Morgenausgabe Nr. 51 A 26 4y.Iahrg/, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich basRecht berAn- lehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Je«tvatorg werden immer sein!"): bitteres, verzweifeltes Hohnlachen, wenn er zu pazifistischen Arbeitern spricht(„Da sind wir schon wieder u m eine Illusion ärmer, dieser Mensch- heit ist eben nicht zu Helsen!"). Manche Leute behaupten sogar, die japanisch« Aktion gegen Schanghai und C'Harbin sei absichtlich am Vor- abend der Genfer Konferc nz erfolgt, um die noch vorhandenen schwachen Abrüstungsmögsichkesten endgültig zu torpedierea Es ist denkbar, daß bei Den japanischen Admirälen und Gene- rälen, die für ihre fanatisch reaktionäre Gesinnung berüchtigt sind, diese Nebenabsicht bei ihrem brutalen Vorgehen eine Rolle gespielt haben mag. Aber sicher ist, daß die Entwicklung im Fernen Osten für büe Militaristen und Rüstungs- industriellen aller Länder ein Geschenk vom Himmel ist. Gerade das Zusammentreffen beider Ereignisse— Schanghai und Genf— bedeutet die denkbar schwerste Belastungsprobe für die Abrüstungskonferenz. s-.... Es ist oft gesagt worden: ein Scheitern dieser Konferenz wäre der Todesstoß für den Völkerbund, der damit bei seiner wichtigsten Aufgabe versagt hätte. Das ist richtig. Aber die Wahrheit ist noch schlimmer: der Völker- b u n d s e l b st ist im Begriffe, Selbstmord zu begehen. Seine aufrichtigsten Anhänger können nur mit Scham und Zorn feststellen, daß er— oder vielmehr die R e g i e r u n- gen, die ihn bilden— seine Existenzberechtigung dadurch selbst verneint, daß er sich als unfähig erweist, den kriegerischen Raubüberfall Japans auf China abzuwehren und die Kriegsbestie in Tokio in Schach zu halten. Dafür sind alle Mächte, ohne Ausnahme, verantwortlich zu machen. Der Grad der Verantwortung mag verschieden sein. Aber die Kollektivschuld der Ratsmächte, die sich den ver- zweifelten Hilferufen Chinas seit fast fünf Monaten unter nichtigen Vorwänden versagen, ist unleugbar. Die Wahrheit ist, daß nicht nur die inneren Sorgen, nicht nur die Wirtschaftskrise, nicht nur die europäische Uneinigkeit gegenüber den eigenen Problemen diese Passivität erklärt. In Wirklichkeit sind alle Mächte an der Niederhaltung Chinas intereffiert. Nur zähneknirschend haben sie in den vergan- genen Jahren das Erwachen dieses großen, geduldigen, genüg- samen, friedlichen Volkes beobachtet, von dessen Ausbeutung der internationale Kapitalismus feit einem halben Jahr- hundert profitiert. Nur widerwillig haben sie über die von Nanking geforderte Abschaffung der Zwangsver- vertrüge verhandelt. Der Bürgerkrieg zwischen den Gene- rälen kam ihnen sehr gelegen. Und sie begrüßen heimlich den cinsestigen Krieg, den Japan seit dem Herbst in der Man- dschurei und neuerdings in Schanghai führt, denn damit werden ohne eigene Kosten und ohne eigenes Risiko die gemeinsamen imperialistischen Interessen durch den einen Partner wahrgenommen. Hauptsache ist ihnen, auch heute noch, daß keine eigenen Staatsangehörigen oder ihr Eigentum zu Schaden konnnen. Daß die Vereinigten Staaten neuerdings energischer gegen Japan vorstoßen, liegt lediglich daran, daß ihnen die lapanische Konkurrenz im Fernen Osten nunmehr doch un- heimlich werden droht. Die deutsche Regierung hält es für klug und richtig, sich in dieser ganzen Affäre möglichst zurückzuhalten. Außerdem: Was sollen wir anderes tun, wenn sogar England und Frankreich die Finger davon lassen? Ein bequemer, an- scheinend berechtigter, in Wahrheit höchst kurzsichtiger Standpunkt, dessen Folgen unabsehbar sind. Denn die Passivität der Mächte gegenüber den Vor- gängen in China bedeutet, darüber darf man nicht im Zweifel sein, die Torpedlerung der Abrüstungskonferenz, die Zer- störung des Glaubens der Menschheit an internationale Ver- pflichtungen und Verträge, sie bedeutet den Rückfall in die Barbarei des Krieges. Zunächst an den Ufern des Pazifik. Und später...? Europas gegenwärtige Geistesverfassung muß in dieser Ge- dankenfolge zu den schlimmsten Prognosen zwangsläufig führen. Eine mutige, weitblickende Reichsregierung müßte daher im wohlverstandenen eigenen und gemeinsamen Interesse die Initiative ergreifen, müßte für das verletzte Recht kämpfen, das sonnenklar aus Seite Chinas steht, müßte, ge- stützt auf das Völkerbundstatut und auf den Kellogg-Pakt den Antrag stellen, daß unverzüglich zur Wirtschafts- blockade gegen den Friedensbrecher Japan geschritten wird. Wer würde es wagen, offen dieser berech- tigten Forderung zu widersprechen? Hunderte von Millionen, der beste, edelste, weil gerecht empfindende Teil der Mensch- heit würde Deutschland zujubeln, wenn es sich zu dieser füh- renden Rolle aufraffen würde. Deutschland würde sich mit einem Schlag an die Spitze der Zivilisation stellen. Zu einer solchen Politik gehörten allerdings Männer— und nicht„Diplomaten", die abwechselnd vor Litwüiow und vor Mussolini auf dem Bauch rutschen und die gegenwärtig keine andere Sorge haben, als zu verhüten, daß in der deut- schen Presse allzu harte Ausdrücke über Japan gebraucht werden! i- Lauter denn je ruft in diesen Tagen, wo sich in Sckianghai und in Genf das Schicksal der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten entscheidet, die deutsche und die internationale Arbeiterklasse den kapitalistischen Regierungen ihr Kampf- gelöbnis zu:„N i e w i e d e r K r i e g!" Sie stellt die Schuld einer Gesellschaftsordnung fest, die nach dem Massenmord des Weltkrieges das Massenelend der Weltwirtschaftskrise auf dem Gewissen hat und die sich heute wieder einmal als unfähig erweist, einen neuen Krieg zu ver- hindern. Diesem kapitalistischen System, das über die Menschheit immer neues Unglück anhäuft, gilt unser Kampf, national und international, in der inneren wie in der äußeren Politik: nie war die Notwendigkeit und Gerechtig- keil dieses Kampfes für den Sozialismus klarer als in diesen Tagen, wo neue Katastrophen den Erdball bedrohen. An die deutsche Jugend. Hinein in die Eiserne Froni. Die ReichskampfleUung der Eisernen Front hat aufgeruseo zum Kampf für die bedrohte Freiheit de« deutschen� Volkes und für die Erfüllung der Verheißungen in der Verfassung von Weimar. Zeder Katastrophen- Politik uud allen DiklaturplSaen tritt die geschlossene Kampffront de« republikanisch und freiheitlich gesinnteo Volkes entgegen. Zn dieser Front für soziale Gerechtigkeit, für innere und äußere Freiheit, für Frieden und allgemeine Abrüstung steht auch die Zugend. Zu diesem Kamps gegen Bürgerkrieg und Diktatur enl- scheidet sich da, Schicksat der Zngend, von seinem Ausgang hängt die Znknnst der jungen Generation unseres Volkes ab. Die Gegner der Demokratie und der Republik behaupteu, die Mehrheil und der aktivste Teil der deutschen Zugend stünden in ihren Reihen. Das ist nicht wahr! Zn unseren Organisa- lionen flehen hunderttausende junger Menschen, die sichbegeisterl zu den Zielen undBarolen der Eisernen Front bekennen, wir haben bisher dem Geschrei der anderen unsere zähe, praktische Arbeit entgegengestellt. Zeht aber wollen wir. die„Zunge Front", einschwenken in die Eiserne Front. Wir rufen die Zugend unserer Verbände, wir rufen die vor- wärtsdrängende freiheitlich gesinnte Zugend im ganzen Land, bereit zu sein für den Dienst in der Eisernen Front. Bereit zum Dienst, das heißt, daß wir an allen Plätzen, an denen wir mit jungen Menschen in Berührung kommen, am Arbeitsplatz, auf den Stempel- stellen, in den Berufsschulen, uyter der Zugeub werben für die Demokratie und für eine neue gerechtere Wirtschaftsordnung. Viele unter uns können noch nicht als aktive Mitglieder in die Forma- tionen der Eisernen Front eingereiht werden: aber e» ist keiner so jung, daß er nicht zum Werber für die Zdeen der Eiserueu Front werden kann. E« ist unsere besondere Ausgabe, in den nächsten Monaten der gesamten Zugerrd unseres Volkes begreiflich zu machen, daß ihre Zukunft entschieden wird im Kampf der Eisernen Front. Wenn die Kampseeleilungen der Eisernen Front rnsen, um in öffentlichen Kundgebungen Ziel und Znhalt ihres Kampfes zum Ausdruck zu bringen, dann wird die Zunge Front zur Stelle sein. Mr setzen dem Veruichtungswillen der Gegner unsere Einheit entgegen. Wo e» um die Freiheit und das Leben der arbeitenden Zugead geht, sind wir eins im Willen und handeln. Für die Zugend der freien Gewerkschaften: Walter ZN a s ch k e. Für die Zugend der Arbeiterfportverbände: Arih wildung. Für die Sozialistische Arbeiterjugend: Erich Ollenhauer. Für die Zugend des Reichsbanners„Schwarz-Rol-Gold": Artur Pape. Rund um die Präsidentenwahl. Ausschüsse- Anfragen- Absagen! Die Vorbereitungen zur Neuwahl des Reichspräsidenten enthüllen ein furchtbares Durcheinander in den Reihen des „nationalen Bürgertums". Nachdem Brünings Versuch, die einstweilige Wiederwahl Hindenburgs— im Interesse hauptsächlich der deutschen Außenpolitik!— auf parlamentarischem Wege sicherzustellen, durch die schroffe Absage Hugenbergs und seines Gefolgsmannes 5)itler miß- glückt ist, wird bekanntlich die u n p o l i t i s ch e Wahl Hinden- burgs betrieben. Der Berliner Oberbürgermeister Sahm hat sich bereitgefunden, einen Ausschuß aus bekannten— das heißt, nicht als Politiker bekannten— Persönlichkeiten zusammenzustellen, der dann die Wiederwahl Hindenburgs abseits von Parteibindungen betreiben soll. Wie es heißt, beabsichtigt Sahm, am Montag den Ausschuß zu konstituieren und dann eine öffentliche Sammlung von Unterschriften für die Kandidatur Hindenburgs zu veranstalten. Wenn die Kandidatenaufstellung durch die Wähler selbst erfolgen soll, müssen 20 000 Unterschriften bei- gebracht werden. Deshalb richtet Sahm an die Presse das Ersuchen, bei dieser Sammlung behilflich zu sein, um so „eine geschlossene Volksfront für den Reichs- Präsidenten von Hindenburg" zustande zu bringen. Damit keine Zweifel über die Stellung der Patent- Patrioten zu dem sonst von ihnen angeschwärmten Generalfeldmarschall von Hindenburg aufkommen, erlassen die„Vereinigten Vaterländischen Ver- bände Deutschlands" berests diese eindeutige Absage an Sahms Pläne: „Die Vereinigten Baterländlscl>en Verbände Deutschlands stehen de« in Bildung begriffenen Ausschüsse« zur Wiederwahl des Herrn Reichspräfideukeu völlig fern." Und auch der Kyffhäuserbund stellt, wie die „Kreuz-Zeitung" mit offener Freude berichtet, nachdrücklich fest, daß von ihm„keinerlei Bindungen in irgend- einer Form" in bezug auf die Reichspräsidentenwahl ge- troffen seien. Der Stahlhelm erst, dessen Ehrenmitglied der Reichs- Präsident noch immer ist. hüllt sich in Schweigen. Rur negativ läßt er mitteilen, die Behauptung, er habe den früheren Kronprinzen als Nachfolger Hindenburgs in Aussicht genommen, fei erfunden. Für die Wiederwahl seines Ehrenmitgliedes bisher kein Wort! Dagegen hat der Stahlhclm-Duesterberg in Halle neuerdings erklärt, in der Frage der Reichspräsidentenwahl sei„die Einigkeit innerhalb der Harzburger Front im Ziele vorhanden". Es komme nicht darauf an, wer Deutschland rette, sondern darauf, daß es überhaupt gerettet werde! Das ist eine böse Anspielung auf die Wahl vor sieben Iahren, als Hindenburgs Bild gerade von den heutigen Harzburgern überall mit dem Titel„Der Retter" pläka- tiert wurde! Inzwischen rühren sich die Fetisch-Anbeter des Hitler- Kreises um so lebhafter. In einer Sportpalastversammlung am Freitag, in der der Herr aus Klaggestan die Schönheiten seines Regierunassystems pries, fing der Agitator H i n k l e r auch von der Wahl des Reichspräsidenten zu sprechen an. Nach wunderschöner Regie wurde von der G a l e r i e gerufen „Reichspräsident Hitler", und plötzlich wurde der Ruf. wenn man dem Goebbels-Blatt glauben soll, mit Jubel aufgenom- men, der„sich zu einem donnernden Orkan" steigerte. Ein Dolchstoß der Goebbels-Gruppe gegen die Kandidatur Frick? Möglich— aber im Ziele ist sich ja die Harz- burger Front einig, wie Duesterberg sagt. Hitler entthront. Er glaubt selbst nicht mehr an seine Sendung. In der Zeckschrift„Das Großdeutsche Reich" nimmt Dr. Eduard Stadler eine erkennungslose Sezierung Hitlers vor. Stadler wlrst Hitler vor, daß sich unter seiner Führung die nationalsozialistsschi Bewgung„in die lebensgefährlichen Sumpfniede- rungen des Massenwahns verliere". Ueber Hitlers Glaube an sich selbst sagt er: „Aus dem nationalsozialistischen Lager wird, gerade seit der harzburger Tagung, mit propagandistischem Uebereifer die These vertreten, daß der Nationalsozialismus Jdie Natüm" und dem- entsprechend Hitler„der Führerdiktator des Dritten Reiches" sei. Soweit hinter diesem Monopol- onspruch Sendungsbesessenheit des Führers und heilige Gelolgschastsgläubigkeit eines.Kerns, der natiDiialsoziallstischen Be- wegung stehen, ist die Diskussion überflüssig. Aber da nun Hitler selbst auf den Legalitätsweg eingeschworen ist und p r a k- in den letzten Iahren seine Machteroberungspolitik aus die einmal tischtn- Zusammenarbeit mit anderen Faktoren aufgebaut hat, i st ein Zweifel an der D i k t a t o r s e n d u n g s i d e e Hitlers nicht nur berechtigt, sondern es gilt der Satz, daß Hitler selbst an seine Diktakorseaduog gar nicht mehr glaubt. wenigstens nicht im Sinne eines souveränen, aus Wissen und Können abgeleiteten Sendungsfanatismus. Gegenteilig klingende Aeußerungen und entgegengesetzt aussehende Teilhandlungen haben doch für den tiefer Schauenden nur einen propagandistischen Wert, der zudem noch in den Abwegigkeiten der Massenpsychose oersickert: hosianna! Kreuziget ihn!" Das ist ein scharfer Schutz aus dem hugenberger Lager gegen Hitler! Er zeigt, wie groß die Einigkeit bei den harzburgern ist. Warum Nedauern? Nachspiel zum Briefwechsel Seldte- Hitler. Die„Tägliche Rundschau" hat sich mit der Veröffentlichung des Vriefwechsels Seldte-Hitler unzweiselhaft ein Verdienst erworben. Indessen war sie am Freitag, als sie den Briefwechsel veröffentlicht, mutiger als am Sonnabend; denn am Sonnabend veröffentlichte sie die folgende Erklärung: „Zu dem gestern veröffentlichten Briefwechsel SeldG-hitler möchte die Schriftleitung erklären, daß der Abdruck ohne Wissen und Einverständnis des Herausgebers erfolgt ist. Da die Veröffentlichung von dem Herausgeber nicht gebilligt wird, steht die politisch« Schriftleitung nicht an. ihrerseits den Abdruck zu bedauern. In der p o l i- tischen Bewertung dieser Angelegenheit besteht zwischen her- ausgeber und Schristleitung kein Meinungsunterschied. Herausgeber ist Herr Gustav Hülser vom Christlich- Sozialen Volksdienst. Was ist geschehen, daß die Redaktion am Sonnabend bedauert, was sie am Freitag getan hat? Aktivität! Oer Bundesrat des Reichsbanners zur Eisernen Front. Einer Sitzung des Bundesvorstandes des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, die am Freitagnachmittag im Preußi- schen Landtag stattfand, folgte Sonnabendvormittag die Tagung des Bundesrats. Zu Beginn der Tagung, die aus sämtlichen 31 Gauen sehr stark besticht war, sprach der geschästs- führende Buudesoar sitzende Höltermann Gedentworte für den in Vraunschweig von den Nazis erschossenen Jungkameraden Meier, wobei er unter Hinweis auf die von Ktogges angeordneten unwürdigen Polizeimaßnahmen bei der Bestattung betonte:„Man wundert sich, daß große Teile der Jugend dem Staate fremd gegen- überstehen. Dabei sehen die Staatsmänner kühl zu, wie die Jugend, die sich zum Staate bekennt, erschlagen wird." Das Hauptreferat hielt höltermann über die Eiserne Front. Innerhalb von knapp drei Wochen ist die Bewegung mit elementarer Gewalt gewachsen. Die Parole der Eisernen Front, deren Wesen und Aufgabe höltermann eingehend darlegte, hat im Lande gezündet und die republikanischen Massen zu unerhörter Aktwität entfesselt. Diese Attwität wird in den großen Kundgebun- gen der Eisernen Front, d!« am 21. F e b r u a r in gang Deutschland stattfinden, einen ersten Höhepunkt finden. Nach einem Bericht der auf der letzten Bundesratstagung ein- gesetzten Kontrollkommission, der die gesunde Grundlage der Bundes- fmanzen feststellt, wurden in eingehender Aussprach« alle organi- satortschen und sonstig erforderlichen Maßnahmen erörtert und dabei in allen Fragen Uebereinftmmmng erzielt. Völkischer Beobachier verboten. Grund: Morddrohungen. München, 30. Januar.(Eigenbericht.) Das Münchener Hitler-Blatt ist am Sonnabend vom Münchcner Polizeipräsidenten auf acht Tage verboten worden. Veranlassung dazu gaben Artikel des Blattes, in denen der Reichskanzler, die preußische Regierung und der preußischen Innen- minister böswillig beschimpft und verächtlich gemacht werden. Außer- dem wird das Verbot damit begründet, daß der„Völkisäi« Beobachter" diejenigen, an Leib und Leben bc- droht, die dem Nationaljozialismu» al« Gegner gegenüberstehen.'' Verbotseuche in Klaggesian. Reichsgericht! Kvgenberg freigesprochen.- Er darf ungestrast den Vor- warf der Wohlfälschnng erheben. Vor dem 2. Strafsenat des Reichsgerichts wurde am Sonnabend die Revision chugenbergs in seinem bekannten Beleidigungsprozeß verhandelt. Hugenberg hatte am 31. Ok- tober 1929 einen Artikel veröffentlicht, der zum Volksbegehren gegen den Zoung-Plan bemerkte:„Einerlei, was die Organe des Reichsinnenmini st eriums beim Volksbegehren herausrechnen", und„h o f f e n t- lich wird inzwischen nicht allzusehr re» t u s ch i e r t." Wegen dieser offenkundigen Verdächtigung der Wahlfälschung gegen das Innenministerium war chugenberg zu SO» M. Geldstrafe verurteilt worden. Zur Verhandlung waren zahlreiche Teilnehmer eines studentischen Kollegs erschienen. Vor dieser Zuhörer- schaft hielt der Vertreter der Reichsanwaltschaft G u t j a h r zunächst eine politische Rede im Sinne deutsch- nationaler Agitation, wobei er behauptete, die Zeit habe er- wiesen, daß Hugenberg damals politisch recht gehabt habe. Zur Anklage behauptete er, daß dem Urteil der Vorinstanz ein Denkfehler zugrunde liege: denn die Annahme, daß alle Beamte fähig sein würden, das Wahlergebnis zu fälschen, be- ruhe auf einer gegen das Denkgesetz verstoßenden Auslegung. Das Gericht sprach Hugenberg frei mit folgender Be- gründung: „Allgemeine Erfahrungssätze und Auslcgungsregeln gehören zu dem der Nachforschung durch die Revisionsinstanz unterliegenden Gebiet. Vor allem tritt die Mißachtung allgemeiner Erfahrungsregeln darin hervor, daß da» Urtell der Vor- instanz schlechthin und ohne nähere Erklärung behaupte, die Angriffe bezögen sich auf alle an der Ermittlung des Abstimmungs- ergebnisies beteiligten Beamten. Eine derartige Auslegung ist nicht möglich. Nach richtiger Auslegung kann Hugenberg nur besonders verbitterte, also ins Unfaßbare gerückte Kreise, gemeint haben. Eine Zurückverweisung zwecks weiterer Aufklärung bedarf es nicht. Was die Frage der Anwendung des§ 193 betrifft, so ist zu bedenken, daß die Acußerung des Angeklagten nicht dem eigenen Interesse, sondern dem Interesse derÄllgemeinheit an der Ausdeckung von Unregelmäßigkeiten dienen sollten." Hugenberg hat gewußt, auf wen er gezielt hat: auf das Reichsinnenmini st erium. Das Reichsgericht meint: auf ins Unfaßbare gerückte Kreise. Hugenberg hat den Vorwurf der Wahlfälschung erhoben— das Reichsgericht meint: im Interesse der Allgemeinheit. Darf künftig sedermann nach einer Wahl den Vor- wurf erheben:„Hoffentlich wird inzwischen nicht allzu viel retuschiert", wird das Reichsgericht jedermann zubilligen, daß er damit im Interesse der Allgemeinhest handle, und dabei stillschweigend die Voraussetzung aufkommen lassen, daß in Deutschland retuschiert werde? Oeuisch-französischer Zahleukrieg. Patriotismus und Suchführung. Der franzosische Finanzminister hat ausgerechnet, daß die Wiederaufbaukosten für die zerstörten Gebiete Frankreichs nicht weniger als 49 Milliarden Goldmark be- tragen. Die Rechnung ist ganz bestimmt falsch, aber dem guten Franzosen bürgerlicher Geistesprägung hat sie eben als richtig zu erscheinen. Umgekehrt soll jeder Deutsche die nationale Pflicht haben, sich moralisch über sie zu entrüsten. Der französischen 49-Milliarden-Rechnung ist nun eine deutsche 66-Milliarden-Rechnung entgegengestellt worden. So hoch wird der Wert der Leistungen Deutschlands aus dem Friedensvertrag berechnet. Dieser Rechnung wird hinzu- gefügt, daß in ihr verschiedene wichtige Dinge gar nicht mit angeführt sind, wie der Wert der abgetretenen Gebiete in Europa, der Kolonien usw. Sicherlich läßt sich bei einigem guten Willen der Betrog von 66 Milliarden noch bedeutend steigern. Aber auch die französische Wiederausbaurechnung wird sich in ähnlicher Weise ergänzen lassen. So entsteht auf beiden Seiten immer von neuem die Frage, ob es wirklich patriotische Pflicht ist, die von der eigenen Regierung aufgestellte Rechnung als richtig und eher noch als zu bescherden, die Rechnung der anderen aber als unrichtig und übertrieben anzusehen. Rechnung und Geaenrechmrng lassen sich qar nicht mit- einander vergleichen. Denn was als deutsch« Leistungen be- zeichnet wird, ist nur zum Teil solcher Art, daß das deutsche Minus auf der anderen Seite als Plus erscheint, also etwas, was man als„Reparation" oder als„Tribut" bezeichnen kann. Zum anderen Teil handelt es sich um materielle Verluste, die der Gegenseite nicht das geringste eingebracht haben. Deutsch- land Hai nicht diese 66 Milliarden in Gold oder Waren.che- zähst", sondern es ist um diesen Betrag und vielleicht noch um einen höheren in seiner Wirtschaftskraft geschwächt worden. Würden sich beide Teile, etwa dem Vorschlag Lson Blums folgend, darauf einigen, entstandene Schäden und geleistete Schadloshastungen von einem unparteiischen Schiedsgericht abschätzen zu lassen, so könnte das nütz- lich werden. Von einer Ekstase der nationalen Rechenstifte hüben und drüben läßt sich wenig Gutes erwarten. Vom Gierben der Vottspariei. Scharfmacherabmorfch zu Hitler. Der frühere Reichswg-abg-ordn-t« der Deutschen Volkspartei. Oberst a. D. von Gilsa, ist aus d«r Dollspartei ausgetreten. Gilsa wird sich entweder den Deutschnationalen oder den Nationalsozialisten anschließen. Es ist zu erwarten, daß sich ein großer Teil der Volksparteiler des Wahlkreisoerbandes Düsssldorf- W e st dem Vorgehen v. Gilsas anschließen wird. Insofern steht die Deutsch« Volkspartei vor einer neuen Krise. Mit dein Austritt von EUjas aus der Volkspartei wird der Auflösungsprozeß, in dem sich dieses Zwittergeblld« numnehr be- reits seit langer Zeit befindet, weiter beschleunigt. Bisher sind Herrn Dmgcldey aus dem Ruhrgebiet immerhin noch gewisse Mittel �ugcgange�, die nach der Flucht v. Gilsas völlig ausbleiben werden. Da» bedeutet für die Volkspartei, die Einnahmen von ihren Mit- gliedern überhaupt nicht aufzuweisen hat, einen besonders heftigen Schlag. «Das Stehenbleiben ist bei uns verboten." ff* -f' L „Ja. da muß ich mich erst mal sammeln."—„An- sammlungea sind bei uns aufs allerstrengste verboten." Senkung der Bierpreise. Anordnungen des Preisdiktators. Vom Reichskommissar für Preisüberwachung wird mitgeteilt.- Auf Grund der§Z 1. 3, 4 und 7 der Verordnung über die Befugnisse des Relchskommissars für Preisüberwachung vom 8. Dezember 1931 (RGBl. I S. 747) treffe ich folgende Anordnung: 1. Die nichtgebundenen Preise der Brauereien für V o l l b i e r werden mit Wirkung vom 6. Februar 1932 ab um 2 Mark für das Hektoliter gegenüber dem Stande vom 8. Dezember 1931 gesenkt. 2. Di« Ausschankpreise in Gaststätten werden gegen- über dem Stande vom 8. Dezember 1931 mit Wirkung vom 6. Fe. bruar 1932 ab mindestens wie folgt gesenkt: Soweit nach den bisherigen Ausfchankpreisen das V»« Liter für die betreffend« Maßeinheit mit höchstens 4 Pf. berechnet wurde, ist der Ausschankprei» zu senken: bei Gefäßen bi« 7 Ii» Liter Inhalt um 1 Pf„ bei Gefäßen von und Vi Liter Inhalt um 2 Pf-, bei Gefäßen von% Liter Inhalt um 3 Pf., bei Gefäßen von 1 Liter InHall um 4 Pf. b) Soweit nach den bisherigen Ausschankpressen das Vi» Liter für die betreffende Maßeinhell mll höchstens S Pf. berechnet wurde, sst der Ausfchankpreis zu senken: bei Gefäßen bi» V» Liter Inhalt um 1 Pf„ bei Gefäßen von'/-« und 7 Im Liter Inhalt um 2 Pf., bei Gefäßen von*,'ia und Vi Liter Inhalt um 3 Pf., bei Gefäßen von Liter InHall um 4 Pf., bei Gesäßen von 1 Lller Inhalt um 6 Pf. c) Soweit nach den bisherigen Ausschankpreisen da» V»» Lller für die betreffend« Maßeinheit mit mehr als s Pf. berechnet wurde, ist der Ausschankpreis zu senken: bei Gefäßen bis lit» Lller Inhalt nm 2 Pf., bei Gefäßen von'/-» und 7 Im Liter Inhalt um 3 Pf„ bei Gefäßen von'/?» und Vs Liter Inhalt um 4 Pf., bei Gefäßen von Liter Inhalt um 6 Pf., bei Gefäßen von 1 Liter Inhalt um 8 Pf- Soweit beim Inkrafttreten dieser Anordnung die Preise gegen» über dem Stand« vom 8. Dezember 1931 bereits stärker gesenkt sind, verbleibt es bei der weitergehend«» Senkung. „Was tun Sie denn seht?"—„Ich promeniere." —„Das Auf. und Abgehen ist bei uns erst recht verboten." „Ra, dann bestellen Sie Ihren Freunden: Ich scheide..."—„verdammt, das haben wir vergessen zu verbieten." 3. Wurden die Ausschankpreise bisher deshalb mll mehr als 4 Pf. für'/}„ Liter berechnet, weil im Ausschankpreise das Entgelt für die Borführung von musikalischen oder anderen unterhaltenden Darbietungen nichtmechanischer Art enthalten war, ohne daß hier- für ein besonderes Eintrittsgeld erhoben wurde, so richtet sich die Senkung nur nach den in Ziffer 2a angegebenen Mindestsätzen. 4. Wer Vollbier ausschenkt, ist verpflichtet, vom 6. Februar 1932 ab in seinem Geschäftslokal eine Preistafel anzubringen, auf der die am 8. Dezember 1931 güllig gewesenen und die ab 6. Februar 1932 geltenden Preise für jede in dem Ceschäftslokal ausgeschenkte Maßeinhell Vollbier ersichtlich sind. S. Diese Regelung gilt nicht für Automatenrestaurants, deren Einrichtungen auf den Einwurf von Münzen der Reichswährung abgestellt sind. Boxheimer Verleumder. Die Verdächtigungen gegen Minister£eufchn?r zerplatzt. Darmstadt. 30. Januar.(Eigenbericht.) Die hessischen Nationalsozialisten hallen nach ihrem Wahlerfolg mit Hilfe der Kommuni st en die Einsetzung eines Unter- ausschusses gegen den sozialdemokratischen Innenmini st er L« u s ch n e r und gegen Ministerialdirektor Neuroth durchgesetzt. Der Ausschuh sollte„Verfehlungen" des Ministers nachweisen, die in der Beeinflussung der Justiz und in der Unter- Haltung von„Spionen" bei Gericht bestanden haben sollten. Die Nationalsozialisten vermochten für diese Behauptungen jedoch nicht den Schatteneines Beweises zu erbringen. Infolgedessen blieben si« bei der Alstimmung allein. Die Angelegenhell wurde deshalb als.unerledigt" an das Plenum des Landtags zurück- verwiesen. E-s ist die alte Methode der Nazis: Erst verleumden si« wochenlang und wenn es dann gilt, ihre Behauptungen zu beweisen. dann knessen sie oder sie werden, wie jetzt wieder im Hessischen Landtag, als elend« Verleumder entlarvt. Demokratie u Toni Gender spricht v Paris. SV. Januar. tEigenbcrieht.j Die Sozialistische Partei und der Allgemeine Getverk- schaftsbnnd(EGT.) veranstaltete« am Freitagabend im Japysaal eine internationale Kundgebung für Frieden und Abrüstung, die eine» glänzenden Verlauf nahm und eine« machtvollen Eindrnck von dem Friedenstvillen der sozialistischen Arbeiterschaft hinterließ. Etwa 10 000 Menschen füllten stehend den Saal. Nach einer kurzen Begrüßung des Pariser Parteworsitzenden F a r i n« t rief Abg. Renaudcl die Arbeiterschaft zum Kampf für den Frieden und die Abrüstung auf und brandmarkte den Nationalismus. Er schloß mll den Worten:„Der Sozialismus wird den Wettfrieden schaffen." Di« sozialdemokratische Reichstagsad geordnet« Toni Sender. mll stärkstem Betsall degrüßt, sprach ftanzösssch Sie trat für die völlige Abrüstung«in. Die Abrüstung Deutschlands kann nur als der erste Akt der allgemeinen Abrüstung betrachtet werden. Man muß den Krieg vergessen und alle Rationen nach gleichem Maß be- handeln. Di« deutschen Faschisten seien noch lange nicht das ganze »ö Abrüstung! »r Tausenden in Paris Deutschland. Auch in der schwersten Not läßt sich die deutsche Ar- beiterklasse nicht einschüchtern, sie bildet jetzt die mächtig« Eiserne Front, die entschlossen ist, wenn nötig auch unter Einsatz des Lebens für die Republik und de» Frieden zu kämpfen.(Tosender Beifall.) Das beste Mittel gegen die faschistisch« Gefahr ist der internationale Kampf für den auirichtigen Frieden, und der wichtigste Schritt dazu sst die deussch-französssche DerstäMgung. Nachdem Toni Sender im Namen der deutschen Sozialdemokratie Leon Blum für seine in der Kammer gestellte Forderung aus internationale Untersuchung über die Reparationszahlungen und Paul Faure für seine Vortragsresse durch Deutschland gedankt hatte, schloß sie mll den Worten: Nieder der t)aß zwischen den Völkern. Es lebe die inler- nationale Solldarilät! Langanhaltende stürmisch« Ovationen belohnten die Rednerin. Die Versammlung rief:„Es lebe der Friede. Wir wollen die All- rüswng!" Wettere Reden hielten Iouhaux, der frühere englische Wehr- minister Tom Shaw, Vand ervelde sowie Paul Faure und L4on Blum. L6on Blum schloß mit den Worten:„Es wird keinen neuen Krieg geben, denn der Wille der Arbeller wird sich ihm widersetzen und den Weltfrieden erzwingen." Unter dem Gesang der Internationale schloß die Kundgebung. Wodienprogramm de Sonntag. 31. Januar. 6.43- funksyrnnastlk. 7i Aus Bremeo; rrthkonzeft 8: Für den Landwirt. 18: Aus Magdebursr; Ucbertratnns des Gottesdienstes aus der Ulrichkirche anläßlich der Reiciiserzlehuneswoche. Hl Kinderstunda. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantaie IJ.OS: rteinz Zucker liest eigene Gedichte, 12.15: Aus Breslau: Konzert U: Feierstunde. Veranstaltet vom Arbciter-KuItur-KarfeU. 14.30: Chorkonzeri. 15.45:..Schloßballade". Dramatische Erzählung für Rundfunk von Walther von Hollander. 17.15: Teemusik. 19: Otto Fröhmcke- liest eigene Prosa. 19.20 Schallplatten. 20.10: Charlie K. Roellingholf erzählt Heiteres. 20.45: Ausschnitt aus der Eröffnungsfeier des Verbandes der konzertierenden Künstler Deutschlands. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanz- muslk. Montag. 1. Febiuur. fc30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 11.30: Schallplattenkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Aus K61n: Konzert, 15.20: Die Photo- Journalistin. 15.4«: Berlin zwischen Nacht und Morgen. 16.05: Wissenswertes über Umsaiz- und Gewerbesteuer. 16.3«: BIlndenkonzerL 17.05: Orgelkonzerl. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Die Entwicklung des Verkehrs. 18.111: Sylvia von Harden liest eigene Dichtungen. 1850: Die Hansiran als Helfenn der deutschen Landwirtschaft(8.55: Die Funk-Stunde teilt mit.... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Tänze aus zwei Jahrhunderten. 20.50t Tages- und Sportnachrichten. 21:..Abu Hassan" Komische Oper von C. H. von Weber. 2250: Aus Frankfurt a. Main: Französische Kammerdebatten um die Reparationen. Danach: Tanzmusik. Diensfag, 2. Februar. 6.30: Funkgytnnaslfk. Anschließend: FrOhkonzert. 10.30; 200-Jahrfeier der preußischen Qcstfltverwaltune. 11.15: Blasorcbcsterkonzert 12.30: Die Viertelstunde fflr den Landwirt, 14: Aus Köln: Konzert. 15.20: Von Schminke und Puder. 15.40: Die Jugend verlangt 16.05; Im Anlo durch Frankreich und Spanien. 1650: Aus Leipzig: Konzert 17.30: Bflcherstundo. 18: Jugendstunde. 18.20: Von der bildenden Kunst 18.38: Opern-Fantasien von Liszt 18.55: Die Funk-Stnnde teilt mit... 19: Deutsche Not, deutsche Hoffnung. 19.15: Sarau. Härbertcbte ans einer alten Leineweberstadt In der Niederlausitz. 20t Selma Lagerist liest Jugerdorlnnertmgen. Uebertraeung aus dem Haus der Dichterin In Wärmland. 2050: Konzert 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Uraufführung:..Der Mensch Nr. 17 381". Hörspiel von Leo Lania. Mittwoch. 3. Februar. 6.38: Fnnkgymnastlk. Anschließend: FrOhkonzert 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.15: Schallplattenkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Ans Köln: Konzert 15.20: Der Einfluß der Baupolizei auf das Wirtschaftsleben. 15.40: Nilanfwärts. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 15.30: Aus Königsberg Reicbswehrkonzert 17.30: Bruno Brehm liest eigene Prosa. 1750: Thesen-Diskussion. 15,30: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.33: Lieder. 18.55: Die Fonk-Stnnde teilt mit.... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Morgen beginnen die Olympischen Winterspiele tu Lake Placid. Unterhaltung s Berliner Rundfunks. zwischen WUly Meist und Dr. Christian Pfeif. 19.30: Rechtsfragen des Tages. 20: Aus der Messeballe Köln-Deutz Karneval. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik Donnerstag, 4. Februar. 6.30: Funkgymoastlk. Anschließend; Frübkonzcrt 9; Von der Deutschen, Welle. Schulfunk 11.15: Schallplattenkonzert. 1250: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 1550: Erlebnisse mit Kauen. 15.40: Chinesen, Japaner. Europäer in der Mandschurei. 16.05: Johann Friedrich Böttger. der Erfinde: des europäischen Porzellans. Zur 250. Wiedetkehr seines Geburtstages, 1650: Sonaten 17.10: Lieder zur Gitarre. 1750: Jungendstnnde. 17.50; Hanns Erich Kamlnski liest eigene Geschichten. 18.15: Von der Französischen Revolution bts zum Wiener Kongreß. 18.45: Die Fnnk-Stnnde teilt mit... 1850: Stimme zum Tag. 19: Konzert. 1955: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Wohltätigkeitskonzert. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.15: Dichter- Schicksale: Friedrich Hebbel. Danach: Tanzmusik. Freilag, 5 Februar. 6.30: Fnnkgymnastlk. Anschließend: FrOhkonzert. 11.15: Mtttagskonzert. 1250: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Ans Köln: Konzert 1550: Die berulstätige Jnnggesellin. 15.40: Jugendstunde. 16.05: Letbesflbungea und Landbevölkerung. 16.30: Unterhaltungsmusik. 1755: Ist Deutschland in seiner NahrungsmlUcIversorgnng heute unabhängig vom Ausland? 18: Das neue Buch. 18.10: 50 Jahre Berliner Stadtbahn. 1855: Chorgesinge. 18.55: Die Funk- Stunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Ons-ertfiren. 19.55: Mit- teilnngon des Arbeitsamtes. 20: Aus Washington; Worüber man In Amerika spricht 20.15:„Das Ochsenmennetf". Singspiel von Q. von Hollmann. 21.15: Tages- und Sportnachrichten 21.25: Hörberichte aus Berlin. Anschließend: Abendunterhaltnng. Sonnabend. 6. Febrnar. 6.30: Funktymnastlk. AnschUclend: rrfihkonzert 11.15: Mifta«skoarert. 13.30: Wcttcrracl Jungen für den Land-wrlrt 14; Bunte Stunde. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Ein bißchen Qlück muß sein! 16.65: Unterhaltungsmusik. Als Einlage; Zehn Minuten Film. 17.40: Für den Siedler und Kleingärtner. 17.50: Alfred Mombcrt zum 60. Geburtstag. 18.30: Beetboven-Konzert. 19.15: Die Funk-Stunde teilt mit... 19.20; Stimme zum Tag. 19.30: Die Erzählung der Woche. 20: Konzert. 22; Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Kölligswusterhausen Sonntag, 31. Jannar. Ab 6.45; Ucbcrtragung ans Berlin. 12.05; Lebendige Gedanken Goethes. t4: Stunde des Landes. 14.30: Eltccnstundc. 15.35: Dichterstunde, 16.05; Ans Leipzig:„Undine"(II. Akt) von Lortzing. 17: Wir wollen helfen. 18-50: Die neue und die alte Welt. 18.50: Junge Generation spricht Deatschlandsendor; 20; Ucbcrtragung aus Berlin. 20.10; Unterhaltungsmusik. Anschließend: Ucbcrtragung aus Berlin. Montag, L Febrnar. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Bert!*: Ntchwimtstoi»«'«- N5»t St*< erbliche Ocisleskrankhei'en heilbar? 18: Musizieren mit onsieBtbsreii Partner*. 16.30: Spanisch für Anfänger. 1855; Wetterbericht für die Landwirtschaft, 19- Gefährdung der Berufsschule? 19.3»: stunde des Landwirts. Deutle hland- tcüder: 20: Ucbcrtragung aus Berlin. 2050t Ans Köln- Uraufführung:..Illusion zieht immer". Ein Hörspiel vom Rummelplatz. 22.15: Ucbertragung ans Berlin. 22.30: Aus Leipzig: Tanz- und Unterhaltungsmusik. Dienstag, 2. Febrnar. 16.30: Aus Leipzig: NacbtnUtagskonzert. 1750: Die Aulgaben der See»- forschung, 18: ynerschnüt durch deutsche Zeitschriften. 1850: Musik in der Einheit der Künste. 18,35: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Deutsche Not— deutsche Hoffnung. 195«: Die Grenzen der studentischen Freiheit. Dcntschlandsender; 20: Uebertragung aus Berlin. 2050: Ans München; Bayerischer Bauemkalender. Eine Hörfolge von Adlmair und Feidhütter. 2L55: Aas München: Konzert. 2255; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aus Hamborg: UnterhaUnngskonxcrt. Mittvvodi, IL Febrnar. 16: Vom Sinn der Einfachheit in der Erziehung. 16.30: Aus Königsberg; Nachmittagskonzert. 1750: Die geschichtliche Bedeutung der natürlichen und politischen Grenzen 18: Moderne Moritaten- nnd Bänkelsängerlieder 1850: Entstehung nnd Wandlung des Geschlechts. 18.55: Wetterbericht fflr die Landwirtschaft 19t Stunde des Beamten. Anschließend: Uebertraguag aus Berlin. Donnerstag, 4. Febrnar. 16: Pädagogischer Funk. 1650: Ans Berlin: Nachmiitagskonzert 17.30: Vom Geist und Wesen der Freien Stadt Danzig. IS: Vier Kapitel Himmels- künde. 1850; Spanisch für Fortgeschrittene. 1855: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Ans der Praxis des Arbeitsrechts. 19.30; Stunde des Landwirts. 20: Berufsberatung für Abiturienten. Deotschlandsender: 20.25: Aus Köln: Abendkonzert Anschließend; Uebertragung ans Berlin. Freitag, 5 Febrnar. 16.05: Uebertragung ans Berlin. 16.40: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 1750: Die Ostsee nnd ihre Randländer. 18. Zerstörung der Weltwirtschatt 1850: Hausmusik. 18.55: Wetterbericht fOr die Landwirtschaft 19: Wissen- schaftlicher Vortrag für Aerzte. Dcntschlandsender: 1950: Aus Leipzig: Militärkonzert. 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika sprich: 20.13: Ans Leipzig: Fortsetzung des Militärkonzerts. 21: Aus Stuttgart:„Als Geschiedene empfehlen sich". Komische Oper von Labte. Anschließend: Ucbcrtragung aus Berlin. Sonnabend, 6. Febrnar. 16: Das fernöstliche Theater. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagskonzert. 1750: Viertelstunde für die Gesundheit 17.50; Viertelstunde Funktechnik. 18.05: Die Psychologie der Geschlechter. 1850: Die Entstehung des modernen Kapitalismus. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Englisch für Anfänger. 2050: Stille Stunde Dentschlandsender: 1950: Aus Stuttgart;„Beim Oberwöhrle Bauern". Ein Funkbericht ans dem winterlicher Schwarzwali. 21; Ans Frankfurt a. Main: Bunter Abend. 22.15: Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Wer sparsam kauft- wählt N.J.-Qualitäten us- und Tischwäsche Damenwäsche Bettwäsche M&kv Küchenhandtuch Reinleinen« prouweift- bunt gestreift, 45 /XX) Stubenhandtuch Malbteln. Jocquerd,45/I00 Housmodi er. Reinleinen Jaeqword, 48/100 Frottierhandtücher Indanthren gemustert 02® OJ® 02 Seria I Serie N Serie III 02 022 022 Badelaken welfibunl gemislert 100/100 cm 100/150 cm 140/200 cm 122 122 322 Bademäntel für Damen, Froliierstoff, 9 O mit farbige m Basatz K?»»» M-WAWAZ s.■£ 2' �-' M M j � e, Tischtucher Hausmacher, Reinleinen Jacqeard, 13 0/160 Reinleinen Jacquard gebleicht, 160/160 5.95, 130/160 4.25« 130/130 Servietten da*» passend, 50/50 Tischtücher Reinleinen, vollgebleichl m. 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Die Maschinerie des k'apitalisnius hat eine ganze Welt der Tedmik aus der Taufe gehoben und es mag alles gut, alles sdiün sein: die I urbinen wie die Traktoren. Nur allein in Deutschland haben zehn Millionen Menschen kein Brot. Es ist\adil geworden trotz aller Quarzlampen.— Aber diese Messestadt draußen an der liest grenze unserer Stadt ist nidit tot zu kriegen. Man kann beule von Reinickendorf über Wittenau, Borsigwalde und Tegel bis nach Hennigsdorf spazieren: nur an den Rändern weniger Straßen wird nodi ein Schornstein rauchen. Man kann an viele schwere und hohe Fabriktore pochen und es wird einem von niemand mehr auf getan. Zwischen den Pflastersteinen der Auffahrten sprießen Grasnarben empor und von den blind gewordenen Hallenfenstern segnet eines nach dem anderen das Zeitliche und zerspringt. Es ist nicht mehr schön im 20. Berliner Bezirk. Zwischen IV Hz leben und West kreuz dagegen knattern die Motoren, pochen die Hämmer, fallen die Kisten von den Rollwagen, als lebten wir nodi in etwas besseren Tagen. Anscheinend hat das emsige Sdiaffen beim Aufbau der„Grünen H'odie" ringsum ansteckend gewirkt. Eine Baustelle neben der anderen. Höllen einmal sehen, was die da machen. Ein Theater und eine Straße. Die beiden alten Leute, die sich am Rand der Messestadt jeder einen U n t e r st o n d gebaut holten und dort hausten, mußten in- zwischen ziehen. Auch der Seefahrer mit dem roten Flicgenbart. der weiter unten nach der 5)cerstraßc zu mit seiner Fee in einer Höhle hockte, ist nicht mehr da. Im vorigen Sommer schon wollte er an die Ostsee, aber wie die Leute erzählen, ist er geblieben. Mit ihnen blieben die„Bienen", und als es der Seebär nicht mehr aus- halten konnte, hat er seinen Äraal angesteckt, daß es lichterloh brannte. So, wie es die Araber unter gleichen Umständen auch tun. Jetzt stehe» an den Stellen der Höhlen Maschinen und Berge von Baumaterialien. Es wird feste gearbeitet. Das ent- stehende Werk sieht aus wie ein Amphitheater.„Wollen Sie hier demnächst den Äönig Oedipus des Sophokles aufführen?" fragen wir einen der Herren.„Rein", antwortet er,„dos gehört mgercr Sommerschau, aber verraten Sie bitte nichts. Jetzt ist erst einmal Winter." Wir haben es auch nur ganz leise weiter gesagt. Unterdessen kommt vom Bahnhof Westkrcuz her ein Auto gc- iahren. Eine Tafel mit fünf roten Punkten, bietet ihm:-Halt! Der Fahrer schnnpst:„Es- ist. zum Lerrückrwerden" Warum'schimpsl der Man», denn endlich witd ja die ersehnte- Aahrstraße von Reu- Westend nach Halensee gebaut. Heber hundert fleißige Hönde sind dabei, aus dem alten unbenuhten Bahndamm der einstigen Strecke von Ehorlottenbnrg über Heerstraße nach Pichelsberg eine breite Straße zu bauen. Denn so wie bisher ging es tatsächlich nicht mehr. Vom ganzen Südwesten her, von Steglitz, Schmargendorf gab es keinen Verbindungsweg zur Avus, keinen zur Heerstraße. Quer durch de» Grunewald durfte nicntand fahren, alle Berliner Forsten sind für jeden Ärastverkehr gesperrt. Wer von Steglitz nach Pichelsdorf wollte, mußte über Bahnhof Charlottenburg sahren, und das war ein etwas reichlicher Umweg. Obwohl es von Lzalen- see nach Ncu-Westcnd nur ein Katzensprung ist. Und die Luftlinie dieses Kotzensprungs wird jetzt die Straße. Die Freude der Arbeitslosen. Bon Ruhleben her kommen Lastwagen angesaust. An den hoch- getürmten Kisten hängen grünumrandete Zettel im Winde.„Aus- st e l l u n g s g u t" steht draus geschrieben. Ausstellungen geben Arbeit und heben den Umsatz. Es werden rund 5W10 Menschen sein, die ollein durch die..Grüne Woche" Lohn und Brot finden. Und wenn dicler oder jener Gutsbesitzer bei den ausstellenden Industrie- firmen einen Motorenschlcppcr oder einen Getreidespeicher bestellt, dann werden weit über die neun Tage der„Grünen Woche" hinaus bei der Landmaschhieniiidustrie die Schlote rauchen. Das war eine große Freude auf dem Bcrlsner Tischlcrnachweis, als das Messeamt für den Aufbau der gestern eröffneten Ausstellung nicht weniger als siebzig Tischler anforderte.„Es war auch mal nötig, daß ein warmer Regen kam", sagt ein Tischler, der eben dabei ist, die Käse- schau zurechtzuhämmern,„schade, daß solche Ausstellung nicht ein ganzes Jahr dauert." Uebrigens hat der Vermittler auf dem Tischlernachweis gesagt, lassen wir die paar Wochen den Aermsten zukommen, und so wurden aus dem Heer der 23 000 arbeitslosen Holzarbeiter 70 herausgesucht, die längst ausgesteuert sind und Wohl- sahrtsunterstützung beziehe». Die haben auch den 5)ammer ge- zwungcn als gelte es Rom aufzubauen. Ein Elektromonteur, den wir auf dem Freigelände treffen, stellt seinen Werkzeugkasten beiseite und macht ein trauriges Gesicht. „Warum so traurig, lieber Freund?"—„Ja, die Tischler und Tapezierer haben gut reden, von uns haben sie nur fünf Mann vom Nachweis geholt."„So wenig nur?"—„Nun, erst mal Hot das Messeamt enre Stammkolonne von acht Kollegen, und dann hoben wir mit der Beleuchtung der Stände nichts zu tun. Dos machd-.ein Monteur von der AEG. mit zwanzig Gehilfen. Also Strippenziehcr sind schon genug da, bloß vom Nachweis sind wir nur fünf Mann." —„Was gibt es denn die Stunde?"— Wir kriegen 1,14 M., früher gab es 1,27 M."—„Ist viel zu tun?"—„Gewiß, es muß doch jede Lampe zum mindesten abgestaubt werden. Nun nehmen Sie nur eine der kleinen Hallen, die haben schon sechzig Stromkreise, da hängen Lampen genug dran." Auch die Tapezierer sind feste bei der Arbeit. Siebzig Wann hat man von ihrer Gilde vom Arbeitsnachweis geholt. Aus- stestungen wie die in der Berliner Messestadt erfordern ja immer ihren erheblichen Teil Tapeziercrarbeit. Wände. und Stände werden mit Stoff verkleidet.„Ja, wir sind alles Fachleute," sagt stolz ein alter Tapezierer,„diesmal sind keine Schuster und Sattler darunter. Für zwölf Tage sind wir angenommen, in der Stunde gibt es 1,17 M. an Lohn: die Tischler haben mehr, die kriegen 1,26 M." So, wo ist jetzt ein Maler. Da steht ja einer auf der Leiter und pinselt in der Abteilung„Landwirtschaftliche Verpockungzschou" die Stände rot.„Ach," stöhnt er und taucht den Pinsel ein,„uns gehl es wie den Elektrikern. Wir sind auch nur fünf Mann vom Nach- weis. Sonnabend"— das war gestern—„ist die Herrlichkeit aus. dann find unsere drei Wochen Aushilfe vorbei. An ständigen Kräften hat dos Messeamt drei Maler; für die Schilder, die Sic hier überall sehen, sind extra wohl fünf Schildermaler da und die Stände. die wir machen, erfordern nicht soviel Personal Aus der Bau- ousstellung war es besser, da waren wir dreißig Maler. Aber an den Halle» selber war diesmal nichts zu machen, die sind erst rcno- viert worden. Lohn hoben sie uns auch gekürzt noch der Notverordnung. Früher hatten wir immer mehr als die Tischler, letzthin noch 1,49 M. in der Stunde, jetzt haben wir nur noch 1,23 M. in der Stunde." In der Halle VIII, in der in Verbindung mit dem Reit- und Fahrturnicr die große Pferde schau untergebracht ist,, ftechui gerade Das Ende des Leoparden Vom Zoo-Sachverständigen im Beisein der Polizei erschossen Die Anordnung des Berliner Polizeipräsidenten, den Leoparden, der am Zreitagvormitlog in der Saiserallec ein zweijähriges Kind gelötet hatte, zu erschießen, wurde am gestrigen Sonnabendnachmittag durchgeführt, aber erst nach Ueberwindung zahlreicher Schwierigkeiten. Der Dompteur Walldorf vom Vergnügungspark Fortuna in der B c l l c- A l l i a n c e- E t r a ß e, der noch dem traurigen Vorfall in der Kaiscrallee das Tier erworben und im Einverständnis mit der Polizei in einem Käfigwagcn in dem Vergnügungspark untergebracht hotte, erhob gegen die Erschießung Einspruch. Er weigerte sich, die eiserne Klappe, die die Gitterseite des Käfigs verschloß, zu öffnen und betonte dabei, daß das Tier sich in einem vorschriftsinäßigen Wagen befinde und auch van dem zuständigen Polizeiveterinär als gesund anerkannt sei. Die Polizei sah sich daher vor der Aufgabe, selbst zur Tat zu schreiten, um den Befehl des Polizeipräsidenten auszuführen. Man hielt es aber doch für richtiger, zunächst die Hilfe des Zoologischen Gartens in Anspruch zu nehmen. Der Vertreter des zur Zeit, von Berlin abwesenden Dr. Lutz Heck begleitete zusammen mit dem alten Raubtierwärter O h l s e n die Polizcibeamten auf ihren ausdrücklichen Wunsch zum Fortuna-Park, wo inzwischen die entsprechendes polizeilichen Vorkehrungen getroffen worden waren. Da der Dompteur bei seiner Weigerung, die mit einem Vorhängeschloß befestigte Eisentür zu öffnen, blieb, mußten die Polizeibcamten unter Assistenz des Raub- tierwärters, der dafür sorgte, daß keine Unvorsichtigkeiten passierten. die Eisenklappe aufbrechen, und im Scheine der Laternen sah man. friedlich in sein Stroh gerollt, den Todeskandidaten. Das Tier blieb auch ruhig liegen, als Ohlsen mit einer Stange das Stroh beiseite- schob, um das Schußfeld freizumachen. Daniz endlich, gegen K-6 Uhr abends, war es soweit. Der Sachverständige des Zoo trat mit einem Polizeikarabiner an das Gitter, ein Schuß knallte, ein leises 5lnurren ertönte, dann streckte sich der Leopard und war tot. Sicherheitshalber wurde noch ein zweiter Schuh abgegeben, und damit war dann die Altion beendet und das Polizei kommando, dessen Anwesenheit vor dem Vergnügungspark eine große Menschenansammlung zur Folge hatte, konnte abrücken. Der Maler von Ot Hegraven wurde gestern nach Wschluß seiner eingehenden Vernehmung im Polizeipräsidium festgenommen und wird dem Vernehmungsrichter wegen Verdachts der fahr lässigen Tötung vorgeführt. Das Verfahren gegen ihn dürfte sich hauptsächlich auf die Tatsache stützen, daß der Maler schon seinerzeit durch den Strafbesehl des Polizeiamtes Charlottenburg hinreichend darüber unterrichtet war, daß er ein Raubtier nicht in feiner Wohnung lassen durfte und daß er für alle etwaigen Schäden. die das Tier anrichtete, haftbar gemacht werden konnte. Wäschestoffe 21 pf 61p. Ueberlake n LinOn,:ni!hand- garogansu Hohl- 0* säum«:;. m—- e-l. 160X250«#.75 Oberbettbezug Linon, feinfädig, zum Knöpfen, O ca. 130X200 �.25 Kissenbezug mit Klöppel- C*Q Einsatz �0�- Bettlaken ungebl. Nessel, 4 ca. 140X210 1.09 [inon-6arnitur mit einem be-� stickt. Kissen �.50 Bettlaken kräftigter Dowlas,_ ca. 140X210 1.65 Wischtuch 1 s ö Pf. Waffelbett- d ecke weiß, gebogt. O ca. 150X200 .95 Handtuch GsrstEnkom, mit roter«f Tf Kante..|/ Pf. Handtuch Jacquard, Reinleinen, JP A 48X100. Oy Pf. Frottierhandtuch weiBer Kriuselstott, indanthren- farb. Straif. 29 Pf. Badelaken farbiggemusfert indanthren, A ca. 145 x180»f. '.45 Schlafdecke weiß, mit farbiger Kante, 4 140x190| .85 Daunendecke erfime Oaunotv- parkal, mü ia Daunen, ca. 130 X 200 29 .75 Fellvorleger weiß, A abgefüttert*f.40 Bogen lorm, mit Zcgteder- mtlrat;«. miü, 80X185 Metall- Bettstelle 1 Bogenform, mit Zugleder- matratzo, 83 irim- Bügat, weiB. 90X190 Garderoben-Schratlk F 42 90cnil»r.,2türig, mit Hutboden u. Stange. bOgel- tief, weiB lack. Kinder-Holzbett- i stelle 4. 14.90 70 X 140.»sw lackiert.... Prinzen-Sfn 1 WilmBrjdorferSfr. fdieSebdsl'm-SnftkeßismdixkrSin Frankfurter. Allee 30¥ die Zimmerleute ihre Aexte in den Rucksack.„Schon fertig?�— „Leider." meinen die cherkulesse mit den Kalabresern und Schlenker- Hosen,„es waren ja nur ZL0 Boxen für die Pferde auszubauen, das Holz kam fertig zugeschnitten aus der Fabrik: den Ausbau machten zwölf Zimmerleute in zehn Tagen" In der lzalle VI war man noch kräftig an der Arbeit, die Käfige auszubauen.„Unsere Arbeit ist schnell gemacht," sagt der alte Meister,„wir sind zwölf Mann. Drei Tage brauchen wir für den Aufbau der viertausend Käfige, wir sagen dazu viertausend Quartiere, und zwei Tage für den Abbau. Mit der Ausstellung selbst haben wir nichts zu tun, wir bauen alles auf und übergeben die Käfige der Ausstellungleitung. Dann kommen die Züchter und stellen ihre Hühner, Gänse und Enten aus." Äom Kremdentührer zum Zeitunasboy. Man sieht, die Zahl der Arbeitskräfte beginnt sich langsam zu summieren Heinzelmännchen gibt es eben nicht, jede Arbeit ver- langt ihren Mann Das Ausstellungsgut, das am weitesten her- gereist kam, sind die Pferde. Die kürzeste Reise hat überraschender- weise der Wald in Halle I hinter sich: die Bäume sind aus der Oberförsterei Tegel, einige Spezialsachen für die Lehrschau: „Deutscher Wald— deutsches Holz" stammen aus Eberswalde, sie sind von der dortigen Forstakademie Aber es müssen doch Männer da sein, die die Pferde füttern und pflegen Die Bäume muhten nach Westend geschafft und aufgebaut werden. Von dem junge» Mann in der Presseabteilung, der den ganzen Tag Waschzettel her- unternudelt, bis zu dem anderen Mann, der während der„Grünen Woche" Elektromotoren, Beleuchtungskörper und Apparaturen an die Aussteller verleiht, sind sie alle von früh bis spät auf den Beinen. Da sind ganze Trupps von Scheuerfrauen. Kellner und Köche. Verkäufermnen für Programme, Zigaretten und Nuhstangen, Fremdenführer und Zeitungsboys und nicht zuletzt die etwa fünf- undsiebzig Kontrolleure.„Sind Sie ständig hier?"—„Nein, ständig sind wir leider nur auf unserem Nachweis in der Kaiser- Wilhelm-Strahe. Wir sind ja auch gar nicht vom Messeamt, wir kommen vielmehr von einer Wach- und Schliehgesellschast. Wir werden sozusagen ausgeliehen vom Ausbau bis zum Abbruch der Ausstellung. Wir sind alles mögliche: abgebaute Kaufleute, ehemalige Schutzpolizisten, verarmte Handwerker bis zu pensionierten Beamten Wenn die nicht wären mit ihrem Nebenverdienst, könnten sie mehr vom Nachweis holen." Ueber den Verdienst eines Kontrolleurs schweigt des Sängers Höflichkeit. * Dann rücken die gewichtigeren Zahlen an: 248 Pferdezüchter, 400 Jndustriefirmen, 631 Jäger stellen aus und dazu der große Milch-, Butter- und Käsewettbewerb von 845 Molkereien, die nicht weniger als 3300 Proben ihres Könnens eingereicht haben. Auf solchen Riesenausstellungen klingen die Münzen und wenn nur annähernd so viele Besucher erreicht werden wie die 300 000 zur letzten„Grünen Woche", dann würde auch das schon Umsatz be- deuten, den wir endlich brauchen wie das Salz zur Suppe. Ltnierfchlagene Weihnachtsspenden. Aus Kieburgs Zeit bei der Anschaffungsgesellschast. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitt« hatte sich der frühere Prokurist der Berliner Anschaffungsgesellschaft, Ernst Sommer- meier, wegen Unterschlagung und Untreue zu verantworten. Sommermeier ist Ende 1930 aus der BAG. ausgeschieden. Die Verhandlung leuchtete in die Zustände, die unter Direktor K i e b u r g bei der �Gesellschaft geherrscht haben..______........ Dem Angeklagten Sommermeier wurde zur Last gelegt, daß er in der Zeil von 1924 bis 1930 etwa 25 000 Mark unterschlagen habe.. Die Anklage zerfällt in zwei Gruppen. Einmal wird Sommermeier zur Last gelegt, daß er die W e i h n a ch t s s p e n d e n, die die Lieferfirmen der BAG. für Arme und städtische Krankenhäuser zur Versügung gestellt hatten, zum Teil für sich oerbraucht habe, und zwar soll er einmal 3665 Mark und einmal 2241 Mauk aus diese Weise veruntreut haben. Die zweite Antlagegruppe bildet die Ver- untreuung von Schecks in Höhe von 19 700 Mark, die von Firmen bei dem Ausoerkauf der Chemischen Abteilung, die der Angeklagt« leitete, eingezahlt worden waren. Der Angeklagte wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft zu einer Gefängnis st rafe von 1 Jahr verurteilt. Di« Auf- Hebung des Haftbefehls wurde abgelehnt, weil der Verdacht der Fluchtgefahr weiterbesteht. So schiebt man Devisen Bankhaus Singer und Friedländer auf der Anklagebank x Der Hauptschuldige fehlte gestern im Devisenschieberprozeh. Der Mitinhaber des Bankhauses Singer u. Friedländer, Herr Ernst Friedländer, sitzt wohlgeborgen in London. Statt seiner hatte er einen seiner Angestellten, einen Engländer, zur Gerichtsstelle geschickt, damit dieser ihm die Ehrenhaftigkeit attestiere und ihn als Mann hinstelle, der zu einer illegalen Handlung unfähig sei. Dah Friedländer aber durch seine Transaktionen die deutschen Interessen bewußt geschädigt hat, unterlag nach dem Ergebnis der Verhandlung keinem Zweifel. Wieviel derartige Geschäfte von ihm schon früher getätigt worden waren, konnte nicht festgestellt werden; wohl aber, daß weitere in Vorbereitung waren. Der Inhaber des Berliner Bankhauses, der Angeklagte Kurt Oppenheim, bestritt aber, etwas Unlegales begangen zu haben. Er stellte sich als Neffe des Herrn Ernst Friedländer vor. Seine Bemühungen, von dem Bankhaus Singer u. Friedländer be- � schäftigt zu werden, blieben stets ergebnislos. Und plötzlich... i Ernst Friedländer teilte ihm eines Tages telephonisch mit. daß ein � guter Freund von ihm. ein Herr Fritz Adler, durch das Bank- haus Oppenheim Reichsbahnvorzugsaktien im Werte von 200 000 M. verkaufen würde. Am nächsten Tage wieder ein Telephonanrus: ein Herr Alexander würde gleichfalls durch ihn Reichsbahnoorzuasaktien verkaufen/ Als dann der Angeklagte Dr. Kutherz bei ihm mit den Quittungen erschien, die eigentlich in den Händen von Fritz Adler und Alexander sein mußten, da wurde er für einen Augenblick stutzig. Cr sagte sich aber, eine Firma wie Singer u. Friedländer, die mit den größten deutschen Banken in Beziehungen steht, die eben erst in Deutschland Kompensationsgeschäfte in Höhe von 30 Millionen Mark gemacht habe, würde doch nicht irgendwelche schiefen Dinge begehen. Und außerdem— sagt er vor Gericht— war ich ja juristisch gedeckt. Weshalb aber haben Sie— fragt der Staatsanwalt— bei der ersten Vernehmung bestritten, dem Dr. Gutherz Zahlungen geleistet zu haben? Daß aber Oppen- heimer vollkommen im Bilde gewesen sein muß. ergibt sich auch aus den Briefen, die Gutherz an das Bankhaus nach London geschrieben hat. Es heißt darin u. a.: Wir wollen bei 0. eine pause einlrelen lassen, obgleich er sogar einen Maller in sein Büro einziehen lassen will, damit seine Firma nach außen nicht in Erscheinung krilk. O. empfiehlt mir eine Person, in deren Namen die Geschäfte gemacht werden können. Stark kompromittiert wird auch in diesen Briefen der Rechtsanwalt Alexander. Ich habe einen Mann gefunden. heißt es da, der ihnen sehr sympathisch sein und die Funktionen des Herrn A. übernehmen würde. Dieser Herr war der hiechtsanwalt Alexander, der in der Verhandlung als Zeuge vernommen wurde und auf Ersuchen des Herrn Friedländer eine Anzahl Reichsbahn- Vorzugsaktien auf seinen Namen an Oppenheimer verkauft hat. Er sollte den Erlös auf sein Konto«inzablen. Allerding» erhielt den Erlös später Gutherz. Das Gericht beschloß, diesen Zeugen wegen Verdachts der Beteiligung nicht zu vereidigen, ebenso wie die Sekretärin des Aufsichtsratsmitglieds der Commerz- und Privat- dank, des Generaldirektors von Sobernheim, eines der Angeklaaten im Katzenellenbogen-Prozeß, Fräulein S.. die von Ernst Friedländer 150 000 Mark zum Einzahlen in die Commerz- und Privatbank erhielt, ohne von ihr«ine Quittung zu nehmen. Der Angeklagte Palorgi behauptete gleichfalls, von der Ille- gaiität der Geschäfte nichts gewußt zu haben: nur in einem Falle habe er für Gutherz Obligattonen in unerlaubter Weise verkauft. Die Sachverständigen schilderten, auf welche Weise die deutsche Wirtschaft durch die Manipulationen des Bankhauses Singer u. Friedländer geschädigt wurde. Nachdem der Antrag der Verteidigung auf Haftentlassung der Angeklagten Oppenheimer und Parlagi abgelehnt worden war, vertagte sich das Gericht auf Dienstag. Neue Schiebungen aufgedeckt. Die Z o l l f a h n d u n g s si e l l e hat eine weitere Devisen- s ch i e b u n g aufgedeckt. Ein Direktor harte wurde vom Der- nehmungsrichler verhaftet, weil er Werbeschriften eine» Amster- i damer Bankhauses verteilte, in denen deutschen Kapitalisten ! geraten wurde, durch die Bermittlung Harles Gelder in ! Amsterdam anzulegen. Nach der Devisenordnung wird ! bereits die Werbung als strafbar angesehen und mit Zuchthaus nicht unter 1 Zahr geahndet. Der Vernehmungsrichter verhaftete serner den Dentisten W e l l n i h aus Regcnlhin in der Neumark, der ge- stand. Devisen nach Holland gebrach» zu haben. Es wurde außerdem ermittelt, daß das Bonkgeschäsl Blumenthal u. Walldach mit in die Angelegenheit verwickelt ist. Der Bankier W a l l d a ch wird beschuldig», die Kapitalfluch, geleitet zu haben. Er wird zur Zeit noch vom Vernehmungsrichter vernommen. Grüns Woche eröffnet. In den Messthallen bis zum 2. Februar. Als in der Messestadt am Funkturm die Ouvertüre zn Kreuzers„Nachllager von Granada" erklang, war der letzte i hammerschlag zum Ausbau der„Grünen Woche" verhallt. Mehr als 1500 Ehrengäste, Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden. des Diplomatischen Korps, der Stadt verlin sowie führende per- sönlichkeiten aus Kunst, Wissenschast und Wirtschaft waren ge- kommen, um dem feierlichen Erösfnungsakt beizuwohnen. Die vom 3 0. Januar bis 7. Februar währende Aus- stellung ist täglich von 9 bis 20 Uhr. Sonnabends und Sonntags von 9 bis 21 Uhr geösfnet. Gleichzeitig findet in den Tagen vom 30. Januar bis 2. Februar eine Kaninchen- und Geslügelausktellung statt. Am 6. und 7. Februar schließt sich eine Rassehundeausstellung an. Weiterhin ist während der ganzen Dauer der Ausstellung von vormittags 9 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit die Ausstellung „Der ländliche Siedlungsbau" auf dem Freigelände den Besuchern zugänglich. Das Programm des Reit- und Fahrturniers sieht schließlich in den Tagen vom 30. Januar bis 7. Februar täglich zwei Veranstaltungen, nachmittags 3 Uhr und abends 8 Uhr, vor. Flugzeug Köln— Berlin noigelandet. Passagiere und Nesahung unversehrt. Das planmäßige Verkehrsflugzeug der Strecke Köln— Berlin, die Focke-Wulf„Möwe" V 1867, Führer Flugkapitän Helm, mußte am gestrigen Sonnabendnachmittag gegen 15.30 Uhr infolge Motorschadens bei der Ortschaft Werdohl, etwa 15 Kilometer süd- lich von Iserlohn, zu einer Außenlandung schreiten, die auf un- günstigem Gelände vor sich gehen mußte. Dabei wurde d i e Maschine schwer beschädigt, die Fluggäste und die Be- satzung blieben jedoch unversehrt und konnten ihre Reise als- bald mit der Bahn fortsetzen. Toter auf einem Straßenbahngleis. In den frühen Morgenstunden des Sonnabend fanden Passanten in der Frankfurter Alle« in Höh« des Hauses Nr. 86 auf dem Sttaßenbahngleis einen Mann, dessen Kopf eine schwere Verletzung auswies. Der Mann war bereits tot. Man benachrichtigte das 84. Polizeirevier, das Kriminalbeamte an den Fundort entsandte. 2n den Taschen des Toten wurden Papiere gesunden, die auf den Namen des 39 Jahre alten Heizers Max- Schirm er aus der Sonntagstraße 28 lauteten. Man benach- richtigt« die Frau, die auch in dem Toten ihren Ehemann wieder- erkannt«. Es ist möglich, daß der Heizer in der Dunkelheit über das den Bahnkörper gegen den Fahrdamm abgrenzende Gitter steigen wollte und dabei von einer herannahenden Straßenbahn erfaßt wurde. Die Kriminalpolizei ist mit weiteren Ermittlungen beschäftigt. Zum Konzert für erwerbslose Mitglieder der Sozialdemokra- tischen Partei. Saalbau Friedrichshain, am Montag. 2. Februar, 20 Uhr(Ansprache Franz Künstler), sind die Eintrittskarten vollkommen vergriffen. Veranstalter des Konzerts ist der Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit im Bezirksverband Berlin. Doch„Anita" quäkte der Vater und der Glanz in Anitas Augen erlosch. Sie sank in sich zusammen, alles Straffe war aus ihrer Haltung und dieser eine Namensruf addierte ihrer ganzen Erscheinung zehn Lebensjahre hinzu. Anita war still und das Fest lärmte zu Ende. Es wurde für Anita zu höchster Bedeutung: denn sie hatte nun erfahren, daß auch andere Anita rufen konnten, und daß dann aller Unwille wich und in ihrem Innern eine große Bereitschaft lag, diesem Berufe zu folgen. John. John ist als Gast auf dem Cowboy-Fest. John ist der Sohn eines reichen Bremer Kaufmanns. Nach dem Beschluß seines Baters und der pflichtgemäßen Zustimmung des Fe Schar der Frauen.zog, ein wenig enttäuscht, seiner Wege... wetteraussichten kür Berlin: Kälteres und zeitweise heiteres Wetter mit frischen nordlichen Winden.— Für Vevtschland: Im größten Teil des Reiches merkliche Abkühlung, im Nordosten noch windig und veränderlich mit einzelnen Schauern, sonst nur in Gebirgsgegenden Schneefälle. SetanttDOtllidl lllc Politik! Ltctoe«Äiiff: Wirllchakt:(*. flIinq«tMIc»s Scwcrklckaftsbewcquitq: J. Slcinct; Feoillclon!®i. Zodn Schikowsli: Lokole» und Sennifles: Sei» ÄBtftSbt; Anrciqcn: Tl>. s locke: sämtlich in Bcrliil. Verlag: Vorwärts-Verlaa S m d. S.. Berlin. Druck: Vorwärto-Buchdruckerei und Verlogsanftalt Paul Slngcr u. Co.. Berlin SW 68. LindenNrake 8. Hierzu 4 Beilagen. Tie Staatlich« Pvrzellan-Manufaktur Berlin stellt vom 1. bis 13. Februar 1932 in ihren Verkaufsräumen Wegelystr. 1, am Stadtbahnyos Tiergarten, werktäglich von 9—19 Uhr, eine große Aizzahl von weißen und bemalten Porzellanen— Tafel- und Kaffeeservice, Einzelteile für Serviceergänzungen, Figuren, Vasen etc.—, die infolge der strengen Sortierung wegen kleiner Fabrikationsfehler vom Gutverkauf ausgeschieden wurden, zu herabgesetzten Preisen zum Verkauf. Zur gleichen Zeit wird ausnahmsweise in den Berkaufs- und Ausstellungsräumen, Leipziger Str. 2, am Potsdamer Platz, eine begrenzte Anzahl von bemalten Einzelstücken zu ermäßigten Preisen angeboten. Alle Preise sind in weitgehender Anpassung an die Wirtschaftslage gesenkt worden. Den Freunden von Berliner Porzellan wird die Möglichkeit geboten, aus dem besonders reichhaltigen Angebot schöne Stücke zu äußerst günstigen Bedingungen zu erwerben 5 WO Bmglmn Im Februar A BLAUER A M Anzug, zweireih. M ▼ aus gar. reinwoll. ▼ Aach. Kammgarn. Langj. erprobte echtfarbige und sehr haltbare Qualität. Innenverarbeit. auf prima Futter,Reiniein.u. Roßhaar Gr.38-43. In eigen. Fabrik hergestellt Od) kostet nur M. A BLAUER A ♦ Anzug m.2 Hosen a a.garant. reinwoll.� Aachen. Kammgarn, langjährig erprobte haltbare echtfarbige Qualität. Auf f>rima Futter gearbeitet. nnenverarbeitung aus garantiert Reinleinen und Roßhaar. In eigen. Fabrik hergestellt ya um kostet nur M.#ee A BLAUER A • Anzug, ein- und- �zweireihige Form, � a. garant. reinwoll. edlem Kammgärn,Aochen.Yacht- klubserge.fost unverwüstl. Fabrikot�Aufschwer.holtb. Kunstseide. Innenverarb. auf garantiert Reinleinen und Roßhaar JBO kostet nur M. �ye"* A BLAUER A Ubergangs-Mtl. �ous reinwollenem� Gabardine, imprägniert, Raglan-Form oder Slipon, ganz auf Kunstseide gefüttert. Innenverarbeitung aus garantiert Reinleinen und Roßhaar kostet nur M. 40.- In den Preislagen von Mk. 40.— bis 75.— finden Sie eine reiche Auswahl moderner Sei Extra- Anfertigung nach ihren Maßen mit Anprobe erhöht sich der Pr HERRENKLEIDERFABRIK WAGNER Anzüge und Mäntel. eis nur um Mk. 10.— Nur A/exanderstr. 22 am Bht. Jannowlt brück»- Kein Laüenl OaOftnet durchgehend bl* 7 Uhr abend» VOM FABRIKANTEN OHNE ZWISCHENHANDEL DIREKT ZUM VERBRAUCHER WERTHEIM Dauer der Veranstattong 2 Wochen Vom 29. Januar bis 11. Februar Se«el( Verrat. Mengenabgabe vorbehalte« Größter Sonder- (ßerieauf des(fahres Zur Aufklärung: Der große Verkauf von Wäsche und Wäschestoffen ist von uns als erstes Warenhaus bereits 1898 gebracht worden. Die Bezeichnung Weiße Woche hat sich erst später eingebürgert Die zu enorm billigen Preisen zum Verkauf kommenden Waren sind für die„Weiße Woche" besonders vorbereitet. Wäsche zum großen Teil eigene Anfertigung. rm£e(Beispiele aus unsefetn großen tischet: Damen-Wäsche 1.9° go •* c*,p oy�f- ,!»< jCt«5 .iiett lan9!..Lt»» L,«" pi�JrtO C1»1 ..�er. KS" s,"«"*10 Ausführliche Preislisten an den Kassen Taghemd m. Stickerei, Motiv 2.50 Taghemd"■'ÄvltO Taghemd 1.50 1.85 m. Stickerei, Taghevmhm. uVAn5: Taghemd mit eleganter Stickerei 3.45 Hemdhose Stickerei 2.15 Nachthemd gufer 4 An Wäschestoff, weiljm. färb. Garn, Nachthemd 4 o5 farbig Batist, garniert• J Unterkleid:� 2.85 Schlafanzug, 0Q Batist mit farbiger Garnitur«a.jrV Tischzeug, Handtücher Tischtücher 130X130 Flächenmuster 130x155 130x225 1.75 2.10 2.90 Serviette Gr. 55x55 cm 0.45 Tischtücher 130X130 130X160 130 X 230 1.95 2.60 3.90 Serviette or. 6oxso cm 0.55 Tischtücher 130x130 130X160 160X160 2.90 3.75 4.90 Serviette 60x60 cm... 0.80 Frottier«Handtücher 60X120 120 2.75 48x100 50X110 68 pi- 8 5 pf. Badelaken farbig gemustert, 120x160 Garnitur S Ä" 1.90 � 3.25 Garnitur SSÜ hlSS 2.00 K 3.00 Garnitur SaÄuÄ«. hlS 2.90'S 4.50 Slubenhandtuch vollgebl., Jacquard, 48 X 100cm 5 OPt Stubenhandtuch reinleinen Jacqu., 48 X 100 cm 7 bPi- Küchenhandtuch Reinleinen, grau gestreift, m fy Grölje 45� 100 cm 4# O Pf. Reinleinen kariert 55x75 60X80 Wischtücher 50x50 25 pf. 48 pf 70 pt. Herren-Wäsche Oberhemd farbig gestreift Perkai, mit gefütterter Brust u. Kragen Oberhemd Zephir, mit gefüttert. Brust Oberhemd Popelin, mit gefüttert. Brust Oberhemd JÄf, Popelin, gefüff. Brust u. Krag. 2.15 2.45 2.90 3.90 Oberhemd gwe�eiff a rft o. gemusf. Popelin, gefütt. Brust � Herrenkragen<% n Stehumlegeform, 4 fach Mako v- O Pf- Einstoffkragen 26 pt. Nachthemd mit Umlegekragen, farbiger 4 OC Borfe und Tasdie"«VJ Nachthemd haisfre. � Är mit farbiger Borfe u. Tasche �»D� Nachthemd mit Umlegekragen oder � 8C halsfrei, mit Tasche»«"»J Pyjama 4.90 Pyjama""'"pf, mit Paspel od. gestreift Flanell Pyjama gestreift-J Popelin, � Popelin oder einfarbig Taschentücher Wäsche- Stoffe Dam e ntuch �rÄnt. 6 pl 1 gestick. Ecke 1 X Pf. 4 2 pt. Batisttuch gmÄr 15 Herrentücher Reinleinen 0J8 Wäschestoff stark u. feinfädig, Meter 0.39 25 pt. Mako ß' 29 p.. Renforce solide Qualität, Meter 0.65 48 PL Wäschebatist f-�g rosa, hellblau, nil, Flieder, A C lachs, Meter 0.62» PL Köper-Barchent•% Q gebleicht, Meter 0.75 TT Pf. Bohnesse« Meiero.34 19 pl Bei uns gekaufte Wäsche wird, mit wenigen Ausnahmen, auf „Muncüos-Maschinen" kostenlos gestickt Leipziger Str., Neuer LtchShof: Aussteilung Der gedeckte Tisch Nr. 51» 49. Jahrgang 2» Sonntag, ZI. Januar �932 Schafft Ordnung und Arbeit? Wollen wir den wirischastlichenZusammenbruch?/�und um denWagemann-plan Es ficht so aus. als jollt« es zu einem wirtschaftlichen Zu- fammenbruch in Deutschland kommen, bei völlig stabiler Wälirung und— man achte dartuf obwohl wir jetzt von der Reparativ. ns- ausbringung völlig befreit sind und das Ausland uns seine Kredite läßt. D i e Vermehrung der Arbeitslosigkeit seit Ansang Dezember kommt stärker au» dem Kon, junktur- als au» dem Saisongewerbe; die Krise schreitet nach zweijähriger Dauer in progressivem Tempo fort. Alle Welt weiß, daß die Bersumpfung und die trotz politischer und wirtschastlicher ausländischer Schuldenstundung— zunehmende Aus- Höhlung des Effekts unserer Kreditwirtschaft daran schuld sind. Die vierte Notverordnung hat alte fchlerhafte Zirkel der Umsatz- und Beschästigungsschrumpfung durch das Ueberwiegen der Einkommensschrumpfung noch verstärkt. Wird die Nutzwirkung der Kredit- Wirtschaft nicht erhöht und wird die fehlerhafte Deslatwnswirkung der vierten Notverordnung nicht beseitigt, so geht es Autarkie ist nur eine Politik der dummen Kerls mit dem Zusammenbruch des Binnenmarktes sehr bald dem Zusammenbruch der Volks- Wirtschaft sntgsgen. Dennoch tun die Regierenden nicht», weil die Erhaltung der politischen Balance bei der Abstimmung von Interessenten- wünschen für gesamtwirtschaftliche Lebenssragen keine Kraft mehr übrig läßt. Und in der Sffevtlicheu Meinung kommt es zu keiner Willensbildung, weil der Laie sich nicht wehr aus- kennt, auch der wohlmeinende Rouilnier mit seiner Erfahrung versagt und die Wissenschaftler schon beim..grundsätzlichen Teil der Volkswirtschaftslehre" angelaugt find, wo es nur noch Rechthaberei gibt und man vor lauter Bäume« den Wald nicht mehr steht. „Ordnung über alles", meinen die einen, die nicht mehr sehen, daß Ordnung ohne Arbeit»in leerer Begriff ist.„Arbeit über all«»", meinen die anderen, die nicht missen oder es in den Kauf nehmen wollen, daß Arbeit ohne Ordnung blinbes Tun ist. Daß Ordnung und Arbeit zugleich nötig sind, daß der Verstand gar nicht mehr verlangen kann, als jene, Maß besserer Ordnung sowie wirtschastlicherir Arbeit, da» nach den noch vorhandenen und mobilisierbaren Kräften die w irisch astlich» Erholung verspricht, statt den sicher»» U n t» r g a n g aus»in so IMstverständlich«» Pro- gramm scheint man sich heut« kaum m»hr»mig»n zu können. E» ist keineeweg» Begeisterung, die un» kürzlich den sogenannten Wagemann-Plan sympachisch begrüßen ließ. Auch wir sehen das Schwierige und Unwillkommene einer Umstellung de» Geld» und Bankwesens angesichts der psychisch so ungeheuer labilen Bersassung unser»» Voltes und de» nach der Stillhaltung erst recht wachsamen Ausland». Wir hätten»» auch lieber gesehen, daß rund Heraue gesagt morden märe, daß der Plan die radikal» Verlust- bemnigung für viele Banken und große Jndustriefirmen will und daß nur eine organisch« und möglichst milde Form dafür gesucht wurde. Der krifenpolitifche Zweckcharakter de» Plane» hätte viel deutlicher herausgestellt und es hätte klar gesagt werden sollen, daß die Geld- und Bankreform einschließlich der besonderen Kleinnoten- deckung durch die ewige Reichsschuld in der Hauptfache Mittel zum Zweck und nur deshalb fgtzt unentbehrlich ist. Man hätte sagen sollen, daß der vielberufene Kapitalblock ein« echte öffentliche Kapitalschöpsung ist und sein will, die aber(bei richtiger Wahl des Maßes) unschädlich ist, weil rhr Fundisrungs- zweck(schwebende öffentliche Schuld) klar umrissen und begrenzt ist und nachdem die Einmaligkeit des Aktes durch die in der Bankreform gefchaffene Garantie gewährleistet ist, daß zukünftig nur noch echte Warenwechsel zur Reichsbank kommen können Man hätte endlich diese echte einmalige Kapitalschöpsung deutlich als Mobilifierungs- instrument zu Reinigungszwecken im Wirtfchafts- und Kreditgebiet der Volkswirtschaft kennzeichnen müssen, nachdem die zusätzliche und progressive Erzeugung neuer Arbeitslosigkeit durch zunehmende Blockierung der Reichsbank mit Finanzwechseln nicht bestritten werden kann. Es bestreitet in Deutschland doch kein Mensch— außer den Interessenten die Lebensnotwendigkeit einer Realisierung der Verlust« und der Beseitigung deflationistischer Fehlerzirkel. Es kann auch niemand bestretten, daß dies» Fehlerzirkel durch eine die gesunde Handelewechselpröduklion verhindernde Blockierung der Reichebank durch Finanzwechsel zu Stützungszwecken hervorgerufen sind, und daß zur Heilung eine Geld- und Bankreform notwendig sein kann. D»r Wagemann-Plan hat also manches versäumt. Er war zu wenig politisch und deshalb zu theoretisch, und weil ein Beamter in Deutschland nur»in Amt und keine Meinung zu haben hat (Wagemann hat übrigens nach dieser ungeschriebenen Weisung in der Vergangenheit genug gesündigt— wir dürfen das sagen, weil wir es nie verschwiegen haben), wurde der Plan zu„Wissenschaft- lich", in Dingen zu konkret, in d«n»n nicht der Grundsatz, sondern nur Art und Ausmaß der Anwendung zur Frage steht. Damit entstand die überslüsftgs Furcht vor obskuren und gefährlichen Nebenabsichten; mit nebensächlicher Zifsernkritik wird der Plan selbst desavouiert, und die Interessenten, denen alles willkommen ist, nur kein« Verlustdereinigung und kein» schärfere Kontrolle, haben zum Schaden aller den Prastt davon. Wir lassen auch heut« noch die Frage offen, ob der sogenannte Wagemann. plav der einzige Weg zu seinen Zielen ist. Aber über die Richtigkeit der praktischen Zielsetzung de» Plan», daß wir dt« schleunig« Verlust, und Lilanzbereiutgung zur Ver- Hinderung eines Zusammenbruche» durchführen und der pro. gresstven Sreditenlziehung auch gegenüber lebensfähigen Unter. nehmungen«in End« setzen müssen, darüber lassen wir nicht mit»n» streiten. Auch darüber nicht, daß wir etwa die endgültige Bereinigung der Reparationen(wir zahlen jetzt und aus lange hinaus jowieso nicht) und die Wiederherstellung des Kreditzuflufjes vom Aueland(nach der Stillhaltung haben wir leider unser« Kredttwürdigkeit erst neu zu beweisen) abzuwarten hätten. Auf einem einzigen Ge« biet nämlich ist die Autarkie keine Politik der dummen Kerls, das ist das Gebiet einer anstän- digen und sa u b e r e n Kr e d i t w i r t s ch a f t; v o r dieser Art Autarkie haben sich bisher aber noch all» Verteidiger de» Prinzips der deutschen Selb st- genügsamteit gedrückt. Hier kann und muß für da» Inland wie für das Ausland endlich jenes Vertrauen geschaffen werden, da» uns vor dem Zusammenbruch bewahrt, das allein auch dem Aus- land imponiert und das— nach den uns gebliebenen Kräften— die Wiedererhslung Deutschlands sichert. Die Schaffung dieses Ver- traüens in organischer und dauerhafter Weise ist das Ziel des Wagemannjchen Planes, und darum hat er unsere Sympathie. Der Plan verspricht Ordnung, er läßt zugleich er» warten, daß nicht nur die Erzeugung neuer Arbeitslosigkeit aushört, sondern auch neue Arbeitsgelegenheit geschaffen wird. Das aber ist es, was wir brauchen. Gegen die allgemeine Zweckmäßigkeit des Plans ist bisher fo gut wie nichts bewiesen. Inflationistische Tendenzen hat der Plan nicht. Die übereiligen Kritiker, die das behauptet haben, sind still geworden. Kredit- ausweitung kann bei jeder Art von Bantsystem erfolgen; sie ist leine Frage des Systems, sondern des Willens und der Räson; in dem vorliegenden System aber wird die private Kreditausweitung schärfer reglementiert, diejenige der Reichsbank wird schärfer aus Handelswechsel konzentriert. Man täusche sich doch nicht. In der praktischen Wirkung war die Kreditousweitung der Reichsbank seit Juli durch Diskontierung der Akzept- und Garantiebankwechsel zum Beispiel subventionistisch und hatte nur deshalb keine die Preise erhöhende Wirkung, well man durch Kreditentziehung immer mehr gesund« Betriebe vor die Hunde gehen ließ und durch zusätzliche Arbeitslosigkeit die Warennachfrage verringerte. Wir haben seitJuliKredit- inflation für faule Schuldner betrieben, die keinem einzigen Menschen mehr Arbeit gab, zu- gleich aber auch die schärfste Krediteinschrän- kung gegen gesunde Betriebe, die Hunderttau» sende auf die Straße setzt». Es mutet wirklich komisch an. daß man einem Plan inflationistisch« Tendenzen unterstellt, der »in» subventionistische und schädlich« Kreditausweitung auf Finanz- Wechselgrundlage beseitigen und durch ein« die Zirkel einer fehler» haften veflatwnspolittk durchbrechende Kreditgewährung auf Waren- Wechselgrundlage ersetzen will. Man muß sich wahrlich wundern, wie wenig die Kritiker mit dieser positiven Seile de» Plans sich auseinanderzusetzen für nötig hielten und wie sehr die theoretische Nörgelei bisher die Krttik beherrscht hat. Und dann soll man doch nicht so tun. al» ob die Deckung«ine» großen Teils de» Goldumlaufs durch«ine ewige Schuld de» Reiche» etwasNeu», wäre und als ob damtt inflationistische "m ma s« vtewg.f "Hie- t � tettt it oftMÄn tcDort WO 54 fureux&2�areUÄno€RkߣtS€ St�' Gefahren hervorgerufen würden. Schulden d�s Rclchcs hatten immer Deckmigsfunttion: das gilt für die Münzen und die Rentcnbonk- scheine. Seit es die Akzept- und Garantiebank gibt, steht praktisch eine Reichsgarantic für(heute) l.S Milliarden Note,rumtaus gerade. Es gehört schlechter Wille dazu, der Ersetzung dieser Re-ichsgarantie durch eine ewige Reichsschuld gefährlichere volkswirtschaftliche Mög- lichkeiten zu unterstellen als bei der Einrechnung von 1,5 Milliarden Finanzwechseln in die Deckung des Geldumlaufs— zumal Verlust- bereinigung und Beseitigung der subventionistischen und die gesunden Teile der Wirtschaft zerstörenden offiziellen Wechselreiberei das pral- tische Ziel ist. Es ist doch erschütternd, zu sehen, datz der Aoteil der Jinanz- Wechsel der Akzept- und Garantiebank an der gesamten Kredit- gewährung der Reichsbank von der Z. Rovembermoche bis zur Z. Januarwoche von 32,2 auf 42,8 Proz. gestiegen ist. datz die Der- mehrung dieses Anteils(33,0 Proz.) erheblich grötzxr ist als der Zuwachs des Obligos der Akzept- und Garantiebank selbst(23,7 Proz.) und datz gleichzeitig die gesamte Kreditgewährung der Reichsbank um 7 Proz. zurückgegangen ist! hier ist der schlagendste Beweis, datz die zusätzliche Arbeitslosigkeit der letzten Monate in den Konjunkturgewerben nichts mehr mit normalen Konjunkturereignissen selbst zu tun hat sondem allein der kreditmätzigen Aushungerung gesunder Betriebe durch das subven- liouislische System der Stühungskredite zu danken ist. Wer diesen unausweichlich zum Zusammenbruch treibenden Tat- sachen nicht mit besseren Borschlägen begegnen kann, der soll den sogenannten Wagemann-Plan zu verbessern suchen, er darf ihn aber nicht ablehnen. Wer aber öffentliche Arbeitsbeschaffung will, die eine Sredilausweilung ohne vorherige oder mindestens gleichzeitige Berlustbereinigüng zur Voraussetzung hat, darf erst recht nicht an diesem Plan vorübergehen, der die Voraussetzungen für Arbeit und Ordnung schaffen will. G. K— r. Die Spargelder bei Borsig. Sparerversammlung am Montag. In dem Borsig-Werk Tegel findet am Montagnachmittag um 4.30 Uhr die Versammlung der Sparkassengläubiger statt. Wie wir erfahren, handelt es sich bei den rund drei Millionen Guthaben auf der Werksparkasse um 1,8 Will. 1924 ausgewertete und um 1,2 Mill. neue Spargelder. Die entscheidende Frage für die Sparer ist natürlich, was von den Spargeldern noch zu retten ist. Es besteht durchaus die Möglichkeit, datz die Spargläubiger bei dem bevorstehenden Vergleichs- verfahren bevorzugt behandelt werden, hierzu mutz sich aber eine Mehrheit der übrigen Gläubiger von 75 Proz. bereit erklären. Unseres Erachtens m ll tz t e n die Großgläubiger, unter denen sich die DD-Bank, der Stahltrust und der Klöckner-Konzern befinden, gar nicht anders handeln, als datz sie den Borsig-Arbeitern und Angestellten, die zum grötzten Teil jetzt erwerbslos sind, diese bevorrechtigte Stellung der Spargelder einzuräumen. Ein anderes Verfahren würde dem primitvsten sozialen Empfinden Hohn sprechen. Wie der Betriebsrat der A. Borsig G. m. b. H. uns noch mit- teilt, erklären sich die Spareinlagen, mit denen Borsig gearbeitet hat, nicht durch ausgeübten Zwang, sondern in erster Linie aus der um 2 Proz. höheren Verzinsung und der örtlichen Bequemlichkeit für die Sparer. Für diese kleinen Vorteile sollen die Sparer jetzt mit schwersten Verlusten an ihrem Sparvermögen, und zwar zugunsten der Firma, der Bankiers und den Großkonzernen büßen. Zur Senkung der Bierpreise. Sine Zuschrift des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter. Vom Vorstand des Verbandes der Nahrungsmittel- und Ge- tränkearbeiter wird uns geschrieben: Die Bierpreisfrage wird zur Zeit eifrig diskutiert: das Publi- tum hat berechtigtes Interesse an billigerem Bier. Vom Preis- kommissar Dr. Goerdeler wurde nach wiederholten Verhandlungen angeordnet, mit Wirkung ab 1. Februar 1932 den Ausschankpreis um 4 M. pro Hektoliter herabzusetzen, wovon 2 M. die Brauereien und 2 M. die Gastwirte zu tragen haben. Das würde bei einem Ausschankpreis von 80 Pf. pro Liter 5 Proz. betragen. In Bayern, wo«in besonderer Preiskommissar tätig ist, wurden gleichfalls die Ausschankprcise um 4 Pf. pro Liter gesenkt, nach dem dortigen Bierpreis etwa 7 Proz. Diese angeordnete Preissenkung ist, wie wir bereits in Nr. 25 vom 16. d. M. im„Vorwärts" zum Ausdruck gebracht haben, nicht aurfchlaggebend, sosern nicht gleichzeitig eine Senkung der Reichs- und Gemeindebiersteuer vorgenommen wird. Was bedeutet es, wenn das Liter Bier um 4 Pf. billiger wird? Keinesfalls ist dos ein Ausgleich gegenüber dem allgemeinen Lohn- und Gehaltsabbau. Es mutz erneut betont werden, datz mit der Senkung der Bierpceis« gleichzeitig die Bierfteuer, die fast 50 Proz. vom Brauereipreis aus- macht, herabgesetzt werden mutz. Die Auswirkungen des zu hohen Bierpreisez durch die Ueber- steuerung zeigt der Steueraussall vom April bis Dezember 1931. In diesen 9 Monaten sind gegenüber dem Vorjahre 1930 40,2 Mil- lionen Mark weniger Biersteuer eingegangen. Mit 80 bis 100 Mil- lionen Mark bleibt das Bi«rfteueraufkommen gegenüber dem Voranschlag und den Einnahmen vom Rechnungsjahr 1930 zurück. Außeröem sind enorm« Steuerstundungen beantragt, um zahlreich« Brauersien vor der Stillegung zu bewahren. Di« Folgen dieser Preis- und Steuerpolitik haben in starkem Matze die Brauereiarbeiter zu tragen: Seit l'A Jahren Kurzarbeit von 1 bis 3 Tagen pro Woche, der allgemeine Lohnausfall und der katastrophale Umsatzrückgang der letzten Monate brachten Mass»- entlassungen, weil weitere Kurzarbeit nicht ertragen werden kann. Es ist ein Irrtum, die deutsche Brauindustrie nur vom Stand einiger großer Konzerne aus zu betrachten. 4400 privaten Klein- und Mittelbetrieben stehen nmd 300 Aktiengesellschaften gegenüber, wo- von letztere 58 bis 60 Proz. der Produktion herstellen. Um den Steuerausfall zu vermindern und eine fühlbare Senkung des Bier- preise?«intreten zu lasten, mutz eine beachtliche Senkung der Bier- steusr eintreten. Dadurch würde eine Steigerung des Bierkonfums ermöglicht und so würde auch den Brauereiarbeitern ihre Existenz .erhalten bleiben. planmäßige Krastwirtschast in England. England hat steigende Elektrizitätserzeugvnq im Gegensah zur übrigen Welt. In England erfolgt seit einigen Iahren der Elektrizitätsausbau nicht mehr willkürlich nach den Gewinninteresten der einzelnen Elektrizitätsgesellschaften, sondern planmäßig nach einem für olle Teile des Landes festgelegten Ausbauprogramm unter Aufsicht des Staats. Alle wichtigen Elektrizitätswerke werden durch ein System von Starkstromfernleitungen miteinander verbunden, die Spannungen der einzelnen Leitungen werden vereinheitlicht, zahlreiche neue Umspannstationen errichtet, das Verteilungsnetz aus- gebaut, so daß durch diese Arbeiten, die erst im Jahre 1933 ihr Ende erreichen sollen, auch die elektrotechnische Industrie Englands teilweise einen Ausgleich für den Absatzrückgang auf anderen Ge- bieten erhält. Noch dem kürzlich veröffentlichten Bericht wurden allein im Jahre 1930/31 in England für die Arbeiten auf Grund des Aus- bauplans 20,75 Millionen englische Pfund, also über 4 0 0 Millionen Mark nach englischer Kaufkraft, verausgabt, davon rund 150 Millionen Mark für Hochspannungsleitungen, fast 70 Millionen Mark für Niederspannungsleitungen und über 150 Millionen Mark für Umspannwerke. Während 1931 in fast allen Ländern die Elektrizitätserzeugung zurückging, so z. B. in den Vereinigten Staaten um über 4 Proz., in Frankreich um etwa 7 Proz., in Deutschland um 12 Proz., in Italien um mehr als 3 Proz., konnte die englische E r z e u- gung noch um 3,6 Proz. zunehmen. Die öffentlichen Werke Großbritanniens hatten im Jahre 1930 10,91 Milliarden Kilowattstunden erzeugt, im Jahre 1931 dagegen schätzungsweise 11,30 Milliarden. Eine Manganerz-Iniernaiionale? Sovjet-Nußland als Mitglied internationaler Kartelle. Wie aus England gemeldet wird, finden gegenwärtig Be- sprechungen über ein Zusammengehen der hauptsächlichsten Mangan- erzgruppen der Welt statt. Den grötzten Anteil an der Weltmarkt- belieferung mit Manganerzen, die in der Stahlherstellung eine unentbehrliche Rolle spielen, stellt Sowjetrußland. Beabsichtigt ist ein internationales Kartell unter Teilnahme Rußlands. Falls eine solche Verständigung unter Teilnahme Sowjetruß- lands zustandekommt, so wäre sie charakteristisch für die Mitwirkung der Russen an der Errichtung internationaler kapitalistischer Kartell- gebäude. Erst vor kurzem konnten wir über die Schaffung einer internationalen Gesellschaft für Platin unter russischer Teilnahme berichten. Auf dem Erdölgebiet arbeitet Sowjetrutzland be- kanntlich schon seit Jahren durch eine Reihe von Lieferungsverträgcn mit großen kapitalistischen Konzernen eng zusammen. Standen die Russen auf dem deutschen Benzinmarkt ursprünglich mit den übrigen großen Oelkonzernen in einem Preiskampf, so haben sie sich später doch der Benzinkonvention ongeschlosten. Die Mitwirkung an den internationalen Manganerzbesprechungen ist ein weiteres Zeichen dafür, daß Sowjetrußland seine ursprüngliche Absicht, mit den pri- vaten Ausbeuterkartellen auf dem Weltmarkt zu konkurrieren, end- gültig aufgegeben hat. Die preiss für Apothekerwaren. Der Reichskommissar hat angeordnet, daß vom 1. Februar ab die Festpreise und gebundenen Preise für Apothekerwaren im Kleinhandel ausgehoben und durch den freien Wettbewerb ersetzt werden. Außerdem dürfen in Zukunft im Apothekergewerbe keine Aufrundungen auf volle 5 oder 10 Pf. mehr erfolgen. Der Apotheker- ausschlag ist von 75 auf 64 Proz. herabgesetzt worden. Für den pharmazeutischen Großhandel hat der Reichskommissar angeordnet. daß die bisher üblichen Kalkulationsgrundsätze, soweit sie 60 Proz/ übersteigen, um 10 Proz. gekürzt werden. Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 27. Januar berechnete Grohhandelsrichtzahl ist mit 99,7 gegen- über der Vorwoche um 0,3 Proz. zurückgegangen. Besserung bei den Adlerwerken in Frankfurt. Die Verwallung der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A.-G. in Frankfurt a. M. teilt, entgegen anderslautenden Meldungen, mit, daß der Betrieb noch stärkeren Einschränkungen im Herbst v. I. zur Zeit wieder mit einer Belegschaft von 2000 Mann arbeitet. Die Einschränkungen im Herbst dienten einem Abbau der hohen Lagerbestände, die jetzt auf ein Mindestmaß herabgedrückt sind. Bei günstiger Aufnahme der neuen Typen und mit dem bevorstehenden Beginn der Saison ist mit einer Verstärkung der Belegschaft zu rechnen. Finanziell ist das Unternehmen zur Zeit so gefestigt, daß die jetzige schwere Wirtschaftslage überstanden werden kann. Eine Erhöhung sämtlicher Einsuhrzölle um 10 Prozent hat die argentinische Regierung angeordnet. Weiße Wochen. Der Termin der hausfraulichen Heerschau nach preiswerten Weißwaren ist da und die Geschäfte, insbesondere die großen Kauf- Häuser haben alles mögliche qstan. durch niedrig« Preisgestaltung und dekorative Schaustellung der Waren die arg gehemmte Kauf- lust neu zu beleben._,. Die Firma Tietz hat ihre sämtlichen Hauser m schneeiges Weiß gehüllt, das unter den Reflexen Tausender von Lampen er- strahlt: im Lichthof. dem Hauptdekorationsobjekt. flattern weiße Wimpel. Von der Decke windet sich Weiß um Balkon« und Pilaster, weiße Pyramiden aus Wäschestoff. Handtüchern und ferttger Bett- wäsche grüßen und locken. Der Besuch setzte gleich in den ersten Stunden des ersten Verkaufstages gut ein, fachkundige Frauen- Hände befühlen die Ware: nach längerer Wahl entscheidet man sich für ein paar notwendige Dinge, deren Erneuerung sich ganz und gar nicht umgehen ließ. Das Haus Karstadt. Hermannplatz, grüßt«n Weiß- Grün, da flattern Fahnentransparent« von der Decke und frei- schwebend verkünden grüne Preistafeln Miniaturziffern, deren auf. fallendste wohl 18 Pf. das Meter Hemdentuch sein dürft«: Wäsche für die Küche, für den Eßtisch, Leib- und Bettwäsche laufen einander an Billigkeit den Rang ab. das Hauptinteresse der Hausfrauen kon. zentriert sich zumeist auf Küchenwäsche und Handtücher, Posten. deren Erwerb dem mageren Geldbeutel noch am erschwinglichsten sind. Als Neuheit wird dann noch eine Rundstrickmaschine vorgeführt. die bei jedem Fehler den Gang ausschaltet: mit unheimlicher Geschwindigkeit ersteht ein dichtes, fehlerloses Trikotgewebe, das mit elektrischer Schere zugeschnitten, jetzt seinen Weg über mehrere Nähmaschinen nimmt, um als fertige Hemdhose, gesteppt, gesäumt, knopfbesetzt die Maschine zu verlaffen. Bei Israel, Königstraße. hat sich der Lichthof in«n altfränkisches Dorf verwandelt, wo gerade Waschtag ist. Hoch über den Häuptern der Besucher baumelt die Trockenwäsche, grobes großkariertes Bauernleinen neben spinnwebfeiner Cr«pe-de-Chine- Wäsche: zwei überdimensionale Waschfrauen, 8 Meter hoch, 4 Meter dick, die allein 28 Meter Wäschestost für ihre Equipierung beam svruchten. vervollständigen das lustige Bild. Der Verkauf setzte au» hier recht gut ein, alles gravitiert naturgemäß nach dem Billigsten. auch angestaubte Wäsche erregt Interesse. Herrenwäsche. Küchenwäsche, Handtücher und Wäschestoffe bieten besonders Preis- wertes, aber auch Taschentücher, Spitzen und Kleidergarnituren locken durch niedrigste Preisgestaltung. Im Kaufhaus der Konsumgenossenschaft am Oranienplatz herrscht besonders reges Leben und Treiben: den Gipfelpunkt der Billigkeit dürste hier wohl ein Frauenhemd für ganze 55 Pf. erreichen. Mit Mühe und Geschick hat der Ehefdeko- rateur seines Amtes gewaltet. Der Lickthof glänzt und gleißt in eitel Silber, eine ganze Orangerie aus Staniolpapier ist erstanden. daneben noch Intarsienarbeit auf einfachster Grundlage: Motive aus Pappe geschnitten, mit Buntpapier unterlegt. In den Schaufenstern und auf den Warentischen Berge preiswerter Wäschestoffe und fertiger Weißwaren._ Es ist nun bald kein Rätsel ntcljr...!!! denn eine neue Zigarette ist im Zuge, deren begeisterndes Aroma die anspruchsvollsten Erwartungen der Qualitätsraucher noch be- deutend überbieten wird. 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Gas- und Wasserwerke: Uhr, Germania-Festsäle, Chausseestraße 110. Redner: Preußischer Kultusminister Grimme. Abteilung 138, Hermsdorf: 20 Uhr, Lokal Lindengarten, Berliner Straße(Omnibushaltestelle Kirchstraße).— Redner; Dr. Mischler, Hermann SchUtzinger, Otto Tost, Siebenhaar. Dienstag, den 2. Februar: 20. Kreis, Reinickendorf: 20 Uhr, im Strandschloß in Tegel. Redner: Dr. Richard Mischler. Bezirksamt Wedding und Virchow-Krankenhaus: 16)- Uhr, Hochschulbrauerei, See- Ecke Amrumer Straße. Redner; Carl litke, MdR. Zentraler Magistrat: �9,A Uhr, Musikersäle, Kaiser-Wilhelm- strsße 31. Redner: Stadtrat Dr. Heuer. Betriebswerkstätte Nordsüd, MüllerstraBe: 16 Uhr, Lokal Steinacker, See- Ecke Müllerstraße. Redner; Otto Meier, MdL Bahnhof 2, MüllerstraBe; Bahnhof 6, Tegel; Bahnmeisterei SeilerstraBe: 19 Uhr, Gelber Saal, Hochschulbrauerei, See- Ecke Amrumer Straße. Redner: Otto Meier, MdL. Hauptwerkstatt Grunewald: 16 Uhr, Spandauer Bock. Redner; Stadtrat Otto Ortmann. Bahnhof 16, Königin Elisabethstraße: 19 Uhr, Schellbach, Charlottenburg, Königin- Elisabethstraße 6. Redner: Karl Hanebuth{Einheitsverband der Eisenbahner). Hauptwerkstatt Treptow: 16 Uhr, Rennbahn, Treptow, Elsenstraße 115/116. Redner; Paul Eckert. Bahnhof 20, ABOAG-Hof Treptow, Bahnmeisterei 11: 19 Uhr, Rennbahn, Treptow, Elsenstr. 115/116. Redner: Gustav Eckhardt. Hauptwerkstatt Uferstraße: 16 Uhr, Löwenbrauerei, Hochstraße 1. Redner: Franz Künstler, MdR. Bahnhof 15, Oberschöneweide; Bahnhof 26, Köpenick; Bahnmeisterei 10; ABOAG, Köpenick: 19 Uhr, Keglerheim Schulze, Köpenick, Müggeiheimer Ecke Wendenschloßstraße. Redner: Hans Flieger. Bahnhof 24, Lichtenberg; Bahnmeisterei 9: 19 Uhr, Lokal Tempel, Friedrichsfelde, Prinzenallee 45. Redner: Dr. Fritz Schloß. Bahnhof 10, Schöneberg; Bahnhof 11, Hindenburgdamm; Bahnhof 13, Halensee: 19 Uhr, Schellhase, Sieglitz, Ahornstr. 15a. Redner; lahn(Einheitsverband der Eisenbahner). Bahnhof 12, Wiebestraße; ABOAG, Helmholtzstraße: 19 Uhr, Arminiussäle, Bremer Straße 72,73. Redner: Dr. Franz Neumann. Bahnhof 3, Nordend: 19 Uhr, Sanssouci, Kaiser-Wilhelmstr. 43 in Pankow. Redner: Karl Dresse). Bahnhof 1, Reinickendorf; ABOAG, Usedomstraße: Löwen- brauerei, Hochstr. 1. Redner: Marie Kunert, MdR. Bahnhof 22, Weißensee; ABOAG, Weiflensee; Bahnhof 25, Kniprodestraße: Seifert, Weißensee, Lichtenberger Str. 15b. Redner; Gustav Schaum(Gesamtverband). Bahnhof 28, Spandau: 19 Uhr,„Roter Adler", Spandau; Potsdamer Straße. Redner; Dr. J. Moses, MdR. Verkehrspersonal U-Bahn: 19 Uhr, Lokal Krüger, Tempelhofer Ufer 30. Redner; Lorenz Breunig. Technisches Personal U-Bahn Bam. SM. und Ufo: 15 Uhr, Kammersäle, Teltower Str. 1/3. Redner; Karl Oltersdorf. Angestellten-Fraktion der BVG. und Nord-Süd-Bahn A.G.: 19 Uhr, Kammersäle, Teltower Straße 1/3. Redner: Professor Chajes, MdL. Bahnhof 5, Tempelhof; Bahnhof 14, Kreuzberg; Bahnhof 17, Britz; Oberleitung, Markusstraße: 19 Uhr, kleiner Saal Bockbrauerei, Fidicinstiaße. Redner: Georg Wendt. Hauptlager Grängel: 16 Uhr, Heese, Reinickendorf-West, Berliner Straße 73. Redner: Bruno lösche. Stadtgut Albertshof: 17)4 Uhr. Redner: Genosse Heymuth. Mittwoch, den 3. Februar: Bezirksamt Schöneberg: 20 Uhr, Lokal Will, Schöneberg, Martin- Luther-Straße 69. Redner: Emil Barth. Stadtgüter Schöneiche und Vogelsdorf: 17)1: Uhr. Redner: Genosse Heymuth. 15. Abteilung: 20 Uhr, Arminiushallen, Bremer Str. 72. Redner: Karl Hildenbrandt, MdR., Dr. Richard Mischler, Adolf Buck. Donnerstag, den 4. Februar; Abteilung 108a, Köpenick: 20 Uhr, Lokal Uhlenhorst(Inhaber: H. Seidler), Mahlsdorfer Straße. Redner: Dr. R. Mischler. Bezirksamt Treptow: 19)- Uhr, Lokal Rennbahn, Treptow, Elsenstraße 115/116. Redner: Stadtrat Carl Wermuth. Arbeitsamt Nord-Ost: 16)- Uhr, Blossin, Stargarder Straße 3. Redner: Stadtrat Richard Rosin. AEG.-Konzern, AfA-Verbandskollegen und Sympathisierende: 17)- Uhr, Nordischer Hof, Invalidenstr. 125/26. Redner: Siegfried Aufhäuser, MdR. Stadtgüter Selchow und Waßmannsdorf: 17)- Uhr. Redner: Genosse Heymuth. Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter und Gastwirtsangestellte Donnerstag, den A.Februar: 1. Bezirk, Köpenick: 19 Uhr, Stadttheater Köpenick, Friedrichstraße 6. Redner: Marie Kunert, MdR.— 2. Bezirk, Neukölln• Südosten: 19 Uhr, Hohenstaufensäle, Kottbusser Damm 76. Redner; Hermann Harnisch, MdL.— 3. Bezirk, Gesundbrunnen-Tegel: 19 Uhr,. Hochschulbrauerei, See- Ecke Unsere werten Ueser werden gebeten, uns die Adressen von Freunden, Verwandten und Bekannten mitzuteilen, welche noch nicht Abonnenten des» Vorwärts* sind, bei denen aber ein Interesse für die Lektüre unseres Blattes angenommen werden kann. Wir beab' sichtigen, durch kostenfreie Probe* lieferung bei den uns Genannten zu werben! Die Adressen bitten wir dem Zeitungsboten mitzugeben oder der aus der Abonnements* Quittung ersichtlichen Ausgabestelle zuzustellen. Für die kleine Mühe dankt der Verlag des Vorwärts, Bln.SW 68, Lindenstr. 3 Name: Adresse(bitte genau angeben) Einsender: Amrumer Str. Redner: Albert Falkenberg.— 4. Bezirk, Wedding• Reinickendorf: 19 Uhr, Brauerei Löwen-Böhmisch, Berlin, Hochstr. 2. Redner: Dr. D r u c k e r.— 5. Bezirk, Osten- Lichtenberg: 19 Uhr, Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 12. Redner: Jockel Meier.— 6. Bezirk, Charlottenburg: 19 Uhr, Türkisches Zelt, Charlottenburg, Berliner Str. 53. Redner: LorenzBreunig.— 7. Bezirk, Schöneberg: 19 Uhr, Gesellschaftshaus des Westens, Schöneberg, Hauptstr. 30/31. Redner: Willy Schneider.— 8. Bezirk, Moabit: 19 Uhr, Arminiussäle, Bremer Str. 72/73, Redner: Otto Meier, MdL. — 9. Bezirk, Weißensee: 19 Uhr, Wirtshaus zum Pferdemarkt, Weißensee, Schönstraße. Redner: Dr. Julius Moses, MdR. — 10. Bezirk, Spandsu: 19 Uhr, Germaniasäle, Spandau, Stresowplatz 19. Redner; Robert Breuer.— 11. Bezirk, Tempelhof-Mariendorf: 19 Uhr, Lokal Gohlke, Tempelhof, Berliner Straße 96. Redner: Dr. Otto Friedländer. Atelier Leiser Eleganter Promenaden-Bindeschuh mit 2. w—. braun, m. Hai-Zierrand zu sensationell billigen Preisen S+raßentyp, sportlich gehalten aus braunem Boxcalf m. Schnallen verschluss .» i, \ NUR EINIGE BEISPIELE �- i-'.-"vi "' r�; im Zeichen m or d e r h, e r Sa c h I i c h k e! t Jede r Pfennig zur War e n- v e r b i I I i g u h g 1 4 D ü r k o. • i• e-V""• i i m I, S t, o. c k s t! c k, e n b e( uns! n d en W e i ß e n Wochen gekauften Wäsche- s t ü c k e und Taschentü c h e r Strumpfhalter- flQrt«! Satin Drall zun Knöpfen, 4 rtai ar.......... Sportgurtel Kunstseiden. Jacauarcstoff, 2 Gummiteil»•eitltch zum Halten. 4 Halte»... Plissökragen Georgette, aparte iabots- >orm mir Spitzen absätluO.. -.39 -n Z51 Cachenez rein» Seide, schwer» Qua». weiß m'aroig. 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KroacaMk amer n«d-Klempner, 1 MoaUercr nscD oad Bronziererinnen: Xagiserbauag; I Bettrea dee Aollegen Urich i. Ö>«luiflon S Bttitbitbrnez vdne M'taliedzdu« kein Autr«. «. IS Pflicht aller»ollegrn und Aollrginnen. an dleler Versammlung de- ' snmmr teUzunehmrn. Ofen. lag, den J. Jelrnor. abend, n übt, im Sattecrelaal de. Oerbanbebaafen. aifflnec Slrafjc«6 6«.«iagaag E Brandien-Versaniiniand der. Bau- n. fieldidirankf aiouer; Tage.ordnung t Die Auewiriung der Vierten Rot- verordn.ing VDiolu'fton. Branit enangelegenhettrU und ichiedene» vdn» Mitglledoduch kern Autritt. Zu Ande'rachl der wichtigen Tageoord- Ulg ist volljllh'igee Crlchrinu, n° .» mlNNUWUWIVMIiMrr Am ZreUag. dem W. Januar, nei- schied son't nach lurte«. fg.werem. Leiden mein lielxr Mann, unser guier i Pan r. Schwiege»« und Eroßvaier, d.r, Maurer �doli HVott Um stille, Beileid wtld gebeten.> Wwe. Emilie Woli[ Twinem linder EU 62. Di» lkinäscherung findet am Miu- «ach. dem 3 Fel ruar. um d Uhr nach- «mag,, im Arematoiium«erichi- (tragt statt. -—•■•»•nuig »•««Ä'r'jf?."r». I.dr� j Terinnem..___ 8' 0 ' rar dl.'Ä�.�wahm,(0, llFÄäilsl?"»«'1 f«eo guren Baterg, 9R„Arbeiter"'partei sie auffaßt. Im Reichslandbund ist kürzlich ein vierter Präsident in der Person des nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten und Mitglieds der Reichsleitung der Nazipartei, Hofbesitzer Wil- l i k e n s, gewählt worden. Di« Bundeszentrale des Reichsland- bundes stellt es nun so dar, als sei der Zweck dieser Wahl die Sicherstellung der Sammlung aller aktwistischen Kräfte»des platten Landes in der Reichslandbundorganisativn und die Gewährleistung ihrer Mitarbeit auch im Präsidium dieser Organisation. In Wirk- lichkeir bedeutet die Wahl ein« Konzession an die den Landbund hart bedrängende Nazipartei. Bemerkenswert ist, daß mit dem Hofbesitzer Willikens der vierte Besitzer in das Präsidium des Reichslondbundes ein- getreten ist. Nach einem Vertreter der Landarbeiter sucht man dagegen dort noch immer vergeblich. Trotzdem die Land- bündler und die Nazis sich als Freunde der berufsständischen Idee, das heißt des Zusammenschlusses der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gemeinsamer Arbeit im Berufsstand ausgeben. Dabei hatte der Vorsitzende des Pommerschen Landbundes, von Rohr, rechtzeitig auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Land- arbeiter bei der Wahl eines vierten Präsidenten zu berücksichtigen. Er richtete am 21. November 1931 an den Reichstagsabgeordneten und Gauleiter der Nazipartei in Mecklenburg, Hilde- b r a n d t,«in Schreiben, worin H. gefragt wird, ob es nicht mög- lich wäre, jetzt dahin zu wirken, daß gegebenenfalls von der NSDAP. ein Landarbeiter präsentiert wird. „Ich fände es nebenbei wunderschön", so heißt es in dem Die Afteitslosl�lieit in Detxfc scliland In 1000 Personen 5 666.. Stand:Anfanf jeden Qaartals J95J «390.« JAJOJA3O0AJOJAJ 19 2 8 19 2 9 1930 19 3 1 0 J 1934 iroHeure wie aus den Wolken gefallen. 9i ergab fich, baß dt« NC- Führer� die vorher so heftig zum Streik aufgerufen hatten, als erst« im Betriebe erschienen waren. In Köln hatte, wie erst jetzt bekannt wird, am 2. Januar, als die NGO. den Generalstreik durchführen wollt«, in der B l e i w e i ß- Fabrik von Lindgens u. Söhne die Belegschaft, irregeleitet durch die RGO.-Betriebsräte, die Arbeit niedergelegt. Um 1! Uhr machte die Firma bekannt, daß alle Arbeiter fristlos entlassen würden, die um l Uhr die Arbeit nicht wieder aufgenommen hätten. Sofort bekamen es die neun RGO.-Betriebsräte mit der Angst zu tun, und diese Angst war so groß, daß sie folgende von der Firma vorgelegte Erklärung unterschrieben: „Ich, Unterzeichneter, erkläre durch meine Unterschrift, daß ich mein Amt als Vetriebsratsmilglied freiwillig niederlege und mich zu ciaer Neuwahl nicht wieder werde aufstellen lassen." Nach der Unterzeichnung wurden die Maulrevolutionäre mit den anderen Arbeitern wieder eingestellt. Streik auf jeden Kall! Ein lehrreiches Beispiel. Der 24stündige Proteststreik am 4. Januar bei der AEG.- Hennigsdorf wird in der„Roten Fahne" als ein lehrreiches Beispiel bezeichnet.„So wird ein Streit organisiert!" lautet der Balken und eine Ueberschrift belehrt:„Streiks müssen hartnäckig vorbereitet werden". Die Funktionäre wurden dazu besonders politisch geschult, wobei ihnen«ingepaukt wurde,„daß auch die kleinste Streikbewegung innerhalb des Betriebes von größter politischer Bedeutung ist". Es sind nicht gewerkschaftliche oder„reformistische" Gesichts- punkte, sondern rein politische Spekulationen, von denen die lom- munistischen Streikmacher in den Betrieben sich leiten lassen müssen. Der gewerkschaftliche Streikzweck, die Erringung günstigerer oder die Abwehr schlechterer Lohn- und Arbeitsbedin- gungen, dieser Zweck wird von der KPO.-RGO. in allen ihren wilden Streiks nur vorgeschoben. Jeder Streik, der rein g«» wertschastliche Zwecke verfolgt, wird von der KPO. als „reformistisch" abgelehnt, selbst wenn die KPO. ihrer RGO. gestattet, den Versuch zu machen, die„siegreiche Führung" zu übernehmen, um die gewerkschaftliche Bewegung zu einer kommu- nistischen Parteibewegung zu machen. Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter werden den Streit- niachern nach wie vor aus die Finger sehen und es ablehnen, sich au Streiks der RGO. zu bcteiligeu, die alle» gewerkschaftlichen Begriffen ins Gesicht schlagen, und hauptsächlich deshalb unternommen werden, weil sie für die KPD. von politischer Bedeutung sein könnten, als Vorübungen zu dem kommunistischen Allheilmittel des polllischen Massenstreiks. Miiropa-Betriebsraiswaht. Eine gemischte Gesellschaft. Die Krise mit ihren Begleiterscheinungen, dem Lohnabbau und der Furcht vor Entlassungen führt zur Verwirrung der Geister. Rur so ist es zu erklären, daß die Feinde der gewerkschaftlichen Organi- sation im Betriebe der Mitropa einen Stimmenzuwachs bei der Bctriebsratswahl zu verzeichnen hatten. Anstatt alles an die SttUkung der geweiftchaftNihe» Organtfafton ja fetzen, bamfl sie die Interessen des Personal» erfolgreich oertreten kann, nimmt ein TeU des Personals seine Zuflucht zu den Kommunisten und den Nazis. Eine besonders üble Rolle spielten die Christlichen im GdE-, indem sie auf eine eigene Liste verzichteten und für die Nazis stimmten. Bei einer Wahlbeteiligung von 31 Proz. erhielten die freien Gewerkschaften im Arbeiterrat sechs Sitze, die RGO. drei und die Nazis einen Sitz. Besonders übel sieht es unter den A n g e st e l l t e n aus, die sich größtenteils als Gelbe oder als Nazis entpuppten. Zum ersten Male seit zehn Iahren wurde für den Angestellten- rat wieder eine frcigewerkschaftliche Liste aufgestellt. Auf sie entfällt nur ein Sitz, während die Gelben und die Nazis je vier Sitze bekamen. Da hat sich also eine nette Gesellschaft von Angestellten bei der Mitropa zusammengefunden. Tagung ehemaliger Polizeibeamten. In den Räumen der Bockbrauerei, Fidicinstraße, wird gegen- wärtig der Zweite Verbandstag des Verbandes ehemaliger Polizei- beamten abgehalten. In einem Referat von H e b e r e r, Frank- furt a. M., wurde ausgeführt, daß mindestens 9ö Proz. aller aus- geschiedenen Polizeibeamten ihre wirtschaftliche Existenz eingebüßt hätten und der öffentlichen Wohlfahrtspflege zur Last fallen. Im Erwerbsleben werde ihnen Mißtrauen auf Grund ihrer früheren Stellung entgegengebracht. Der Staat habe mit ihnen ein Experiment gemacht, das fehlgeschlagen sei. Weiter wird geklagt, daß die Regierung der Organisation ihre Anerkennung versage, obwohl sie politisch neutral sei und einen großen Teil republikanisch gesinnter Mitglieder zähle. Gefordert wird eine„ausreichende Versorgung durch Wiedereinstellung oder Ueberführung in den Genuß einer Versorgungsart, die derjenigen der Wartegeld- oder Ruhegehaltsbsamten gleichsteht". Die Verhandlungen werden heute fortgeführt. Bergmern, Sccstrah«, 2PD..Betr!cb»sraIti»». Menstaz, ISZL tlhr, bei«ton, Utrechtet Str. 21, Ftaltionsvetsammlung. Die Paiteimii. gliedsbllcher sind zweck» Kontlolle mitzubringen. Gewerkschafts-Iugend Berlin Scutc, Sonntag, 31. Januar, finden folacnde Veranstaltungen statt: rasier Laiensplel.Wettstrcitabcnd im großen Saal de» Sewertschaft». Hause», Engelufer 24— 2S. Einlaß 18 Uhr. Beginn 18% Uhr. Eintritt». prci» 10 Vf.— Iugcndgruppe de» Deutsche» Metaliarbeiteroerbandc»: Fahrt nach Oranienburg. Treffpunkt vor dem Stettiner Bahnhof.— Morgen, Montag, 1. Februar: Miidchentursus:„Die Frau im neuen Deutschland", 19% Uhr, im Eewerkschaftohau», Engelufer 24—25, Saal lU. Iuizendaruppe des Zentralverbandes der Angestellien fieute, Sonntag, findet die Singstunde um Ii Uhr im Jugendheim chrter Str. 18— 19 statt.— Morgen, Montag, finden folgende Per. : Jugendheim Turiner Eck« Seestrasie. Tagezpoli- Lehrter Str. 18-lg lngen statt: Weddiaa tische Rundschau.— G«su»dbrunaeu: Jugendheim Pank- Ecke iesenstrasie swelt- Sanderstrasie. Schallplattenabend.— lung de» Werbebezirl» Friedenau. Radiogebühren nicht gesenkt. Unter den Rundfunkhörern wächst das Verlangen nach Senkung der hohen Gebühren. Der Arbeiter-Radio-Bund, aber auch bürgerliche Radioorganisationen und Radiozeitschriften verlangen von der Reichspost, daß die Senkung der Gebühren in nächster Zeit vorgenommen werde. Die Sozialdemokratie unterstützt diese Absichten. Bereits in der Perwoltungsratssitzung der Reichspost Anfang Januar haben die beiden sozialdemokratischen Vertreter, die Abgg. Banier und Dr. Hertz, den Antrag auf Senkung der Gebühren gestellt. Da der Widerstand überaus groß war. glaubten sie durch den Vorschlag der sehr geringen lOprozentigen Senkung von 2 Mark aus 1,80 Mark pro Monat eine erste Bresche schlagen zu können. Trotzdem wurde der sozialdemokratische Antrag abgelehnt und erlitt damit das gleiche Schicksal, das der rein agitatorisch gemeinte Antrag der Kommunisten und Nazis auf Herabsetzung der Gebühren aus 1 Mark gehabt hat. Die Ablehnung wurde von der Reichspostverwalwng mit seltsamen außenpolitischen Erwägungen begründet. Außerdem aber auch mit finanziellen Erwägungen. Für die Senkung der Postgebühren standen nur 125 Millionen Mark zur Verfügung. Sie wurden aufgebraucht für die bringend notwendige Anpassung der Paketgebührcn an die ermäßigten Expreßgutgebühreii der Reichsbahn und für die Senkung des Fernportos auf 12 Pf. bei Briefen und 6 Pf. bei Karten. Unter diesen Umständen konnte die Senkung der Rundfunk- gebühren jetzt nicht durchgesetzt werden, sie muß aber die nächste dringende Ausgabe sein. Um diesem Verlangen den nötigen Nach- druck zu oerschafsen, werden sich in der nächsten Zelt der Vorstand des Arbeiter-Radio-Bundes und die Freie Rund- funkzentrale damit beschäftigen, aus welchen Wegen am besten die Senkung der Rundfunkgebühren erreicht werden kann. «.Soli�-Rad- und Kraftfahrer? Die Polizei hat die Genehmigung für das Parken der Rad- und Krafträder im Vorgarten des Sportpalastes aus feuergefähr- lichen Gründen versagt. Als Parkplatz ist aber die W i n t e r f e l d t- straße von der Potsdamer Straße ab freigegeben worden. Alle an der Kundgebung der Eisernen Front teilnehmenden Soli- fahrer müssen das beachten. Ueberwachungspersonal muß von So- lidarität gestellt werden. Dachstuhlbraud iu der Utrechter Strafte. Im D a ch st u h l des Hauses Utrechter Straße 10, im Norden Berlins, brach gestern gegen 21 Uhr aus noch unbekannter Ursache Feuer aus. Obgleich die Flammen an Bodengerümpel und den Verschlägen reiche Nahrung fanden, gelang es der Feuer- wehr, den Brand schon nach kurzer Zeit zu lokalisieren. An der Grenze im User- und Riesengebirge werde» insgesamt 108,12 Hektar Grund zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei ausgetauscht, auf jeder Seite gleichviel. Der mecklenburgische Minister a. D. Dcltmaua-Güstrow hat seinen Austritt aus der Deutsch nationalen Volks- Partei erklärt. Dettmann ist dem Ehristlich-Sozialen Voltsdienst beigetreten. l)sr 99 WEISSE RAUSCH ist das Bagleitmotiv für «ft Sailieis Weisse ffoilie Bei der Vorbesichtigung konnte sich kein Kunde dem tiefen Eindruck entziehen, den unsere diesjährige Veranstaltung hervorrief. Wir haben aber auch die WEISSE WOCHE in einem viel grAfteren Umfange als Jemals aufgezogen; wir haben nie so Herr« liehe und hochwertige Qualitätswaren gezeigt, wir haben sie noch nie so spotthlllig verkauft wie diesmal. Prüfen Sie selbst und fehlen Sie nicht unter der Zahl begeisterter Damen, die mit Ueber- zaugung auch den anderen zurufen: Auf zu Gadiel! Beginn 1. Februar 1932. Etwas ganz Ungewöhnliches: Kieler Knaben- Was®- Anzüge Serie 1: Aus blsu-frelD gestreiftem Kadeitetoff mit abnehmbarem Kragen Serie S: Ganz weiße AnrOge, rorzflglich verarbeitet, mit abnehmbarem Kragen Größe 0 nur 3: Jede weitere Gr. 50 Pf. mehr 2 Serien re nwollener Sport- Mäntel aus oesond sdißn. Flausöistoft für Sport. 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So u. a. die Eni- laftung der Jahresrechnungen der Bezirke und der Zentralverwal- jungen für das Rechnungsjahr 1929 Der ch a u s ha l t sa u s s ch u ß tritt am Dienstag zusammen, um die Beratung der neuen Orts- satzung zu beginnen. parieinachrichien�M�für Groß-Berlin eintcnOimgra ffit diele StnlnU stob Serlt» S««. Lwde-swche» G stet, a» da, Bezirtaselretortal e. Kot. 2 Teeovi»«cht», zu richte» .«i-alieder»els»«mluug. Reserat: Der Band eeliaiiser' Sozia. »erschi�deae Baude»ailg«l«g»»h«it«». -iage�' erford«! Säfte ttaacu üicyiclikii?«undcsaiiqeiiqc»!,! »rdcrlich. Mitgliedsbuch bzw. dies« Ritglied eroerlammluua Er- Einladung nicht teil. Bund religiöser Sozialisten. Di«»»tag, 2. Februar, i» Sewerlschaftaha», be» Sesamtoeriaude».» 24, Z-d-uni-?tr Ii, Z. Mitgliedern''....... liste» i» der«rise.«»»sp scheinen»»er Mitglied« drin dient al» ton««.~ nehmen. * Beginn aller Veranstaltungen 19� Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! S. Em«. Di« Lolale fftt die Rftstwoche im Bezirk Friedrichshoin find folgend«: W-rtalla, ßobenlohCtr. 3; Sassud«. Renaler Str. u? Wittschuß, Petersburger Straße S: Busch. Tilftter Str. 27; Ballschmidt. Friedenstr. 96; Nramphardt. Paul-Singer-Str. 49; Neumann. Gubener Friedrichshain. Wir bringen als erst« 17, l? und Tl Uhr, im.ssilmstern-ltina' karten nur im Porverlauf 49 Pf. schau am Sonntag, gl. Januar, von 10 bis 14 Uhr im Sino während der Australien-Filmvorfithrung. K. tot. Sonntag, 31. Zanuar. 9>l, Uhr. fltr die Gruppe Meyer, Werdeoeran» staltung bei Willom. Nrautstr. S4a. 33. Abt. Di« Bezirksfllhrer rechnen die Billetts»um Film im Lichtblldtheater, vormittags 9V> Uhr. mit dem Kassierer ab. 53. tot Die Genossen werden ersucht, sich an den Arbeite» der»Eiserne» Froat� in der Werbewoch« vom 1. Februar bis 7. Februar restlos zur Ber- fügung zu stellen. Melden beim Gen. Kaubolb, Wrndscheidstr. 31. Ufa. Abt Die Eintragungen zur„Eisernen Front" können ob Sonntag, 31. Januar, bi, Sonntag. 7. Februar, täglich von 9 bis 19 Uhr beim Genosse» Siebenhaar. Spandauer Straße lam Friedhof) vorgenommen werde». INonlag, 1. Februar. 1.»reis. Sißung de« erweiterten Sreisvorstandes an bekannt« Stell». 4.»reis. Engerer Lreisvorftand mit den AdteUungsleiter» Sihung an be- kannter Stelle. S. Stete. Die Mitglied« werden gebeten, folgende Beranstalwng M b«. suchen: Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirk Friedrichshain, 1. Februar, 20 Uhr. im großen Saal der Andreasfäle. Vortrag des De» nasse» Oehllchläger llber den augenblicklichen Stand der Bewegung und Bortrag de» Senvsseu Brendemllhl: Arbeitcrsportler— her zur Eisrrne» Front Ohn« Organisation«! usweia kein Zutritt 3. Kreis. Elternversammlung ber Sinderfreunde de» Kreises Kreuzberg, 2» Uhr. in der weMichen Schule, Di-ffenbachstraße. Bortrag: Die ino!>«ne Schule. Wahlen. Ich Kreis. Wichtig« ikrrisvorstandssißung in Köpenick, Echloßstr. 37. 13.«reis. In der weltlichen Schule, Kursus Mathilde Wurm, M. Agrarfrage und Sozialdemokratie. 32. Abt. 29 Uhr Funktionärsißuna bei Wer»« Schröd«, Mllhlenftr.«3». Die Parteigenossen tragen sich restlos ab Sonntag. 13 Uhr. in das Eiserne Buch ein; Lokal Kromphardt. .73. tot 20 Uhr wichtige ffunktionärfißung bei Lux. 7t. tot. 20 Uhr bei Rermann. Sedanstr. 17. Zusammenkunft der sllngere» Parteimitglied«. Scidelbergcr Programm. Referent Dt Sans Eohn. 65. tot Generalversammlung im.Birkenmäldchen". Mauteuffelftr. 11/13. Porh« IS Uhr im gleichen Lokal erweiterte Borstaudssißung. lifa. tot 20 Uhr Pflichtbeteiligung aller Genossen an der Kundgebung d« Siferoen Front in den Suderlus-Säleu in Reinickendorf-Schönholi. aor Bahnhof Lchinholz. d. R.: 3. Krris. TrrffpunS Parteimitglied«, 4.»reis. 17 Uhr. Altersheim Danzigerstraße. I. P. Royer. Dienstag. 2. Februar. all zur»vnsumbeßchtigung :, vormittags 9z4 Uhr, am r Zusammenkunft der erwl d« gemeldeten erwerbslosen Eingang Rittergntstr. 16—39. erwerbslosen Parteimitglieder im Reparationen und Arbeiterschaft Referent 5. Kiel». Arheitsgemeinschast der Kinderfreuiche. Bezirk Friedrichshain, 17 Uhr in d« Schulaula jloppeustr, 76, Kafperloabeud. Eintritt fret erwerbslosen Parteimitglieder im Sei» Tilsit« ...... tft.� ormatiou. Referent Gottlieb Rees. ..._______....t der erwerbslosen Parteimitglied« im Seim Aannustr. 42— 46. Der Fünfjahresplan. Referent Dr. Salomon Schwarz. 19. itrei«. 16 Uhr Zusammentunft der erwerbslosen Parteimitglieder in Pankow. Dörschsir. 14, Jugendheim. Referent Paul Berustein. t». Abt 29 Uhr bei Sandow, Flensburger Sir. 3. Diskussionsabend. 13. Abt 20 Uhr Zusammenkunft der illngeren Parteimitglied« bei Lausch, Mieles» Ecke Bredowstraße. 13. Abt Mitgliederversammlung in der Löwenbraucrei Kochstr. 2, Referat des Genossen Stadtrat Wermuth: Was will die Eiserne Front? Bericht, Neuwahl 71. Abt. Die Einäscherung unseres Genossen Jakob Faust findet nicht um 16 Uhr. sondern bereit» um lö>/i Uhr im Krematorium Wilmersdorf statt 133. Abt 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder. Musila. liMe Unterhöltuna. 143». Abt. 20 Uhr in der 26. Volksschule, Kauptstraßc, Jahresversammlung d« Freien Schulgemeinde Nordbahn. Referat des Genossen Miethke: Gedanken eines Laien iiber modern« Erziehung. Alle interessierten Genossen sind hierzu eingeladen. Gleichzeitig 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder in der Neuen Schule, Iugendheim. Kauptstraße 3. Politische Tagesfragen. Referent Sottlieb Reese. Mittwoch, 3. Februar. 1«. Stete. 20 Uhr im„Lindenpark", Berliner Ecke Gartensivaß«. Delegierten- konferenz. Erscheinen ist unbedingt notwendig. Daselbst 13 Uhr Kreis- engeren Kretevorstands mit de» Ab» vorstandssihung. Kr«». Im Parteidllro Sitzung des teilungsleitern. kll. Kreis. Achtungl Die Kreisvorstandssitzung mit den Abteilungsleitern findet am Mittwoch. 2. Februar, an bekannter Stell« statt. 3. Abt 20 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemllnder Str. 11, Zusammenkunft der illngeren Parteimitglieder. Vorläufer des Soziallsmus. Referent Genosse Wendicke. tl tot In der Bremer Str. 69,70, Zusammenkunft der illngeren Parte!» Mitglied«. Das Kommunistische Manifest. Referent Karl Döbler. 13. Abt. Aeltere SAI.»Gruppen im Jugendheim Willdenowstr. 3; Das Aktions. Programm der NSDAP, und unsere Stellungnahme. Referent Hanns S. Kamm. 23. Abt 20 Uhr in d« Schule Pastcurstr. 44/4«, Borderhans parterre, Zn- sommenkunft der illngeren Parteimitglieder Ansprache Uber: Wie wollen wir arbeiten? 32. Abt 20 Uhr ausnahmsweise bei Schulz, Birkbuschstr. 90, Funktionärsitzung tO. tot Achtung! Neue» Lokal 20 Uhr bei Jahn, Weserftraß« Ecke Fulda» ftraße: Deutschlands politische Lage. 9L tot Im Lokal„Palm", Mainz« Str. 15/1«, Zusammenkunft der illngeren Parteimitglieder. Taktik der Partei. Referent Genosse Denicke. 133. Abt. Jahresversammlung Im„Bargerpark", Weißkopfstraße. Iahre-bertcht ZimwaHl Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. «3. Abt 20 Uhr Funktionärsttzung bei Stöber. Ausgab« d« Funktlonörkarten. 125. tot 20 Uhr im Lokal„Zum Pferdemarkt", Mitgliederversammlung. Berichte. Neuwahl. 127. Abt. 20 Uhr bei Schiebe, Berliner Straße, Funktionärsttzung. 134. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft der illngeren Parteimitglieder bei Sonnet Bom Erfurter vis Heidelberger Programm. Referent Theodor Kotzur. 137. tot 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder im Volk»Haus, Scharnweberstr. 114. Religion und Sozialismus. Referentin Moria Krisch«. 140». Abt. 20 Uhr FunktionSroerfammlung bei Leese. Alle Funktionäre, auch die politischen Betriebsvertrauensleute, müssen unbedingt erscheinen. - Donnerstag, 4. Februar. ». Stete. 13 Uhr an bekannter Stelle. Zusammenkunft b««iBaSslofe* Parteimitglieder. Da» kommunistische Manifest. Referent Dr. Gregor Bien stock. 7. Kreis. 15 Uhr im Jugendheim Rostnenstr. 4. Zusammenkunft d« erwerb». losen Parteimitglieder. Was sagt uns das Erfurter Programm noch heute? Referent Sottlieb Reese. 12. Abt. 20 Uhr bei Schmidt, Wiclefstr. 17. Zusauunenkunft der istngersn Parteimitglied«. Demokratie oder Diktatur. Referent Genosse Denlcke. St Abt. Mitgliederversammlung bei Steiuacker, Mllller Ecke Eeestraße. Die politische Lage. Referent Bernhard Göring. Bericht. Neuwahl Freitag, S. Februar. 5. Kreis Arbeite rwshlsahrt. Im Leim Tilsit« Str. 4/5. Zusammenkunft ba ----—--'[eher. Unterkoltuna. Sviel und Lesen. im Hei» Fraenkel im% Eigentum, erst »i von Dr. Ernst Kommuntemu« und Dienstag, 2. fttoaaz, Frauenveranstaltungen. 1». Kreis. Montag, L Februar. 20 Uhr. bei Rabitz. Potsdam« Sir. 3: Arbeiterhaushalt und Preisabbau. Referenti» Marie kunert M. d. R. Reuwahl Aufgaben der x. und richtige tl. tot Montag. Frauen in de 2?. tot Mittwos. 8. Fee_______________ Gesundheitspflege. Referent Dr. Mayer-Zachart. 22.«it. Donnerstag, 4. Februar, im Ratskeller, Limburg«« Straße: Di« Frau im Dritten Reich. Referent Dr. Milian Schvmann. 32. tot Dienstag, 2. Februar, bei Schmidt. Früchts«. 3«!!.: Revolution der Ehe. Referentin Else Steinkiihlcr. �Zteuwaht 33. Ab Montag. 1 Februar, bei Mitt. Boigtstr. 33 Eck« Riga« Straße: »t Srustes und Heiteres. Abt. Montag. 1. und Preisabbau. 1. Februar, .....■totufetentin_____ I Abt. Mittwoch, 3, Februar. 20 Uhr, rische Frauenbewegung. Rcserentin i. Vortragende Friede! Hall. bruar, ber Schcllbach, König! sserenti» Nora Leu». Neuro Cbaussecstraße 19. 121 Abt. Mittwoch. in-Eiisadeth-Str. 6: Frauen Neuwahl 2. Abend: Bürgerliche und proleio- Margarete Hartig. Lokal Görlitz, „Sozialhygienische Ford«ungen für die Frida Alexander. Das Lokal wird am __________ 8. Februar: Prolctarierfrau. Referent Dr. Mittwoch bekanntgegeben. 123a. tot. Dienstag, 2. Februar, 20 Uhr, im Iägerheim, Zägcrstraße: Arbeiter- Haushalt und Preisabbau. Refercntiu Margarete Echenkalowski. 131. tot Montag. 1 Februar, in der Gemeinschaftsschule Bismarckstr. 11: Kampfjahr 1932 und die Aufgaben der Frauen. Refcrentin Gertrud Lanna, M. d. L. 134. tot Mittwoch, 3. Februar. 20 Uhr bei Saunet: Was bedeutet die Frau in der Politik? Referentin Frida Rosenthal. 133. Abt Donnerstag. 4. Februar. 20 Uhr, in du Baracke Lindauer Straße, Dtekutierabenh. 137. Abt. Donnerstag, 4. Februar. 20 Uhr, im Bolkshans Scharnweberstr. 114, Beginn der Arbcltsgemeinschaft des Genossen Hein, Lawi: Wie diskutiere ich mit meinem Gegner? Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 0. Krel, Keinzberg. Montag, 1. Februar, 20 Uhr, bei Krvqer, Grimmste.?. Sitzung der neu gewählten Adteilungoausschllsse. Vortrag: Die Arbeit iunerhalb der Arbeiterwohlfahrt Referentin Genosstn Ella i.ai>. Neuwahl des Kretevorstands. 14. Kreis Neukölln. Mittwoch, 3. Februar, 20 Uhr. vllnktlich im Rathaus Neukölln, Sitzungszimmer, 1. Kursusabend. Referat des Genossen Stadt- rat Schneider llber: Allgemeine Wohlfahrtspflege. Sozialistische Studentenschaft. Ortsgruppe Berlin. Montag, 1. Februar, 20 Uhr, Marxistische Arbeitsgemeinschaft im Bund. Leit« Genosse Äenecke. 20 Uhr Brbeitsrcchtliche Arbeitsgemeinschaft. Leiter Genosse Ollendorss.— Dienstag, 2. Februar, 20 Uhr, im Bund. Arbeitsgeilleiu- lchaft„Staat und Wirtschaft. Leiter Genosse Raphtalt— Mittwoch, 3. Fe- bruar, 13 Übe, im Bund. Philosophische Acdeitsgcmciuschaft„Sozialdemokratie und Ersllllungspolitik." Leiter Genosse Paul Bernstein. 20 Uhr im Bund „Jugrild und Erziehung der Geschlechter." Leiterin Frau Dt Else Hildebrandt. — Fresrag, 5. Februar, 20 Uhr, in der Hochschule für Politik. Arbeitsgemein. schon„Probleme gegenwärtiger Wirtschaftspolitik." Leiter Genosse Dr. Mit- mitzky und Dr. Falk. Arbeitsgemeinschaft der Siuderfreimde Groß- Berlin. (gemeinsame Sitzung mit der SAI.) Freitag, ' l9>ch Uhr. elkursu» findet mied« Lindenstr. 2 statt. «reuzoerg: Morgen. Montag, Krcieelternabenb in der Diesfen» dach. Schule. Die nächste Kretehelsersitzuag wird noch bekanntgegeben. Achtung! RMungsgebietc. Justrumeutalkreis: Dienstag Urbane � straße 1«7. Floteakursns: Mittwoch Aorckstr. U. Singe» und Tanz» kreis: Mittwoch Urbans«. 167.— Heute spielt b«„Rote Kasper" tju Uhr Urbanstr. 157. Abt. Vorwärts: Wir treffen uns zur Sreteoerouftallung nicht 13 Uhr, sonder» 15 Uhr. Friedrichshain: Alle Abteilungen find heute spätestens 1S% Uhr am Eingang d« Sternwarte. Eltern können daran teilnehmen. Ende gegen 18 Uhr. Prenzlauer Berg— Schinhauser Borstadt: Mittwoch. 3. Februar, 20- Uhr, Jugendheim Gleimstr. 33—35, gemeinsame Fuuktionärkonfcrenz mit dem SAI.. Agltationsbezirk Nord. Thema:„Zusammenarbeit mit der SAI.", Referent Erich Schmidt. Freitag. 5, Februar, 17)4 Uhr, qn gleicher Stelle, L Zusammen. ~ ielgemeins''■—. fünft der Sp: allen Montag, Die 1, Iunafalkeu Donnc aße. Mittwoch Rote Rote,FaIIen.B«ansto Abt. Freiheit: Falkenvollocrsammlungen: �----- stag. Dienstag Falken: Bastalu. nstaliungen finden ah Jungsalken Donnerstag. Dienstag E�wimme». Padeanstalt iderberger Stra Achtung! Die 9„. stickt: Montag Gleimstr� 33— 35, Mittwoch Sonnenburger Str. 20, Dienstag Hermann Muller: tzedrnor wie folgt «WbWlLXU� UXJ XMLßß.«IUI— r Turnen, Mittwoch Rote-Falken-Brettsviele, Donnerstag Jungfalkenabeud. Sonn. tag, 7. Februar, Abteilungsfahrt. Näheres In den Druppsn. Renkälln: St«nwort«desuch heute Sonntag. Treffpunkt 13 Uhr Hertzbcrg- platz. Falkenrat: Aiontag 1« Uhr Baracke. LLlfcrkreis: Donnerstag, 4. Fe- bruar, 20 Uhr. Fortsetzung de« Helserfchulungskutsus in der Karl-Marh-Schule. Freitag. 5. Fedruar, 13 Uhr, Pöllversämmlung der Jung, und Roten Fallen Ziethenstr. 58. Hohenschönhausen: Montag 17—19 Uhr Dingelstädter Straße. Krei» Weißensee: Dienstag Helferarbeitsaememschaft im Keller dcs Jugend- Heims Parlstr. 20. m. mm, U»M k-M Zilonstog.H.ssEd«'. ■ 1 fln 1 y y'W y �W W P Sie .■/■■v. rj,.■>>.■,"... ■ Kü nstlergarnitur 2t»Uig. moderner Oittentoff mit Kldppeieinsötzao und Fransenob- «chlud fonsf* ietzt Halbstores Restposten, leicht ongestaubie hochwertige Quolitct» waren zum Auvsudiee Stüde Jacquard- Rips schwere Qualität. In vielen modernen Forben. ca. 135 cm breit Meter f�txt Oekorationsstoffe Indanthren aparte nevzeitige Muster mit Tronsporent-Wlrkung, viele Farb� 130 cm br.« Meter Jetzt Cratennas original englisch« in vielen färben* schönen Mustern, ca. 130 cm breit Meter Jetzt Kissengarnlfuren 2Hg. Sitz und Lehne mit schönen gemusterten Satin* und Cretonne* Bezügen Stüde Jetzt 122 |95 VI |95 12£ 12 TEPPICHE Volant Garnituren Steilig. 3 Sdwt* I Bahoog. In mehr. 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Sichtrnberg.Rarstmeft: Treffminkt Renkälln IV und Di: Sonnet«5tti Bahnhof Hermannstpaste. fließ« Straße. «erbebe, irk s«n,b«g: Bortuagssaal Lindenstr. 3 für die Gruppen Base«. Heide, Luisenstadt, Siid-n und Slldmeften um ISst� Uhr. anschließend Lrnden. straße i für die Gruppen Hastesck»- Tor, Siipenirker Biertel, Sottbuffer Tor nird Sieichenberg« Viertel um 1914 i0>r. «erbcbezirk Wedding! Heimckbend Willdenowstraße. «erbebe, irk Tiergarten: Sing» kreis: Treffpunkt Uhr Amrumer Straße. Werbebezirk Prenzlauer Berg: SA?, und Sinderfreunde: Di« Arbeitsstunde Sc«. Eike Uhr, Jugendheim Gleiigstr. 33— 3S, FunkiionSrkonfrrenz gemeinsam mit den Sinbufreunden. Thema: Zusammenarbeit mit den Sinderfreunden'. Referent Erich Schmidt. bezirk Schleebeeg: Treffpunkt Mb Ahr S-khreinep»-»». bezirk Tempethef: ld ilhr ZSB..Sßung. ll Uhr Trefft t Muilkinstrumeirtrn. 19 Uhr Heimabend mit Lichtbilder «erbebeziek «erbe bezirk »osse» mit Mustkinftrumentra. effen akk« che. Lichtbilder». ZNorgea. Montag. 1. Februar, um 19� Uhr. Hansa: Bochum« Str. Sd: MSdelabend.— Moabit I: Waldenserstr. 36—21: Surzreserate.— Moabit H: Lehrt« Str. 18—19: Heimabend.— Sportpalast: II: Sonnenburg« Str. Platz: Kirim str. 33—3«: Mitgliederverlammlum Straf"....... Straf oersammlu Mitgliederversammlung.— Hl lung.— Rorbostea II: D :ns« Vorftadt: Sonnenburge: T« .nmana- Lanzig« Rorbostea che» Tor: Aorckstr. 11: Mitglied«. Schallolatkrnabend.— Friede naa: Lindenuf« 1: Funktionär» Zohaaairthal: ....... � DM�WWWWW � Mitgliederv«. sammluag. «ttbebezi..________________________....... Werbcbezirk Osten: Wir beteilige» uns an der Mitgliedttversammlung de» Sportkartell, 20 Uhr Andreas. Festsale. Mitgliedsbuch mitbringen. ~•—..... Kundgebung b« aus. Lusitaet Abend.— Schönem« lb« It: Berten« Str. dl: nutig .— Zriedrichsielde: G unterste. 44: Mitaliederversammlung. bezirk Bedbiag: Turnabend MW«. E« Trittstraße. bezirk Oft«»: Wir beteilige» uns an der Mitglted«v«rsamm 20 llhr Andreas-Festiale. Mitgliedsbuch mitbringen. ««»ebe»irk Reinickendorf: Wir beteiligen uns an d« Sundaebung Partei in Reinickendorf, Hubertus. Alle Gruppenv«anstaltungen fallen Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold-. Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastionstr. 37-3«. Hof 2 Tr. Friedrichshain, Bortrupp: Mittwoch, 3. Februar, lv�i Uhr, Jugend- heim Ebrrtyftr. 12.— Sreazberg: 26 llbr Mitgliederversamm- lungen. Dienstag, 2. Februar, Zug i bei Scehak, Drllibald.Alexis.Str.«: Fug IV bei Grllndler, Zimmerstr. 36; Fug vi bei Wolff, Graefrstr. 2«. Mitt» moch. 3. Februar, Zug II bei Srepp, Planufer 75—76; Zug vrn bei Siedentopf, Ruskaurr Str. 35.— Schöneberg. Friedenau, Sameradschaft Friedenau: Montag, 1. Februar, 26 Uhr, Geueralmrsammlung im Restaurant Lehmann, Friedenau, Dtemtag, I. Februar, 29 Uhr, ___________________ 0.___ Angehörige treten Sonntag, 31. Januar, 15Vi Uhr, im Sportpalast in Sportkleidung iRuder» dreßt au. Alle and«en Nachrichten sind damit überholt. Zentraloubanb b« Aebeitslnoaliden n»b Witwe» Deutschlands, Gau Berlin. Geschäftsstelle: Berlin W- 57, Blllowstr. 431. Montag, 1. Februar. Köpenick: Alte Dorotheenschule, Freiheit 15, 17 llhr. Referent Eauleit« Sollege Doigr. Panlow: Schulaula Griinowslratze, 11 llhr. Referent Gauleiter Sollege Voigt. Mittel: Lokal Arndt, Echröderstr. 2. 17 llhr.— Dienstag, 2. Februar. Cdarlottenburg: Lokal Gräfe. Santstr. 51, 18 llhr. Tiergarten l: Armin ius. Festfäle, Bremer Ctr. 72. 15 llhr. Niederschöneweide: Lolol Sienast, Grünau« Straße 8, 15 llhr. Weißens«: Schulaula Wilhelmstr. 42, 16 llhr. Adlershof: Lokal Schmidtbauer, Bismarckstr. 71, 19 llhr. Tempelhof: Lokal Pinaer, Dorf- ftraße 56. 18 Uhr. Wilmersdorf: Lokal Nauen, Gllichelftr. 37. Ecke P'alzburger Straße. 17 Uhr. Friedrichshageo: Stadttheai«, Friedrichftr. 112, 16 Uhr. Reichibnnd jübifcher Frontlolbaten. Bezirk Rord: Professor Georg P«nh-rd und Syndikus Dr. Berlak fprecheu über„Die politische Lage und die Wirt- schaftslage d« Juden' am Dienstag. 2. Februar, 26 llhr, in dsn Sophien-Sälen, Sophrenftr. 17—18.— Die Bezirke Stadtpark, Koo, Eharlottenburg oeranstaiten Thema: ,.D« am Dannerstag. 1. Februar, 26 th Uhr,«n« Sundgebung im Gartensaal de, Logenhauses. Sleiststr. 16. Sef««nl Sam«ad Dr. Freund."---- Istdifch- Frontsoldat im Sampf um sein Recht'. Rotbnnd Deutsch« BSHnenangthöriger, e. B. Sonzert am Sonntag, 7. Fr- bruar. um logt llhr. im Strafgeföngnis Plötzens«. Sonnabend, 12. Marz, �._----------- Sonntag. 27. März, 13% llhr. 18 llhr, im Frauengefängnis. Barnim! im Strafgefangni, rn Tegel. e, ni „Die weiße Sensation' ist der diesjährige Weiße-Waren. Berkauf bei Bett» federn-Lustig. 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Noch immer wer- den abends auf den Straßen Moskaus Passanten von den zer- lumpten Kindern angehalten und gefragt:„Onkel, willst du Kokain kaufen?" An kalten Winterabenden, wenn auf den Straßen Moskaus Koksöfen aufgestellt werden zur Erwärmung der Passanten, dann sieht man die„Heimatlosen" aus allen" Schlupflöchern schleichen, um etwas von der Wärme zu erhaschen. Noch melden täglich die Sowjetblätter den Erfrierungstod vieler kleiner Vagabunden, die auch an kältesten Tagen in den offenen Kellerlöchern und Haus- ruinen einschlafen, um morgens nicht mehr zu erwachen. Der Fremde sieht sie nicht oft. Aber wenn die GPU. mal eine Razzia veranstaltet, dann ergießt sich der Strom der kleinen unterernähr- ten Gestalten selbst über die Hauptstraße. Wie wenig dieses furcht- bare Problem der heimatlosen Kinder liquidiert ist. das zeigt jetzt eine Statistik der Moskauer Bezirksämter für das Jahr 1931. Allein in Moskau wurden von den Jugendgerichten in diesem Jahr 4000 Kinder wegen Verbrechens verurteilt! Dabei gibt man selbst in Moskau zu, daß nur ein kleiner Bruchteil der Verbrechen durch Jugendliche vom Gericht erfaßt werden konnte. Die kleinen Ge- fetzesbrecher sind viel schwerer zu sangen als große Verbrecher. Immer wieder tauchen sie unter im Meer der Heimatlosen und kann ein Gericht überhaupt urteilen gegen diese Opfer ihrer Zeit? Di« Moskauer Statistik erzählt weiter: S500 Kinder wurden wegen Raub verurteilt, 416 wegen Mond und Totschlag sowie Körperverletzung. Dabei wurden bei Kindern von acht Jahren Revolver gefunden. In 150 Fällen wurden Jugendliche wegen. Vergewaltigungen verurteilt! Und das alles noch im Jahre 1931 und nur ein Bruchteil der begangenen Straftaten. Das Furcht- barst« an dieser Statistik ist, daß selbst Kinder unter 10 Jahren vor den Gerichten standen. Man hat in der Sowetunion für die Jugendlichen erst kürzlich Sondergerichte gebildet, die sich„Be° ratungstommissionen" nennen. Diese Gerichte bestehen aus Berufs- juristen, Pädagogen und Aerzten. Verurteilt werden die Kinder meistens zu Zwangserziehung. Bei älteren Jahrgängen aber auch zu Gefängnis. ★ Ein Ausländer reiste durch die Sowjetunion. Die Wiege dieses Ausländers stand aber in Rußland, er versteht noch Russisch. Und so verzichtet« er auf alle Führungen durch die Jugendheime Moskaus und saß den ganzen Tag als Zuhörer im Jugendgericht. Dort sah und hörte er mehr vom Problem der„Besprisormj" als in allen Musterheimen. 11jährige Jungen, die Bandenllberfälle gut organisiert, mit dem Revolver in der Hand, unternommen hatten. Was nützte da«ine Verschickung in die Arbeitskommune. aus der sie schon zehnmal ausgebrochen waren. Ein lOjähriger Junge hatte einen Polizisten niedergeschossen. Mädchen von 12 Jahren wurden bei der Prostitution aufgegristen. Ein Heimat- loses Mädchen hotte ihren Lehrer in der Arbeitskommun« oergiftet. Oft konnte man auch hören, wie die Sowjets seil st an diesem Kinderelend schuld sind. Da erzählte vor dem Jugendgericht mit Stolz ein Sechzehnjähriger umd bewies es auch, daß er schon vor drei Jahren als Spitzel für die GPU. tätig war. Er appellierte an die Milde des Gerichts, erzählt« von seinen revolutionären Taten für die GPU. und sagte mit Stolz, daß er über seinen«ige- nen Vater einen Bericht erstattet habe, der diesen ins Gefängnis brachte. Das Gericht lächelte gar nicht milde. Bei den meisten Fällen hatte der Arzt das Urteil über die Kinder zu sprechen. Es waren Diagnosen. Da marschierten Ge- schlechtskranke, Kokainisten und Trinker auf. Keiner älter als 18 Jahr«. Es war wie aus dem Sowjetsilm, nur ohne das happx cnd. In sehr wenigen Fällen nur meldeten sich die Eltern. Es waren meistens Kinder, deren Eltern Opfer der Revolution ge- worden sind. Oft aber auch fehlte nur der Bater, der zwar lebte, sich aber um die Familie nicht kümmerte. Auf einmal sah der Zuschauer auf. Zwischen all den Elends- gestalten marschierte in den Gerichtssaal ein Junge von 16 Jahren, sauber angezogen, mit freundlichem hellen Gesicht, von zwei Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten begleitet. Dieser Junge war als einziger gefesselt. Die Gesichter der Richter wurden finster. Der Protokollführer sagte laut:„Karl I.. angeklagt wegen politischer Propaganda in der Schule!" Also ein„Politischer", daher die finsteren Gesichter! „Gestehen Sie ihre politische Tätigkeit?" Klar kam die Antwort: „Sie haben ja alle Beweise, also wozu brauchen Sie mein Geständnis?" Der Richter fragt:„Was sind Sie?" Wieder kam die Antwort laut schallend über den Gerichtssaal und alle zuckten zusammen: „Ich bin Sozialdemokrat und kämpfe gegen die Unterdrückung der russischen Sozialisten!" So hörte ein Jugendrichter in Moskau von einem 16jährigen eine Antwort, die keiner der großen An- geklagten in den großen Prozessen zu geben gewagt hatte... Es war nur ein kurzes Zwischenspiel zwischen vielen Prozessen gegen kleine Heimatlose. Der Richter blickte langsam auf von den Akten und rief in den stillen Saal:„Jugendgericht nicht zuständig. Ueberweisung des Falles an das politische Gericht." Mit festen Schritten ging der Junge zwischen den beiden Soldaten hinaus. Aus ffilchard Mehmels lelmleM ftngeu Ariele, die der dichter kurse vor Seinem e&od Ichrieb Anläßlich der Wiederkehr des Todestages voir Richard Dehmel/ am ffc-Hebeuar, seien hier einige Briefe wiedergegeben, die er kurz vor seinem Ende an ihm nahestehende Menschen schrieb. Aus ihnen leuchtet noch einmal sein Wesen in allen Facetten auf. Wir be- ginnen mit dem November 1919, nehmen also die Briefe, die ein Vierteljahr vor dem Tode des Dichters geschrieben wurden. Am 16. November geht ein Brief an Franz Jansen. Dehme! tröstet den Empfänger darin über dessen künstlerische Nöte: „Lassen Sie sich nur immer nach Herzenslust Zeit, ich weiß aus eigener Erfahrung sehr gut, wie lange es zuweilen dauert, bis sich ein künstlerischer Einfall auf seinen einfachsten Ausdruck geläutert hat. Und je einfacher das Vielsagende, desto besser. Nur nichts hinhauen, was nicht standhält, wie es die Originalsiichtlinge jetzt tun, um sich rasch interessant zu machen. Nur wer durch sieben Fegefeuer gewandert ist, kommt in den siebenten Himmel. Ent- schuldigen Sie das Bleistiftzekritzel, ich lieg« im Bett. Mein Kriegs- bein hat wieder aufgemuckt(rückfällige Aderentzündung, aber nicht so schlimm wie das vorjge Mal). Hoffentlich ist Ihre liebe schöne Frau wieder ganz wohlauf. Wir sprechen so oft von ihr, von Euch beiden, wenn wir ihr sonneninniges Sommerbildchen betrachten, das ich mir habe rahmen lassen. Von Herzen Euer Vater Dehmel." Am 20. November schreibt Dehmel ein paar Worte an den Freund Hans Carossa'„Von Herzen Dank für den Glückwunsch! Ich kann ihn gerade gut brauchen, liege im Bett Aber ja, der dunkle Baumgeist reckt sich noch immer tausendzweigig tn die Sonne. Seien Sie stirngcküßt für dies Wort von Ihrem Dehmel." Drei Tage später sammelt sich der„dunkle Baumgeist" zu seinem Brief an Herbert Kayser:„Es hat mich sehr ergriffen, daß Sie in. solcher Trauer es über sich oermochten, mir eine Geburts- tagssreude zu machen. Es ist ein Stimmungsklang in Ihrem blitz- lichtschönen Sonett wie von drohender Umschattung, als hätten Sie schon geahnt, was Ihnen bevorstand. Auch ich schreibe zur Zeit am Rande des Dunkels, liege seit zehn Tagen mit Fieber im Bett (verzeihen Sie darum das Bleistiftgekritzel) Seit heute geht es etwas besser, aber drei Wochen werde ich wohl noch liegen müssen. Da habe ich also Zeit, gründlich darüber nachzudenken, ob wir Gott„an die Peitsche gewöhnen" oder er uns. Aber das wird wohl ewig aus Gegenseitigkeit beruhen Die Hauptsache ist: sich nicht unterkriegen lassen vom Schmerz! Mit diesem Wunsch Ihr Dehmel.", An seinen Sohn richtet er am 24. November«inen der schönen Vaterbriese:„Lieber Petermann, ja, wie soll man's den Zeitgenossen begreiflich machen, daß der Dichter etwas anderes als ein Schwatzmichel ist, selbst wenn er mal ausnahmsweise ein Kriegs- tagebuch verbrochen hat. Jeder weiß doch, daß heute nichts helfen kann als arbeiten; statt dessen wird immer verbiesterter weiter- gequatscht. Na. ich tröste mich im stillen damit, daß meine„Zeit" erst in 300 bis 500 Jahren beginnt: da wird man hoffent- lich wieder mal fühlen, daß Dichterworte nicht dazu da sind, die Zeit zu oertreiben, sondern die Ewigkeit fe st zu stellen. Ueberhaupt habe ich allen Anlaß, mich jetzt in Geduld zu üben: meine Venenentzündung hat sich eklig verschlimmert, weil ich an meinem 56. Geburtstag so jugend- lich leichtsinnig war, das Bett zu verlassen. Run sind drei Ader- stränge entzündet(im Unterschenkel diesmal) und ich habe mehr Schmerzen und Fieber als damals bei der Hauptader des Ober- schenkels. Drei Wochen werde ich wohl noch liegen müssen. In- zwischen erfreue ich mich täglich an Ursels zauberlichtspendendein Schächtelchen. Mit solchen liebevollen Bildchen und der Betreuung ihres kleinen Haushaltes, weil nämlich beides vorbildlich wirkt, tut sie mehr für die Gesundung Deutschlands als fünf Dutzend Pro- fessoren mit 50 Schock Weltoerbesserungsreden. Möge Euch weiter so glücken. Vater" Ende November(den 27.) folgt ein Brief an Alfred Mombert mit einer halb humoristischen Schilderung des eigenen Zustandes: „Beinahe hätte dein„Hauch" mich suchen müssen, wo nur noch Hauch ist. Es waren wundervoll blitzdurchschweifte Phönixnächte, und nur der manchmal aufschwellende Wadentrampf erinnerte noch an Staub und Asche. So liege ich seit mehr als zwei Wochen im himmlisch glühenden Federbett— Seit vorgestern hat sich die Wade beruhigt, und nur von Zeit zu Zeit versichert sie mir telefunkisch, daß es mit dem Entschweben nicht so weiter geht: also bin ich wohl noch nicht vollendet genug. Aber drei Wochen werden wir noch vor Anker liegen müssen." Drei Wochen, das ist die Hoffnung, an die er sich klammert. Unverzagt, immer von„Besserung" berichtend, sind die Briefe an Roger de Campagnole und Hildegard Lien. Mitte Januar gibt es dann noch ein kurzes Schreiben an Johannes Schlaf, den Dichter- genossen(der Brief ist vom 13. Januar datiert).„Lieber Schlaf. Du mußt entschuldigen, daß ich Dir nicht selber schreiben kann. Mein Krankheitszustand ist noch immer so quälend wie seit Wochen. Inzwischen hast Du wohl in der„Neuen Rundschau" meinen aus- führlichen Bericht über„Die Sonne, nicht die Erde" gelesen und Du wirst daraus ersehen haben, daß ich Dir nur m einigen Neben- punkten nicht beipflichten kann, in den Hauptpunkten dagegen bei- stimme oder wenigstens beistimmen möchte. Die Hauptsache scheint mir aber, daß es mir gelungen sein wird, die führenden Fachleute aus ihrer Lethargie aufzurütteln. Vielleicht gibst Du mir einmal, früher oder später, Auskunft darüber, wie sich die Streitfrage als solche entwickelt..." Früher oder später... Dehmels hoffnungsstarkes Gemüt ahnte wirklich nicht, daß es zu Ende ging, daß es so bald schon zu Ende gehen sollte. Wer solche Briese schreibt,.nimmt nicht an, daß nach vier kurzen Wochen aller Erdenkampf für ihn zu Ende sein wird. Gern und freudig hat Richard Dehmel all sein. Leben gekämpft, wieder und wieder hat er für das, was ihm das Rechte schien, gekämpft. Sehr leer ist es da geworden, wo er stand. H. E. Tom berliner Tolkslheater Zahlreiche Kleinbühnen sprossen in Berlin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. Das hatte seinen Grund in der verbohrten Hattung des Intendanten, der vom Königlichen Schauspielhaus ängst- lich alles fern hielt, was irgendwie in das höfische Zeremoniell nicht hineinpaßte, so daß die freiere Kunstrichtung sich gut in den Weit- bewerb einschallen konnte. Die Stimmung der Berliner war diesen Privattheatern denn auch außerordentlich hold, während sie sich über den prunkvollen Kitsch des Hoftheaters lustig machten. Das eigentliche künstlerische Theater als eine Kultur, und Bil- dungsstätte des Berliner Volkes hat erst eine sehr junge Geschichte. Eigentlich erst nach dem Siebenjährigen Kriege hat sich eine höhere Form der Bühnentunst entwickeln können. Der Schauspieler und Regisseur Doebbelin schildert uns den Zustand des Berliner Bolls- theaters zu jener Zeit recht anschaulich:„Ich fand 1766 die Bühne in Berlin in einem eigenen Zustand: Hanswurst und wieder Hans- wurst! Wie erstaunte ich, als ich Nicolai, Ramler, Mendelssohn und Lessing unter den Zuschauem fand! Wie?, sagte ich eines Tages zu Lessing, ihr, die Schöpfer des guten Geschmacks, könnt das mit ansehen? Macht es besser, wenn ihr könnt, erwiderte Lessing. Das will ich..." war die Antwort Doebbelins. Er oersprach, daß in vier Wochen der Held herrschen und der Hanswurst vertrieben sein solle. Lessing wollte ihm das mit einer Ehrensäule lohnen, aber Doebbelin setzte sie sich selbst dadurch, daß er wenig später den „Nathan" auf die Bühne brachte. Von da zurück muß man einen Sprung machen über die Zeit der Verwildemng des Geschmacks, die durch Friedrich Wilhelm l. um sich gegriffen hatte. Friedrich Wilhelm protegierte den„starken Mann" Eckenberg. Er ersetzte den Berlinern das Theater durch seine gewaltige Kraftprobe, wenn er ein Pferd zusamt seinem Reiter in die Höhe hob. 1690 wurde für Sebastian di Scio ein Patent zu Theateraus- führungen in Berlin und der Mark Brandenburg auegestellt. Aber Scio mit seiner italienischen Komödie tonnte sich nicht gegen die scharfe Konkurrenz des Magisters Johann Velten halten. Denn letzterer verfügte über ein Repsrtoir von 87 Dramen und bereitete vor allem den Berlinern die damals unerhörte Sensation, daß er zuerst Schauspielerinnen für die weiblichen Rollen auf die Szene stellte. Velten hatte übrigens den Titel eines Direktor, der sächsischen Hofkomödianten, er war selbst ein gebürtiger Hallenser. Man spielte entweder im Berliner Rathaus oder in einer elenden Bude am Gendarmenmarkt. Merkwürdigerweise besitzen wir so gut wie keine Ueberlieferung über die mittelalterlichen Mysterien und Fastnachtsspiele, die auch in Berlin aufgeführt wurden, Man weiß jedenfalls, daß sich viel roher, plumper Scherz von den„Fastnachtsspielen" her in diese Mysterien eingeschlichen hat. Die derbe Naturkrast des Nürnbergers Hans Sachs war dabei tn plump« Zoten entartet. Noch ehe das französische Theater neue Antriebe in das deutsche Volkstheater brachte, kamen einzelne Vorboten der neuen Volkskunst buchstäblich mit dem Thespiskarren als wandernde „Banden" unter ihren„Prinzipals" dahergezogen. Neben Deut- schen auch Italiener und Engländer. Ansang des 17. Jahr- Hunderts war es Hans von Stockfisch(John Spencer) aus England. Mitten im Dreißigjährigen Krieg, 1622—1625, Lassenius mit seinen „Lust- und Freudenspielern", die jeder in seiner Art„eine aus- bündig schöne Tageweiß von Pyrame und Thicbe" brachten. Unvermittelt standen ernste und heitere Richtungen des Volks- theaters sich gegenüber. Nur in den Schulen hat man mit den so- genannten„Schuldramen" und„Schulkomödien" auch in Alt-Berlin schon eine deutliche Teilung in Tragödie und Komödie. Die letzte dieser bis weit ins Mittelalter zurückreichenden Aufführungen in den Lateinschulen wurde 1760 zrir Feier des 166. Sttftungstages des Berliner Gymnasiums aufgeführt. Das Stück stammt von dem Sub- direktor Baumgarten, der Inhalt ist durch den Titel angedeutet: Der sterbende Sokrates. Also gleichzeitig mit dem Untergang des alten Volkstheaters bahnt sich auch der Aufstieg des modernen Volks- theaters an, der in der heutigen„Volksbühne" gipfelt. Die ganze chinesische Schriftart läßt sich zurückführen auf 214 sogenannte Schlüssel- oder Urzeichen, während sonst ein gebildeter Chinese 10 000 derartiger Zeichen in sich aufgenommen haben muß, um sich durch Wort und Schrift verständlich zu machen. Alle zu- sammengesetzten Zeichen betragen 80 000, und diese dem Gedächt- nis einzuprägen, dürfte wohl kein Menschenalter ausreichen. Zames Boykott ist der Name eines irischen Kapitäns, der sich als Pachtgutverwalter so unbeliebt gemacht hatte, daß er von der irischen Landliga geächtet und zugrunde gerichtet wurde. Daher die Wörter Boykott(Verruf) und boykottieren. Wenn Sure Männer ihre Z„eben£toerücherunL verkallen lassen möchten: heltt ihnen. Le in Baratt zu halten! Heltt mit. an anderer stelle lo diel zu lparen. datz Suer Beitrag eingezahlt werden kann! Sur dann leid Ihr und Sure Kinder auch in dem tchlimmssen Fall geschützt! iUmmm afav! fcflbft in schweren Zeiten«tbt es Mittel und Wege, um eine Ziebensderücherung in Krstl)u erhalten. Fragt den Vrrllchrrungs-Fschmann— er wird Cuch lachgemäh beratrnl 'illl'i'i iinvi/finyi p,.— aUer sparenden Koch-.Lu,. ueif£u�vonf1�al Back"und Köe�napparate. 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