BERLIN Sonnetttag 21. Januar 1932 10 Pf. Nr. 34 B 12 49. Zahrgang ersckeiklttSzllchaußtrGsllutags. Zuzlcilt, ilb«>dautg»d« des.23cr»ärtj'. Bezugspreis für belle Ausgabe« 7Ä Pf. per Woche. 3,Zi W. pro Wooat llasou s? Vf. weuatlich für Zuftelluug ius Haus) iu> voraus i-hlbar. V o st b e IU« 3,97 M. ewschlieglich K0 Pf. Postjeituugs- »ird 72 Pf. Vestbestellgebihre». SfuUcuityaße xte& ffltoiHVasds Auzelgeupreis: Tie eiuspaltlge Millimclerzclle 30 Vf. Reklainezcile 2.— M. Ermäßigunzen nach Tarif. Vostfcheckkonte: ZZorwärts-Berlag G.m.b.H., Berlin Rr. 37SZ«.- Der Lerlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anjeigen vor! Redaktion und Expedition: Berlin SWbS, Lindcnstr. 3 ixerusprecher: Dönhoff(AT) 292—237. Nazi-Zellen in Gewerkschaften Die Pläne des Braunen Hauses Die Reichsleitung der NSDAP, bringt die nachstehenden vertraulichen Richtlinien für die Arbeit der Betriebsfunktionäre„mit allem Nachdruck in Erinnerung": „Für die Werbung in den Betrieben ist die genaue Kennt» n i s der nationatsozialistischen E i n st e l l u n g zu den Gcwerk- jchasten unbedingt erforderlich. Jeder Arbeiter und jeder An- gestellte fcnm und soll in seiner Gewerkschaft bleiben, auch in der sreigeVerkschatttichen, soweit er überhaupt organisiert ist. Mit anderen Worten: wirtschaftlich steht er in der Gewerkschaft, politisch jedoch gehört er zur NSD'AP. Keine Geiverkjchaft ist in der Lage, ihn nur deshalb, weil er Nationalsozialist ist, hinaus- zlnversen; und die Mitgliedschaft in der Gewerkschost verträgt sich durchaus mit der politischen Zugehörigkeit zur NSDAP. Die Stellung des Parteitührers lautet: Die NSDAP, sieht in den Betriebszellen-Organisationen die Grundlage, von der aus zu gegebener Zeit die Schaffung eigener nationalsozialistischer Berufs- gewerkschaften in Angriff genommen werden wird. Bis dahin haben die Pg., die als Arbeiter, Angestellte oder Beamte tätig sind, in ihren heutigen gewerkschaftlichen Verbänden zu verbleiben� und dort, gestützt auf die von diesen verbänden statutarisch verbürgte Partei- politische Ifcutralitäl. jede Propaganda zugunsten der marxistischen und demokratischen Parteien zu verhindern. Im übrigen bietet das Verbleiben in den bestehenden Gcwerk- schatten, trotz der offenkundigen Mängel, mit denen diese behaftet sinkt, dem einzelnen Arbellnehmer auch wirtschaftliche Vor- teile, die nicht von der Hand zu weisen sind." Diese Richtlinien der Parteileitung gehen mit einem von der G a u l e i t u n g Berlin gezeichnetem A n- schreiben an die Vertrauensleute der Betriebszellen. Darin wird versichert, daß die nationallozialistische Agitation bereits„unverkennbar eine kräftige Zerfchlagung der reaktionären Kräfte bewirkt" habe. Damit fei zedoch nicht gesagt, daß die Reaktion schon endgültig besiegt ist. Immerhin hat der nationalsozialistische Kampf diese Reaktion zu stellen gewußt und ihre Front durchbrochen und durchlöchert. Denn es heißt weiter: „Nicht so das marxistische Lager! Trotz seines großen politischen Mißerfolges... ist es im großen und ganzen u'ii erschüttert ge b l i c b c n. Die Gründe hiersü? liegen nicht nur in der beinahe religiösen Hoffnung auf den Marxismus, sondern vor allein auch in der beispiellos festen organisatorischen Verankerung der Arbeiterschaft in ihren Organl- sat'ionen. SPD., KPD., Gewerkschaften. Sport- und Kulturvereinen. Genossenschosten usw. Die gelegentlichen Einbrüche der national- sozialistischen Bewegung in die marxistische Front dürfen uns darüber nicht hinwegtäuschen, daß der Vlarxismus in seiner Gesamtheit bisher von uns ernsthaft nicht getroffen worden ist. 3m Gegenteil: eroberte Positionen gingen der NSDAP, oft genug durch falsche politische Stellungnahme und taktische Fehler wieder verloren. Vorhandene Sympathien in der Arbeiterschaft verstanden wir nicht auszunutzen. Der Verlust war ein doppelter: er zeigt die Ilnsähig- keit der Parteileitung, sich gänzlich aus das Niveau der Arbeiterschaft einzustellen(nur so kann man nationalsozialistische Arbeit be- treiben), und die dadurch verursachte Abtehr der mit uns sympathi- sierenden Teile der Arbeiterschaft vom Nationalsozialismus zum Marxismus. Die Gewinnung dieser marxistischen Arbeiterschast bleibt jedoch trog dieser Fehler die Hauptaufgabe der NSDAP." So gibt die„Gauleitung Berlin"— das ist Goebbels — also offen den bisherigen Mißerfolg der Hakenkreuz- lenschen Propaganda in der Arbeitsgemeinschaft zu! Offen — das heißt nur in vertraulichen Rundschreiben! Nach außen treibt man die„Hib"-Propaganda. Im geheimen will man die Zersetzung der Gewerkschaften durch Nazi-Zellcn betreiben! Die Gewerkschaften denken aber gar nicht daran zu warten, bis die Hakenkreuzler so weit sind,„eigene Berufs- organisationen" aufzuziehen. Inzwischen wird die Braunhemdengarde sich nock) oft an den Gewerkschaften die Zähne ausbeißen. Der Mutweg nach Felseneck Mißlungenes Täuschungsmanöver des GA.-Trupps St« Zeichnung Itsttt deullMi erfehen, da# die VaHonaifoaiglHlcn nicht den kürseflen iTeg mr Zfeimkehr genrählt haben. Neben der gerichtlichen vornnlersu chung, für die bereits ein Untersuchungsrichter bestellt worden ist. werden die polizeilichen Ermittelungen zur Klärung des nächtlichen vonden- übersalls der Nazis auf die Kolonie„Felseneck" in Reinickendorf energisch weiterbetrieben, lieber 50 Personen, meist SA.-Lenle der verschiedenen SA-Stürme aus den nördlichen Vororten, befinden sich noch im Pollzeigewahrsom. Die verhöre gehen unims- geseht weiter und nach verschiedenen an der Schießerei beteiligten hakenkrcnzlern wird zur Zeit noch geforscht. Wie aus der nebenstehenden Skizze hervorgeht, haben die Haken- krcuzler einen großen Umweg gemacht, für den sie keine stich- haltige Erklärung abgeben können oder wollen. Sie find, wie bereits gemeldet, die Graf-Roedern-Allee hinuntermarschicrt und dann einen längs der Bahn führenden Steg eingebogen. Im Laubcngelände zwischen der Graf-Rpedcrn-Allee und der Kopen- Hagener Straße soll nach Aussage des Sturmführers angeblich ein SA.- Mann naincns Weincrt wohnen, den man nach Hause begleitet hatte. Als der in Haft befindliche Hakenkreuzlcr die Laube näher bezeichnen sollte, wo der vermeintlicke Weinert wohne, vermochte er keine näheren Angaben zu machen. Wenn maii dreist als wahr unterstellt, daß dort ein SA.-Mann wohnt, warum hat dann der ganze Trupp nicht kehrt gemacht oder hat einen nahe- liegenden Feldweg benutzt, der direkt nach Reinickendorf-Ost führt? Es bestanden also vielerlei Möglichkeiten, einen anderen Weg zu wählen, aber die Nazis gingen den Feldweg weiter, wohin ihnen der Polizeiwagen wegen des schlechten Fußweges nicht zu folgen vermochte und bogen in einem spitzen Winkel in den Schönholzcr Weg ein. Nach Aussagen der Nazis bc- fanden sich in dem Zug allein 50 SA.-Leute aus Reinickendorf-Ost. Mußten also die vereinigten Stürme, nur um angeblich drei ,.Pg.s" an besonders gefährdete Stellen zu bringen, an dem Marsch teil- nehmen? Dos waren Fragen, die den festgenommenen Hakenkreuz- lern höchst unangenehm waren und auf die sie die Antwort schuldig blieben. Der Umweg zur„Strafexpedition", die zweisellos in dem Waidmannsluster Lokal genau durchgesprochen worden ist, beträgt annähernd 4 Kilometer. Nichts, auch rein gar nichts kann mehr die feststehende Tatsache verwischen, das, der Marsch auf die 51olonie„Felseneck" planmäßig vorbereitet und entsprechend durch- geführt worden ist. Die Nachricht eines Berliner Varmittagsblattes. daß die Politische Polizei bereits die Täter kennt und daß Kriminalkommissar Dr. Braschwitz die Verfolgung der flüchtigen Täter, die versuchen wollen ins Ausland zu entkommen, aufgenoinmen habe, werden vom Polizeipräsidium als Phantasie bezeichnet. Dr. Braschwitz hat gestern Berlin verlassen, um in einem in Altana stattfindenden Prozeß als Zeuge aufzutreten. Wo bleiben die Taten? Gefährdung des pensionskürzungsgefehes Der Haushaltsausschuß des Reichstags begann heute mit der zweiten Beratung des vielumkämpfen Pen- sionskürzungsgesetzeS. Sie führte sofort bei Beginn zu grundsätzlichen Erörterungen und zeigte die gegensätzlichen Fronten so stark, daß das ge- samte Pen sionsknrzungsgc setz als g e f ä h r- d e t zu betrachten ist. Die notwendige Zweidrittelmehrheit, die die Voraussetzung für eine klare Gestaltung des Pensionsrechts ist, erscheint im besonderen deswegen heute als ganz unwahrscheinlich, weil die National- s o z i a l i st e n an der Beratung nicht teilnehmen und sich damit der entscheidenden Ztellnngnahine entziehen, ob- wohl sie draußen mit der übelsten Setze gegen die hohen Pensionen vorgetäuscht haben, als ob sie für einen Abbau der Pensionsgewinnler seien. Für die zweite Beratung sind viele Dutzende von An- trägen eingebracht. Das Reichssinanzministerium hat seine Aende- rungsanträge durch das Zentrum einbringen lassen Der 2Ibg. Ersing(Z.) begründete die durch ihn eingebrachten Aenderungsanträge der Regierung damit, daß durch das neue Pensionskürzungsgesetz sämtliche entsprechenden Teile der einzelnen früheren Notverordnungen, soweit sie die Peiisionskürzungeii betreffen. mit zusammengefaßt werden sollen, um eine einheitliche rechtlich sicher- Gestaltung des Pensionsrechtes zu schaffen. Dieser einleitenden Erklärung folgte eine ganze Serie von Er- klärurtgen der Parteivertreter. Der Kommunist T o r g l c r betonte, seine Partei sei bereit, für das Pensionskürzungsgesetz in der Fassung der ersten Lesung zu stimmen. Die jetzt neueingebrachten A ender ungsvor- schlüge bedeuteten aber eine solche Verschlechterung, daß die Kommunisten das nicht mitmachen würden. Abg. Keil gab für die Sozialdemokratie folgende schriftlich formulierte E r- t l ä r u n g ab: „Die sozialdemokratische Fraktion ist der Aussassung, daß weder die Notverordnung noch der Gesehentwurs über die Pensions- kürzung den wünschen der großen Mehrheit des Volkes entspricht. wenn die sozialdemokratische Fraktion in der Lage wäre, die Pensionsgesehgebung nach ihren Aussassungen z» gestalten, so würde sie in einer Reihe von Einzelfcagen über die Regelung hinausgehe», die von der Regierung beabsichtigt ist. Sie würde besonders eine Begrenzung der Pensionen nach oben treffen, die ent- sprechend der gesteigerten Notlage des Volkes erheblich unter dem Sah von 12 000 M. im Zahre bleiben würde und das Einkommen des Pensionärs aus andercu Quellen, namentlich auch aus Vermögen, in verstärktem Maße auf die Pension anrechnen. Die sozialdemokratische Fraktion ist sich jedoch bewußt, daß eine durch die höchsten Gerichte nnanfcchlbarc Neuregelung dcs Pensionsrechts nur durch eine Zweidrittelmehrheit dcs Reichstags zu erreichen ist. bereu Zustandekommen auf der Grundlage der iozialdemokralischeu Zluffaffuug unter den obwalten- den Mehrheilsverhälknissen ausgeschlossen ist. Zu dieser Tatsache trägt namentlich der Umstand bei, dah die 7t a l i o n a i- s o z i a l i st i s ch e p a r l ei. die dem Volke bei jeder Gelegenheit eine radikale Lösung verspricht, sich im Reichstag der Mitarbeit auch bei dieser Frage entzieht und damit praktisch zum wert- vollsten chelfershelser der GrohpensionSre und der Doppelverdiener wird. Sei dieser Sachlage bleibt der sozialdemokratischen Fraktion nichts anderes übrig, als unbeschadet ihrer grundsählichen Auf- fassung an einer Lösung mitzuarbeiten, die die verfossungsmSszige Mehrheil findet und gleichzeitig die schlimmsten Mißstände beseitigt. Ob das gelingt, hängt davon ab. in welchem Umfange die anderen Parteien bereit sind, zu einer solchen Lösung beizutragen. Die sozialdemokratische Fraktion muß sich daher ihre endgültige Stellungnahme zu den gestellten Abänderungsanträgen vorbe- halten." Der Vertreter der Deutschnationalen. Abg. Laverenz, antwortet«, daß seine Partei den Pensionskürzungen grundsätzlich ablehnend gegenüberstehe. Der vorliegende Gesetzentwurf nach den Beschlüssen der ersten Lesung sei«ine Zertrümmerung des gegenwärtigen Pen- sionsrechts der Beamten. Man mache aus dem Psnsi.'nsanspruch ein« Unterstützung im Wohlfahrtswege. Auch die Aenderungsan- träge änderten di« Linien dieser Absichten nicht, deswegen würden die Deutschnationalen gegen den Gesetzentwurs bleiben. Abg. R o ß m a n n(Soz.) betonte eindeutig klar, daß von einer Umwandlung des Pensionsrechtes in Wohlfahrtsrenten nur der reden könne, der eine Aenderung nicht wolle, die dem sozialen Emp- finden der breiten Massen entspreche. Schon vor dem Kriege hätten in einer Reihe einzelner deutscher Staaten entsprechende Bestim- mungen bestanden, die eine Begrenzung und Kürzung der Pensionen nach oben vorsahen. Nach dem jetzigen Entwurf bs» ginne die Kürzung der Penstonen erst bei 7000 M. und 9000 M., das seien doch wirklich keine Wohlfahrtsrenten. Selbstverständlich sollte dos Pensionsrecht für die großen Massen der Beamten als erdtenter und wohlerworben.« r Anspruch bestehen bleiben, aber die Auswüchse müßten beseitigt werden. Der Zentrumsabgeordnete E r s i n g griff daraus den deutsch- nationalen Abg. Laverenz sachlich außerordentlich scharf an. Das Zentrum werde auch die weitere hetzerische Agitation der National- sozialisten in der Pension-frage zu ertragen wisien, aber die Teutschnationalen scheinen nicht sehen zu wollen, was im Volke »erlangt werde Bei den hohen Pensionären fehle wilunter völlig das Verständnis für die Lage Deutschlands. Ein General habe ihm geschrieben, mit 800 oder 900 M. Pension mona'lich könne er nicht auskommen, er habe doch auch noch nationale pflichten zu erfüllen. Der Bcamtenvertreter der Deutschen Aolkspartei. Abg. Maroth, vertrat rücksichtslos die Ansicht, daß durch den Entwurf doch das Pensionsrecht zur Wohlsahrtsunterstützung gemacht werde. Das wolle feine Partei nicht mitmachen. Nach diesen Erklärungen waren die Fronten sichtbar auf- inarschiert, es begann die technisch komplizierte Einzelberatung. Bei der Einzelberatung fiel die Entscheidung darüber, ob nur das Arbeitseinkommen oder da s ganze Einkommen zur Grundlage der Kürzungsberechnung gemacht werden soll, wieder im Sinne der Beschlüsse erster Lesung. Es bleibt also dabei, daß das Gesamteinkommen aus Arbeit, Vermögen usw. bei etwaiger Pensionskürzung zur Grund- läge genommen wird. Diese Entscheidung ergab sich durch die sozialdemokratischen und kommunistischen Stimmen gegen alle anderen Parteien. Die Ablehnung des Zahlungsaufschubs. pressestunn m Frankreich. Paris, 21. Januar.(Eigenbericht.) Die Erklärung Brünings gegenüber dem englischen volschasler, daß Deutschland jede Verlängerung des Hoover-Nloratoriums ab- lehne und endgültige Regelung des Reparalionsproblems binnen kurzem verlange, hat in der Presse der französischen Rechten einen neuen Enlrüslungssturm veranlaßt, während sich die vläller der Linken begnügen, die über die Unterredung Brüning-Rumbold aus- gegebene Havas-Uleldung ohne Kommentar zu veröffentlichen. Der.Motin"— besten außenpolitischer Redakteur Sauer- wein auf Verlangen der Geschäftsleitung gehen mußte, woraus das Blatt vollkommen ins nationalistische Fahrwasser geraten ist— nennt es außergewöhnlich, daß ein Schuldner sich weigere, das ihm angebotene Moratorium anzunehmen und feine Schwierig- keiten dazu ausnutzen wolle, sich auf immer seiner Schulden zu entledigen. Es sei vollkommen falsch, zu behaupten, daß die Baseler Sachverständigen festgestellt hätten, Deutschland könne über- Haupt nicht mehr zahlen. Sie hätten gesagt, Deutschland könne gegenwärtig nicht zahlen, und sie hätten sich über die Zu- kunftsaussichten überhaupt nicht ausgesprochen. Es hieße also den Sachverständigenbericht fälschen, wenn man ihn sagen laste, daß Deutschland auch in Zukunft niemals seinen Verpflichtungen aus dem Noung-Plan nachkommen könne Im übrigen hätten die Sachverständigen niemal» eine Annullierung des Planes ins Auge gefaßl, sondern sie hätten ein neues Gesamlarrangemenl der Regierungsschulden für notwendig erklärt, wenn das Ver- trauen und die wirtschaftliche Stabililäl wiederhergestellt werden sollen. Man stehe also einer wahren Entstellung des Textes und einer kühnen Verkleidung der Tatsachen gegenüber. Der„Matin" wendet sich dann gegen die vom Reichskanzler aus- gesprochene Drohung, daß Deutschland gezwungen sein werde, die I n i t i a t i v e zu ergreisen, die ernste Rückschläge im Auslande haben könnte. Das Blatt sagt, diese Drohung könne Frankreich nicht aufregen. Wenn Deutschland offen den Bankrott er- klären wolle, so sei das nicht viel anderes als der jetzt schon bestehende verlarvte Bankrott. Das„Echo de Paris" erklärt, wenn Brüning das Ver- schwinden des Boung-Planes verlange, bereite er sich einfach darauf vor, einen Vertrag zu z e r r e i ß e n, der vor zwei Iahren frei- willig und feierlich unterzeichnet worden ist. Aus der offiziösen englischen Meldung, daß die Lausanner 5ron- ferenz kaum am Montag beginnen könne, da die Vorverhandlungen zwischen den beteiligten Regierungen nach nicht beendet seien, ziehen die Morgenblätter die Schlußfolgerung, baß die Konferenz vertagt werde bzw. sich auf eine Vereinigung von Sachverstän- d i g e n beschränken werde, die die Aufgabe der Regierung vor- bereiten sollen. Otto Straßer leAt Wert aus die Mitteilung, daß weder e? noch Hauptmann a. D. Stennes an dem„M o n t ag e b la t t" be- ! eiligt ist, vielmehr sei dies Blatt im alleinigen Besitz von Kapitän Ehrhardt. Das Blatt von Straß ercheißt„Die Schwarze Front" und ist augenblicklich auf sechs Wochen verboten. Der Zentralbank-Gkandal Verhaftung der Direktoren Rnnck wegen Beirugsverdachtes Die Berliner Staatsanwaltschaft beim Landgericht I hat den Geschäftsführer der E v a» g e- tische» Zentralbaak, Friedrich Paul Run ct.»ad desse» Bruder, den Direktor Adolf Ruack, uater dem schwere» Verdacht der Depotunterschlaguug»ad des Betruges in Haft nehme» lassen. Im Laufe des Mittwochnachmittag beschlagnahmten Beamte der Ber- liner Kriminalpolizei im Gebäude der Evangelischen Zentralbgnt sämtliche Bücher. Anschließend wurden die Brüder Runck fast sieben Stunden vernommen und dann verhaftet. Das Eingreifen der Staatsanwaltschaft erfolgte auf Veranlassung des preußischen Justizministeriums, nachdem feststand, daß es sich bei der Summ«, die von der Evangelischen Zentralbank zu anderen als den vorgeschriebenen Zwecken verwendet worden war, u m Reichskredite an den Zentralausschuß handelte, daß also öffentliche Gelder verwirtschaftet worden waren. Soweit sich bisher übersehen läßt, erstrecken sich die Verfehlungen der Leitung der Evangelischen Zentralbank nicht nur auf die Gelder des Zentral- ausschuffes für Innere Mission. Aus der Tatchsach«, daß die Staatsanwaltschaft auch ein Verfahren wegen Deporunterschlagung eröffnet hat, ist zu folgern, daß auch Kundendepots, und zwar vornehmlich Depots evangelischer Geistlicher, angetastet worden sind. Im übrigen steht nunmehr fest, daß die Evangelische Zentralbank, die ausschließ- lich unter Leitung deutsch nationaler und national- sozialistischer Persönlichkeiten stand, schon 1930 illiquide gewesen ist. Bereits im Dezember 1930 hatten di« Passiven die Höhe von 3,3 Millionen Mark erreicht. Die Geschäfte der„Inneren Mission". Im Sommer vergangenen Jahres, als alle Welt von dem Devaheim-Skandal sprach, war der Zentralausschuß der Inneren Mission in gewisse Schwierigkeiten ge- raten. Durch Vermittlung des Direktors Adolf Runck von der Evangelischen Zentralbank erhielt der Zentralausschuß einen Sanierungskredit von 8 Millionen Mark. Das Reich hatte sich an dieser Aktion durch die Bau- und Bodenbank beteiligt. Die 8 Millionen wurden u. a. in Reichsbahnvorzugs- aktien ausgegeben und dem Zentralausschuß zugeleitet. Zwischen dem Zentralausschuß und der Bau- und Bvdenbank wurde da Vertrag geschlossen, aus dem nach Darstellung des Zentralausschustes kein Dritter irgendwelche Rechte Herlesten konnte. Bei der Dresdner Bank und der Bau- und. Kredst>A.-G. hatte der Zentralausschuß Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 2,3 Millionen Mark. Dies« Verbindlichkesten sollten durch die Evangelische Zentralbank, der man die Summe überweisen wollte, abgedeckt werden. Durch ein Versehen sind nun vom Zentralausschuß 1,5 Millionen an die Evangelische Zentralbank abgegeben worden. Diese kam auch ihren Verpflichtungen nach und deckte die Schulden des Zentralausschusses vereinbarungsgemäß in Raten von etwa 120 000 Mark monattich. Die Evangelische Zentralbank gab auf diese Weise etwa eine halbe Million aus. Im November und Dezember v. I. erhielten die Banken aber keine Zahlungen mehr, und sie wandten sich deshalb an den Zentralausschuß. Ilm nicht vertragsbrüchig zu werden, und um, wie der Zentralausschuß be- sagt, einen Skandal zu vermeiden, hat der Zentralausschuß die Summen selbst gezahlt. Obgleich man nun vom Zentralausschuß viermal gemahnt hat und von der Evangelischen Zentralbank eine Abrechnung über die restliche 1 Million verlangte, ist von feiten der Zentralbank nicht darauf eingegangen worden. Auch Der- Handlungen, die angeknüpft werden sollten, um Sicherheiten für diese 1 Million zu gewinnen, haben sich zerschlagen. Die Zentral- dank forderte«ine weiter« Ueberlassung von 800 000 Mark, dann würde sie die Verpflichtungen der Dresdner Bank und der Bau- und Kredtt-A.-G. gegenüber erfüllen. Nach Ansicht des Zentralausschusses liegen keine Berpflichtungen vor, diese Summe zu zahlen, da die Evangelische Zentralbank keinen Anspruch aus jenem Vertrag« herleiten kann. Zahlungen eingestellt. Die Evangelische Zentralbank, E. G. m. b. f), hak henke ihre Zahlungen eivgestelli und wllgekeilt. daß sie ihre Schalter bis ans weiteres geschloffen Halle. Die Formali löten zur Eröffnung des Dergletchsverfahrens werden vor- bercilel. Die Evangelisch« Zentralbank wird sich, wie sie weiter miileitt. in den nächsten Tagen in einem Rundschreiben an ihre Gläubiger wenden. Steckbrief gegen Papierschieber Oer Vogel brachte es an den Tag... Gegen den Inhaber einer Berliner Papiergroßhandlung, Karl Scheidemantel, gegen den schon seit Dezember ein Verfahren wegen fortgesetzten Betruges und Urkundenfälschung bei der Staatsanwaltschaft I schwebt, ist jetzt Haftbefehl und Steck- b r i e f erlassen worden, nachdem man festgestellt hatte, daß Scheide- mantel wahrscheinlich nach Italien geflüchtet ist. Seine Firma belieferte große Berliner Verlage mst Zeitungspapier. Aus Grund der ihm aus diesen Liefe- rungen zustehenden Forderungen nahm Scheidemanlel bei der Deutschen Bank und Distonw-Gesellschaft Kredite von über 100 000 Mark in Anspruch, wobei als Unterlagen die Rechnungen sowie die Korrespondenz mst den betreffenden Verlagen dienten. Durch einen Zufall kam aber die Bank dahinter, daß Scheidemantel es verstanden hatte, höhere Forderungen an die Zeitungsverlage zu fingieren und dadurch auch größeren Krebst zu erhalten, als ihm auf Grund feiner tatsächlichen Papierlieferungen zustand. Er hatte nämlich mit Hilfe von Angestellten seiner Firma, die er zu dieser strafbaren Handlung angestiftet hatte, sowohl Rechnungen als auch Briefe eines bekannten Berliner Aeitungsverlages gefälscht, und zwar so geschickt, daß erst nach geraumer Zeit durch eine kleine Abweichung die Fälschung festgestellt werden konnte. Der betreffende Verlag führt als Verlagszeichen emen Vogel aus dem Briefkopf, und dieser Bogel blickte auf den von Scheidemantel eingereichten Briefen nach der anderen Seite als auf den Original- briefbagen des Verlages. Die Anzeige gegen Scheidemantel wurde aber nicht von der Bank, sondern von seinem eigenen Schwiegersohn erstattet, mit dem er sich entzweit halle. Inzwischen war Scheide- mantel nach Italien gereist, und zwar nach Turin, wo er an einer Müllabfuhr-Gesellschaft beteiligt war. Bis jetzt ist er von dort nicht zurückgekehrt. Es soll der Verdacht bestehen, daß er sich noch andere strafbare Handlungen bei weiteren Geschäften hat zuschulden kommen lassen. Raubmord an einem Studenten Durch zwei Schüsse getötet. hindenburg, 21. Januar. Gestern abend kurz nach 8 Uhr wurde öer 27 Jahre all« Wert- student Walter M i o- g a unter der Eisenbahnunterführung in der Ebertstvaße von einem Unbekannten durch zwei Schüsse g e t ö t« t t. Miosga wollte mit der Tochter eines Fleischermeisters Geld in einer Aktentasche vom Geschäft nach der Wohnung bringen. Unter der Eisenbahnüberführung kam in gebückter Hsttung rin Mann hervor, der zunächst den Eindruck eines Betrunkenen machte. Auf wenige Schritte Entfernung gab er aus Miosga plötzlich zwei Schüsse ab, worauf es zwischen beiden Männern zu einem Hand- gemenge kam, in dessen Verlans Miosga die Aktentajche entrissen wurde. Als sich die Begleiterin, die auf die Schüsse hin geflüchtet war, wieder den beiden näherte, gab der Täter auch auf sie einen Schuß ab, der aber sein Ziel verfehlte. Dann flüchtete der Räuber. Miosga ist seinen Berletznngen erlegen. Kaushaus der Langfinger. Die modernste Einbrecher-Kolonne Berlins. Das Schlagwort.von der Fabrik direkt zum Verbraucher" hat sich eine große Einbrecherkolonne zu eigen gemach:. Sie hat be- schlössen, den vielen Scherereien, die sie mit den Hehlern hatten, zu befestigen und wollten„rationell" wirtschafrer. Im Juli vergangenen Jahres wurde in einem Hause an der Ecke Branden- bürg- und Wassertorstraß« von einem 80 Jahre alten„Kaufmann" Artur Dirx ein Geschäft eröffnet. D mietete Zwei im Erdgeschoß gelegene Rienre, die zwei Fenster Straßenfront hatten. Er zahlt« pünkttich die monatliche Miete von 50 M. In den Räumen wurden Regal, aufgestellt, und in den Abendstunden bzw. frühen Morgen- stunden kamen Männer mst Handwagen oder Taxen oorgesahren und brachten Stoffe usw. Gestern haben Kriminalbeamte das Idyll zerstört. Seit iän- gerer Zeit suchten sie schon nach den Hehlern, die die.So«" der letzten Einbrüche aufgenommen hatten. Schließlich bekamen die Be- amten die Nachricht von einem Handwagen, der in der Gegend der Wassertorstraße gesehen worden war. Es war der Handwagen der Einbrecherfirma. Sic hatten, um auch den polizeilichen Bor- schriften zu genügen, ein großes Popp-schild mit der Aufschrift Salomon u. Co., Klosterstraße 3" angebracht. Die Bermten such- ten nun die Häuser ab und stießen endlich ans den Laden. Als sie Ihn aufbrachen, fanden sie darin säst die gesamt« Beute>'us dem Einbruch, der am 19. Januar bei der Firma Kaufmann u. Sommer- fcld in der Klosterstr. 13 ausgeführt worden war. Herr Dirx und sein« Komplizen müssen wohl von wertem die Beamten beobachtet haben, denn trotzdem man längere Zeit, auf sie wartete, hat sich bis heut« jrüch niemand sehen lassen, un, das Geschäft wieder zu eröffnen._ Ooppelmord. Generaldirettor mit seiner Tochter erschlagen aufgefunden. Bukarest, 21. Januar. In ihrer Wohnung in einem der verkehrsreichsten Viertel der Stadt wurden heute der pensionierte Generaldirektor des Ministe- riums für öffenlliche Arbeiten, Ingenieur Dnmstrescn, und seine Tochter ermordet aufgefunden. Die Köpfe der Opfer waren vollkommen zerschlagen und an der Leiche des Mädchens wurden auch mehrere Stich- wunden entdeckt. Auf dem Schreibtisch wurde ein Zettel gesun- den mit den Worten:„Bemüht euch nicht mit den Nachforschungen. Unsere Herren haben wir, Vastlie und Cugenie, ermordet." Die Unterzeichneten sind der Diener und die Dienerin der Crmord.'.ten, ei« nach Aussagen des Portiers das Haus bereits am Montagfrüh verlassen haben und seither verschwunden sind. Die ärztliche Unt'r- suchung ergab, daß die Mordtat bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag begangen wurde. Oer vierie Tote geborgen. Die Tragödie von Beuchen.- Vater von vier Kindern. Beulheu, LI. Januar. Im Laufe des gestrigen Abends gelang es den Rettungsmann- schaften der Karsten-Zentrumgrnbe, den vierten Toten der Kota- strophe vom 4. Januar zu bergen. Es ist der Häuer Paul Schmidt aus Benthen, verheiratet und Dater von vier Kindern. Schmidt war ber älteste der auf Karsten-Zentrum verschütteten 14 Bergleute. Auch er muß sofort t o t gewesen sein, da man ihn erst nach stundenlanger, mühevoller Aufräumungsarbeit aus den Schuttmossen herausholen konnte. Die Suche nach den nun noch vermißten drei Bergleuten geht unaufhaltsam weWer. Ltniversiiät unter Aazi-Terror. Rektor und Professoren niedergebrüllt. Seit Tagen beunruhigen die Nazis die Universität durch ihre sogenannten„Asta-Wahlen". Dabei besteht der merkwürdige Zu- stand, daß der Führer des Nazi-Studentenbundes erklären dari, die Organisation lehne die Verantwortung für die Verstöße ihrer Mitglieder ab. Heute vormittag kam es wieder zu Ruhestörungen und zu einer schweren Schlägerei. Während der Il-Uhr-Pause sammelten sich die Nazis auf das Kommando ihres Führers auf der«inen Seite der Erdgeschoßhalle und brüllten nach der Rede eines ihrer Führer„Deutschland erwache!". Als von der anderen Seite Gegenruse fielen, drangen die Nazis unter den Rufen„SA. greift an" gegen die auf der anderen Seite stehenden Studenten vor und schlugen aus sie ein. Nur mst Mühe gelang es, die Schlägerei zu beenden. Die eingreifenden Professoren und der Rektor wurden von den Nazis niedergebrüllt. Es ist ohne Zweifel, daß auch dieser Vorfall eine vorbereitete Aktion der Nazis war, die heute in besonders starker Zahl in der Unioersstöt waren. Wie lange werden die Universitätsbehörden diese Provokationen der Nazis noch dulden? Aus Kosten der Opfer! Keine anständige Entschädigung für Lustizopfer. Im Rschtsausschuß des Reichstags wurde am Mittwoch e i n sozialdemokratischer Antrag behandelt, das Gesetz vom 20. Mai 1838 über die Entschädigung unschuldig Ver- urteilter und im Wiederaufnahmeverfahren sreigesprochener Personen in fortschrittlicher Weise zu erweitern. Der Abg. M a h r u m(Soz.) wies in der Begründung darauf hin, daß nicht allein die unschuldig erlittene Strafhaft, sondern vor allem die Existenzvernichtung durch das rechtskräftige falsch« Urteil vergolten werden müsse. Insbesondere müsse das Gericht den Rechtsanspruch auf die Entschädigung nicht wie jetzt, im geheimen Verfahren, sondern im Urteil des Wiederaufnahmeverfahrens öffentlich und mit der Möglich- keit des Einspruchs festsetzen. Dieser selbsloersl Südliche Antrag wurde im Ausschuh mit zehn Stimmen der Rechtsparteien und des Zentrums bei zwei<5nl. Haltungen der Deuts chaationalen gegen die zehn Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Aus der Debatte ist hervorzuheben, daß gegenüber der großen Bedeutung des Rechtsanspruches unscbuldig Verurteilter sowohl von dem Regierungsvertreter. Ministerialrat Koffka vom Reichsjustizministerium, als auch von dem Zentrums- abgeordneten Dr. Schetter die denkbar kleinlichsten fis- kalischen Gesichtspunkte vertreten wurden. Man fürchtete, daß die Erweiterung des Kreises der entschädigungsberechtigten un- schuldig Verurteilten zu einer Vermehrung der Ausgaben führen könne. Dabei ergab die Angabe eines Vertreters des preußischen Justizministeriums, daß in den drei Iahren 1927 bis 1929 von 269 im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochenen unschuldig Ver- urteilten ganze 29 Personen mit der lächerlichen Summe von insgesamt 6SS99 Mark entschädigt worden sind Mit Recht wies Genosse Mahrum daraus hin, daß man unmöglich die Gerechtigkeit nach Pfennigen bemessen könne. Selbst die heutigen finanziellen Röte des Staates dürsten nicht dazu führen, daß man die Sparsamkeit ausgerechnet auf Kosten un» schuldig Verurteilter übe. Aber auch die eindringliche Unterstützung, die der Vorsitzende des Rechtsausschusses, Genosse Landsberg, dem Antrag zuteil werden ließ, vermochte die Abgeordneten der Mitte und der Rechten nicht von ihrem engherzigen, der Gerechtigkeit durchaus widersprechenden Standpunkt abzubringen. Es ist noch nachzutragen, daß sich in dieser Sitzung des Ausschusses der deutschnationale Fürstenanwalt, Abg. E v e r l i n g, nicht weniger als viermal zum Worte gemeldet hat, um dem Ausschuß mitzuteilen, daß ihm der Gegenstand der Beratung unklar sei. Er erntete verdientermaßen die Heiterkeit des Ausschusses. Haupifeind ist und bleibt... KPO.-Führer abgesägt, weil sie die Ttazis bekämpften. Skullgark, 21. Januar.(Eigenbericht.) In der Kommuni st ischen Partei Württembergs ist jetzt der schon seit einiger Zei, erwartete Erdrutsch«in» getreten. Eingeleitet wurde die Aktion durch die scharfe Kritik, die von dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei an den theoretischen und praktischen Fehlern und Schwächen der württem- bergischen Parteiorganisationen' geübt worden war. Insbesondere sollten bei den württembergischen Gemeindewahlen„opportunistische Abweichungen und Schwankungen von der Generallinie der Partei' in Erscheinung getreten sein. Bei diesen Wahlen sei ,cha« st rate» zische Hauptfeuer' gegen den R a zif a s ch i s m u s statt gegen die Sozialdemokratie gerichtet wor» den. Durch die Parole„Kommunisten ins Rachaus' seien bei den Arbeitern„parlamentarische Illusionen' erweckt worden. Zwei Tage lang hat eine Vollsitzung der Bezirksleitung Würt» temberg sich mit der Kritik des Zentralkomitees der KPD. in Gegen- wart von Ulbricht vom Zentralkomitee beschäftigt. Es hat. wie es in dem darüber ausgegebenen Bericht heißt,„da? Steuer der Partei in Württemberg herumgerisien'. Einstimmig wurde beschlosien, den Reichstagsabgeordneten Schlaffer, den Landtagsabgeordneten S ch n e ck und den Kommunisten B e l l e m a n n chrer Posten zu encheben. Wer gegen die Nazis kämpft, statt gegen die Sozialdemokratie zu stänkern, wird in der KPD. diszipliniert. Aazi-ltnflätigkeiten. Schlägerei im Mannheimer Bürgerausschvß. Mannheim. 21. Januar. Im Bürgerausschuß kam es dieser Tage bei der Beratung der Gebührensenkung infolg« nationalsozialistischer Zwischenrufe zu Zwischenfällen. Oberbürgermeister Dr. Hei- merich mußte einen nationalsozialistischen Stadtrat aus dem Saale weisen und ihm einen Ordnungsruf er- kellen. Als in der anschließenden Geschäftsordnungsdebatte dfe Nationalfozialisten erneut beleidigend« Zurufe e n die Sozialdemokraten richteten, entwickelt« sich zwischen Nationalsozialisten� und Sozialdemokraten eine Schlägerei, bei der verschiedene Stadtverordnete blutig geschlagen wurden. Einige Bänke des Sitzungssaales wurden demoliert. Mehrere Stadtverord» nete mußten, da sie schwere Schläge auf den Kopf erhallen hatten. hinausgetragen werden. Auf Anordnung des Oberbürgermeisters wurde der Sitzungssaal polizeilich geräumt und die Sitzung unterbrochen._ Waffenfunde beim Giahlhelm. Die deutschen Llnschvldslämmer. varmstadt. 21. Januar.(Eigenhericht.) Am Dienstagabend wurden bei mehreren Mitgliedern des Darmftädtsr Stahlhelms Haussuchungen vorgenommen. Lei dem Schlosser Schwarz wurden folgende Waffen gefunden: 2 Militärkarabiner, 2 französische Militärgewehre. 1 Pistole 98, 1 Selbstladepistole. 7 Trommelrevolver. 1 Fliegerbombe. 12 Seitengewehre, 1 Infanterie-Patrouillenmesser, 4 Säbel, 5 Stahlhelme, 136 Gewehr- und Pistoleupatronen, 1 Infanteriespaten. Außerdem beschlagnahmte die Polizei Tornister, Zeltbahnen. Handgranaten und eine Gasmaske. Bei zwei anderen Mitgliedern des Stahl- heims wurden beschlagnahmt: 1 Stahlhelm, 139 Infantertepatrvnen, Z9 Exerzierpatronen und 1 Seitengewehr. Neuigkeiten der Schattplaiie Erziehung zur Musik Gute Platten sind teuer, trotz der Preisermäßigungen, immer noch zu teuer: wer kann 6 Mark für eine Künstlerplatte heute noch ausgeben? Und doch, wer es nur irgend vermag, sollte das Opfer bringen: der kulturelle Gewinn ist gar nicht hoch genug zu be- werten. Während die Werke anderer Künste oft immer stärker verblassen, je mehr man sich mit ihnen beschäftigt, entfallet die Musik ihre besten, eigentlichen Kräfte, ihre intensivsten Wirkungen erst bei genauer Kenntnis ihrer Werke, die naturgemäß an häufige Wiederholung geknüpft sit. Die beliebige Repetition aber ist nur durch Platten zu ermöglichen— in dieser Hinsicht sind sie nicht nur dem Rundfunk, sondern auch dem Konzert weit überlegen. Gewiß, der lebendige Klang wird stark reduziert, viele Farbnuancen subtiler Orchester- und Stimmkultur gehen verloren, was bleibt, ist eine Art musikalische schwarz-weiß Reproduktion: bei dem allergrößten Teil wertvollster Musik aber ist die Zeichnung wichtiger als die Farbe, das geistige Element wesentlicher als das klangsinnliche: Melodieführung, thematische oder kontrapunktische Arbeit wie der architektonifche Aufbau interessanter als der Originalklang. Und letzten Endes handelt es sich— schon aus ökonomischen und geographischen Gründen— meist nicht um die Wahl zwischen erst- klassigen Konzerten und erstklassigen Platten, sondern um die Alternative eines Lebens mit Platten oder ohne Musik. Wenn ferner behauptet wird, das Plattenspielen verführe zur Passivftät, zu faulem, bequemem Zuhären, und halle davan ab, ein Instrument zu lernen, so ist dazu zu sagen, daß gute Platten jedenfalls die Begeisterung für Musik wecken und stärken, das eigene Instrumentalspiel also(das nicht dringend genug empfohlen werden kann) unter Umständen sehr fördern können, daß es aber unzählige gibt, die in der Not ihres Daseinskampfes, aus Mangel an Zell, Geld und freier Energie zu aktwem Musizieren niemals kommen konnten. Sie, denen früher nichts übrig blieb als trauriges Ver- zichten und unfruchtbare Sehnsucht— sie können sich heute bei GPU. abgeurtellt werden. llloiifi und SSafl'ermann Heute findet in der Volksbühne die Berlin«? Uraufführung von Alexander Molssi« Napoleon-Drama.Der Große Gefangene' statt. Die Napoleon-Gestalt wird durch Albert Bassermann verkörpert. Unser Bild zeigt Moisst ans der Generalprobe mll Albert Bassermann. einiger Geschicklichkeit und Konsequenz zu der geliebten Kunst, aus Platten eine Brücke bauen. Orchester. Sehen wir von einigen wenigergelungenen Aufnahmen ab— der Ungarischen Rhapsodie in k' von Liszt etwa unter Melichar(DG), dem„Palestrina'-Porspiel unter Psitzner selbst (DG.) beide Mal« mit der Berliner Staatsopernkapelle, sowie der Psalmensinsonie von Strawinsky, vom Komponisten dirigiert und vom Straram-Orchester gespielt(C.)— ist viel Erfreuliches zu he- richten: Zwei Furtwängler Aufnahmen mll dem Philharmonischen Orchester(DG.), das„Lohengrin'-Vorspiel sowie Schuberts Ballett- musik aus„Rosamunde', beide Platten zauberhaft getönt, die Schubert-Platte voll unnachahmlicher Delikatesse. Ferner aus fünf Doppelplatten die vollständige D-Dur Sinfonie von Prahms unter Max Fiedler mit dem Philharmonischen Orchester, eine Glanzleistung von Anfang bis zu Ende(DG.). Vier Songs aus der„Drei- groschenoper' sind als kleine Dreigroschenmusik für Blasorchester unter Klemperer(DG.) zu hören; endlich Mozarts kleine Nacht- musik auf zwei Doppelplatten(C.) von Bruno Walter dirigiert, wie nur er sie dirigieren kann. Die beste aller Orchesterplatten aber(sie stellt geradezu einen Triumph der Aufnahmetechnik dar) bringt(C.): Debussys?rslucls a I'apres midi d'un faune vom Straram-Orchester unter W. Straram gespielt. Die kompliziert« Partitur ist da in geradezu märchenhafter Weise transparent ge- worden und in sehlersteier Plastik gestaltet. Solisten. Eine gute Orgelplatte: Alfred Sillard spiell den vierten Satz des Vierten Orgelkonzerts von Händel(DG.): eine ausgezeichnete Klaoierplcllte: Arthur Rubinstein spielt„Feuertanz" und„Spreckens- tanz" von de Falla(E.). Hubermann entzückt mit dem Cis-sDloll» Walzer von Chopin: die zwelle Plattenselle bringt leider ein virtuos gespieltes, aber langweiliges Stück von Elgar(P.). Adolf Busch und Rudolf Serkin sind auf drei ganz hervorragenden Doppel- platten(E.) mll Schuberts L-Dur-Phantasie zu hören. Endlich Gefangsplatten: Heinrich Schlusnuß(DG.) singt Hugo Wolf und Richard Strauß(Heimweg, An die Geliebte, Heimliche Auf- forderung). Duette aus„Manon" und„Hoffmanns Erzählungen' von Hedwig Debytzka und Helge Roswaenge auf DG. gesungen sind weder musikalisch noch plattentechnisch empfehlenswert. Auf O. singt Sarah Galdstein ganz reizend ein paar entzückende traurig- heitere jiddische Lieder. Unterhaltung und Tanz „Unterhaltungsmusik' ist meist nur ein höflicher Name für Kitsch: Unterhaltungsplatten sind dementsprechend lediglich auf Platten abgezogener Kitsch. Typisches Beispiel:„Tanzende Tee» puppe",„Heinzelmännchen"(O.)— alle Musik mll so neckischen Ttteln ist von vornherein schon verdächtig. Einem Krakowiak und der russischen Romanze„fjabe Mitleid" vom Balalaikaorchester ge- spielt(H.), vermögen wir nicht viel Geschmack abzugewinnen. Die Aufnahme von Paul Omontis„S-Uhr-Tee bei der Familie Krause' ist für sehr anspruchslose Gemüter berechnet.— Die neuesten Claire-Waldoff-Platten„Warum kietste mir denn immer ufs de Veene"(P.),„Mutterz Hände'(O),„Ballade von der Jungfrau Cordula'(O.), kräftig und berlinisch wie immer, sind im Ganzen viel schwächer als ihre bisherigen Leistungen. Bleibt die Tanz- musik: schmissig« Foxtrotts, elegischen emglisd Walte, erotisch vibrierende Tangos— Kunstgewerbe, Gebrauchsmusik. Immer noch führt Amerika. Brunswick-Platten sind die besten: virtuos raffinierte Instrumentation verschleiert den rhythmisch primitiven Sachverhalt. Ilm einige zu nennen:„Arme kleine Maske", von Carlo Molinas Tangoorcbester gespiell:„Mama Inez" und„Fiesta", eine Rumba- platte. Zwei samose P.-Platten:„Ich Hab' dich einmal geküßt" (Barnabas v. Geszy), sowie Paul Abrahams..Mv golden Baby", endlich auf Electrola„We two" und„Lady of Spain" vom Nero» Mayfair-Orchester gespiell sowie..Bye Bye Blues"(Ambro«» Orchester). Arnold Walter. Abkürzungen: DG.— Deutsche Grammophon, H.= Homocord, j E.--- Elelrola, O.— Odeon. P.— Parlophan, C.— Columbia. Oer größte lebende Rechenkünstler. Wie Graf Carl v. Klinckowstroem in Heft 4 der„Umschau", Frankfurt a. M., soeben berichtet, ist Dr. Fred Brauns aus Bückeburg Rückle und Kio Tai, die bisher für die größten Rechenphänomen galten, und allen heute wirkenden Rechen- und Ge- dächtniskünsllern weit überlegen. Schon 1928 war Brauns imstande, zu Groningen aus einem Wettbewerb mit 29 elektrisch betriebenen Rechenmaschinen als überlegener Sieger hervorzugehen. Dr. Brauns machte sich Mitte Januar 1931 anheischig, daß er den Rekord Rückles, der eine Reihe von 594 Ziffern in 34 Minuten 39 Sekunden auswendig gelernt hat, zu schlagen vermöge. Es wurden 549 beliebige einstellige Ziffern auf einem großen Bogen Papier in 39 waagerechten und 18 senkrechten Reihen in Quadrate emgetragen, und zwar in ganz regelloser Reihenfolge, um etwaige Wiederholungen oder Rhythmen zu vermeiden. Um 19 Uhr 2 Min. erhiell Dr. Brauns den ausgefüllten Zahlenbogen in die Hand: um 19 Uhr 14)4 Min. hatte er die Reihen auswendig gelernt und sagte sie fehlerlos her. Das ist ein Rekord von 12 Minuten 39 Sekunden. Das Hersagen dauerte allein 5H Minuten. Brauns hat damll Rückles Rekord um etwa das Dreifache übertrofsen. Er wor übrigens im- stände, noch nach Stundenfrist jede beliebige waagerechte Reihe des Zahlenquadrates herzusagen. Die gleiche Aufgabe vermag er auch zu lösen, wenn man ihm die Ziffern vorliest. Sein aktuelles Ge- dächtnis ist ebenso gut ausgebildet wie das visuelle Die Logarithmen kann Brauns teils auswendig, und zwar auf 11 Stellen hinter dem Komma, tells findet er sie durch Addilion ihm bekannter Logarithmen oder durch Interpolation. Bei den meisten Rechenphänomen zeigt sich eine einseitige Be- gabung. die sich nur auf das Gebiet der Zahlen erstreckt. Ganz anders liegt der Fall bei. Dr. Brauns. Alle Arbell, die mit dem Gehirn zu bewältigen ist, erledigt er spielend. So verfügt er z. B. über ein gedächtnismäßiges Wisien von rund 209 009 Daten aus der Well- geschichte. Ferner hält er seine Borträge in 15 verschiedenen Sprachen._ Die internationale Aorschunqsslakion„Inngsraujoch". Vor der Gesellschaft zur Förderung der Wisienschasten sprach der Leiter der Hochaipinen Forschungsstatton auf dem Jungfraujoch. Professor Dr. Heß. im Harnack-Haus. Er führte aus: Aus der Zu- fmnmenarbett wissenschaftlich interessierter Kreise von sieben Kultur- staaten ist im vergangenen Sommer ein Werk erstanden, das der Wissenschaft viele neue Forschunasmöglichkeiten eröffnet. Mitten in der Gletscherwelt steht die Forschungsstation, die allen Instttuten ähnlicher Art schon deshalb überlegen ist, well die Berkehrsmöglich- ketten und die damit zusammenhängenden besseren Arbeits- bedinqungen günstiger sind. Für die instrumentelle Ausstattung der acht vis zwölf Arbeitsplätze könnten vorerst nur Laboratoriums- hilfsmittel mit vielseitiger Verwendungsmöglichkeit bereitgestellt werden. Die Verwaltung der Forschungsstation liegt in den Händen des von der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft gestellten Präsidenten und eines Schatzmeisters. Ihnen übergeordnet ist der aus je zwei Mitgliedern der beteiligten Gesellschaft zusammengesetzte internationale Stiftungsrat. Rückkehr der Madagaskar-Expedition. Der Leiter der deutschen Forschungserpedition nach Madagaskar. Profesior Bluntschli von der Universität Frankfurt, ist nach einjähriger Abwesenheit zurückgekehrt. Die Expedition galt der Erforschung der Restfauna auf Madagaskar. Die reiche Ausbeute an Tieren ist zunächst bei einer bekannten Tier- Handlung untergebracht worden. Die seltenen Pflanzen sind zum Teil für den Frankfurter Palmengarten bestimmt. Ein Prozeß um„Louise". Der Komponist Gustave Charpentier, dessen Oper„Louise" sein berühmtestes Werk ist, hat gegen den Per- leger eines Schlagers„Ma Louise", der von Maurice Chevalier ge- sungen wird, aus Schadensersatz geklagt. Er behauptet, daß aus dem Titel in großen Buchstaben nur das Wort.Fvuise" gedruckt sei uno daß dadurch der Anschein erweckt würde, das Lied hmgc mit semer Oper zusammen. Der Verleger aber hält dem entgegen, daß Louise ein ganz geläufiger Name sei, der von jedem Mädchen getragen werden könne und an den, Charpentier kein Urheberrecht besitze. F« der Gesellschaft sile Psychologie und Ch-ralter-l-gi» svricht Donner». lag, 8 Uhr sCharlottenburg. Schillerstr. 125) Dr. Georg F l a t a u über „Psychologisches zur Kurpfuscherei". Ludwig Wüllucr spricht Freitag. 8 llhr,„Iphigenie" unter Mitwirkung von Anna Wüllner-Hosfmann. Ballchronil. Sonnabend spielen in der Philharmonie Mar«kW e be r und sein Orster auf dem K o st ü m s e st der bildenden Künstler Berlins. Karten im Festburo, Bellevuestr. 3. I» der vesellschaft für Eugenik spricht Montag. 8 llhr. Dr. S-nb Luxenburger über„Verhütung und.Herlung erblrcher Geisteskrankheiten". I« der Staatsoper geht Dienstag die von Leo Blech und Dr. Juli«-' Kopp neubearbeilete Oper„Die Hugenotten von Meyerbeer ale Niumszeniermig in Szene. „(Sieg über Sieg." Dreizehn Lehrlinge der Deutschen Werke, Abteilung Gicsjerei, waren in einen Streik getreten, weil die Kostgeld» ,ätz«, auf deren Festsetzung der Metallarbeiter-ZZerbano leider keinen Einfluß hat, vom VBMI. herabgesetzt worden sind Die Eltern der Lehrlinge erhielten daraufhin von der Firma die Nachricht, daß die Lehrling« entlassen würden, wenn sie die Arbeit zu den neuen Kostgeldsätzen nicht wieder aufnehmen. Dieser Aufforderung ist auäz Folge geleistet worden. Daraus macht die „Note Fahne" einen„siegreichen Lehrlingsstreik bei den Deutschen Werken". Solche Siege erleidet die REO. alle Tage. Noch einmal wärmt die„Rate Fahne" das Märchen auf, daß in der Betriebsversammlung der Berliner M ü l l a b s u h r A.'G am Sonntag im Gewerkschastshaus der Vertreter des Gesanil- Verbandes, Genosse John,„fluchtartig den Saal verlassen maßte". Tatsache ist, daß John, als ein betriebsfremder RGO.-Vertreter das Wort bekam, die zum Gesamtverband stehenden Ver- sannnlungsteilnehmer aufforderte, mit ihin den Saal zu vcrlasien. Dieser Aufforderung folgten etwa 300 Versammlungsbesucher. Zurück blieben etwa 25 RGO.-Getrcue. Gewiß, davon waren winde- stens 24 zuviel. Und durch das Vergrößerungsglas der RGO. ge- sehen, sind 2o Zuhörer mindestens 2S00 revolutionäre Kämpfer. Die Arbeiter lachen darüber und die RGO. freut sich. Niederlage der RGO. Die Gewerkschasten holen wieder auf. Stuttgart. 21. Ianuar. sCigcubcricht.s Die Wahlen;um Arbeiterrat bei der Firma Daimler- Venz In Sindelsingcn führten zu einer Jllederlagc der RGO., die ihre bisherige Mehrheit verlor. Ans die freien Gewerk- s ch a s t e n entfallen fehl sieben, auf die RGO. fünf Mandate. Von diesen RGO.-Mandaten sind allerdings mindestens vier noch zu viel. Die Gewerlschasten müssen alles daransetzen, um zu verhüten, loh die von der KPD.-RGO. schwer entläuscksten Ar- beiter den Nazis ins Garn laufen. Sie müssen in die Gewerk- schaftsfront eingereiht werden. Oer Konflikt in Ost-Oberschlesien. Die polnische Regierung greift ein. Saltowih, 2l. Januar. Der Generalarbcitsinspeklor Klott wurde hierher geschickt. um mit den Untcrnehmerverbänden und den Gewerkschastsorgani- satiancn zu verhandeln. Die Betriebsräte wurden von der Be- hört« aufgefordert, ihren zu heute anberaumten Betriebsrätekongreß abzusagen. Da von den Unternehmern nicht verlangt wurde, die Kündkgungen zurSckzuzkehen,«cklitrien die Betriebsräte, daß zuerst die Kündigungen zurückgenommen werden müssen.__ Vorläufiger Vergleich in Schweden. Die Aussperrung der Hunderttausend abgewehrt. Stockholm. 21. Zanuor. Roch langen Verhandlungen wurde am Donnerstogmorgen ein vorläusiger verglc'ch in der schwedischen Werkställen-, stüllca- und Melallmduslric crzicll. Die von den Unternehmern zum 24. Januar verhängte Aussperrung wurde zurückgenomineu unter der Vor. ausschung. daß der Schlichtuugsvorschlag unverändert von den Ar. beilern angenommen wird. Die endgültige Antwort wird am 2. Fe- bruar erteilt werden. Ueber 100 000 Arbeiter sind betrossen. Welter für Berlin: Zeitweise neblig, sonst beständig und trocken. Temperaturen wenig verändert.— Für Deutschland: Nirgends wesentliche Acnderung des herrschenden Witterungs- charaktcrs. A-rantu-sr!!. für»ic RedaMon: Süd). Bernstein, Berlin: Anzeigen: Tst.»l-cke. Berlin Bcrlig: AiKwärU, Verlag S. in. d. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buä>. druckcrei und Vcrlagsanstolt Paul Singer äc Co.. Berlin SD 68. Lindenstr. ij. Hierzu I Beilage. �(BefiMffc-Jbtsäger (BezivR Jiovdcn-Cfien BAUHÜTTE BEBUl oraBK CARL WENDE LICHTENBERG, Alt- Friedrichsfelde 122 Fernsprecher: Amt Lichtenberg E5 4742 Bronzebau, Feineisen, Konstruktion, Bau- Schlosserei. Baubeschlag, Kunstschmiede Büromöbel Ausrüstung von Jugendheimen %jrm_—a»- B-»enr__ Berlin N 65, Fennstr. 27 ÜÜFä acnii&se Telephon 0 6, 3128 (n allen Butter- und Kfiaegcsdbäfien zu haben. 210 BERLIN SW 48/ WILHELMSTRASSE 106 FERNSPRECHER: A 1 JÄGER 6791 99 If [R. 202 Heizanfl, Liitiung, Be- und Enlwässeruno NOl8, Landsberger Str. 92, Tel.; Alcx.9130/1 ARBEITER! 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Die wirtschastlichc Blüte d-r Bereinigten Staaten von ISZZ bis hob den Lebcnsiuß auf allen Linien. Besitztümer, die früher Luxusgut weniger waren, wurden im Haushalt der Arbeiterfamilie heimisch. Im gleichen Auge verdoppelte sich die Zahl der jungen Leute, die Hochschulen bezogen. Sie stieg auf annähernd eine Million, fast die Hälfte davon junge Mädchen. Weite Schichten des unteren Mittelstandes, der gelernten Arbeiterschaft und der Farmer konnten sich diesen schönen„Luxus" leisten, ihren Kindern höhere Kultur zu vermitteln und den Weg zu geistigen Bernsen zu erschließen. Zahlreiche Stipendien eröffneten auch begabten Kindern Uirbemitteltcr die gleiche Bahn. Hohe Löhne ermöglichten cz anderen Zehntausenden cnergrscher junger Arbeiter, in Halbtags- oder Ferienarbeit genug zu verdienen, um ganz auf sich allein gestellt die Hochschuljahre zu vollenden. Reiche Spenden der Wohlhabenden ließen stets neue und reicher ausgestattete private Hochschulen, die im Osten des Landes vorherrschen, erstehen. Wie hat sich das im Verlauf der Wirtschaftskrise gewandelt? Eine oberflächliche Vermutung würde wohl dahin gehen, daß die Spenden versiegten, die Ausstattung der Hochschulen eingestellt wurde: daß verarmte Familien ihre Kinder nicht mehr an die Hoch- schulen(an denen das K o l l e g i e n g e l d bei den privaten Hoel,- schulen, die im Osten führen, meist 12vl> Mark jährlich be- trägt) senden können und daß es auch dem Werkstudenten schwer fällt, in der Freizeit genug zu verdienen, daß also die Zahl der Studenten radikal zurückgeht. Das war nicht der Fall. Tic Zahl der Hvchsrliulstudcntcn ist auch während der .Krisenjahrc weiter angewachsen, wenn auch nicht in dem raschen Tempo wie früher. Eine kürzlich vom Swarthmorc College fiir das ganze Gebiet der Vereinigten Staaten sorgfältig vorgenmmnene Untersuchung Hot ergeben, daß sogar mit Beginn des Herbftsemestcrs 1931, auf dein Höhepunkt der Krise, die Zahl der sich immatrikulierenden Studenten um 2 Proz. gegen das Vorjahr zugenommen hat. Die Zahl der Mädchen nahm ein wenig ob: die der jungen Männer beträchtlich zu. Andere Nachweise und ein Augenschein in den Hochfchulstödten zeigen, daß gerade seht ein neues(gebände nach dem anderen gebaut wird. Die beiden führenden Hochschulen Rcvcnglandz zum Beispiel, die ältesten des ganzen Landes, Harvard Universität und ?) a l e Universität, die der Schreibende kürzlich besuchte, sind geradezu von einevi Bausieber geschüttelt. Uebcrall Gerüste neuer Bauten, Maurer und Zimmerleute om Werke. Wie erklärt sich das? Sind die Nochrichten von der amerikani- scheu Krise und?lrbeit?loftgkeit enva überhaupt übertrieben? Äst es vielleicht»i ch t richtig, daß 8 Millionen Arbeiter von einer Ge- samtzahl von weniger ols 80 Millionen Industrie, und Handels- angestellten arbeitslos sind? Diese Ziffern sind richtige Die Krise ist nur allzu real, die Arbeitslosigkeit nur allzu drückend, lind doch ivachien die Hochschulen weiter in die Breite. Die Rückwirkung wirtschaftlicher Beschwerden auf soziale und kulturelle Verhältnisse ist in Amerika eben eine andere als in Europa: es dürfte lcchrreich fein, dieser anders gearteten Verflechtung nachzugehen. Der Schreibende hat an anderer Stelle dieses Blattes kürzlich darauf hiltgewiefcn, daß der Fortschritt der amerikanischen Soziairrform durch die Wirtschaftskrise nicht aufgehalten, sondern beschleunigt wurde; daß Alterspensionen(meist 120 Mari im Monat) in 16 Staaten eingeführt wurden und Gesetze für Arbcitslofenverstcheaing in mehreren Staatsparlanrenten zur Debatte stehen. Seither find besonders die Gesetzentwürfe in Ohio, Wisconsin, New Port und Massachusetts noch weiter gediehen und positiver Erfolg zumindest in den beiden erstgenannten, vielleicht aber in allen vier Staaten steht zu erwarten. Die Ursache liegt daran, daß die Krise die unerbittliche Notwendigkeit einer s y st e m o l i- schen Fürsorge für die Arbeitslosen, die früher nicht erkannt � worden war. nunmehr auch den Blinden klargemacht hat und daß es nun jedem einleuchtet, daß alte Arbeiter vom Arbeitsmarkt, auf dem sie die Löhne drücken und jüngeren die Arbeitspasten weg- nehmen, fernzuhalten sind, wenn nötig durch Staatspensionen. Eine Panik bezüglich der für Sozialpolitik auszubringenden Mittel, wie sie sich Deutschlands und Englands bemächtigt hat, kommt aber hier, wo der bleibend« Reichtum des Landes von niemandem vc- zweifelt wird, nicht in Frage. Liegt es beüzlich der Hochschulen vielleicht ähnlich? Geben die Reichen weiter Spenden für Bauten und Unkosten. well sie wctter an ihrem eigenen Reichtum glauben? Senden die Mittel st andsfamilicn ihre Kinder weiter an die teuren Hochschulen, well sie an den dauernden Charalter ihres guten Em- kommens glauben? Ganz so liegt es nicht. Das Einkommen auch der Reichen, das sich 1929 und 1930 noch durch hohe, aus Reserven bezahlte Dividenden aufrechterhielt, ist im Jahre l93l stark zu- saimnengeschrumpft; vielfach vorübergehend ans Null gesunken, weil die Betriebe ohne Gewinn arbeiten. Viele Angestellte und gelernte Arbeiter sind arbeitslos und Be- Zahlung hoher Kollegiengelder für die Kinder wird als schwer drückend empfunden. Die oben gemachten Angaben über das Ansteige» der Studenten- Ziffern med Über den Fortgang der Neubauten müssen denn auch durch andere Angaben ergänzt werden. An der Dale Umoersität wurde dem Schreibenden geklagt, daß zwar die Bauten weiter von reichen Spendern, die ihre Namen in den Gebäuden verewigen wollen, finanziert werden, daß aber andere Spenden zurückgingen; baß das Universitätsbudget für l93l eine» Fehlbetrag aufweist» der zur K-ürzuug der Stipendien und zur Eni- lasiaug mehrerer Tozentcn zwang. Geht man dem Bautenbudget weller auf den Grund, so findet man auch zuweilen, daß die Spenden schon vor ein oder zwei Iahren aus den Gewinnen der Ausschwungsperiode gemacht wurden und das tatsächliche Bollprogramm nur eben aus mehrere Jahre verteilt wurde. Was das Anwachsen der Studentenzahl anlangt, so wurde schon eben bemerkt, daß die Zahl der studierenden Mädchen zurück- , gegangen ist. Manche Familien glauben sich den„Luxus", die Tochter studieren zu lassen, eben doch nicht mehr leisten zu können, Ader das Studium des Sohnes, auf daß er eine bessere Karriere macht, gllt als lebenswichtig, und alle Reserven werden herangezogen, um es zu ermöglichen. So paradox es klingt, hat auch die Arbeitslosigkeit s e l b st die Reihen der Sttidenten anschwellen lassen. Viele, die keine Aussicht haben, gleich einen Posten zu bekommen, sehen es als das kleinere Hebel an, zu studieren, sei es auch unter erhöhten Opfern, und damit ihre Chancen, im verschärften Kampf ums Da- seinen einen guten Posten zu erreichen, zu verbessern. Der Schreibende hatte besondere Gelegenheit, diesen Verflcchtungn am A n t i o ch C o l l e g in Ohio nachzugehen. Diese Hochschule beschäftigt ihre Studenten normalerweise durch zehn Wochen im S ch u l b c t r i c b und dann abwechselnd durch zehn Wochen in von der Schulleitung ausgewählten Posten in der Industrie, in journalistische», kommerziellen oder sonstigen Berufsstelluitgen. Die während dieser Arbeitsperiodcn gezahlten Gehälter erleichtern auch Minderbemittelten den Besuch der Hochschule: die praktische Lebenserfahrung macht die jungen Leute reifer und erleichtert auch das Verständnis mancher Schulfächer (Wirtschaftswissenschaft, technische Disziplinen). Die planmäßige Auswahl der Berufsposten. die vielfach n a ch der Schulentlassung zu dauernden werden, erleichtert die Berufswahl. Die Leitung der Schule fand nun keine wesentliche Schwierig- keit, die Studenten der höhere» Jahrgänge(der Plan sieht sechs Jahre vor) in der Industrie zu placieren. Aber für die A n- fänger türmten sich die Schwierigkeiten, und man ließ sie darum das erste Jahr ganz auf der Schulbank verbringen. Die Familien der Studenten waren einverstanden. Die Zahl der Studenten(600 bis 700) hielt sich— bis auf einen kleinen Abfall van 3ä. vorzüglich unter den Mädchen— ganz auf der Ziffer des Porjahrcs. Die Spenden für Deckung des durch die Kollegiengelder un- gedeckten Teiles der Ausgaben gingen um einiges zurück. G e- haltskllrzung wurde nötig. Aber alles in Grenze», die nach keiner Seite Panik- stimntung erzeugten. Ter gemeinsame Grund für diese relativ geringe Auswirkung der Krise aus das Hochschulwesen liegt wohl m den großen Reserven des amerikanischen Volkes Wirtschaftsbedrängnis und Avbeitslosigkell sind eben nicht, wie in England und Deutschland, halbchronische, sondern Momente einer akuten Krise, die nach allgemeiner Ansicht bald vorbei- gehen wird. Man schöpft aus den Reserven, die man in Bälde wieder auszufüllen hofft. Wie aber, wenn die Krise anhält? Wenn sie sich gar zu einer dauernden Schrumpfung der kapitalistischen Wirtschaft entwickelt? Dann freilich würde die Rückwirkung auf die Deckung von Kulturbedürfnissen sich verschärfen und allmählich der europäischen angleichen. Schon jcjst bringt jeder M o n a t, um den die Krise länger als man erwartet hatte, länger ols frühere Krisen dauerten. anhält, eine Steigerung der Rückwirkungen in gewissermage» geometrischem Ausmaße. Nniversttatcn m Südafrika Ihre Blüte unö ihre Gefahren/ Vo« p. Skawran Pretoria(Südafrika). Ende Dezember. Als ich mich vor einigen Jahren um eine S e n i o r- L e k- t o r e n st e l l c an einem Universitäts-College beward(in Südafrika werden auch Professoren nicht berufen) konnte mir niemand in Deutschland(einschl. ausgesprochener Autoritäten auf diesem Gebiet) sagen, was ein Senior-Lektor, nach was ein Uni- versitäts-College sei. Bei vielen, die es wissen sollten, begegnete ich der erstaunten Frage:„Aber gibt es den» überhaupt Universitäten in Südafrika?" In Wirklichkeit gibt es in der Union von Südafrika nicht weniger als fünf Universtäten, von denen eine sechs llniversitäts-Eolleges umfaßt. Dabei unterscheiden sich die Colleges von den Bolluniversitätsn wesentlich nur durch die geringere Anzahl von Sttidenten. Mit anderen Worten: gibt in diesem Land von nur einundeinhalb Mil- lionen weißen Einwohnern nicht weniger aTlc Zehn Universitäten. Diese Universitäten sind natürlich im Vergleich zu den euro- päischen sehr klein. 1927 käme»«Iis jede Universität etwa. 650 Studenten und 68 Professoren, Dozenten uird Assistenten. In Südafrika kommen(1927) aus 1 708 955 Einwohner nicht weniger als 6460 Studenten, d. h. auf je 265 Einwohner kommt ein Stu- dsnt. Dieses Verhältnis ist um so erstaunlicher, als man bereits in Deutschland, wo die Verhältniszisser viel ungünstiger für die Studierenden liegt, von einer ausgesprochenen Ueberproduktion von geistigen Arbeitern spricht. Im Vergleich zu Holland gibt es heute in Südafrika einen viermal höheren Prozentsatz Studenten als dort. Wie ist diese relativ hohe Anzahl von Studierenden zu er- klären? Sicherlich nicht allein durch den Reichtum des Landes an Gold- und Diamantminen, obgleich diese Minen natürlich Geld unter die Menschen bringen. Mer Geld konzentriert sich ja heute erfahrungsgemäß hauptsächlich in der Hand einiger Weniger. Es muß also noch ein anderer Faktor hinzukommen. Es. ist wieder einmal das Verhältnis von schwarz und weiß» das hier eine Rolle spielt. Die gesamte Politik der Europäer in Südafrika geht ja— wie schon früher ausgeführt— darauf hinaus, ihre Herrschast über die Neger zu verewigen. Man zahlt daher dem Europäer nicht nur� die höchstmöglichen Löhne, sondern versucht auch in jeder anderen Weise seinen Lebensstanddard zu heben. So ist der Besuch der Volksschulen sowie der Bezug allen Schulmaterials(Bücher, Hefte usw.) unentgeltlich. In Transvaal ist selb st die Erziehung in den höheren Schulen frei. In den übrigen Provinzen stehen reichlich Frei- stellen für ärmere Kinder zur Verfügung Der südafrikanische Staat gibt für seine 336 459 weißen Schüler nicht weniger als 15 Millionen Mark aus(nur ein Verhältnis- mäßig kleiner Teil davon wird für die 304 617 farbigen Schüler verbraucht). Auch für die Universitäten steht eine große Anzahl von Stipendien zur Verfügung. Und so wandert eine große An- zahl von jungen Menschen auf die Universitäten, die ihrem geistigen Habitus nach viel eher zum Handwerker oder mittleren Beamten geeignet wären.*) Diese Aufwendungen für die Erziehung des weißen Kindes stehen in keinem Verhältnis zu dem, was für die Hebung des geistigen Niveaus der Neger(und anderer Farbigen) getan wird. Von den 10 Universitäten ist n u r das kleinste und am schlechtesten ausgerüstete College für Neger rc- serviert(das Verhältnis von Europäern und Farbigen ist 1 767 719: 6 126 858). Höhere Schulen für Farbige bestehen meines Wissens nicht. Die Volksschulen(von Ausnahmen abgesehen) sind vielfach in Wellblechbaracken und Lehmhütten untergebracht. Hier hocken die kleinen Neger so dicht auseinander, wie die Hühner aus der Stange. Die Lehrer sind völlig ungenügend ausgebildet und der Unterricht ist meistens ein Massendrill im Lesen und Schreiben. Der Lehrer liest vor und die Kinder plärren im Chor nach. Tchitlzwang besteht nur für Weiß«. Bisher ist es dem südafrikanischen Staat bei seiner raschen *) Nicht die Erleichterung des Universitätsbesuches durch ärmere Studenten wird hier kritisiert, sondern die übertriebene Er- leichterung, die eine Mißachtung des Handwerks und der Hand- arbeit allgemein zur Boraussetzung hat. Entwicklung noch möglich gewesen, den Ueberfluß an akademisch Gebildeten zu absorbieren. Allerdings nicht, ohne den Beamten- ap parat des Staates wesentlich zu überlasten. Auch der größte Teil der Volksschullehrer besitzt Universitätsbildung. Ja, es gab selbst noch genügend Arbeitsmöglichkeiten in Südafrika, um in bescheidenem Maße selbst fremden Akademikern Lebens- räum zu gewähren. Die heutige Wirtschaftskrise zeigt dem Afrikaner zum erstenmal praktisch die große Gefahr, die in der Heranzüchtung eines geistigen Proletariats tiegt. Man hat heute die Einwanderung ausländischer Gelehrter fast völlig unter- bunden, um den vielen brotlos gewordenen Afrikanern zuerst eine Chance zu geben. Man wird aber mit einer solchen Maßnahme das Hciuptübel kaum abstellen können, lind selbst, wenn man es könnte, würde durch den Ausschluß der Konkurrenz der Standard der Universitäten— der sich m den letzten Jahren erz freut ich gehohen hatte-tt. wiedor wesentlich herabgedrückt werden. Die Gefahr eines weißen, geistigen Proletariats ist aber für Süd-" afrila noch um vieles gefährlicher als für Europa. Denn in Eu- ropa greift der in Not geratene Akademiker zu irgendeiner Arbeit, die sich Ihm bietet und versucht, sich durch seine besondere Besähi- gung wieder heraufzuarbeiten. Der Durchschnittsstudent in Süd- afrika betrachtet es aber als Pflicht des Staates, ihn nicht nur im Notfall zu ernähren, sondern ihn standesgemäß zu er- nähren. Handarbeit ist ja ec> ipso„Kaffernarbeit" und als solche unter seiner Würde. Es ist an den südasrikanischen Universitäten beinahe u n- möglich, gute Assistenten zu bekommen. Für ein Gehalt von 30V bis«00 Mark im Monat will niemand, der eine akademische Ausbildung hat, arbeiten» da er ja z. B. als einfacher Lehrer toeit mehr verdienen kann. So kommt es, daß man entweder die Stellen mit noch nicht voll- ausgebildeten Studenten besetzen, oder— um die hohen Ausgaben zu rechtfertigen— noch völlig unerfahrene Kräfte mit Arbeiten betrauen muß, die in Europa nur die erfahrensten Professoren er- ledigen(allgemeine Vorlesungen usw.), Der Südafrikaner studiert'in den meisten Fällen überhaupt nicht, weil dieses oder jenes Fach ihn besonders interessiert. Sein Ziel ist nicht, reif zu werden und sich für seine Lebensarbeit das nötige geistige Rüstzeug zu schassen Cr will so schnell und so leicht wie möglich sein„Dexrce"(Grad, Doktortitel) haben, um möglichst ebenso leicht und schnell Geld machen zu können. Der amerikanische Einfluß(viele Afrikaner studieren später in Amerika) ist in dieser Beziehung verhängnisvoll für dos Land. Aber auch das englische System des Studiums(trotz der tiefen Abneigung des Afrikaners gegen alles Englische hat er sich bisher noch nicht entschließen können, es zu refornrieren) kommt dieser Neigung entgegen. Der Student ist mit Vorlesungen überladen. Im ersten Jahr hat er oft nicht weniger als 3 bis 4 allgemeine Vor- lcjungen(z. B. Botanik, Zoologie, Chemie, Geologie) zu bewältigen und am Ende jedes Jahres ein Examen abzulegen. Zeit für intensive Arbeit in einem Fach bleibt nicht. Spezial- Vorlesungen werden auf diese Weise unmöglich gemacht, da den Studenten einfach keine Zeit bleibt, ihnen beizuwohnen. Südafrika hätte wie kein anderes Land die Möglichkeit, aus einer Verschmelzung des englischen mit dem deutschen, ein Universitätssystem auszubauen, wie es bisher kaum existiert, ein System, das m. E. die größte Entwicklungsmöglichkeit für den Studenten bieten würde. Nötig wäre— in Kürze—, daß die Freiheiten des deutschen Systems(Wahljreiheit der Fächer, d. h. Abschaffung der Curriculae in ihrer jetzigen Form: Abschaffung der Zeitgrenzen) mit der strengen Cxamensvrdnung des englischen Systems(über alle wesentlichen Vorlesungen müssen jährliche Examen abgelegt werden) verbunden würde. So würde ein übertriebenes Bummeln, wie es früher in Deutsck�and üblich war, und auch das auf oberflächliches Examenswissen zielende„Büffeln" des afrikanischen Studenten vermieden werden. Dem afrikanischen Studenten würde aber im besonderen noch eine Möglichkeit gegeben sein, sein Verantwortungsgefühl durch die Einführung in den wahren Geist der Arbeit ldic kein bloßes Memorieren ist) zu entwickele Gleichzeitig würden viele Schüler durch die längere Studienzett vom Studium abgeschreckt und den sehr im argen liegenden Handwerker» und mittleren Berufen zu» geführt werden. I Paris-London-Berlin Nachdem die Paarungen für den Polizei-Städtebox- kämpf Pari s— L ondo n— B e r l i n nunmehr feststehen, läßt sich sogen, daß der Polizei-Sportoerein am Freitag, dem 22. Januar, im Sportpalast ein Programm abwickeln wird, das sich sehen lassen kann. Eingeleitet werden die Kämpfe durch das erste Troffen im Mittelgewichtsturnier zwischen chornemann und Brossier. Den zweiten Kamps bestreiten der deutsche Meister Bernlöhr gegen Marlow, dem man in London nur Gutes nachsagt und der das best« Vertrauen der Engländer mitbringt. Im Halb. schwergewicht werden die Berliner Farben durch den Allmeister Gaikowski vertreten, der gegen den Londoner Polizisten Egan kämpft. Egan«rhiell bekanntlich bei dem letzten Treffen London gegen Berlin den Staatspreis für den technisch schönsten Kamps des Abends zuerkannt. Besonderes Interesse wird das Treffen Senst gegen Oquinarenne auslösen, da es sich hier um ausgezeichnet veranlagte Kämpfer Handell. Die Sieger aus den Vorgefechten dieser Turniere werden alsdann die Endkämpfe bestresten. So wird Meister Donner im Leichtgewicht gegen Laoaysiiere antreten und Kampe die Berliner Farben im Wellergewicht gegen den Franzosen Turquet oertreten. Der immer gern gesehene Titmus wird gegen Surma und Michaelis gegen den Franzosen Germain im Schwer- gewicht kämpfen. Beginn der Veranstallung 20 Uhr. poU�eiboxIcainpLe OZe Pariser Pollzefboxer(links) and die englischen(rechts) traten heute auf dem Bahnhof krledrichstraHe ein Kreisjugendtag Gegen Faschisten und Kommunisten Bei guter Beteiligung fand der Kreisjugendtag des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund in Berlin stall. Nach den einzelnen Bezirkstagungen, in denen das Arbetts» Programm festgelegt und die Wahlen zu den Bezirksleitungen stattfinden, erstatteten der Kreisjugendleiter Flach und der Genosse Heinz Wagner, Lichtenberg, als Leiter der Referenten- Vermittlung ihre Berichte. Feststellen kann man, daß gute Fort- schritt« im Jahre 1931 in der Bundesjugendarbeit erzielt wurden. In der Debatte wurde eine noch stärkere Forcierung der Arbeit gefordert. Für das Jahr 1932 wurde der Genosse Werner Lübke als Kreisjugendleller gewählt. Beinahe einstimmig wurde folgende Resolution an- genommen:„Die politisch« und wirtschaflliche Lage nimmt immer ernstere Formen an. Der Faschismus erhebt immer frecher das Haupt. Das Gebot der Stunde ist enge Zusammenarbeit aller sozialistischen Organisationen. Wir, die Jugend, die Träger einer neuen besseren Welt, stellen uns aktiv in den Kampf gegen den Faschismus aller Schallierungen. Wrr erwarten, daß der Kreis» und auch der-Bundesvorstand die notwendigen Schrille unternehmen wird, um in gemeinsamen Aktionen mll unseren befreundeten Organisationen ein« geschlossene, einhellliche Macht dem Faschismus gegenüberzustellen. Die Situation ist zu ernst, um über Kleinigkeiten zu diskutieren. Nur eine starke, geschlossene Arbeiterbewegung kann den Kampf bestehen. Wir ge- loben heute, erneut zu werben für die Arbeitersportbewegung und unsere Treue zum Arbeiter-Turn- und Sportbund abzulegen. Wir wollen mithelfen an der Stärkung der Partei und Gewerkschaft. an der Verbreiterung der sozialistischen Kulturbewegung. Noch stehen heute viele Arbester und besonders Jugendliche in bürger- lichen Sportoerbänden! Diese von der Notwendigkeit des Arbester- sports zu überzeugen und sie für uns zu gewinnen, sei unser« heUigste Aufgabe. Wir lehnen jede Gemeinschaft mit den Sekten der„Roten-Sport-Jnternationale" ab, denn diese sind nicht ehrlich gewillt, den Kampf gegen den Faschis- mus zu führen, sondern deren Hauptzweck ist, Misere Bewegung zu zerschagen. Wir sind ein Bollwerk gegen den Faschismus und lassen unsere große Einhestsfront nicht zerschlagen. All« Elemente, die versuchen, die Einhest im Arbester-Turn- und SportoulÄ zu zerschlagen, sind Verräter am Proletariat. Daher arbeiten wir mst verstärkter Kraft für unsere Bewegung und verlangen von allen Instanzen der Arbeiterschaft die beste Unterstützung. Die Jugend im 1. Kreis des Arbeiter-Turn- nnd Sportbundes wird allen Gegnern zum Trotz für dle Berwirklichung, des den Menschen bc- freienden Sozialismus kämpfen." furnerwettlcsmpt In Neukölln Wenig erfreulich war der gestrige Turnwettkampf des Volts- spart Neukölln. Während die Wettkämpfer an den Geräten ihre Uebungen zeigten, turnten an den anderen Geräten die übrigen Mitglieder und störten die ganze Veranstaltung, so daß man den Vorführungen der Wettkämpfer kaum folgen konnte. Die Turnhalle in der Lessing st raße in Neukölln wies noch andere Mängel aus An den Barren wackelten die Holme derart, daß es ein Wunder ist, daß nicht Unfälle ernster Art passierten. Auch das Turnen selbst brachte von beiden Mannschaften wenig gute Leistungen. Beim Barrenturnen gaben sich beide Mannschaften noch große Mühe. Das wackelnde Gerät drückte allerdings sehr auf die Leistungen. Die erzielten Resultate sind folgende: Nordring: Barren 142 Punkte, Pferd 128 Punkte. Reck 127. Volkssport Neukölln: Barren 147 Punkte. Pferd 127 Punkte, Reck 135 Punkte. Bei der Gymnastik glaubte man im allgemeinen die Neuköllner alz sichere Sieger hervorgehen zu sehen: aber die laschen Ausführungen und die fortwährenden Wiederholungen liehen sie nur auf 28 Punkte kommen. Anders dagegen Nordring. Exakt und fließend brachten sie ihre Vorführungen zur Geltung und erzielten damit 31 Punkte. Gesamtpunktzahl: Neukölln 437 Punkte, Nordring 428 Punkte. Morgen. Freitag, 20 Uhr, findet in der Turnhalle in der Eartenstr. IWa ein Dreikampf zwischen FTGB.-Mitte 1, Moabit 2 und MGB.-Mstte 2 statt. Beginn der Kämpfe 20 Uhr. .Ai-deitenchach Die Abteilung Karlshorst der Freien Arbeiter-Schach- Vereinigung Groß-Berlin veranstaltet am Frestag, dem 22. Januar, um 20 Uhr einen Werbeabend im Lokal von Barkel, Karls- Horst, Rheinsteinstraße an der Flugbahn, Kolonie Biesenhorst. Ge- nosie Jungeitsch hält einen Bortrag am Demonstrationsbrett über „Eröffnung«,". Gäste herzlich willkommen. Achtung Obleute: Am Montag, dem 1. Februar, beginnt bei Ewald ein Iugendturnier für alle Mstglieder unter 21 Jahren. Meldungen sind zu richten an G. Werwinski, Berlin S. 59, Planufer 91. Also doch Sharkcy gegen Schmeling Wir hatten schon wiederholt an dieser Stelle auf die Wider- stähde hingewiesen, die die Jakobsschen Kampsprojekte, soweit sie ein Zusammentreffen zwischen Schmeling und Walker und D« m p s e y betrafen, in Amerika fanden. Jetzt kommt die Be- stätigung, daß aus diesen Pläneen nichts wird, und daß Schmeling seinen fälligen Titelkampf in diesem Sommer gegen S h a r t e y bestreiten wird. Nicht nur, well Schmeling ihm eine Revanche schuldig ist, sondern, west er drüben als der erste An- Wärter auf Schmelings Titel offiziell anerkannt ist. Es ist zu verstehen, daß Jacobs die alten Boxer Walker und Dempsey lieber gehabt hätte, aber die Ablehnung, die er überall mit seinen Plänen fand, war nicht mißzuverstehen. Von den beiden Angeboten, di« aus dem ganzen großen Amerika vorlagen, war keine ernst gemeint, außerdem glauben viele, daß Schmeling iefser ist als Waller, ohne daß er das bewiesen hat. Der Kampf Dempsey gegen Schmeling hatte«ine sehr schlechte Press«, er wird ebenso- wenig kommen wie Schmeling gegen Walker, es wird auch sehr schwer sein, für Dempsey eine Lizenz zu erhalten. Schmeling wird Shartey nun wohl oder übel nehmen müssen; er kann ihn auch nehmen. Sharkey wird diesmal einen anderen Schmeling vorfinden als vor zwei Jahren, daß der Amerikaner den Mund immer etwas voll nimmt, sollte allmählich auch hier bekannt geworden sein. Trotz alledem, sehr geschickt hat sich Jacobs in der ganzen Sache nicht benommen, er will immer gleich zuviel ver- dienen, und di« Zeiten der großen Garantien sind auch in Amerika vorbei. Auch der Kampf Sharkey gegen Schmeling wird auf pro- zentualer Basis abgehallen werden. Schwimmen der AUersriegcn Daß die Mitglieder der Altersriegen auch im Wasser zu Haufe find, bewies der am Dienstag im Stadtbad Mitte ab- gehaltene Winter-Wasserwerbeabend. Ueber ein halbes Tausend waren der Einladung gefolgt, um am abwechflungsreichen Programm neue Freud« zu schöpfen. Einleitend wurden über dem Wasser gymnastische Uebungen absolviert, gerade für die starken Nicht- schwimmer Anreiz gebend, im Wasser unter Anleitung von Schwimmwarten mitzumachen. Lustig zu sehen, wie sich alles tummelt beim Spiel am„Begasbrunnen" oder den Vormarsch in geschlossener Front. Nicht müßig blieben in der Zell die Schwimmer, die den größten Tell der 50-Meter-Bahn für sich hallen. Gegensellige Einzelkämpfe belebten das Bild und Gymnastik vervollständigte neben Wasserball- und Puschballspiel die Tätigkeit der„Freien", die sich auf sich selbst vertrauend im Tiefen tummeln konnten. Anregung den anderen gebend: mach es nach. Der Ruf:.Leder Arbeiter- sportler ein Schwimmer" wird weiter Boden fassen. cArbelterrlnger Im Kampt In der Fortsetzung der Serienringkämpfe um die Kreismeifter- schaft trifft am F r e i t a g in der Turnhalle Elbestraße 2 in Neukölln die erste Mannschaft des Kraftsportoereins„Sparta" auf die zwelle Staffel des Sportvereins„Alt-Wedding". Beide Gegner stehen auf der Tabelle fast gleich, in diesem Treffen der beiden Mannschaften wird es durchweg harte Kämpfe geben, denn es gill den Abstieg zu oermeiden. Ferner findet eine Ausscheidung im Leichtgewicht zwischen Rosinske-Tegel. Putzke-Wedding und Schröder-Rosenchal stall. Der Beste von diesen drei Gegner erkämpft sich mll seinem Sieg auch die Berechtigung, in der Berliner Auswahlmannschaft gegen Breslau zu starten. Die Freie Sportvereinigung„Tegel" veranstaltet am Sonnabend im Lokal von Müller in Reinickendorf-West, Berliner Ecke Scharnweberstraße, eine Werbeveranstaltung für die S ch w e r a t h l e t i k s p a r t e des Vereins. In einem Mannschaftskampf stehen sich die besten Ringer des Sportvereins „Rosenthal" und die zwelle Kampfstaffes des Teglervereins gegen? über. Die Jiu-Iitsu-Sporller der Vereine Tegel, Einigkeit und Lichtcnberg-Friedrich-felde tragen danach Freundschaftskämpfe in der Kunst der Selbstverteidigung aus. Außer einer Jiu-Jitsu- Demonstration füllen unsere Arbeiterarttsten das Programm mit aus. Und bei Tanz und Konzert wird dann das dreijährige Be- stehen der Tegler Athletikabteilung gefeiert. Beginn 20 Uhr. Ein- tritt 50 Ps. Erwerbslose 25 Pf. Hier fährt mil den Naturfreunden. Die nächst« Wanderung, die dre Führersektion des Touristenvereins„Die Naturfreunde" ver- anstallet, findet Sonntag, 24. Januar, statt. Die Wanderung führt von Friedrichshagen durch das Krummendamm-Bruch und über Dahlewitz nach Mahlsdorf. Treffpunkt 9 Uhr, Bahnhof Friedrichs- Hagen. Fahrgeld 45 bis 80 Pfennige. Gäste herzlich willkommen. BSE. Hansa ZI sucht zum 24. Januar spielstarken Gegner für drei Männermannschaften auf Gegners Platz und zum 31. Januar auf eigenem Platz. Angebote an H. Fabig. Reinickendorf-Oft, Genfer Str. 43 oder telephonisch Mittwoch ab 29 Uhr D 6 Wedding 2465. Freie Sportvereinigung Pankow. Heute, Donnerstag, Funktionärsitzung b-i Lehmann. Sonnabend, Zll. Januar, Generalversammlung bei Lehmann. Ohne Mitgliedsbuch kein Autritt. Freie klauu-Unio» Grotz-Perlin c. V., Abt. Oberspree. Freitag, 22. Januar, pllnltlich 20 Uhr, Sitzung im Restaurant„Zur Eiche", Reulölln,«aiser- Friedrich. Ecke Saalestratze. Donnerstag, 21. Januar. Berlin. 16.05 M. Zen tzytsM; Erste»rnerlkenUche Bobhein. 16.30 Wilbrtm Kieul: Streichgaemtt C-Moll. 0p. 99, Nr. t(Bralnler-Ousaett). 17.10 Lieder und Arles. G es che Storch, Sopran: Aurust H. Bnilnler. Violine. Am Ellies!: WUly Jteger. 17.50„Die kleinsten Bausteine aller Körper"(Reichend ach). 17.30 Dr. Max Osborn: Von der bildenden Kaust. 183X1 Dr. med Halle und W. Stölting: Nur ein kleiner Sctaaupfen. 1S.30 Unterhaltunesmusik. 19.05 Die Funk-Stunde teilt mit... 19.10 Stimme iura Ta«. 19.20 Cefährdane der Forschung?(Prof. Dr. Friedrich Glum und Jochen Klepper.) 19.40 Concertlno für Violine, Cello, Klavier und Strclchorcheater, op. 47, von Alexander Tscherepnin(Uraufführung).(Anita Sulovolsky, Violine; Hermann Well, Cello; am Flügel: der Komponist. Kammerorchesler Michael Taube.) 20.00 Hanns Jobst liest eigene Dichtungen. 20.30 Philharmonie: Konzert. 23.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Könlgswusterbansen, 15.43 Frauenstunde. Ilse WelB: Die Bedeutung der Freizelt für die Fran. 16.00 Reg.-R3tln K. Delius: MSdchenfortbildungsschole. 17.30 Direktor Weber. Lehreratellen an deutschen Auslandaachnlea. 18.00 Dr. O. Hauser: Der Urmensch als Jäger und Fischer. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Dr. Leonhards; Grüne Woche 1932. 19.25 Dr. Klaus Mefanert: Der Bauer in der neuen russischen Literatur. 19.50„Ohne Arbeit" Hörlolge von Otto Berg. Staats Theater Donnersteg, den 21. Jenaer staatsoper unter tien Linden 20 Uhr Der fliegende Holländer StutLSdisosiiielluin HtDilinKSDirtt. 20 Uhr Othello Schill w-Theatei Ctarlattnbirv 20 Uhr Die göttliche Jette Pia Aza , I agiieh 8> oic Uhr I Stgs. 2. 5. SU uhr Theater am Nollendorlplab Ragic: B«l«i Saticbar) Pallas 7051 Täglich 8V< Uhr Sigs auch 41/« Uhr oasparono Rose- 1 neater Oroli fnntfurtir SM« IZ! Id. Wddud E 7 3427 8.15 Uhr Eine Frau von Formal Slüdt.0per Charlottenburg dismarckstraBe 34 Donnerstag. 21. Jan. Turnus 11 Anfang 19,30 Uhr DI« lustigen Velber Ende gfren 23 Uhr l-KomBdienbausn D 2.«dtadanu 6304 ■ Tägl. 81/« ehr Gruppe junger Schauspieler Die Mutter von Bert Breeht Preise von 00 PI. an U 27. Jh. Dratfflhnnig Kampf nn Kolbe« au VoiKsbtttine Tiiggtir an Mlowjlati 8 Uhr DerEeiaosene «»» Alexander Molssi mit Ulbert Bassennann Regle: Jacob Ods Staatl. Sdillti-Ikealei 8 Uhr üie SOttiidie leite Oeoiidiet iheaisi Der Raub der Sabinerinnen Regie Hans Deppe L Höflich. Richard. tössel. Wa-stnann FSglieh 8V< Uhi Morgen gebt.' uns gut! aigtl Kjshiim. Mn Hssue OrcbetLDalos Bell Die Komödie 81/« Uhr Der Ulett'aul mit dem rcbattBo ra WilMsi Sdioli Sonntag nochmlttag 3 Uhr billige Preise der Plalze sv, uhr CASlNO-THEATERsv, Uhr Lothringer Strafte 57. iniiiiiHtigiiiiiuiiiiimiiiiiiiiMiiniinminiiniiiiiMigiHtgiftMiiiin Nur noch bis 29. Januar Was man aus liehe tut und die Operette„Du ScheUangs-Souper" Sonnabend, den SOJannar zum I. Male tlien von heute Gutschein l-4 Personen; Paikett 50 PI. Panteuil 1— Mark. Sessel i-öu Mark. Stettiner Sänger im Reichshallen-Theater Iböiib off platz 8 Uhi. Sonntags Z'/, Dtir zu«r- J& mäßigten Piüwn- Dts out Programm miiiLBurlesks l\'Nä„So'n Belnfall!" 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