Nr. 164. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mf., wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs Preisliste für 1896 unter Mr. 7277. Vorwärts S 13. Jahrg. Inferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Smt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Burechnungsfähigkeit und Strafe. Donnerstag, den 16. Juli 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Burechnungsfähigkeit, und liegt diesen sämmtlichen Vorstellungen| urtheilungen zweifelloser Geistestranter festgestellt worden. Diesen der unsäglich verworrene Gedanke zu grunde:„ daß der gereifte schändlichen, sich fort und fort wiederholenden Justizmorden vorund geistig gesunde Mensch ausreichende Willenstraft habe, um die zubeugen, sind in neuester Zeit von bürgerlicher Seite verschiedene Antriebe zu strafbaren Handlungen niederzuhalten und dem all- Vorschläge zur Verallgemeinerung und besseren Nußbarmachung Die Entwicklung des Sozialismus von utopischen Zukunfts- gemeinen Rechtsbewußtsein gemäß zu handeln"( Motive), irrenärztlicher Kenntnisse aufgetaucht und so oder ähnlich viel plänen zur Wissenschaft beruht auf der Auffassung des indivi- wobei denn eine stufenweise Beeinträchtigung dieser leicht der Verwirklichung nicht fern: obligatorische psychiatrische duellen Menschen und der menschlichen Gesellschaft als determi- Willenskraft bis zur gänzlichen Aufhebung, und des Studien auf der Universität, Gefängnißtliniken zur Be nirt, d. b. nothwendig bestimmt durch Ursachen und Wirkungen ferneren unterstellt wird, daß einer diese Willenskraft voll oder handlung und Vorführung einschlägiger Fälle von Geistes ebenso wie die umgebende Natur. Aue Naturwissenschaft ist be theilweise besigen könne, ohne von ihr Gebrauch zu machen( zu frankheit( von Lombroso empfohlen) beides nicht grifflich an dieses Gesetz gebunden, während die Theologie und rechnungsfähiger Thäter) oder diese Willenstraft ganz und gar nur für fünftige Gerichtsärzte, sondern auch für Juristen, Die von ihr abhängigen oder ihr verwandten Moral- und Rechts: nicht habe( unzurechnungsfähiger Thäter). Wovon hängt es aber endlich ärztliche Untersuchung jedes Angeklagten oder zum mindeſten vorschriften den Menschen außerhalb des Naturzusammenhangs ab, ob einer die bei ihm vorhandene Willenskraft gebraucht oder jedes auf Verbrechen Angeklagten auf seinen Geisteszustand. stellten und seine Handlungen nicht auffaßten als nothwendige nicht gebraucht? Der Theologe antwortet: von der göttlichen Belgien hat bereits einen Conseil médical d'inspection des Wirkungen gegebener Ursachen, sondern als Aeußerungen Guade, der Jurist bleibt jede innerlich widerspruchsfreie détenus, ein ärztliches Gefängnißinspektorat eingerichtet, daß den einer vermeintlichen Willensfreiheit oder sittlichen Frei- Antwort schuldig, und Don seinem Standpunkte zum Geisteszustand der Verurtheilten zu untersuchen hat. Von da an als " heit, die demselben Menschen ermöglichen sollte, unter Standpunkte des Naturforschers, für den jede mensch bis zur allgemeinen Untersuchung vor dem Urtheil ist nur ein denselben Umständen nach Willkür verschiedenes, ja ganz entliche Handlung durch Nervenfunktionen nothwendig be- fleiner Schritt, und so anerkennungswerth die nachträgliche gegengesettes zu thun. Von dieser durch alle großen Denter, stimmt wird, führt keine Brücke. Immerhin zeigt die Korrektur richterlicher Fehlsprüche sein mag, jedenfalls ist es seitdem die Philosophie sich des Problems bewußt geworden ist, Kriminalpraxis mit den Fortschritten der Gehirnforschung, zumal noch besser, ihnen vorzubeugen. verworfenen Grundvorstellung hängt, wie der Begriff der Sünde der Psychiatrie( Seelenkrankheitskunde) gegen frühere Zeiten Der Frre ist uns nicht mehr wie dem Aberglauben früherer Auflehnung gegen Gottes Gebot, auch der Begriff bereits eine erhebliche Erweiterung der strafrechtlich berück- Zeiten ein teuflisch Besessener, gegen den zu wüthen verdienstlich der Strafihat ab als Auflehnung gegen die Rechtsnorm fichtigten Gehirnfrankheitsfälle und der immer häufigere Kampf war, sondern ein mehr oder minder gemeingefährlicher Unglücknebst den dazu gehörigen ewigen und zeitlichen Vergeltungs- der ärztlichen Sachverständigen mit Richtern und, wenn auch oft licher, den wir zu heilen suchen und gegen fich selbst und zum übeln, und die herrschende Theologie und Jurisprudenz unbefangeneren, doch ebenso oft desto ungebildeteren Geschworenen Schuße der anderen so weit nöthig einschränken und bevormunden. flammern sich noch heute daran feft, Butreffend betont Professor um die Anerkennung neuer strafausschließender Krankheitszustände Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts waren die Frrenhäuser Vargha, der in einer glänzenden Schrift( die Abschaffung der weist auf eine beffere beffere Zukunft gegenüber ber gegen= Marteranstalten mit Kette, Peitsche, Sack, Schaufel, Wassers Straftnechtschaft Graz 1896) alle bisherigen Ergebnisse des wärtigen staatlichen Lynchjustiz hin. Professor v. Krafft- Ebing, douche und Zwangsjacke, Bwingern wilder Thiere gleich, in wiffenschaftlichen Fortschritts zu einer Angriffswaffe gegen das eine gerichtsärztliche Autorität von größtem Gewicht, schreibt, denen die Kranten Zag Tag und und Nacht Nacht ohne ohne Unterlaß geltende System zusammenschmiedet, die Hartnäckigkeit, mit der obgleich einer relativen Willensfreiheit( die wir nach dem Voraus- heulten und tobten." Was in den Mariaberger Wor unsere öffentlichen Zustände für und für auf Lehrfäße gegründet geschickten leugnen müssen), zugethan:" Unzähliche Unglückliche, gängen die allgemeine Entrüftung hervorrief, war nur werden, die längst überholt sind, und wie die„ Juristen und die der heutige beschränkte richterliche Standpunkt und die öffent- ein schwacher Nachtlang der bestialischen Praxis, die bis. Politiker in intellektueller Stagnation verharren und zum liche Meinung noch als Verbrecher und lasterhafte Menschen auf Pinel und Esquirol**) überall geübt wurde. Heute ist unter großen Schaden der Völker ihre mittelalterlichen Grundfäße immer auffaffen, wird eine spätere Zeit in ihrer wahren Natur erkennen wissenschaftlicher Leitung Milde und liebevolle Krankenpflege an weiter ableiern und fortpraktiziren, infolge deffen das Weltbild, und an ihnen vieles, was Wissenschaft und Rechtspflege verwelches in ihren und dasjenige, welches in den Köpfen auf schuldet haben, gut zu machen haben." Schade nur, daß die geflärter Naturforscher vorherrscht, fich so grundverschieden dar Todten nichts mehr davon profitiren werden! ftellt, als ob sie nicht Beitgenossen, sondern durch eine Kluft von Jahrhunderten von einander getrennt wären." eben Stelle der früheren Grausamkeit getreten, und der Erfolg ist, daß jetzt in den Frrenhäusern eine Ruhe und Ordnung herrscht, welche so manchen der sie besuchenden Laien erstaunt Die Millionen, welche in Europa durch Keyzer, Bauberer fragen läßt, wo sich denn die Frren befänden?" Dieser Entwickelungs. und Herenprozesse in martervoller Weise getödtet wurden, be prozeß ist vorbildlich für das Strafrecht, und mit jedem Forts Selbst ausgemachte und völlige Geisteszerrüttung hat nicht greifen eine ungeheure Zahl Geistestranter. Das liegt glücklich schritt in der irrenärztlichen Erkenntniß, mit der unaufhaltsam einmal gesetzlich zu allen Zeiten vor Strafe geschützt. Zwar das hinter uns, aber wie es eine anonyme ruffische Schrift) aus- vorrückenden Ginengung der verbrecherischen Zurechnungsfähigkeit Recht des zivilifirten Alterthums schonte den als geistes- drückt es hat feine Beit gegeben, in der nicht so schreckliche und der Strafmarter durch Anerkennung immer zahlreicherer trant Erkannten, mittelalterliche Barbarei prozeffirte aber gegen Dinge gefchehen wären, daß wir sie gar nicht begreifen können, geistiger Zwangszustände vollzieht sich im Schooße der bürger Thiere, gegen Kinder und gegen Wahnsinnige. Noch aus dem wenn wir von ihnen hören. Wir fönnen nicht begreifen, wie lichen Gesellschaft selbst ein weiterer mächtiger Vorstoß gegen die Jahre 1598 ist uns in den strafrechtlichen Gutachten des geist- die Menschen die Grenel nicht einfaben, die sie begingen; Straffnechtschaft. lichen Konvents der Stadt Bern ein Urtheil auf Enthauptung aber sie faben wirklich ihre thierische Unmenschlichkeit und Sinn- Heine schrieb in seiner äußerlich tändelnden, innerlich tiefgegen einen Wahnsinnigen, der einen Todtschlag begangen hatte, losigkeit nicht ein. Das war zu allen Zeiten fo. Sollte unsere ernsten Art im Jahre 1843 gegen die damals nach amerikanischem erhalten mit der bornirten Begründung:„ daß derjenige, so Beit so besonders glücklich sein, daß in ihr keine derartigen Muster in Europa aufkommenden Bellengefängnisfe: Diese durch einen Hirnsüchtigen getöt wird, eben so wohl todt, als Handlungen und Greuelthaten vorkommen, die unseren Nach- Burgverließe des neuen Bürgerritterthums wird das Volk wenn er von einem wohlbesinnten und wizigen ertöt wurde". Die kommen dann ebenso unbegreiflich erscheinen werden?" so unwillig niederreißen, wie es einst die peinliche Gerichtsordnung Karls V. ließ die Möglichkeit der Be- Noch heute ist die Zahl verurtheilter zweifelloser Geistes- adelige Bastille zerstörte. So furchtbar und düster firafung Geistestranter offen und erst in den Gesetzbüchern am franter sehr groß. Dr. Naecke am Landesgefängniß Hubertus- dieselbe von außen gewesen sein mochte, so war sie doch gewiß Ende des vorigen Jahrhunderts gelangte man zur Anerkennung burg untersuchte 53 weibliche Sträflinge und fand, daß nur ein heiteres Riost, ein sonniges Gartenhaus, im Vergleich der Willensunfreiheit und Unzurechnungsfähigkeit Geistestranter wegen unerkannten Irrfinns 1/5 bis 14 unschuldig ver mit jenen kleinen schweigenden amerikanischen Höllen, die nur ein im Gegensatz zur Willensfreiheit und Burechnungsfähigkeit Geurtheilt waren; nach Profeffor Mendel waren 1884/1885 blödsinniger Pietist erfinuen, und nur ein herzloser Krämer, der funder. Dabei ist es bis heute verblieben. Auch dem Reichs von 1200 Sträflingen der preußischen Strafanstalten bereits für sein Eigenthum zittert, billigen konnte." Etrafgesetzbuch ist noch für die Burechnungsfähigkeit entscheidend zur Zeit der Verbrechensverübung drei Viertel geistestrant; Die Zeit naht allmälig heran, in der sich seine Prophezeiung als dasjenige, worauf das Recht des Staates zu strafen beruhe" Garnier fand in den 5 Jahren 1886-1890 allein in den Gefäng- erfüllen wird. ( Motive) die freie Willensbestimmung und es schließt die Strafe nissen der Seine 255 geiftestranke unschuldig Verurtheilte, nur aus bei Zuständen von Bewußtlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistesthätigkeit, durch welche die freie Willensbestimmung ausgeschloffen war. Ausschluß bedeutet hier einen Gegensatz so wohl zur vorhandenen als auch zur sogenannten verminderten 22] Rienzi. Der lehte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Sein Leben, seine Besizungen, sein Rang werden un angetastet bleiben. Wogegen treten wir auf? Gegen seine Macht, anderen zu schaden." Sollte er entdecken, daß Du über mehr als Worte zu gebieten haft, so möchte er gegen Dich weniger schonend verfahren." Und hat er das nicht schon entdeckt? Sagen ihm nicht die lauten Gunstbezeugungen des Voltes, daß ich ein Mann bin, den er fürchten sollte? Baut er der Vorsichtige, der Verstockte, der Hinterlistige Thürme und Raftelle und fieht nicht das mächtige Gebäude, das auch ich aufgerichtet habe?" Du? wo, Rienzi?" ( bot worunter 40 pCt. Paralytiker waren."( Bargha.) Und im Jahre 1894 ift von Monod, dem directeur de l'hygiène publique*) Nikolai Paltin, Berlin 1890. Bon Zolftoi verfaßt? im französischen Ministerium, als Resultat einer allgemeinen**) Berühmte französische Frrenärzte, von denen der wissens Enquete für Frankreich eine jährliche Durchschnittsziffer von 140 Ber- schaftliche Umschwung in der Jrrenbehandlung dativt. habe seine Beleidigungen ertragen; ich habe selbst vor wachende Leben hat falsche und eitle Träume. Aber der seinem Lobe mich gebeugt. Ich würde dieselbe Schande, Schlaf ist oft ein Prophet der Wahrheit. In ihm tritt dieselbe Buße, für denselben Zweck, für dieselbe Sache auch der Himmel mit seinen Geschöpfen in geheimnißvolle Vers jetzt noch ertragen. Was war mein Zweck? Kannst Du bindung nnd leitet seine irdischen Werkzeuge auf den Pfad, mir es sagen? Nein! So will ich es Dir denn zuflüstern: den die Vorsicht ihnen bestimmt hat." Es war durch Stephan Colonna verachtet zu werden. Adrian erwiderte nichts. Er bemerkte nicht zum ersten Diese Verachtung schüßte mich so lange, bis ich feines Male, daß Rienzi's fräftiger Geist auf seltsame Weise Schutzes mehr bedurfte. Ich wünschte, von den Patriziern sich zu mystischem Aberglauben hinneigte. Und dieses ver nicht für gefährlich gehalten zu werden, damit ich un- anlaßte um so mehr den jungen Ritter, der, wenn auch gestört und ohne mich verdächtig zu machen, meinen frommen Sinnes, doch weniger an der Leichtgläubigkeit Zweck beim Bolke erreichen konnte. Es ist geschehen, jetzt seines Zeitalters theil nahm, an dem Erfolg der Pläne lege ich die Maske ab. Ich könnte schon jetzt dem Stephan Rienzi's zu zweifeln. Hierbei irrte er jedoch, wenn sein Colonna öffentlich sagen, daß ich seinem Borne troße, Irrthum auch der gewöhnliche der Weltklugheit war. Denn daß ich seiner Söldlinge und seiner Kerker spotte. nichts begeistert die menschliche Kühnheit so sehr, als der Glaubt er jedoch, ich sei immer noch der alte Rienzi, so feste Glaube, daß sie das Werkzeug einer höheren Weisheit möge er es thun; ich fann meine Stunde abwarten." fei. Rache und Patriotismus, vereinigt in einem genialen Aber," fuhr Adrian, indem er eine Antwort auf die und ehrgeizigen Manne dieses sind die Hebel des Archiheftigen Ausfälle Rienzi's gegen die Patrizier vermied, medes, die in dem Fanatismus den Punkt außerhalb der fage mir, was verlangst Du für das Bolt, ohne seine Erde finden, von wo aus fie die Erde bewegen können. Leidenschaften anzuregen? Unwissend und veränderlich, wie Der fluge Mann fann einen Staat regieren, der Enthusiast es ist, kannst Du auf dem Wege der Vernunft nichts mit aber nur ihn regeneriren, oder- ftürzen. Neuntes Rapitel. Ich verlange vollkommene Gerechtigkeit und Sicherheit " In den Herzen der Römer." " Sieht er es nicht?" fuhr Rienzi fort nein, nein -er, fein ganzes Geschlecht ist blind. Nicht wahr?" Allerdings glaubt mein Verwandter nicht an Deine Macht, sonst hätte er Dich schon längst vernichtet. Ja, vor ihm ausrichten." drei Tagen erst sagte er ganz ernsthaft, er sähe es lieber, wenn Du mit dem Volke sprächst, als der beste Geistliche für alle Menschen; ich werde mich nicht mit wenigerem be- Als das Volk dieses Gemälde sah, verwunderte sich jeder." der Christenheit, weil andere Redner die Menge auf- gnügen. Ich verlange, daß der Adel seine Befestigungen reizten, keiner aber sie so beruhigte und beschwichtigte, schleift, seine bewaffneten Söldlinge entläßt, daß feine wie Du." Straflosigkeit mehr für ihn stattfinde, daß er keinen andern Schuß in Anspruch nehme, als den der Gesetze." " Eitle Wünsche!" sagte Adriau, verlange nichts, was nicht bewilligt werden wird." Rienzi's gleichzeitiger Biograph. Auf dem Marktplatze und am Fuße des Kapitols war eine ungeheuere Menge versammelt. Jeder suchte sich vorzudrängen und an einen Punkt zu gelangen, wo das Volk am dichtesten vereinigt war. " Und man nennt ihn einen Flugen Mann? Ist es nicht am ruhigften in der Luft, wenn ein Sturm bevorsteht? O, ich verstehe, Stephan Colonna verachtet mich. " Ha! Ha!" erwiderte Rieuzi, sagte ich Dir nicht, es Ich war hier überzog glühendes Roth sein Gesicht Weshalb, in der heiligen Mutter Namen", sagte ein Du erinnerst Dich in meinen jüngeren Jahren häufig in sei ein eitler Traum, Gefeßlichkeit und Gerechtigkeit von Mann von riesiger Gestalt, indem er wie ein Schiff vorfeinem Palast und unterhielt ihn mit Anekdoten und den Großen zu verlangen? Kannst Du mich daher tadeln, drängte, welches die widerstrebenden Wellen rechts und Späßen. Ja- ha! ha!- er nannte mich, glaube ich, oft wenn ich fie auf anderen Wegen suche?" Darauf änderte links von seinem Kiel wirft, lauft Ihr denn hier zuscherzhaft seinen Spaßmacher seinen Hofnarren! Ich er plötzlich seinen Ton und fügte feierlich hinzu:„ Das fammen? Seht Ihr nicht, Herr Ribald, daß mein rechter Politische Nebersicht. 0 Wünschen und Vorschlägen unterrichten zu wollen." " - der richtigung": " Deutsches Reich. aksheelse all th; " Sämmtliche in vorstehender Notiz enthaltenen Angaben sind unwahr! Es ist im besonderen nicht wahr, daß ich ein Gehalt vom Bund der Landwirthe beziehe; es ist ferner nicht wahr, daß ich Spefen oder Untoften auch nur annähernd in der mitgetheillen Höhe beim Bunde der Landwirthe liquidirt habe." von Plöz, 1. Vorsitzender des Bundes der Landwirthe, 1. Vorsitzender des Mitglied des dt. Reichstages. zu heben, zur Sprengung des Dreibundes führen. Dies Dieses Telegramm spricht Bände. Es bestätigt Rehabilitirung Crispi's ist mißlungen und- der Dreibund was bisher geleugnet wurde- daß amerikanische Berlin, 15. Juli. gesprengt. Freischaaren an der fubanischen Küste gelandet sind 3mm 88 des Vereinsgesetzes. Mit welcher Unund fortwährend landen. Die Rebellen beherrschen geni heit die politischen Vereine der bürgerlichen Parteien Der Frankfurter Zeitung" ist das Mißgeschick fich über den unhaltbaren§ 8 des Vereinsgefeßes hinweg widerfahren, sich die Zufriedenheit der„ Kreuz- Zeitung" nämlich den größten Theil der Küste, und wenn auch die sezen, der das Inverbindungtreten der politischen Bereine zuzuziehen. Sie brachte nämlich aus der Feder eines ibrer spanischen Schiffe um die Insel herumkreuzen, so find dieMuter einander verbietet, geht aus zwei Mittheilungen Bariser Korrespondenten einen so albernen Artikel über die felben doch nicht im Stand, eine hermetische Abschließung Das Dekret richtet sich also gegen die Vereinigten hervor, die uns in dem Monatsblatt des Grundbesiger Jämmerlichkeit des parlamentarischen Regiments in Frank-( Blockade) zu bewerkstelligen. Vereins Südwest und Süd" aufgestoßen sind. In der reich und der 600 unverantwortlichen Könige" Staaten. Es ist ein Verzweiflungsaft. Denn wird November- Nummer vorigen Jahres heißt es: Abgeordneten- daß die Kreuz- Zeitung" sich mit dem das Blut eines einzigen amerikanischen Bürgers vergossen, " Ausschuß für Verkehrswesen. Herr Rarzin theilt Inhalt einverstanden erklären konnte und sofort die Nutz- so steht auch die Macht der Vereinigten auf seiten des Aufmit, daß außer vom Freifinnigen und Fortschritt: anwendung auf Deutschland zog. lichen Vereine der Halleschen Thorbezirke nun- Mit dem Beschimpfen und Berhöhnen des Parla- standes, und Spanien wird zerdrückt wie eine Eierschale in der Hand eines Riesen. mehr auch vom Deutschen Bürger Verein vor mentarismus ist es ein heifles Ding, wenn man nicht eine dem Halleschen Thore Vertreter, die Herren Hofphotograph höhere Regierungsform anstrebt, in der es kein KlassenJamrath und Herr Eigenthümer Münstermann, ferner von dem regiment und feine fapitalistische Korruption giebt. In Deutschen Bürgerverein der Halleschen Thor: dieser glücklichen Lage sind aber nur die Sozialisten. Herr von PIöz übersendet uns folgende Bes bezirte 54-58 die Herren Lehrer Brauer und Malermeister Leffler ernannt worden sind. Die Berathungen der Vertreter Wer vom bürgerlichen Standpunkt aus den ParlaIn Nr. 162 des Vorwärts" ist folgende Aeußerung entunseres und der verschiedenen Bezirksvereine mentarismus bekämpft, arbeitet mit Nothwendigkeit dem halten: werden nunmehr ihren Anfang nehmen. Der Bürgerverein Absolutismus in die Hände. Blücher ist ebenfalls aufgefordert worden, Vertreter für den Die Korruption liegt eben in dem System des ,, Nach einer uns zugegangenen Mittheilung bezog Herr von Ausschuß zu ernennen, was indessen bis jetzt nicht geschehen ist. Kapitalismus. Und unter absolutistischen Regierungen Blöß vor zwei Jahren ein Gehalt von 15 000 m., im vorigen Herr Karzin bittet die Vereinsmitglieder, ihn von allen ihren, ist sie wahrhaftig nicht geringer als unter parlamentarischen. Jahre 20 000 M. Seine Spesen belaufen sich jährlich auf 5bas Berkehrswesen im Südwesten und Süden betreffenden Bekannt ist das Wort des russischen Baren bis 6000 M. Außerdem soll er noch jährlich 8-10 000 m. liquidiren." Nikolaus I an den französischen Gesandten: In meinem Ich erkläre hierauf: In der Nummer vom März d. J. heißt es: Der Verkehrsausschuß, bestehend aus Mitgliedern and stehlen alle Menschen, ich allein ausunferes Vereins und fämmtlicher Bezirksvereine vorgenommen! Das Wort ist wahr höchstens die Ausnahme dem Halle'schen Thore und der Hafenhaide, hat am 10. März cr. eine Sigung in der Geschäftsstelle unferes problematisch. Gold und Silber brauchte er nicht zu Vereins abgehalten; es wurden verschiedene Petitionen an die stehlen, sintemalen er es legitim" nehmen konnte, wo Direktion der Großen Pferdebahn- Gesellschaft und an die Eifen- er es fand aber wie viel and hat er gestohlen! bahndirektion zur Schaffung von neuen Verkehrsmitteln beschlossen, worüber der nähere Bericht vorbehalten bleibt." Das ,, Attentat" auf den französischen Präsidenten hat Derartige Beispiele würden sich voraussichtlich bei sich als die harmlose That eines harmlosen Narren herausSerr v. Plöh hätte besser gethan mitzutheilen, wie hoch Durchstöberung der Nummern diefes Grundbefizer- Organs gestellt, der schon vor einigen Wochen einmal in der die Spesen und Untoften" find, die er beim Bund der Landleicht vermehren lassen. Die beiden genügen aber wohl, Rammer einen ähnlichen Versuch gemacht hatte, die Auf- wirthe liquidirt hat" und liquidirt. Und dann„ tein um das Inverbindungtreten einer Anzahl von politischen merksamkeit auf sich zu lenten. Der Revolver war, wie Gehalt"?! Diese Ableugnung nimmt uns Wunder. Verbürgt Vereinen zu gemeinschaftlichen Zwecken durch einen die Untersuchung ergab, nur mit blinden Patronen geladen. Herr v. Plöß vielleicht für die thatsächlich ausgezahlten gemeinschaftlichen Ausschuß zu erweisen. Einen be So attentatsbedürftig auch der arme Meline sein Geldbeträge eine andere Rubrizirung in seiner Mannesbrust? fonders pitanten Beigeschmack erhält diese Kooperation mag, aus diesen zwei blinden Schüssen läßt sich Der bündlerischen Deutschen Tageszeitung", die heute morgen dadurch, daß die verbundenen Vereine verschiebeim besten Willen nichts machen, und die gesammte fchon die obige Zuschrift abdrucken konnte, scheint die Mangel denen politischen Parteien angehören. Sonst Pariser Presse beeilt sich denn auch, den nicht politischen haftigkeit der Erklärung des Herrn v. Plöz doch zum Bewußtsein gekommen zu sein, sonst würde sie nicht unter Schimpfworten, befehden sich die tonservativ antisemitischen Charakter" des Attentats festzustellen. Daß dieses Selbst die die gedrückte Stimmung verbergen sollen, den agrarischen Bürgervereine und die freisinnigen Bezirksvereine verständliche für nöthig erachtet wird, ist allerdings ein Heldenvater folgendermaßen zu einer offenen Aussprache er heftiglich mit allem Pathos sittlicher Entrüftung, das solchen Beweis für die Ungesundheit der Verhältnisse. Be muthigen: Mannesseelen zu Gebote steht. Handelt es sich aber wie hier um merkenswerth ist die Wuth der Menge, als es hieß, ein ein fapitalistisches Juteresse, um die Wahrnehmung des Haus- Attentat sei verübt worden. Das Wort, Anarchist" wurde besiberinteresses, da fordern sie Arm in ausgesprochen, und es genügte, einen solchen Sturm der Arm, wenn nicht ihr Jahrhundert, so doch die Empörung zu erwecken, daß der unglückliche Schüße minder zahlungsfähige Menschheit und die Staats- François sowie ein Zuschauer, der mit ihm verwechselt anwaltschaft in die Schranken. Die nämlichen Be- wurde, nur mit größter Anstrengung von der Polizei vorlegenheit finden, eingebenbere thatsächliche hörden aber, die mit Argusaugen die sozialdemokratischen blutiger Lynchjustiz bewahrt werden konnten. Vereine beobachten, ob sie troh vorsichtigster Beobachtung Nach einer Mittheilung der Abendblätter sollen ver der Gesetze nicht doch einmal gegen den§ 8 verstoßen, sehen schiedene Monarchen Europa's, auch der deutsche Kaiser, fucht die Rheinisch- Westfälische Zeitung"( Schlotjunter- Organ) - Den Reichstag3 Wahltreis Brandenburg nichts und hören nichts von diesem offenkundigen Bu- dem Präsidenten Faure zu seiner Rettung aus Attentats- für die Nationalliberalen durch folgendes Liebeswerben bei den sammenwirten politischer Vereine verschiedener Richtung zu gefahren Glück gewünscht haben. Das klingt uns doch sehr agrariern zu retten:„ Diesmal wird die Eroberung des Kreises tapitalistischen Zwecken. unwahrscheinlich. durch die Sozialdemokraten nur verhindert werden, wenn sich die Um zu erproben, wie weit übrigens die Unempfindlichkeit anderen Parteien von vornherein entschließen, für den national Die Ermordung des ungarischen Magnaten liberalen Kandidaten einzutreten. Die Aufstellung eines ber Staatsanwaltschaft gegen derartige Ueberschreitungen des§ 8 des Vereinsgeseges durch bürgerliche politische Vereine Sataray, welche gestern telegraphisch gemeldet ward, stellt solchen muß bal dmöglich ft geschehen. Auch dürfte es sich geht, hat Genoffe Bebel seiner Erklärung im Reichstage fich als ein agrarischer Gewalt att agrarian empfehlen, nur einen solchen Herrn als Ran gemäß der Staatsanwaltschaft das betreffende Material in outrage, wie der irische Ausdruck lautet heraus. In bibaten vorzuschlagen, der sichere Aussicht bezug auf den Bund der Landwirthe ausgehändigt. Es muß Ungarn herrschen irische Landzustände; Baron Sztaray hat, die träftige Unterstügung des Bundes fich nun zeigen, ob die Bündler immun sind, wo Sozial war ein landbekannter Bauernschinder und schon früher ber Landwirthe zu finden. Wir würden es daher gern demokraten strafrechtlich verfolgt werden. war ein Mordversuch auf ihn begangen worden. Es fehen, wenn ein im Wahlkreise selbst ansässiger, der national scheint auch eine Fuchsmühlerei im Spiel gewesen zu sein. liberalen Partei zugehöriger Landwirth den Wählern als Italien hat wieder ein Minifterium. Die 8u- Man telegraphirt: Kandidat präsentirt wird." Also ein nationalliberaler Agrarier wird im Kreife Branden fammenjegung ist genau die gestern schon angekündigte. Budapest, 15. Juli. Die im Laufe der Untersuchung Es sind drei Ministerstellen anders besetzt. Ueber Belloux, wegen Ermordung des Reichsraths- Abgeordneten Grafen Gataray burg gesucht. Wer wagt es: Rittersmann oder Knapp'? den neuen Kriegsminister, ist nicht viel zu sagen; befto be- gewonnenen Anhaltspunkte deuten darauf hin, daß der Mord deutsamer ist die Ernennung Visconti- Venosta's an stelle ein Racheakt unzufriedener Bauern war, da die gräfliche Familie des Herzogs von Sermoneta zum Minister des Aeußeren, mehrere Prozesse über Besitzstreitigkeiten mit der Bauernschaft Herzog Visconti- Venosta ist seit 40 Jahren der batte, welche in der letzteren Unzufriedenheit erregten. Auch ein vor zwei Jahren verübtes Attentat gegen den Grafen Sztaray Hauptvertreter der französischen Allianz war aus ähnlichen Beweggründen zu erklären; der Zhäter wurde er war der Vertrauensmann Napoleons Ill. und schon bisher nicht festgestellt. breimal Minister des Aeußern. " di " „ Es ist selbstverständlich, daß Herr v. Plöh keine Ber anlaffung findet, den gehäffigen und lügenhaften Angaben der Blätter vom Schlage der" Germania", des Vorwärts", des " Deutschen Reichsblattes" u. f. w. gegenüber eine positive Er flärung abzugeben. Seinen Freunden und den Mitgliedern des Bundes gegenüber aber wird er schon die passende Ges Mittheilungen zu machen." - Ein kirchlich fosialer Rongreß, wie er im Gegensatz zu dem evangelisch- sozialen" Kongreß benannt wird, soll auf Betreiben des Herrn Stöcker im Herbst d. J. in Berlin zusammentreten. Der Aufruf ist an viele mit Herrn Stöcker in kirchlicher wie politischer Beziehung nicht auf dem selben Standpunkte stehende Personen ergangen. Indeß wird in dem neuen Aufruf jede Gemeinschaft mit der modernen Theologie Ein noch schärferes Gepräge erhält diese Ernennung Aus Havannah wird unterm heutigen Zage tele- auch auf dem Gebiete chriftlich- sozialer Arbeit abgelehnt. Bugleich wird gegen den Versuch Widerspruch erhoben, der evangelischen durch die Wahl Luzzati's zum Finanzminister. Luzzati graphirt: Kirche das Recht, auf das öffentliche Leben einzugehen und eins Morgen den 16. Jult ist der eifrigste Verfechter eines Handelsvertrages veröffentlicht werden, in welchem angekündigt wird, daß vom insbesondere auf die wirthschaftliche Sicherung der abhängigen wird im Amtsblatte ein Dekret zuwirken, zu verschränken, während es vielmehr ihre Pflicht sei, mit Frankreich. 15. August d. J. ab alle nicht eingeschriebenen Aus- Klassen zu bringen. Also sozialreformerische Orthodoxie ist das Der Sturz Crispi's mußte der Natur der Dinge nach tänder sich nicht auf ihre frembe Staats- Mertmal der neuen sozialpolitischen Kurpfuscherei des Herrn Stöder. das Verhältniß Italiens im Dreibund erschüttern, und, angehörigkeit berufen tönnen, wenn sie wegen Troßdem er den jüngeren Chriftlich- Sozialen wie den liberalis falls es nicht noch gelang, Crispi wieder auf den Schild Aufruhrs festgenommen werden. Arm verletzt und verbunden ist, sodaß ich hilflos bin, wie ein Kind? und doch stoßt Ihr gegen mich, als wäre ich eine alte Mauer." " Weshalb glaubt Ihr aber, daß Rienzi seine Hand dabei im Spiele gehabt hat?" Weshalb? wer folite es denn sonst gewesen sein?" riefen zwanzig Stimmen zugleich. FORO " firenden Theologen gleichzeitig den Rücken fehrt und sogar die Redaktion des Bolt mit dem reinen Stöcker- Geifte fortan füllen will, wollen die Konservativen doch nichts mehr von ihm wissen. Das tommt in einem heftigen Angriff der Schlesischen Beitung" auf den Hofprediger a. D. zum Ausdruck. Das Blatt verwahrt sich entschieden dagegen, daß man auf Stöcker's scheinAh, Cecco del Vecchio, wir müssen Dir Platz machen, bares Rücklenten in tonservative Bahnen irgend welchen Werth Du bist zu klein und zu zart gebaut, um Dich durchzu-" Wahr! Wer sonst?" wiederholte der riefige Schmied. lege und ihm entgegenkomme. Räthselhaft ist es da allerdings, brängen! Komm, ich will Dich beschützen!" sagte ein Zwerg Ich könnte darauf schwören, der gute Mann verwandte auf was für Elemente Stöcker sich denn eigentlich nun stügen von etwa vier Fuß Höhe, indem er an dem Riesen empor fast die ganze Nacht dazu, um es selbst zu malen. Bei will. schante. dem Blute St. Peters! es ist mächtig schön! Was stellt- Assessor BehIan ist aus dem Dienst im Auswärtigen Meiner Treu!" erwiderte der Schmied, sich an bas es vor?" di Amt entlassen worden. Wie die„ Köln. 3tg." hört und wie das Bolt wendend, das über das Anerbieten des Zwerges lachte, Das ist das Räthsel," sagte ein nachdenkliches Fischer- auch von vornherein selbstverständlich war, soll das Auswärtige ,, wir bedürfen des Schutzes, Kleine und Große. Worüber weib, wenn ich es herausbringen könnte, so würde ich glück- Amt auf die Mitarbeit des Assessors Wehlan verzichtet und lacht ihr, ihr Affen? Ach! Ihr versteht kein Gleichniß." lich sterben." ihn der Justizverwaltung zur Verfügung gestellt haben. Und doch sind wir gekommen, um ein Gleichniß zu Da soll er sich nur schleunigst in Gnesen melden.ning feben!" fagte einer aus dem Volke etwas schnippisch. -Dem Düsseldorfer Ehrengerichtsstandal Gott grüße Euch, Signor Baroncelli!" erwiderte Cecco der durch das Inserat der beiden verabschiedeten Offiziere in die del Vecchio. Ihr seid ein braver Mann, und liebt das Deffentlichkeit gebracht wurde, liegt nach einer Darstellung der Volt; mir lacht immer das Herz, wenn ich Euch sehe. Was Kölnischen Zeitung" folgender Vorfall zu grunde: hat das Gedränge und der Lärm hier zu bedeuten?" Gus Vor einiger Zeit ereignete sich in einer spiritistischen Ver. Der päpstliche Notar hat ein großes Gemälde auf" Pah! Brot und Fleisch - das hat jedermann! fammlung der Umstand, daß eine absichtliche Störung der Verdem Marktplatze aufstellen laffen, es foll auf Rom bezug aber was für Wein die armen Leute trinken! Man hat anstaltung vorkam, obwohl alle Erschienenen ihr Ehrenwort abhäterschaft der Anwesenden beschuldigt, haben, und nun ſtrengen die guten Leute an diesem heißen nicht den Muth, sich mit seinem Weinberg Mühe zu geben", gegeben hatten, bie Sache durchaus ernst zu behandeln. Der Tage ihr Gehirn an, um das Räthsel zu errathen." sagte ein Weingärtner. der sich dagegen wehrte und verschiedene Forderungen erließ. Ho! Ho!" sagte der Schmied, indem er so kräftig" Ho, hallo!" lange lebe Pandulfo di Guido! Einer der von ihm Geforderten erklärte, daß er die Forderung vorbrang, daß der andere bald zurückblieb, wenn Cola di macht Play für Herrn Pandulfo; er ist ein gelehrter nicht annehme, weil der andere sein Ehrenwort gebrochen Rienzi etwas damit zu thun hat, so muß ich hin, und wenn Mann; er ist ein Freund des großen Notars; wird habe, worauf der letztere ihn thatlich insultirte. hat der betreffende Herr, ein Gerichtss ich durch Felsen brechen sollte." uns das Bild erklären; macht Play da macht Play!" Hierfür hat " Der gute Wille wird schlecht belohnt", sagte Baron- Langsam und bescheiden schritt Pandulfo di Guido, ist, eine Gelb ftra fe von 10 m. erhalten; über den Bruch des referendar, der mittlerweile von Düsseldorf verschwunden celli verdrießlich zu seinen Nachbarn, aber niemand hörte ein wohlhabender und angesehener Gelehrter, den nur Ehrenwortes fällte das Gericht keinen Spruch. Unter den Geauf ihn. die unruhigen Zeiten aus seinem Studirzimmer aufstöbern forderten befanden sich auch ein Rittmeister a. D. und ein " Es ist ohne Zweifel etwas von Freiheit und Abgaben," sagte der Fischer Luigi, indem er sich über die Retten lehnte. Ach, wenn Rienzi wollte, so würde jeder arme Mann sein bischen Fleisch im Topfe haben." Und so viel Brot als er efsen tönnte," setzte ein blasser Bäcker hinzu. Und einer Der kräftige Schmied drängte sich unter Murren und konnten, gegen die Retten. Er betrachtete lange und auf- Premierlieutenant der Landwehr a. D. Dieferhalb hatte sich der Fluchen der Männer, die er bei seite schob und unter merksam das Gemälde, das von noch feuchten Farben er- Ehrenrath zunächst mit der Sache zu befassen, der den Schelten und Geschrei der Weiber, für deren Tücher und glänzte. Das Volk drängte sich mit offenen Mäulern um Herausforderer als fatisfaktionsfähig erklärte. Die beiden geRopfput er eben so wenig Achtung zeigte, bis zu einem ben Gelehrten, während sie bald auf das Gemälde, bald nannten Herren lehnten gleichwohl die Annahme der Forderung bin ab, und so fand nochmals unter Aufbietung des ganzen Apparats mit Retten umzogenen Raume durch, in dessen Mitte ein auf Pandulfo blickten. großes Gemälde aufgestellt war. Versteht Ihr," sagte endlich Pandulfo, den klaren eine mehrere Tage dauernde Sigung des Ehrenraths statt, deren handgreiflichen Sinn dieses Gemäldes nicht? Geht, wie Euch Ergebnis nunmehr bekannt wird, und zwar durch die davon Betroffenen selber." der Maler eine offene, stürmische See dargestellt hat seht, wie ihn Wellen ( Fortsetzung folgt.) " Wie kam es hierher?" sagte einer, ich war mit der erste auf dem Markte." Wir fauden es schon bei Tagesanbruch," erwiderte ein Fruchthändler, niemand war dabei." Diese Darstellung läßt die Unvereinbarkeit der Wirkungen des gestern von uns besprochenen ehrengerichtlichen Verfahrens mit Gesetz und Recht um so klaffender hervortreten. — Unschuldig verurtheilt gewesen. Wie wir der„Rheimsch'WestfäUschen Arbeiter- Zeitung" entnehmen, ver- urtheilte am IS. September 1395 die Strafkammer in Dort- m u n d den Musiker Franz Legula wegen widernatürlicher Unzucht zu vier Monate» Gesangnih. Alles sprach für die Schuld des Angeklagten; der Thäter hatte einen Zylinder getragen, der An- geklagte auch, seine Kleider mußten Kalkspuren aufweisen, die des Angeklagten waren damit beschmutzt, außerdem belastete ein Kollege des Angeklagten diesen ebenfalls. Der Angeklagte belheuerle seine Unschuld, was half es, der Verdacht war gegen ihn! Nach langen Bemühungen ist es dem Angeklagten gelungen, die Wiederaufnahme des Versahrens durchzusetzen, und in der jetzigen Verhandlung stellte sich seine Unschuld vollständig heraus. Jener Zeuge. sein Kollege, war der Thäter; er hat es vorgezogen, Deutschland sofort nach jener Verhandlung zu verlassen, da er sonst nicht nur wegen des Verbrechens, sondern auch wegen Meineids belangt worden wäre. Wahrscheinlich wäre damals die Verurtheilung eines Unschuldigen vermieden worden, wenn eine Zeugin nicht zu schüchtern gewesen wäre, mit ihrem Wissen hervorzutreten. Der Thäter hat nämlich schwarzes Haar gehabt, der Angeklagte ist aber hellblond; die Zeugin wagte nicht, nachträglich dies an- zugeben. Legula wurde sreigcsproche», auch die Kosten der Ver- theidigung wurden der Staatskasse auserlegt. Wer entschädigt aber den Mann, der inzwischen wirlhschastlich sehr zurückgegangen st. da er mit diesem Makel keine Stelle finden konnte? — Dem Sergeanten Zech, der in München die be- kannten schneidigen Verhaftungen mit geladenem Gewehr im Pschorrbrä» vornehmen ließ, ist, wie berichtet wird, die erneute Kapitulirung nicht gestattet worden. — Der„Reichs-Anzeiger veröffentlicht folgendes: „Ueber die Entstehung des Brandes des Zeughauses III zu Metz, über die Anlage des Zeughauses selbst und seinen Inhalt sind in der Presse der letzten Tage mannigfache Unrichtigkeiten enthalten. Wie das Feuer entstanden ist, ist zur Zeit noch nicht festgestellt; es schwebe» hierüber gerichtliche Erhebungen, bis zu deren Erledigung voraussichtlich noch längere Zeil vergehen wird. Das Gebäude, in dem das Feuer entstand, war in Fach- werk mit Ziegelausfüllung erbaut; das Dach war mit Dachpappe eingedeckt. Der Theil dieses Gebäudes, in dem das Feuer zuerst bemerkt wurde, liegt 95 Meter von den Geleisen der Eisen- bahn entfernt, während der zuletzt vom Feuer ergriffene Theil noch 35 Meter von der Bahn abliegt. Die Eindeckung mit Dachpappe wird von technischer Seile für vollständig sicher gegen Flugfeuer von Lokomotive» gehalten. Bis zu einer in einigen Zeitungen erwähnten Kesseliverk- statte sind es noch 90 Meter. Eine besonders exponirte Lag- des Zeughauses dürfte somit Nicht vorliegen.(?) In dem Zeughaus HI sind zwei Brunnen, die bei der zur Zeit in Metz herrschenden Trockenheit jedoch nicht genügend Wasser gaben; die Anlage eiiier besonderen Wasserleitung war zur Zeit des Brandes in Ausführung begriffen. Sprengstoffe, Pulver und geladene Granaten haben»ie im Zeughaus III gelagert; die durch die Hitze zur Entzündung gekommenen Züudladungen lagerten in 3 von einander entfernten, besonderen, durch Ziegelwände von dem übrigen Raum abgetrennten Ab- theilunge» des Wagenhauses. Der Inhalt der noch stehenden Schuppen ist gänzlich ungefährlich. Wenn erwähnt wird, daß das Publikum nicht g e- warnt und zuerst in Unkenntniß gehalten sei ü b« r d i e G e f a h r, so ist dies unrichtig. Sosort, nachdem diejenigen Persönlichkeiten, welche über den Inhalt des Wagenhauses orientirt waren und nur sein dursten, also auch allein über eine etwaige Explosionsgefahr Auskunft gebe» konnten, ihrer Instruktion gemäß sich auf die Brandstelle begeben hatten, ist der allerseits gehörte Warnuugsruf und ein Warnungs- signal ergangen. Bis zur Explosion ist noch eine geraume Zeit vergangen, die leider nicht von allen benutzt worden ist, sich der drohenden Gefahr zu entziehen; es haben sich im Gegentheil sogar eine Anzahl Leute, die sich zuerst entfernt hatte», der Gefahrstelle wieder genähert, als die Explosion nach ihrer Ankündigung noch eine zeitlang aus sich warten ließ." Der letztere Absatz berichtigt thatsächlich garnichts.„Die jenigen Persönlichkeiten," die von der Gefahr wußten, waren nicht zur Stelle und andere, die nicht davon wußten, haben die Leute beruhigt, wie aus den Mittheilungen der zur Rettung herbeigeeilten Metzer Bürger hervorgeht. Daß die Lage des Zeughauses gefährlich war, geht aber genügend aus der Ge schichte der Explosion selbst hervor. Das Unheil, das die Explosion angerichtet hat. kann durch noch so viele offizielle Er klärungen nicht aus der Welt geschafft werden.— England. London, 15. Juli. Es wird hier erwartet, daß die Regie rung die irische Landbill zurückziehen werde, als eine so streitige Maßregel, daß es unmöglich sein würde, sie vor der im August stattfindende» Vertagung des Parlaments durchgehen zu lassen.— Der„Times" zufolge erklärte Ruffel, daß ein starker, plötzlicher Umschlag der Stimmung in Ulster gegen die Uniouisten- Partei stattfinden würde, wenn die Landbill aufgegeben würde.— Frankreich. PariS, 13. Juli.(Eig. Ber) Die Schlußsitzung der Kammer war eine würdige Krönung der fruchtlosen, unter aller Kritik stehenden Session. Um ja recht bald dem wackelig gewordeneu Kabinel Ruhe zu verschaffen und die Gluthhiye der Hauptstadt mit erquickender Meer- oder Berglusl vertauschen zu können, votirte die Kammer unbesehen, auf Kommando der»>it der Regierung uuter einer Decke spielenden Budgelkommission die über 19 Millionen Franken betragenden Nach tragskredite. Auf diese Summe beläuft sich nämlich das Defizit für daS erste Halbjahr. Außerdem wurden in der vorletzten Sitzung ebenso prompt 1 709 099 Fr. für Erhöhung des Postens der Zivilbeamten-Pensionen bewilligt. Schließlich wurde eine Interpellation über Madagaskar mit rasender Eile durch den einfachen Uebergang zur Tagesordnung erledigt, trotzdem die Lage in der neuesten„französischen Kolonie" so ver- zweifelt ist, daß die Regierung nächstens eigentlich eine z>v e i l e Expedition wird organisiren müssen. Kein Mitglied der Mehrheit konnte den Dementis, welche die Regierung den Aus sührungen des radikalen Interpellanten entgegensetzte, den ge- ringst«» Glauben schenken. Denn selbst die Berichte der ministe- riellen Presse schildern Madagaskar als den Schauplatz einer allgemeinen Rebellion. Die Aufsländischen bedrängen bereits die Hauptstadt Tananarivo. Die Truppen können sich nicht fünf oder nach einigen Richtungen hin sogar zwei Kilometer weit aus Tananarivo hervor» agen. ohne sich regelrechten Attaquen ausz» setzen. Im Innern der Stadt muß die Garnison stets auf der Hut sein vor einem Ueberfall seitens der Eingeborenen. Dabei sind die französischen Soldaten durch das Klima und die Mangel- hafte Ernährung körperlich arg herabgekommen.— Die französische Zivilbevölkerung der Hauptstadt depeschirte dieser Tage dem Ministerpräsidenten folgendes:„Angesichts der kritischen Situation verlangen wir energische Maßnahmen und wirksamen Schutz." Ein soeben aus Madagaskar zurückgekehrter Journalist äußert sich über die Lage wie folgt:„Die Insel wird nur dann fran- zösischer Besitz werden, wenn es dort keine Fohavalos(„Räuber", d. h. Aufständische), mehr geben wird; in Bälde werden aber alle Eingeborenen sich in Fohavalos verwandeln.. Die fieberhafte Hast der Regierung, die Kammer nach Hause zu schicken, erklärt sich mit gerade aus ihrem Wunsche, unbehelligt eine zweite Madagaskar-Expedition ins Werk setzen zu können. Die. nöthigen Kredite kann sie ja sehr bequem vermittelst einfacher Dekrete anordnen. Die früheren Ersahrungen lehren, daß das Parlament aaS„patriotischen" Rücksichten nachträglich all«? gut- heißen wird. Die sozialistischen Abgeordneten haben bereit? die übliche Ferien-Agitation begonnen. In Marseille sprachen gesiern vor einer Zuhörerschaft von 6009 Mann JaursS, Mille- rand. Guesde. Viviani, Carnaud u. a. m. Es war ein« groß- artige Kundgebung gegen das„Ministerium des Bankrotts"(Mille- rand's Ausdruck), gegen die entmannte Volksvertretung und die morsche Verfassung. Drei Tage lang werden Propaganda- und Fest- Versammlungen inMarseille und in den benachbarten Städten undOrl- schaften staltfinden. Der Bürgermeister von Marseille, Genosse Floissiöres, hatte den sozialistischen Abgeordneten zu Ehren ein volksthümliches Banket unter offenem Himmel veranstalten wollen. Sozialistentövter B a r t h o u. der nichts zur Vorbeugung der klerikalen Straßenkundgebungen gethan hatte, verbot das sozialistische Festessen in einem obendrein umzäunten Räume. Er machte sich aber dadurch nur wiederum lächerlich. Das Banket fand dennoch unter zahlreicher Betheiligung im Hofe' der städtischen Kunstschule statt. Spanien. Madrid, 15. Juli. Die Kammer nahm mit 203 gegen 77 Stimmen den Entwurf der Aulwort auf die Thronrede an. Im Laufe der Debatte erklärte der Ministerpräsident Canovas del Castillo, die Regierung sei entschlossen, vor oder nach Wieder- Herstellung der Ruhe politische und wirlhschaftliche Reformen einzustthren, welche zur Dezentralisation beitragen werden.— Ruhland. — In Michail H i t r o w o, der am 13. Juli plötzlich in Petersburg verstorben ist, verliert die russische Diplomatie eine ihrer charakteristischsten Gestalten. In der„Frankfurt. Ztg." wird sein Wirken folgendermaßen geschildert:„Weiteren Kreisen ist Herr Hilrowo durch seine Thätigkeit in Sofia und dann in Bukarest bekannt geworden. In der Hauptstadt Bulgariens arbeitete er noch mehr durch Ueberredung und mit Geld auf eine Stärkung des russischen Einflnffes, allein von Bukarest aus, wohin er versetzt wurde, weil ihm der Boden in Sosia zu heiß geworden war, leitete er die Verschwörungen gegen die Herrschaft des Fürsten Sllexander nicht nur durch Bestechungen, sondern auch unter Benutzung von Bomben und Dolchen. Am schärfsten ist diese Thätigkeit Hilrowo's wohl durch die Veröffentlichungen Jakobsons, des ehemaligen Dragomaus der russischen Gesandl- schast in Bukarest und Vertrauten Herrn Hitrowos, gekennzeichnet worden. Jakobson ist bekanntlich erst vor 2>/» Monaten ge- storbeu und Hitrowo hat gewiß nicht gedacht, daß er ihm so fchnell folgen ivcrde. Noch im Jahre 1389 stand Hilrowo sehr fest in der Gunst Alexanders Iii. Im April des erwähnten Jahres wurde er„in besonderer Würdigung der Dienste, die er dem Staate geleistet hat", zum Hosmeister des kaiserlichen Hofes unter Belassung seiner Stellung ernannt. Aus jener Zeil stammt auch das kecke Wort, das Hilrowo aus Anlaß der Ankunft des Prinzen Ferdinand von Hohenzollern, jetzigen Thronfolgers von Rumänien, in Bukarest iin Kreise seiner Zech- gei' offen äußerte.„Bisher", sagte er,„habe ich es nur mit einem Ferdinand(von.Bulgarien. Red.) zu lhuu gehabt, nun haben wir deren Zwei. Um so besser; dann werden beide Arm in Arm ihre Reise nach Deutschland autrrlen. Es ist aber doch anders gekommen. Die beiden Ferdinande sitzen»och fest in ihren Ländern, allein die Enthüllungen Jakobsons ließen es der russischen Regierung doch rathsam er- Seinen, Hitrowo von dem Schauplätze seiner langjährige» ätigkeit zu entfernen. Er wurde als russischer Gesaudler nach Japan geschickt und«S dürfte»och in jedermanns Erinnerung sein, ivie er auch von Tokio ans die all«» Methoden der Gewalt- thätigteil in Korea zur?l»mendung gebracht hat. Nach.«»» er so viel dazu beigetragen ha't». de» japanischen Einfluß aus Korea zu verdrängen und den n.isq�m Einfluß zu festigen, war er zur Kaiserkrönuug nach Moslau gekommen, um dort mit seinem Rothe dem Fürsten Lobanow bei dessen Verhandlungen mit dem Vertreter Japans beizustehen und den vollständigen Triumph Rußlands zu sichern." — io e j glich des u» b e r s a... S des o e u t j ch e il M i l i l ä r t u st r u k t e u r s. de» Unteroffiziers Krause durch die chinesischen Soloatei in Nanking werdu. jetzt folgende Einzelheiten ickannl: Am Morgen des 1. Juni rückte» die Lieutenants v. Tettenborn rmd v. Bodenhausen mit ihren Kompagnien nach dem hinter dem Jauien des Vicekönigs liegenden Exerzierplatz. Eine Abtheilung der viceköniglichen Leibivache »lachte dort ein Exerzitium, räumte aber den Platz den beiden von de» deutschen Lieutenants geführten Kom- pagnien. An, Nachmittage hatte der Jiistrukteiir Krause mit seiner Kompagnie auf demselben Platze Dienst. Es fiel ihm zwar auf. daß die 299 Mann starke Kompagnie des Generals Liu nach der seinigen antrat, doch legte er dem llnu stände keine besondere Bedeutung bei. Als Krause sich umdrehte, stürmte die Kompagnie geschloffen ans ihn ein, er bekam einen Schlag mit der Fahne über den Kopf, so daß er sich nicht mehr auf dem Pferde halten konnte. Dan» wurde mit Stöcken und Fahnen und Steinen auf ihn eingehauc» und mit Steine» geworfen. Als er den Revolver ziehen ivollte, erhielt er einen Stich in den betreffenden Arm. doch gelang es ihm schließlich, zu entkommen. Die Wunde Krause's ist nicht lebensgefährlich. Der Bizekönig von Nanking, Liu Kun- hy, hat dem deutschen Generalkonsul dort, Dr. Stübel, sein Bedauern über den Vorfall ausgedrückt und ihn benachrichtigt. daß alle an dem Angriffe betheiligten Personen festgenommen und ge ziemend bestraft werde» solle»; der Kommandant der angreisende» Abtheilung, namens Tseng Tschi-fa, ist sofort des Kommandos entsetzt worden, auch hat sich der Bizekönig bereit erklärt, Herrn Krause ein angemessenes Schmerzensgeld zu zahlen; die Ver setzung der vizeköniglichen Truppenabtheilung ist ebenfalls in Aussicht genommen.— Amerika. — Vom kubanischen Auf stand. Nach einer in Madrid eingelaufene» Depesche von Kuba hat die Bark„Antonio Lopez" eine Freibeuterbark gekapert; die Bemannung der letzteren ist gefangen genommen. Em andere Depesche meldet, daß die Aufständischen durch Legung elektrischer Drähte die Zerstörung eines Eisenbahnzuges bei Matanzas bewirkten; daber wurde» 3 Personen gelödtet und 13 verwundet. Mehrere Wagen wurde» zertrümmert.— Ankviigv für den FnkernAkionttlrn soziAldemodeakifchen Nrbeikev~ NongreH. (Schluß.) Zur Stellung deS Kongresses gegenüber dem Militarismus und Krieg liegen 7 Anträge vor, darunter eine längere Erklärung des englischen Vereins der Fabier, deren SchlußpassuS besagt: Daß die einzig mögliche Garantie für den Frieden der Welt in der Konsolidirung der Interessen der vorgeschrittensten Staaten auf sozialdemokratischer Basis liegt. Der Krieg existirt beut hauptsächlich darum, weil ein Theil der Gesammtheir aus ihm immense Profile ziehen kann. Wenn dies durch die Sozialisirung der Industrie in England, Frank- reich, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika unmöglich gemacht würde, so würden diese vier Staaten nicht nur aufhören, sich gegenseitig zu be- drohen, sie würden sich auch verbinden, um den in der sozialen Organisation weniger vorgeschrittenen Nationen den Frieden auszuzwingen. Deshalb legt dieser Kongreß, während er den Bestrebungen der Frieden?« und Schiedsgerichts- Gesellschakte» feine herzliche Sympathie schenkt, ihnen dringend ans Herz, stets daran zu denken, daß, so lange nicht der Gegensatz in den sozialen Interessen gelöst ist, der die Konflikte zwischen Kapital und Arbeit im eigenen Land hervorruft, die internationale Solidarität unmöglich verwirklicht werden kann. Der Gewerkschaftsrath von Leicester, Eng- land, beantragt:...„ Dieser Kongreß gewerbt hätlger Arbeiter fordert alle Regierungen auf, behufs Beilegung von Streitigkeiten an die Stelle des Krieges ein nationales Schiedssystem treten zu lassen. Von der französischen Arbeiterpartei l,egt folgende Anregung vor:.„, Der Kongreß möge die allmälige und gleichzeitige Herab- setzung des Militärdienstes in de» europäischen Armeen auf Grundlage internationaler Konvention diskutiren. Groß in Worten und möglichst unpraktisch in den vor- geschlagenen Mitteln zeigt sich Herr Nieuwenhuis auch dieses Mal wieder in dieser Frage, indem er durch seinen Anhang— Holländische Sozialistenpartei— folgenden Antrag einbringen ließ:...... Dieser Kongreß beschließt, die internationale Arbeiter- partei aufzufordern, sich in Bereitschaft zu halten, jede von Regierungen ausgehende Kriegserklärnng schleunigst mit einem Generalstreik der Arbeiter in allen Zweigen der Industrie, des Handels und des Geschästslebens zu beantworten, ivo immer die Arbeiter im stände sind, einen Einfluß ans den Krieg auszuüben, sowie in den von dem Kriege betroffenen Ländern die Kriegserklärung mit Verweigerung des Militärdienstes zu beantworten......«.. Den Antragstellern scheint«S wirklich nur um«inen Hetter« keitserfolg zu lhun zu sein. Zu dem Punkte: Erziehung undkörperlicheEnt- Wickelung liegen nur Anträge von englischen Organisationen vor. Für die Richtung, in welcher sich dieselben bewegen, können die nachstehenden Anträge als typisch gelten: Dieser Kongreß verlangt:... 1. Daß das früheste Alter, in dem Kinder alS Halbzeitler gewerblich beschäftigt werden dürfen, sofort auf das vier- zehnte Jahr und in zwei Jahren aus das sechzehnte Jahr erhöht werde.____ 2. Daß in gleicher Meise als daS früheste Alter für Voll- zeitler das sechszehnte und in zwei Jahren das achtzehnte Jahr festgesetzt iverde. 3. Daß das früheste Alter für Arbeit in Bergwerken, Gas- anstaltrn, Eisenwerken und allen gefährlichen Beschäsli- gungen sechszehn Jahr sein soll. 4. Daß der Staat für ein wirksames System unentgeltlicher, obligatorischer»nd mit freiem Unierhall verbundener technischer Erziehung Vorsorgen soll für Kinder während der Zeit nach Verlassen der Elementarschule bis zu dem Aller, wo sie als Arbeiter voll beschäftigt werden dürfen. Verein derFabier, England. Dieser Kongreß ist der Meinung, daß die Zeit gekommen ist, wo die Nationen aufhören sollen, ihre Reich« auf Kinder- herzen aufzubauen, und es aufgeben sollen, ihre Vermögen aus dem vernichteten Leben der Kinder zu prägen, und er ver- langt als vorläufiges Minimum von allen Regierungen die Abschaffung der Kinderarbeit bis zum Alter von fünfzehn Jahren und von aller Nachtarbeit bis zum Alter von achtzehn Jahren. Verein der Gasarbeiter Englands. Durch internationale Abmachungen soll bestimmt werden, daß Kinder unter vierzehn Jahren nicht in Arbeit trete» dürfe». Vereinigte Gewerkschafts« undArbeits« rälhe von Aorkshire. Zur Organifalionsfrage liegen ebenfalls eine Anzahl Anträge vor. Von englischen Organisationen wird die Gründung eines internationalen Bundes und Einsetzung einer ständigen Exeknlive beantragt. Die spanische Arbeiterpartei deantragt die Herausgabe einer Zeitschrift, die alle drei Monate erscheinen und einen Bericht über die bedeutendsten Ereignisse in der sozia- listische» Welt enthalten soll. Der allgemeine Verein holländischer Zimmerer wünscht dagegen die Einsetzung eines internationalen Gewerk- schaftssekretariats. und der Verein sozialistischer Lehrer in Holland fordert alle sozialistischen Organisationen dringend auf. die sozialistischen Lehrer ihrer betreffenden Länder zu organisiren. Den Schluß der Anträge bilden eine Reihe von Vorschlägen für die Verhandlungen der zukünftigen Internationalen Arbeiter- Kongresse, sich nur einer bestimmten Sprache zu bedienen. Weiler schlägt das W a l s a l l- A m» e st i e- K o m i t« e. England, Resolutionen vor, die sich gegen die Berfolgrrng und Bestrafung politischer Gegner aussprechen, die Freilassung aller politischen Gefangenen in England und allen übrigen Staaten fordern und eine internationale Agitation zu diesem Zweck« inszenirt wissen wollen. Eine der Resolutionen„protestirt gegen das erbärmliche System polizeilicher Provozirung von Komplotten. wie es in dem Fall der im April 1392 zu Stafford verurtheilten Personen Charles, Calles und Battola sich gezeigt hat." Ein Antrag der Föderation der Gewerkschaften deS französischen Departe in ents Bouches«du« Rhone verlaugt:„Unterdrückung der Arbeitsvermittelungs« geschäfte(Bureaux de placernent)." Damit wollen wir unsere Auszüge ans den bereits vor- liegenden Anträgen schließen. Unsere Leser sehen, daß der Kon- greß ein reiches Pensum zu erledigen habe» wird, und außerdem zeigen die Anträge, wie die Leiden und Hoffnungen der Proletarier aller Kulturländer sich in der gleichen Richtung bewegen. Der bevor- stehende Kongreß wird die Beziehungen der Proletarier aller Kultur- länder weiter festigen und stärken, er wird unpraktische Utopistereien und hohle Renonnnage ebenso energjsch zurückweisen, als es ihm andererseits sicher gelingen wird, die Bewegung zur Befreiung der Arbeiter aller Ständer ein tüchtiges Stück vorwärts zu bringen. Gegenüber dem völkerhetzenden Chauvinismus und der angesichts des i» Waffen starrende» Europas ivird der Kongreß Arbeiter aller Kulturländer der Welt in London ein Protest und eine Kundgebung zugleich sein. Ein Protest gegen die alle Ordnung mit ihrer Ausbeutung und Rassen- und Bölkerhetze; eine Kundgebung für den Völkersrieden, den wirklichen Fortschritt und die soziale Befreiung. Eine Jubiläums- Nummer veröffentlicht unser dänisches Parteiorgan, der„Sozialdemokraten". Auf prächtiges Papier in dem bekannten Riesenformat, roth gedruckt, bringt diese„rothe Nummer" die Geschichte des Blattes, welches jetzt 25 Jahre alt ist, und die Geschichte der Bewegung, welche die Geschichte des Blattes ist. Eine Karte Dänemarks mit rothen Punkten stellt die Ver- breitung der Partei bildlich dar, zahlreicheJllustrationen bringen uns für die Parteigeschichte wichtige Oertlichkeiten und Personen zur Anschauung und in stolzem Rothe prangt oben auf der rechten Seite die Ziffer: 39999 als„Sozialdemokratens daglige Oplag" (des Sozialdemokrat tägliche Auflage). Zur Zeit der Gedächtnißnummer, die 1335 erschien, betrug die tägliche Auflage blos 29 999— also ein Wachslhnm von 19 999 in 19 Jahren— jedeS Jahr 1999! Bravo! Nur immer voran!— Ein neues sozialistisches Blatt xrscheint seit dem I. Mai in S a o P a n l o, B r a s i l i e n. Es ist ein Wochenblatt, dessen erste 6 Nummern uns vorliegen. Der Text ist dreisprachig: portugiesisch(der größere Theil), deutsch(etwa»/«), und italienijch ( etwa 1/6). Wir wünschen dem neuen Mitstreiterer heißt „ O Socialista"(" Der Sozialist") bestes Gedeihen! veiß. Der sozialdemokratische Parteitag für beide Mecklen Burg und Lübeck findet am 13. und 14. September in dils Lübeck statt. 1F " " nicht auf den Wahlkampf beschränken dürfe, sondern daß die schrift Die Geschichte und die Schule" abgedruckt, in dem der Partei auch andere Organisationen, wie die Arbeits- Rede des Schullehrers Mehr in Schleiz gedacht wurde, Zur Neuwahl in Brandenburg a. H., welche durch den fammern, die Widerstands( Kampf-) Vereinigungen, die die er zur Schulfeier der 25 jährigen Wiederkehr der erzieherisch wirkenden Studentenklubs und so weiter ers Gründung des Deutschen Reiches gehalten hatte. In diesem Tod des bisherigen Vertreters im Reichstag nothwendig ge worden ist, sind die gegnerischen Blätter bereits in der Lage, den muthigen müsse. Es entsteht eine lebhafte, lange dauernde Artikel waren Redewendungen gebraucht worden, die gerade Diskussion. Viele Tagesordnungen werden eingebracht. Zuleht nicht schlimm, aber auch keine Schmeicheleien waren. Von der fozialdemokratischerfeits angeblich aufgestellten Kandidaten zu wurde Mehr aufge nennen. Diese Nachricht ist falsch, wie fast alles, was die bringt Ferri ein Amendement zur Tagesordnung Lazzari" ein, Staatsanwaltschaft gegnerische Presse über Vorgänge in unserer Partei zu berichten welches die persönliche Zugehörigkeit der einzelnen Genoffen zur fordert, einen Strafantrag gegen Seifarth stellen, was Mehr aber ablehnte, Unsere Brandenburger Genossen haben noch keinen Partei zur Hauptbedingung macht, aber auch wirthschaftliche zu Organisationen- je nach dem örtlichen Bedürfniß gutheißt weil er sich mit derartigen Leuten nicht abgeben Kandidaten aufgestellt, sobald dies aber geschehen sein wird, Die Diskussion über die so modifizirte Tagesordnung Lazzari wolle. Der Staatsanwalt wandte sich nun an werden wir Notiz davon nehmen. wird auf morgen vertagt. den Schulvorstand als vorgefeßte Behörde und Polizeiliches, Gerichtliches 2c. diese stellte denn auch den Strafantrag und er-Reine Majestätsbeleigung, aber grober folgte die schon oben mitgetheilte Verurtheilung. Unfug. Am 30. Juni d. J. wurde vor dem Landgericht Wegen Veranstaltung einer unerlaubten Rollette Von der Agitation. Genosse Zubeil hielt am 15. Juli in Breslau gegen den Genoffen Seiffert aus Hamburg als Redakteur erhielt seinerzeit Genosse Neupert in Gera ein Strafmandat in Von der Agitation. Genosse Zubeil hielt am 15. Juli in der Gedenkschrift zum 18. März wegen Majestätsbeleidigung ver- Höhe von 2 M. Das Schöffengericht und auch die StrafTresden vor einer imposanten Versammlung einen Vortrag über handelt und wurde Seiffert schließlich freigesprochen. Neben dem fammer als Berufungsinstanz bestätigten des Strafmandat. die Begehrlichkeit der Agrarier und die indirekten Steuern. Strafantrag wegen Majestätsbeleidigung hatte die StaatsanwaltWegen Beleidigung der Erfurter Staatsanwälte ******* Julius Hoffmann, ein alter Parteigenosse ist am 9. d. Mt3. fchaft noch den Eventualantrag wegen groben Unfugs gestellt, Lorenz und Schubert hatte sich Genosse Wiertelarz vor der Strafin Leipzig infolge eines Schlaganfalls plößlich gestorben. Ge- bezüglich dessen aber gleichfalls Freisprechung erfolgte. Die fammer zu verantworten. Es handelt sich um zwei in der boren im Juni 1832 zu Stötterih, nahm der Verstorbene schon Staatsanwaltschaft hat nun gegen das freisprechende Urtheil, so- Thüringer Tribüne" erschienene Artikel, welche die in Strafin früher Jugend lebhaften Antheil am politischen Leben. Be- weit der grobe Unfug" in Frage kommt, Revision eingelegt. fammer- Terminen seitens des Staatsanwalts Schubert gegenüber geistert für Freiheit und Gleichheit, ging als sechs Seiffert soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft durch Heraus- den Angeklagten, Genossen Wiertelarz und Ziegler gebrauchten Sozialdemokratisches Schreibvolt",„ die zehnjähriger Jüngling zu den Maiunrugen der vierziger gabe der Gedenkschrift mindestens groben Unfug" verübt haben. Aeußerungen wie Jahre mit nach Dresden. Einer Verurtheilung in dem- Die rothe Fahne. Zum Empfang der Delegirten Thüringer Tribüne" zeichnet sich in ihrem Inhalt durch gegen ihn und andere angestrengten Prozesse entging er durch der Generalversammlung der Zabalarbeiter, die gegenwartig in große Dürftigkeit und Dede aus", zurücwiesen. Bei dieser Entweichen aus der Machtsphäre des Herrn v. Beuft. Nach Stuttgart im Gasthaus zum Hirsch" tagen, hatte die Verwaltung Reagierung wurde auch auf den Beleidigungsprozeß Hülle kontra der später den politischen Verbrechern gewährten Amnestie, und des Hirsch" beschlossen, die den Gewerkschaften Stuttgarts ge- Lorenz Bezug genommen. Wiertelarz erklärt heute vor Gericht, nachdem er in Braunschweig, Hamburg, Düsseldorf u. a. D. als hörige Fahne auszuhängen. Doch die Verwaltung vom Hirsch" daß er durch die staatsanwaltlichen Plaidoyers zu jenen Artikeln Bigarrenarbeiter gearbeitet, fehrte er nach seinem Stötteris denft, und die Stuttgarter Polizeiverwaltung lenkt. Auf er erft provozirt worden sei. Die Absicht der Beleidigung habe ihm wieder zurück. In seinem Geburtsorte entwickelte er immer im folgte Eingabe wurde der Vorsitzende des Aufsichtsraths fern gelegen. Dies gelte auch bezüglich der gegen Staatsanwalt Die Staatsanwaltschaft, fortschrittlichen Sinne lebhafte Thätigkeit. Seine Berufsgenossen vor das Stadtpolizei- Amt geladen, wo ihm eröffnet wurde, daß Lorenz gebrauchten Redewendung. „ öffentliches suchte er anzufeuern zum Zusammenschlusse. Er gehörte auch das Aufhängen dieser Fahne Aergerniß" welche im heutigen Termin durch Assessor Karl vertreten wird, zu jenen Arbeitern, die im Jahre 1863 Ferdinand Lassalle zum errege und deshalb verboten werden müsse. Nach weiteren Er- hält für genügend, wenn auf den Ausdruck Schreibvolk" Bortrage in Leipzig aufforderten. Befreundet mit F. W. Fritsche, kundigungen soll die Polizei nur vermittelnde Behörde in dieser mit„ Richtervolk" reagirt worden wäre. Alle weiteren Auswar er einer der ersten Anreger zur Gründung von Gewert: Sache sein, und das Verbot von dem Minifterium des Innern einandersetzungen, wie der Ausdruck den Staatsanwalt Lorenz schaften. Von Mitte der sechziger Jahre bis zu Ende der ausgehen. Es verlautet ferner, einige angstmeiernde Philister, die gekauft" seien überflüssig und deuten auf die Absicht einer VerEs wird eine Gesammtstrafe von 6 Wochen Gejiebziger Jahre war er in Stollberg bei Chemniz, zuletzt in Nachbarn des Hirsch" sind, hätten sich beschwerdeführend an das höhnung. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Zander, Wechselburg. Im letteren Orte gehörte er dem Gemeinderathe Ministerium gewandt, weil am 1. Mai das Aufhängen der Fahne fängniß beantragt. an und kämpfte auch da immer, wo es den Arbeitern und dem nicht polizeilich verboten wurde, und ist vielleicht hierauf das plädirt auf Freisprechung. Dem Angeklagten müsse der Schutz des fleinen Manne Rechte und Selbständigkeit zu erwerben galt. Nach jetzige Berbot zurückzuführen. § 193 zugesprochen werden. Außerordentlich bedauerlich ist Stötteris zurückgekehrt und später nach Leipzig sich wendend, Nachtlänge zum Streit. Als bei einem Streit es, daß der Gerichtssaal zum Tummelplatz des persönlichctablirte er sich im Südviertel als Zigarrenhändler. Hier war in Harburg die aus Westfalen importirten Arbeiter durch die politischen Kampfes gemacht worden sei. Wiertelarz war nicht er den Arbeitern immer ein guter Freund und treuer Partei- Straßen gebracht wurden, um in der Thörl'schen Fabrit in der Anfänger, er befand sich gegenüber der ihm kundgegebenen genosse. Arbeit zu treten, soll sich die Ehefrau des Arbeiters G. daselbst Anymosität des Staatsanwalts Schubert in der Vertheidigung. abfällig über dieselben geäußert und Pfui!" gerufen haben. Wenn die Zurückweisung eine heftige gewesen ist, so ist auch zu Sie wurde von dem Schöffengericht wegen Verübung groben berücksichtigen, daß die staatsanwaltlichen Angriffe für den AnEin Arbeiter geklagten recht tränkende waren. Der Gerichtshof hält eine Bes Unfugs zu einer Woche Gefängniß verurtheilt. H., der einem andern Arbeiter während des Streits eine Verleidigung der Staatsanwälte für vorliegend und erkennt auf eine legung beigebracht haben soll, wurde zu drei Monaten Gefängniß Gesammtstrafe von 50 M. ev. 10 Tagen Gefängniß. Ferner wurde ein Arbeiter, der Geld auf Listen verurtheilt. gesammelt haben soll, auf grund des alten hannoverschen PolizeiStrafgesetzes von 1847 mit 15 M. Strafe belegt. Welches Verbrechen ist doch in den Augen gewisser Kreise das in der GewerbeOrdnung gewährleistete Recht, zu streiken. Der Gemeinderath in Leutsch bei Leipzig lehnte mit großer Majorität einen Antrag unserer Genossen ab, der die Befreiung der Einkommen unter 400 M. von der GemeindeSteuer verlangte. Zur Begründung der Ablehnung wurde gesagt, daß jüngere Leute bei einem solchen Einkommen sehr wohl Steuern entrichten könnten. Wenn diese genügsamen Staatsbürger den Arbeitern nur einmal vormachen wollten, wie man mit 400 M. anstommen fann, Die städtische Verwaltung in Köln hatte vor kurzem unseren Genossen die Abhaltung von Versammlungen in dem großen Gürzenichsaal, der Eigenthum der Stadt ist, verweigert. Im Stadtrath fam es nun zu einer lebhaften Debatte, da Dr. Cardanus, ein Vertreter des Zentrums, die Aufhebung dieses Beschlusses beantragte eventuell befürwortete, allen Parteien die Hergabe des Saales zu verweigern. Die Majorität fonnte sich natürlich zu einer solchen toleranten Auffassung nicht erheben und lehnte den Antrag ab. losließ? = " Nochmals der Dresdener Maurer streit. Der Maurer Gustav Schurich wurde zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. Er soll gelegentlich des letzten Streits seine Kollegen aufgereizt" haben. -Sehr wißbegierig! Wie die Sächsische Arbeiter Beitung" berichtet, bemühen sich die Polizei und Gericht, zu erfahren, wer die Nachrichten über den Streit der Töpfer'schen Schuhfabrik für die Zeitung liefert. Polizei- Inspektor Born bemühte sich mehrfach natürlich erfolglos, dies zu erfahren, und wurden sogar mehrere Streifer bei der gerichtlichen Vernehmung darüber befragt. Selbstverständlich konnten dieselben feine Auskunft geben. = Gewerkschaftliches. An die Mitglieder des deutschen Metallarbeiter-Verbandes! Kollegen und Kolleginnen! Bereits elf Wochen währt die Aussperrung unserer Kollegen durch die organisirten Kühne männer und noch immer ist nicht abzusehen, wann diese Herren zu der Ueberzeugung kommen werden, daß ihr Festhalten an den Ringbeschlüssen erfolglos ist. Obwohl ihnen der Kampf große Verluste bringt, geben sich die Herren dennoch der Hoffnung hin, daß die Arbeiter zu Kreuze triechen werden. Kollegen, das darf uicht geschehen! Wir wissen, daß einzelne Unternehmer sich in großer Ralamität befinden und zur Herstellung von Guß Juternationaler Kongreß für Arbeiterschuh. Aus Zürich wird uns geschrieben: Bekanntlich beschloß der Bundesbereits Modelle nach anderen Fabriken außerhalb Ber vorstand des schweizerischen Arbeiterbundes im April 1838 die lins versandt haben, um den Guß dort anfertigen zu laffen. Die Besteller drängen also auf Fertigstellung der Arbeiten, denn Einberufung eines internationalen Kongresses für Arbeiterschuh, wobei er vom Bundesrath moralisch und mit einer Summe- Die schwarzen Listen des städtischen Tief nicht umsonst verringerten die Unternehmer durch die Fracht für bauamtes in Dresden sind noch nicht zurückgezogen. Modelle und fertigen Guß ihren Profit, wenn sie sich nicht in von 3000 Frants unterstützt wurde und wofür er einen Betheiligten Arbeitern, bie wieder um Arbeit nachfragten, ist die der höchsten Moth befänden. Darum Kollegen, ist es nothwendig, längeren Aufruf an die Arbeiter aller Länder erließ, aller Länder erließ, den wir damals im Vorwärts" veröffentlichten, für den Erklärung abgegeben worden, man dürfe sie nicht beschäftigen, daß wir alle Kräfte anspannen, um Mittel aufbringen zur Unterdie Liste wäre nicht zurückgezogen. Wie reimt sich das zusammen stüßung der Opfer in diesem Kampf. Trage jeder sein Scherfstein aber die sozialdemokratischen Parteien Deutschlands und Dester- mit der Erklärung des Herrn Stadtbauraths Klette, daß er gar opferwillig dazu bei und der Sieg wird unser sein. Gelder zur reichs nicht eintraten. In der„ Berner Tagwacht" veröffentlicht teine solche Liste veranlaßt und ausgegeben habe, daß sein Name Unterstützung der Ausgesperrten sind an die bekannten Stellen uun Genoffe Greulich im Namen der Schweizer Delegirten von einem Unterbeamten mißbraucht worden sei? abzuliefern. Die Agitations- Kommission des Deutschen Metallzum internationalen Sozialistenkongreß in London den oben= Zuzug fernzuhalten bleibt grober Uns arbeiter- Verbandes. J. A.: H. Faber, W., Flottwellstraße 15. erwähnten Aufruf neuerdings, dem er einen Appell an die engAn die Arbeiterschaft Berlins! Wir erlauben uns, die lischen Sozialisten anfügt, daß sie sich für den Kongreß aus- ug! Der Hedakteur Graf des in Löbtau- Dresden erscheinenden sprechen möchten, damit dann die Arbeiter anderer Länder sich Fachblattes für die Arbeiter in der Porzellan- und Glasindustrie, Genossen und Genossinnen darauf aufmerksam zu machen, daß anschließen. Haben wir Gure Solidarität gewonnen", schließt der Fachgenoffe", war in Gemeinschaft mit dem Gastwirth die Berliner Arbeiter in 8 Boltsversammlungen den Boykott der Appell,„ bann kommt auch die der Arbeiter anderer Länder." Henkel in Niedenburg vom Schöffengericht Dresden wegen über die Berliner Privatpost verhängt haben. Außerdem ist in H. hatte eine der öffentlichen Versammlung der Gewerkschaftsdelegirten am Wir haben zu diesem Vorgehen des Genossen Greulich nur groben Unfugs zu Strafe verurtheilt worden. Berrufserklärung gegen eine Niedenburger Firma Firma ein Au bemerken, daß die österreichische und die deutsche Parteileitung Freitag, den 11. d. M., auch über die Packetfahrt A.-G. der gesandt, die ihre Arbeiter entlassen, weil sie Sedan sich seinerzeit ablehnend verhielten, um eine Häufung inter- nicht feiern wollten. Graf wurde verurtheilt, weil er einige schaft, besonders die Gewerkschaften 2c., den vorbenannten BeBoykott verhängt worden. Wir ersuchen die Berliner Arbeiter nationaler Rongreffe zu vermeiden. Ob es nicht besser gewesen wäre, wenn Genosse Greulich sich erst mit den diversen Partei- Nummern des" Jachgenoffen", in denen die Arbeiter vor Zuzug schlüffen nun auch Geltung zu verschaffen. Wir bemerken, daß die in nach gewissen Städten gewarnt worden, als verantwortlicher leitungen im Berbindung gesetzt hätte, ehe er den Aufruf erneut Redakteur gezeichnet hat. Hiergegen wurde das sächsische Ober- Briefkästen der Backetfahrt roth, die der Privatpoſt gelb find landesgericht als legte cutfcheidende Instanz angerufen. Der und deshalb Irrthümer leicht zu vermeiden sind. Der Vertrauens. Der italienische Sozialisten Kongrek in Florenz. Vertreter des Angeklagten beruft sich zunächst auf in Urtheil mann der Handelshilfsarbeiter Berlins. Die Firma Wagel u. Cie. in in Mannheim fucht auswärts Florens, 11. Juli. Der Saal, in welchem der National- des preußischen Rammergerichts, wonach Verrufserklärungen Kongreß der italienischen Sozialisten stattfindet, war heute früh straffrei feien. Den Arbeitern würde das Recht der Vereinigung tüchtige Arbeiter auf Fahrräder; sie verspricht dauernde Be dicht gefüllt. Bald nach Eröffnung der Sigung wurde auf zur Erringung günstiger Arbeitsbedingungen durch den§ 152 schäftigung und einen Stundenlohn von 40-45 Pf., speift die Borschlag des Advokaten Pescetti der anläßlich des fizilianischen des R.-G.-D. gewährleistet, dieser Vortheil würde aber illusorisch Arbeiter aber mit 23-25 Pf. die Stunde ab, weil sie nicht geBauernaufftandes zu Zuchthaus verurtheilte und jüngft amneftirte gemacht, wenn fie in gewiffen Maßnahmen zur Ausübung dieses nügend eingearbeitet seien. Aus diesen Gründen werben die Das Gericht ver- Arbeiter gewarnt, in dieser Fabrik Stellung zu nehmen. Genoffe Bernardino Verro aus Palermo zum Präsidenten des Rechts durch Strafen behindert würden. Dann berichtete der Abgeordnete Agnini, warf die Berufung. Die Bestrafung erscheine durch Rongreffes ernannt. Zu den Differenzen in den Brauereien Mannheimals Sekretär der parlamentarischen Gruppe, über die die thatsächlichen Feststellungen einerseits, andererseits aber Ludwigshafens ist mitzutheilen, daß die Situation sich wesent Thätigkeit der sozialistischen Abgeordneten von dem Ron durch vorausgegangene Entscheidungen des sächsischen Oberlandes- lich geflärt hat. Einige Brauereien haben bereits fleine Zugreffe von Reggio Emilia an bis auf die Gegenwart. Man gerichts als gedeckt. Die Entscheidung des preußischen Kammer- geständnisse gemacht und es sollen nochmals Schritte unternommen billigte die Haltung der sozialistischen Gruppe in der Kammer in gerichts könne in Sachsen feine Beachtung finden. Natürlich, werden, die eine gütliche Beilegung der Streitigkeiten bezwecken. ber Frage des Strohflechterinnen- Streifs, bei der Enquete über denn dazu ist doch das Deutsche Reich nicht da, um eine Rechts. Diese Aufgabe wurde einer Kommission übertragen, zu der außer den Brauern die Vertreter der Gewerkschaften und der Partei die Eisenbahnen, in der Frage des Religionsunterrichts, bei der einheit für die Arbeiter zu gewährleisten. Distussion des Etats. Agnini und Costa wiesen nach, wie viel- Ueber drei Antlagen, die gegen unser Partei- hinzugezogen werden. fie für die Propaganda und zum Schuße der arbeitenden organ in Halle schwebten, hatte die Straffammer als BerufungsKlaffen in der Kammer gewirkt haben. Mit großer Instanz zu entscheiden. Von den beiden ersten Sachen, die Mehrheit wurden bie von Podrecca und von Morgari Privatbeleidigungen betrafen, wurde die eine vertagt, in der in angenommen, eingebrachten Tagesordnungen welchen anderen die Berufung zurückgezogen. Löwenberg i. Schlesien, 15. Juni.( Privattelegramm des Erfolgreich war aber die Berufung des Genossen Weiß- Borwärts".) der sozialistischen Gruppe im Parlament und dem Berichte des Sekretärs Beifall gezollt und zugleich der mann, der wegen Leuschner- Beleidigung vom Schöffengericht zu Vorwärts".) Bei der heutigen Stich wahl für den Reichstage. Wunsch ausgesprochen wird, daß die Partei im stande sein möge, 100 m. Geldstrafe event. 20 Tagen Haft verurtheilt worden war. Wahlkreis in Löwenberg erhielt in der Stadt Löwenberg die Abgeordneten für ihre aufopfernde Thätigkeit zu entschädigen. Die Verurtheilung stützte sich auf zwei in den Nrn. 49 und 56 der freifinnige Rektor Kopsch 638 Stimmen, der konservative Eine weitere Privatdepesche Damit schloß die Sigung. Die Nachmittags- Sigung, welcher im Februar und März d. J. im„ Volksblatt" veröffentlichte Graf Nost iz 283 Stimmen. auch viele Damien beiwohnten, wurde um 2 Uhr eröffnet. An- Artikel, die sich mit mehreren von Leuschner eingesandten. meldet aus 49 Orten: Ropsch 4529, Nostit 3624 Stimmen. wesend waren die Abgg. Agnini, Bertesi, Costa, Ferri, Prampo. Berichtigungen" beschäftigten und die Richtigkeit der darin auflint und Salft. Der in Florenz eingetroffene Abg. Turati mußte gestellten Behauptungen start anzweifelten. Die beiden Artikel Ausstehen noch 23 Drte; Kopsch's Wahl sicher. wegen eines Halsleidens der Sigung fernbleiben. Den Kongreß- fritifirten Leuschner's Stellung zur Eislebener Zeitung" und die Dundee, 15. Juli.( W. T. B.) Nach hier eingetroffenen mitgliedern wird der Bericht des Abg. Ferri über die Partei- Entlassung einiger Bergleute von der Gewerkschaft wegen Be- Nachrichten ist der hiesige Dampfer Curfew" im tattit überreicht; er beantragt, die vor einem Jahre in Parma fuchs sozialdemokratischer Versammlungen. Leuschner hatte be- Rothen Meer mit allen an Bord befindlichen Personen was das Boltsblatt" geschrieben verloren gegangen. votirte Tagesordnung zu bestätigen, nach welcher die Sozialisten berichtigt" und das, Vor dem Schöffen Dundee, 15. Juli.( W. Z. B.) Die Eigenthümer des T. an Parlaments- und Gemeindewahlen als selbständige Partei hatte, für unwahr bezeichnet. Besizer, Drucker, Ver Dampfers Curfew" haben noch keine Bestätigung der Nachricht theilnehmen sollen, ohne sich an der Wahlarbeit der Fraktionen gericht hatte der der bürgerlichen Partei zu betheiligen; es soll ihnen jedoch frei- Leger und zugleich auch Redakteur der Eis von dem Verlust des Schiffes erhalten; indessen ist der Dampfer Sarpedon", der in London eingetroffen ist, auf seiner Fahrt ein stehen, bei den Stichwahlen für denjenigen Kandidaten einzu lebener Beitung", Bernhard Winkler, bekundet, welcher treten, einige Forderungen fozialistischen daß er durch Leuschner's Vermittelung von Schiff, wahrscheinlich den„ Curfew", paffirt, welches auf ein Riff Der Sekretär des Zentral- der Gewerkschaft ein Darlehn von 10 000. in der Nähe von Sototra aufgefahren war und sich in gefähr= Parteiprogramms autheißt. bureaus Dell Avalle, erstattet Bericht über das moralische bekommen hat, welches als Hypothek auf sein Grundstück licher Lage befand. Der„ Sarpedon" konnte des herrschenden und das ziffernmäßige Anwachsen der Partei. Der Finanzbericht eingetragen ist. Das Gericht erniedrigte die Strafe auf 60 M. Sturmes wegen keine Hilfe leisten. Madrid, 15. Juli.( W. Z. B.) Wie der Imparcial" aus wird gutgeheißen und dem Saffirer Decharge ertheilt. Eine oder 10 Tage Haft. Beleidigung wurde nur erblickt in einer Havannah meldet, befindet sich Magimo Gomez mit 12 000 JusurTagesordnung, welche dem Parteisekretär eine monatliche Entwegwerfenden Bemerkung über Herrn Leuschner. 3wei Monate zwei Wochen Gefängniß hatte genten auf dem Vormarsche nach dem Westen. Die Behörden schädigung zuspricht, wird angenommen. Dann beginnt die Be rathung über den wichtigen Artikel 4 der Tagesordnung des Kongreffes, feinerzeit das Landgericht in Gera gegen den Redakteur der von Santiago de Cuba seien in großer Besorgniß. Die Lage welcher die Organisation der Partei betrifft. Lazzari vertheidigt Reußischen Tribüne", Genoffen Seiffarth, wegen Beleidigung des sei schwieriger geworden. Die Soldaten hätten seit März feine die vom Zentralbureau eingebrachte Tagesordnung, welche den Borstandes der Unfallversicherung und des Lehrers Mohr in Löhnung erhalten. Elend herrsche auf der ganzen Insel. Die Wunsch ausspricht, daß die Sozialisten, in Erwägung, daß die anderen Schleiz ausgesprochen. Die hiergegen eingelegte Revision wurde Regierung müsse zahlreiche Familien, deren Eigenthum verbrannt Formen der Organisation dem Charakter der Partei nicht ent- vom Reichsgericht verworfen. Interessant ist, wie die Anklage fei, unterhalten. Mexico, 15. Juli.( W. T. B.) Porfirio Diaz ist zum iprechen, sich der Organisation der Wählermassen widmen mögen. in der Sache zu stande kam. In Nr. 9 der Reußischen Mehere Redner find der Ansicht, daß die Parteithätigkeit sich Tribüne" vom 11. Januar war ein Artikel mit der Ueber- Präsidenten wiedergewählt worden. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Wax Vading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen des " " = Depelihen und lehte Nachrichten. " " 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 164. Bur Taktik Donnerstag, den 16. Juli 1896. " 13. Inhrg. warum unsere Sozialdemokratie überall dort für die Einigkeit uns mit diesem Zukunftsstaat noch recht lange Zeit verschonen. Bolens auftritt, wo sie eine politische Bedeutung erworben hat. Ich habe eine etwas idealere Auffassung von der modernen Zum Schluß dieses Absages noch eine Frage: wie wollen wir Arbeiterbewegung, und ich hoffe, auch diese Generalversammlung. der polnischen Sozialdemokratie. unser Programmn verwirklichen? Frl. S. 2. findet auf diese Serr Gasch sagt, ich hätte ihn angereizt, die politische Bartei ( Fortsehung.) Frage feine Antwort und nennt uns deßhalb Utopiſten. Nun, anzugreifen. Können Sie eine solche Behauptung ruhigen Auges was Desterreich und Preußen anbetrifft, so ist für uns diese Auf- aufstellen? Nein, ich habe Sie aufgefordert, Angriffe der Die aufgezählten Gründe, neben einigen anderen, die später gabe ebenso utopisch, wie z. B. für die preußische Sozialpolitischen Parteileitung zurückzuweisen. Aber es kommt auf die angeführt werden, sprachen gegen die Aufstellung der Forderung demokratie die Einführung des allgemeinen Wahlrechts zum Auslegung an. Im November 1894 hat Herr Gasch einen einer russischen Konstitution seitens der polnischen Sozial- preußischen Landtag, wo sie keinen Vertreter weder hat, noch Artikel Auer's, der sich gegen den tgl. preußischen Gewerkverein" demokratie und ließen uns nur einen Weg: sich für die haben kann, geschweige denn eine Majorität. Von einem gegen erklärt hatte, als eine den Buchdruckern angethane Gemeinheit be Trennung von Rußland auszusprechen und die Unabhängigkeit Defterreich oder Preußen gerichteten Aufstand haben wir nie gesprochen, zeichnet und diesen fgl. preußischen Gewerkverein glänzend ver als politisches Biel aufzustellen. Das wurde auch gethan. Im wir stellen uns die Unabhängigkeit nur als Jdeal der politischen theidigt, und heute geht Herr Gasch hin und schreibt eine Herbst 1892 versammelte sich in Paris ein Kongreß, der aus Verhältnisse im Schoße der heutigen Gesellschaft vor und werden Broschüre Der kgl. preußische Gewerkverein", in der er mir Mitgliedern der verschiedenen verschiedenen, damals in Russisch Polen uns ihm nähern, indem wir mit unseren deutschen, böhmischen, Polizeispigelei vorwirft. Das ist Herr Gasch, der Regenerator existirenden Organisationen bestand und der ein neues Programm slovenischen 2c. Kampfesbrüdern auf die größtmöglichste Demo- der Buchdruckerorganisation. Es ist nun noch die Frage auf ausarbeitete. Dieses Programm besteht, besteht, wie bei den fratifirung der beiden Kaiserreiche einwirken werden. In Ruß- zuwerfen, wie konnte der Standpunkt des Herrn Gasch so viele meisten Parteien Europa's, aus zwei Theilen: im ersten land steht die Frage ganz anders: hier werden wir durch die Anhänger finden. Die Schuld daran trägt ein Theil der Ar findet sich die theoretische Begründung und und die Forde Gewalt zur Gewalt getrieben. Deshalb werden sich auch ganz beiterpresse, die wohl vielfach nicht genügend unterrichtet, fich rungen des Sozialismus, im zweiten diejenigen Forderungen, natürlich alle revolutionären Kräfte gegen Rußland wenden. von den Phrafen des Herrn Gasch hat fangen lassen. Erst heute die man bereits innerhalb der jezigen Gesellschaft verwirklichen Ob die letzteren die nöthige Macht haben werden? Das ist spricht Ihnen die Leipziger Volkszeitung" das Klassenbewußtwill, namentlich eine unabhängige demokratische Republik. eine Frage, auf welche die Zukunft antworten wird. Wenn aber fein ab. Sie werden sich hoffentlich dadurch nicht von dem Und nun kommen wir zu dem uns gemachten Vorwurfe, jemand sie verneinen will, dann ist es jedenfalls nicht Frl. R. L., Standpunkt abbringen lassen, daß die Gewerkschaften nur die Im Auge daß die Wiederherstellung Polens nicht im Interesse ihrer die der Meinung ist, daß Rußland eigentlich keine Kräfte mehr Förderung praktischer Ziele im Auge zu behalten haben. Ich ökonomischen Entwickelung liegen fann, die sich in der polnischen befißt, daß es nur eines Fingerstoßes bedarf, um umgeworfen zu schließe. Es ist bedauerlich, daß wir die Interna unferer Bourgeoisie verkörpert", daß also unser Programm jedweder werden. ( Schluß folgt.) Organisation im breiten Lichte der Deffentlichkeit verhandeln realen Basis ermangelt, ergo ein utopisches ist. mußten. Herr Gasch wird den Schaden, den er damit der Organisation zugefügt hat, in seinem Leben nicht wieder gut machen können. Der Zentralvorstand und die Gehilfenvertreter haben auf ihren Posten bis zur Generalversammlung ausgeharrt; an Ihnen liegt es nun, nachdem Ihnen das Material vorgelegt worden ist, Ihre Entscheidung zu fällen. Sie fann meines Er. achtens nicht zweifelhaft sein.( Lebhafter Beifall.) Es tritt eine längere Pause ein. Fil. R. 2. raisonnirt folgendermaßen: Die Bourgeoisie Russisch- Polens schickt ihre Waaren nach Rußland, die Junker aus Galizien und Posen in die industriellen Provinzen von DefterAußerordentliche Generalversammlung reich und Deutschland, sie haben deshalb ein Lebensinteresse, an des Verbandes der Deutschen Buchdrucker. der Zerstückelung Polens festzuhalten. Da sich aber in ihren Interessen die ökonomische Entwickelung Polens vertrachten wir sie näher. Halle a. S., den 14. Juli 1896. = B " fie förpert, so müssen wir unser Programm gemäß diesen In- nie- Stuttgart eröffnet. Auf seinen Vorschlag wird die Dis Die heutige Sigung wird vom stellvertretenden Vorsitzenden tereffen gestalten, wenn wir im Einklange mit der ökonomischen fussion über Punkt 1„ Stellungnahme zum neugeschaffenen Tarif" vertretende Vorsitzende Knie mit, daß Herr Gasch das Bureau Nach Wiedereröffnung der Verhandlungen theilt ber ftellEntwickelung sein wollen. Das Lächerliche dieses Raisonnements und Bunft 2 Haltung der Redaktion des Correspondent" in ersucht habe, jetzt gleich Herrn Döblin antworten zu dürfen. springt in die Augen. Wenn die Sozialdemokratie ihr Programm der Tariffrage" verbunden. Zunächst erhält das Wort den Interessen der besitzenden Klassen anpassen müßte, so sollten Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte wird beschlossen, Herrn Döblin Berlin. Nach der gestrigen Rede Gasch's bin ich Gasch aufzugeben, sich in die Rednerliste eintragen zu lassen. ja die französischen Sozialisten für die Annexion Tontins und Madagastars ftimmen, die ein Absatzgebiet für französische gezwungen, auch weniger zum Tarif zu sprechen, als vielmehr In der Diskussion erhält zunächst das Wort Müller Essen: Wir stehen auf dem Standpunkt, daß der Waaren bilden werden; die belgischen Genossen müßten fich für mich mit der Person des Herrn Gasch zu beschäftigen. Der Rongo ereifern; die italienischen für Abeffynien! Die glänzende Streit hat sich sehr persönlich zugespitzt, aber nicht durch meine für Abeſſynien! Die glänzende Rede Karl Mary' über den Freihandel ginge dann in die Rumpel Schuld. Er hat mich als schlechten Sterl hingestellt, ich soll nach Bentralvorstand an den Wirrnissen Schuld ist, deshalb halten feiner Meinung nicht auf dem Boden der modernen Arbeiter- wir aber den Vorstand nicht für Verräther an der Arbeiterfache, fammer, weil ja unsere Partei hier für Schutzölle, dort für den Freihandel eintreten müßle, je nach dem Interesse ihrer bewegung stehen. Ich glaube, ich habe mehr zu gunsten der Auch wir wollen die Organisation auf den sozialdemokratischen Bourgeoisie. In Wahrheit aber pfeifen unsere Genossen unter modernen Arbeiterbewegung gethan, wie mancher andere, der Parteistandpunkt nicht festlegen, aber sie muß soviel gesunden den obwaltenden politischen Verhältnissen auf das sogenannte tagaus tagein in radikalen Phrasen schwelgt. Es tam Herrn Geist haben, daß Vertreter des deutschen Freisinns keine führende ökonomische Interesse des Landes". Und das ist sehr ver: Gasch aber auch nur darauf an, die blindeſten Leidenschaften Stellung im Verbande einnehmen dürfen. Auch ohne Tarifgemeinständlich. innerhalb der Kollegenschaft anzustacheln.( Sehr richtig.) Herrschaft ist der Verband lebensfähig, ich meine sogar, gerade die Opposition gegen die Zarifgemeinschaft hat die In der Wirklichkeit erzeugt die ökonomische Entwickelung Gasch verübelt mir den Verkehr mit den Prinzipalsvertretern. die verschiedenartigsten Interessen und Bestrebungen je nach der Ich habe es immer für meine Pflicht gehalten, auch mit unsern Prinzipale zu Bugeständnissen veranlaßt. Was hier durch die wirthschaftlichen Gegnern anständig zu verkehren. Tarifgemeinschaft erreicht ist, hätte ohne Tarifgemeinschaft im Klasse und ihrer ökonomischen Grundlage. Man kann aber wirthschaftlichen Gegnern anständig zu verkehren. Herr Gasch meint, wir hätten die pflichtmäßige Vierteljahrs- richtigen Moment auch erreicht werden können. Lassen Sie die feineswegs fagen, daß die Bestrebungen der Bourgeoisie die einzigen find, welche eine Aussicht auf den Sieg haben. Ab- Bilang nur deshalb veröffentlicht, um den Prinzipalen zu zeigen, Tarifgemeinschaft fallen, die Kollegenschaft will nichts davon gesehen von unseren Endzielen, die ja jedenfalls nicht mit zu wir die Kaffenbilanz nicht veröffentlicht, so hätten sich die wie wenig Geld wir noch in unsern Rassen haben. Ja, hätten wissen, oftroviren Sie sie ihr nicht auf.( Beifall.) Knie Stuttgart tritt für die Tarifgemeinschaft ein, die stimmung der Bourgeoisie erreicht werden, sehen wir ja schon Prinzipale die Ausgaben vom letzten Vierteljahr ansehen können, unter den obwaltenden Umständen nothwendig war; er rechtheute, daß z. B. in Frankreich die Republik gegen den Willen und die dort verzeichnete Summe verdoppelt, dann hätten sie fertigt die Klage Döblin's gegen Gasch. heute, daß z. B. in Frankreich die Republik gegen den Willen Der Bourgeoisie und einzig und allein aus Furcht vor dem mich ungefähr gewußt, wie viel wir noch haben. Was will Herr Riedel Leipzig: Die Stimmung über die Tarifgemeinschrecklichen Gespenst der Kommune sich erhalten hat. ist in der Kollegenschaft nicht fo wie Es wird dabei noch ein Unfug mit der sog. ökonomischen Gasch mit diesen- tindischen Verdächtungen. Herr Gasch sucht schaft Entwickelung getrieben. Man reißt einzelne ökonomische Vor- auch zu verdächtigen, weil ich zum 24. Dezember 1891 die Ge- Kollege Müller geschildert hat. Momentane Stimmungen und gänge aus der Gesammtheit der sozialen Ereignisse heraus, um hilfenvertreter berufen hatte, an welchem Tage ich auf das Aufregungen sind nicht maßgebend. Ihnen darf ein besonnener dann daraus angeblich ganz wissenschaftliche Schlüsse zu ziehen.*) Polizeipräsidium befchieden wurde, um das Extrafteuer- Verbot Gewerkschaftsführer nicht folgen, sonst wird er aus einem Führer Ein solcher Unfug soll ja Mary einst veranlaßt haben zu sagen, entgegen zu nehmen. Die Einberufung der Gehilfenvertreter der Geführte. Die Kampfesstimmung ist nicht derartig groß, daß daß er nie, Marxist" gewesen ist. Ein klassisches Beispiel solchen geschah, weil sich damals der Herr v. Schultz- Gäverniß zu Unter- ein Losschlagen angezeigt gewesen wäre. Von den Prinzipalen Verfahrens bildet die Auseinandersehung des Frl. R. 2. Behandlungen zwischen den Prinzipalen und Gehilfen erboten wird jetzt schon die Anerkennung für den gesammten Tarif durch hatte. Redner giebt hier auch eine Blüthenlese aus dem Unterschrift der Gehilfen verlangt, obwohl eine Reihe Bestim 1. Wenn sich die Richtung aller politischen Parteien Polens" Correspondent" früherer Jahre, wo sich Gasch lebhaft für eine mungen erst im Herbst Geltung erhalten sollen. Wußte der in der Frage der Unabhängigkeit nach der Anzahl der außerhalb neue Tarifgemeinschaft ausgesprochen hat. Er verliest eine große Bentralvorstand von diesem Verlangen der Prinzipale? Hat er es der Landesgrenzen exportirten Waaren richten sollte, warum ist Anzahl Briefe von der Hand Gasch's, wo er fortgesetzt friedlichen zu verhindern gesucht? Wie fonnte er es zulaffen vor der heuunterhandlungen mit den Prinzipalen das Wort redet und die tigen Generalversammlung? Ich muß auf Beantwortung dann die loyale, der fremden Regierung geneigte Partei gerade tarifgemeinschaftslose Zeit als Anarchie bezeichnet. Die Briefe dieser Frage seitens des Zentralvorstandes bestehen, erfolgt feiue am schwächsten in Russisch- Polen, wo doch die aus der Gewinnung des fremden Marktes für die Polen fließenden Gasch zu„ friedlich". Ja, wir haben auch die Verantwortung; vor. Was den ersten Punkt der Tagesordnung anlangt, so meine winnung des fremben Marktes für die Polen fließenden reichen bis zum Dezember 1895. Die Verbandsleitung ist Herrn befriedigende Erklärung, behalte ich mir meine Stellung zur Wahl Vortheile die größten sind? 2. Der polnische Abel in der Proving Littauen, die vorwiegend trotzdem haben wir den Prinzipalen klar gemacht, daß wir ich, die Generalversammlung muß die Tarifgemeinschaft ablehnen, eventuell den Kampf nicht scheunen. Aber wir müffen mit den was den zweiten Punkt betrifft, so kann es keinen Zweifel geben, landwirthschaftlich ist, leidet start von der Konkurrenz des russi- Verhältnissen rechnen wie sie sind, und das ist ja gerade das daß ein Gasch nicht länger Redakteur unseres Organs bleiben schen Getreides, bildet wohl daher, gemäß der Theorie des Frl. 2., eine Ausnahme aus der angeblich allgemeinen Ruffenfreund- demagogische der Kampfesweise des Herrn Gasch, daß er der darf.( Beifall.) Menge, die teine Ahnung von den Internas hat, Schlagworte Massini Berlin: Daß es sich um Anbahnung der Tarif lichkeit und schwärmt für die Trennung von Rußland? Gottbewahre! in Bersammlungen hinwirft, die aufreizend wirken. Herr Gasch gemeinschaft handelte, hat der Zentralvorstand in einer BekanntUnsere littauischen Junker find, neben einer handvoll von Groß- sagt: daß Döblin tein Sozialdemokrat ist, können wir hundertfach machung des„ Correspondent" am 25. Januar klipp und klar er fabrikanten die einzigen entschiedenen Anhänger des Herrn beweisen. Ich habe mich Ihnen nicht als Sozialdemokrat ver- flärt und diefer Erklärung hat Rollege Gafch himmelhoch jauchzend in Spafowicz, des Advokaten der Verbrüderung mit Rußland. miethet, was ich bin, weiß Herr Gasch ganz genau, vor allem einem Artikel unmittelbar unter dieser Vorstandserklärung zugestimmt. 3. Die galiziſche und posensche Bourgeoisie leidet start an bin ich ein Feind jeder Phrase. Ich betrachte mich mehr als( Redner verliest den betr. Artikel. Erst als nicht genug herausder Konkurrenz des deutschen Großkapitals und ist, dessen ungeachtet, modernen Arbeiter als manchen Phrasenhelden. Die Parteipreffe geschlagen wurde bei den Verhandlungen, feßte die Opposition garnicht separatistisch, sondern höchst loyal gesinnt. Ja sogar die allerdings nimmt für ihren Schüßling Gasch gegen mich Partei. ein. Was mich für die Tarifgemeinschaft einnimmt, ift der galizischen Schlachzizen fangen an, von den ungarischen Ochsen Der„ Vorwärts" verhöhnt mich, weil ich Herrn Gasch verklagt Fortschritt der Technik. In Berlin ist heute schon die Setund Schweinen sich start bedrängt zu fühlen, wogegen fie in einem unabhängigen Polen einen toloffalen Absatz für ihre babe.") Ich habe Herrn Gasch auf Beschluß des Zentral maschine eingeführt. Bereits jetzt wird das Feuilleton von Produkte in dem reichen und industriellen Kongreß Polen vorstandes verklagt, weil er mich als Polizeispiel hingestellt hat. vier Zeitungen mittelst der Sehmaschine in der Waschinenfabrik finden tönnten. Die Leute sind aber geradezu toll: sie haben Ich glaube, auch die übrigen Polizeispiel im Vorstande werden von Ludwig Löwe hergestellt. Wir können den Fortschritt der feinen Begriff von der materialistischen Weltauffassung( Luxem▪ Herrn Gasch Gelegenheit geben, seine Behauptungen zu Technik nicht aufhalten, wir müssen uns mit ihm abfinden. burger Konfeffion), wollen bei Desterreich bleiben und wollen beweisen. Wie soll ich denn anders gegen Gasch vorgehen? Ich meine, auch die Buchdruckereibesitzer sind darauf es ergreifen, die Hat doch Genosse Fischer neulich auch den gerichtlichen Klage- angewiesen, Mittel sogar gar nichts wissen von einer nach ungarischem Muster zu weg in Braunschweig beschritten. Das hat der Vorwärts" daß ihnen eine Maschinenfabrit unwürdige Konkurrenz macht. geschnittenen Autonomie, für welche sie sich noch vor 27 Jahren nicht bemängelt. Herr Gasch häuft Schmuß auf Schmutz, jedes Eine Vereinbarung zwischen Prinzipalen und Gehilfen ist für Diese Beispiele zeigen, wie sich die Thesen des Frl. R. 2. in unschuldige Biertischgespräch wird ausgenußt für Verdächtigungen. die Buchdrucker durchaus geboten, wir haben aber auch für das Er mag so viel Broschüren schreiben wie er will, an mich reicht Land zu sorgen. Redner polemifirt dann längere Zeit gegen der Praxis bewähren. Es ist ein kleiner Bruchtheil der Nation, der Schmutz nicht heran. Ist dieses Schmuzwerfen aber das Gasch. Was nun die moderne Arbeiterbewegung betrifft, so fage die große Bourgeoisie und der Großgrundbesitz, die bei uns ein Interesse haben, an Rußland festzuhalten; was die übrigen Ideal des Zukunftsstaates, dann bitte ich zum Himmel, er möge ich, im Parteiprogramm heißt es: Religion ist Privatsache, im Gewerkschaftsprogramm muß es heißen: Parteipolitik ist Privats Echichten anbetrifft, so werden sie ebenso durch die sie bedrückende ökonomische Entwickelung, wie auch burch ihre politischen Interfache. Meine politische Stellung teunt jeder. Je mehr Ruhe effen in die Arme des zur Unabhängigkeit strebenden Proletariats mir die gewerkschaftliche Bewegung läßt, desto mehr werde ich mich politisch bethätigen.( Beifall.) gedrängt. " B zu verhindern, *) Herr Döblin ftellt hier und im weiteren Verlauf seiner Ausführungen Behauptungen auf, die in dieser Allgemeinheit absolut falsch sind. Wir werden nach Beendigung der General Giesecke Berlin: Die Anfrage Riedel's, ob HauptBisher haben wir aber nur von Russisch- Polen gesprochen. versammlung in Halle in einem besonderen Artikel unsere AnWoher kommt denn die Sympathie zu unserem Programm bei fichten über die letzten Borgänge im Buchdrucker- Verbande dar vorsteher und Gehilfenvertreter von der letzten Seite des Tarife den Genossen von Galizien und Posen? Auf diese Frage, glaube legen. Wir haben dies bisher nicht gethan, weil wir es grund- unterrichtet waren, ist kurz mit ja zu beantworten. Dieselbe ist ich. braucht man dem deutschen Leser feine lange Antwort zu fäßlich vermeiden wollten, uns in den Streit zu mischen, ehe die von den Vertretern nach kurzen Einwänden beschlossen worden. Daß Die Entstehung der Zustimmung für den Tarif ist jedoch im wesent geben: Wer ist es, wenn nicht die deutsche Sozialdemokratie, die zuständigen Organe ihr Votum abgegeben haben. lange Reihe von Mary, Engels, Laffalle, Liebknecht, Bebel 2c. 2c., Herr Gasch unser Schüßling fei, ist eine offenkundige lichen durch die Aeußerungen Riedel's in Leipziger Versammlungen die für die deutsche Einheit im Interesse des deutschen unwahrheit, deren sich Herr Döblin uns gegenüber schuldig entstanden, welche dahin gingen, daß er( Riedel) der Tarifs Herr Gasch hat weder je von uns beansprucht, gemeinschaft nur aus dem Grunde zugestimmt habe, um im FrühProletariat 3 gekämpft und gewirkt haben, die jahrelang, mit macht. unter unferen Schutz nehmen follen, jahr loszuschlagen und daß nicht die Tarifgemeinschaft, sondern unermüdlichem Eifer für ein geeinigtes Vaterland eingetreten sind? daß wir ihn Und wenn sie es thaten, dann dachten sie nicht an die Er- noch haben wir weder Herrn Gasch noch Herrn Döblin jemals die Dauer des Tarifs das bedenklichste sei". Diese Ausfüh= schließung neuer Abfaßgebiete für einen Leipziger oder Elber- unseren Schutz aufzudrängen versucht. Wir haben von jeher rungen durch den„ Gorr." verbreitet, legten es der Prinzipalität felder Ausbeuter, denn das hatte ja schon der Zollverein in den beide Herrn für gleichwerthig und einander werth eingeschäßt, nahe, von den Vertretern Erklärungen zu verlangen, welche nicht Hauptzügen zu stande gebracht, nein, sie verstanden, daß ein schon zur Zeit, als sie noch in trauter Eintracht gegen die Partei so schwankend und wenig Vertrauen erweckend geeinigtes Deutschland tolossale Entwickelung des intriguirten und es ließ uns deshalb ihr schließlich ausge- wie die angezogenen Aeußerungen Riedel's. Die Prinzipalität ganzen geistigen und kulturellen Lebens, einheitliche Be- brochener häuslicher Zwist auch vollständig talt. Wenn nicht verlangte deshalb beiderseitige Zustimmung zu dingungen für die Propaganda und Agitation erhöhte alle Partei- Organe diese sehr angebrachte Reserve beobachtet haben, machungen und nach einigen fachlichen Einwänden wurde und vor allem, so haben wir dies bedauert, fonnten es aber nicht ändern. dieselbe in der Form der letzten Seite des Tarifs gewährt. Leichtigkeit des Ideenaustausches die Stelle von zwei Duhenden von Regierungen nur einen Auf keinen Fall aber hat Herr Döblin das Recht, so Die Berliner Vertrauensmänner verlangten nun von mir, als Gegner eine Regierung und eine Bourgeoisie geben wird. wie er es gethan hat, von Herrn Gasch als dem Schüßling der Vertreter Berlins, daß, da die Zustimmung zum Tarif erst nach Las ist auch der Gedante, der uns beseelt, das ist der Grund, sozialdemokratischen Bresse schlankweg zu reden. Daß wir es der bevorstehenden Generalversammlung des Deutschen Buchfleinlich und lächerlich zugleich fanden, als von der einen Seite druckerverbandes gegeben werden könne, daß ich mich zu wegen ein paar scharfer Worte, die von einem Berufs- und diesem Behuse mit der Prinzipalität in Verbindung zu Gesinnungsgenoffen gefallen sind, zum Radi gelaufen wurde, ist fetzen babe, um jeder Pression in dieser Richtung zu begegnen. nun einmal unsere Ansicht und wir halten sie auch jetzt noch Dies ist von meiner Seite erfolgt und in befriedigender Weise für richtig, obgleich uns Herr Döblin sein Mißfallen deswegen geregelt worden, und wo trotzdem Verstöße gegen diese Abs ausgedrückt hat. Red. d.„ Vorw." machungen eingetreten, habe ich mich sofort mit Herrn Bürenstein eine an *) Die ,, materialistische Geschichtsauffassung" von Frl. R. 2. bat eine unverkennbare Aehnlichkeit mit den großen Entdeckungen des Herrn Achille Loria, der sich zu Mary etwa so verhält, wie ein Freihändler vulgaris au Ricardo. waren, den Ab in Verbindung gesetzt und ist meines Wissens auch Remedur eingetreten. B Rauch Leipzig polemifirt gegen Rerhäuser. Rerhäuser Tokales. Die Weltesten der Raufmannschaft haben sich in einer Ein gabe an den Reichskanzler gegen die Einführung des AchtuhrLadenschlusses erklärt. Wie sollten diese Leute auch einem Vor schlage zur Verbesserung der Lage ihrer Angestellten zustimmen! der aus Galizien stammende, in der Roblandstraße wohnende Ausweisung. Die„ Volts- Zeitung" meldet: Ausgewiesen ist Galanteriewaarenhändler 2 a uterstein. Druckfehler- Berichtigung. In der Notiz„ Die atuten Darmkrankheiten" in Nr. 168.0 Wirfung) Den Parteigenoffen des Wahlkreises Teltow hat zwar vielfach Antipathie gegen die Sozialdemokratie durch Bee stow Charlottenburg zur Nachricht, daß die zu blicken lassen( Reghäuser ruft: Das ist nicht wahr!) hat es aber heute, Donnerstag, angefeßte Parteiversammlung umdoch für nöthig gehalten, eine Anzahl sozialdemokratischer Führer ftändehalber nicht stattfindet. August Schnell, Vertrauens als Eideshelfer heranzuziehen. Solche Aussprüche einzelner mann. fozialdemokratischer Abgeordneten beweisen für die SozialDemokratie garnichts. Auch um Auer dreht sich die gesammte Salon, Kolbergerstraße Nr. 23, eine öffentliche BoltsHeute Abend 82 Uhr findet im Rolberger Abend sozialdemokratische Welt noch lange nicht. Ich halte die Tarif- versammlung ftatt. Es werden namentlich die Frauen ergemeinschaft mit der Sozialdemokratie nicht für vereinbar, für mich ist die Frage der Tarifgemeinschaft auch keine Zweckmäßig- sucht, zahlreich zu erscheinen. Die Einberuferin. feits-, sondern eine Prinzipienfrage. Selbst die unanständige Achtung, Rigdorf! Den Parteigenossinnen und Genossen Rampfesweise Gasch's hat nicht vermocht, die Opposition zur Nachricht, daß heute Donnerstag, abends 8 Uhr eine Volts: Mannes, der am Montag Abend auf der Bahnstrecke GörlitzNoch nicht festgestellt ist die Persönlichkeit eines jungen todt zu machen. Es ist mir unbegreiflich, wie with berger der versammlung stattfindet. Die Tagesordnung wird in der Ver- Berlin in Treptow aufgefunden wurde. Verband, der doch Ein Zug, der von doch gerade durch die Tarifgemeinschaft sammlung bekannt gegeben. Die Einberuferin. im Jahre 91/92 die Niederlage erlitten hat, wieder unter Kottbus nach Berlin ging, hat ihm Kopf, Arme und Beine zerdieses Joch friechen will. Normale, ruhige Verhältnisse Treptow. Das Lokal von Jakob, Parkrestaurant, welches tönnen auch ohne Tarifgemeinschaft erreicht werden. Thatsächlich bisher in der Lokalliste geführt wurde, ist von derfelben zu ist in dieser Frage die Kollegenfchaft gespalten und gerade die ftreichen, da fest steht, daß in letzter Zeit die Räume zu Arbeiter besten Elemente stehen in der Opposition, während bei der Mehrheit viel Indifferentismus herrscht. Ich bitte Sie also, die versammlungen wiederholt und unter den nichtssagendsten VorTarifgemeinschaft, abzulehnen, erhalten Sie uns die Bewegungs- wänden verweigert wurden. Mögen die Genossen das beachten. freiheit.( Bravo!) Die Lokalkommission. Nach einigen persönlichen Bemerkungen vertagt Rnie. find noch 42 Redner eingezeichnet. Halle a. S., den 15. Juli 1896. nicht die Ursache u. f. w." malmt. Bald nach dem Auffinden der Leiche fand man in einiger Getödteten. Es scheint, daß der junge Mann, der etwa 18 Jahre Entfernung von ihm an der Bahnböschung das Vorhemdchen des alt gewesen sein mag und einen grauen Anzug mit grauem Filz but trug, es mit Bedacht abgelegt und sich dann in selbstmörderischer Absicht vor den Zug geworfen hat. " Ein Schensal in Menschengestalt ist, wie die„ Bolts. Zeitung" meldet, Mittwoch früh in dem in der ReinickendorferAnläßlich des Parteifeftes in Weißensee, welches am E3 Stuttgart die Weiterberathung auf Mittwoch früh 9 Ühr.- 12. Juli stattfand, sind folgende Gegenstände als gefunden bei traße wohnenden verheiratheten Maurer N. festgenommen dem Komitee abgegeben worden: 2 Herren- Regenschirme, worden. N. ist schon zweimal wegen Sittlichkeitsverbrechen vor2 Damen- Regenschirme, 1 Spazierſtock, 1 großes braunes Tuch, bestraft und erscheint jetzt hinreichend verdächtig, feine 11jährige Armband, 1 Haarpfeil, 1 Kinderschuh und 1 Kinderstrohhut. Tochter nicht nur ſelbſt mißbraucht, sondern auch gegen Entgelt Die vorbenannten Gegenstände können bei Franz Gleinert, einem noch nicht ausfindig gemachten Lebemann zu dem gleichen Verbrechen zugeführt zu haben. Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen wird die gestern abgebrochene Diskussion über den Tarif und die Haltung des ,, Correspondent" fortgesetzt. 3 i Restaurateur, Müllerstr. 7a, reflamirt werden. " Seiß München: Herr Gasch hat unsere Sache so dis Im Anschluß hieran bitten wir alle diejenigen, welche noch Ein Schlächterwagen hat gestern Abend in der Rönigstraße kreditirt, daß man sich ordentlich fürchten muß, heute noch Gegner im Befiß von Billets, Textbüchern, sowie sonstigem Material find, wieder einmal unheil angerichtet. Vor dem Hause Nr. 59 über der Tarifgemeinschaft zu sein. Trotzdem empfehle ich Ihnen, bis spätestens 27. Juli an den zuständigen Stellen abzurechnen, fuhr er den 10 jährigen Knaben Franz Dreyer, der zu Fuß aus die von den Gehilfenvertretern eingegangene Zarifgemeinschaft damit die Gesammtabrechnung möglichst schnell erfolgen kann. Lauenburg hierher gewandert ist, und verlegte ihn an den nicht gutzuheißen. Das Festkomitee. Füßen so schwer, daß man ihn in einem Krankenhause unterDöblin Berlin: Der Zentralvorstand hält gerade die NB. Zur Bücherverloosung ist mitzutheilen, daß dieselbe bringen mußte. Tarifgemeinschaft im Intereffe des Verbandes. Bisher war die nachträglich behördlicherseits inhibirt wurde. Es ist deshalb 7 Ein Bubenstreich. Die Königseiche im Briselang, ein Durchführung des Tarifs allein den Gehilfen überlaffen, iet unmöglich, einen regulären Berlauf der Berloosung follen die Prinzipale mitwirken. Dazu genügt es nicht, daß ein zu laffen. Entschieden war allerdings bereits vor dem Eintreffen uralter Riesenbaum, der seit undenklichen Zeiten das Ziel von Prinzipalsvertreter und ein Gehilfenvertreter eine Aufforderung des Berbotes, daß jede Loosnummer, welche mit der Zahl 5 endet, Ausflüglern war, welche die schonen Waldungen von Finkenkrug zur Durchführung des Tarifs erläßt, dazu bedarf es In ein Gewinn sein sollte. Die Inhaber solcher Loose, welche event. im Havelland aufsuchten, ist durch Feuer zerstört worden. Diese stitutionen. Vor allem ist der Arbeitsnachweis nothwendig. den hierfür verausgabten Betrag zurückerstattet haben wollen, Giche war wohl der stärkste Baum der Mart, acht erwachsene wir müffen endlich einmal einen Arbeitsnachweis tommen, der auch wirklich von den Prinzipalen benutzt Gleinert, Müllerstraße 7a wenden. bermögen sich unter Vorzeigung der Loose ebenfalls an Frans Männer waren erforderlich, um den Stamm zu umspannen. Unzählige Inschriften, Widmungstafeln von Turnvereinen zierten wird. Wir haben weiter Schiedsgerichte vorgeschlagen, ihn; ungezählte Tausende haben unter seinem Laubdach Rast die so viel Opposition gefunden haben. Man weift Die Wiener Maifeft- Beitung hatte, wie noch erinnerlich gehalten. Bandalen haben am Sonntag abend Feuer angelegt, auf die Gewerbegerichte hin. Die Gewerbegerichte haben aber sein wird, nicht allein wegen ihrer ersten, sondern auch wegen das den Riesenbaum bis auf einige traurige Reste zerstört hat. schon sehr zweifelhafte Urtheile gefällt, die ich bei Buchdrucker- der zweiten, purifizirten Ausgabe in Berlin das Schicksal der Die Thäter sind leider nicht ermittelt worden; es sollen Berliner Schiedsgerichten nicht für möglich halte. Und nun die Unter- Ronfistation zu erleiden. Nun fand sich aber in der zweiten Aus- Ausflügler gewesen sein. schriften! Ich bin objektiv genug, zu verstehen, warum die gabe felbst bei mikroskopischer Betrachtung feine Spur der be- Die amtliche Untersuchung über den schweren Unglücksfall Prinzipale, namentlich die Leipziger, die Unterschriften fürchteten Verbrechen, weshalb denn auf Freigabe des Blattes in dem Schloßrestaurant in Weißenfee hat bisher noch keine befordern. Daran ist Herr Riedel schuld, der, troßdem er erkannt wurde. Mit der Schnelligkeit, die unserer Verwaltung ftimmte Schuldfrage ergeben. Es ist festgestellt, daß der aufdie Verhandlungen mitgemacht hat, ein Losschlagen für eigen, erfolgte die Aushändigung gestern, also bereits 75 Tage gestellte Kletterbaum noch wenige Stunden vor Eintritt des nächstes Frühjahr angekündigt. Es bleiben ja nur zwei Wege. nach erfolgter Beschlagnahme. Der Unvollkommenheit, die nun unfalls auf seine Festigkeit geprüft worden war. Das Erklettern Entweder wir sind dupirt, die Prinzipale thun nicht ihre einmal allen menschlichen und polizeilichen Dingen anhaftet, der Stange durch den Knaben K. erfolgte ohne Erlaubniß schon Schuldigkeit, dann haben wir den bisherigen Zustand, oder aber wird es zuzuschreiben sein, daß auch jeht, nach drittehalb Monaten vorzeitig. Andere Kinder machten sich, als der Kleine wieder die Sache funktionirt. Es scheint fast, als befürchtet man auf die Freigabe nicht ganz fompakt von statten ging; denn während herunterfam, ein Vergnügen daraus, an dem Mastbaum, von gewiffer Seite, die Sache könnte wirklich funktioniren. Ich 422 Exemplare der Maifest- Zeitung" tonfiszirt worden waren, welchem Seile herunterhingen, zu ziehen. Hierbei stürzte der meine, wir können ohne Schaden für den Verband den Versuch hat die Buchhandlung Vorwärts zu ihrem Leidwesen nur Baum um, brach mitten durch, und die obere Hälfte desselben mit den Prinzipalen wagen. 420 Exemplare wieder zurückerhalten. Hoffentlich sind die zwei fiel nach einem Tisch hinüber, an welchem die vier verunglückten Wenzel- Ludwigshafen ist Gegner der Tarifgemeinschaft. fehlenden Exemplare erst nach erfolgter Freigabe entnommen Geschwister Kaubisch saßen. Die Leiche des fleinen Mädchens ist Ich habe nichts persönlich gegen die Gehilfenvertreter, ich halte worden, denn andernfalls würde der Betreffende, welcher die von der Staatsanwaltschaft vorläufig noch nicht freigegeben. ste für ehrenwerthe Kollegen. Aber ich fann ihnen den Vorwurf Nummern verbreitet hat, sich bekanntlich einer bebauerlichen Die Charlottenburger Brücke über den Berlin- Spandauer nicht ersparen, daß sie nicht weitblickend find. Sie haben sich Gesezwidrigkeit schuldig gemacht haben. von den Prinzipalen ein Geschent geben lassen und die Prinzipale fürchte ich, besonders wenn sie Geschente geben". Ich schäze Das Provinzial- Sängerfest, welches am 12. d. M. in Herrn Gasch als fähigen und tüchtigen Kollegen und wäre über das Luckenwalde von den dortigen Gesangvereinen Sängerlust und bisher vorliegende Material noch hinweggekommen, obwohl Herr Freiheitsklänge III( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes) verGasch mehr Schuld hat, als Döblin. Der Brief des Kollegen auftaltet wurde und an welchem auch verschiedene Berliner Hoffmann zwingt mich aber, gegen Gasch Stellung zu nehmen. Gesangvereine sich betheiligten, ist nicht vorübergegangen, ohne Es thut mir leid um den Kollegen, für eine hervorragende daß die dortige Polizeibehörde wieder einmal ihre Abermals abschlägig beschieden ist von der Eisenbahns Stellung in unserer Organisation ist für ihn kein Raum mehr. Thätigkeit entfaltet hätte. Auf Befehl des Bürgermeisters Direktion Berlin eine Petition der Bewohner von Baum( Beifall.) Suchland mußten nämlich sämmtliche Vereine um 1/212 Uhr auf schulenweg um Verbesserung der Verkehrsverhältnisse an Gasch Leipzig erklärt nochmals, daß die Aeußerungen in dem Rathhause antreten, woselbst eine hochnothpeinliche Unter- Sonn- und Feiertagen. der Aufregung am Biertisch gefallen feien, daß er davon zurück- suchung der mitgeführten Fahnen auf deren Staatsgefährlichkeit Auf traurige Weise haben die Schmidt'schen Eheleute in gekommen fei. Hoffmann sei als Freund von ihm geschieden vorgenommen wurde, da beabsichtigt war, dieselben lustig im der Borsigstr. 10 ihr einziges Kind verloren. Der Knabe war und habe sich ihm noch beim weggehen zur Verfügung gestellt. Luckenwalder Winde wehen zu lassen. Wie sich herausstellte, - nach Wittstock zu Verwandten gesandt worden, um dort seine Döblin Berlin verliest ein von mehreren Leipziger Kollegen wehte aber ein ziemlich scharfer Wind, vor dem zwei Vereine Ferien zu verbringen. Als er sich dieser Tage auf einem Heuunterschriebenes Birkular, worin zur Gründung einer Organisation die Segel bezw. Fahnen zu streichen sich genöthigt fahen. Dem boden befand, waren ihm durch einen unaufgeklärten Bufall die mit Beiträgen 2c. zum Kampfe gegen die Tarifgemeinschaft auf- scharfen Auge der Polizei waren nämlich die Fahnen der Berliner Zinken einer Heugabel tief in den Rücken gedrungen, so daß der gefordert wird. Er fügt hinzu: Sie sehen, Herr Gasch ist von Vereine Kornblume" und" Südost II" allzu röthlich erschienen, Tod sofort eintrat. Wahrscheinlich war der Knabe in die Heufeinem Plan zurückgekommen, Leipziger Kollegen, die unter feinem weshalb das gestrenge Gebot erging, diese Fahne zu verhüllen, gabel hineingefallein. A Einfluß stehen, haben ihn wieder aufgenommen. Ich fann Ihnen damit die getreuen Luckenwalder nicht etwa Schaden an ihrer nur rathen, sprechen Sie flipp und klar Ihre Meinung aus. Loyalität nähmen. Wohl oder übel mußten demzufolge die Den Tod im Wasser suchte in der letzten Nacht das 19 jährige Thun Sie das nicht, so können Sie sich nicht wundern, wenn beiden Uebelthäter mit zusammengerollten Fahnen nach dem Fest- Dienstmädchen Martha Schulz, das bei dem Amtsgerichtsrath wir es im Vorstand ablehnen, weiter thätig zu sein. lokale marfchiren. Der polizeilichen Behauptung wurde indessen Laehr in der Linienstr. 50 in Stellung ist. Sie wurde gerettet Gasch Leipzig: Das Birkutular spricht von feiner Neben eine andere Behauptung entgegengestellt und die Fahnenstangen und in ein Krankenhaus gebracht. Die Ursache des Selbstmordorganisation, sondern von einer Organisation innerhalb des mit je einem Zylinderhute geschmückt, welche Festtheilnehmer versuchs ist nicht bekannt. Berbandes. Dazu hat die Opposition ein Recht, der man doch bereitwilligst zur Verfügung gestellt hatten. Dieser eigenartige Ueberfahren wurde am Mittwoch Vormittag 10 Uhr in die freie Meinungsäußerung nicht einschränken darf.( Lachen.) Aufzug erregte bei den Luckenwaldern begreifliches Aufsehen. der Gerichtstraße das dreijährige Töchterchen des Schlächtermeisters Knie- Stuttgart: Ich halte eine zweite Organisation für Daß aber durch diesen Polizeiakt irgend eine„ Berstimmung" der Ulrich in der Hochstraße. Das verlegte kind wurde den Eltern unmöglich, wenn wir unsere Stellung als Bentralorganisation Sänger hervorgerufen oder irgend ein„ Miston" in das Sänger augeführt. to bid dialog diran behalten wollen.( Sehr richtig.) fest hineingetragen worden wäre, kann nicht behauptet werden. AM B " Schifffahrts- Kanal bedarf der sofortigen Erneuerung des hölzernen Ueberbaues und ist daher der Verkehr über die Brücke vom 13. bis 20. d. M. abgesperrt. Verschwunden ist aus Groß- Lichterfelde das 18 jährige Dienstmädchen Auguste Eschent. Durch einen Sturz von der Treppe verunglückte in der legten Nacht die Kellnerin Agnes Müller aus der Auguftstr. 37. Sie mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Schlag Breslau tritt für die Tarifgemeinschaft ein. Giesecke Berlin: Ich war ftets Anhänger der Tarif- Die von der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft gemeinschaft und bin es heute noch. Ein vereinbarter Zarif giebt geübte rücksichtslose Ausbeutung der Arbeitstraft ihrer Angestellten den Kollegen ein loyaleres Recht in die Hand, als ein oftroyirter. wird selbst der Polizei zu bunt. Das Polizeipräsidium hatte als Ich habe den Prinzipalen gegenüber die Haltung des Herrn Gasch Bahnaufsichtsbehörde die Genehmigung zum Bau und zum Be- Bei einer gestern vorgenommenen Durchsuchung des verurtheilt und sage heute noch, Herr Gasch hat unsere Organi- triebe einer Pferdebahn nach Plößensee und einer anderen nach Schanklokals von Sodtke, Stralauerstr. 55, wurden 18 Personen fation aufs schwerste geschädigt. Solche Dinge dürfen sich nicht dem Straßburgerplatz von der Erfüllung verschiedener Bedingungen zur Polizeiwache, fistirt, von denen 16 als obdachlos eingeliefert wiederholen. abhängig gemacht, welche die Pferdebahn- Gesellschaft für zu drückend werden mußten. Hante München erklärt sich kurz für Annahme der Tarif. hielt. 3. B. follte die Pferdebahn- Gesellschaft den Betrieb nach In dem Strauchwert des Askanischen Plates hat sich in abmachungen. dem Verlangen des Polizeipräsidiums erweitern. Selbst wenn, der vergangenen Nacht der 68 Jahre alte Kellner Robert Hanke Stengele Hamburg erklärt zunächst, daß keiner der entgegnete die Pferdebahn Gesellschaft, Wohlfahrtsrück aus der Wilhelmstr. 12, der von seiner Frau getrennt lebte, Hamburger Delegirten mit der Notiz aus Hamburg im Corr." sichten Betriebserweiterungen wünschenswerth erscheinen erhängt. über die Gehälter der Gehilfenvertreter irgend etwas zu thun habe. ließen, so widerspreche es dem Rechte, die Klägerin zu Ein Bauunfall hat sich am Dienstag Nachmittag in der Es fällt der Hamburger Opposition gar nicht ein, mit Herrn Gasch zwingen, das Wohl anderer unter eigenem Schaden durch Dick und Dünn zu gehen. Der vorgeftrige Vortrag des zu fördern. Auch die Forderung des Polizeipräsidenten, Dresdenerstraße zugetragen. Dem Maurer Erust Martin aus Herrn Gasch hat mich auch in feiner Weise überzeugt. mehr Leute au beschäftigen, erachtete die Gesellschaft der Forsterstraße 50 fiel dort bei einem Bau auf dem Grundstück Die Hamburger Oppofition steht und fällt nicht mit Herrn Gasch. für ungefeßlich. Die Klage wurde indessen, wie der Vots- Nr. 35, als er eiserne Träger austantete, ein Träger auf das Das beweist aber auch, daß Gasch die Opposition nicht fünftlich 8tg." geschrieben wird, vom Bezirksausschuß abgewiesen, da der rechte Bein und zerschmetterte ihm den Unterschenkel. Der Ver gemacht hat. Die Hamburger Oppofition gegen die Tarifgemein- Klägerin nur die Beschwerde beim Oberpräsidenten und gegen unglückte mußte in die tönigliche Klinik gebracht werden. schaft ist älter als die des Herrn Gasch, wie Herr Döblin aus einer Bersammlung in Hamburg weiß, in der er selbst zugegen war. Verräther an der Arbeiterfache fann ich aber diejenigen, die den Tarif gefchaffen haben, nicht nennen. Die Herren im Zentralvorstand verhandeln gern, sie sind sozusagen Amateur Diplomaten, fie glauben mit Verhandlungen mehr zu erreichen, als durch strammes Auftreten; ich theile diese Meinung nicht, fie liegt aber in dem Temperament der betr. Personen und ich fann sie begreifen. Etwas Harmonieduselei hat Herr Döblin getrieben. Er glaubt an gemeinsame Interessen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, Submissionsblüthe. Ueber die Roftenanschläge für die die es nicht giebt. Daß es einzelne persönlich anständige Arbeit Herstellung der Baulichkeiten für die neue Küraffterfaserne geber giebt, beftreite ich nicht. Im allgemeinen suchen sie nur auf dem Tempelhofer Felde werden uns von unterrichteter Seite ihren Bortheil zu wahren und bewilligen den Tarif nur, so lange folgende Mittheilungen gemacht: Die höchste Forderung betrug fie dazu gezwungen werden. Herrn Rexhäuser gebe ich recht, daß 198 000 m., die niedrigste dagegen 112 000 M. Dazwischen die Gewerkschaften innerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung liegen noch zwei weitere Forderungen in Höhe von 178 000 m. Werbefferungen anzuftreben haben, ich bin auch der Meinung, daß und 144 000 M. Die lettere Forderung erhielt den Zuschlag. die Gewerkschaften mit der Politit nichts zu thun haben. Aber Brände. Dienstag Abend gegen 8 Uhr kam in der GroßDie städtische Deputation für Kunstzwecke hat beschlossen, ich bethätige mich auch start politisch und fann sagen, die Politifer bie Sermen der Dichter Ernst Moritz Arndt, Theodor v. Rörner, görfchenstraße 21 ein großer Dachstuhlbrand zum Ausbruch, und wären oft froh, wenn sich die Gewerkschaften nicht aufs politische kleift, Uhland, Schenkendorf und Rückert nach einem vom Bau- gestern früh gerieth durch unvorsichtigkeit ein Petroleumbassin Gebiet drängten. an der Landungsbrücke der Dampfergesellschaft Stern" in der rath Ryllmann noch aufzustellenden Plane zur Aufstellung zu Gewerbe- Ausstellung in Brand. Die Feuerwehr löschte beide bringen. Die bekannte Statue der fleinen Wäscherin, welche Brände in kurzer Zeit. ursprünglich für den Viktoria- Part in Aussicht genommen war, soll nach einem gestern gefaßten Beschluffe nunmehr an der Waisenbrücke ihren Blah erhalten. den vom Oberpräsidenten auf die Beschwerde erlassenen Bescheid event. die Klage beim Oberverwaltungsgericht offen stehe. Die von der Großen Pferdebahn- Gesellschaft angeführten Gründe find klassisch. Was hat auch eine solche Gesellschaft fich um das Wohl des Publikums und nun gar um das Wohl ihrer Angestellten zu kümmern? Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Bublifum und Ausgebeutete sind da, um den Direktoren und Attionären möglichst reichen Gewinn zu verschaffen. Zu dem Vorfall in Schildhorn, über den wir dieser Tage berichteten, erhalten wir eine Zuschrift, in der mitgetheilt wird, daß es drei Personen waren, welche sich der dort befindlichen Gesellschaft dadurch verdächtig gemacht hatten, daß sie den Pferden das Geschirr abnahmen, um es allem Anschein nach zu ftehlen. Als die drei Männer dann zur Rede gestellt worden feien, hätten sie angefangen zu schlagen und nicht die Kutscher. Auch fönne nicht die Rede davon sein, daß von der Gesellschaft jemand betrunken war. Erdfenkung. Montag Abend um 1/210 Uhr entstand auf bem Bürgersteige vor dem Grundstück Reinickendorferstraße 27 burch Einsturz des Erdbodens um den dort befindlichen Straßenbrunnen ein mehrere Meter tiefes und 11/2 Meter breites Loch. Die Stelle wurde von der Polizei mit Latten eingefriedigt, welche die Anwohner bereitwilligst lieferten. " 1 Von Zuhältern überfallen und lebensgefährlich verletzt wurde in der gestrigen Nacht der Tischler Bieltow in der Hermannstraße zu Rixdorf. Nachtwächter fanden ihn in seinem da Dieser M der Beit, aus welcher die Forderungen des§ 193 zur Seite, das Bergehen der Beleidigung falle weg Blute liegen und brachten ihn nach dem Rigdorfer Krankenhause. stammen, lediglich dem Meister Langhammer verschiedentlich mit und eine versuchte Möthigung könne dann nicht mehr konstruirt Leider ist die Ermittelung der brutalen Thäter noch nicht ge- Geld aus der Patsche geholfen hat, ohne daß ihn der werden. Der Gerichtshof schloß sich dieser Ansicht an und Iungen. Bau etwas anging. Erst später ist Sumpf in die erkannte auf Freisprechung. Langhammer beim Aus dem Polizeibericht vom 15. Juli. Gestern Vor- 3wangslage gekommen, seinen Freund In zahlreichen Fällen sind Arbeiter und Gewerkschafts mittag wurde der 7 Jahre alte Sohn des Töpfers Kretschmann felben, der durchaus nicht mit den ihm kreditirten Baugeldern" lichen Nachtheils beffere Arbeitsbedingungen erlangen wollten, Bau des betreffenden Hauses abzulösen. Er hatte nämlich dem leiter, die von Unternehmern unter Androhung eines vermeintauf dem Flur des von den Eltern bewohnten Hauses Kleine Markusstraße 4a blutend und bewußtlos aufgefunden und ist reichte, nach und nach 7000 m. gepumpt, immer in der Hoff wegen Nöthigung oder gar wegen Erpressung zu hohen Geldbald darauf an Gehirnerschütterung gestorben. Wahrscheinlich ist nung, durch jeden weiteren Pump Langhammer vor dem Zu- oder Gefängnißstrafen verurtheilt worden. er über das Treppengeländer auf den Flur hinabgefallen. Bei retten. Alles vergeblich: er mußte schließlich, um nicht der betreffend das Verhüllen der Schaufenster an Sonn- und Feier sammenbruch zu bewahren und das vorher Geborgte für sich zu Eine heitere Verwechslung hat die Polizeiverordnung einer in der Nacht im Thiergarten ausgeführten Streife wurden legten Hoffnung beraubt zu sein, den Bau dem bankrotten tagen während der Kirchzeit veranlaßt. Gegen diese Verordnung 20 Mann aufgegriffen und 12 davon als obdachlos eingeliefert. - Gegen Abend fiel der Arbeiter Bliese in sinnloser Trunken. Langhammer abnehmen und Werner's" Kompagnon" werden. foute nämlich nach der Anzeige eines Schuhmanes ein hiesiger heit auf dem Bürgersteige am Tempelhofer Ufer hin und verlegte Allen Unfallverlegten, wie den Hinterbliebenen derer, Milchhändler verstoßen haben dergestalt, daß drei Reihen in sich so schwer am Kopfe, daß ihm das Blut aus Nase und Ohr lief. die das Schlachtfeld der Industrie vollends verschlingt, fann feinem Schaufenster ausgestellte Flaschen Milch sichtbar gewesen Am Abend lief der 10 Jahre alte Knabe Ernst Dreier in der König- nicht dringend genug angerathen werden, nicht erst im legten fein sollen. Er erhielt wegen dieses Vergehens das übliche Straße aus Unachtsamkeit unter einen fahrenden Schlächterwagen Moment gegen die Entscheidungen der Berufsgenossenschaften Strafmandat, erhob dagegen Widerspruch und erzielte dadurch und erlitt einen leichten Knöchelbruch am linken Fuß. In der und Schiedsgerichte die zulässigen Rechtsmittel einzulegen. einen Erfolg von weitreichender Bedeutung. Allgemeine Heiter Yorkstraße wurde der Kutscher Walter, Hagelbergerstr. 22 wohn- Häufig tommt es vor, daß die Anmeldung der Berufung oder feit erregte es indessen, als in dem betreffenden Termine der haft, blutend und einer Ohnmacht nahe, auf einer Promenaden- des Returses, wenn sie erst furz vor Ablauf der gefeßlichen vier Bertheidiger des Angeklagten", dem Gerichtshofe eine der bank vorgefunden. Seiner eigenen Angabe nach hat er infolge wöchentlichen Frist besorgt wird, infolge unvorhergesehener Um- ominösen Milchflaschen präsentirte und ad oculos demonstrirte, ehelicher Zwistigkeiten fämmtliches Hausgeräth in seiner stände zu spät in den Besitz der zuständigen Behörde gelangt. daß selbige Flaschen nicht Milch, sondern Mehl enthielten. Wohnung zertrümmert und sich dabei schwer an der Hand Auch seitens der Rechtsanwälte wird nicht felten in der Be- Der Schuhmann war allerdings sehr erstaunt ob dieser sonder verlegt. Der Handelsmann Schmidt wurde auf dem Kloset in der ziehung gefehlt; den Schaden davon hat natürlich immer der baren Entdeckung, auf grund deren die befagte Polizeiverordnung Naunynftr. 33 todt aufgefunden. Der Tod scheint infolge eines arme, vom Unglück. heimgesuchte Arbeiter und dessen Familie. eine juristische und für die Praris bedeutungsvolle Auslegung Schlaganfalls erfolgt zu sein. Heute Nacht gegen 1 Uhr wurde Besondere Beachtung verdient folgender Fall. Dem Arbeiter erhielt, welche sich die Väter der Verordnung wohl nicht haben in der Schönhauser Allee der Marmorschleifer Strehler durch Schmidt in München hatte das zuständige Schiedsgericht 80 pet. träumen laffen. Der Gerichtshof schloß sich nämlich den Auseinen mit Gemüse beladenen, übermäßig schnell fahrenden Wagen, der Vollrente bewilligt, er vermochte aber überhaupt nichts zu führungen der Vertheidigung an und erkannte dahin, daß zwar den der Kutscher Stahl führte, an beiden Beinen überfahren. erwerben und betraute deshalb seinen Rechtsanwalt damit, nicht nach dem Sinne, wohl aber nach dem Wortlaute obiger An der Burgstraße stürzte sich das 19 Jahre alte Dienstmädchen Rekurs einzulegen und beim Reichs- Versicherungsamt die Voll- Polizeiverordnung ein Kaufmann oder Handelsmann berechtigt Martha S. aus noch nicht aufgeklärter Veranlassung in das rente zu beantragen. Da das Urtheil des Schiedsgerichts fei, folche Waaren in seinem Schaufenster auszustellen, die er Wasser Sie wurde, da der Fluß dort ganz seicht ist, ohne am 26. Oftober des vorigen Jahres zugestellt worden war, nicht in seinem Geschäfte zum Verkaufe führe. Da nun der Anweiteres von einem Schiffer wieder ans Land gebracht. lief die Rekursfrist am 23. November ab; am 24. November geflagte mit Milch und nicht mit Mehl handle, so sei er be Abends nach 10 Uhr wurde eine unbefannte, etwa 45 Jahre alte ging jedoch erst die Anmeldung des Returses beim Reichs- rechtigt gewesen, mit Mehl gefüllte Flaschen unverhüllt auch es handelte sich Frau, in deren Begleitung sich ein etwa zweijähriges Mädchen Versicherungsamte ein. Hiervon benachrichtigt, machte der während der Kirchzeit an einem Feiertage befand, in einem Pierdebahn Wagen der Linie Zoologischer Vertreter des Klägers geltend, laut Pofteinlieferungsschein die hier um den zweiten Pfingstfeiertag auszustellen, gleich wie Garten- Treptow" frant. Da sie fich auf der Sanitätswache in Rekursschrift rechtzeitig am 22. November, also einen Tag es ihm auch freigestanden haben würde, Stiefel, Schuhe oder der Alexandrinenstraße nicht erholte, wurde sie nach der Charitee vor Ablauf ber Frist zur Poft gegeben zu haben. sonstige Dinge unverhüllt auszustellen. Der Angeklagte wurde übergeführt und das Kind einstweilen im Waisenhaus unter. Das Reichs- Versicherungsamt zog eine Auskunft bei der Post- freigesprochen und die Kosten der Staatskasse auferlegt. gebracht. verwaltung ein. Es wurde benachrichtigt, daß der Brief am Ein Nachspiel zu dem Tischlerstreik, der im Februar d. J. 22. November zwischen 6 und 7 Uhr nachmittags in München in Rixdorf stattfand, tam am Dienstag vor dem dortigen Witterungsübersicht vom 15. Juli 1896. aufgegeben und ordnungsgemäß am 28. November abends 8 Uhr Schöffengericht zur Verhandlung. Angeklagt waren der in Berlin angelangt sei, so daß er erst am 24. desselben Monats Tischlergeselle Friedrich Wilhelm Max Graf und der Fabrik. an den Adressaten abgeliefert werden konnte. Nunmehr wies arbeiter Edmund Pawelleck; ersterer war beschuldigt, gegen das Reichs Versicherungsamt den Rekurs wegen Ver= wegen Ver§ 153 der Gewerbe- Ordnung verstoßen und den Stellmacherspätung zurück. gefellen Otto Madaus mißhandelt zu haben, während Der Von prinzipieller Bebentung ist ein Urtheil des Reichs.Pawelleck den M. öffentlich beleidigt haben soll. war ziemlich harmloser Natur. Graf und Druders Trautmann auf ein welches der Anspruch des Bawelle Druckers Trautmann auf eine Unfallvente abgewiesen wurde. Pawellect hatten bei dem Tischlermeister Ullrich die weil der dieser die Forderungen Trautmann hatte eines Tages eine bestimmte Arbeit nicht Arbeit niedergelegt, machen wollen, und war deshalb mit einem Mitarbeiter Arbeiter nicht anerkannte. Am 22. Februar, einem Sonnabend, in Streit der ihn gerathen, im Verlaufe desselben sahen die beiden Streifenden nun, wie Madaus mit einem mit einem Wertzenge auf den Kopf schlug. Die Kollegen aus der Ullrich'schen Werkstatt fam. Beide gingen auf unglückliche Folge davon war, daß T. nicht mehr soviel erwerben die Streitbrecher zu, weshalb der Begleiter Madaus', der wohl fonnte, wie vordem. Die Berufsgenossenschaft lehnte es ab, dem tein gutes Gewissen haben mochte, wie von Furien gepeitscht Berletzten eine Rente zu gewähren, weil kein Betriebs. entfloh. Madaus blieb stehen und wurde von Graf getadelt, unfall vorliege. Das Rekursgericht hat jetzt das folgende, daß er die Arbeit bei Ullrich aufgenommen und dadurch verebenfalls abweisende Erkenntniß des Schiedsgerichts be heirathete Leute ums Brot bringe. Dabei soll Graf dein M. stätigt: Vorfäßliche Körperverlegungen, welche sich Arbeiter einen Stoß ins Genick gegeben und ihm sodann gedroht haben, gelegentlich einer Streitigkeit auf der Betriebsstätte zu wenn er weiter arbeite, werde man ihn, kalt machen". Graf bestreitet fügen, ließen sich nur beim Vorliegen zweier Bedingungen entschieden sowohl den Stoß, als auch die Drohung. Kurz als Betriebsunfälle betrachten. Vorerst müßten sie derart darauf kam a well eck mit drei streitenden Kollegen heran mit ursächlichen Zusammenhange dem und nun soll P. den M. Lump" geschimpft haben. Außer Betriebe stehen, daß die Veranlassung dazu wesentlich in dem Madaus hat keiner der Zeugen eine solche Aeußerung gehört, Betriebe liegt. Dann aber müffe auch die Handlung, welche P. selbst bestreitet dieselbe. Auf grund des Zeugnisses des die Verlegung erzeuge, an sich noch einen Ausfluß der Betriebs- Madaus einzig und allein erachtete der Gerichtshof beide Angefahren darstellen. Das Vorliegen der ersten dieser Voraus geflagte für schuldig; er war mit dem Amtsanwalt der Meinung, feßungen sei zu bejahen, wenn auch der Zusammenhang zwischen daß die bisher völlig unbescholtenen Angeklagten exemplarisch Betrieb und Verlegung ein sehr lofer sei; die beiden gleichgestellten bestraft werden müßten, weil sie einen arbeitenden Menschen zum Arbeiter hatten ja tein Recht dazu, sich wegen ihrer Arbeit Vorwürfe Streit hätten zwingen wollen. Deshalb wurde Graf zu machen. Dagegen wäre anzunehmen, daß das zweite Er. brei Monaten Gefängniß(!), Pawellect forderniß zur Annahme eines Betriebsunfalles nicht vorhanden 30 Mart Geldstrafe event. 10 Zagen Gefängniß sei. Der fragliche Streit zwischen den beiden Berufsgenossen fei verurtheilt! durch keine Beteiebsgefahr beeinflußt worden und hätte auch fern vom Betriebe denselben Ausgang nehmen können. Auf die That fache, duß der verhängnißvolle Schlag vermittelst eines Wert Ausstellungsverkehr. In der Woche vom 4. bis 10. Julizeuges erfolgte, fei hier fein Gewicht zu legen. Sonach habe die wurden nach und von Treptow befördert: durch Eisenbahnen: Berufsgenossenschaft mit recht die Rente abgeleynt. hin 177 400 Personen, zurück 258 400 Personen; durch Straßenbahnen, elektrische Bahn, Omnibus: hin 139 860 Personen, zurück 188 776 Personen; durch Schiffe: hin 13 842 Personen, zurück 9719 Personen. In derselben Zeit waren in Berlin in Gasthöfen und öffentlichen Herbergen 18 448 Personen eingefehrt, ca. 1500 mehr als in der vorhergehenden Woche. Stationen. Swinemünde Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. NO Windstärke - 211 BIB Wetter Temperatur CHERRIES nach Celfus ( 50. 4° R.)] 764 wolkenlos 19 . Hamburg 764 GO heiter 19 Berlin 764 1. Wiesbaden. 763 Still wolfenlos wolkenlos 19 20 München 764 బి 3 wolkenlos 17 Wien 762 SM 1 wolfenlos 18 Haparanda. 764 Still Petersburg 765 NO 1 Cort. 769 NNM 8 Aberdeen. 765 M 1 wolkenlos wolfenlos heiter halb bedeckt 22 17 13 16 Paris. 761 1 woltig 20 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 16. Juli 1896. Zunächst sehr warm mit mäßigen südlichen Winden, nehmender Bewölkung und Gewitterneigung, nachher fkühler. Berliner Wetterbureau. Gewerbe- Ausstellung 1896. = • 8ll Die Ausstellung ,, Alt Berlin" ist vom Raviar Groß händler Max Bellermayer, Neue Friedrichstr. 79a, durch einen sogenannten Eventualvertrag käuflich erworben worden. Die Uebergabe soll nach Schluß der Ausstellung im Oktober stattfinden und der Käufer beabsichtigt, Alt Berlin auch noch im nächsten Jahre stehen und in derselben Weise wie jest dort Geschäfte betreiben zu laffen. Die Genehmigung dazu ist bei den Behörden nachgesucht worden. 0 Das Portal VI der Ausstellung erhält heute, wie der Arbeitsausschuß den Ausstellern der Maschinenhalle mitgetheilt hat, eine Kaffe und Billetverkauf. Damit ist der Streit zwischen den Ausstellern der Gruppen XIII und XIV und dem Ausstellungsvorstande beendet, Der Pächter des American- Theaters hat sich nicht getödtet, sondern ist vor den Manichäern zu seinem hier wohnenden Bruder geflüchtet. in erkennbarem Gerichts- Beitung. ชิน Wegen Diebstahls einer goldenen Taschenuhr nebft Kette hatte sich der wohlhabende Kaufmann Hugo Münch ow aus Rigdorf vor dem dortigen Schöffengericht zu verant worten. Der Angeklagte verkehrte fast täglich mit dem Fuhrherrn Golz. In der Nacht vom 19. zum 20. Oftober 1895 befanden sich Beide in einem Lokal in der Schinkestraße, wo Am nächsten Golz fich einen tüchtigen Haarbeutel kaufte. Morgen vermißte er seine goldene Uhr und Kette im Werthe Das Abschneiden einer Ruthe, mit welcher er ungezogene von über 200 Mart. Er klagte dem Münchow noch an dem Buben zu züchtigen gedachte, hatte für den Arbeiter Heinrich selben Tage sein Leid und erklärte, darüber Anzeige erstatten zu Krause faum glaubliche Folgen. Der Angeklagte, der sich vor wollen. Das geschah zwar, die Uhr wurde aber nicht herbeis der 134. Abtheilung des Schöffengerichts wegen Beschädigung geschafft, ebenso wenig war der Dieb zu ermitteln. Nach sieben öffentlicher Verschönerungen zu verantworten hatte, war im Monaten entdeckte Golz zu seinem Erstaunen seine Uhr nebst Juni d. J. bei einem Karouffel, welches in der Birkenstraße Kette bei Münchow, der sich damit geschmückt hatte. Auf Anufstellung gefunden hatte, als Aufpasser beschäftigt. Wo ein zeige bei der Kriminalpolizei wurde die gestohlene Uhr auch richtig Karoussel steht, sind böse Buben zumeist nicht fern; der An- bei Münchow gefunden und gegen diefen nun Anklage wegen Diebgeklagte wurde weiblich von ihnen geärgert, vorzüglich dadurch, stabls erhoben. Der Angeklagte behauptete, er habe sich an jenem daß fie trog ernster Vermahnung das nahe Kartoffelfel zertraten. Abend, als Gola betrunken war, nur einen Scherz machen Am 28. Juni trieben fie es besonders arg und als wollen, am anderen Tage habe er sich aber genirt, die Uhr Kraufe es nun gerathen fand, feinen bereitgelegten Stock zurückzugeben, da Golz inzwischen Anzeige erstattet habe. Er zu Hilfe zu nehmen, mußte entdecken, daß ihm habe nun die Uhr frei und offen getragen, damit Golz dieselbe derfelbe weggenommen worden war. Schnell entschlossen be- fehen und zurückverlangen solle. Sein Vermögen bewahre ihn vor gab er sich auf den nahe gelegenen Unionsplatz und schnitt fich einem Diebstahl. Der Amtsanwalt erachtete es für zweifellos, hier von den zur Verschönerung gepflegten Sträuchern einen daß der Angeklagte die Uhr entwendet habe und beantragte fräftigen Stock, um mit dessen Hilfe feines Wächteramtes weiter gegen denselben zwei Monate Gefängniß. Der Gerichtszu walten. Die Gilfertigkeit in der Beschaffung des Züchtigungs- hof war jedoch der Ansicht, daß der bisher unbefcholtene Anmittels sollte ihm aber schlecht bekommen; dem Obergärtner geflagte sich doch vielleicht nur einen schlechten Scherz habe wurde die Handlungsweise des Angeklagten hinterbracht, er stellte machen wollen, doch habe er sich einer Unterschlagung Strafantrag und gab den Werth der Ruthe auf 50 Pfennige an. fchuldig gemacht, als er die Uhr anlegte. Das Urtheil lautete Krause wurde am 30. Juni in Untersuchungshaft ge- auf 500 M. Geldstrafe oder 50 Tage Gefängniß. nommen, der Staatsanwalt beantragte gegen In Hufum ist der Bürgermeister Emanuel Gurlitt ge ihn 1 Tag, Gefängniß, der Gerichtshof ververlegung im Amte wurden die Polizeisergeanten Karl Pieper Prügelude Polizeibeamte. Wegen gefährlicher Körperstorben. Er war bekannt als plattdeutscher Dichter. urtheilte ihn aber zu 8 Tagen Gefängniß, er und Richard Schauer am 17. April 1896 vom Landgericht flärte die Strafe jedoch für verbüßt. Hoffentlich sucht der Ver- Münster verurtheilt und zwar ersterer zu 6 Wochen Gefängniß urtheilte von einer höheren Instanz ein anderes Urtheil zu und letzterer zu 50 Mt. Geldstrafe. In der Nacht vom 7. zum erzielen. Runft und Wissenschaft. Gerhart Hauptmann hat in diesen Tagen ein neues Bühnenwert vollendet, das den Titel„ Die versunkene Glocke, eine deutsche Märchendichtung", trägt. Das vierattige Wert enthält zwei Hauptrollen, bei denen der Dichter an Joseph Rainz und Agnes Sorma gedacht hat. Rainz wird einen Glocengießer zur Darstellung bringen, während Frau Sorma eine Waldelfe vertörpern soll. So sehr wir Frau Sorma's Runft schäßen aber elfenhaftes hat ihr Aeußeres eigentlich wenig an sich. Soziale Rechtspflege. er 8. November 1895 stießen zwei Personen, die Zeugen Licht und Gegen ein Bauunternehmer- Trifolium, die Herren Lang. Wegen verfuchter Nöthigung burch Androhung einer Bes Schifferkotter, beim Heraustreten aus einem Wirthshause auf hammer, Werner und Sumpf, hatten mehrere Maurer vor der leidigung hatte sich gestern der Kaufmann Jakob Ofner vor mehrere Polizeisoldaten, unter denen fich u. a. auch die Anges Rammer III des Gewerbegerichts einen Anspruch auf rück- der III. Ferien- Straffammer des Landgerichts I. zu verantworten. tlagten befanden. Letztere forderten die Zeugen ohne weitere ständigen Lohn durchzufechten. Langhammer, welcher den in Frage Der Angeklagte ist der Leiter der hiesigen Filiale des in Wien Veranlassung auf fortzugehen. Die Zeugen, über die barsche ftehenden Bau in eigener Regie auszuführen begonnen hatte, er- domizilirten Inkasso- Bureaus„ Assistenz". Letzteres hat die Auf Anrede ärgerlich, sagten höhnisch: zum ersten, sum zweiten, fannte wohl die Forderung an; das genügte indessen denKlägern nicht. gabe, durch Auskunfts- Ertheilung und warnende Mittheilungen zum... und wandten sich dann friedlich zum Gehen. Nune Er erschien ihnen im Punkte der Zahlungsfähigkeit mit recht an die Abonnenten durch den vom Institut herausgegebenen mehr stürzten die Angeklagten wüthend hinterdrein, zogen nicht ganz zuverlässig und andererseits glaubten sie Anhalts- Kommerziellen Beobachter" die Gesammtheit der Kaufmanns blank und hieben auf die ohne Widerstand sich flüchtenden der punkte genug zu befizen, um die beiden anderen Herren schaft gegenüber Saumfeligkeit und Böswilligkeit Beugen mit ihren Säbeln ein. Das Gericht ftellte fest, daß mit hafibar machen zu können, die ihnen sicherer" Einzelner zu schützen. Der Angeklagte hätte nun einem die Angeklagten so handelten lediglich um sich persönlich dünkten. Herr Werner, Steinhändler und Vorbesiger des hiesigen Raufmann über über eine Hamburger Firma eine au rächen wegen der höhnischen Bemerkung der Zeugen. Die fraglichen Grundstückes, erklärte, mit dem Bau an sich nichts zu ganz günstige Auskunft ertheilt und mußte alsdann zu Angeklagten legten gegen das Urtheil Revision ein, die thun zu haben. Jedoch konnte er nicht bestreiten, daß die Kläger feiner Ueberraschung erfahren, daß in einem Falle von jedoch vom Reichsgericht verworfen wurde. von ihm bei der Krankenkasse angemeldet und bei der dieser Firma Bahlung nicht zu erlangen war. Er widmete In Flensburg ist der Ingenieur Morih von Holderberg Berufsgenossenschaft gegen Unfälle verfichert worden waren, deshalb dem ihm übertragenen Inkasse besondere Aufmerksamkeit( Sohn des Obergerichtsraths von Holderberg aus Grimma), Don denselben in feinem Romptoir und benutzte zur Zahlungsaufforderung das übliche Formular, wurde festgestellt, daß es sich m. hatte angelegen fein Sache nicht innerhalb dreier Tage erledigen follte, feine Firma Urkundenfälschung zu 4 Monaten Gefängniß und wegen Bettelns den Kündigungsausschluß hatte unterschreiben laffen. Auch welches den Hinweis darauf enthält, daß, wenn der Abressat die welcher auch Hamburger und Berliner Zeitungsredaktionen als Schriftsteller von Trotha brandschatte, wegen Diebstahls und lassen, Abschlagszahlungen auf restirenden Lohn zu leiften. Auf auf die schwarze Liste kommen würde, die mit dem Kommerziellen Urkundenfälschung zu 4 Monaten Gefängniß und wegen Bettelns grund dieser Thatsachen und sonstiger Eigenheiten bei Aufführung Beobachter" ben Abonnenten, Fabrikanten und Grossisten Defter. 84 14 Tagen Haft verurtheilt worden. und daß er des Baues tam der Gerichtshof zu der Ueberzeugung, daß reich- Ungarns und Deutschlands zugestellt werde. Hierin erblickte Verurtheilter Sergeant. Zu einem Jahre und einem Werner der eigentliche Herr des Baues, nicht bloß der Vorbesiger der Staatsanwalt eine versuchte Nöthigung und beantragte Monat Buchthaus nebst Degradation und Entfernung aus dem des Grundstücks gewesen sei und daß Langhammer ihm lediglich 400 M. Geldstrafe event. 40 Tage Gefängniß. Rechtsanwalt Deere verurtheilt wurde der Sergeant des fönigl. bayerischen als Rompagnon zur Seite gestanden babe. Demgemäß wurde Werner Staub II. führte dagegen aus, daß der Angeklagte 8. Infanterie- Regiments in Metz Augustin Uebelheer aus vom Gerichtshof für solidarisch mit haft bar erklärt. weifellos nicht bie Abficht gehabt habe, zu be- Alsfeld( Hessen). Derselbe hatte als Zimmerältefter und KorGegen den Bauunternehmer Sumpf zogen die Kläger auf leidigen, sondern feine Klienten vor böswilligen Schuldnern poralschaftsführer feine Untergebenen fortwährend Anrathen des Gerichtes die Klage bereits vorher zurück, zu schüßen. Ihm fiehe bezüglich der Beleidigung der Schuß angepumpt und denselben theils unter Anwendung falscher Schlüffel Beträge von 2 bis 50 Mark ge stohlen, überdies auch zwei Soldaten die 2öhnung unterschlagen. Gewerkschaftliches. Gesez feffion befprach. Als einen Markstein in unserer wirthschaftspolitischen Entwickelung bezeichnete Redner es, daß sich während Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrik von Erpel, der letzten Tage des Reichsparlaments einerseits die schärffie Das Rammergericht hat, laut der„ Med. Bentr.- 3tg.", in Berlin, Kaiserstr. 41, dauert der Streik unverändert fort. Ob. Oppofition gegen alle Maßregeln breitmachte, die als arbeiterfeiner Sigung vom 9. d. M.( publizirt am 13.) die Berufung des wohl der Kommiſſion von seiten des Herrn Erpel erklärt wurde, freundlich gelten, und daß andererseits ein ganzer Komplex von „ zum Schutze gegen die kapitalistische Ents Vereins der freigewählten Rassenärzte zurück- daß er nicht weiter arbeiten laffen wolle, macht er dennoch die Gefeßchen unlauteren Wettbewerb, gewiesen. Der Verein hatte bekanntlich gegen die Drts- Kranken- größten Anstrengungen, um Arbeiter zu bekommen. Leider haben widelung" ins Leben gerufen wurden. Zu den letzteren rechnet faffe der Maurer auf Erfüllung des Kontratts geklagt und unter sich auch einige„ Kollegen" gefunden, die den Streikendenszum Nach- Redner das Gefeß gegen den theil in der Fabrit Arbeit genommen haben. Für sein muth- das über die Wirthschafts- Genossenschaften, und lag in der ersten Instanz, weil höhere Gewalt angenommen wurde. volles Auftreten gegenüber seinen streikenden Arbeitern ist dem die Novelle zur Gewerbeordnung. Alle diese Gesetze würden, er aus, dem gewerblichen Kleinbürgerthum nichts Peitschenhiebe auf grund des Büchtigungsrechts gegen Herrn Erpel nunmehr wenigftens ein fleiner Denkzettel ertheilt, führte das ,, Gesinde". Ein Vorfall, der lebhaft an die Thaten der denn das Gericht konnte nicht umhin, ihn bei der am 14. d. M. helfen, höchstens würden sie bewirken, daß die Existenz Taufender deutschen Kulturträger in Afrika erinnerte, tam am 14. Juli vor zur Verhandlung anstehenden Sache wegen des rohen Ueberfalls von Menschen in Frage gestellt werde und die Sozialdemokratie dem Reichsgericht zur Verhandlung. We gen Körper eines Arbeiters zu 300 Mart Geldstrafe eventuell 14 Tagen Ge- wieder einmal einen hübschen Zuwachs erhalte. Nachdem Bebel verlegung mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung fängniß zu verurtheilen. Jedoch scheint trotz dieses Urtheils eine dann noch das bürgerliche Gesetzbuch kurz als ein sehr deutsches Einheitsrecht gekennzeichnet hatte, ift von der Straftammer beim Amtsgericht Krotoschin am Aenderung zum besseren bei Herrn Erpel noch nicht eingetreten zu zweifelhaftes Das Volk habe allen Anlaß, mit dem, was 20. Mai der Arbeiter Urban Kot zu vier Monaten Gefängniß sein, denn am Abend desselben Tages nahm er sich wiederum heraus, schloß er: verurtheilt worden. Er hat nach den Feststellungen dem einen Arbeiter, der ein Zeugniß von ihm erbat, die Treppe diesmal die Gesetzgebung geschaffen hätte, nicht zufrieden zu Zeugen H., seinen Inspektor, mit einer Wagenrunge über hinunter zu hauen. Nach dieser Heldenthat hat Herr Erpel sein, hingegen fönne sich die sozialdemokratische Partei freuen, Rücken und Genick geschlagen. Auf seinen Einwand, daß er in Berlin verlassen, um wahrscheintich persönlich Arbeiter für seine denn sie habe den Nutzen von dieser Unzufriedenheit. Die burgerNothwehr gehandelt habe, weil H. ihn mit der Fabrit anzuwerben. Wir bitten die Kollegen Deutschlands, falls liche Gesellschaft arbeite unter allen Umständen zum Vortheil der Reitpeitsche und einem Peitschenstiele vorher Herr Erpel den Versuch machen sollte, Arbeiter hierher zu locken, Sozialdemokratie, ob sie ihr nun nuze oder schade.( Großer gemißhandelt hätte, wurde teine Rücksicht ge- ibn gehörig zurechtzuweisen. Nur dadurch, daß der Zuzug fern- Beifall.) Der Vorsigende, Genoffe Woldersty, forderte die Ans Alle wesenden auf, auch der neuen Organisation treu und opferbereit nommen, da H. nach Ansicht des Gerichtes in gehalten wird, ist der Sieg der Ausständigen gewiß. Ausübung des ihm gegen das Gesinde zustehenden arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. zur Seite zu stehen und sie in jeder Beziehung zu fördern. Mit einem stürmischen Hoch auf das Gedeihen des Vereins trennten Auf die Agitations- Kommission der Schuhmacher Berlins. Züchtigungsrechtes gehandelt habe! sich die Versammelten. nur Versammlungen. Dermischtes. Der Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht das Urtheil auf und verwies die Sache an das Landgericht Ostrowo. Dem Urtheile der Krotoschiner Straftammer wurde vom Reichsgerichte große Untlarheit vorgeworfen, da nicht einmal Der fozialdemokratische Wahlverein für den zweiten gefagt fei, was man für erwiefen erachtet habe. Von einem Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 14. Juli seine erste Aus Wien wird über ein Attentat berichtet: fogenannten Züchtigungsrechte des Inspektors tönne nach ftatutenmäßige Versammlung ab. Der große Saal des Herrn der preußischen Gefinde- Ordnung feine Rede sein. Nach diesem Martens, Friedrichstr. 286, war bis auf den letzten Platz gefüllt, 3ögling des Militärthierarznei Instituts Joseph Korista gab wird gegen den gepeinigten Knecht, der sich dem Vorgesetzten" ein Beweis dafür, daß Polizeimaßnahmen gegen die Sozial- einen Revolverschuß auf den Professor Schindelta ab, bei welchem ftets gegenüber pflichtgemäß auf seine Menschenwürde besonnen hat, demokratie nur die ungewollte Wirkung erzielen, er im Rigorosum durchgefallen war. Professor Schindelka wurde Des Zusammengehörigkeits. Bewußtsein wohl ein anderes Urtheil gefällt werden. Wie konnte aber das das arbeitenden an der Schulter ziemlich schwer verlegt. Gericht zu einer so schweren Verurtheilung eines Mannes kommen, der sich in der Nothwehr gegen eine schmachvolle Bes handlung aufgelehnt hat? Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 16. Juli. Benes Opern Theater.( Kroll.) Tannhäuser. Deutsches Theater. Madame SansGêne. Leug- Theater. Waldmeister. des Volkes zu stärken. Mit größter Aufmerksamkeit folgten Im Anschluß an die Meldung über den Unfall zwischen den Ausführungen Versammelten die Genoffen Pratau und Bergwiß wird amtlich mitgetheilt, daß das Gleis August Bebel, der in einem 2 stündigen, höchst inter- Berlin- Halle gestern Nachmittags 5 Uhr und das andere um effanten Vortrage die Ergebnisse der verflossenen Reichstags- 16 Uhr wieder fahrbar war. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Frauenfrage. Freitag, abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwochen. Apollo- Theater und Konzert- Garten Friedrichstraße 218. Dir. J. Gltick. Täglich um 9 Uhr: Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 pr. Näheres die Tagesanschläge. Berliner Theater. Fiodide u. Sohn. Ein Abenteuer im Harem. Adolph Ernst- Theater. Schiller- Theater. Frauenfrage. Renes Theater. Tata- Toto. National- Theater. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. Belle- Alliance- Theater. Der Gold fuchs. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermässigten Preisen. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Große Poffe mit Gesang von Hugo Busse. Regie: Fritz Schäfer. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theatergarten. Großes Konzert.- Theaterstücke. Spezialitäten 1. Ranges. Alt- Berlin. Burleste in 1 Att von Mannftädt. Mufit von Lincke. Ferner: King u. Cray. Jonny Peters, Deltorellis. Del Mely. Drei Apollons. Robert Steidl. Quintett Vischinskaja. Tacianu. The Avolos. Georg Rösser. Les Senetts. Clara Antonie. Satour's. Henry Bender. Raffeneröffnung 612 Uhr. 7 Uhr. Ronzert Anf. der Vorstell. 8 Uhr. $ Das flotte Berlin. Große Ausstattungs Gesangspoffe in 3 Atten v. 2. Treptow 1. E. Jacobson, Suplets u. Quodlibets v. G. Görß. Musit v. G. Steffens. 2. Aft: Ali- Berlin. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Park, Passage- Panopticum. 42 W. Noack's Sommer- Theater. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert und wilde Weiber Theater- Vorstellung. aus Dahomey. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Neu!! 4 hochsensationelle Neuheiten die ein Jeder Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. sehen muss! Garten- Konzert von der 24 Mann starken Hanskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn P. Nimscheck. Kaffeeküche 3-5 Uhr. Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier gratis. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Regelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu foliden Preisen. H. Jmbs. Sonntags Entree 20 Pf., Kinder 10 Pf. 2 Vorstellungen täglich Nachm. 5-7; Abends 9-11 Uhr. Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia Riesentheater. Grösstes Schaustück der Welt! Ca. 1000 Mitwirkende! Reichshallen- Garten = Leipziger Straße, am Dönhoffsplay. Täglich Bei ungünstiger Witterung findet die Vorstellung im Saal statt. Novität! Novität! Die X- Strahlen. Schwant in 1 Afft von Ernst Felsch. Die letzte Fahrt. ober: Nach 25 Jahren. Liederspiel in 1 Att und 3 Bildern von Stutternheim. Musit von Conradi. Nen! Hen! Mannschaften an Bord. Komische Operette in 1 Att v. 2. Kalisch. Musit von Zeit. Auftreten bedeutender Spezialitäten. Julius Wernau's Festsäle und Garten Schwedterstraße 23/24. Große Jeden Montag u. Mittwoch Spezialitäten Vorstellung = bei freiem Entree. Säle zu Versammlungen und Festlichs feiten. Vereinszimmer und 2 Regel Norddeutsche Sänger bahnen zu vergeben. Telephon Amt III Heute, Sonntag: 3um 72. Male: Alle fünf Barrisons Anfang Sonntags 7 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Nr. 2440. Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Täglich: old, 6 Hub 8 urtage Freund's Inselgarten, ür diesen Sonnabend ist Entree 30 Vf. Referviter l. 50 f. Konzert, Theater. Bei günstiger Witterung nachmittags 4, und Uhr: Drei grosse historische Umzüge. Altdeutsches Musikkorps. Kapellmstr. Streller. Erste Wiener Kapelle à la Strauss: Kapellmeister Fischer. Sänger Gesellschaft ,, Flora", 20 Personen, in Bierländer Kostümen. Eintritt: 25 Pfg. Donnerstag Pichelswerder. ein Saal fretgeworden. 55312* Der Arbeiter- Stenographen- Verein Stolze veranstaltet am Freitag, den 17. Juli, im Restaurant Zubeil, Lindenfraße 106, einen Unterricht kursus( ca. 15 Stunden à 30 Pf.) in der NeuStolze'schen Stenographie. Derselbe wird durch einen eintrittsfreien bis 6 Uhr 50 Pf., Bortrag über Geschichte und Bedeutung der Stenographie" eingeleitet, und später 25 Pf. find Herren und Damen zur Theilnahme freundlichst eingeladen. Anmeldungen nimmt entgegen Restaurateur Zubcil. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 ( nahe Potsdamer Play). ( Garten resp. Saal.) Heute sowie täglich( außer Sonnabend): Stettiner Sänger ( Keysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Zum Schluß: Cavalleria schufticana Anfang präzise 8 Uhr. Entree 50 Pf. Heute nach der Soiree: Tanzkränzchen. Die feinste 3 Pfennig- Cigarette ist: Askari! In den 2624b 226/166 besseren Cigarrengeschäften zu haben. Schweizer Garten Am Königsthor.- Haltest. d. Ringb.--Am Friedrichshain. Täglich: Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Moderne Birkusmenschen. Große Posse mit Gefang in 4 Abtheilungen. Volksbeluftigungen u. Ball. Wird Sonntags wegen Regenwetter im Saal gespielt, beträgt das Entree durchweg 50 Pf. Spezial- Ausstellung KAIRO ab 7 Uhr nachm. ohne GewerbeAusstellungs- Billet zugänglich. Von 10 Uhr vormittags geöffnet, Riesen- Arena: 5 und 81/2 Uhr nachmittags. Massen- Schaustellungen der Beduinen. Konzert von 4 Kapellen Entree 50 Pfg. Elite- und Illuminations- Tage I Mk. 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Selbst Berliner Häuser lassen dort arbeiten, ganze Kisten voll Arbeit werden nach dem Taunus u. s. w. geschickt. Die Landschiieider bekommen 40 Pf. für eine Hose, 25 Pf. für eine Weste. Wir müssen un- bedingt Mittel und Wege schaffe», um dort eine Agitation ins Leben zu rufen. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Auf Antrag von Frau Zetkin ivird folgende Resolution ein- slimmia angenonnnen:„Der Kongreß der Schneider und Schneiderinnen zu Eisenach erklärt sich nach eingehender Debatte mit der Haltung der Fünfer-Kominission in der diesjährigen Konfektionsbewegung einverstanden und spricht derselben ihr volles Vertrauen aus." Der Münchener Antrag aus Schaffung einer besonderen Konfektionsarbeiter-Organisation wird.nach kurzer Begründung durch Goth-München abgelehnt. Ter 3. Punkt der Tagesordnung lautet:„Die Forderungen der Schneider und Näherinnen an die Gesetzgebung." Referentin Frau Z e t k i n-Berlin: In diesem Frühjahre sind wir Zeugen gewesen von Kämpfen, die von den Aermsten und Elendesten geführt wurden. Diese schlechtest Gestellten sind es gewesen, die die Elemente des Bürgerlhums zur Hilfe aufgerufen und die Gesetzgebung gezwungen haben, sich mit ihren Forderungen zu beschäftige». Die energischsten Bemühungen der Vertreter des arbeitenden Volkes brachten es nicht zu wege, die Sozialreform zu söldern. Die bürgerlichen Parteien betrieben überdies die Sozialreform nur dann, wenn sie nichts kostete. Da kam der Konseklionsarbeiterstreik. Alle jene Forderungen, welche die deutsche Sozialdemokratie seit Jahren gestellt, sie wurden von den bürgerlichen Parteien selbst als Heilmittel gepriesen. In der Konfektion herrscht die Frauen- und Hausarbeit vor. Das Elend in dieser Industrie ist dem sprichwörtlich gewordenen Weberelend gleich. Die Untersuchungen, die in dieser Industrie Seführt worden sind, haben eines zur Evidenz erwiesen, daß der stvischenmeister für viele Arbeiter eine verhängmßvolle Rolle spielt, aber er ist nicht die Ursache des Elends, sondern er ist nur eine Begleiterscheinung des Hauptübels der Hausarbeit. Die Erhebungen vor der Kommisston für Arbeiterstaristik haben ergeben, daß die überwiegende Zahl der Zwischenineister nicht besser gestellt ist als die Arbeiter. Der Zwischennieister ist nicht der Ausbeuter, sonder» das Werkzeug des Ausbeuters. Der letztere suche außerdem noch das Odium der Ausbeutung auf den Zwischenineister abzuwälzen. Das Großunternehmer- thmn hält darum an der Zwischenmeister- Institution fest, weil es ihm ermöglicht, eine doppelle Konkurrenz unter den Ar- beitern hervorzurufen, einmal der Arbeiter unter sich, und weiter der Zwischenmeister unter sich. Die Hausarbeit allein ermöglicht es, daß sich zwischen Arbeiter und Unternehmer noch andere Per- sonen einschieben. Die Hausindustrie führt ferner eine Jsolirung der Arbeiter herbei. Das Vorherrschen der Frauenarbeit hat eine» unheilvollen Einfluß auf die Verhältnisse der Konfektion ausgeübt. Der Umstand, daß in derselbe» eine Menge ver- heiratheter Frauen als Arbeiterinnen auftraten,«velche einen Rückhalt in der Faniilie halte» und darum nicht auf das Erwerben ihres vollen Lebensunterhaltes angewiesen waren, brachte es mit sich, daß die Löhne überhaupt so tief sanken, daß sie nicht mehr zum Lebensunterhalt reichten. Dazu kommt noch die Konkurrenz der„höheren Töchter" und „besseren Frauen". Nichts ist falscher, als ob es sich bei der Konfeklionsarbeit um selbständige kleine Betriebe handle. Zwischenineister und Arbeiter werden von dem Unternehmer ausgebeutet. Alle jene kleinen Betriebe sind nur Filialen des großkapitalistischen Betriebes. Man sage, die Heiniarbeit setze die Frau in den Stand, nicht nur ihren Beruf, sondern auch ihre Pflicht als Gattin und Mutter ausüben zu können. Die Aufgaben der proletarischen Frau als Gattin und Mutter treten bei der Heimarbeit völlig zurück hinter die Berufsarbeit. Sie muß die Sorge für die Kinder zurückstellen hinter das Bestreben, die Arbeit rechtzeitig fertig zu stellen. Die gesundheitlich schlechte» Zustände der Arbeitsränme sind im Verein init den außerordentlich schlechten Ernährungsverhältnissen die Ursache für die Ausbreitung der Schwindsucht unter de» Konfekiionsarbeitern. Die schlechten gesundheitliche» Verhältnisse bilden aber nicht nur eine Gefahr für die Arbeiter, sonder» für die ganze bürgerliche Gesellschaft, durch die Ver- schleppung von Ansteckungsstoffen. Die Fabrikinspektorin von Illinois hat nachgewiesen, daß eine Pockenepidemie entstand durch Uebertragung von durch pockenkranke Ar- beiter hergestellte Kleidungsstücke. Auch der Kreisphhsikus von Weimar habe erklärt, daß in der geschilderten Weise Krank- Heiken übertragen»verde». Daß die Gesetzgebung hier nicht ein- gegriffen habe, sei uuverantivortlich. In unserer Zeit des Verkehrs ist es den Unternehmer» gelungen, nicht nur die Schmntzkonknrreuz der Arbeiter unter sich in de» Städten hervor- zurufen, sondern die für noch billigere Löhne arbeitenden Land- arbeiter in ihren Bann zu ziehe». Was in dieser Beziehung die Ansknnftspersonen vor der Arbeiterkounnission ausgesagt habe», beiveist, daß die Landarbeiter nur damit rechnen, einen Theil ihres Lebensunterhalts zu erringen,»vährend sie den anderen Theil durch ihre Landlvirthschaft decke». Dieser Bevölkerung gegenüber müssen wir eine» gesetzlichen Schutz haben, der es unmöglich macht, daß solche Schinutzkonkurrenz getrieben werden kann. Die niedrigsten Löhne in der Konsektionsindustrie beziehe» die Frauen. Es giebt Arbeiterinnen, die nach einer vierzehn- tägigen Lohnperiode mit 5 M. nach Hause gehen mußte». Nicht nur, daß die Arbeiterin»«» gezwungen sind, sich der Prostitution zu ergeben, die Unternehmer rechnen bei Festsetzung der Löhne schon aus den Nebeneriverb. Die ungeregelte Arbeits- zeit»virkt ungünstig ein soivohl auf. die gesnndheitlichei»,»vie ans die geistigen und sittlichen Verhältnisse der Arbeiter. Mit Rücksicht auf alle diese Verhältnisse ist es nothiveudig, daß die Gesetzgebung eingreife. Einführung von Betriebsiverkstätten, Regelung des Arbeitsverhältnisses seien die Forderunge»», die gestellt»verde» müssen. Vor alle» Dingen»niiffe an der Ein- richtling von Betriebsiverkstätten festgehalten»verde». Sie können freilich nicht von heute auf morgen erreicht»verde»». Allerdings habe der Staat die Verpflichtung einzugreifen, aber unser Kapitalisten- staat»verde sich nicht dazu verstehen. Wir werden erst dann die gesetzliche Einführung von Betriebstverkstätte» erringen,»venn die politische Macht in die Hände der Arbeiterklasse gefallen ist. Es»var taktisch richtig, daß die Forderung der Betriebsiverk- stätten bei der letzten Beivegung in den Vordergru»»d gestellt »vurde. Dadurch wurde die Heuchelei von dem Glück der Heini- arbeit zerstört. Es müsse auch dahin gestrebt werde»», daß die Hausindustrie unter die Geiverbe-Aufsichl gestellt»verde. Wenn wir nicht durchsetzen können, daß von heute auf morgen Be- triebswerkstätten eingeführt werden, so niüssen»vir doch darauf dringe», daß den» Unternehmer»venigstens die Vortheile, die er durch die jetzigen Zustände hat, entzogen werde». Rednerin schlägt folgende Resolution vor: Der Kongreß erklärt:„Die große, durch die Erhebungen der Reichskominission für Arbeiterstatistik und des Einigllngs- amtes des Berliner Geiverbegerichts amtlich festgestellte Nothlage, in der sich nach allen Richtungen hin die Arbeiter und die Ar- beiterinnen in den verschiedenen Ziveigen der Konfektion befinden, und die Thatsache, daß ei» Theil der Unternehmer und ein großer Theil der Zivischenmeister die von den Arbeitern und Arbeiterinnen erurngenen Zusagen aufs schmählichste gebrochen und dadurch sich als Menschen eriviesen haben, die keines Ver- lrauens würdig find, hat es zu einer der dringendsten Pflichten des Reiches gen»acht, alles aufzubieten,»vas in seinen Kräften steht, um die vorhandenen Uebel in den verschiedenen Ziveige» der Konfektion endlich zu beseitigen. Als nothivendige Maß regeln in dieser Richtung bezeichnet der Kongreß: 1. Die Unterstellung der Hausindustrie und der Heimarbeit und der in ihnen beschäftigte»» Personen unter alle Arbeiterschutz- bestimmungeii der Geiverbe-Ordnung, unter die Geiverbe-Jnspektion und unter die verschiedenen Ziveige der Arbeiterversichernng. 2. Insbesondere das Verbot der Nacht- und der Sonn-»»nd Fest- tagsarbeit. 3. Eine gesetzliche Maxiinalarbeitszeit. 4. Verbot der Beschäfligung schulpflichtiger Kinder. 5. Die Anstellung be> sonderer, hauptsächlich»veiblicher Geiverbe- Inspektoren für die Hausindustrie und die Heimarbeit. 6. Strenge Vorschriften über die Anzeigepflicht der Arbeitsräume und Wohnungen, in denen Per- sonen als Hausindnstrielle oderHeiinarbeiter beschäftigt sind. Zlvang z»ir Listenführung über die beschäftigten Personen. 7. Kontrolle der Arbeitsräume und sanitäre Vorschriften für dieselben. 3. Bezeichnung der in Strafanstalteil und in der Hausindustrie hergestellten Waaren als solche. Diese Bezeichnungen dürfen nur von den zum eigene» Gebranch kaufenden Konsumenten enb fernt werden. 9. Vorschriften über die Beschäftigungen jugend- licher Arbeiter bis zun» vollendeten 13. Lebensjahr. 10. Ver- bot respektive besondere Vorschriften aller der Gesundheit besonders schädlichen Arbeitsmethoden(Kohlenbügel». Steppen mit Fußbetried:c.). Rämnliche Scheidung der Bügel-von den Nähräumen. II. Verpflichtung zum Erlaß von Arbeitsordnungen für alle Be triebe,»velche die Arbeiter direkt oder i», direkt beschäftigen. 12. Vorschriften über Vereinbarung der Löhne und die Art der Lohnzahlung. Verpflichtung der Meister, de» Arbeitern und Näherinnen auf den Arbeilszettcln die Löhne anzugeben, die sie von de» Unternehmer» erhalten. Verbot von Abzügen ohne schiedsrichterliche Entscheidung.(Spezial-Schiedsgericht.) 13. Ver pflichtung, Arbeitsniaterial und Werkzeuge, so»veit diese der Unternehlner oder der Zivischennieister liefert und anrechnet, ai» die Arbeiter nlcht höher als zu»» Selbstkostenpreis abzugebe». 14. Verbot, daß Werkstättenarbeiter Arbeit zur Fertigstellung»ach Hause»»itbekonnne». Gesetzlich »ormirte prozentuale Lohnaufschläge für Ueberstunden, soiveit letztere gesetzlich zulässig sind. 15. Verbot für diejenige» Unter nehiner oder Meister,»veibliche Arbeiter beschäftigen zu dürfen, die sich in betrügerischer oder unsittlicher Weise gegen von ihnen beschäftigte Arbeitermne» vergangen haben. 16. Volle Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit. 17. Internationale Vereinbarungen der Regierungen auf grund vorstehender Bestiininlnigen. Rednerin begründet i» längerer Rede die Resolution und empfiehlt dieselbe zur Annahme. B ö h in- Erfurt erklärt sich für die Resolution mit einigen univesentlichen Slenderungen. S e e g e r- Leipzig spricht sich gegen die mefften Punkte der Resolution ans,»veit er sie für undurch- führbar hält. A l b r e ch t- Halle»vünscht in einzelnen Punkten eine präzisere Fassung. R e i ß h a u s- Erficrt hielt das Verbot der Arbeil auch der eigenen Kinder in der eigenen Werkstatt für zu weitgehend, ist aber im übrigen mit de» Forderungen der Resolution einverstanden. N a ch in i t t a g s s i tz u n g. Knoop- Frankfurt»vill wie A l b r e ch t nicht nur in der Hausindustrie und Heimarbeit»veibliche Fabrikinspektoren an- gestellt»vissen, sondern in allen Industrie», in»velchen Frauen und Kinder beschästigt»verde»».— Jäger- Bremen ist sür die Resolution. Es ist ein Antrag Pätzold eingelaufen, die Abschaffung der Akkordarbeit und die Einführung eines Miniinallohiies in die Resolution aufzunehinen.— S i e»> a„ t e l- Nürnberg spricht sür illunahme der Resolution.— Frau Zetkin- Berlin»vendet sich gegen Seeger und gegen den Antrag Pätzold. Es könne nicht Aufgabe des Staates sei», die Löhne festzusetze». Der Punkt 12 der Resolution »volle nur den Rücken»»nd Tücken des Unternehmerthums einen Riegel vorschieben, sie verhindern, die Arbeiter um eine» Theil ihres Lohnes zu betrügen. Das könne der heutige Staat, nicht aber könne er die Löhne selbst festsetze». Den Antrag Knoop, hinter das Wort„Unternehmer" in Punkt 13„dessen Stell- Vertreter" einzuschalte», könne sie empfehlen. Rednerin»veist die gegen einzelne Punkte der Resolution erhobenen Einivürfe zurück. F a h r e n k a m>»- Erfurt, A>v e- Altona sind für die Resolution, obgleich der letztere sich keinen große» Erfolg davon verspricht. H aase-Berlin, Liepelt-Breslau, S t u h»> e r- Hamburg stimmen der Resolution im allgemeinen zu. B ö h in- Erfurt beantragt in die Resolution einzufügen: Verbot der Ausübung von Berufsarbeiten für Frauen, welche nicht sür eigenen Hausstand oder Lebensunterhalt zu sorgen haben. N i x d o r f- Görlitz be- antragt die Errichtung von Betriebsiverkstätten in die Resolution aufzunehmen. P ä tz o l d- Eisenach vertheidigt und begründet seinen Antrag. Heck- Magdeburg ist für die Forde- runge» der Resolution mit Hinzufügung der Errichtung von Betriebsiverkstätten. Heine»» am»- Hildesheiu» ist für die Aufnahme des Pätzold'schen Amendements. Redner»vendet sich gegen die Hildesheimer Polizeipraxis, sämmtliche Ge»verkschafte» für politisch zu erklären. A l b r e ch t- Halle tritt für seine Abänderungsanträge ein. Frau Zetkin- Berlin plädirt dafür, daß die Anstellung»veiblicher Fabrikinspektoren zunächst auf die Heimarbeit beschränkt bleibe, da»vir gegenivärlig in Deutschland nur»venig geeignete Persönlichkeiten zur Verfügung habe». Die Anträge Pätzvld's seien utopistisch, der Antrag Böhm undurchführbar. Häuselmeier- München und H e i d e m a n n- Kiel er- klären ihr Einverständniß mit der Resolution. Aive- Altona giebt nochmals seiner Ueberzengung Ausdruck, daß auf dem Wege der Gesetzgebung nichts zu erreichen sei. T i»n n»- Berlin bemerkt dem Vorredner gegenüber, daß alle früheren Kongresse, nationale soivohl»vie internationale, ähnliche Forderungen ge- stellt haben. Die Forderunge» seien nicht so zu verstehen, daß die Geiverkschaften die Hände in den Schoost legen und alles von der Gesetzgebung erivarte» sollte». Die Anträge Pätzvld's und Nixdors's seien undurchführbar. Die Betriebsiverkstätten würden voi» selbst kommen,»venu die Forderungen der Resolution zur Ausführung kommen; er bitte um einstimmige An- nähme der Resolution. M e n z l e r- Düsseldorf ist der Ansicht, daß Aive in seinen Ansichten nicht ga»iz klar ist, sonst würde er sich nicht gegen die Forderungen a» die Gesetzgebung wenden. Nach einer Reihe von persönlichen Bemerkungen»vird die Resolution»nit folgenden Abänderungsvorschlägei» an- g e n o m in e»,: Bei Punkt 10 wird„mit Fnßbetrieb" gestrichen (Antrag Böhm.) Bei Punkt 13 wird hinter„Unternehmer" eingefügt:„dessen Stellvertreter"(Antrag Knoop.) Verlesen»vird ein Telegramm des Generalsekretärs der Schneider Englands: Brüderliche Grüße! Möge Klug» heit Eure Berathungen leiten und Erfolg Eure Aktion begleiten und»nöge uns die Zukunft in Brüderlichkeit in allen nölhigen Frage» vereine»! Punkt 4 der Tagesordnung wird für den folgenden Vor» mittag zurückgestellt und zu Punkt 5: Der Internationale Sozialisten- und Ge>verkschastskongreß und die internationale Schneiderkonferenz in London»veist Holzhäuser- Flensburg in seinem Referat die Nothivendigkeit einer gemeinsanien, inter- nationale» Besprechung der Schneiderangelegenheiten und die Be- schickung jenes Kongresses nach. Er wünscht, daß Bestimniung »über die Stärke der Beschickung»»nd Wahl der Delegirten gleich jetzt von» Eisenacher Kongreß getroffen»verde. P ü l k e r- Wien ist überzeugt von der Wichtigkeit des Inter- nationalen Kongresses in England und bittet die Kollegen Deutsch- lands, die österreichischen Kollegen zu vertreten. Frau Zetkin theilt mit, daß die Stuttgarter Kollege» und Kolleginnen bereits Beschluß gefaßt haben, daß der Londoner Kongreß beschickt»verde. Aber Punkt 1 der dortigen Tages- ordimng solle gestrichen werden, weil über die prinzipielle Grundlage gar keine Unklarheit mehr herrsche. Man sollte sich vielmehr über ganz bestimmte praktische Wege einigen. S t ü h n» e r- Hamburg berichtet über den internationalen Briefverkehr, den er mit de» außerdeutschen Kollegen geführt habe. Er»vünscht, daß der Erfolg dieses Kongresses statt der üblichen Slinlpathieknndgebungen bei Streiks materielle gegenseitige Unter- stützung zur Folge haben möchte. Die belgischen Kollegen haben sich entschuldigt für den Eisenacher Kongreß,»veil sie ihre ge- ringen Mittel für den Londoner Internationalen Kongreß auf- spare» müssen. Die Engländer haben Begrüßnngstelegramme gesandt. Die Franzosen haben sich bisher nicht geäußert, dagegen haben sie beim großen Streik Gelder gesandt und eine Sympathie- kundgebnng. Nach längerer Debatte»vurde beschlossen, zivei Delegirte nach London zu entsenden und Frau Zetkin und Stiihiner- Hamburg geivählt. Nach kurzer Debatte»vird der Antrag Timm, den Dele- girte» pro Tag 15 M. zu bewilligen, angettonunen. Die Mittel dazu sollen durch öffentliche San»>nli»»g aufgebracht werden und dazu ein Ausruf in der„Schneiderzeitung" erlassen»Verden..Um 6Vs Uhr»vird geschlossen. Die GeueralversamMlnng des Unteestiitzungs verein» Deutscher TadaK» Ardeiter. Stuttgart, 18. Juli. E r st e Sitzung. Börner- Berlin eröffnet'/elO Uhr die Verhandlungen. Die Verlesung der Präsenzliste ergiebt die An>vese>iheit von 45 Delegirten aus 42 Wahlkreisen. Der Bericht des Vorstandes, der gedruckt vorliegt, wird durch den Vorsitzenden des Unterstützungsvereins, Junge,»nit ver- schiedenen Einzelheilen ergänzt. In» besonderen erläutert Junge die Stellung des Täbakarbeiter-Verbandes zur Ge»eralkon»n»isfion. Die Tabakarbeiter seien von ihrer Betheiligung zur General- kommissioi» z>lri»ckgetreteii,»veil sie von deren Thätigkeit nicht de» erhofften Erfolg erivarten konnten. Er stehe heule noch»vie alle Mitglieder des Vorstandes auf dem Standpunkt, daß die Tabak- arbeiter den Geiverkschafleu stets für die geleistete Hilse dankbar sein»verde». Aber es inüsse konstatirt»verde», daß die Tabak- arbeiter bis jetzt nie znrückgeblieben seien in der Unter- stützung anderer Geiverkschaften. Die»Tabakarbeiter haben in der Zeit vom August 1894 bis März 1396 für geiverkschaftliche Zivecke 23 800 Mk. aufgebracht, geiviß ein Zeichen, daß»»an nicht undankbar ist. Es bestand und besteht nicht die Absicht, sich von den übrigen Geiverkschaften zu trennen, fondern>vo eS innner gilt, sind»vir am Platze. Der Vorsitzende des Ausschuffes, Meister, konstatirt, daß auch in den abgelanfenei» z>vei Jahren das Verhältniß zivischen Vorstand und Allsschnß ein sehr gutes geblieben und daraus »vohl zu schließen sei, daß das Vereinsleben ein gesundes»var. Die stetig schivebenden Steuerprojekte»»»terstützteu die Agitation »vesenilich»»venu auch nicht der Verein als solcher ails Vereins- gesetzlichen Gründen sich an der Agitation gegen diese Projekte betheiligcn konnte, so steht doch fest, daß die Kollegen alles ge- than haben, un» für dieses Mal die Projekte nochmals abzuivehren, In den letzten zivei Jahren sind mehr Streiks als je nothivendig ge>vesen. Es entstanden in 70 Fällen Differenzen, oft ans geradezu nichtige» Gründen. Die Gefahr der Steuerprojekte hat einzelne Fabriken veranlaßt, die unangenehmen Folgen schon im voraus auf die Arbeiter abzuivälzen, und diese Erfahrung sollte auch dazu beitrage», alle» Kollegen und Kolleginnen die Augen zu öffnen, daß Arbeiter und Unternehiner ganz verschiedene Interessen haben. Der Ausschuß tritt, entgegen von geäiißerten Wünschen, für Erhaltung des jetzigen Zilstandes ein, daß bei Streiks Nichtmitglieder nicht unterstützt»Verden sollen. Diese Unterstützung sollte gerade den Kollegen die Ztrgehörigkeit z»»»» Verbände als nothivendig erscheinen lassen. Die Zahl der Mit- glieder ist von 13 757 im Januar 1893 aus 15 033 in» gegen- »värtigen Augenblick gestiegen. Beschiverden gegen de» Vorstand sind bei»»» Ausschuß nicht eingegangen. Niendorf- Ottensen: Wir sind in der Frage der Stellung zur Generalkommission anderer Meinung als unsere Vereinsleilnng und können nicht begreifen, daß man die Flinte ins Kor»»varf,»veil»»»an»nit den Leistungen der General- komniission nicht zufrieden»var. Es»väre sicher besser gewesen. ich auch»veiler zu betheiligen»»nd zu bessern. Ich bin mit der zeschäftlichen Thätigkeit der Vereinsleilnng zufrieden, köimte aber ihr nicht Decharge ertheile» in ihrer Haltung gegenüber der Generalkonunission. B u r g o l d- Braunschiveig schließt sich dem Vorredner an, der Vorstand hat kein Recht, aus das Resultat der Urabstimmung stolz zu sein. Daß eine Majorität die Zahlung der Beiträge an die Generalkommlssion ver- »veigcrt, dies zeugt nicht von großem Solidaritätsgesühl. — Nach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte»vird beschlossen, die Behandlinig des Verhältnisses znr General- komniission zurückzustellen bis ziw Aiuvesenheit des Vertreters der Generalkonunission. R e p p- Ladenburg: Da besonders a>»f dein Laude viele Kollege» erst für die Organisation geivonne» werden,»venn sie von ihr direkte Vortheile erhalten, sollte der Vorstand und der Ausschuß berechtigt sein, in bestiminten Fällen auch Nicht- Mitgliedern Unterstützung zu ge»vähren. Junge: Es»väre unthunlich, die Unterstützung von Nicht- Mitgliedern aiiszusprechen, das hieße eine Prämie für Nicht- Mitgliedschaft aussetze». Bis jetzt sind fast be» jedem Kampf auch Nichtmitglieder unterstützt»vorden. Nach einer durch den Redakteur des Vereinsorgans ver« anlaßte» Berathnng»vird beschlossen, das Protokoll der Ver- Handlungen ausführlich im„Geiverkschafler" zu veröffentlichen und von einer Broschüre abzusehen. Man tritt ein in die Berathuug der eingelanfenen Anträge. R a»» m-Ottensen begründet de» Antrag, den Sitz des Vereins von Breinen zu verlegen, damit, daß die Leiter des Vereins nicht mehr den Gesinnungen der Gesammtheit entsprächen, daß dieselben aus und fand Abnehmer, das heißt eine Aktie von 1250 Fr. I gewählt. Für Dienstag Abend waren zwei Parteiversammlungen zu sehr in mittelalterlichen Zunftanschauungen steckten. Nennwerth wurde mit 6250 Fr. verkauft! Das bedeutet, daß die einberufen, je eine für den Often und Südosten, in welchen Lie Meister- Hannover ist gegen eine Sitzverlegung, weil die Kapitalisten annehmen, das neue Unternehmen werde mindestens neuen Statuten berathen werden sollten. In der Versammlung Eicherheit der Organisation es verlangt, einen Ort zu haben, der 20-25 pCt. Dividenden abwerfen und im stande sein, den Preis für den Dsten, welche bei Keller in der Koppenstraße stattkeine Gefahr für den Verein bietet. Wenn der Leiter des Vereins für Nähgarn in die Höhe zu schrauben. Auf Kosten der fand, berichtete Stadtverordneter Milke namens der Statutenmißliebig geworden ist durch seine Haltung der Generalfommission Aermisten der Armen, der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Kommission, welche zur Erleichterung der Einsicht int gegenüber, fo foll er nicht mehr gewählt werden, aber deshalb Konfektion! Wahrhaftig, wir leben in einer prächtigen Wirth- die einzelnen Paragraphen, den ganzen Statuten Entbraucht doch der Sitz nicht verlegt zu werden. Blohm und schaftsordnung! wurf hatte gedruckt vertheilen lassen. Derfelbe zerfällt einige weitere Redner unterstützen die Ansicht Meister's. M Zweite Sizung. Mohamedaner. Gewerkschaftliches. Mit erstaunlicher Beharrlichkeit und Ausdauer wurde der Streik = Jüdische Kolonisten in Palästina. Eine Dame, die feit in zwei Theile: Rechte und Pflichten der Mitgliedschaft und Ge40 Jahren in Jerufalem wohnt, macht im Daily Chronicle" schäftsordnung, und zählt im ganzen nur 16 Paragraphen, um Der Antrag, den Sib von Bremen wegzuverlegen, wurde folgende Angaben über das Anwachsen der jüdischen Bevölkerung die ganze Geschäftsordnung zu vereinfachen und den Behörden abgelehnt. Der Vertreter der Generalfommission, Legien, bort nur 15 000 bis 20 000 Juden. Damals gab es auch noch schaft jedem zielbewußten und zugleich gewerkschaftlich organiin Jerusalem. Vor 22 Jahren gab es, so schreibt die Dame, feinen Anlaß zum Einschreiten zu gewähren. Um die Mitgliedlegt sein Mandat vor und wird zur Theilnahme an den Verhandlungen autorifirt. Eine Reihe von Orten beantragen, die feine Häuser außerhalb der Mauer, deren Thore nachts ge- firten Genossen zu erleichtern, wird der Beitrag auf 20 Pf. pro 1892 eingeführte Schutzmarke abzuschaffen. Hildebrandt schlossen wurden. Seit damals hat sich manches verändert, und Monat festgesetzt; Einschreibegeld wird nicht erhoben. Die VerEimsbüttel begründet den Antrag mit dem geringen Vortheil die jüdische Bevölkerung beläuft sich infolge des starken Zuzugs fammlungen finden all monatlich nur einmal und zwar Der Schutzmarke und der Intereffelosigkeit der konsumirenden Straßen sind neu entstanden außerhalb der Mauer in den alten falls nicht eine Generalversammlung anders beschließt. Es folgt von russischen Juden auf 60 000 bis 70 000 Geelen. Gauze jeden Dienstag nach dem ersten des Monats statt, Arbeiter. Drescher Berlin tritt energisch für die Bei- Straßen behaltung der Schußmarke ein, man solle suchen, die Kampf- Juden haben sich nicht nur in Jerusalem so stark vermehrt, Vororten, die seit Jahrhunderten verödet waren. Aber die nun Berathung der einzelnen Paragraphen. mittel der Arbeiter zu schärfen und § 1( Zweck des Vereins) wird unverändert angenommen. Bei nicht abzustumpfen. Nachdem Günther- Roda für Abschaffung der Schutz in den neuen Verhältnissen überraschend schnell ein. In Jerusalem um die unentgeltliche Vertheilung von Broschüren zu er eichtern, sondern durch ganz Palästina. Sie kaufen Land und richten sich§ 3( Beiträge) wünscht Richter anstatt 20, 25 Pf. Beitrag, marte gesprochen, führte Börner Berlin aus, daß die Solidarität der Arbeiter im allgemeinen nicht ge bilden sie gegenwärtig eine größere Gemeinde, als Christen oder worauf Wilke entgegnet, daß dies trotzdem in jeder Versamm nügend geübt werde, um die Schnhmarke zu ihrem Zweck lung beschlossen werden könne; die Versammlung beschließt dem Tommen zu lassen. Aus diesem Grunde hat auch Berlin für Abgemäß. Ueber§ 5( Vorstand) entspinnt sich eine längere Dieschaffung der Schutzmarke gestimmt. Börner stellt den Antrag: fuffion infolge eines Antrages Wenzel: den Borstand anstatt Die Generalversammlung ist für Abschaffung der Schutzmarke, wie vorgeschlagen aus sieben, nur aus drei Personen da fie von der Arbeiterschaft nicht die genügende Unterstützung An die organisirte Arbeiterschaft! Am 23. Juni dieses und zwei Beisitzern bestehen zu lassen, um etwaige Auflagen gegen viele Personen zu verhindern. Wilke, Kaiser, Bogas, fand." Dieser Autrag wurde abgelehnt, dagegen der Antrag, die Jahres sind die Arbeiter der Seidenbandfabrik Seiler u. Cie. in Baumgart, Rant, Dafener, Quinte find theils für, Schuhmarte ohne diese Bedingung aufzuheben, mit Grenzach Horn in Streik getreten, von der Firma dazu provozirt. theils gegen diesen Antrag, der schließlich von der Versammlung allen gegen vier Stimmen angenommen. Es folgt die Berathung der Anträge über Arbeitslosen zwei Wochen fortgeführt, doch mangels genügender materieller mit geringer Mehrheit abgelehnt wird; dafür wird der Komunterstügung. Es beantragen: Frankfurt a. D.: Der Ein- Hilfe und infolge Zuzugs von auswärts mußten sich die Streifen- missionsvorschlag angenommen. Die weiteren Paragraphen werden führung von so vielen Unterstüßungsformen ein Ende zu den nach diesem Zeitraum auf Gnade oder Ungnade ergeben. Die Geschäftsordnung, bei der nur unwesentliche Aenderungen alsdann sämmtlich unverändert nach dem Entwurf genehmigt, desgl. machen, weil sonst der Verein den Charakter einer Kampf- 3wanzig Arbeiter und Arbeiterinnen, worunter 17 Berheirathete vorzuschlagen waren. Es erfolgte nun die Wahl des provi organisation nicht mehr hat. Halle a. S., Haynau, Freden, mit zusammen 49 unerzogenen Kindern, wurden nun von den sorischen Borstandes, die folgendes Resultat ergiebt: 1. Borvon Langenbielau, Münden, Oppeln: Arbeitslosen- Unterstüßung ein- triumphirenden Unternehmern aufs Pflaster geworfen, darunter sorischen Borstandes, die folgendes Resultat ergiebt: 1. BorStellvertreter: Vogel; zuführen. Langenbielan: Da des öfteren Fälle vorkommen, daß solche, die 12 und mehr Jahre ununterbrochen dem Geschäfte sigender: Paul Schneider, 1. Kassirer: Otto Frante, Stellvertreter: Enders; Mitglieder ohne eigene Schuld der Arbeit verluftig gehen und tren dienten. Die Ausgesperrten bedürfen dringend der Unter- 1. Schriftführer: Ernst Siebert, Stellvertreter: efevre; wegen Arbeitsmangel in Noth gerathen, würde diesen durch die stützung. Geldsendungen find an Joh. Kläusler, Basel, Blumen- als Beifizer ward Fritz Wilke gewählt. Der Vorsitzende Arbeitslosen- Unterstützung etwas geboten, und hauptsächlich sind rain 13, zu richten. die kleineren Ortschaften hierbei in betracht zu ziehen. Oppeln: Paul Schneider theilt noch der Versammlung mit, daß Großalmerode. Die Strafmandate fliegen nur so auf die die Mitgliedschaftsbücher in der nächsten Generalversammlung in Weil das geeignetste Agitationsmittel. Braunschweig: Die streifenden Thonarbeiter nieder. Nachdem verschiedene Vorstands- Empfang genommen und auch an den vom Vorstand bezeichneten Arbeitslosen Unterstügung fatultativ einzuführen. Ottensen: mitglieder schon im Laufe der letzten Wochen mehrere derartige Stellen abgeholt werden können, dort können auch Beiträge Die Generalversammlung erkennt die Nothwendigkeit der Zusendungen erhalten hatten, sind wiederum zwei Streifende geleistet werden. Mit einem Hoch auf das Gedeihen des neuen Arbeitslosen Unterstützung an und beschließt darum, eine Damit beglückt worden. Eine außerordentliche Thätigkeit, die Vereins wird hierauf die Versammlung geschlossen. aus fünf Personen bestehende Kommission einzusetzen, welche Sammellisten in seinen Besitz zu erhalten, entwickelte ein StadtErhebungen anzustellen hat über Umfang und Dauer der diener. Mit einem Eifer, der wirklich eines besseren Erfolges wurde in einer am Dienstag bei Hente abgehaltenen ParteiDie Gründung eines Wahlvereins für den Südosten Arbeitslosigkeit innerhalb unseres Berufes. Woltersdorf: werth wäre, geht derfelbe in die Wohnungen der Streifenden versammlung vollzogen. Die am 2. d. Mts. gewählte Kommission Die Arbeitslosen Unterstützung nicht einzuführen. Nach einer 3/ 2stündigen Debatte, in welcher in der aus der Polizei bei den Lohnkämpfen ist auch für uns nicht ohne mit einer unwesentlichen Abänderung angenommen wurde, ebenso und versucht, die Sammellisten zu erhalten. Diese Theilnahme legte einen Statutenentwurf vor, der eingehend diskutirt und führlichsten Weise das Für und Wider vorgebracht wird und Nutzen. auch der Vertreter der Generalkommission eingriff, werden Zum Streik der Arbeiter der Norddeutschen Reis hielt die Bezeichnung: Wahlverein für den 4. Berliner ReichsCoudin eine dem Statut angehängte Geschäftsordnung. Der Verein ersämmtliche auf Einführung der Arbeitslosen Unterstützung und Einsetzung einer Kommission zur Veranstaltung von Erhebungen mühle in Hamburg. Auf hartnäckige Weise wird der Kampf tags- Wahlkreis( Südoft)". Mit der vorläufigen Leitung des über Umfang und Dauer der Arbeitslosigkeit im Berufe gerich- brecher gefunden haben, welche die Arbeit spärlich verrichten, so Scholz und Jesche, die zur Erledigung der Arbeiten nach von beiden Seiten geführt. Obgleich sich eine Anzahl Streit Vereins betraute die Versammlung die Genoffen Böhm teten Anträge mit Majorität abgelehnt. herrscht doch unter den Streifenden eine gute Stimmung. Jeder Bedarf Mitglieder der Statutenkommission heranziehen dürfen. weiß, daß diese Leute, welche die von ihnen verlassenen Pläge mit einem Hoch auf den Wahlverein, der, gleich dem aufgelöften, einnehmen, nicht in der Lage sind, die schwere Arbeit, wie sie die Agitation fördern und Aufklärung verbreiten möge, schloß auf der Reismühle verlangt wird, auf die Dauer machen zu der Vorsitzende die Versammlung. Der Werth der Arbeiterausschüsse in Fabriken tritt in fönnen. Die Zahl der Streifenden beträgt 87 mit 139 Rindern. Der sozialdemokratische Verein Vorwärts" hielt am feiner ganzen Fragwürdigkeit immer offener zu Tage. Gin medlenburger Fabrikinspektor berichtet nicht ohne Humor: In Der Maurerstreik in Gera wird mit aller Energie weiter Dienstag in Rehliz Saal eine gut besuchte Mitglieder- Bereiner kleinen Maschinenfabrit, wo der Ausschuß alle 14 Tage geführt. Die Meister beharren bei ihrer ablehnenden Haltung fammlung ab, in der Genosse Liebinecht einen Vortrag über zufammentrat, fand ich mit bewundernswerther Ausdauer im und suchen die Streifenden mit allen Mitteln einzuschüchtern. Die Arbeiterbewegung in England und der bevorstehende Protokollbuch regelmäßig den Satz wiederholt: In der heute Der Erfolg, den sich die Herren versprechen, wird ausbleiben, Internationale Kongreß" hielt. Referent beleuchtete die provorschriftsmäßig angefeßten Versammlung des Arbeiterausschusses wenn der Zuzug streng fern gehalten wird. Die Streit letarische Bewegung Englands vom Mittelalter an bis zur der Firma in G. fand sich zu erledigen nichts vor, da tommission der Maurer Gera's und der Um Gegenwart. In einem eingehenden geschichtlichen Vergleich entvom Arbeiterausschuß keine Wünsche ausgesprochen wurden, und gegenb. wickelte er, warum in England die Arbeiterbewegung einen ganz ist somit die Verhandlung geschlossen."( Datum. Folgen Man kann sich lebhaft vorstellen, wes- in Frankfurt a. M., bringt wieder einmal eine ganze Reihe land schon vor 250 Jahren mit dem Absolutismus und dem Sieben Unterschriften.). ( Datum. Folgen Schwarze Liften. Unser Bruderblatt, die„ Bollsstimme" anderen Charakter annehmen mußte als in Deutschland, wo heute noch die primitivsten politischen Freiheiten fehlen, während Enghalb nichts vorlag". schwarzer Listen, die bei den Werkführern der MetallwaarenDie Arbeitszeit in Ladengeschäften. Aus Leipzig Fabriken umbergeschickt werden. Sie gehen aus vom Verband Königthum von Gottes Gnaden gebrochen hat. Hierbei gab der Redner ein Bild von der englischen Industrie und wird uns geschrieben: Gegen die Vorschläge der Reichs deutscher Metallindustrieller in Berlin und einem Offenbacher lischen Arbeiterschaft schon längst festen Fuß gefaßt hat. der Metallindustriellen Nürnbergs, dem Gesammtverband führt aus, daß der sozialistische Gedanke in der engtommission für Arbeiterstatistik zur Regelung der Arbeitszeit in Ladengeschäften laufen die Unternehmer Sturm. So ift Industriellen und bedrohen die Fabrikanten mit hohen Strafen, vom Gewerbeverein in Roßwein eine Petition an die Bruder wenn sie einen der gekennzeichneten Arbeiter in ihren Betrieb vereine gesandt worden, der bis jetzt von 65 Vereinen mit aufnehmen. 11 702 Mitgliedern beigetreten ist. Diese Petition will von einem Achtuhr- Ladenschluß nichts wissen, hält aber, wenn für Fleischer und Bäcker Ausnahmen erfolgen, den Neunuhr Ladenschluß für durchführbar und will die Verkaufszeit für die 14 Tage vor Weihnachten bis 12 Uhr nacht 3 ausgedehnt wissen. Sophistisch erklären sie, daß die Frist bis 12 Uhr nachts sie davor schüßen soll, daß sie von der Polizei zum früheren Ladenschluß gedrängt werden. Noch entschiedener erklärt sich die Bittauer Handelskammer gegen eine Regelung der Arbeitszeit im Handelsgewerbe. Sie verwirft in einer Denkschrift an das sächsische Ministerium prinzipiell eine Regelung der Ladenzeit. M Soziale Meberlicht. " alle Redner dem Referenten zum Anschluß an die Organisation aufforderten. Unter Verschiedenes wurden die Zustände einiger hältnißmäßig niedrigen Löhne in der Fabrik des Stadtverordneten Fabriken einer herben Kritik unterzogen, unter anderen die verRosenow, 15 und 16 M. wöchentlich bei 10stündiger Arbeitsnächster Zeit wieder eine öffentliche Versammlung, der eine intensive zeit, bemängelt. Nach dem noch bekannt gegeben wurde, daß in nächster Zeit wieder eine öffentliche Versammlung, der eine intensive eventuell Beschlüsse gefaßt werden, um eine Regelung der ArbeitsWerkstattagitation vorausgehen soll, stattfinden wird, in welcher verhältnisse herbeizuführen, erfolgte der Schluß der Versammlung mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung. Auf die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit nationaler als internationaler Rongreffe eingehend, welche lettere„ bie Krystallisationspunkte für die werdenden Vereinigten Staaten oder GeEin Mannheim- Ludwigshafener Brauerstreit in Aus meinden der Welt find", betonte Redner, daß der bevorstehende sicht. Die Mannheimer Brauer haben vor zirka 10 Tagen an Londoner Kongreß sich zu einer wohl kaum dagewesenen Demondie Brauereibefizer folgende Forderung gestellt: Innehaltung des stration der arbeitenden Bevölkerung der ganzen Welt gegen die Zehnstundentages in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, Kapitalswirthschaft und den Militarismus gestalten würde und vollständige Sonntagsruhe( die in einer Anzahl von Brauereien daß die internationale Verbrüderung der nach Freiheit und Recht fchon eingeführt ift), Bezahlung der nothwendigen Sonntagsarbeit strebenden Arbeiter nach dem Kongreß ein gewaltiges Stück vorund der Ueberschreitung der zehnftündigen Arbeitszeit als Ueber wärts geschritten sein wird. Von der Diskussion über den Vorstunden mit 40 Pf. Werktags und 50 Pf. Sonntags, wöchentliche trag, dem mit reichem Beifall gelohnt wurde, nahm die VersammLohnzahlung und Einführung eines Arbeitsnachweises. Mit Aus- lung Abstand. Unter Vereinsangelegenheiten wurde auf die am nahme des letzten Punktes sind diefes lauter alte Forderungen, 23. August, vormittags 9 Uhr, seitens des Vereins abzuhaltende die schon gewährt waren, aber allmälig wieder abgebröckelt sind. Urania- Vorstellung verwiesen und ersucht, für regen Befuch zut Trotzdem hat bis jetzt nur ein Brauereibesitzer eine die agitiren.s Bäckereischuh in der Pfalz. Die bayerische Regierung er genehmigende Forderungen theils ablehnende, theils unter Bedingungen Antwort ertheilt. Bugleich haben In einer öffentlichen Versammlung der BilderrahmenDie läßt für die Pfalz nachstehende Ausnahme- Bestim übrigen Brauereidirektoren thre macher, die am Sonntag in den Arminhallen" tagte, referirte Arbeiter beauftragt, in mungen für die Bäckerei und Konditoreiden einzelnen Genosse Sillier über das Thema: Was lehren uns die letzten Brauereien Arbeiterausschüsse gewerbe bezüglich des in§ 105b Abs. 1 der Gewerbe- Ordnung und wählen, Streife? Verweisend auf die Lohnbewegungen in den einzelnen betont, daß fie in Streitfällen blos ausgesprochenen Verbotes der Sonntagsarbeit im Gewerbebetrieb: verhandeln mit diefen Branchen, wie sie in letzter Zeit stattgefunden haben, hält Redner würden. Darin erblicken die Arbeitnehmer A. Für jene Bäckereien und Konditoreien, welche den Bundes- einen Versuch, den Brauerverband lahm zu legen und in eine fortwährende rege Agitation zum solidarischen Handeln für raths- Vorschriften vom 4. März 1896 nicht unterliegen. einer am Freitag Abend nicht unterliegen. einer am Freitag Abend abgehaltenen Brauerversammlung zu erzielen und für die Dauer festzuhalten. Den mit nothwendig und nur eine starke Organisation für fähig, Erfolge 1. Die Beschäftigung von Arbeitern ist an allen Sonn- fand folgende Resolution folgende Resolution einstimmige Annahme: und Festtagen gestattet und zwar in Tages- Bäckereien bis dem „ Nach- lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte eine die Mannheimer und Ludwigshafener Brauereien furze Distusfion, in der vormittags 10 Uhr, in Konditoreien, in denen keine Bäckerwaaren, mit einer einzigen Ausnahme die Kommission der Brauereisondern nur Konditorwaaren hergestellt werden, von nachts 12 bis Arbeiter mittags 12 Uhr. Die einzelnen Arbeiter dürfen jedoch nur 10 Stun- durch Anschlag in den Brauereien und Privaterklärungen die Abgar feiner Antwort gewürdigt, dagegen aber zustimmten und den beschäftigt werden. Die Arbeitszeit derfelben ist so einzu sicht ausgesprochen haben, die Arbeitsdauer über die Zeit von richten, daß jedem Arbeiter die zum Besuche des Gottesdienstes 5-7, anstatt wie bisher von 6-8 Uhr auszudehnen, beschließt erforderliche Beit, mindestens aber an jedem dritten Sonntag, die heutige von faft sämmtlichen Brauern Mannheims und freigegeben wird. 2. Während der Zeit von 12 Uhr mittags Ludwigshafens besuchte Versammlung, von ihren Forderungen bis 12 Uhr nachts dürfen die Arbeiter lediglich mit der Her- fein Jota abzuweichen, sondern sie voll und ganz aufrecht zu erstellung und dem Austragen leicht verderblicher Waaren, die halten. Falls bis zum Montag keine zusagende Antwort der unmittelbar vor dem Genusse hergestellt werden( Eis, Kreme 2c.), Brauereien eintrifft, werden die Brauer Mannheim- Ludwighafens beschäftigt werden. Sind Arbeiter, die bereits Vormittags thätig versuchen, durch einen Lohntampf zu erzwingen, was sie durch waren, noch nach 12 Uhr mittags beschäftigt worden, so müssen gütliche Vereinbarung nicht erreichen können." fie an einem der nächsten sechs Werktage von mittags 12 Uhr ab In Tetschen Bodenbach befinden sich 80 Tischler im etwa 1000 Personen besucht war, tagte am Montag bei Steller. Eine öffentliche Versammlung der Puter, die von von jeder Arbeit freigelassen werden. B. Für die den Bundes rathsvorschriften vom 4. März 1896 unterliegenden Bäckereien Ausstand. Die Arbeiter hatten mit den Unternehmern Berhand- Nach dem Bericht der Lohnkommission hat die Bewegung im und Konditoreien. Die Beschäftigung von Gehilfen und Lehr lungen eingeleitet, um die zehnstündige Arbeitszeit einzuführen. lingen ist an allen Sonn- und Festtagen in gleicher Weise, wie Dieses Verlangen lehnten die Meister ab und erhöhten bald Frühjahr den Puzern zwar mancherlei Vortheile gebracht, doch dies nach den Bestimmungen des Bundesraths vom 4. März darauf die wöchentliche Arbeitszeit um vier Stunden, worauf die sind die damals aufgestellten Forderungen nur zum theil erreicht. Die Junehaltung des Tarifs für Hoffaçaden, entsprechende Arbeiter zum Streit getrieben wurden. Es wird deshalb Breisfestsetzung für 1896( Reichsgefeßblatt Nr. 6) unter I Biffer 1-8 allgemein zu bringend gebeten, den Buzug fern zu halten. Borderfaçaden und die Abschaffung gelaffen ist, gestattet. der Putzmeister sei noch nicht vollständig gelungen. Die bisher Schweizerische Tabakindustrie. Daß die Kapitalisten es ausgeübte Kontrolle habe den Erfolg gehabt, daß die Forderungen Die boykottirenden Bichhändler in Mittelfranken haben verstehen, ihren Vortheil zu wahren, beweist aufs neue die vom der Buyer, da wo sie feinerzeit bewilligt wurden, auch erhalten schlimme Erfahrungen gemacht. Nachdem sie die Orte Bins Verband der schweizerischen Tabakfabrikanten infolge bescheidener blieben. Gegenwärtig wäre allerdings, wie immer um diese wangen und Stettberg, weil diefe selbständig Bieh nach Nord Lohnerhöhung dekretirte Preiserhöhung. Während die Beit, deutschland verkauft hatten, in Acht und Bann erklärt hatten, göhne per 1000 3igarren deutscher Façon uni 50 und französi- für die die Arbeitsgelegenheit nur gering, jedoch sei wiesen ihnen auch die übrigen Bauern in Mittelfranken die scher Façon gar nur um 30 Cts. erhöht wurden, haben die Arbeit in Aussicht, namentlich in den westlichen Vororten. Es Arbeitsperiode im kommenden Herbst reichlich Thüren. Nun erläßt das große Haus Heister und Simon in Fabrikanten ohne Unterschied der Façon die Preise per Mille wäre deshalb rathfam, im Herbst einen neuen Vorstoß zu Mainz eine Erklärung, daß ihr Einkäufer Hirsch Feldheimer um 1 Fr. gesteigert. nicht berechtigt gewesen sei, in ihrem Namen zwei Gemeinden zu bewegung 50 refp. 70 Cts. und machen dabei die glänzendften zur Anerkennung zu bringen. Der Widerstand der UnterSie profitiren also von der Lohn- wagen, um die im Frühjahr aufgestellten Forderungen voll beleidigen. op? Geschäfte. nehmer sei aber weniger zu fürchten, als die GleichEin neuer Trust. Die Aufsaugung der kleinen Unter- ditun giltigkeit der Kollegen. Es möge bei diefer Gelegennehmungen durch die großen nimmt immer größeren Umfang an. heit die Frage erörtert werden, ob nicht das Aufstellen Vor wenigen Tagen ist einer der größten Ringe zu stande bipe der Rüstungen in jedem Falle besonders und zwar im Tagelohn gekommen, der Trust der Nähgarnfabriken in Die Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahl zu bezahlen fei. Ferner möge man erwägen, ob es nicht anEngland. Mit 100 Millionen Franken Kapital tritt freises hatten in einer jüngst abgehaltenen Parteiversammlung gebracht wäre, diejenigen Kollegen, welche sich in der Die Vereinigung der vier größten bisher einzeln bestehenden beschlossen, zwei neue Wahlvereine für den Often und Südosten Lohnbewegung unsolidarisch benommen haben, wieder als Fabriken auf den Markt, und mit 500 pet. bot sie ihre Attien zu gründen und Kommissionen zur Ausarbeitung der Statuten Gleichberechtigte aufzunehmen, damit für bie nächste = 2017 Versammlungen. de In Rigdorf tagte am 9. Juli eine vorwiegend von Frauen besuchte öffentliche Versammlung, in der die Parteigenossin Frau Emma Echolz eine Ansprache hielt und dann mit der Verlesung von Kennan's Wert über Sibirien begann. Der nächste Leseabend ist am 16. d. Mts. Bewegung die die Zahl der Indifferenten möglichst vera nerstag eine Zusammenkunft unter sich abhalten und von von Werner betreffend beschloß die Versammlung, daß den mindert werde. Diese Vorschläge wurden lebhaft diskutirt, dem Resultat derselben der Kommission Mittheilung machen. Kollegen aus der Arbeitsniederlegung kein Vorwurf zu machen doch wurde kein Beschluß darüber gefaßt, da man den Kollegen Man möge nun abwarten, welche Vorschläge die Fabrikanten sei, doch müsse wegen der nicht ordnungsgemäßen Einleitung bis zur nächsten Versammlung Zeit lassen will, diese Angelegen- machen. Jedenfalls stehe fest, daß diese ein Bedürfniß nach Be- diefer Attion eine Unterstützung ausgeschlossen bleiben. Die Beheit unter sich zu besprechen. Aus der Versammlung gingen endigung des Streiks hätten, und sei demnach Aussicht vor nuhung des Arbeitsnachweises wurde dem Fabrikanten so lange zwei Anträge auf Unterstützung der arbeitslosen Kollegen ein, handen, daß der Streit einen guten Ausgang nehme. Niemand versagt, bis er sich zu Einigungsverhandlungen mit der Komdie lebhaft diskutirt wurden. Man führte zur Begründung möge jedoch die Arbeit eher wieder aufnehmen, bis eine volle mission bereit erklärt. Zur Berichtigung wurde erwähnt, daß die dieser Anträge an, daß man die Arbeitslosen über Wasser Einigung erzielt werden sei. Am Sonntag Vormittag findet eine Arbeiter in der Werkstatt von Klaffte das Holz nicht ohne Verhalten müsse, damit sie nicht durch Moth veranlaßt würden, Versammlung statt, wo fiber das Resultat der Verhandlungen gütung abladen müssen, sondern nur den Wagen an den begegen den Tarif zu verstoßen. Andererseits wurde geltend ge- der Fabrikanten Nachricht gegeben wird. treffenden Ort zu bringen haben. macht, daß die Unterstützung zwar wünschenswerth, gegenwärtig Eine Versammlung der im Kupferschmiedegewerbe aber bei der großen Zahl der Arbeitslosen und den unzureichenden beschäftigten Arbeiter tagte am 4. Juli. Dr. Weyl sprach über hatten sich am 14. Juli zu einer öffentlichen Versammlung in Die Berufsangehörigen der chirurgischen Branche Geldmitteln nicht durchgeführt werden könne. Die Regelung Berufskrankheiten. Zum Gewerbegerichtsbeisiger wurde nach er: Buste's Lokal, Grenadierstraße 33, eingefunden. Mit regem dieser Frage mache eine gründliche Vorarbeit und auch folgter Berichterstattung Ladner gewählt. Zu den Unkosten für Interesse folgten sie dem von Adolf Hoffmann gehaltenen weit höhere Beiträge der Kollegen nöthig, wie gegenwärtig be- die Wahlen zum Gewerbegericht bewilligte die Versammlung Vortrage über Gesinde und Gesindel. Hierauf erfolgte detaillirte zahlt würden, und könne nicht in öffentlicher Versammlung, 40 M. Nach einem erstatteten Rückblick auf die gewerkschaft: Berichterstattung des Gewerkschafts Delegirten. Zum Schluß fondern nur von einer Organisation erledigt werden, die mit lichen Bewegungen der legten Zeit überwies die Versammlung wurde der Vertrauensmann beauftragt, in nicht allzu ferner Zeit einem feften Mitgliederbestand und sicheren Einkünften zu rechnen den Hutmachern 50 M. zu dem gleichen Betrage, welcher bereits eine öffentliche Versammlung einzuberufen mit der Tagesordnung: habe. Die Anträge wurden der Kommission zur Erwägung in der Vertrauensmänner- Sigung gewährt worden ist. Ferner Wie stellen sich die Kollegen zur Verbesserung ihrer Lage? Als überwiesen. wurde der Verwalter des Dispositionsfonds ermächtigt, bei Diskussionspunkte wurden Verkürzung der Arbeitszeit und EinDie Kartonarbeiter und Arbeiterinnen, welche in die längerer Dauer des Ausstandes den Hutmachern nochmals 50 M. führung eines Minimallohnes vorgeschlagen. Der VertrauensLohnbewegung der Buchbinder und Lederarbeiter in diesem Herbst zu übermitteln. Zum Schluß erklärte sich die Versammlung mit mann versprach, dementsprechend zu handeln. nicht mit einzutreten gedenken, hatten zum Montag Abend eine dem über die Privatpost verhängten Boykott einverstanden." öffentliche Versammlung einberufen, um in dieser Frage rechtDer Verein der Einsetzer( Tischler) von Berlin hielt am Die Zahlstelle Rigdorf des Verbandes der Möbel. zeitig Stellung nehmen zu können. Nach einem beifällig auf 5. Juli feine Generalversammlung ab. Der Verein hatte im polirer hatte am 6. Juli eine Versammlung, in der Hänel genommenen Referat des Herrn Hoffmann über:„ Modernes zweiten Quartal eine Einnahme von 436,73 M., eine Ausgabe die Beschlüsse der letzten Generalversammlung bekannt gegeben. über die Entwickelung des Handwerks sprach. Hierauf wurden Raubritterthum" unterbreitete Fichte der Versammlung die von 284,13 M.; es verbleibt ein Bestand von 152,60 M. Bon Frage, ob es angebracht sein würde, diesen Herbst in eine Lohn 56 eingeschriebenen Mitgliedern haben 43 Arbeit erhalten; eine Eulengebirge 50 m. und den Petersburger Arbeitern gleichfalls Den Hutmachern find 200 M. bewilligt worden, den Webern im bewegung einzutreten, da leider in der Kartonbranche nur wenig regere Inanspruchnahme der Arbeitsvermittlungs- Kommission wurde 50 M. Den Musikinstrumenten- Arbeitern wurde das Darlehn männliche und fast gar keine weiblichen Arbeiter, die gegen neun für erforderlich erachtet. In diese Kommission wurden Dürre, von 50 M. erlaffen. Zum Schluß wurde auf die am 9. August Beutel in be in der gesammten Fabrikation ausmachen, organisirt Abel, Kaminsky, Becker, Wittig, Hering und Daniel gewählt; stattfindende Dampferpartie aufmerksam gemacht. find. Aus diesem Grunde möge man erst den Erfolg der auch wurde eine Kommission zur Erledigung der Lokalfrage erBuchbinderbewegung abwarten und bis dahin eine leb- nannt. Die Versammlung rügte, daß Kollegen bei gesperrten haftere Agitation in den größeren Fabriken durch Abhaltung Firmen Parkettboden gelegt haben; die Angelegenheit soll unter von Werkstuben Versammlungen entfalten. 3umang und Galle sind derselben Meinung, indem sie be- der Nägel- und Materiallieferung. Frau sucht werden. Ferner erörterte die Versammlung noch die Frage dauern, daß gerade die Arbeiterinnen, auf die es in der Lohnbewegung in erster Linie ankommt, fast gar nicht zur hielt Dr. Weyl einen Vortrag über Berufskrankheiten. Heinrich In der Branchenversammlung der Gürtler am 6. Juli In Zeesen bei Königs Wusterhausen fand am Sonntag eine Organisation heranzuziehen sind; es sei aber Pflicht der männermahnte die Mitglieder, in den Sammlungen zum Unterfüßungs gut besuchte Volksversammlung statt. Genosse Jahn referirte Iichen Arbeiter, auf die weiblichen mehr als bisher anregend fonds ihre Pflicht zu thun. An der regen Diskussion betheiligten über das Thema: Das bürgerliche Recht und die besiglosen einzuwirken und sie zum Besuch der Versammlungen zu ver- fich Näther, Suder, Massatsch und Schulz. Klassen", indem er in leicht verständlicher Weise auf das soeben anlassen. Jahn und Greiffenberg warnen davor, wieder sich Mäther, Sucker, Massatsch und Schulz. im Reichstag angenommene Bürgerliche Gesetzbuch" hinwies und die in früheren Jahren begangenen Fehler von neuem zu machen, Ju der hiesigen Filiale des Allgemeinen Deutschen dessen Folgen für die gesammte arbeitende Klasse in eingehender beffer würde es wohl sein, sich schon jetzt, da die Chancen günstig, Tapezierer Vereins sprach am 8. Juli Friedmeyer über Weise erörterte. Eine Diskussion fand nicht statt, dagegen wiesen auf eine Lohnbewegung vorzubereiten. Hierauf wurde Frau die Verkürzung der Arbeitszeit" und las dazu einen darauf be- Arndt, Schüler, Jahn und Schulz auf die traurigen Michaelis zur Vertrauensperson gewählt. Die Arbeiter der züglichen Artikel aus der Neuen Beit" vor. Ju der Diskussion Rechtsverhältnisse der Gruben und Landarbeiter in der Firma Jakobson, welche am guten Montag" einen Ausflug sprach Aubert. Pönicke gab die Abrechnung vom Streit bei dortigen Gegend hin, gegen tach Neptunshain" planten, wurden daran erinnert, daß dieses Bodenheim und Meyer, wonach Einnahme und Ausgabe armen Arbeitern bei 1,50 bis 2 Mark Tagelohn geradezu hin, gegen welche anzufämpfen den Lokal zu Arbeiterversammlungen nicht hergegeben wird. 319,58 W. betragen. Sodann tamen noch einige interne Vereins unmöglich wird. Ist einem Arbeiter an der Maschine angelegenheiten zur Sprache. selbst ohne seine Schuld ein Malheur passirt, dann hat er bis Die Generalversammlung des Verbandes der Möbel 300 M. Strafe zu zahlen; das gleiche geschieht, wenn die Kohlenpolirer beschäftigte sich zunächst mit dem Vorstandsbericht. Die wagen( Lowrys) nicht in bestimmter Frist abgeladen sind. Um streifenden Hutmacher sind mit 200 M. unterstüßt worden, die mehr zu verdienen, werden die Arbeiter gedrängt, doppelte Schuhmacher mit 65 M., die Privatpost- Angestellten mit 25 M.; Schichten bis zu 18 Stunden pro Tag zu machen, ohne daß die an eigene Kollegen wurden 148 M. gezahlt. Die Versammlung Behörden davon Kenntniß erhalten; wer der Organisation anbewilligte den Webern im Eulengebirge sowie den russischen gehört, wird entlassen. Demgegenüber sei es aber recht noth Arbeitern je 50 M.; auf den Listen zur Unterstützung eines wendig, sich dem allgemeinen Verein der Arbeiter und Arbeitefranken Kollegen find 25 M. 25 Pf. gezeichnet worden. Ein vom rinnen anzuschließen. Zum Schluß wurde auf das am 26. Juli Vorstande abgelehnter Antrag auf Unterstützung eines weiblichen in Schuhmann's Lokal in Beesen stattfindende Sommerfest, hinMitgliedes wurde nach langer Debatte mit dem Zusage angewiesen. genommen, daß die betreffende so lange zu unterstützen sei, bis fie Arbeit finde. Das den Klavierarbeitern in Höhe von 600 m. gegebene Darlehn wurde gestrichen. An Einnahme und Bestand des laufenden Quartals sind 2540 m. ver„ Nachdem durch die lehte Umfrage vom 20. dieses Monats, zeichnet, ausgegeben wurden 1431 M.; es bleibt ein Bestand von bie außer den Mitgliedern der Junung auch eine große Anzahl 1109 M. Zum Kassirer der Zahlstelle Osten wählte die Veranderer Baugeschäfte umfaßte, festgestellt worden ist, daß ungeachtet sammlung den Kollegen Förster. Es wurde ferner beschlossen, aller gegentheiligen Behauptungen der Lohnkommission, auch zur zum Herbst eine Herrenpartie zu veranstalten; auch wurde Beit auf den meisten Bauten 10 Stunden gearbeitet wird, ist in darauf aufmerksam gemacht, daß zu der am 9. August stattber Jnnungsversammlung vom 2. d. M. von neuem der Be- findenden Dampferpartie nach Nedlitzsee bei Potsdam Billets chluß gefaßt worden, an der zehnstündigen Arbeitszeit durchaus à 1 M. an den Zahlstellen zu haben sind. festzuhalten. Wir bitten die Herren Kollegen, für die AufrechtDer Verein Berliner Droschkenfutscher hielt feine Miterhaltung dieses Beschlusses, nach besten Kräften zu sorgen und gliederversammlung für das dritte Vierteljahr wieder in den ihn überall da, wo es nur immer die Verhältnisse des feinzelnen Armin- Hallen ab. Nachdem in erster Linie der verstorbenen irgend erlauben, zur Durchführung zu bringen. Achtungsvoll Vereinsmitglieder August Horn, Gottlieb Erdmann S. Menzel." Gine öffentliche Versammlung der Maurer tagte am Dienstag im Feenpalast". Wie Silberschmidt in seinem einleitenden Referat anführte, hat sich die Situation in letzter Zeit nicht wesentlich verändert. Das bisher Errungene konnte im allgemeinen durch das geschlossene Vorgehen der Kollegen aufrecht erhalten werden, trotzdem die Arbeitgeber, die gegen wärtig den Muth nicht haben, offen die bewilligten Forderungen wieder zurückzuziehen, es an fortgesetzten Plänkeleien nicht fehlen lassen. Besonders versucht man sich derjenigen zu entledigen, welche die Mißstände auf den Bauten kritisiren und für deren Abschaffung eintreten. Allen voran läßt die Innung kein Mittel unversucht, die Erfolge der Arbeiter illusorisch zu machen, wie folgendes Rundschreiben, das sie nicht nur an die Mitglieder der Innung, sondern auch an die anderen Baugeschäfte versendet, beweift. Dasselbe lautet: " Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Süd= oft schule, Waldemarstr. 14: Deutsch.( Literatur des neunzehnten u. 179a: Geschichte.( Neuere Geschichte von der Reformation Jahrhunderts. Auffahlehre.) Herr Heinrich Schulz. Nordschule, bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Entwickelung des Cozialismus und der politischen Parteien Deutschlands.) Herr Dr. G. Pinn. Zeitschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. Die Schulräume find zur Benuzung der Bibliothek und des reichhaltigen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Basewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind au richten an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Der Redner forderte die Anwesenden auf, das Vorhaben worden war, erstattete der unb mag von Bronzinati in ehrender Weise gedacht Bonnertag hay but 1. mid 10. bes Shonats im Zozat von Bablet, Stefan wendig. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. ( 8weigverein Berlin.) Heute Abend 10 Uhr bei Röllich, Neue Friedrichstr. 44, im Bereinstalender find zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterArbeiter Randherbund Berlins und Umgegend. Menderungen straße Nr. 7, 1 Tr. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. alle Buschriften, den Bund betreffend find zu richten an: Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Hermann versammlung bei Wilte, Andreasstr. 26.( Statuten- Aenderung.) Arbeiter- Radfahrer- Verein Berlin. Heute abends 9 Uhr: GeneralAchtung, Bonditoren! Die regelmäßigen Vereinssigungen des LokalKnütter den Geschäfts- thaleritr. 57, abends 9 Uhr statt. Heute Vortrag des Kollegen Koch über: nach dem und Lokal Rosen= der Junung durch festen Zusammenhalt zu ereiteln und eventuell bericht für das verflossene zweite Vierteljahr. Demselben ist zu was wird aus dem alten Industrie- Arbeiter. Zahlreicher Besuch ist notheinmüthig die Arbeit niederzulegen, wenn einzelne Unternehmer entnehmen, daß im Vereinsbureau 179 Protokolle aufgenommen es wagen, der Aufforderung des geheimen Birkulars Folge zu und 460 Korrespondenzen erledigt worden sind. Im Fundleiften und den Arbeitern die 10stündige Arbeitszeit wieder auf- bureau gelangten 426 Fundsachen zur Einlieferung. Von diesen oftroyiren wollen. Weiter erläuterte der Redner die Vortheile wurden 195 von den Verlierern reklamirt und dafür von diesen des Systems der Arbeits- Kontrollfarten, das dazu angethan fein 324 Mark Finderlohn bezahlt. Neu beigetreten sind im foll, einen dauernden Zusammenschluß der Berliner Maurer zu verflossenen Vierteljahre dem Vereine 36 Mitglieder, die Gesammtermöglichen, um geregelte Arbeitsverhältniffe in jeder Beziehung summe derselben beträgt 846. Das Vereinsvermögen hat sich zu schaffen. Die hierauf folgende Diskussion war sehr rege und auf derselben Höhe erbalten; es wurden von demselben 50 M. theilweise persönlicher Natur. Von einigen Rednern wurde die den ausgesperrten Hutmachern bewilligt. Um dasselbe nicht unAbschaffung des Systems der Kontrollfarten, weil es zu um nöthiger Weise zu schmälern und um den troß der Gewerbefändlich sei, gewünscht, von Scheel und Graß wurde die Ausstellung im allgemeinen für die Droschkenfutscher sehr unReduzirung der Lohnkommission auf zwei Personen und Neu- günstigen Erwerbsverhältnissen Rechnung zu tragen, wurde von wahl derfelben befürwortet. Zur Annahme gelangte nach langer der Veranstaltung der üblichen Landpartie in diesem Jahre ab Debatte folgende Resolution: gefehen. Bur Berhandlung famen im weiteren verschiedene interne Vereinsangelegenheiten, die für die Deffentlichkeit ohne Interesse sind. = Versammlung. Erscheinen aller Mitglieder ift dringend nothwendig. Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen Berlins und Umgegend. Freitag, den 17. Jult, abends 8% Uhr, Koppenstr. 47, bei Lorenz, Generalversammlung. Dermischtes. " anzeiger" meldet: In der Nacht zu Mittwoch hat der DroschkenEin cheliches Tranerspiel. Der Breslauer Generaltutscher Paul Jäkel in der Endenstraße 13 in einem Anfall von Delirium seine Ehefrau mit einem Meffer zu tödten versucht. Er brachte ihr zahlreiche Wunden am Kopf und an den Händen bei, worauf er sich selbst die Kehle durchschnitt. Die sofort herbeigerufene Feuerwehr legte den Verletzten Nothverbände an und veranlaßte deren Ueberführung nach dem Hospital. Der Droschkentutscher starb nach einer Stunde. Die Verlegungen der Frau sind nicht lebensgefährlich. Die Eheleute waren sechs Jahre verheirathet und standen im Alter von 26 und 30 Jahren. anwalts Dstar Stein ist am linken Elbufer gefunden worden. Die öffentliche Maurerversammlung erkennt, daß, soll der Neunstundentag auch für die Zukunft erhalten bleiben und soll eine humane Behandlung seitens der Arbeitgeber und bessere Löhne erkämpft werden, es unter allen Umständen nothwendig Eine Mechaniker Versammlung, die am Montag in ist, daß kein zu den neuen Bedingungen arbeitender Kollege ohne Rabe's Saal in der Fichtestraße tagte und nur sehr schwach beArbeits- Kontrollkarte arbeitet, Die Kollegen verpflichten sich eine Resolution zu gunsten des Formerstreits an und diskutirte sucht war, nahm nach einem Referat des Kollegen Schwarz ferner, fräftig wie bisher für die Sammlungen einzutreten, Die Leiche des aus Dresden verschwundenen Staatsdamit auch in Zukunft allen Anfeindungen und Vergewaltigungen darauf über die verflossene Lohnbewegung der Mechaniker und des Unternehmerthums die Stirn geboten werden kann." die fünftig zu entfaltende Agitation, ohne in dieser Angelegenheit Begnadigung. Dem früheren Bürgermeister von Beschloffen wurde ferner, da der Andrang nach Arbeits. Beschlüsse zu faffen. Tambach, Glaser, derwegen Betruges zu einer längeren farten ein zu großer ift, als daß die Arbeiten von einer Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt Gefängnißstrafe verurtheilt worden war, ist, nachdem er in Etelle aus bewältigt werden könnten, für die nächsten am 11. Juli seine erste Delegirtensitzung nach dem Streit ab. Ichtershausen i. Th. einen Theil seiner Strafe verbüßt hat, der Abende in jeder Filiale einen Kollegen damit zu beauftragen, Der Vorsitzende gab seiner Befriedigung über den guten Besuch Rest der Strafzeit im Gnadenwege erlassen worden. Arbeits- Kontrollkarten für diejenigen, die in Besitz von Ausdruck und forderte die Anwesenden auf, nach Kräften an der Eine ländliche Idylle. Selbstmord durch Ertränken beStreiffarten find, auszustellen. In Nixdorf soll die Filiale Schaffung einer guten Organisation mitzuwirken. Sämmtliche ging der 77jährige Arbeiter Eduard Schleusener gleichfalls wieder eröffnet werden. Der Antrag auf Reduzirung Redner sprachen fich für Ausbau der jezigen Organisation aus. aus Viet. Derselbe war im Jahre 1895 von Sonnenburg nach der Lohnkommission wurde mit allen gegen 3 Stimmen abgelehnt. Die Erledigung des Antrags, das Markenfyftem einzuführen, Bieß zugezogen und wegen seiner Erwerbsunfähigteit Unter Verschiedenem wurde das unsolidarische Verhalten einiger wird vertagt. Der Vorsitzende richtete noch die Aufforderung an bald um Unterstützung eingekommen. Diese wurde Kollegen fritifirt; auch wurden die Mißstände von mehreren die Mitglieder, Unregelmäßigkeiten in Fabriken sofort dem Vor- ihm von der dortigen Gemeinde auch bewilligt, jedoch Lehnte Bauten besprochen; ferner beauftragte man die Lohn stand oder der Kontrollkommission zu melden, sowie überall der Ortsarmenverband Sonnenburg die Erstattung der tommiffion, Schritte zu Schritte zu unternehmen, um Remedur zu Delegirte zu wählen, wo solches noch nicht geschehen sei. Für gezahlten Unterstübungen mit dem Hinweise ab, daß Schl. in schaffen. Als Beitragssaminler für den Osten wurde neue Karten sind 35 Fabriken gemeldet. Es wurde noch ersucht, Sonnenburg ortsangehörig sei und daher die letztere Gemeinde Jentsch gewählt. In nächster Zeit soll eine weitere fämmtliche Billets bis zum 25. d. M. abzurechnen. darauf bestehen müsse, ihn in Selbstpflege zu nehmen. Als nun Baukontrolle vorgenommen werden, um der Junung von neuem Der Fachverein der Uhrmacher tagte am 11. Juli und infolge dessen an Schl. durch Beschluß der Gemeindevertretung zahlenmäßig nachzuweisen, daß die in dem Birkular aufgestellte beschloß die Auflösung des Vereins und den Uebertritt zum zeitiger Androhung der event. zwangsweisen Ueberführung, ging in Vieß ein Ausweisungsbefehl erging unter gleichBehauptung der Wahrheit nicht entspricht. Bekannt gegeben Berliner Metallarbeiter Verband. In die Liquidationser hin und ertränkte sich in der Warthe. Kurz zuvor hatte er wurde ferner, daß von Dr. Friedeberg das zweite Mal Er kommission wurden Laetsch, Scholz und Hennig gewählt. hebungen über die Lebenslage der Bauarbeiter vorgenommen noch geäußert, er würde, wenn er nach Sonnenburg zurück Die freie Kranken- und Begräbnißkaffe der Schuh: müßte, sich das Leben nehmen". werden, wozu die ausgegebenen Fragebogen genau auszufüllen macher und Berufsgenossen Berlins( E. H. 27) hielt am 13. Juli find. Zum Schluß wurde auf das 14. Stiftungsfest des Bereins ihre vierteljährliche Generalversammlung ab. Aus dem Kaffen- gemeldet: Dienstag Abend gerieth die Dahmenit SprengstoffBrand einer Sprengstoff Fabrik. Aus Castrop wird der Maurer, das am 25. Juli im Schweizer- Garten" stattfindet, bericht ergab sich, daß bei 490 Mitgliedern zur Zeit ein Kaffen- Fabrit bei Zeche Grin in Brand und wurde eingeäfchert. Eine aufmerksam gemacht und zur regen Theilnahme aufgefordert. vermögen von 15 012,11 m. vorhanden ist. Da der gesetzlich Katastrophe wurde dadurch verhület, daß die Sprengstoffe rechtIn einer Versammlung der streikenden Mükenmacher, vorgeschriebene Reservefonds nur 11 000 M. hoch zu sein braucht, zeitig in Sicherheit gebracht wurden. Personen find nicht verlegt. die am Mittwoch Vormittag im Schüßenhaufe tagte, berichtete wurde einstimmig beschlossen, das Krankengeld von 1,50 M. auf Der Schaden ist bedeutend, zahlreiche Arbeiter dürften brotlos Tompsen, daß von seiten kleinerer Fabrikanten der Wunsch 1,60 M. zu erhöhen und die Unterstützungsdauer von 18 auf 16 werden. geäußert wurde, Einigungsverhandlungen mit den Streifenden Wochen festzusetzen. Das Sterbegeld wurde auf 70, 90, 110 und Aus Linz wird berichtet: Bei Brückenschlagübungen der anzubahnen. Infolge dessen habe eine Zusammenkunft der Kom- 130 M. erhöht. Pioniere tippte Dienstag ein Ponton um. 3wei Pioniere find ertrunken. Borende Rechtsanwälte. Jm Pariser Gerichtspalast führten am Montag nach einer Verhandlung zwei gegnerische Rechtsanwälte, Chenu und Silvy, ältere, beruflich angesehene Herren, einen lebhaften Borgang auf. Nachdem sie Fausthiebe und Maulschellen in großer Zahl ausgetauscht hatten, brachte sie erst die Bemerkung eines Zuschauers, daß sie die Siebe boch nicht auf die Rechnung setzen tönnen", zur Besinnung. " anission mit etwa 20 Fabrikanten stattgefunden, die aber noch zu Eine Mitgliederversammlung des Vereins der Riften feinem Resultat geführt habe. Die anwesenden Fabrikanten macher beschäftigte sich am 13. Juli mit der Frage des Anzeigten sich zwar geneigt, den Streifenden entgegen zu kommen, schluffes an eine größere Organisation. Tschernig behandelte einzelne waren auch geneigt, die Forderungen zu bewilligen, die Frage in längerer Rede, der eine rege Diskussion folgte. jedoch wollte die Kommission mit diesen Fabrikanten Die Verfammlung beschloß, die Angelegenheit zu vertagen, bis allein feine Ginigung abschließen, ehe nicht die großen sich die Situation mehr geklärt hat. In der nächsten Versamm Fabrikanten willens sind, die Forderungen der der Strei- lung soll eine Rommission gewählt werden, die sich mit der tenden anzuerkennen. Die Fabrikanten würden am Don Frage zu befassen hat. Die Arbeitsniederlegung in der Werkstatt Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 16. Juli, abends 81 Uhr, Sterbekaffe Künstl. ehemaliger Pflug'icher Arbeiter. l. 3 hne. Hegel'sche Kaffe. General Versammlung = 26736 am 26. Juli 1896, vorm. 92 Uhr, bei im Lokale der Arminhallen, Kommandantenstrasse 21: Gründel, Brunnenstr. 188. General- Dersammlung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonntag, den 19. Juli ein Familien- Ausflug nach Köpenick, Lokal" Pferdebucht", stattfindet. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 240/17 Der Vorstand. Achtung! Achtung! Den Parteigenossen des Wahlkreises für Teltow Beeskow- Charlottenburg zur Nachricht, daß die Partei- Versammlung, welche zu heute, Donnerstag, für Charlottenburg angezeigt ist, umständehalber nicht stattfindet. Aug. Schnell, Vertrauensmann. 206/5 Oeffentl. Versammlung sämmtlicher nach Zentralisation strebenden Krankenkassen- Mitglieder am Donnerstag, den 16. Juli, abends 81, Uhr, Tagesordnung: . Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. Theilzahlung pr. Woche 1 M. Bücher aller Art suche zu kaufen B. Simonssohn's Buchhandlung, 1. Protokollverlesung der lekten 96076 Berlin N., Invalidenstr. 138. Generalversammlung. 2. Kassenbericht Unserem Stellennachweiser Heinrich zu seinem heutigen Geburtstage die besten Glückwünsche und ein Hoch, daß die ganze Holzmarktstraße schaukelt. Die Arbeitsscheuen. 2666b Parteigenossen, Freunde, Bekannte! Dienstag, den 14. Juli cr., vormittags 11 Uhr, entschlief sanft nach langen und Bericht der Revision. 3. Festsehung Möbel- Verkauf Louise Windhorst der Zeitungen zur Publikation 1897. 4. Verschiedenes. im 60. Lebensjahre. Um stilles Beileid J. Windhorst, Um zahlreiches Erscheinen wird ge- des Möbelspeichers Rosenthaler- bitten beten. Das Mitgliedsbuch legitimirt. strasse 13. Wegen beabsichtigter nebst Tochter, Schwiegersohn, Schwager, Der Vorstand. Vergrößerung meiner Räumlichkeiten Schwägerin und Nichten. Otto Winkler, Vors., Ackerstr. 164. verkaufe ich mein Waarenlager zu noch Die Beerdigung findet am 17. Juli, nie dagewesenen Preisen. Zum Umzuge nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des und für Brautleute ist somit die einzig St. Georgen- Kirchhofes, Landsberger reelle Kranken- und Begräbnißkasse de Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, Alee 21/23, aus ſtatt. der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen zu Berlin. ( E. H. Nr. 24.) Sonnabend, den 25. Juli 1896, abends 81/2 Uhr: General- Versammlung im Englischen Hof, Neue Roßstr. 3. Tagesordnung: 1. Raffenbericht pro II. Quartal 1896. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Raffenangelegenheiten. wartet 26/19 Der Vorstand. Fr. Freudenreich, Bruno Gröblehner, Vorsitzender, Rassirer, Wißmannstr. 18 I. Wasserthorstr. 14 i. 2. 4000 26716 fowie einzelne Stücke gediegen und billigst einzukaufen. Man lasse sich nicht durch unmögliche Anpreisungen blenden, son- 3/ 10- Bierseidel sind sofort zu verkaufen, dern besichtige fich die Möbel, welche auch in fleinen Poſten. Wilh. Jacob, Treptow, Partrestaurant. Arbeitsmarkt. Achtung! Präger und Prägerinnen! man kaufen will, genau und vergleiche dieselben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Preisen. Berfaufe ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stücke ganz bedeutend billiger als jeder andere Möbelhändler. Auch größtes Lager gebrauchter und verliehen Achtung! gewesener Möbel zu wahrhaften SpottDas Erscheinen aller Mitglieder er preifen: Kleiderspind 15 Markt, Nußbaum- Kleiderfpind 30, Muschel- KleiderWegen Lohndifferenzen in der spind 35, Kommode 9, Sopha 16, Prägerei von F. Priester u. Eyck, Bettstelle mit Sprungfedermatraße und Andreasstr. 32, haben sämmtliche Keilkissen 18, Spiegel 9, Stühle 2, Präger die Arbeit niedergelegt. Nußbaumtrumeaux mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Zuzug ist fern zu halten! Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine 103/8] Nußbaum- und Mahagoni- Möbel spottbillig. Auch gebe ich Einrichtungen auf 1. Die Zentralisation der Berliner Orts- Krankenkassen und der Sprech- Schühenstr. 2 nur noch bis 1. Ottb. 96 Theilzahlung. Kein Abzahlungsgeschäft. faal- Artikel der Zentralisations- Kommission. 2. Diskussion. paffendste Gelegenheit für Brautleute. Eigene Tapezierwerkstätten, vier große Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Verkaufe ganze Wohnungs Einrich- Möbelspeicher. Gekaufte Möbel können tungen von 100 bis 600 Mart, hoch- tostenfrei auf meinen Lagerspeichern feine bis 5000 Mart. Speziell verkaufe 3 Monate stehen bleiben und werden dann ich gebrauchte, durch Gelegenheit an- durch eigene Gespanne sauber trans gekaufte herrschaftliche Möbel und portirt und aufgestellt, auch nach Polsterwaaren zu ganz billigen Preisen; außerhalb. Wohnungs- Einrichtungen auf Ab zahlung. spind, Sopha, Bettstelle mit Sprungim Lokale von Cohn, Beuthstraße 20-22( großer Saal). Möbel- Verkauf 266,6 Tages Ordnung: Der Einberufer: Jäger. Verband der Buchbinder 2c. Unseres am Montag, den 20. Juli stattfindenden Sommerfeſtes Sonnabend, den 18. Juli findet unsere Generalversammlung am ( Annonce in der Sonnabend- Nummer d. Bl.) statt. Der Vorstand. wegen 26/18 0 Der Vertrauensmann. Achtung! Achtung! Holzarbeiter! Die Lohndifferenzen bei Geb. König, Demminerstr. 6, sind erledigt. Die Forde rungen der Kollegen find bewilligt. Ferner haben wir mitzutheilen, daß 8 Kollegen der Werkstatt von Julius Seifert, Lichtenbergerstr. 5, wegen niedergelegt haben. auch gebe neue ganze leider Für Landpartien und Maßregelung von 2 Kollegen die Arbeit federboden, gebraucht, à 18 M., Küchen- Sommerfeste spind, Kommode, gebrauchte, à 12 M., empfehlen wir in großer Auswahl: Waschtoilette 16 M., nußbaum- und mahagoni fournirte Kleiderspinde, Stoklaternen, Lampions, Die Ortsverwaltung des Holzarbeiter Verbandes. " Achtung, Steinarbeiter Berlins und Umgegend. e à 36 M., Musselspunde Fahnen, Papier- Mühen, Achtung, Holzarbeiter Rirdorfs Sonntag, den 19. Juli, vormittags 10 Uhr, im Lokal ,, Englischer Garten", Alexanderstrasse 27c Große Steinarbeiter- Versammlung. Tages Ordnung: à 45 M., Schlafsophas mit Auszug à 36 M., echt nußbaum Trumeaux Vapier- Schärpen, Radauà 60 M., Salongarnituren von 75 M. Fläten, sowie Verkoosungsgegenst. au, Paneelfopha mit Plüscheinfassung von 75 M. an, Kulissentische, Büffets, mit Ansichten d. 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Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins find freundlichst eingeladen und gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Billets für Damen à 25 Pf., für Herren à 50 Pf. sind vorher bei den unterzeichneten Komiteemitgliedern zu haben. Klebb, Mariendorferstr. 2; Menzel, Frankfurter Alle 116a; Schultz, Pappel Allee 5à, Qugeb. 3 Tr.; Kraft, Putbuserstr. 33, v. 2 Tr.; Schwanz, Wriebenerftraße 24, v. 3. Tr.; Brunzel, Wilsnackerstr. 61, Stfl. 3 Tr.; Posst, Schwedterstraße 22, Qugeb. 8 Tr.; Schneider, Plan- Ufer 31, H. 2 Tr.; Petermann, Reinickendorferstr. 65, v. 4 Tr. Außerdem: bei Herrn Bandelow, Langefir. 13, im Restaurant; Herrn Silberberg, Barnimftr. 2, im Restaurant; Herrn Schmidt, Münchebergerstr. 28, im Restaurant. Das Komitee. J. A.: August Klebb, Mariendorferstr. 2. Achtung! Schuhmacher! Sonntag, den 19. Juli: Gr. Dampferpartie mit Musik nach Karolinenhof( zwischen Grünau und Schmödwig). Im Walde: Beluftigungen aller Art. Abfahrt früh 7 Uhr von Jannowizbrücke( Restaurant Belvedere"). " P und Berlin. 801/15 In der Luxus- Möbel- Fabrit von C. Förtsch haben sämmtliche Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder gelegt. Bitte Zuzug fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. ( Filiale Rigdorf.) Cartonarbeiterinnen verl., gute Preise dauernde Beschäft. Wolff, Neue Frie Stühle, Spiegel, alles ganz billig. Kaiser Wilhelmstr. 19a. Niemand sollte versäumen, mein allfeitig bekanntes großes Lager zu be: Papiergroßhandlg. Papierwaarenfabr brichstraße 48. sichtigen, ohne Kaufzwang. Gekaufte Möbel- Kaufgelegenheit, Möbel werden 3 Monate toftenfrei aufbewahrt, durch eigene Gespanne in Die Wohnung gebracht und aufgestellt. Ausschneiden und abgeben. Gratis erhält Inhaber dieser Annonce( welcher meine Bäder noch nicht versucht) zur Probe ein 54992* Loh- Tanninbad, sicherste Heilung bei allen Haut-, Blut- u. Frauenkrankheiten, Folgen v.Quecksilberfuren, Magen-, Nerven, Nieren- und Blasenleiden, bewährt gegen Gicht und Rheumatismus. 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Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. 103/ e