Der Watt der Demokratie Massenaufmarsch gegen Llngeist und Diktaturgelüste Tclte» hat fich i»a6 Verbot von Kundgebungen unter freiem Himmel so störend bemerkbar ge- macht, als am«onntag, da die Eiserne Front zu ihrer großen Kundgebung aufgerufen hatte. (*s gibt keinen Saal in Berlin, der groß genug wäre, die Massen aufzunehmen, die gewillt sind, in der Front der Republik zu kämpfen. Die Veranstaltung, die gestern im Sportpalast stattfand, war stundenlang von Beginn bereits abgesperrt. Der Saal und die Ränge waren überfüllt, trotzdem die Saalfläche ohne jeden Stuhl ge- blieben war. Mann an Mann standen die Massen. Aber Z e h n t a u s e n d e. die herbeigeeilt waren, mußten ohne (Einlaß umkehren! Selten hat wohl Berlin eine Demonstration von einer solchen geschlossenen Einmütigkeit und un» erhörten Wucht gesehen als diese. In musterhafter Hal- tung nahmen die Zwanzigtausend die Vorträge der vier Redner entgegen, und nur ein einziges Mal rief aus der fernsten Ecke des Saales bei dem Bortrag Höltermanns eine einsame Stimme dazwischen. Und das war wirklich d i e Stimme des Volkes, denn sie fragte laut uud deut« lich:„Warum wird denn den Republikanern nicht endlich die Straße freigegeben?" Oer Aufmarsch. In Z0 Maua breiter �fronl über die ganze Breite des leeren Barkevs hinweg marschierte das Reichsbanner-Tambourlorps an, dahinter in erster Reihe die Führer der Partei, der Gewerkschasten. der Arbeitersporller und des Reichsbanners, itad nun die roten Bonner der Partei, die farbigen der Gewerkschaften, die schwarz- rotgoldcnen des Reichsbanners, die Banner und Fahnen des Ar- beitersports und der Arbeiterjugend. Zu musterhasler Ordnung die gewaltigen Massen der gewerkschaftlichen hammerschaflen— voran die uniformierten Abordnungen der Postbeamten und der BVG.- Angestelllcn—, des Zungbanners und der Arbeitersportler, im Hintergrund Arbeitersamariler und Arbeiterjugend! Eine einzigartige Truppe zum Schuh von Volk und Reich bereit! ** * lim Punkt 17 Uhr wurde die Riesentmidgebung durch den©au» Vorsitzenden des Berliner Reichsbanners, Johannes Stelling, er- öffnet. Unter stürmischem Beifall führte er aus, daß die Eiserne Front nicht den Bürgerkrieg wolle, sondern die Bewahrung des deutschen Bolkes vor fafchistifchcm Elend und Diktatur. Die Träger der Eisernen Front sind nicht frühere Prinzen und be- schäftigungslose Ofiiziere, nicht Söldlinge des Kapitals und be- zahlte Mordbubcn, sondern deutsche Proletarier, von denen viele, ollzuvicle leider arbeitslos sind. Die Eiserne Front ist der lzort der deutschen Freiheit.(Langanhaltendc Zustimmung.) Bon dieser Tribüne aus hat Herr Goebbels erklärt, daß, wer in diesem Fahre das Spiel verlöre, es für immer verloren habe. Wir treiben kein Spiel, wir meinen es bitter ernst. Und wir wollen, daß 1932 das Jahr der Niederlage des deutschen Faschismus wird. Wir werden siegen, weil wir siegen wollen. Stelling gab sodann dem Dichter Mar Barchel das Wort, der in zündendem Vortrag einen für diesen Tag entstandenen Prolog zu Gehör brachte, gipfelnd in dem Bekenntnis: „Wir wollen nicht das Dritte, Wir alle wollen das Reich, wo jeder in unserer Mitte Frei ist und brudergleich. Eiserne Front!" Als erster Redner nahm, herzlich begrüßt, Arlur Erispien das Wort:„Die Parole der Eisernen Front ist:„Für Volks- rechte— gegen Diktatur! Unter diesem Kampsziel haben sich in ihr die demokratischen und sozialistischen, politischen, gcwerk- schaftlichen und kulturellen Organisationen für ein Kampfziel ver- einigt. Allen Einzclfrogen und Sonderwünschen steht die Rot- weudigkeil der Erhaltung der Grundlage miserer republikanischen Verfassung voran: die Staatsgewalt geht vom Volke aus' Um dieses Grundgesetz ist der Kamps entfesselt. Fällt das Recht des Bolkes, Träger und Vollstrecker der Staatsgewall zu fein, dann hären wir auf, freie Bürger einer Republik zu sein, deren Wesen von der politischen Reife der Staatsbürger bestimmt wird. ,'Lebhafte Zustimmung.) Die faschistischen Harzburger, ein Sammel- summ von herrschsüchtigen und Änechtseeligen mit ibren Gewalt- Haufen und Terrorbanden beten die Weisheit einer finstereu Zeit Wirk auf die Vlaffen im Sporlpalafl/ an, daß der Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Milleln ist. Bürgerkrieg und Bölkertrieg, das ist ihrer Weisheit letzter Schluß. Die hohcnzollern und die B a» k k a p i t a l i st e n, die S ch w c ri n d u st r i c l l e n und die Großagrarier haben in den Nationalsozialisten willige Kreaturen. Crispien wandte sich sodann gegen die politischen Brunnenvergifter und Verleumder und sagte unter an- haltender Zustimmung: Für diese Sorte von Patrioten ist Deutsch- land ein polltisches Versuchskaninchen. Sie brüllen:„Südtirol ver- recke!" und wagen es, mir das wort vom Vaterland im Munde zu verdrehen. Es sei auch hier einmal festgestellt, daß ich nie etwas gesagt oder getan habe, was deutschfeindlich gewesen wäre. Ich habe wiederholt die sinnlose Politik der kapitalistischen Sriegslreiber angeklagi, durch die die Menschen gegeneinander gehetzt werden, durch die Europa balkanisiert worden st. Demgegenüber bin ich immer eingelreien für eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland als die wichtigste Vorbedingung für den Weltfrieden; für die Ver- cinigung der Böller Europas in einem größeren gemeinsamen Vaterland: für die Verbrüderung der Völker ver Erde. Sind die Menschen nicht aus ihren winzigen Urhordcn aufgestiegen in immer größere Gemeinschaften bis zu den modernen Nationalstaaten! Und erzwingt die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung nicht die Verständigung und die Vereinigung von Nationalstaaten in United States und Kontinenten! Nur geistig Beschränkte können das über- sehen. Oder es handelt sich um politische Brunnenvergister. Crispien schilderte sodann Hitlers Umfall beim Münchener Bräutellerputsch von 1923. Er, der er- klärt hatte, daß der nächste Tag entweder in Deutschland eine nationale Regierung oder aber chn und die Seinen tot fände, ver» schwand im Automobil und hiell sich vecborgon. Trotz aller Legalllätsschwüre ist die Hitler-Partei eine Partei dos Aufruhrs und des Bürgerkriegs, der Diktatur und des Terror. Zu den wichtigsten Aufgaben der Eisernen Front gehört es, auch die irre- geführten Masten auf die Bahn einer vernünftigen Betätigung zu führen. Die Mehrheit des Volkes muh sich zusammenfinden, um den Jßinks:.Arlur Crifpien am Stednerpull Saboteuren der Republik auf allen Gebieten, auch in den Zweigen der Staatsverwaltung, das Handwerk zu legen. Die Faschisten kommen nicht zur Machi, wenn wir nicht wollen. Und wir wollen nicht! (Stürmischer Beifall.) Wenn die faschistischen Banden anstürmen, dann werden sie sich an der Eisernen Front die Köpfe ein- rennen.(Stürmische Zustimmung.) Wen» die Faschisten ihre langen Messer zücken, dann drücken wir die Banditen mll eiserner Faust in den Staub.(Neue begeisterte Zustimmung.) Vorwärts du Eiserne Front! Zahllos ist deiner Feinde Schar, schwer und opfer- voll ist dein Kampf, doch eisern ist dein Wollen, eisern dein Mut, eisern dein Glaube an den Sieg, und groß und Herr- lich ist dein Ziel!(Langanhaltender Beifall.) Als Vertreter der freien Gewerkschaften sprach Wilhelm Eggerl: Für die deutschen Gewerkschaften wäre der Faschismus, könnte er sich sieghaft erheben, eine tödliche Gefahr. Denn der Faschismus erkennt die heutigen Gewerkschaften nicht an. In seiner Ideologie und in seiner Politik haben Gewerkschaften als Organe der Selbst- Hilfe der Arbeiterklasse keinen Raum. Dafür zeugt nicht mir sein ver- herrlichtes Vorbild Italien, dafür zeugen nicht nur feine vertraulichen Beziehungen zum industriellen Unternehmertum, dafür zeugt vor allein sein eigenes, freilich sehr dürftiges Gewerkfchaftsprogramm. Die Gewerkschaften sollen zerschlagen, sollen als Werkzeuge den Auf- stieg der Arbeiter, Angestellten und Beamten unmöglich gemacht werden. Mit dieser Zielsetzung ist die Politik der Nazis als ein ungeheures Attentat auf die Lebensbedingungen des gesamten Arbeitertums entlarvt. Die Nationalsozialisten sagen: Die Er- oberung der Betriebe wird die größte historische Tot der NSDAP, gegen den Marxismus sein. Das wird ein kühner Traum bleiben.(Stürmische Zustimmung.) Sie werden sich die Schädel an der Eisernen Front einrennen. Wer wir müssen wachsam sein. Die Aufgabe der Hammerschasten in der Eisernen Front ist klar vorgezeichnet. Sie müssen tn den Betrieben, in den Kontoren und in der öffentlichen Verwaltung die Volksgenosten über das wahre Wesen des Faschismus und seine Gefährlichkeit für die gesamte freiheitlich gesinnte Geisteswelt auf- klären. Sie müssen ihn seiner schillernden Höhe entkleiden, so daß jeder Werktätige erkennt, daß der Faschismus in Wahrheit nichts BERLIN Mittag 1. Zebruar 1932 10 Pf. Tir. 52 B 26 49. Zahrganfl Erscheinttäglich außerSountags. -iiizlcich lei ,2?ctn)ärtl'. für idt?! n< g a 1 1 n 75 Tf. rr» Woche, 3,25 M. uro Mono! (dooon 87 Pf. mcMtiich für Zmiellnng int.haut) INI vorant iotldar.® o(l 8 e i n 9 3.97 M. einschließlich 60 ff. P oftieilungt- und 72 Pf. Postbeflellgcbülireil. SfuUaotyaße x/ei fMnHdasfa JlnjefgertteU: Dir cmfpalitgr Wiliimelcr«eilr Zu PI.. Neilamezeile 2.— M. Ermäßigungcn nach Tarif. B ostichcckfonlo: Worwärlt-Lerlag G.m. b.H., Berlin Rr. 37 536.- Der Verlag behält sich das Recht der Äblchnung nicht genehmer Zlnjclgrn vor! Redektio» und Exvedition: Berlin ED 68. LindenOr. 3 Ecrusprechcr: Dönhoff(A 7) 232—297. Hitler gegen Hindenburg Adolf will kandidieren— Deutsche Gtaatsbürgerfchast erschoben? imdews ist ah die Zusommeickallung aller reaktionären Mächte. Doshalb rufen wir zum Kampfe: Kommt zu uns zur Eiserne» Front, nieder mit dem Faschismus, hoch die Fahnen des Friedens und der Freiheit!(Anhaltender Beifall.) Für die Arbeitersportler ergriff Cornelius Geliert das Wort.„Im Augenblick höchster Gefahr erkennen die sozialistisch- republikanisch organisierten Arbeitermassen die Notwendigkeit der geschlossenen Abwehr. Partei. Gewerkschaften, Arbeitersportler und Reichsbanner st e h e n zusammen für den Schutz der Deutschen Republik. Die Arbeitermassen sind der festen Ueberzeugung. daß nur, ober nur auf dem Boden der Demokratie' und der Republik es möglich fein kann, einen weiteren Ausbau der politischen und persönlichen Freiheit des einzelnen und damit die Freiheit in der Gesamtheit durchzuführen. Der Redner behandelte sodann unter immer neuer Zustimmung die besonderen Gefahren, die der Arbeirerkultur und in chr dem Arbeitersport vom Faschismus her drohen." Besonders der Gedanke der sozialistischen Kultur hat es den Nationalsozialisten angetan, und täglich lesen wir von Ueberfällen auf Personen und Einrichtungen der Arbeiterklasse. Di« sozialen Voraussetzungen für alle kulturellen Bestrebungen sollen aufgehoben werden: Arbeitszeilverlängerung, Arbeilsdienstpslicht, geringe Löhne und Aufhebung des Arbeits- und Streitrechts würden verbunden werden mst der Beseitigung des Vereinsrechts und des Rechtes der freien Betätigung auf kulturellem Gebiete. Die Zer- ftörung der von der Arbeitersportbewegung geschaffenen Einrich- tungen, deren Wert sich in Deutschland auf weit über 3» Millionen Mark beläuft, ist eines der Ziele der Nationalsozialisten. Die ge- schaffenen Sportplätze, Bäder usw. die unter der vielseitigen Arbeit ehrlich denkender Sozialisten entstanden sind, würden das Angriffs- objekt der Faschisten darstellen. Weil wir das erkannt haben, stehen wir Arbeitersportler mst in der Eisernen Front. Die Massen der Eisernen Front, geübt im ehernen Takte des Marsches, geübt in der Handhabung eisenharter Sehnen und Nerven, wird den Kampf führen für die Deutsche Republik. Die Eiserne Front wird leben, sie wird kämpfen und sie wstd siegen.(Stürmischer Beifall.) Mit begeistertem Frei-cheil begrüßt, trat der Bundesvorsitzende des Reichsbanners Sarl HSllermnnn an das Rednerpult. Er stellte seine Ansprache unter das Motto „Tritt gefaßt, Fahnen frei!"„So seid Ihr einmarschiert, Kameraden dar Schufo, der Sportler und der Hammerschaften, und jubelnd habt Ihr Berliner Frauen und Männer rings auf den Tribünen die Fahnen der republikanischen Frechest begrüßt. Jetzt, da Freihest und Fahnen bedroht sind, fühlen wir, wie teuer sie uns sind. Sürgerkriegsarween, besoldet au» entzogenen Löhnen und Gehältern, sollten den letzten Widerstand brechen. Schon sahen sich die Hitler und Hugenberg, die Thyssen. Frick und Epp am Ziel. Schon glaubten sie sich als despotische Herrscher über das gesamte deutsche Volk, schon meldeten sich die Scharen der Parteibuch- anwärter auf fette Staatspfründen, und schon freute sich das Korps der Fememörder auf die Freinacht der langen Messer. Ist das ein Wunder? warum duldet der Staat, daß mit Millionen entzogener Löhne und Steuern eine Partelarmee gegen ihn auf- gestellt wird, warum duldet er. daß Millionen zu Propaganda gegen ihn verwendet werden? Ist's ein Wunder, daß Hitler sich fühtt wie der leibhaftige Statthalter Gottes, wenn Kanzler und Reichs- innenmini st er tagelang so tun, als könne selbst ein Hindenburg nur von Hitlers Gnaden Reichspräsident bleiben? Warum wird geduldet, daß Hiller vor dem Ausland sich aufspiell wie ein Reichsverweser? Was ist da» für ein Staat, der Richter duldet, die Richter für befangen erklären, weil sie Anhänger diese» Staate» sind? Was ist das für ew Staat, in dessen Amtsstuben und in dessen Machtkörpern sich Beamte breit machen, wie jener Polizeimajor, der Bürger festnimmt, well sie ein Hoch auf seinen vorgesetzten Minister ausbringt. Ist's ein Wunder, daß der Glaube sich breit macht, es sei Deutschlands unentrinnbares Schicksal, ans Hakenkreuz des Drillen Reichs geschlagen zu werden? Wir wollen aber nicht nur andere anklagen! W i r a l l e s i n d mitverantwortlich und mitschuldig! Wir alle haben uns zu sicher gefühlt! Wir wollen aber keine Minute mehr mst Selbst- anklagen oerschwenden. Wir wollen Zell und Kraft nicht vergeuden im Suchen nach Sündenböcken in den eigenen Reihen. Wir haben keine Zell zu verlieren und wir wollen keine Zeit verlieren. Wir wollen alle Bersäumnisse, wir wollen alle eigene Schuld und Lässig» kell auf einmal tilgen. Spät zwar, aber nicht zu spät, sind die deutschen Republikaner aus der Verteidigung zum Angriff über- gegangen. Lange genug hat man uns das„Deutschland erwache" in die Ohren gebrüllt. Das Deutschland der Republik ist erwacht! Spät zwar, ntchii zu spät haben die deutschen Repu- blikaner begriffen, daß sie die eigene Kraft nur zu entwickeln und zu organisieren haben. Eiserne Front? Das Wort lief mit der Urgewall einer Bolkserregung durch das politische Deutschland. Gestern noch waren die Gegner der Demokratie so sicher, den Staat von Weimar zwischen Hakenkreuz und Sowjetstern zu erdrücken. Gestern noch spotteten sie über die Eiserne Front. Heute schreien sie um Hilf«, und wenn ihr es wollt, ist über Hahr und Tag der ganze Hitler- Spuk verflogen. (Stürmischer Beifall.) Di« Eiserne Front ist kein« Parteisache, sie ist die Gemeinschaft aller kampswilligen Republikaner. Sie will jenen potstischen Tatwillen schaffen, aus dem allein die frische Gestaltungskraft fließen kann, die zum wirtschaftlichen Wiederaufstieg führt. Der Eintrist in die Eiserne Front ist eine staats- politische, keine parteipolitische Bindung. Frei soll der sozialistische Arbeller seine besonderen politischen Ziele verfolgen können, frei soll aber auch der demokratisch gesinnte Bürger für seine Ideale werben. Wir rufen alle freiheitlich gesinnten Männer und Frauen ans, sich klar zu entscheiden und sich einzutragen in das Eiserne Buch. Mr wollen wissen, wenn der Sieg errungen ist, wer in den Tagen des Kampfe, zu uns und zu diesem Staat sich bekannt hat. Euch Berliner Republikaner, euch Kameraden der Schuso, d«r Sportler und der Hammerschaften hat die Geschichte eine b e- sondere Aufgabe gestellt: Ihr müßt die H a u p t st a d t der Deutschen Republik gegen die Verbündeten von Hakenkreuz und Sowjetstern für die Republik«robern. Vorwärts Berliner! Februar, März und April, drei Monate habt chr Zest. Sorgt dafür, daß das Berliner Pflaster zu heiß wird für' alle Feinds der Republik! Vorwärts in den Komps, vorwärts in den Sieg!(Stürmischer, von Frei-Hell-Rufen unterbrochener Beifall.) Nach einem Schlußwort des Kameraden Stelling und dem gemeinsamen Gesang von„Brüder zur Sonne, zur Freihest" endete die Kundgebung mst dem Ausmarsch der Fal)nen. Das Montagsblatt des Kapstäns Ehrhardt, das sich über die Vorgänge im Hstler-Lager sehr unterrichtet gezeigt hat, will erfahren haben, daß Hitler gegen Hindenburg kandidieren werde. Es schreibt: „Wie wir hören, ist nunmehr ernstlich damit zu rechnen, daß die NSDAP, zur Reichspräsidentenwohl doch einen eigenen Kan- didaten aufstellt. Dieser Kandidat wstd Adolf Hitler selbst sein. Di« Aktion der unteren Parieistellen, ihre., Führer zu einer Em- willigung in diese Kandidatur zu bewegen, ist im vollen Gange. Aus allen Kreisen der groeßn Organisation treffen in München ständig Kundgebungen ein, die den Widerstand Hstlers gegen seine eigene Ausstellung gegen Hindenburg brechen sollen. Wem bekannt ist, wie sehr Massenstimmungen auf Hitter einwirken, der mutz von seiner ettdgülligen Einwilligung schon jetzt überzeugt sein. Es erhebt sich dabei die Frage nach einer verfassungsrechtlichen Möglichkest hin. den bisher Staatenlosen, zu wählen, also ihm die deutsche Staatsbürgerschaft zu verschaffen. Hier hören wir nun, daß man in dieser Hinsicht im„Braunen Haus" schon gut vorgearbettet hat. Es heißt, daß Hiller bereits deutscher Staatsbürger ist! Anscheinend ist er von einer der nationalsozialistischen Länderregierungen— etwa Braunschweig oder Thüringen— vorübergehend und formell zum Staats- b e a m t e n ernannt worden, wodurch er die deutsche Staats- bürgerschaft erworben hätte. Diele inzwischen erfolgte Ein- bürgerung Hitlers ist das große Geheimnis des Braunen Hauses. Die Urkunde über die Ernennung Hitlers zum Staatsbeamten liegt nach unserer Kenntnis unter streng bewachtem Verschluß im Münche- ner Palais der Partei. Wie wir hören, rechnet man auch in maß- gebenden amtlichen Kreisen damst. daß die NSDAP, überraschend mst ihrem Geheimnis hervortreten wird." preußischer Zentrumstag. Vorbereitung zu den Neuwahlen. Am Sonntag tagte in Berlin der erweiterte Vorstand der preußischen Zentrumspartei. Außer zahsteichen Dele- gationen aus Preußen wohnten den Verhandlungen die Borstands- mstglieder der Reichstagsjraktwn des Zentrums und zahlreiche preußische Abgeordnete bei. Das einlestende Referat über das Thema „Bier Jahre Staatspolitik in Preußen und vier Jahre Polstik der preußischen Zentrumsfraktion" hielt in Vertretung des schwer erkrankten Dr. Heß der Wohlfahrtsminister Hirtsiefer. Seine Rechtfertigung der preußischen Zentrumspolstik in den letzten vier Iahren, besonders aber seine scharfe Abrechnung mit den national- sozialistischen Bandenhaufen fand in der siebenstündigen Debaste einmütige Billigung. Heß selbst hatte einen Brief übermittelt, in dem er für die Zukunft folgende Zentrumsparole ausgibt:.Lch verstaue auf den guten alten Zentrumsgeist, der der preußischen Zentrums- Partei in einer tzOsährigen Geschichte in Fleisch und Blut über- gegangen ist. Das Ziri unserer Preußenpolitik wie aller Zentrums- Politik muß absolute preußische Unabhängigkeit nach allen Seiten sein. Mst dieser takttschen Zielsetzung wollen wir in den Wahlkampf ziehen..." Wohlfahrtsminister Hirtsiefer begann sein Referat mit der Fest- stellung, daß der preußische Landtag am 8. Mai neu gewählt werden wird. Er hielt dann einen Rückblick auf die letzten vier Jahre der Preußenpolittk. Wie immer, habe die repu- blikanische Regierung Preußens auch in diesen vier Iahren eine stetige, nach besten Kräften aufbauende Politik getrieben. Dadurch habe Preußen wesentlich dazu beigestagen, daß die Dinge im Reich bisher einen ungehinderten Fortgang hätten nehmen können. Vor allem habe Preußen in den letzten 13 Jahren eine besondere Mission auch insofern erfüllt, als es durch feine polstifche Stettgkest eine Gewähr dafür geboten habe, daß sich die Dinge im Inneren Deutschlands in Ruhe und Ordnung westereistwickest hätten und der Reichsregierung dadurch die Möglichkest geschaffen worden sei, das Berstauen zu Deutschland im Ausland wiederherzustellen. Hirtsiefer schloß: Preußen hatte eine der ersten Regierungen der Großen Koalstion in Deutschland durch die Regierung Braun vom Herbst 1921 bis Anfang 1923. Wir werden auch in Zukunft stets bereit sein, mit jedem mitzu- arbeiten, der mst uns ehrliche Koalstionspolittk machen will." Am Schluß der Veranstaltung stellte deren Vorsitzender fest, daß Wenn diese Angaben stimmen, würde der Bewerber um die Reichspräsidentschast seine Kandidatur mst einer geheimen Schiebung begonnen hoben. Sahms Hindenburg-Ausschuß. Oberbürgermeister S a h m hat die Borbereitungen zur Bildung eines Wahlausschusses für Hindenburg beendet. Die offizielle Bildung des Ausschusses erfolgt heute nachmittag im Hotel Continental. Slahlhelm-Berlegenheiten. Der Stahlhelm ist in schwerer Verlegenheit. Soll er vor Hitler kapitulieren? Soll er seinem Ehrenpräsidenten in den Rücken fallen? Der Ausdruck dieser Verlegenhest ist die nachfolgende Stahlhelmver. lautbarung: „Der erste Bundesführer des Stahlhelm, Franz Seldte, hat dem Berlins� Oberbürgermeister Dr. Sahm mstgeteilt, daß er sich nicht in der Lage sehe, dem von Herrn Sahm geplanten Aus- s ch u ß für die Wiederwahl des Reichspräsidenten von Hindenburg beizutreten. Diese Stellungnahme, die sich übrigens mst der des Kyffhüuser-Bundes deckt, richtet sich nicht gegenden Gen erol- feldmarfchall von Hindenburg. Der Stahlhelm erblickt jedoch weder in Herrn Dr. Sahm die geeignete Persönlichkeit, noch In dem von ihm beschrsttenen Wege der Bildung eines vorwiegend msttelparteilichen Ausschusses das geeignet« Mittel für die Behandlung der Reichspräsidentenfrage" Daß Herr Seldte bei Herrn Sahm nicht mitmachen will, das ist klar— aber wie er sich gegenüber einer Kandidatur Hindenburg ver- hallen will, bleibt nach wie vor dunkel. die Debatte ein einstimmiges Bertrauensvotum' für die preußische Zentrumsfraktton bedeute. Eine Entschließung wurde nicht angenommen. Gasiod im Tierladen. Die Opfer: 66 Singvögel, zwei Affen, ein Papagei. Zu einer Tierhandlung im hause Albrechtsiraße 99 zn Sieglitz war die Gasleiluug uudichl geworden. Die ansströmendcu Gase tSteien zahlreiche Singvägel, zwei Affen. einen Papagei und anderes Sleintler. Ew 80 Jahre alter Papagei sowie ein Krokodil blieben am Leben. Wir erfahren über den Vorgang folgende Ewzelheilen: Der Besitzer des Geschäftes hatte sich am Sonnabend entfernt. Hausbewohner bemerkten«inen durchdringenden Gasgeruch und be» nachrichtigten die Polizei. Beamte begaben sich in das Haus. Als ihnen auf mehrmaliges Klopsen nicht geöffnet wurde, dringen sie gewaltsam ein. Sie entdeckten sofort, was vorgefallen war und alarmierten die Feuerwehr. Die Ursache des Gasausbruches tonnte bisher noch nicht festgestellt werden. Der Anschluß der Leitung be- findet sich hinter einem großen Regal, so daß angenommen wird, daß nur ein Gasrohr oder ein Schlauch undicht geworden ist. Die ausströmenden Gase haben in dem großen Laden 66 Vögel, zwei Affen und einen Papagei usw. getötet. Todessturz einer Bliudeu. Auf tragische Weise ist heut« vormittag die 6« Jahre alle Frau Betty H e i e r aus der Wriezener Straße 8 ums Leben gekommen. In aer Humboldstraße in Reinickendorf stürzt« Frau H., die völlig blind ist, von einer fahrenden Straßenbahn. Die Unglückliche erlitt so schwere Verletzungen, daß si« aus dem Trans- port zum Reinickendorfer Krankenhaus starb. Hindenburg auf der Grünen Woche. Heut« vormittag stattete der Reichspräsident der„Grünen Woche" wieder seinen traditionellen Besuch ab. Zu seiner Begrüßung hatten sich Reichsminister Dr. Schiele, Staatsmmister Dr. Steiger. Oberbürgermeister Dr. Sahm und der Direktor des Messeamtes, Albert Wifchek, der Letter der„Grünen Woche Berlin", Hans Jürgen von Hake, sowie eine Reihe Vertreter landwirtschafUicher' Körperschaften eingefunden. Besonders anerkennend sprach sich Hindenburg über die Bedeutung der„Grünen Woche" als Werbe- Veranstaltung für die deutsche Landwirtschaft aus. Es wird weitergeschossen Japanische Kriegsschiffe auch schon vor Ranking London, 1. Februar.(Eigenbericht.) Die chinesische Regierung hat Japan und anderen Großmächten durch ihre Vertreter zur Kenntnis bringen lassen, daß sie einem weiteren Vormarsch Japans mit waffengewall bis zum äußersten entgegentreten werde. Der chinesisch« Vertreter im Völkerbund will nochmals rasch« und wstksame Maßnahmen gegen Japan fordern. Die Rankmg-Rcgierung hat ihren Sitz von Nanking und Loyang im Nordwesten der Provinz Honan verlegt, da Nanking leicht von Kriegsschiffen auf dem Jangtsekiang erreicht und beschossen werden kann. Der Waffenstillstand, den berests am Freitag die chinesischen und japanischen Militärs für Schanghai vereinbarten, wird nicht stritte innegehalten. Die Schießereien auf den Straßen dauern fort. Japanisches Militär nimmt Haus- suchungen vor und zündet Häuser an. aus denen angeblich geschossen wurde. So geschah es am Sonntag auch«wem Hotel, dessen Gäste flüchten mußten. Di« Militärbefehlshaber traten am Sonntag im britischen Generalkonsulat m Gegenwart de« amerikanischen Generalkonsuls und des Bürgermeisters von Schanghai zusammen, um die Schaffung einer neutralen Zone zu beschließen. Ein« Berständigung über diesen englischen Vorschlag kam nicht zustande. Die Japaner machten ihre Zustimmung erst von einer Rückfrage in Tokio abhängig. Es wurde nicht mehr erreicht, als daß man sich nochmals die— Versicherung abnahm, den Wafsenstillstand einzuhallen! Der Stadtrot von Schanghai hat über die Stadt das Kriegs- recht verhängt. Bis auf westeres dürfen zwischen 19 Uhr abends und 4 Uhr morgens die Straßen nicht betteten werden. In Chorbin sollen, wie allerdings Tokio meldet, 3000 chinesisch« Soldaten am Sonntag eine von Japanern besetzt« Station ange- griffen haben: sie sollen nach blutigem Kampfe zurück- geschlagen worden sein und 400 Tote hoben, die Japaner nur 21. Die Vorstadt Schapei ist durch die japanischen Brand- bomben fast völlig zerstört worden. Die Brände sind erloschen. Der Schaden wird auf 2 Milliarden Mark beziffert. Bald wird auch Nanking brennen' London. 1. Februar.(Eigenbericht.) Bor Nanking sind sieben japanische Kriegsschiffe eingelaufen. Ueber Nanking wurde der Belagerungszustand verhängt. Schanghai fft vollkommen isoliert. Nach den bis- herigen Feststellungen wurden hunderte chinesische Zivi- listen ohne Schuldbeweis erschossen. Em japanisches Kriegsschiff hat Maschinengewehrfeuer auf eine stark belebte Brück« gerichtet. Mehrer« Passanten wurden getötet. Die Kuomintang hat«ine Proklamation erlassen, in der der Abwehrkampf gegen Japan zum heiligen Krieg pro- klamiert wird. Allgemeine Flughiattuerbreitung r« Chormusik der Gegenwart Lendvai-Chor/ Volkschor Berlin/ Vorwärls(Hanau) Mit Recht nannte sich diese Veranstaltung des Berliner Lendvei-Chors sowie des Volkschors Berlin.Chor- musik der Gegenwart": denn die Gegenwart, der gleiche Raum, die gleiche Zeit, Gegenwart als Geflecht von zu Endegehendem und Neubeginnendem ist das einzige, was diesen so verschiedenen und widerspruchsvollen Dingen gemeinsam sein kann. Deutlich zerfiel das Programm in zwei Gruppen mit entgegengesetzten geistigen und musikalischen Vorzeichen. Vor der Pause: Arnold Schönberg und Hugo Herrmann, artistische Musik, Instrumentalmusik im Grunde (der Chor ist hier lediglich ein Instrument wie andere). Jnstru- mentalmusik, die den ursprünglichen Sinn alles Chorsingens m sein Gegenteil verkehrt. Denn das Wesen der Chormusik besteht in einer Art gleichberechtigter Gemeinsamkeit, um gemeinsame Impulse— des Gefühls, des Gedankens, des Willens vor allem— auszudrücken; kaum aber noch in einer raffinierten Arbeitsteilung, später Orchestermusik vergleichbar, die dem einzelnen nicht mehr organischen Bestandteil des Ganzen sein läßt, ihn vielmehr zum Teilchen eines komplizierten Mechanismus degradiert.— Im zweiten Teil des Programms, in einstimmigen Liedern, im Ausdruck von Gesinnung, Weltanschauung, revolutionärem Kampswillen erleben wir den Der- such, die Wiedergeburt des Chorgesangs durchzuführen. Gewiß, beide Telle sind Chormusik der Gegenwart; im zweiten Teil aber ist, wenn man so sagen kann, die bessere Gegenwart, nicht jene, die ein Kind der Vergangenheit ist, sondern die, die uns die Zukunft gebären soll, zu der sich die Jugend bekennt, die der aufstrebenden Klaffe gehört. Nach Schönbergs Bearbeitungen alter Volkslieder für gemischten Chor sang das 13er Quartett des AGD.„Bor- wärts"(Hanau) unter Franz Schmitt(Frankfurt) seine„Sechs Stücke für Männerchor op. 35". Die Texte(letzter Individualismus, kein anderer unternähme es, sie für Chor zu setzen) find von Kam- ponfften. Die Musik ist von irrationaler Großartigkeit, von groß- artiger Irrationalität, das klingende Material ist verdichtet, mein- andergeschoben und verschränkt: voll unangreifbarer musikalischer Logik, aber jenseits der Grenze rein musitalischen Begreifens, in einer abstrakten Dimension, in einer übertragenen Ebene der Musik, wo sie nicht mehr klingt, sondern sich bezieht, wo dieses architek- tonische Freude am Bezogensein aller Teile aufeinander alles auf- gesaugt und ausgelöscht hat, was bisher Musik war— primäre Freude am Klang, selige Unmittelbarkeit ohne geistige und hinter- gründige Spiegelungen und Reflexe. Sind diese Chöre Ausgeburten einer übersteigerten konstruktiven Phantasie, wenn man will Vergewaltigung der Musik zu höchsten geistigen Zwecken, so sind Hugo Herrmanns„Chorburlesken im Zoo" Musik gewordene Feuilletonistik, Mißbrauch der Chormusik zum Zwecke de» Amüsements. Ein paar nette parodistifche Gedichte von Joachim Ringelnatz liegen dem Ganzen zugrunde: die Musik dazu, die auch parodistisch sein will, ist mit einer gewissen Lcichtig- keit, aus dem Handgelenk sozusagen gemacht, ihre wirkungsvollsten Momente bezieht sie aus außermusikalischen Assoziationen. Hand- werkliche Tüchtigkeit, gewiß— die aber sollte immer Voraussetzung sein und ist als solche und für sich allein des Rühmens nicht wert. Der zweite Teil des Programms brachte als Neuigkeit einen Chor von Ernst Lothar von Knorr:„Soziale Unordnung" nach Worten von Polgar, ein wirkungsvolles, wenn auch nicht sehr originelles Stück. Ferner die fünfstimmigen Chorlieder von Armin Knab, sowie drei Männerchöre von Eisler, die viel Beifall fanden und alle wiederholt werden mußten. Zum Schluß„Wir bauen eine neue Welt" von Josef Vorsmann. Die Unterlegung eines neuen Textes unter vollkommen unverändert übernommene Tanzmusik ist wohl kaum zu empfehlen; die Worte allein vermögen chren Charakter nicht zu ändern, es entsteht ein Widerspruch zwischen Text und Musik- damit verfehlt aber das Ganze seinen Zweck. Im ersten Teil war«in Chorlied der erst dreizehnjährigen Inge E s ch b a ch(Lied der Arbeit) zu hören; eine Komposition voll ehrlicher Primitivität, ein erftsuliches Dokument des begeisterten Interesses der Jugend für den neuen Geist des Chorgesanges. Was die Ausführung anlangt, war die Wiedergabe der unend- lich schwierigen Schönberg-Chöre durch die Hanauer eine Glanz- und Spitzenleistung. Die übrigen Mitwirkenden waren das Lendvai- Quartett Leipzig sowie der Iugendchor des Berliner Volkschors. unter dem um das Gelingen der ganzen eindrucksvollen und lehr- reichen Veranstaltung bemühten und verdienten Dirigenten Walter H ä n e l.. KruokI Walter. Der Anfang der Rüfiwoche. Auf zv den Rüstkammern- iraqt euch ein in die Eisernen Bücher! Tie Rüstwoche der Eisernen Front hat mit einem glänzenden Auftakt begonnen! In allen Sammelstelle« herrschte am Sonntag den ganzen Tag über lebhafter Andrang, das Ergebnis des ersten Tages, ist anßerordent« lich günstig! Dies Ergebnis muß ein Ansporn für alle sein, die sich noch nicht in die Eisernen Bücher eingetragen haben! 3n der Hauptsammelstelle, in der Potsdamer Str. 131. trugen sich als erste die beiden Brüder Eberl mit ihren Famillen ein, bald nach ihnen folgte Reichstagspräsldenl Lobe mit seiner Familie, danach geschlossen der Bundesrat de» Reichsbanners. Lobe x;'>s/'■> y-y.'.->» wurde mit einem stürmischen dreifachen»Frei heil" empfangen. Ein heex von Pholographeu fiel über ihn her. Er ließ das Kreuzfeuer über sich ergehen und sagte dann freundlich lächelnd:„Ich werde heute zum ersten Male photographiert"— was natürlich einen Sturm der Heiterkeit hervorrief. Am Abend vor und noch der Sportpalastkundgebung herrschte in der Hauptsammelstelle riesiger Andrang. E, war ein Massen- stürm— reihenweise mußten die Republikauer, die sich einzeichnen wollten, auf der Straße anstehen! In einer Sammelstelle erschienen über 100 Erwerbslose hinter- einander. Sie zeichneten sich ein und opferten— das ist ein wirk- liche» Opfer!— Mann für Mann jeder 50 Pfennige! So schlecht es ihnen geht— für die Verteidigung der Arbeiterrechte wollen sie ihr letztes daransetzen! Das ist der Geist der Eisernen Front! Eifert ihm nach! Geheime Zollkontingente. Die neuen außerordentlichen Zollmaßnahmen der Schweiz. Die außerordentlichen Zollmaßuahmen, zu denen die Schweizer Lundesregiernng vom Parlament ermächtigt ist. werden jetzt von der Regierung verüsseutlicht. Die neuen Bestimmungen treten am S. Februar in Kraft. Es werden, wie dies nach dem Berlauf der deutsch-schweizerijchen Wirtschaftsverhandlungen vorauszuschen war. ein« große Anzahl Zollkontingent« eingeführt, durch die der Import aus Deutschland erheblich geschädigt wird. Die Einfuhrkontingente sind geheim und werden nur den interessierten Einfuhrländern mitgeteilt. Jede Ein- fuhr von Fabrikaten, für die Kontingente festgelegt sind, wird mit so hohen Zöllen belastet, daß eine Einfuhr über die Kontingente hinaus nahezu ausgeschlossen ist. Auch die Wareneinsuhr in der Höhe der Kontingente wird sich künftig nicht im freien Der- kehr vollziehen, sondern bedarf einer besonderen Einfuhr- bowilligung. In erster Linie wird die Text!!-, Holz- und Möbeleinsuhr, sowie der Schuhimport aus Deutschland von diesen Maßnahmen betroffen. Mit der bereits erfolgten Kürckugunz des Handelsoertrages durch die Schweiz fallen die vertragsmäßigen Zollermäßigungen für verschiedene deutsche Fertigwaren, darunter hauptsächlich Schuhe und Baumateriol, künftig fort. Künfzig Lahre parieimitglied. Heute begeht der Genosse Ernst Seifert. 4. Abteilung, sein ZOjähriges Parteijubiläum. Er hat bereits während des Sozialisten- gesetzes im früheren 3. und 4. Berliner Wahlkreis unter den schwierigsten Bechältniffen für die Idee des Sozialismus gewirkt. Seit 1880 ist Genosse Seifert gewerkschaftiich organisiert. Dem nunmehr fast 80jährigen gilt unser besonderer Gruß zu seinem Jubiläumstogl � Ein Zauberthealer für Berlin. Im Weiten Berlins soll dem- nächst ein Zaubertheater eröffnet werden, dessen Programm Trick- filme, Iongleurakt« und Aufführungen von Zaubertruppen und Zauberitars umfaffen soll. Die Bühne soll nach dem Muster der Londoner und Pariser Gaukelbühnen eingerichtet werden. „Zwischen Welten." Tanzmatinee Helga Normann. Helga Normann zeigte in der Volksbühne ihre groß« Tanzschöpfung„Zwischen Welten". Die Bezeichnung„sinfonische Tanzdichwng", die sie dem Wert gibt, ist nicht ganz richtig: es fehlt ihm die dramatische Spannung, die aus der Gegensätzlichkeit der ineinander komponierten Themen erwachsen müßt«. Alle Tänze sind sich hipr in gewissem Sinne ähnlich, wenn auch nur in ihrer geistigen Grundstimmung. In Gruppen- und Solotänzen klingt immer wieder das gleiche Leitthema auf: sehnsüchtiges Suchen, das, unklar über fem Ziel, mit dem Raum ringt. In der Kompositinn dieser Tänze beweist Helga Normann ihre große Begabung, den Raum tänzerisch zu erfassen. Bald spannt er sich, wie in„Schatten" oder„Aus der Bahn gerissen", eng um die Tanzbewegimg und drängt sie zusammen, bald fließt er— in„Fernher" und„Im Raum verloren"— in grenzenlose Weite. Helga Normann besitzt die Fähigkeit, einheitliche Stimmungen zu entwickeln und in großer Linie ausklingen zu laffen; von dem Grundriß der Komposition bis in die kleinste Bewegungsnüance ist diese Einheitlichkeit gewahrt, die jedem einzelnen Tanz eine be- zaubernde Geschlossenheit gibt. Doch liegt gerade hierin auch die wesenlliche Gefahr sür die Künstlerin, die sich selber so stark in eine einmal angeschlagene Stimmung hinelnlebt, daß sie die künstlerisch« 'Notwendigkeit der Gegenwirkung, von der die innere Spannung ausgeht, vergißt und sich mit harmonischen Schwankungen zwischen Moll und Dur begnügt. Diese große Tanzkomposition hätte Dissonanzen gebraucht, erregende Momente, die das Grundmotiv plastisch herausarbeiteten. Der glänzend geschulte Tanzchor war zwar in Gegensatz zu der artistischen Tanzbewegung gestellt: doch auch er wieder blieb in semem Gesamtausdruck harmonisch geschloffen und wirkte fast wie eine Art Umkehrung des solistischen Themas. Die Ausführung ließ den Wunsch wachwerden, daß die Künst- l-rin sich einmal an dramatisch gestrafften Kompositionen versuchen möchte; es scheint, daß in dieser virtuosen, ausdrucksreichen Tön- zerin auch eine befähigte Tanzrezisseurin steckt, der es vorläufig nur an praktischer Bühnenerfahrung sehlt. Ihre Tanzgruppe zeigte musterhafte Schulung. Anschließend an die große Tanzsolge bot Helga Normann einen Solotanz„Eon brio", nach der, schwerblütigen Melancholie ihrer vorausgegangenen Soloszenen heiterste, beglückende Beschwingtheit, die dies« Tänzerin von einer ganz neuen Seite zeigt«.— le. Thomas Münzer als Bühnenwerk. Llraufführung>m Schauspielhaus Hannover. Den merkwürdigen Hellsverkünder und großen Führer im Bauernkriege. Thomas Münzer. der die ausgepowerten thüringischen Bauern zum heiligen Kriege gegen ihre fürstlichen Unterdrücker aufrief, hat nun auch Herbert Eulenburg für das Theater ge- staltet. Das im ganzen interessant« und fesselnde, im einzelnen aber unglcichwertige Werk zeigt die charakteristischen Stärken und Mängel des früher oielgespieUen Dichters. Es besitzt großartige Episoden und Bilder vön kraftvollem Schwung: doch es befriedigt nicht in allen Teilen und erlahmt, nach imposantem Eingangsakt, in den mittleren Bildern. In der Schlußszene erreicht es. nicht zuletzt dank der dramaturgischen Bearbeitung des Regiiieuers Georg A l t m a n n, wieder kontrastreiches, großes Format: Münzer. der aller Grausam- kell abhold« wahre Ur-Chrjst. und sein Feldhauptmann Pfeifer, der den Adel„bis zum letzten Blutstropfen haßt", treten noch einmal den versammelten Fürsten gegeiniber und werden dann zum Richt- platz gesührt. Eulenburg hat den unglücklichen Münzer mehr duldend als kämpfend, mehr fortgerissen von der durch die Reformation«nt- fachten revolutionären Erhebimg als wirklich führend gesehen. Er zeigte ihn als den Glaubensinhalt der Rebellion, als den Propheten, der nur widerwillig zum Schwert griff. Eulenburg sah in seinem „Trauerspiel des Bauernkriegs" in sieben Bildern die sozialen Zu- sammenhänge richtig. Münzer ist für chn der lautere Streiter für die Gerechtigkeit, Martin Lucher der Fürsten-Verbündete, dem vor der Konsequenz seiner eigenen Ideen bange wurde. In einem Vor- wort sagt Eulenburg, daß„in der Gegenwart vielfach die gleichen Neigungen und Bestrebungen nach oben drängen" wie zu Münzers Tagen. Doch in dem Stück find bewußt herausgearbeitete Parallelen zur Gegenwart nicht erkennbar. So fehlte, bei aller sprachlichen Schönheit und Gedrungenheit, eine wirklich lebendige Beziehung zur heutigen Zeit! Und dies war zweifellos eine der wesenLicksten Umstände, weshalb der Aufführung nur mäßiger Beifall gezollt wurde. Der Dichter war anwesend. Werner Sdnrra-ann. „Gchloßballade". Llraufführung der Funkstunde. Die Funkgemeinschaft e n g ag e m e n t s l o se r S ch a u- spiel er, die sich durch eine Reihe von Veranstaltungen vor dem Berliner Mikrophon bewährt hat, brachte am Sonntag eine Uraufführung:„Schloßballade", dramaitsche Erzählung von Waller von Hollander. Hollander hat vor einigen Jahren die Erzählung unter dem Titel„Zehn Jahre— zehn Tage" veröffentlicht, die einen umfangreichen Band füllt. Sie gehört mit zum künstlerisch reifsten, was Holländer bisher schrieb. Mit genialem Schorfsinn seziert er in ihr die Geistigkell eines Menschen, der ins Nichts gleiten muß, weil er sein im Gestern verwurzeltes Milieu verlieh und nun im Heute nicht Fuß zu fassen oermag. Di« Handlung bedeutet in diesem Buche nichts; nur das sie Bewegend« ist wichtig. Hollander ist bei der Funkbearbeitung mit seiner Erzählung umgegangen wie ein täppisches Kind mit einem Kunstwerk, er hat abgeschlagen, was irgend abzuschlagen ging, um eine möglichst kompakte Masse zu erhalten. Die Schauspielergemeinjchaft versagte bei dieser Aufführung. hauptsächlich wohl deshalb, weil die vielglledrig zusammengesetzte. unübersichtlich« Handlung zu künstlerischen Nuancierungen kaum Raum hat. Tes. Nene Milglleder der Dichlerakademie. Die preußisch« Akademie der Künste(literarische Sektion) hat in ihrer letzten Sitzung sechs neue Mitglieder berufen: Gottfried Venn, Rudolf B i n d i ng. Max M e l l, Rudolf P a n n w i tz, Alfons P a q u e t und Ina Seidel. Eio amerikanisches Vermächtnis für die Unioerfiiät Leipzig. Der vor kurzem»erstorben« New-Aorker Seidensabrikant Paul Gunther hat der Universität Leipzig 100 000 Dollar vermacht. Eine Volksbibliokhek auf Rädern. Di« Stadt München hat einen Straßenbahnwagen als Bolksbiblwthek eingerichtet, um den zahl- reichen Lesern aus den verschiedensten Stadtvierteln den rveiten Weg zum Gebäude der Bibliothek zu ersparen. Der Wagen fährt mor- aens, reich beladen mit Lesestoff aller Art, vom Depot ab. An bestimmten Stellen wartet bereits das lesehungrige Publikum, um gegen eine geringe Leihgebühr die Bücher in Empfang zu nehmen. Der„Hauptmann von Köpenick" in Ungar» verboten. Die ungarische jftlmzensur hat den deutschen Tonfilm„Der Hauptmann von Köpenick" mit der Begründung fiir Ungarn»erboten, daß der Film„die deutsche Bürokratie lächerlich mache". Einige Blätter fragen, worum Ungarn päpstlicher als der Papst sein wolle und weisen darauf hin, daß in Deutschland der Film überoll größte Heiterkeitsersolg« erzielte, ohne daß die Behörden wegen Verletzung der Amtswürdc ein'chrllten. verhart Hauptmann wird der Cinlodmig Karl Heinz Martins, der Erst- aufführung von„Fuhrmann H e n f ch c l" mit Emil Iannwgs und Margaret». Melzer in der Bolksbühnc beizuwohnen. Folge leisten und an den letzten Proben teilnchmen. A» Mnien« für Naturkunde sprudt Mittwoch. 6 Uhr: Prof. Bischofi über„Sl« eis c n g ä st e". 8 Uhr: Dr. Hering über„Beziehungen zwischen Blumen und Insekten. Das Wohltätigkeitstostümseit der Studiereuden der Bereinigten Staats- schulen für freie und angewandte Kunst. Hardenbergstr. 32, am 6. Februar l9W, bietet als besondere Sensation eine völlig neue Art der Ausstattung und der Illumination. Joachim Ringelnotz wird«in Lied: „Toodeldu ahoi" vortragen. Hinier der Eisernen Kroni. ?iGO.-Quertreiberci. Nach all den haiidgrcifUchan, lebensgefährlichen Auseinandersetzungen zwischen Nationaljozialisteir und Kmnrnunisten müßte man annehmen, daß der KPD. und ihrer NGO. die Bildung der Eisernen Front gegen den Faschismus, die dem Kampfe mit geistigen Waffen die Bahn wieder freimachen, den heimtückischen Banditenüberfällen mit Mordwcrkzeugcn aller Art aber ein Ende machen will, zum min- besten nicht unerwünscht sei. Allein die KPD. samt ihrer NGO. darf sich nicht von vernünftigen Erwägungen leiten lassen, sondern lediglich von den Moskau-Parolcn. Sie dürfen nicht anders: sie müssen uns unablässig beschimpfen und„cilllarvell'. Die Austragung der Mei- nungsverfchicdenheiten zwischen KPD. und lltazis in der seit Jahren üblichen Weise werden von der KPD. wahrscheinlich als unvermeid- liche Bruderkämpfe aufgefaßt. ,.D i e s ch l i m m st c n Feind c" sind— wie in einer angeblich wichtigen Entschließung der Berliner RGO.-Funktionäre betaut wird— die SPD.- und Gewerkschaftsführer, lind nichts ist jetzt notwendiger für die Funktionäre der alle Tage„siegreichen" NGO., als„eine rücksichtslose Entlarvung der SPD.- und Gcwerk- fchaftsführcr als die schlimmsten Feinde der Arbeiterschaft im Kampfe gegen den Kopitalismus durchzuführen". Nun, an Rücksichtslosigkeit lassen diese verhinderten cheldcn nichts zu wünschen übrig, doch bei ihrem„Enllarvungs"-Spiel haben sie stets das Pech, sich selber zu entlarven. Die Eiserne Front wird begeifert: sie sei nichts anderes als ein neuer Versuch, die Rebellen der Arbeiter gegen Lohnabbau und Faschismus niederzuhalten usw.„An die Spitze dieser chommcrschaftcn sollen gestellt werden die faschistischen und korrumpierten Elemente, die als Funktionäre und Betriebsräte in der Jonuarbewegung offen als Strcikbruchorganisatoren aufgetreten sind." Also aus dieser Ecke pfeift der Wind. Wir können den Schmerz der RGO.-Strotcgen um ihre so groß angelegte und so kläglich verpufft« Massenstreikaktion nachfühlen. Wir nerstchcn auch, daß sie ihre Un- zulänglichkoit und Unfähigkeit sich nicht einmal selber, gc- schweige denn Moskau gegenüber zugestehen mögen und nach einem Sündenbock suche», der schuld daran sein soll, daß ihnen die Massen- streikfelle zu Neujahr davongcjchwommen sind. Trotzdem müssen wir von den betrübten RGO.-Lohgerbern v c r- langen, daß sie sich nicht noch dümmer stellen als sie ohnehin sind. Soll ihr„ch a u p t f e i n d" ihnen etwa helfen ihre wilden verant- wortungslosen Streikaktionen zu fördern, die sich absichtlich gegen die Gewerkschaften richten. Streikaktionen, die lediglich als Trockenübnngcn für politischen Massenstreiksport gedacht sind und über dos Schicksal der einzelnen Arbeiter skrupellos hinweggehen. Die RGO. mag„siegen" so oft und so viel sie will, doch nicht über die Gewerkschaften. Ihre Schimpfepistel gegen die Eiserne Front, aegen die chammerschaften, zeigt nur, daß die Eiserne Front steht.' �__ Die Arbeiter sollen alles ausbaden. Für Kriegsschiffe ist Geld da, für Passagierdampfer nicht. Paris, l. Februar.(Eigenbericht.) Die Schifsswcrst Penhoet in St. Nazaire, die zwei große Passagierdampscr für die Eonrpagnic Translantiquc baut, hat 2500 Arbeitern gekündigt, da infolge der Ablehnung des llOO-Millionen-Kredits für die Sanierung der genannten Schiffahrts- gesellichast der Bau eines der beiden Dampfer eingestellt werden muß. Da wahrscheinlich auch die Mittel für den Weitcrbau des zweiten Dampsers nicht aufgebraucht werden können, ist in den nächsten Tagen die Entlassung weiterer 2000 Arbeiter zu erwarten. Der Arbeiterschaft Hot sich eine ungeheure Erregung über dieses Vorgehen die Eonipagnie Transotlantiqus bemächtigt. Die Gewerkschaften haben auf den Rat des sozialistischen Bürger- Meisters beschlossen, eine Delegation noch Poris zu entsenden, die den Ministerpräsidenten um ein sofortiges Eingreifen bitten soll. Ausstellung von Schülerarbeiten. Die 39. weltliche Volksschule Lichtenberg, Fischerstraße, veranstaltet bis zum Mittwoch, dem 3. Februar, eine Ausstellung von Schülerarbeiten jeglicher Art. Die Ausstellung wurde bisher von etwa 1200 Personen besucht. Gezeigt werden Ar- besten von Schülern und Schülerinnen aller Klassen, die mit großem Geschick und viel Liebe hergestellt wurden. Viele Kinder sind tätig, um die Arbeiten in ihrem Entstehen zu zeigen. Das Ganz« bietet einen ausgezeichneten Ucberblick über die praktische Arbeit an der weltlichen Schule und beweist die harmonisch« Zusammenarbeit von Lehrern und Kindern. Den Eltern, die zum Ostertcrmin Kinder einzuschulen haben, sollte die Entscheidung, ob weltliche oder christ- liche Schule, leicht sein. Die Ausstellung an der obengenannten Schule ist noch am Montag, Dienstag und Mittwoch dieser Woche von Ig— 19 Uhr zu besichtigen. Berliner Otewerkschnftsschulc. Der nächste«>rtsch»tt,pilitikchl«u»sprache»steal> ist»« Dienstag,?. Februar,»m I» Uhr. im«ewerllchaftshaa», stagelafer Z4—ZZ, Saal X oder 3. Das Thema de» ilassarachrabrab» lautet„Der Wage- »l a a a. P l- a*. Leiter be, Aassvracheabeab» ist der tstenasie Dr. Sita Sähe. Die vorgesehene Aussprache über„Antarlie" findet an einem der nächsten Wirtschaftspaletischen Ausspracheabende statt. Teilnahmc berecht igt sind alle freigewertschaftlich arganisterte» Nolleginnen »nd Kollegen. Vorherige Anmeldung nicht erfarbcrlich. Hörerbcitrag wirb nicht erhaben._ eBuch Maus Itürli: Sterbrcdil die üiriickeu*) Der pädagogische Direktor des großen Berliner Oskar-Hel�ne- Krüppelheimes Hans Würtz gibt in seinem Buch„Zerbrecht die Krücken" die Zusammenfassung einer langen arbeits- und segensreichen Tätigkeit als Krllppelpädagoge und-Psychologe. „Krüppelproblepie der Menschheit" heißt der Untertitel. An Hand einer Liste von 472 Persönlichkeiten aus allen Zeiten und Ländern zeigt Würtz, daß oft die Bedeutendsten von einer schweren kärper- lichen Mißbildung heimgesucht waren, die ihrem ganzen Seelenleben die Prägung gaben. Alexander der Große, Julius Cäsar, Katharina I von Rußland, Friedrich II von Preußen, Napoleon I, Lenin, Philipp Snowden, Immanuel Kant, Leibniz, Eduard von Hartmann. Moses Mendelssohn, Friedrich Nietzsche, Heinrich Pestalozzi. Archur Schapen- Hauer, Baruch Spinoza und Winckelmann, sie olle hatten schwere körperliche Gebrechen. Das Werk enthält weiter em« Liste von 2500 Nummern von Kunstwerken, die einen Krüppel zum Vorwurf haben. In einer Liste von 779 Nummern wird die Lsteratur beut- scher Zunge registriert und charakterisiert, in der die Figur eines Krüppels eine wesenlliche Rolle spielt. Das mit vielen Abbildungen versehene Werk ist ein in seiner Art einzigartiger Ucberblick über die Stiefkinder des Schicksals aller Dolker und Zeiten. Tr. *) Verlag Leopold Lötz, Leipzig, 1932. Rundfunk der Woche »Die junge Generation spricht" Die Deutsch« Welle hat eine neue Diskussionsreihe eröffnet, die den Samnieltitel trägt„Die junge Generation spricht". Der Leiter dieser Veranstaltung ist Hermann M a a ß, der Ge- fchäftssührer vom Reichsausschuß der deutschen Jugcndvcrbände: die Absicht, die ihr zugrunde liegt, umreißt er mit folgenden Worten: „Die Tatsache, daß die von allen deutschen Sendern eingeführte „Jugend-" oder so ähnlich benannt«„Stunde" sich vorwiegend an di« Altersschichten der Jugend bis zu 18 Jahren wendet, Hot bislang zur Folg« gehabt, daß die junge Generation, unter welcher wir hier die 18- bis 2Ziährigcn verstehen, im Rundfunk so gut wie unberücksichtigt geblieben ist. Weder hat man diese Schicht unnnstel- bar angesprochen, die sie bewegenden Fragen der Zest diskutiert, noch sind Menschen dieser Schicht in nennenswertem Maße selbst zu Worte gekommen. Gelegentlich der Beratungen im Kulturbeirat der Deutschen Welle über die Vortragsreihe„Weltaisschauimg und Gegenwart" tauchte der Gedanke auf, in einer besonderen Vortrags- reihe Menschen der jungen Generation selbst über die ihnen wichtig erscheinenden Fragen der Zeit sprechen zu lassen." Es ist damst also die Anregung ausgenommen worden, die an dieser Stelle mehrfach gegeben wurde. Im„Abend" vom 13. April 1931 schrieb ich:„Die Sender sollten einmal den Mut fassen, Jugend vor dem Mikrophon von den Problemen sprechen zu lassen, die sie wirklich bedrücken oder beschäftigen... Wichtig bleibt für solche Veranstaltungen immer die lebendige Aussprache." Bezog sich dieser Wunsch ganz allgemein aus Jugendfragen, also nicht nur aus ausgesprochen politische Diskissfionen, die natürlich auch wirk- fchafts-, sozial- oder kulturpolitischer Art sein können, so wurd« im „Abend" vom 15. Jimi die Notwendigkeit gerode solcher Jugend- aussprachen besonders betont. Ich sagte in dem Artikel„Das Welt- bild der Jugend":„Es ist nötig, Jugend aus den verschiedensten Bolksfressen miteinander über Fragen des Staates und des Gemein- schaftslebens diskutieren zu lassen", und stellte diese Forderung im Anschluß an eine Kritik des Zyklus„Studcntcndiskutierc u". Dies« Studentendiskussioneii haben weniger gebracht, als optimistische Hörer erhofften, aber doch manches recht auischlußreiche für den. der richtig zu hören verstand. Sie zeigten nämlich unmißverständlich, wieviel umierdante, unverdauliche politische Phrasen die Kopie der okademsschen Jugend füllen, und si» ließen in der selbstzufriedene» Art, mit der eine.Anzahl dieser jugendlichen Sprecher sich i» ihren eigenen Phrasen einwickelte und iiberhaupt nicht den Versuch machre, in die polirssche Auffassung des Gcspräckfspartnsrs einzudringen, um sie kritisch zu überprüfen, leider geringen Zweifel daran, daß ein gewichtiger Teil dieser Jugendlichen auch im Alter nicht klüger werden dünte. Allerdings spürte man gelegentlich lebendigere Geistigkeit: manche dieser Studenten zeigten sich zweifellos ernsthaft bemüht, die Richtigkeit ihrer parteipolitischen Einstellung fortlausend an der Wirklichk«it zu überprüfen und sich damit politische Einsicht zu er- ober». Aber das wurde oft nur in der Formulierung der Fragen und Antworten deutlich, die das Subjektive unterstreichen, weil der Sprecher sich bewirßt ivar, daß seine Ersahrnngen und Kenntnisse nur erst begrenzt objektive Feslstellungkn zulassen. Di« naheliegende Schlußfolgerung aus dieser Tatsache, die dar!» bestanden hätte, diese jungen Menschen nun wirklich von ihrem eigenen IlmweUerlebcn aus ihre politische Einstellung umschreiben und nach llllöglichkeit auch begründen zu lassen, wurde leider nicht ge, zogen; sie hätte den Hörern sicher manche recht bemerkenswerten Einblick« bringen können. Es ist hier noch einmal auf diese Diskussionen eingegangen worden, weil die neu � angesetzte Diskussionsreihe ja etile Art Ergänzung und Erweiterung dazu darstellt und es, noch der ersten Ausspräche.„U n s c r e Gc d a n k c n z u r Zeit", zu urteilen, den Alsschcin hat, als bestünde die Gefahr, daß grundsätzliche Fehler, die damals gemacht wurden, auch diesmal nicht ausgeschaltet werden. Allerdings war diese erste Aussprache ja wohl als eine Art Ein- leitung gedacht, die die verschiedenartigen wellanschaulich be- gründeten Eiisstellungcn Jugendlicher nebeneinanderstellen und damit gewisser»«ißen das Leitmotiv für die folgenden Veranstaltungen an- schlagen sollte. Schließlich können vier junge Menschen in zusammen einer hall'«» Stunde über ein so- allgemeines Thema auf jeden Fall wenig eigenes lagen. Das vorliegende A u s l p r a ch c p r o g r a in in verheißt in der Folge spezialisierter« Diskisssioncn.„Wie kann der erwerbslosen Jugend geholfen werden?"„Sollen wir heute noch einen Beruf erlernen?"„Eindrücke junger Menschen in der Gedenk- halle Unter den Linden" heißen cimgc Titel. Hier werden sich natur- notwendig aus dem persönlichen Erleben des einzelnen geivachsenc Feststellungen ergeben. Andere Themen dagegen lassen dies nicht unbedingt sicher erscheinen.„Abrüstimg— Auirüstung?"„Sollen wir jungen Menschen uns mit Politik beschäftigen?"„Getrennte Weltaisschmiiingen— gemeinsame Politik?"„Kollekivismus oder JndivS»ialismus?" können schr leicht den einzelnen zu einem allgemein phrasenhosten oder doch unfertig durchdachten Gerede ver- führen, wenn nicht die Gesprächsleitunz zu tieferer Durchdringung des Stoffes zwingt. Mir scheint, daß gerade bei Jugeildaussprachcn über derartige Themen die Zwischenfrage:„Wie kommen Sie zu dieser Auffassung?" unerläßlich ist. Uebrigens wäre sie das wohl gar nicht so sellen bei den Distlsssionen Erwachsener über weltanschauliche und politische Fragen, und die Antwort aus sie wäre sicher oft lehrreicher für die Beurteilung des Gespräches, als alles, was unmittelbar zum Thema gesagt wurde. Der Gesprächs- l c i t e r, der, wie mitgeteilt wurde, absichtlich bei dieser neuen Reihe völlig im Hintergrund bleibt, wird doch wohl gut daran tun, nicht nur bei den Borberellungcn der Aussprachen, sondern auch vor dem Mikrophon stärker einzugreifen. Das bedeutet bei richtiger Frage- stcllung keinerlei Beeinflussung der Jugendlichen, soweit es sich um grundsätzliche Aniiaissmgen handelt; es muß aber den Zwang bedeuten, wesentliches auszusagen und damit die Be- rechtigung zu beweisen, diese Acuherungen dem Mikrophon zu übergeben. In der ersten Aussprache gähnt« erschreckende Leere. Einzig der sreigewerkschaitlich Organisierte zeigte, daß seine Feststellungen an der Wirklichkeit orientiert sind. Doch da zu seinen Toffachenanzaben von keiner Seite Stellung genommen wurde, versanken sie schließlich in den allgemeinen weltanschaulichen Glaubens- bekenntnissen, und über Glaubenssätze läßt sich bekanntlich nicht streiten. Auch die Fraucnschülerin versuchte im Anfang, Tat- sachenmaterial in die Diskussion zu werfen; ober sie schien sehr schnell von der Sinnlosigkeit dieses Bemühens überzeugt zu werden und ließ also wieder davon ab. Hier wäre notwendig gewesen, daß der Gesprächsleiter durch kurze Zwsschcissragcn imndestens das unablässig im Reich der F i k t t o n e n bewegten. Im„Berliner Tageblatt" vom Sonntag bemängelt ein«tudcnt, der, wie er sogt, durchaus nicht radikal gesinnt ist, daß um der Gerechtigkeit willen nicht auch die extrcm-radikale Jugend— wie mitgeteilt wurde, wenigstens vorläufig— in diesem Zyklus zu Worte.kommen soll. Die Antwort darauf liegt sehr nahe: bisher haben die Radikalen inimer gezeigt, daß sie sachlich einigermaßen Begründetes nicht zu sagen wissen, und zu leeren, Geschwätz soll das Mikrophon nicht mißbraucht werden. Diese Antwort setzt aber sellsstverstöüdliche Forderungen an alle anderen jugendlichen Redner voraus. Uebrigens ist unter den für später angekündigten Aussprachen dieser Reihe manches, was man mit einigem Kopjschiitteln liest. „Wie st e l l c n wir uns zum modernen G e s c l l s ch a i t s- tanz?"„Das moderne Mädchen in der Familie"„Soll das moderne Mädchen nach Ideale haben?"— die Aufzählung ließe sich noch fortsetzen— sollten das wirklich wesentliche Probien,- der jungen Generation zwischen 18 und 25 Jahren sein? Es dürfte geboten sein, hier noch einmal gründlich durchzurevidieren. Denn im ganzen scheinen Plan und Anläge der Aussprachereihe gut zu sein, und alles, «ms Hermann Maaß in seiner Einführung über die Notwendigkeit, junge Menschen vor dem Mikrophon über sie bewegende Probleme sprechen zu lassen, kann hier nur unterschrieben werden. Des. Rundfunk am Abend Monlag, i. Februar. Berlin. 16.05 Herbert Scborscb; Ümsatr und Geverbesteuer. 16.30 Bliridcnkonzcrt.' 17.05 Willielm Bcr;cr; Variationen.Ober efn BaBtbema, op.'1. für..Onaj, (ibCftrasen von W. Becker.(Prof. Otto Beeker. Weisle-Ortel.) 17.50„Dürer".(Dr. 5'ax 0.sborn.) 17.50 überins. S. Hartmann: Die Entwickluue des Verkehr». 18.10 Sylvia von Harden liest cirenc Dichtungen. 18.30 Charlotte Mühsam-Werthcr und Ockonomicrat Friedrich Keiser: Hausfrau in der Landwirtschaft. 18.55 Die Funk-Stunde teilt mit.... 10.00 Stimme zum Tag. 19.10 Tänze aus zwei Jahrhunderten. 70.50 Tages- und Sportnachrlcbten. 71.00„Abu Hassan". Komische Oper von Carl Mari» von Weber. 77.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 77.30 Zeirberichtc.„Französische Kajunicrdebatten um die Reparationen'. arbeitet von Actualis. Anschließend: Tanzmusik. KBnigswusterhausen. 16.00 Georg Wolff und Kurt Higclkc: Hilfe durch Schulung In der Arbclts- technik. 17.30 Dr. Hans Luxemburger: F.rbliche Geisteskrankheiten heilbar? 18.00 Dr. Herbert Just: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18,30 Spanisch für Anfänger. 18.55 Wetter für die Landvirtsciiaft. 19.00 Generalsekretär Schmitt; Gefährdung der Berufsschule? 19 30 Oek.-Rat Keiser; Das Rcichsmtlcbgeselz. 20.50 Uraufführung:„Illusion zieht immer". Skrantmorll. fUc hie Sicbattioii; Stich. Beristcj», Berlin; Anzeigen: Th. Siede Berlin. Verlan: SSormätis Bering®. m. b. H., Berlin. Druck: BormSris Burh- druderei und Verlagsanstalt Paul Einger& Co.. Berlin 633 68. Linbenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Die / Be- Staals Ifc Theater MobU«, den 1. Fcbroer Staatsoper unter cen Linden 20 Uhr Der Troubadour StutLStapullnss ßigänniiaiAI. 20 Uhr Othello Heia IirtnRrkuf Schiller-Theater Chartetlnborj. 20 Uhr Die göttliche Jette plAza Ü Tlglleh 5■. 6:5 Uhr 51,,. 2, 5, Sic wr iie Försterdiristel Rose- ineater inle Fnikiiftir St.'iSi 13! Id. Wiidinl E 7 3427 8.15 Uhr Oer Bettelstudent mmmp Rdfamant Berlins Winter - Garten B.I5 Ohl flora m(taudiu erlaubt KeHcr-ramille„Casl". Huko n. sein"Wclbstenrel. »Vi Ib. Bcndow.» Alllsons und welfcre Alfiaktfoncn GR. SCHAUSPIELHAUS Täglich 8 Uhr Städl. Oper Charlottcnburg Blsmarckstraüe 34 Montag, 1. Februar Volksvorstellung Kein Kartenverkauf Anfang 20 Uhr Die verkaufte Braut Ende gegen 23 Uhr httiDB-ftieater Täglich»>/, Uhr Morgen gehts uns gut! Grete Munhelm Wax Hansen Ortliester Pajos Bei« — Kleine« Th.—, Truppe 1931. TagLS'.'t Uhr Dia fflausefaiie Preise 75 PL-5 U. Sonst nectun. 4 U. halbe Preise. Volksbtlluie Theater am Ulowplatz 8 Uhr Dereeiangene mit Ulbert Bassermann Staat). Sdiiller- Theater 8 Uhr DiegOttiUhe jede Staatsoper Unter den Linden 8 Uhr Der Troubadour 1 Voffmcmns Erzählungen ! REIHHARDT IHiZEKIERUHG Sonntag nachmittag 3 Uhr billige. Preise der Plätze S rueaier uu Admlralsoalasi Täglich 8-, Uhr Qina Aipar in Die Dabarry Preise v. 0.50 M an BcrllDer fflk-TriO N 0 i k• 1 1 0. w Uhnett. 7« TU sv, uhr CASINO-THEATER»'/. m» Lothringer Strohe 37» ntiiiiMiinniniiiiiiiaiiiiaiiiHiiiiniinnniittmfinHiiiiMntiitiiiiaii Für wenig Geld ein cenuDreldier und Ken! Ken! Ehen won heute Doxa ein neuer bunter Teil und eine Operette Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 PL. Fauteuil 1.— Mark. Sessel 1.50 Mark. Theater am Nollendorfplata Rejis: Hnuhünhirg Pallas 7051 Täglich 8',» Uhr Stgs- auch 4V< Uhr Basparone Deiitsdies Ttieater 8 Uhr TIMON von Ferd Bruckner Regie Heinz HilpeC. metropoi-ihestBr Täglich Vit Uhr Etn Lied der Liebe Rieh. Tanher Aawl.Ahl er«'Preise voa 50 PL an Thoator desWestens Täglich RV. Uhr Karl Jöken in Iber Vogelhandler ArUßlier- SamariierDuna E. V. Kolonne Berlin. Am 29. Januar 1932 verstarb unftt Miigl!-b Jakob Faust Der Bcrstorbcne war une stets cit eiiriges Miiglieb Wir werben sein Anbeuieu in Ehren h-lic». Die Aschenieier findet am Dienstag. dem 2 Februar, nachm.-7-4 Uhr. im Krematorium Wilmersdors, Berliner- straße statt. Rege Beteiligung erwartet 0er Vonland. Beriehtlgang Die Einäscherungsteier iiic unser Mitglied Wilhelm Maloll findet am Mon'ao. dem X. Februar, abends G Uhr(18 Uhr) statt, Oer Vorstand. uemauie KlUSlH- Instrumente Sinfpianoi. Mietvia nas über au* oreiswert Piaaofabrit ginf Pia*»», fSelegercheitskiuife. 175,- 275,-, ge. brauchte, neue, gro» ße Auswahl. Zeil. "lung. Thüz.jnickeri ' ttdlaaßt SO, [Kauioesucnel fiabaaebifie. Blatinabifille GuediUbct Sinn- metalle. Silber- IchmeUe Solbidimel- mei. Christin not, Növeniderstrafie 39. Saltestelle Adalhert- strafie. Sahnoehifie. Cbelmetallbruib, Lucckfilher. Sin a, Blei. SilherfchmeUs. Christianat ttZse- »• tarUBmiil Montag, J. Februar 1932 ifCU&iuHQf ßiet ht det Wlafid&cjiuxhc&e Sowjetsendet �ftaßoYQtviß, WeCCe funkt/(Xufqcfangen von flaiftan fjutdub „Krieg in China!" schreit es in Schlagzeilen ans der Zeitung und der Leser denkt schaudernd daran, daß wieder einmal irgendwo in der Welt Äanonensalvcn das Stöhnen zerfetzter und fallender Menschen übertönen. Aber Europa ist weit von der Mandschurei. Wenn die Menschen die Zeitung aus der chand legen, dröhnen in ihren Ohren nicht die Mordwerkzeug«, sondern der friedliche Verkehr der europäischen Großstadt. Und schon ist die Mandschurei vergessen... Bergessen auch die Worte in der Zeitung:„Die Verluste der Chinesen sind sehr groß." Wie vielen kommt zum Bewußtsein, daß diese eine Druckzeile den Tod taufender Väter und Söhne bedeutet! Hier! Bilder aus Japan: begeisterte junge Leute warten auf ihre Mobilisation. Vierzehn Jahre nach dem großen Völkermorden sinden sich schon wieder Menschenkinder, die mit Begeisterung zum Gewehr greifen? Ja! Es gibt sogar Menschenkinder in Europa, die andere mit Begeisterung zu den Mordwaffen eilen sehen! Heldische Gesinnung? Männlichkeit? Ach. machen wir uns doch nichts vor! Es mag einige Starren gclren, deren Herzen— Wachs in der Hand nicht einmal heimlicher Drahtzieher— bei dem Gedanken an Krieg und 5triegsnot höher schlagen. Die, auf die es ankommt, haben andere Gründe für ihre Begeisterung. Einige skandinavische B l ä t ta r, die im Dienste von Großreedcreicn stehen, sind es. die offen die Hoffnung ausspreche», daß sich der Konflikt im fernen Osten zu einem Krieg entwickeln wird! Der Krieg— das ist siir sie das Geschäft, das ganz große Geschäft! So ist es. Die Mandschurei ist weit und das Geschäft nah. Eben aus diesem Grunde sprechen viele Leute über den„Kon- slilt" und denken kaum an den„Krieg". -i- Abends sitzt man am Radio und hört Europa. In allen Spraelien tönt es von allen Wellen über den Krieg in der Man- dschnrei. Aber die Stimmen der Sprecher sind ruhig und sachlich und wenn der Bericht von einem neuen Krieg zu Ende ist, kommen die Tanzmusiken. Und zwischen einem Tango und einem Foxtrott meldet eine Stimme:„Die Chinesenstadt von Schanghai steht in Flammen." Was will man? Auch die Rundfunksender Europas sind weit van der Mandschurei, weit von China und dem Blutbad. Aber die Rundfunkwcllen kennen keine Grenzen. Auch im fernen Osten gibt es Sender. Die kurze Welle kennt keine Eni- fernungen. Schon ist der Rundfunkempfänger ausgeschaltet. Die Tanzinusiken verstummen. Man sitzt am Kurzwellenempsänger mit der aufgeschlagenen Rundfünkweltkarte. Der Blick fällt auf die Mandschurei. Der nächste große Kurzwellensender ist der ustsibirischc Cowjetsendcr Ehabarowsk-Wclle 70. Die Hand greift zum Kondensator. Atmosphärische Störungen überschlagen prasselnd olles auf Welle Chabarowfk... Zwei Nächte sitzt man vergebens am Apparat. Zwei Nächte hört man anstatt Chabarowsk die Kursnotierungen aus New Jork, die Weizcnpreise aus Argentinien, die Presseberichte aus Kanada... Dann in der dritten Nacht ertönt auf der Welle von Chabarowsk ein leises Pfeifen. Die Welle ist da! Rück- koppelung vor! Lauter wird das Pfeifen im Kopfhörer und dann crrönt eine Stimme in Russisch:„A l l o. hier Chabarowsk, Ostsibirien. Wir senden Konzert." Eine Stunde Balalajkakonzert. Doch jetzt: wieder der Sprecher! Und siehe, er spricht:„Der Sender Chabarowsk hat«inen seiner Reporter nach der Front in die Nord Mandschurei entsandt. Soeben ist der Reporter im Flugzeug eingetroffen, er wird Ihnen eine SchUderung vom Kriegsschauplag gebe»..." Der Reporter. Er beginnt mit der Feststellung, daß sich die Front noch weiter nach der Sowjetgrenze zu oerschoben habe. Er sagt:„Wenn ich jetzt hier im Senderaum dos Fenster öffne, können Sie sogar die Kanonen hören!" Da sitzt man nun mitten in Berlin, die Lichtreklamen leuchten ins Fenster, und die Stimme eines Ntannes in Sibirien dringt ans Ohr, und dieser Mann sagt, er höre 5ianoncndonncr. Vor den Augen glaubt man das brennende Land zu sehen und die atmo- sphärischen Störungen klingen auf einmal wie Hilferufe. Der russische Reporter beginnt mit seiner Schilderung, es ist ein Bericht des Grauens. Er sah einen Verwundeten- transport chinesischer Soldaten, in dem jeden Augenblick Menschen ohne jede ärztliche Hilfe starke n. Verblutende, die nach Wasser schrien, und kein Sanitäter konnte helfen, weil es viel zu wenige und zu wenig Wasser gab. Aerztc sah er beinahe überhaupt nicht. Man konnte nicht helfen, weil man kein Verbandmaterial hatte! Zu beiden Seiten des Weges, über den das Auto des Reporters fuhr, lagen Hunderte von Verwundeten und schrien vergebens um Hilfe. Der Reporter gab fein Kühlwasser zum Trinken. Vor und hinter dem Auto fuhren langsam Karren. Sie waren voll beladen und nicht zugedeckt. Uebereinandcrgeschichtct lagen in ihnen tot« chinesische Soldaten. Schon sah man übc»all fri.sche Massengräber, aber immer neue kamen hinzu. Hinter den Wagen mit den Toten irrten weinend Kinder und Frauen. Unter den Toten waren sehr viele Zivilisten aus ben umliegenden Ortschaften... Am schlimmsten waren die Eindrücke des russischen Reporters von den Ortschaften und Dörfern. Verbrannt und zer- st ö r t war alles. Siedlungen, in denen kein einziger Soldat zu sehen war, sind von japanischen Flugzeugen mit Kettenbomben belegt worden. Die Einwohner schwangen weihe Fahnen und legten große weiße Tücher auf die Dächer ihrer Häuser. Nichts nutzte. Bomben über Bomben fielen über die Dörfer, ohne daß auch nur ein«chuß von unten gegeben wurde... Die chinesische Zivilbevölkerung konnte nichts zur Rettung chrer Verwundeten unternehmen. Dazu kam noch, daß seit Wochen keine Lebensmitteltransporte mehr eintrafen. Hungernd und frierend faß«, die Bewohner ganzer Ortschaften am Wege zur Flucht bereit, weil man jede Minute neue Flugzeug- angriffe erwarten konnte. Zogen die Japaner in eine Ortschaft, dann begann eine noch schwerere Zeit für die Bevölkerung. Die Soldateska benimmt sich, so sagt der Reporter auf Welle Chabarowsk, unbeschreiblich. Die chinesischen Generäle lassen, wenn sie ihre Soldaten nicht bezahlen können, plündern. Jede Uniform ist«in Schrecken für die Zivilisten. Der Reporter kam in ein kleines chinesisches Krankeichaus, das von 12 Fliegerbomben in den Boden gestampft worden ist! Zum Beweis hat der Reporter dieses Hospital phowgraphicrt. Die Stimme des Reporters senkt sich. Er stockt. Und dann: „Ich habe vieles erlebt," schließt er.„Ich bin ein alter Revo- lutwns.'änipfcr. Aber diese Bilder aus der Mandschurei werde ich nie vergessen... Es war ein Monat, der mir wie ein Jahr vorkam." Und der Ansager fügte hinzu, daß bis nach Sibirien chinesische Flüchtlinge einträfen. Erschüttert saß man am Radw. Der Morgen graute schon über Berlin, da klangen noch immer die furchtbaren Worte aus Sibirien in den Ohren. Es war, als hätte man selbst oll das Furchtbare gesehen... Vor einiger Zeit teilten die amerikanischen Sende-. gesellschaftcn mit, daß ein Rundfunkreporter nach China gesandt worden fei und von dort aus Mikrobcrichte senden werde. Jawohl! Er soll der Welt von dem unglücklichen Lande er- zählen, von den Toten und Verwundeten! Alle Sender Europas sollen diese Sendung übernehmen und wenn dann die Todcsschreie über Europa schallen, dann werden vielleicht sogar die Geschäfte- machcr aufhorchen und daran denken, daß für den Krieg keine Entfernung zu groß ist und daß das Feuer oft auf das eigene Haus übergreift.... ViietmaHH ma< Ein(ttemananfang/ Berlin-Dönhoff platz— wer kennt ihn nicht? lind dock, um wieviel präziser als unsere Erinnerung, die zu'amwen- faßt und Einzelheiten nicht erkennen laßt, ist das Bild, das hier mit ein paar Stricken gezeichnet wird! Z � � z � � g z p � z � i c d— die meisten haben von ihm gehört. Hier stellt sicki uns ein Zeitungs- hctrieb pcriönlich vor. Gewiß, ein wenig hoshaft ist die Feder, die dies Ahbild einer Redaktion ziisammenstricheltc. aber so boshast nicht, daß nickt dock) ein lebendiger, in höherem Sinne wahrhafter Eindruck vermittelt wurde. Dies Bild aus unseren Tagen ist lmit einigen Kürzungen) dem von uns schon angezeigten Roman von Gabriele Tergit:„Käsebicr erobert den Kur- fiirstcndamm"(Verlag Ernst Rowohlt, Berlin) entnommen. Berlin, Dönhoffplatz. Die Kommandantenstraße zu Berlin, halb schon Konfektions- und halb noch Zcitnngsviertel, beginnt an der Leipziger Straße mit einem hübschen Blick auf die Bäume des Dönhoffplotzes, die jetzt kahl waren, und verliert sich in der Proletarier- und Fabrik- gegend der Alten Iatobstraße. Der Dönhoffplotz! Rechts Tictz, Invcnturausixrkauf! Jnven- turäusverkauf! Schuhwarcnhaus Stiller:„Noch billiger!" Regen- schirme! Alle beisammen. Wigdor und Sachs und Rest. Ein Blinder mit Zeitschriften hockt vor Aschingcrz Destille für kleine Schnappaufs. Das beste Geschäft für künstliche Bluinen. Im Frühling Ansteckblumen für Kostüme,!m Winter Ballschmuck. Stcttiner Säuger! Immer noch der große Lange und der kleine Dicke. Konditorei, Parfüms, Koffer und Wollwaren. Das geht noch alles. Aber im ersten Stockwerk beginnen die Sorgen. Der Handel geht zurück. Alles direkt. Fabrik— Detail— Konsument. Wenn möglich Fabrik-Konfument. Das ist die große Seite des Dönhnfiplatzes. Drüben nach der stillen Seite hin, beinahe schon in der Kam- mandantcnstraße, wo sich die kleinen namenlosen Geschäfte befinden. lag die Rodaktion der„Berliner Rundschau". Ein breites, long- gestrecktes, altes Haus, vier niedrige Etagen hoch, bekrönt an den Ecken von zwei Henkeloasen in griechischer Form. In der Mitte zwei überlebensgroße Stuckfigurcn. Merkur und Minerva, zwischen sich ein römisches Feldzeichen. Mit Merkur schien nicht viel lt>z zu sein in dem Haus. Ein« balb« Etage stand leer, lieber die völlig ausgetretene Treppe des Hanfes kam man an einem Glaskasten vorbei, wo Anmeldung stand und ein ganz junger Mann saß, in die Redaklion. Redakteur Micrmann persönlich. Der Mitarbeiter Emil Gohlisch, 30 Jahre alt. groß und weiß- blond, mit ungeheuren roten Händen, stand am Telephon. Redak- tenr Miennann. etwa zwanzig Jahre älter als er, saß am Schreib- tisch. Er hatte die Breite des Epikers und die Kahlheit des Hmno- ristcn. Ewig war sein Kragen voller Schuppen und nie dachte er daran, sich die Hände zu waschen. Er war ein Aesthet, aber nicht für sich selber. Gohlisch hörte auf zu tclcphonicrcn. Micrmann sah auf die Uhr:„Morgen ist Donnerstag", sagte er,„wenn meine Uhr richtig geht. Ich habe nichts für die Donnerstag-Seitc." „Man müßte mal über die neuen Eases schreiben." „Was hilft mal? Heute!" „Wollen wir mal nachsehen, ob gar nichts>da ist." Miermann nahm einen gelben Aktendeckel mit Manuskripten aus der Schublade:„Da ist ein begabter Artikel über den Matsch, aber es friert ja noch. Die Leute können olle nicht schreiben. Keiner kann eine gute Reportage machen. Es fällt niemandem etwas ein." „Ucber die Toilettenverhältnifse in den Berliner Schulen sollte man mal etwas schreiben!" „Was soll ich bloß morgen als Spitze bringen?" Der Gewaltige aus der Setzerei. Miehlke kam herein, der Metteur. Er halte ein völlig nacktes Gesicht, da war kein Haar zu jiuden, weder in dem Gesicht noch auf dem Kopf. „Kratzfuß, die 5ierr«n. Die Seit« muß um 1,5 weg, jetzt ist's 3 Uhr. Also ran. Ich habe den großen Artikel über die Neubauten im Satz. Nehm ich den, is die Seite voll." „Der ist viel zu lang/' sagte Miermann schüchtern. Er sagte es schüchtern, weil Miehlke der Mann war, der einmal zum Publi- zisten Heye gesagt hatte, zu Heye, der die berühmten Leitartikel schrieb:„Wenn Se nich kürzen, Herr Heye, streich ich selber zwanzig Zeilen, Sie glauben gar nich, wie schnell ich das mach«, Herr Heye, und merken tul's auch keiner." Und als Stefanus Heye gelächelt hatte, hatte Miehlke gesagt:„Sie glauben wohl, es mertts einer von den Lesern? Och, Leser merken jamscht. janischt merken Leser. Die Herren denken immer, es kommt druff an. Es kommt aber nich druff an." „Is mir ganz ejal." sagte Miehlke,„das Blatt kann nich warten wegen Ihn, und streichen is besser als uf'n Rand drucken." rfii die Lei QaßtieCe Hexqit Miehlke ging. „Also was machen wir?" sagte Miermann. „Ich werde mal einen Kaffee bestellen," meinte Gohlisch Man spricht über Innenpolitik. Der alte Schröder kam rein. Innenpolitik. Er trug noch einen Vollbart, einen grünen Lodenanzug mit Hprnknöpsen und eine breite schwarze Schleife statt einer Krovwltc.„Heute sah es böse aus im Reichstag, ich glaube, die Regierung fällt, es kommen die Rechten. Passen Sie auf, die bewilligen dann all« Steuern, über ei« sie bei den Linken geschrien haben, andere alz Parteifreunde kriegen keine Arbeit, Pogrome, Todesurteile und Bürgerkrieg. Ick) kenne das. Wir werden was erleben, fünf Panzerkreuzer, Sud- vcntionen an die Doutschnationalen, wir können einpacken." „Ich glaube nur, daß mit Wasser gekocht wird," sagte Micr- mann. „Konsumsteuern, passen Sie ans, nichts als Konsumsteuern und Zölle, daß uns die Augen übergehen." „Vielleicht sind Zölle das Richtige." „Herr Miermann!" sagte Schröder empört,„seien Sie dock) ernst!" „Sie verlangen zuviel vom Menschen. Ich soll mich immerzu aufregen: gegen Steuern, für Steuern, gegen Zölle, für Zölle. Bis morgen j.igchm.sttgg 5 Uhr rege ich mich nicht auf, es sei denn, es käme ein schönes Mädchen ins Zimmer." „Hättet früher Etotkritik treiben müssen. Der alte Richter, das war ein Plann, der hat jeden Posten gekannt, der hat den ganzen Etat studiert. Wir haben ein parlamentarisches System ohne einen Etatkritiker." Gohlisch erhob sich:„Wozu? Skanüal machen trogt mehr ein. Beziehung und ein Pöstchen. Sie haben Ihren Tick mit der Etatkritit und mit Ihrem allen Richter. Dreimol fette Borgis als Ueberfchrift. Da der 5Zaffce. Zahlen Sie, Miermann, oder bin ich dran? Ich werde zahlen." „Was wird mit der Seite?" sagt? Mlermann. Schröder ging xaus. Der Gewaltige kommt wieder. „Ich habe eine gute Idee, mir hat neulich ein Bekannter von einem Volkskabarett erzählt, fei so ein guter Ehansonsängcr dort. müßte mal hingehen, ist in der Hascnhcide." „Ich habe nur schlechte Manuskripte, die Szögyengy Ander schreibt wieder mal über„Der letzte Droschkcntutschcr". „Diese Pest, diese Bcrufsungarn," jagte Gohlisch. „Seit September liegt ein Artikel über Wochenende da, guter Artikel, aber seit der Artikel da liegt, ist schlechtes Wetter, den kann ich auch nicht mitnehmen. Bei der Kälte kann man doch noch keinen Artikel über Wochenende bringe», geht doch nicht." Miehlke kam wieder:„Wal soll ich nu machen, die Herren? Die Seite muß um'A5 weg. Ich nehme den Artikel über die Reu- bauten und streiche selber, wenn die Herren nicht kommen. Es kommt nich druff an." Miermann faß da, ganz resigniert:„Alfa gut. nehme» wir den Artikel über die Neubauten, müssen wir aber die 5)älile streichen. Gohlisch, Sie lassen einen aber auch immer sitzen. Wann wollen Sie den Artikel über den Volkssänger bringen?" „Sicher nächsten Mittwoch. Bei meiner Treu!" „Das ist schon was! Wenn Sic sagen Mittwoch in acht Tagen, kann ick) mich drauf verlassen, daß es Mittwoch in acht Monaten wird." „Ich kann nicht auf Befehl, es muß über mich kommen. Ick) bin kein Tintcnkuli. Ich bin ein treuer Diener des Gedankens." „Wenn's nächsten Mittwoch taut, bringen wir den Matschartikcl, sonst Ihren." „Gemacht." „Aber daß ich mich darauf verlassen kann. Die Seite wird immer schlechter. Euch fällt nichts mehr ein und von außen kommt nichts. Es gibt keine Begabungen." Einer macht sich Gedanken. „Ja," sagte Gohlisch,„aber nur, weil die Unbegabten überall beliebter und billiger sind. Je schlechter geschrieben die Zeitungen sind, hat neulich«in Verlcgcrhengst gesagt, um so mehr werden sie gekauft. Wozu Talent? Nichttalent mit etwas Sadismus gewürzt bringt viel mehr Geld ein. Ein geuotzüchtigtcs Mädchen ist bc- siebter als ein Satz von Goethe, obzwor Goethe immer noch geht Briand hat ein Jahrzehnt im„Petit Journal" auf dem Schreibiislb gesessen und den Leuten Geschichten erzähll. Und auf diese Weile ist eine Zeitung entstanden. Er hat nie eine Zeile geschrieben. Do- für hat man ihm ein großes Gehalt gezahlt und zuletzt ist daraus Briand geworden. Aber die Berlegermeistcr haben ja keinen Schim» mcr von Schriftstellerei." Und dann verschwanden sie im Setzerfaal. Arbeitersport-T agungen Verbandstag der Freien Segler/ Kreistag der Athleten/ Die Ruderer und die Fußballer Im ScmXbau Friedrichshain fand am Sonnabend pnd Sonntag der 8. Verbandstag des Freien Segler-Berbandcs statt. 95 Delegierte vertraten 49 Vereine. Aus dem Geschäfts- b e r i ch t des Vorstandes war zu entnehmen, daß durch die ver- mehrte Arbeitslosigkeit, durch Kurzarbeit, Lohn und Gehaltsabba.u sowie durch erhöhte Abgaben und Steuerlasten, die Ausübung des Segelsports außerordentlich erschwert worden ist. Trogdem war es möglich, die Zahl der Vereine von 42 Vereine auf 53 Vereine mit 2669 Mitgliedern zu steigern. Der„Abend" hat bereits am 29. Januar in einem Aufsatz zum Seglertag über die Entwicklung des Segleroerbandes berichtet. Der Teil des Vorstandsberichts über die Vertretung der blechte der Wassersportvereine wurden von Richard Leopold besonders erstattet Die durch die Notverordnungen eingetreteimn Aendc- rungen der Steuergesetzc machen«ine Reorganisation der Vermögens- Verwaltung der Vereine notwendig. Zum Verkehrsrecht auf den Wasserstraßen müßte der Vorstand Beschwerden an die Märkische Wasserstraßenoerwaltung richten, gegenüber Mißgriffen, von Ve- Hörden verursacht. Ebenso wurden grundsätzliche Einsprüche erhoben gegen Wasserstraßensperrungen und Schließung von Gewässern, die den Wasserverkehr einschränken. Die Abschaffung des Wasserzinses ist angestrebt worden. Die Austragung der Wasser, zollstreitfragen— Prozesse werden bereits beim Berliner Amtsgericht ausgetragen— soll weiter betrieben werden, um Material für das kommende Reichswasserrecht zusammenzubringen. Anschließend wurde von Ludwig Borsch- Bremen ein Lichtbildervortrag über das Problem der Führerprüfung gehalten, in dem besonders auf die Notwendigkeit einer guten Ausbildung aller Segler und Motorbootfahrer im Wasserstraßenrecht hingewiesen wurde. Die Herausgabe eines Leitfadens, der das gesamte Material für die Führerprüfung enthält, ist in Bearbeitung. Beide Vorträge fanden den lebhaften Beifall des Verbandstages. Der Sonntagmorgen war mit der Diskussion über den Eeschäftsbericht ausgefüllt. Die Arbeit des Vorstandes wurde allge- mein gutgeheißen. Die Kommunisten Torgler und Vernstem ver- suchten Stimmung für die Bildung einer„roten Einheitsfront" zu machen, sie mußten sich aber von allen Diskussionsrednern und be- sonders von dem Vertreter der Zentralkommission B u ck sagen lassen, daß die Arbeitersportler nur in der Bildung der Eisernen Front mst der Sozialdemokratie und den Gewerk- schaften die Grundlage zur Bekämpfung des Faschismus erblicken. Das war auch der Wille des Bundestages, der gegen einige Stimmen über einen diesbezüglichen Antrag der Kommunisten zur Tagesordnung überging. In stundenlangen Beratungen der Anträge wurden Fragen der Verbandssatzungen, der Flaggen und Standerführung und der Wettsegelbestimmungen erledigt. Besonders ist von den ange- rwmmsnen Anträgen hervorzuheben: die Herabsetzung des Verbandsbeitrages von 1,56 M. auf 1,20 M. pro Mitglied und Jahr. Lebhaft wurde die Preisfrage debattiert, mit größerer Mehrheit wurde beschlossen, daß alle Verbands- und Vereinsregattsn ohne Preise und Plaketten gefahren werden. Das Seetrelfen 1932 wird in Swinemünde abgehalten: im Anschluß daran haben die Tellnehmer die Möglichkeit, sich an einem See- treffen m Travemünde zu beteiligen. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des Vorstandes, der nächste Verbandstag findet im Sommer 1933 in Berlin statt. Der Bundestag verlief außerordentlich sachlich, die enge Ver- bundenheit der Freien Segler mit der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege kam ganz besonders zum Ausdruck. Kreistag der Athleten Die Krise tat ihnen nidris Der diesjährige Kreistag der bundestreuen Arbeiterathle- te»(Berlin und Brandenburg) gab ein schönes Bild innerer Ge- schlossenheit und Stärke; mit eingereiht in die Eisern« Front, stehen auch die Kraftsportler Schulter an Schulter neben ben anderen Verteidigern der Demokratie gegen den Faschismus. Vertreten waren 18 Vereine, zwei Vereine fehlten. Der Be-. richt des kreisvorsitzenden Heinrich ergab, daß in den zurück- liegenden Monaten eine große Anzahl von Veranstaltungen und schön« Erfolge erzielt wurden. Den Höhepunkt bildete die 2. Ar- beUerolpmpiade in Wien mst den Erfolgen für die deutsche Athletik- bewegung. Für einen großen Teil der Mitglieder war es daneben auch ein schweres Jahr, denn die Wirtschaftskrise ist auch durch die Reihen der Athleten gegangen und hat hier große Arbeitslostgkest gebracht. Jode Organisation leidet heute unter diesen Krisenzesten, aber trotzdem ist der Mitg'iederrückgang nur minimal. Wenn auch der Artistenverein„Einiglest", der fest Juni 1931 keine Besträge mehr abgeführt hat, aus dem Bund austritt, so ist diese Schart« schon wieder ausgewetzt: In Rosenthal und Teltow hat der Kreis neue Bereine. Der Kassenbericht, den wieder F r o h n e gab. zeigte, daß es trotz der schweren Zeit möglich ist, Ein- und Aus- gaben im Einklang zu halten. Die Kreistechniker Fischer und Höhne konnten von allen Sparten über gut« Veranstaltungen mit großen Erfolgen berichten. ZaH'reiche Städte-, Freundschafts-, Serien- und Ausscheidung?- kämpfe für die Jugend und die Männer gaben den Wettkämpsen auch in diesem Jahre wieder viel sportliche Betätigung. In alle Teste des Bundesgebiets reisen die Berliner Athleten und werden an die Erfolge des vergangenen Jahres wieder anknüpfen und neue dazu fügen. Für die kleineren Vereine wird eins OKlasse im Ringen eingerichtet werden. Kunze ergänzte diese Ausführungen für die Jiu-Jitsu-Sparte: Kurse sind und werden wieoer durchge- führt. Auch den Hebern erschließt sich in diesem Jahre ein reicheres Arbestsseld, neue Staffeln warten auf die Abnahme ihres Könnens. Der Boxleiter M e h l b a u m berichtete über den großen Zuspruch in seiner Sparte, die sich durch drei neue Abteilungen auf sieben erhöht hat. Ein schönes und dankbares Arbeitsfeld hat der Kreis in der Pfleg« der Schüler- und Iugendbewe- gung; Großes ist hier geplant, um den Nachwuchs zu brauchbaren Sportlern und Wettkämpfern heranzubilden. Zum Schluß«ntlat der Kreistag den mehr als 25 Jahre dem Bund angehörenden Mit- gliedern Striegel, Kasselitz, Fischer, Roth, Lehmann und Müller seinen Gruß. Zum 1. Vorsitzenden wurde wieder Heinrich gewählt, 2. Vorsitzender Fischer: Kassierer Frohne und Hippe; Schriftführer Weyhe und Kindler: Technischer Lester Brülla; Presse Henze; Boxwart Mehlbaum: Jiu-Jitsu Kunze; Jugendleiter Höhne. Die Ruderer und Kanutshrer Gestern fand die Generaloersammlung der Freien Ruderer und Kanufahrer im Arbester-Turu- und Sport- Bund, 1. Kreis, im Vorwärts-Bootshause statt. Nach dem Bericht des Borstandes ist trotz der schweren Not die Mitgliederzahl um ein geringes gestiegen, luid beträgt rund 2700 im Kreisgebiet. Ange- schloffen sind dem 1. Kreis jetzt 38 Vereine. Nach den bisher eingegangenen Fragebogen(von einigen Vereinen fehlen sie noch) beträgt der Bootsbestand: 7 Achter, 42 Riemenoierer, 24 Doppel- vierer. 64 Doppelzweier mst. 102 Doppelzweier ohne Steuer, 59 Einer mit, 1 Skiff, 576 Kajaks, 9 Kanadier, 254 Fallboote, 55 Motor-, 20 Außenbordboot«, 29 Segelboote und 6 Segelkanus. zusammen 1248 gemeldete Boote. Neue Bootshäuser haben in diesem Jahre gebaut: RV. Collegia, FTGB.-Ruderbezirk, FW. Aufwärts und FW. Cöpenick. An sportlichen Veranstaltungen fanden statt: Waldlauf im Februar, Regatta in Brandenburg, Grünauer Regatta, Spiel- und Sportsonntag, Rastbetestigung. Dauerrudern und-paddeln, Betelligung am Hallensportfest.?tach Wien zur Olympiade-.Kanuregatta sandte der 1. Kreis drei Mannschaften. Im Winterhalbjahr wurde als Ergänzungssport Hand- ball, Gymnastik und Waldlauf geübt. Die Organisationsprüfung der 92 anwesenden Delegierten ergab: Freigewerkschaftlich orga- nisiert waren 77, in der Sozialdemokratischen Partei 61, aus der Kirche ausgeschieden 86. Den Vorsitz führt der bewährte Genosse Szunmnn weiter, 2. Vorsitzender wurde Erich Schulz, Schriftführer Alfred Hennig, Kassierer Heinrich Göhl, Kreiespartentechniker bleibt Karl Münchenhagen. Mit einem Frei Heil! auf die Arbestersport- bewegung und die Eiserne Front schloß die Versammlung. Die Fußballer tagten Zu einem außerordentlichen Kreisfußballtag hatte die Leitung des 1. Kreises zu gestern eingeladen. Nach der Bsgrüßungs- ansprach« berichtete Spartenleiter S ch ü n e m a n n, daß seit dem letzten Kreistag in Neukölln die Mstgliederzahl von 1907 auf rund 3400 gestiegen sei. Hinzu kommen noch 14 Schülermannschasten, so daß mst diesen die M rgliederzahl auf 3600 gestiegen ist. Von den im letzten Jahr auegettagenen vier Städtespielen wurden drei verloren und nur eins gewonnen. Der Kreislester H o l t f o t h mußte jeststellen, daß die I u g e n d- bewegung im ersten Kreis zurückgegangen ist, und zwar von 26 Vereinen mst 31 Mannschaften auf 19 Vereine mit 23 Mannschaften. Als erfreullche Talsache ist aber zu berichten, daß die Schülerbewegung, die erst im letzten halben Jahr begonnen hat, mit 14 Mannschaften einen großen Erfolg zu verzeichnen hat. In seinem mehr als einstündigen Referat führte Riedel vom Bundesvorstand aus, daß überall da, wo der Faschismus die Oberhand hat, der Arbeitersport so gut wie aufgehört hat zu existieren. Gegen den Faschismus zu kämpfen, muß die Aufgabe aller Arbeitersportter sein. Deshalb hat der Bundesvorstand im Verein mst der Sozial- demokratte und den Gewerkschaften zur Bildung der„Eisernen Front" aufgerufen. Einen großen Raum in der Tagung nahmen die Anträge ein. Hauptsächlich um das Westerbestehen der Kreis- klaffe wurde heftig gekämpft. Da die Debatte ins Uferlose ging, wurde der Beschluß gefaßt, diese Angelegenheit dem neuen Spartenvorstand zu überweisem Die Wahlen ergaben die Wiederwahl fast aller Funtt'onäre. Lester wurde wieder Schünemann-Pankow, dem Schwendtner-Union-Tcmpelhof, zur Seite steht. Techniker ist Brück- mann-Luckenwalde, Schriftführer u. Presseleiter Malina-Freie Lehrer- Sportvereinigung. Schiedsrichterobmann ist Brückmann, die Melde- stelle übernimmt Bauer-Wilmersdorf, Kassierer Fink-Butab, Jugend- leiter Hollfoth-Butab. ' beenden konnten. Der Lauf wurde von allen in guter Verfassung 1 überstanden. Die gleichzeitig gestarteten 6000-Meter-Läuser sahen in Leistikow-ASC. mst knappem Varsprung vor Ezischke Ruderverein Vorwärts den Sieger. Die Langstrecke ist leider noch immer ein Schmerzenskind und kann bedeutend mehr Jnteresienten verttagen. Die Nordvereine brachten auch ein ziemlich starkes I u g e n d f e l d auf die Beine. Proles und ASV.-Weddmg zeigten sehr guten Nachwuchs. Den Einzellauf belegte F. Goltz ASV. Wedding knapp vor den beiden Proleslaufern Iulke und Schlicht. Gleichzeitig mst der Jugend gingen die Alterssportler über die 2000-Meter-Sttecke. Förster, Freie Lehrersportvereinigung, lief mst der Jugend ew vorzügliches Rennen, das er fast auf gleicher Höhe mst der Jugend beendete. Der Mannschaftslauf der Jugend wurde eine Beute der Proles-Jugend. Einen besonderen Eindruck hinterlassen stets die geschlossenen Mannschaftsläufe. Bei den Männern mutzten drei Läufer geschlossen eintreffem Die erste Mannschaft vom Achletik-Sport-Club war mst kurzem Abstand vor ASV. Schöneberg in Front, während bei den Spielern ASD. Rot- Weiß mst seinen elf Teilnehmern den 3000-Meter-Lauf als erste vor „Fichte" geschloffen beendeten. Die Organisation war gut. Alle Läuser fanden die gezeichnete Strecke ohne Schwierigkesten. Hervorzuheben ist ferner die sofortige Resullatbekanntgabe, so daß die am Ziel Stehenden kurz nach Be- endigung der einzelnen Läufe bestens informiert warem 1000 Meter Epartlerinnen: I. Roeöel n tHcnnigstwrf) 3:55,4 Min.; 2. Siocdel X tHennigsdorf): 3. Ratay tReinickrndorf.West).— 5000 Meter Einzellaufen: 1. LeiOikow(-255.) 17:83 Min.; 2. Czifchle(RB. Borwiirt«) 17:33,2 Minuten; 3. Bergens II(Echiinow).— 2000 Meter Jugend: 1. F. Goltz(AGB. «edting) 0:14.1 Min.; 2. JuNc(Proles) 6:10 Min.: 3. Schlicht(Proles). Jugendmannschaftslauf: 1. Proles. 10 Punlte; 2. ASD. Wedding, 13 Prallte; 3. Proles ll, 30 Punlte.— 2000 Meter allere Sportler: l. Förster(Freie Lehrer. fportoereinigung) 6:50,5; 2. S. Goltz(ASB Wedding): 8. G. Goltz(ASD. Wcdding).— 3000-Meter.Mannschastslauf: 1. ASG. 0:56 Min.; 2. ATD. Schöne. berg 10:05 Min.; 3. ASB. Wedding 10:20,6 Min.— 3000.Spl«lcr.Manllschaft:.. lauf: l. ASB. Rot.Weiß 10:12,5 Mn,; 2. Fichte. De» schönem Früh'lngswettcr Waldlauf in den Rebbergen Bei herrlichem Frühjahrswetter ging gestern der erste dies- jährige Waldlauf vonstattem Der Beranstaller, der Arbeiter- Sportverein Wedding, konnte 200 Meldungen buchen. Der Sport- platz in den Rehbergen eignet sich vorzüglich als Ablaufplatz, vom Startplatz ist es möglich, die ersten 1000 Meter zu übersehen. Dadurch gewinnen die Läufe selbstverständlich an Interesse. So umsäumten auch gestern wieder zahlreiche Zuschauer das Ziel. Die Frauen eröffneten den Reigen. Immer stärker werden die Meldungen im 1000-Meter-Frauenlauf. Gestern lagen bereits 30 Nennungen vor, die fast resttos erfüllt wurden. Das stattliche Feld war während des ganzen Rennens gut zu beobachten, das die Geschwister Roedel-Hennigsdorf mst prächtigem Endspurt als erste Arbeiter- Wasserbail-Lerie Bei den Wasserballserienspielen am Sonnabend hatte man mst einem Hellas-Sieg allsgemein gerechnet, allerdings nicht in dieser Höhe. Nach den bisherigen Leistungen zu urteilen, hätte Freiheit seinem Gegner den Sieg erheblich schwerer machen müssen. Frei- hett wurde von den ausgezeichnet zusammeuspielenden Hellenen von Ansang an in die Verteidigung gevröngt und verstand es bei planloser und ungenauer Ballabgabe nicht, seine Schwimmschnellig- kest vorteilhaft zur Verwendung zu bringen. Es mangelte ferner am Slellungsspiel sowohl m der Wwehr wie auch im Angriff. Hellas war auf jedem Posten besser besetzt und kam auch fast stets ungedeckt zum Schluß. Nachdem berests die erst« Spielhälste mit 7:<1 das Spiel sür Hellas entschieden hatte, verlief die 2. Hälfte verhallen, da auch Freiheit jetzt wenig Anstrengungen machte, das Resultat für sich zu verbessern. Hellas bleibt in der derzeitigen Form weiterhin ein starker KonkureM für den Titelverteidiger Charlostenburg. Deutsdier Olympiabob FcrunglCdd Die in Lake Placst weilende deutsche Olympia-Bobmcmnschaft ist am Sonntag von einem schweren Unfall betroffen worden, bei dem der vorjährige Diererbobweltmeister Hauptmann Zahn- Braunschweig sowie seine Mitfahrer M e h l h o r n und R o ß n e r erhebliche Verletzungen davontrugen. Am schlimmsten erging es dem Führer des Bobs Hauptmann Zahn, der mst einem komplizier- ten Annbruch Aufnahme im Krankenhaus fand. Der Dresdener Mehlhorn zog sich Fleischwunden im Gesicht zu, Roßner-Zeig erlitt schmerzhaft« Quetschungen im Rücken, während der als vierter mit« gefahrene Amerikaner fast gänzlich unversehrt davonkam. Carnera trainiert im Sportpalast Der italienische Boxriese Primo Earnera. der berests fest einigen Tagen in Berlin weill, um hier das Training für seinen Kampf am Frestag gegen Gühring abzuschließen, arbeitet täglich um 14 Uhr mst verschiedenen Trainingspartnern in der SporiPmle Sportpalast. Das Training Carneras wird bis zum Mittwoch tag- lich stattfinden. Das Publikum hat Zutritt. «allasport R«»iill».«ritz. Die Mitglieder der 2. Ableiluug(außer den Kindern) halten sich Sannabend, 6. Februar, frei. Borauzsichtlich außerordent» liche Gemeinschaftsoersammlung von 10— 21 Uhr in der Hufeisenhall« Britz, Fritz- Reuter. Allee 46. 6. Bezirk«r-n-berg. Kaitellsitzuug Donner- lax,«. Februar, 20 Uhr, Porck. straße 10—11. Wichtige Tagesordnung. Arbeiter-5erienspide am Sonntag Adler schlägt Teltow 11:2 Einen Mammutsieg, wie ihn sich wohl selbst die größten Optimisten nicht haben träumen lassen, erzielte Adler 08 gestern gegen Teltow. Trotzdem, das letzte Serienspiel hatten sich wohl alle interessanter vorgestellt. Bereits in der ersten Minute lagen die„Rübchen" mit 1:0 tn Führung, nicht zuletzt deshalb, weil die Pankower mst fünf Mann Ersatz anttaten. Trotzdem gelang es den Pankowern nach 15 Minuten den Gleichstand zu erringen. Dann kamen sie sogar nach westeren vier Minuten mst 2:1 an die Spitze. Bis zum Sestenwechjel konnte Testow noch ausgleichen. Glaubte man jetzt, daß die Teltower die Niederlage vom vorigen Sonntag wieder westmachen könnten, so sah man sich gewallig getäuscht. Die Ponkower gingen Schrstt sür Schritt vor, immer mehr wurden die Gäste zurückgedrängt. Dann kam die Katastrophe. In gleichmäßigen Abständen schössen die Pankower westere neun Tore, denen die Teltower nicht eins entgegensetzen konnten. Mit 11:2 blieben die P a n k o w e r sichere Sieger und damit auch Abteilungsmeister. Wenn sie am 14. Februar, beim ersten Spiel gegen Einttacht-Reinickendors, ebenso spielen, dürfte sür die Reinickendorfer wenig Aussichten be- stehen, die Berliner Meisterschaft zu erringen. Allerdings finden in diesem Jahr« zwei Spiele um die Meisterschaft statt: das zweste Treffen ist am 21. Februar. Lichtenberg II scheint jetzt auch im Kommen zu sein. Als die Lichtenberger zum ersten Male gegen Eiches Bezirksmannschaft spielten, wurden sie mst 9:1 geschlagen nach Hause geschickt. Das zweite Treffen lies ebenjo hoch für die Köpenicker aus. Trotzdem die Lichtenberger gestern nur mit zehn Mann anttaten, tonnten sie gegen die Köpentcker doch stets das Spiet öfter hallen. Nur knapp mst 4:3 wurden sie geschlagen: das Resultat hätte aber auch ebensogut umgekehrt lauten können. Normannia nahm gegen Südost Revanche. Während die Normannen im ersten Treffen knapp unterlagen, schlugen sie die Südofter gestern glatt mst 5:0. Mit dem knappen 2: 1-Ergebnis trennten sich Wilmersdorf und .Nowawes. Butab hatte anscheinend die Neuköllner Bolkssportler zu leicht genommen, die Neuköllner blieben, wenn auch nur knapp, mst 3:2 siegreich. Hansa 31 setzte die Siegesserie mst einem 4; O-Eriolg über die Spandauer Eintracht fort. Mst 0: 6 zogen die Staakener gegen Borworts-Wedding den kürzeren. Britz 88 gewann gegen Wacker 30 hoch mit 6:1. Lichtenberg II 2 gegen Schöneberg 2 7:3. Flaudball-Kreismeister geschlagen Die am Ende der Tabelle stehende FT. Bellen brachte es fertig, dem Äreismeister Volkssport Wedding die zweite Niederlage beizubringen. Es ist zu bemerken, daß Bel- ten jederzest«in gleichwertiger Gegner war und ein« sehr flüssige Kombination mit sehr genauem Zuspiel zeigte. Hierdurch wurde Weddings Zusammenhang wohl am meisten gestört. Als es 3: 3 Hijß, haste das Spiel seinen Höhepunkt. Plötzlich schoß Vellen im Anschluß an einen Sttafwurf das Siegestor und gewann damit die Punkte.— In Hennigsdorf ging das Tressen zwischen der Freien Turnerschaft und FTGB.-Osten sehr gleichwertig vonstatten. Ledig- lich die Leistungen des Ostentorwarts sicherten einen glücklichen 3: 2 (2: 1) Sieg.— Freie Turnerschaft und Sportveretuigung Nowawes war Eiche Köpenick mir 7:4(3:1) überlegen.— In der Abteilung L ist die FTGB.-Süden weiterhin tonangebend, denn Ein- ttocht-Mahlldorf verlor 12:0(4:0).— Volles port Neukölln setzte sich gegen FTGB.-Oderspre« mit 8:1(3:1) durch. Hodrey Tennis-Rot konnte sich auch westerhin durch«inen Sieg über Ostting 2 mst 3:2 tehaupten. Der Sieger gewann durch ein flüssiges, erfolgreiches Paßspiel. Die bisher ungeschlagene Mann- schast vom Volkssport Neukölln-Britz mußte ihren ersten Punkt durch «in Unentschieden 2: 2 gegen die eifrigen Tempelhoser der Freien Turnerschaft Groß-Berlin abgeben. Ostring 1 tonnte sich stn Spiel gegen den ASV. Moabit nicht durchsegen und verlor mst 2: 3 Toren. Mit 4: 2 Toren siegte der Freie Hockeytlub Spandau gegen Den Athletik-Sportklub. Der ASV. Schöneberg 07 und Reukölln- Britz 2 ttennten sich unentschieden 1:1. Bei den Frauen siegte Tennis-Rot I erneut im Rückspiel gegen Ostring mit 2: 1.