Morgenausgabe Nr. 55,.. 49. Jahrgang A 28 Wöchentlich 76 Pf, momillich 3,56 M. (davon 87 Pf. monatlich f!Ü guitel- lunq in« Hans) im voraus»ahldor. Postbezug S,»7 M.-inschlieKIich so Pf. Pouzeitungs- und 75 Pf. Postbestelloe- bUhreiu Auslandsabonnement 6, SS ZI!. pro Monat! Nr Länder mit ermäjjia» tcm Druckfachenporw 4.66 M. Der.P-nnrärts* erscheint wachen täglich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgabe für Berßit und im Sandel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Sonntagsbeilaa« .Volk und Zeit" ff- Berliner Bolksbla« Mittwoch 5. Februar 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Di« etnspall. Mlllimeterzeil» 30 Pf. Reklamezeile 2.— M.„»lein« An. zeigen" da» fettgedruckte Wort M Ps. (zulässig zwei fettgedruckteWortevsedes weitere Wort ll> Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte Uber IS Puchslaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarlt Millimeter. zeil« 2S Pf. Familienanzeigen MiNi- Nleterzeile lS Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindcnsrragc», wochentäglich von 6>/, bis 17 Uhr. Der Verlag behätt sich basRecht derAb- lehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Zentralorgan der Sozialdemokratischen HSaeiei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Rcntfpr.. Dönhoff(A 7) 292—297. Telegramm. Adr.: Sozialdemokrat Berliir Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postlchecklonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bankder Ardeilcr. Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3 Dt B. u. DiZc.-Gei., Deposiienk., Ieruialemer Str. KSiKu. Eröffnung der Abrüstungskonferenz Große Rede Arthur Hendersons. Geaf. 2. Febturc.(Eigorbericht.) Unter gewaltigem Andrang tum Diplomaten. Publikum und Presse wurde am Dienstag u.m t«.80 Uhr die Wcltabrüstungskonferenz von ihrem Präsidenten Arthur Henderso« erSfsnet. Die kurz vorher ersolgte Dämpfung des japanischen Angriffsgeistes durch de» Bertauf der Ratssihuug(über die wir an anderer Stelle berichte». Red.) wurde die feierliche Stimmung unterstrichen. All- gemein wurde das Ergebnis dieser Ratssitzung als ein günstiger Auftakt für die Konferenz bewertet, gegen die seit Wochen ein immer stärkeres Trommelfeuer von .Kriegshetze» und Falschmeldungen vorgenommen worden war. präsidentArthurHendersoN/FührerderLabourpariy führte au»: Die Weltobrüstungskonferenz steht vor der tragischen Tatsach«, daß im Augenblick der Eröffnung ihrer Arbeiten im Fernen Osten ein« auherordcntlich schwierig« Loge entstanden ist. E» ist eine imperative Pflicht der llnlerzeichaerftaaien de» Völkerbunds- pakie» und de» llellogg-pakte», sich au die genaue Einhaltung tiefer beiden großen Sicherheiten und Garcmkleu gegen Krieg und Gewalt zu hallen. Di« Konferenz umsaht die Vertreter des Völkerbundes und der auherhalb des Völkerbundes stehenden Staaten, hier sind die Wortführer von 1,706 Millionen Menschen versanrmelt. Kein menschliches Wesen, sei es. in den großen Industriezentren, in-den Wüsten Afrikas oder in den Dschungeln des Ostens, in den Eis- regionen der Arktis, das nicht hier durch«inen Wortführer oertreten ist. Niemals hat es noch eine Konserenz in der Geschichte ge- geben, die eine dringendere und für die Menschheit wohl- tuender« Aufgab« hat als dies«. Ueber die Schwierigkeiten darf man sich keinen Illusionen hingeben. Wir müssen den festen Entschluß zeigen, sie zu überwinden und Wege zu schaffen, um neue glorreiche Ausblick« der Menschheit zu eröffnen. Die Konserenz beginnt ohne«ine feste Tagesordnung. Die Aufgabe der Konferenz besteht daher nach meiner Auffassung In folgenden drei punkten: 1. Ein gemeinsames Abkommen über ein wirksames Programm praktischer Vorschläge, um so schnell wie möglich eine weseatliche herabsehung uud Beschränkung der Rüstungen aller Länder zu erreichen. 2. Keinerlei Rüstungen außerhalb de» jetzt festzusetzenden Rahmens de» Vertrage», durch den sich alle Rationen verpflichten, da» große Ziel der ollgemeinen Abrüstung zu erreichen. Z. Sicherung der weiteren Arebileu. um da» eudgüttige Ziel zu erreichen, aus dem Wege ähnlicher Konferenzen, die in kurzen Zeil- abschnitten zusammentreten sollen. Es kann nicht geleugnet werden, daß die Furcht der Nationen vor Angriffen einer der Gründe für dl« Auf- rechterhaltung der schweren Rüstungen in der Welt war. Dennoch bedeutet das Bestehen von Rüstungen eine der Haupt- Ursachen der gegenseitigen Furcht und des Argwohns, die das internationale Leben vergiften, den Willen zum Frieden paraly- siercn und die Nationen immer wieder in das Wettrüsten schleudern. Die moderne Geschichte kennt genug Beispiele der Irr- tümlichteit der Auffassung, daß die Sicherheit einer Nation in direktem Verhältnis zu der Stärke ihrer Rüstungen steht. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die gegenwärtige Generation immer argwöhnischer gegenüber dem sogeimimten be- wassnetcn Frieden wird, der bisher als einzige Garantie gegen den Krieg gegollcn Hot. Immer stärker ist die Erkenntnis im wachsen, daß e, keine größere und sichere Bedrohung de» frieden» und der Sicherheit gibt als die Ausrechterhaltung der außergewöhnlichen Rüstungen. Die Welt sehnt sich heute nach einem endgültigen Fort- schritt aus dem Wege der allgemeinen Abrüstung. Der Völlerbund hat fest seinem Beginn sortgesetzt an der Organi- . sation des Friedens gearbeitet. Aber das Empfinden für die Un- sicherheit hat bisher fortgesetzt zu neuen Rüstungen geführt und das Anwachsen der Rüstungen führte wieder zu einem sortgcsetzten An- wachsen des Empfindens der Unsicherheit. Dieser Zirkelschinh muß jetzt unterbrochen werden. Die überbürdeten Nationen haben bicher keinen anderen Ausweg gewußt, als den Konflikt. Au» diesem Grund« ist die Abrüstung einer der hauptteile de« Bölterbundspaktes geworden. Die Mitglieder des Völker- bundes haben sich im Artikel Vili des Paktes verpflichtet und festgestellt, daß die Ausrcchterhaltuag des Friedens eine Herabsetzung der nationalen Rüstungen zu dem niedrigsten Punkte fordert, der mit der na- Sooulea Sicherheit vereinbar ist und durch gemeinsames Vorgehen die internationalen Verpflichtungen zu stärken. Diese Verpflichtung bleibt weiter auf allen Mitgliedern des Völkerbundes lasten und jeder einzelne muh jetzt oersuchen, den Völkerbund von dieser Verpflichtung zu befreien. Der Völker- bund hat bisher keine Zeit verloren, dieses Problem in Angriff zu nehmen. Nach einem langen historischen Rückblick auf die früheren Vcr- Handlungen des Völkerbundes über Abrüstungswescn und besonders auch auf die Locarnoverträge entwickelt hcnderson entwickelte die Richtlinien der vom Wrüstungsaus- schuß ausgearbeiteten vorläufigen Konvention, die lediglich die Methoden der Abrüstung behandelt. Die Abrüstungskonferenz müsse, so fährt der Präsident fort, jetzt die endgültigen Zahlen für die Herabsetzung und Beschränkung der Rüstun- gen bestimmen. Der Abkommensentwurf ist vielfach auf starken Widerstand gestoßen. Selbst über die Methoden der Abrüstung bestehen verschiedene Auffassungen. Die Abrüstungskonferenz ist selbstverständlich frei, auch jeden anderen Vorschlag oder jeden neuen Entwurf eines Abkommens zu erörtern, der ihr vor- gelegt wird. Das Problem der Abrüstung ist von lebenswichtiger Pedeutung in der gegenwärtigen schweren wirtschofts- und Zinanzkrise der meisten Rationen. Die Kosten der Rüstungen sind eine der hauptsächlichsten Ursachen der heutigen schweren Lage und der zerrütteten Staats- haushalte. Die öffentliche Meinung verlangt, daß jetzt ein« wesentliche Herabsetzung der auf allen Völlern lastenden Heeresausgaben erreicht wird. Die Augen der ganzen Menschheit sind heute auf diese Konferenz gerichtet. Ich lehne es ab, die Mög- lichkeit eines.Zusammenbruches der Konferenz in Erwägung zu ziehen. Niemand kann sagen, welche Folgen ein Zusammenbruch haben würde, henderson schloß: Gegenwärtig kau» es nur eine Gleichheit der Rechte für jede Nation in der von uns gebauten freien Gesell- schaft der Völker gebe».Mitglieder mit Schlagwerkzeugen aller Art ge» standen. In dem Aufenthaltsraum des SA.-Hsims waren 22 SA.- Leute anwesend: sie hätten Stühle zerschlagen, um sich zu bewaffne». Der Polizeipräsident ordnete die sofortige Schließung aller Räumlichkeiten des Heims im Interesse der öffentlichen Sicher- heit und Ordnung an. Eiserne Front marschiert! Arbeiter, Angestellte und Beamte Berlins reihen sich ein. In 23 Änndgebungen reihte» fich gester« die Ar- beiter, Beamten und Angestellte» der Verwaltungen der Stadt Berlin in die Eiserne Front ein. Es ist uns un- möglich, über jede Versammlung einen eingehenden Bc- rieht zu erstatten. Wir stellen aber fest, daß der Auf» marsch überall imposant, oft von übcrwälti- geuder Wucht war. Zm roien Wedding. In der lange vor Versamlungsbeginn überfüllten Hochschul» brauerei sprach Genosse Litke, M. b. R., vor dem Personal des Bezirksamts Wedding und des Virchow-Krankenhauses. Unter dauernden Beifallskundgobungen geißelte Litte die Schuld des Unternehmertums und zeichnete ein Bild der Rechllosmachung der Arbeiterschaft im„Dritten Reich". Seine Aufforderung, sich ein- zureihen in die Eiserne Front, fand die begeisterte Zustimmung der Versammlung. Die Zentrale ist mit dabei. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten derzentralenDer- waltungen der Stadt Berlin vollzogen gestern in einer gut besuchton Dersammtung in den M u s i t e r s S l e n ihren An» s ch l u ß an die Eiserne Front. Der Vorsthende der Orts» gruppe Berkin der Reichsgewertschaft Deutscher Komnmnalbeamten, Genosse Mehlig, wies auf die großsprecherischen Ankündigungen der Nationalsozialisten hin. in diesem Jahr die deutsch« Republik durch das Dritte Reich ablösen zu wollen. Di« Nationalsozialisten haben zwar recht, daß das Jahr 1932 das Jahr der Entschei» d u n g über den Fortbestand der deutschen Republik, über das Weiter- bestehen der deutschen Arbeiterbewegung sein wird und sein mutz. Die Bildung der Eisernen Front aller staatserhallenden Kräfte dient derVorbereitungzudlesenEntscheidungskämpsen. Der Appell des Genossen Mehlig an die Bersammellen, sich in die Eisern« Front gegen Hitler und Hvgenberg einzureihen, wurde mit starkem Beifall ausgenonmien. Ein interessanter Vortrag des Stadtrats Genossen Dr. Heuer über sein« Tätigkeit als Beauftragter des Preisüberwachungs- kommissars regte zu einer längeren Debatte an, in der über die Un- zulänglichkeit der bisherigen Preissenkung lebhast Klage geführt und mit einer Anzahl Vorschlägen zur weiteren Senkung der Preist aufgewartet wurde. Geschlossene Front der Arbeiter. Neunzig Prozent der Belegschaft der Hauptwerk- statt Grunewald der BVG. waren im„Spandauer Bock", um immer im zustimmenden Sinne den Ausführungen des Genossen Ortmann, Bevollmächtigter des Gesamtverbaiches, zu lauschen. Es gab nur eine Meinung: Geschlossene Front der Arbeiter in der Eisernen Front! Haupiwertstatt Lferstraße. Einen glänzenden Verlauf nahm die außerordentlich stark besucht« Versammlung der Belegschaft der Hauptwerkstatt Ufer st ratze der BVG., wo Genosse Künstler, M. d. R., refe- rierte. Nicht der geringst« Störungsoersuch wurde gemacht. Die Stimnmng war begeistert und einheitlich für die Eiserne Front. Zw Osten. Das dienstfreie Personal der Dahnhös« 22 Weiß enf« e, 25 Kntprodestraß« und Aboag Weißensee war gleich- 'alls dem Ruf gefolgt. Die Ausführungen des Bevollmächtigten Genossen Schaum fanden den ungeteiLen Beifall der Der- inimnelten, die sich m ihrer Mehrheit sofort m da» aufliegende Eistrn« Buch einzeichneten. Zn Tegel. Bon mehr als 600 Personen war der Saal im Strandschlotz in Tegel voll besetzt. Genosse Dr. M i s ch l« r und Kamerad B a t t e referierten unter großem Beifall der Versammlung. Gegner mcl- deten sich nicht. Einige Nazis versuchten eine negative Kundgebung. indem ste sitzen blieben, als sich zum Schluß die Dersammellen erhoben und ein Hoch auf die Eiserne Front ausbrachten. Die Stimmung war ausgezeichnet und die Kundgebung ein Zeugnis entschlossenen Kampfwillen». Massenkundgebung der Eisernen Front. Beichstagspräsident Löve ln Kiel. Siel, 2. Februar. ilm Dienstagabend sprach hier in einer Massenkund- gebung der Eisernen Front Reichslagspräsidenl Löbe über Hitlers Flucht ia die Legalität. Da die rieflge Nordosts erhalle lauge Zeit vor Vegin» wegen Uebersüllung polizeilich g e s ch l o s s e u werden mußte, fanden Parallelversomm- langen In der„Deutschen wacht" und lm Gewer kfchaftshau» statt. die gleichfall» überfüllt waren. Löbe ging davon au», daß Hitler 1332 als das Zahr seiner„Machtergreifung" verkündet habe. Dst Volksmassen der Eisernen Front würden die Machtergreifung der NaNonassozialistea verhindern. Die vielen Arbeiter. Lauern. Lürger und Intellektuellen, die aus ihrer Not heute zu Hitler gegangen seien, glaubten an ihn al» den wunder- täter. Sie würden bald den Irrweg erkennen. Auch die„legale" Machtergreifung durch die NationassoziaNsteu werdenlchtruhig hingenommen werden. Die Abwehrsront stehe fest. Nach dem Siege aber würden die Arbeiter dst deutsche Republik fortentwickeln zum sozialen Volksstaat. Erklärung des englischen Gchahkanzlers England grundsätzlich für Streichung aller Schulden. Die Regierung gab am Dstnslag im Parlawent über die Re- paralionsfrage Auskunft. Der Schahkanzler Ncville Ehamberlain bezeichnest als das Ziel der englischen pollllk eine möglichst umfassende und endgültige Regelung der Reparationen und Kriegsschuldenfrage. Die englisch« Regierung glaube, daß flch dieses Ziel am besten durch Slrelchnng vou Kriegs- schnldenvnd Reparationen erreichen lasse. Die Regierung habe der Verschiebung einer mit der Aufgabe der Regelung der Sriegescholdea. und Reparatlcnssrage betrouleu Konferenz ans M a i oder Zual zugestimmt, al» es flch herausgestellt habe, daß der gegenwärtige Augenblick für dst Abhaltung einer solchen Konferenz nicht günstig sei. Der Vorschlag einer vorläufigen Vereinbarung über das am 1. Juli noch Ablauf des Hoooer.Moratoriums br- ginnende Jahr, der zwischen England und Frankreich dstlutstrt wor- toi sei. habe keinen Erfolg gehabt, und e» werde sich wohl alz das hefte herausstellen, dst ganze Frage tat Konferenz zur Regelung zn tberlasse». Gipfel der Friedfertigkeit. Oer japanische Vertreter beim Völtervund:„Oer beste Beweis dafür, baß wir keinen Krieg führen, ist die Tatsache, daß unsere Bombenabwürfe allein die friedliche Zivilbevölkerung treffen." Endlich Eingreifen der Mächte! Erklärungen vor dem Völkerbundsrai. Genf, 2. Februar(Eigenbericht). In letzter Stunde hat ein energisches handeln lm Völkerbunds- rat den Krieg, wenigstens um Schanghai, ausgehalten und dst drückende Sriegsstimmung der Welt etwas erleichtert. Dst Ratssitzung leitete an Stelle des erkrankten Paul Bon» cour Frankreichs Kriegsminister Tardieu ein. Sofort verlas der englische Kolonialminister Thomas eine Erklärung seiner Regierung. die einen ungeheuren Eindruck hervor rief. Dst engsische Regierung erachst es al» unmöglich, daß die sehige Entwicklung tm Fernen Osten so weilergehen dürfe, da sonst der völkerbundzpakt. der Sellogg-Pakl und da» Neunmächtc- abkommen da» vertrauen der Welt verlieren müßten. Unglücklicherweise seien alle bisherigen Schlichtungsversuche unwirk- sam gewesen Deshalb habe die englische Regierung m lieber- emsttmnküng mit der von Amerika beschlossen, ein» weltergehend« Anstrengung zur Beendigung der bedauerlichen Ereignisse zu unter» nehmen. Sie vertraue auf die Mitwirkung der anderen Regie» rungtn. Amerika und England hätten in Tokio gemeinsam eine formell« Forderung unterbreitet: D daß alle Gewaltakte und Borbereitungen zu Feindseligkeiten sofort aufzuhören hätten: 2. daß in der Zone von Schanghai beide Parteien ihre Truppen zurückziehen und zum Schutze der internationalen Niederlassung eine neutrale Zone zu bilden sei: 3 daß sofort Verhandlungen zu bcgimien hätten zur Regelung der bestehenden Streitfragen im Geiste des Kcllogg-Paktes und der Ratsentschliehung vom 9 Dezember 1931, Anschließend verlas Thomas eine Regstrungserklärnug, dst zur gleichen Zeit im englischen Unterhaus abgegeben wurde. Ste schildert die traurigen Ereiguissr um Schanghai und die dortigen Versuche der Konsuln zur Eindämmung, gibt dann da» neue verfahren au und fährt fori: Bezüglich der militärischen Loge habe die Regierung am Sonn- tag beschlossen, zu den drei britische!, Bataillonen in Schanghai noch ein Bataillon Infanterie und ein« Batterie von Hongkong zu beordern. Die Secstreitkräste Cornwall, Sandwick und zwei Kanonenboote seien bereits am Sonntag durch die beiden Kreuzer„Kent" und„Susfolk" ergänzt worden. Engste Zusammen- arbeit mit den anderen Mächten werde erfolgen. England erbat dann vom Rat seine Zustimmung und Unterstützung. » Hätten die englische und die amerikanische Regierung sich schon im Herbst zu einem solchen Schritt entschlossen, dann wäre wohl die seitherige verhängnisvolle Entwicklung ver- mieden worden. Aber freilich: erst die unmittelbare Be- drohung der eigenen Staatsbürger und ihres Eigentums durch den faktisch ausgebrochcnen Krieg in den wichtigsten chinesischen Städten hat die Mächte aus ihrer bisherigen Passivität herausgerissen. Es ist wirklich die h ö ch st e Zeit, um die Ausartung des japanisch-chinesischen Kon- sliktes in eine Katastrophe von ungeheurem Ausmaße zu ver- hindern und um den Bestand des Völkerbundes zu retten. Vielleicht ist es sogar schon zu spät. Denn bei der besonderen Mentalität der japanischen Diplomatie beweist die in Genf durch den Vertreter Japans im Rat abgegebene Zustimmungserklärung einstweilen nicht viel. Die Ereig- nisse der letzten Monate haben zur Genüge bewiesen, was von derartigen japanischen Zusagen ,zu halten ist. Sie wer- den meist nur abgegeben, um Zeit zu gewinnen: sobald aber der Druck der Mächte nachläßt, machen die japanischen Ge- neräle und Admiräle doch wieder» was sie wollen. Die Gefahr, daß man in Tokio nur scheinbar vor der-neuen Aktion der Mächte zurückweicht, um bei der ersten Gelegenheit den imperialistischen Raubzug gegen China wieder aufzunehmen, ist um so größer, als inzwischen von Washington aus die Wirkung der Genfer Kundgebung durch einen bedenklichen offiziösen Kommentar a b g e» schwächt wird. Ein Washingtoner Telegramm besagt: Die Genier Meldungen, daß Amerika und England gemeinsam die im„rüge Einstellung der Feinseligteiten in Ebina„gefordert" hätten, wcrden hier ali abwegig bezeichnet. Es wird erklärt, am 29. Januar Hab« der chinesische Außenminister Amerika um «ine Bermittlung ersucht und am 31. Januar habe der ja» pauisch« Außenminister Amerika um ein« Einwirkung«us China gebeten, damit China nicht wettere Truppen einsetze und die gegenwärtig in Schanghai stehenden Truppen zurückziehe. In letzterem Fälle würde Japan kein« Landtruppen nach Schanghai senden. Am I. Februar habe der lapanisch« Botschafter in Washing- ton dieses Ersuchen bestätigt. Daraufhin seien der amerikanische Botschafter in Tokio und der amerikanische Generalkonsul in Nanking angewiesen worden, beiden Regierungen Vorschläge zur so» fortigen Einstellung der Feindseligketten zu uitterbretten Die bri» tisch« Regierung Hab« gleichzeitig dasselbe getan und. soweit hier bekannt, hätten Frankreich und Italien einen gleichen Schritt unter- nommen. Von einem gemeinsamen Ultimatum könne daher nicht gesprochen werden. Vielleicht bezweckt diese amerikanische Erklärung ledig- lich, den Japanern Joldene Brücken für ihren Rückzug zu bauen Man konnte für eine, solche Taktik Verständnis zeigen, wenn nicht damit die Gefahr verbunden wäre, daß man in Tokio diesen amerikanischen Kommentar als ein Produkt der Angst vor der eigenen Courage deutet. Das De- denkliche liegt vor allem in der amerikanischen Betonung. daß es sich nur um Lorschläge handele, die sogar auch von Japan angeregt worden seien, während die vom briti- schen Kolonialminister I. H. Thomas im Völkerbundrat abgegebene Erklärung ausdrücklich von einem„formellen Ersuchen" sprach. Die hellhörigen Japaner werden sicher- lich diese starke Nuance empfinden und möglicherweise ihre Haltung danach einrichten. Darin liegt eine große Gefahr, und man kann nicht eindringlich genug dem Völkerbundrat davor warnen, auf halbem Wege stehen zu bleiben. pfeift Zapan auf die Mäckfte? Tokio, 2. Februar. Die amerikanischen und englischen Vorstellungen bei Japan wegen der Vorfälle in Schanghai haben hier erhebliche Aus- regung und Verstimmungen verursacht Nach japanischer Ausfassuiig sind der Totbestand und die Absichten Japans völlig verkannt und falsch gedeutet worden.(!) Japan beabsichtige nicht, gegen China aggressiv vorzugehen.(!) Es wolle und müsse jedoch seine erheblichen Interessen in Schanghai schützen. Deshalb sei das einzige Mittel zur Verhinderung der wetteren Ver- schärfung der Lage und der kriegerischen Verwicklung, daß Amerika und England energisch i u Nanking vorstellig würden, um bei der Regierung die sofortige Zurückziehung der chinesischen Truppen zu veranlassen.(!!) Da» japanische Kabinett hat nunmehr beschlossen. ohne Rücksicht ans irgendwelche fremden Schritte die bisherige Politik beizubehalten, zumal da die allgemeine Volksstimmung, die über die Einmischung fremder Mächte ia der für Japan so lebenswichtigen Ehinasroa- stark crrsgt fei. die hallimg des Kabinett» stütze. » Dies« Meldung ist zwar vor der Sondersitzung des Rates am Dienstagnachmittag veröffentlicht worden. Sie zeigt aber, welchen geringen Wert vi« Erklärimgen Satos vor dem Rat besitzen. Oer ungleiche Kampf. London. 2. Februar. lieber den neuen japanischen Angriff aus Schanghai berichtet Reuter, daß gegen 2 Uhr von schweren japanischen Marinegeschützen das Feuer auf die chinesischen Stellungen nordöstlich des Bahnhofs von Schopei eröffnet wurde. Di« Chinesen hätten nur mit einem einzigen Minenwerfer, der uocki dazu eine höchsttrogwette von nur 2 Kilometer hat, das Feuer er- widert, so daß«« einigen hundert japanischen Marinesoldaten«in leichtes war, zum Angriff überzugehen. Gegen Abend war die Ruhe wiederhergestellt. Es hat nicht den Anschein, als ob die chine- fischen oder die japanisckxn Stellungen irgendwie verändert wären. Insgesamt sind 450 japanische Marinescharsschützen in Schanghai gelandet worden, so daß die japanischen Streitkräfte in Schanghai nahezu 5000 Mann stark sind. Chinesische Berteidigunosmaßnahmen in Nanking. Wie aus Nanking gemeldet wird, verschanzen sich dort die Chinesen, um sich gegen einen etwaigen Angriff der Japaner zu sicher». Da, Personal de» Außenministeriums bereitet die Rä'.-- mung ta» Ministerium» MC. Eiserne Front! Unsere nächsten Versammlungen. Verurteilte Schlägerkolonnen. 3n Schlesien wie in Sachsen. Waldenburg. Z. Aebruar.(Eigenbericht.) Das Schöffengericht Waldenburg verurleiUe vier National- fozioliften wegen schwerer Sörperverlehuug zu Gesäagoisslraseo zwischen sechs Monaten und einem Zahr und zwei Monaten. Der Anklage lagen Uebersälle aus Reichsbanner- lcute zugrunde. Ein Relchsbannermanu erUtt schwere Sopfvcr- lehungcn. mehrere wurden leicht verleht. Zwei der Täter konnten von der Polizei scslgenommen werden. Lei einem wurde ein mit Stahleinlage versehener Totschläger, bei dem zweiten eine 50 Zentimeter lange Holzkeule gefunden. Die Angeklagten be- houpteten vor Gericht, in Notwehr gehandelt zu haben. Die Be- wcisaufnahme ergab jedoch, dasz Notwehr nicht vorlag, sondern die Nationalsozialisten die Tätlichkeiten verabredungsgemäh be- gangen hatten. Dresden. 2. Februar.(Eigenbericht.) In dem feit drei Togen vor dem Schwurgericht Dresden gegen acht Nationalsozialisten geführten Prozeß wurde am Dienstag der Handlungsgehilfe Helmecke und ein sogenannter Kunstgewerbler Hans Mersch wegen zweifacher gefährlicher Körper» Verletzung im zweiten Fall verbunden mit Raufhandel sowie Vergehens gegen das Waffenmißbrauchgesetz zu 2 Iahren 4 Monaten bzw. 1 Jahr 1 Monat Gefängnis verurteilt. Ebenfalls wegen Raushandel teilweise in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung und Waffenmißbrauch erhielten weitere fünf hakenkreuzler Gefängnisstrafen von 7 Monaten 2 Wochen bis zu einem Jahr. Ein Angeklagter wurde, obwohl dringender Verdacht auch gegen ihn begründet war, mangels aus- reichenden Beweisen freigesprochen. Der Verhandlung logen zwei Uebersälle auf Reichs- bannerleute zugrunde. Jin zweiten Fall wurde am dritten November der Reichsbannerkamerad Arno Wolf in Riesa durch fünf Messerstiche auf bestialische Weise ermordet. Die Anklage lautete ursprünglich auf Körperverletzung mit Todesersolg, schließ- lich wurde jedoch nur Raufhandel mit Körperverletzung ange- nommen. Nach Lage der Sache erscheint das Urteil viel zu milde. » Die Große Strafkammer des Frankfurter Landgerichts verur- teilte drei Nationalsozialisten wegen erheblicher Körper- Verletzungen zu je 6 Monaten Gefängnis Die Nazis hatten im November vorigen Jahres einen Kommunisten zu Boden geschlagen, den Wehrlosen mit Füßen getreten und ihm mit dem Ruf„Wenn er nur verreckt!" einen Rippenbruch,«inen Blut- erguß in die Niere und Kopfverletzungen zugefügt. HIndenburg spendet 100 000 M. für das Stuttgarter Alte Schloß. Oer Reichspräsident hat zum Wiederaufbau des Alten Schlosses in Stuttgart aus dem ihm zur Verfügung stehenden Fonds eine ein- rnalige Gabe von 10» 000 Mark bewilligt. Die Spende ist mit Rück- ficht darauf erfolgt, daß es sich bei dem Allen Schloß um ein Bau- dentmal von großer historischer Bedeutung handelt, und daß sich schon bei den Vorbereitungen für den späteren Wiederaufbau für zahlreiche Erwerbslose Arbeitsmöglichkeit bietet. D�ittwoeK, den 3. Februar: Bezirksamt Schöneberg: 20 Uhr, Lokal Will, SchSneberg, Martin- Luther-Straße 69. Redner: Emil Barth. StadtgUter Schöneicha und Vogelsdort: 17H Uhr. Redner: Genosse Heymuth. 15. Abteilung: 20 Uhr, Arminiushallen, Bremer Str. 72. Redner: Karl Hildenbrand, MdR., Dr. Richard Mischler, Adolf Buek. Geld- und Silberscheideanstalt und KObler u. Co.: 16 Uhr, Lokal Otto, Reinickendorf, Berliner Str. 115. Redner: Max Urich. Donnerstag, den 4. Februar; Abteilung 108a, Köpenick: 20 Uhr, Lokal Uhlenhorst(Inhaber; H. Seidler), Mahlsdorfer Straße. Redner: Dr. R. Mischler. Vorwörts-Betrleb: 17% Uhr In der Kantine. Redner: Franz Künstler, MdR. Bezirksamt Treptow: 19H Uhr, Lokal Rennbahn, Treptow, Eisen- Straße 115/116. Redner: Stadtrat Carl Wermuth. Arbeitsamt Nord-Ost: 16� Uhr, Blesstn, Stargarder Straße 5. Redner: Stadtrat Richard Rosin. AEG.-Konzem, AfA-Verbandskollegen und Sympathisierende; 17% Uhr, Nordischer Hof, invalidenstr. 125/26. Redner: Siegfried Aufhöuser, MdR. StadtgUter Selchow und Waßmannsdorf: 1714 Uhr. Redner: Genosse Heymuth, Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter und Gastwirtsangestellte Donnerstag, den 4. Februar: 1. Bezirk, Köpenick: 19 Uhr, Stadttheater Köpenick, Fried- richstraße 6. Redner: Marie Kunert, MdR.— J. Bezirk, Neukölln- Südosten: 19 Uhr, Hohenstaufensäle, Kottbusser Damm 76. Redner: Hermann Harnisch, MdL.— 5. Bezirk, Gesundbrunnen-Tegel: 19 Uhr. Hochschulbrauerei, See- Ecke Amrumer Str. Redner: Albert Falkenberg.— 4. Bezirk, Wedding• Reinickendorf: 19 Uhr, Brauerei Löwen-Böhmisch, Berlin, Hochstr. 2. Redner: Dr. Drucker.— 5. Bezirk, Osten- Lichtenberg: 19 Uhr, Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 12. Redner: 3ockeI Meier.— 6. Bezirk, Charlottenburg: 19 Uhr, Türkisches Zelt, Charlottenburg, Berliner Str. 55. Redner: LorenzBreunig.— 7. Bezirk, Schöneberg: 19 Uhr, Gesellschaftshaus des Westens, Schöneberg, Hauptstr. 30/51. Redner Willy Schneider.— 8. Bezirk, Moabit: 19 Uhr, Arminiussäle, Bremer Str. 72/73. Redner: Otto Meier, MdL — 9. Bezirk. Weifiensee: 19 Uhr, Wirtshaus zum Pferdemarkt, Weißensee, Schönstraße. Redner: Dr. Julius Moses, MdR. — 10. Bezirk, Spandau: 19 Uhr, Germaniasäle, Spandau, Stresowplatr 19. Redner: Robert Breuer.— 11. Bezirk, Tempelhof-Mariendorf: 19 Uhr, Lokal Gohlke, Tempelhof, Berliner Straße 96. Redner: Dr. Otto Friedländer. Freitag, den 5. Februar: AEG. Ackerstrafie, Bahnwerkstatt Prinzenaliee, AEG. Brunnen- Straße, Schwartzkopff, Lehrwerkstätte und Hydra-Werk, Dr. Paul Meyer 16 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Straße. Redner: PoL-Präs. A. Grzesinskl. AEG. Turbine und sämtliche Metallbetriebe Moabits: Gleich nach Arbeitsschluß im Moabiter Gesellschaftshaus, Wicief- straße 24. Redner: Kurt Heinig, MdR. AEG. Transformatoren: 16 Uhr, Brückenklause, BrOckenstr. 15. Redner: Karl Dressel. Otis und Flohr: 16 Uhr, Lokal Ladewig. Reinickendorf, Elch- bornstr. 48. Redner; Bernhard Göring. Aron, Charlottenburg: Gleich nach Arbeitsschluß, Lokal Reimer, Wilmersdorfer Str. 2. Redner: Wolfgang Schwarz. Metall- Kleinbetriebe Chariottenburgs: 16% Uhr, Lokal Sickert, Charlottenburg, Bismarckstr. 85. Redner: Dr. Otto Friedländer. Werner, LUtzowstraße, und umliegende Metailbetriebe: 16 Uhr, Lokal Bärensprung, Lützowstraße 7. Redner: Hermann Hämisch, MdL AEG. Treptow und Ehrich u. Graetz: 15)« Uhr, Rennbahn, Treptow. Redner; loh. Stelling, MdR. Bezirksamt Mitte und Charitö: 16% Uhr, Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40/41. Redner: Bürgermeister Paul Mielitz. Sonnabend, den 6. Februar: Stadtgut Wansdorf: 15 Uhr, Redner: Genosse Heinmuth. Sonntag, den 7. Februar: Stadtgut Lanke und städtische Fersten in Lenke: Vormittags 10 Uhr. Redner: Genosse Heinmuth. (Gewerkschaftliches siehe 1. Beilage.) SerantmotUid) filc DoNtil: Stdot Schill: Wirtschaft:». ttlt»ael!»«s«r: Tiwerlschaftabrwkaana: Z. Stelner; IZe.iilleton: Dr. Iah» Schilow»li: Lolales und ConÜiges: gritz Karstadt: Sn, einen: Th. Stocke: sämtlich in Setiin. Berla»: Sorwärio-Verlaa® m b. Berlin. Druck: Borwärio-Buchbrucketet und Serlossangalt Paul Einher u. To.. Berlin SD öS, Linbenkraiie Z. Hierzu 2 Beilagen. Iß BiflNCEN IN WBEN WOCHEN ELCHE Z-T- EIGENS ZU DIESEM ZU ENORM BILLIGEN Verkauf ßoweit Vorrat WEISSE WAREN ALLER ZWECK AUFGESTAI DAS FEST DER HAUSFRAU PREISEN ZUM VERKAUF g Bettwäsche Kopfkissenbezügo Langet:«, ga- i i r Eilunenstick»- rt q e ter Linon, Et 1,40 rei, Stück 1,43, U,uO Kopfkissenbezüge WischestoH.« ert Linon, Stück U,OU■—■ i,5o,t,i s, aw! 0,65 Deckbettbezuge Wiccbestoff, t, c Stück 1,00 Linon. 813,75, e>«z/-» 4,50, 3,75, Z,OU Dimiti-Gornituren J OK 1 Ueckbett, 2 Klanen, 15,75, 11,50, 8,45, A/YO Bettücher Itowlas, mit llolllaoom Gr. ca. 150)220 o OK ür. ca. 160)250 J OK Stück 3,65, 4,70 Stück 5,23. 4,�0 Damen-Wäsche Trägerhemden qc verschiedene moderne Oarnieningen...... 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Februar 4932 Neue Ordnung in Berlin Sozialdemokratische Kommunalkonferenz im Rathaus— Freie Bahn für Vereinfachung 3m Stadkoerordnetenjitzlingsjoal des Berliner Rathauses hatten sich gestern abend die sostaldemokrotischen Mitglieder des M o g i st r o t s. der Bezirksämter, die Mitglieder der Stadt- verordnetcnsraktion sowie die Borsihenden der Bezirks- verordnetensraktionen und einige Mitglieder des Berliner Bezirks- Vorstandes zu einer kommunalpolilischen Sonserenz zusammengesunden, in der über den ttnlwurs der neuen Orts- s a h u n g beraten wurde. Die Konserenz tagte unter der Leitung des kommunalen Sekretärs der Berliner Partei. Stadtverordneten Paul Robinson. Das einleitende Referat hielt Bürgermeister Zriedrich Lange. Als man 1920, nach der Schaffung der neuen Einheitsgemcinde Eroß-Berlin, vor der Aufgabe stand, eine Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen den Bezirken und der Zentralverwaltung vorzunehmen, war die Lösung ungeheuer schwierig. Sowohl die alte Berliner Zentralvcrwoltung, wie die ehemaligen Stadt- gemeinden mutzten Zuständigkeiten abgeben. Zudem war der frühere Oberbürgermeister alles andere als ein Freund der De- Zentralisation. Das neue B e r l i n- G e s e tz, dos der Landtag dann verabschiedete, gab der Stadtgemeindc die Möglichkeit, in einer besonderen Ortssntzung die Dinge neu zu regeln. Diese Orts- satzung ist neben der Städteordnung und dem alten Berliner Stadt- Verfasjungsrecht die Rechtsgrundlage für die Zuständig- keitsabgrenzung innerhalb der Gesomtverwaltung. Der Entwurf soll die Grundlage sein, olle Berwaltungsongelegenheiten, die örtlich besser als von der zentralen Stelle verwaltet werden können, an die Bezirksocrwaltung zu geben. Die Zentralverwaltung soll so die Möglichkeit bekommen, wahrhaft führend die grotzen Ber- waltungsgesichtspunkte herauszuarbeiten. Genosse Lange ging dann im einzelnen auf die Bestimmungen der Ortssatzung ein. Seine Gedankengänge smd unseren Lesern bereits durch den Bericht über eine Pressekonferenz, in der der Bürgermeister ssch in gleicher Weise aussprach, bekannt. Er legte der Stadtoerordnetenversamm- lung nahe, genau nachzuprüfen, ob nicht noch einige städtische Anstalten, die der Entwurf für die Zentraloerwaltung vorbehalten will, besser von den Bezirksämtern oerwallet würden. Di« Innen- bezirke sollen zukünftig ouäi in der Schulfrage nicht anders be- handelt werden als die übrigen Bezirke. Im Hochbguwesen Hot der Mogistrat sich auf den Standpunkt gestellt, dah die grotzen allgemeinen Kauangelegenheiten bei der Zentral« ausgearbeitet werden müssen. Man solle nicht am Bezirk kleben, wir sind Berlin, wir sind eine einheitliche Stadt. Die tüchtigsten Leute müssen ausgewählt und für die grotzen Auf- gaben der Stodwerwaltung in der Zentrale zusammengefaht wer- den. Abschliehend stellte Bürgermeister Lange fest, dah bei der vernünftigen Teilung zwischen den Aufgaben der Zentraloerwaltung und denen der Bezirtsnerwaltungcn mit dem Entwurf quantitativ noch nicht dos. erreicht worden sei. was hätte erreicht werden inüssen. Es-set Aufgäbe.-dex. St ais'to.e r ör-L n"« t e nv.e r ta M kn- lung, hier noch Berbefseruiigen zu schaffen. Dt« Zentral- Verwaltung darf nicht mit Kleinkram belastet sein, wie es bisher der Fall war. Sie mutz freie chand für die Entwicklung der grossen Vcrwaltuugsgefichtspunkte erhalten. Die in kommunalpolitischen Kreisen in letzter Zeit viel diskutierte Frage über eine eventuelle Zusammenlegung der Bezirke wird von dieser Orts- jotzung nicht berührt. Die Diskussion. Stadtrat Genosse Mermuth vom Bezirksamt Treptow meinte, datz die Ortssatzung doch Bestimmungen und Arbeitseinteilungen schaffen würde, die schon in allernächster Zeit zu großen Erschwerungen der sachlichen Erledigung von Berwaltungsdmgen führen wird. Er wandte sich besonders gegen die Uebertragung aller Bau- ongelegenheiten an die Zentralvcrwalwng. Stadtrat Genosse ch o l z- Zchlcndorf äußerte gleichfalls groß« Bedenken gegen die völlige Zentralisierung der Bauaufgaben. Bürgermeister Genosse Karl 5) e r z-Kreuzberg vertrat die An- ficht, datz es politisch, organisatorisch und sachlich besser gewesen wäre, wenn die Frage der Zusammenlegung der Bezirke vor der Schaffung der Ortssatzung gelöst worden wäre. Unsere gesamte Verwaltung kranke daran, datz sie in viel zu viele kleine Berwal- Eiserne Front ruft! Reiht euch ein, der Würfel fällt! Trage auch du dich ein! Sammelstellen in allen Bezirken Gausammelstelle Potsdamer Str. 131 tungsbezirke eingeteilt sei. Eine große Verantwortung liege bei der Stadtverordnetenversammlung. Die Verwaltung müsse jetzt. unter ollen Umständen in Ordnung gebracht werden! Die Zentralver- waltung habe in einem so riesigen Verwaltungskörper, wie ihn Berlin darstelle, und in einer so bewegten Zeit, alle chände voll zu tun, die entscheidenden Richtlinien für«in« ordnungsge- mäße Verwaltung herauszuarbeiten. In der Zentrale müsse die geistige Führung liegen. Zum Schluß seiner Ausführungen wandte sich der Redner sehr scharf gegen die Bestrebungen, das Rudolf-Virchow- Kranken Haus der Zentralverwaltung zu überantworten. Man walle hier ein Modellkrankenhaus schaffen. Der Berliner Bürger habe aber das Recht zu verlangen, daß olle Krankenhäuser auf gleicher höhe geholteu würden. Genosse Stadtrat Löwen st«in- Neukölln begrüßte besonders den Gedanken der Planwirtschaft, der jetzt Einzug in der gesamten Verwaltung halten soll. Man dürfe darüber aber nicht vergessen, datz es plonwirttchoftliche Arbeit auch bei den Bezirken gibt, die dadurch nicht gestört werden dürfe. Den Bezirken müsse auch die Möglichkeit gegeben werden, nach der Verabschiedung des Etats durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung mit diesem Etat wirtschaften, d. h. richtig disponieren zu können. Die Arbeiter-Abiturisntenkurfe lasse man besser wie bisher bei der Be- zirksverwaltung. mit der sse eng verbunden seien. Stadtschulrat Genosse N y d a h l arbeitete in seinen Ausfüh- rungen klar heraus, daß die zentral« Schuloerwaltung selbst dos höchste Interesse daran Hobe, von der Kleinarbeit im Interesse der gesamten Schuloerwaltung freizukommen. Der Bürgermeister des Bezirks Prenzlauer Berg, Genosse O st r o w J, k i. Äiherte Bedenken gegen die Regelung, die die Straßen- re.Mgvlrg. nach dezzr �ndvups flssden.sosts. Mrtjpe. eine Rcformierung der Verwältuiig �des Wohlfährtswesens� Genosse Paul Robinson betorrte, daß man sich gegen die Trennung des Krankentransport- Wesens vom Rettungsamt und seiner Angiiederung an die Feuer- wehr wenden müsse. Der„Vorwärts" hat diese Gedankengänge des öfteren schon vertreten. All« in der Diskussion vorgetragenen Bedenken faßte der Vor- sitzende der sozialdemokratischen Stadtverordnctenfraktion Genosse l Erich Flatau dahin zusammen, daß die Aussprache sehr gute An-' regungen für die parlamentarssche Bearbeitung des Entwurfes ge- geben habe. Die Fraktion werde ihre ganze Kraft einsetzen, um zu einer klaren Kompetcnzabgrenzung zwischen Zentrale und Bezirken zu kommen. Mit einem Appell an alle Teilnehmer der Konferenz, sich umgehend in die Eisernen Bücher einzutragen, schloß der Genosse Robinson die für das komnmnalpolitische Leben Berlins wichtige Konferenz. Frauenmord in Steglitz. Zunge Händlerin erschossen.— Der Geliebte als Täter? Ein entfcti lieher Francnmord ist in den gestrigen Naehmittagssrunden im.?»ause Schloß st raste 9 in S t e g l i st entdeckt worden. Ale eine Hausbewohnerin den Treppenaufgang hinausging, fand sie die 99 Jahre alte Eilly Liesker, die im zweiten Stortwerk in Untermiete wohnte, mit einer schweren Schustvcrlestung tot auf. Tie Steglistcr Kriminalpolizei wurde benach- richtigt, die das Polizeipräsidium alarmierte. Tie erste Reservemordkommission unter Leitung von Kriminal- kommissar Zapfe wurde an den Tatort beordert. Ueber den Vorgang erfahren wir folgende Einzelheiten: Die unverheiratet« Cilly Liesker wohnte bereits seit geraumer Zeit in dem Hause in Unterinieie: sie war eine sehr stille, fleißige Frau, die sich ihren Lebensunterhalt dadurch verdient, daß sie mit Spitzen handelte. Am gestrigen Dienstag hatte die Frau den Steg- litzer Markt aufgesucht und dort mit ihren Spitzen gehandelt. Der Markt schließt um 2 Uhr. Von dieser Zeit an haben Hausbewohner auf der Treppe einen jüngeren Mann beobachtet, der dort nervös auf und ab lief. Bald darauf betrat Frau Liesker, vom Markt kommend, das Haus. Auf der Treppe ist sie anscheinend von diesen! Mann erschossen worden, denn bald nachdem ein Schuß gefallen war, rannte der Mann davon. Die Hausbewohnerin, die jetzt den Treppenaufgang betrat, fand die Leiche der Cilly L. Roch den Aussagen verschiedener Zeugen handelt es sich bei dem Täter uxchrfcheinkich um den Geliebten der Frau, von dem sie ein zweifähriqes Töchterchcn— Ilse— hat und seit zwei Iahren getremit lebt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie einmal mit diesem Manne eine heftige Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Mann chr zahl- reich« Messerstiche in den Kopf beibrachte. Er koimte ergriffen werden und man brachte ihn dann in eine Heilanstalt. Es wird jetzt vermutet, daß der Mann wieder versuchte, mir Cilly L. zusammsn- zukommen. Wahrscheinlich hat sie ihn aber abgewiesen. Der Mann ist den Hausbewohnern lecher nicht genau bekannt. Als Cilly L. au-i dem Treppenpodest des ersten Stockwerts aufgefunden wurde, zeigte sich unterhalb des Kinns rechts der Einschuß. Die Revolver kuge! ist durch den Kopf gegangen. Die junge Spitzenhändlerin, die aus Polen stammt, wird als ein« sehr ordentliche Frau geschildert, die überall beliebt war. Saalschlacht in Treptow. Holzfloben als Waffen der Nazis. Die Versammlung des Reichsbanners Schwarz- R o t- G o l d, Ortsgruppe Vaumfchulenweg, die gestern i« Restaurant.Jtni-Xiooli", Reue Krugallee 33, stattfand. endete mit einer dnrch Rationalsozioljsten hervorgerufene» Saalschlacht, der durch die Schuhpolizei ein Ende gemacht ward«. Schon anderthalb Stunden vor Beginn der Versammlung hatten sich zahlreiche nationalsozialistische SA.-Leute eingefunden, imd es war von vornherein deutlich die Absicht zu erkennen, daß Hitlers Gefolgsmänner es auf eine Störung der Versammlung ab- gesehen hatten. Der Redner, Kapitänlcutnant a. D D r. K l o tz, konnte trotz wiederholter lärmender Unterbrechungen sein sehr auf- schlußreiches Referat über das Wesen des Nationalsozialismus, das unter der Parole„Wir greifen an!" stand, zu Ende führen. Als der Versammlungsleiter dann den Schluß der Kundgebung ansagen wollte, setzte ein Mordsspektakel ein. Die SA.-Leute fingen an zu gröhlen und griffen zu den für die Heizung des Raumes bestimmten Holzkloben, um sie gegen den Redner zu schleudern. In dem Tumult wurde von den jugendlichen Nazis, die sich wie die Wilden aufführten, ein mehr als sechzig Jahre alter Partei- genösse nicht unerheblich verletzt. Die Polizei sorgte für die Räumung des Saales. Ein National- sozialist wurde zwangsgestellt. Auch er tröstet den Ingenieur und sagt:„Ob einer Schlangen tanzen läßt oder weiße Mäuse frißt, das ist ganz gleich, das Publikum will dabei gewesen sein." „Wir werden für sie etwas finden." Billy aber schießt sich auf Manegenentfernung ein. Er schießt Anita alle möglichen Gegenstände vom Kopf, bis der Kapitän es verbietet, weil er die Verwendung von scharfer Munition für zu gefährlich hält. Darob ist Billy im Ernst ergrimmt: denn erstens ist es eines Cowboys unwürdig, sich Platzpatronen zu bedienen und zweitens kann man mit ihnen niemand etwas vom Kopf schießen, und drittens, wo soll er jetzt, mitten auf dem Meer, Platzpatronen hernehmen? Die Millionenstadt. Dos Schiff läuft Hamburg an. Der junge Thonueilen steht an den St. Pauli Landüngsbrücken. jung, übermütig, den Schelm im Nacken und Grübchen im Gesicht. »John. Jahn", ruft er und platzt beinahe �von Reuig- kciten. Hat er doch von dem eigenartigen vchicksol des Ingenieurs gehört und selber gleich Schistsal gespielt. Thormeilen jun. weiß doch, in welchen verräucherten Weinkneipen unternehmungslustige junge Leute hocken. Sie sitzen in diesen Weinkneipen, die einen gut sttuierten Eindruck machen und an deren Wänden man echte Oelgemälde findet. Das ist doch der Zuschnitt von Anno dazumal. Das Aeuhere bewahrt man auch, aber im Innern ist diese Generation von heute anders, ganz anders als ihre Vorfahren. In diesen Weinkneipen haben früher die gut fundierten, einwandfrei soliden Kaufleute gesessen und Domino gespielt, wenn sie sich entspannen wollten. Darüber lachen die unternehmungslustigen jungen Leute m«, heute, Die soq«».„Domino laß die Leutchen in den Zuchthäusern spielen, die haben ja Zeit dazu. Wir wollen etwas erleben." Und sie laufen übereifrig jeder Sensation nach, sie ver- stehen es, Nebensächlichkeiten aufzubauschen, und meinen, sie stillten auf diese Weise ihren Lebenshunger. Das tun sie ganz bestimmt nicht, es reifen bei ihnen auch keine großen Taten oder irgendwelche Pläne von Bedeutung, weil beide Ruhe und eine gewisse Beschaulichkeit gebrauchen. Doch lassen die jungen Leute geschickt die Sensation für sich Retlame machen.' Darauf verstehen sie sich auf dem ss. Deshalb nehmen sie sich auch des Ingenieurs an. Von seinem Schicksal haben sie bereits den eifrigen Reportern der Berliner Schreibblätter erzählt und man hat von ihm be- richtet. Und der junge Thormeilen hat tatsächlich schon ein Engagement für den Ingenieur und auf die zu erwartenden Prozente bereits mehrere Runden ausgegeben. Der Ingenieur kommt, er wird vorgestellt, er greift zu, es bleibt ihm ja gar nichts anderes übrig. Er hat den Kon- trokt unterzeichnet und weiß kaum, wie er dazu kommt. Billy lernt den Chef einer Wild-Weft-Schau kennen. Dieser Chef hat tatsächlich einmal bei der Herde gestanden, kennt also aus eigenem Erleben die Prärie und ist von Billy entzückt, ob des frischen Hauches der Natürlichkeit. Es ist nachgerade Zeit gewesen, der Schau neu�s Blut zuzuführen. Billy und der Chef freunden sich schnell an. Die Schau hat nahezu auf Billy und Anita gewartet, denn ein paar Artisten, die gute Lasioarbeit liefern und Bumerong werfen können, haben den regelrechten Größen- mahn bekommen, und alle die Arbeitslosen, die Abend für Abend als Füllsel für Stunden gemietet werden, machen meistens nur einen schlechten Eindruck. Sie geben sich red- liche Mühe, aber sie können doch bloß mit mehr oder weniger Geschrei beim Postkutschenübersall und Blockhausbrand mit- tun, sonst sind sie gezwungen, notgedrungen lebende Kulisie zu bilden. Billy zeigt seine Kunststücke in einem ungemütlichen Saal, der probenden Artisten zur Verfügung steht. Der Chef ist zufrieden mit Billy und desgleichen mit Anita. Das Mädel hat Mut, das muß man ihm lassen. Die beiden müssen nur ordentlich herausstaffiert werden, und diese Auf- machung will der Chef, der sich auf das Schaugeschäst versteht, selbst besorgen. Billy hat keinen rechten Eindruck uon Hemrburg. Hier ist er nur ein Mensch, der etwas erledigt, der Kontrakte unterschreibt und an seine und Anitas Zukunft denkt. Hier gilt es, das Schicksal einzufangen. Er weiß, die Ucberfahrt war für ihn nur Reiseerlebnis, noch nicht einmal ein Stückchen Welterfahrung. Er muß noch viel, viel lernen. Menschen sind bestimmt gefährlicher als Bullen, aber ein echter Cowboy muß auch mit ihnen ferrig werden. Na, und ob, das wäre doch gelacht! Billy kommt nach Berlin. Er geht allein durch diese Stadt. Sie ist für ihn voller Neuheiten, alles in ihr ist ihm so ungewohnt, daß er keine Begleitung erträgt aus Furcht, er könne sich blamieren.. Er sieht sich die Schaufensteraus- lagen an und wird gestoßen. Er wirft den Kopf in den Nacken und sieht die Mietskasernen in die Höhe. Ein paar Jungen lachen ihn aus und fragen, ob es dort irgendwo brenne oder ob er eine abgelegte Braut suche. Billy nimmt es den Kindern nicht übel, daß sie ihn ver- albern. Ueberschäumende Kraft muß sich doch irgendeine Form suchen. Austoben können die Bleichgesichter sich nicht in den gefahrvollen Straßen der Stadt, nun, da werden die Bengel eben frech. Villi ist mit diesem Tatbestand schnell fertig. Billy sieht in die Höfe, Billy guckt in die Treppenhäuser. Hier fällt-er nicht mehr auf. Man hält ihn ohne weiteres für einen Untermieter. Wer kennt sich denn in einer Miets- kaserne? Es riecht nach Bratkartoffeln und dem herausgc- klopften Staub von Teppichen. Die Menschen kommen und gehen, und Billy sagt zu sich, reinewegs beschlvörend:„Billy. Billy, gehe nie in die muffige Einsamkeit großer Miets- kasernen." Billy steht vor den Zestungsoerkaussstände«. O, das viele Papier. Er kauft sickz Zeitungen und liest eine halbe Nacht. Er liest gewisienhast Zeile für Zeile und kommt dann zu der Ueberzcugung, daß kein Mensch dos Zeug alles lesen kann. Schnell ist er mit seinem Urteil fertig und er weiß: „Ach, die Zeitungen sind die Friedhöfe für die Gedanken der Menschen. Gedanken werden hier nicht miteinander durch- gesprochen, die werden in den Zeitungen begraben." Die Unruhe der Stadt läuft an seinem eigenen Innern vorbei. Er ist Zuschauer der Host, er wird von ihr nicht an- gesteckt. Er weiß, in der Großstadt lebt der Friede nicht. Lichtreklame ist Schrei, AutoHupe ist Schrei und das Gott zugedachte Konzert der Heilsarmee ist auch Schrei. (Fortsetzung folgt.) Versteckte Preiserhöhung Seit einigen Wochen werden die Schrippen immer kleiner Auf unsere Redaktion kommen die Arbeiterfrauen und beklagen sich bitter über die Höhe der Schrippenpreise in Berlin. Ln den meisten Fällen bringen die Hausfrauen die Backware mit, und in der Tat ergeben sich seit einigen Wochen in Berlin autzer- ordentlich hohe Preis« für die sogenannte„weiße Ware', das sind Schrippen, Brötchen und Knüppel. So wurde ein in der Bahnhof- straße in Köpenick gekaufter Knüppel vorgelegt, der nur 2 2 Gramm wog und eine in Neu-Tempelhof am Hinden- burgdamm gekaufte Schrippe erreichte mit ihrem Gewicht den Rekordtiefftand von nur 23 Gram in. Mit Recht sind die Haus- srauen über diese niedrigen Gewichte der Schrippen und Knüppel empört. Wir haben daraufhin Veranlassung genommen! in neun Stadtteilen Groß-Berlins das Gewicht der„weißen' Bäckerware nachzuprüfen. Die Backware wurde sofort nach dem Einkauf gewogen und es ergab sich beispielsweise zwischen dem Gewicht der Schrippen in Tempelhof und dem in Britz eine Differenz von nicht weniger als 30 Proz.! Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Mitarbeit aller großstädtischen Hausfrauen bei der Preissenkungsaktion teilen wir aus unserem Materie� das Folgende mit: Oer Westen natürlich am teuersten. Im Westen Berlins sind die Schrippenpreis« am h ö ch st e n. Hier müssen noch meist 12 Pfennige für vier Schrippen bezahlt werden. Die von unserem Bertrauenemann am Rcichskanzlerplatz gekauften Schrippen wogen 31, 33, 33 und 35 Gramm. Das sind 132 Gramm für 12 Pf. und 3 Gramm für 43,4 Pf. In einer zweiten Bäckerei in der Laubacher Straße in Friedenau müssen ebenfalls 12 Pf. für vier Schrippen be- zahlt werden. Die Schrippen wogen 39, 38, 33 und 49 Gramm. Es � ergibt sich somit ein Pfundpreis für die Schrippen von 39,3 Pf. Dann folgt Pankow. Eine Bäckerei in der W o l la n k st ra ß e in Pankow verlangt für vier Schrippen 10 Pf. Die Schrippen wogen 34, 33, 31 und nochmals 31 Gramm, das ergibt bei 399 Gramm einen Preis von 38 Pf. E.s folgt der Nordoste n. In der Landsberger Allee werden gleichfalls für vier Schrippen 19 Pf. gefordert, dabei fiel das Gewicht etwas günstiger aus. nämlich 33, 34, 39 und 36 Gramm. Der Pfundpreis würde 37,93 Pf. betragen. Nicht weit von der Landsberger Allee, in der � Carmen-Sylva-Straße, ergibt sich ein ähnliches Bild.> Die Schrippen wogen 34, 36, 32 und 34 Gramm; das entspricht einem Psundpreis von 36,7 Pf. Oie größten und die kleinsten Schrippen. Bezeichnend für den Preiswirrwarr und die Willkür in der Gewichtsfestsetzung ist, daß man in Neu-Tempelhof für den gleichen Preis die kleinsten und die größten Schrippen in Groß-Berlin erhalten kann. Zwei in der Berliner Straße gekaufte Schrippen wogen je 33 Gramm, das ergibt einen Pfund- preis von 33,5 Pf. Einige Straßenzüge weiter wird den Haus- frauen ein« 25-Gramm-Schrippe in die Hand gedrückt, was einem Pfundpreis für Semmeln von 39 Ps. entspricht. Günstig ist das Gewicht dann wieder am Wedding. Bier für 19 Pf. in der Seestraße gekaufte Schrippen wogen 33, 34. 37 und nochmals 37 Gramm. Es ergibt sich ein Pfundpreis von 34.9 Pf. Das günstigste Gewicht fanden unsere Vertrauensleute in Britz. Bei einer Bäckerei in der Fritz-Reuter-Allee wogen die Schrippen 49, 37, 36 und 33 Gramm. Hier stellt sich der Pfundpreis auf nur 33,8 Pf. Zusammengefaßt ergibt sich folgende äußerst interessante Tabelle: Nordosten(I>... Nordosten(II)... Neu-Tempelhof.(II) Wedding..... Britz...... . 37,9 Pf. .36,7. . 35,3„ .34,9. .33,8. 500 Gramm Semmeln kosten in: Neu-Tewpelhof(I)... 59,9 Pf. Reichskanzlerplatz... 43,4, Friedenau....... 39,5„ Pankow........ 38,0„ Man sieht: zwischen Tempelhof und Britz eine Differenz von 59 Proz. Dabei wird uns übereinstimmend mitgeteilt, daß die niedrigen Gewichte erst seit einigen Wochen zu verzeichnen sind. Die Bäcker versuchen nämlich, in versteckter Form ihre Ein- büßen beim Roggenbrot wieder wettzumachen. Auf Grund des energischen Protestes der Oeffentlichkeit hat man es trotz aller Vorstellungen der Bäckermeister nicht gewagt, jüngst den Brotpreis zu erhöhen. Auf der anderen Seite steht die Tatsache der steigenden Mehlpreise fest. Ungefähr ist der Preis für den Zweizentnersack Mehl in letzter Zeit um 2 Mark gestiegen. Diese Steigerung suchen die Bäckermeister bei den Schrippen, Knüppeln und Brötchen wieder herauszuholen. Sie setzen das Gewicht der weißen Ware herunter in der Annahme, es wird schon niemand merken. Außer den Interessenten wird aber die gesamte Oeffentlichkeit mit uns der Meinung sein, daß der dringend notwendige Preisabbau nicht durch eine verschleierte Verteuerung der Backware gefährdet werden darf. Keiersiunde für Erwerbslose. 3m S aolbau Friedrichshaiu veranstaltete der Bezirksausschuß für sozialiskische Bildungsarbeit ein Konzert für erwerbslose parlelgenossen, für das sich der Männerchor Zichte-Georgino, das Ebert-Mauz-Ouartel und das Doppelquartet des Zreidenkerver- baudes zur Verfügung gestellt hallen. " Der Riesenraum war bis auf den letzten Platz gefüllt, die große Bühne faßte kaum die Sängerschar, Gebende und Emp- sangende waren mit gleicher Begeisterung bei der Sache. Mit Beethovens„Freundschaft' leitete der Abend ein, dann folgte ein bunter Liederkranz alter Volksweisen, gesangs- und vortragstechnisch «in Bild stärkster Entfaltung. Ein Extralob dem feinfühligen Dirigenten Musikdirektor Knöchel. Zwischen den Ehorgesängen gab das Ebert-Manz-Ouartett Proben seines ausgezeichneten Könnens: da brummte der Baß in launigen Staccati, da schwang sich der helle Tenor zu höchsten Höhen, der Beifall schwoll zur Brandung, die unbedingt ihr Dacapoopfer forderte. Aus jedem Lied des Abends klang ehrliches Wollen.„In Freund und Leid zu- sammenhalten, einander helfen und stützen, das sollen wir, das wollen wir!' sagte Franz K ü n st l e r in seiner Ansprache, die die Zuhörer aufforderte, nicht kleinmütig zu verzagen vor den schweren Sorgen des Alltags, die eine privatkapitalistische Profitwirtschaft Millionen von Menschen aufgebürdet hat. Unser Kampf gegen den Faschismus Ist zugleich der Kampf gegen die kapitalistischen Wirt- schaftsmethoden. Die Zukunft gehört der Republik, die es als ihre vornehmste Ausgabe ansieht, allen Arbeitsfreudigen den ihnen durch die Verfassung gewährleisteten Schutz und das Recht auf Brot zu erhalten. Dann dankte der Redner den Sängern in herzlichen Worten für ihr schönes Werk der Solidarität und Menschenliebe. das mit dazu beitragen soll, Kraft und Zuversicht für den schweren Kampf zu vermitteln. Raubüberfälle auf Hausverwalter. Lm berliner Osten und Nordosten. 3n der Proskauer Straße m Berlin 0. wurde gestern abend der Hausverwalter S a l l y Struck von zwei jungen Burschen niedergeschlagen und seiner Aktentasche beraubt, in der sich 359 Mark kassierte Mielgelder befanden. Struck wohnte in der Dircksenstraße: im Osten Berlins hat er mehrere Häuser zu oerwalten. Am Dienstag abend kassierte er im Hause Proskauer Straße 34, zwischen 18 und 19.39 Uhr, die Mieten. Etwa 399 Mark Papiergeld steckte der Verwalter in die Brusttasche den Rest von 339 Mark Silbergeld trug er mit den Hauslisten in seiner Aktentasche. Als Struck das Haus verlassen hatte, wurde er von zwei jungen Burschen angesprochen. Einer der beiden fragte:„Sind Sie Herr Struck?' Als St. das bejahte, versetzte ihm der Begleiter des Fragestellers mit einem Gummi- knüppel plötzlich mehrere wuchtige Hiebe über den Kopf, so daß St. zusammenbrach. Die Banditen rissen jetzt die Akten- tasche an sich und flüchteten mit chrer Beute in Richtung Rigaer Straße. Die sofort aufgenommene Verfolgung verlief ergebnislos. Ein zweiter Raubüberfall wurde gegen 29 Uhr in der CHodowiecki straße in Berlin NO. auf den Hausverwalter Richard Buchow aus der Hochmeisterstraße 1e verübt. Als B. durch die Thodowieckistraße ging, wo er 599 Mark MIetaelder kassiert hatte, wurde er von zwei Männern überfallen. B. setzt« sich zur Wehr und es kam zu einem erbitterten Hand- gemenge. Der Verwaller wurde jedoch zu Boden geschlagen und einer der Täter konnte mit der Aktentasche, in der sich da» Geld befand, flüchten. Sein Komplice versuchte über einen Zaun zu klettern und ebenfalls zu entkommen. Dem Ueberfallenen gelang es aber, den anderen Räuber so lange festzuhalten, bis Passanten auf seine Hilferufe zur Hilfe eilten. Der Täter wurde als ein 29 Jahre alter Z. festgestellt und dem Raubdszernat übergeben. Der 'Geldtaschenräuber tonnte jedoch nicht mehr eingeholt werden: er war in einer Seitenstraße schon verschwunden. Gefängnis für Devifenschieber. Das Llrteil im Gutherz-prozeß. Nach sechsstündiger Beratung verkündete das Schnellschössen- gericht im Devisenschieber-Prozeß folgendes Ilrkeil: wegen Verstoßes gegen die Notverordnung über die Devisen- bewirlschaflung werden verurleill: Der Angeklagte Q u l h e r z wegen sorlgesctzleu Vergehens gegen 8 1, der 7. Issolverordpuag zu 1 3 a h r 3 Monaten Gefängnis und 2000 jssark Geldsl rase: der Angeklagte p a r l a g y gleichfalls wegen forlgefeßler Beihilfe zu 9 Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe: der Angeklagte Oppenheimer wegen des gleichen Deliktes zu 10 Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Bei allen Angeklagten treten im Nichlbeitreibungsfalle der Geld- strafe je 1 Tag Gefängnis für 10 Mark Geldstrafe. Bei der Ein- treibnng der gegen den Angetlaglen Gutherz ausgesprochenen Geld- strafe wird die Mithaftung des Bankhauses Singer u. Z r i e d l ä n d e r in London ausgesprochen. Zerner hat da» Ge- richt die Einziehung von folgenden bei der Devisenschiebung be- nutzten und der Firma Singer u. Zriedländer gehörenden werten allsgesprochen: 163 700 Mark auf dem Konto der Commerz- und Privatbank und 399 200 Mark bei der Reichskredit-Gesellschaft. Die Haftbefehle gegen die drei Angeklagten werden ausrecht- erhalten. Dem Angeklagten Oppenheimer wird freigestellt, eine Sicherheit in höhe von 20 000 Mark zo stellen. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Neu- mann folgendes aus: Die Reichsrsgierung sah sich zur Erhaltung der Mark zu drakonischen Maßnahmen gezwungen. Diesem Zweck dienen die Notverordnungen: sie hatten zum Ziel die Erhaltung des deutschen Devisenbestandes und die Erfassung aller aus dem Außenhandel Deutschland zustehenden Devisen. Im Rahmen dieser Mahnahmen mußte auch der im Inlande erfolgend« Verkauf beut- schen Effektenbesitzes durch Ausländer unter Kontrolle gestellt wer- den. Das Londoner Bankhaus Singer u. Friedländer hat es verstau- den, den Riegel, den die Notoerordnungen im deutschen Interesse vor- geschoben haben, wegzuschieben, indem sie sich einer Anzahl von Stroh- männern bedienten. Das Gericht hält es für seine Pflicht, festzu- stellen, daß hoch über der Schuld der Angeklagten die Schuld der Firma Singer u. Friedländer steht, insbesondere die persönliche Schuld der Herren Hock und Friedländer. Kriminell war diese Schuld nicht zu verfolgen, da die Macht des Gerichts an den Grenzen des Deutschen Reiches endet. Aber noch größer als die kriminelle Schuld dieser Herren ist ihre moralische Schuld. Wenn das Bank- haus Singer u. Frledländer es nicht gewollt hätte, so säßen die Angeklagten nicht auf der Anklagebank. Der Angeklagte Gutherz kommt aus einem Lande, wo Angriffen auf den Staat mit dra- konischen Mitteln begegnet wird. Nun soll er sich auch nicht wun> dern, daß ein Volk in Not zu scharfen Maßnahmen greift. Zu tarn Mord bei Schmöckwitz. Der Mord an dem Gastwirt Karl G r u b e r t, der bisher noch nicht weit«? geklärt werden konnte, Hai in der Gegend von S ch m ä ck- witz und Gosen größtes Aufsehen hervorgerufen. Der Tatort war während der Arbeit der Berliner Mordkommission von zahl- reichen Neugierigen umlagert. Wie die Untersuchung des Toten durch den Gerichtsarzt ergeben hat, ist die Kugel in die link« Rücken- feit« eingedrungen und an der linken Halsfeits wieder ausgetreten. Es handell sich um eine großkalibrige Waffe. Die Kriminalpolizei nimmt zunächst an, daß der Gastwirt von einem oder mehreren Landstreichern hinterrücks niedergeschossen worden sst. Offenbar sst Gnibert, als er sich zur Gastwirt eoersammlung nach Schmöckwitz begeben wollt« und ahnungslos hi« Chaussee entlangschrttt, aus nächster Entfernung erschossen worden. Es ist ein Suchhund ange- fetzt worgen, um festzustellen, welchen Weg der Ermordete genommen hat. Das Tier nahm sofort Witterung und verfolgte den Weg vom Restaurant„Berliner Schweizerhaus' bis zur Mordstelle ganz genau. Rur knapp 19 bis 15 Meter von der Fundstelle«nffernt befindet sich das Wachhaus von B. Es hat den Anschein, daß sich Grubert trotz seiner schweren Verletzung noch bis dahin geschleppt hat, var- mutsich, um dort Schutz zu suchen. Kurz vor dem Ziel ist er dann aber tot zusammengebrochcm Unglücklicherweise war der Gastwirt schwerhörig, so daß er das Herannahmen seines Mörders nicht be- merkt hat. In den gestrigen Nachmittagsstunden ist denn auch das ganze Wachgelände nach etwaigen Spuren durchforscht worden. Es tonnte ober nichts Verdächtiges entdeckt werden. Die Nachforschungen werden mit aller Energie weiterbetrieben. Eisernes Buch für Lindcar. Die Belegschaft des Lindcar Fahrradwerts in Lichtenrade hat ein eigenes Eisernes Buch zum Ai-slegen in den Betrieb angefordert.— In Pankow sind folgende Stellen zur Einzeichnung in die Eisernen Bücher bestimmt worden: Fulde, Berliner Straße 97. Griffel, Kaiser-Friedrich-Straße 15, Kaegler, Kissingenstraße Ecke Prenzlauer Promenade, Leh- mann. Maximilianstrahe Ecke Mühlenftraße.— Zehlcndorf: Siedlung Fischtal, Altes Posthaus(U-Bahnhof Onkel Toms Hütte). wer hat Im Sportpalast 3nvalidenkarte gefunden? An der Veranstaltung im Sportpalast am Sonntag ist ein« Ausweiskarte für Invalidenrente Nr. 2919 und die Ausweiskarte für Soziatrente auf den Namen Albert Schuldig verlorengegangen. Abzugeben bei der„Vorwärts'-Filiale, Jmmanuelkirchftr. 24. während der„Grünen Woche' w«rden vom Flughafen Tempel- Hof aus auch an den Vormittagen Rundflüge über Berlin aus- geführt. Außerdem finden täglich Führungen durch den wichtigsten Teil der Flughafenanlagen mit anschließendem Vortrag statt. Sprechchor für Prolelarlfche Feierstunden. Die Uebungsswnds fällt in dieser Woche aus. Nächste Uebungsstunde Donnerstag, den 11. Februar. Die neuen vierpfennigstücke, von der Bevölkerung mit Spannung erwartet, werden bereits in den staatlichen Münzen geprägt. Die Ausgab« der ersten Münzen soll durch die Reichsbank am 13. Fe- bruar erfolgen. Neuschnee in den schlesischen Bergen. Wie aus dem Jsergebirge gemeldet wird, hat dort bei 2 Grad Kälte starker Schneefall eingesetzt, so daß die Sportaussichten gut sind. Auch der amtliche Wetterdienst meldet aus den schlesischen Gebirgen Neuschnee- fälle und gute bis sehr gute S p o r t m ö g l i ch t e i t e n in den höheren Lagen. weltcrausjichten für Berlin: Veränderliches Wetter mit nur geringen Niederschlägen, Temperaturen wenig verändert.— Für Deutschland: In der westlichen Reichshälfte meist noch mild und zeitweif« regnerisch, im übrigen Reiche allmählich sinkende Tempera- turen mit örtlichen Regen- und Schneefällen. SozialiMcheArbeiteMendGroß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugcnds-kretariat Berlin SW 68. Lindcnstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Milaliederverfammlungen heule. Mittwoch. Issh? Uhr: Gcsnndbrnnncn II: Scestr. 81.— Sclundbrunne»(R-.F.): Got-nbu:g?r Straft- 2.— Andr-ocplaft II: Drammnstr. 1.— Franlsurtcr«i-rt-l: Frank. furter Bll-e M7.— P-tcraburg-, Picrtel: Ebcrtüstr. 12.— Scmpcniaf:(Saft. strafte.— Lichtcn-ai>-: Schul- Roanstraftc.- Bah»-d«r': Wachtelstr. 1.— Friedrichshagcn: Friedrichstr. 87. � Panlaw III(SL-ff.): Mssingenstr. 48. * Helmhatftplatz: Wandertuisu, bei Optt. Lachen«- Str. 86a.—»nmonn- platz: Glcimstr. 33— Ca. Aussprache über SAZ. und Kmderfreunde.— Andreaz. Platz I: Br.-mmastr. l. Kampfliederabend.— Warschauer Viertel: LUauc» Strafte 18. Vuiit-e Abend.— Aar'chaa-r Viertel Litauer Str. 18. Aussprache über Filme..— XeutSUa VII: klarl-Marx. Schule. Mädclabrnd.— Spandau: Lindenufer 1. Arbeilsaemeinschaft.— Falkcnbera: Eomeinschafts» bau«. Leseabend.—«ichtenberq.V>rd: Dunterstr. 44. Friebrick.Sbert. Abend. — Mablad-tzs!«Ulaaäbt&onfti. 63. Uibunssabepd.— Reu Lichteubarz! Gunter. ÄmIi»."SK«»w«W'«h» LMmer« ��ScrdÄei>>�V«u»iMa: 18 Uhr Vorstandssitzung in der Sangbrfecstrafte. Morgen, Ganneratag, Beginn der M-del.Arbeitsgemeinschaft Uber da« Theiua: Di« Entwicklung der Ard-iterb-wegnng unter besanderer Berücksichtigung..er Frauenbewegung. Neferentin: Lisa Albrccht.„. W-rbebe,Irt«reinberg: Morgen. Dannerstag, Lindenstr. 4, Aussprache. abend: Die Ausgaben der Eisernen Front. Zutritt babcn alle F»ntt:onar- und interesserten Mitglieder. Schriftsllhrerlursuz im Heim Urbanstr. 167. Ret«. rentin: Käthe Fräbradt..,. Werbcbe>irl Ticrgarteu: Singefreis. llebungsabend um 19 Uhr im Heim Bochumer Str. 8b...„„„ SSG. Rentölla: Aeltere und Jüngere. Karl.Marx. Schule. Errch.ktästner. Abend._ Vorträge, Vereine und Versammlungen Deutscher Friedeusbuud. Vortragsabend Mittwach, 3. Februar, im Boge- tarischen Nestaurant, Nöthener Str. 46(nahe Potsdamer Platz). Bund für Mutterschutz. Wilmersdorf, Uhlandstr, 148. Telcahon: Oliva 2.>58. Ehe. und Sexualberatungsstelle: Freitags von 18ZH bis 20 Uhr. All« Beratungen unentgeltlich. Landsmanuschaft der Schleswig. Holsteiner>u Perlin. Geschäftsstelle: S. 14, Prinienstr. 61. Donnerstag. 4. Februar, 20 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 4'-, Fastnachts.Unterhaltungsabend. Ion sei oa Enfl.sb febeti. v- Lied, BOIowstr. 104 Heute abend 8)4 Uhr: Mrs. Mary Qrawley„On tbe speakim o Eng ish." Gäste witlkommeu. »SechS'Tage-Kochen� bei Raddatz Unter d«r Devise„S e ch s- T a g e- K o ch e n' zeigt die Firma Raddatz& Co., Leipziger Straße, im Rahmen einer vielseitigen Haushaltsartikel-Ausstellung allerlei praktische Neuheiten und vereinfachend« Kniffe. Der technisch« Fortschritt hat nicht am wenigsten dem Haushalt neue nützliche Wege gewiesen: vorausFesetzt, daß man zur Anschaffung der Apparaturen in der Lag« ist, macht beispiele- weise das Schalten und Walten in der Elektroküche bei wenig Albcit viel Spaß. Am elektrischen Herd besteht die Möglichkeit der riri tigen Temperaturregelung und der Küchenmotor mit 20 anschliestbaren Apparaten nimmt einem die Arbeit des Schneeschlagens, des Kaffee- mahlens, des Messerputzens, Teigrührens usw. ob. Auch auf dem Gebiet« des Gasbetriebes gibt es allerlei Verbesserungen. Da ist der rückschlagsichere Gaskocher, der Progas-Erhitzer. der, an jeden beliebigen Wasserhahn ausmontiert, im Nu heißes Wasser gibt, das feuerfeste Glaskochgeschirr usw. Der Wäschereinigung ist ein be? sonders breiter Raum gewidmet und man sieht«in« Menge neu- artiger und praktisch«? Wasch-, Wring-, Spülmaschinen: sie arbeiten mit gaegeheizter Preßlust und werden elektrisch bewegt, dann gibt es eine neuartige Maschine, deren rotierender Nickelkessel bis 15 Pfund Wäsch« saßt, und diese im«ingeweichten Zustand aitt elektrischem Wege wäscht und spült. Täglich von 11 bis 1 Uhr unb nachmittags von 4 bis 7 Uhr finden Führungen, verbunden mst beratenden und demonstrierenden Erklärungen der einzelnen Haus- hallappavate statt.___ Beiße Wochen, weiße» Stück bei H. Joseph u. Co.. Neukölln. Im leuchtenden Weiß, verbunden mit Llndenflrün, boju dos dunkle satt« Grün des vier. blättrigen Kleeblatts, als Symbol des weiften Glücks, erstrahlt die Außen- front und der Lichthaf de» bekannten Warenhauses H. Joseph u. Ca., Neu- källn, Berliner Str. ZI— 61. Es kündigt die so beliebten weiften Wochen an. Di» in den Schaufenstern ausgestellten Riesenmengen weißer Waren— die großen Auslagen im Hause selbst— sowie die sebenswerten Innendekorationen, In denen sich tausendfach das Kleeblatt des Glück, widerspiegelt, geben ein eindringliche» Bild von der Bedeutung der weiften Wochen Und in der Tat sind dies« wirklich eine Einkoussaelegenheit ersten Ranges zur Ergönz"ng der Wöschebestönde und ,ur Beschaffung von Ausstattungen. Rekardvrets« sii: weifte Waren aller Art in den bewährten Vertrauensgualitöten, denen dieses ftou. Ruf und Anl-Hen verdankt ermöglichen jedermann die gewohnt guten Aussteuerworen zu kaufen. Der RSgenfche Ostfeebäderverband veranstaltet, wie alle Jahre vorher so auch in diesem Jahr für die vielen Freund« der schönsten deutschen Insel sein winterliches Fest, und zwar om 6. Februar im Lotel„ftaifeebof. Mieder stehen für die Verlosung an der Tombola über 60 Gewinne zur Per- fügung! Prämtenscheine, die zum 8. oder l4.tögigen kostenlosen Avs-nthalt in einem der Verbondsbäder berechtigen, zu Rügeii.Kopenhogen. Reisen, zu Dampferfahrten Etettin-Rügen oder zu Ausflugsfahrten an der Rügenlchen Küste. Die Tanz, und Unterhaltungsmusik wird von nomhaften deutschen Orchestern bestritten. Karten find zu haben beim Verband deutscher Ostsee» bäd-r, Stresemannstr. 128, bei Wertheim, Kadewe und an der Abendkasse. Graphische Arbeiter in Abwehr. Buchdruckereibesiher suchen einen Konflikt. Das Graphische Kartell teilt mit: Die Notverordnung brachte der graphischen Ar- beiterschast eine Lohnsenkungvon 12,7 Prozent. Tiefer Lohnabbau genügt den Prinzipalen noch nicht; sie fordern einen weiterenAbbau der L e i st u n g s- z»lagen um 5 0 Prozent, vereinzelt einige Pro- zentc weniger. Es zeugt von wenig sozialem Verständnis, wenn die Buchdruck- Unternehmer die durch die große und langandauernde Arbeitslosigkeit hervorgerufene Notlage der graphischen Arbeiterschaft noch zu einem besonderen Geschäft für sich ausnutzen. Die Abbaubestrebun- gen der Berliner Prinzipale waren den graphischen Verbänden nicht unbekannt. Klein- und Mittelbetriebe wurden in den letzten Wochen zu diesem Zweck vorgeschickt, in nur wenigen Betrieben mit teil- weisem Erfolg. Dieser Lohnabbauparole des Deutschen Buchdruckerverein» wird jetzt aber mehr Nachdruck verliehen. Am 2. Februar meldeten uns die Betriebsräte von Scherl, Mosie, Elsner, Deutsche Tageszeitung, Greve,„Berliner Börsenzeitung". daß von den Finnen ein Abbau der übertariflichen Löhne für die gesamten Belegschaften von SO Proz., teilweise in ultimativer Form mit Erklärungsfrist bis Mittwochmittag, gefordert worden ist. Die Borstände der graphischen Organisationen halten einen wei- leren Abbau der Leistungslöhne für untragbar und haben volles Verständnis dafür, wenn die Belegschaften diesen Abbaubestre- bungen geschlosienen Widerstand entgegensehen. Ist auch die übertarifliche Entlohnung Angelegenheit des Einzelarbeitsvertrages, so ersuchen wir dennoch die Be- triebsräte, die beteiligten Organisationsvorstände persönlich von jederLohnabbaumahnahmesofortzuinformieren. Wir verweisen die Betriebsräte und Vertrauensleute besonders darauf, daß ein« Auftündigungdes Lohnverhältnisses gleichbedeutend mit einer Aufkündigung des Arbeitsver- h ä l t n i s s e s ist. Es ist deshalb notwendig, streng die tariflichen Bestimmungen bezüglich der Kündigungszeit zu beachten. Falls wei- tere Anweisungen cder Bekanntmachungen erforderlich sein sollten, bitten wir, den„Vorwärts" zu beachten. Go beginnt das Dritte Reich! Klagges verbietet Polizeibeamtenverband. Die im Deutschen Beamtenbund organisierten braun- schweigischen Beamten haben in einer wuchtigen■Protestkundgebung gegen die vom Naziminister Klagges verfügte Auflösung des LandesoerbandesderbraunschweigischenPolizei. beamten Stellung genommen. Der Bundcsvorsihende Zlügel forderte die sofortige Aufhebung des Verbots, da es ver- fossungswidrig sei. Das Verbot einer Gewerk- s ch a s t sei ein Vorgang, der erfreulicherweise im Deutschen Reich bis jetzt noch nicht zn verzeichnen gewesen sei. Bisher habe kein Minister die Koalitionsfreiheit der Beamten anzutasten gewagt. Der Deutsche Beamlenbund habe beim Reichsinnenminister bereits Beschwerde über Klagges eingelegt. Flügel und Schräder, der Leiter der Reichsgewerkschast der Polizeibeamten, versicherten den braunschweigischen polizeibeamten. daß die gesamte deutsche Polizeibeamtenschast hinler ihnen siehe. Im Braunschweigischen Landtag hat die sozialdemokratische Fraktion einen Antrag eingebracht, wonach das verbot rückgängig gemacht werden soll. Der Landtag wird voraus- sichtlich in der nächsten Woche zusammentreten. Es ist immerhin er- freulich, daß Klagges etwas voreilig die Maske lüftet und den Arbeiter« zeigt, was sie vom Dritten Reich zn erwarten haben. Dabei sind die im DBB. organisierten verbände gewiß nicht irgend- wie besonders radikal._ Die©A. bei den Kumpels. Die Zechenbesiher möchten für ihr Geld etwas haben. Neuerdings machen die Hitler-Leute im Ruhrgebiet die größten Anstrengungen, um bei den Bergarbeitern Fuß zu fassen. Nachdem sich herausgestellt hatte, daß die ursprünglich geplante systematische Betriebszellenorganisation bei den Bergarbeitern nicht den gewünschten Anklang fand, stellten sich die Agitatoren der NSDAP, wieder um und versuchten wieder ein- mal, in Bergarbeiterversammlungen zu den Belegschaftsmitgliedern zu sprechen. Sie veranstalteten eigene Versammlungen, d.h. sie kehrten also wieder zu ihren früheren, bereits aufgegebenen Pro- pagandamechoden zurück. In den von den organisierten Bergarbeitern veranstalteten Versammlungen getrauten sie sich wohlweislich nur selten das Woet zu ergreifen; dagegen waren sie in ihren eigenen Versammlungen um so frecher. Allein in den meisten Fällen zeigte sich, daß die Ruhrbergarbeiter den Nazi-Schwindel durchschauen. Mitglieder vom freigewerkschastlichen Berg- arbeiter-Verband setzten den Nazi-Referenten schwer zu. Das führte schließlich dahin, daß in mehreren Fällen die freigewerkschaftlichen Diskussionsredner das Work nicht mehr bekamen, obwohl es ihnen vor der Versammlung ausdrücklich zugesichert worden war. Wenn daraufhin von den organisierten Bergarbeitern die Versamm- lungsteilnehmer aufgefordert wurden, den Saal zu verlassen, dann gab es meistens bei den Nazis lange Gesichter. Trotz aller Mißerfolge haben jedoch die Nazis ihre Werbearbeit bei den Ruhrbergarbeitern nicht aufgegeben. Dabei gehen sie mit größter Vorsicht und Tücke zu Werke. Weil sie ein schlechtes Gewissen haben, sorgen sie stets dafür, daß genügend SA.- Leute zum „persönlichen Schutz" anwesend sind. Als sich z. B. kürzlich in einer Versammlung herausstellte, daß die vernünftig denkenden Berg- arbeiter wieder einmal in der Mehrheit waren, da rief man sofort telephonisch weitere SA.-Trupps zur Hilfe herbei. Wie diese SA.- Horden gegen die Bergleute vorgehen, zeigt folgender Fall: In einer öffentlichen Bergarbeiterversammlung in der Nähe von Essen wurde einem Sprecher der Bergarbeiter das Wort entzogen, weil er den Naziherrschaften die Wahrheit sagte. Als daraufhin die Mehrzahl der Bergarbeiter den Saal verlieh, begannen die Nazis eine Stuhlschlacht gegen die Nachzügler des Abmarsches. Sie kamen jedoch an die verkehrte Adresse. Ihr heimtückischer Uebersall wurde von den B e r g a r b e i t e r s ä u st e n gebührend„ge- würdigt". Es ist kaum anzunehmen, daß die Nazis in diesem Kreis noch einmal nach der gleichen Methode vorgehen werden. Hitlers Anhang innerhalb der Bergarbetterfchaft besteht aus Betriebsleitern und anderen Ange st eilten, wobei je- doch zu beachten ist. daß aufh in diesem Kreis die Mehrzahl dem Nationalsozialismus fremd gegenübersteht. Was sich aus den Reihen der Arbeiter dem Faschismus verschrieben hat, besteht zumeist aus Elementen, die überall anzutreffen sind: geborene Lakaien. Der weitaus größte Teil der Belegschaftsmitglieder dagegen sieht in dem Nationalsozialismus das, was er ist: nämlich dl« Vor- Hut des Großangriffs des Kapitals gegen die Arbeit. Die Gchadenerfahklage Nordwest. Das Urteil des Landesa. beitsgerichts Berlin. Das vom Landesarbeitsgerichl verlin am S. Dezember 1931 verkündete Urteil in dem Schadenersahprozeß des Arbeltgeberverbandes der Nordwest- lichen Gruppe gegen den Deutschen Rietall- arbeiterverbaud ist nunmehr den Parteien zugegangen. Die nordwestliche Gruppe verlangt vom DMV. Schadenersatz, weil tr im Juli 1930 bei Arbeitskämpfen, die aus d-r Durchführung des Oeynhausener Schiedsspruches entstanden seine Mitglieder unterstützt habe. Nordwest erblickt in dieser Unterstützung eine Verletzung des Tarifvertrages. Das Arbeitsgericht hatte der Schadenersatzklage stattgegeben Das Landesarbeitsgericht hatte das Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen. Da die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiteroerbandes von der in Frage kommenden Essener Firma gekündigt waren, so handelt es sich nach der Aussassung des Landesarbeitsgerichts nicht um einen Streik, sondern um eine Aussperrung. Der DMV. sei berechtigt gewesen, seine ausgesperrten Mitglieder in diesem Kampfe zu unter- stützen, da es sich nicht um einen Angriff auf den Tarifverttag, sondern um die Verteidigung außertariflicher, rein arbeitsvertrag- lich gewährter Zulagen gehandelt habe.(Hier stimmt das Landes- arbeitsgericht mit einem Gutachten von Professor Ntpperdey überein, das dieser dem Deutschen Metallarbeiterverband bereits vor dem in Frage kommenden Nordwestkonflitt in einem gleich- gelagerten Fall erstattet hat. D. Red.) Der Deutsche Metallarbeiter- verband habe bei der Unterstützung seiner.. Mitglieder und in der Durchführung des Arbeitskampfes die ihm tariflich gezogenen Grenzen nicht überschritten. Insbesondere gehe zu Lasten des Arbeitgebers daß er Vergleichsoerhandlungen, die vom De- triebsrats angebahnt wurden, durch Verschärfung des Arbeitskampfes infolge Aufstellung weiterer Bedingungen unmöglich machte. Die vom Deutschen Metallarbeiterverband gegen Nordwest aus Grund mehrerer retchsarbeitsgerichtlicher Entscheidun- gen zur Auslegung der Atkordbest'mmungen des Tarifvertrages für die nordwestliche Gruppe erhobene Widerklage hält das Ar- beitsgericht für nicht berechtigt und weist sie daher gleichfalls ab. Der Arbeitgeber könne eine Aenderung des Akkords auch vornehmen, indem er den Arbeitsvertrag kündige; so sei es im vor- liegenden Falle geschehen Wie wir vom Deutschen Metallarbeiterverband hören, ist über die Frage, ob gegen dieses Urteil weitere Rechtsmittel ergriffen werden, zur Zeit noch keine Entscheidung gefallen. Es wird mit der Möglichkeit einer Beilegung des Rechtsstreits gerechnet. Pfuscharbeit gegen Krise. Das Ideal Gratisarbeit? Der Deutsche Baugewerksbund hat in einer Ein- gäbe an den Reichsarbeitsminister gegen den A H.s s ch l u ß des freien Baugewerbes aus der Erwerbslosensie d- l u n g Beschwerde erhoben. Die Beschwerde führte den Nachweis, daß dieser Ausschluß keine Ersparnis, sondern eher eine Ver- schleuderung öffentlicher. Mittel bedeutet. Der Reichskommissar behauptet, mit Tariflöhnen sei das Sied- lungswerk nicht durchzuführen. Nach seinen Richtlinien sollen die Siedlungen im Wege der Selbsthilfe, Nachbarhilfe und des Frei- willigen Arbeitsdienstes errichtet werden. Die Richtlinien ent- halten sogar Anweisungen, die es dem freien Baugewerbe auch dann unmöglich machen, sich einzuschalten, wenn es den B e- weis erbringt, daß es in dem gegebenen finanziellen Rahmen Tariflöhne zahlen und fachgemäß« Arbeit leisten könnte. Der Baugewerksbund macht demgegenüber daraus aufmerk- sam, daß in Wirklichkett nichts gespart wird. Di« Gesamt- k o st e n für eine Siedlungsstelle dürften 3000 Mark nicht über- steigen. Das Reichsdarlehen beträgt 2500 Mark im 5)öchstsall. Das bedeutet praktisch nichts anderes, als daß für die zur Verfügung gestellten Reichsdarlehen alle Materialien einschließlich Inventar bezahlt werden, die Häuser aber von den Siedlern selbst errichtet werden sollen. Der L o h n a n t e i l der Bauarbeiter an einem solchen Sicdlerhaus beträgt bei tariflicher Entlohnung etwa 850 Mark. Das sind für 6 Arbeiter etwa 4 Wochen Arbeit. Würde man die Siedlerstellen statt in Selbst- und Nachbarhilfe zu tarif- mäßigem Lohn errichten, so würde dadurch die Arbeitslosen- unter st ützung gespart und außerdem würden die beschäf- tigten Arbeiter Steuern und Sozialbeiträge entrichten. Unter Berücksichtigung dieser Umstände könnten die Häuser auch zu Tariflöhnen mit den zur Verfügung stehenden Bettägen er- richtet werden. Ein vielleicht noch verbleibender geringfügiger Fehl- betrag könnte wettgemacht werden durch sparsamere und zweck- mäßigere Materialverwendung und durch fachgerechte Arbeit zum Nutzen des Siedlers und des Staates, der doch mit seinem Geld keine Pfuscharbeit fördern sollte. Es ist nichts dagegen einzuwenden, daß die Siedler bei der Herstellung der Bauten in irgendeiner Form beschäftigt werden. Der Siedler kann ferner vor allem mitarbeiten bei der Erschlie- ßung des Geländes, der Wegebefestigung, dem Brunnenbau, der Einfriedigung der Grundstücke und ihrer Herrichtung für land- wirtschaftliche Zwecke. Selbstverständlich kann er auch, soweit er Facharbeiter ist, von den bauausführenden Firmen mit beschäftigt werden. Die Errichtung der Bauten durch Nichtfacharbeiter jedoch ist nichts anderes als Geldverschwendung. Die ganze Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die bisher von der Reichsregierung geleistet wurde, ist Pfuscharbeit. Sie hat zu einer Steigerung der Arbeitslosigkeit geführt. Ob es sich um den systematischen Lohndruck handelt, um den frei- willigen Arbeitsdienst oder um die Erwerbslosen- s i e d l u n g, alles ist volkswirtschaftliche Stümperei. Immer scheint die Grattsarbeit das Ideal zu sein. Warum die Betriebseinschränkungen und-stillegungen? War- um die Masienentlasiungen?— Doch immer nur, weil die Käufer fehlen. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch die Regie- rung läuft aber auf die völlige Ausschaltung des Käufers hinaus, also auf die Stillegung der Gesamtwirtschaft. Aussperrung in Dänemark. Lohndruck wird epidemisch. Kopenhagen, 2. Februar. lEigenbericht.) Die dänischen Unternehmer kündigten am Dienstag die Aussperrung von ttö 000 Arbeitern für den 12. Februar an. Sie fordern Lohnabbau von 20 Prozent und dreijährig« Verträge �nit Preis- zahlregulierung. Betroffen werden die Arbeiter der Metall-, Zement-, Papier- und Jiegekindustrien. �evolutionäre" werden„reformistisch". ©ie wollen einen Streikfonds schaffen. Was für jeden gewerkschaftlich organisierten Arbeiter selbst- verständlich ist. nämlich, daß er bei einem Streit, den sein Ver- band unternommen hat, von seinem Verband unterstützt wird, das gilt oder galt den„Revolutionären" als„reformistisch", wenn nicht gar als„sozialfaschistisch". Schließlich wird aber auch der kühnste NGO.-Revolutionär bei einem Streit weder von kommunistischen Phrasen, noch vom JAH.-Speck satt. Das hat denn auch die 5. Ge- neraloersammlung der kommunistischen Splitterorganisation von Berliner Metallarbeitern herausgefunden. Dieser„Einheitsverband"(EVMB.) rühmt sich, daß er im Januar 26 Streiks„organisieren" konnte. Der Referent, der „in selbstkritischer Weise die Erfahrungen der Januarbewegung einer eingehenden Untersuchung unterzog", stellte„als besonder« Lehren der Ianuarbewegung" die Notwendigkeit heraus— einen Streikfonds zu schaffen. Also soweit ist die NGO. immerhin schon, daß sie, wie die beut- schen Arbeiter in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahr- Hunderts begriffen hat, daß man zum Streiken mich Geld braucht. In fünf oder zehn Jahren wird sie vielleicht schon soweit sein, wie es die deutschen Arbeiter vor 10 Jahren waren, daß man, um Erfolg zu haben, starker Gewerkschaften bedarf. Es ist gar nicht auszudenken, was die RGO. noch alles lernen könnte— wenn Moskau ihr das erlauben würde. Buchdruckerianf allgemeinverbindlich. Die Vereinbarung vom 17. Dezember 193!, die zwischen den Tarifgewerkschaften des Buchdruckgewerbcs und dem Deutschen Buchdrucker-Verein abgeschlossen wurde, ist vom Reichsarbeits- minister mit Wirkung ab 21. Dezember für allgemein- verbindlich erklärt worden. Kommunistische Zugenderziehung. Unter der Ueberschrift:„Ben Akiba endlich widerlegt" veröffent- lichten wir in unserer Morgenausgabe vom Sonnabend eine Notiz, in der wir die lächerlichen Aufschneidereien der KPD. über die„100 siegreichen Streiks der RGO." an Hand des„Jungarbeiterstreiks" der Deutschen Werke in Spandau aufzeigten Worauf jetzt der „Jugendoertrauensmann der Gießereilehrlinge der DJW. Spandau" eine an uns adressierte Berichtigung auf Grund des 8 11 des Preß- gesetzes vorgelegt bekam und unterschrieben hat, in der alle von uns festgestellten Tatsachen als unwahr, alle von den Schwindelmeiern der RGO. erzählten Unwahrheiten als wahr bezeichnet werden. Und nun soll dieser junge Mensch, der doch nicht nur Lehrling in seinem Beruf, sondern Lehrling des Lebens ist, noch unterscheiden können, was wahr und unwahr ist! Lüge, List und das Verschweigen der Wahrheit werden diesen jungen Leuten zur Anwendung empfohlen. Wenn sie kräftig„Rot Front!" rufen können und nicht davor zurückschrecken, gegen Anders- denkende mit roher Gewalt vorzugehen, werden sie als Helden ge- priesen. Lernen brauchen sie und sollen sie nichts. Es genügt voll- kommen, wenn sie einige schlecht verdaute Redensarten nachplappern und im übrigen gedankenlos die Parolen einhalten, die ihnen ein Einbläser weitergibt. Dann nennt man sie„revolutionäre Kämpfer". N/cht jede Zigarette mit Seidenstickereien ist eine Lande Der Umsatz der„lande• Auslese* stieg van Monat zu Monat; sie ist heute eine der meist- gerauchten 4 Pf.-Zigaretten Deutschlands. ieser grosse Erfolg hat zur Nachahmung gereizt, man findet jetzt auch bei anderen Marken Stickereien. Es bleibt aber der„Lande-Auslese" immer noch etwas, was nicht nachgeahmt werden kann: Ihre köstliche Tabakmischungl .C&deJ&u Zigaretten, köstlich bis zum letzten Zug In jeder Schachtel eine Seidenstickerei— selbstverständlich Indanthren gefärbt.• Lande Preis Gold 5 Pfg.• Lande Ohne 5 Pfg. e Lande's Kolleg 6 Pfg. Die jungen Menschen, mit denen die KPD. Schindludcr treibt, sind mehr zu bedauern als zu verurteilen. Zu verdammen ist nur das System der KPD. der Berdummung und der Verrohung der Jugend. jfaarjrr Narftadt A..S. Hecmannplatz. Sonnabend, 6. Februar, M'-j Uhr, Fraktionssitzung der SPD.-Genosse» bei Nniep, Hasenheide I!. tFreie Gewerkschafts-Zugend Verlin Heute, Ifl'j Uhr, tagen die Gruppen• Südwesten: Jugendheim Porck- stratze 11 iFabrikgebiiude). Heimbesprechung, Äur�rcferatc: Mein Beruf. — Schöuebcrg: Jugendheim Hauptstr. 15 sGartenhaust. Heimbesprechung. Verbandsbuchkontrolie.— Spondau-ssleustadt: Zugendheim Lindenufer 1. Heim- besprechung.— Nordring: Jugendheim Eonnendurger Str. AI. Hcimbe- sprcchung. Bergig nicht das Bcrbandsbuch.— Arnswaldrr Platz: Jugendheim Rastcnburger Str. Ib. Hcimbesprcdiung. Berbandsduckikontrolle.— Neukölln: Jugendheim Bcrgstr. 2!> sHofl. Heimbesprechung. Verbandsbuchkontrollc.— Flughafen: Jugendheim Fluhafenstr. NN tU-Bohn Boddinstratze). Hcimbe- sprechung. Gesellsck)aftsspiclr.— Humboldt: Jugendheim Graun- Ecke Lortziug- stratze. Heimbesprechung. Unsere kommende Arbeit.- Schillerpark: Jugend- heim, Schule Schöniugstratzc 17. Heimbesprechung. Das wahre Gesicht des Weltkrieges.— Tegel: Jugendheim Tegel, Schöneberger Str. 4. Heimbe» sprechung und einfähriges Bestehen.— Banmschulenwcg: Jugendheim Baum- schulcnwcg, Ernstsir. Ib. HeimbesprcchlUig. Lugendgruppe des �entralverbandes der Angestellten HM Heute, Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen statt: SchSuhauser Borstadt: Jugendheim der Schule �astanienaUee 8l. Ausspracheabend. — Nordost I: Wir besuchen die Versammlung des Werbcbezirts.— Neinickendorf: Jugendheim Lindauer Str. 2(Baracken). Lichtbildervortrag: Eine Netse durch Finnland. Referent: Meyer.— Stralav: Jugendheim der Schule Goßler- ftraße 6l. Vortrag: Religion und Lirche. Referent: Klug.— Oberspree: Nicderschonerveide, Berliner Str. 31.(Schule). Eingang Hasselwerder Straße. Ausspracheabend.— Köpenick: Jugendheim Dahlwißer Str. 15(Gasanstalt, am Bahnhof Köpenick). Tagespolitische Rundschau.— Neukölln: Jugendheim Böhmische Str. 1— 4, Ecke Kann er Straße.-Ausspracheabend: Borbedingungen für die Eozialisserung der Wirtschaft. Leiter: Tr. Lewinski.— Südost: Jugend- beim Manteuffclstr. 7. Vortrag: Die Frau im Beruf. Referentin: Herta Gotthelf.— Gchöneberg: Jugendheim Hauptstr. 15(Hofgebäude, Sachscnztimmer). ?lusspra6?eabend: Unsere Stellung �ur Arbeitsdienstpflicht. Leiter: Bernstein. — Charlottcnburg: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Spandau: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Pankow-Riederschön- Hausen: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Nordost IT: Wir besuchen die Versammlung des Wcrbebezirks.— Heute tagt die Berstcherungs- gesellschaft„Sorgenfrei" A.-G. von 1« bis 18 Uhr im Berbandshaus, Zimmer 24. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW 68. Liadeustraße 2. parteinachrichten�Mfür Groß-Berlin stet» a» da» Beziokssetettorial Z. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten Beginn nXtec Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe: Z. Kreis. Die Abrechnung der Korten zur Dorfilhrung„Scheidung" mutz Frei. tag, ö. Februar, in der Spedition Müller- Ecke Utrechtcr Straße, in der Zeit von 18 bis 20 Uhr, erfolgen. Die für den 4. Februar geplante Zu- sammenkunft der jüngeren Parteimitglieder findet nicht statt. 5.»reis. Donnerstag. 11. Februar, findet im„Filmstcra"-Palast, Große Feankfuriee Str.-.'S, um 17. in und 21 Uhr Die Filmaufführung von „Niemandsland" statt. Eintritt 4l> Pf. Karten stnd nur bei den Bezirks» fiihrmi zu hoben, da kein Koffenverlauf stattfindet. Donnerstag, 18. Fe- bruar, l.> Uhr. wird in demselben Filmtheater derselbe Film für Kinder vorgeführt. Eintritt 20 Ps. aber nur für Kinder. Karten find hei den Funktionären der„Kindersreundc" erhältlich. 18.»reis. Heute, Mittwach, 8, Februar, nicht Montag, 8. Februar, Sitzung des Kreisvorstandes an bekannter Stelle, 20. Kreis. Die Abteilungsobleute haben die Karten für die Ziorflellung „Scheidung" bis heute, Mittwoch, 8. Februar, im„Polkshaus" abzu- rechnen. heute. Mittwoch, Z. Aebruar: 3. Abt. Bei Zurlik, Sedastianstr. 38, Zusammenkunft der jüngeren Partei- Mitglieder/, 18. Abt. Die für heute geplante Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder fällt aus. Iii. Abt. 1914 Uhr beteiligen sich die jüngeren Parteimitglieder an dem Eltern- abend der schule Gatenbitrger �trotze. Die Beranstoltung der jüngeren Zp'Parteimftgliedcr fällt ans." dt. Abt. 2N Uhr bei Klabe, Sandferystr, 80—81, ZusolltmeNlunst jüngerer Parteimitglieder. Trotzki und die politische Lage Deutschlands. Referent: Genosse Dr. Gurrewitsch. 89. Abt. Das„Rüstloial" der Eisernen Front befindet sich bei Schulz«, Reuterstr. 47. 97. Abt. Zusammenkunft junger Parteimitglieder an bekannter Stelle. Aus» spracheabend. 96. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Bersanunluugsraum Hannemannstr. 40. Diskussion Aber die politische Lage. 108.1. Abt. Das Einzeichnungslokal ist nicht Schulz, Bahnhoistr. 34, sondern Eblert. Kaiser-Wilhelm-Slr. 5. und Eisner, Kaiser-Wilhelm-Str. 3. 118. Abt. Funitionärsitzung an bekannter Stelle. 1'!4u. Abt. Funktianärsitzung bei Traber, Uhlandstr. 18. 128.,I26. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder in der 0. Nolks- schule, Schulstr, 20. Das Heidelberger Programm und die kommenden Wahlen. Referent: Dr. Otto Friedländer. 132., 133.. 133. Abt. Arbeilskreis der jüngeren Parteigenossen. 1644 Uhr Bahn- Hof Karow Trofipunkt zur wichtigen Besprechung im Jugendheim Karow. 140a. Abt. 20 Uhr Funitionärsitzung bei Heese. Die Flugblätter müssen von den Bezirksführern am 4. Februar vom Genossen Waldmann abgeholt werden. Morgen, Donnerstag. 4 Februar: 7. Kreis. Freie Echulgemeinde. Jahresversammlung im Schiller-Realgnm- nasium, öchillerstr. 26. Neuwahl des Porstandes und Lichtbildervortrag: Aua dem Leben einer weltlichen Schule. 11. Kreis. Donnerstag, 16 Uhr, gusamnicnkunst der erwerbslosen Parteimit- glieder bei Will, Martin-Luther-Etr. 66. 20 Uhr im gleichen Lokal Kursus des Genossen Reese. 12. Kreis. Der Sprechclior Sieglitz trifft sich zum ersten Uebungsabenb unter , Leitung von Genossin Walkotte uni 20 Uhr im Jugendheim Steglitz, Albrechtstratze. am Stadtpark. 14.»reis Neukölln. Bildungsausschutz im Büro, Jdealpassage, 18. Kreis. 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Weitzensccr Lnzeum, Eingang Parkstratze. Kulturpolitik, Referent: Alfred Flatau. 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder in der neuen weltlichen Schule, Eingang Amalienstratze. Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Referent: I. P. Mauer. 4. Abt. 20 Uhr Funktionörsitzung bei Brandis. Etralauer Str. 10. 28. Abt. Alle Bczirksfllbrer finden sich 20 Uhr mit Mitgliederlisten bei OBcijer. Oderberger Str. 39, ein, 73. Abt.>0 Uhr hei Winster, Breite Str. 25, Zusammenkunft der jüngere» Parteimitglieder. Querschnitt durch die Reichsverfafsung. Referent: Karl Ealzbrunn, 10' j Uhr Sitzung der Wohlfahrtspfleger. 109. Abt. Die Parteimitglieder werden gebeten, sich nach Möglichkeit an der öffentlichen Kundgebung der Abt, 108» in Köpenick, Lokal„Uhlenhorst", 20 Uhr. zu beteiligen. Das Eiserne Buch liegt täglich in der Zeit von 16 bis IS Uhr im Lokal Fahrentholz, Wilhelm- Ecke Kirchfiratze, aus. 124.«bt. 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder an be- kannter Stelle. Musikvortrag des Genossen Meißner. Kolonie Alpeuberge. Zahlabend 20 Uhr bei Klemmer, Alpenschtiitzchen. Freitag, 5. Februar: Kreis. Kulturkartell. Die Sitzung wird vom 5. ouk den 15. Februar»er. legt. Tagungsort: Polkshaus. Echarnweberstr. 114. Abt. Im Saal 5 des Gewerkschaftshauses wichtige Funktianärsitzung. Zur Flugblattverbreitung treffen sich die Genossen am Sonnabend, dem 6. Fe» bruar, bei Burlik, Eebastianstr. 38, und bei Michel, Köpenicker Str. 55». Abt. 17 Uhr Flugblattverbreitung bei Brandis, Stralauer Str. 10. Ab». Fuiiktionärsttzung bei Pohst, Lhchener Str. 103. Abt. 18 Uhr Flugblattverbreitung bei Regener, Leidenfelbstr. 11, und bei Raschle. Matternstr. 14. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Geselllchastshaus, Fruchtstr. Sfc. Jahresbericht, Wahl. Die Abrechnung der Broschüren mutz erfolgen. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Ewald, Ekalitzer Str. 126. Jugend und Nationalsozialismus. Referent: Emil Barth. Abi. 18 Uhr Flugblättverbreitnng tzei Keller. Fllrstenstr. 1. Abt. 18 Uhr von den bekannten Stellen Flugblattverbreiiurg. Saniiabend, fi. Februar. Porstandssitzung mit anschlietzender Funktianörsitzung dri Kasper. Guerickcstr, 1. Abt. Funktianärsitzung bei Wolf, Kaiser-Friedrich-Str. 173. Abt. Pünktlich 107i Uhr in der Schule Kovfstratze Borstandssitzung mit ollen Funktionären. Vorher Flugblattverteilung. Dazu laden die Be- zirksführer ein. Abt. Barstandssitzun« an bekannter Stelle. Abt. 16': Uhr Flugblattverbreitung von Pomp, Hasselwerder» Ecke Fenn. stratze, aus. . Abt. 10 Uhr Flugblaiiau�gabe bri Klose, Mahlsdorfer Str. 1, und bei Eisner, Kaiser-Wilhelm-Str 3. Abt. 20 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100, Funktionörsitzung. Die Bezirksführerlisten sind mitzubringen. Abt. 20 llbr bei Schwarz. Eavriviollee 104, Funktianärsitzung. Abt. Bei Woitschoch. Ernststratze, Vorstands, und Funktionär sitzung. Frauenveranstaltungen. 521. Abi. Heute Frauenabend bei Burkbardt. am Babnbof Karlsborst. 42?. Ab�. Dvnnerstan. 4. Februar. 20 Uhr, bei Hübner, Wilhelm- Ecke Bahn- IiofsiLaße. Äampfiahr 1032 und die Aulgadea der Frauen. Nctaetttüu 2». 3. 4. .W. 37. 38. 44. 48. 34. p?. 95. Iflt. 404. 108a III 120. 140. Bezirksausschuß für Arbeiterrvohlfahrt. Die säumigen Ortsausschüsse der Arbeiterwohlsahrt werde» gebeten, die statistischen Fragebogen 1»nd 2 nunmehr ousgefullt in je zwei Exemplare» an die Geschäftsstelle einznfcndcn. Arbeitsgemeinschaft der kindersreundc Grosz-Berlin. Es stehen nach immer Jahresberichte van folgenden Kreisen aus, '""i wir bitte» euch, dieselben umgebend an die Gesehäitsstcllc ein- z zusenden. 1., 2., 5., 7., 0., 13., 14., 15. und 16. Kreis. Mitte. Heute Ziestfalkenadend im Heim Tieckitr. 18. Feiebrichsbain. Filmveranstaltungen. 11. Februar, 17, 10 und 20 Uhr nur für Eltern. Preis 40 Pf. 18. Februar. 15 Uhr. nur sllr Falken, 20 Pf. Schulaula Kappenste. 76. Heute, 18 Uhr, Lolks- tatz.zabend, Litauer Ctr. 18. Sonnabend. 6. Februar, Treffen zur Keeis» belieriahet nach Nauen 10' 1 Ahr Schlefifcher Bahnhof. Kosten 1.15 M. ein- schließlich Schlafen und Grlränke. Abt. Landsberger Platz. Freitag, 5. Fe. bruar, 18 Uhr. Role Falke» und Jungfallc». Ueben zur Gemeinschaftsscier. 20.»reis Neinickcndors. Alle fehlenden Gruppen müssen bis Donnerstag Ausweise und Jahresberichte unbedingt an Richard.Findnscn, Hcrdststc. 20, einschicken. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 89. Abt. Unsere Genossin Gertrud Fister ist verstorben. Ehre ihrem An- denken. Die Einäscherung findet Donnerstag, 4. Februar, 16!£ Uhr, in Baum- schulcnwcg statt. Theater, Lichtspiele usw. Stoals Thealer Mittwoch, den 3. Febrnnr staatsoper unter den Linden 20 Uhr Die Hugenotten StolLSteiiietas Genlaraenmarkl 20 Uhr Othello Schllier-Theater Charletisnlnrj. 20 Uhr »Ic göttliche Jette Täglich 5 u. 8.1 5 Uhr Sonntags 2, 5 8.1 5 U. Die Försterchristli Töeatsr im Admlralsoalasi Täglich 81/* Uhr Nor noch bis 7. Febr. der sensationelle Operettenerfolg Die Doüarry Preise v. 0.50 AI. an I ening-Tliealer Täglich 814 Uhr Morgen gehts uns gut! CJrete Mosheim Man; Hausen Orchester Dijos Bell $fädf.Op£r Charlotienburi: SismarckstraBe 34 Mittwoch, Z. Febr. Turnus IV Anfang 19.30 Uhr Don Giovanni Ende nach 22.30 Uhr iHstronoMheater Täglich 814 Uhr Ein Lied der Liehe Rieb. Tauber Anul Ahlers WM MM 8 Uhr TIMON von Ferd. Bruckner Rc�ie Heinr Hilpert 8.15 Ubr Flora 3434 Raato rlult Refter-l'aniilic l4i. Hnito n. sirltt"IVefhptciifel- Wilh- Bcndovr. 9 Allisons und weitere Attraktionen »v.uhr CAS1N0-THEATER»'/. m» Lothringer Strafe 37« Pfir venig Geld ein geRoftreltfier JUtentf IVen!"Mcnl Elten wen heule Dazu ein neuer bunter Teil und eine Operette Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pf., Fautcuü Mark, Sessel 1.50 Mark. Mengenabgabc vorbehalten. Verkauf soweit Vorrah LINON unsere erprobt. Qual. ca. 130 cm breit, Meter Pf. 96, 72, 58, 39, 80 cm breif, Meter Pf. 56, 42, 35, denn morgen kaufen Wir die schönsten und besten weißen Qualitätswaren aus der gigantischen Auswahl fantastisch billiger Qualitätswaren NESSEL ca. 140 cm breit, kräftig« QuoS- täten, Meter...... PL 68, 49. 42, HANDTÜCHER ca. 48/1 00 cm, reinleinen Gersten« kern oder Jacquard, Stück...... TISCHTUCHER ca. 130/160 cm, reinleinen, Stück........ M. 4.90, 3.95, 2.95 Bauirr«. Damost__ M. 2.65, 1.95, m/' BETTLAKEN Halbleinen, 150/235 Hohls. 3.85, 140/230 m. 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Sdiillir-Tteter 8 Uhr DiegOlfildie teile Theater am Hollendorfplah kozä: Hiij: Siltubsr] Pallas 7051 Täglich»U Uhr Stgs. auch 4'U Uhr Gasparone — Kleines m. Truppe 1931. TägL SV« Uhr Die mauselalle Preise 75 Pf.— 5 M. Sonnt nachm. 4 U. halbe Preise. J(f Unserer lieben Mutter und f' Cchwicgermutter !;; Vaieska Hönisch tss die tterjllififteo«ylückwünscho •;j jum 10,(Sebartstag. Ij, Bruno und I.olla. tinlieitSTerband d. Eisenbahner Dculsdilands, Ortsgruppe Berlin Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Pcrbandsmitglied Ferdinand Brase aus dem Reichsausbcffcrungswcrk Tenipelhof, am 2. Februar an Herz- schwäche verstorben ist. Ehre seinem Andenke». Die Einäscherung findet am Sonn- abend, dem 6. Febniar, 141', Uhr. im Krematorium Baumschuienweg statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet via OrtSTcrwaUnng. Kranken-, Sterbe- und ZuschuDkuae Gr.-Berlin Mitglieder- Versammlung. Montag. den 26. Februar 1632, abends 7 Uhr bei Bebrendt.Berlin. Gipsftr 3. Tagesordnung: 1. Prvzetziiihrunqsbericht gegen Deutschen Rolanö. 2. Kassenbericht S. L-richiedenes. Z. ZU: Awert--------- Theater dosWestens Täglich 8-/. Uhr Karl Jöken in Der VogelhSndler Preise von 50 Pf. an Rose-Theater üroBe Frulfurttr Slnli 132 Iii. Wiiisil E? 34U 6 und o Uhr Raolsiioil, —z llanbniTI Landoer Sir. 5. Kissin- l'allHUW, genplatz, 11.-3';, Zim. Ofenheizung, Vorzugsbedingungen. Neokölin,"Ä'o�nhÄ FTiedridutratzr IS, direkt am Bahnhof, 3—3'.: Zimmer, Ofenheizung. Vnnnnirtl MabUdorfer Sir.«7, neUulilln. Hauswart ßaesler. 3— 1 Zim., Ofenheizg Schöne Lage am Waldrand. Günst Fahrverbind. Cfnnlif V Lauenburger Stratze 1 7, UiByilU, 3>/i Zimmer, Ofenheizg. HßiaiikßnflflfrWßsfÄa; Strafe 7, lVr-3V* Zim., Ofenheizg. Erforderlich Eintritt zur Baugenossenschaft Auskunft auch duich Zentrale. E 2 Kupfergrabcn 0800 ujad 0866. Berliner Baugenossen&dhafi O 27, DtTcksenatra-�c 5. | neritame| Standuhren. komplett. billig. Tischlerei Regel, Slalitzcrslr. 27. G vesc», eisern«, jeder Art. 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Das eigentliche Japan zählt gegenwärtig 65 Millionen Menschen, d. h. etwas mehr als Deutschland? diese Bevölkerung lebt auf den vier H a u p t i n s e l n, die insgesamt nur% des Flächeninhalts haben, den Deutschland bietet. Die Bevölkerungs- dichte ist daher verhältnismäßig groß, und schon seit Jahrzehnten suchte Japan für den Ueberschuß seiner Bevölkerung neuen Raum. Gleichzeitig ober suchte Japan, das selber arm an Roh- st o f s e n ist, die zur Entsaltung einer großen kapitalistischen In- dustrie als notwendig angesehen werden, nach solchen Gebieten, in denen vor allem Kohle, Eisen und landwirtschaftliche Produkte zu haben sind. Das asiatische Festland, das vor dem japanischen Insel- reich liegt, bietet, was Japan braucht: Raum für Siedler, fruchtbaren Boden, Rohstoffe oller Art. Schon in dem Kriege, den Japan 1895 mit China führte, sicherte sich die japanische Regierung die Insel Formosa und den Einfluß aus das Kaiserreich Korea. 1996 wurde nach dem erfolgreichen Kriege gegen Rußland die südliche Mandschurei dem japanischen Interessengebiet endgültig ein- verleibt. 1919 wurde Korea in eine Provinz des japanischen Reichs umgewandelt. Als sich die Japaner um die Jahrhundertwende für die Mandschurei zu interessieren begannen, fanden sie ein fast menschenleeres Land vor. Dieses Riesengebiet, das mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland, zählte damals etwa 1 Million Einwohner. Heute sind es 24 Millionen, freilich keineswegs Japaner, sondern in der großen Mehrheit Chinesen, die besonders in den beiden letzten Jahrzehnten in Massenwanderungen aus dem übervölkerten China nach Norden gezogen sind und sich in der Mandschurei großenteils als Bauern niedergelassen haben. Die Südmandschurische Eisenbahn ist das Jen- trum des japanischen Einflusses in der Man- d s ch u r e i. Zu beiden Seiten dieser Bahn dürfen die Japaner siedeln, Bergwerke betreiben, Hochöfen und Stahlwerke errichten? der japanisch-koreanischen Kolonisierung dieses Gebiets sind bestimmte Grenzen gezogen. Gegenwärtig leben etwa 259 999 Japaner und 999 999 Koreaner in der Mandschurei. Wenn ober auch der Zahl nach die Japaner bei weitem in der Minderheit sind, haben sie doch wirtschaftlich die Zügel fest in der Hand. Mehr als 2 Mil- liarden Den, d. h. 4 bis 5 Milliarden Mark, haben die Ja- paner in den letzten Jahrzehnten in der Mandschurei in Bahn- anlagen, Kohlengruben, Stahlwerken und anderen industriellen An- lagen, in Häfen, Krankenhäusern. Verwaltungsgebäuden usw. ange- legt. Die Japaner, die in der Mandschurei wohnen, sind nur zum kleinen Teil Bauern, zum größeren Teil find es Angestellte der Bahn, Ingenieure und andere leitende Angestellte der industriellen Ilnternchnmngcn, Bankiers und Bankangestellte, Kaufleute aller Art. Eine Reihe von Orten wurde durch diese japanische Kolonisierungs- arbeit zu großen blühenden Hafen- und Industriestädten. D a i r e n, der südliche Ausgangspunkt für die Südmandschurische Bahn, eine moderne Großstadt, zählt gegenwärtig rund M Million Einwohner Gleichzeitig mit dieser machtpolitischen Entfaltung erfolgte Japans Entwicklung zu einem modernen Industriestaat. Besonders In den Krisgsjahrcn wurde die industrielle Produktion auf fast allen Gebieten vervielfacht. Nur einig« Ziffern mögen dies veranschaulichen. In der Zeit von 1913 bis 1925 vergrößerte sich die japanische Kohlenförderung um über ein Drittel, die Roheisenerzeugung um etwa die Hälfte, die Stahl- Produktion und der Stahloerbrauch haben sich etwa verdreifacht, die Baumwollproduktion verdoppelt, der Wolleverbrauch versiebenfacht. Die Maschinenerzeugung und die Fabrikation elektrischer Maschinen und Geräte waren im Jahre 1925 etwa dreimal so groß als im letzten Vorkriegsjohr. Auch auf chemischem Gebiet l)ot Japan wie ander« industrielle Groß- mächte einen gewaltigen Produktionsapparat errichtet. Die Fortschritte der industriellen Produktion waren zum großen Teil von den Absatzmöglichkeiten japanischer Erzeugnisse außer- Das Einheitspreisgeschäfi. Wie hoch sind die wirNichen Neingewinne? Die Forschungsstclle für den Handel läßt als Nummer 11 ihrer Schriftenreihe eine Arbeit über„Das Einheitspreis- g e s ch ä s t", von Dr. Mutz(Jndustrieverlag Spaeth u. Linde), er- scheinen, die ein umfangreiches Zahlenmaterial über diese neueste Betriebsform des Handels mitteilt. Erst vor sechs Jahren, im Jahr« 1925, machte man die ersten Versuche, nach amerikanischem Vorbild in Deutschland Eiiigeits- preisgejchäft« zu errichten. Ende 193l bestanden bereits annähernd 4« solcher Geschäfte, deren Ilmsatz für das Jahr 1931 auf fast 3 99 Mill. Mark(etwa ein Viertel der Wareiihausumsätzs) geschätzt wird. Etwa die Hälft« der Einheitspreisgeschäfte gehört drei Großkonzernen? die von dem Warenhaus L. Tietz be- herrschte E h a p c unterhält 75 Filialen, die von.Karstadt gegründete E p a hat 55 und die amerikanische W o o l w o r t h G. m. b. H. 72 Filialen. Diese Filialkonzerne haben zusainmen etwa 229 Mill. Mark umgesetzt. Die andere Hälfte der Einheitspreisgeschäfte(mit nur 89 Mill. Umsatz) wird von selbständigen Einzel- Händlern betrieben, die sich ober zum größten Teil zu genossenschaftlichen Einkaufsvercinigungen zusammengeschlojsen haben. Die Einheitspreisgeschäfte vertreiben nicht, wie die Bozare von früher, Güter des zeitweiligen Bedarfs oder des Luxusbedarfs, son- dern billige und billigste Massenprodukte des täglichen Bedarfs im Preis« von 25 Pfennig bis eine Mark. Preise und Ausrechterhaltung einer bestimmten Qualität werden ermöglicht durch Massenobsatz und Produktion in großen Serien. Be- sonders begünstigt wurden diese Geschäfte durch die Verschlech- terung der Konjunktur. Die Bruttoaufschläge werden im großen Durchschnitt mit etwa 25 Proz. der Verkaufspreise onge- gcbcn. Das Lager der Einheitspreisgeschäfte wird im Johrc etwa halb der Reichsgrenzen abhängig. Daher zeigt der japanische Außenhandel einen fast beispiellosen Aufschwung. Bon 1913 bis 1929 vergrößerte sich die Aussuhr von etwa 1,3 auf 4,3 Milliarden Mark, die Einfuhr von knapp 1,5 auf 4,4 Milliarden Mark. Ein wesentlicher Teil der japanischen Aussuhr wurde von China als dem nächstgelegenen und in jeder Hinsicht sehr entwicklungsfähigen Markt abgenommen. In den letzten Jahren konnte Japan ein Viertel bis ein Drittel der insgesamt ausgeführten Erzeugnisse allein in China absetzen. In den ersten Jahren noch dem Weltkrieg mußte sich der japanische Produktionsdrang Beschränkungen auf- legen, denn die Wirtschaftskrise von 1921 hemmte die industrielle Entsaltung lange Zeit. Nach einigen Jahren guter Konjunktur hat sich infolge der Weltwirtschaftskrise jetzt auch die wirtschaftliche Lage Japans stark verschlechtert. Die öffentlichen Finanzen haben sich wie in anderen Ländern ungünstig entwickelt, und vor einigen Monaten ist eine radikalere nationali st ische Regierung ans Ruder gekommen, die mit gewaltsamen Mitteln eine Aenderung der Loge zugunsten der japanischen Wirtschaft herbei- führen will. Einen schweren Schlag für die Expansion des japanischen Ex- ports bedeutet der umfangreiche Boykott japanischer Waren durch China. Mit vielen chinesischen Handelsplätzen ist das Chinageschäft Japans entweder zum Stillstand gekommen oder auf ein Mindestmaß herabgesunken? zahlreiche große Reedereien haben seit Monaten ihren Schiffahrtsdienst nach chinesischen Häfen stillegen müssen. Im ersten Halbjahr 1931 konnte Japan nach China nur für 141 Mil- lionen Den(rund 289 Millionen Mark) ausführen gegenüber 298 Millionen Den im ersten Halbjahr 1939 und 265 Millionen Den im ersten Halbjahr 1929. Gegenüber 1929 war also bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres 1931 der japanische Export nach China etwa halbiert. Am stärksten hiervon ist die japanische T e x t i l- in dustrie betroffen, für die China von jeher den bei weitem wichtigsten Markt gebildet hat. Die Ausfuhr von B a u m w o l l- ge weben ist von 85 Millionen Ben im ersten Halbjahr 1929 auf 31 Millionen Ben im ersten Halbjahr 1931 zusammengeschrumpft, die Ausfuhr von Baumwollgarnen im gleichen Zeitraum von 6 Millionen Ben auf 9,6 Millionen Ben. Das chinesische Riesenreich, das 489 Millionen Menschen zählt, aber doch bisher militärisch und politisch in der Weltpolitik eine viel geringere Rolle spielt als Japan, hat also mit diesem Boykott eine Waffe in der Hand, die geeignet ist, große Teile japanischer Wirtschaft, die auf den Handel mit China angewiesen sind, z u r u i n i e r e n. Die Auswirkungen des chinesi- schen Boykotts deuten schon darauf hin. daß Japan durch sein ge- walttätiges Vorgehen in China sich selber Nackensckläge bereitet, von denen sich seine Industrie nur sehr schwer wird erholen �können. Es kann noch darauf verwiesen werden, daß in anderen Staaten, besonders in Amerika, die Tendenzen immer stärker werden, ebenfalls wirtschaftliche und möglicherweise auch finanzielle Druck- mittel Japan gegenüber anzuwenden. In dem sinken- den Kurs des Ben spiegelt sich die schwächer gewordene weltwirt- schaftliche Stellung Japans schon deutlich wider. Je weiter japa- nisches Militär in China vordringt, um so mehr wird es osfenbar, daß die Japaner ihre Kräste überschätzt haben und Ziele ver- folgen, die nach dem gegenwärtigen Kräfteverhältnis für sie u n- erreichbar sind. Die Börsianer in Tokio machen flau! Die Forschheit der japanischen Militärs scheint der japanischen Wirtschaft doch einiges Unbehagen zu verursachen. Die Börse in Tokio hält wohl doch das Bajonett nicht für die geeignete Waffe, den chinesischen Boykott niederzuringen. Jedenfalls war die Stimmung an der Tokioter Börse am Dienstagvormittag infolge der Ereignisse in Schanghai so gedrückt, daß die Geschäfte höchst unbefriedigend verliefen. Die Wertpapierbörse blieb deshalb am Nachmittag geschlossen. Es soll sich aber nur um eine vor- übergehende Maßnahme handeln. zehnmal(bei Wahrenhäusern nur etwa 4,2mal) umgeschlagen: und auch die Umsatzleistung je Beschäftigten(29 999 bis 39 999 Mark jährlich) ist sehr hoch. Hinsichtlich des Reingewinns wird ausgesprochen, daß die Rein- gewinnzifsern frisiert sind. Der durchschnittliche Reingewinn soll ciwa 1 bis VA Proz. vom Umsatz betragen, was bei zehnmaligem Kapitalumschlag 19 bis 15 Proz. vom Kapital ausmacht. Tat- sächlich dürften die Reingewinne erheblich höher liegen. Der im Herbst 1931 vorgenommene Verkauf der Epa an die Großbanken bietet einen gewissen Anhaltspunkt, wie sehr alle Kapital- und Gewinnzifsern fiktiv sind. Damals wurde das Epa-Kapital auf das Fünfsache, von 6 auf 39 Mill. Mark erhöht: Karstadt sollte ober nur 9(statt 24) Mill. Mark bor aus die Erhöhung einzahlen. Der von den Banken gewährte Kurs von 195 Proz. beweist, daß diese weiterhin mit einer Dividende von 12 Prozent rechnen. Wenn man noch in Rechnung stellt, daß die Kapitalbildung bei den Ein- heitspreisgeschäftcn stets im Wege der„S e l b st f i n a n z i e> rung" erfolgte, so ergibt sich aus diesem Geschäft, daß mit einem Reingewinn von mindestens 4 bis 4.5 Proz. vom Umsatz zu rechnen ist. In Amerika aber arbeitet der W o o l- wo rth- Konzern mit einem Reingewinn von nicht weniger als 12 Prozent vom Umsatz._ Geringe Belastung der �eichsbank. Zmmer noch Llnterbilanz bei den Devisen. Auch in der vierten Januarwoche hat die Reichsbank einen, wenn auch geringen, Gold- und Devisenvertust von 14,8 Willionen Wark zu verzeichnen. Es ist der Reichsbank nicht gelungen, ihre De- vijenbilanz im Januar endlich auszugleichen, denn ins- gesamt erreichen die Gold- und Devisenverluste im vergangenen Wonat 63 Millionen. Wenn auch für hohe Vevisenonsordcrungen im Januar genügend stichhaltige Gründe wegen der Zins- und Tilgungszahlungen sür ausländische Anleihen usw. anzuführen sind, so bleibt diese unausgeglichene Devisenlage der Deutschen Reichsbank nach wie vor bedenklich. Zwar gehen infolge der vielfachen Währungswirren im Auslande die Erlöse aus dem deutschen Export nur sehr schleppend und zum Teil wegen der Verhängung von Devisensperren überhaupt nicht ein, jedoch müßten sich die hohen Exportüberschüsse aus den Monaten August bis Oktober vorigen Jahres endlich stärker fühlbar machen. Entschieden günstiger hat sich die Situation der Reichsbank im inländischen Kreditvertehr entwickelt. Die Anspannung zum Monat Ultimo blieb verhältnismäßig gering. Die Wechsel- einreichungen erhöhten sich um knapp 225 auf 3631,8 Millionen Mark, wozu noch 25,8 Millionen Schatzwechsel treten. Die Lombardbestände stiegen um 55,2 auf 158.3 Millionen Mark. Für die leichte Festig- keit des Ultimos spricht auch die Tatsache, daß der Abzug der fremden Gelder aus Girokonto einem Zugang von rund 23 Millionen Mark Platz gemacht hat. Die Einzahlungen erfolgten von privater und öffentlicher Seite, wobei in dem letzteren Falle die Verteilung der Gehaltszahlung für die Beamten auf mehrere Termine mitspricht. Der Geldumlauf ist um 345 Millionen gestiegen gegenüber einer Zunahme von 729 Millionen in der gleichen Zeit des Borjahrs. Der Gefamtumlauf an Zahlungsmitteln einschließlich der Scheide- münzen(Silbcrgeld usw.) erreichte Ende Januar 6329 gegen 6678 Millionen Ende Dezember. Der Zahlungsmittelumlauf Ende Januar 1931 betrug 5975 Millionen.— Die Bestünde an Gold und deckungsfähigen Devisen sind von 14,8 auf 1992,9 Mil- lionen gesunken. Auf die Goldbestände entfällt hierbei ein Abgang von 8,6 Millionen. Die Notendeckung beträgt 24,8 gegen 26,4 Proz. in der dritten Januarwoche und 24,2 Proz. in der letzten Dezember- wache. Kreditkrise und pleiten. Fast 22 100 Insolvenzen im lehten Iahr. Jede kapitalistische Krise hält unter den Betrieben eine scharfe Auslese. Es ist ein ganz natürlicher Vorgang, daß die Krise zu- nächst die zahlreichsten Opfer in den übersetzten Industrien und Handelszweigen fordert, da diese bei einsetzender Stockung des Güterstromes und entsprechender Verschärfung des Konkurrenz. kampfes die geringste Wider st andskraft aufbringen. Je länger eine Krise dauert und tritt statt der natürlichen Verbilligung des Kapitals noch«ine Kreditkrise und eine Kreditverteue- rung hinzu, brechen auch an sich gesunde und solide ge- leitete Unternehmungen zusammen.. Dieses Stadium der Krise hat die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr erreicht. Gefördert wurde der Absterbcprozeß durchaus lcbens- fähiger Betriebe durch den B a n k e n k r a ch im Juli mit der darauf folgenden falschen Kreditpolitik der Banken, die sich an den gesunden Betrieben für die eingefrorenen Kredite bei faulen Kunden schadlos zu hallen suchten. Mit rund 22 199 Zusammenbrüchen— 13 599 Konkurse und 8499 Vergleichsversahren— hat das Jahr 1931 einen Rekord aufgestellt. Sogar das Krisenjahr 1926 wird um 2159 Zusammenbrüche übertroffen, obwohl damals die Reini- gung der Wirtschaft von den Sumpfblüten der Inflation noch im vollen Gange war. Gegen das schon schwere Jahr 1939 ist die Jnsolvenzwelle 1931 um 19,9 Proz. bei den Konkursen und um 29,4 Proz. bei den Vergleichsverfahren gestiegen. Der Einsluh der Kreditkrise auf die steigend« Zahl der Zusammenbrüche wird dadurch deutlich, daß vom Januar bis Juni 1931 die Zahl der Insolvenzen im Vergleich zu der gleichen Zeit des Vorjahres geringer war— 19 935 gegen 19 116— dagegen im zweiten Halbjahr um 5 9 P r o z. höher lag. Ueberraschend groß ist die Zunahme der Insolvenzen mit 64 Proz. in der P a p i e r i n d u st r i e, auch in der Elektro- und in der E i s e n- u n d M a s ch i n e n i n d u st r i e ist sie mit 33 Proz. bzw. 27 Proz. sehr hoch. Weitaus an der Spitze stehen mit der Gesamtzahl der Insolvenzen das Textilgewcrb«(5224) und das Lebensmittelgewerbe(3934). Bei den Banken sind die Konkurse von 133 auf 126 gesunken, dafür aber haben sich die Ver- gleichsverfahren mit 136 mehr als verdoppelt. Im Monat Oktober scheint die Zusammenbruchkuroe endlich ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Die Entwicklung gestaltete sich seitdem wie folgt? Konkurse Vergleichsverfahrer Oktober..... 1435 1010 November.... 1215 935 Dezember.... 1178 864 Januar..... 1128 751 Die Gesamtzahl der Zusammenbrüche— Konkurse und Vergleichsversahren— ist im letzten Vierteljahr 1931 um rund 16,5 Proz. von 2445 im Oktober bis auf 2042 im Dezember gesunken. Ztn Januar sehte sich der Rückgang der Insolvenzen aus 1879 Fälle sor», so daß seit dem Höchststand im Oktober ein Rückgang um mehr als 23 Proz. zu vcrzcichncn ist. Die Zahl der Wechselproteste hatte zugleich im September ihren Höchststand überschritten und war im November bereits auf ihr tiefstes Niveau im Jahre 1931 gesunken. Da erfahrungsgemäß die Bewegung der Insolvenzen den Wechsel- Protesten nach mehreren Monaten folgt, kann mil einem weiteren Sinken der Insolvenzen gerechnet werden. Oampfkesselöividende aus liussenlieferungen. Starker Nückgang der Aufträge. Die Deutsche Babcock und Wilcox Dampfkessel- werke A.-G. verteilt für das am 39. September zu Ende ge- gangene Geschäftsjahr 1939/31 auf ihr Kapital von 8 Millionen Mark, das überwiegend in englischen 5)änden sein dürste,«ine Dividende von 4(i. V. 7) Proz. Das Werk gehört zu jenen S p c z i a l b c t r i c b e n der deut- scheu Maschinenindustric. die im Vorjahr erhebliche Russenaufträge erhielten. Aus den Bilanzziffern(Anzahlungen und Wechsel van Rüssen) geht hervor, daß die Babcock-Wilcox-Werk« R u s s e n a u f- träge mindestens in Höhe des Aktienkapitals von 8 Millionen zu erledigen hotten. In diesem Jahr ist dasür ein um so stärkerer Rückschlag«ingetreten. Zwar ist das Werk mit einem ebenso hohen Auftragsbestand wie ein Jahr zuvor ins neue Geschäftsjahr eingetreten, aber die neu hereingekommenen Aufträge machen nur 25 Proz. der vorjährigen Neuaufträge aus, so daß leider mit Betriebseinschränkungen ab 2lpril zu rechnen ist. Die finanzielle Lage des Unternehmens ist jedoch glänzend Bankschulden sind nicht vorhanden und die Forderungen übertreffen die Lieferantensckrulden um 2 Millionen Mark. Die Reserven machen fast 59 Proz. des'Aktien kap'tols aus. NA. Qr auliges Srle Kurt und Lisa hatten im Vorortzug ein leeres Abteil erwischt, das ausserdem noch den bedeutenden Borteil hatte, von den Nachbar- abteilen vollständig getrennt zu sein. Es war ein alter, unmoderner Wagen, der in besseren Zeiten schon längst ausrangiert worden wäre. Kurt und Lisa segneten die gespannte Kassenlage der Reichs- bahn, den Verkehrsrückgang und den unbekannten Mann mit der roten Mütze, der diesen Wagen gerade an diesen Zug hatte hängen lassen Der Zug ratterte durch Walder und Felder, an prächtigen Villen vorüber, über glitzernde Gewässer hinweg. Kurt und Lisa sahen nichts davon Sie saßen in ihrem Abteil und nutzten den gebotenen Raum so gut wie gar nicht aus. Sieben Sitzplätze blieben frei. Sie hatten viel zu reden. Aber nicht vom legten Boxkamps oder Tennis- turnier, vom geplanten neuen Ozeanflug und vom mißglückten Ra- ketenabschuß, sondern von so unmodernen und untcchnischsn wie Liebe, und sogar Treue. Jeder Satz, den sie sprachen, endete mit einem Ausrusungszeichen— mit einem Kuß. Es waren erstaunlich kurz« Sätze mit erstaunlich vielen Ausrusungszeichen... So erfreulich es war, daß der Zug kein Eilzug, sondern ein ausgesprochener Bummelzug war, so peinlich war es, daß er auf jeder Station hielt, und daß es auf jeder Station Leute gab, die in dem Wahn lebten, sie mußten gerade mit diesem Zug fahren. Schon dreimal war die entzückende Zweisamkeit ernsthaft bedroht gewesen. erst von einer kinderreichen Familie, dann von vier Damen, die von ihrem Wochenkaffeeklalsch zurückkehrten, und schließlich von illu- minierten Mitglieder» eines Kegelklubs, die von einer sehr feuchten Sitzung kamen. Immer war es Kurt und Lisa gelungen, durch Vortäuschen von Gedränge am Fenster die Gefahr im letzten Mo- ment abzuwenden. Aber auf der vierten Station geschah das Unglück: Ein« würdige alte Dame erschien auf dem Bahnsteig und sing an, gemessenen Schrilles am Zuge entlangzugehcn und durch ihre Lorgnette in jedes Abteil hineinzuäugen. Sie schien nicht zu finden, was sie suchte, denn immer wieder schüttelte sie unwillig den Kopf und ging zur nächsten Tür. Ein Bahnbeamter, der Interesse an der baldigen Abfahrt des Zuges hatte, riß eine Abtelltür für sie aus und lud sie durch eine chandbewegung zum Einsteigen ein. Aber nach einem Blick durch ihre Stielbrille schrllt sie weller Voller Angst sahen Kurt und Lisa das Unglück nahen. Vor dem Nebenabtell blieb die Jiuj dem flitdelbreU Jtunderl Itorle Theater Keine Berufssprache ist so mit Ironie durchsetzt wie die des Schauspielers: der Mime scheint geradezu Angst zu haben, die Ding« seiner Umwett mit den ihnen von Rechts wegen zukonunenden Namen zu benennen.— Viel lieber hüllt er ihre Größe und Be- deutung in den Mantel spöttischer, auch die eigene Person nicht schonender Geringschätzung.— Seck es Schauspieler gibt, sind sie abergläubisch gewesen! Und gleich abergläubischen Menschen fürchten sie, daß eine allzu selbstbewußte Ausdrucksweise den Zorn und die Rache der Götter herausfordern könne, weshalb sie vor wichttgen Ereignissen sich ja auch nicht«alles Gut«" oder„viel Glück", sondern ausschließlich„chals und Beinbruch" wünschen. Natürlich bedeutet Nudelbrell im Jargon der Schauspieler die geliebte Bühne. Und täglich aufz neue packt Lampenfieber nicht rrnnder den ausgekochten Talentkotzer als den jungen, unerfahrenen Hund, wenn sie von Premierenügern oder gewöhnlichen Sitzflöhen nun ihre Rollen oerzapsen sollen. Der Wachtmeister(Jnspiziem) oder die Stallwache(diensttuender Regisseur) gibt das Signal zum Ziehen des Leichentuchs.— Ein ängstlicher Blick nach der Flüsterlotte oder dem Kastengeist: ein stiller Fluch über den Flimmermaxe(Beleuchter), der wieder einmal das Auge Gottes, den großen Scheinwerfer so eingestellt hat, daß er blendet und falsche Tränen(also echte, aber nicht zum Stück ge- hörende!) in die Augen des Spielers treibt, und es kann losgehen. Wer gut gelernt hat, legt feine Rolle hin. Wer nicht gelernt hat, der muß sie aus dem Kasten ziehen: er versucht zu schwimmen. Nützt dies alles nichts, macht der Darsteller zu viel Löcher in den Text, so stinkt er ab oder wird sogar angeblasen(fällt durch, wird in ernster Rolle ausgelacht). Den Talentkotzer, einen arroganten, bei jeder noch so kloinen Rolle, jeder Würzen, fest auftrumpfenden Kollegen, haben wir bereits erwähnt. In seiner Nähe findet sich der Kulissenreißer, der durch sein maßlos heftiges Agieren die Sicherheit der Mitspieler und auch der Küchenschürzen und Bettschirme und Pellen(Dekorationen, Kulisien) gefährdet.— Im Gegensatz zu diesen beiden Vertretern des hestigen Typs steht der Seelenmaler. Der Ausdruck ist zur Zett der Meiniger entstanden und traf speziell den Histrionen, der mit einem gut angestrichenen Lederzeug(Maske) besonder« tragische Wirkung hervorzurufen glaubte. Heute trifft das Wort jeden, der sich allzu gerne sentimentaler Darstellung befleißigt und schon ge- wohnheitsmäßig Stimmungskiste macht. Eine Gattung für sich sind die Darstellungsbeanrten, ein Aus- druck, der meines Wisiens erst in den letzten Jahren entstanden ist. Er trifft einen Schauspieler, auf den man sich zwar immer oerlasien kann, der nie Äokolores macht(unsicher ist), der als Mädchen für Alles singt, spricht, tanzt: Helden, Väter und Liebhaber gleicher- weis« spielen kann, dem aber nach Ansicht seiner Kollegen das Schmäh zu schien pflegt. Unbelicht bei den Mitgliedern des Schauspiels sind die Opern- bullen, mit welch freundlicher Bezeichnung alle singenden Kollegen gemeint sind, und sänrtliche Primadonnen und Primvhuomini, wie in früheren Jahren die berühinten Starz genannt wurden. Der männliche Star erscheint meist mit einer Knochenbeilage, seiner Frau oder Freundin. Sie ist unfähig, hochmütig: bekommt aber für die kleine Rolle, in der sie austritt, dank ihres Proteges unverhättnismäßig viel Holz, womit die Gage gemeint ist Auch der Star selbst, der große Tournero, begegnet seinen Kollegen nicht mit genügender Aufmerksamkeit und behandelt sie, als ob sie Meer- schweinchen(Mitglieder kleinster Wanderschmiercn) und nicht Mit- glieder eines Theaters mit richtigen Kulissen(gute Bühne) wären. Und wenn am Abend der Star seinen Laden ausmacht, drückt er alle Mitspieler an die Wand und erniedrigt sie zu unwesentlichen Reifeichaltern, mit deren Hikfe er seine Sprünge den wiehernden Parketthengsten(Publikum) vorführt. Zahlreich sind natürlich mich die Ausdrücke des Schauspielers für den inneren Betrieb des Theaters Wer med was zum Bau gehört, hat sein« eigene, nur den Eingeweihten verständliche Be- zeichnung. Theaterdirektor und Agent sind Talentjäger oder Talent- Pächter. Tiefsinnig wird der Dramaturg Dummer August genannt! Poetisch ist die Bezeichnung Wassermann für die Feuerwehr. Ein« etwas aridere Entwicklung haben die Ausdrücke für di« «eiblichen Mitglieder des Ensembles genommen. Diese Bezeich- nungen waren nicht immer stubenrein und sind in ihrer Geschichte «in gutes Beispiel für den kulturellen und sozialen Aufstieg des Schauspielerstandes in den letzten Jahrzehnten. Während die bisher bnis im Vovorlmug wählerische Matrone stehen und zeigte Neigung einzusteigen. Zwei Lungen schickten sich zu erleichtertem Aufatmen an. Da erspähte sie die beiden, die am Fenster Gedränge markierten. Ein tückisches Lächeln glitt über ihre welken Züge, und mit greiser, aber fester Hand öffnete sie die Tür. Gegenüber von dem unglücklichen Pärchen nahm sie mit gezückter Lorgnette Platz. Der Zug ratterte weiter. Kurt und Lisa bemühten sich, gleich- güllig auszusehen und Heuchellen lebhaftes Interesse für die Land- schaft. Aber in ihnen kochte es vulkanisch. Die Augen der Matrone, die durch die dicken Gläser der Lorgnette so groß wie Teetassen aus- sahen, hüllten die beiden vom Kops bis zu den Füßen in strafende mißbilligende Blicke ein. Alle vierzig Sekunden erfolgte ein ent- rüstetes Kopfschütteln. Da blickte Kurt sich recht auffällig und recht argwöhnisch um, näherte seinen Mund Lisas Ohr und sagte mit dumpfer, aber ungedämpfter Stimme:„Haft du auch den Ehloroformlappen nicht vergessen?" Lisa begriff sofort und erwiderte mit grausamem Lächein:„Na. türlich habe ich ihn in meiner Handtasche. Willst du denn jetzt schon...?" „Nein, noch nicht. Hinter der nächsten Station kommt ein Tunnel. Das paßt wunderbar Aber es muß rasch gehen und ohne Geschrei. Bei dem alten Mann vorgestern warst du zu langsam..." Ein Klappern. Di« Stielbrille war der Matrone entglitten und auf den Boden gefallen. Ihre Augen hatten jetzt auch ohne Gläser die Größe von Teetassen und starrten entgeistert aus die beiden. Sie öffnete den Mund, aber sie konnte nur„i" sagen. Ein dumpfes Rollen: die Bremsklötze begannen auf die Räder .zu wirken, der Zug verlangsamte seine Fahrt. Ein Ruck, und er hrell auf der Station. D'e alle Dame starrte noch immer mit runden Augen auf das Pärchen. Doch Kurt konnte ihre Gedanken lesen. Er bückie sich, hob die Stielbrille auf, drückte sie der alten Dame in die Hand, stand auf, bot ihr den Arm, öffnete die Abteiltür und half ihr die Stufen hinunter. Denn Kurt weiß, was sich gehört. Die Augen der Matrone gingen langsam auf ihre natürliche Größe zurück, während sie dem abfahrenden Zuge nachstarrte. Der Zug ratterte durch Wälder und Felder. Kurt und Lisa sahen nichts davon... angeführten Ausdrücke nachweisbar im Bezirk der Schauspieler ent- standen sind, stammen die folgenden aus der Sprache der Besucher, die Abend für Abend die Trampellogen, den Olymp oder Juchhe des Theaters füllten. So sind die Ratten des Balletts aus dem Französischen ein- geführt worden, wo die Bezeichnung zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufkam und ursprünglich anderes bedeutet hat: so auch die heute oft noch verwendeten Wörter Lerche fiir eine Sängerin oder Nymphe für eine Tänzerin. Hierher gehört auch die Theater- Prinzessin, die gar nichts mit der etwaigen Darstellung einer Prin- zessin auf der Bühne zu tun hat sondern mit anderen derartigen Titeln dem Studentendeuffch des 18. Jahrhunderts entnommen ist, und lange einen heute vergessenen Beigeschmack besaß. Muri mielhke: D»» SnlCTVieW „Hände hoch!" sagte der kleine, dünne Mann mit der Sport- mütze und zielte mit dem Revolver auf den dicken Bauch des Direktors Randolph Charst, Besitzer eines der größten Zeitung«- konzerne der Welt. Direktor Charst zog ängstlich seinen dicken Bauch ein, sah sich hilfesuchend um und hob schließlich mit einer kläglichen Miene seme fetten Aermchen in die Höhe.„Was wollen Sie?" fragte er „Ich verlange eine Anstellung als Reporter in Ihrem Zeitungs- konzern." „Nein." Der Revolver knackte.„Nein? Dann schieße ich Sie über den Hausen!" „Also— hm. Sind Sie denn überhaupt befähigt, Reporter zu spielen?" „Ich? Sehr. Ich bin bereit, jeden Beweis anzutreten." „Gut, junger Mann. Tun Sie Ihren Revolver weg! Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, Sie anzustellen, wenn es Ihnen gelingt, den Leberwurstkönig James B. Knickerbocker zu einem Interview zu bewegen." „Gemacht. Uebrigens, mein lüame ist Pearl", erwiderte der Mann mit der Sportmütze und steckte den Revolver«im „Ich mache Sie aber darauf aufmerksam, daß James B. Knicker- bocker noch nie ein Interview gewährt hat. Er haßt Interviewer. Und dann besitzt er eine große Bulldogge, die extra auf Zeitungs- rsporter abgerichtet ist." „Werde schon damit fertig werden. Addio." Mister Pearl oerschwand. Direktor Charst freute sich. Der kam bestimmt nicht wieder. Knickerbocker schmiß feden hochkantig zum Tempel hinaus, der es wagte, ihn um einige Daten aus feinem Leben zu bitten. Pearl aber ging in das nächste Speakeasy, bestellte einen Sherry-Cobbler. daraus noch einen Sherry-Cobbler und trank dann ein großes Glas unverdünnten schottischen Whiskys. Ein Einfall erleuchtete fein Gesicht. Er zahlle, hüpfte in ein Auto, fuhr nach Haufe, legte Frack und weiße Binde an, stülpte sich einen Zylinder auf und begab sich in diesem Aufzuge in den Wolkenkratzer der Sixth Avenue, wo James B. Knickerbocker hauste. Dem Portier. der ihn nach feinem Namen fragte, sagte er:„Sennor Don Manuel Perez de Saragosia y Valdepenas". Er wurde sofort vorgelassen, machte«ine grandiose Verbeugung vor James B. Knickerbocker, der das komische Männchen sehr verblüfft anstarrte, und hob zu sprechen an:„Großer Wohltäter der Menschen! Die Universität meiner spanischen Hehnafftadt Cocolores bei Rio beabsichtigt, Ihnen in Anerkennung der Verdienste, die Sie sich um die hungernde Mensch- heit erworben haben, den goldenen Hausorden der Universität Cocolores del Rio zu überreichen." Die Züge James B. Kinckerbocker hellten sich auf. „Da jedoch zu diesem Zwecke der Lebenslauf Eurer Gnaden in das Goldene Buch der Universität Cocolores del Rio eingetragen werden mühte und es uns, dem Rektor und Prosessorcnrat der alt- ehrwürdigen Universität, noch nicht gelungen ist, Tatsachen aus Ihrem zweisellos sehr iltteresianteu Leben zu erfahren, bitten wir Sie, uns einiges zu erzählen." James B. Knickerbocher erzählte. Bon der Wiege an. Erzählte eine Stund« lang, zwei Stunden, drei Stunden. Pearl stenogra- phierte mit, bis ihm die Anns schmerzten Zum Schluß erklärte sich James B. Knickerbocker bereit, der Universität Cocolores del Rio eine größere Stiftung nach Aushändigung des Ordens zu über- weisen, und begleitete seinen„spanischen" Besucher eigenhändig bzw. eigenfüßig, bis zum Fahrstuhl. Darauf ging er in sein Kontor zurück und versank in angenehme Träume von dem goldenen Orden der Universität Cocolores des Rio, den er nächstens«halte« würde. Ein seliges Lächeln oerschönte seine harten Züge noch bis zu dem Moment, in dem ihm«in Angestellter die neuesten Abend- zeitungen brachte. Da las er gleich aus der ersten Seite des„New Tort Universal, seines bestgehaßten Blattes:„James B. Knicker- bocker erzähtt sein Leben!„New Jork Universal", die erste Zeitung der Well, der James B. Knickerbocker ein Interview gewährte. Erscheint in zwölf Fortsetzungen! Heute: Von der Milchilasche zum ersten Hustenbonbon. Kindheitserlebnisse des großen Leberwurst. königs..." James B Knickerbocker las. James B. Knickerbccker keuchte. James B. Knickerbocker heulte vor Wut. Dann klingelte er bei dem nächsten Warenhaus an und oerlangte die sofortige Uebersendung von fünfhundert Tellern und ebenso vielen Tosten. Die briucbte er nämlich, um sie an die Wand zu schmeißen, denn nur so konnte cr seinen ungeheuren Zorn abreagieren. Zur gleichen Stunde aber erhiell Mister Pearl nicht nur einen großen Scheck in die Hand gedrückt, sondern sogar einen Anstellungs- vertrag auf Lebenszell. Denn was dem einen stn Uhl, dos stt schon immer dem andern stn Nachtigall gewesen. fflans Mein rieh Slrälner: 01* 5* II? O Zu Großvaters Zeiten, vor sechzig und mehr Jahren, soll es im Falkentrug einen verteufelt scharfen Kornschnaps gegeben haben. Wer davon ein halbes Dutzend genehmigt hatte, der fand nur mit Not den Weg nach Hause.' Man kennt das ja: einen Schritt nach links, einen nach rechts und den dritten bestenfalls nach vorn. Den Dörflern aus der Ilmgegeird wurde der Heimweg dazu manchmal verdammt sauer. Zuerst passierte es Simon Berkenbusch, als er in einer dunklen Winternacht aus der Stadt kam. Er kehrte ein halbes Stündchen im Falkenkrug ein, ironk ein oder zwei Gläschen und steckte sich eine Pfeife an. „Dann komm man gut nach Hause, Simon: es ist tüchtig dunkel", sagte der Wirt. „Werd' ich ja wohl", brummte es aus dem hochgeschlagenen Rockkragen zurück. Bald hatte cr die Pappeln auf der Anhöhe erreicht. Noch zwanzig Minuten, Simon, dann bist du daheim. Wenn es Tag wäre, könntest du den Schornstein rauchen sehen. Eigentlich müßte man helle Fenster bemerken: es ist doch klare Luft. Doch da liegen wohl schon alle in den Federn.... Da— grad an der Wegbiegung— Simon wäre beinahe in die Kniee gesunken. Ein Ungetüm jaß aus seinem Rücken. Die Hinterbeine preßten sich ihm in die Hüstgegend. Die Vorderfllßs krallten sich ihm um den Hals. Simons Hände berührten ein rauhes Fell. Hinter den Ohren zischte ein heißer Atem. Zuerst versuchte er. das Ungetüm mit einem Ruck abzuwerfen. Doch es klammerte sich nur noch fester an ihn. Fast blieb dem Simon der Atem weg. Schweiß lies ihm von der Stirn und ver- fing sich in seinen Augenwimpern. Er wollte die Hand heben: sis blieb wie gelähmt hängen Nur die Beine taten mechanisch einen Schritt nach dem andern. Was hatte der Faltenkrüger gesagt? Komm man gut nach Hause...! Wenn der die Bescherung jetzt sähe! Berfl...! Wollte ihm denn nichts einfallen, wie er das Tier loswerden könnte? Nun war der einsame Baum links erreicht. Ein Ruck— ein Stoß— Simon siel aus die Knie, schlug mll den Händen auf die Straße. Ehe er sich umsehen konnte, scheu von der Seite, war das Untier in den Büschen verschwunden. Simon Berkenbusch lies. Kam das Ungetüm hinter ihm her? Wenn dich jetzt die Leute sähen! So bin ich zuletzt gelaufen, als ich noch ein Schuljunge war und die Großen aus dem Nachbardorfe mich verprügeln wollten.... Gott sei Dank, die Haustür! Schnell den Riegel vor! Den dicken Hauklotz auch noch! Wieschen, seine Frau, schlief schon. Er zündete die Oellampe an und sank zu Tode erschöpft auf die Bank am Ofen. So fand ihn am anderen Morgen Wieschen. Sie schimpft« nicht wenig über den Kornschnaps, de» es im Falkenkruge gab. Simon sagte nur:.Wenn du wüßtest.. Bald ging das Gerücht im Dorfe, ein Werwolf hause am Wege noch der Stadt. Die Männer schlugen auf den Tisch und lachten. Wenn sie aber abends von der Stadt kamen, wartete im Falkenkrug einer auf den andern. Einige Städter, die in der Wirtschaft ihren Doppelkopf spielten, fragten dann wohl mll listigem Augenzwin- kern:„Ihr wollt heute abend wohl den Werwols fangen?" Krischan Merk, der Dorfschmied, trank am Silvesterabend schon den achten Schnaps im Falkenkruge. Am Nachbartisch flüsterie man und sah ihn spöttisch an. Einer fragte herüber, aus wen er noch warte. Krischan verstand die Andeutung, legte seine Arme aus den Eichentisch und knurrte:„Lott den Wuls man kummen!" Um elf Uhr machte er sich auf den Weg. Bergan ging es sich schwer. Der Schnee war geftoren. Cr ließ die Pappeln und die Wegbiegung hinter sich und tonnte schon das Bellen eines Dors- köters hören____ Eigentlich hatte er das nicht anders erwartet. Das Untier hing schwer auf seinem Rücken. Das Fell schien einen rötlichen Schimmer zu haben. Bei der Eiche wollte der Wols abspringen. aber Krischan hatte ihm seinen rechten Arm um die Hinterbeine und den linken Arm um den Hals gelegt und ließ nicht lock«. Wo der Krischan hinfaßt, da wächst kein Gras mehr. Da hatten die Leute wohl recht. Das Ungetüm bog sich nach hinten, legte sich zur Seite, zerrte und schnaubte. Der Krischan dachte: Und wenn es der Teufel selber ist, ich laß nicht los! Einmal glaubte er ein menschliches Stöhnen zu hören. Schon waren die ersten Häuser in Sicht. Jetzt stand er vor seiner Haustür. Mit einem derben Fuß- tritt stieß er sie auf. Seine Frau sprang aus dem Bette.„Mach mal Licht! Schwupp— warf er das Tier ab. Ruck— riß er das rote Ochsenfell auseinandcr Bethkes Knecht stand vor ihm. Mit einer kleinen Wagendeichsel, dt« unaufhörlich aus den Knecht nieder- sauste, hielt sich Krischan schadlos für die Mühe des Weges. „Ein Teufelskerl, dieser Krischan!" sagten die Leute. Ünstioklsicherheil bei noch nngeschlüpften Kücken. Die folgende interessante Beobachtung sendet dem„Kosmos" das Mitglied A. Bogati in Eiscnstadt(Burgenland): Eine zahm« Gluckhenne war an dem Tage, als die Hühnchen schon ausschlüpfen sollten, die Eier schon leichte Sprünge aufwiesen und auch schon piepsende Stimmen aus den Eiern erschallten, aus dem Nest herausgenommen worden, da sie in ihrem Bruteifer zu verhungern drohte. Sie nahm Nahrung zu sich, streckte und reinigte sich, da erschallten wieder mehrere«timmen aus den Eiern. In diesem Augenblick flog eine Krähe nahe dem Fenster vorüber. Die Henne stieß ihren Warnung?- ruf aus, worauf alle Stimmen in den Eiern plötzlich oerstumntten, wie es bei den schon laufenden Hühnchen beobachtet werden kann Erst als die Henne wieder beruhigt war und ihre Lockstllnme laur werdcn ließ, begann das Gepiepse in den Eiern wieder. Versuche vor dem Fenster mit einem schwarzen Gegenstand, den die Henne für einen Vogel hatten konnte, hatten stets das gleiche Ergebnis: Die noch nicht ausgeschlüpften Küchlein oerstehen also beretts die Stimme der Mutter...