BERLIN Zreitag. 29. Januar 1932 A 1 I J 10 Pf. Nr. 48 B 24 49. Lahrgang ErscheinttSalich außer Sonntags. Zugleich Adentuuigade te«.Borwäetj'. Bczuggvreit für deite iluegaden 7S Pf. vre Wcche, 3,2� M. vra Munal (tgron b7 Pf. munallich für Zustellung inj Hau«) im surau« jallibar. B o st b e i u g Z.g? M. einschließlich SV>vs. Vustgeitung«- und 72 Pf. Vustbestellgediidreii. „\£fu>aS& »-getgeirrei«, Die einspalllge MiÄmelergeile ZV Pf. Reklameielle 2.— M Ermäßiguuge» nach Tarif. Bostschelkkoutu: !Lur»ärit-Lcrlag G. m.b.H.. Beiliu Rr. Z7S3S.- Der Verlag behält sich da« Necht der Ablehnung nicht genedmer Anzeige» vor Redatttu» nnd erpedittoni Berlin TTlZSS, Lindenstr. 3 Fernsprecherl Doichoff(AT) 292—297. Kahenellenbogen vor Gericht Oer Krach des Konzerngründers Die japanische Gchapei brennt— Amerika d Schanghai. ÄS. Januar. Die Bombenangriffe der japanischen Flugjcuge auf Schapei können jetzt um 13.55 Uhr Ortszeit(gegen 7 Uhr MVI.) deutlich von dem Dach eines Wolkenkratzers im Fremdenviertel aus beobachtet werden. Das Bom- bardement dauert bereits sechs Stunden. In Schapei selbst wiitet ein ungeheurer Brand, der wegen der ob- Walteaden Umstände anscheinend nicht bekämpft werden kann. Kurz nach 4 Uhr morgens brach in der Chinesenstadt Schapei Feuer aus. Die Flamme« griffe« schnell um sich. Bon de» Dacher» der internationale» Niederlassung aus konnte in der Dunkelheit deutlich beobachtet werden, wie in der 5 Kilometer entfernten Chinesenstadt ein Haus nach dem anderen in Flammen aufging. Das Knattern der Gewehr» nnd Maschiueugewehrschiisse, das dumpfe Krachen der fallende» Bomben und das Summen der Flngzeugmotoren erfüllen die Luft. Eine der von japanischen Fliegern abgeworfene« Bomben fiel in eine Straße der ausländischen Kon- zesfionszone. Sie richtete beträchtlichen Schaden an. der- letzt wurde jedoch niemand. Das Stationsgebäude der Nordschanghaibahn im Kouzessionsgebiet brennt. Die Zahl der in Schapei verletzten Chinesen wird auf zweitausend geschätzt. Die Japaner behaupten. 1 0 Tote und zahlreiche Verwundete zu haben. Die Straßenschlacht. Um 23.10 Uhr Ortszeit wurden japanische Seesoldaten gelandet, die chinesische Soldaten und Polizeibeamte unter Feuer nahmen, und durch die internationale Niederlassung in den chinesischen Stadtteil Schapei eindrangen. Chinesische Schützen feuerten von den Suchern und aus Hinterhalten aus die Japaner; auch Maschinengewehre, die versteckt in Häusern aufgestellt waren, eröffneten das Feuer auf die Eindringlinge. Obwohl die Japaner die Telephondrähte durchschnitten, waren die chinesischen Truppen gut über die jeweilige Stellung der Japaner unterrichtet. Der Widerstand der Chinesen verstärkte sich zosehends. Am Zreitag, um Z Uhr morgens örtlicher Zeit, standen die Japaner mit den Chinesen überall in heftigem Kampf. Erst als um 4.40 Uhr japanische Zlugzeuge Bomben abwarfen, gelang es de« Japanern, in den Stadtteil Schapei einzudringen, verirrte Kugeln sielen in die internationale Niederlassung. Brandstiftung oht— Völkerbund angerufen Bald darauf erhielten die japanischen Truppen Verstärkung, die den Stadtteil H o n g k i u besetzten. Japanische Automobile durchfuhren die internationale Niederlassung und warnten die Be- völterung vor Flugzeugangrifsen. In der internationalen Nieder- lassung haben die Japaner Lazarett« eingerichtet, Krankenwagen, dazwischen Lasttrastwagen mit chinesischen Gefangenen fahren hin und hcn Zahlreiche chinesische Nichtkämpfcr fliehen in die inter- nationale Niederlassung. Die Chinesen erhalten angeblich Der- stärlungen aus Futschau und Nanking. Die chinesische Garnison von 10 000 Mann soll aus 30 000 Mann verstärkt worden sein. Die internationale Wehrmacht im Konzessionsgebiet ist rund 10 000 Mann stark. Nie Aktion der Dereinigten Staaten. N e w N o r k. SS. Januar.(Eigenbericht.) . Tie Oeffentlichkeit und die Presse sind über die Bor- gänge um Schanghai außerordentlich erregt. Die Bundes- regiernng beorderte die auf den Philippinen stationierten Kriegsschiff«»ach Schanghai. Die Verhandlungen zwischen Washington und London gehen weiter, doch fühlt mau. daß England zu einer gemeinsamen Aktion wenig bereit ist. Es wird eine Aendernng in der ameri- kauischen Flottenpolitik und im Flottenbau bis zur Höchstgreuze des Loudouer Vertrages halbamtlich ange- deutet. Tie Besetzung Schanghais wird in amtlichen Kreisen als ein Teil der weit ausgedehnten japanischen Militäraktion sowie als Versuch aufgefaßt, die chinesische Kriegserklärung zu erzwingen. Ehinatruppen dürfen nicht ins Konzessionsgebiet. Schanghai über New Dort(Associated Preß). Zwischen englischen und chinesischen Truppen sollen Zu- sammenstöße vorgekommen sein Chinesischen Soldaten soll es ge- lungen fein, in die internationale Konzcssion einzudringen; sie konnten jedoch von den Engländern wieder oertrieben werden. Oer Völkerbund soll eingreifen. Gcuf, 29. Januar. Der Vertreter Chinas im Völkerbundsrat, Botschafter Dr. D e n. hat durch Generalsekretär Drummond beim Natspräsidenten den Antrag gestellt, daß der Rat sich sofort auf Grund des Artikels IS mit dem chinesisch-japanischen Konflikt befasse. Zur Begründung erklärte Botschafter Den, daß das bisherige Verfahren des Rates auf Grund des Artikels 11 zu keinem Erfolg geführt habe. Vor der 3. Strafkammer des Landgerichts l begann heute morgen der sensationelle Prozeß der Schult» heiß-Patzenhofer A.-G. Die Veröffentlichung der skandalösen Verluste des Konzerns nnd der Unregel- Mäßigkeiten, die zu diesen Verlusten geführt hatte«, hat seinerzeit ungeheures Aufsehen erregt. Der Hauptangeklagte ist der ehemalige Generaldirektor des Konsortiums der Schultheiß-Patzenhofer A.-G., Ludwig Katzen- cllenbogen. Er wird aus der Haft vorgeführt und bleibt zu- nächst hinter der Anklagebarriere sitzen. Seine Mitangeklagten, Dr. Walter Sobernheim, Erich P c n z l i n, Ernst K u l m a y und Neichspräfidenisnwahl 13. März? Demnächst: Festsetzung des Termins durch den Deichstag. wir hallen schon vor einiger-Zeit gemeldet, daß bei deu Be- Hörden ab Sauatag. dem 29. Zebruar, mit der Möglichteil einer Belchepräsideatenwahl gerechnet wird. Neuerdings verlautet, daß der lZ. März als Wahltag in Aucsichl genommen fei. wahr- scheinlich wird der Reichelag nicht erst am 23. Zebruar. sondern schon früher zu einer ganz kurzeu Tagung zusammenlrelc«. um den Termin festzusetzen. Rudolf Funke sitzen zwischen ihren Verteidigern vor der Barriere. Ez sind ihrer im ganzen zehn, darunter die Rechtsanwälte Alsberg. DIx. Asch. Stemmler. Justizrat Katz usw. Als Sochver- ständige sind' von der Statsainoaltschast geladen Prof. Prion und der Bücherrevisor Donath, von der Verteidigung der frühere Rektor der Handelshochschule Pros. L e i t n« r und Bankier Berg- man n. Den Vorsitz der aus vier Wochen berechneten Der- Handlungen führt Landgerichtsdirektor B e t h g e. Die Anklage wird durch den Oberstaatsanwalt Dr. Sturm und den Staatsanwaltschafts- rat Dr. Grünebcrg vertreten. Der kleine Schwurgertchtssaal reicht kaum aus, uin sämtliche Gerichtsberichterstattcr und die interessierten Zuhörer zu fassen. Vor Vereidigung der Schössen bittet RA. Dr. Stemmler, an sie die Frag« zu richten, ob einer von ihnen Aktionär der hier in Frage kommenden Gesellschaft ist und, falls dies der Fall sein sollte, sie Mitglieder eines der Schutzoerbänd« sind, die sich zur Ver- teidigung der Regrehforderung on die Gesellschaften gebildet haben. Die Schöffen verneinen die Frage. Der Cröfsnungsbeschluß lautet gegen sämtliche Aogeschuldigleu auf Bilanzverschleierung, gegen kahenellenbogen und Penzlin außerdem aus Prospektvergehen und schließlich gegen Katzen- cllenbogen noch auf handelsrechtliche Untreue. Auf Wunsch der Verteidiger darf auch Katzenellenbogen vor der An- klogebank Platz nehmen, damit er in die Akten Einblick nehmen kann. Vors.: Wollen Sie sich zur Beschuldigung äußern? Katzcncllenbogen: Ich fühle mich nicht schuldig. V o rs: Wollen Sie sich im Zusammenhang äußern. Die Frage ist natürlich leichter zu stellen als zu beantworten. Erzählen Sie Ihren Werdegang, wie Sie in der Branche großgeworden sind usw. K a tz e n e l l e n b ö g e n: Ich bin in Krotoschin geboren und bade, ohne mein Abitur abgelegt zu haben, das Gymnasium ver- lassen. Dann trat ich in das Geschäft meines Vaters ein. wurde bald Prokurist und Inhaber der Spiritusfirma. Im Jahre 1903 verlegte die Firma ihren Sitz nach Berlin, auch mein Vater ging mit. Im Alter von 26 Jahren ubernahm ich selbständig das Ge- schäft. Mehrere Spiritussirmen vereinigten sich zur O st e l b i s ch« n S p r i t w e r k e A.-G. mit einem Ilapital von 4 Millionen Mark, es war im wesentlichen eine Familiengründung� Sämtliche Sprirfabriken vereinigten sich bald darauf zur Spirituszen- t r a l e und ich wurde Mitglied des Aufsichtsrats und später stell- vertretender Vorsitzender. Die Sprit, enlrale ist jetzt in das Reichsbrannlweinmonopol übergegangen. Es wurde anfangs eine Interessengemeinschaft zwischen der Vreslauer Spritfabrik A.-G. und der Ostelbischen Spritwerte A.-G. gegründet. Die Breslauer Spritfabrik arbeitete anfangs ohne weitere Ausdehnung, später ging sie eine Interesiengemeinschast mit der Kahlbaum A.-G. ein. Die Breslauer Spritfabrik A.-G. dehnte sich aber hinterher au?, sie nahm Jnteresie an der Vreslauer Brauerei Haas«, das Interesse erweiterte sich auf nach sechs Brauereien. jks kam zur Fusion mit dechNorddeutschen Spritwerken. es folgte die Angliederung der H e f e w c r k e, es kam hinzu das Interesse für die Zement- und Glasindustrie. Vors.: Mit welchem Kapital arbeitete der Konzern? Katzenellenbogen: Mit etwa 8 bis 10 Millionen Mark. Ausgangspunkt der Beteiligung an der Schultheiß-Brauerei war die Beteiligung des Konzerns an der(iaase-Branerei in Breslau. Es bestand bereits eine persönliche Verbindung, da der stellvertretende Vorsitzende des Aussichtsrats von Schultheiß-Patzenhofer, Landau, Mitglied des Aufstchtsrats der Haase-Brauerej war. Landau ist der Stiesvater des Dr. Sobernheim. Dieser besah ein Paket Breslauer Aktien. Ich machte mit Dr. Sobernheim eine gemein- schaftliche Reise nach Breslau zum Zwecke der lokalen Abgrenzungen der Absatzgebiete der Brauerei. Es kam aber dabei zur Bersländigung zwischen der Schullheiß-Patzenhoser-Brauerei und dem Breslauer Sahlbanm-Sonzern. Die Verhandlungen führten zur Bildung einer Interessengemein- schaft. Als Ergebnis der Verhandlungen wurden zwei Verträge ge- schlössen, der eine zwischen K a h l b a u m und den Ost werken — so nannte sich jetzt der Breslauer Konzern— einerseits und zwischen diesen beiden und Schulcheiß andererseits. Der Vertrag galt auf 16 Jahre. Aeußerlich sollte bloß eine Interessen- gemeinschaft vorliegen, dem Inhalt nach sollte aber der Vertrag eine Fusion darstellen. Es war vorauszusehen, daß bei der bloßen Interesiengemeinschast sich Gegensätze geltend machen wür- den. Gegen eine sofortige Fusion war in der Hauptsache v. Sobern- heim. Ich befand mich im Vorstand der O st w e r k e und wurde auch Aufsichtsrat bei Schultheiß, es wurde auch sonst ein Austausch von Aufsichtsratsmitgliedern vorgenommen. Gleichzeitig nahmen wir Interesse an der Mitteldeutschen Kreditbank und an der Com- merz- und Privatbank, deren stellvertretender Vorsitzender ich wurde. Vors.: Und wie kam es zur Fusion? Katzenellenbogen: Die Fusion der Ostwerk« mit Schult- heiß bedeutete keine materielle Umänderung. Gewisse Gegensätze persönlicher Natur unter den Beamten bei der Gesellschaft machten aus organisatorischen Gründen eine Fusion notwendig. Da die Ostwerke die verschiedensten Interessen vereinte— in der Hauptsache war es Glas, Zement, Hese, so waren selbswerständ- lich für jedes einzeln« Gebiet sachverständtge Direktoren erforderlich. Es genügt, zu sagen, daß die Hefewert« 50 Proz. des gesamten deutschen Absatzes lieferten, die Zementwerke 32 Proz. des gesamten Zementabsatzes. Ich konnte selbstverständlich nur eine gewisse gut- achtliche Tätigkeit auf Grund des Vertrages der einzelnen Direktoren ausüben. Auch sonst war meine Tätigkeit äußerst manmgfach. Bei einem so großen Konzern tauchten jeden Tag wichtige Fragen auf. Helldorf in Nürnberg verhafiei. Llnd schon heute zur Verhandlung vorgeführt. Der Berliner SA.-Auhrer Helldorf wurde gestern nachmittag auf der Reise von Berlin nach München in Nürnberg fest. genommen und noch in der Nacht nach Berlin zurückgebracht, wo er dem Untersuchungsgefängnis zugeführt wurde. Er wurde heute morgen im Kursülstendamm-Prozeh aus der hast vor- geführt. Die Verhandlung nahm dann ohne weitere» mit der Vernehmung einiger Polizcibeamter ihren Aorlgang. Im Lauf,! des Vormittags stellte RA. Dr. Tack den Antrag Auf H a f t e n t l a s s u n g des Graf Helldorf. Ihn, den Verteidiger, berühre es persönlich nicht, was in der Presse, im Justizministerium und im Landtag über den Prozeß gesprochen werde. Er könne sich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß der Vorsitzends des Prozesses in einer Weise angegriffen würde, daß man sich diese Angriffe ohne groß« innere Stärke nicht entziehen könne. Die Angriffe gegen Landgerichtsdirektor Ohne- sorge und die Kleine Anfrage im Landtag sei das Empörendste, was man sich denken könne. Sollte Landgerichts- direktor Ohnesorge das gesagt haben, was ihm dort zugeschrieben wird, so unterschreibe er es Wort für Wort. Die Aufrechtcrhalwng des Haftbefehls sei aus juristischen Gründen unhaltbar. Bei Redaktionsschluß lag die Entscheidung des Gerichts noch nicht vor. „Ausstieg mit Hindenburg"— von Hitlerleute« niedergebrüllt, Hägen. 29. Januar. Der frühere preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschosf sprach gestern hier in einer öffentlichen Versammlung der Staats- portei üb«r„Aufstieg mit Hindenburg oder Untergang mit Hitler". Zu der Bersammlirng hatten sich zahlreiche national- sozialistisch« Parteianhänger eingefunden, die den Saal be- setzt hielten, während vi«l« hundert Personen keinen Einlaß fanden. Die Versammlung oerlief sehr stürmisch, so daß sich der Redner kaum Gehör verschafien konnte und auch ein« Aussprach« unmöglich war. Unter dem Gesang eines nationalsozialistischen Aampjliedes ging die Versammlung aueeinander. Dr. Höpker-Aschoff führte aus, mit der ernsten Mahnung Dr. Brünings an das deutsche Volt, in all seinem Handeln der deutschen Außenpolitik ein Primat zuzuerkennen, könne man die Haltung Hitler» und Hugen bergs nicht in Einklang bringen. Dem Rationalismus könne man den Vorwurf nicht ersparen, daß durch ihn die Zerreißung und die Gefahr des Bürgerkrieges in das deutsche Volk hineingetragen worden fc>._ Die Zustände in Klaggestan. Polizei und SA-Leute schlagen auf Passanten ein. Braunschweig, 29. Januar.(Eigenbericht.) Von den am Donnerstag in Braunschweig verhafteten 34 Per- sonen werden sieben dem Richter vorgeführt Die Vernehmungen haben ergeben, daß der Polizeioberleutnant Albrecht beim Abmarsch der 29 909 vom Friedhos mit seinem Säbel in die Menge gehauen hat und daß er selbst mehrere Per« sonen oerletzte. Die Menge wurde gegen eine Bahn- schranke gedrückt und tonnte einfach nicht weiter flüchten. wenn sie mcht am Bahnübergang Helmstedter Straße unter die Räder eines herannahenden Zuges kommen wollte. Die Polizei- beamten hatten vom Polizeipräsidium ausdrücklich Anweisung er- halten, möglichst scharf vorzugchen. Klagge« hält bekanntlich nach seinen eigenen Worten„tlassenkämpferische Organisalionen" für be- sonders gefährlich. In der folgenden Nacht wurden wieder mehrer« Schaufenster- scheiben m mittleren Geschäften eingeschlagen. Die Tumulte in den Hauptstraßen hätten sich zweifellos auch nicht ereignet, wenn die Polizei den Abmarsch der Masten nicht gestört hätte In Wolfen» b ü t t e l verließen S A.- L e u t e am Donnerstag ihre Kasernen, um das Publikum auf den Straßen zum Weiter» gehen aufzufordern. Sie schlugen auf Pastanten, die dieser Auf- forderung nicht schnellstens nachkamen, dermaßen ein, daß sie sich von Aerzten verbinden lassen mußten. ptozeß um die„Gefesselie Lustig." Eine TendenMeldung. Am Sonnabend wird vor dem Kammerzericht als Berufung?- instanz die Unterlastungsklage des Landtagsabgeordneten Kutt» ner gegen Berfaster und den Verleger der Tendenzschrift„Gefestelte Justiz" verhandelt. Die erste Instanz hatte den Beklagten Moritz und seinen Berleger Lehmann in München in allen acht strittigen Punkten verurteilt, da den Beklagten in keinem einzigen Punkt der Wahrheitsbeweis gelungen war. Zu der Berufungsverhandlung verbreitet jetzt eine Korrespondenz — offenbar von interessierter Seite inspiriert— die Behauptung, daß die Beklagten für olle ihre Behauptungen neuerdings den Wahrheitsbeweis angeboten hätten, daß aber in einem Punkte der Wahrheitsbeweis zur Zell nicht geführt werden könne, weit den betreffenden beamteten Zeugen die volle Aussagegenehmigung nicht erteilt worden sei. Diese Darstellung ist völlig irreführend: die beamteten Zeugen hatten und haben die Aussagegenehmigung im vollen Um- fange der Moritzschen Behauptungen, sie haben aller- dings zu diesen nichts Positives bekunden können, was diese Behauptungen erwiesen hätte. Für die zweite Instanz haben die Bellagt-n neue wesentliche Beweise nicht angeboten, sondern ledig- lich in einem endlosen Schriftsatz politische Ausführungen gemacht mit dem Ansinnen an das Gericht, daß es die Sache politisch beurteilen solle. Der Kläger hat sich demgegenüber aus den Stand- punkt gestellt, daß das Gericht nur nach rechtlichen Gesichts- punkt-n zu urteilen habe, und daß es vor allen Dingen nicht die unbewiesenen und verzerrten Behauptungen dieser tendenziösen po- litischen Hetze als Tatsachen unterstellen dürfe. Die große Londoner Kundgebung. Für die völlige Abrüstung. London, 29. Januar.(Eigenbericht.) Mit großer Energie führt die Labour Party die Abrüstungs- kampagne. der Ihr Führer Arthur Henderson als Vor- sitzender der Genfer Welttonfrenz zum Siege verhelfen soll. Großer Enthusiasmus erfüllt« die Riesenkundgebung der Labour Party und] der freien Gewerkschaften. Präsident Lansbury sagte, er könne kein Vertrauen in die Aufrichtigkeit von Staaten haben, die an einem j Kind vom Leoparden zerfleischt Furchibarer Vorfall in der Kaiserallee In der Wohnung des Schauspielers Hugo von O t h e» g r a v e u in der Kaiser-Alle 38 wurde heute mittag das zwei Jahre alte Kind des Kaufmanns Scharries von einem Leoparden angefallen und zerfleischt. Das Kind starb an Verblutung. Das Raubtier, das sich L. zu Filmzwecken hielt, hatte sich von der Kette losge» rissen und sich in Gegenwart der Mutter auf das Kind gestürzt, ohne daß es der verzweifelten Frau gelang, das lileine ans den Pranken des Leoparden zu retten. Bergrutsche in Norwegen. Drontheim von Wassermassen bedroht. Droathetm, 29. Januar. Das ungewöhnlich milde Wetter und der anhaltende Regen haben große Bergrutsche verursacht. Die Landstraßen stehen unter Wasser, die Eisenbahnlinien sind an den Bergrutschstellen versperrt. Die Flüsse steigen und die Häuser vieler Ortschaften sind gefährdet. An einer Stelle ist ein Dammbruch erfolgt. Mehrere Kraftwerke haben den Betrieb einstellen müssen. Tausende von Kubikmetern Erde und 5999 bis 6999 Kubikmeter Holz in Baumstämmen wurden von den Wassermassen mit fortgeristen. Das Wasser steht teil- weise bereits über den Dämmen: man hofft, daß die Dämme halten werden, da sonst eine furchtbareKatastrophe eintreten dürfte. Im Stjörk-Tal, wo der Fluß unter normale» Ber- hältnissen 150 Meter breit ist, weist er heute eine Breite von IM Kilometern auf. Naubüberfall in Pfandleihe. Täter erbeutet 7000 Mark und entkommt mit der Kaste. Auf die Frau des Pfandleihers Franz Z i p p e r l i n g aus der Pück.lerstrahe 51 wurde heute früh ein seltsamer Raubüber- fall verübt. Ein Rlann erschien gegen 9 Uhr in der Psaudleihe und bat gegen Vorzeigung eines Pfandscheines um die Rückgabe eines Ringes. Als Frau Z. den Geldschrank aufschloß, um nach dem Ring zu suchen, stieß der vermeintliche Kunde die Frau beiseite und raubte außer einigen Ringen eine Brieftasche, l» der sich 7000 Mark bares Geld befanden. Sonderbarerweise hat von dem Uebersoll im Hause niemand etwas gemerkt. Die Ueberfallene gab bei ihrer Vernehmung an, daß sie durch den plötzlichen Ueberfall so erschreckt war, daß sie kein Wort herausbringen konnte. Nicht einmal eine ungefähre Personalbeschreibung des Täters konnte Frau Z. geben. Nach den bisherigen Ermittlungen hat sich der Ueberfall folgendermaßen ab- gespielt. Der Pfandleiher verließ schon in den lrühen Morgen- stunden seine Wohnung, um geschäftliche Angelegenheiten zu er- ledigen. Kurz vor 9 Uhr begab sich auch die Tochter des Pfand- leiherehepaares mit dem Hund auf die Straße Nach der Schilde- rung der Uebersallenen hatte die Tochter die Wohnung kaum oer- lassen, als ein Mann erschien, der um Rückgabe eines Pfandstückes bat. Das Geschäft wird gewöhnlich erst um 19 Uhr geöffnet, da der Kunde es aber offenbar sehr eilig hatte, ließ ihn Frau Z. in den Geschäftsraum, schloß den Geldschrank auf und wollte den Ring aus den Pfandstücken heraussuchen. Kaum hatte Frau Z. dem ver- meintliche» Kunden den Rücken gewandt, als dieser über die Barriere hinwegsetzte, die völlig Ueberraschte mit brutaler Gewalt in eine Ecke stieß, in den Geldschrank griff und die Brieftasche mit den 7999 Mark und mehrere goldene Brillantringe raubte. Mit der Beute verschwand der Täter und war, ehe sich Frau Z. von ihren: Schrecken erholt hatte, über alle Berg«. Beamte des Raubdezernats erschienen bald darauf am Tatort und nahmen den Tatbestand auf, tonnten aber keine Spur von dem Räuber entdecken, der mit der Oertlichkeit auffallend gut ver- traut gewesen sein muß._ Einbruch im Konsum. Kampf mit Geldschrankknackern.— Zwci Einbrecher gefaßt. Einen heftigen Kampf mit Geldschrank-Einbrecher» hatten in der vergangenen Nacht die Polizeibeamten in Kinigswnster- Hausen zu bestehen. Eine Einbrecherbande war in die im Erdgeschoß gelegenen Räume der Konsumgenossenschaft tu der Dilhelmstraße eingedrungen und versuchte hier den Tresor zu öffnen. Die Be- wohner des Hauses hörten verdächtige Geräusche und benachrichtig- t«n leise den Landjägermeister Schwark. Mit seinen Beamten um- stellte er das Haus und es gelang ihm, die Einbrecher auf frischer Tat zu erwischen. Nach einem heftigen Nahkampf wurden zwei Männer festgenommen. Auf der Polizei wurden fi« als der 37 Jahre alte Tischler Gustav Paulke und der 29 Jahre alte Maschmenschloster Otto K o p s ch, beide aus Berlin, festgestellt. Sie hatten«inen dritten Mann als Aufpaster auf die Straße gestellt. der aber in der Dunkethest entkam. Schon am 16. November vergangenen Jahres war in d-c Konsumgenossenschaft«in Einbruch ausgeführt worden. Damals hatten die Täter außer Bargeld auch noch eine erheb- liche Menge Lebensmittel fortgeschleppt. Die Fest- genommen sind der Berliner Kriminalpolizei ebenfalls bekannt Lt-Boot-Mannschast verloren. Englische Admiralität gibt Nr. 2 auf. London, 29. Januar. Die Admiralität erklärt, es sei jetzt keine Hoff- unug mehr, die in de« gesunteue» Unterseeboot hl 2 eingeschlossene Mannschaft lebend zn bergen. Das verschollene U-Boot ist noch immer nicht gefunden. Das Suchen aller ousgesandten Schiffe und Hebesahrzeuge ist ohne jedes Ergebnis geblieben. Gneifenau II. Hitler vergleicht sich in dem Briefe an Lrümng mit Saeisenau. „Immer hübsch bescheiden, mein lieber Herr Hitler. Mit dem großen Maul»st man noch lange kein Gne.senau." Tage Antikriegsverträge unterzeichnen, am anderen aber B o r b«- reitungen für den Krieg treffen. Die Nichteinhaltung der im Bersailler Bertrag festgelegten Abrüstungsverpslichtung der Wiierten fei der übelste Verrat, der in der Geschichte oorxe- kommen sei. MU besonderem Beifall wurden die Ausführungen der aus- ländischen Gäst« aufgenommen. Die Zuhörer erhoben sich von ihren Sitzen. Iouhaux-Paris wies auf die Schrecken des chemischen Krieges der Zukunft hin.— Auf Antrag Lansburys wurde das Gedächtnis der Opfer von„M. II" durch Schweigen geehrt. verboten. Der braun- ....„. am Donnerstag die Braunsckweigifche Landeszeitung" für die Dauer von einer Woche. von Freitag, den 29. Januar, bis einschließlich Donnerstag, den 4. Februar 1932, verboten. Auf der Lügenleiter. Die KpO. steigt nach. In einer öffentlichen kommunistischen Versammlung in Berlin- Blankenburg behauptete dieser Tage ein kommunistischer Redner Kansi, die Sozialdemokratie sei mtt dem Kapilalisnuis derart versippt, daß die Automobilfirma Horch dem sozialdemokratischen Reichstagspräsidenten L ö b e einen K-Zylinder-Wagen geschenkt habe. Genosse Löbe teilt uns dazu folgendes mtt: „Es ist seibswerftändlich-in- alberneVerleumdung. daß mir die Firma Horch oder irpendein anderer Mensch einen Z-Zylinder-Wagen oder auch nur die Schraube eine- Automobils geschenkt hat. Wer das behauptet, opfe und ist ein �Lügner. der hat die Schraub« im Vor etlichen Jahren erhielt ich von der Firma die Bitte, ihr zu bestätigen, daß der D i e n st w a g« n d e s R e i ch s t a g e s, der dem Deutschen Reiche gehört, gut funktioniert. Sie erbat dtese Auskunft, weil immer mehr amerikanische Automobile auf den deutschen Markt kommen. und deutsche Arbeiter arbeite- los mach abgebt» mand 3U0-------— �—.>- schenk für diese wahrheitsgemäße Mitteilung anzubieten. Bei Menschen, die so etwas behaupten, kann man nur aus ihre eigene moralisch« Gesinnung schtießen." Wir können uns dem Urteil des Genossen Löbe nur anschließen. Die Kommunisten bemühen sich nicht ohne Erfolg, die Hitlermonnen auf der Lügenletter einzuholen. Sie sind wirklich nicht mehr weit von ihrem Vordermann entfernl. Ins Waffer gefallen. Sine verratene kommunistische Aktion. Stuttgart. 28. Januar.(Eigenbericht) Die Kommunistische Partei von Groß-Stuttgart hatte sür Don- nerstagabend ihre Anhänger zu großen Stragendemonstrationsn aufgefordert, die mit einem Zug nach dem Dahnhof endigen sollten. Di« Polizei, die von den Vorberettungen dazu gehört hatte, drang in das Parteibüro der Kommunisten ein und»ahm sämtliche dort Anwesenden in Schutz ha st. Unter den 25 Verhafteten befinden sich auch die Abgeordneten Schnett und B u ch m a n n sowie der Arzt Dr. Friedrich Wolfs Der Orga- nisator der kommunistischen Kampftruppe. ein ehemaliger Reichs- wehrseldwebel namens Bändel, konnte kurz darauf auch noch oer haftet werden. Die mehrfach in den Straßen unter- nommenen Versuche, Züge zu formieren, konnten von der Polizei oerhindert werden, die dabei auch noch 14 Verhaftungen vornahm. Ludendorsf beschlagnahmt. Die Nummer 4 von„Ludendorffs Volkswarte" wurde durch Beschlußjder Münchener Polizetdirettion wegen Gefährdung der öffenllichen Sicherheit und Ordnung beschlog- nahmt und eingezogen. Anlaß zur Beschlagnahm« gaben der Ar- tikel„Der Jude Paulus und die Frau" sowie das in der Beilage „Vorm Volksgericht' erschienene Bild„Aus zum Kreuzzug! Die Pfaffen vor die Front!" ii Riede bürg...... W...... Ostfront" bis einschließlich 21 d. M. abgekürzt. Der Verlag brachte inzwischen sein Bedauern über die erfolgt« Be- schimpfung der Polizei zum Ausdruck und ließ in der ersten wieder erschienenen Ausgab« einG Erklärung oerösfenllichen. Stlareks und die Hellseherin. „Hammel" und„Schimmel" deuten auf die Stadtbank. In der Vormittagssitzung des Sklarek-Prozesses standen in der Hauptsache die Zuwendungen an die Stadtbank» direktoren zur Verhandlung. Vorher kamen jedoch die Be- Ziehungen der Gebrüder Stlarek zu der Hellseherin Frau S e i d l e r zur Sprache. Aus Befragen erklärte Willi Sklarek. daß lediglich Max Sklarek in ständiger Verbindung mit Frau Seidler gestanden habe und fast täglich bei ihr gewesen sei. Max habe ihr jede Kleinigkeit aus dem geschäftlichen und privaten Leben Erzählt. Aus ihn. Willi Sklarek, sei sie schlecht zu sprechen gewesen. Leo Sklarek ergänzte diese Aussogen und betonte, die enge Freundschaft zwischen Max Sklarek und dieser Frau werde ja schon dadurch dokumentiert, Sdirftten zur Eisernen Front Friedr. Wendel: Ein neues Weltwunder Oer Aiederfinower Gchiffsfahrstuhl vor der Vollendung iilni Mm»«Ii (Der beabsichtigte Krieg gegen Frankreich, Rußland und die Randstaaten) Soeben ersddeoeo Preis 15 Pf. daß sie nach der Verhaftung von Max sofort MX) Mark für desien Verteidigung zur Verfügung gestellt habe. Sie sei über alles in« formiert gewesen. Der Borsitzende wies dann darauf hin, daß Frau Seidler bei einer Vernehmung erklärt habe, Leo Sklarek habe chr gegenüber Befürchtungen, geäußert, daß die MnQeießonfjint mit der Stadkbauk schief gehen könne und sie als Betrüger ins Zuchthaus geschickt würden. Leo wie auch Willi Sklarek bestritten, jemals derartige 2lusführungen gemacht zu haben und meinten, die Zeugin sei unglaubwürdig. Auf Befragen durch den Vorsitzenden erklärte Leo Sklarek dann noch, er Hab« sie auch hin und wieder aufgesucht und auch Blumen mit- genommen. Einmal habe er chr«inen Rosenstrauß geschickt, an dem ein Kuvert mit 100 Mark befestigt war. Vors.: Dieses Kuvert will doch aber Frau Scidler im Ofen mit dem Inhalt verbrannt haben. Leo Sklarek(unter allgemeiner Heiterkeit): Glauben Sie das, Herr Vorsitzender? Vors.: Zwei Tage vor der Verhaftung sollen Sie Frau Seidler angerufen und gesagt haben, jetzt sei es Zeit, etwus beiseite zu bringen.— Leo Sklarek bestritt das ganz entschieden. Der Angeklagte Buchhalter Lehmann erklärte zu den Beziehungen von Max Sklarek zu Frau Seidler, daß er jeden Sonnabend 200 Mark an Sie geschickt und täglich mit chr telephoniert habe. Bei diesen Gesprächen sei immer die Tür geschlosien worden, aber einmal habe er doch hören können, daß die Nomen„Schimmel" und„Hammel" gefallen seien, was also darauf hindeute, daß Frau Seidler über die Affäre mit der Stadtbank orientiert gewesen sei. Oer liiauische Giaatsstreichplan. Entrechtung des Memellandes Stemel. 29. Januar. Die litauischen Rationalisten stellen zwar alle Gewaltpläne in Älbrede, aber der"litauische Gouverneur Merkys hat in Äowno als seine M i n d e st sorderung den Rücktritt des Landtagspräsidenten Böttcher verlangt» was praktisch dem Rücktritt der gesamten Memelregierung gleichkäme. Aus Kowno wird gemeldet, daß Mer- kys gleich nach seiner Rückkehr das Direktorium zum Rücktritt auf- gefordert habe mit dem Hinweis, daß der Landespräsident Böttcher nicht mehr das Vertrauen der Zentralregierung bzw. der chres Vertreters genieße. Der Memellandtag hat aber der Landesregie- rung erst vor wenigen Tagen im Zusammenhang mit den litauischen Angriffen das Vertrauen ausgesprochen. Böttcher hat erklärt, daß er und da« Direktorium auf keinen Fall zurücktreten, höchstens der Gewalt weichen würde. Nach einem Rücktritt der Landesregierung hätte der Gouverneur die Möglichkeit, einen Litauer als Landesprästdenten zu� ernennen, der eine rein litauische Landesregierung bilden könnte. Dem Landtag bleibt dann zwar die Möglichkeit, dieser Regierung bas Mißtrauen auszusprechen, doch hat es der Gouverneur auf Grund des Memelstatuts in der Hand, dann den Landtag im Ein- oernehmen mit der Landesregierung auszulösen, woraus die Autonomie hinfällig wäre. Die Forderung des Gouverneurs will also einen Staatsstreich auf Umwegen. Wr'ßer Fleck yphus verboten. Die altbekannt« Zettung„Memeler Dampfboot" enthält in ihrer neuesten Nummer einen Leitartikel über die Vorgänge im Landtag— ober nur der erste Absatz handelt davon. Die ganze übrige Spalte ist mit Ratschlägen für den Haushalt gefüllt. Warum wohl? Sehr einsach! Alles war von der Zensur gestrichen, da jedoch weiße Flecke als aufreizend nicht erscheinen dürfen, muß der so freigemachte Raum eben mit irgendwelchem gerade vorrätigen Satzmaterial gefüllt werden. Damit äfft die litauische Zwangsherrschaft nur die deutsche Kriegszensur nach. Oer Oauerkonfliki mit Polen. Gens, 29. Januar. Dem Bölkerbundsrat lag ein Rechtsgutachten des Haager Ge- richtshofs vor. wonach Lttauen im Gegensatz zu den polnischen Forderungen nicht als verpflichtet anzusehen sei. de» Eisenbahn- verkehr mit Polen aus der Linie Landwarowo— Kaisiadorys wieder» aufzunehmen. Der litauische Außenminister Z a u n i u» erklärt« außerordentlich scharf, daß das Fehlen jeglicher Bezie- Hungen zwischen Polen und Litauen das Zeichen des Protestes gegen die gewaltsame Besetzung des Wilna gebiets sei. Alle Ver- suche des Rate«, normale Beziehungen zwischen Polen und Litauen herzustellen, seien ohne eine Neuregelung der Wllnasrage aussuhts- los. Litauen lehne es daher auch ab, den Eisenbahnverkehr mit Polen wieder auszunehmen. Der polnische Außenminister Z a l e s k i erwiderte kurz und ironisch, er lehn« e« grundsätzlich ab, sich mit dem Vertreter Zttauen» in eine politische Aussprache«inzulasien Der Bölkerbundsrat nahm ohne weitere Aussprache Kenntnis von dem Gutachten. Wer die Oderniederung bei Eberswalde in der Mark Branden- bürg durchwandert, sieht schon von weitem ein riesiges Gerüst aus der Ebene herauswachsen. Seine wirr durcheinander oerlaufenden Eisenträger machen aus den Beschauer den Eindruck e-nes Hoch- Hauses, das sich in dieser einsamen, nördlich van Berlin gelegenen Gegend im Bau besiirdet. Doch was soll hier weitab vom pulsenden Leben der Großsladl dieser Wolkenkratzer? Was der Wanderer erblickt, ist das seiner Vollendung ent- gegengehende größte Schiffshebewerk der Welt. Auch heute, im Zeitalter der Technik, wo die Menschhett ununterbrochen durch neue Erfindungen und gigantische Projekte überrascht wird, wo viele technische Wunderwerke als etwas Selbstverständliches hin- genommen werden, dürfte die Errichtung eine- Riesenfahrstuhls für Schiffe doch nicht ganz zu den Alltöglichketten gehören. Beim Näher- kommen zeigt sich erst der emsige Betrieb, der auf der Baustelle herrscht, die von zahlreichen Baracken umgeben ist. In schwindeln- der Höhe balancieren die Montagearbeiter. Wie Maschinengewehr- — � olilifchen Unter dem Titel„Der Begriff des Politischen" ver- öffentlicht Carl Schmitt eine schon 1927 im Archiv für Sozial- Wissenschaft erschienene Abhandlung als selbständige Schrift; ergänzt wird diese Untersuchung über den„Begriff des Politischen" durch «inen Vortrag über„Das Zeitalter der Ncutralisierungen und Ent- Politisierungen", der die letzten vier Jahrhunderte in einem glän- zenden gcistesgeschichtlichen Ueberblick zusammenfaßt. Für die Ab- sicht einer kurzen Zlnzcige ist es von diesem Vortrag aus am leich- testen, den eigenen Standort von Prof. Schmitt auizu.zeigen. Seit dem Ib. Jahrhundert sind es vier Stufenfolgen, welche die innere Bewegtheit der europäischen Geistes, und Sozialgeschichte bezeichnen: das theologische Stadium des 16. Jahrhunderts wird vom Stadium des Heroenzeitalters des europäischen Rationalismus abgelöst: Suarez, Bacon, Galilei. Kepler, Descartes, Hobbes, Spinoza, Pascal. Leibniz und Newton sind feine Träger.(Dieser Epoche des 17. Jahr- Hunderts und besonders Hobbes steht- Carl'Schmitt am nächsten) Die dritte Stufensolge sieht Carl Schmitt in der Epoche der ratio- nalistischen Humanisicrung, der im 19. Jahrhundert der Oekonomis- inus folgt, für die Carl Schmitt„die bekannte Gcichichts- und Geselljchaftskonstruktion des marxistischen Systems" als kenn, zeich- nendes Beispiel nimmt. Das ist höchst eindrucksvoll, aber einseitig: denn gerade im Marxismus sind die wirtschaftlichen Zusammenhänge ausdrücklich als gesellschaftliche Funktionen gefaßt. Carl Schmitt sagt Marxismus, trifft aber nur feine vulgärmarristifchs Form. Bei den Begrisfsbestimnmngen des Politischen geht der Ver- sasser von den„eigenen Kategorien" des Politischen aus; wie das Aesthetische, das Moralische, das Oekonoinlschc, so müsse auch das Politische„in eigenen letzten UMerjcheidungen" liegen. Als diese letzten für.chas Politische" wesentlichen Unterscheidungen sieht Carl Schmitt die„Freund-Feind-Gruppierungen". ähnlich wie im Mora- lischen„Gut und Böse", im Aesthetischen„Schön und Häßlich" als die für diese„Sachgebiete" letzten Unterscheidungen zu gelten hätten. Andererseits wird ausdrücklich zugegeben, daß das Politisch« seine Kraft aus den verschiedensten Bereichen des menschlichen Lebens ziehen kann, aus religiösen, ökonomischen, moralischen Gegensätzen. Aber dennoch ist für das Politisch« die reale Freund-Feind-Gruppic- rung„seinsmäßig so stark und ausschlaggebend, daß der nichtpolitischc Gegensatz in demselben Augenblick, in dem er diese Gruppierung bewirkt, seine bisherigen.. Motive zurückstellt und den völlig neuen, eigenartig««... Bedingungen und Folgerungen der politi- lchen Situation unterworfen wird" Es stellt sich die Frage, ob die Trennung des menschlichen Lebens in einzelne Gebiete und Splzären mit der Unbedingtheit aufgestellt werden darf, wie Schmitt es für gerechtfertigt hält. Gerade weil„das Politische" sich aus anderen Kräften nährt, ist die Freund-Feind-Gruppierung ebensowenig „ewig" wie der Zusammenhang von Schutz und Gehorsam. Schmitts scharfe Kritik am Liberalismus müßte ihn dazu führen, auch„das Politische" in die Totalität des Menlchen aufgehen zu lassen.— Prof. Schmitt untermauert seine Darlegungen mit reichem dogmen- g«schichllichcn Material, das von der Antike bis zur Gegenwart mit der gleichen lleberlegenheit beherrscht wird. k. Maz-cr. welker für Berlin: Wechselnd bewölkt ohne wesentliche Nieder- schläge. Temperaturen meist über Null bei mäßigen, zeitweise auf- frischenden westlichen Winden.— Für veulschland: Im Südwesten und Süden keine Aenderung des bestehenden Wettere. Im übrigen Reiche etwas veränderlicher ohne wesentliche Niederschläge und in« ganzen etwas milder. Primus.Palast NrukMn, Herrmannplatz. Sonntag, 1t Uhr, Matinee: Paul Godivnn mit seinrm Orchester unter Mitwirlung von Irene Eifinger(Staato- opcr Berlin). Anschließend im Filmtcil„Die Fledermaus". Beranimortl. kllr die Redaktion: Aich. Berusteia. Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin Beilag: Vorwärt, Berlag G. m. d. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerci und Berlagsanstalt Paul Singer& So.. Berlin SB 68. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. m OKI Potsdamer Straße 38 Hein Leopold mit Hox Adalbert, Harald Panlsen, Gostar Fröhlich Für Jußendildie freigegeben! w. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Rheinstraße 14 k�-eS«) Die mpnnlache Fliege mit Betty Bird. Oskar 8abo, IL A. Roberts W. 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Ronny mit Käthe von Xagy, Willy Pritsch W. s. 7. 9 Uhr S. 3, 5. 7, 9 Uhr Tarmstraße 12 Die spanische Fliege mit Betty Blrd, Oskar Sabo, lt. A. Roberts W. 5, 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Fassaigcl Hinter den roten.Hauern von Llehterfelde mit Trade r.Holo, Albert Basscrmann Für Jugendliche freigegeben! Den ganzen Tag geöffnctl Sonntags 3. 5, 7, 9 Uhr ■ Westen» Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margarctenstr. Uraufführung! Durchlancht amüsiert sieh mit I-Ien Beyers, Gcorgr Alexander, Trade Berliner. Tibor von llalsvay, Ii. Junkermann W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr riz./, jf-. w.«.<5 o. 8.05 c. TT eil- Arno s. ab 4 45 Uhr Alt-Moabit 99. Gr. Tonoperette: Die Fledermans| «f g llt« mit Anny Ondra, Georg Alexon r.— Tonbeiprogramm der. Kant-Lichtspiele Kantstr 51(an der'Wilmersdorfer Str.) Yvonne mit Greta Garbo W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Germania-Palast Charloltenburg. Wilmersdorfer Str 53/54 Ronny mit K&the von Xagy. Willy Fritacb W. 5, 7. 9 Ubr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Schlüter-Theater �# u. Schlülerstr. 17. S. 3 U Jgd.-Vorst. Hinter den Raaern von I.ieh- tcrfcldc(Kadetten) mit Albert Basse, mann. Trade v. Rolo.— Gut. Tonbeipr.— Jugcndl. Zutritt c Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 TäRlich 3. 5, 7. 9 Uhr Darid Golder mit Henry liaiK* — Gnies Tonftlmpro�runim Franziskaner 9rThrkTon„b. GeordcnslraDe(Ecke Friedrichslraße) Der Groß-Tonfilm .Hein iLeopoId mit Max; Adalbert, Gustav Fröhlich, Camilla Horn, Lucie Eugrlisch n. a. Außerdem Ufa-Kabarett Xr. 5 __ mit Willy Schaeffers, Trade Berliner, Siegfried Arno, Anny Ahlers, Oskar 8abot Uotte Werkmeister Neueste Tonbildreportavo ■ Moabit m S � f. f\ f 15 ochent. ab 6.45 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str 29 Großlonfilm: Rädchen In Uniform.— Tanbelprograuun— Tonwoebo Wilmersdorf Atrium Beba-Palast Kal.erallee, Ecke Berliner Straßi Wochent. 7, 914 U. Sonnt. 5, 7. 9U U. Uraufführung! Fräulein, falsch verbanden mit Ragda Schneider. Jose H'edoru. Joh. Ric- niann, Jacob Tiedtke. Alexa v. Porcmsky.— Tonfilmbcipr. Titania Schöneberg Hauplslr. 49. W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Viktoria und ihr Husar mit Friede I Schuster. Michael Höhnen.— Tonbciprogramm. Jugendliche haben Zutritt Alhambra Ä's�vÄr Hauptstr 30 Verlängert! II Inier den roten.�lauern von I iehterkelde(Kadetten) mit A HnsMermann, Trude v. 7lo\%*, Die Hauptdarsteller sind in jeder Vorstellung persönlich anwesend.— Bühnen schau.— Jugendl. Zutritt FriMcnau Titania-Palast TvJSAw. Siedl Ir. SchloBslr. 5. Ecke Gntsmntheslr. Casanova wider Willen mit Baster Keaioa, spricht deutsch, und Panl Morgan.— Auf der Bühne; Barnabas Ton Ger ry mit seinen Solisten lf_/•-•-'-•ndorfer W.8J0,9ü. Iria-L Tonlichtspielc So. ab 5 U. Chausbcesti Mb 2 Tonfilme: Der DranfarSnger mit Hans Albcrs.— Endkampf Boot Gibson. mit fwpnHio» Kurfürst sVi.�uhr Sonntag 3 Uhr: Jugend Vorstellung Dorfslraße 22. Ecke Berliner StraiJe Tlädcben In Uniform.— Tonbeiprogramm.— Tonwoeh© 7V*y/»/* Täglich 5, 7, 9 Uhr i IVO II sigs. 3 Uhr; Jugendvorsteü. Berliner Str. 07 Tonlnstspicl: Der Stolz der dritten Kompagnie, mit Flein/, Kühniann.— Tonbeiprogramm > Heuk6lln> Mercedes-Palast s. ub lu: Herraannstr. 212 Der Ilaaptmaun von Köpenick mit Max Adalbert.— Böhne: Leo Morgenstern u. seine Helden von Köpenick. Jugendliche hoben Zutritt Primus-Palast sönnt�'b 3 u. Am Hennannplatz, Urtanslr. 72/76 Die Flederman« mit Anny Ondra(nach der Operette von Joh. Strauß). Bühne: Die große Sensation; Sonnt. 2 Uhr Mattlnee: Paul God- wln u, Orchester mit Irene Eisin- ffer(Staatsoper Berlin). Anschl.: A. Ondra in: Die Fledermaus. Film-Palast Kammersäle Tellowöji&'.l W.abH�,So.ab3%U. lOOprot. Tonfilm: De» Atoln der dritten Kompagnie jut Helnr Rühmann. Kampers.— Oer AtraOensinKcr mit Haarlee Chevalier ■•0««*■ Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7, 9 Uhr. Sonntags ab 414 Uhr Arm wie eine Klrehonmans mit Grete Hoshelm, Httrblfer. — Hol dich der Teufel P* 1-- T Am Görlilzer Bahnhof tllmeCR W. ab 5!o, Stgs, ab 3 Benny Porten in dem Tonfilm: I-aise, Königin von Preußen BUhncnschao Jugendliche haben Zutritt Treptow-Stern warte [ Sonnabd. 8, Sannt 4. G, 8 Uhr: „Tabn- der letrte gr. SOdseefilm Mornsus Luisen-Theater sig'�bl Rcichcnbcrger Str. S-l. Großlonfilm: Der llaaptmann von Köpenick mit Mav Adalbert Daxn ein zweiter Schlager Jugendliche haben Zulrilr Flora-Lichtspiele mÄ/JT Wochent. ah 5 Uhr, Sonnt, ab 3 Uhr 2 Tonfilme: Der Peehronel mit Ralph Roberts.— Die fremde Mutter mit Maria Dreßler ■«"'"* German ia-Palast Frankfurter Alice 31 J Wocht. ab 6.30. Sonnabd. 5, Stß. 5 Uhr Max Adalbert in Rieh. Oswald's ncu&m Tonfilm: Der Uauptmunn von Köpenick Gutes Beiprogramm Infern. Bfihncnftcbau Jugendliche haben Zutritt FddAddA Wochent 6.45. 9 Uhr AURUk Sonntgs. 3. 5, 7. 9 U. Kollbusser Damm 92 �leln Leopold mit M. Adalbert, liuefe KnjKliMch, II. Tiiimix:. IKeiprogr.— liühnenttcliau Jugendliche haben Zutritt Kronen-Lichtspiele �"uhr Rheinslr. 65 Sonnab., Sonnt, ab 5 Helden der Luft, großer Scnsa- tionsfüm.— Gates Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt M Zehlendorf�MItto�b 7al; Beginn tagi. 5, 7. 9 Ubr ""II stg. 3 Uhr Jujendvonteil Potsdamer Sti" 50 Der Drsufgängrer mit Hans Albers, Martha Eggcrth.— Beipro.---- Y/.0 /„*'/i.■ W ochent. 6.30, 9 Uhr cxceisior Sonntags 3. 5. 7. 9 u. liaiser-Priedrieb-Slrolic 191 Ronny mit ZiiUhc von Xagy, Willy Frltsch. Otto Ballbarg. — ToDbeiprogramm Stern, Hermannstraße 49 Wocnt 6.45 9 Uhr, Slg. 3. 5. 7. 0 Uhr Hädchen in Unifom 9 Darstellerinnen anwesend. Lichtspiele Südwest?£ 3 Biücbers tr, 12. Kriminal tonfilm: Die Pranke mit Charlotte Susa.— Jenny braucht Geld mit Rod la Reqos Stella-Palast sonm. Ä.°'z v. Köpcnicker Straße 12—14 Die Tonfilm-Operette Ronny mit Billy Frltsch, Käthe t.>'agry, Otto fällbare, Vcspcrmann Auf der Dühne: -10 Minuten Variete Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. W- 5, 7, D Uhr Sonntags 2 Uhr: Jugcad Vorstellung Der wclßc Rausch mit Igcni Riefenstahl. Hannen Kehneider Ferner Liebeskommando mit Dolly Haas, Fröhlich Jugendliche haben Zutritt Sonnabend, 11.15 Uhr, Nacht-VorsL: Liebe, ein Naturgesetz Einheitspreis 0,80 Mk. Neue Philharmonie Köpenicker Str. 96 Im Geheimdienst mit Drigitie Helm, Gustav Fröhlich.— Tonbelffrogr*— Bühnenschau W Baumätmiionwa W Lichtspielhaus Eaumichulenstr. 73. Mein Leopold mit Adalbert, Fröhlich, Thlmig, Engllech- — Belprogr.— Jugendliche Zutritt Sonn lagt 2 Uhr: Jageadoorstr.Hnng r__** Prenzlauer „Llysium Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15, Stgs. 3.15, 5, 7.15, 9.15 Die Fledermaus mit Anny Andra.— Bühne: Kapelle Otto Kcrrabach.— Emclkotonwoebc Luna-Palast Yonm�suhr Gr Frankfurter Str. 121 Tonwochc Mädchen in Uniform.— Bühne; Thealer künstlicher Mensehen Schwarzer Adler Anee1» v. 5. 7. ca: 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Irtcbc, ein\aturgesctz (mit Vortrag) Der Mensch der Urzeit. Sonder- beslimmung d. werdender Geschlechts. Liebe in der Ehe. Die Geburt u. a. m. Dazu sprechende Hunde im Tonfilm: Wer Ist Bally's Mörder! Für Jugendliche verboten! Viktoria-Theater s�ibsu5 Frankfurter Allee 48. Die große Tonfilmoperelte; \Tk(oria und ihr Basar Priedel Sehaster, Michael Höhnen. Ivan Pefrovleh Frnst Vercbes Grolles Beiprogramm Frankenburg uühne Gr. Frankfurter Str. 74. Vf. 5, 7. 9 U. Sonnt. 3 t. Jgd.-Vorst. Die Männer am I-acle mit Glane Haid.— Beiprogramm. — BOhncnsehan. Babylon, am Bälowplatz Woch. 5 Uhr. Sonnt 2.30 Jgd-Vorst. Die Pranke mit Charlotte Ans», Hans Rehmann, Fr. Basp. Sonnsbend. 11 Uhr: > ac h te ar stall nag . ��inu�uchtanbara�p Kosmos-Lichtspiele Lüekstr. 70. Täglich 5, 7, 9 Uhr Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Der Herr BOrororsteher mit Felix Bressart(Konto X).— Cr. Tonbeiprogramm Harmonie Langhansstr. 23. Zvti Schlager: Der ftehlemlhl mit Cnrt Bols.— Spiel mir das Lied, Zigeuner mit M. Eggerth Kinn Rncrh krt-, Sbd, Stg. ab 5. Aino aasen sonst Beginn ü Uhr Alt-Friedrichsfelde 3 Weekend Im Paradies mit O. I Wallburg, Trade Berliner.— Die schwarze Maske.— Tonw, Alhambra SÄl36 Woch. 5, 7» 9 Ubr Sonnt 3, 5, 7. 9 Ubr Der Stolz der dritten Kom- paernie mit Heinz Rühmann.— Tunbciprogrramm_ Pharus-Lichtspiele Müllerstr. 142 Täglich 5, 7, 9 U, Der große Tonfilmerfolg: Der Hauptmann von Köpenick mit H. Adalbert.— Tonbeipr. Jugendliche haben Zutritt Beba-Lichtspiele itesidenzstr. 124 W. 6.15 u. 8.15 Uhr Slg. 5, 7, 9 Uhr 3 Uhr- Jugend rorst. Weekend im Paradies mit O. Ballburg, Trade Berliner, CT. Roramcr.— Tunbeiprogr. Palast- Theater sTg. V � Breite Str. 21a. Tonlustspiel; Die spanische Fliege mit R. Roberts. Fr. Sehuly. Oskar Sabo.j— Tonbelprograinm Tinnll Wochent. 7, 9 u. / IVUll Sonnt. 5. 7. 9 U. Berliner SlraBe 27. Kmit und die Detektive.— Achtung Australien, Achtung Asien.— Jugendliche haben Zutritt 1 Tnant 1 Filmpalast Tegel lÄI' Wochent 6. Sonnt 4.15 U Sonntags 2 Uhr: Jugcndvorslcllung Der Hauptmann von Köpenick mit Hax Adalbert'— Bolprogrr. Jugendliche haben Zutritt Filmpalast Ig; Berliner Str. 59■" lOOpror. Tonfilm: Der Kongreß tanzt mit HarTey, Frltsch, Gtl Dagover.— Belpr.— JugdU Zatr. föellage Freitag, 29. Januar 1932 BtrMml SpAJciuignße da IbwäsA So leben die Arbeiter Chinas 350 Arbeitstage im Jahr Oft 14 Stunden Arbeit am Tag** Der Stock als Antreiber Kinder als Naehtarbeiter<-* Die ratternde Fabrik als Schlafsaal Seit der bürgerlidie* Revolution von 1912 hat der offene Kampf der Klassen in China nicht aufgehört Während die nationalliberale Regierung des Bürger- luras bestrebt ist in einem einheitlichen, vom Ausland unabhängigen China eine Industrie und damit modernen Handel und Verkehr aufzuziehen, sind die Generäle an der Aufrcditerhaltung der mittelalterlich- feudalistischen Zustände interessiert, weil sie als Provinzgouverneure und Heerführer aus der Verwaltung und dem Kriegsspiel grolle Reichtümer für sich herausschlagen. Bei der Aufrechterhaltung dieser anarchischen Zustände werden sie oft von dem industriellen Ausland, insbesondere Japan, unterstützt, das eine chinesische Industrie zu verhindern sucht, um den großen Absatzmarkt für sich zu erhalten. Die vielfache Heber- schneidung. dieser Interessen führt zu den heftigsten inneren und äußeren Kämpfen, durch die in erster Linie die ländliche Bevölkerung in erschreckender Weise betroffen wird. Die verelendeten Bauern finden auf ihrem Grund und Boden keine Existenzmöglichkeit mehr und drängen in Scharen in die Städte, wo sie «ich dem Erühkapitalismus als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stellen. Die Berichte über die Lebensmöglichkeiten und das Elend dieses chinesischen Industrieproletariats unterscheiden sich in keiner Weise von den Berichten aus der Frühzeit des europäischen Kapitalismus, die Ausbeutung ist genau die gleiche. Die folgenden Bilder, die dem ausgezeichneten Werke ,.C h i n a" von Otto Mänchen- Helfen entnommen sind(Buchverlag Kaden Ä- Co., Dresden), zeigen, wie sehr das heutige China dem Europa des vorigen Jahrhunderts ähnelt Die ständigen Parallelen lassen aber zugleich den weiten Weg erkennen, den die organisierte Arbeiterschaft Europas in 70 Jahren schärfsten Kampfes zurückgelegt hat. W. T. 5>fe Ittusierfabrik Die Chiu-Ta-Sal�rnfsinerie in Tangfu, unweit Ticntsin, Provinz Chili, ist der beste Typus der modernen chinesischen Fabrik. Zeit dem März 1927 ist dort der Achtstundentag eingeführt. Die Leiter der Fabrik, stn�sttj'Anstand gebildet worden. Die Fabrik arbeitet rationell. 1916 wurde- sie mit einem Kapital von 50 000 Dollar gegründet, das 1926 aus 2199 909- Dollar erhöht wurde. Im April 1927 waren in ihr 556 Arbeiter beschäftigt, 75 gelernte und 481 ungelernte. Bis zum Februar 1927 betrug die Arbeitszeit der ge- lernten Arbeiter 19, der ungelernten 12 Stunden. Jetzt wird in drei Schichten zu je 8 Stunden gearbeitet, ohne daß die Arbeitsleistung gesunken wäre, so dah die Direktion nach den günstigen Ersahrungen den Achtstundentag dauernd beizubehalten gedenkt. Der Arbeiter hat 8X Tag« im Jahre srei: 5'A zu Neujahr, Iis zum Drachenbootfest und IL» zum Herbstsest. Sonst wird tagaus, tagein gearbeitet. Heiratet ein Arbeiter oder stirbt ihm die Frau oder eines der Ellern, erhält er bis zu 39 Tagen bezahlten Urlaub(weil die Entfernungen in China so groß sind). Von 289 Arbeitern erhiellen 19 solche Urlaube. Angenommen, der Urlaub betrage je 25 Tage, so erhöht sich die Zahl der freien Tage dadurch auf 19. Von den 365 Tagen des Jahres sind also 355 volle Arbeitstage. Di« Löhn« sind Monats- löhn«. Sie betragen für ungelernte Arbeiter 8 bis 16, für gelernte 9 bis 32 chinesische Dollar. In früheren Jahren wurden die Ar- beiter von der Fabrik verköstigt. Das wurde abgesrt-asft. Ebenso stellt« die Fabrik die früher üblich« Austeilung von Neujahr-geschenken ein. Sie gibt auch nicht mehr, wie sie es früher tat, zwei Anzüge im Jahr. Die Arbeiter sind nicht mehr Handwerks» gesellen, sondern Proletarier. Die Fabrik gibt Arbeitern in Werkwohnungen freies Quartier. In den Schlafsälen— andere Räume gibt es nicht!— schlafen je 12 Arbeiter. Beleuchtung und Beheizung gehe,, auf Kosten des Betriebes. Arbeiter, die ihre Familien im Ort haben, können zum TeU Quartier in der Fabrik gehörigen Häusern bekommen. In der Fabritküche bezahlt man mit Speisemarken gegen enl- sprechenden Abzug vom Lohn. In einer Schule, die der Betrieb unterhält, wird Er- wachsenen Unterricht erteill. Drei Jahre lang werden die Arbeiter an drei bzw. vier und fünf Stunden in der Woche im Lesen. Schreiben und Rechnen unterrichtet. Die Arbeiter unter 25 Iahren sind zum Schulbesuch verpflichtet, 52 Proz. der Arbeiter besuchen die Schule. Aber, die invalid werden und länger als 19 Jahre im Be- trieb beschäftigt waren, erhallen eine iabsindung von 50 bis 150 Dollar. Bis jetzt erhielt nur einer, der erblindet ist. 199 Dollar. Die Entschädigung für Unfälle beträgt 29 bis 199 Dollar, bei töd- lichen Unfällen— es hat sich noch keiner ereignet— zahlt dos Unternehmen der Familie 69 bis 299 Dollar. Stirbt ein Arbeiter nicht durch Unfall, gibt die Fabrik der Familie 59 Dollar, bei großer Armut auch den Sarg. Durch seine Wohlsahrtseinrichtungen ragt dieses Unternehmen weit über andere chinesische und fremde hinaus. ißauem irerden Fabrikarbeiter Lin S u n g- ho, der Verfasser der gründlichen Arbeit über die Fabrikarbeiter in Tangku. untersuchte sorgfällig die Verhältnisie von 86 Arbellern, die in den Werkswohnungen wohnten. 51 von den 86 Arbellern waren, bevor sie Fabrikarbeiter wurden, Bauern, Eigentümer, wenige Pächter. Der Gründe, die die Leute aus dem Dorf in die Fabrik treiben, sind viele. Naturkatastrophen, wie Neberflutungen und Hungersnöte, und soziale Störungen, Räuber- wesen und Bürgerkrieg, scheinen ganze Landstriche in ver- schiedenen Tellen Chinas geradezu unbewohnbar gemach, zu haben. Viele Bauern waren gezwungen, ihr Haus zu verlassen vnd in der Stadt Arbell zu suchen. Die Uebersiedlung vom Dorf in die Stadt ist für die Familie vielfach gleichbedeutend mit dem Ausgeben des Boden- besitzes für immer, die Familie in der Stadt ist eine andere als die im Dorf. Die Verelendung der Bauernschaft erzeugt somit ein« ungeheure industrielle Reservearmee. Als erster kommt der junge Bauer in die Fabrik, nach und noch folgen ihm Frau und Kind. Die Großfomilie zerfällt. Der kleine Besitz im Dorf geht verloren. Aus dem Bauer wird der A r b e i t e r, der nichts besitzt als seihe Arbeitstrift. Das Verhältnis der Fabrik- lellung zum Arbeiter hat nicht mehr von dem Patriarchalischen des Handwerks an sich. Der Lohn ist reiner Geldlohn, von der alten Naturalentlohmmg ist nur noch dos freie Quartier geblieben. Den Bauer umfängt eine ganz neue Welt. ä>as Paradies für den Unternehmer Der englische Konsul in Chifu hat für China das seither oft zitierte Wort geprägt:„ein Paradies für de» Unternehmer". Das Paradies des Unternehmers ist die Hölle des Proletariats. Alle Schrecken des Frühkapitalismus— Elendslöhne, ein Arbeitstag, der in der Morgendämmerung beginnt und im Dunkel endet, Frauenarbeit, Kinderarbeit, Mangel jeder Schutzgesetzgebung, Behandlung der Arbeiter durch die Aufseher, als ob sie Tiere wären— alle finden sich in China wieder. Für die Großindustrie sollte das Gesetz Über den Acht- stundentag gelten. Es ist zwar veröffentlicht worden, es i n Kraft zu setzen, wurde aber bis jetzt nicht der geringst« Versuch gemacht. In den Industrien, die mechanische Kraft ver- wenden, arbellet man häufig 14 bis 17 Stunden am Tag. Viele große Betriebe beginnen zum Zweischichtensystem überzugehen, 12 Stunden Arbeit ohne Pausen für die Mahlzeiten. In den Schanghaier Seidenspinnereien beträgt die Arbeits- zeit oft 141- Stunden, Wirkerinnen arbeiten 14, 16 und sogar 17 Stunden. Während der fiochkonjunktur in der T e x t i l- i n d u st r i e in den letzten Iahren mußten die Arbeiter, auch die Frauen und Kinder, zwei Nächte in der Woche arbeiten. In manchen Zündholzfabriken arbellet man von 4 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Diese Arbeitszeit gilt auch für Kinder! Un- fälle sind häufig. Nach Angabe der Aerzte werden die meisten Ver- unglückten abends,, gegen Ende des Arbeitstages, in das Kranken» haus gebracht, vor allem Kinder mll verletzten Händen. Sonn- t a g s r u h e ist fast unbekannt. In der WeN-Ming-Zündholzfabrik in Mnjon arbellen ssast aus- schließlich Frauen und Kinder 12 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Frei haben sie nur an den chinesischen Feiertagen, Neujahr, Drachenbootfest und Herbstseft. In den Spinnereien arbeitet man 12 Stunden. Die Arbeiter schlafen in der Fabrik. In Chang-sha wird in zwei Schichten je 12 Stunden ge- arbeitet, auch an Sonntagen. Das gleiche gill für die Münze, die Bleiwerk« und das Elektrizllätswerk. Kupserarbeiter haben einen Arbeitstag von 14 bis 15 Stunden, 49 Proz. st erben lungen- krank. In den Seidenspinnereien in Chifu wird eine bestimmte Leistung verlangt, für die die Arbeitsrinnen 19 bis 15 Stunden gebrauchen. Alle müssen in der Fabrik leben. Die vor Eintritt der Dunkelheit fertig werden, dürfen ausgehen, müssen aber vor Anbruch der Nacht zurückkehren. Das bedeutet, dah nur wenige, außer bei besonderen Anlässen, aus der Fabrik heraus- kommen. Wenn sie abends die Arbell beenden, legen sie sich aus den Fußboden, auf Bretter oder im Fabrikhof schlafen. Bei Tages- anbruch stehen sie auf, rollen ihre Decken zusammen und legen sie in einen Winkel, bis sie sie abends wieder ausbreiten. So a r- beiten. essenundschlasen sie in denselben Räumen. Wirklich, es ist überflüssig, noch mehr Beschreibungen dieser Art an- zuführen, sie gellen mit Dariationen für die meisten der Industrien Chinas. Illit Stock und Peitsche Aus der Werkstatt und vom Acker, aus dem Dorf der Väter vertrieben, muß der Arbeiter in einer ihm unverständlichen neuen Welt leben. Die allen Bindungen, der Clan, die Landsmann- s ch a s t, die Zunft sind zerrissen. Der Arbeiter hat ci nicht mehr mit dem Meister, einem guten oder schlechten, aber doch einend Menschen zu tun, sondern mll Vorschriften, die nicht zu ändern sind, die auszuführen ihn der Aufseher, den Stock in der Hand, zwingt. Diesem Zwang, die Einordnung in einen Rhythmus der Arbeit, durchaus verschieden von jenem, in dem sie früher zu leben gewohnt waren, läßt die Arbeiter die Fabrik mehr halsen als den niedrigen Lohn und die lange Arbeitszeit. Es sind besonders die fremden Unternehmer, im besonderen wieder die japanischen, die den Stock für das einzige Mittel halten, den Bauernlurschen und Handwerksgesellen Arbeitedisziplin beizu- bringen. Die Erbitterung, mit der die chinesischen Proletarier gegen die ausländischen Herren gekämpft haben und kämpfen, hat eine der wichtigsten Ursachen in dieser unmenschlichen Behandlung, die sie erdulden müssen. In vielen Fabriken tragen die Aui- scher Peitschen und Bambus st öcke, mit welchen sie die Arbeiter schlagen. In den Schanghaier Spinnereien kommen immer wieder Fälle vor, daß junge Arbeiter zu Tode geprügelt werden. Das ärgste sind nicht der niedrige Lohn und der endlose Arbeitstag, dos ärgste ist die Behandlung, die die Arbeiter hinnehmen müssen. Sie werden wie Sklaven behandelt! Fiinderarbeil Besser als lange im Grunde nichtssagende Lohnstatistiken zeigen die Arbeitsbedingungen für Kinder, wie unvorstell- bar niedrig der Lohn in den modernen Fabriken ist. Der Bericht der Schanghaier Kinderarbellikommission aus dem Jahre 1924 ent- wirft ein Bild, so unfaß'.ar grauenhast, daß man sich der Berichte aus den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhundert: über die Kinderarbeit in der englischen Industrie erinnern mutz, um sie überhaupt glauben zu können. Die Kommission bestand aus Aus» ländern, Amerikanern, Engländern und Japanern, und war alles andere als sentimental. Dennoch mußte sie schreiben:„Es ist schwierig, genau das früheste Alter, in dem die Kinder zn arbeiten beginnen, festzustellen. Die Kommifstoiz sah aber viele Kinder, die nicht älter als 6 oder 7 Jahre sein kannten. In vielen Spinnereien sind die Verhältnisse während der Nachtschicht noch westlichen Begriffen höchst ungewöhnlich. Zwischen den rasen- den und lärmenden Maschinen liegen Reihen von Körben mit schlafenden oder wachen Säuglingen und Kin- dern. Kinder, die arbeiten sollten, aber zu müde geworden sind oder die sich die mangelnde Aufsicht zunutze machen, schlafen überall in den Ecken, manche offen, andere in Körben, unter Rohbaumwolle versteckt. Die Kommission bemerkte, wie eine W a r- n u n g g e p s i s j e n würde, als sie kam. und viele Kinder, ans- geweckt von ihren Nachtarn, zu den Maschinen zurückeilten. In den Seidenspinnereien zeigten viele Kinder ein eigenartig rege!» mäßiges und schnelles krankhaftes Auf- und Abwärtsbewegen des Körpers, indem sie die Knie nachließen und wieder streckten. Auf ihren Gesichtern fehlt jeder Ausdruck von Glück oder Wohlbesinden." Nur die allerbillerste Not zwingt den Chinesen, sein Kind in dieser Hölle arbeiten zu lassen. Wo versucht wurde, die Kinder- arbeit einzuschränken, stieß dieser Versuch oft auf den Widerstand der Arbeiter selbst. Sie gaben die Kinder für älter aus als sie waren— sie können, solange ihre Löhne so niedrig sind, das Einkommen aus der Kinderarbeit nicht entbehren. Selbst die Musterbetriebe bezahlen ihre Arbeiter so kläglich, daß sie gerade noch leben können, pferchen sie in Ba- racken, zwingen sie, Schulden zu machen, wenn ihre Familie nicht verhungern soll. Die Masse der Fabrikarbeller lebt so, wie überoll in der Epoche des Frühkapitalismus das Proletariat gelebt hat. Dazu eine Armee von halbverhungerten Heimarbeitern und Schwarz- arbellern und Millionen Handwerksgesellen— das ist das Proletariat und Vorproletariat Chinas. Chinesische Qeirerkschaften? Angenommen, die Arbeiterfamilie umfasse 4, 5 Personen, so erhält man, unter Berücksichtigung der Frauen- und Kinderarbeit, eine moderne Arbeiterbevölkerung von rund 8 bis SX Millionen. Das find noch nicht 2 Prozent der Bevölkerung Clzinos. Wieviele Zlrbeiter es im Handwerk und in der Manufaktur, wieviele Kulis, Sampanfuhrer, wieviele Verkäufer, Diener, Köche, Heim- arbeller es'gibt, ist in gar keiner Weise zu bestimmen. Gewiß ist nyr„ daß die Zahl der Handwerksgesellen und der Arbeiter in der Manufaktur die der.Fabrikarbeiter weit übertrifft. Wie führen diese Ardellermossen ihren Lohn- und Klassenkampf? 1918 gab es in China nicht eine einzige Gewerkschaft, doch schon auf dem ersten chinesischen Gewerkschaftskongreß, im Mai 1922 in Kanton, vertraten 299 Delegierte nicht weniger als 399999 Mit- glieder. Und in den folgenden Jahren ging es stürWisch aufwärts. 1925 hatten die Gewerkschaften 579999 Mitglieder, 1926, auf dem dritten Kongreß, waren es 1 264 999, in acht Iahren von Null auf VA Millionen! Alle angeschlossen der Roten Ge- merkschaftsinternaiionale in Moskau, also offenbar revolutionäre, marxistische, moderne Gewerkschaften? Der Transportarbeiterverband in Kanton, eine Spitzenorganisation mit 8999 Mllgliedern, umfaßte 1925 26 einzelne, voneinander oollkommen unabhängige„Gewerkschaften". Die 15 999 Hon- delsange st eilten hatten nicht weniger als 23 Ge» werkfchasten. In Hongkong, dos dem Kuangtunger Gewerk» fchastsbund angeschlossen war, gab es 15 verschiedene Holzarbeller- gewerkschajten. Eine Gewerkschaft für die Zahnbärstenarl, eller hatte nicht die mindeste Verbindung mit der Gewerkschaft der Kleiderbürstenarbeiter. Es gab eine Gewerkschaft der Tischler ein» facher Möbel, eine der Tischler, die Möbel aus schwarzem, ein« derer, die Möbel aus Bambusholz verfertigten. Gar nichts zu tun hakte mll ihnen die Gewerkschaft der Holzschachtelarbeller. Es ist unschwer, zu sehen, daß diese»Gewerkschaften" mll dem, was in Europa unter Gewerkschaft verstanden wird, nur wenig gemeinsam haben können. Sie sind in der Tat nichts anderes als die uralten chinesischen Zünste und Gilden, die auf dem Wege sind, Gewerkschaften zu werden, es aber noch lange nicht wirklich sind. Innerhalb der Zünfte und Landsmannschaften beginnt jetzt eine Scheidung nach Klassen. Sie beginnt mll der Abhaltung getrennter Versammlungen. Meister und Gesellen in der Zunft der Räucherkerzenerzeuger in Peking haben zwar noch eine gemein- same Organisation, die beiden Gruppen versammeln sich aber schon zu verschiedenen Zeiten. Die Pekinger Schuhmachermeister haben bereits eine eigene Zunft, die Gesellen ebenso, die alte Zunft ist verschwunden. Die Landsmannschaften aus Anhui und Hunan in Schanghai haben sich gespalten: die Zlrbeiter besitzen nunmehr ihre gesonderten Landsmannschaften. Die Aufgaben der Zünfte und Gilden werden mehr und mehr vom Staat übernommen. Im Großbetrieb zerbricht der alte persönliche Kon- takt zwischen Unternehmer und Arbeiter. Mit der Zunahme der ungelernten Arbeiter, eine Folge der wachsenden Im dustrie, scheidet für immer mehr Arbeiter die Zunft als mögliche Or- ganifation aus. In den Großbetrieben fanden die erwachten, wachgerüttelten Massen diese Formen nicht oder kaum vor. Die Gewerkschaf- ten, die sich dort bildeten, entstanden während der sehr häusig spontan ausbrechenden Streiks. Die Streikkomitees — das war der Gewerkschaftsapparat, die Streikenden— das waren die Gewerkschaftsmitglieder. Man hat mii Reckst bemerkt, daß die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder nur die Zahl derer bedeutet, die gegebenenfalls st reifen. Mit der geradezu schon angeborenen Fähigkeit solidarischen Handelns schufen sich die Arbeiter in den Großbetrieben Gewerkschaften, die keine Gewerkschaften waren, sondern zeitweilige Zusammenschlüsse zum Angriff oder zur Abwehr. Diese Gewerkschaften der Groß betriebe kommen, trotz ihrer Schwäche, der modernen Gewerkscha' noch am nächsten. Arbeitcr-Rasenspiele am Sonntag Adler 08 Aeyer» Teltow In der Kissingenstraß« in Pankow wird am kommenden Sonn- tag das letzte Serien spiel der Kreisklasse ausgetragen. Erst am vergangenen Sonntag konnte Adler in Teltow einen 7: 3- Sieg buchen. Trotz des scheinbar hohen Resultats hatten die Pan- kower alle Hände voll zu tun, um sich»er Angriffe der Teltower zu erwehren. Wenn Adler setzt auch den Vorteil des eigenen Platzes hat, so darf die Mannschaft den Gegner dennoch nicht leicht nehmen. Beginn des Kampfes 14.30 Uhr. In den Bezirken finden nur Börsen- und G e s e l l s ch a f t s- spiele statt. In Lichtenberg, Hauffstratze, erwartet Normannia die Südostler mit zwei Männermannschaften. Der Bezirksmeister wird hier sehr zu kämpfen haben, um zu bestehen. Wacker 30 hat in der Normannenstratze gegen Britz 88 wenig Aussicht auf Erfolg. Baumfchulenweg spielt gegen Oberspree. Nowawes gegen WU- Wersdorf. Kagel gegen ZdA. Werlsee gegen Herzfeld« 2. Deutsch. Wusterhausen gegen Lichtenberg l Bezirk. Froh« Stunde gegen Saxonia. Neuruppin gegen ASV.-Neukölln. Ciche-Bohndors gegen Frieöeredorf. Lichtenberg II gegen Eiche Bezirk um 11 Uhr. Eiche 2 gegen Alt-Stahnsdorf. Hansa gegen Eintracht-Spandau in Reinickendorf, Berner Straße, Platz hinter dem Gymnasium. Storkow gegen Minerva Bezirk. Butab gegen Wittstock. Lucken- wa'de III gegen Dahme. Hertha 11 gegen Schöneberg. Lucken- walde II gegen Jüterbog. Fichte gegen Volkssport Neukölln. g?»lit« Maiulschaltc»: Hansa geacn Eintracht-Spandau.— Normannia gegrn Slidost.— Normannia 3 gegen Dolgenbrodt 1.— Wacker 30 gegen Britz 88.— Baumschulenweg gegen Oberspree.— Nomawes gegen Wilmersdorf.— Frohe Stunde gegen Saronia.— Neuruppin gegen ALB. Reulolln.— Stoclow gegen Minerva 3.— Butab gegen Witlstock.— Sertha II Luckenwald« 3 gegen Dahme. dort gegen Woltersdor'. Mannschaft). Iugendmanaschastea: Luckenwalde 3 gegen Dahme.— Normannia gegen Minerva.— Eintracht gegen Lichtenberg l.— Bilmersdorf gegen Drewitz.— Nowawes gegen Teltow.— Borwärts-Weddrng gegen Staaken.— Eintracht 2 gegen ALB. Neukölln.— SchiUermannschaften: Hansa 31 gegen Luckenwalde S. — Pankow gegen Caputh. Nowawes gegen Adler 03.— Spandau gegen Freie Scholl«.— Elstal gegen Minerva 28.— Drewitz gegen Potsdam. Beginn bex Spiele: Erste Männermannschaften WA Uhr. Zweite Männer- Mannschaft«» llltzj Uhr. Jugend- und Lchstlermannfchaften 10 bzw. 11 Uhr. * Der Sportklub der tzleingärtner in Blankenburg sucht lautend Spiele für Haiti Männermannschaften am 1. und 3. Sonntag des Monats auf eizenem -.11«. U«. UVV"« hfVlJCU V«.t.UtVU4L.- W' Ul-t-UL-J gegen Wittstock.— Hertha 11 gegen Schöneberg.— >hme.— Fichte gegen Volkssport Neukölln.— Iähnicken- ;f.— Luckenwalde 2 gegen Luckenwalde 1(Alters- out eigenem oder Gegners Platz für die erste Männermannschaft. Angebote an H. Israel. Adlershof, Auguste- Viktoria-Str. 1. Telephon: F 9, Oberschöne. weide 7064. iMuyyJJooJLV Bei den Handballspielern muß in der Abteilung � der 1. K l a s s e der Kreismeister Volkssport Wedding nach Velten fahren und sich dort um 15.30 Uhr der Freien Turnerschaft stellen. Wedding wird sich einen sehr hohen Sieg sichern. In Nowawes erwartet die Freie Turn- und Sportvereinigung„Eiche Köpenick"' zur Rückspiel- verpslichtung und wird versuchen, den Gästen den Sieg abzunehmen. Um 15.30 Uhr beginnt dieses Spiel. Ein harter Kampf wird zwischen der Freien Turuerschaft Hennigsdorf und der FTGB.-Osten in Hennigsdorf um 15.30 Uhr erwartet. Wir geben Osten zur Zeit noch ein Plus. In der'Abteilung L dürfte der Spitzenreiter FTGB.- Süden leichtes Spiel haben, denn Eintracht-Mahlsdorf besitzt noch lange nicht die Fertigkeiten, um eine Uebsrraschung zu ermöglichen. Beginn um 10 Uhr in Schöneberg, Platz Rubensstraße. Der Aus- gang in der Begegnung Volkssport Neukölln gegen FTGB.-Oberspree um 13.10 Uhr im Neuköllner Volkspark ist noch ungewiß, denn im ersten Spiel konnte sich Oberspree überraschend behaupten. In Luckenwalde, Platz in der Hetzheide, treffen Luckenwalde Sport und Volkssport Wedding 2 zusammen. Das um 15.30 Uhr beginnende spiel müßte Wedding gewinnen oder wird es wieder unentschieden wie letzthin? Bcurksklasse Osten: Die Gruppe A sieht die vier stärksten Mannschaften zusammen. Eine �klare Entscheidung fillll �ill.Erkner iwischca der Freien .uiommen. vjine rrare wnrmiei Turnerschoft und FTEB Boumlchulenweg. Spielbeginn um WH D am Dämmeritzsee.— Der TSV. Naulsdors erwartet Friesen-Fitrstenwaldel t.15 Uhr. Platz Wir halten die Kaulsdorser für besser und glauben an einen si um 15.10� Uhr.— Gruppe B; FTGB. Osten 2 gegen Athletik-Svo' 10 Uhr Platz Bödkckerstraße.— Eiche-Bohnsdvrf gegen FTGB. Lichtenberg um 10 Uhr Platz Gasanstalt w Grünau.— FT. Wildau gegen FTSL. Stralau um 10 Uhr in Wildau.— Gruppe C; BfL. Ostring gegen FE. Oberspie« um "tauen: Osten gegen Eiche-Bohns. : Platz Laslerstrage.— FTuEpB. Nowawes gegen Eiche- : in Nowawes.— 2. Ruderer und Aaaufahrer: Freie Kanu. !. Borwärts um 9.15 Uhr Platz Odersmäneweide.— Freie Te»cktatbleti,cker ttallenwettlcampt Aus Anlaß des«injährigen Bestehens der Sportabteilungen der Arbeitervereine„Volkssport" und„ASV.-Neukölln" veranstalten beide Vereine zwei Hallenwerbekämpfe. Der erste Kamps findet Mittwoch, 3. Februar, in der Turnhalle Neukölln, Weisestr. 20, um 20 Uhr statt. Zum Rückkampf treffen sich beide Vereine Dienstag, 16. Februar, in der Halle am Hertz- bergplatz. Das Treffen steht folgende Konkurrenzen vor: Mann- fchaftshochsprung, Tauziehen, 12 Runden Mannschaftsverfolgungs- laufen. 10XK0-Meter-Pendelsto!ette, 10X2-Rundenstafette. Die Kämpfe werden in mehreren Läufen und mft mehreren Mannschaften ausgetragen. Als Sonderdarbietungen find Startlehrübungen, Zweck- gymnastik nach Musik und Laufschule vorgesehen. Während der ganzen Veranstaltung ist Konzert. Eintritt wird nicht erhoben. 14 Uhr Im Lichteuberger Stadion.— dorf um 11.15 Uhr Köpenick um 11 Uhr Union 2 gegen RB„ Faltbootfahrer gegen RB B-rwärt»»m ll Uhr Platz Nehberge.— Freie Ztuderervereinigung 1918 gegen FTGB. Ruderbezirk um 19 Uhr Platz Wuhlheidc. — FTGB. Kanu 2 gegen Kanu-Berein Undine um 11 Uhr Platz Wuhlheide.— FTGB. Kanu gegen FS. Schweifsterne um 10 Uhr Platz Normannenstraße.— RB. Gollegia gegen Freie Kanu-Unien um 10 Uhr Platz Spandau. «ezirkstlasse Norden: FSB. Tegel gegen FTGB Robnihal um 14 Uhr in Tegel, Graf-Rödern-Corso.— FTGB. Norden gegen ASB. Not-Weih um 10.10 Uhr Platz Hvmboldthain.— Sportverein Moabit gegen ASB. Wedding um 14 Uhr Platz Rehberge.— FTGB. Norden 3 gegen Volkssport Wedding 4 um 11.20 Ubr im Sumboldthain.— AT. Altruppin gegen FT. Schwonte um 14 Uhr in Altruppin.— Frauen: FT. Heunigsdorf»gegen Bolksspart Wedding um 10 Uhr in Hennigsdorf. Bezirksklasse' Westen: Das größte Interesse konzentriert ssch in der 2. Klasse auf das Lokalspiel Turnerschaft Brandenburg 1. Bezirk gegen Turnerschaft Brandenburg 2. Bezirk. Der Gewinner dieses Spiels dürfte als Bezirks. Meister anzusehen sein Außerdem snielen FTSB. Nowawes 2 gegen Frei- hcit Rathenow um 14 Uhr Platz Priesterweg.— FT. Bornstedt gegen FTGB. Spandau um 14 Ubr auf dem Borustedtcr Feld. Bezirksklasse Süden: Volkssport Neukölln 2 wird zu beweisen haben, daß die letzte Niederlage nur ein Zufall war. Beginn um 11.50 Uhr Neuköllner Stadion. MTB. Rubisdorf wird wohl dem Sverembcrqer Gest die Punkte abtreten müssen. Spielbeginn um 15 Uhr. FTGB. Lankwitz dürfte FTEB. Süden 3 sicher abfertigen. Platz Lankwitz um 11.40 Uhr. Hockey Infolge der Platznot finden«im Sonntag nur wenige Serien- spiele statt. In der Gruppe A treffen sich der Derein für Leibes- Übungen Ostring 2 und Tennis-Rot 1 um UM Uhr im Lichtenberger Stadion. Tenniz-Rot wird gegen die schnellen Lichteuberger einen schweren Stand haben, dürfte aber seine führende Posttion mit einem knappen Sieg halten. Der Athletik-Sport-Club und der Freie Hockey-Club Spandau werden sich in einem Pslichtspiel gegen- überstehen. Das Spiel dürfte die Spandauer mit einem geringen Vorsprung als Sieger sehen: Beginn 15 Uhr auf Platz Ost, Laster- ftrahe. Ostring I und der Sportverein Moabit I kommen ebenfalls in einem Pflichtkampf zusammen Die Moabiter werden das Spiel als Auftakt für die Entscheidungskämpfe in der Gruppenmeister- fchaft gut ausnützen. Beginn 11� Uhr Der Arbeiterfportoerein Wedding I trifft auf den Männer-Turnverein Bernau I und wird sicher den Sieg mit nach Hause nehmen. Beginn um 14 Uhr in der Behmstraße. Volkssport Neukölln-Britz und Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Tempelhof spielen um 10)4 Uhr auf Platz 4 im Neu- köllner Stadion. In der Frauengruppe spielen Ostring und Tennis-Rot I um 13 Uhr im Lichtenberger Stadion und Volks- spart Neukölln-Britz gegen Tennis-Rot 2 um 12 Uhr im Neuköllner Äadion, Platz 4, um die Punkte. Weitere Spiele: Moabit 2 gegen Pankow 2 8)4 Uhr im Tiergarten Neukölln-Britz 2 gegen ASB. Schöneberg I im Neuköllner Stadion um S Uhr. Ostring 3 und Tennis-Rot 3 um 10 Uhr im Lichtenberger Stadion. Zum Verbandstag der freien Segler Di« diesjährige Verbandsgeneraloersammlungdes Freien Seglerverbandes findet am Sonnabend, 30.. und Sonntag. 31. Januar, im Saalbau Friedrichshain statt. Zum achten- male entsenden die freien Segler ihre Delegierten aus den aus- wärtigsn und den Berliner Vereinen, um im freien Austausch der Meinungen dem Freien Segler-Verband seine Richtlinien für das komniende Jahr zu geben. Das oerflosiene Zahr— im Zeichen des 30jährigen Beftchens des Verbandes— war ein Jahr der intensiven Aibeit und der Agitation aller Funktionäre und Mtiglieder für den Verband. Di« Arbeit, die geleistet wurde, war gut und hat Erfolge getragen; konnte doch eine Zunahme von 12 Vereinen oerzeichnet werden. Heute, am Vorabend des Seglertages, zählt der Freie Segler-Verband 53 Verein« mit 2660 Mitgliedern, dazu kommen noch 73 Einzelmitglieder. Davon entfallen 34 Vereine auf Berlin und 19 Verein« auf das Reich. Erfreulich ist ferner die Tatsach«, daß in den letzten Tagen noch zwei auswärtige Vereine, in Harburg-Wilhelms- bürg und in Verden a. d. A., ihre Aufnahme beantragt haben. Nichts kann deutlicher für eine Einigkeit sprechen als diese Zahlen. Sehr schwer haben es heute die Arbeiterfportoereine: mögen die Berliner Vereine, die mft durchschnittlich 30 Proz. Arbeitslosig- ksft chrer Mitglieder abschneiden, etwas besser daran sein, so wirkt sich die Arbeitslosigkeit in den auswärtigen Vereinen um so krasser aus. 55 Proz. ist hier der Durchschnitt, steigend bis zu 90 Proz. bei einzelnen Vereinen. Wenn auch verschiedene Vereine einen Mit- gliederlchwund zu oerzeichnen haben, so sind dies jedoch größten- teils Mitglieder ohne Boote, denn der Bootsbestand an Segel- und Motorbooten hat im letzten Jahre einen Zu- wachs von 79 Booten erfahren und beträgt jetzt 1544 Boote, davon stnd 1219 Segel- und 325 Motorboote, ferner 103 Ruder- und Paddelboote und Eisjachten. Gerade diese Zahlen beweisen, mft welch eiserner Energie die Arbeitersegler um ihre Boote und ihren Sport kämpfen. Von den 30 zur Beratung stehenden Anträgen befassen sick) oer- schiedene mit Satzungsänderungen, ein großer Teil mft Wettfahrt- technischen Angelegenheften und andere mft der Herabsetzung des Verbandsbeitroges. Ein technischer Antrag bringt für die Ausgleichs- boote die Reue'nführung einer anderen Berechnungsformel. Fest entschlossen sind die Vereine jedoch dafür, daß die Verbandszeitschrift „Der Freie Segler" in chrer bisherigen Form und Ausführung be- stehen bleiben mutz. Aste angeführten Tatsachen sind Zeichen dafür, daß es weiter vorwäris gehen muß und wird, trotz der großen Wirtschaftskrise. Das Jahr 1932 wird die größten Anforderungen an die Vereine und die Mitglieder stellen, aber auch diese Klippe im Strudel der Zeit wird umsttiifft werden ohne Schaden für den Verband. Die Berliner Arbeitersportler begrüßen die aus dem Reich kommenden Delegierten auf das herzlichste. An alle ergeht der Ruf: Werbt für die Flagge des Berbandes, macht den Freien Segler- verband groß und stark. W. T. Arbeiters di ach Die Abteilung Mitte der Freien Arbefter-Schachvereinigung veranstaltet heute, Freitag. 20 Uhr. im Lokal von Plasinfki, Kastanienallee 54, einen Werbeabend. Genosse Hamann hält am Demonstrationsbrett einen Vortrag, anschließend findet ein Weit- kämpf Pankow gegen Mitte statt. Montag, 1. Februar, beginnt ein Iugendturnier bei Ewald, Skalitzer Straße. lenais-Rot Groß- Berlin veranstaltet Sonnabend, 30. Januar, in der Leoetzowstraße 1, einen Filmabend unter der Devise:„Wir sind bereit zum Kampf gegen Faschismus und Reaktion." Es laufen folgende Filme: 1. Tennis-Lehrfilm. 2 Der blaue Expreß. 3. Westfront 1918. Beginn 19)4. Uhr. Eintritt 50 Pfennig. Karten sind noch an der Abendkasse zu haben. Genossen und Freunde, wir erwarten euch. Reuer Bkotorbootweltrekord. Nach mehrfachen erfolglosen Der- suchen ist es dem bekannten amerikanischen Motorbootrennfahrer Commodore Gar Wood gelungen, den absoluten Geschwindigkeits- Weltrekord für die unbeschränkte Rennbootklasse für USA. zurück- zuerobern. Mit seinem berühmten Rennboot„Miß America IX" erzielte Gar Wood in Miami(Florida) eine Stundengeschwindig- keit von 110,785 Meilen(178,253 Stundenkilometer), womit er den Weltrekord des Engländers Kaye Don, der mft der„Miß Eng- land II" auf genau 110 Stundenmellen(176,9 Stundenkilometer) gekommen war, um ein Geringes verbesserte Keine billige Ostseefahrt Die Bemühungen der Industrie, und Handelskammer zu Berlin wegen Ausgabe von Sonntagsrückfahrkarten von der Reichshaupt- stadt nach den Ostseebädern sind erfolglos geblieben, denn die Reichsbahnhauptverwaltung hat den Antrag der Kammer abgelehnt; sie stützt sich in ihrer Entscheidung auf die A u f s a s s u n g der Reichsbahndirektian Berlin, daß für Erholungsreisen über Sonntag von Berlin nach der Ostsee kein allgemeines Bs- dürfnis bestehe. Die sehr günstig liegenden Wochenendzüge mit er- mähigten Fahrpreisen, die im Sommer im Berkehr nach der Ostsee eingesetzt würden, entsprächen dem Verkehrsbedllrsnis durchaus. Bei der verhältnismäßig großen Entfernung nach den Ostseebädern würde der Pr«is der Sonntagsrückfahrkarten ziemlich hoch sein müssen, so daß bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage wohl kaum ein starker Gebrauch davon gemacht werden würde. Sonntagsrrck- fahrkarten nach Erholungsorten, die über 200 KUometer von Verlin entfernt lügen, werden, abgesehen von Ostern und Pfingsten, nur ganz wenig benutzt.— lieber die Auffassung der Direktion Berlin wird noch ein Wörtchen zu sagen sein. Ihr findet im der Wehr< Arbeitcrsportler! Sonntag tritt die Eiserne Front an! Am Sonntag, 31. Zavvar. um 17 Htj Sportpalast die erste Snndgebnng sormationen der Eisernen Front stakt. Reben den Schufo-Formatlonen des Reichsbanners, den Hammer- schaften des Allgemeinen Denkfchcn Gewerkschaftsbundes nehmen die zur Abwehr bereiten Arbeitersportler in den Hundertschaften hinler ihren roten Sturmfahneu Aufstellung. Arbeilersportler! Oft habt ihr den Ruf nach stärkerer Aktivität erhoben, jetzt ist die Zeit des Redens vorbei, jetzt heitzt es handeln! Zeder Verein mutz am Sonnlag pünktlich um lb Ahr iu der Garderobe des Sportpalastes, t Treppe links, zum Umkleiden bereilstehen. Sportlerinnen treten nicht mit au, sie nehmen auf den Zuschauerplätzen teil. Zede Sportart tritt in ihrer Sportkleidung an. Für die Mitglieder des Arbeiler-Turn- und Sporlbundes gilt Hemd und Hose, Motorradfahrer möglichst in Lederkleidung, Wanderer in Wanderkluft, Radfahrer in Solitracht. Alle Anordnungen der Letter j nd unbedingt zu befolgen, wahrt freiwillige Disziplin! Sporllerausweife werden durch Oelfchläger vor der Sperre ausgegeben. Seid rechtzeitig zur Stelle. Sarlell für Arbelkersport und Sörperpflege. Barlhelmaou._ Oehlschlüger. «alidorität. Sa» Berlin. Blerteljahre-oars-mmlung heute, IS Uhr, IM Eav? ecifdgcifta�ous- Freie Gpertverelnlgung Paulom. Sannaiend, 90. Januar, Generalvkr. fammluna um 20 Uhr der Lehmann. Die Spiele am Sonntag der 1. Hecken. mannschalt fallen aus. Zur Suuögebung im Sportpalast trete» alle männlichen Mitglieder in Sporilleidung an. FTSB.. Bezirk Naedring. Jahresversammlung Sonnabend, 30. Januar, 19 Uhr. bei Ufert, Dleimstr. öS._ Teunls.Not Groß-Berllu,«bt. Eharlotteaburg. Die angesetzte Sanderuug am Eonntaa. 31. Januar. fSIIt aus. Alle Genosse» finden sich um 16 Uhr im 'Not Sroß-BcrNu, Abt. Eharlottendura. Die angesetzte .W:ao, 81. Januar, fällt aus. Alle Genosse» finden sich! Sportpalast ein. Sportkleidung ohne Schläger mitbringen. Freie Wasserfahrer Auswärts. Sonntag, 31. Januar, Sportpalast- Kund- tng. 16 Uhr Treffpunkt in der Sarderode, 1 Treppe link», mit Sport, Reue' Anschrift: Käthe Heinemonn, N. 65, Lütlicher Str. 5. andballbezirk. Sonntag, 31. Januar, Ausmärst' ittuni 2. Haudballbezirk. Sonata! im Sportpalast. Alle Vereine 16 der„Eisernen «i" des «teiligen flchi Ab 13 Uhr besteht tnnerh. ezirkssptcNeituna. 31. Januar, Freie Ruderer»ad Kanufaheer, 1. Keei». Die Auswahlspieler zum Hand- ball tresfen sich Sonntag, 31. Januar, 15)4 Uhr, Sportplatz Normannenstraße. «olksspart Wedding E. V. Die Jahreshauptversammlung wird verlegt auf Sonntag"~'----- S— Mg» Zur vportpalast, 1 Treppe------■■■________.....------------■ I Die neugegrUndete Juaendabteilung übt jeden Dienstag ad 29 Uhr«n der Turnhalle Trift. Ecke Müllers'.raße. Januar und Februar kein Eintrittsgeld. Ab Montag. 1. Februar, regelmäßige llebunassturidea für die 70.Sahr.Feier in der Lefimg.Halle für alle beteiligten Mitglieder. Ruderverem Vorwärts. Zur Kundgebung Treffen Sonntag. 16 Uhr, im Sportpalast in Sportkleidung. Umkleiden 1 Treppe. Kartcllbczirk Treptow. Montag, 1. Februar, 20 Uhr, Sitzung bei Pomp. Niederfchäneweide, Hasselwerderstroße. Sonntag, 31. Januar, 1514 Uhr, Pflicht. Veranstaltung im Sportpalast(ohne Frauen). Sfaals Theater Freitag, den 20. Januar Staatsoper onter den Linden 19V« Uhr Die Hugenotten ütaatLStegnlhaui undimaauti. 20 Uhr otheiio Schiller-Theater ilurigttnkerj. 20 Uhr Die göttliche Jette PLAZA n Täglich ö u. 615 Uhr Stgs. 2, 5, 015 Uhr | OieToiii aas Wien SlM.Oper Charlotte» bure Sisnnarckstiaß« 34 Frei ag, 29 lanuar Tamus I I Antans 20 hr Ffledemann Bach Ende geg. 22�0 Uhi VolKsbühne Tiiutu an BOlowiliti 8 Uhr DerEeiancene mit Albert Eassennau Ann. anier-TItMter 8 Uhr DledCtUldie leite WEISSE WOCHEN unserer Detail- Abteilung. Verkauf eigener und anderer Fabrikate wir bringen u. a.- Zu enorm billigen Preisen TISCHWÄSCHE, HANDTÜCHER, LEIB- UND BETTWÄSCHE Vorverkauf 29. u. SO. Januar. Beginn 1. Februar. Verkaufsselt 8—5 Uhr. Sonnabende 8—2 Uhr Mechanische Feinweberei Adlershof A.-G. Berlin. Adlerahot, Adlargestell 37, geganObar Stadtbahn. Fernaprechar Adlershof 327, 336, 348 Sonata: oachrnttta; 3 Uhr billige Preise der Pliltee Rose- Theater inlt FmHrtn Kiel» U w. autaa c i uu 8.15 Uhr I— K! ainei TS.—■ Trappe 1931. TätzLS«* Uhr Die mauselalte Preiae 75 Pt— 5 U. Sonnt, oaabm. 4 D. halbe Preise. Lichterfelder Festsäie Z«laleraB>C4 Otto ScKftUllntf Telephon: Lichierfelde 0 3 1445 Festsäie für 1500 Personen mit Einierltiteii Veranstaltungen jed.r Art/ Oodizettssäla/ Veielnsilmmer für 20 Iiis BiiO Personen Stettiner Sänger im Reiclishallen- Theater USoboff plata a Hill. Semtaj! UV n w- Je* äWzjig Prjiszj. Mg OuDMiPnimus Eitltolaiu ) NP„So'n Keinfall!" _ Pre-fc abrehan»1 «Inar-MSnt«! fesche Form, ralna Wolle -ravian-MAntol gröBta Weiten t9.a- 29.- 17." _____■ HSntoi >n allen Welten SS.— 28, MeSentertigung besonders <0r etlrkere Damen Oimemalntal• Fabrlkitlan aeö Hintflusj Paul Unk