, haben zahlreiche Industrien bereits seitdem vorgenommene Preisabschläge aufrechnen können. Bei den Löhnen gab es eins derartige Verrechnung nicht. Wer ganz abgesehen von dieser ungleichartigen Behandlung ist auch das Schema: 10 Proz., volkswirtschaftlich ein Uiüiing. Es gibt Wirtschaftszweige, wie z. B. die Eisenindustrie, bei denen auf Grund der internationalen Preise und der deutschen Marktverhältnisse zur Gesundung eine viel stärkere Preis- Herabsetzung erforderlich wäre. Wer eine derartige, im ein- zelnen abgewogene Preisregulierung hat zur Voraussetzung einen umfassenden und sachverständigen K o n t r o l l o p p a r a t, ein ständiges Monopolamt, wie es die Gewerkschaften seit Iahren gefordert haben, deren Schaffung die Regierung aber bislang ab- gelehnt hat, was sich gerade jetzt erneut als schwerer Mangel erweist. hinzu kommt, daß das Reichswirtschaftsministerium in einigen Fällen Befreiungen bzw. Wschläge den Kartellen bewilligt hat, die unverständlich erscheinen. Die Erdöl-Konzerne brauchten z. B. auf Grund einer Verfügung des Reichswirtschaftsministeriums die T r e i b st o f f p r e i s e nur ganz unzulänglich zu senken. Die riesigen Gewinnzuschläge im sonstigen Mineralölgeschäft, die allein im Freihandel bis zu 70 Proz. betrogen, sind völlig unangetastet gelassen worden. Man wird ferner kein Verständnis dafür aufbringen können, daß das Reichswirtschaftsministerium die Kunstseiden- s y n d i t a t e von der Preissenkung im Hinblick aus genösse bestehende internationale Preisvereinbarungen befreit hat, wenn gleich- zeitig die reichseigene Llluminiumfndustrie, die einem viel fester gefügten internationalen Preiskartell angeschlossen ist, von sich aus «ine Preissenkung vornehmen konnte. Auf zahlreichen Gebieten ist bisher nichts geschehen. Man hat den Eindruck übermäßigen Z ö g e r n s, einer gewissen Direktionslosigkeit und einer allzu starken Rücksichtnahme auf die Widerstände der Interessenten. So ist u. a. bisher nichts zur Preisherabsegung für die Genußmittel, für Tabakwaren und Bier geschehen. Obwohl z. B. die B i e r p r e i s e der Brauereien allein auf Grund der Verbilligung der Braustoffe um S Mark je Hektoliter herabzusetzen wären, hat der Preiskommisiar hier noch unmer nicht durchgegrissen. Eine herabdrückunq der überhöhten M ü hl e n j p a n n e und damit der Preise für Mehl, Nährmittel und Teigwaren, ist nicht erfolgt. Für Leuchtpetroleum, auf das die ärmste» Schichten der Arbeiterschaft und die Landbevölkerung angewiesen sind, besteht nach wie vor ein fast 200prozentiger Handelszuschlag. Von einer Ueberprüfung der vielfach überhöhten Spannen des Reparaturhandwerks ist gleichfalls nichts bekanntgeworden. Der Preiskommissar hätte u. E. mich die Pflicht, bei der Reichs- regicrung auf eine sofortige Herabsetzung der Apothekenzu- s ch l S g e für Arzneiwaren hinzuwirken. Wenn der Preiskommisiar bis Ends des Monats feine Arbeiten abschließen will, was wir angesichts des großen Rückstandes für ausgeschlosien halten, so müßte erst recht minmehr mit aller Energie das Versäumte nachgeholt werden. Zum Ausgleich der großen Vorleistungen der Arbeit» ehmerfchaft sind jedoch auch wirlschaftspolitifche Maßnahmen von feilen der Regierung unerläßlich. Die Verbilligung der Ernährungskosten in dem not- wendigen ilmfang ist nur zu erreichen, wenn man Preisüberhöhun- gen wichtigster Agrarerzeugnisie revidiert. Solange die Getreide- preise auf doppelter höhe, die Zuckerpreise auf dreifacher höhe der Weltmarktpreise verharren, bleibt die Lebenshaltung über- teuert. Wenn man einzelnen Produzentengruppen der Landwirt- fchaft eine Sonderstellung einräumt, so geschieht das auf Kosten der Berbraucherschaft, so widerspricht das den Zusicherungen der R«- gierung auf Erhaltung des Reallohns und bedeutet nach den rück- sichtslosen Lohn- und Gchaltsherabsetzungen ein nicht zu verant- wortendes Unrecht gegenüber der Arbeitnehmerschaft. Es muh ferner schärfster Protest gegen die bekanntgewordenen Pläne agrarischer Zollerhöhungen für Butter und Molkerei- Produkte— inmitten einer Preisscnkungsaktion!— erhoben werden. Eine besonder« Enllastungsaktion der Regierung ist ferner zur weiteren herabdrückung de.r Ncubaumieten unerläßlich. Die Rcichsregierung muß ebenso, um nur noch ein Gebiet herauszugreifen, für eine Entlastung der Verkehrsausgaben der Arbeiterschaft sorgen, die in großem Umfang die Reichs- bahn bzw. die Stadt- und Vorortbahn der Reichsbahn benutzen müssen, um zu Ihrer Arbeitsstätte zu gelangen. Tfctie kleine Preisänderungen. Bezüglich der oben auch genannten Mühlenspanne wird nach Verhandlungen des Preiskommissars der M a h l l o h n gegenüber Ende 1931 um 10 Proz. gesenkt. Eine Senkung der Mehl- preise wird aber dadurch nicht erfolgen, well die Weizen- und Roggenpreise gegenwärtig dank Schiele» Großagrarpolitik— dauernd steigen. Ferner will der pharmazeutische Großhandel bei den nicht mehr gebundenen Arzneispezialitäten die Verdienstspanne um. 10 Proz. senken, falls sie am 8. Dezember 16 Proz. überstieg. Wird das durchgeführt, so bedeuten diese 10 Proz. bei 16 Proz. Ver- dienstspanne eine Preissenkung von 1,6 Prozent! Nahe an den Vorkriegspreisen. OieLndexziffer derGroßhandelspreife vom43.)anuar4932 Die vom Statistischen Reichsamt für den 1Z. Zanuar berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 100,7 gegenüber der Vorwoche weiter um 0.7 Proz. zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 02, Z(— 0.8 Proz.j, Kolonialwaren 89.0 (— 0,1 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 02.7 (— 0,3 Pro;.) und industrielle Fertigwaren 128,8{— 1,1 Proz.). ver Stand der Großhandelspreise von 1013 ist hier= 100 gesetzt. Für deutsche Waren liegt der Durchschnitt freilich viel höher als für waren, die vom Ausland importiert werden. Amerikanischer Optimismus. llebersicht über die Elettrizitäts- und Elektrowirtfchafi. Die„Electrical World*, die führende elcktrizitätswirtschaftliche Zeitschrist der Vereinigten Staaten, hat«ine Reihe von Prä- sidenten großer amerikanischer Elektrizitäts- konzer ne gefragt, was sie von der kommenden Entwicklung der amerikanischen Elektrizitätswirtschast halten. Fast üherein- stimmend lautet die Antwort, daß die Aussichten günstig sind und daß die Gesellschaften iy der Hauptsache ihre Bemühungen auf den Wsbau der Elektrizitätsversorgung bei den Haushaltungen konzentrieren wollen. Das Jahr 1031 war für die amerikanischen Eiektrizitätsgesell- schaften, obwohl auch dort der Stromabsatz infolge der verrringerten Beschäftigung der Industrie Zurückging, kein schlechtes Jahr. Die Gesamteinnahme der Elettrizitätsgesellschaften hat sich nur ganz unwesentlich auf 2,15 Milliarden Dollar vermindert. Die installierte Leistung stieg von 31,05 auf 32, 02 Millionen Kilowatt und das in der Elektrizitätswirtschaft insgesamt angelegte Kapital von 11,80 auf 12,40 Milliarden Dollar. Während sich der Elektrizitätsabsatz wie schon 1030 insgesamt weiter vermindert hat, ist der Absatz an die Haushaltun- gen mit 11,86 Milliarden um 850 Millionen Kilowattstunden weiter gestiegen. Die Zahl der Haushaltungsstromverbraucher betrug gegen Ende des Jahres etwa 20,38 Millionen, rund 5 0 0 0 0 mehr als zu Beginn des Jahres. Für das Jahr 1032 ist das Bauprogramm der amerikanischen Elektrizitätswerke wesentlich geringer als das der chirhergehenden Jahre(nur 454 Millionen Dollar gegenüber 633 Millionen im Jahre 1931 und 061 Millionen im Jahre 1930). Die Folge dieser Beschränkung des Ausbaus wird bei der Elektroindustrie der Vereinigten Staaten eine weitere starke Produktionseinfchrän- kung sein. In der elektrotechnischen Produktion der Ver- einigten Staaten ist nach fast ununterbrochenem Aufschwung(Höhe- punkt 1029) seit 1030 eine starke Produktionsvermindenmg ein- getreten. Der Produktionswert ist von 2,20 Milliarden Dollar im Jahre 1029 auf 1,60 Milliarden im Jahre 1930 und schätzungsweise 1,31 Milliarden im Jahre 1031 zusammengeschrumpft, d. h. innerhalb von zwei Jahren um rund 40 Prozent. Der Unterschied zwischen den amerikanischen Elektrogesell- schasten und den deutschen, deren Absatz im Durchschnitt etwa im gleichen Ausmaß zurückgegangen ist, liegt in den großen Reserven, mit denen besonders die großen amerikanischen Elektro- konzerne in die Krise gegangen sind, so daß ihnen bisher die Verminderung des Auftragsbestandes und der Einkommen keine finanziellen Schwierigkeiten bereitete. Bemerkenswert, daß wie die Elektrizitötswirtschaftler der Vereinigten Staaten auch die großen elektrotechnischen Gesellschaften hinsichtlich der weiteren Ent- Wicklung optimistisch sind, obwohl sie vn«ine Ueberwindung der Krise im Jahr 1032 größtenteils nicht glauben. Braunkohlensyndikat erneuert. Das nach Aufhebung des alten Vertrages am 14. Januar in Leipzig neugegründete Mitteldeutsche Braunkohlen- Syndikat umfaßt nunmehr wieder sämtliche Werke des alten Syndikates, nachdem die Deutsche Erdöl A.-G. nach langem Sträuben am Sonnabend gleichfalls ihren Beitritt erklärt hat. Die Satzungen des Syndikates sind bereits am Freitag von dem Reichs- kohlenrat genehmigt worden. Oer französische Außenhandel. Nach der nunmehr vorliegenden Statistik des Außenhandels für das ganze Jahr 1031 führte Frankreich eine Warenmenge von 58,1 gegen 60,0 Mill. Tonnen ein. Der Rückgang beträgt gegen 1030 4,5 Prvz. Wertmäßig ist die Einstchr aber um rund 20 Proz., nämlich von 52.5 auf 42.2 Milliarden Franken(1 Franken— 16 Pf.) gesunken. Weit stärker wirkt sich die Schrumpfung des Außen- Handels im französischen Export aus. Di« ausgeführte Menge sank von 36,8 auf 30,3 Mill. Tonnen, also um fast 18 Proz. und der Wert der Ausfuhr verringerte sich von 42,4 auf 30,4 Mil- liarden Franken, also um fast 20 Proz.— Die Passivität der französischen Handelsbilanz, der Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr, ist gegenüber 1930 von 10,1 auf 11,8 Milliarden Franken gestiegen, was einem Werte von 1,88 Milliarden Mark entspricht. Brennabor arbeitet weiter. Endgültiger Beschluß: Umwandlung meine Aktiengesellschast Wie wir bereits kürzlich berichtet haben, sind die Berglelchver- Handlungen zwischen den Brennabor-Werken in Brandenburg und den Gläubigern so weit geklärt worden, daß man schon zu Beginn dieser Woche fest mit einer Aufrechterhaltung des Brandenburger Betriebes rechnen konnte. Jetzt ist die endgültige Entscheidung gefallen. Es wurde der Beschluß gesaßt, das Familienunternehmen— die Brennabor-Werte gehörten bisher der Familie Reichstein— in eine Aktiengesell- fchaft umzuwandeln. Die Commerz- und Privatbank, die als größter Gläubiger aufgetreten ist, wird aus der jetzt zustande- gekommenen Regelung eine Million Mark in bar erhalten. Dafür verzichtet sie auf die Rechte die ihr von Brennabor aus abgetretenen Forderungen und übereigneten Fertigfabrikaten im Werte von IL? Millionen zugestanden waren. Der Teil der Masse, der nicht zur Fortführung des Betriebes benötigt wird, also Fertigfabrikatc und Außenstände, wird durch die Treuhänder liquidiert und aus dem Erlös wird eine B a r q u o t e von etwa 15 Proz. für die Warengläubiger erwartet. Die bei der Firma noch verbleibenden Werte werden in eine Aktiengesellschaft eingebracht, deren Kapital 3,65 Mill. Mark betragen wird. Die Conmierz- und Privat- dank wird zur weiteren Abtragung der Schuld ein Aktienpaket von 1.35 Mill. erhalten. Eine weitere Million Aktien erhält die Witwe .des verstorbenen Kommerzienrats Reichstein, die bei Brennabor Dar- lchensforderungen von 3 Mill. Mark zu stehen hat. Gewinne auf Grund der Notverordnung Das Reichswirtschaftsministerium hat auf Antrag der Wirt- schaftsverbände entschieden, daß Kartelle, welche auf Grund internationaler Vereinbarungen ihre Warenpreise in Deutschland gebunden haben, der Preissenkungsaktion der Notver- ordnung nicht unterliegen. Die betreffenden Kartellmitglieder er- halten dadurch eme erhebliche Besser st ellung gegenüber den übrigen Industrien, denn sie dürfen chren Arbeitern den Lohn kürzen und werden auch chren Rohstoff- und Maschinenbedars um 10 Proz. billiger einlaufen, für ihre Warenverkäufe dagegen elpen um 10 Proz. über dem Durchschnitt liegenden Preis erlösen. Da in Deutschland die gesamte Schienen-, Aluminium-, Kupfer-, Zinn-, Teerfarben-, Glühlampen-, Kunstseiden-, Erdölindustrie internatio- nale Verständigungen über Preise haben und viele Abkommen be- stehen, die in der weiteren Oeffentlichkeit noch unbekannt sind, werden sich aus der Durchführung der jetzt getroffenen Entscheidung an vielen Stellen der Wirtschaft Mehrgewinne ergeben. Wirtschaftsprüfer und Prioatversicherung. Das Rcichsaufsichts- omt für Privatversicherung hat an alle inländischen privaten Rück- Versicherungsgesellschaften ein Rundschreiben gerichtet, das darauf hinweist, daß der Jahresabschluß alljährlich durch einen Wirt- schaftsprüfer zu kontrollieren ist, bevor er der obersten Vertretung zur Genehmigung vorgelegt wird. Das Rund- schreiben fordert serner eine rechtzeitige Information des Reichs- oufstchtsanits über die Persönlichkeit und den Bildungsgang des Wirtschaftsprüfers, damit dem Amt die Möglichkeit gegeben wird, sich über die E i g n u n g des einzelnen Prüfers schlüssig zu werden. Frankreich drosiell Einfuhr von Radiogeräten. Das französische Handelsministeriinn hat jetzt eine Verordnung erlassen, wonach die Einsuhr von Radiolampen und Radiomaterial kontingentiert wird. Die monatlichen Kontingente für den deutschenJmport nach Frankreich betragen 20 Doppelzentner Radiolampen uno 5'V' Doppelzentner Radioapparate und Zubehörteile. I Oer Fels an dem der Faschismus zerschellt. Arteil eines Faschisten: Ohne Vernichtung der Gewerkschaften kein Sieg Hitlers. Maloparte, ein italienftcher Faschist, der an der fnscfyijtefchen Machtergreifung In Italien attio teilgenommen hat, schrieb ein Buch (deutsch bei E. P. Tal u. Co., Leipzig-Wien)„Der Staats» streich". Georg Decker veröffentlicht daraus im„Freien An» gestellten", dem Organ des ZdA., einige Auszüge, die ein Licht werfen auf die Vorbedingungen einer Diktatur. Wir zitieren die markantesten Stellen dieses Artikels. „Wir brauchen uns hier nicht mit der Theorie des Staats- streiches bei Malaparte auseinanderzusetzen, die im wesentlichen unrichtig ist. Außerordentlich wertvoll sind aber für uns seine Zeugnisse über den Weg zur Macht, den der italienische Faschismus gegangen ist, und seine Aeußerungen über die Lage in Deutschland, die in manchen Beziehungen als Urteil eines bedeutenden Sach» verständigen anzusprechen sind. „Der Weg zur Eroberung des Staates mußte über einen Boden führen, der von allen organisatorischen tträsten gereinigt war." (S. 208).„Mussolini glaubte nicht an die Erfolgsmöglichkeiten eines Slufftandes, der gleichzeitig die Kräfte der Regierung und die des Proletariats hätte bekämpfen müssen... Als Marxist bewertete er die Kräfte des Proletariats und schätzte ihre Rolle in der revolutionären(Malaparte betrachtet den Faschis» ums als revolutionär und die Gegenkräfte als r e a k» t i o n ä r... G. D.) Situation von 1920. Als Marxist kam er zu dem Schluß, daß man vor allem die Gewerkschaften zerbrechen müßte, auf die sich ohne Zweifel die Negierung bei der Ber- teidigung des Staates stützen würde. Er hatte Furcht vor dem Generalstreik. Die Erfahrungen Kaßps und Bauers waren für ihn nicht nutzlos geblieben." (S. 204/5.)„Mussolini gelang es schließlich(im August 1922), den gefährlichsten Gegner, den einzig furchtbaren Gegner, zu zer- schmettern, diesen Generalstreik,... den er seit drei Jahren be- kämpfte, indem er systematisch gegen die Gewerk- s ch a f t e n v o r g i n g."(S 212.) Dann war der Weg zur Macht frei. Der Faschismus war„lange vor dem Einzug der Schwarz- Hemden in die Hauptstadt im Besitze des Staates. Der Aufstand stürzte nun die Regierung".(S. 216.) Zu Deutschland übergehend, stellt Malaparte g r u n d- legende Unterschiede fest. Vernichtend sind seine Urteile über die Persönlichkeit und die Führerqualltäten Hitlers, dem er mindestens„genügend Verständnis für das Lächerliche" zutraut,„um einzusehen, daß das Deutschland Weimars nicht die Beute eines österreichischen Kleinbürgers fein kami".(S. 220.)„Die von den Schwarzhemden Mussolinis gegen die Arbeiterorganisationen ange- wandte Taktik der Gewalt wird durch die Notwendigkeit gerecht- fertigt, reinen Tisch mit allen organisierten Kräften zu machen, um damit dem Generalstreik zuvorzukommen und die Einheitsfront der Regierung, des Parlaments und des Proletariats zu brechen. Aber nichts rechtfertigt den dummen und verbreche- rischen Haß der Hitlcrigner gegen die Arbeiter als solche... Hitler müßte den Kampf gegen die Gewerk- fchasten gründlich und systematisch führen, wenn er seine Partei von dem schrecklichen Druck der organisierten Massen befreien wollte."(S. 229/30.)„Das deutsche Proletariat hat Hitler dazu gezwungen, die faschistische Taktik des Kampfes gegen die Gewerkschaften aufzugeben und aus seiner Aufstandsarmee, einem prächtigen Werkzeug zur Erobs- rung des Staates, eine Art Iagdtruppe auf den Arbeiter als solchen zu machen."(S. 230/3.) Und das Ergebnis:„Trog seines schlagenden Wahlerfolges ist Hitler noch weit davon entfernt, das Deutschland Weimars in Händen zu haben. Die Kräfte des Proletariats sind»roch unangetastet: diese ungeheure Arbeiterarmee, der einzige furchtbare Feind der uationalsozialistischen Revolution, ist stärker als je, aufrecht, unverletzt, bereit, bis zum Ende die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen." „Nur noch Maschinengewehre können dem Hitlerschen Sturm die Breschs öffnen. Morgen wird es vielleicht zu spät sein"(S. 233). Nun ist dies« letzte Möglichkeit jetzt ohne Beteiligung an der Regierung nicht vorhanden: an den Tag ihrer Maschinengewehre gegen die Staatsmacht glauben die Nazis selbst nicht mehr. Allerdings berücksichtigt Malaparte eine andere Mög- lichkeit incht— nämlich die, daß der Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgegeben wird, daß die Gegner selbst den Nazis den Weg räumen und ihnen die Ge- legenheit geben, durch die maßgebende Teilnahme an der Regie- rungsmacht das nachzuholen, was zu erreichen ihnen bis jetzt sticht gelungen ist." Das ist nicht richtig gesehen. Aber weder die Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei, noch die proletarischen und republikanischen Organisationen, die sich mit ihnen zur Eisernen Front verbündet haben, denken daran, den Nazis den Weg frei zu machen. Wohl berennen die Kommunisten, die ja auch eine Diktatur erstreben, die in der Eisernen Front vereinigten Or- ganisationcn. Wohl bemühen sich die Kommunisten, den Nazis den Weg zur Macht freizumachen, in der illusionären Hoffnung, die Nachfolger der Nazis zu werden. Aber diese konzentrischen Angriffe haben bisher nicht zum Ziele geführt, vielmehr den Einfluß, den die Kommunisten in den freien Gewerkschaften und in den proletarischen Sportorganisationen. hatten, völlig zu vernichten. Die wachsende Gefahr hat den W i d e r st a n d g e- st ä r k t. Aus der Abwehr wurde ein Generalangriff. Die proletarischen und republikanischen Organisationen marschieren nicht mehr getrennt. Sie marschieren vereint und werden den Feind schlagen. Nie Postbeamten reihen sich ein. Die Funktionäre der Post- und Telegraphenbeamten und Post- Helfer im Gesamtverband, die im..Hackeschen Hof" versammelt waren. nahmen nach einem Referat des Genossen Schcrff eine Ent- jchließung an, in der es heißt: „Die versammelten Funktionäre begrüßen die Beschlüsse ihrer gewerkschaftlichen und politischen Organisakiooeu. einen ver- schärften Kamps gegen die Itatloaalsozlabistlsche ..A r b e t t e r"- P a r t e t durchzuführen uitd dem Terror der radi- kalcn Parteien mik allen verfügbaren Mitteln entgegenzuwirken." Gleichzeitig nahm die Versammlung scharf Stellung gegen den Lohsabbau durch Notverordnung. Es heißt da:„Die Funktionäre erwarten vom Verbandsvorstand, den Spitzenorganisationen und den politischen Vertretern der Arbeitnehmer— der SPD.-Reichstags- fraktion—, daß nichts unversucht bleibt, um zu verhindern, daß die Gehälter und Löhne in ihrer Kaufkraft weiter geschwächt werden. Sie fordern die gewerkschaftlichen und politischen Organisationen der Arbeitnehmer auf. durch entsprechende Propaganda und gemeinsame Preisüberwachungs maßnahmen dafür Sorge zu tragen, daß eine menschenwürdige Haushaltführung und Befriedigung not- wendiger Kullurbedürfnifse für Beamte, Angestellte und Arbeiter ermöglicht wird." Konflikt in der Bewag. Selbstherrlichkeit der Direktion.— Schlichter entscheidet. In der von 2000 Angestellten besuchten Vollversammlung der Bewag am Freitag in den Germania-Festsälen gab zunächst Genosse Lucas den Bericht des Angestelltenrats für das Jahr 1931. Die Abwendung der Notoerordnungsbestimmungen, die Durchführung der Beanstandung der Besoldungsordnung sowie die Beilegung zahlreicher Einzelstreitigkeitcn blldeten die Hauptaufgabe des Angestelltenrats. Die Verhandlungen mit der Direktion werden immer schwieriger. Sehr häufig war die Hinzuziehung der Gewerkschaftsvertreter zu den Verhandlungen erforderlich. Lucas betonte zum Schluß, daß mehr denn je die Einigkeit der Kollegenschaft die Voraussetzung für erfolgreiches Verhandeln des Angestelltenrates sei. Im Anschluß daran gab Genosse Zeitz vom ZdA. gleichzeitig im Nomen der übrigen freien Gewerkschaften den Bericht über die Verhandlungen, die anläßlich der verschiedenen Notoerordnungen und insbesondere der 4. Notoerordnung zu führen waren. Ohne eine Vereinbarung mit den gewerkschaftlichen Organisationen zu treffen, hat die Bewag ab 1. Januar 1932 die Gehälter der Angestellten um 10 Proz. gekürzt. Entgegen den Bestimmungen der Notoerordnung hat die Bewag die Gehälter durch diese Kürzung unter den Stand vom 10. Januar 1 9 2 7 gesenkt. Die freien Gewerkschaften haben infolgedessen den Schlichter zur Entscheidung angerufen. Die Verhandlungen haben am 11. Januar begonnen untf werden in den nächsten Tagen fortgeführt. Zeitz gab der Erwartung Ausdruck, daß die kommen- den Verhandlungen von der Bewag so geführt werden, daß die Arbeitsfreudigkeit der Angestelltenschaft erhalten bleibt. Die kommenden Tarifverhandlungen werden zeigen, ob die Zusicherungen, die anläßlich des Berkaufs der Bewag der AngcstcMenschaft gemacht worden sind, gehalten werden. Ein neuer sozialrealtionärer Wind in der Bewag würde den Abwehr- stürm der beinahe restlos freigewerkschaftlich organisierten Kollegenschaft hervorrufen. Nach einer lebhaften Diskussion, in der besonders der Unwille über die bei der Bewag gänzlich unberechtigten Gehaltskürzungen, die durch keinerlei Preissenkungen ausgeglichen sind. zum Ausdruck kam. betonte Zeitz im Schlußwort, daß die kommen- den Monate benutzt werden müssen, die Aktivität der Belegschaft auf den höchsten Stand zu bringen. Auch die wenigen noch Un- organisierten müssen endlich den Weg zur freigewerkschaftlichen Organisation finden. Mit starkem Beifall wurde beiden Berichten zugestimmt. Die Versammlung schloß mit einem begeisterten Hoch auf die sreigewerk- schastliche Angestelltenbewegung. Ein ganz kleiner Anfang. 40-Stvn&ewWoche bei Votsiandsarbeiten. Der prästdeuk der Reichsanstall für Arbeiksvermikk- lung und Arbeilslosenverflchcnmg hal die Arbeiksämker ersuchst bei Rolstandsarbeiken zwecks Mehreinstellungcn von Arbeits» kräflen auf eine Verkürzung der Arbellszeil zu dringen. gegebenenfalls die Bewilligung der Grundförderung an die L e» d i n g u u g zu knüpfen, daß die parkeien des Arbeiksverkrages sich zur Kürzung derArbeilsz/tk bereikfluden. Der präsidenl ist damit einverstanden, daß auch für die Berechnung der arbeils- losen Tagewerke, für welche die Förderung zu zahlen ist. die 4Sstündige Wochenarbelkszeik bis auf 40 Stunden herab- geseht wird, sofern die Verkürzung nicht eine zeitliche Streckung der Arbeist sondern eine Mehreinstellung von Arbeitskräften zur Folge hat. Also ein ganz kleiner und bescheidener Anfang mit der 40-Slunden-Wochc. Mas aber tut die Reichs regierung zur Eindämmung der fürchterlichen Arbeitslosigkeit? Sie fehl die Löhne herab, d. h. sie tut das Gegenteil dessen, was getan werden müßte. Kür Gechsstundeniag in LtGA. In den Vereinigten Staaten wollen die Eisen» bahnen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit den Sechs- stundcntag einführen. Die dem Allgemeinen Eisenbahner- Gewerkschaftsbund angeschlossenen Verbände haben erklärst daß eine Lohnkürzung von 10 Proz. nur als Teil eines allgemeinen Programms füx die Wiedereinstellung von einer halben Million arbeitsloser Eisenbahner in Frage kommen könne. Die Mehreinstellung soll durch Einführung des Sechs st unden- t a g e s ermöglicht werden. Gegen den Hauptfeind. Kommunisten denunzieren Gewerkschaften. Vom Bezirksbüro Brandenburg des Gefamtverbandes wird uns geschrieben: Der Gesamtoerband hatte eine Werbeaktion eingeleitet und zwar für die Zeit vom 1. Oktober bis- 31. Dezember � vergangenen Jahres. Auch unsere Funktionäre in Bärwald c N.-M. beteiligten sich dara'i. Unsere Funktionäre waren nicht wenig erstaunt, als sie von der Polizeibehörde die Nachricht erhielten, daß sie wegen Verletzung der Notverordnung(Burgfrieden) angezeigt worden seien. Sie gingen der Sache nach und erfuhren durch die Polizei, daß Kommuni st en die Anzeige er- stattet hatten. Auf weitere Fragen, wer die Betreffenden seien, bekamen sie die Antwort, die Kommunisten hätten gebeten, ihre Namen nicht zu nennen. Die Polizeibehörde habe dies auch zugesagt und verweigere deshalb die Nennung der Namen. Weitere Erkundigungen, die von der Bezirksleitung eingezogen wurden, haben ergeben, daß die Polizeibehörde die Akten mit den Werbezetteln der Staatsanwaltschaft Landsberg a. d. W. übermittelt hat, so daß hoffentlich aus diesem Wege die Namen dieser Denunzianten und Feiglinge bekannt werden. Ein jeder ehrlich denkende Arbeiter wird sich mit Verachtung von dieser Gesellschaft abwenden. Aussperrung in Ofloberschlesien. Bergarbeiterlohn soll um 21 Prozent gekürzt werden. K a t t o w i tz, 16. Januar. Sämtliche Kohlengruben Polwisch-Qberschlestens haben gestern durch Anschlag ihren Belegschaften mit- geteilt, daß diese zum 1. Februar in ihrer Gesamtheit entlassen sind. Eine Wiedereinstellung komme nur in Frage, wenn die Arbeiter mit einer Lohnkürzung von 31 Prozent einverstanden sind. Aochmals der Erfolg bei Leiser. Kommunistische Bohrmänner bei der Minierarbeit. Der freigewerkschaflliche Erfolg in der Reparaturwerk- statt von Leiser läßt die Pleitefirma RGO. nicht schlafen. Und da der Vorsitzende des Betriebsrats der Reparaturwerkstatt ein „Sympathisierender" ist, ließ sich die„Rote Fahne" von ihm eine Erklärung geben, wonach der Erfolg bei Leiser nicht ein gewerk- schaftlicher Erfolg, sondern auf den Kampfwillen der Belegschaft zu- rllckzusühren sei. Besagter Betriebsratsvorsitzcnder behauptete auch gegenüber feinen Kollegen, die Redaktion des„Vorwärts" habe bei ihm angefragt, was eigentlich richtig sei. Es ist kaum notwendig, auf das einfältige Gerede einzugehen. Die Redaktion des„Vorwärts" bezieht ihre Informationen in ge- wcrkschaftlichcn Dingen nicht von irgendwelchen schwankenden Ge- stalten, sondern von den sreigewerkschaftlichen Organisationen: in diesem Fall also vom Zentralverband der Schuhmacher. Es ist uns nicht eingefallen, etwa bei dem„sympathisierenden" Betriebsrats- Vorsitzenden anzufragen. Seine Erklärung in der„Roten Fahne" genügt übrigens, um ihn zu charakterisieren. Es genügt auch, festzustellen, daß die Belegschaft restlos im Zentralvcrband der Schuhmacher organisiert ist, um zu wissen, wer hinter ihr steht. Der Streik der Kraft- fahrer bei Leiser, hinter dem die RGO. stand und der schmählich zusammenbrach, zeigt gleichfalls, was die RGO. vermag und wie wenig diese der Firma Leiser imponierst Dummenfang eines Gewerkvereins. Auf dem Arbeitsnachweis für das Handels- und Transportgewerbe in der Gormannstraße wird von dem Gewerkoerein der Deutschen Fabrik- und Kopfarbeiter, Sitz Greisswalder Straße, schon seit einiger Zeit eine unsaubere Mitgliederwerbung getrieben. Vertreter dieser Organisation, die zur Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaftsrichtung gehörst fangen auf diesem Arbeitsnachweis arbeitslose Handels- und Transportarbeiter ab und locken sie unter der Vorspiegelung, Arbeit für sie in einem bekannten Berliner Kaufhaus zu beschaffen, nach dem Berbandsbüro ihrer Organisation. Hier legt man dem Arbeits- losen zunächst«inen Fragebogen der betreffenden Firma vor. in dem die Personalien einzutragen sind. Diesen Fragebogen erhält jeder Arbeitslose, der sich bei der Firma um Arbeit bemüht. Mit seiner Ausfüllung ist noch längst nicht die Einstellung bei der Finna verbunden. Merkwürdig ist, wie der Gewerkverein in den Besitz der Fragebogen dieser Firma kommt. Nach der Ausfüllung des Fragebogens legt man dem Arbeit- suchenden einen Eintrittsschein für den Gewerkverein vor, was offenbar der Hauptzweck der„Arbeitsvermittlung" ist. Es ist anzunehmen, daß diese Art der Arbeitsvermittlung dem Arbeits- amt nicht bekannt ist, zumal ein Vertreter dieser Organisation M i t g l i e?> des Fachausschusses fiir das 5?andels- und Transportgewerbe ist. Diesem Treiben muß jedenfalls schnell ein Ende gemacht werden. Den arbeitslosen Handels- und Transport- arbeitern ist dringend zu empfehlen, für diese„Arbeitsbeschaffung" weder Zeit noch Geld zu opfern. SPD.-IZr»Itio» de» Stadt. Bich, und Schlachthofes und Fleisch. befchau: Ä.'iltag, Ifi. Januar, 19 Uhr, Versammtuug in der Ninccr Strafte 80. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Tratliansvorftand. SPD.'Ieraktio» der Osram-Fabrik A, Sickingeastrafte. Montag. 18. Januar. 15 Uhr, Versammlung im Lokal„Osram-Eck".„Die voll- tische Lage�. Kefercnt Max Hnidemann. Diskussion, Organisatorisches. Bahnhoi 11 der BVS. Donnerstag, ZI. Januar. 20 Uhr. bei Rosen, lhal. Lichtcrselde,- Händelplaft?, Versammlung aller SPD..ISenasi«n mit Shmpathi'erendcn.„Ausstieg oder Katastroyhe?", Referent Mag Heydemann. SiSdt. Seil- und Pflcgcanstallcn Buch. Freilag, 22. Januar, ISlh Uhr, Veusammtung der EPD.-Fraktion bei Döpscrt.„Abbau in der Desuudheiisrklege", Referent Wilhelm Strieder. Prenß. Statistisches Landesami. Die Fraktionsoersammlung findet diesen Monat nicht statt. SPD.-Vet-iebrfraktion beim Bezirksamt Weiftenfee. Morgen, Man. tag, Igri. Uhr, Restaurant Dallas, Weiftensec. L-bder Str. 112, ssrak, tionsversammtutr�.. Referat tiber„Die potuische Lage", Scnosie Willi Wolfs. Berich: R rurvah 1. SPD..«ctriebssraitioa beim Arbeitsamt Verlin. Mittc. Donnerstag, 21. Januar, UHj Uhr. Halkeschcn Hof, Rosenthaler Str. 10—11, Frak. tionsvcrsammluna der parteigenösflscheu Arbeiter. Angestellten und Bc» amtcn. Vortrag � Genossen W. S6>warz, Redakteur, über„Repara, tionen". Lnmvathvicrende find herzlich eingeladen. Gewerkfchafts-Iuaend Verlin teute, Sonntag, finden folgende Veranstaltungen statt: Westkreis: uxendbeim Moabit. Lehrter Str. 18—19.„Sacea und VanzeUi."— Rordostkrets: Iugeitdhelm Pankow, Dörfchllr. 11. F. R. Schulz liest aus .Hauptmann von Köpenick'.— Jngendgruppe des Desamtvkrbandes: 10 Uhr Besichtigung de» Reichspostrnuseums. Treffen Eingang de» Rcichspollmufeums. Leipziger Ecke Mauerstroge.— Nord kreis: 10 Uhr Besichtigung de» Pergama«. Museums. Treffpunkt Ei»A"g des Museums. 19>a Uhr Jugendheim Drau». Ecke Lorbingstrafte. Satiren nd Drotesken.— Lstlreis: 9Vj Uhr Drofto Frank- furter Str. 10, Nreisluifu:„Die Entwicklungsgeschichte der freien Gewerk- fchasten".— Südostkreis: J>>«rndhcim Etcglift, Flewmingstr. Hb.„Der blühende Kaktus".— Morgen. M s ntog, gusammentnnft aller Gruppenleitungea: Sitzungssaal des Bnchdind. t oe: andes, Engelufer 24—25, Aufgang C, 0 Tr. „Jugend und Jugendwohlscehrt." 0V * qo u. Dieses Jahr kein Katarrh >--! menn 90 u.*'*S Et, nimmst J Eiasendmige» für blcfe RudrU sind Berlin SW 68. Lwdcustratze 3. parieinachrichien �Mfür Grop-Verlin stets an das Bezrrksfekretarwt 2. Hof, 2 Treppe» rechts, zu richte» 12. 1.1. 14. 16. 17. 18. 1». 29. 38. 46. 47. 97. 108, Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Heule. Sonnfcrg, 17. Januar. Stet». Aö Sonntag, 17, Januar, in dcr Jeit non 10 bis 14 Uhr Aus. ftrllung non LHülerarbeitru in dcr ZI. Schule, Lichtenberg, Schorn weder. strahe 1». Morgen, Monkag, 18. Januar. Stei». Beginn des Kursus Säthe Sern um 20 Uhr in dcr Weinmeistcr» ftcahe 16—17. Kreis. Kirchenaustritte! Jeden l. und 2. Montag im Monat von 1» bis 20 Uhr im Lokal von Wittschub, Petersburger Etr. 5. Jeden Dienstag und Freitag von 19 bis 20 Uhr, Große Frankfurter Etr. 141, vorn 2 Tr. Ecke Fruchtstraße. Notariatsgcoiihr 3 M. Personalausweis erforderlich.— Arbeiierbildungsschule. Uiiterhaltungs-, Spiel- und Lescabend im Heim, Tilsiter Etr. 4?S, um 20 Uhr. Kreis Eharlottenburg. Bezirksverordnetenfraktion mit sämtlichen Bürger. deputierten Sitzungszimmer 1, Rathaus Charlottenburg. Sreis. Der Kursus der Arbciterbtldungsschulc:„Sowjetrußland und die europäische Arbeiterklasse" beginnt unter Leitung von Genossen Dr.'Mänchen Montag, 18. Januar, 20 Uhr, im Lesesaal der EtadtbUcherei, Grunewald. straße 2. «reis. WDWMWW»WW■ Kreis. Wichtige Kreisvörstandssitzuug bei Eisner, Kaiser-Wilhelm-Etr. z. Kreis. 18 Uhr Fraktionssitzung dcr Bczirksvcrordneten und Bürger- deputierten im Zimmer SS des Rathauses Möllendorffstr. 6. Kreis. Kursus Mathilde Wurm, M. d. R.: Agrarfrage und Sozialdemo. kratie, im Geschichtssaal der neuen Wcißensecr weltlichen Schule, Parkstraß«. Krci-. IS1/, Uhr. Fraktionssitzung mit Bilrgcrdeputierten, Rathaus, Zimmer 117. Abt.- Zeitungskommissionssitzung bei Klug, Danziger Str. 71. Abt. aB/, Uhr bei Bartusch wichtige Vorstandssitzung. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Eichholz, Cuviristr. 2Z, Stellungnahme zu den Abteilungsncuwahlen. Abt. 19 Uhr Funktionärsitzung an bekannter Stelle. Borstandswahl. Abt. 19>/« Uhr Noaat. Ecke Bodcstraßc. Arbeitskreis jüngerer Partei- Mitglieder. Traven-Abend mit wä>allplattcn und Vortrag von Erich Knauf. Die älteren Parteimitglieder nnir. Sympathisierende sind ein- geladen., und I08a. Abt. Arbeitskreis junger Parteigenossen. 20 Uhr im Partei. heim Köpenick, Schloßftr. 27. Di;' reut Dr. Otto Friedländer. 20 Uhr Fraktionssitzung in Tempelhof, Dorfsir. 42. Kreisvorstandssitzung mit Abteilungsleitern im Parteibüro. Diskussion über aktuelle Tagcsfragen. Rcjc. Diensiag. lg. Januar. ü. Kreis Arbeitskreis jüngerer Parteigenossen in Schmidts Eesevschastshaus, Fruchtstr. 36a. Referat und Aussprache: Autarkie und Weltwirtschaft. Leiter Dr. Puhl. S. Kreis. Arbeiterwohlfahrt. Zusammenkunft der Erwerbslosen IM Heim, Tilstsiter Str. 4— ö, um 15 Uhr. Demokratie oder Diktatur? Referent Ernst Zteumann. Anschließend offene Eingestünde... 6. Kreil. 19'/, Uhr Beginn des Kurses Tr. Schlesinger Im Jugendheim, Urbanstr. 167, Hof rcchls. geradezu. Ännicldungen dortselbst. 10. Kreis. 20 Uhr im Viltotiagarten blauer Saal, Sitzung des Krcisvor- siandes mit den Abteilungsleitern und de» Obleuten der Kommissionen. 14. Kreis. 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Jugendheim Kanner Str. 42— 16. Bortrag des Genossen Kurt Btging: Ent- wicklnng und Anpassung in der belebten Natur. 19. Kreis. 20 Uhr Beginn des Kurse» Dr. Salomon Schwarz: Probleme und Lehren de- russischen Reoolution unter besonderer Berücksichtigung des b.Jahcs-Plans, im Jugendheim Görschstr. 14. 114, Abt. Zufammenkunfi der jüngeren Parleimitglieder bei Hützel, Wüh lisch» Ecke Eabriel-Max-Etraße: Die wirischaftlickie» und gcsellschaftliä>«n Bor- atisfetzungen zur Perwirllichung des Sozialismus in unserer Zeit. Referent Franz Hering. Mittwoch, 20. Januar. 1. Krei». 16'-, Uhr Im Erwerbsloscnheim Vortrag des Genossen Dr. Surland. 6. Abt. Bei Dobrohlnw, Swinemünder Str. 11. Arbeitskreis lunger Partei. Mitglieder. Vortrag mit Sälallplatten vpn Dr. Denicke. lf. Ahi. 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder der Räner, Swinemünber Str. 65, Bortrag des Eenasi-n Wendicke. 21, Abt. Bei Kroll, Utrechter Str. 21, Zusammenkunft derjüngeren Partei. Mitglieder: Die Politik des Zentrums. Referent Felir Flipp. 22. Abt. 20 Uhr bei Borkowski, Brüsseler Str. 43,„Die Sozialdemokratie und dcr Nationalsozialismus zu dcr heutigen Krise". Referent Heinrich Iakubomicz. 25. Abt. 20 Uhr Gruppe süngcrer Parteigenossen in der Schule, Pasteur. straße 44— 16, vorn parterre. Proletarische Zugend in dcr Sozialdemo. irotischen Partei. Refereni Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. 29. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Partetgenossen bei Bi chl, olz, Prenzlauer Alle» Ecke Stargarder Straße: Programm und ualtik dcr Partei. Referesit- Genosse Rüdiger.„ 32. Abt. Gruppe Schöbell Außerordentlicher Zahlabend bei Haberland, Andrea». Ecke Lolzmarktsiraße. Wahl dcr Betzirksfilhrer und der Gruppen. leitung. Die Bezirks ftihrer laden«rn.-... 83. Sl$i. Jüngeren. Veranstaltung bei Wertalla, Hohenlohesir. 8:»Deutsch» land in' der Weltwirtschaft". Refermrt Tietgnns. 62. Abt. Die Bersammlung des Bezirks Haselhorst findet um 20 Uhr im Lokal»Zum alten Eier" statt. 81. Abi. 20 Uhr bei«labe, Handjerystr. 60 61, Arbeit Älrtis jnnger Partei. oenessen. Bortrag über da» Znternationale Arbeitsamt. 82. Abt. 20 Uhr bei Echellhas«. Ahornstr. 15a. Generalversammlung. Jahres. bericht. Wahl der Abteilungsleitnng. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 87. Abt. 20 Uhr bei Schuster, Marienfclde, Kirchstr.«8, Generalversammlung. Berichte, Neuwahlen. 91. Abt. Bei Köster. Karlsgartenstr. 4, Arbeitskreis junger Parteigenossen: Auswirkung der Notnerordnung. Referent Otto Meier, M. d. L. 101. Abt. 19>h Uhr große Funktionärsitzung bei Düstenhogen, Graetzsir. 49. 11)6. Abt. Eeneralv-rsammlnng in der Autoklause, Friedrichsir. 1Z. 1. Jahres- bccicht, Neuwahlen. 2. Vortrag des Genossen Reinhold über Erwerbs- l»8a.�«b���Ia�resmftgllederversammlnng in der Aula der 6. Volksschule, Borgmannstroße. Ehrung der Jubilare. Bericht des Borswndcs. Neuwahl. 118. Abt. gusammenftinft der jüngeren Parlriniitglieder bei Tempel, Gudrun. straße 7: Entwicklung d-s Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Neserent Alfred Mariwitz......,. 119. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parieunttglieder bei Schade, Normanncnitr. S2: geitpolitische Tagesschau. Referent wird am Dienstag bekanntgegeben. 134. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder. 20 Uhr bei Sonnet. Rcierat und Aussprache über„Die Aufgaben der Sozialdemokratie im politischen Kamnf. Rescrent August Nicmanu. � �. 139. Abt. Dezirk Tegelort im Lokal»Zum zpchwan", Echarfenbcrgcr Str. ZI: Das Kampfjahr 1932. Referent Heinz Löwu Donnerstag, 21. Januar. 3, Kreis. Arbeiterbildiingsschule. Beginn des Kursus Walter Auerbach: Die englische Arbeiterbewegung. 20 Uhr im Heim, Litauer Str. 18. Zimmer 1. Kursus Schroeder läuft weiter im Heim, Tilsster Str. 4/5. 9. Kreis. Für die crwerdsloseu Parteimitgiieder 16 Uhr im Viktoriagarten, Wilhclmsaue 114: Barum find 20 Millionen arbeitslos? Referent Gott. lieb Reese... 12. Krei». Zusammenkunft dcr erwerbslosen PartciMttgliedcr IN der wchule, Friesenstr. 16, um 18% Uhr: Entstehung der wirtschaftlichen und poli. tischen Krise. Referent Mar Heydemann. 12. Abt. 20 Übt Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Schmidt, Wiclcfstr. 17: Eiserne Front. Referent Dr. Otto Friedländer. Freitag. 22. Januar. Sektion blinder Parteigenossen. 20 Uhr Dersaimnluna. Achtung! Neues Lokal. Schulz, Adalbertstr. 21. Wichtige Ecktionsangelegenhciten. Reu wohl der 1. �eio°. �M�llhr'in�der�Weimneisterstr. 16—17: Außenpolitischer Abend über hrt. Erwerbslosenzusammenkunft im Heim, Tilsiter .. Uhr. Unterhaltung. Cvtelc und Lesen. 19 Krei». 20 Uhr Bersammlung aller bei Behörden tätigen Beamten. An. gestellten und Arbeiter im Türkischen Zelt, Brette Str. 14: D-r'Dianft der Polizei im Bolk-stgat. Referent Polizcihauptmann Dobbcrohn. Gäst« könne» mitgebracht werden. 26. Krei». Kursus Prof. Dcnicke wird von Donnerstag auf Freilag verlegt. ddifmig SPD.'Befrieiisveilranenslenfe! Mittwoch, 20. Januar, 19 Uhr, SophieneSIe, Sophien» tr. 17-18 Forteetzung der FanKtlonär-üoiilercnz aller SPD.-Betrlebs« n. Gewerktcbaftifunkiionäre Taget Ordnung: 1. Wahl der 8 Vertreter für den erweiterten Bezlrktvoritand. 2.„Die elterne Front martckterl." Referent: Emil Barth. Ohne FanktionärantweU der Partei kein Zutritt. Frauenveranstattungen. Montag, 18. Januar. 23. Abt. Bei Leintzc, Barfus. Ecke Glasgower Straße: Kitsch und Schund in Heim und Mode. Refcrcntin Else Steinkühler. ZI. Abt. 20 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36: Jugend und wir. Refe. rentin Lisa Albrecht. Neuwahl. 45. Abt. Bei Winczier, Reichenberger Str. 1«: Heiterer Abend. Vortragende Friede! Hall, 57. Abt, 20 Uhr bei Dohrmann. Krumme Str. Z2: Alt.Berliner Humor. Vortragender Hanns H. Kamm. Wahlen. 93. Abt. Im Jugendheim, Böhmische Straße: Heiterer Abend. Vortragender tnns Fuhrmann, bt. Frauengcnppe gemeinsam mft der Arbeiterwohlfahrt pünktlich 19'/» Uhr im Viktoriagarten. Am Treptower Park 25/25: Ftlmabend. Vor- führung des Films»Der Kamps um die Erde". Ansprach« dcr Genossin Klara Bohm-Echuch. M. d. R. Mitwirkung der Aktuellen Kleinkunstbühne. Inhaber der Arbeiterwohlfahrtslose haben frclen Eintritt. Karten zum Preise von ZO Pf. sind an der Abendkasse zu haben. 164. Abt. Bei Pamp, Hassclwerder. Ecke Fennstraße: Unsere Vorkämpfer— unsere Vorkäinpseriniie». Referent August Niemann. 166. Abt. Die FuiiktionLrinncnsitzung fiiidei nicht au dcr bekannten Stelle, sondern um Ig'F Uhr bei der Genossin Schuch, Breiter Weg 22, statt. 108a. Abt. Bei Schulz, Hohcnzollcrnplatz 6: Die Frau in Wirtschaft und Politik. Reserentin Luise Kählcr, M. d. L. Neuwahl. 124. Abt. Bei Anders, Bahnhofstraße: Die Frau dcr Zukunft. Vortragender Theo Marct. 139. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft dcr Fmlktidnärinneir im Jugendheim, Schönebcrgcr Str. 3. Dienstag. 19. Januar. 42. Abt. m Uhr treffen wir uns Gneisenau- Ecke Zossener Straße zur Be- siehtigung des Waisenhauses in der Alte» Jakobstraße. 39. und 44. Abt.-Wir beteiligen uns an der Besicht iaung der 42. Abteilung des Waisenhauses in der Alten Iakobstraße am 19. Januar. Treffpunkt 10 Uhr vor dem Waisenhaus. 167. Abt. 20 Uhr bei Zobian. Grünauer Ecke Friedrichstraße: Unsere Vor. kämpfer— unsere Vorkämpferinnc». Referent August Riemann. 122a. Abt. 20 Uhr bei Kindscher, Köxcuickcr Etr. 156/167: Heiterer Abend. Aeferentin Leonic Brockma»», 123a. Abt. 20 Uhr im ILgerheim, Jägerstraßc, Frauenabeud. Neuwahl der Leiterin. 128. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Mühlen- Ecke Maximilianstraße: Der Wert der politisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse. Reserentin Luis« KLHIcr. M. d.' L. 129. Abt. Bei Meyer, Türkisches Zelt, Berliner Str. 14: Reparationen und Arbeiterschaft. Referent Dr. Hans Cohn. 137. Abt. 20 Uhr int Bolkshaus Scharnwebersir. 114, Frauenabend. Neuwahl der Lefteriu. Mittwoch, 20. Januar. 1. Abt. Im Hackrschen Hof, Rosenthaler Str. 40/41: Revolution der Ehe. 2. Boriragsabcnd. Reseeentin Else Eteiulühler. 26. Abt. Bei Wende. Koloniestr. 147, Frauenabend. Thema und Referent werden am Dienstag bekanntgegeben, 52. Abt. Bei Wolter, Kaisertn.Augusia.Allee 52. Referent wird am Dienstag bekanntgegeben. Neuwahlen. 54. Abt. Im Jugendheim, Rosmenstr. 4. Berichte, Neuwahl. 58. Abt, 20 Uhr im Raukehaus. Rankestr. 4: Kampf der Frau für wiri- schaftliche und politische Gleichberechtigung. Referentin Dora Bergas. 77. Abt. 20 Uhr bei Jürgens. Bärbarossastr. 5a: Der Kampf um sie Ab» rüstung. Referent Wolsaang Schwarz, 79. Abt. Bei Reimaun, Sedanstr. 17: Das faschistische Italien. Referent Sanns H, Kamm. 81. Abt. 20 Uhr bei Klabe. Handjerystr. evibl: Arbefterhoushalt und Preis. abbou. Referent Dr. Sans Cohn. Neuwahl. 83. Abt. 20 Uhr bei Rosenthal, Händelplatz 2; Revolution der Ehe. Refe- rentin Margarete Echcnkalewski. 165. Abt, 26 Uhr bei Schmidtbauer, Bismarckstr. 74. Thema und Referent werden am Dienstag bekanntgegeben. III. Abt. Bei Heimann, Waltersdarfer Str. 100. Thema und Referent werden , am Dienstag bekanntgegeben, 124-. Abt. 20 Uhr bei Draber. Uhlandstr. 18: Arbefterhoushalt und Preis. abbau. Referent Mar Brinitzcr, 127. Abt. 20 Uhr bei' Krämer, Surmvichsir. 63/64: Die. Stellung der Fratz in dcr Partei. Referentin Nora Henke. Donnerskag, 21. Januar. S. Abb. 10 Uhr Besichtigung des Konsums Lichtenberg. Treffpunkt'/«10 Uhr vor dem Gebäude in der Rritergutfttaße. 85.«bt. 20 Uhr bei Pommerrnlng, Berliner«Nr. 100: Kampfjahr 1932 und die Aufgaben der Frauen. Referenttn Marie Kunert, M. d. R. 116. Abt. 20 Uhr bei Werner, Köpcnickcr Stt. 125: Heiterer Abend. Bor. tragende Leonis Brvckmann. 114. Abt. Bei Hützel, Gabriel-Riax. Ecke Wühlischstraße: Kampfjahr 1632 und die Aufgaben der Frauen, Referent Max Ärinitzer. 136. Abt. 20 Uhr in der Lindauer Straße: Polittsche Tagessragen. Refe. rcntin Hertha Dotthelf. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrt. 6. Srei« Kren zb erg. Montag, 18, Januar, 17�z Uhr, bei Krüger. Grimm. straße, wichtige Krcisgusschußsitzung. Wollmann. Eintritt gegen Losobschnitt der Arbeiterwohlfohrt oder 30 Pf. Treptom. Montag, 18. Januar, IflVi Uhr, bei Ginget. Viktoriagarten 25(am Treptower Pari). Vortrag dcr Genossin Klar« Bohm-Echuch, M. d. R. Filmvorführung: Der Kampf um die Erde. Mustlbegleitung und Mit. Wirkung der aktuellen Kleinkunstbühne. Elittritt gegen Losabschnitt der Arbefterwohlfahrtslotterie. sonst 30 Pf. 19. Kreis Pankow. Mittwoch, 20. Januar. 19 Uhr. im«onzerihau» Lindncr, Pankow, Breite Str. 37, Bortrag der Genossin Dr. Erna Magnus: Forde- rungen der Arbeiterwohlsghrt zur Reform der Fürsorgeerziehung. Film. norsuhrungcn:„Revolte im Eziehungohgus" und»Der Immenhof". Rez>. tationeu der Genossin Echlcssing, Kllnstlerkonzcrt. Eintritt gegen Los. abschnitt dcr Arbeiierwohlfghrt oder 30 Pf,.._. Seminar siir Wohlsahrtspslegc. Dienstag. 19, Januar, 20 Uhr Beginn des Kursus Ob..Acg,.Rg! Dr. Goldmann im Sophien.Lyzcum, Berlin, Wein- meisterstroßc: Möglichkeiten sozialhygicnischer Arbeit in der Wirtschaftskrtsc. Sozialistische Studentenschaft Berlin. Staat und Wirtschaft, Leitung: Genosse Naphtali, 20 Uhr im Bund.— Mitt w»ch, 26. Januar: Arbeitsgemeinschaft: Erfüllungspolitil, Leitung: Genosse Bernstein, 18 Uhr im Bund.— Freitag, 22. Januar: Arbeitsgemeinschaft über Probleme gegenwärtiger Wirtschostspolitik, Leitung: Genosse Mitnitzky und Ge- nosse Falk, 20 Uhr in der HfP, Handelshochschule: 20 Uhr im Bund. Technische Hochschule: Mitgliederversommlung 20 Uhr im Bund.— Sonnabend, 23. Januar: Zusammenkunft aller Genossinnen 16 Uhr im Bund. für LUISE ZIETZ �V!"januor 1 922 Sonntag» d. 24. Januar, vorm. 11 Uhr Mercedes-Palast, Neukölln, Hermannstraße Karten sind bei den Abteilungsleitern und in der Kasse des Bezirksverbandes Berlin, lindenstr. 3, II. Hof, 2 Tr. Zimmer 6 erhältlich. Der BeztrkrvaniaDd. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groß-Berlin. Der Mnsilkursns hat bereits begonnen. Alle chemaligeu Tel!- nshmer werden gebeten, zu erscheinen, Webbiug: Bei der Aasperveranstaltung in der Sochschulbrauerei ist ein Pelzkragen verloren gegangen. Es wird gebeten, den Kragen bei Metzner. Brüsseler Str. 39, abzugeben. Sonnabend, 23. Januar, »4*4 Filmabend. Karten bei den Helfern. Donnerstag, 28. Januar, Generalversammlung. Näheres folgt.— Schillcrpark: Eltcruver- sammlung Donnerstag, 21. Januar, 20 Uhr, im Jugendheim Willdcnowstt. r>, Zimmer 13. Prenzlauer Berg: Dienstag, 19. Januar, 20 Uhr, Danziger Str. 62, Jahres. Versammlung aller Helfer. Besucht den Pappkursus. Beginn 18. Januar, 20 Uhr, Baracke 3.— Viktor Adler: Werbcobeud Sonnabend, 23. Januar, 20 Uhr, Echulaula Danziger Str. 23. Friedrichshain: Dienstag, 19. Januar. 19% Uhr, Jahreshelferversammlung im Jugendheim Diestelmeycrftr. 5— 6. Zutritt nur gegen Vorlegung in Ordnung befindlicher Ausweise. Mittwoch, 20, Januar, 18 Uhr, Volkstanzabend für Jung, und Rote Falken, Turnhalle Litauer Str. 18. Donnerstag. 21. Januar, 18 Uhr. Iahrcs-Ratc-Falkenversammlung im Jugendheim Litauer Straße.— «bt. Landsberger Platz: Sonntag, 24. Januar, Fahrt nach dem Grunewald. Kreuzbcrg: Achtung! Heute Sonntagsveranstaltung für alle Falten im Heim V«llc»Alliance»Platz 1. 15% Uhr beginnt unser Vvlkstanzkrcis. Freitag, 22. Ja» nuar. pünktlich 20 Uhr, Jahres-Kreishelferversammlung im Heim Parckstr. 11. Funktionäre, die Berichte nicht vergessen! Einzelne Gruppen sind noch immer Monatsberichte rückständig, bitte diese spätestens zur Sitzung mitzubringen. Abt. Beramaunstraßc: Rote Falken morgen 18 Uhr Porckstr. 11 zur Probe. Rcnlijlln: Hrimnackimittag für alle Falken heute 17 Uhr im Jugendheim Bergstr. 29. Ausgestaltung Gruppe Aufbau. Morgen Arbeitsstunde in der Baracke. Bringt die Berichte für Dezember und die Führcrausweise für Jugendherbergen mit. Von jeder Gruppe muß ein Vertreter anwesend sein(Material. ausgab«). Weitzenfec: Achtung! 21. Januar bei Eon. Kaiser, Hohenschönhausen, Am Faulcnsce 3, Kreishelfersitzung. Helferausweisc, Partei- oder SAJ.-Mitglicds- bllcher sind mitzubringen. Lichtenberg.„Rate Stürmer"(Abt. Mitte): Wir treffen uns zur Fahrt heute um 8Vi Uhr Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Unkosten 35 Pf. Sterbetafel der Groß-Bertiner Partei-Organisation 4. Abt. Unser Genosse Rudolf Nickel. Paul-Singer-Stt. 14, ist ver- storbcn. Ehre seinem Andenken I Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. 121. Abt. Durch Unglücksfall ist unser Genosse Paul Günther von uns gegongen. Die Beerdigung hat Sonnabend ftattgesunden. Wir werden unseren langjährigen, jederzeit arbeit», und oxferfteudigen Genossen ein ehren- des Andenken bewahren. lW Sozialistische ArbeiterWendGroß-Verlin Einsendungen ssir diese Rubrik npr an das Jugendseftetariat Berlin EW 68, Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Heute, Sonntag, 17. Januar. Arnswaldrr Platz II: Rastenburger Str. IC: Offene Singestunde.— Weißen» fee: Parksir. 36: Geselliges Zusammensein.— Spandau: Lindenufer 1:„Ein- heitsstaat?!"— Neukölln II: Steiimictzstr. 94: Mustiadend.— Rcnlijlln M: Ziethenstr. 58: Musikabend.— Neukölln VI: Treptower Str. 95: Buntes Allerlei. — Schönhauser Vorstadt: Echönflicßcr Str. 7: Heimabend. Wcrbebezftk Pankow: Wcrbcbczirks-Dclcgicrtenkonfcrcnz um 16 Uhr Dlanlen- bürg, Kleingarten-Wieseubaudc. 19 Uhr WB.-Mitgliederversammlung ebcndort. Werbcbezirk Wcddiug: Heimabend Willdcnowstraße. Gruppenwettstreite. Morgen, Montag, 18. Januar, 19� Uhr. Hansa: Bochumcr Eft. 8b:„Proletarische Dichtung".— Moabit l: Waiden- scrstraße 20—21: Bunter Abend.— Moabit II: Lehrter Str. 18—19: Brettspiel. abend.— Moabit III: Bremer Str. 69—70; Bunter Abend.— Sportpalast: Genthiner Str. 17:„R. Luxemburg und K. Liebknecht."— Gesundbrunnen II: „Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg."— Arnswaldcr Platz II:„Der Kampf um die wirtschaftliche Macht."— Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20:„Tages- palitik."— Fallplatz kl: Soixncnburger Str. 20: Kurzreferate.— Hiimannplatz: Gleimstr. 33—35: Unterhaltungsabend.— Nordosten II: Danziger Str. 62:„Kau. zentration dcr Industrie."—. Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Sir. 20: „Religion und Sozialismus."— Andreasplatz II: Brommiistr. 1:„Rosa Luxem. bürg und Karl Liebkirrcht."— Sallesthes Tor: Porckstrsl. 11:„Praktische Arbrtt im Gemeinschaftsleben."— LuHrnstadt: Wassertorstr. 4: Neue Kampflieder.— Baumschulenwcg: Ernststr. 16: Heimspiele.— Johannisthal: Rathaus: Arbefts- gemeinschaft.— Schönewcidc II: Berliner Str. 3l.— Friedrichssclde: Gunter. sttaße 44: Liederabend. SSS.»M>tgNedervcrsgmmlnna 19� Uhr Lindenstr. 4. Dr. Karl Schröder spricht:„Der Weg der Arbeiterklasse zur Macht". Beriedezirk Weddina: WBB.,Sttzung Schdustedtstraßc(Ledigenheim). Werbebezirk Lichtenberg: WBB.-Sitzung um l9'H Uhr Bibliothek Weichsel- straße. Werbcbezirk Osten: Turnen in der Halle Fricdcnstr. 31. Vorträge/ Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastionstt. 37—38, Hof 2 Tr. Prenzlmter Berg: Dienstag. 19. Januar. Kameradschaftsvarsamm- ■ lungen In den bekannten Lokalen.— Friedrichshain: Montag. 18. Januar. Jungba: Zur Eportpalast. Kundgebung ist alles pünktlich ISU Uhr bei Busch, Tilstter Stt. 27. Heimabenb fällt aus. Dienstag, 19. Januar, Käme- rabschaft Stralau: 20 Uhr Generalnersammlung bei Wertalla, Hohcnloheftr. 3. Jahresbericht. Neuwahlen. Blockführcr laben ein. Mittwoch. 20. Januar, Kameradschaft Andreas: 19(6'Uhr Gcneralocrsamailung t» Schmidts Gesell. schaftshans, Fruchtstt. 36a. Neuwahlen. Erscheinen Pflicht. Bortrupp: 19tz« Uhr Jugendheim Ebcrtystr. 12(waal).— Neukölln-Britz: Montag, 18. Januar, 20 Uhr. Kameradschafts-Geucralversammluiigen der 2. Kameradschaft bei Echo- beilo, Weichselstr. 5. 3. Kam. bei Schröder, Steiumetzstr. 52. 4. Kain. in her Ldealhalle, Hannemannstraßc. Tagesordnung: Bericht des Porstandes, Neu. wählen. Dienstag, 19. Januar, Ortsverein: Zur öffentlichen Kundgebung in Kliems Festfälen. Hasenhride, Antreten aller Kameraden in Zivil 19(4 Uhr. Sämtliche Fahnen zur Stelle. Arbeitcr-Radio-Duni» Deutschlands, c. B., Bezirk Berlin. Anschrift: B. Voigt, O. 17, Hohenlohestr. 18. Laboratorium und Auskuustsstellc: Roichenberger Straße 30, Hof 2 Tr. rechts. Sprechstunden daselbst jeden Montag und Freitag von 18 Uhr ab. Montag, 18. Januar. 26 Uhr. Gruppe Friedrichshain: Lokal Wertalla, Hohenlohestr. 3. Bau eines Prüfungsgeräts.— Dienstag. 19. Januar, 26 Uhr. Gruppe Prenzlauer Berg: Lokal Klug, Danziger Stt. 71. Bauabend zwecks Ausbildung von Standardgeräten.— Freitag, 22. Januar. 26 Uhr. Gruppe Tharlottenburg: Lokal Lehmann. Köniasweg 8. Technischer Erfahrung». abend. Leitung: Genosse Waluga. Gruppe Gesuiidbrunneu: Lokal Münzberg, Sttttiner Str. 52.„Der Zollstock des Radioainateurs", Referent Genosse Jng. B. Voigt. Gruppe Kreuzberg: Lokal Thiele. Fürbringerstr. 9. Bauobend.. Gruppe Lichtenderg: Bibliothek Weichselstr. 28. Mitalicdcrvcrsainmluiig(Jahres- bericht). Gruppe 9!ciikölln: Lokal Eggers, Kaiscr-Friedrich-Stt. 8. Praktischer Gruppenabend.— Achtung! Barttag des Herrn Jng. H. Kerger, Hamburg, üacr „Neuzeitliche Röhren und Kurzwellen" am Dienstag. 19. Januar, 19 Uhr, im Vortragssaal des Parteivorstandes, Lindenstr. S.— Die Besichtigung de» Kraft- werke, Klingcnberg uiuß wegen einer plötzlichen Absage verschoben werden und findet nicht am'Sonntag, 24. Januar, statt. Bereinigung dcr Freunde»an Religion und Bölkeririeden. Genosse Pfarrer Bleier spricht am kommenden Sonntag, 17. Januar, 20 Uhr. im Rahmen einer religiösen Feierstunde in der Trinitatiskirche, Charlottenburg, Karl-August. Platz, Uber das Thema„Die Kraft der Schwachen". Programme 30 Pf. Mitwirkende: Herr Billct(Orgel), Fr. Johner-Rößler(Gesang), Pros, Porgd(Cello), Die, jentaen Freunde, die an einem uncntgcldlichcn Demonsttationsoortrag, dcr am 22, Januar im Osram-Haus, l9>,(. Uhr, über„Die Entstehung dcr Glühlampe" Interesse haben, werden gebeten, sich an Willy Schönherr. Berlin-Steglitz, Schöll- Häuser Stt. 14, zu wenden.(0 2 8173.) Der Proletarische Volkstan, kreis Lichtenberg tanzt ab Montag, 18. Januar, wieder regelmäßig IN dcr Turnhalle Lückstr. 63. Burschen und Mädel sind herz- lich eingeladen. Bund religiöser Sozialisten Deutschlands(Landesverband Preußen), Otts- gruppc Berlin. Mitgliederversaminlung Dienstag. 2. Februar, Sewerkschafts- bau» des Gesamtverbandes der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen, und Worenverkehrs, Berlin N. 24, Iohannisstr. 14— 15. Beginn um 20 Uhr. Tagesordnung: Der Bund religiöser Sozialisten in der Krise, Au»- svrache, Verschiedenes. Einladung bzw. Mitgliedsbuch dienen als Ausweis. Das Erscheinen ist dringend erforderlich. Gäste sind zu dieser Versammlung nicht zugelassen. «und religiöser Sozialisten, Montag. 18. Januar, 20 Uhr, spricht in Gruppe Nordwest Genosse Pfarrer Kleinschmidt Über„Nationaler Sozialismus oder reli» aiöser Sozialismus" in der Hochschulbrauerei, See. Ecke ülmrumcr Sttaße. Die Mitglieder sind zur Teilnahme aufgefordert. Gäste willkommen. alfo jeden entbehrlichen Mennig lharen. damit Du im Alter einen Kot- grolchen haü: aber lo lparm. daß Deine Familie kokott berlorgt iü: aiw Äwt iür DICH gibt m ein« Verteilbalte Lebeaavenitberaag. Frage den Venicfaeranga-Fadunanal «dschrift un>?gla»bigtcr Abschrift. Grschaftznttmmcr: U8. B. 863. 3(87. Privatklage'cchr des Schriftstellerz Dr. Grist Etolvcr, Berlin, Bellcvuestr. 14, vertreten durch Rechtsanwult Otto Landsberz, Berlin, Dorath ceustr. R, Priaatllägcr, gegen den Schriftsteller Dr. IuNua L'vvcrt, Berlin, Lcdcmannstr. Angeklagten, wegen Beleidigung. Das Amtsgericht Berkin-Mitte. Abtei. lung Kg, in Berlin Hot cm 3. Februar 1931 für Recht erkennt: Der Angeklogte wird wegen össent- licher Beleidigung»u einer Geldstraf« von 396— dreihondech— Reichomark, im Mchtbcitieibungsfalle zu 60 Togen Gefängnis und in die Aostrn des Ber» fobrerrs verurteilt. Dem Brivotkläger wird die Befugnis zugcfvrcchen,. den verkündenden Teil des Itrteils binnen 4 Wochen noch Austestung der vollstreckbaren Urteilsousfcrtigung auf Ztosten des Angeklagten in der Aei. und im.Lomburger Frewdenblolt" veröffentlichen. ZU 11. P. SS. 31 f ,u 1». Auf die Berufung des Priontklöoer» und des Angeklagten gegen dos Urteil des Amtsrichters in Perlin. Milte. Abt. 149, vom 3. Februar 1931, hat die ist. Klein» Ferienstrofkonuner des Land» aericht» i in Berlin in der Sitmng vom 4. September 1931 für Recht erkannt; Die Berufung des Angeklagten wird auf feine Kosten verworfen. Auf die Berufung des Brivotklägers wird dos Borderurteil binstchtlick feine» Strafmaßes dahin abaeändert, daß der Angeklagte ju einer Geldstrafe von dnst Reichsmark, im Richtbeitreibnngsfalle gu SO Sagen Gefängnis verurteilt wird. Di« Kosten der Berufung des Privat. klägers trägt der Angeklagte. Dem Angeklagten wird nachgelassen, die Geldstrafe in Monatsraten von tflst Reichsmark, beginnend mit dem 1. Oktober 1931, abzutragen. Die vorstehende Abschrift ber Urteils. formel wird beglaubigt. Das Urteil ist boststreikbar Berlin NW. 40. den 12. Januar 1932. »lt.Mvabit 11. X. S, Urkundsbsamter der Geschäftsstelle de» Amtsgerichts Berliu-Mitte, Abt. 149. Für die Richtigkeit der Abschrift: Sandsderg, Rechtsanwalt. Qcffentliche Zluffordcrung ;or Abnab« einer StenererNAriing fiir die Gewerbe steuor »och dem wewerbelapikal für 1931. Die Stineeeeklärung für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbekavstal ist in der steit vom 1». bis 30. Zoouar 1932 unter Benustung der vorgeschriebene» Bor- drucke adtuaeden Eine Steuererklärung ist abiugeben tstr alle gewcrbesteuer» pssichttgen Unternehmungen, I. die teit dem I. Avril 1931 in Ge- melnden. die nicht die Bemessung der Sewerdesteuer»ochderLobnsunime de» schlössen haben, oder in Gul-be'irten Beliiebsstälten unterhalten haben. falls da» Gcwerbekapitai am I. Januar 1931 oder au dem in das Kalender- jähr 1939 fallenden letzten Adlchluß- log— bei Neuglllnduiigen nach dem I. Januar l93l, am Tage der Grlln- dung— den Betrag von 3000 RM. überstiegen hat! Z. fstr die vom Dorsstzenden des Ge- weedesteuerausschusses eine Eteuer- erttärnng besonders verlangt wird. Etenerpstichtige die srur Abgabe einer Erklärung verpstichiet stnd, erhalten vom Borsttzenden des Gewerb:fteueraus>chusse» einen Bordruck zugesandt. Die Pstichl zur Abgabe der Steuererllärung ist aber vom Empfang eine» Bordrucks nicht adhänglg; erforderlichenlalls haben die Sleuerpssich- Ilgen die Lordrucke vor Ablaut der Er- ttärungs'rilt vom zuständigen Borsttzenden de« Gewerde iteuerauS chusses anzufordern. Berlin, den 6. Januar 1932. Die Vorsi'xcnden der Berliner Cewerbetleacraiuidtflne Aufhebung das uerlöngerten«toffen- vieufle» bei deo ZruouzSmteru. Die Ftnanzkasscn stnd rünflig auch an FSIIlg eitstogen w eder nur während der allgemein feftaefetztisti Kassenstunden gs- öffnet(9 bis 1 Uhr. Sr.i»abends bis U'j bzw. 12 Uhr) Am letzten Werktags im Monat stnd die Ftnanztassen geschlossen. Der vrSstden» he» LaubesstuonjumI» Berlin. bauen SltS6r3ft6 Hfl Vorwärts Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Ber(jfszweige ist die Mranken- und Sierbekasse für das Deufsdie • m Jabare 1SS4 tf«eatB-Uaaal«a i(■.■cKaMcsrteldcer Ersaadzbaaasaeel Jabarc;>8041 tteatadbanalea die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Krankenversicherungssenutz bietet raltfund: Berlin N 24. Oranienburger Sir. o? und 300 Verwaltungsstellen im Reich 3Ir. 27• 49. Jargons ��6 Eonntag, 47. Januar 49Z2 Slis Stahl: 3J(M ■ Einerlri, wie es eigentlich in meine Wohnung kam— ich beziehe sonst keine Bücher �aus Leihbibliotheken—, aber als ich um 12 Uhr abends meine Schreibtischuhr aufziehen wollte, lag es da, im schwarzen erbärmlichen Wachstuchuberzug, durch den die schadhaften Ecken eines gelben Leinencinbandes hindurchstachen, ließ zu allein Uebersluß noch ein mit Fettflecken bedecktes Blatt heraus- hängen und mußte auch nicht das Geringste anzuführen, was seine Anwesenheit oder seinen Zustand entschuldigt hätte. „Ziemlich übel, Ihre Verfassung", sagte ich also indigniert. Das Wachstuchwesen lächelte bescheiden.„Sticht so verwunder- lich, wenn Sie gestatten— nicht so verwunderlich, nein. Bedenken Sic nur die Zeit, die ich nun schon im Leben stehe— im Leben, verstehen Sie mich bitte recht, nicht im Bücherschrank!" Diese Spitze auf meine besten Freunde ärgert« mich. Ich setzte mich hin und schlug das schwarze Ding aus. „Wie heißen Sie eigentlich?"„Die Schicksale der Schwester» Isabel! und Susanna."„Nie gehört, den Titel! Müller hieß Ihr Vater? Ausgerechnet Müller! Glauben Sie, daß ich alle Müllers kennen muß, die so irrsinnig sind, ein Buch in die Welt zu setzen?" „Er ist tot", sagte das Schwarzwesen leise,„von den Toten—" „Gilt hier nicht!" sagte ich gereizt und blätterte weiter. Ein Tintenfleck grinste mich an, groß wie die Not Deutschlands. Ich wurde eiskall vor Verachtung. „Es war ein nmgistratlichcs Tiillenfaß", entschuldigte sich der Schwarzrock,„der kleine Schreiber stieß es in seiner Aufregung um, als der Stadtinfpektor eintrat— er hatte ihn ganz vergessen über dieser Schilderung eines Maskenfestes in einem venezianischen Luxushotel. Sehen Sic, solche Schilderungen waren alles, was er hatte. Sonst hatte er nur hundertundzwanzig Mark Gehalt und eine Mutter, die nicht leben und nicht sterben konnte.. Ich überflog die Seite.„Dilettantismus, so und so!" sagte ich, „Ihr Vater hat weder jemals Venedig gekannt noch ein Luxus- Hotel von innen gesehen!" „Natürlich nicht!" gab das schwarze Ding verwundert zu.„er mußte in seinem Schreibtischstuhl bleiben, er war ja etwas körper- lich behindert, wie man das nennt. Der Schreibtischstuhl war übrigens eigentlich ein alter Friseurftuhl, ober wer das nicht genau kannte, merkte/ das gor nicht." „lind diese Eselsohren, das ganze Buch hindurch!" sagt« ich wütend,„man wird sie niemals mehr hinauskricgen!" „Sie hieß Anna Kleinke", erwiderten die Schicksale Jsabclls und Susamtas,„und war eine richtige alte Jungfer. Niemand— unter uns gesagt, denn sie würde sterben vor Jammer und Schande, wenn es einer«rsührc— mcmand Hot ihr je eine Liebeserklärung gemocht— aber sehen Sie hier, der Graf d'Orsevillc, der macht in einem fort Liebeserklärungen. Und da hat Anna Kleinke alle Liebeserklärungen des Grasen zusammengesucht und auf die betreffende Seite ein Eselsohr gemacht, damit sie schnell zu finden sind, und wenn sse sich eine schöne Stunde machen wollte, setzte sie sich feierlich mit mir in einen alten Sessel, bei verschlossener Tür und verhangenen Fenstern»nd Kerzenlicht, und las sich laut und leidenschaftlich«ine Äebieserklar'ung des Grasen nach der anderen vor, statt Äsabcll sagte sie immer Anna. Glauben Sie mir, es ivoren herrliche Stunden, wir waren beide berauscht von Gluck, sie und ich, und ist Glück Überhaupt jemals mehr als eine Illusion?" Ick, las:„Isabell, Himmel meiner Seele, Erlösung meines götterlofcn Lebens", und schlug, rot von peinlichen und wider- strebenden Gesühlen, rasch weiter um. Drei völlig zersetzte Seiten —„Unerhört!" rief ich. „Es war ein Student", versetzte das Buchwesen,„er saß vor mir und wartete aus den Glockenschlag, der ihn zum Examen rief. Er starrte ich inich hinein, aber ob er etwas gelesen hat, weih ich nicht. In der Hand hielt er einen Bleistift ohne Spitze, mit dem machte er gedankenlos Nisse in diese. Blätter.„Wenn ich durchfalle, ist alles aus, olles aus", sagte er, und jedesmal, wenn die Angst einen Riß in seine Seele machte, machte er einen in das Papier. Dann ging er zum Examen, ich fiel unter den Tisch. Da lag ich, bis seine Wirtin mich zurückbrachte." „Und hat er. bestanden?" fragte ich hastig, aber isseichzcilig Stomas Theodor 9teine: 'Der Satiriker mii Niel« Leute stellen sich den satirischen Zeichner als ein ganz de- sonders bösartiges Individuum vor, das auf nichts anderes sinnt, als seine Mitmenschen zu ärgern, und sich täglich mit dem Gedanken an den Zeichentisch setzt: Wie sag ich's meinem Feinde? Das sst eine irrige Vorstelluitg. Ich kann Ihnen verraten: selbst der bissigste Satiriker ist persönlich meist ein ganz harmloser Mensch, ein Künstler, der ein braves, bürgerliches Leben führt, Bhnnen und Tiere liebt und— sogar Menschen. Cr hat durchaus nicht die vor- gefaßte Absicht, irgend etwas zu vernichten oder umzustürzen. Er ist nur etwas empfindlicher als andere für alles, was ihm in der Well häßlich oder gefährlich oder verlogen erscheint: und fast un- bewußt formt sich in ihm daraus ein Bild, das er gestalten muß. Die Well ist kein Paradies, und jeder wehrt sich gegen sie auf seine Weise. Bielleicht war der erste satirische Zeichner ein Höhlenbewohner der Urzeit, der an Felswänden den Umriß seines Feindes, des Höhlenbären oder des gefährlichen Mammuts, einritzte, ganz natur- getreu, nur mit kleinen Uebertreibungen der Charakteristik. Von da bis zu einer Zeichnung im„Smeplieifstmus" hat sich das Wesen der Karikatur kaum verändert. Nur bedrohen uns jetzt andere Gewalten als in der Urzell. Nicht mehr der Höhlenbär wurde karikiert, son- dern zum Beispiel Fürst Billow als Reichskanzler, wie er die Germania im Auto dem'Abgrund zu lenkte. Als ich die!« Zeichnung für den„Simplicissinuis" machte, bildete ich mir nicht etwa ein, Deutschland vor schrecklichen Gefahren erretten zu können Es war ganz einlach Darstellung einer Vision, die die Zeitereignisse in mir hervorriefen. So auch bei vielen satirischen Zeichnungen, die sich mll Wilhelm dem Zweiten beschäftigten. Ich halle wohl kaum die deutliche Erkenntnis von allem, was hier auf dem Spiele stand. Nur die dunkle Ahnung, daß er das Vaterland um so traurigeren Zellen entgegen- führte, je spaßiger er uns erschien. Und alles an und um ihn war voll von komischen Motiven. Ich erinnere auch meiner einzigen Begegnung mit dem Kaiser. Er rirt in draller Husarenunisorm durch Wiesbade« und warf eistcu Zigaretienstuuuncl fort. Ein älterer, alle Stielt ärgerte ich mich, denn solches stoffliche Interesse an den Dingen ist sehr gewöhnlich und sehr unlllerarisch. „Ich weiß es nicht", erwiderte das Wachswchwcsen,„ich sah ihn nie wieder. Er kam nicht zurück.— Aber bitte, schelten Sie jetzt nicht Über die Fellflecke, die hier Überall sind. Es würde mich sehr kränken, denn ich habe das junge Mädchen sehr geliebt. Es lag im. Krankenhaus, es war viele Male operiert worden, jetzt würde es leben bleiben, sagten die Aerzte, aber wahrscheinlich würde es auch zeitlebens gelähmt bleiben, sagten sie. Das junge Mädchen wußte olles, aber es weinte nicht, es lag still da, und wenn es einmal kräftig genug war, las es von Ifabells Wanderungen-in die Berge und von Martin, der so weit ins Meer hinausschwimmen konnte.„Wie mundervoll, daß es das noch gibt", sagte das junge Mädchen und lächelte." Ich blättere schweigend weiter. „Diese dicken Striche unter den Zeilen und am Rande hat ein Mann gemacht, den ich einfach„den Vater" zu nennen pflöge," sagte das Buch,„er hatte vier Kinder ausgezogen und ausgestattet, und min war er alt, arm und sehnsüchtig, und wollte gerne bei einem semer Kinder bleiben. Aber es ging nicht, wirtlich nicht, wirklich, es ging nicht. Da waren die Schwiegerkinder, die sich nicht mit ihm stellen konnten, niid da war die Wohnung zu klein ulid da störte der Pf eisen- rauch— ja, es war nicht anders, er kam ins Armenhaus. Sehen Sie, hier hat er unterstrichen:„Wenn der Mensch alt wird, ist er überflüssig wie der Schnunz mis der Straße—" und:„Einsam sterben, ausgestoßen und verachtet wie ein Hund an der Landstrahe—" „Es ist überhaupt so vieles unterstrichen," sagte ich leise,„hier—* „Das war Marie," erwiderte das schwarze Geschöpf,„ihr Mann hatte sie verlassen, aber sie konnte ihn nicht vergcssen, nie und nie- mals, sie pflegte innner am Fenster mit mir zu sitzen und bei jedem Satz hinanszisschauen— ich glaube, sie Hot überhaupt nur das ge- lesen, was sie angestrichen hat.„Ich will ja alles verzeihen, komm nur wieder—" und:„Meine Liebe ist so groß, sie muß dich herziehen." „Und?" fragte ich atemlos, ohne an die literarische Unzulässig- kell des stofflichen Iiueresses zu denken. „Er kam wieder. Einen Tag, ehe ich ziirückgedracht wurde. Er kam, um einen Anzug zu holen, den er vergessen hatte." „Hier fehlen zwei Blätter," murmelte ich noch einer Weile. Das Buch schwieg lange Zeit. „Die junge Frau erwartete ein Kind," sagte es dann,„und sie fmtte sich furchtbar darauf. Sie wollte mich nicht abgeben, sie war so entzückt van den Kindern Susannes. Hundertmal hat sie alle Streiche von Hans und Elli gelesen, und die Tränen sind ihr immer über die schmalen Wangen gelaufen, vor Glück, wenn sie daran dachte, daß sie auch solch ein K'indcycn haben sollte. Sic finden die Geschichte sicherlich ziemlich kitschig, nicht wahr? Nun einerlei— dann kam der Tag— und als sie aus einer tiefen Bewußtlosigkeit aufwachte, war das Korbbettchen, das schon immer in ihrem Zimmer gestanden hatte, fort. Das 5lindchcn sei zu zart, es habe sofort in ärzlliche Pflege kommen müssen, sagte ihr Aiann, und erzählte ihr jeden Tag, wjc es sich erhole und gedeihe— konnte er ihr sagen, daß es gleich nach der Geburt gestorben war? Aber cimnol— sie hielt ntich gerade wieder in der Hand und los von den Streichen der Kinder Susannes— da kam ihr die Wahrheit plötzlich durch den Raum zugeflogen, zugestürzt— und da siel sie zurück und riß im Fallen diese beiden Blätter heraus. Hätte sie nach ein wenig wcllcr gelesen, bis dahin, wo es heißt, daß die Freude an Kindern der größte-Selbstbetrug sei, vielleicht wäre sie nicht gestorben— vielleicht—" Schweigend schloß ich das Buch und ging schlafen. Ich warf keinen Blick auf meine glatten sauberen Freunde, die wohlbehütet und amnaßlich an den Wänden standen, lind halb in, Traum schon hörte ich das alle schwarze Buch sagen: „Ja. es ist sehr leicht, ansehnlich zu bleiben und keine Flecken zu kriegen, wem, man sich von fremden Schicksalen fern hält und nur das eigene kleine Leben lebt. Aber, sogen Sie selbst? Welchen Wert hat solch ein Mensch?" „Sprachen wir nicht von Büchern?" murmelte ich. „Alles dasselbe," sagte das Wachstuchwesen,„alles dasselbe." dem SBeickemfHH elegant gekleideter Herr, vielleicht höherer Beamter a. D., hob den Stummel auf und legte ihn andächtig in seine Brieftasche. Taraus entstand die Zeichnung:„Der Zigarettenftummel des Fürsten", auf der eine begeisterte Menschenmenge sich aus die Reliquie stürzt. Es war auch nicht mein Bestreben, vor den Gefahren der kaiserliche» Orientreisen zu warnen, als ich die Geister Barbarossas und Gott- frieds von Bouillon zeichnete, die aus den Ruiucii von Jerusalem einen Tropenhelm gesunden hatten, wozu ich Gottfried sagen ließ: „Lach nicht so dreckig, Barbarossa, unsere Kreuzzüge haben ja auch keinen Zweck gehabt." Ich halte das noch heute für einen sehr harn,- losen Humor und werde nie begreisen, warum ich damals sechs Mo- nate eingesperrt wordn, bin. Allerdings hatte mich der Leipziger Staatsanwalt(der„Simplicissinuis" wurde nämlich damals in Leipzig gedruckt) unter der Hand schon eiinge Male verwarnen lassen, ich solllc nichts mehr über Seine Majestät zeichnen, er wäre von Berlin aus wiederholt anigesordert worden, ciuzugreiien. Die Unterschungshast scheine mir viele Anregungen. Wie käst- lich war es, als ich bei der EiiUieferung mit einem berüchtigten Leipziger schweren Jungen zusanimen gebadet wurde. Und dann knöpfte mir der Gefängniswärter die Hosenträger ab. Aus meine erstaunte Frage belehrte er mich:„Das machen wer. dermit c: sich »ich u'chängen genn. un außerdem, wenn eencr eegal de Hasen nuf- hallen muß, gaun er nich so kut wechloosen." Ich trug dowols«ine sehr lange Krawatte und sagte ihm, daß die auch zum Aushängen genüge, aber so schlimm werde es wohl rm Untersuchungsgefängnis nicht sein.„Danke schecn," antwortete er, ,cha wärn mer den Schlips ähm ooch wegnähm, un wie es hier bei uns is, da wärn«e sich awwer wundern. Das i» Se nähmlich.�wenn's die hier zu kut hädden un fe wärn freigesprochen, da dähd'n«e's eegal wieder." Als ich dann den Abort meiner Zelle reinigen mußte, beschwert« ich mich bei dem Untersuchungsrichter. Der war ein sehr neller. liebenswürdiger Mann: und er ermahnte mich:„Malen S? doch lieber wieder Landschaften, da kann Ihnen so was nich passieren." „Weshalb veralbern Se denn eegal den guten Kaiser? Der hat's doch, wceß Kott uich leichtt" �Ia, er hat es nicht leicht." antwortete ich. Deshalb Hab« ich ihm auch auf einer Zeichming im„Simplt- cffsimus" die Worte in den Mund gelegt:„Das Volk ahnt ja gar nicht, wie schwer dad Regieren sst. Jeden Tag die Sorge, soll ich heute malen, dichten oder die soziale Frage lösen?" Der Unter- suchungsrichter rief erregt aus:„Un Majestät wird die soziale Frage lösen, allen Sozialdemokraten zum Trotz. Sin Sie vielleicht ooch so ä Vaterlands loser Geselle?� Ich beruhigte ihn:„Nein, Sogial- demakrat bin ich nicht. Aber viel« Leute sind mit dem Kaiser un- zufrieden. Wcim ich dann etwas über ihn zeichne, müssen die Leute lachen, und die geföhrlich« Spanmmg ist gelöst. Ich bin eins Art Sicherheitsventil." Das sah der Untersuchungsrichter nicht recht ein, aber tatsächlich sst es so ähnlich. Ohne es zu wollen, sst die Satire in Wo et und Bild eine Kunst, die, von Unlustgeftihien befreit, viele Schärfen mit der milden Salbe des Hmnors bedeckt. Wer lacht, sst nicht mehr mißgestimmt. Der Richter nnterhiett sich dann sehr leutselig mit mir über Kunst und Natur und zeigte mir sogar seine schöne Kakteen- smmnlung, die auf dem Bürosenster gedieh. Ich fragte ihn:„Warum gerade Kakteen? Die sind doch unter den Pflanzen die Satiriker? Die haben es gut bei Ihnen. Sie dürfen ihre Stacheln behalten. Gleiches Recht für alle. Herr Amtsrichter!"— Vielleicht ist es mir sogar gelungen, ihn zu überzeugen, daß die Künstler ihre satirischen Zeichmingen ebenso natiirnotivendig hervorbringen, wie der Kaktirs seine Stacheln. Es ist etwas, das man nicht lassen kann und nicht lernen. Es beruht auf einem geistigen Zustand. Der kann durch kein« Unter- weifung beseitigt oder hergestellt werden. Manchmal sind junge Laute zu mir gekommen, um mich zu fragen, wie sie es machen sollten, um satirische Zeichner zu werden. Ich konnte ihnen keine Anleitungen dazu geben und ihnen nur raten, ihre handwerkliche Ausbildung zu vervollkommnen. Das übrige kommt von selbst. Ich erzählte ihnen, daß ich in Düsseldorf bei Eduard von Gebhardt, dem ausgezeichneten Ndtler religiöser Bilder, viel gelernt habe. Jede Woche mußten wir Schüler nach einer gegebenen Ausgabe eine Komposition entwerfen. Einmal war das Thema: Ein Wiedersehen. Ich zeichnete einen Schnapsbruder, der sich an einem Alleebaum aufgehängt hat. Seine Freunde finden ihn und trinken dem Toten aus ihren Schnapsslaschen z». Der fromm« Meister hat mich nicht getadelt. Er hat nur gesagt:„Sie werden nie ein Historienmaler." Damals war die Bliilezett der preußischen HistorienntalereÜ Verherrlichung milltänscher Großtaten war für jeden Moler ein sicherer Weg zum Erfolge? mll» diese Maler hcranzuzüchten war her ausgesprochene Zweck der Kunstakademien. Politische Karikaturen gab ez in Deutschland kaum mehr. Es hatte sie wohl früher ge- geben, in bewegteren Zeiten, im Mtttelallcr, zur Rapoleonzeit und in der Gärung von 1848. Jetzt, in den achtziger Iahren, war jeder- n Knm nnt sich und der Welt zufrieden! Man fühlle sich geborgen in Bismarcks Schoß. Mit seiner Entlassung brach die neue Zeit heran. All« neuen Zeiten verkünden sich zuerst der ahnenden Seele des.Künstlers, wie auch Krieg und Revolution sich lange vor 1914 durch ein Ueberbordwerfen aller bewährter Traditionen in der Malerei bemerkbar machten. So trat fast gleichzeitig mll Bismarcks Verschwinden, aus innerer Notwendigkeit geboren, die satirische Wochenschrift„Simpli- csssimus" mit ihrem Woppeittier, der roten Bulldogge, auf den Plan. Sie hat alles, was foul war im Staate, zum Gegenstand ihrer Kunst erwähll. Man hat ihr deshalb zuerst den Vorwurf gemacht. sie habe eine negative Einstellung. Ich kann»tir unter negativer Kunst nichts vorstellen. Jedes Kunstwerk ist eine Schöpfung, also etwas Positives. Deutschlands heutiger Zustand ist so beschassen, daß es dem satirischen Zeichner nie an Motiven fehlen kann. Welch ein Unterschied gegen die Zeichnungen der früheren huntoristischen Fainilieirblätter! 3)ic„Ulünac« auf der Südfeeinfel Jnflation bei den yap Jnfutanern Bon all den Gcldsortcn, die die Menschheit erdacht und in Iii». laus gesetzt hat, ist wohl keine so grotesk ausgefallen, wie das Miihijtcingelo der Yap-Insulaner. Es„kursierte" noch zu Zellen unserer Kolonialherrschaft und machte unseren Finanzbehördcn bei Eintreibung der Steuern nicht geringe' Kopfschmerzen. Dieses Geld,„fä" genannt, besteht nämlich aus radförmigen Slragonit- platten von verschieden großem Durchmesser. Das größte Geldstück dieser Art maß drei Meter(!) im Durchmesser. Die„Münze" der Dap-Jnsulaner befand sich auf der südlich gelegenen Insel Polau, wo der Aragonit, ein Kolkspat, in hohen Wänden ansteht. Herrschte Ebbe in der„Gemeindekassc", so ordnete der betreisende Dorsbnnptting eine Expedition an, die das Geld auf der Nachbariissel beschaffen mußte. An den steilen Felswänden wurden große Gerüst« errichtet und«in Steinblock herausgearbeitet. Der Fels wurde dann durch ein Holzfeuer erhitzt und durch Ucber- schütten mit Wnsser geschreckt. � Das Gestein löste sich dann in Platten ab. Zum leichteren Transport wurden die Geidplatten durchbohrt, auf einen Baumstamm gesteckt und so zum Strand ge- rollt. Der Abtransport geschah auf Bambusslößen, die die Ein- geborenen mit dem Südwestwind nach der Heimatiissel treiben ließen. Mit den eigenen Segelbooten holte man die wertvolle Fracht und schleppte sse dann in den Heimathasen. Von der Ms- beute behielt der Häuptling die größten Stücke und zwei Füisstel der kleineren für sich, die übrigen verteilte er an die Expeditions- Mitglieder. Es ist verständlich, daß bei der Last der Ladung und den ein- fachen Transpvrtinittclit gor manche Geldsendung unterging. Eo hatte das Steingcls immer einen beträchtlichen und festen Wert. Seitdem jedoch der Transport durch europäische Schiffe wesentlich erleichtert wird, auch der zu befördernden Menge keine Grenzen gesetzt sind, hat der„Ilmlauf" an Steingeld rasch.zugenommen, wo- durch starke Geldentwertung eingetreten ist. Wie so manche Kultur- völker, sind also auch Viaturvölker von den zweifelhaften Freuden der Inflation nicht verschont worden Warum werden Gesicht und Hände bei Kälte blau? Die Kalle zieht die Arterien, welche das frische, rote Blut leiten, so zusammen, daß der rote Schimmer verschwindet, und dadurch ist den Venen, die das noch nicht durchs Herz gereinigte Blut weiterführen, Ge- legeuheit gegeben, sehr zum Vorschein zu treten und durch die Haut hindurch sichtbar zu sein. 3n Deutschland bestehen 23 Universitäten, davon 12 in Preußen. 3 in Bayern. 2 in Baden, je eine in Sachsen. Württemberg, Thüringen. Hessen. Hamburg und Mecklenburg-Schwerin. Außer- dem bestehen 1l> Technische Hochschulen, 6 Handelshochschulen, 4 Landwirtschaftliche. 3 Tierärztliche und 3 Forstwirtschaftliche Hochschulen, 2 Bergakademien. IL Hochschulen für bildende Künste und 11 Hochschule» für Musik. 3i. ameiiberi: Sm S£ß¥¥. Als cs klingelte, ging er ärgerlich zur Tür, da er in einer wich- tigcn Arbeit gestört wurde. Draußen stand eine Frau. Eine ziem- lich ärmlich gekleidete, ober noch junge, saubere, hübsche Frau init einem Marktnetz. Sie nuirmeltc etwas von Arbeitslosigkeit, hun- geradem Äind, Obdachlosenasyl und einer milden Gabe. Sonst siegte die Wirtschafterin solche Angelegenheiten zu regeln, aber sie war hinunter zum Kaufmann gegangen. Der Herr hatte nun selber öffnen müssen und stand der jungen Frau noch ganz in den Gedanken seiner Arbeit gegenüber. „Natürlich!" sagte er geistesabwesend und suchte in der Westen- tasch« nach einem Geldstück. Sie dankte sehr höflich und leise und wollle sich mit einer kleinen Neigung des Kopfes entfernen, als sich der Herr plötzlich mehr für sie zu interessieren begann. „Warten Sie!" rief er ihr zu. kommen Sie doch näher, Sie können Ihrem Kind ein paar Aepfcl und Süßigkeiten mitnehmen." Etwas zögernd folgte sie ,hm in das Zimmer, erfreut über die Aussicht, ihrem Kinde etwas Besonderes mitbringen zu können, aber auch etwas besorgt, als hätte sie schon verschiedene Crfahrun- gen gemacht mit Herren, die sie in ihr Zimmer baten, damit sie ihrem Kinde etwas mitbringen tonnte. „Sie scheinen sich ein wenig zu fürchten", sagte er.„Setzen Sie sich ruhig dort hin. Ihr Schicksal interessiert mich. Eine Frau wie Sie müßte doch eine andere Tätigkeit finden..." Sie schüttelte den Kopf. „Ich möchte gern, aber... Vielleicht finde ich wieder eine Aufwartestelle. Augenblicklich bleibt mir nichts anderes übrig. Wir sind vorgestern aus unserer kleinen Wohnung exmittiert worden und leben zur Zeit im Asyl. Mein Mann ist seit drei Iahren orbeitslos und verdient nur hin und wieder etwas durch Gelegen- heits arbeit." Sie suchte in dem Marktnetz nach ihrem Taschentuch und fand cz endlich zwischen verschiedenen kleinen Paketen, die wohl Stullen und andere kleine Galicn von mitleidigen Leuten enthielten und trocknete die wieder langsamer fließenden Tränen. Der Herr entleerte die Obstschale ln das Marktnetz und legte ein Geldstück auf den Tisch. Die Frau warf einen Blick darauf und fühlte ihr Blut in die Wangen steigen. „Sie sind jung und hübsch", begann der Herr, indem er das Muster der Tapete studierte,„werden Sie nicht manchmal von Männern belästigt, wenn Sie so von Haus zu Haus gehen?" „Ja. Gestern erst wieder!" sagte sie leise. Ihre Hand, die auf dem Wege nach dem Geldstück war, zog sich auf dem Tisch rasch zurück. „Man müßte etwas für Sie tun!" stellte der Herr fest. „Vielleicht wissen Sie«ine Auswartestelle für mich!" antwortete sie eifrig. „Sie sind jung, hübsch, haben«in« gut« Figur...". stellte der Herr weiter fest. „Was nützt das?" fragte sie bitter. „0, das kann heute doch manchmal nützen?" belehrte er sie. „Ich weiß!" sagte sie müde.„Manchmal halten Privatautos an und Herren winken mir zu. einzusteigen. Ich könnte in'Samt und Seide gehen, aber— ich liebe meinen Mann." Wie sie das sagte, sah sie ihn beinah« trotzig an. Stand nicht plötzlich etwas Feindseliges zwischen ihnen? Hielt sie ihn auch I für einen der Männer, die ihr aus ihren Autos zuwinken, um sie j irgendwo mitzunehmen? Dachte er, weil sie an seiner' Tür ge- j bettelt hat. sie wäre eine billige Ware, eine Frau, von der man ' für ein Fünfmarkstück alles verlangen könnte? Jetzt erst fiel ihr die Behaglichkeit des Zimmers auf. Es mochte für ihre Begriffe ein.Luxuszimmer" sein. Der Diwan mit den vielen seidenen Kissen verwirrie sie. Sie sah auäi ch» zum erstenmal schärfer an, mit kleinen, bösen, im Grunde leidcnschost- lichen Augen, und es war, als genierte sie plötzlich seine Hausjacke. Biellcicht brach in ihr jetzt etwas wie Haß auf. Haß gegen den Menschen, dem es besser ging, der nicht treppauf, treppab zu laufen brauchte, um an fremden Türen nach einem Almosen zu klingeln. Vielleicht hätte sie jetzt am liebsten die Aepfel aus dem Marktnetz vor ihn hingeschllttet und die Süßigkeiten, die sie für ihr Kind mitnehmen sollte, auf dem Parkett zertreten:„Wir wollen kein Almosen. Wir wollen Arbeit!" Cr merkte, daß in ihr etwas vorging. Sie sali die langen. langen Straßen, die sie schon gelaufen war, die vielen Treppen. die fremden Türen, die fremden Menschen. Ihre Knie zitterten. Ihr Gesicht hatte plötzlich«ine erschreckende Blässe. „Ist Ihnen nicht gut?" fragte er erschrocken. Sie versuchte zu lächeln. „Legen Sie sich doch ein Weilchen auf den Diwan! Ruhen Sie sich aus! Ich werde Ihnen von meiner Wirtschafterin etwas Abendbrot machen lassen!" Sie versuchte immer noch zu lächeln. „Was ist Ihnen?" fragte er irritiert. Plötzlich, ohne daß er ihr hätte behtlslicki sein können, schleppte sie sich doch zum Diwan. Streckte sich lang hin. Hielt die Hände an den Leib gepreßt. Er wußte nicht, wie er sich diese Situation erklären konnte. Ein toller Gedanke fuhr ihm durch den Kopf. Spiette sie Komödie? Wollte sie sich ihm anbieten? Auf dies« versteckte Art? Er trat zu ihr hin. Sie lag immer noch da, mit einem sonderbaren Lächeln, das aus Schmerz geboren war. Schweiß stand auf ihrer Stirn. Da sie sein Gesicht fatz machte sie eine bittende Hairdbcwegung. Es sah aus wie:„Verzeihung! Ich kann nichts dafür!" Die Schmerzen schienen jetzt nachzulassen. Sie konnte sich auf- richten. Aber jetzt war sie sehr verlegen, da sie glaubte, eine Er- klärung abgeben zu müssen. Sie sah ihn plötzlich fest an:„Ein zweite- Kind, Herr!" Er war verwirrt.„So!" sagte er ziemlich fassungslos. Sie hatte sich inzwischen völlig erHoll, nahm ihr Marktnetz und— mit leisem Zögern— dos Geldstück vom Tisch, dann ging sie.„Danke!" hatte sie leise gesagt Der Herr blieb nachdenklich zurück. Ihm war. als hätte er ihr eigentlich danken müssen, daß sie das Geld, die Aepfel und die Schokolade angenommen.„Ein zweites Kind!" dachte er.„Der Mann ist arbeitslos! Sie muh manchmal betteln gehen. Aber— ein zweites Kind! Und sie hat noch gelächelt!" Er hotte an diesem Abend sehr revolutionäre Gedanken.„Man müßte olles besser einteilen: Besitz, Arbeit, Güter! Solche seidenen Hausjacken müßten uns wie ein Nessiishcmd am Leibe brennen. auf diesen Kissen dürsten wir kein« Ruhe finden, so lange noch Arbeustose auf der Straße liegen!" Aber dam, bat die Wirtschafterin zmn Abendbrot Und später, als er sich die Hausjacke auszog, um für die Nacht in sein Pyjama zu schlüpfen, dachte er:„Was bin ich? Was kann ich helfen? Ein Einzelner!" S)ie MerhuuU der SSrille Während man früher annahm, daß es Brillen schon um das Lahr 2000 v. Chr. gegeben hat— man wollte Brillen im Königs- palast von Knossos auf Kreta, am Berge Ida und in Sarkophagen Karthagos gefunden haben—, machen neuere Untersuchungen von Professor Dr. Greefs es wahrscheinlich, daß üie Brille erst in, zwei- ten Jahrtausend n. Ehr. erfunden wurde. Brillen vor lZOO sind nicht erhallen geblieben und im allen Rom kannte man nur die vergrößernd« Wirkung einer mit Wasser gefüllten Glaskugel, schrien aber di« Vergrößerung nicht der gekrümmten Fläche zu. sondern faßte sie als Wasserwirkung auf. Bekannt« römische Schriftsteller, wie Cicero, Nepos u. a„ klagen über die Abnahme der Sehkraft im Alter und daß die Acrzte kein Mittel dagegen wüßten: erwähnen aber nichts über Lupen und Brillen. Erst als der im zweiten Jahr- hundert n. Chr. lebend« griechisch« Astronom und Mathematiker Ptolemäos in Alexandrien erkannte, daß das Licht an gekrümmten Flächen gebrochen wird, waren die ersten Ansätze zur Entdeckung der Brille gemocht: aber erst um das Jahr 1300 wurden die Brillen mit konvexen Gläsern erjunden und zum ersten Male um diese Zeit in einem Erlaß des Hohen Rates von Venedig erwähnt. Ein wrn Raffael um 1317 gemaltes Porträt des Papstes Leo X. zeigt, daß um dies« Zeit auch die Kontavgläser für Kurzsichtige bereits bckanitt waren,'da der Papst mit einem solchen Glas dargestellt ist. Zuckerspuren im Bernstein. Mikroskopische Spuren von Zucker. die. stet« in Verbindung mit Insatten, in Bernstein eingeschlossen gefunden wurden, sind vor kurzem von dem Berliner Forscher Pros. Dr. Grüß untersucht worden. Es ergab sich, daß der Zucker durch 00000 bis 80 000 Jahre im Bernstein entfallen mar, ohne sich irgendwie zu verändern. Er kam in diesen, als die Insekten, und zwar Bienen oder Schmetterlinge, also Honigsammler, oder aber Blattläuse, die aus grünen Pflanzen Zuckersaft saugen und ihn in ihrem Körper zu Honigtau, einem besonders von Ameisen sehr ge° schätzten Süßstoff umwandeln, sich in dem später zu Bernstein er- härteten Harz der Kiesern an den Baltischen Küsten voriinfan. Der Bernstein erweist sich somit als ein unübertreffliches Konscr- vierungsnüttel, das sogar mikroskopische Spuren organischer Stoffe. die sonst so leicht der Zersetzung ausgesetzt sind, durch Jahrtausende unverändert zu erfalten vermag. wie alt werden Schildkrölen? Man macht sich leiten einen Begriff von dem hohen Aller das Tiere erreichen können. Als besonders alt gilt z.B. eine Riesenschildkrötc im Londoner Zoo- logischen Garten, die das erstaimiich hohe Mer von 300 Jahren haben soll. Allerdings fanden neue Nachforschungen von E. Kor- schell, daß dies« Zahl bestimmt zu hoch sei: trotzdem schätzt er das Alter der Londoner Riesenlchildkräte mindestens aus 200 Jahre. Es gibt auch noch einig« andere Riesenschildkröten, deren Alter man zwischen 100 und 200 Jahren annimmt. Die Redensart,„das Tischluch zwischen uns ist zerschnitten". rührt von einer symbolischen Handlung her, die im Mittelaller üblich war. Hatte ein Ritter die Smndesehre verletzt, so wurde durch einen Herold bei der Tafel an seinem Platze dos Tischtuch durchgeschnitten, sowie sein Teller und dos Brot umgekehrt. n s- 25 ETZ? ZU DIESEN PREISEN OOewMf-im C MI S 9- 9-£ awif KaManiien 40 95-j-www l«, grau, 24 cm scnuaseiD.«».....™ so, xasseroiien 85 liasserollen mit Ring, grau, 16 cm 30? Kasserollen.4 cm 35 � ülasserKessei �Äcml95 Sctimoriöoie mit Ring, 16 cm 65 Schmortöpfe brau». 24 cm 22 cm 20 cm 18 cm 1.35 90w 75 w 50w Bkutpfanaan oiit stiet. ,0- 25-„ manaen.....«. 7s saiz-odeJeniinesienc'stuOS� sanuseiie-sodaÄ'iros. 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Siücli M» W � ßOriflOilO min tucniri in B A UÜUUünG Tun oll Cnemui tu hMr wU j Batterdrsen«...... 50 Bulterdosenrir.a.« 95. liallaasaaaaa!N"!".i!!i95. liaüeetestier mit Detoi 85. Aluminium Bkal-MMWili-.»�' MIHBple........45. iMhaiinea...... 95. BMessei....95. MiicmiiDie........ 45. MlMlüiar...... 95. Bratalannen....... 45. üallealilier....... 45. Eaaeniragar.......95. Wirtschaftsartikel BalDemasiililH 4175 emaSliert. S Rund- 090 me**or.<9 isolierllascuen komplett 6S Kaneemünifiii sät? 1,s NMMMIei! 295 HeiZHiSSen w» ajahraoaruuc uiiegemesser 695 20 i i brth 75. B8Mlfill2ÄSÄ254 SaialDestecKe 12 cm 25 SEIFEN imreinGroiiettenseilefli) leteni bnwhMIgi,. HU. ssiEaudecoscpe-seifsfin im CellophanbTütPi.. vV S SMi« sl»iat!S«!Slli lllj »01 1 Uarilcht.iCelluplui.teulal. 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Sin» Meldungen unter Zahlung der Einschreibegebühr von 59 Pfennig werden dort noch entgegengenommen. wcllcroussichten für Berlin: Sehr mild, überwiegend bewölkt, etwas auffrischend« südwestliche Wind«.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten noch beständig, zeitweise neblig mit Nacht- frästen: im übrigen Reiche mild und meist bewölkt, strichweise schwacher Regen. Briefkasten der�edakiion. 5t. 8-, flöpcmäct Straß«. Walter Siremp«!, B«rNn E. 2, Aalfcr. Wilhelm- Straß«- 13. Lsoyd-Mittelmeerfahrien 1932. Der Sonne entgegen— aus dem Winter unserer Landschaft führen die vier billigen Mittelmeersahrten, die der Ziorddemsche Lloyd Bremen ab Februar d. I. veranstaltet, mitten in den blühenden Frühling der Länder des Südens. Jede nähere Auskunft und Prospektmaterial über die Lloyd-Mittelmeerfahrten ist durch die hiesige Vertretung des Norddeutschen Lloyd, Bremen, jederzeit erhältlich. R' (> Theater, Lichtspiele usw. Staats TUealCT Sonnt«4, den IT. Jairaar staatssper onter den Linden |• 19 Uhr Die WaikQre iialtLStesitte Sjcderaomitt 20 Uhr Waüsastelns Tod Schiller-Theater OurMtiekirv 20 Uhr nte göttliche Jette TIqI. 5 n. 81/2 Uhr• Barbarossa 9256 DAS N EU C MATRAY-BAULETT ti. weiter« erstklassige Attraktionen Tägl. 8l/,Uhr: SO Pf. bis 4.- M TUgl. B Uhr l 40 PT. bis 2.. M Täglich, u. 8,15 Uhr Sonntags 2,1 1.I5U. D/, II!» n sr- nSülgtoD Proisen. Dis ceus Programm mit i Burtake „So'n Reinfall!" Preise abdebaut!_ »v.uhr CASINO-THEATER«'/. vi» Lothringer Strahc 37, iiifitiiiiitf«iiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimiiininifniiiiiiiiiHainRai«imii Nur noch wenigeAuffUhrungen Was man ans liebe tut Oazu die desangs- und Tanz- Operette Das Scheidnngs• Sonper und der bunte Varie-'i-TelL Outscheln 1-4 Personen: Parkett 30 PI., Fauteuil I.— Mark Sessel 1.50 Mark. Mittelmeerfahrlen tgN Aoskunft und Prospekte durch unsere sämtlichen Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN in BERLIN: Unter den Linden 1(Hotel Adlon), Fernspr. Sommel-Nummor A 2 Flora 6601 Kurlürstendamm 17. Fernspr. J 1 Bismarck 2284/ Invalidenstraße 93, Fernspr, D 2 Weidendamm 2241 u. 7966/ Unter den linden 22(Weltreiseböro Union G.m.b.H.) in POTSDAM; E. RSßler, Brandenburger Straße 32 Oeutsdies MM Der Raub der Sabinerinnen Regie: Hans Deppc. Albert Bassermann, Fell* Bressart L Höflich. Richard Die Komödie «Vt Uhr Die nemo-Banü von Louis Verneuil mit HaxPallenberg RuriQrstenflamni- Thealer I 1 448- S'/i Uhr nahadonny von Brecht u. Weill Hesterberg, Weira Lenja, Hoerrraann Theater(m AdmlralSDaiasi Täglich«>/. Uhr Gitta Aipar in Die Dabarry Preise v. 0,50 M. an Rose-Tbeater jreSi Frnktirter Sinti 111 Tri. Weithui E 1 3422 3 und 6 Uhr Eine f�au von Format 9 Uhr JUDendireuRde. rKomBdlenhausn 0 Z, WridHdanm 6301 Täglich S>A Uhr Gastspiil Gni|ipe jimgu "' itabit' Die Mutter »dl dm Giitisdin Reeiai von Bort Brecht PmtsevonSOPt an Pbilbarmonle 8 Uhr SlDfODie-RODZÜlt J.Phllharmon.Orch Dir ig. 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Anschließend: Frühkouzert. 11.15: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Spitzenleistungen der Frau. 15.40: Verkehrsprobleme jetzt und früher. 16.03; Dichtung des katholischen Deutschlands der Gegenwart. 16.30: Lieder. 16.50: Klassische Klaviermusik. 17.30: Jugendstunde. 18; Kann Optimismus uns gesund machen? 18.20; Wirtschaftler zur Gegenwart. 18.55: Die Funkstundc teilt mit.... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungskonzert 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20:„Zum 18. Januar". Anschließend: Aus Leipzig: Konzert 21.15; Aus Bismarcks Gedanken und Erinnerungen. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 19. Januar: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 11.15: Mittagskonzert 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Aus Köln: Konzert, 15.20: Hausfrau und Angestellte. 15.40; Der Kampf gegen den Verbrecher. 16.05: Eine Woche auf dem weißen Nil. 16.30: Aus Leipzig: Konzert 17.30: Jugendstunde. 17.50: Bücherstunde. 18.20: Unterhaltungsmusik. 19: Stimme zum Tag. 19.25: Die Funkstunde teilt mit.... 19.30: Erich Ebermayer liest eigene Dichtungen. 20: Konzert 22; Das Ende des britischen Freihandels. 22.40; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. s Berliner Rundfunks. im Reichsgericht 11.30: Mittagskonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14; Aus Köln; Konzert 15.20: Falsche und richtige Sparsamkeit, 15.40: Heutige Lebenskunst 16.05: Ein Deutscher baut die erste amerikanische Bobbahn. 16.30: Konzert 17.10; Lieder und Arien. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Von der bildenden. Kunst 18: Nur ein kleiner Schnupfen. 15.30: Unterhaltungsmusik. 19.05: Die Funkstunde teilt mit.... 19.10: Stimme zum Tag. 19.20: Gefährdung der Forschung? 19.40: Konzert 20; Hanns Jobst liest eigene Dichtungen. 20.30; Konzert. 23: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Freitag, 22. Januar: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 11.15: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20; Unter Palmen. 15.40: Zum 200. Geburtstage von Beaumarchais am 24. Januar. 16.05: Alte Violinsonaten. 16.30; Das neue Buch. 16.40: Unterhaltungsmusik. 17.40: Gerhart Pohl liest aus seinen Essays:„Vormarsch ins 20. Jahrhundert". 18: Für die Jugend. 18.30; Chorgesänge. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Der Hörer und sein Apparat. 19.30; Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht 20.15: Aus Breslau: Klassische Fragmente. 21.25: Konzert. 22.20; «Politische Zeitungsschau. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Stunde für die Winterhilfe. Sonnabend, 23. Januar: 6.30: Funkgymnatik. Anschließend: Frühkonzert. 11.15; Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Bunte Stunde. 15.20; Jugendstunde. 15.40; Wie eine Wochenschau entsteht 16.05; Unterhaltungskonzert, 18; Die Erzählung der Woche. 18.25; Für den Siedler und Kleingärtner. 18.40; Kleine Liedesgeschichte in Volksliedern. 19.10: Stimme zum Tag. 19.20: Die Funkstunde teilt mit.... 19.25: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.30: Aus Leipzig: Nikisch-Qedenkfeicr. 20.25: Tages- und Sportnachrichten. 20.40: ..Väter und Söhne". Funkpotpourri. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Mittwoch, 20. Januar: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle; Schulfunk. 11.15: Mittagskonzert 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Kinderschlitz im Strafrecht. 15.40; Von Wanderbühnen und Schmierentfaeatcrn. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Lieder. 17: Die Berufsorganisationen und ihre Grenzen. 17.30: Günter Eich liest eigene Gedichte. 17.40: Jugendstunde. 18.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.25; Konzert. 18.55; Von der französischen Revolution bis zum Wiener Kongreß. 19.25: Die Funkstundc teilt mit... 19.30: Stimme zum Tag. 19.40; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.45: Unterhaltungsmusik. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10:„Das Notwendige und das Ucbcr- filflssige". Posse von Johann Nestroy. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 21, Januar: 6.30; Fnnkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 9: Aus Leipzig: Besuch Könlgswusterhausen Sonntag, 17. Januar; Ab 6.45«. Ucbertragung aus Berlin. 11: Menschen im Kampf ums tägliche Brot. 14: Elternstunde. 15: Lesestunde. 15.30; Magie des Segellluges 18: Menschen im Beruf 18.20; Die Lebenswelt der jungen Generation in der Gegen- wart. Dcutschlandsender: 19.20; Ucbertragung aus Berlin. 19.50: Bericht zum Winterhilfswerk der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege. 20.03: Aus Leipzig; Franz-Lehar-Abend. 22: Konzert. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend; Ucbertragung aus Berlin. Montag, 18. Januar: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nacliniittagskonzcrt. 17.30: Entwicklung und Sinn in der modernen Kunst. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern, 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19.25; Dentschhrtd wd dl« Abrtetatr l>eotfc»!«ad«entf«n 20: Ucbertragung aus Berlin. 20.30: An» Leipzig: Reichsgründungsfeicr. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend; Ucbertragung aus Berlin, Dienstag, 19. Januar: 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30; Vom Wesen historischer Größe. 18: Die soziale Krise in England. 18.30: Die Musik in der Einheit der Künste. 18 55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Fort- geschritteine. 19.30: Kann sich Deutschland wirtschaftlich unabhängig machen? Dcutschlandsender: 20.15: Unterhaltungsmusik. 21: Tages- und Sportuacb- richten. 21.10: Ucbertragung aus Berlin. 22: Politische Zeitungsschau. 22.15: Wetter-, Tages-, und Sportnachrichten. Danach: Aus Hamburg: Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 20. Januar: r 16: Erziehungsfragen im Zeitalter der Technik. 16.30: Aus Hamburg: Nach- mittagskonzert. 17.30: Des Knaben Wunderhorn. 18: Das Unheimliche in der Weltliteratur. 18.30: Giftgase und Gasschutz. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Beamten. 19.30; Weltkrise und Sozialpolitik. Deutschlandsender: 19.30; Aus Leipzig: Volksmusik des Vereins Leipziger Zitherfreundc. 20: Aus Breslau: Bunte Reihe. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Donnerslag, 21. Januar: 16: Aus der Arbeit der ländlichen FortbUdunssschule. 16.30: Ans Berlin: Nachmittasskonzert. 17.3«: Die Vermittlung von Lehrcrstellcn an deutschen Auslandschalen. IS: Der Urmensch als Jäger und Fischer. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.5»: Stunde des Landwirts. I0.2S: Bilder aus dem heurigen Rußland. 19.50:„Ohne Arbeit". Eine Höriolge. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Freitag, 22. Januar: 16: Religionsunterricht und Konfirmandcnnnterrlchf. I6J0: Am l.etprlg: N'achraittagskongert. 17.3«: Goethes kulturrevolutionäre Bedeutung für die Krisis der Gegenwart. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.30: Hausmusik. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.30: Arbeiterstunde. Dcutschlandsender: 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Ans der Städt. Oper. Charlottcnbnrg: ,.Dio verkaufte Braut". Oper von Smetana. Anschließend: Ucbertragung Itzs Berlin. Sonnabend, 23. Januar: 16: Pädagogische Bücherstunde. 16.30: Aus Hamburg: Nachmlttagskomcrt, 17.30: Viertelstande für die Gesundheit. 17.50; Viertelstunde Funktechnik. 18.05; Die letzten Trümmer einer afrikanischen Hochkuitur. 18.30: Die Psychologie der Geschlechter. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 20.25: Stille Stunde. Ueutscblandsender: 19.30: Ucbertragung aus Berlin. 20.35: Aus Hamburg:„Janmaaten. Teerjacken und seute Decnis". Ein lustiger Abend von der Wasserkante. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend; Ucbertragung aus Berlin. aVnr hei Vunderfäller Halter und Name absetzt, geschützt Kein Ad schrauben mehr. drehen, der Heiter tei gefüllt l£ Für Beamte Angestellte, Vielschreiber Goldfink Groß, A*50 Werbe- P* i elpzfgerSfr. 1 13, EckeMauerstr. FrMnchstr, 143, am Städtbahnhof ifj Halter MM Tauentzienstr. 4, am Witten- m 163. Ecke Seh renstraCe Goldfink M® h ergplatz„ 183, Ecke Mohrenstr. 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