BERLIN Sonnabend 30. Januar 1932 10 Pf. Nr. 50 B 25 49. Zahrgang Erscheint tSqlich außer Sountags. -!llgl«iib?rdrnd->u«gal>« des..Porwärts'- für beide A»«gaben 7» Pf. vre Wache, Z.K M. oro Wanai (daran«7 Pf. monalllch für Znstclwng In« Hau«) im rarau« gabldar. P a N b e, a g Z,97 M. eiuschUeHlich 60 Pf. Pastfeitmigi- und 72 Pf. PastdeNellgebübreil. ff\£fwtisd& Sluieig«n»rei«! Tic cimpaUige!viUnmeler,«Ie&> Pf.. Neklamejeile 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif, PaM'chcchkania! Bormärlt-Pcrlag G.m.b.H., Berlin Zir. S7S.1S.- Ter Verlag behält sich da« Rech» der Ablehnung uicht genehmer Anicigen vor! Redaktion und Ervebtlion! Berlin SW KS, Llndenilr. 3 Eernsprrchcr: Dönhoff(A 7) 292—297. Das Eiserne Buch Die Republik rust zum Bekenntnis auf! Reichslagspräsideilt Paul Lobe Hai dem Reichsbanner i Schwarz-Roi-Gold zu dessen morgen beginnender R ü st- j wache das nebenstehende Geleitwort gesandt. Dieses Geleit- wort befindet sich auf der ersten Seite eines jeden Eisernen Buches. Reichstagspräsident Löbe wird sich am Sonntagvor- mittag als einer der ersten in der Gausammelstelle, Potsdamer Straße 131(Ecke Eichhornstraße), einzeichnen. Die Gausammelstelle wird am Sonntag von 1l!lhr bis 21 Uhr geöffnet sein, während die anderen T—' Sammelstellen am Sonntag wegen der Kundgebung im Sportpalast uurlnderZeitvonll b i s 1 5 ll h r geöffnet sind. Mau erwartet, daß bereits morgen ein großer Teil der Sporlpalast-Befuchcr seine Einzeichnung in der Gau- sammelstelle vornimmt. Bon Montag an sind alle Sammelstellen in der Zeit von 14 bis 21 Uhr täglich geöffnet. Die Adressen finden unsere Leser in der Beilage. Der Leopard wird erschossen. Die Polizei will weiteres Unheil verhüten. Der Leopard des Kunstmalers von Olhegraven, der gestern das zweijährige Kind der Pförtnersfrau Scharries zerfleischte, soll noch im Lause des heutigen Tages aus Veranlassung des Berliner Polizeipräsidenten erschossen werden. Der Polizeipräsident glaubt sich zu dieser Maßnahme um so mehr verpflichtet, alz durch den angeblichen Verkauf des Leoparden an einen Berliner Dompteur keineswegs die Gewähr gegeben ist, daß sich oer Kunstmaler das Tier abermals heimlich zurückholt, so wie er es vor Halbjahresfrist in Treptow getan hatte. Das Raub- ticr wurde noch in den gestrigen späten Abendstunden aus der Wohnung Othegraoenz aus der Kaiseralle« abgeholt und im Käsig nach einem Rummelplatz in der Belle-Alliance-Straße gebracht, wo der Dompteur sein Domiziel Hot. Der Tierschutzverein hat sich gestern für die Erhaltung des Leoparden eingesetzt. Schon als der Leopard im vergangenen Jahr getötet werden sollte. Intervenierte der Tierschutzverein nicht erfolg- los Es wäre besser gewesen, die Polizei hätte schon damals an ihrem Standpunkt energisch festgehalten. Der Besitzer des Leo- parden, von Othegraven, ist heute auf dem Polizeipräsidium abermals vernommen worden. Es steht bisher noch nicht genau fest, wie man O. zur Rechenschaft ziehen wird. Kriegserklärung Chinas anZapan? Oer Völkerbund schickt eine Kommission London, 30. Januar. Wir Renter ans Schanghai meldet, erklärt China Japan den Krieg. Diese Meldung klingt ziemlich stark qerüchthaft. Gerade heute mittag soll in Schanghai der Waffenstillstand in Kraft treten und der Völkerbundsrat hat soeben— allerdings nur die Entsendung einer besonderen Kommission beschlossen. Vor allem aber kann doch nur die gesetzmäßige Regierung in Nanking, aber nicht irgendwer in Schanghai den Krieg erklären. So berechtigt die chinesische Regierung an sich wäre, der gegenwärtigen Heuchelei ein Ende zu machen und durch eine formelle Kriegserklärung festzustellen, daß Japan schon seit 4 Monaten den Krieg tatsächlich führt, so würde das dennoch ein schwerer taktischer Fehler sein, der Chinas außerordentlich starke moralische Position beeinträchtigen würde. Die Nanking-Regierung hat es bisher sogar ver- mieten, die diplomatischen Beziehungen in Japan von sich aus abzubrechen: wie sollte sie daher diese Etappe plötzlich überspringen und zur Kriegserklärung schreiten, die lediglich Japan den Vorteil bringen würde, den bisherigen klaren Tatbestand der alleinigen Schuld Tokios zu ver- wischen? Bei allen diesen Erwägungen muß man eine Bestäti- gung dieser Nachricht abwarten, bevor man sie als Tatsache registriert. Es ist möglich, daß die von Reuter gemeldete Kriegs- orllärung den Wstchten des radikalen Dr. Eugen T s ch e n entspricht, der in Schanghai den Abwehrkampf leitet. Die Regier un g in Nanking aber veröffentlicht einen Auf- ruf, in dem sie den japanischen Angriff auf Schapei brand- markt und die Unterzeichner des Völkerbund- pattes, des Kellogg- Paktes und des Neun- müchtevertrages dringend auffordert, unverzüglich positive Maßnahmen zu treffen,„damit Recht und internationale Verpflichtungen nicht vom japanischen Militarismus mit Füßen getreten werden". Das klingt nicht nach Kriegserklärung! Die Konsuln sollen sofort berichten. Genf, 30. Januar.(Eigenbericht.) In Anwendung des Verfahrens nach Artikel 15 des Völkerbundspaktcs hat der Völkerbundsrat soeben ein- stimmig beschlossen: Zur Erhaltung von Nachrichten werden die Regierungen, die im Rat vertreten sind und offizielle Vertreter in Schanghai haben, aufgefordert. ans ihre» dortigen Beauftragten eine ausicrordentliche Untersuchungskommission zu bilden, die sofort einen Bericht über die Lage in Schanghai und deren Entstehung erstatten soll. Ehinas Vertreter Arn sprach seine Befriedigung aus über den Beginn energischer Mahnahmen. Schanghai sei sehr wichtig für Ehina. aber die Mandschurei nicht weniger. Auch wegen ihr allein hätte Ehina den Ar- tikel 13 angerufen. Oie Opfer Japans. London. 30. Januar.(Eigenbericht.) Ein Mitglied des Schaaghaier Büros der United Preß schilderte die Wirkung des japanischen Bombenangriffs ans die Zivilbevölkerung von Schapri: Es ist unmöglich. die Lpfer an Frauen. Kindern und Männern zu zählen. 14 Stunde« lang Huden die japanischen Fliegerbombe« de» dichtbevölkerte« Stadtteil Schapei verwüstet» wo das Volk nichts vo« einem japanische« Ultimatum gewußt hat. Fast die ganze Umgebung des Nordbahnhofs steht in Flammen. Die 3fcp*ner haben auch einen Zug mit Vomben beworfen, der vom Nordbahnhof abfahren wollte. Der Generalstreik ist lückenlos. Nur Lebensmittel- gefchäfte sind geöffnet. Im Hafen liegen fünf englische, zwei französische und ein amerikanisches Kriegsschiff. Man ist um die Sicherheit der 30 000 sOdbhp-_ �FRANZ. WASSERWERKS �RSEHAl�WA�SEßWeRICE fc. direktor den Rat gegeben, die Entsendung sowjetrussischer Truppen nach der Mandschurei zu oerlangen.— Aus Tschangtschun wird gemeldet, daß die Japaner beschlossen haben, die Leitung der südlichen Verlängerung der ostchinesischen Bahn zu sichern. Die sowjetrussischen und chinesischen Angestellten weigern sich des- halb, ihren Dienst weiter zu oersehen. Die Sowjetagentur verbreitet eine Pressemeldung aus Peking, die von ernsthaften Zerstörungen an der Südstrecke der oslchineslschea Eisenbahn spricht. Auf Verfügung des chinesischen Kommandos wurden einige Linien der Südstrecke zerstört und einige Brücken ge- sprengt. Die Angestellten der Bahn widersetzten sich der Zer» störung der Eiscnbahnstrecke. Sie nahmen die chinesischen Soldaten fest und oerprügelten sie. Ein Rundschreiben des Oberkom- ausländischen Konsuln in Charbin sprach den Entschluß aus, den ausländischen Konsuld in Charbin sprach den Entschluß aus, den Viewalttaten der japanischen Truppen Widerstand zu leisten, die sich der Züge zum Transport chrer Abteilungen bemächtigten. Die russische Regierung erteilte dem Leiter der chinesischen Ost- bahn. Ingenieur Rudy, Anweisung, daß alle Angestellten der Bahn eine Beförderung japanischer Truppen nur dann zulassen dürften, wenn hierzu die Erlaubnis des Verwaltungs, rotes der chinesischen Ostbahn vorliege. Fremden im Augenblick noch nicht besorgt, doch ist das Fremden- viertel dicht abgesperrt und scharf bewacht! Chinesische Verstärkungen im Anmarsch. Schanghai, Ist. Januar. Die Kämpfe in Tschapei beschränken sich zur Zeit auf Scharmützel. Chinese» und Japaner halten ihre Stel- lungen. Weitere chinesische Verstärkungen sind aus Nanking zu erwarten. Schanghai. 30. Januar.(Reuter.) Tfchiangkaischek, der nach kurzer Pause wieder in die Oefsentlichkeit tritt, hat bei den Konsuln in Schanghai dagegen prolestlerk, daß das lulernationale Kouzessionsgebiel rechtswidrig von den Japanern als Skühpunkt für militärische Operationen auf chinesischem Gebiet benutzt wird. Tfchiangkaischek erklärte, dies könne zur Folge haben, daß er ge- nötigt fein werde, den japanischen Teil des Konzessions- gedietes mit Granaten zu belegen, und er müsse jede Verant- wortung für die Folgen ablehnen. Oer theoretische ZLaffenstillstand. Washington, 30. Januar, Wre der amerikanische Generalkonsul in Schanghai dem Staats- departement mitteilte, wird der Waffenstillstand e r st Sonn- abend mittag(Greenwicher Zeit) in Wirkung treten. Trotz des theoretisch abgeschlossenen Waffenstillstandes war um 3 Uhr früh das Gewehr- und Maschinengewehrfeuer so stark wie am Tag zuvor. I o u r n a l i st e n, die sich in einem Kraftwagen auf den Kampfplatz begeben hatten, um über die Frage des Waffenstillstandes Erkundigungen einzuziehen, wurden beschossen, Sie blieben unoerletzt. 7. Die Aktion Amerikas. washiugton, 30. Januar, Im Board of Trade(Handelsamt) wurde ausdrücklich erklärt, Amerika fei stark daran interessiert, daß der H a f e n von Schanghai für den internationalen Verkehr zugänglich bleibe. Die Gesamtein- fuhr im Hafen von Schanghai habe im verflossenen Jahr 318 Mil- lionen Dollar betragen. An dieser Gesamtsumme seien in der Hauptsache die Vereinigten Staaten mit 76 Millionen Dollar, Ja- pan mit LS Millionen Dollar, BritischJndien mit 43 Millionen Dollar, England mit 38 Millionen Dollar beteiligt gewesen. Die Aus- fuhr aus dem Hafen von Schanghai nach Amerika habe 40 Mil- lionen Dollar erreicht In Manila sind acht weitere amerikanische Zer- st ö r e r angekommen. Sie haben Vorbereitungen zur baldigen Abfahrt nach Schanghai getroffen, Aus einer Mitteilung des Staatssekretärs S t i m s o n ergibt sich, daß auch England Vorstellungen in Tokio erhoben hat— freilich nur-- gegen eine japanische Besetzung des Schanghaier Fremdsnviertels, Oer russisch-iopanifche Ostbahnkonfliki. In der schon gemeldeten Unterredung mit dem stellvertretenden Außenkommissar K a r a ch a n hat der japanische Botschafter H i- rota ständig versichert, die Truppensendung nach der Stadt Char- bin diene ausschließlich dem Schutz der dort lebenden Japaner. Von den Bombenabwürfen aus Charbin ist dabei nicht ge- sprochen worden. Karachan hat unter anderem erwidert, daß ja- MMonen-Devisenschiebungen Guiherz wollie sich die Sporen verdienen Welch ein komplizierter und rassinierter Apparat aufgezogen wird, um den Zufluß von Devisen aus dem Ausland zu verhindern, erfuhr man, als die Z o l l f a h n d u n g s st e l l e kürzlich den jetzt britischen Staatsangehörigen G u t h e r z verhaftete. Neben chm auf der Anklagebank vor dem Schnellschöffengericht sitzen heute der Bankier Kurt Oppenheimer und der österreichische Staats- angehörige Adalbert P a t a r g y. Drei weitere Mitschuldige, die Ocsterreicher Fritz Adler und M a u k s ch und ein gewisser Alexander sind flüchtig. Den Vorsitz in der Schnellschössen- gerichtsoerhandlung führt Landgerichtsdirektor N e u m a n n. Die Angeklagten werden verteidigt von den Rechtsanwälten Professor Dr. Alsberg, Dr. Plüsche, Dr. Wygoczinsky, Dr, Klee u. a. Für die Firma Singer u. Friedländer, London, deren Konto in Höhe von 600 000 Mark beschlagnahmt wurde, ist Iustizrat Dr. Löwenstein anwesend. Folgender Sachverhalt liegt vor: Die Londoner Firma Singer u. Friedländer hatte den Angeklagten Gutherz und den Mitinhaber der Firma M. Friedländer beauftragt, 6 Proz. Relchsschuldbuchforderungen im Werte von einer Million auf Reichsbahn-Vorzugsaktien umzu- tauschen. Diese Manipulation war gesetzlich nicht zu beanstanden: es lag auch die Genehmigung der Devisenbewirtschaftungsstelle vor. Die Aktien sollten ins Ausland gesandt werden. Es war aber auf- gefallen, daß fast zu gleicher Zeit, als der Umtausch stattfand, versucht worden war, die Reichsbahn-Vorzugsaktien durch einen Mittelsmann abzustoßen. Dieser verkauf von Wertpapieren, die Ausländern gehören, ist im Inland verboten und wird von der siebenten Ausführungsbestimmung zur Verord- nung des Reichspräsidenten über die Devisenbewirtschaftung mit Strafe bedroht. Die Angeklagten Oppenheimer und Palargy haben dem Angeklagten Gutherz dabei wissentlich Hilfe geleistet: sie haben außerdem als Inländer Reichsmarkbeträge auf einem im Inland ge- führten Konto einer im Ausland lebenden Person ohne Genehmi- gung der Deoisenbewirtschaftungsstelle ausgezahlt, sie haben ferner dem flüchtigen Fritz Adler, der sich zur Zell in Paris befindet, bei den von ihm vorgenommenen Effektenverkäufen Beihilfe ge- leistet. Die Anklage, sagt der Staatsanwalt weiter, hat in all diesen Handlungen einen äußerst schweren verstoß gegen die Devlsenverordnuug erblickt, well die Angeklagten durch eine besonders raffinierte Zu- sammcnarbett es verhindern wollten, daß der Ausfuhrerlös jür deutsche Ware im Inland verbleibe. Sie haben außerdem m ge- winnsüchtiger Absicht gehandelt, sie haben sich hohe Provisionen auszahlen lassen. Rechtsanwalt Dr, Wygoczinsky erklärt, daß er die Rechtsgültigkeit der Ausführungsverordnungen zur Nowerord- nung des Reichspräsidenten anzuzweifeln beabsichtige. Der Angeklagte G u t h e r z erklärt zögernd und stockend, wie die ganzen Manipulationen vor sich gegangen sind. Er ist seit Anfang 1924 bei Singer u. Friedländer in London tätig und seit etwa einem Jahre britischer Staatsangehöriger. Sein Vertrag mit der Firma war am 31. Dezember 1931 abgelaufen: seine Be- mühungen, ihn zu erneuern, waren ergebnislos. Man machte ihm wohl Versprechungen, schob aber deren Erfüllung immer wieder hinaus. Anfang dieses Jahres erhielt er den Auftrag, nach München zu fahren und hier den Oesterreicher Fritz Adler bei der Firma Aufhäuser als Kunde einzuführen. Er sollte aus seinen Namen für Singer u. Friedländer Effekten(Wertpapiere) verkaufen. Ten Auftrag führte er aber nicht aus und telephonierte nach Lon- don, daß die Firma Aushäuser mst Adler nicht handeln wolle; er tat das, weil ihm Bedenken wegen der Korrektheit der beab- sichtigten Geschäfte gekommen waren. Die Effekten, die Fritz Adler bei Aufhäuser verkaufen sollte, wären entweder aus London ge- schickt oder aus der Reichskreditgesellschast entnommen worden In welchem Umfange die Verkäufe getätigt werden sollten, weiß er nicht. Der. Umfang der Verkäufe sollte die Firma selbst von London aus, je nach dem Börsenkurs, bestimmen. In München hielt sich Gutherz nur zwei Tage auf. Der Mit- inhaber der Firma Singer u. Friedländer, Ernst Friedländer, forderte, chn aus Berlin telephonisch an: Er wolle abreisen, müsse aber vorher noch wichtige Geschäfte abwickeln. Friedländer machte ihn in Berlin mit dem Angeklagten Oppenheimer, dem jetzt flüchtiger Alexander und verschiedenen anderen Leuten bekannt, und er erhielt den Auftrag von Lppenheimer und Palargy. denen Friedländer für eine Million Mark Effekten verkauft hatte. nach und nach den Erlös in Empfang zu nehmen und das Geld an verschiedene deutsche Zinnen abzuliefern. Die Zahlungen selbst an die deutschen Firmen wurden von dem jetzt flüchtigen Mauksch vorgenommen, damit er, Gutherz, nicht in Erscheinung trete. Die Verkäufe bei Kurt Oppenheimer wurde» aus den Namen Alexander getätigt, damit die Firma Singer und Friedländer in den Bücher nicht zu figurieren brauchte. Den Ver- kauf der der Firma Oppenheimer übergebenen Vorzugsaktien be- absichtigte diese durch einen Makler vorzunehmen, damit die Firma nicht auf dem Markt figuriere, Quittungen über den Empfang des Geldes brauchte Gutherz nicht abzugeben.—„Hat Sie das gar nicht gewundert?" bemerkt der Vorsitzende. G u t h e r z: Die Zahlungen, die die Firma Singer u. Friedländec auf diesem kom- plizierten Wege an deutsche Provinzfirmen leistete, geschahen im Auftrage verschiedener englischer Häuser.---Vor j.: Waren das Pfundschulden oder Markschulden, die die englische Firma zu leisten hatte?— Gutherz: Ich nehme an, es waren Markschulden. Mit Bestimmtheit weiß ich aber nichts. Vors.: Wunderten Sie sich nicht, daß die Zahlungen auf solch einem Umwege stattfanden? A n g e k l.: Ich hatte meine Instruktionen und leistete demgemäß die Zahlungen. Vors.: Kann ich Ihre Erklärungen, trotz der Zurückhastung, mst der sie abgegeben werden, als Geständnis werten? A n g e k l.: Ja. Ich möchte aber bitten zu berücksichtigen, daß ich wegen der Nichterneuerung des Vertrages mich in einer sehr gedrückten seelischen Verfassung befand. Ich hoffte, daß es mir gelingen würde, mir auf diese Weise meine Sporen zu oerdienen. Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Oppenheimer. Die Vorfälle in Kürstenwalde. E ne Zuschrift des Rkichswehr-Ministeriums. Zu unseren Mitteilungen aus Fürstenwald« über das Ein- greisen einzelner Reichswehrsoldaten in eine von National- sozialisten provozierte Schlägerei mit Arbeitern er- hallen wir folgendes Schreiben des Reichswehrminiftenums: Zu dem in Nr. 40 Ihres Blattes vom 25. Januar 1932 abends erschienenen Bericht über Vorfälle in Fürstenwalde wird mit- geteilt, daß sich nach der vom Standortäitesten Fürstenwalde ge- führten eingehenden Untersuchung der Tatbestand wesentlich anders als in der von Ihnen gebrachten Meldung darstellt. Es ist danach unzutreffend, daß die UMeroffiziere und Mannschaften des 9 Reiter-Regiments von der Waffe Gebrauch gemacht haben sollen, ohne vorher durch Zivilpersonen belästigt worden zu sein. Die Soldaten sind vielmehr, ohne hierzu Anlaß gegeben zu haben, aus der Menge durch Rufe wie„Mordgesiudel" und„Blut- Hunde" beleidigt und" durch Schläge angegriffen worden. Erst als sich die' Beleidiger der Namensfeststellung tätlich, zum Teil unter 1 Verwendung von Schlagringen, widersetzten, hnben die Soldaten in berechtigter Notwehr die Waffe gebrauch t. Damit werden auch die Behauptungen widerlegt, daß die Soldaten von Teilen des Publikums zu ihrem Vorgehen aufgefordert war- den sein sollen. Es wird aebeten, den von Ihnen gebrachten Be- richt auf Grund dieser Feststellungen richtigstellen zu wollen. Gegenüber diesen Darlegungen, die aus den Aussagen der Reichswehrsoldaten selbst beruhen, bleibt bestehen, daß die Sol- 1 baten sich in einen Kampf eingemischt haben, der nicht ihnen gall, und bei dem sie nichts zu suchen hatten. Das Montagsblatt der| Ehrhardt-Gruppe hat sogar behauptet, die Reichswehr wäre o s f i- j ziell alarmiert worden, da die Polizeikräfte nicht ausgereicht; hätten. Zu solchen„Mißverständnissen" kann das Eingreisen von Soldaten in politischen Prügeleien führen, denen sie auf jeden Fall fernbleiben sollten. panis>)es Militär, ohne viel zu fragen, Züge der Ostbahn bestiegen und nach Norden in Fihrt gebracht hat. Nach einer Meldung aus Tokio sollen 30 00 russische Bahnangestellte sich be- w a s s n e t und dem chinesischen Oberbefehlshaber Tingtschao Waffen geliefert h�ben. Dieser habe dem russischen Eisenbahn- j Tieue Verhaftungen wegen Felseneck. Di« Justizpressestelle teilt mit; Nachdem der Untersuchungsrichter beim Landgericht III Berlin wegen der Zusammenstöße in der Kolonie Felsencck die Vorunter, suchung gegen insgesamt 48 Personen eröffnet und gegen 25 An- geschuldixte Hastbeschl erlassen halt«, sind nunmehr gegen 20 weitere Angeschuldigte Hastbefeh'e ergangen und vollstreckt worden, so daß sich jetzt 45 Personen in Untersuchungshast befinden. Fahrstuhlunglück in der Brockenhalle. Drei Arbeiter schwer, zwei leicht verletzt. Aus dem Grundstück der Brockensammlung des Vereins Dienst an Arbeitslosen e. V. in der Acker st raße 52 ereignete sich heule vormittag ein folgenschweres Zahrstuhlunglück. Bei einer Reparatur an dem Lastenaufzug wurden durch einen eigenartigen Unfall drei Arbeiter schwer und zwei weitere leicht verletzt. Die Schwerverlehlen fanden im nahegelegenen Lazarus-Srankenhaus Aufnahme. An d«m Fahrstuhl sollte das Seil, das einige schadhafte Stellen aufwies, ausgewechselt werden. Mit den Reparaturarbeiten wurden fünf Arbeiter, die in dem Heim der Brockensammlung wohnen, beauftragt. Zunächst wurde das unter« Seilende von seiner Der- ankerung gelöst. Vier Mann hielten das Seilende umkllynmert. Das viele Zentner schwere Gewicht des Aufzuges, das sich etwa in Höhe des zweiten Stockwerkes befand, vermochten die vier Arbeiter aber nicht auszugleichen. Dos Gewicht sauste in die Tiefe und die vier Arbeiter, die das Seilende nicht mehr rechtzeitig losiossen kennten, wurden big zur dritten Etage mit in die Lehe geriss-n. Durch den ungeheuren Ruck erlahmte die Kraft der Verunglückten sehr schnell und alle vier stürzten in die Tiese. Ein fünfter Arbeiter wurde von dem abgestürzten Gewicht ge- troffen, aber glücklicherweise nur gestreist, so daß er mit lei.' tcn Verletzungen davonkam. Die alarmierte Feuerwehr sorgte für den sofortigen Abtransport der Verletzten ins Lazarus-Krankenhaus. Die Verunglückten sind der 20 Jahre alte Hans Sack, der 23 Jai-re alt« Paul Schönwalder. der 23 Jahre alte Arthur veiß, der 29 Jahre alle Fritz Papke und der 23 Jahre alte Gerhard Laads. Bei Papke und Laads stellten sich die Verletzungen als nicht gefährlich heraus und sie konnten alsbald wieder entlassen werden. Die übrigen Verunglückten liegen mit schweren Knochen- b r ü ch e n und inneren Verletzungen danieder. Von der Kriminalpolizei und vom Gewerbeaufsichtsamt ist eine strenge Untersuchung eingeleitet werden. Es scheint, daß bei der Vornahme der Reparatur jegliche fachmännisch« Aussicht gefehlt hat.__ Die 36. weltliche Schule in Berlin-Lichtenberg. Friezrickstr. 71. zeigt in ein.x Auestellung am heutigen Sonnabend, dem 30. Januar, von 17 bis 21 Uhr, und am Sonntag, dem 31. Januar von 10 bis 20 Uhr. die Ergebnisse moderner Schularbest. Eintritt srei. Neues Kabinett Buresch. Ohne Schober und ohne sichere Mehrheit. Dicu, 30. Januar.(Eigenbericht.) Dr. B u r« s ch hat sein zweites Kabinett beisammen. Er bleibt Bundeskanzler und übernimmt auch das Außenamt, dessen voriger Inhaber Schober dem angeblichen Verlangen der Gläubiger- mächte geopsert wird, was die Großdeutschen in die Opposition treibt. Der landbündlerische Innenminister Jng. W i n k l e r ist nun noch Innenminister, doch besteht vorläufig der Plan, die oberste Leitung der Polizei und Gendarmerie einem vom Land- bund vorzuschlagenden„Minister ohne Portefeuille"' zu übertragen. Das soll offenbar ein Lockmittel für den Heimatblock sein, da diese Faschisten den Minister Winkler hassen. Jedoch hat der erste Ministerrat beschlossen, dem Bundespräsidenten vorzuschlagen, daß Winkler das Innenministerium in unverändertem Umfang weiterführen soll. Dem eigenartigen Plan scheint also schnell de? Garaus gemacht worden zu sein. Alle übrigen Minister sind wiedergekehrt, es sind lauter Christ- lich-soziale. Der großdeutsche Justizminister Dr. S ch ü r f f wird durch den reaktionären Tiroler Christlichsozialen Dr. S ch u s ch n i g g er- setzt. Ein recht übler Wechsel, zumal Schuschnigg dem neuen— „Tiroler Wintersport", nämlich dem Unfug verschiedener Dörfer, Otto Habsburg zum Ehrenbürger zu ernennen, sym- pathisch gegenübersteht! Da die beiden Regierungsparteien, Landbund und Christlich- soziale, nur 73 von den 163 Mandaten im Nationalrat besitzen, hängt der Bestand dieser Regierung, wenn die Großdeutschen nicht für sie stimmen, von der Haltung der Sozialdemokraten ab. Oer Ka Ausstellung des Hygiene-Mufeums Ein Querulant. Wie ein Gewährsmann der Oeutfchnationalen aussieht. Seit Jahren macht ein Bücherrevisor namens L a ch m a n n in der OeffenUichkeit dadurch von sich reden, daß er Beschuldigungen gegen linksgerichtete Persönlichkeiten erhebt, die von der rechts- radikalen Hetzpresse emsig verbreitet werden. Obwohl Jude, genießt Lachmann das besondere Vertrauen der preußischen deutschnationalen Landtagsfraktion, die sich in oer- schietenen Großen und Kleinen Ansragen dauernd auf Lachmann als ihren Gewährsmann beruft. Dieser Gewährsmann wurde am Freitag durch ein« Gerichts- Verhandlung vor dem Schöffengericht Charlottenburg entlarvt. Zu den Personen, die Lachmann mit seinem besonderen Hasse beehrt, gehört der bekannte Justizrat Wcrthauer, der von Lachmann beschuldigt wird, an den Schiebungen Kutiskers beteiligt gewesen zu sein. Jedoch ist Lachmann in allen Prozessen, die Werthauer deswegen gegen ihn angestrengt hat, restlos unterlegen und sowohl zur Unterlassung seiner Behauptungen als auch zur Tragung der nicht unerheblichen Kosten verurteilt worden. Da Lachmann nicht zahlt und Pfändung fruchtlos war, ließ Wert- Hauer ihn zum Offenbarungseid vorladen. Der Ablegung des Offenbarungseides suchte sich Lachmann auf jede Weise zu ent- ziehen. Nach einer erneuten Ladung schrieb er an die Ehefrau(!) Werthauers eine Karte mit folgendem Text: „Mens T e k e l! Ich teile Ihnen mit, daß einem Mitglied Ihrer Familie Unheil droht. Ich warne, um andere damit im Zusammenhang stehende junge Menschenleben zu retten. Hiermit habe ich meine Pflicht als Mensch und Jude erfüllt. Das Weitere liegt an Ihnen." In dieser Karte und weiteren Briefen Lachmanns ähnlichen Inhalts erblickt« die Staatsanwaltschaft den fortgesetzten Versuch der Erpressung, da Lachmann die Bedrohung Werrhauers nur erfunden habe, um ihn von weitereu Zwangsmaßnahmen abzuschrecken. In der Gerichtsverhandlung am Freitag erzählte Lachmann eine große Räubergeschichte. Danach soll eine Frau O., die Werthauer in einem Scheidungsprozeß vertritt, wegen der hohen Honorarforderungen Werthauers mit Selbstmord gedroht haben, worauf ausgerechnet der m Scheidung lebende Ehemann(!!) erklärt haben solle, er werde Werthauer erschießen. Die Zeugen- Vernehmung der Frau O. enchüllt« die ganze Geschichte als blanken Schwindel! Nunmehr äußerte der Sachverständige. Dr. Plant, Zweifel au der Zurechnungsfähigkeil Lachmanns. Lachmann sei derart in auerulaulorische Verfolgungsideen eingesponnen, daß bei ihm mög- ticherwelse die Verneinung der freien willensbcstimmung gemäß ß 51 StGB, in Frage komme. Das Gericht beschloh. Lachmann gerichtsärztlich, und zwar durch Prof. Leppmann, auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen und oertagte infolgedessen die Verhandlung. Herrlich, mit welcher Art von Gewährsmännern die deutsch- nationalen Edelinge ihre Verleumdungsfeldzüge gegen die Links führen. Das Bild wäre nicht vollständig ohne die Erwähnung, daß Lachmann— nach seiner eigenen Angabe in einem anderen Ge- ricbtstermin— ein Hauplmitarbeiter an der berüchtigten „Gefesselten Justiz" gewesen ist. Mm-Atl-rlei. Marmorhaus. Das Filmklelnzeug, das in den Beiprogrammen des Film- repertoires sich auswirkt, findet in der Kritik meistens nicht die rich- tige Beachtung. Es wird so nebenbei abgetan, obwohl es manchmal amüsanter und nicht bloß lehrreicher als der üblich« Hauptfilm ist. Es war daher kein übler Gedanke, aus dem Cmelka-Material eine Zusammenstellung von Kleinfilmen zu veranstalten. Willi S ch ä f f e r s. als bayerischer Bua kostümiert, umkleidete das Ganze mit seinem trockenen Humor(ohne sich freilich zu besonderen Leistungen aufzuschwingen). Man sah mancherlei außer der Ton- wo he. Am merkwürdigsten war wohl die nachdenkliche Gegenüber- stellung von Mensch und Affe in ,.M e n s ch- n u n t e r d e r L u p e". in der Willi Schäsfers einen die menschlichen Narreteien verspottenden alten Affen darstellt. Das weitaus Schönste und Sehenswerteste bot das Foxjilmchen„Vögel aller Meere". Welch ein Gewimmel flatternder weißer Flügel, welche Wohndichtigkeit der zu Hundert- tausenden nebeneinander nistenden Alken und Kormoran«, welche possierliche Flucht unendlicher Massen einherwats ch elnder Pinguine! Lehrreich ist die Reportage, wie ein Brief in vier Tagen von Berlin nach New Bort kommt. Den Automobilisten interessiert vielleicht „Wie lerne ich Auto fahren" Ja. und dann gab es noch außer einem grobschlächtigen Tricksilm(Der Frosch beim Zahnarzt) eine merk- würdige Zusammenstellung„Ja, ja, sowas gibt's noch", «ine Sammlung von Seltsamkeiten und Ueberlebtheiten, die sich noch irgendwo erhalten haben. r- „goffmmmi ffit-ählmtcen" fßt die verlwer M-terhsise. Unter dem Protektorat d«S ReicbZpräsid-nten findet w der ersten Februarhalste eine ilestrorstellurig von„Hofin-anns Erzählungen" im Großen Schauipielhaus sijr die Berliner Winterhilfe statt. Die vom Deutschen Hygiene-Museum in Dresden veranstaltete Wanderausstellung zur Bekämpsung der Krebs- k r a n k h« i t wurde am 23. Januar, vormittags 11 Uhr, im Europa-Haus durch den Präsidenten des Hygiene-Museums, Dr. S e i r i n g, mit kurzen Hinweisen auf Zweck und Bedeutung der Auestellung unter Anwesenheit von Vertretern de- Reichs- gesundheiteamts, der staatlichen und städtischen Behörden, der Krankenkassen und anderer Organisationen sowie zahlreicher Aerzte eröffnet. Ansprachen hielten Geh. Rat Lenz als Vertreter des Ministeriums für Volkswohifahrt, Präsident Dr. Hamel sür das R«ichsgesundheitramt, Professor von Drygalski für die Stadt Berlin. Aus ihrer aller Munbe klang nächst dem Ernst und der Bedeutsamkeit des Problems doch die tröstliche Zuversicht, daß der Krebs— frühzeitig erkannt— geheilt werben kann, und daß daher alle Mittel und Wege der Volksausklärung beschritten werden müssen, um dieser Forderung gerecht zu werden. Schleichwege der Krebserkrankunq. Wie diese neuzeitilche Geißel des Menschengeschlechts in chrem Werden und Entstehen bestimmte Organsysteme befällt und in ihrer Gewel-Zerstörung dann allmählich den ganzen Körper unterhöhlt, das zeigen nicht nur zahlreich« Bildtafeln, Abgüsse und Filmdor- stellungen, sondern vor allem auch in sinnreicher Gegenüberstellung von gesunden Organen die nach dem Spalteholzverfahren Hergestell- ten, transparenten, natürlichen Abgüsse der vorzugsweise vom Krebs befallenen Körperteile. Hier begegnet man einmal dem Ge- werbekrebs bestimmter Berufsarten(Schornsteinfeger, Paraffin-, Anilinarbeiter u. a.), bei denen chronische Reize auf bestimmte Hautpartien einwirken, und außerdem der weitaus größten Mehr- zahl anderer Entstehungsarten, bei denen neben Reizmomenten auch «ine gewisse familiäre oder persönliche Bereitschaft mitbestimmend einwirkt. Da beren letzten Entstehungsmomente trotz mühsamer Forschung noch immer ungeklärt geblieben sind, ist die Erkennung der unheilbringenden Gewebsveränderung so ungemein erschwert und die frühzeitige. Diagnose daher entscheidend für Krankheits- oerlauf und Leben. Verbreitung des Krebses. Die drei Krankheitsgruppen, die in der Gegenwart die meisten Todesopfer fordern, sind Herz- und Gefäßkrankheiten mit 123 066 Todesfällen pro Jahr, der Krebs mit 76 666 und die Tuberkulose mit 33 666: die Zahl der letzteren ist dank allgemeiner Fürsorge- maßnahmen und weit umfassendster Aufklärung mehr und mehr herabgedrückt worden, die des Krebses aber mehr und mehr ge- stiegen.(Das hängt zum Teil mit der in den letzten Jahrzehnten erreichten Lebensverlängerung der deutschen Bevölkerung, zum Teil auch mit der verbesserten Diagnosenslellung zusammen.) Aber die Tatsache, daß unter sämtlichen Gestorbenen jeder zehnte Mann und jede siebente Frau dem Krebs zum Opfer fällt, erhärtet die zwingende Notwendigkeit, auch ihm gegenüber alle gesellschaftlichen und per- sönlichen Abwehrmaßnahmen mobil zu machen! Ist Krebs heilbar? Ja, das ist er, wenn- er frühzeitig erkannt wird und wenn Operationen oder Strahlenbehandlung— diese Methoden sind die einzig souveränen, andere Mittel gibt es vorläufig nicht— noch vor der Ueberschwemmung des Gesamtorganismus diese wuchernden Elemente radikal entfernen können. Auch hier zeigt die Ausstellung die mannigfachsten Hinweise und die Vorgänge, die sich dabei ab- spielen. Anfang wie Ende der Krebsbekämpfung münden daher in die Forderung ein: keine unnütze, keine übertriebene Angst, aber strengste Beachtung aller verdächtigen Symptome und rechtzeitige, sorgsame ärztliche Untersuchung. Wo Kommunen und Kranken- lassen wie in einer größeren Reche Städte Deutschlands, vor allem auch in Berlin, Fürsorgestätten für Krebsbekämpfung eingerichtet haben, ist deren Obsorge aufzusuchen, in allen anderen Fällen ist der Arzt die alleinige erste Hilfsquelle. Ziel und Zweck der Ausstellung erschöpft sich mithin in der Aufzeigung der Wege, die man in der Erkennung dieser Volksseuche zu gehen hat, und daher ist deren Besuch für Männer wie Frauen dringend zu empfehlen. Die Frauen kommen ja nicht bloß als nur allzu häufig von dieser Krankheit Befallene, sondern auch als Mütter der Famllien dabei in Frage. Belehrende Vorträge und Filmvorführungen sollen dem Zwecke der allgemeinen Aufklärung dienen. Dringend anzuraten wäre aber, wenn man die breiten Volksmassen für die Besichtigung gewinnen will, daß der Eintritts- preis, der für Schulen, Krankenkassen und Erwerbslose 26 Pfennig pro Kopf beträgt, für alle anderen aber 36 Pfennig, noch weiter herabgesetzt werden würde. Dies zu erreichen, möge Aufgabe der Krankenkassen und anderer gemeinnütziger Verbände sein. Dr. J. M. Gegen den Rassenwahn. O'Neill im Theater am Gchiffbauerdamm. Ein aufwühlendes, erschütterndes Spiel. Drei junge Schau- spiele?, unberührt von den Lächerlichkeiten des Startums, beweisen, wie stark ein ungehemmter, impulsiver, dramatischer Ausdruckswille, der nicht mit der Wirkung der Großaufnahme kokettiert, den Zu- schauer packen kann. Die Berliner Bühne, erstickt in gesellschaftlichen und kriminalistischen Schmarren oder in albernen Revueherrlich- leiten, erhält wieder Sinn, und man fragt sich, warum das Stück mit diesen hochbegabten Darstellern nur in einer Nachtvorstellung aufgeführt wird. Ist es die Angst vor Herrn Hitler? Ist das Thema unbequem? Eugene..O'Reill. wendet sich gegen. Hey.Rassenwahnsinn. „Alle Kinder Gottes haben Flügel"� heißt der Titel, den der amerikanische Sudermann seinem Drama gab. O'Neill besitzt eine bestechende Technik, ein wirklich großes Können im Auf- bau eines Stückes. Kein Wort, keine Geste ist zuviel. Er verleiht jeder Szene die prägnanteste Form, jedenfalls die Farm, die die Szene am theaterwirksamsten erscheinen läßt. Uird diese technischen Vorzüge, die manchmal bei O'Neill spielerischer Selbstzweck sind, verbinden sich hier mit einem großen Stoff. Es stehen sich Neger und Weiß« gegenüber, und in dem Augen- blick, da der Schwarze das weiße Mädchen heiratet, bricht auf beiden Seiten der Haß aus, und der Haß überträgt sich in die Ehe. Die Frau ist ausgestoßen aus ihrer Gemeinschaft. Sie fühlt sich entehrt und verfolgt und dieses Gefühl zerrüttet ihre Nerven. Andererseits wird sie von den Schwarzen als Eindringling angesehen. Schwarz soll bei schwarz bleiben. Wozu dieser sinnlose Haß? Ein paar kurze Bilder belichten die Situation, die gespannt« Atmosphäre, die ständige Haßbereitschast. O'Neill oerteilt die Akzent« zugunsten der Neger. Der edle Jim hat keinen männlichen weißen Gegenspieler, der ihm annähernd die Waage hält. Die Weißen sind eher Episoden. Die Darsteller, zusammengeschlysien in der Arbeitegemeinsckaft Berlin, spielen unter der Regie von Heinz S t r o u x, der die effekt- volle Dramatik dieser Szenen ganz stark herausarbeitet und den Mut zu elementarem Schrei findet. Die Leidenschaften kracken aufeinander und die Träger dieler Leidenschast sind vom Spiel besessene Menschen, die die Sache nicht mit Routine, sondern mit ungebrockenem Ausdruckswillen anpacken. Marcella S a l z e r wird im seelischen Zusammenbruch eine Gestalterin großen Stils. Trude Burg als Negermädchen ein herber Umriß und von explosiver Kraft im Ausbruch des Hasies. Herbert Berghof ist ein ver- grübelte?, selbstquälerischer Jim, verinnerlicht und groß. lF. Zdi. Misch-�eier und Kuriwängler-Konzert. Die letzten Abende des Philharmonischen Orchesters vor seiner Auslandsreise. Zunächst eine Gedächtnisfeier für Arthur Nikisch, den Unvergessenen, Unvergeßlichen, der zehn Jahre schon tot ist, aber immer noch im Herzen aller lebt, die ihn jemals hören durften. Die Geste der Erinnerung des Orchesters an seinen großen Führer— vor dem Podium stand Nikischs Bild von Grün um- rahmt— war anerkennenswert und vielen wohl zu Dank: das Konzert selbst war aber bloß ein mittelmäßiger, von Julius Prüm er dirigierter Beethoven-Abend mit der 3. Sinfonie, der Coriolan- sowie der Z. Leonoren-Onvertüre. Kein für Nikisch charakteristisches Werk stand auf dem Programm, keines von jenen, die er, die man an ihm so sehr«liebt. Wird so eine Feier nicht etwas aus dem Gefühl lästiger Pflicht, sondern dem der Verbunden- heit und Dankbarkeit veranstaltet— kann dann nicht sorgfältiger arrangiert, charakteristischer ausgewählt, repräsentativer musiziert werden? Am folgenden Abend, im gleichen Saal, von demselben Orchester gespielt, wieder die 3. Leonoren-Ouvertüre. Es ist wie Zauberei: Furtwängler dirigiert, das Stück erklingt in intensivster Span- nung. in Stauung, Steigerung, jäher Entladung, in dramatischer Wucht und dahmbrausender Herrlichkeit. Solistin des Konzerts war Adelheid Armhold mit der D5-Dur-Arie aus Mozarts„II re Pastore"; bei all ihrem großen Können, trotz schönen Materials und großer Musikalität eine leise Enttäuschung. Anfang und Ende des Programms seltsam oerwandt und gegensätzlich zugleich: Mozarts C-Moll- und Mahlers 4. Sinfonie, Mozarts Sehnsucht über sich hinaus und Mahlers Sehnsucht zu Mozart zurück, Mozart nachdenklich, tiefgründig, pathetisch, in einem unnachdenklichen, unpathetischen Stil, Mahler voll Sichmühens um Schlichtheit, Naivität und die Seligkeit von Vordergrund und Augenblick in einem hintergründigen und pachetischen Stil. Furtwängler brachte beide auf den gemeinsamen Nenner seiner persönlichen Ausdrucks- kunst und wurde mit Recht gefeiert. Rudolf S e r k i n ist einer der wenigen großen jungen Pianisten. Wer die so selten, viel zu selten gehörte Toccata von Busoni, wer Beechovens Hammerklaviersonate mit so überlegener Virtuosität, so eminentem Klangsmn. mit solchen musikalischen Elan und musika- lischen Bewußtsein zu spielen, zu toben, zu hämmern und dann wieder hinzuhauchen vermag, der ist wahrhastig ein großer Meister' seines Instruments. Boris S ch w a r z ist ein guter Geigernachwuchs. Regers „Suite im alten Stil" liegt und gelingt ihm besonders— von seinem Reiferwerden ist noch manches zu erwarten. A. W. Das Schillerthealc? hat sein Ersolgslück. Ich weiß nicht, die wievielte Aufführung„Die göttliche Jette" schon erreicht hat. jedenfalls ist diese lustige Posse frei nach dem Leben der einst be- rühmten Primadonna Henriette Sonntag ein ausdauernder Erfolg. Die nächste Einstudierung des Schillertheaters kommt deshalb zuerst im Schauspielhaus heraus, um das Serienglück nicht zu stören. Das Schillertheater wird mit dem Ende dieser Spielzeit vom Staat aufgegeben. Im Zusammenhang damit sollen 24 Künstler ihre Ent- lassung bekommen. Das künstlerische Personal der staatlichen Schauspiele protestiert dagegen, weil diese Verminderung weit über das und aus vielen anderen Gründen. Man verlangt die Zurücknahme durch die Abstoßung des Schillertheaters bedingte Maß hinausgeht der unberechtigten und unbegründeten Entlastungen und erhofft die Erhaltung de? Schillertheaters. Die gestrige Ausführung des Schillertheaters spiegelt« die Sorgen und Befürchtungen des Personals wider. In zahlreichen Anspielungen und einigen eingelegten Coupletsstrophen wurde in naheliegender Welse die im Stück vorkommende Schließung des Königstädtischen Theaters und seine W'edereröffnung mit der oölt- lichen Jette mobil gemacht für die Zukunft des Schillertheaters. Das Publikum beteiligte sich an diesen Gedanken durch ostentativen Applaus. So hatten nicht nur die Darsteller, an der Sp'tze die als göttliche Jette unvergleichliche Lucie Mannheim, und all die anderen ausgezeichneten Darsteller, sondern auch die Idee des Schillertheaters selber als eines volkstümlichen Kunstinstituts ihren Triumph. Schaljapin darf wieder nach Rußland. Der russische Sänger Feooor Sch-aijapin. der seit 19?7 aus Rußland verbannt war, ist von der Sowjetreqierung die Erlaubnis erteilt worden, in seine Heimat zurückzukehren. Sckaljapin wird am 18. Februar zum ersten Male wieder in der Mo-kauer Großen Oper auftreten. Er darf seinen früheren Titel„Sänaer des Vol'es" wieder führen unv bis zu seinem Tode kostenlos sein früheres Haus bewohnen. Ju d-r TtaatSo�er wird wegen Crirankimg des Serrn Wittriich h-uie statt der„Hugenotten" die Oper„M acht des Schicksal 4" gegeben. An- fang 7.x0 Uhr. Ächuloper. Der Chor und das Orchester der Rheingausckule zu Friedenau bringt Sonnabend und Sonntag, 8.15 Uhr, im Festioal der Schule die Schuloper„Der Ja-Sager von Brecht und Weill unter Leitung von Arnold Ebel zur Ausführung. Museumsfiihrunge«. Sonntag, 10 Uhr, Dr. Herrmann über ägyptische Denkmäler des Neuen Reichs im Neuen Museum: 10 Ubr Dr. Kunze über den Inhalt italienischer Frührenaissaneegemälde im Kaiser- Friadrich-Muieum: 10.80 Uhr H. I. E g g e r s über die Kunst der Jung- sleinznt im Museum für Bor- und Frühgeschichte. B-lksbiihn-ns-st tS8S. Heule findet im Svortpalast der große Kostüm- ball der Volksbühne statt. Der Reinertrag fließt zur Kälfte der Berliner Winterhilse und zur Hälfte der Wohlsahrtskasse der Volksbühne zu. Neues Wohne«— neues Baue«. Die deutsche Liga für unabhängigen Film veranstaltet unter diesem Titel Sonntag, 11.30 Uhr vorm., eine Matinee in der Alhambra, Kurfürstendamm. Der»öchste Dc-'eto-Montaq bringt in d-r Kamera unter dem Titel „Kunst im Kurzfilm" FUmorbeiten verschiedenst»r Tbcmen.... Die bunte Late:»e. Sein- traditionell- Kunitlerredout-„Die bunte Laterne" veranstaltet am 5. Februar d:r Verem für Deutsches«uvstgewnb- im Zoo. Kartenverkauf wochentags von 10 bis 17 Uhr m der Geichaft-. stelle, Bellevuestr. 3. Justiz legaliflert Hitler. Sin Llrteil des ZieichsarbeitsgerichtS. Leipzig, 30. Januar.(Cigcubericht.) Das Landesarbeitsgericht Osnabrück hatte seiner- zeit die Klage eines Marineheizers abgewiesen, der von der Reichs- Marinewerft in Wilhelmshaven wegen seineZugehörigkcit zur NSDAP, gekündigt wurde und gegen die Kündigung Einspruch erhoben hatte. Das Landesarbeitsgericht hatte m seinem Urteil ausgesprochen, daß die Marinewerft als militärische Emrich- tung mrr eindeutig verfassungstreue Arbeiter be- schäftigen könne. Gegen dieses Urteil hat der gekündigte Heizer Revision beim Reichsarbeitsgericht eingelegt, das jetzt das Urteil des Landesarbeitsgerichts aufgehoben und die 5llage zur noch- maligen Verhandlung an das Landcsarbeitsgericht zurück- verwiesen hat. In der Begründung sagt das Rcichsarbcits- gericht: „Es kommt nicht darauf an. ob die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei den gewaltsamen Umsturz der be- stehenden Staatsverfassung erstrebt: es muß vielmehr als genügend angesehen werden, wenn die für die militärischen Betriebe zuständige Stelle nach den zur Zeit der Kündigung gegebenen tatsächlichen Verhältnissen begründete Veranlassung hatte anzunehmen, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staatsverfassung erstrebe.(Eine juristische Verklausulierung, die dem Laien unverständlich bleibt.) War dies der Fall, so war auch begründete Veranlassung zu der Annahme gegeben, daß die Personen, die sich zu dieser Partei bekannten, nicht die Zuverlässigkeit boten, die insbesondere für militärische Betriebe erforderlich ist... Dann bedeutete die dem Kläger ausgesprochene Kündigung, auch wenn sie lediglich wegen der politischen Meinung?- äußerung erfolgt war, nicht einen Akt der Willkür oder des Miß- brauchs des vertragsmäßigen Kündigungsrechts. Das Urtell des Landesarbeitsgerichts beruht aber insofern auf einem Rechts- irrtum, als es die Kündigung für zulässig und rechlswirksam erachtet hat, ohne zu prüfen, ob die Angabe des Beklagten, der Kläger gehöre einer die bestehende Staatsverfassung gefährdenden Partei an, in den zur Zeit der Kündigung tatsächlichen D e r- h ä l t n i s s e n auch eine greifbare Unterlage hattet Anders ausgedrückt: Da doch Hitler erklärt hat, er sei streng legal und sogar sich als Hüter der Verfassung gegenüber der Reichs- rcgierung aufgeworfen hat, kommt es nicht darauf an, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei den Umsturz der Ver- fassung anstrebt, sondern auf die„tatsächlichen Verhältnisse". Und diese„tatsächlichen Verhällnifse" sind das Bestreben der Justiz, d i e Nationalsoziali st ischc Deutsche Arbeiterpartei z u l e g a l i s i e r e n. Generalstreik in Lodz. Solidaritätsaktion mit den streikenden Straßenbahnern. Lodz, 30. Januar.(Eigenbericht.) 3n Lodz dauert der Streik der Straßenbahner, die gegen die beabsichtigte Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen kämpfen, nun schon 14 Tage, ohne daß es zu einer Verständigung gekommen ist. Die Stroßenbahndirektiou weigerte sich bisher, mit dem Streik- komitee zu verhandeln und stellte vom ersten Tage an Streikbrecher ein. Zur heute wurde zur Unterstützung der Straßenbahner von den freien Gewerkschaften der Generalstreik in Lodz proklamiert. Löhne in Schweden. Amtliche Lohnfiatistik für 1930. Das Amt für soziale Angelegenheiten in Schweden hat dieser Tage das Ergebnis feiner L o h n st a t i st i t für das Jahr 1930 ver- öffenllicht. Es ergibt sich daraus, daß, obwohl eine gewisse sinkende Tendenz festgestellt werden kann, während des Jahres 1930 sowohl für Landarbeiter als auch für die Industrie- arbeiter keine nennenswerten Veränderungen in der Lohulage zu verzeichnen waren. Der für sämtliche Landarbeiter- kategorien des ganzen Landes berechnete Jahrsslohn betrug für Männer IlllO bis 1300 Kronen(damals 1 Krone— 1,12 W), für Frauen 800 bis 300 Kronen. In der I n d u st r i e umfaßt die Statistik 441 000 beschäftigte Personen, hiervon 368 000 Arbeiter und 73 000 Personen Verwaltungspersonal. Für sämtliche von der Statistik erfaßten Arbeiter, ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, betrug das Jahresein- kommen im Jahre 1930 durchschnittlich 2SS3 Kronen. Für erwachsene männliche Arbeiter belief sich der Durchschnittslohn mif Z86S Kronen, für Frauen auf 1671 Kronen und für Minderjährige auf 1096 Krone». In den größeren Städten liegen die Löhne bedeutend über dem Durchschnitt für das ganze Land. So betrug z. B. in Stockholm der Durchschnittslohn 419S Kronen für Männer und 21Z1 Kronen für Frauen, in Gotenburg 3332 Kronen für Männer und 1632 Kronen für Frauen, in Malmö 3081 Kronen für Männer und 1592 Kronen für Frauen. In der Zeit von 1313 bis 1930 ist der I a h r e s l o h n für erwachsene männliche Arbeiter um 131 Prozent, für Frauen um 137 Prozent gestiegen. In der eigentlichen Industrie ist das Jahreseinkommen der männlichen Arbeiter im selben Zeit- räum um 121 Prozent gestiegen, das der Frauen um rund 133 Prozent. Es wird berechnet, daß der Reallohn jetzt um 42 Prozent höher steht als im Jahre 1313. Joiej lUarÜn ißmier: JlcJilfiedel Der Roman ist die Geschichte von acht Menschen, die auszogen, eine Heimat zu finden. Als sie zusammenstoßen, sieben Männer und ein halbwüchsiger Bursche, um ein Stück Moorland urbar zu machen, haben sie nirgends in der Welt eine Lücke gelassen: nun werden sie Kameraden. So beginnt ihre Heimat, ohne daß es ihnen bewußt wird, lange ehe sie aus dem Moorland sichtbar her- vortritt. Die Gemeinschaft dieser Entwurzelten bringt das Wunder zu Wege, daß aus den vagen Hoffnungen des einzelnen, aus seinen schwachen Kräften und spärlichen Fähigkeiten eine kraftvolle Wirklichkeit wächst. Davon erzählt Bauer. Breit, ausführlich, zögernd, fast fließt sein Bericht. An Sensationen geht er vorüber. In der Abge- schiedenheit dieser Siedler sind die Wertmaße anders als in der großen Welt. Die Mühen vieler Monate werden gekrönt, wenn die Saatkörner zum ersten Male in segnendem Bogen über das Land regnen können. Hungcrtage sind erfüllt von Glück, das mehr ist als nur die Verheißung der Sättigung, wenn eine heraus- gerissene Kartoffelstaude reiche(Ernte verheißt. Die Siedler spüren an solchen Tagen, daß sie den Boden■„Heimal" nennen dürfen. Neben dieser Gemeinsamkeit tritt der einzelne und sein Privat- leben zurück. Die gemeinsame Arbeit und die genreinsame Not lassen keinen Platz dafür. Bauers Schilderungen scheinen der Be- rieht eines Menschen, der Teil hatte an diesem Kampf und der die Bedeittung und das Gewicht jeder einzelnen Phase genau kennt Er gibt sülz seinen Erzählungen ganz hin. und es gelingt ihm, seinen Leser mit vielen Seiten über Drainage und Acker- bestellung in Spannung zu halten. Denn dieses Tagewerk ist Schicksal: von seinem Erfolg hängt es ab, ob eine kleine Welt glücklich oder unglücklich, ob sie gut oder böse wird. Spät erst tritt in diese Männergemeinschaft die Frau. Sie bringt Unruhe mit, doch mehr noch Behagen. Es ist die Ehefrau, die einer von den Männern sich und dem halbwüchsigen Burschen, seinem Sohn, heimholt. Er hat sie nicht allein. In dem natur- gegebenen Kommunismus dieser großen Siedlcrfamllie werden daraus keine dramatiscken Ehebruchsszenen. Di« Gewichte von Liebe und Freundschaft verschieben sich unmerklich, und das persönliche Erlebnis geht rasch wieder auf im Gemeinschaftsleben der Arbeit. Bauer läßt solche Episoden nur kurz und ohne besondere Betonung im breiten Fluß seiner Siedlcrgeschichte sichtbar werden. Er gibt den Roman aber nicht nur als Bericht eines Werdens, sondern er führt ihn zu einem Abschluß. Der Sinn der Siedlung ist ihm ja nicht eine Flucht aus der Welt, sondern ein Gesundwcrden für die Welt. In der Berührung mit ihr, mit ihren Menschen, mit ihren Frauen, müssen die Leute von Ächtsicdel sich beweisen. Dos Buch ist keine leichte Lektüre. Wer rasch über die Sätze hinwegliest, dem entgleitet der Roman. Cr verlangt Leser, die sich ernsthaft mit seinem nicht immer bequem gebotenen Inhalt aus- einondersetzen. Gewiß wäre mit Gewinn für den künsUerischen Wert des Buches manchmal größere Knappheit möglich gewesen: aber die geistige Klarheit des Buches läßt diesen technischen Mangel nur selten fühlbar hervortreten. Trnckc! L. Lchulz. Theater der Woche. Vom 31. Z an aar bisS Februar 1932. Volksbühne: Thratee am Bülowplatz: Der Gefangene. St. tH4 tlhr. Tanzmatinee! Helge. Ztornrann.Ervppe. 7. 11 V. Uhr. V. Konzert: Berliner Funlorchester. Staaksiheater. Staatsorrr Unter de» Linden: 31., Z., s. Di« Hugenotten. 1. Der Trau- kadour. 5K, 8. Die Geisha. 4. Srnfoniekonzert. 7. Boheme. 8. Die Entführung aus dem tZerail. Städtische Oxer, Eharlotteodnrg: Zl. und 6. Tannhäuser. 1. Die verkaufte Braut. C. Maeheth. Z. Don Giovanni. 4. Ada. 5. Frledemann Dach. 7. Das Spigentuch der goniotn S. Figaros Hochzeit. Staatliche, Schauspielhaus: 31., L, 3., 4., 7. Othello. 5., 8. Rauhnacht. 8. Wallen steins Tod. Staatliches Schiller-Dhrater: öl. bis 8. Die göttlich« lZette. Theater mit festem Spielplan: Sursürstendarrw, Theater: Mahagoun».— Deutsche« Theater: Tuuon.— ttammerspielc: Geschloffen.— Tie Äomädic: Wettlaui mit dem Schatten.— Theater am Rollcadorfplah: Gaspacane.— Theater>a der Strcfemaunftraßr: Iuwelenraud am Kurfürstendamm.— Kamödienhauii: Äornpf um Nolbenau. — Geahe, Schauspielhaus: Soffmonn» Erzählungen.— Tdeater de» Weste»»: Der Bogelhändler.— Semischc Oper: Ein entzückender Mensch.— Deut'che« «ünstlcrtheater: Der Biberpelz.— Lustspielhaus: Die Mutter.— Lessiaq- Theater: Morgen geht's Ulis gut.— Theater am Schisibauerdarnm: Der große Krumme.— Theater iu der Bchreaftraße: Der Man mit den grauen Schläfen. — g-ntral. Theater: Die Liebe der Matrosen.— Mctropol-Theater: Ein Lied der Liebe.— Berti»« Theater: Di« spanische Fliege.— Die Tribüne: Spiel im Schloß.— Kleines Theater: Die Mausefalle. 4. und 5. geschlossene Bor. Itellung.— Rose-Theatee: Der Betteiüudent. 7. 21 Uhr. Nugeud freunde.— Eaflno-Thcat«: Ehen von heute.— Theater in der Kloster stradc: Büchse der Bandora.— Theater im Admiral-polast: Die Dubarrg.— Pla-a: 31. Di« Toni aus Wien. Ad l. Die Försterchnst'l.— Winteraarte». Skala: Inte» nationales Variete.— Reichshalleu-Theat«: Stettiner Sänger. Nachmittagsvorsicllungen: Theater am Rollevdorfplah: 31., 7. Gasvarone.— Großes Sehauipielhaus: 31.. 7. Hofsmanns Erzählungen.— Komiich« Over: 31., 7. Srn entzückender Mensch.— Deutsches Küuktlertheater: 7. Der Bibervelz.— Klrine» Theater: 31., 7. Di« Mausefalle.— Rose.Zhcatcr: 3., 8. 18 Uhr. 7. 13 und 18 Uhr. Ter Bettelstudent.— Theater in der Slcsterstraßl: 31., 7. 15 Uhr. Hänsel und Gretel. 17 Uhr. Der tröhliche Weinberg. 8. 16 Uhr. Mit dem Zeppelin ins Märchenland.— Pla-a: 31. Die Toni aus Wien. Ab 1. Di« ASrsterchrisl'l.— Wintergarten: 31., 6., 7 Internationales Variete.— Stola: Internationales Variete.— Reichehallen- Theater: 31., 7. Stettiner Sänßer. Erstaufführungen der Woche: Freitag. Theater des Westens: Prinz Methusalem. 8onnabeuck, 30. Iauu»r. V« r 1 1 v. 16.03 Dr. Paul Frank: Mcllirinisdj-hyjienlsche Plauderei. 16.30 Unterhailunsskonrert. 18.30 Die Eraählun* der Woclie.(Sprecher: Ernst WeU.) 18.55 Die Funksiunde tollt mit... 19.00 Stimme rum Tag. 19.10 1. Haydn: Adagio und MenucII. Z. B«tbovea: Sonate D-Dur.»p. 103. Nr. 2 CEva Heinitz, Cello: Conrad Haosen, Flügel.) 19.50..Sportgiossen".(Curt RieB-Steinam.) 30.00 Wien: Reichssendung. Sinfonie au» Oeslerreich. 23.00 Wetter, Nachrichten, Sport. Tanzmusik. Kanigswusterbanses. 16.00 Helmuth Bogen; Bernlsfindung durch bcrntselenungsraiBige Beobachtung. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Claude Grander: Das Problem der Aufrichtlgkett t» der französischen Literatur. 17.50 Ob.-Ing Nairz: Viertelstunde Funktechnik. 18.05 Günther: Deutsch- 18.30 Dr. Ernst Simniel; Die Psychologie der Geschlechter. 18.55 Wetter für die LandwirtschatL 19.00 Englisch für Anfänger. 19.30 Prot D. Dr. Koeberle: Der Sinn der Natur. 20.00 Blasorchester-Konzert. Sonntag, 31. Januar. Berits- 6.45 Funkgymnaslifc 8.00 Für den Landwirt 9.45 Wettervoi hersage. Ulrichkirche zn Magdebnrg: Gottesdienst. 11.00 Gerta Pritzelwilz: Märchen. 11.30 Leipzig: Bach-Kanlate 12.05 Heinz Zucker liest eigene Gedichte. 14.00 Feierstunde. Veranstaltet vom Arbeiter-Kultnr-Kaitell. GroB-Rerlin. Solidarität in Arbeit und Not 15.00 Singakademie: Chorkonzert I. Arnold Sch6nberg: Drei Bearbeitungen für geraiscWen Chor.(Lendvai-Quartett und Mitglieder des Jugendchors.) 2. Sechs Stücke für Männerchor. op. 35(Text und Musik: Arnold Scböu- borg.)(13ep Onartett) 3. Inge Escbbaob, geb. 1918: Lied der Arbeit (I3er Quartett, Lendvai-Ouartett und Jugsndchor.) 4. Rngo Herrmann: Chorburlesken im Zoo op. 73.(13er Quartett) 13.45 Gastspiel der Funkgemeinschatt engagementsloser Schauspieler der Bühnengenossenschaft(Uraufführung).„SchloSballade". Dramatische Erzählung für den Rundfunk von Walther von Hollander. Regle: Leopold Hubermann 17.15 Teemusik. 19.00 Otto FrtShmcke liest eigene Prosa. 19.20 Schallplatten-Archiv der Funk-Stunde. Singer— Sprech«— Schauspieler. 20.00 Sportnachrichten. 20.10 Charlie K Roellinghofl erzählt Heiteres. 20.45 Verband det konzertierenden Künstler Deutschlands: Ausschnitt ans dar Eröffnungsfeier. 22.15 Wetter-, Tages und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen. 7.00 Hamburg; Hafenkonzert. 12.05 Prof. Dr. Orützmacber: Lebendige Gedanken Goethes. 12.13 Breslau: Konzert 14.00 Die Flucht Ins Ewige. Novelle von Ernst Wiehert(erzählt von Asta Südhaus). 14.30„Aus dem Pcslalozzi-Fröbel-Haus". Ein Hörbericht(Ursula Scherz.) 15.35 Otto Stoff regcn-Slauf feil: Aus eigenen Dichtungen. 16.03 Leipzig:„Undine"(II. Akt). 16.50 Meta Scheele;„Wir wollen bellen". 17.05 Die neue und die alte Welt(Zwiegespräch).(Edgar Ansei Morow, Dr. Ernst Kamnluer.) 18.45 Juuje Generation; Dreigespräch über Auswirkung der Wirtschaltskfj�l, auf die' fugend.''" 19.15 Langenberg:- Kurzweil. 20.10 OnUrhalfiingstnusik.' 1-—( r;-'9•«.K'... j, Feierstunde im Rundfunk. Das Arbeiter-Kulturkartell Grvß-Berlin vor- austaltet am morgigen Sonntag, dem 31. Januar, von 2 Uhr bis 2.29 Uhr im Berliner Rundfunk unter dem Leitgedanken Solidarität in Arbeit uad Rot eins Feierstunde, die das Streich- quartett des Kammer-Sinfonieorchefters mit einem Adagio Eanto- blle aus dem E-Dur-Quartett von Haydn einleiten wird. Albert Florath wird«inen Vorsprach„SvIthiirUät* noch Hendrik de Man, und„Seid einig* von Lamenais, der Sprechchor der Pro- letarifchen Feierstunden„Es fei so!" von Alfred Thiem« und„Viele sind stark" von Grete Hartwig sprechen. Das Streichquartett spielt schließlich das AUegro motto ans dem E-Dur-Ouartett und das Menuett aus dem v-Moll-Quartett von Mozart. Die Ansprach« hält Alexander Stein. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Wetter für verlin: Kälteres und zeitweist heiteres Wetter mit frischen nördlichen Winden.— Für Deulschtand: Im größten Teil des Reiches merkliche Abkühlung, im Nordosten noch windig und veränderlich mit einzelnen Schauern, sonst nur in Gebirgsgegenden Schneefälle. Ein« Anziehupgskrclt süz unfeze Haiizkrauen bedeutet allsähzlich die ..W e i ß e W o ch c". Etrnos Äilhezzemöhpliches stellt es jedoch daz, metut das bekannte, seit fast 50 Jahren bestehende Kaufhaus Max Giesen sotne» Kunden sämtliche in diesez Feit gekaufte Bert., Tisch.. Hau»."„S LetdtoäsGe kuOenlca auf„AdlertMaschinen sticken läßt Besondeeen Hinweis nerdienen die 14 in leuchtendem Wetß gehaltenen Schaufenster der Firma,- die eine Sehenswürdigkeit dazstellen. BerantwnztL für die Redaktion:»Ich. Bernstein, Beeli»! Unzeiaen: Th. Stocke. Bozltn Verl-ta: Vorwärts Berlaa G. m. b. H-, Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerel und Berlagsanstalt Paul Singer& Cit, Berlin GW 88. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Vellage. Weisse Wochen Wir sticken Ihnen KOStCIllOS alle in dieser Zeit gekaufte Bett«, Tisch-, Haus- und Leibwäsche Kaufliaus HaX Giesen Moabit, Tunnstt. 42 Vom I hl« 15 Februar föeilage Sonnabend, 30. Januar 1932 SivAmid Sfiöbuiigaße Ja Ibtträsfa J)ie£esefiieAte de* Woeßei Homhcke Wemeden / Vo/t fiex&aH Henmann Wto&iM Cme schr bekannte Filmdiva wurde kiirzlick niedrere Abende binlereinander von einem Unbekannten angerufen und mit un- klaren Trohungen gezwungen, ihn in ihrer Wohnung zu empfangen... 1. Gespräche am Telephon. ,F)ier ist die Sekretärin von Fräulein Barnar. Wer ist dort?" „Ein alter Bekannter von Fräulein Barnar. Ich möchte Fräulein Barnar sprechen." „In welcher Angelegenheit bitte?" „In einer sehr wichtigen Angelegenheit. Es handelt sich um— um die Zukunft von Fräulein Barnar." „Um ein Engagement...?" „Um Wichtigeres. Ich ersuche Sie dringend, Fräulein Barnar ans Telephon zu rufen." „Ich verbinde." „chier Bibian Barnar." „Ja. ich höre es schon an der Stimme. Sie haben meinen Anruf natürlich schon längst erwartet, nicht wahr? Nicht seit gestern erst, fest Jahren schon— ich weih. Es hat etwas lange gedauert, ich bin etwas schwer von Entschluß, aber nun bin ich da. Wann kann ich zu Ihnen kommen?" „Ich verstehe nicht. Mit wem habe ich—* ,;St{ wissen ja. daß mein einer, gleichgültiger Name nicht von Wichtigkeit ist, daß ich hunderttausend Namen habe— Sie wissen es ja. Auch wissen Sie natürlich, daß sie sich nicht sträuben dürfen, daß Sie mir nicht entgehen und im Grunde auch gar nicht entgehen wollen." „Ich weiß gar nichts..." „Gewiß haben Sie Besuch, und ich weiß selbstverständlich, daß der Besuch nichts davon erfahren darf. Also sagen Sie mir nur noch: wann soll ich kommen?" „Schluß: ich hänge ab." „Hier Doktor Müller. Kann ich—" „Ich verbinde'ofort, Herr Doktor!" „Ja Doktorchen? Hier ist Bibian Barnar. Nest, daß Sie an- rufen." „Kann ich Sie morgen in der bewußten Angelegenheit sprechen?" „Ich weiß zwar mal wieder nicht, welche bewußte Angelegen- heit Sic meinen— aber sagen wir: morgen abend um acht. Sie haben ja eme so rauhe Sllmme, Doktorchen, ganz fremd Erkältet?" „Sie wissen natürlich genau, Fräulein Barnar, daß sth gar nicht Doktor Müller bin. Sie haben es an der Stimme gehört, das freut mich. Sie verstehen: ich mußte mich eines fremden Namens bedienest, um den Widerstand Ihrer übrigens recht törichten Sekretärin zu überwinden. Ich komme also morgen." „Um Himmelswillcn. Sie sind nicht— Sie sind also— lassen Sie mich in Ruh! Sie werden nicht kommen! Ich werde nicht da sein!" „Ich verstehe Ihre Angst. Aber ich werde kommen, morgen Abend um acht, wie es verabredet ist!" 2. Das Gespräch in der Wohnung. „Ein Herr von der Polizei. Fräulein Barnar!" „Ich lasse bisten!— Guten Abend, Herr Kommissar! Sie allem? Ich hatte um zwei Herren gebeten. Bitte, hallen Sie die Geschichte nicht für einen Reklametrut. es ist wirklich keiner! Der Mann hatte so eine— gewalltätige Stimm«, er wird Kräfte haben." „Es wird so schlimm nicht sein. Fräulein Barnar. und für Eventualfälle ist gesorgt. Wo kann ich ungesehen zuhören?" „Am besten wohl hier, Herr Kommissar..." „Ein Herr wünscht Sie zu sprechen, Fräulein Barnar. Er will seinen Namen nicht sagen." „Ich weiß, ich lasse bitten." „Guten Abend, Fräulein Barnar. So also sieht es aus bei Bibian Banuir...ich habe es gewußt. Es ist alles sehr schön, aber es ist Ihnen alles sehr fremd— es muß Ihnen alles sehr fremd sein... Ich beklage mich nicht, ich selbst habe Sie in diese Fremdheit gehüllt, ich selbst habe Sie bezahlt... in diesem Stoff, über den ich jetzt ssteichle. stecken meine Groschen..." „Womit kann ich Ihnen dienen?" „Bei mir ist es weniger schön, aber auch weniger fremd. Sie werden sich dort wohler fühlen, heimatlicher. Sie sind lange in der Fremde gewesen, aber nun ist es Zeit, höchste Zeit, Sie müssen heim- kehren." „Ich verstehe Sie nicht." „Ich weiß es; aber Sie fühlen, was ich will, nicht wahr? Ich habe aber damit gerechnet, daß ich auch alles würde klarlegen müssen, rein verstandcsmäßig sozusagen. Ihr Gefühl, das spielt ja jetzt, in diesem Augenblick wie in jedem Augenblick jedes Abends, auf der Leinwand, nicht wahr... es ist nicht bei Ihnen... Wenn ich da im Dunkel saß, ganz nahe, nicht weil das Geld nicht reichte für die vornehmen Plätze, sondern well ich Ihnen ganz nahe sein wollte— dann konnte sich mein Gefühl freilich ohne Umweg an das Ihre wenden. Aber hier— wie gesagt, ich weiß. Auch Sie— missen Sie auch...?" „N— ein...". schade, so werde ich Sie erinnern müssen. Wissen Sic noch, damals, als Sie noch in meiner Stube lagen, schreiend oder lachend. ein kleines Kind wie alle Kinder ringsum?" „Ich wüßte nicht—" „Verleugnen Sie es nicht, schämen Sie sich dieser Zeit nicht. Gewiß. Sie waren damals nicht das, was Sie heute sind, nicht dos Besondere und nicht das Beglückende. Sie waren ihrer Mutter eine Last, wie alle Kinder dos mehr oder weniger sind. Daß ihre Haare besonders leuchteten mrd chre Stimme besonders klang und ihr Leib besonders lockte, das fiel noch keinem auf. Dazu mußte ich Sie erst heraushoben aus meinem Alltag, muhte Groschen um Groschen hin- geben, damit Sie bunt würden und uns Graugebliebenen fremd. Denn Sie wissen ja, so bin ich nun einmal, daß mich nur das Er- höhte, das Entfernte, nur das Fremde beglück, klebrigen?: wenn ich„ich" sage, dann mein« ich immer und alle" „Wer sind Sie? Und wer sind diese„olle"?" „Sie sollten es mir nicht gar zu schwer machen. Sie wissen hoch, daß Sie immer uns, immer mir gehört haben, so hoch Sie fluch gestiegen sind. Ich bin der Repräsentant aller derer, die Ihren Aufstieg bezahlt haben— nicht widerwillig, o nein, sondern gern, so gern eben, wie man das Glück bezahlt, das Sie dafür vertellten, das Sie selber für mich waren. Ich bin kein besonderer Mensch, obwohl ich mich selbst zum Repräsentanten aller gemacht habe— aber ich tat es mir, well sich kein anderer fand. Eben well ich kein hervorragender Mensch bin, ich bin ja dazu geeignet, die Masse zu vertreten, nicht wahr...?" „Gewiß, natürlich, das verstehe ich. Und was will die Masse— Verzechung: was wollen Sie von mir?" „Ich will Sie wieder haben. Bibian Barnar. Sehen Sie. zweimal wöchentlich, und manchmal öfter, bin ich ins Kino gegangen und habe Ihren Aufstieg ermöglicht. Es war manchmal nicht leicht, das Geld dafür zusammenzukratzen— ich könnte Ihnen erzählen, daß ich ein miserabel bezahster kleiner Angestellter bin, aber das tut sa nichts zur Sache, ich bin ja ebensogut Kaufmann oder Ar- bester oder Zlrbestsloser. Ich habe Ihnen übrigens emporgeholfen ohne Anspruch. auf Dank, so, wie man einem Kinde oder einer Geliebten oder einer Schwester emporhllft. Sie haben für einen einzigen Film mehr Geld bekommen, als ich in vielen Iahren ver- diene, wenn ich überhaupt verdiene— ich bin nicht neidisch gewesen, ich habe dazu gelächelt: schön, soll das Kind, soll die Geliebte, soll die Schwester die Tausende haben, es ist ja mein Kind, mein: Geliebte, meine Schwester, und es sind ja eigentlich meine Tausende. Sie hat sie eben für mich, sie kann sie umsetzen in wunderschönes Menschentum, wenn man das im Kino sehen darf, dann muß man lachen oder weinen, und das ist das bißchen Glück für mich... Sehn Sie, so war das. Darum waren Sie immer noch eine von uns." „Nun, und ich werde weiter Ihnen Glück und Freude geben, als eine von Ihnen—" „Das können Sie ja nicht, Fräulein Barnar. Sehn Sie, ich habe Ihre letzten Filme gesehen, und ich habe gesehen, daß keine Seele mehr in chrem Spiel ist. Die Seele, die Sie von uns mitgenommen haben, um sie uns unsichtbar zu machen— diese Seele hat wohl keinen Platz mehr in Ihrem neuen Leben. Vielleicht sind Sie nicht daran schuld, man sagt, die Leute seien dran schuld, die die Filme machen. Aber das ist egal, wie das kommt— es ist eben so, es kommt bei jeder mal so. Da habe ich gedacht: dies ist das Zeichen. Nun ist es Zeit Das Kind muß heim. Es hat seine Seele verloren. Es war einfach zu lange in der Fremde. Es muß zu mir zurück. Ich werde sie ihm wiedergeben. Ich allein kann das. Und, habe ich wester gewußt: nun kommt meine � Belohnung. Nun ist es aus mit dem zitternden Dasitzen und Sehnsucht haben und Zusehen, wie andere mit ihr glücklich sind. Nun sollen alle die Wünsche, die man so lange zurückgedrängt hat, Erfüllung finden. Nun sollen Sie nicht nur meine Träume, nun sollen Sie mein Leben selbst glücklich machen. Nun werden Sie nicht mehr Liebe spielen, nun werden Sie lieb haben, mich lieb haben, wie ich Sie schon immer lieb gehabt habe. Ich bin gekommen, um Si: heimzuholen; andere werden andere heimholen zu ihrer Zeit; ich aber will Sie haben; ich sagte Ihnen schon: ich bin hier für alle... Sie müssen gleich mitkommen, gleich mitkommen müssen Sie. Ich bin ein kleiner Angestellter, es sieht arm bei mir aus, aber Sie werden glücklich sein. Kommen Sie, geben Sie die Hand her, ich ziehe Sie gleich mit fort, gleich..." „Lassen Sie mich los... ich muß doch erst..." „Nein, nichts packen! Das alles lassen Sie hier, den Prunk, ich will ihn nicht wiederhaben, ich will mein Recht an Sie, sonst nichts." „Lassen Sie mich, bitte... Sie sind arm, sagen Sie. Ich will Ihnen helfen— ich kann Ihnen Helsen... Ja, was haben Sie denn..." Wie sehen Sie plötzlich aus...? Ist Ihnen nicht wohl...? Soll ich...? Aber warum laufen Sie denn weg? Hier, nehmen Sie doch..." „Herr Kommissar! Herr Kommissar!... Er ist weg. Herr Kommissar! Der verrückte Kerl ist plötzlich weggelaufen..." „Es ist wohl nicht nötig, daß ich ihn einhole?». „Nein, Herr Kommissar. Scheint ja harmlos zu fein. Aber verstehen Sie, warum er plötzlich fast zusammenbricht und wegrennt, wo ich ihm Geld anbiete?..." „Vielleicht ist in ihi» was zusammengebrochen? Vielleicht hat es ihn furchtbar enttäuscht, daß Sie als Entgelt für seine Liebe und für sein Vertrauen, das er in ihre„Seele" setzte, nur ein Geld- angebot haben? Vielleicht hält er Sie, well Sie ihn so wenig ver- standen, für endgültig verloren an das, was er die Fremde nennt? Vielleicht---" „Bielleicht— Sie haben recht... Armer Kerl! Ist eben verrückt, hat keinen Blick mehr für die Wirkl.chkeit, lebt in einem Traumland—" „— das Sie ihm vorgezaubert haben, Fräulein Barnar, Abend für Abend!" „Naja— wer denkt denn an so was beim Filmen! Da könnte man ja gar nicht mehr auftreten! Komische Menschen gibts doch, komische Menschen..." J)ie flössen siegten 'Vor duffteßungdes dCßcfioCeerßcis in �finnCand/ Dem H* H. Wiiß, HeCsingfots Sestdem das Alkoholoerbot in Norwegen ausgehoben wurde, ist Finnland das einzig« Land auf dem europäischen Kontinent, in dem ein Verbot bestand. Sein Schicksal kann aber nunmehr als besiegelt betrachtet werden, da sich das Volk bei einer Volts- abstimmung mst 72 gegen 28 Prozeist der Stimmen für die Aufhebung des Verbotsgesetzes ausgesprochen hat. Das Alkoholoerbot hat in der Geschichte der finnischen Arbester- bewegung eine bedeutende Rolle gespielt. In einem Lande, in dem das harte Klima und das verhältnismäßig niedrige Lebens- Niveau der arbeitenden Bevölkerung die Trunksucht besonders ver- derblich machte, setzt« sich schon früh bei der A r b e i t c r s ch a f t die Ueberzeugung durch, daß der Alkoholgemrß im Interesse der Arbeiters chast mit den radikalsten Mstteln bekämpft werden müsse. Die schon früher unter den bürgerlichen Abstinenten entstandene Idee des totalen Alkoholoerbots wurde bei der Gründung der finnischen Arbeiterpartei l89S einstimmig ins Partei» Programm aufgenommen und ist dort geblieben. Von der Po- pularität dieser Forderung unter den westesten Volksschichten zeugt der Umstand, daß nach Einführung des allgemeinen Stimmrechts 1906 auch die meisten bürgerlichen Parteien dieselbe Parole aufgriffen. Das Verbotsgesetz wurde im Jahre 1907 vom Landtag angenommen, aber vom Zaren nicht bestätigt. Erst 1917, nach der Revolution und der Erkämpfung der Selbständigkest Finn- lands, wurde das Gesetz bestätigt und trat 1919 in Kraft. Diese Verzögerung wurde verhängnisvoll. Zwischen 1917 und 1919 lag der Bürgerkrieg, in dem die Arbesterschast unter- lag. Die siegreiche Bourgeoisie war ihrer Stärke zu sehr bewußt, um Beschränkungen ihrer persönlichen Freiheiten.zu dulden, noch dazu durch ein Gesetz, das ein Produkt d«r so verhaßten Demokratie war: das Verbotsgesetz war vor allem von den Arbeitern und Bauern gefordert und durchgesetzt worden. Einflußreiche Kreise der herrschend«» Klassen begünstigten durch Wort und Tat U e b e r t r e tu n g e n des Verbotsgesetzes. An- dererseits besaß die Arbeiterschaft nach d«m Bürgerkrieg und der Entstehung einer kommunistischen Bewegung nicht dieselbe straff: Ä'assendisziplin wie früher und konnte überhaupt nicht den Schwierigkeiten dieselbe geschlossene Front entgegenstellen. Aber auch die iMernationale Gsschästsmoral war infolge des Weltkrieges zum Teil zerrüttet. In E st l a n d und in Deutschland ent- standen Firmen, die darauf«ingestellt waren, das finnische Alkohol- verbot auszunutzen: bald strömte aus jenen Ländern billiger Spiri- tus massenhaft nach Finnland und nur ein geringerer Teil davon konnte beschlagnahmt werden. Längs der Seegrenze Finn- lands lagen und liegen noch die Schifte der Schmuggler, und über das arme Land erstreckt« sich bald ein Netz von neuen Kaus- leuten, die im geheimen ihr Spiel aus Kosten der Voltsgesundheit trielen. Der Alkohol drang— was früher nicht viel der Fall ge- roesen— ins Familienleben est, und vergiftete es. Di« Trinksitten wurden roher als vorher, obwohl die vorhanden: Alkoholmeng« jetzt kleiner war. Der Staat trat nicht genügend energisch gegen die Mißbräuche auf. Nichtsdestoweniger waren auch gute Folgen des Der- b o t e s zu verzeichnen. In einigen Gegenden auf dem flachen Land«, besonders im Norden und Osten, konnte das Verbot ver- hältnismäßig gut durchgeführt werden, und überhaupt trug es dazu bei, daß in jenen Jahren der Hochkonjunktur das Lebensniveau der Arbester sich erhöhte und zum Beispiel die Einlagen in die Arbeitersparbanken sich vermehrten. Auch waren die Sozialdemokratische Partei und der Sozialdemokratische Abstinenten- bund eifrig beinüht, das Alkoholverbot im praktischen Leben der Arbeiterschaft durchzuführen. Die schliinmen Folgen des Verbotes erweckten aber ein Un- behagen, das von den prinzipiellen Gegnern des Verbotes eifrig geschürt wurde. Ein« neue Generation entstand, die sich der alten Zustände nicht erinnerte und allzu leicht daran glaubte, daß das Verbot lauter Unheil gestiftet habe. Im Herbst 1931 wurde die Frage der Aushebung des Verbots- gesetzes aus zweierlei Gründen aktuell. Erstens: die finanzielle Lage des sinnischen Staates war schwierig und die Gegner des Verbots versicherten eifrig, daß man durch Besteuerung der alkoholi- schen Getränke die Lasten der Steuerzahler erleichtern könne. Es wurde sogar behauptet, man könne durch Aufhebung des Verbots die wirtschaftliche Krise und die Arbeitslosigkeit mildern! Zweitens: die faschistische Lappobewegung machte sich in ihrem Suchen nach neuen Parolen, die die reaktionären Elemente fester «inigen könnten, die Forderung der Aufhebung des Alkoholver- bots zu eigen. Di« Regierung, die von der verbotsfreundlichen Bauernpartei gebildet ist. zögert«. Es gelang auch, das Staatsbudget ohne In- anspruchnahm« von Alkoholsteuern zu regeln. Endlich aber be- schloß die Regierung, eine konsultative Volksabstimmung (d. h. eine Volksabstimmung, deren Ergebnis wegleitend sein sollt«) zu beantragen, um die Meinung der Volksinassen zu erfahren. Der Reichstag genehmigte den Antrag ohne große Meinungsverschieden- heit und die Volksabstimmung fand am 29. und 39. Dezember statt. Die Sozialdemokratie verteidigte bei der Volksabstimmung ihr Parteiprogramm, fand aber, daß sie bei dem tatsächlichen Stand der Dinge nicht ihre Anhänger unbedingt verpslichten konnte, für das Verbotsgesetz zu stimmen. Von den 28 Prozent Stimmen, die für das Verbot abgegeben wurden, war die Mehrzahl Arbeiterstimmen; doch haben sich offenbar viele Arbeiter der Abstimmung enthalten oder sogar, allerdings weniger häufig, gegen das Verbot gestimmt. Ueberhaupt stimmten gegen das Verbot erstens diejenigen, die einen freien und legalen'Alkoholoerbrauch wollten, zweitens mehrere, die grundsätzlich das Verbot wünschten, aber zu der Ansicht gelangt waren, daß es nicht aufrechterhalten werden konnte. Der Reichstag ist nun zu einer außerordentlichen Sitzung für Ende Januar einberufen worden. In dieser Tagung soll die neue Alkoholgcsetzgebung geschaffen werden. Jetzt schon streitet man darüber, ob und inwieweit der neue Alkoholhandel dem privaten Kapital überlassen werden soll. In einflußreichen Kreisen ist istan vorläufig geneigt, aus dem Alkoholliandel ein Staats Monopol zu machen. Ferner: sollen die Alkoholsteuern dem Staatsbudget ohne weiteres zufallen oder für besondere soziale Zwecke angewendet werden? Bisher haben die Gegner des Verbotes erklärt, die Aushebung des Verbots würde die Altersversicherung ermöglichen. Das Alkoholoerbot brachte viele Enttäuschungen. Wer aber von seiner Aushebung ein Aufhören des Schmuggels, Milderung der Steuern, soziale Reformen usw. erhofft, wird kaum weniger enttäuscht werden. Die Rüttwoche der Eisernen Front Tragt Euch in die Eisernen Bücher ein! 3tn nachfolgenden geben wir die Stellen bekannt, in denen die „Eisernen Bücher" zur Elnzeichnung ausliegen. Soweit nichts Besonderes angegeben ist, handelt es sich immer um Restaurants. Mitte. hundert, Elsäfser Str. 86/88. Arndt, Schröderstr. 2. Blicheel. Köpenicker Str. 55z. Restaurant, Stralauer Str. 16. Gewerk- schastehaus, Engelufer 24/25. Stammer. Neue Promenade 3. Tiergarten. Röstel, Putlitzstr. 16. Sandow, F'ensburger Str. 3. Schmidt. Wiclefstr. 17. Scholz, Leoetzowftr. 21. Restaurant, Steinmetzstr. 36. Wedding. Sachs, Lindower Str. 26. Leipold, Badstr. 62/63. Bartsch, Föhrer Str. 7. Slenhel, Schmedenstr. 13. Borwärts-Spedilon, Utrechter Straße, Ecke Müllerstrahe. Prenzlauer Berg. Max Slug. Danziger Str. 71. Restaurant, Carmen-Sylva- Straße 51. Restaurant, Stolpische Str. 36. Paul öblder, Oder- berger Str. 39. heibuhki, Banziger Str. 46. Pohst. Stargarder Straße 19. heiles, Prenzlauer Allee 239. Karl Schmidt, Knip- rodestr. 109. Felix Zeuge, Milastr. 5. Vorwärts-Spedition, Im- manuclkirchstr. 24. Friedrichshain. Restaurant, Petersburger Str. 6. Kromphardt, Paul-Singer- Straße 49. Lallschmidt, Friedenstr. 96. Reumann, Gubener Str. 45. Restaurant. TUsiter Str. 27. Kassube, Reoaler Str. 11. wertalla, hohenlohestr. 3. Krenzberg. Krepp, Planufer 75/76. Sledeutopi» Muskauer Str. 35. Sommer. Wiener Str. 26. O. Wolf, Gräfestr. 26. w. Rlespodzwny, Brandenburgstr. 54. Grahl, Wartenburgstr. 11. Restaurant, Willibald-Alexis-Str. 5. Restaurant. Zimmerstr. 36. Vcrbaudshaus der Buchdrucker, Dreibundstr. 23. Eichholz, Cuvrystr. 23. Charlottenburg. hombold, Windscheidtstr. 31 Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Seidl, Siemensstr. 27. Lux. huttenstr. 26. Marsand, Nonnendamm- alle« 89. Skork, Kaiserin-Elisabeth-Str. 96. Restaurant, Spandauer Berg 28. Schellbach, Königin-Elisabeth-Str. 6. Zomln, Sophie- Charlotte- Str. 88. Eisenbahner-Verband, Rankestr. 4. Arndt, Kantstr. 51. , Spandau. Restaurant. Pichelsdorfer Str. 5. Wilmersdorf. Rosenau, Barziner- Ecke Laubacher Straße. Woller, Halensee, Westfälische Str. 65. Zehlendorf. Schneider, Porsdamer Str. 25. Schnorre. Potsdamer Str. 3. Schöneberg. 3. Holl, Siegfriedstr. 9. R. Thiele, Ledigenheim. Jürgens, Barbaroffastr. 5a. Steglitz. Schulz, Birkbuschstr. 96. Döhring, Berliner Ecke Wißmann- straße. Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 19/26. Schellhase. Ahorn- strahe 15 Tempelhof. pommerening, Berliner Str. 166. Görlitz. Ehausseestr. 19. Rohrmaan. hilbertstr. 19. Neukölln-Britz. Sutzki, hermannstr. 75. Prese, Weich selstr. 8. Lachmann, Rudower Str. 96. Zentrale Wolss. Kaiser-Friedrich-Str. 173. Treptow. Subat, Brückenstr. 15. Lehme, Friedrichstr. 6. Makler, Wilhelminenhosstr. 82. vorwärts- Spedition, Graetzstr. 56. Ratskeller, Bismarckstr. 58. Baumschulenstrahe 89. Privatwohnung Neue Krugallee 58. Lichtenberg. E. Leipke, Kronprin.zcnstr 47. Stöber, Iungstr. 28. Wegner. Frankfurter Allee 236. Larh, Möllendorfstr. 42. Klose, Rupprecht- straße 37. Brunn, Türrschmidtstr. 46. Schwarz. Capriviallee 161. Privatwohnung, Waldsiedlung, Hegemeisterweg 53. Poralh, Mar- zahner Straße 31, Biesdorf, hübner. Bahnhofstr. 13, Kaulsdorf. Weitzenfee. O. Gallas, Lehderftr. 122. Rauls, Gartenstr. 13. hohenschön- Hausen, Berliner Str. 97. Pankow. Sängerheim, Florastr. 93. Neumann, Mendelstr. 17. Wolfs- schlucht, Treskowstr. 13. Reinickendorf. Volkshaus. Scharnweberstr. 114. Fechner, Bahnhofstr. 12 (Tegel). Vorwärts-Spedition, Provinzstr. 56. Schollenkrng, herms- dorfer Ecke Egulystr. Woitschack, Ernst- Ecke Konradstr. Lath. Elienecke, Wilhclmstr. R. B., Berliner- Ecke Bahnhofstr. Büro- räum. Spandauerstr. 14, Wittenau, kiehme, Residenzstr. 9, Rei- nickendorf-Ost. Köpenick. Werner, Köpenicker Str. 125. heimaun, Bohnsdorf, Walters- dorfer Straße 166. Lewa.t, Rudower Straße 28. Schulz, Bahn- Hofstraße 34. Zahrenholz. Kirchstr. 28. Sport am Sonntag Die bundestreven Arbeitersportler Berlins beteiligen sich morgen Sonntag an der Kundgebung der Eisernen Front im Sportpalast. Potsdamer Straße. Alles tr'tt mit Sportkleidung um 16 Uhr in den Umkleideräumen an. Die Frauen und INidchen nehmen in Straßenkleidung aus den Zuschauerplätzen teil. Der 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sport- b u n d e s(gez. Reichert) teilt dazu noch mit: Alle Isiannschaften der Groß-Berliner vereine, die morgen Sonntag Spiele austragen. müssen sich m't ihren Spielen so ein ichten. daß sie noch an der Kundgebung im Sportpalast teilnehmen körnen. Für spielfreie Dundeegenossen ist es eine Selbstverständlichkeit, rechtzeitig zum Aufmarsch anzutreten. Ein Jahr ASV. wedd'ug. Unter diesem Motto veranstaltet der ZsSB. Wedding am Sonntag im Volkspark Rehberge einen Waldlauf. Start um 15 Uhr vor dem Umkleidshaus des Stadions. Es finden Läufe über 1666, 2666, 3666 und 5666 Meter statt. Die Gesamtteilnehmerzahl beträgt 266. Die stärkste Beteiligung weist die 1666-M'ter-Strccke der Frauen mit 35 und der 3666-Meter- Lauf der Männer mit 117 auf. Das Ziel befindet sich ebenfalls vor dem Umkleidehaus des Stadions. In den Serienkämpfen im Ringen um die Sreismelsterschafl des AAL., die bis Ende>Fe. ruar abgeschlossen werden, hat der Kraft-Tuxnoerein„Sparta 1896", Neukölln, seinen letzten Kampf gegen Luckenwalde zu bestreiten. Die Luckenwalder stehen setzt an dritter Stelle, während es„Sparta" nicht gelang, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Bei dem jetzigen Treffen dürften die Lucken- walder Sieger sein, denn„Sparta" konnte bei guter Besetzung der Mannschaft nur ein Unentschieden erzielen. Der Kampf wird vor- mittags 16 Uhr in Neukölln, Turnhalle Elbestraße 11/12, aus- getragen. Rlaliuee lu Tegel zugunsten der Arbeiterwohlfahrt. Morgen Sonntag, 11 Uhr, veranstaltet die Freie Sportvereinigung Tegel 1899 e. V. in der Kosmos-Filmbühne, Tegel, chauptstr. 6, eine Matinee zugunsten der Arbeiterwohlfahrt. Die Gesangvereine „Freiheitsklänge Borsigwalde",„Polyhymnia"-Tegel und„Freie Scholle" haben ihre Mitwirkung zugesagt. Martha John rezitiert. Es laufen die Filme„Die Frau im Arbeitersport" und die Arbeiter- Winterolympiade in Mürzzuschlag. Sportliche Vorführungen des veranstaltenden Vereins am Reck, Gymnastik und Tänze der Frauen sowie der Kinderabteilung vervollständigen das Programm. Der Eintrittspreis beträgt auf allen Plätzen 56 Pf. Der Reinertrag der Veranstaltung wird restlos der Arbeiterwohlfahrt überwiesen zur Unterstützung bedürftiger Genossen. Alle Partei- und Gewerk- schaftsgenossen sind herzlich eingeladen. Arbeilerschach. Morgen Sonntag wird in der /�-Gruppe der Freier. Arbeiterschachvereinigung Groh-Berlin die 7. Runde der Mannschaftswettkämpfe unter Teilnahme folgender Vereine gespielt: Treptow gegen Kreuzberg bei Döhling. Elsenstr. 166, Westend gegen Friedrichshain bei Jamin, Sophie-Charlotte-Str. 88, Prenz- lauer Berg gegen Wedding bei Pohst, Stargarder Str. 19, Lichten- berg gegen chumboldthain bei Samter, Gärtnerstr. 33, Weißensee gegen Charlottenburg bei G'/las, Lehderftr. 22. Stand der Weit- kämpfe um die Mannschaftsmeisterschaft nach der 6. Runde: Wedding 46, Charlottenburg 46, Treptow 37�. Weißcnsee 36%, chumboldthain 27, Kreuzberg �6%, Lichtenberg 2654, Prenzlauer Berg 25, Friedrichshain 2254, Westend 18% Punkte.— Montag, 1. Februar. 26 Uhr, beginnt in Ewalds Vereinshaus, Skalitzer Straße 126, ein Iugendturnier. Arbelteripasserball-Vorfchau. Die Reihe der allwöchentlichen SerienMele der �-Klasse wird heute Sonnabend, 21 Uhr, im Luna- bad mit der Begegnung chellas-Freiheit fortgesetzt. Die Freiheit- Mannschaft hat in der letzten Zeit gute Fortschritte gemacht, und chellas w'rd sich sehr ins Zeug legen müssen, um einen Erfolg sicherzustellen. kegelgroßkämpse. Am Sonntag treffen sich in der Sporthalle Südende die Zehnerriegen des Freien Keglerbundes Deutschland mit dem Berliner Sportkeglerbund auf den Bahnarten Bohle, Asphalt und Schere. Die Kämpfe gehen über 266 resp. 166 Kugeln pro Kegler. Beginn für Asphalt und Schere um 13 Uhr, für Bohl« um 18.36 Uhr. Als Rahmenprogramm laufen Zwelermann- fchafts- und Einzelkämpfe. Die Frauen werden gegen 18 Uhr«in Schaukegeln zeigen. Um den Jdkipokal treffen sich pre Klubs Olympia Bäck Dich und Roland mit je einer Zweiermannschaft. Die Kämpfe werden durch das Aufeinandertreffen so starker Gegner äußerst interessant und hart werden. Winter-Trabrennen zu Wariendorf. Die Rennoeranstaltungen zu Ruhleben zeichnen sich morgen Sonntag dadurch aus, daß das Programm wieder auf 9 Konkurrenzen erweitert ist. Als wertvollste Nummer.kommt der G r u n e w a l d- P r e i s zur Eni- scheidung. eine über 2460 Meter führende Jnländer-Prüfung. Be- ginn wieder um 12-36 Uhr. «Soli" Rad» und Kraftfahrer vle Polizei hat die Genehmigung für da» Parken der Rad- und Krafträder im Vorgarten des Sportpalastes aus seuergefährlichen gründen versagt. Als Parkplatz Ist aber die winlerfeldl- straße von der Potsdamer Straße ab freigegeben worden. Alle an der Kundgebung der Eisernen Front teilnehmenden Solifahrer müssen das beachten, lleberwachungsperfonal muß von SolidarUSl gestellt werden. Be�irhsneöenjKegeln des DAKB. Unter starker Beteiligung fand das dritte Treffen für die Aus» schsidunzskämpfe zur Bezirksriege des Deutschen Ar» heiter-.Keglerbundes, Gau Brandenburg, statt Unter Ausschaltung der Kanonen-Züchterei wurden recht ansprechende Leistungen gezeigt, die die sportliche Aufwärtsentwicklung des jungen Gaues bewiesen. Di« nach Abschluß des dritten Treffens festgestellte Gruppierung der Vereine gibt folgendes Bild: Srupp« A; X.„Rührig« Manuschift", 2.„"Socmätt«", 3.„Frei Holz-, Spandau, l.„Frei weg, Brandenburg a. d. H., Z.„StxwxU".— Srupp, B: 1.„Frei weg" Xg2ä, 2.„Freie Schwimmer", Spandau, 3.„Zu spitz", 4.„Hohe ilontc", Eichwoldc, S.„Aampfh'ähne". Letztere beiden Vereine ohne Wertung. Filr den Entscheidungokampf zur Bezirloriege, der am 21. Februar stattfindet, treten die 30 besten Äeglcr aus den bisherigen drei Treffen an. und zwar die daß der mit der Veranstaltung verbundene Werbezweck dem Gau neu« Mitglieder zuführen dürfte. Hosfentlich besinnen sich auch bald die noch dem DAKB. fernstehenden Arbeiterkegler aus den Reihen der Partei und freien Gewerkschaften auf ihre Pflicht, um der Arbeitersportgruppe der„Eisernen Front" neuen Zuwachs zug-- führen_ Freie Bafferfahrer Köpenick t»24. Sonnabend, 30. Sanuar, 20 Uhr, Mo- issttzung natssttzung bei Heene, Köpenick, lSartenstr. 85. Vollsfport ReulZIn.Brltz. Jahreshauptversammlung Sonn im Bereinshaus„Einigkeit, Neukölln, Kirchhof, Ecke Wipper pllnltlich löVs Uhr. Ohne Bundcsmitgliedsbuch lein Stimmrecht. loses Beiscmmenseitt.���M�W�MW������W tag, 31. Januar. «erftratze. Beginn i. Abend« zwang- Arbeiter-Fota-Silde Tegel. Montag. 1. Februar, 20 Uhr, Jugendheim Lchikneberaer Ufer. Entwickler wird angesetzt.— Arbriter-Zoto Silbe Lindcnhof. Montog, X. Februar, 20� Uhr, Dunlei lommer Eptstr. 48. Da, Kopieren.— Frei» Foto-Bcroinipuuq. Sonntag, 31. Januar, Fuhrt nach Frohnau— Eumt — Birtenwerder. Treffpunkt 3Zb Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Sportveretn Moabit.� Sonntag, 31. Januar. Teilnahme der Sportpalast. Mäunermitglieder'"~ stauen und Männer Dienstag in der Quitzowstraüe oeranstaltung„Eiserne Front". Stromstraße. Sportlleidung mitbringen. Ecke____________ die Uebungsabende der önnermitglie�er treffen sich 15 Ilhr Turm. *ut Grstudungsleier wliffea und Freitog in der Waldenferstratz« pllnltlich besucht werden. Fllr alle Ab- teilungen Donnerstag Badeabend. Partei- und Sewerifchaftsgenosfcn als SSite wMkcmmen. Touristenperew„Die Naturfrennbc". Sonntag. 31. Januar. Beteiligung an der Soortpalastlundäebung. Treffen aller männlichen Mitglieder IS Uhr im Borhcf zum Einmarsch(Fahnen mitbringen). Frauen im Sportpalast, 1. und 2. Rang. Frei« Schwimmer Eharlottenburg. K-nnabteilnng. Der Arbeitsdienst am Sonntag fällt aus. Die Handballer treffen sich SZi Uhr Wilhelmplatz. Kartellbezirl Schöneberg-Friedeaau. Zur Kundgebung der„Eisernen Fronst- morgen, Sonntag, treten alle Mitglieder in Sportkleidung an. Treffpunkt 10 Uhr Sportpalast. Montag, 8. Februar, 20 Uhr, bei Hochgeschurz Kartell- sitzung mit Neuwahlen. Arbeite«.Schwimm-Verein Kren-berg. Treffpunkt zur„Eisernen Front" morgen, Sonntag. 15Zb Uhr, U-Bahn Kottbusser Tor. Sportkleidung: rote Hos«, weißes Hemd, nicht vergessen. Bezirks kartell Pren-lavcr Berg. Sonntag, 31. Januar, im Filmpalast Puhl. 10. Iolifch(Knorke). 11. Wörpel lR. Ill.f, 12. Buch5 U. Wiidati k 7 3427 6 und 9 Uhr Der Battelstudeßt Stadt. Oper Chirlottenbnre Aismarckstraße.34 Sonnabd,30 lanuar Turnus 1 1 Antana 19�0 � h, Don GiOTannl inde geg. 22,43 Uhi — Kleines Th.— j Tiuppe 1931. Taxi. Uhr Die mausetaüe st reis« 75 PL— 5 M. Sonnt, naebm. 4 L halbe Preise. Theater im Nallendorfplati Kej:«: HeluUtnlnrj Pallas 705t Tiglich 81;. Uhr Stgs auch 41.'< Uht Basparone VolUsbUhne Ttottr in BSiowilati 8 Uhr oerßeiansene mit Albert Basssnnann Stull. Sdiillir-Iheiter 8 Uhr Die üötiUctie leite Sonata« nachm'tfag? Uhr billige Preise der Plätze sv.uhrCASINO-THEATER�uh Loihrinder Sfra�c 57. iiiiimiiiiiiiuiniHiiiiiuiiiiminnwHH'H'h'mwiniiiimitmuieu Für venig GeiO ein cennEfiU er ADeau Xeu! Xeu! inen von heute. Dazu ali neuer vnn er Teil oad eine Ge aogsposse üutschein 1-4 Personen: Paikctt SO Pt. Fauieuji lw— Mark, Sessel 140 Mark. mmM �mnugung� Kesfauraul Berlins BETSIEB /T* KftiPIHSIflO Berliner(IlkTrlO N C II k 0 1 1■ � I�hnatr UHbJ Sonntag, den 31, Januar mittags 1 ZH Uhr