Morgenausgabe Nr. 43 A 22 4y. Jahrgang Wöchentlich 73 Pf, monatlich 3,55 M. (davon 87 Pf. monatlich für guftsl- • lung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug S.87 M. einschließlich soPf. Poazeitungs- und 72 Pf.Poftbestellge- ' bühren. Auslandsabonnement 5.85 u>!. . pro Monat: für Länder mit ermäßig» tem Drucksachenporto 4.SS Pi. Der„Parwärts� erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abend", Illustrierte Sonntagsbeilage .Boll und Zeit". IriG. Berliner Volksblatl Mittwoch 22. Januar 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Di««inspalt. Mtllimeterzeile 30 Pf. Ileklamezeile 2.— M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf. (zulässig zwei seltaedruckteBorte.sedrs weitere Wort tO Pf. Rabatt lt. Taris. Worte über lb Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeter- zeile 2., Pf. Familienanzeigen Millimeterzeile lS Pf. Anzeigenannahm« im Hauptgeschäft Lindenstraße S, wochentäglich von 8t/, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich dasRecht der A k>- lehnung nicht genehmer Anzeigen vor l Jentrawesa« de« Soziatdemoßvatifchen Partei Deutfwtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 63. Lindenstr. 3 ft-rnspr.. Tönhols(.h 7) SSS— SS? Telegramm-Adi. Sozialdemokrat?erlin Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonio: Berlin 37 526.— Bankkonio.-Bankder'Arbeucr.Ängeslellien und Beamten. Lindenslr. 3 Dt B.u Di?c.»Ges.. Deposltenf..Zern>aIemerStr.Kä-v'i. Gegen Zaschisms und Kriegshetze! Oer Sinn der heutigen Sportpalast-Kundgebung. Eine neue Welle des politischen Massenwahnsinns brandet über die Welt. Die Massennot hat eine Massenpsychose erzeugt. Diese Not ist geboren aus der Wirtschaftskrise, die Wirtschaftskrise ist ein Kind der kapitalistischen Wirtschafts- ordnung. Immer wenn die Träger des kapitalistischen Systems Gefahr für ihre heiligsten Güter wittern, versuchen sie, de» Blick der Massen von den wahren Schuldigen an ihrem Elend abzulenken; denn sie selbst tragen ja die Verantwortung für die herrschenden Zustände, die Schuldigen sind sie selbst. Wehe ihnen, ihrer Macht und ihrem Reichtum, wenn die Mehrheit des Volkes diesen Tatbestand klar erkennen würde! Deshalb die Ablenkungsmanöver nach innen und außen, des- halb die Hetze gegen den„Ma r x i s m u s" und gegen den „E r b f e i n d". Deshalb auch die Subventionierung von Prätorianergarden, die, mit scheinsozialistischen Phrasen geködert, die Aufgabe erfüllen sollen, den wirk- l i ch e n Sozialismus zu zertreten. Hand in Hand mit der innerpolitischen Verhetzung, die vor keiner Verleumdung, vor keiner Lüge, vor keinem Schimpfwort, vor keiner Gewalttat, vor keinem Mord zurückschreckt. geht die planmäßige Aufpeitschung der nationa- listischen Leidenschaften vor sich. Der Blutrausch des B ü r- gerkriege s findet seine Steigerung in der psychologischen Vorbereitung des R e v a n ch e k r i c g e s. Die Niedermetze- lung eigener Volksgenossen stellt gewissermaßen ein mate- riellcs und geistiges Training für einen künftigen„Be- freiungskrieg" dar. Als Bundesgenosse in diesem späteren Revanchefeldzug gegen Frankreich wird das Italien Musso- linis planmäßig gefeiert. Ihm werden sogar die Viertel- Million kerndeutscher Bauern und Kleinbürger in den Tälern und Städten Südtirols als Opfergabe hingeworfen. Mussolini selbst denkt natürlich nicht daran, die Rechnung der deutschen Bierbankpolitiker zu erfüllen. Wenn er mit deutscher Hilfe Frankreich mürbe gemacht haben wird, dann wird er sich mit irgendeinem kolonialen Zugeständnis Frank- rcichs zufriedengeben, sich auf die traditionelle Solidarität der lateinischen Völker besinnen und Deutschland sitzen lassen. Unterdessen erleben wir, ähnlich wie vor neun Jahren, eine Sturzflut des Franzosenhasses, die von einer Wählergeneration getragen wird, die das Jahr der Ruhrbesetzung und erst recht die viereinviertel Jahre des Weltkrieges ohne politisches Bewußtsein erlebt hat. Die Jung- Wähler von heute, die die SA. bevölkem und einen wesent- lichen Teil der Gefolgschaft Hitlers und Goebbels bilden, waren bei Kriegsausbruch zwei, drei oder vier Jahre alt und haben die Ruhr- und Inflationszeit als Elf-, Zwölf- und Dreizehnjährige durchgemacht. Wie leicht ist es in der heutigen Notzeit, ihnen vorzugaukeln, daß der Sieg zum Greifen nahe war, als das deutsche Frontheer vom internationalen Marxis- mus von hinten erdolcht wurde, und daß auch die Vertreibung der Franzosen aus dem Ruhrgebiet durch den Verrat der Sozialdemokraten und sonstigen Erfüllungspolitiker verhin- dert wurde! So werden auch heute Parolen in die Massen geschleudert. von denen ihre Urheber ganz genau wissen, daß sie unerfüll- bar sind, die aber gerade deshalb gewählt wurden. Man verlangt von der Dieichsregierung nicht nur, daß sie keine Reparationen mehr zahle— was sowieso seit acht Monaten nicht mehr geschieht—, sondern auch, daß sie sofort schwarz auf weiß bestätigt erhalte, daß Deutschland nie mehr auch nur einen Pfennig zu bezahlen brauchen werde. Und wenn durch ein Wunder, an das in Wirklichkeit niemand glaubt, Deutschland diesen amtlich beglaubigten Verzicht seiner Glau- biger erhielte, dann würde die„nationale" Opposition sich damit noch lange nicht zufriedengeben: Erst kürzlich verlangte ein Hugenberg-BlaU in Hannover vom Reichskanzler Brü- ning. daß er aus der Lausanner Konferenz mit den fünf Milliarden Mark zurückkehre, die Deutschland nach Auffassung der Rcichsregierung schon über die eigentlichen Wiederaufbauschäden in der Kriegszone an Frankreich gezahlt habe! Kein Wunder, wenn dieser Ausbruch von Massenwahn, geschürt von gewissenlosen Volksverderbern, drüben i n Frankreich eine ähnliche Psychose erzeugt hat. In tzen Dörfern und Kleinstädten der französischen Provinz Heute Mittwoch, den 27. Januar, 20 Uhr im Sportpalast, Potsdamer Str. 72 Redner; Bmii| Emuma Generalsekretärderfranzösisch. ■ U U"»QU»"/ sozialistischen Kartei Marie Juchacz, m. d. r. Pietro Nenni, des Päd! LobC/ Reichstagspräsident Fahneneinmarsch Musik:: Gesang der Sozialistischen Arbeiterjugend Unkostenbeitrag 20 Pf. Erwerbslose gegen Vorzeigung des Parteimitgliedsbuches und der Stempelkarte frei! spricht man schon im Flüstertone von dem neuen, u n v e r- m e i d l i ch e n Krieg, auf den sich Deutschland unter Füh- rung von Hitler vorbereite. Die französischen Nationalisten brauchen diese Stimmung, besonders angesichts der nahenden Wahlen. Für sie ist der deutsche Nationalsozialismus ein Geschenk vom Himmel. Ein republikanisches Pariser Blatt verspottete diese nationalistische Spekulation auf die deutschen Hakenkreuzler mit einer Karikatur, die zwei reaktionäre Wahlmacher im Gespräch zeigt, von denen'der eine unter Variierung eines bekannten Wortes dem anderen zuraunt: „W enn dieferHitler nicht wäre, müßte man ihn erfinden!" Ein würdiges Gegenstück zu dem be- rühmten Ausspruch der„Deutschen Zeitung" in den Tagen der Ruhrbesetzung:„Gott erhalte u n s P o i n c a r ö!" Soll dieser Wahnsinn weitergehen? Haben die Völker an der Vernichtung von zehn Millionen Menschenleben in den vier Kriegsjahren und an der Zerstörung des deutschen Volks- Vermögens in den wenigen Monaten des Ruhrkampfes nicht genug? Soll es den nationalistischen und kapitalistischen Schuldigen an diesem Meer von Blut und von Tränen wieder einmal gelingen, die Völker zu betrügen und sie in neues Unglück zu stürzen? Nein! Niemals! Nie wieder! Es ist die historische Aufgabe des deutschen Sozialismus, die Massen aufzuklären und aufzurütteln, sie zum Kampfe gegen die faschistischen und nationalistischen Volksbetrüger und Volksverderber aufzurufen, sie in eine Eiserne Front zu formieren, einen eisernen Damm aufzurichten, an dem die Sturzflut des innen- und außenpolitischen Massen- wahns zerschellen wird. Das ist der Sinn der Zehntausenden von Versammlungen, die die Sozialdemokratische Partei, das Reichsbanner, die Gewerkschaften, die Sportorganisationen und überhaupt alles, was sich zur Eisernen Front bekennt, in den kommenden Wochen veranstalten. Unter diesen Kundgebungen ist das heutige Treffen im Berliner Sportpalast von beson- derer Bedeutung deshalb, weil dort neben führenden deut- scheu Republikanern und Sozialisten zwei bekannte Führer der Internationale zu den Massen sprechen werden. In Pietro Nenni werden wir abermals das un- beugsame Opfer des italienischen Faschismus begrüßen, dessen mahnende Worte gerade in den heutigen Zeiten von den deutschen Arbeitern besonders beherzigt werden müssen. Denn die Leiden der italienischen Arbeiterklasse, die seit Jahren alles verloren hat, was dem Leben Würde und Schönheit verleiht, und die— sogar nach dem Geständnis deutscher Vc- wunderer des Faschismus— auch materiell in dieser Wirt- schaftskrise schwerer zu leiden hat als alle übrigen Völker, müßten für das deutsch« Proletariat ein Grund mehr sein. Hitler den Weg zur Macht zu versperren. Und in dem Genossen P a u l F a u r e begrüßen wir den Teil des französischen Volkes, der sich gegen die nationa- liftische Psychose auflehnt, der sich durch die Erfolge Hitler!» und seiner Haßpropagaildä nicht ablenken läßt von dem not- wendigen Ziel der deutsch-sränzösischen Berständigung. Paul Faure vertritt im Parlament die Arbeiter von L e C r e u z o t, dem Zentrum der Rüstungsindustrie. Das hindert ihn und seine Wähler aber nicht, sich mutig für die Ab- rüstung zu schlagen und für die Umgestaltung der Schneider-Werke, die bisher Geschütze und Panzerplatten er- zeugten, in Produknonswerkstätten des Friedens einzutreten. Gerade deshalb richtet sich der besondere Haß der franzö- fischen Reaktion und ihrer kriegsindustriellen Hintermänner gegen Paul Faure; aber es ist ihnen bisher trotz kommu- niftischer Hilfe nicht gelungen, ihm seine Wähler abspenstig zu machen, und es wird ihnen auch in Zukunft nicht gelingen. Faschismus und Krieg müssen in jedem einzelnen Lande bekämpft werden. Aber sie werden um so sicherer abgewehrt, je internationaler die Kampffront für die Demokratie und für den Frieden ist. Die heutige Kundgebung im Sportpalast wird in den Berliner und den deutschen Arbeitern das Bewußtsein verstärken, daß der Kampf der Eisernen Front sich nicht auf unser Land beschränkt, sondern daß er getragen wird von dem Willen und den Wünschen der Millionen Gleichgesinnter in der ganzen Welt. Zn Italien gibt es noch Helden! Das Häuflein der ausrechten Hochschullehrer. Locarno, 25. Januar.(Eigenbericht.) Zwölf italienische Professoren haben es bekannt- lich abgelehnt, den Eid der Treue dem soschistischen Regime zu leisten. Einer»cm ihnen, der Prosesjor der Rechte. Senator T a m a s s i a. ist inzwischen g e st o r b e n und hat keine Verfolgung der Schwarz- Hemden mehr zu fürchten. Den übrigen elf ist nahegelegt worden, um ihre Entlassung einzukommen. Professor Mario Carrora, Ordinarius für gerichtliche Medizin a» der Turiner Universität, hat in einen. Schreiben an den Unterrichtsminister die Gründe auseinandergesetzt, die ihm die Ab- legung des geforderten Eides unmöglich machen. „Da ich gewöhnt bin", heißt es in dem Brief,„den Eid ernst zu nehmen, kann ich mich nicht eidlich verpflichten, meiner Lehrtätig- keit politische Einstellung, Richtung und Ziele zugrunde zu legen. denn ich erachte diese Tätigkeit für um so wirksamer und höher, je mehr sie sich frei hält von praktischen und persönlichen Zielen. Ganz abgesehen von der tatsächlichen Wirkungslosigkeit einer der- ortigen Acrpslichtung in dem speziellen Fall meines Lehramtes — der gerichtlichen Medizin— Hab« ich die Sluffasiung vom Wesen und Ziel des Hochschulunterrichts als etwas über den Parteien stehendes betonen und, soweit dies in moinen Kräften steht, verteidigen wollen. Wenn wir in den jungen Leuten ein wissen» schaftlichcs Bewußtsein entwickeln sollen, so müssen wir uns davor hüten, die spontanen Ansätze durch doktrinäre Bor- eingenon, menheltundZweckmähigteitsrücksichten zu stören. Die wissenschostliche Forschung soll frei sein von Leiden- schoft und Interesse nur in dem Sinne, daß ihre einzige Leiden- schaft und ihr einziges Interesse die Wahrheit ist Deshalb ge- ziemt dem Hochschulunterricht keine andere Grenze als die, die in der intellektuellen und moralischen Rechtschaffcnheit des Lehrers liegt... Von dieser Ausfassung des Lehramtes überzeugt, habe ich es ab- gelehnt, dem Rate zu folgen und meine Versetzung in den Ruhestand zu beantragen, weil es mir schien, daß ich selbst dadurch meine Inkompatibilität mit der Professur anerkannt hätte. So habe ich vor- gezogen, die Bitterkeit und Unruhe der letzten Ereignisse über mich ergehen zu lassen, um mich so auch moralisch auf der Höhe des Amtes zu zeigen, das ich ausübe. Ich ziehe es vor. von der Behörde, der das gesetzliche Recht dazu zusteht, eine endgültige Entscheidung abzuwarten." Zum Schluß bittet Professor Earrära, der gilt Schwiegersohn T e s a r e L o m b r o s o s ist, d«n Lehrstuhl für Kriminolanthropv- logie, den er seit dem Tode ihres Begründers wientgeltfich bekleidet Das Anrecht der Bürgersteuer. Abänderungsvorschlage der Sozialdemokratie. und der der einzige dieses Faches in Italien ist, weiter behalten zu dürfen. Diese Bitte, bei der ihm die Pietät die chand führte, wird ihm stcher abgeschlagen werden. Allen elf„Rebellen" ist ihr Lehramt entzogen worden. Aber das genügt noch nicht. In Bologna ist der Profesior der Chirurgie, Bartolo Nigrisoli, von zehn mit Knüppeln bewaffneten Faschisten überfallen und niedergestreckt worden. Der berühmte Chirurg kam gerade aus der Provinz, wo er einen Arbeiter behandelt hatte. Nigrisoli ist in der ganzen Romagna bekannt wegen seiner— freilich nicht faschistischen— Gewohnheit, eine große Zahl mittelloser Kranken in der Stadt und auswärts, unentgeltlich zu behandeln. Es war nur logisch, daß sich die Schwarzhemden mit chren Knüppeln gegen den alten Herrn wandten, dessen Hände so vielen Menschen das Leben gerettet haben: vom Lehrstuhl verjagt und auf der Straße niedergeschlagen — das Los des geradrückigen Hochschullehrers im Lande des Faschis- mus! Aber selbst das ist noch nicht das Schlimmste. In Turin hat man den siebzehnjährigen Sohn des Professors Lionello Ben- t u r i, eines der„Rebellen", verhaftet' Borwand der Ver» hastung ist die Suche nach den Mitgliedern der Kampforganisation ..Gerechtigkeit und Freiheit", die in den Universitäten viele An- Hänger hat. Verhaftet hat man auch den Sohn des Danteforschers Umberto Cosmo. der schon vor einiger Jeit aus politischen Gründen seinen Lehrstuhl verloren hat. Man will die Väter durch die Söhne treffen, eine alte Methode des Faschismus. Im zwanzigsten Iahrhuirdert weiß der Faschismus für seine Sicherstellung nichts anderes zu tun, als auf die bewährten Verfahren der Inquisition zurückzu» greifen. Es fehlt wirtlich nur noch der Scheiterhaufen. Ein Telegramm und eine Antwort. Der Reichslandbund bekommt nie genua! Durch eine Notverordnung des Reichspräsidenten wurde vor einigen Tagen vom Reich eine Bürgschaft für die Lieferung von Düngemitteln zur Frühjahrs- bestellung übernommen. Die Ausfallbürgschaft geht bis zu einem Betrage von 75 Millionen Mark, in welcher Höhe der Steuerzahler zugunsten der Landwirtschaft wieder ein- mal das Risiko übernimmt. Das Präsidium des Reichslandbundes hat jetzt an den Reichsernährungsminister ein Telegramm gerichtet mit der Forderung, daß das Reich auch noch Preise garan- c i e r e n soll, die den Erzeugungskosten entsprechen. Wenn die Marktpreise an diese zu garantierenden Preise nicht heran- kommen, müssederFehlbetragoomReichandie Landwirte gezahlt werden. Wie wir hören, wird die Reichsregierung den Reichs- landbund auffordern, dazu die erforderlichen Mittel bereit- zustellen. Ein Stahlhelmschwindel. Die Zahl der preußischen Gerichtsvollzieher. Auf der Führertagung des sch lesischen Stahl- Helms, die am Sonntag in Liegnitz stattfand, wartete einer der Festredner mit der Lüge auf, daß wir nur 100 000 Soldaten, aber über 117 000 Gerichtsvollzieher hätten. Die Hugenberg- presse tat ihr übriges und verbreitete dies« Lüge in großen und ietten lleberschriften. Jetzt stellt der Amtliche Preußische Pressedienst fest, daß im Jahre 19Sl in Preußen die Zahl der plan- mäßigen und außerplanmäßigen Gerichtsvollzieher nur insgesamt All betragen hat. Außerdem wurden nur noch 290 planmäßige und außerplanmäßige Gerichtsvollzieher beschäftigt. Knck wird durchleuchtet. Das Gericht fordert feine Akten ein. IBeimar. 26. Januar. Der sozialdemokratische Vizepräsident des Thüringer Landtags, Leb er-Jena, hatte sich am Dienstag vor dem Weimarer Schöffen- gericht wegen Beleidigung des früheren Ministers Dr. F r i ck zu verantworten. Leber soll Ende 1930 als Herausgeber«in Plakat haben drucken und oerbreiten lassen, worin mit Bezug auf Minister Dr. Frick gesagt wurde:„Schutz von Mördern durch Duldung von Paßfälschungen..." Der Staatsanwalt hält Leber für schuldig. Er beantragte eine Geldstrafe von 200 Mark oder 20 Tage Gefängnis. Demgegenüber forderte der Verteidiger einen Freispruch. Um den Nachweis zu führen, daß Dr. Frick vor Iahren bei feiner Münchener Tätigkeit Paßfälschungen geduldet habe, stellte der Verteidiger einen entsprechenden Veweisantrog. Nach kurzer Beratung vertagte das Gericht die Ver- Handlung. Es soll zunächst ermittelt werden, ob der Vorwurf der Duldung von Paßfälschungen zu Recht besteht oder nicht. Zu diesem Zweck soll Dr. Frick und Polizeiinspektor Glaser-München als Zeugen vernommen und die Akten über die an- geblichen Paßfälschungen auf der Münchener Polizei- direttion herbeigezogen werden. Volkspartei gegen Omgeldey. Opposition in Stuttgart. Der Abmarsch der Deutschen Volkspartei zur Opposition gegen die Regierung Brüning ist bei der Stuttgarter Ortsgruppe der Volkspartei auf heftigen Widerstand gestoßen. Das kam in einer Versammlung, in der Abgeordneter Keinath seine Abstimmung im Reichstag durch einen Eiertanz zu begründen suchte. in sehr energischer Weise zum Ausdruck. Verschiedene Redner traten Keinath entgegen. Die schärfste Formulierung fand ein Dr. von Baelz, der es geradezu als eine„Todsünde" gegen das Vaterland bezeichnete, sich jetzt in irgendeiner Form an dem Sturz der Regierung zu beteiligen. Die Versammlung gestaltete sich durch die Aufnahme dieser Ausführungen zu einer demonftra- tioen Kundgebung gegen die von den führenden Persönlichkeiten der Volkspartei eingeleiteten Versuche, die Deutfche Voltspartei mit den Nationalsozialisten wie überhaupt mit der Harzburger Front in ein Gemeinschaftsverhältnis zu bringen. Legale demaskieren sich. Goebbels' verfängliche Fragen an Siarhemberg. Der österreichische Heimwchrfürst Starhemberg hat in Berlin vor einem rechtsradikalen Kreis einen Vortrag gehalten. Nach dem Bericht, den der„Angriff" des Herrn Goebbels davon gibt, scheint es sich aber eigentlich mehr um eine verantwortlich« Vernehmung des Putschführers gehandelt zu haben. Denn an das Di« Erhebung der Bürger st euer führt zu Härten, die sich immer mehr als unerträglich herausstellen. Die Bürger- ! fteuer ist in diesem Jahr etwas ganz anderes als im Borjahr. Diesmal werden nicht nur 6 M. für den Ledigen und 9 M. für den Verheirateten erhoben, sondern in fast allen Gemeinden ist das Drei, und Vi«rfache dieser Sätze zu zalzlen, obwohl Löhne und Gehälter seit dem Lorjahr um 20 bis 25 Proz. gesenkt worden sind. Die Sozialdemokratie hat diese Gefahren seit Monaten voraus- gesehen und hat bereits vor mehr als einem Vierteljahr Abhilfe. maßnahmen von der Reichsregierung geford«rt. Aber trotz wieder- holler schriftlicher und mündlicher Vorstellungen hat das Reichs- finanzministerium nichts Durchgreifendes getan, um die schlimmsten Härten aus der Welt zu schaffen. Es konnte nur erreicht werden, daß eine allgemeine Freigr«nze von 500 M eingeführt wurde und die Zahlungstermine bis zum Juli verlängert wurden. Jetzt zeigt sich immer deutlicher, daß beide Zugeständnisse völlig unzureichend sind. Besonders groß ist das Steuerunrecht der Bürgersteuer bei den Kurzarbeitern. Nach der Statistik des Allgemeinen Deut- schen Gewerkschaftsbundes sind 26 Proz. seiner Mitglieder Kurz- arbeiter. Bei den niedrigen Löhnen und der starken Einschränkung d«r Arbeitszeit gibt es eine ganz breite Schicht von Arbeitern und Angestellten, die als Kurzarbeiter weniger verdienen, als die Sähe der Zlrbeitslofenunlerstühung betragen. Während aber die Arbeitslosen von der Bürger- steuer befreit sind, müssen die Kurzarbeiter im allgemeinen die vollen Sätze mit den hohen Gemeindezuschlägen zahlen. Hier muß in erster Linie Zlbhilse geschassen weiden. Aber das wird nicht so gehen, daß man die Kurzarbeiter ebenso wie die Arbeitslosen von der Büraersteuer freistellt. Dadurch würden wieder andere Arbeitnehmerschichten benachtei» l i g t. Es gibt in den Berufen mit besonders niedrigen Löhnen, wie z. B. bei den Textilarbeitern, sehr viele Arbeiter und Arbei- terinnen, die trotz voller Arbeitszeit nicht mehr oder sogar noch weniger verdienen, als mancher Kurzarbeiter in den bosser bezahlten Berufen. Würde man nur die Kurzarbeiter von der Lürgersteuer Ende des ziemlich inhaltlceren Berichts stellt das Blatt folgende verfänglichen Fragen: Warum hol Starhemberg nicht die Macht ergriffen. als er als Znnenmiaisler die Möglichkeit hierzu Halle? Warum hat er mit Dr. Pfrimcr zusammen sich oor dem schwachen widerstand der Exckulivkröste zurück- gezogen, als der letzte putsch nun einmal begonnen war! Zum Schluß heißt es dann: Alles in allem Halle man den Eindruck, daß Slarhemberg es zwar gut meint, aber daß er zu schwach ist, um zu handeln und sich den Einslüssen gewisser kreise zu entziehen. die ihn immer wieder auf eine ihnen ungefährliche Lahn lenken. Hier wird Starhemberg der Vorwurf gemacht, daß er sein Amt als Minister nicht zum Verfassungsbruch mißbraucht und daß er den Pfrimer-Putsch nicht bis zum blutigen Kampf mit Militär und Polizei weitergeführt hat. So verraten die Nationalsozialisten etwas unvorsichtig, was man von ihnen zu erwarten hat, wenn es ihnen im Reich oder in Preußen gelingt, einen Zipfel der legalen Macht zu erhaschen! So zeigen sie. was von ihren Legalitäts- schwüren zu halten ist!__ KlaggeS und die Noiverordnung. „Amtliche Berichtigung" und die Wahrheit. Brauaschweig. 26. Januar.(Eigenbericht.) Unter Anwendung der 2. Notverordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen hat h-ut abend Klagge» dem„Volksfreund" eine Berichtigung aufgezwungen in der er die Behauptung seiner Parteifreunde, Kamerad Meier sei von eigenen Freunden erschossen worden, als eine„amtliche Entgegnung" aufnimmt. Demgegenüber steht folgendes fest: Bereits seit Sonntag hat die Braunschweigische Kriminalpolizei eine genaue Beschreibung des Mordbuben, der Msier hinterrücks erschossen Deutsches Theater. Ferdinand Bruckner:„Timon". Vollständige Verwandlung eines berühmten Shakespeare- Dramas. Der Respekt wäre nützlicher gewesen als der Mut. M. H. befreien, so wäre das«in neues Unrecht gegen dies« gering ent» lohnten Arbeiterschichten. Deshalb muß man anders vorgehen. Die Wurzel der Ungerech- tigkeiten liegt in der Tatsache, daß der Bürgcrsteuer, die jetzt er- hoben wird, noch das Einkommen des 3ahre» 1930 zugrunde liegt. Wer also im Jahre 1930 noch mehr verdient hat. als das Existenz- Minimum ausmacht, muß jetzt die volle Bürgersteucr zahlen, auch wenn heute durch Lohnsenkung oder Kurzarbeit sein Einkommen weit unter das Existenzminimum gesunken ist. Nur wenn sein Jahreseinkommen weniger als 500 M. beträgt, wird von diesem Grundsatz eine Ausnahm« gemacht. Wer ii, der Zeil der Bürgersteuerzahlung nicht mehr als 10 M. wöchentlich oder 42 M. monatlich ooldient, wird von der Bürgersteucr besreit Die 500-Mark-Grenzc wird also nicht auf das Jahr 1930. sondern auf die Gegenwart angewendet. So müßte auch bei den Kurzarbeitern und den sonstigen gering entlohnten Arbeiterschichten oersahren werden. In der Bürgersteuer- verordnuna heißt es, daß die Personen, die lohn st euer- frei sind, well ihr Einkommen geringer ist als der Freibetrag, nur den halben Bürger st euersatz zu zahlen brauchen. Statt aber wie bisher dafür die Verhältnisse des Jahres 1930 zugrunde zu legen, muß auch hier, genau wie bei der 50C-Marr- Grenze von den gegenwärtigen Verhältnissen ausgegangen werden. Jeder Lohnsteuerfreie soll auch nur die halbe Bürgersteuer zahlen. Don diesem Grundgedanken gehen neue Vorschläge aus, die die Sozialdemokratie zur Beseitigung der Härten bei der Bürgersteuer gemacht hat. Bereits in der vorigen Woche haben darüber im Reichsfinanzministerium Verhandlun- gen mit sämtlichen gewerkschaftlichen Spitzenverbänden stattge- funden, an denen auch die Abgeordneten Dr. Hertz(Soz.) und Ersing(Z.) teilnahmen. Die Verhandlungen haben zunächst«r- geben, daß keine unüberwindlichen technischen Schwierigkeiten bestehen, um die entsprechenden Milderungsvorschriften sofort in Kraft zu setzen. Sie sind noch nicht abgeschlossen und müssen mit größter Beschleunigung zu Ende geführt werden. hat. Die Beschreibung ist von einem Kameraden Meiers gegeben worden, der neben ihm stand, als die Schüsse fielen. Ein weiterer, ebenfalls angeschossener Zeuge bekundet übereinstimmend, daß ein uniformierter Hakenkrenzler geschossen hat. Unter den weiteren nationalsozialistischen Mittätern wurde ein SA.-Mann aus Braunschweig erkannt, dessen Adresse der Krimina!- Polizei am Sonntag zur Verfügung gestellt wurde. Die Kriminal- polizei hat bis h«ute von dieser Adresse ebenso wenig Gebrauch gemacht wie von der 15 Namen enthaltenden Liste nationalsozialistischer Studierender und höherer Schüler, die sich nachweisbar an dem Uebcrsall ebenfalls beteiligten. Da gegen die erkannten Mittäter an dem Mord des Reichs- bannermannes Anzeige erstattet ist, so wird sich erweisen müssen, ob im heutigen Braunschweig noch Recht und Gesetze gelten oder ob mordwütige Nationalsozialisten über sie triumphieren dürfen. Die Bestattung des erschossenen Reich sbannermannea Kurt Meier findet am Donnerstagnachmittag statt. Die Sozialdemokra- tisch« Partei, das Gswerkschaftskartell und das Reichsbanner haben die Arbeiterschaft der Stadt Braunschweig am Dienstag in einem Ausruf aufgefordert, die Arbeit um 2 Uhr zu beenden und sich an der Bestattung zu betelligen. In lebenswichtigen Betrieben wird die Arbeit während des Leichenbegängnisses fünf Minuten lang ruhen. (Sr will sich revanchieren. Der braunschweigische Noziminister Klagges lehnte kürzlich das Ersuchen des Reichsministers des Innern ab. die„Braunschweigische Landeszeitung", ein übel beleumundetes Naziorgan, wegen B e- leidigung Brünings zu verbieten. Dieser Tage versuchte filqggez sich Herrn Groener gegenüber zu revanchieren, indem er versuchte, beim Oberpräsidenten in Hannooer ein Verbot des hiesigen tommunistischen Organs auf acht Wochen durchzusetzen. Klagges blitzte aber ab. Auch das Reichsinnenministeriuin des Inneren, an das sich Klagges beschwerdeführend wandte, tat ihm den gewünschten Gefallen nicht. Ebenso erging es ihm mit dein Versuch, den sozial- demokratischen..Volkswillen" in Hannover verbieten zu lassen. Groener bescheinigte ihm. daß es zu einer derartigen Maßnahme an den gesetzlichen Voraussetzungen fehle. Uebcrsliegei, des Gotthard-Gebietes verbolcn. Der Schweizer Bundesrat hat ein Verbot des Ucberfliegens des Festungsgebietes im St.-Gotthard-Massio erlassen. Alle in- und auslälrdischen Flug- zeuge dürsen in Zukunft das Gebiet nur noch mit behördlicher Sc« nehmigung überfliegen. Flucht vor der Todesstrafe. Wirffchastspartei zieht aus«— Kahl läßt seinen Autrag fallen. Im Strafrechtsausschuß des Reichstages hat der Vertreter d«r Wirtschaftspartei das Feld geräumt, weil ja auch die Deutsch- nationalen und die Nazis nicht mittun.(Ihre Diäten beziehen diese Retter Deutschlands bekanntlich weiter, ohne im Reichstag auch nur zu erscheinen. Ihr Gewissen wird dadurch nicht belastet.) Nachdem jedoch der Versuch des Wirtschastsparteilers, den Ausschuß ausjliegen zu lassen, gescheitert war, erlebte der Ausschuß eine neue Ueber- raschung. Der alle Volksparteiler Kahl zog mit einer längeren Erklärung seinen Antrag auf Abschaffung der Todes- st r a f e zurück. Er führte zur Begründung dieses Schrittes aus, er habe zweimal am 25. Ottober 1928 und am 19. Mai 1930 den Antrag gestellt, zwar die Todesstrafe abzuschaffen, sie aber durch lebenslanges Zuchthaus zu ersetzen und für den Fall einer Be- gnadigung die Sicherungsverwahrung mit dreijähriger Nachprüfung durch das Gericht einzuführen. Beide Male sei dieser Antrag ab- gelehnt worden. Er bringe ihn aber deshalb nicht wieder ein, sondern aus Gründen der Rücksicht, auf die inzwischen veränderte Stimmung der öffentlichen Meinung. Angesichts der Häufung der Gewalttaten, angesichts des Umstandes, daß der Mord sogar zur ständigen Waffe politischer Parteien geworden sei. könne er sich nicht entschließen, seinen Antrag von der vorigen Wahlperiode zu wiederholen. Die Abgeordneten Dr. Warum und Landsberg(Soz.) betonten, daß es sich bei Abschaffung der Todesstrafe nicht um eine Zweck- mäßigleitsfrage, sondern um eine ernste Weltanschauung?- und Gewissensfrage handele. Die Entscheidung am grünen Tisch, ob ein Mensch hingerichtet werden solle oder nicht, sei das furchtbarste Erlebnis, das man sich denken könne, nicht w«gen der Scheu vor der Verantwortung, sondern wegen der inneren Seelen- quälen, die es bereite, wenn iemand kaltblütig darüber entscheiden solle, ob ein anderer Mensch vom Leben zum Tod« befördert werden solle. Gerade durch den Anblick einer Hinrichtung seien manch«, di« Anhänger der Todesstrafe gewesen seien, zu Gegnern geworden. Der Mord sei gewiß furchtbar, noch furchtbarer aber ist der Mord eines Unschuldigen durch die Staatsgewalt. Und so lange die Todesstrai« nicht endgültig abgeschafft ist, so lang« könne auch mcht garantiert werden, daß dieses furchtbare Verbrechen vielleicht einmal gefchch«. Hierauf wurtw die Aussprache über die Todesstrafe zunächst geschlossen. Da in der nächsten Woche der Rcchtsausschuß über die Fürstenabfindung wichtige Beratungen abhalten soll und die Mitglieder des Strasrechtsausschusses meist auch dem Rechtsausschuß angehören, so setzte man zunächst die Beratung über die Todesstrafe aus. Der Strasrechtsausschuß wird am Mittwoch und an den folgen- den Tagen die mit der Körperverletzung zusammenhängenden Straf- bestnnmungen behandeln. Auch ein Preisabbau! Schlafwagen billiger.- perfoaeutarife unverändert. Di« Verwaltung der Deutsche« Reichsbah« verhandelt zur Zeit mit der Mitropa wegen einer Berbilligung der Schlafwagenkarten. Die Schlafwagenpreise sollen in der I. und II. Klasse um etwa 20 bis 22 Proz. und in der III. Klasse um 15 Proz. gesenkt werden. Die Verwaltung der Reichsbahn, die in der Frage der Der» billigung der Gütertarife unmittelbar nach der Veröffentlichung der Dezember-Notverordming schnelle Entschluhkrast bewiesen hat, treibt auf dem Gebiet des Publikumreiseverkehrs eine mehr als merkwürdig» Politik. Dah eine Aufrechterhaltung der gegenüber der Vorkriegszeit um glatt 100 Proz. verteuer- ten Fahrpreise sowohl bei der Berliner Stadtbahn wie im Fernverkehr bei der allgemeinen scharfen Lohn- und Gehaltsdrosse- lung unhaltbar ist, wird sich die Rcichsbahnverwaltung selbst sagen Zu einer wirksamen Verbilligung des Publikumverkehrs, von dem sie letzten Endes in den Reisezeiten— wie sich dies zu Weih- nachten deutlich gezeigt hat—' am stärksten profitieren würde, kann sie sich aber nicht entschließen. Die Preissenkung, die jetzt auf einem für den Massenverkehr völlig nebensächlichen Gebiete, dem Schlafwagenoertehr, vorgenom- inen wird, muh bei Aufrechterhaltung der überteuerten Personen- tarife fast wie ein i�ohn wirken. Mit schärferem Nachdruck denn je mutz in der Oeffentlichtelt die Forderung erhoben werden, daß die Personcntarife der Reichsbahn den heutigen gegenwärtigen Verhältnissen angepatzt werden. * Auf der Tagung des Verwaltungsrates der Reichsbahn am Montag wurde mitgeteilt, daß die Einnahmen im Jahre 1931 mit 3842 Mill. M. gegenüber 1930 um 1S,9 Proz. gesunken sind. Der Rückgang gegen 1929 beträgt mehr als 28 Proz. Die Einnahme- cntwickuing in den ersten Wochen dieses Jahres zeigt einen über das erwartete Matz hinausgehenden Abfall— Zum Präsidenten des Verwaltungsrates wurde einstimmig C. F. von Siemens wieder- gewählt._ )ieichspost flieht in die Oeffentlichkeii. Landwirtschaftliche Unfallversicherung will nicht zahlen. MTB. verbreitet folgende bezeichnende Meldung:„Die Not- Verordnung vom 8. Dezember 1931 hat in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung den Rentenauswand von S7 Millionen Mark um 12 Millionen Mark für das Jahr gemindert. Diese E n t- lastung rechtfertigt die Erwartung, daß nunmehr oll« landwirt- schaftlichen Berussgenossenschasten der R e i ch s p o st, welch« die Renten auszahlt, rechtzeitig die notwendigen Vorschüsse überweisen. Erfüllt sich die Erwartung nicht, so wird der Gesetzgeber gezwungen sein, die Auszahlung der Renten den säumigen landwirtschaftlichen Berussgenossenschasten selbst zu überlassen. Bei vielen landwirtschaftlichen Berufsgenossan- schasten bilden die landwirtschaftlichen Arbeiter nur einen kleinen Bruchteil der Dersicherten. DI« Mehrzahl der Versicherten und der Rentenempfänger besteht aus Unternehmern und ihren Angehörige n.� Ob die landwirtschaftlichen Berufsgenosienschaften setzt zahlen werden, bleibt abzuwarten. Das Zahlen haben die Herrschasten immer gern anderen überlassen. Das Leben des alien Kämpen. Oer älteste Sozialist Deutschlands gestorben. Zlüruberg. 2& Zauuar.(EigenbeiichL) Zu ZtSruberg lsk dieser Tage der Schlosiermeister Gottfried Reruhardk, 54 Zahre alt, gestorben. Allt Gottfried Vernhardt ist zweifellos das älteste organisierte Parteimitglied au» der Sozialdemokratie geschieden. Bernhardt gehörte mit August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Robert Schweichel zu den Gründern der Sozialdemokratischen Ar- beiterpartei. die im Jahre 1859 in Nürnberg in» Leben gerufen wurde. DI« Mitgliedskarte von Bernhardt ist heute noch vorhanden und lautet: „Mitglledskarke der Sozialdemokratische« Arbeiterpartei für Herrn Verahardt, Nürnberg, etngrtreleu am l. Zanuar 1870." Mit Karl Grillonbcrger eng befreundet, hat Bernhardt alle Schlachten des Proletariats aktiv mitgemacht. Bei jeder Wahlbewegung, jeder öffentlichen Kundgebung, jeder Hausagitation war er dabei und während des Sozialistengesetzes war er einer der eifrigsten. Ihm ist e» zu danken, daß die Fahne der Sozialdemokratie 12 Jahr« lang vor den Häschern des Sozialistengesetze» von 1878 bi» 1890 verborgen blieb. Zahlreiche Haussuchungen nach dieser ältesten Parteifahne waren vergebltch. Bernhardt wußte immer wieder der Polizei ein Schnippchen zu schlagen. Noch bis vor zwei Jahren beteiligte er sich an den Veranstaltungen der Sozialdemokratie. Jetzt hat ein Lungenleiden dieses wackere Herz zum Erliegen gebracht. Nicht nur die fränkische Arbeiterschaft, sondern auch die Gesamtpartei verliert in Bernhardt einen Mann, von dem die Jüngeren viel lernen können. Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Sohn des Volke» und ein Soldat der Revolution. Wohlfahrtslasten und Landkreise. Reich und Staat sollea helfen. Der Vorstand de, preußischen Landkretstages be- schäftizte sich von neuem mst der Frage der W o h l f a h r t« l a st e n. Cr begrüßt den Vorstoß des Rclchsrats, der die Reichsregterung veranlassen soll, den Bezirksfürsorgeverbänden erhöhte Zuwendungen zu gewähren, da auf die Dauer nicht zu verantworten sei. daß sich der Staat jeder Betelligung an der Kostenlast entzieh«. Preußen müsse einem Beschluß des Landtages entsprechend ausreichende Mittel zur Verfügung stellen. Welches Ausmaß die Be. lastung angenommen habe, gehe daraus hervor, daß die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in den ländlichen B-zirksfürsorgeverbänden des Reiches am Sl. Dezember 1931 auf S82 000(gegenüber dem Vormonat um 10 Proz.) gestiegen sei. Allein der Monat Dezember brachte eine Vermehrung um 80000. Die prozentuale Steigerung betrug im November 1931 in den ländlichen Bezirken 14 Proz. gegenüber. 7 Proz. in de» Stadtkreisen. Eingehend besprochen wurde das kürzlich verösfcnllicht« Gutachten von Prof. Popitz. Di« besonders die Landkreise berührenden Vorschläge aus dem Gebiet« der Verwaltungsreform und des Finanzwesens sollen in weiteren Sitzungen der zuständigen Organ« geprüft und dann zum Thema der nächsten Hauptver» jammlung gemacht werden. Das deullch-polalsche Abkommen über Sozialversicheruagen vorn 21. Juni 1931 hat der Sejm i» zweiter und dritter Lesung az&xsoamtn. Die Deckung. /7\ � „Straffreiheit wird gewährt für alle Handlungen aus politischen Veweggründen." (Kommunistischer Antrag im preußischen Landtag) Zapanerputsch in Charbin. Der Raubzug greift immer weiter. Tokio, 28. Januar.(Reuter.) Der Kommandant des japanische» Bahnschutzes der vstchincsischen Eisenbahn, Tingschao, lieft seine Truppen in das Ehinesenviertel von Eharbin eindringen, wobei 30 chinesische Polizisten und 20 Zivilpersonen getötet worden sein sollen. Außerdem sollen die Truppen de» ganzen Stadtteil geplündert haben. Das Vorgehen Tingschaos entspringt anscheinend der Verärgerung dar» über, daß sich die örtlich«» chinesische« Truppenbefehls- Haber über seine» Kopf hinweg mit dem Gouverneur der Provinz ftirl» verständigt haben, um diese» de« Distrikt Eharbin zu unterstellen. Tingschao hat seine Truppe» aus Charbin zurückgezogen, man befürchtet aber einen neuen Ueberfall. * Charbin liegt dicht an der Grenze der Sowjetunion. Man nennt es wegen der sehr zahlreichen russischen Emigran- tenkolonie die letzte altrussische Stadt und das Leben dieser ehemals Prominenten entspricht diesem Namen. Von Charbin gehen auch die weißgardistischen Zettelungen gegen die Sowjetunion und die gelegentlichen Bandenzüge über die Grenze aus. In Charbin leben auch viele Sowjetelsenbahner, da es der Endpunkt der russischen Bahn ist. Jedenfalls kann man nicht bestreiten, daß Sowjetrußland stark daran inter- essiert ist, daß Charbin nicht zum Stützpunkt der japanischen Kriegsmacht wird, zumal der russische Vorschlag eines Nicht- angriffspaktes in Tokio schon eiskalt aufgenommen worden ist. Es wird denn auch bereits starke Moskauer Beunruhigung über die japanische Unruhenmache in Eharbin gemeldet und das Regierungsblatt„Iswestja� hat schon dieser Tage wieder einmal warnenden Zuspruch an Japan gerichtet, das aber wenig darauf zu geben scheint. Kriegsschiffe nach Schanghai abgeaonaen. Tokio. 20. Januar. Mehrere Sriegsschisfe haben den Lefehl erhallen, sich nach China zu begeben. Man vermutet, daß ihr VesNmmungsorl Schanghai ifk. Die Regierung beschloß am Montag weitere Truppen- sendungen in die Mandschurei. Dem Kriegsminister wurde zugleich ein Vertrauensvotum ausgestellt. Amerikanische Protestnote an Japan. Washington, 26. Januar. Wegen der Besetzung Schanghais bereitet die Regierung der Vereinigten Staaten ein« Protestnote an Japan vor. OrummondS Rücktrittsaekuch. Der Dölkerbundsrat hat sich in seiner ersten Geheimsitzung am Montag mst einem überraschenden Rücktrittsgesuch seines Generalsekretärs SirEricDrummond befaßt, der zum Jahres- ende den Posten verlasien will, den«r seit Gründung des Völker- bundes bekleidet. Es heißt, daß der Rat sich bemüht hat, Drununond zu bewegen, seinen Entschluß rückgängig zu machen, anscheinend nicht ohne Erfolg. Jedenfalls gilt da» Gesuch als nicht mehr endgültig. Ueber die Beweggründe Drmnrnonds schweben allerhand Gerüchte. ins besondere wird behauptet, daß seine Amtsinüdigkeit auf das beschämend« Bewußtsein zurückzuführen sei, daß der Völkerbund in einer entscheidenden Frage versagt habe, bei der«« galt, sein« Notwendigkeit zu beweisen: tatsächlich stellen die fortgesetzten v-Booikatastrophe in England 66 Mann Besahung verloren? London, 2«. Jauuar. Wie die Admiralität mitteilt, ist ei» Unterseeboot heute vormittag um 10.30 Uhr vor Portland unter- getaucht und seitdem verschölle». Berschiedeue andere Uuterseeboot« und die gesamt« Mincnsuchflottille befindet sich an der UnglückSstelle. Das Boot, das 1450 Tonnen groß ist, ist 1020 vom Stapel gelaufen und ein Schwesterschiff des Bootes. das 1025.im Aermelkanal unterging, wobei 0 8 Mann de» Tod fanden. Man nimmt an. daß auf dem vermißten Boot etwa eine ebenso starke Besatzung an Bord ist. Kapitulationen des Rates vor den japanischen Militaristen im Mandschureikonflitt einen schweren Prestigeverlust für den Völkerbund und für seine verantwortlichen Leiter dar Wenn Drum- mond aus dieser Sachlage die Konsequenzen ziehen und seinem Rücktritt den Charakter eine, demonstrativen Proteste, verleihen würde, so wäre das nur durchaus ehrenvoll für ihn. Eine solch« Geste würde bei ihm um so verständlicher sein, als er aus dem englischen diplomatischen Dienst hervorgegangen ist und als es nicht zuletzt Englands Haltung im Rat war, die den bisherigen betrüblichen Verlauf der Ding» bestimmte. Aber gleichvUl, ob diese Kombinationen und Gerücht« über Drummond- Rücktrittsgesuch zutressen oder nicht, das Versagen des Völkerbundes in dem fernöstlichen Konflikt stellt für die Zukunft der Genfer Institution eine ungeheure Gefahr dar. Nicht allein, daß die Völker, ohne deren Vertrauen der Völkerbund nicht lebensfähig ist, aus seiner Passivität dl» entsprechenden Schluß- folgerungen ziehen, darüber hinaus wirkt sich dieses Versagen als ein Argument für die Militaristen gegen die Ab- rüstuug aus. Schon aus dlesem Grunde sollte die R e ich§- regierung. die aus anderen begreiflichen Motiven«ine Jnitio- tw« im chinestsch-japanischen Streit bisher vermied, sich die Frage ernstlich vorlegen, ob nicht diese Taktik den deutschen Interessen auf der bevorstehenden Abrüstungskonferenz zuwiderläuft. puffchbesürchiung im Memelland. Drohender Gewaltstreich Litauens. Memel, 26. Januar. Di« langen Besprechungen des litauischen Gouverneurs M e r- k y, mst der Regierung in Kowno haben die Befürchtung verstärkt, daß Litauen nach de? jetzigen Völkerbundstagung durch einen Gewaltstreich die Memeler Selbstverwaltung beseitigen und die Deutschen vertreiben wolle. Da dt« Memeler Landes» rszierung mit den schwachen Polizeikrästen nicht in der Lage ist. einen ernsthasten litauischen Angriff, der nach dem Borbild des Litauer Einfalls vom Januar 1923, zweifellos unter Hinzuziehung getarnter Militärformationen erfolgen wird, abzuwehren, so fordert das Memelgeblet, daß sich der V ö l t e r- bundsrat in seiner jetzigen Tagung sofort mit der Gefahr im Memelgebiet besaßt, und die litauische Regierung unter An- drohung von Zwangsmaßnahmen zur strikten Ein- hallung des Memelabkommeus auffordert. Auch die Reichsregierung wird das ihr« tun müssen, um die litauische Regierung von ihrem Memelabenteuer abzuhalten. Mehrere deutsche Landtagsabgeordncte des Memelgebiets werden jetzt des— Hochverrats beschuldigt, weil sie mst beut- scheu Regierungsstellen verhandelt haben sollen. Der Landtags- prästdeiü Böttcher hat ein« Resse in Familicnsachen nach Berlin benutzen wollen, um in Vertretung der memelländischen Molkereien im Reichswirtschaftsministerium vorzufpreckzen! Und der Abg. Balthrosenius(Landw.) hat vom deutschen Generalkonsul einen Empfehlungsbrief an die deutschen Paß- und Zoll- behörden erhallen, was bei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für nicht ganz freundliche Grenzstellen gong und gäbe istl Beleidigung Deuischösterreichs. 3n der'Zeitschrist v. Gontards. Sonnabend wird vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte ein« Be- leidtgungsllage verhandell, die der Schriftsteller Dr. B e ß- mertny gegen Dr. M Ischl er als verantwortlichen Redakteur der Monatsschrift„Oefterreich-Deusschland* wegen eine, Artikels an- gestrengt hat. der von dem Pressechef der österreichsschen Gesandt- schaft Sektionsrat Dr. W a s s e r b ä ck stammt. Dr. Bcßmertny hatte in der„Neuen Revue" des 5)crnr von Gontard einen Schmähartikel gegen Oesterreich geschrieben. Pr. Wasserbäck wider- legte in seinem Gegenartikel diese Behauptungen und polemisiert« gegen den Autor in scharfer Form. Dr Wasserbäck hat mst Ge- nehmigung der Bundesregierung in Wien auf lein» Exterri- torialität verzichtet und wird als Zeuge aussagen. Als weiter« Zeupen sind von Dr. Mischler der Schriftsteller A n t a n Kuh und Herr von Gontard namhaft gemacht worden. Den Beklagten verteidigt der Anwalt der österreichischen Gesandtschaft Professor Dr. Schach tau „Hib" mit Llnternehmerhilfe. Eine zweite, aber nicht verbesserte Ausgabe der Gelben. bedeutungslosen Ausnahmen abgesehen, hat die national- ..zmlistische Bewegung ihr Rekrutcnmaterial bis jetzt nur aus den Reihen oder den' Nachläufern des Bürgertums gezogen. Alle Der. suche, in die Reihen der aufgeklärten und vor allem gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft einzubrechen, sind fehlgeschlagen. Zahlen- mäßig bewiesen wurde diese Tatsache durch die Betnebsrätewohlcn im vorigen Jahr. Von den 138 418 gewählten Betriebsrats- Mitgliedern geHorten 113 671 oder 83,6 Proz. den freien Ge- w e r k s ch a f t e n an und nur 716— 0,5 Proz. der NSDAP. � Auf Grund dieses Mißerfolges hat die Reichsleitung der ASDAP. eine besondere Kampagne zur Eroberung der Betriebe eingeleitet, die unter der Parole„Hinein in die Betriebe", kurz i b- A k t i o n" genannt, läuft. Diese„Hib-Attion" ist— wie wir auf Grund einer Erhebung festgestellt hoben— nichts weiter als eine Neuauflage der gelben Werkvereinsbewegung, die von den Unternehmern in der Vorkriegszeit aufgezogen wurde. Die Reichsleitung gibt sich die erdenklichste Mühe, durch diese Hib- Aktion ihren kapitalistischen Geldgebern zu beweisen, daß sie deren „Spenden" auch nutzbringend anwendet. Es werden Massen- auflagen von Werbeflugblättern hergestellt, Der- f a m m l u n g e n für die Zlrbeiter der einzelnen Industriegruppen und Betriebe einberufen: der Erfolg dieser Bemühungen steht aber in einem argen Mißverhältnis zu dem Aufwand an Drucker- schwärze und Lungenkraft. In Berlin wird diese Hib-Aition schon seit etwa 2 Monaten durchgeführt. Sie sollte nach dem Ablauf des politischen Weihnachts- friedens am 4. Januar verstärkt werden. Was ist bis jetzt der Erfolg dieses Nazisturmes auf die Berliner Betriebe? Dar einzelnen Großbetrieben der Metallindustrie rückten eines Morgens einige Nazijünglinge mit Flugblättern an, die sie an die Belegschaften verteilen wollten, die in die Betriebe strömten. Der Boden wurde ihnen aber bald zu heiß, so daß sie schnell den besseren Teil der Tapferkeit erwählten. Nach einigen Tagen kamen sie wieder, diesmal jedoch unter Bedeckung von 100 bis 150 Sll.-Ceulen, die jede miß. billige Meinungsäußerung der zur Arbeil kommenden gewaltsam zu unterdrücken versuchten. In wenigen Minuten kam es dann meist zum Krach vor den Fabrittoren, bis die Polizei eingriff und dem Propaganda- terror der Nazis ein Ende machte. Die bis jetzt von den Nazis cinbernfenen W e r b e v e r s a m m l u n g e n in der Berliner Metallindustrie zeichneten sich durch gähnende Leere der Der- sammlungssäle aus, so daß die Bersammlungen in den meisten Fällen gar nicht abgehalten werden konnten. Bei der BVG., die bekanntlich schon immer eine„nationale" Gruppe batte, ist die Hib-Aktion bis jetzt gänzlich oerpufft. Zum Beweise nur einige Beispiele. Zu der im Rahmen der Hib-Aktion einberufenen Versammlung für das Personal des Bahnhofs 22 in W e i ß o n s e e am 19. Januar waren von den 751 Mann der Belegschaft ganze 6 Mann erschienen. Zu der Versammlung, sür das Personal auf dem Bahnl)of 14 in der Kreuzbergstraße erschienen von der 553 Mann starken Belegschaft nicht ein einziger Mann. Die von den Nazis einberufene Versammlung sür das Personal des Bahnhofs 5 in Tcmpelhof zählte bei einer Belegschäfts- stärkt von 483 Mann ganze 14 Besucher, darunter 6 Frei- g e w e r k s ch a f t e r, die dem Naziarbciterrat Sandmann gehörig die'Meinung geigten. Also 20 Bersammlungsbcsucher bei 17S7 Mann Belegschaft. Im Berliner Gast wirtsgewerbe. wo die Gelben immer«inen Anhang holleti, versuchten die Nazis am 21. Januar in einer. Versammlung der Köche Fuß zu fassen. Einige Nazi- anhänger machten Propaganda gegen den sreigcwerkschastlichen Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Ease-Angestellten und empfahlen den Eintritt in die— nationalsozialistische Betriebszelle! Dieser konsuse Vorschlag verfiel der Lächerlichkeit. Stärker bemerkbar machten sich die Nazis lediglich in einigen Betrieben des Gastwirts- gewerbes, wo in der letzten Zeit Betriebsratsmahlen stattfanden. Aber auch hier standen ihre Erfolge in keinem Verhältnis zu der Wahlpropaganda der Nazis. Im Cafe; Vaterland bekamen die Nazis von den 40Z abgegebenen Stimnien nur 43 Stimmen und kein einziges Mandat, die freien Gewerkschaften dagegen 222 Stimmen. Im Hotel Excelsior erhielten sie von den 330 abgegebenen Stimmen 47 Stimmen, die freien Gewerk- schaften 198 Stimmen: die restlichen 85 Stimmen sielen der RGO. zu. Die A sch i n g e r- B el e g s ch a f t sollte im Rahmen der Hib- Aktion durch Konzernoersammlungen erobert werden. Bon den 3000 Beschäftigten fanden aber nur knapp 20 den Weg zur Naziversammlung. wobei noch nicht einmal feststand, ob olle Versammlungsteilnehmer im Aschinger-Konzern tätig waren. Festen Fuß haben die Nazis nur bei der Mitropa gefaßt, und zwar nur infolge der Nazifreundlichkeit des Personalchefs. Bei Neu- einstellungen erhalten Mitglieder der NSDAP, den Bor- z u g. Wenn einem Freigewerkschaster einmal«in Bersehen passiert, wird es viel schärfer geahndet, als bei einem Belegschaftsinitglied, von dem bekannt ist, daß er Nationalsozialist ist. Von geringen Ausnahmen abgesehen, wird auch von den Leitern der einzelnen Betriebsabteilungen auf den Bahnhöfen eine nazifreundliche Per- sonalpolitik getrieben. So ist es z. B. in letzter Zeit mehrfach vor- gekommen, daß das Fahrpersonal in den Dienstbüchern, die es bei Fahrtontritt ausgehändigt bekommt, Propaganda- Material für die NSDAP, vorjindct. Wenig Erfolg ist der Hib-Aklion auch in den Berliner Betrieben der Nahrungs- und G e n n ß m i t t e l i n d u st r i e be- schieden In den B r a u e r e i e n' ist von dieser Aktion überhaupt nichts zu spüren. Das gleiche trifft auch für die Mühlen- betriebe zu, mit Ausnahme der Dampfmühle in Groß« beeren, die von der Stadt Berlin o e r p a ch t e t ist. In diesem Betrieb ist durch Zufall ein N a z i st 0 r m f ii h r c r hinein- gekommen, dem es möglich war, acht junge Arbeiter für seine Partei zu gewinnen. Mit diesen und noch einigen anderen jungen Leuten hält er jetzt in Eroßbeeren nächMche Felddienstübungeu ab. In der Verwaltungsstelle der Reichs monopoloer- w a l t u n g in der Hertzbergstraße in Lichtenberg fühlt sich der Wachbeamte R ö s l e r berufen, während seiner Dienstzeit den Ar- beitern der Nachtschicht Borträge über das Dritte Reich zu halten. Unier den Berliner Brotfabriken sind es nur die Be- triebe von Schlüter und Wittler, in denen die Nazis Fuß gesaßt haben. Während die Bäckereiarbeiter restlos freigewerk- schaftiich organisiert sind, besteht das F a h r p e r f o n a l beider Be- triebe in der Mehrzahl aus Nazis. Dabei handelt es sich nicht etwa um Arbeiter, die ihre Gesinnung im Betriebe gewechselt haben, sondern um Elemente, die von der Betriebsleitung hereingeholt worden sind. In der Brotfabrik von Schlüter sind nach dem von den Gewerkschaften im Jahre 1929 geführten Streik die Freigewerk- schafter aus dem Fahrpersonol systematisch„ausgekämmt" und durch Nazis ersetzt worden. Aehnlich ist die Personalpolitik bei der bekannten Äaffeefirma Carisch. Auch hier sind frei- gewerkschaftlich organisierte Arbeiter systematisch entlasse» und durch Nazis ersetzt worden. Das Hineinbringen der Nazis in alle diese Betriebe vollzieht sich völlig „l e g a l". Die Betriebsleitungen fordern bei den zuständigen Ar- beitsnachweisen die ihnen als„zuverlässig" bekannt«» Arbeitslosen namentlich an, und da noch kein Einstellungszwang besteht, ist der Arbeitsnactwcis verpflichtet, der Firma die angeforderten Ar- veiter zu vermitteln. Gänzlich gescheitert ist die Hib-Aktion in den Berliner Wurst, und Fleischwarenbetrieben. Die Belegschaften einiger Betriebe in Weißensee sind in der letzten Zeit von den Nazis mehrmals zu Versammlungen eingeladen worden, jedoch ist niemand der Aufforderung gefolgt. Ein Kapitel für sich bildet di« Reichspost. Im Bereiche der Oberpostdirektion Berlin haben die Nazis schon seit einiger Zeit chre Hauptstützpunkte in den Postämtern NW. 7, SW. 1. SW. 68 und C. 2. Die Förderer der Nazis bei d«r Reichspost sind in Berlin hauptsächlich in den P e r s o n a l d i e n st- st e l l e n der Postämter zu suchen. Ein Ausbau ihrer Stützpunkte ist den Nazis aber trotz größter Anstrengungen in der letzten Zeit nicht möglich gewesen. Den einzigen Erfolg verbuchten sie bei der Betriebsratswahl in, Telegraphenzeugomt, wo sie 48 Stimmen aus Kosten der RGO. gewannen. Das Abschwenken von RGO.-Leuten in das Nazilager ist besonders bei der Post symplo- matisch. Das Postamt NW. 7 zum Beispiel, heule eine Hochburg der Nazis, war vor nicht sehr langer Zeil noch eine Hochburg der RGO. Charakteristisch für den Bekennermut der Nazis ist die Tatsache, die sich nicht nur bei der Reichspost, sondern in allen Betrieben zeigt, daß bei Wahlen zwar Stimmen für die Nazis abgegeben werden, im Betriebe oder in Versammlungen aber nur selten ein Nazianhänger Farbe bekennt. Auch darin stimmen die Nazis genau überein mit den früheren Gelben. Die Parole der Nazis:„Hinein in die Betriebe" hat auf die gewerkschaftlich und politisch geschulte Arbeiterschaft in den Berliner Betrieben ihre Wirkung verfehlt. Die Hib-Aktion ist in Wirklichkeit nichts anderes als die Aufforderung an die Unternehmer, ihre Be- triebe für die SA.- und SS.-Garden zu össnen, weil man die Betriebsarbeiterschasl nicht sür das Dritte Reich gewinnen kann. Auf dieses Hineinschmuggeln in die Betriebe muß die Arbeiterschaft jetzt ein erhöhtes Augenmerk richten. Lumpengefindel! Wen und wohin führt die DfiGO.? Im September 1931 versuchten die Danziger Hafenbetnsbs- Unternehmer den Lohn der Hafenarbeiter von 11,10 auf 8,60 Gulden zu drücken. Der Widerstand des Gesamtverban» des machte ein Schlichtungsoerfahren notwendig. Es kam zu einem Schiedsspruch, der den Tagelohn auf 10 Gulden herabsetzte. In der Nachverhandlung gelang es den Verbandsvertretern, eine Erhöhung des im Schiedsspruch erlangten Lohns auf 10,5 Gul- den durchzusetzen. Das war angesichts der Unternehmerforderung sowie int Hinblick auf die Haltung der Danziger Nazi- Regierung und die katastrophale Arbeitslosigkeit im Hafen und vor allem unter Berücksichtigung der billigen Kon- k u r r e n z durch den polnischen Nachbarhascn G d i n g e n ein nicht hoch genug anzuschlagender Erfolg. Als die Vereinbarung für verbindlich erklärt wurde und damit der Organisation jede Möglichkeit einer Kampshandlung genommen war, riegelten RGO.- Leute und ihre„klassenbewußten Un- organisierten" den Hafen ab. Der Streik ging weiter und ging natürlich verloren, da„die RGO. führte". An der Nieder- läge waren aber selbstverständlich die„Arbeiterverräter" und„So- zialfaschisten" des Gesamtverbandes schuld. In ollen kommunistischen Zeitungen an der Wasserkante wurde der G e s a m t o e rb a n d wegen des verlorengegangenen Streiks in Danzig als„Ver- r ä t e r" beschimpft. Und nun kommt der Schlußakt. Der Danziger Hafenbetriebs- verein hat den Gesamtverband aus Schadenersatz verklagt, weil er den Streik— trotz der Derbindlichkeiis- erklärung des Schiedsspruchs— unterstützt habe. Die Revolutionäre Gewerkschastsoppofition hat dem Danziger Hosenbetriebsverein die Kronzeugen geliefert, vier„klassenbewußte" revolutionäre Blitglieder der RGO. haben sich dem Hafeabeiriebsverein verpflichtet. unter Eid zu bezeugen, daß der Gesamlverbond die Streikenden unterstützt habe. Ist«ine größere Niedertracht denkbar? Der Gesamwerband wird beschimpft, weil er den Streik nicht unterstützt habe: derselbe Gesamtverband wird von derselben RGO. den Unter- nehmern als U n t e r st ll tz e r des Streiks denunziert: alles nur, damit der Gesamtverband in der Schadenersatzklage verlieren soll. Wir fragen: Gibt es in Deutschland noch einen Arbeiter, der mit einem solchen Lumpengesindel einen Funken Sympathie haben kann?_ Baugewerksbund und Krise. Notwendige Maßnahmen. Ter Beirat des Deutschen B a ü g c w e r k s b u nd e o nahm in diesen Tagen auf seiner ersten diesjährigen Sitzung Stellung zu den gegenwärtigen drei Hauptsorgen der Bauarbeiter: Ar- beitsbeschaffung, Lohnabbau und Erhaltung der finanziellen Schlagkraft der Organisation. Arbeitsbeschasfung— so führte der Verbandsvarjitzende Bernhard aus— sei zur Zeit die wichtigste Aufgabe: denn nur noch etwa 10 Proz. der Mitglieder des Bundes hätten.Arbeit! Die Frage der Arbeitsbeschaffung sei in der Denkschrift des Bundes eingehend«rörtert und die notwendigen Forderungen seien der Regierung und der Oessentlichkeit unterbreitet worden. Aus sozialen Erfordernissen müsse vor ollem dem Siedlungswesen größte Aufmerksamkeit zugewendet werden. Dabei verlangten die Bau- arbeiter— und das gelte auch für die oorstädtischen Äleinfiedlungea und für die sogenannten Erwerbsldsensiedlungen—, daß alle Bau- werke von Baufacharbeitern ausgeführt werde»: denn nur sie seien in der Lage, dauerhafte Bauten herzustellen. Bor den Ersatzbaumittcln müsse gewarnt werden. Wenn man di« Erwerbs- loscnsiedlungcn von fachunkundigen Leuten, etwa im Wege der Nachbarhilfe oder des freiwilligen Arbeits- d i e n st e s, ausführen lasse, dann werde man erleben, daß dieser Pfusch sehr bald reparaturbedürftig, wenn nicht gar baufällig werde. Der Massivbau müsse unter ollen Umständen auch die Bau- weise für die Kleinsiedlungen sein. Diese Forderung habe der Bor- stand des Verbandes dem Reichsarbeitsminister bereits unterbreitet. Der Minister fei darauf aufmerksam gemacht worden, daß bei spar- samer Materialwirtschaft und rationeller Arbeitsorganisation auch bei T a r i f e n t l o h n u n g mit den in Aussicht gestellten Mitteln Häuser in Massivbau errichtet werden können. Die Problematik des freiwilligen Arbeitsdienstes im Vorstadt- und Erwerbslosen-Siedlungsbau wurde in den Sonderberichten einiger Sachbearbeiter scharf herausgestellt. Der A r b e i t s d i e n st- freiwillige habe keinen Anspruch aus Tariflohn und seine Soziolrechte seien eingeengt; seine Arbeit komm« jedoch vielfach teurer zu stehen als die des Bausacharbeiters. In Schlesien hätten z. B. die Kosten für einen ArbeilsdienftwMgen bei einer „gemeinnützigen, zusätzlichen" Arb«it trotz offenkundiger Minderleistung 36 M. pro Woche betragen, während der reguläre Tariflohn sür eingearbeitete Erdarbeiter 2 7,84 M. pro Woche betrage. Ueber die Ergebnisse des Lohndiktats der Reichsregierung berichtet« S ch e i b l e. In vielen Gegenden ist der Lohn bis zu16Proz. abgebaut worden. Der Beirat beschloß, die Invalidenunter st ützung des B u n d es in ihren Sätzen um die Hälfte zu kürzen. Es handelt sich hier um eine N o t m a ß n a h in e, die bei Besserung der Verhältnisse wieder aufgehoben wird. Die Gastwuisgehilfen in der Eisernen Front. In seltener Vollzähligkeit waren die Delegierten des Zweigoer- eins Groh-Berlin im Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten am Dienstagvormittag zu einer Generalver- fammlung erschienen, um einen Vortrag über das aktuelle Thema:„Die Eiserne Front" zu hören. Der Referent Genosse D r e s s e l vom Bezirksverband der SPD. verstand es aber auch, die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge so überzeugend klarzulegen, daß es den Delegierten ein Leichtes sein muhte, die gewonnene Erkenntnis in den Betrieben weiter zu verbreiten. Da die Verbandsmitgliedcr, welche in den Branchenoersamm- lungen die Delegierten wählen, verständig genug waren, den Funktionärkörpcr von rechts- und lintsradikalcn Elementen freizu- halten, meldeten sich keine Gegner der„Eisernen Front" zum Wart: vielmehr beschränkte sich die Aussprache darauf, daß die Vertreter von zwei Betrieben über den vergeblichen Versuch berichten konnten, von außen her eine„Nazizelle" zu gründen. Mit dem Gelöbnis, für guten Besuch der Bersammlungen am Abend des 4. Februar zu sorgen, fand die Kundgebung ihren Ab- schluß. Erfolg in Ost-Oberschlesien. Streik beipleß,weil die Kündigungen nicht zurückgenommen. Katkowih, 26. Januar. Nachdem die Bcrgarbeitcrgewcrkschasten zu den gestrigen Schlichtungsverhandlungen in der Woiwodschaft nicht �erschienen waren und entgegen der Entscheidung des Demobilmachungskom- misiars die Kündigungen von den Unternehmern nicht zurück- genommen wurden, hat in den späten Abendstunden sich der Aus- schuh dahin geeinigt, daß die von den Arbeitgebern be ab sich- tigte Lohnreduktion um 25 Proz. nicht zu erfolgen habe und die Tarife in den Eisenhütten, in den Betrieben der OEW. und in den Kokereien und chemischen Nebenbetrieben der Eisen- Hütten in ihrer jetzigen Forin bis zum 1. März a u f r c ch i z u- erhalten seien. Uebrigens find die Belegschaften der drei Fürst- lich Pleß'schen Bergwerke Brade I, Brade II und Alexander I zum Protest gegen die Kündigungsanschlägc. die nicht zurückge- nommen wurden, gestern nicht eingefahren. Die Arbeiter hielten in den Zechenhänsern Versammlungen ab und begaben sich dann nach Hause. tftrne Gewerkschafts-Iugenö Berlin Heute, Mittwoch. 27. Ianuar, um HM; Uhr. tagen die Gruppen: Süd- westen: Jugendheim Porckstr. 11 iZabrikqedäude).„Die Mode im Wandel der Seiten."— Schöueberg: Sugeudheim Hauptstr. 13(Garten- l»aus). Lpukabrnd.— Spandau. Neustadt: Iuaendheim �indenufcr l. Die Mädels haben das Wort.— Rordring: Iuarnoheim Eonneuburger Str. 2f>. „Bluff!!??".— Weihenfee: Jugendheim Weißensee, Parkstr.?6.„Aufgaben und Ziele der FG3."— Arnswaldcr Platz: Jugendheim Nastcnburger Str. 11. „Hinter den Kulissen des Theaters."— Reukolln: Jugendheim Bergstr. 29(Hof). „Ersieh ungshaus. Gefängnis. Zuchthaus— bessern sie den Menschen?— Flvshase«: Jugendheim �lughafenstr. OS(U-Bahn Boddinstraße).„Die russische Revolution."— Humboldt: Jugendheim Graun- Ecke Lortzingstraße. Mädchen- abend:„Das macht un» keiner nach".— Schillcrperk: Jugendheim Schule Schoningltr. 17.„Guthelts humoristische Fabrtenerlebnisse."— Tegel: Jugend- keim Tegel, Schdneberger Str. 4.„Gcmcrtschaften und Arbeitsdienstpflickit, frei- vikiger Arbeitsdienst und ähnlick�e Bestrebungen."— Baumschulenweg: Äugend- heim Baumschulenweg. Srnststr. Ib.„Sine Arbeitsgerichtssißung."— Iuae»d. grnppe des Gesamtocrbandes, Zachgruppe Handclsge�verbc. Film- und tNost. bildet:„Ein Brief wird befördert". @Iuqtndqruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Mittwoch, finden folgende Peranfialtungen statt: Schönhaufcc Dorstadt: Jugendheim der Schule Kastanicnallec ed. �Satirlschcr Abend: „Dctflossen die Macht".- Nordost I: Jugenddeim Danziger oft. 62(«ararte 6,. Satirischer Abend:„In Doorn ilt(hrbnrlstaqofcicr". � Reinickendorf: Jugend beim Lindauer Str. 2(Dotackcl. Lescabend.— Stralan: Jugendheim der Schul- Kohlerstr. 61. Lefcabend.— Oberinree: bliederfchänewcrde. Berliner Str. 31 : Schule), Eingang chiilsclwcrdcrstrah». Arbeitsgemeinschoit:„Das kommunistische«anifest".' Leiter: Huhu.—»vpeuick: Jugendheim Dahlwib.er Str. 15, lDasanstalt) am Bahnhof Köpenick). Bortrag:„ffrankrrich— Land und Leute". Referent: Bertbolct.— Neukölln: Juqcndhrim Böhmische ctr. 1—(, Ecke Kanncr. Straße. Satirischer Abend:„Herr Wendrina feiert„Seinen" Eeburtstag".— Südost: Jugendheim Mantcuffelstr. 7.„Tagaepolttlsche Rundschan."— Schöne. berg: Jugendheim Ha iplllr. 15«Hosgebäude, cochfeiiännmcc). Liederabend.— Ehorlottenburg: Jugcndbeim Sptelhagenstr. i..Tranen— ein Dichter der Freiheil". Bortragende: Hall.— Spandau: Jugendhetm LtNdenufer I. Arbeits. gemeinschafl:„chrundlragcn der Gewerkschaftobewegunq". Leiter: Heilbrrmn.— Potedam-Non-aw«,: Jugendherberge in Roipawes, Briesterstraäe. Satirischer Abend:„lbeburtztagsfeier in Doorn".— Heute tagt die Verlichcrungogefcll. fchaft„Sorgenfrei A..G. von 16— 1b Ilhr im Bcrbandshaus, Zimmer 2t. Bcrantwortlich«llr ToliNk: Dtet», Schtfl! Wirtschaft: K.»linaelbäl-r: Dcwcrrlckastobew-auna: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. Zabn lokale, und Tonst'ge»:«->»«arstädi; AnKigfn: Th.«blocke: sämtlich in Berlin. Berlag: Bgrwä'.lo.Bcrlaa D m K. H. BcrNu. Druck: Boewärls.Buckdruckcrel und Bcrlagsanltalt B-uI Singer»- T°„ Berlin SW 68. Lindenllroß« Z. Hierzu 2 Beilage-. Da« Ehlorodont-Mundwaster ist hochkonzentriert und von herrlich erfrischendem Pfefferminzgeschmock, Flasche 1 Mark, wie dl: be- rühmte Ehlorodont-Zahnpaste. Unter-Dorlriegsprelss. Versuch überzeugt. 7ir. 43* 49. Zahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 27. Ialluar 4932 llsp Jmtß aus dem Sandkasten. Wie aus dem FOrsorgeiungen ein meser wird.- Das Lehen spricht. Meldung des... Polizeireviers: Hans X. ist aus einem Sandkasten des Sladtsuhrparks ausgegrisfcn worden. Es nnrd gebeten, ihn abzuholen. Hans wird seit zwei Iahren gesucht. Als kaum Funszehnjähriger hat er sich aus einem Erziehungsheim heimlich empfohlen. Schon als Kind verschwand er ostinals aus der elterlichen Woh- tuing. Er leidet an Wandertrieb. Wo mag er in der ganzen Zeit gesteckt haben? Leider berichtet er bei seiner Vorführung im Jugendamt darüber nicht viel, nur so ganz oben hin, dag er in der Schweiz, in Oesterreich und in Schlesien war. Er ist ganz voll von dem Er- lebnis der letzten Stunden. Er wurde sich nie wieder Izaben kriegen lassen. Der Maxe, der„dusselige Anfänger", hat schuld an seinem Pech.„Bier Wochen lang Hab ick gemütlich in meinem Sand- tasten gewohnt. Vorgestern seh' ick da eencn rumstchn aus der ' Straße sieht aus wie'n Ausgerückter— ick bin doch Kenner. Aus pures Mitleid nehm ich'n niit. Heut morgen sag ich zu ihm: „Mensch, kiek mal raus, ob wir ausstehen können, aber ganz vor- sichtig, bloß ne klecne Ritze machen." Laßt der Mensch den Deckel fallen nüt'n jroßcn Krach. Schon steht'neu Schutzmann da. Aus wart— mußten mit uf die Wache." „Frau." fährt er fort,„bringen Sie mir»ich wieder in'ne Anstalt. Dat hat ja lecnen Zweck nich. Ick wecß jetzt, wnt ick werden kann. Bringen Sie mir bei'ncn Glosermeister. Wissen Sie, den Sandkasten, den Hab ick fein verkittet. Da kann kern Wind nich mehr durch, lind an die Wand da Hab ick mir'ncn klecnes Brett angemacht für meinen Becher und fürt Brot. Muß ick och so dusselig sind und ecnen ans Mitleid mitnehmen." So schließt er seinen Bericht über das gemütliche Heim im Sandkasten des Berliner Magistrats. Wir einigen uns. Er geht zunächst in ein Heim, das ihn baldigst in ein« Glaserlehre vermitteln soll. Die„Gnädige" droht... Am Telephon, das zwischendurch läutet, meldet sich eine zag- haste Stimme: „Ich wollt' mich mal erkundigen." Es entspinnt sich folgendes Gespräch::„Ja, bitte, wer ist denn dort?"—„Ich heiße Fräulein Krause."—„Ich heiße T.. was mächten Sie wissen?"—„Ich bin nämlich van auswärts. Aber jetzt wohnen auch meine Eltern hier. Bis vor kurzem bin ich immer zu ihnen gegangen. Aber wie das nun so Mode ist, ich Hab mir auch einen Bräutigam angeschaiit. Mit den: bin ich dreimal ausgegangen und da ist es ein bißchen spät geworden. Run jagt meine Gnädige, sie will mich in eine y ü r s o r g c o n st a l t bringen. Kann man deswegen dahin ge- bracht werden?" „Ja, Fräulein Krause, das läßt sich nicht so leicht beantworten. Wie alt sind Sie denn?"—„19 Jahre."—„Run. da ist ja die Gefahr nicht n'ehrZ'o groß. Iber wenn ich Ihnen raten darf, bleiben Sic picht- so lange fort. Wenn man am Tage-arbeiten fall, dann muß man nachts schlafen."—„Ja, aber dann niuß mich die„Gnädige" auch an meinem freien Nachmittag zur rechten Zeit fortgehen lassen. Ich komme immer erst um 9 Uhr abends fort." —„Da haben Sie ganz recht. Verlangen Sie, daß man Sie zur rechten Zeit fortgehen läßt und dann stellen Sie Ihren Schatz Ihren Eltern vor und gehen Sie mit ihm auch einmal zu ihnen, wenn Sie frei sind. Dann sind Sie aus aller Not heraus."—„Na, ich danke Ihnen auch schön." Fräulein Krause hat algehängt. Der nächste Besucher kommt herein. Er geht an die presse. „Nun, lieber Freund, Sie können doch wohl nicht geglaubt haben, daß ich«je beurlaube, ivenn Sie mit einer ansteckenden Krankheit aus dem Krankenhaus ausreißen?" Mit diesen Worten empfange ich ihn. Da komme ich schön an:„Ins Krankenhaus gehe ich nicht zurück. Wenn Sie mich dazu zwingen wollen,, dann gehe ich an die Presse," sagt er wütend.„Aber nein," begütige ich,„wir werden einen kranken Jungen doch nicht gehen lassen. Das niachen wir telephonisch ab. Mit welcher Redaktion wünschen Sie verbunden zu werden?"—„Lassen Sie schon," wehrt er ab, „ich gehe schon" und folgt dem Begleiter. So tröstet der.Humor einer augenblicklichen Situation manch- mal hinweg über die Not der Schicksale, die unsere Berufsnot ist. Minna. Todenliagcn. Genosse Karl höhne vollendete am Montag das 79. Lebensjahr. Genosse 5)öhne sieht seit 47 Iahren ununterbrochen in der so- zialdemokratischen Partcibcwegung. Er versieht heute das Amt des ersten Kassierers der 17. Abteilung. Berlins Ortsgefetz fertig. Einigung im Rathaus.— Endabstimmung im Magistrat. Der Schaffung des neuen Orlsgesehes für Berlin standen ansangs nicht zu unlerschähende Schwierigkeiten entgegen, lieber die wichtige Frage der Arbeitsabgrenzung zwischen der Zentralverwaltung und den Bezirksämtern gingen die Meinungen der verantwortlichen Kommunalpolitiker weitgehend auseinander. Trotz mehrerer gemeinsamer Sitzungen des Magistrals mit den Bezirksbürgermeistern war eine Einigung nicht zu erzielen. Man sehte deshalb einen Redaktionsausschuß ein, dem Männer der Zenlralverwaltung wie Vcrlreier der Bezirksämter angehörten. Dieser Unterausschuß hat jetzt seine Arbeiten beendet und einen Entwurf geschassen, der Aussicht aus allgemeine Annahme hat. Der Entwurf liegt heule dem Magistrat zur endgültigen Beschlußfassung vor. Roch der Annahme wird die Vorlage sofort den Stadtverordneten zugehen, so daß der Gesehenlwnrs in der nächsten Mochc bereits im Sladtparlament behandelt werden kann. 3m Haushaltsausschuß der Stadtverordnetenversammlung wird die Vorlage dann noch einmal aus alle ihre Konsequenzen hin eingehend durchgeprüft werden. Häuser sterben und entstehen Die l ergänglichkeit aller Dinge wird am deutlichsten in der II undlung des Stadtbildes sichtbar. Das alte vornehme l'alrizierhaus, das heule noch am Rande des neugeslaHeten Alexander[da tzes wie aus I ersehen stehengeblieben ist,. trägt den Todeskeim schon in sich. In einigen Wochen oder Monaten wird es vom Erdboden verschwuiulen sein. Die Gesdnchte seines Lebens dnrdi mehrere Jahrhunderte würde gewifi eine der interessantesten sein, die geschrieben wurden, begonnen von der höfisdien Zopfzeit eines t riedridi II. bis zu den dunklen Kajfiteln letztvergangener Tage, da Sot und Sorgen genug unter seinem Dach und in den engen Mansardenstuhcn gehaust haben. Das neue Gebäude der Universitäts- I r a u c n k l i n i k in der Ziegelstraße zeigt das Gesidd einer neuen Zeil. Das neue Gebäude der UniversiiätS'Frauenklinik in der Ziegelstraße. Ein altes Patrizierhaus am Alex, das der Spitzhacke geweiht ist. Nach einem Tagebuchroman von Karl Hans Schober erzählt von Erich Knauf In der Mitte des Achterdecks steht der Kommandant mit seinen Osfizieren. Allc halten die Pistolen schußbereit in der.Hand. Die Angrciser stehe» fiinf Meter vor ihnen und halten den Atem an. Eine verfluchte Situation! Da tritt Tolstoi vor. Er reißt seine Bluse auf, beide Mustc links und rechts an den Kleidcrsctzen, und in der Mitte die nackte Brust. „Schießt mich zusammen, ihr Hunde! Wie ihr es mit Kraus und Koucky gemacht lzobt!" Die Offiziere stehen und starren ihn an. Er tritt ihnen näher:„Ich zähle bis drei! Aber wehe, wenn ihr mich nicht trefft!" Die Besatzung drängt nach. Schritt für Schritt. Einige reißen ihre Blusen herunter:„Holla!" und spucken in ihre Fäuste.„Saures!" Jetzt zählt Tolstoi. „Eins!" Der Offizier, der rechts neben dem Kommandanten steht, zuckt mit der Pistole hoch. „Zwei!" Die erhobene 5)and mit der Waffe fällt herunter. „Drei!" Und schneller als ein Gedanke ist die ganze Besatzung pber den Offizieren. Zwanzig, dreißig Hände greifen nach dem Kommandanten. Eine Woge wälzt sich über die Ossi- ziere. Pistolen fliegen im großen Bogen aus dem Gewühl heraus.„Wartet! Ihr Bande! Scheißkerle! Alla!" Ich kause mir den Profoß. Dunkelarrest, Bordarrcst, Spangen, Strafanzeige, Dienstbuch vermasselt, na warte! Ich erwische ihn beim Leibriemen. Ist der Kerl so leicht? Zwei Sekunden lang lasse ich ihn über mir schweben, und dann werfe ich ihn wie ein Luinpenpai'et an die Wand. Da ich gerade so schön im Schwünge bin, knöpfe ich mir auch den„Langen Docht" vor. Ich will ihn putzen! Komische Sache! Man haut auf eine straffe Uniform los und trifft auf Brei. „O, bitte sehr!" Was will der Kerl? Mir geht die Besinnung durch, und ich prügle ihn, bis mir leichter ums Herz wird. Vom Kommandanten abwärts find alle degradiert. Ich natürlich auch, denn es gibt keine Unteroffiziere mehr. Was liegt schon an dem Mist! Und unser Ehcfarzt, ein seiner Kerl, den niemand angetastet hol. nimmt selber die Kappe vom Kopf, reißt das kaiserliche Abzeichen ab, tritt an die Reeling und läßt es aus zwei Fingern ins Wasser fallen wie eine Wanze. Einige Matrose» sehen das. springen hin. heben ihn auf die Schultern, daß der alte Mann wie besoffen hin und herschlägt, und brüllen Hurro! Die Schlösser von der Dunkdarreftzelle werden abgesprengt und die eingesperrten Matrosen herausgeholt. Mit Musik, aber was für Musik! werden sie an Bord gebracht. Etliche Stunden später stehen wir wieder an Freideck um Tolstoi versammelt. Der berichtet, daß im Lande die Benointion ausgebrochen ist und daß die Arbeiter und Sol- datcn die Regierung ergriffen haben. Ein Totenstille ist über der Versammlung. Nur Tolstois laute Stimme schallt über das Deck: „Degradierung sämtlicher Offiziere.— Absetzung des Kommandos, das von der Mannschaft übernommen wird. Alle Befehle des Rcvolutionskommandos sind unverzüglich zu befolgen.— Besetzung der Radiostation.— Kein Offizier darf bei schwerster Strafe weder Waffen noch Munition bei sich tragen.— Die Schlüssel der Schifsskasje und der Munitions- kammern sind sofort der Mannschaft zu übergeben.— Ohne die Erlaubnis der Mannschaft darf kein Offizier das SckM verlassen. Alles, was von Bord geht, untersteht der Mann- schaftszensur. Alle Zeitungen, Briese und Pakete, die an die Offiziere gehen, sind von der Mannschaft zu zensurieren und, wenn nötig, zu beschlagnahmen.— Alle Offiziere fassen von heute an ihre Menage aus der Mannschaftsküche.." „Hurra!" schreit einer. Der neben ihm:„Halts Matflk" Tolstoi weiter: „Die Offizieresküche ist sofort einzustellen.— Die Pro- viantur übergeht sofort in die Hände der Mannschaft.— Kein Offizier darf in die Kessel- und Maschinenräume ein- dringen oder einen Befehl geben.— Der Mannschaftsdienst wird verschärft.— Alle Vorräte, alle Monturen, Schuhsohlen, Zigarren und Zigaretten und Tabak sind an die Mannschaft zu verteilen.— Der Schifssdienst bleibt aufs strengste aufrecht." Die Vorlesung ist beendet, und Tolstoi verläßt das Gang- spill. Vom Krähennest, von der Kommandbrücke und vom Geschützturm erschallen kräftige Hochrufe auf die Revollltions- regierung. Der Chefarzt nimmt den Platz von Tolstoi ein: .Kameraden! Kraus lind Koucky wurden vor einigen Monaten als Landesverräter hingerichtet. Landesverräter nannte sie die Anklageschrist. Tatsächlich aber starben sie als Märtyrer für unsere Sache." Da ruft Tolstoi:.Kameraden, zum Salut!" Und die Hände fliegen an die Kappen. „Ich erinnere euch", fährt der Chefarzt fort,„an die Leiden der PV.-Leute und der Kameraden hinter Gcsängnis- mauern. Sie würden ihrer Freiheit beraubt, der Mensch in ihnen wurde mit Füßen getreten, sie wurden in die Pfütze des Lasters geschleift und dann als Sexualverbrecher vcr- urteilt. Dieses System, das hunderte solcher Greuel beging, ist zusammengebrochen. Das alte Oesterreich geht in Trüm- iner, ein neues System wird erstehen! Ein menschenwürdi- geres! Wir wollen eine Ordnung der menschlichen Gesell- schost, die sich zu Freiheit und Gleichheit und Gerechtigkeit bekennt!" Tausend Stimmen werden jetzt zu einem einzigen Schrei: „Rie wieder Krieg! Es lebe die Revolution! Es leben die Republiken!" Eine rote Fahne klettert am Achtermast hoch und weht dann knallend vom Top. _........(Fortsetzung solgt.) Zahlen des Elends. Notruf der Baugenossenschaften.— Zurück in die Wohnlöchcr. Die Deroog-Zeitschrift..Wohnungswirtschaft' oeröffent- licht in ihrer Nr. 1/2 1932 das Ergebnis einer Umfrage, die von einer den freien Gewerkschaften nahestehenden Baugenossen- schaft bei ihren Mitgliedern zur Ermittlung der Einkommens- Verhältnisse durchgeführt wurde. Diese Zahlen mögen all den Stellen in den Ohren gellen, die da glauben, die Verelendung der Arbeiterschaft immer noch weiter treiben zu können. Wir geben die wichtigsten Ziffern der Umfrage hier wieder. Von den Mitgliedern der Genossenschaft sind 50 Proz. Vollbeschäftigte und Kur;arbeiter, 14. Rentenempfänger. 13, Arbeitslose und Unterstützungsempfänger, 23„ ohne Einkommen bezw Wohlfahrtsunterstlltzungsempfänger. Wie sieht das Familieneinkommen dieser„Vollbeschäf- tigten" und..... empfänger" aus?— Auf 24,4 Proz. der Genosienschafiler kommen 0— 50 R2tl. mit 16,4.. 51— 75.. 12.2... 76—100.. 22.0.... 101—150.. 16.0.... 151-200.. 4.5„„. 201—300.. 4,5„„„ über 300. Gegenüber diesen Clendsziffern sind alle Anstrengungen der gemeinnützigen Bauvereinigungen, die Mieten auf ein ertrag- l i ch e s Maß zu senken, zum Scheitern verurteilt. Die Monats- mieten betragen bei der in Rede stehenden Baugenossenschaft zwischen 20 und 55 M. Vom Familieneinkommen(einschließlich Rente und Unterstützung) müssen allern für Miete ausgegeben werden bei 12,2 Proz der Mitglieder........... 20 Proz. 29,8..'......... 21— 30. 15,2........... 31- 40, 7,j„„„........ 41— 50 fg 11,5»» tt........ 51 75„ 7,5,,„........ 76—100 ff Rund 16,0 proz. der Mitglieder können olles in ollem nicht soviel zusammenkrahen, um den Mietbelrag aufzubringen. Wovon leben diese Menschen? Wovon tlriden sie sich? Beim Städtischen Wohnungsamt der Ortschaft sind zur Zcit 394 Wohnungsuchende vorgemerkt. Davon sind 145 ohne eigene Wohnung. 30 in gekündigter Wohnung, 48 in unzureichender ge- sundheitsschädigender Wohnung. Diesem Wohnungselend gesellt sich die massenhafte A b w a n d e r u n g aus den Neubauwohnungen hin- zu, 171 Neubaumieter bewerben sich um Wohnungstausch. Man muß in die e l e n d e st e n Quartiere zurück, um noch ein paar Mark sllr die Sättigung des Magens zu retten. Die Verordnung der Reich-regierung zur Durchführung der Mietcnsenkung hat sich als ein Schlag ins Wasser erwiesen. Ganze 6,54 Proz. beträgt die Mietsenkung für die berichtende Baugenosienschaft. Wird der Be- schluß des Preußischen Landtags vom 18. Dezember zum Schutz des Neuhausbesitzes Hilfe bringen? Wenn nicht, müssen die ge- sündesten Wohnungsunternehmen in kurzer Zeit zusammenbrechen. Die opfervolle Selbsthilfearbeit von Jahrzehnten wird nutzlos ver- tan sein. Auf schnellstem Wege muß dem Ersuchen des Preußischen Landtags an die Staatsregierung um Gewährung von Mietbeihilsen aus der Hauszinssteuer für die sozial bedrängten Inhaber von Neubauwohnungen Geltung verschafft werden. Hsu»v, Mittwoch, 27. Januar 1932, vormittags 11 Uhr, findet zum zehnjährigen Todestage der Genossin LötS© eine Kronzniederiegung durch den Bezirksvorstand auf dem Friedhof in Friedrichsfelde statt.— Wir bitten alle Genossinnen u.Ge- nossen, sich daran zu beteiligen. Der Bezirksvorstand. Ein Mieter niedergeschossen. Gchießwüiiger portiersohn, Bluttat in der Nuppiner Straße Ein ausregender Vorfall spielte sich gestern vor dem Hause Ruppiner Straße 23 ab. Im Verlaufe eines Streites, den zwei grauen begonnen halten, streckte der 31 Jahre alte Tischler und Sohn des portlers v a r t k e den 28 Jahre alten Elektrotechniker Bruno S ch e l s k e. einen Mieter des Hause», durch einen Bauchschuß nieder. Sch. wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, der Revolver- schütze festgenommen. Zwischen den genannten Familien war es in der letzten Zeit schon häufig zu Auseinandersetzungen gekommen, die heute ihren Höhepunkt erreichten. Die Ehefrau des Schelske war mit der Mutter des 31 Jahre alten Tischlers wieder in Streit geraten. In diese Auseinandersetzung, die vor dem Hause stattfand, mischte sich der jetzt hinzukommende Sch. ein Es entstand ein wüster Krach. Es dauerflrftar nicht lang«, da- erschien drr Soh n dri5-P ortiers rÄu s'zog eine Pistole und gab lmf. Schelske. eimn /schuh.ab... der_�>i«len. in den Bauch traf. Stöhnend brach der Mann zusammen. Der Töter rannte jetzt auf den Hof des Hauses, wo er die Pistole in den Müllkasten geworfen haben wollte. Bei seiner Festnahme durch sofort alarmierte Polizeibeamten konnte der Revolver jedoch dort nicht gefunden werden. Der verletzte Sch. liegt im Krankenhaus schwer danieder. Der Täter wurde oerhaftet. die Schläger«, bei der es eine Reihe von Verletzten gab. Drei Ver- letzte mußten durch Wagen des Städtischen Rettungsamtes forlge- schafft werden. Die Polizei räumte den Saal in wenigen Minuten und erklärte die Versammlung als aufgelöst. Mehrere Rädelsführer wurden festgenommen und der Politischen Polizei übergeben. Oer liebebedürftige Herr Pfarrer. Entführung der Hausgehilfin. köslin, 26. Januar. Einen günstigen Ausgang für den Angeklagten nahm heute der vor dem hiesigen Amtsgericht angesetzte Prozeß gegen d«n früheren Pfarrer von Dublitz, Salinger. der die 20jährige Hausgehilfin Elisabeth G u m z entführt hatte. Salinger war verheiratet und wunde gerade Vater des achten Kindes, als er sich in die junge Bauernmagd verliebte. Während sein« Frau auf einem Besitztum in der Nähe von Berlin weilt«, verließ er seinen Pfarrort mit der Geliebten und verschwand mit ihr spurlos. Die Eltern des Mädchens erstatteten Anzeige wegen Entführung: zugleich verlor Salinger sein Amt. Den steckbrieflich Gesuchten fanden Kriminalbeamte erst neun Mo- nate später in der Nähe von Berlin. Er wund« verhaftet, gegen Kaution.freigelassen und erlangte kurz darauf die Zustiminung seiner Frau zur Scheidung. Am Tage nach der gerichtlich be- stätigten Trennung der Ehe heiratete der Pfarrer seine junge Gellebte. Vor Beginn der heutigen Verhandlung, die trotz des glücklichen Ausgange» der Entführungsgeschichte angesetzt worden war, ließ die Statsanwaltschuft Gnade für Recht ergehen und beantragte die Einstellung des Verfahrens. Darauf wurde der Termin auf- gehoben. Moabiier Messerstecherei vor der Aufklärung. Es ist der Politischen Polizei jetzt gelungen, die Schlägerei in der Gotzkowskistraße in Moabit, bei der der 16jährige National- sozialift Herbert N o r k u s von Kommunisten erstochen wurde, der Aufklärung zuzuführen. In den letzten beiden Tagen sind sechs Kommunisten verhaftet worden, die offenbar als M i t t ä t e r in Frage kommen. Drei von ihnen, die Arbeiter Geißler, Nacht i- galt und Schwarz, find von verschiedenen Zeugen erkannt worden. Für die Tat selbst scheinen sie aber nicht in Frage zu kommen. Der mutmaßliche Haupttäter soll ein 22 Jahre alter Kam- munist Tack sein, der seit Sonntagabend tnis seiner Wohnung verschwunden ist. T. ist Besitzer eines Motorrades, und es wird ver- mutet, daß er mit seinem Rad in die Provinz geflüchtet ist, wo er sich bei Gesinnungsgenossen verborgen hält. Gestern abend wurde die Obduktion des erstochenen Nationalsozialisten vorgenommen, über deren Ergebnis bisher noch nichts bekannt geworden ist. Krach in einer kommnnistifchen Versammlung. In den Festsälen am Märchenbrunnen kam es gestern abend in einer kommunistischen Versammlung, die. sich mit den Vorgängen in der Kolonie„Felseneck" befaßte, zu einer schweren Schlägerei zwischen Kommunisten und Hakenkreuzlern. Nach anfänglichen Be- schimpftmge« der rechts- und lintsradikalen Gegner entstand plötzlich Markenauiomaien werden umgebaut. Die verbilligende Aenderung des Posttarifes hat den Umbau von etwa 12000 Markenautomaten— etwa zwei» bis dreitausend davon befinden sich in Berlin— nötwendig gemacht: wahrend der Automat bisher Briefmarken zu 8 und 15 Pfennige und Postkarten zu 8 Pfennige lieferte, wird man in Zukunft gegen Einwurf von 12 Pfennigen(1 Groschen und ein Zwei- Pfennigstück) zwei Briefmarken zu 6 Pfennige oder zwei Po st karten zu 6 Pfennige ziehen können. Ein Teil der.-.Automalen-Mrh- die S-Pfenaig-Mo rke illr Ortsverkehr weiter- führen. Einzelne Marken oder Postkarten gibt es nicht, da sonst der Umbau der Automaten noch komplizierter und kostspieliger wäre. Wie kompliziert das Innere solch eines Martenautomaten be- schaffen ist, davon kann sich der Laie wohl kaum einen Begriff machen. Da ist erslmal der Münzprüfer, der dos eingeworfene Geldstück auf feine Metallsubstanz abtastet, prüft und wiegt und hierbei feststellt, ob der Groschen aus Nickel, aus Zink oder aus Eisen ist. Alles unbrauchbare Geldmaterial wirft der Münzprüfer wieder zurück: zur weiteren Kontrolle existiert dann«in Magnet, den jedes Geldstück passieren muß. Der Magnet hält das Geldstück erst mal im Laufe fest, um sodann wieder Spreu vom Weizen zu scheiden. In kurzer Zeit werden die Umbauten der Automaten begonnen. Wöchentlich dürften 400 bis 500 Automaten geändert fein, wobei Berlin den Vorrang erhält: in«inigen Monaten hofft man, samt- liche Umbauten ausgeführt zu haben, eine Arbeit, die erfreulicher- weife einer kleinen Angahl Menschen wieder für kurze Zeit Brot gibt. Lugendweihen der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften. Die L e b e n» k u n d e k u r s e für die Frühjahrsjugendweihen haben in dieser Woche begonnen und finden wie nachstehend ver- zeichnet statt. Anmeldungen werden bis 10. Februar noch in allen Kursen entgegengenommen.(Einschreibegebühr 50 Pf.) Tiergarten: Schule Waldenserstrohe 20/21, Dienstags und Mitt- wochs 16 bis 18 Uhr(Eingang 240. Schule, 1 Treppe Zimmer 18). Wedding: Schule LUtticher Straße 4. Montags und Dienstags 16 bis 18 Uhr.— Schule Pank- Ecke Wiesenstraße, Dienstags und Donnerstags 16 bis 18 Uhr.— Schule Gotenburger Straße 8—12, Montags und Donnerstags 16 bis 18 Uhr. Prenzlauer Berg: Driesener Straße 22, Montags und Donners- tags 16 bis 18 Uhr.— Schule Danziger Straße 23, Montags 16 bis 18 Uhr, Dienstags und Mittwochs 16� bis 18% Uhr— Jugendheim Sonnenburgcr Straße 20, Zimmer 4, Montags 16 bis 18 Uhr. Friedrichshain: Schule Brombcrger Straße 13/14, Dienstags und Mittwochs 16 bis 18 Uhr.— Dicstelmeyerftraße 6/6(Jugendheim), Dienstags, Donnerstags und Freitags 16 bis 18 Uhr. Kreuzberg: Schule Köpenicker Straße 125, Erdgeschoß Montags und Freitags 16 bis 18 Uhr.— Jugendheim Lindenstraße 4, Montags und Dienstags 17 bis 19 Uhr, Mittwochs 16 bis 18 Uhr. Eharlottenburg: Jugendheim Spreestraße 30, Dienstags und Donnerstags 16% bis 18% Uhr. Schöneberg: Jugendheim Hauptstraße 15, Schwabenlandzimmer, Dienstags 16 bis 18 Uhr.— Jugendheim Friedenau(Bllhnen- zimmer), Offenbacher Straße 5s. Mittwochs 16 bis 18 Uhr. Tempelhof-Mariendorf: Schule Königstraße, Donnerstags 16 bis 18 Uhr. Zleukölln:'Jugendheim Bergstraße 29, Dienstags, Mittwochs (Di. 2. Febr., Mi. 3. Febr.) und Freitags 16 bis 18 Uhr. Treptow: Schule Bouchestraße 75. Dienstags 16 bis 18 Uhr.— Für Adlershof Schule Radickestraße 10/11, Mittwochs 14 bis 16 Uhr. Köpenick: Schule Freiheit, Donnerstags 17 bis 19 Uhr. Lichtenberg: Schulen Schlichtallee, Scharnweberstraße und Marktstraße, Donneretags 17 bis 19 Uhr. Pankow: Schule Neue Schönholzer Straße 10, Donnerstags 16 bis 18 Uhr. ■ Anmddungen bis spätestens 10. Februar w all« Kursrn. Muß dtM«ein? Ein Leser schreibt uns: Die städtischen Stellen scheinen sich noch nicht darein gefunden zu haben, daß die Not der Zeit manchen Steuerzahler zwingt, auch seinerseits mit seinen Zahlungen im Rückstand zu bleiben. Als Reichsangestellter hat man mir ungefähr ein Drittel meines Ge- Haltes so nach und nach abgezogen. Statt Vorauszahlungen stottert das Reich in Raten seine Verpflichtungen bei mir ab. Bleib« ich aber die H u n d e st e u e r nur 14 Tage schuldig, so bekomme ich einen sehr unhöflichen Brief unter Androhung von Pfändungen und ähnlichen Scherzen, daß ich binnen drei Tagen zahlen muß, anderenfalls... Dabei könnte sich mein Steueramt eigentlich schon darüber informiert haben, daß das Reich die Bezüge auch nicht am 1. Januar zahlt, sondern in zwei Raten am 15. und am 25. Warum genieße ich nicht auch den Vorzug, nun stottern zu dürfen? Noch schlimmer ist es mit der Miete. Ich wohne in einem städtischen Mietshaus und bekomme allmonatlich von der Vaugesell- schaft unhöfliche Mahnungen unter Umständen mit Zwangs- androhungen. Man versteht dieses Verhalten nicht. Bisher unter- stütze ich, ohne dazu verpflichtet zu sein, drei Angehörige meiner Frau, die sonst den Wohlfahrtsämtern zur Last fallen würden. Ich kann pünktlich bezahlen, aber werde dann diese bisher von�mir Unterstützten der Stadt zur Last fallen lassen. Was ist der Stadt dann lieber, wenn ich stottere, oder wenn sie drei Wohlfahrtsunter- stützte mehr zu betreuen hat? Wie mir geht es vielen, vielen Kollegen. Vielleicht genügen diese Zeilen, um die zuständigen Stellen zum Eingreifen zu veran- lassen. Wir zahlen— nicht gern—, aber wir zahlen sogar über' unsere gesetzlichen Verpflichtungen hinaus, aber wir verlangen auch von der Stadt die heute überall übliche Rücksichtnahme auf die besonderen Verhältnisse. Oas heißi Postgebührensenkung. Bedenttiche Auswirlungen. Gleich nachdem die Notoerordnung vom 4. Dezember bekannt war, wurden aus ollen Beoölkerungskreisen Stimmen laut, die von der Reichspost«ine entsprechende Senkung ihrer Gebühren verlang- ten. Wir alle kennen den Kampf, den Presse und Interessenten um die Senkung der einzelnen Gebühren geführt haben. Was aber am 15. Januar in Kraft getreten ist, bedeutet eine sehr seltsame Lösung des Begriffs.Preissenkung". Man ist von der beabsichtigten Drucksachcnermäßigung zugunsten des Bricj- portos abgekommen, aber auch hierbei sind nur die Fernbriefe be- rllcksichtigt worden. Die Ortsgebühren für Briese und Postkarten sind geblieben. Eine richtige Enttäuschung aber bringt das neue P a k e t p o r t o. Es sieht auf den ersten Blick sehr bestechend aus, wenn die Tarife in allen Zonen bei Paketen von 5 Kilogramm um 20 Pf. oder 25 bis 40 Proz. gesenkt werden. Jetzt aber kommt die sophistische Maßnahme: diese Senkung wird durch die E i n f ü h- rung einer neuen Gebühr, der sogenannten Z u st e l l g r- b ü h r für Pakete in Höhe von 15 Pf. für jedes zuzustellende Paket fast vollständig wieder aufgehoben. Der Frist machungszwang ist ebenfalls aufgehoben worden, was sicherlich zu begrüßen ist. Dafür kommt aber auch gleich wieder eine Pille. Nicht freigemachte Paket« werden bis zu 5 Kilogramm(und das ist die Mehrzahl) mit einer„Siraf'-Gebllhr von 10 Pf. belegt, so daß der Fall tagtäglich passieren dürfte, daß man für ein Paket von 5 Kilogramm ausgibt: Porto an sich(z. B. 3. Zone) 60 Pf., Zu- stellgebühr 15 Pf., Nachgebühr für unfrankierte Sandung 10 Pf.. macht zusa armen Bör dlestek' Preis.//n kurtg" tostet? ein 5-Kilogramm-Paket in der 3. Zone nur 80 Ps. So sieht also be: genauerer Betrachtung die mit viel Tamtam angekündigte Preis- fenkungsaktion der Reichspost aus. Eine Sonderregelung ist noch für sogenannt« Zeitungopakete vorgesehen, die nach dem vereinfachten Verfahren von Selbstbuchern aufgeliefert werten. Hier herrscht nach wie vor Freimachungszwang. Das könnte man verstehen, da es sich hier um Pakete ohne Paketkarte handelt, bei denen«in« Kontrolle schwer möglich Ist. Warum aber die bei ge- wöhnlichen Paketen bestehende Mögllchteit, die Zustellungsgebühr vom Empfänger zu erheben, nicht auch bei diesen Zeitungspaketen angewendet wird, ist unbegreiflich. Diese Bestimmung muß abgeändert werden oder sie hat die schwersten Folgen. Di« Absender und Empfänger, besonders große Firmen, werden zur Selbsthilfe greifen müssen und künstig alle Pakete von der Post abholen losscn, um die Gebühr zu umgehen. Der kl-ine Mann aber, der leine Möglichkeiten dazu hat, wird von dieser unsozialen Zu- stellaebühr hart betroffen. Wir machen den Herrn Preissenkungskommissar mit seinen weitgehenden Vollmachten auf diese sonderbaie Preis- senkung aufmerksam. Es kann und darf nicht der Sinn Oer Notverordnung sein, einseitig Löhne und Gehälter zu senken, die Er- mäß-aung aller Waren und Bedarfsgegenstände aber zu verklausulieren und damit den Konsumenten nochmrl? zu schwächen. G Wetteraussichien für Verl'»: Nlederschlagsloses Wetter mit zeitweiliger Aufheiterung, am Tage etwas milder bei schwachen westlichen Winden.—.für Deutschland: Im Süden meist trübe und noch vielfach nebelig: im übrigen Reiche zeitweilig aufheiternd und etwas milder.____ Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". S-fchilitsstelle: Berlin 6. 14, Ecbastianstr. 37—33, Hos 2 St. Srci» Ostin. Spielleute: Donn«r»tao, 23. Januar, 10� Uhr, Krcis» " llbungsstunde im Hochbahnr-staurant„Warschauer Platz»/ tzeg-nllbir Osram- Lichthaus. Piinltlichcs Erscheincn Pflicht.— Tirrzarte» sOrtsverein): Freitag, 20. Januar, Iahresacncralvcrfammlung im Nationalhof, Biilowstrahe. — gthlendars: Frcttag, 20, Januar, 20 Uhr, Jahrrshauptvirsamm- l»ng tzei Echnridcr, Potsdam»- ötr, 25.— Stcalitz(Ortsvercin): Donnerstag, 23. Januar, 2« Uhr, Turnhall« Ringstrahe, Stcglitz. Antreten samtlicher okiiver Kameraden. Einleiluna zur Nüstwoche. Pflicht.— Tempcihos(Ortsvrrein): Mittwoch, 27, Januar, 13 Uhr. Antreten am Bahnhof Trmpelhof. Nachzügler 10 Uhr Sportpalast.— Treptow(Ortsocrein): Mittwoch, 27. Januar, 10 Uhr, Äntretcn oller Kameraden im Garten vor dem Sportpalast, linlt Seite, zum Kam, radschaft Ob-rschöncwcid-.J-hannisthal: Mittwoch, 27.'Ja. >r. Antreten Bahnhof Niederschönewcide.— Lichtenberg lOrtsver. 17% Uhr,-...........______ eini: Donnerstag, 23. Januar, 18',? Uhr, Uebungsstund, des Iungbas auf dem Schießplatz Upvstallweg für die Aufführung.— Panlaw tOrts-erein) Mittwoch, 27. Januar, 18 Uhr, Antreten siimtlichcr Kameraden Panlaw, U.Bahnhaf Mnetastraße.—«interspart-btellung- Kamerad Alex Jaschek ist vcrftarden. Einäscherung Mittwoch, 27. Januar, 13% Uhr, Krematorium Wilmersdorf. Beteiligung Pflicht._ Freie Arb-ilcr.St-n-graphenocreiuiguaq Kloß. Berlin. Anlängerturfus in Redeschrift iRrichseinheitslurzschriit) beginnt am Dienstag, 13. Februar, 10% Uhr. in der Kemeindeschul««eneseldcrstr. 3. Beitrag für Erwachsen« 1.50 M., für Jugendliche 1 M.. für Erwerdslof« so Pf. monatlich. Erforderlich ist die Beherrschung der Bcrkchrsschriit_ und eine Schreibgefchwlndigleit von 130 Silben in der Minute.— Farlschrittslurse in NK..Redeschrift' Norden: Jugendheim Willdcuowstr. 5, gimmer 9(nahe Bahnhof Wedding), Donnerstag, 10% Uhr. 140 bis 180 Silben.— Reukölln: Karl-Marr-Schul-, Kaifer-Friedrich- Straße 200— 210. Donnerstag. 10% Uhr. 143 bis 220 Silben. Beitrag wie oben. Weitere Auskunft erteilt Artur Theifen. Berlin-Tegel, Brunowstr. 4? I. Arbeiter-SchStzenbun», Ortegrnppe Berlin. Alle Teilnehmer an der Kund. «ebund im Sportpalast am Mittwoch, 27. Januar, treffen sich nm 13 Uhr Loch. bahnhof BUlowstraße. Bereinigung der Frenude von Religion NN» Billkerfrlede«, Sonntag. 31. Januar, 10 Uhr, spricht in der Trinitatiskirche, Eharlottenburg, Genosse Pfarrer Bleier über da» Thema„Heiligt der Zweel die Mittel?" LenoltMow Engrsli fedating Club, ßülowstr. 104 Heute»ben« 8% Uhr: Mrs. Alice Bthrendi ,Thg bouse Ol Lords and Uie housc-ol Cornüioos.* Gäste wiBkornrnen. Zuhören, Herr preiskommiffar! Wie ist's mii einer Preissenkung bei Abzablungsverirägen? W!r erhalten aus dem Rheinland eine Zuschrift, deren Ver- öffentlichung in der Reichshauptstadt uns zweckmähig erscheint, weil es sicher fiele Zehntausende ähnlicher Fälle im ganzen Reiche gibt. Wir sind durchaus der Auffassung, dah der Preiskommissar bei Abzahlungsverträgen über längere Fristen und größere Summen den Lieferfirmen bei der Forderung nach einer Preisermäßigung Entgegenkommen empfehlen müßte. Es konnte bei Abschluß des Vertrags nicht vorhergesehen werden, daß von Reichs wegen Einkommensschmälerungen mit der Absicht der Erhaltung der Realkaufkraft diktiert würden. Die Aus- rechterhaltung des vertraglichen Preises wirkt sich als u n- gerechtfertigte Bereicherung des Lieferanten aus. die auch volkswirtschaftlich nicht erwünscht sein kann, da sie die Real- kaufkraft der Abzahlungskäufer senkt. Die Zuschrift lautet: „5)err Dr. Goerdeler ist ein vielgeplagter Mann. Er will zwar nicht Preissenkungskommissar sein, sondern nur für gerechten Preis sorgen, aber was ist das schon für ein Begriff„gerechter Preis"! Vielleicht könnte man sich auf die Formel einigen, daß„gerecht" ist, wenn die Preise um soviel gesenkt werden, als die Einkommen gesenll worden sind. Ueberhöhte Preise blieben dann ja Verhältnis- maßig immer noch bestehen. Wir wollen den Reichskommissar für Preisüberwachung auf ein Gebiet aufmerksam machen, aus dem er sich, bevor er nach Leipzig zurückkehrt, noch nützlich betätigen kann. Sehr viele Menschen konnten sich einen größeren Gegenstand nur anschaffen, wenn ihnen„Z ah l un g s erl e ich t« r u n g" ge- währt wird. So nennt man ja das Abzahlungsgeschäft. Schildern wir einen Fall, der für Zehntausende gilt: Eine Beamten- frau läßt sich von einem Vertreter z. B. der Elektrowerke einen Staubsauger aus Abzahlung verkaufen. Dos war im Mai vorigen Jahres. Der Apparat kostete 280 Mk. Zwischen dem Mai und heute sind die Rohstoffpreise erheblich gesunken, die Löhne und Gehälter um mindestens 20 Proz. gekürzt worden. Die Vierte hat die Mieten gesenkt, was bei Clektrolux, der etwa 30 Nieder- lassungen in Deutschland hat, allerhand ausmacht. Zinsen wurden ermäßigt, Zahlungstermine hinausgeschoben. Kurz: die Reproduktion des verkauften Staubsaugers ist also wesentlich billiger als seine Produktion war. Das Gehalt des Beamten wurde aus Grund von drei deutschen und einer preußischen Notoerordnung(er wurde in- folge der letzteren schlechter eingruppiert) um stark 40 Proz. ver- mindert. Der Beamte ersuchte die Kölner. Niederlassung von Elektrolux um eine zeitgemäße Ermäßigung des Preises sür seinen Staubsauger. Antwort: Abgelehnt, weil der Apparat„äußerst" berechnet sei. Zwei unleserliche Unterschriften und ein Kontroll- haken. Punkt. Der Beamte dachte sich, das könne unmöglich die verantwortliche Meinung eines Werkes von der Bedeutung der Elektroluxwerke sein, und begründet« eingehend seinen Standpunkt. Eine Antwort erfolgte nicht mehr. Die Elektroluxwerke meinen offenbar, es fei gottgewollt, daß die Wertsteigerung des Geldes für sie besttmmt sei.' �;" � Wir haben noch nicht gehört, daß andere Geschäfte anders ver- fahren, halten diese Praxis aber nicht für den Zeitoerhältnissen entsprechend. Hier ist auch einiges„eingefrorene" Kapital auf- zutauen. Die Schuldner mit vermindertem Einkommen werden viel eher versuchen, entsprechend ermäßigten Verpflichtungen nachzu- kommen, als wenn der Schuldberg unverändert hoch bleibt und die Familie mit dem Wenigereinkommen ohne Hofsnung, ihn abttagen zu können, dem Berg gegenübersteht. Die Ostelbier schreien über ihre Schulden und ihnen hilft das Reich. Wir andern schämen uns unserer Schulden, aber Hilfe haben wir auch bitter nötig." Herr Preiskommissar, hier ist ein typischer Fall, wo Sie einen „gerechten Preis", wie ihn die Vierte Notverordnung sich dachte, schaffen können. Haben Sie zugehört? Das konnte nicht anders kommen. Die Gastwirtsverbände schreiben an den Preiskommissar. Wegen der Bierpreise. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen um die Bierpreis- senkung haben jetzt der Deutsche Gastwirtsverband und der Reichs- Interessenverband im deutschen Gastwirtsgewerbe an den Reichs- kommissar für Preisüberwachung, Dr. Goerdeler, ein Schreiben ge- sandt. Darin erklären die beiden Organisationen, daß sie nach noch- maliger stundenlanger Beratung nicht in der Lage seien, zur Senkung der Ausschankpreise Vorschläge zu machen, die technisch durchführbar seien und vom Gewerb« getragen werden könnten. Das Gastwirtsgewerbe erkenne die Notw. ndigkeit einer für den Verbraucher fühlbaren und den Konsum belebenden Preissenkung durchaus an, sei aber der Auffassung, daß hierzu die Senkung de» Bier p«r eise» um nu»r 2 Mark für das Hektoliter besonders unter Berücksichtigung der Erhöhung der Umsatzsteuer von 0,8Z auf 2 Proz. nicht ausreiche. Es sei auch eine gleichzeitige Senkung der überspannten Biersteuer notwendig. Es war ein unbegreiflicher Fehler des Preis- k o m m i s s a r s, sich bei den Brauereien so zu bescheiden und un- gercchterweise den Gastwirten die Hauptlast der Preissenkung zuzu- muten. Die Pfennigrechnung kann und muß der Preiskommissar auch bei den Gastwirten und zwar allgemein durchsetzen. Es muß auch«ine Angleichung der Ausschankpreise nach unten und die Ver- ringerung der teilweise enormen Preisdifferenzen angestrebt werden. Die entscheidende Voraussetzung sür eine allgemeine fühlbarere Bier- Preissenkung bleibt aber auch jetzt die Senkung der Brauereipreise um mindestens 5 statt nur 2 Mark. Mit der Difserenzenangleichung und der strikten Durchführung der Pfennigrechnung beim Ausschank ist auch dann noch eine fühlbare Verbilligung möglich. Was wird mit den Werksparkaffen? Diese vorfintsiuittche Einrichtung muß gesehttch abgebaut werden. Die Derksparkassen bei Borsig mit 3 Millionen Einlagen und im Nordwollekonzern mit 1 Million Einlagen kamen in der letzten Zeit in Gefahr. Das find nur die größten und ernstesten Fälle. Mas soll geschehen? Au» der„pattiarchalischen" Vergangenheit des Kapitalismus ragt ein« Einrichtung w unsere Zeit hinein, die abbruchreif ist. Das sind die Werksparkassen. Der Gedanke der Werkspartassen stammt aus einer Zeit, in der die Arbeiterbewegung noch in den Kinderschuhen steckte und die Unternehmer noch hoffen konnten, die Arbeiter durch sogenannte Wohlfahrtseinrichtung-n an ihre Bettiebe zu ketten und sie vor rebellischen Gedanken zu be- wahren. Auch heute spielt noch immer der Gedanke mit, die Ar- beiter und Angestellten stärker an den Betrieb zu fesseln. Auch die Art der Verzinsung, besonders die manchmal übliche Ausschüttung von Prämien dient diesem Zweck. Aber der Hauptzweck ist heute das Bestreben, sich durch Spareinlagen der Belegschaft auf verhältnismäßig einfachem, billigem und sicherem Weg Bettiebe- oder Anlagekapital zu beschassen. In der Verwendung der Gelder zu Velriebszwecken liegt eine große Gefahr. Von jeder Spareinrichtung ist zu verlangen, daß sie ihren Ein- legern das höchstmögliche Maß von Sicherheit und Greis- b a r k e i t gewährleistet. Das ist bei den öffentlichen Spar- lassen ohne weiteres der Fall. Für ihre Einlagen haften die Kommunen mit ihrer ganzen Steuertraft. Darüber hinaus werden ihnen genaue Vorschriften für die Anlage der Gelder gemacht. Ebenso steht Z. B. hinter der gemeinwirtschaftlichen Arbeiter- b a n k die in ihrer Zusammenfassung außerordentlich finanzstarke Arbeiterbewegung, und überdies ist die Anlagepolitit der Arbeiter- dank geradezu mustergültig, wie sich in dieser Krise immer wieder gezeigt hat. Und schließlich steht hinter den Sparabteilungen der Konsumgenossenschaften die mächtige und innerlich völlig gesunde Konsumvereinsbewegung. Solche Spareinlagen werden von den Krisen im allgemeinen wenig gefährdet. Die Werksparkassen hingegen sind ausschließlich auf ein. einziges Unternehmen gestellt. Ihre Einlagen stecken— in der Regel praktisch unlöslich— im Unternehmen. Es gibt für sie k e i n e A n l a g e v o r s ch r i f t e n. Sie sind nicht besser geschützt als andere ungeschützte Gläubigerfordcrungen. Sie geraten sofort in die größte Gefahr, wenn das Unternehmen selbst in Schwierigkeiten kommt. Bekannte Beispiele aus der letzten Zeit sind die Fälle Nord wolle mit 1 Million und Borsig mit 3 Millionen Spareinlagen. Und das Tragische in solchen Fällen ist, daß die vom Zusammenbruch des Unternehmens betroffenen Arbeiter meist nicht nur ihre Arbeitsstätte, sondern auch noch die Notpfennige verlieren, die ihnen über die bitterste Not hinweghelfen könnten. Es kann also kein« Meinungsverschiedenheit darüber geben, daß die Werksparkassen keine vernünftig« Einrichtung sind und heute keine Existenzberechtigung mehr haben. In einer Zeil, in der stärkste Kontrolle der gesamten Kredit. Wirtschaft durch den Staat das Gebot der Stunde ist, ist eine Spareinrlchtung unsinnig, dl« die mühevoll gesammelten Spar- reserven gerade der ärmsten Schichten jeglicher Kontrolle entzieht und vom Schicksal einzelner Unternehmungen abhängig macht. » Aber es gilt doch eins zu bedenken. So berechtigt und notwendig unsere Forderung nach Beseitigung der Wertsparkassen ist, es wäre gefährlich auch für die Sparer selbst, sofort die Gelder zurückzuziehen. Denn wenn heute, in einer Zeit der schwersten Kreditklcmme alle Unternehmungen gezwungen würden, ihre Werksparkassen sofort aufzulösen und sämtliche Ein- lagen zurückzuzahlen, so würden viele der Unternehmungen selbst gefährdet werden können. Denn es dürfte heute nahezu unmöglich sein, für diese Gelder, wenn sie im Betrieb als Teil des Betriebs- kapital» arbeiten, Ersatz zu finden. An einer Bettiebsgefährdung hat der Arbeiter und Angestellte, wenn er Sparer ist, wahrlich kein Interesse. Wichtig und nützlich ist schon, daß sich die Betriebs- verttetung der Belegschaften um die Anlage und Sicherheit der Werksparkassengelder kümmern und sich ausklären lassen. Auch gegen eine Uebcrleitung der Werksparkassen auf die öffentlichen Sparkassen, von der hier und da die Rede ist, sprechen ernste Be- denken. Die Sparkassen würden ja nicht nur die Guthaben über- nehmen, sondern als Gegenposten Forderungen auf Werkanlagen, die den Sparkassen wesensfremd sind und bleiben müssen. Der Abbau der Werksparkassen sollte zwar unverzüglich in Angriff genommen, die Abwicklung aber nur allmählich durch- geführt werden. Das Zweckmäßigste wäre wohl, daß den werksparkassen die An- nähme neuer Spareinlagen sofort und für alle Zukunft durch Gesetz untersagt wird. E» mühten ferner Fristen geseht werden für die allmähliche Umwandlung der Forderungen der Werk- sparkassen In Geld, und schließlich sollte die etappenweise Rück- Zahlung der Spareinlagen vorgeschrieben werden. Die dringendste und am schnellsten durchführbare Forderung wäre die Umgestaltung der Organisation der Werk- sparkassen. Die Werksparkassen müssen sofort aus dem übrigen Betriebsvermögen herausgelöst, juristisch vom Unter- nehmen vollständig getrennt und zu genauer Bilanzierung gezwungen werden. Ebenso müssen an der Verwaltung und Kontrolle der Werksparkassen, solange sie noch da sind, die Belegschaften beteiligt werden, aus deren Mitte ja die Spargelder stammen. Der Bankenkommissar hat kürzlich die Werksparkassen den Zinsvereinbarungen, die kürzlich unter seiner Führung zwischen den Bantorganisationen abgeschlossen wurden, zwangsweise angeschlossen. Aber diese Maßnahme genügt natürlich in keiner Richtung. Es sind eine grundlegende Reform und später der Abbau nötig. Nur wenn schleunigst die von uns geforderten Maß- nahmen ergriffen werden, wird dieses vielfach sehr trübe Kapitel längst überlebter Unternehmerpolttik geschlossen und die auch im Interesse der Währung und des Kreditwesens notwendige Beruht- gung unter den Werksparern wiederkehren. .Geld- und Sredllresorm als weg aus der Krise" ist da» Thema eines Vortrags, den Professor W a g« m a n n, der Verfasser des jetzt vielgenannten Planes zur Dank- und Kreditreform, am Montag, dem 1. Februar, 8 Uhr abends, im großen Saal de»«he- maligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3, holten wird. Veranstalter ist die Studiengesellschast sür Geld- und Kreditwirtschaft(Berlin W. 35, Potsdamer Str. 103»). Die Gläubigerversammlungen, die sich mit der Zahlungsunfähig- kelt der B o r s i g- W e r k e zu beschäftigen Häven, finden am 28. Januar, am 2. Februar und 11. Februar in Tegel statt. Die neuen Bilanzziffern werden bei dieser Gelegenheit der Oefsentlichkeit bekanntgegeben werden. Llm 1 Milliarde entlastet. Die Reichsbant in der dritten Januarwoche. Nach dem Reichsbankausweis vom 2 3. Januar hat sich die Rückzahlung von Reichsbankkrediten kräftig fortgesetzt. Di« Wechselbestände gingen um 180,7 auf 3406,9, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 16,3 auf 6,9 und die Lombarddarlehen um 3,4 auf 103,1 Millionen Mark zurück. Die ersten drei Januar- wachen haben bisher eine Gesamtentlastung der Reichsbant von über einer Milliarde Mark gebracht, sehr erheblich mehr, als die Reichsbant zum Jahresende in Anspruch genommen worden ist. Die von uns hervorgehobene relativ starke Flüssigkeit des Geldmarktes zeigt sich auch hier. Freilich werden heute relativ wenig Gelder fest angelegt, das Stillhalteabkommen wirkt sich innerhalb Deutschlands durch Mobilisierung gewisser Kredite aus, so daß es anormale Vorgänge sind, die die jetzige Geldmarktflüssig- keit in erster Linie erklären. Das Konto der fremden Gelder zeigt mit 370,7 Millionen eine Abnahme um 13,6 Millionen Mark. Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung ging der Noten- Umlauf um 183,6 auf 4198,0 Millionen zurück. Der Umlauf an Rentenbantscheinen verringerte sich um 6,3 auf 40S,9 Millionen. Bei den Gold- und Devisenbeständen liegt immer noch kein voller Ausgleich vor. Die Goldbestände verringerten sich weiter um 9,8 aus 936,4 Millionen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen gingen um 3,6 auf 131,3 Millionen zurück. Die Notendeckung hat sich auf 26,4 gegen 23,6 Proz. In der Vorwoche verbessert. Autarkie und Kreditreform. Herr Tiburtius sollte sich etwas genauer informieren. Zur Frage der Autarkie und Kreditreform machten auf der Geschäftsführertagung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzel- Handels der Preiskommissar Goerdeler und der Hauptgemeinschafts- vorstand Dr. Tiburtius einige Bemerkungen. Goerdeler meinte, der Sprung auf eine andere Preisbasis sei der Ersatz für eine Wäh- rungsentwertung, die wir uns nicht leisten könnten! Gegenüber den Bestrebungen zur Autarkie(nationale Selbstgenügsamkeit) müsse gesagt werden, daß für Industrieländer eine Autarkie einen starken Rückgang der Lebenshaltung zur Folge haben müsse. Dr. Tiburtius streifte die auch im„Vorwärts" behandelte Bank- und Kreditreform Professor Wagemanns und meinte, daß Wagemanns Projekte in der Beschaffung von Konsumentengeld für Noten zweiter sklafse nach Art und Deckung gefährliche Tendenzen einer Preis- fteigerung enthalten. Wir glauben Dr. Tiburtius empfehlen zu müssen, das Projekt gründlicher zu studieren, bevor er eine so ver- föngliche und gefährliche Aeuherung tut. Er wird dann nämlich finden, daß die sogenannten kleinen Noten jederzeit in große um- getauscht werden können, wodurch jede Gefahr einer verschiedenen Bewertung der kleinen und großen Noten und damit auch einer Preissteigerung ausgeschlossen ist. Oie Verluste der Bamag. Lebhaste Diskussion auf der Generalversammlung.' Auf der Generalversammlung der Berlin-Anhaltischen Maschinenfabrik A.-G.(Bamag-Meguin) kam es wegen der beantragten Herabsetzung des Aktienkapitals von 12 auf 6 Mil- lionen zu einer lebhaften Diskussion. Von mehreren Aktionären wurden besonders die hohen Vertriebs- und Verwaltungsunkosten beanstandet. Die verschiedenen Anfragen beantwortete der Leiter des Unter- nehmen«, Direktor Peiser, ausführlich. Zu der Frage der Unkosten erklärte Peiser, daß die starke Differenz gegenüber dein Aorjahr darauf zurückzuführen sei, daß man damals nur die Verwaltung»- Unkosten ausgewiesen habe, während diesmal aber auch die B e- triebsunkosten mit eingesetzt worden waren. Die 6 Mil- lionen Mark Buchgewinn, die man aus der Zusammenlegung des Aktienkapitals von 12 auf 6 Millionen erziele, würden mit 4 Mil- lionen zu Abschreibungen auf große Forderungen verwendet. Die Verluste aus nicht eingegangenen Zahlungen für Hüttenwerks- anlagen der Lena-Goldfields in Rußland und für Berg- werksmafchinen des oberschlesischen Pleß-Konzerns sowie andere Zahlungsausfälle beliefen sich auf 254 Millionen Mark. Weitere Abschreibungen seien aus stillgelegte Meguin-Betriebe notwendig und etwa 2 Millionen Abschreibungen müßten als notwendige Wert- berichtigungen vorgenommen werden. Der Umsatz im letzten Jahr sei von 45 auf 36 Millionen Mark gesunken. Bei Beginn des neuen Geschäftsjahres 1931/32 (Juni/Juli) sei ein A u f t r a g s b e st a n d von 20 Millionen vor- handen gewesen und der jetzt noch vorhandene Auftragsbestand habe einen Wert von etwa 16 Millionen Mark. Die Umsätze vom Juli bis Dezember betragen etwa 10 Millionen Mark. Zementbilanz Nor noch 30 Prozent der Leistungsfähigkeit ausgenutzt. In der jetzt vom Deutschen Zementbu n d veröffentlichten Jahresübersicht ist 1931 der Zementabsatz bis auf 3,7 Mill. Tonnen heruntergedrückt worden. Im vorhergehenden Jahr wurde noch efn Gesamtabsatz von 3,3 Mill. Tonnen erzielt, der aber bereits erheb- (ich unter dem Stande des Jahres 1929 lag, in welchem bei einem Absatz von rund 7 Mill. Tonnen die Umsätze des letzten Vorkriegs- jahres erstmalig übertroffen wurden. Auch im Export konnte für den gänzlich versagenden In- lanldsmarkt t«in Ausgleich geschaffen werden. Vom Januar bi» November gingen die Ausfuhrmengen von 0,90 auf 0,54 Mill. Tonnen zurück und der jetzt aussichtslos gewordene Konkurren, z- kämpf gegen das englische Valutadumping aus dem holländischen Markt« läßt zusammen mit den übrigen Exporterschwernissen die Situation im laufenden Jahr noch schwieriger erscheinen. Im Zusammenhang mit dem nahezu völligen Ab st erben der deutschen B a u w i r t s ch a f t hat sich auch die Lage in der Zementindustrie im letzten Vierteljahr 1931 sprunghast verschlechtert. Während im ganzen Jahr 1931 der Umsatz gegen 1930 um rund 33 Proz. und gegen 1929 um rund 47 Proz. zurückgegangen ist. hat sich die U m s a tz f e n k u n g von Oktober bis Dezember 1931 gegen- über den gleichen Zeitabschnitten der beiden Borjahre auf 40 bzw. sogar 60 Proz. gesteigert. Die Di»konlvere'«Ägung de» kreditgebenden Einzelhandels hat die Auflösung des Unternehmens beschlossen, das der Konfumfinanzierung dienen sollt«. Di« Zahl der Mitglieder war 1931 von 287 auf 105 zurückgegangen, die Umsätze von 20,3 auf etwa 6 Millionen Mark. Es find nicht unerhebliche Verluste ent- standen, die zum großen Teil durch Versicherung gedeckt waren. ■J-j Hier wir, J Es macht unempfindlicher $ gegen Erkältung! VE 'Murtme: 3£odl(Ißf»HßUCT! Vorsichtig&og ein Mann um die Ecke. Er trug eine alte Akten- tchche unter dem Arm. Man hätte ihn für einen soliden Arbeiter halten lönnen, der von der Nachtschicht kommt. Franz Äerr aber hatte socken einen llhrmacherladen besucht. In der Aktentasche be- faichen sich Einbruchswertzcuge und erbeutete Uhren, Ringe, keine außergewöhnlichen Sachen— dann wären wohl auch die chindcriiissc schwieriger, vielleicht unüberwindlich gewesen. Immerhin hatte digser zweite Einbruch gelohnt. In einem Gebüsch im Park, der in der Nähe lag, hatte er sein Fahrrad angekettet und versteckt. Es war nicht mehr weit bis dorthin. Wenn er erst aus dem Rade saß, konMe er in einer halben Stunde bei Padde, dem Hehler, sein und die Ware verschärfen. Dann wollte er sich erst nml Tabak kaufen, lind vom Budiker eine Pulle Rum und ein paar„Buletten" mitnehmen. Er wohnte In einer Laube. Franz Kcrr schritt schneller aus. Eine Wärme fuhr durch seine Glieder, als hätte er bereits ein paar Gläser Zitum getrunken. In der Aktentasche tickte der Wecker, den er für eigenen Gebrauch gnädigst hatte mitgehen heißen, wie das böse Ge- wissen.„Dummes Luderl" knurrte Franz,„mach nicht so'n Krach!" Er hatte nur noch über die Brücke zu gehen und dann links in den Park abzubiegen. Dort lag fein Rad Aber vor Franz', als er die Brücke überquerte, ließ sich plötzlich ein Mädchen vom Geländer h> den Kanal fallen. Franz bekam einen Schreck, als hätte ihn ein Schupo gestellt und ihm die Hand auf die Schulter gelegt:„Sie sind verhaftet!" Sein erster Gedanke war:„Mensch, lauf fort!" Aber dann beugte er sich doch über das Geländer und sah hinunter.„Soll ich...? Soll ich nicht?" zauderte er in blitzschirellen Betrachtungen... „Soll ich? Soll ich nicht?" So hatte er auch vor dem Uhr- »wcherladen geschwankt. Unte im Kanal gluckste und gurgelte das Wasser, das Mädchen mor untergegangen und wieder hochgerissen worden, es schrie nicht, schlug aber mit den Armen, und einmal sah Franz im Schein der Brückenlatcmen ihr blasses Gesicht Zum Himmel gerichtet. An diesem Augenblick ließ er die Tasche sallen. Frau; sprang ins Wasser, um einen Menschen zu retten. Er bekam dos Mädchen zu packen.„Man schnell," dachte er.„Raus aus der dreckigen Tunke!"» Er hatte gar nicht bemerkt, daß sich inzwischen aus der Drücke Passanten angesammelt hatten. Erst als es aufmunternde Anrufe von oben gab, stellte er es mit Schrecken fest. Zluch der Tschako eines Schupos tauchte da oben auf. Franz wäre jetzt gern untergetaucht, wie ein Fisch, auf den ein Bogel Jagd macht, aber von der Kaitreppe streckten sich ihm schon viel« hilfreiche Hände entgegen und ein paar Stimmen riefen be- geistert:.Loch der Retter!" Franz wurde mehr getragen, gezogen, geschüttelt, als er ging.«Ein Sanitäter aus irgeudeiuer Sportorganisation, der sich zufällig in der Menge befand, nah sich sofort des Mädchens an, das bereits die Augen aufschlug. Ein Taxi bracht- die Lebensmüde zur nächsten Rettungsstelle. Der Schupo aber hielt Kerrs Tasche in der.Hand. Franz wurde bei diesem Anblick Übel. Doch der Schupo schüttelte iln» herzlich die. Land.„Sie haben«in gutes Werk getan! Wie heißen Sic? Sie haben sich die Rettungsmedaille verdient!" Frcrnz winkte erschrocken ab.„Machen Sie nur kein Aufhebens davon. So was kann alle Tage vorkommen. Ich Hab' ja nichts anderes zu tun. Und wenn man arbeitslos ist, ist es ziemlich egal, ob man hier oben herumläuft oder dort unten schwimmt." Die Umstehenden mischten sich lebhaft ein. „Sie haben eine Belohnung verdient. Es wäre iaifche Be- stheMucheit. wenn Sie'von vornherein auf ein? Beloliming verzichten wollte II.", „Hoch der Netter!" riefen ein paar Leute, die hinzugetreten waren und von anderen Aufklärung über diese Ansammlung erhalten hatten. Franz stand verlegen und am ganzen Leibe zitternd in der Menge. „Sie brauchen trockene Sachen. Kommen Sie mit zum nächsten Revier. Es sind fünf Minuten!" „Danke!" sagte Franz.„Danke! Ich komme schon so nach Haus«. Ich wohne gar nicht weit." Jemand lud Franz in das nächste Lokal zu ein paar Schnäpsen. „Das könnte man machen!" nahm Franz aufatmend die Einladung an. „Na. wie Sie wollen!" sagte der Schupo und hielt die Tasche hoch.„Die gehört wohl Ihnen, was?" „Ja!" sägte Franz. Er sagte es so undeutlich, daß man aus seiner Antwort auch ein„Nein!" hätte heraushören können. Als Franz die Tasche endlich im Arm hielt, begann innen der Wecker loszurasseln. „Nanu?" sagte der Schupo. „Mein Wecker ist wohl verrückt geworden!" lachte Franz.„Ich nehm' ihn immer zur Nachlfchicht mit. Wegen der Pause, ver- stehen Sie?" „Ich denke, Sie sind arbeitslos, Sie haben es doch vorhin so erzählt?" Der Schupo sah Franz plötzlich mit anderen Augen an. „Hab' ich Ihnen crzirhft?" fragte Franz.„Da war ich wohl noch «in bißchen dösig vom kalten Bade. Aber das stimmt auch. Die Nachtschicht ist auch nur Gelegenheitsarbeit." Der Menschenkreis um Franz und den Schupo wurde trotz der späte» Stunde immer größer. „Sehen Sie nicht!" rief ein Herr mit einer Brille dem Schupo zu,„der Mann muß andere Sachen bekommen. Er holt sich hier noch eine Lungenentzündung dafür, daß er einen Menschen aus dem Wasser gezogen hat!" „Was eigentlich Ihre Pflicht gewesen wäre!" setzte ein anderer hinzu.„Wozu haben Sie Nachtdienst? Wozu bekommen Sie Ihr Gehalt? Nachbcr kujonieren Sie noch den Mann, der für Sie ins Wasser gehopst ist." „Hoch der Retter!" riefen einige dazwischen. Der Schupo, etwas verärgert durch die letzten Anrcnipeümgen, drehte sich nach den Rufern um und es schien fast, als wollte er hier „Demonstrationen" verbieten, dann siel ihm wohl wieder ein, um was es sich hier handelte. „Na, gute Erholung!" sagte er zu Franz und legte die Hand grüßend an den Tschako. Franz ging davon. Nicht zu langsame nicht zu schnell, in kluger Vorsicht, während er doch am liebslen losgerannt wäre. Er hörte immer noch die Stimmen auf der Brücke. Sein Schritt wurde leichter. Er lachte. Aber wie als'Antwort auf dieses Lachen erscholl plötzlich eine laute bekannte Stimme, die Stimme des Schupos:„Hoii! Warten Sie noch! Halt!" Den guten Leuten auf der Brücke war nämlich etwas eingeiollen.„Wir hätten für den armen, tapferen Kerl wemgstens sammeln können!" sagte jemand. „Los!" ermunterte ein anderer. Geld flog in den Tschako des Schupos. „Halt! Worten Sic noch! Holt!" schrien einige in die Rich- tung, in der Franz eben davongegangen war. Man hielt ein Taxi an und nchr ihm nach. Erreicht« ihn. Und jetzt beging Franz eine Dummheit. Er rannte wie ein Irrsinniger davon. Eine Viertelstunde lang hatte er den besehe!- denen Retter glänzend gespielt, jetzt benahm er sich plätzlich wie ein Dilettant. Er rannte davon. „Da stimmt etwas nicht!" sagte der Schupo, dem auch vorhin nicht alles ganz klar geworden war. Das Auto lief schneller als Franz. Der Schupo hotte ihn ein.„Warum find Sie denn fort- gelaufen?" fragte er den Keuchenden.„So weit geht Ihre Be- scheidenheit denn doch nicht, wie?" Die anderen Leute, die noch im Aitto saßen, nahmen jetzt energisch für Franz Partei.„Es ist unerhört! Hat der Mann einen Menschen totgeschlagen oder einen'Menschen gerettet?" „Und jetzt hat er bestimmt eine Lungenentzündung weg!" kon- statierte der Herr mit der Brille. „Bitte!" sagte der Schupo, sein Gesicht war jetzt sehr dienstlich, steigen Sie in die Taxe, Herr------ Herr,. .„Kcrr!"bftkl.szte der Lebensretter. ....„Herr Äerr! Sie kommen mit zur Wocbe. Dort können Sic Ähre Kleider trocknen. DoN können wir Ihre Personalien auf- nehmen. Dort können Sie auch für die Rettungsmedaille vorgemerkt werden" „Er hätte schon längst im Bett liegen und eine heiße Zitrone trinken müssen!" meinte der Herr mit der Brille. „Schon längst!" dachte Franz. Dann stieg er, well ihm nichts anderes übrig blieb, in das Auto. „Hollo! Vergessen Sie die Tasche nicht!" bemerkte der Schupo. Sein Gesicht wurde immer dienstlicher. „Schön. Auch das!" dachte Franz und nahm die Tasche auf, die er vorsichtig hatte„vergehen" wollen. „Und das Geld, das wir gesammelt haben?" fragt« jemand, ehe das Auto abfuhr. Run, das Geld war unbestritten Franz' Eigentum. Das nahm man ihm nicht auf der Wache ab. Davon komite er sich später im Gesängniz Tabak, Brötchen und Marmelade kaufen.-. der beste ist," seufzt« mein« Frau.„Hier find drei Bublo macht die Wäsche rein— Bublo macht die Wasch« fein— Wer kann ohne Bublo sein?— Was hälfst du davon?" Ausgezeichnet," stimmte ich zu.„Du brauchst nur noch„Halls- lujah" am Ende hinzuzufügen und hast einen ausgezeichneten Nigger- song. Aber was mir not tut, ist eine neue Variation der Buch- stabcn des Wortes„Schinbler". Ich habe bis jetzt nur 37 zu- jammenbekommen." Doch wir hatten bereits unsere Geisteskräfte erschöpft. Die Suche noch neuen Buchstabenzusainmenstellungen lastet wie ein Alpdruck auf mir. Sobald mein Auge auf gedruckte Buchstaben siel, rütteite ich sie ganz von selbst durcheinander. Ich ertappte mich dabei, daß ich in den Zeitungen Meldungen über Manchina unb Iapuria las. und im Gasthaus bestellte ich so erotische Speisen wie Stcesbeok mit gekratenen Bartoffeln und andere. 2115 es immer schlimmer wurde, schickte mich meine Frau ins Bett und holte den 2lrzt. Der Arzt verschrieb mir vollständige Ruhe und einfache einsilbige Nahrung.„Es ist bloß Ueberanstrcngung durch Teilnahme an diesen Wettbewerben," sagte er.„Sie haben einen geistigen ZRuskrlkrampf. Halten Sie alle Lautsprecher und Zeitungen van sich fern und Sie werden wieder gesund werden!" Ich hielt mich genauestens an die ärztlichen Vorschriften und erholte mich tatsächlich. Aber es war eine ernste Lehre für mich gewesen, und ich hütete mich vor den Radiowcttbewerben. Rur manchmal reißt mich noch mein alter Kampfgeist fort, und ich zähle die Punkte in meinem Kreise zirsammen oder stelle zerschnittene Porträts von Washington oder Hoover zusammen. Manchmal winkt ein Klovier oder ein Stzteiliges Teescroice als Siegespreis. Ich habe bis jetzt noch kein Klavier und auch kein-Meiliges Teeservice gewonnen, aber ich werde stets mit ehrenvollen Erwähnungen in der Gewinnerlist« bedacht. Einmol wurde mir sogar ein dritter Preis zugedacht. Er besteht aus einem herrlich ausgestatteten Diplom— in grünem und schwarzem Druck mit einem purpurroten Siegel— und berechtigt den Inhaber bei Einkauf eines Klaviers zu einem Preisnachlaß von 25 Dollar. Wer Lust hat, kann es in meinem Trophäcnzimmer besichtigen.(Aulorisicrtc llcbcrfctzung von Leo Soricrt.) t rnn MtWng: StRtH&dfMl Mindestens 350 Millionen Moslems fasten zur Zeit. Ob sie in einer Lehmhütte wohnen oder in einem Palast, ob sie in einer Groß- stadt zusammengepfercht leben oder das Himmelszelt als Decke über sich haben, sie halten ihn heilig— den Monat Ranwdan. Sie fasten von der Morgendäinmcrung bis zum Sonnenuntergang. Dos be- rechnet man, z. B. für Deutschland in diesem Jahre von 5 llhr bis ein Viertel nach 16 Uhr. Da der ÄltonlNnonat Ramadan 30 oder 29 Tage hat, jedes Jahr ober elf Tage früher beginnt als dos Sonnenjahr, fällt er im Verlause von 30 Jahren in alle vier Jahres- Zeiten. Wie jedoch kommt es, daß noch heute selbst sehr ausgeklärte 'Moslems innerlich so bereit sind, Mohammeds Gebot mit lebendigem Geist zu erfüllen? Der Grund ist darin zu suchen, daß der Islam nicht nur Religion, sondern auch Staat, Gesetz und Kultur ist.'Als Mohammed aus Erdött wirkte, mar sein Volk nahe daran, an der Blutrache zugrunde zu gehen. Der lägliche Ucbcrsall auf Volksgenossen war zur Selbstverständlichkeit geworden. Wer vor seine fmustür oder in seinen Garten ging, wer geschäftliche Angelegen- Heiken beiorgtc, mußle gewärtig sein, der Blutrache zum Opfer zu sollen. Da trat Mohammed, dieser erdverbundene, stark diesseitig« Mensch, mit den Lehren der Demokratie hervor. Er predigte das Gemeinsthastsgesuhl, er erließ religiöse Gebote, die es fest verankern. Und es ist orundsalsch, Mohammed nur als Religionsstister zu betrachten: denn er war ein Staatsmann. Er schuf, bei bewußter Aus'chaltung des Rolle- und NationalaedänkcNs, allein auf den Islam gegründet, ein Reich, Genau wie das Christentum heidnische Sitten bestehen ließ, ging Mohammed nicht achtlos an den ein- gewurzelten Gebräuchen seines Volkes vorüber. So übernahm er den Monat Ramadan, der bereits in vorislamischer Zeit zum Monat des Burgfriedens bestimmt war. Hieß es doch schon damals:„Wenn Dich einer belästigt, so sage ihm„Ich faste". Und es wurden auch tatsächlich alle Starnmesstreitigkeilen aufgehoben oder verschoben und die besten Gelegenheiten zur Blutrache unbenutzt gelassen. Mohammed aber mußte sein Volk zur Gemeinschaft erziehen, er wußte, es ist gut, wenn der Reiche weiß, wie dem 2lrmcn der Hunger tut, und darum erhob er das Fasten zur religiösen Pflicht. Sic braucht freilich nur dann ausgeübt zu werden, wenn ihre Erfüllung möglich ist. So entbinden Krankheit, Reü« und Schwangerschaft van der Pflicht des Fastens. Ebenso soll der Jugendliche nicht fasten und der Moslem fastet meistens das erstemal in seinem 18. Lebensjahre. Während des Fastenmonais soll man sich aber auch aller bösen Worte enthalten. Ferner ist der Monat Ramadan— bei ihrer eigenwilligen 2luesprache des arabischen Alphabets nennen die Türken ihn Ramasan— der Monat der Wohltätigkeit und der sozialen Fürsorge. Es ist die selbstverständliche Pflicht eines jeden, dafür zu sorgen, daß in seiner Nachbarschaft keiner hungert und Über das Notwendigste hinaus sogar noch etwas Warmes z» essen hat. Bis der allabendliche Kanonenschuß das Ende des Fastens an- kündigt, darf der Moslem weder effen noch trinken noch rauche». Dann aber steht der Tisch gedeckt und die setbsthergestellten Frucht- säfte und Poghurt, Getränke, die sich auch der Arme leisten kann, spielen eine große Rolle. Die Moscheen bleiben bis zum Morgen- dämmern geöffnet und nach dem?lbendbrot kann der einzelne freiwillige Gebete verrichten, die eine ausgezeichnete rhythmische Be- wegung des ganzen Körpers bedeuten und dem ermüdeten Magen die Vcrdauungsarbeit erleichtern. Das wirkliche Leben beginnt im Monat Ramadan erst nachts. Die Kafseehäuscr machen die besten Geschäfte des ganzen Jahres, alle Verkaufsstände sind geöffnet und dos Volk ergötzt sich an den Schattcm'pielen� des Karo Gos (Schwarzes Auge). Die Märchen- und andere Erzähler berichten vom großen Saladin, den Kreuzfahrer» und Molcked Socher, der die Kreuzfahrer schlug. Und was das beste von all' dem Schönen ist, die Kinder dürjen des'Nachts ausbleiben. Die liebevollen aber straffen Fesseln der islamischen Erziehung sind gelockert. In Horden durchziehen die Kinder die Straßen' nnd begeistert von den lebendigen Kricgser- Zählungen aus grauer Vorzeit erproben sie praktisch den eigenen Heldenmut und liefern sich mit Nachbarssöhnen regelrecht« Schlachten. Darum kommen die Iungens sehr oft— die Eltern enthalten sich ja aller bösen Worte— heillos verschrammt und mit Beulen verziert nach Hause im wunderbaren Burgsriedenmonat Ramadan. wo bleiben die Eisberge? Im Rordatlontifchen Ozean gab es im vergangenen Jahre keine Eisberge. Ein Ausbleiben ist für die Schiffahrt natürlich sehr erfreulich, aber nun sind die Raturwissen schattier darüber in Verlegenheit geraten, denn sie haben noch keine Erklärung dafür gesunden. Amerikanische Lynchjustiz. Seit 1889 sind ln den Vereinigten Staaten insgesamt 3693 Neger durch Lynchjustiz ermordet worden: das sind im Durchschnitt 115 Fälle jährlich. In den letzten sechs Iahren ist allerdings die Zahl der Pöbelmorde aui durchschnittlich 16 jährlich zurückgegangen. Weare'Molhrook: 5ßllCl I jf fei tfßilh O llßV Im Restaurant machte mich meine Frau aus einen Mann am Nebentisch aufmerksam.„Sieh mir, ist er nicht der vollkommene Bohemien?" sragte sie mich.„Sicherlich ein Künstler!" Es war ein junger Mann in einer Samtjacke und mit wehen- der Künstlerschleise. Die interessante Blässe seines Gesichts stand in eigenartigem Gegensatz« zu seinem tiefschwarzen langen Haar,„«chau nur, er schreibt etwas nieder," murmelt« mein? Frau.„Er ist be- stimmt«in Dichter." Ich betrachtete erneut den Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit. Er hatte Papier und Bleistift hervorgezogen und schrieb wütend daraus los. Dann hielt er für einen Augenblick inne, fuhr sich mit der Hand Über die Augen und starrte auf die vor ihm stehende Flasche mit Suppenwürze. Schließlich zerknitterte er mit einem unterdrück- ten Aufschrei der Witt das Papier, warf es weg. nahm seine» breit- trempigen Hut und eilte von dann«». Kaum hatte er sich entfernt, als meine Frau dos zerknittert« Blatt Papier vom Boden aufhob und glättete. Es trug folgende Inschrift: L»g— klug— Keule— Unke— Gnu— Leu— Ulf." „Das ergibt keinen Sinn," bemerkte ich.„Das muß Lyrik fein." Aber die 2lugen meiner Frau wanderten suchend durch den Raum und blieben schließlich an der Flasche Suppenwürze haften. »Gluncke!" rief sie triumphierend aus. „Wie?!" Gluncke? Suppenwürze!» Weißt du denn nicht? Sie geben demjenigen einen Preis von 50 000 Dollar, der die meisten Worter aus den Buchstaben in dem?tamen Gluncke bildet!" „Ja, aber worum denn?" „Darüber brauchst du dir nicht den Kops zu zerbrechen. Bemüh« dich lieber, die 50 000 Dollar zu gewinnen!" Dies war. geneigter Leser, der Anfang meines Zusammenbruchs. Auf dem Heimweg brachte ich allerlei seltsame Kehllaute hinter meinem Kragenknopf hervor. Mein Nachtar in der Untergrundbahn setzte sich weg von mir: er argwöhnte, daß ich ein wenig um den Verstand gekommen sei. Aber ich versuchte bloß, ein neues Wort zu erfinden, das zur Mehrung des Ruhmes der Suppenwürze Gluncke? beitragen sollte. Indem wir die einzelnen Buchstaben aus kleine Stückchen Papier schrieben und dies« tüchtig durcheinanderschüttelien, gelang es uns, ein Dutzend wortähnlichcr Variationen über das Thema Gluncke zu schaffen. Die meisten schienen mir der Babysprache entnommen zu sein; aber meine Frau behauptete, daß sie mittelhochdevtsäien Ur- sprungs seien. Bald aber wandten wir uns anderen Zielen zu. Die Aufregung des großen Schindler-Schuhpasta-Wettbewerbs ließ uns Glunckes Suppenwürze vergessen. Wir vernahmen die Einzelheiten aus uiiscrcin Lautsprecher, aus dem sie zwischen zwei Bruchstücken aus Tristan und Isolde" hervorsickerten. Demjenigen, der die größte Zahl von Wörtern, gebildet aus den Buchstaben des Namens Schindler, einjeildcn würde, winkle ein Siegespreis in Gestalt einer Gratisrcije nach Bayreuth. Natürlich würde man den Sieger nicht mit roher Gewalt zwingen, nach Bayreuth zu fahren: wenn er es vorzöge, könnte er auch zu Haufe bleiben und sich aus seinen Lar- beeren ausruhen. Aber in jedem Falle würde der Name des Siegerz an allen Straßenecken plakatiert werden als„derjenige, der die meisten Wörter aus dein Ziamcn Schindler herausgeholt hat". Es war«ine Herausforderung. Meine Frau und ich mochten uns sofort an die Arbeit und bemühten uns wochenlang im Schweiße unseres Angesichts. Fast zu jeder beliebigen Tages- und Nacht- stunde konnte man uns murmeln hären:„Schi'd— Rind— Hilde— Reich— Linde— Schrei— Reis..." Unsere Wohnung war mit Papierstückchen mit geheimnisvollen Inschriften übersät. Noch vor sünszehn Jahren wäre,» wir als deutsche Spione verhaftet worden. Um ein wenig Abwechslung in die Eintönigkeit unseres Doseins zu bringen, arbeitete meine Frau an einem Merkspruch für Bubblo- Seifenstocken(mir nicht mehr als dreißig Buchstaben). Er inter- essierte mich nicht besonders, da der Preis bloß in einer elektrischen Waschmaschine bestand.„Ich weih wirklich nicht, welcher Spruch Nr 43• 49. Iahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 27. Januar 1932 Lügen gegen Wohllatirtsämler. mono: Alles wird heruntergerissen.- Hetze um jeden Preis. Schon wiederholt Hot der„Vorwärts"' auf die schwere Arbeit hingewiesen, die in dieser Zeit des Eleitbs und der Not unter räum- licher und materieller Beengung von den Wohlfahrtsämtern geleistet werden muß. Die kommunistische Presse nimmt fast täglich Gelegenheit, durch Schilderung von Einzelfällen die Wohlsahrts- empfänger gegen die„herzlose" Bürokratie aufzuhetzen, Agitations- ftoffe für die Warteräume zu liefern und unbeherrschten Menschen für Ausfälle und Tätlichkeiten das Stichwort zu liefern. Geht man den„Fällen" auf den Grund, so zeigt sich sehr oft, daß die kommunistischen Redaktionen, gelinde gesagt, falschen Informationen zum Opfer gefallen sind. So berichtete ein kommunistisches Abendblatt kürzlich über„Das Martyrium einer alten Frau". Eine 81jährige Greisin, fast gelähmt und auf einem Auge erblindet, kann das Bett nicht mehr oerlassen. Zu ihrer Beaufsichtigung sei eine Pflegerin bestellt, die aber nur eine Stunde am Tage nach dem Rechten sehen kann. Der Mann der Greifin habe vor wenigen Wochen einen Tobsuchtsanfall erlitten und befinde sich jetzt in cherzberge. An Unterstützung zahle das Wohlfahrtsamt der Frau nur 12, 50 M. im Monat, und einen Liter Mittagessen erhalte sie täglich aus der Stadtküche. Wie sieht nun dieser„skandalöse Fall sogenannter sozialer Wohlfahrto-Armen- pflege" wirklich aus? Vor der Unterbringung des Mannes in der Irrenanstalt haben die beiden alten Leutchen 70 M. laufende Unterstützung erhalten. Der Mann war Trinker und hat seine Frau von der Außenwelt abgeschlosien. Immer wiederkehrende Tob- suchtsansälle zwangen, den Mann in eine Irrenanstalt zu bringen. Die den Haushalt verunreinigenden acht Katzen wurden der Frau genommen. Die Wohnung war vollständig oerdreckt. Ein Ver- wandter besorgte den neuen Anstrich der Wohnung, und das Wohl- sahrtsamt liesertc der Frau neue Bettwäsche und sonstige notwendige Bekleidungsgegenstände. Eine Pflegerin, die täglich zwei Stunden ihren Dienst versah, wurde für die alte Frau bestellt. Der Vorsteher der Wohlfahrtskommission, der sich ganz besonders um diesen Fall bekümmerte, besucht die alte Frau häufig und unterstützt sie ihrem Bedarf entsprechend. Da die Frau infolge ihres Zustandes wirt- schaftsunfähig ist, erhält sie nur Teilbeträge. Außerdem wird die Miete von der Wohlfahrtskommission gezahlt. Da die Pflegerin das Mittagessen besorgt und das Geld für den täglichen Dedarf durch den Wohlfahrtskommissionsvorfteher in ausreichendem Maße gezahlt wird, ist die Behauptung, daß die Frau mit 12,50 M. ihren Lebensunterhalt bestreiten muß, unwahr. Die Unterbringung in ein städtisches Heim, in dem fi« infolge ihres krankhaften Körperzuftandes und auch ihres Alters am besten aufgehoben wäre, lehnt die Frau ob. Die gleiche Zeitung brachte die Schilderung eines Unterstlltzungs- falles, wonach durch das Bezirksamt Friedrichshain einem Wohl- fahrtsempfänger so bitteres Unrecht zugefügt worden fein soll,„daß man wohl bald über kurz oder lang wahrscheinlich lesen kann, daß sich dank der liebevollen Behandlung. die Familie, Vater, Mutter und drei kleine Kinder, das Leben genommen haben" Das Blatt behauptet, daß der schwerkranke arbeitslose Georg Krüger, der während einer kommunistischen Demonstration von Schutzpolizisten niedergeschlagen und mißhandelt worden sei, mit Erfolg eine Schadenersatzklage gegen die Polizei angestrengt habe, aus der vor- erst an K. 1000 M. zu zahlen seien. Das Bezirksamt Friedrichshain sei nicht müßig gewesen und habe nun dem Arbeitslosen die 1000 M., .2ie ihm nach vielen Leiden. Krankheit und Mißhandlung, Hunger und Elend der Familie zugesprochen sind", beschlagnahmen lassen. Das Bezirksamt hätte außerdem dem K. die Unterstützung gesperrt, ein Hausverbot gegen ihn erlassen und sogar veranlaßt, daß die Kinder aus der Spielschul« in der Friedenstraße ausgeschlossen worden seien. Die Wahrheit sieht auch hier anders aus! Es wurde festgestellt, daß K. seit Iahren das Wohlfahrtsamt in Anspruch nimmt. So hat er bis zur Herabsetzung der Unterstützungs- sätze ISO M., im Oktober und November noch 136 M. laufende Unterstützung erhalten. Außerdem hat das Wohlfahrtsamt für K. die volle Wohnungsmiete im Betrage von rund 60 M. pro Monat gezahlt. Daneben hat K. Sonderzuweisungen an Lebensmitteln, Bekleidung, Reparaturen und dergleichen mehr in sehr reichem Maße erhalten. Selbst das Hortgeld sür seine Kinder hat das Wohlsahrtsamt getragen. Nun hat..... K. Anfang Dezember vom Polizeipräsidium 1000 TN. ausgezahlt erhallen. Mit dieser Summe ist K. also durchaus in der Lage, sich über Wasser zu halten und für einige Zeit die Wohlfahrt nicht in Anspruch zu nehmen. Eine Beschlagnahme des Geldes ist nicht erfolgt. K. glaubt ober wohl, auf die bisher bezogenen Unterstützungen mittlerweile einen wohl- erworbenen Anspruch zu haben und fordert vergnügt weiter. Das Wohlfahrtsamt hat, was wohl jeder einsichtige Arbeiter ver- stehen wird, Herrn K. die Unterstützung bis auf weiteres g e- sperrt. Es mußte auch gegen K. das Hausverbot aussprechen, da er die Absertigung der stundenlang wartenden Unterstützungs- empfänger durch krankhafte Anfälle stört. Seiner Frau war es durchaus gestattet, Unterstützungen abzuheben und auch Anträge zu zortallMdie Sindenlcnsdialt Berlin Arn Freitag, dem 29. Januar, 20 Uhr, Im Plenarsaal des Staatsrates (ehemaliges Herrenhaus), Leipziger Siralse Oeffenllidie Sfadeirien-Kunitteliiiitf Kampf um den Staat Redner: Peter Grabmann. Berlin— Wilhelm Sollmann. Köln Eintritt 20 Pfennig Saalöffnung 191z Uhr stellen. Nicht minder mußte die Westerzahlung der Hortgelder ein- gestellt werden. Es war ihm unbenommen, von den vereinnahmten 1000 M. die Kosten für den Aufenthalt seiner Kinder im Hort der Auferstehungsgemeinde weiter zu zahlen. Die Hetze gegen die Wohlfahrtsarbeit, die Verbreitung von Lügen und Verleumdungen erfolgt einzig zu dem Zweck, die Stempelstellen und die Warteräume der Wohlfahrtsämter zu dauernden Unruhe- Herden zu machen. Irgendwelche Mißstände zu beheben, die sich in einer so aufgeregten Zeit und bei der Fülle der Arbeit überall einmal einstellen können, daran liegt gar nichts. Verzweifelte Menschen zur Wahnsinnstat treiben, ist das Ziel! Bänsch will geflüstert haben. Kostet trotzdem 50 Mark Strafe. Zu einem gerichtlichen Nachspiel vor dem Amtsgericht in A l t- M o a b i t führte das Verhalten des kommunistischen Stadt- verordneten B ä n s ch anläßlich einer Bezirksversammlung im Bezirk Friedrichshain. Im September v. I. beschäftigte sich die Bezirksversammlung mit der Bedarfsübersicht für das Jahr 1932. Die Ausführungen des sozialdemokratischen Fraktionsredners, Stadt- verordneten K l i n g l e r, gingen den Kommunisten so auf die Nerven, daß sich ihr Fraktionsvorsitzender, Stadtverordneter Bänsch, dazu hinreißen ließ, den Genossen Klingler„Betrüger" zu schimpfen. Vom Vorsitzenden, Bürgermeister Genasien M i e l i tz. wurde Bänsch mehrfach zur Ordnung gerufen und schließlich aus dem Saal gewiesen. Da Bänsch der Aufforderung nicht solgte, wurde die Sitzung geschlossen. Wegen dieses Hausfriedensbruches er- hielt Bänsch. ein Strafmandat in Höhe von 25 Mark, das rechts- kräftig geworden ist. Ilm den fortwährenden gemeinen Bc- schimpfungen der sozialdemokratischen Bezirksversammlungsmitglieder durch die Kommunisten endlich einmal Einhalt zu gebieten, stellte auch der Genosse Klinglcr Strafantrag. Bänsch erhielt einen Strasbefehl, gegen den er Berufung einlegte. In der Gerichtsverhandlung suchte sich Bänsch jetzt damit herauszureden, daß Stadtverordneter Klingler die kommunistischen Anträge als Voltsbetrug gekennzeichnet habe und daß er in Erwiderung darauf nur„so vor sich hin" gesogt habe:„Sie sind ein Volksbetrüger." Da er das sehr leise gesagt habe, so hätte es der Vorsitzende gar nicht hören können. Die Gc- nosien Mielitz und Klingler bestätigten aber, daß die Beleidigung viel präziser gefallen sei, was wiederum die kommunistischen Zeugen bestritten. Das Gericht nahm zugunsten Bänsch zwar an, daß er Klingler als Volksbetrüger bezeichnet habe. Aber auch das sei eine Beschimpfung. Strafmildernd sei nur anzusehen, daß die Bezirks- Versammlung nicht öffentlich tage. Aus diesem Grunde wurde eine Strafe von 50 Mark als angemessen angesehen. Dieser Vor» fall dürfte für die kommunistische Fraktion insowest eine ernste Lehre sein, als sie in Zukunft nicht mehr ungestraft jeden Sozialdemokraten mit den gemeinsten ehrenrührigen Vorwürfen bedenken dürfen. Sprechchor für prolelarifche Feierstunden: Donnerstag, den 28. Januar, 20 Uhr, im Gesangssaal der Sophicnschul«, Weinmcistcr- strahe 16/17: Uebungsstund«. Wio Joib stellt fta aon Mg IhÖ furein��arelietiodi K&ute j ederrtRauAfey ei�ciiurmgUcheV ibl'-ÄntcDort S�J�e����ajvü&karutheuh. wxhtj&dermifyeb&i. GHCneckx sind nxchb tneL, ahereme, 3/6/��gareü�kanrL rwJttäU& Qual£iahanspruch& irfuUen. ~ Ux&r(sb fetnTprobWn, zix losen., das Allß- anaehir, Ötchtmdcnicb. �eil(nonab&ntxmuKen steh, unsere �achleixtfe, unssenschajHtch, exaJtl�Qrundl�ere$den er etmcnBungcn für Ittel» jlnbctt flnO •« 1 1 1 n SS«8 i2inbcmtra%f} Parteina chrichien für Groß-Berlin stet» an da» Beztrt-sekretartal i. Hos. 2 Zr-vv-u«cht», zv richte» Erweiterter Bezirkevorstand? Sitzung d«s erweiterte» Bezirksvorstandes am Freitag, dem 2 3. Januar, 1 3 M> Uhr. im Sitzungssaal. Lindenstr. 3, 2. Hof. 2 Treppe». * Beginn aller Veranstaltungen lOVs Uhr, sofern keine besondere Jeitaugabel Z. iteei». Donnerstag, ZS. Januar, 16 Uhr, an bekannter Stell« Zusammen. lunft der erwerbslosen Mitglieder. Bortrag der Genossin Käthe Kern: ..Bllrgerliche unb proletarische Revolutionen", 4. jtrei». Freie Schulgemeiudc: Donnerstag, 28. Januar, in der Schule Dan- ziger Str. 28. Generalversammlung. Bericht, Zleuwahl, Schulallgelegen- Helten. 7.«reis. Der Jugcndweih» findet am Sonntag, 13. März(nicht am 20. März, wie urspriinglich angenommen), 11 Uhr, in der Aula der Filrstin-Bismaril. Schule, Svbelstr. 2-4, statt. Der l-b-nskundir..........~ kinder findet jeden Dienstag vc Spr«estrasii 30, und jeden Donnerotag.. Jugendheim, ebenfalls Spreestrage 30, durch Lehrer A. Zettl statt. Auf. nahmegebllhr 60 Pf. 1«. Kreis. Der Kursus Dr. Manchen fällt heute, Mittwoch, 27. Januar, aus. Nächster Kursusabend Mittwoch, 3. Februar, in der Zinnow. Waldschule. 2«. Kreis. Freitag, 20. Januar, 20 Uhr, bei Heese, Reinickendorf. Best, Berliner Straß« 73, Sitzung des Bildungsausschusses. 7. Abt. Freitag, 2«. Januar, in der„Reuen Ressource", Gartenstr. 6. Mit. 14. »liederverfammlung. Bericht, Neuwahl. Das Mitgliedsbuch ist vorzuz Donnerstag, 28. Januar, 2V Uhr, Mitgliederversammlung im Swine» mllnder Eesellschaftohaus, Swinemilnder Str. 42. Bericht, Neuwahl. 1». Abt. Freitag, 29. Januar, in der Schule Eotenburger Straße, Mitglieder- Versammlung Bericht und Neuwabl. 2». Abt. Die Mitgliederversammlung findet am Mittwoch, 3. Februar, 20 Uhr, bei Dabbert, Schulstr. K, statt. 58. Abt. Wegen der heutigen Sportpalast. Kundgebung findet unsere Mit- ?liedirversammlung am Donnerstag, 28. Januar, in der Hochschulbrauerei Gelber Saals statt. Bericht und Neuwahl. 24». Abt. Donnerstag, 28. Januar, Funftionärsitzung bei Kühler, Greifswaldcr Straße. 34. Abt. Achtung, Pezirtsfllhrer! Donnerstag, 28. Januar, ab 16 Uhr, Material von Reifch, Cadiner Str. 1V, abHalen. 38. Abt. Freitag. 29. Januar, 20 Uhr, im Jugendheim ssranlfurter Alle« 307, gusammenlunft der jüngeren Parteimitglieder.„Sozialdemokratie unb Anßenvolitik", Reserent Bottlieb Reese, 41. Abt. Donnerstag, 28. Januar, 20 Uhr, im„Friesenschlößchen", Friesen- straße. Generalversammlung. Bericht und Neuwahl. 4«., 47. und 48. Abt. Freitag, 29. Januar, im großen Saal des Gewerkschafts. Hanse», Lichtbildervortrag und Kunstabend, veranstaltet von der 17. Gruppe de» Deutschen Freidenlerverbande». Eintrittspreis 20 Pf. Erwerbslose frei. A4. Abt. Donnerstag, 28. Januar, Jahrespersammlung im Jugendheim Rastneniir. 4 Bericht, Neuwahl. 92. Abt. Heut«, Mittwoch. 27. Januar, 13 Uhr, Tresfvuukt der jüngeren Parteimitglieder zur Sportpalast-Kundgibung Karl- Marx. Schule, Kaiser- 9S».�llbt. DcnnKsiag. 28. Januar. 20 Uhr. in der Halle am Hufeisen, 5. In. formationsabend für die Funktionäre. Politische Zeitungsschau. 198. Abt. Dennerat�n. 28. Januar, 20 Uhr, bei Schenk, Hackenbergstr. 10. wich. tig« ffunittonärsttzung. 112. Abt. Rabnsdors. Die Funktionärsitzung siniet nrcht heute, sondern Freitag, 29. Januar, bei Lobibki, statt. Bernau bei Berlin. Freitag. 29 Januar, 20 Uhr, Gene-.alvers-mmlung im Restaurant„Bellevue". Neuwahl des Lorstandes und Wahl der Delegierten zum Unterbczirkstag. vis Fahnen- u. Bannerträger für d.e Spo ipa ast- Kund;ebji g am 27 Januar mürben spätestens 19- Uhr im Sportpalast sein. Die Aufstellung der Fahnen muß bis i9Ji Uhr beendet sein. Der Bezirksvortiand. 5 rauenveraustaltungen. 47. Abt. Heute. Mittwoch, 27. Januar, Kranzuiederleauna für Luise Zieh um ..—._.- xichs,elde. Treffpunkt 10 Uhr Schlesisch' il Uhr in Friedrichsfelde. Treffpunkt 10 Uhr Beteiligung wird erwünscht. -er Bahlchof. Rege eingang. C» ist Ehrenpflicht jeder Genossin, daran teilzunehmen. Teltow. Frauenabend am Donnerstag, 28. Januar, 20 Uhr,„Weißer Schwan". Handarbeiten mitbringen. Bezirksausschutz für Arbeiterwohlfahrt. 13.«reis Tempechof. Freitag, 29. Januar, 20 Uhr, Sitzungszimmer, Dorf. straß« 42. Jahresbericht, anschließend Nenwahlen. Referat des Genossen Tolksdorf. Erscheinen aller Senossentinnen) Ist Pslicht. 17. Ärei» Lichtenberg. Freitag, 29. Januar, 19 Uhr, Rathaus Lichtenberg, Müllendorfstr. 6, Zimmer 28, Fortsetzung des Kursus„Das allgemeine Recht". Arbeiksgemeiaschaft der Sinderfreunde Grotz-Berlin. Tiergarten, Eharlottenburg und Siemen- stadt: Der Kursus wird des Seminars wegen aus Donnerstag, 4. Februar, verlegt. Frievrichshaiu: Heute, 18 Uhr Bolkstanzabend Litauer Str. 18. Morgen, 19% Uhr, Kreishelferkursus Tilsiter Str. 4— 3. Sonntag, „ den 31. Januar, 14 Uhr, Filmveranstaltung in der Sternwarte in W Treptow. Es läuft der Film„Tabu". Kcsteu 29 Pf. Die Abteiiun- KM gen treffen sich 12 Uhr an ihren Trcffplätzen.— Abt. Margaret« Beugels! Sonntag, 31. Januar, AbteUungsfahrt nach Bernau. Treffen 7sh Uhr vor dem Heim. Kosten 60 Pf. Ende gegen 19 Uhr. Kreutberg: Die Handzettel für den Elternabend können abgeholt werden. Neutälla: Bewegungegpmnastil für Rest, und Iungfalken heute ab 17 Uhr In der Turnhalle Schul« Donaustraße. Gterbetafel der Groß«Berliner Partei«Organisation 8. Abt. Unser Deuosse Gustav Hänisch. a-rooeo starben. Ehre seinem Andenlen! Beerdigung Mittwoch, 27. auf dem Luther-Kirchhof in Lankwitz. Dennewitzstr. 19, ist per- mar, 18 Uhr, jW Sozialistische ArbeiterWendGroß-Verlin Einsendungen für dies» Rubrik nur an da» Jugends-krelariat Berlin SW 63. Lindenstraße 2. vorn l Treppe rechts. Wir beteiligen aas Heule geschlossen au»er Kundgebung der Partei i« Sportpalast. Alle anderen Beranstältungen falle» aus. rtnmatfch mitbringen.._ Trefspuakt hinter dem Rednerpult. Fahnen zum Fahllea. «ir fingen»ls'SAJ.. darum muß jeder erscheiaea. ~'" Gegen SAS..Kitgl>oisbuch Eiutritt frei. Tresfptlnkte zur Kundgebung: RaSosten I: 17% Uhr D-nziger Eck- Greifswalder Straße.— Sübeu: 13% Uhr„Rote Ecke".— Kottbusser Tor: 1313 Uhr Kottbusser Tor.— Tempel» Hof: 18 Uhr Dorfstraße.— Neukölln 18' und IX: 13% Uhr Bahnhof Hermann. straß«.— Reulöll» X: 18% Uhr Karstadt-Ecke. * Für da»«estümsest ia der Bolksbühne am 30. Januar und für da, Kabarett- Matinee am 14. Februar sind noch einige Karten im Sekretariat zu haben. Oer neue Tarif der Gasbein'ebsgefellschast. Die Gasbetriebsgesellschaft, als LetriebsMrerin der Deutschen Gasgesellschaft, berechnet den monatlichen Gasver- brauch nach einem Zonentarif, bei dem der Preis mir stet- gendem Verbrauch fällt. Für die einzelnen Stufen dieses Tarises wurden bisher auf den Grundpreis von 13 Pf. je Kubitmeler von der zweiten Swse ab Rabatte gewahrt, die von stufe zu Stufe um je 2 Proz. anstiegen. Die oon der Deutschen Gasgesellschaft unter Billigung des Reichskommissars für Preisüberwachung Dr. Eoer- deler jetzt eingeführte Preissenkung wird dadurch bewirkt, daß es für die erste Stufe, für die bislang kein Rabatt gewährt wurde, ein Rabatt von 12 Proz. entsprechend einem Gaspreis oo» 16.7 Pf. je Kubikmeter und für die folgenden Stufen erhöhte Rabatt- fätze eingeführt werden. Die nach dieser Tarif senkung sich ergebenden Gaspreise weichen oon den Preisen, welche die Städtischen Gaswerke Berlin für gleich« Lerbrauchsmengen neuerdings berechnen, nur um ein geringes ab. Es ist dabei zu berückstchtigen, daß die Deutsche Gasgesellschofi, obgleich 75 Proz. ihres Aktienkapitals im Besitze der öffentlichen ftanb sind, wegen ihrer Gesellschaftsform vom Steuerfiskus als privates Unternehmen behandelt und im Gegensatz zu den kommu- nalen Werken neben den erhöhten Umsatzsteuern mit allen übrigen Steuern belastet wind. Das macht«inen Mehraufwand an Steuern oon nahezu 1i4 Pf. je Kubikmeter aus. Sin Film vom Wäschewaschen. „Don Liebe und Soldatenspiel allein kann man nicht leben" sagen die P e r s i l w e r k e,„jetzt soll auch einmal aus der Film- jeinewand die praktische Hausfrau zu Worte kommen". Die Firma zeigte im Ufa-Palast am Zoo ihren Tonfilm„W ä jch e— Waschen— Wohlergehen" und die Filmdomen der oer- schiedenen Jahrgänge hatten sich im Nu in schlichte, arbeitsame Haus- frauen verwandelt: sie stehen am Waschtrog und am Spülbottich im Heim, oder als Krankenschwester im schneeigen Kittel: oon ihrer Tüchtigkeit und Erfahrenheit in Dingen der Wäschebehandlung kriegt auch der Gatte eine Lektion ab. vor allem soll er die Tischwäsche schonen und auch mit seiner Leibwäsche nicht allzu rauh verfahren. Die Demonstratwn eines Arbeitstages in den Persil- werken gibt ein Bild eines modernen Großbetriebes mit all seinen Annehmlichkeiten durch technischen Fortschritt, verbesserte Hygiene und praktische Arbeitseinteilung. Man zeigt auch, wie früher, wo es die praktischen Waschmittel noch nicht gab, die arm« Wäsche massakriert wurde durch übermäßiges Reiben, unbarm- herziges Wringen und durch den Zusatz verschiedener Mittel, die einen frühen Zerfall der Gewebe im Gefolg« hatten. Heute hat die große Wäsche viel von ihrem Schrecken verloren, und so sah man auch auf der Filmleinewand statt erhitzter, erschöpfter und oer- ärgerter Frauengesichter froh und frisch dreinblickende WäH'erumen. Es wurde gezeigt, daß sie mit verhältnismäßig wenig Mühe eine blitzsaubere, oon oller strengen Behandlung oerschonte Wäsche herstellen. Beksnnimsekung. Für den Gasverbrauch, der von der laufenden Standairfnabme im Januar 1932 ab stattfindet, und der durch gewöhnliche Gasmesser festgestellt wird, werden auf unseren Grundpreis von 19 Rpf. bis auf weiteres nachstehende Rabatte gewährt; Vom jewjiligen M matsverbrauch. d. i. der Verbraucb von der laufenden Standaufnahme des einen Monats bis zu derjenigen des nächsten Monats, kosten das 1. bis 50. Kubikmeter je 19 Rpf.— 12 Proz- Rabatt=l6,7 Rpf- 5t... 100. 101... 400. 401.„ 1000. 1001.„ 2000. 2001.„ 4000. 4011.„ 8000. 8001.„ 16 00. 16001. und die folgenden = 16,15 = 15,2 = 14,44 = 13,68 = 12,92 - 2,16 -11.4 = 10,64 Der Preis für das zur Raumheizung mittels Qasheizöfen verwendete Gas beträft je cbm 10 Rpf. Die monatliche Münzgasmessermiete wird vom I.Februar ab für(ien."-flamm igen Münzga messer auf 0,20 RM. herabgesetzt. Die sonstigen Bestimmungen unserer Bekanntmachungen vom 10. 10. 1924 und 21. 11. 19i9 bleiben bestehen. Berlin, den 27. Januar 1932. CiasbetriebssessElschaft, Akt.-Ges. Vonubtthne Puater im BDImnlati 8 Uhi oerßeiancene mit llliert BassennanD ) tf&ats Theater Mittwodi, den 27. Janaar Staatsoper unter cen Linden 191/1 Uhr Die Zauberflöte Winter ■Garten. 8.15 Obr Flora 3434 Rmdien erlaubt 20 Zigeunerinnen sp'elen, „Zemganno'e" fliegende leuchtende Menschen am Lufttr�-pez im dunklen Raum und weitere Varietö-Neuheiten mstropoMtiMier Täsilleh 8% Uh' Ein Lied der Liebe Bich. Tanbcr Anni Ahlers forrtrbnfDBiiitifMto Theater desWestens rielich»>-. Uhi Karl Jttken in Der Vogelbandler frei-e von SO PI. an — Kleinas m.-n Truppe 1931. Tagl. S'.'i Uhr Ois mausefBKe ckreiierspt.— JM. Senat nactua. 4 U- balbe Preise. Theater dm Nallendorfplat] Uszli: H/. Uhr Qltta filpap ;n Die Dabarry •«reise v. o.sö M an mjsmt ttHtLSdaaBUllwu datamnnirti 20 Uhr Schiller-Theater Jiulottnliiiri. 20 Uhr Die göttliche Jette Die homooie *Vi Uhr• Dsr Uätt'aut mit dem Raiten »oa Wilhelm von Stolz i/esie Hanv Deppe RuriQrstenoamm- Ttieater I 1 448- 8% Uhi 4ntricht-Pro4ulct!oii Mahagonny von Brecht u Weil gipugung� Restaurant Berlins vu uhr CASINO-THEA TER Uh. Lothringer Sfrafte 37. tiiiiiniMiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiimiiiiieinniiiiii Nur noch bis 29 Januar Was man ans Liehe tut und die Operette„Uos SebeLrags-Sagper' Sonnabend, den 30. Januar zum I.Male men van beute •Gutschein 1-4 Personen; PaiKett 50 Pt. rauieuii l.— Mark. Sessel 1.5U Mark. Steltner Sänger im Reichshallen- Theater USnhoff platz 8 übr. Sonntags 3«- Dir zu or- J9 mäBigten Preison. flasoraaPngraBn mitiBnrlosln ��„So'u Beinfall!» PreUe«bdebanlt AEEHSHH««»-»»SSlSADAp. & Zum 70.(Bebnrfsfag mifctm K lieben Parteigenossen S » RudoBf Mu ler| herzliche Elückwstusche y B Beilin-Tempelhos, 27 Zanuar 1983® ■| Oer I Bcilik der BS. itusilang£ 1 1 u.O.ISUhr |Seniit»g(t,5 I.I9U. 1 0 �Toni ai'8 Wien| TSglich vV* Uh'1 Morgen gehts uns gut! Grete If. etielni Mi.» Hnnsrn Orciester Di, es 5 ei» Stadl. Oper Chariotienbure ckismarckstraße 34 Mittwoch. 27 lanuar Turnus II änfan» 19JO h- Don Giovanni nae geg. 22.48 Uhr I GR. SCHAUSPIELHAUS ramieh 8 Uhr i�MOWElR Alna d Oio t| -■ l" n-«miHtr annpl-Haw BoldetM-H■ DeQtsdiesIiiEaln 8 Uhr TIMON von Ferd Bruckner Kegle HeinzMilpen Doffmanns Erzählungen giTEINHARuT IHjZt.vIckUHG 1 Sonntag nachmittag? Uhr billige Preise der Plätze GroBes Bockbiertest aaU Bo-lenraitrenneii » Kapelle»» Barr. Bedtcaaag Besinn 7 rhr Donnerstags Gr.SctiweineschlaclitBn Ii--— � Berliner Ullt-frlO Neukülln. Ubaati 7V76J Landaer Str. 5. Kissin- '» genplatz,>»/,— ö>/, Zim. Ofenheizung. Vorzugsbedingungen. Moubrilin"»«nbof s, iv»— 31/, fllbdl\Ul>Ut Zimmer, Ofenheizung. I/anleilnr!««iedrldiitrafie IS. nflUlMlUll, direkt am Bahnhof, ,3-iVt Zimmer. Ofenheizung tfitnonifb Mahlidoiter S r.«7, l\U(lt: sllln, Hauswart Baesler ,p— 4 Zim., Ofenheizg Schöne Lage am Waidrand. Qünst Fahrverbind CfonlifT Laurnburger Straße 17, dlcUHUt Z>/, Zimmer, O enheizg. LliSitßrleiiie.z�z,e:Ä.h7g ReinidtßinlorlWßsf.Ä'1: Silage 7, l'/j- 3'/» Zim., Ofenheizg. Erforderlich Eintritt zur Baugenossenschaft. Auskunft auch du ch Zenuaie. E Z Kapfcrgrabcn 080 0 und 0880. Berliner Baugenossenschaft O 27. uirckienstiaße 5. Der gute Kapitän- Kaulabak äÄ C. Röcker, Berlin Ufflieniiergei siiaäe 22. KOolas. 3881 3i!D'silierMllailiiiti!r-lli!M Oonnerstaa San 28. Fannor. nachlu 6 Uhr in StoalS» Dataina Sana. Slalihct Liratza 120 Brandien'Ters etnmlunü der firaveare und Ziseleure Tageeordnung: X Boilzoq de, Kollegen Kraaki Da- Krümoerlyltem— Das muß iebet wissen, b-oor er atbettslo» wttv? 2 Dtslu ston. � 3. Branchenangelepenheitsn. Ohne Mitgliedsbuch I e t n Zutritt. Da» Erscheinen aller Kollegen ist Pflichr Oi« O.tsvcrwei tinJ. Am 23 Januar verschied infolge eines Bauunfalles nach futjem schweren Kamp in voller Rüstigkeit der Maurerpolier Fritz Rölke Die tlefDetrougn HinierttiiBDenen. Di» Beerdigung findet am Donners» tag. dem 28. Jrnuar. nm 8 Uhr. von der Halle de» Ait-Gchänederger Fried- hoses, Hauptfir 47. au» statt. Am 24 Januar, abend» 8 Uhr. ent» schlier uach einem Schlageusall mein ieber Mann, unier guter Bat r, Schwieger» und Großvater, Bruder und Onkel Berthold Kittelmann im 79 Lebensjahre Berlin NO IL. Lichtenberger Str. 14 Im Namen de Hutterbirebenen mrlSUSB KlttelDaBI geh Angel nebst Kindern Einäscherung 2g Januar, l3>/. Uhr. im Krcmaiorfum Baumschulenweg vliMl-k MMMM Vcrwaltung&slcllc Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Alreher Rsr! Keßler gestorben ist. Di« Einäscherung findet am Mitt. woch. dem z7. Januar. 15 Ia Uhr, im Krematorium Baumschulemveg, Sies. yolzstraße, statt. Am 23 Januar starb unser Kol- lege, der Schtofler Otto keim geb. 27. September iS63. Die Sinäscheiung findet amDonner». tag. dem ,8. Januar, 19»/, Uht. im Kremaiorium Baumichulenweg stall. Ehre ihrem Anbeuleu. Rege Beteiligung erwartet Dir 0rt»rer»aItnng. Für die mir erwiesenen Aufmerk. samfeiten und Beileidsbezeugungen am Grade meine, lieben Mannetz Paul Dehmel >ag« ich allen Kollegen. Kameraden und Freunden meinen ausrichtigsten Dank Zm Namen der Hinterbliebenen Maro Dehmel Berlin-Lichtenberg, M. rgareteni'tr. 29. i ueraaiiie\ KieidungsstacKs. u/ssche usw. Leihhaus Lowick! verkauft zu uu- glaublich billlgea Preisen wenig ge- tragen« sowie neue Herrengarderobe, Herren- u. Dawea- pelze. 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