BERLIN Mittwoch 3. Februar 1932 10 Pf. Ar. 56 B 20 49. Lahrgang Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abeudauigate res.Vorwärti'. Bezogsprets für beide Aufgabe»?ö Pf. pro Woche, 3,Zb M. uro Mooal (dastm b? Bf. monallich für Zustellung iu« Haus) im oorauz iavlbar. B o st d e,» g I,S7 M, einschließlich 60 Bf. Bostieitungi- und 72 Bf. Boiibcstcllgcbührcn. fflbnousfa Mnieigcibttil; Tie einspaltige Mlllimetericile Zd Bf. Rcflamcjcile 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif, Bostscheltkpnlo: VorwärtS-Verlag&. m. b. H.. Berlin Rr. Z7 Sil«.- Ter Verlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Redaktion und Ervrdition: Berlin SW K8, Lindenstr. Z Sernsprecher: Dönhoff(A 7) 292—297. Deutsche Mahnung in Ofiasien Tokio und Nanking sollen Frieden halten Die deutsche Regierung hat ihre Botschaft in Tokio und ihre Gesandtschaft in Nanking telcgraphisch beauftragt, der japanischen und der chinesischen Re- gierung in freundschaftlicher Form zu erklären, daß die deutsche Regierung angesichts der Entwicklung in Astasien, im Interesse der Wiederherstellung sricd- lichcr Zustände, sich gegenüber beiden Regierungen dem Vorschlage der anderen Mächte an- schlicht, daß 1. alle kriegerischen Maßregeln und ttriegsvorbereitungen eingestellt werden, besonders die Feindseligkeiten in Schanghai alsbald ihr Enpc finden. 2. zwischen den beiden beteiligten Rcgicrun- gen sofort Verhandlungen im Geiste des Kellogg- Paktes und der Entschließung des Völkerbundsrates vom 10. Dezember 1931 beginnen möchten. Bombardement der Schanghai-Forts. Schanghai, 3. Februar. Ter japanische Generalkonsul teilte dem britischen und dem amerikanischen Generalkonsul offiziell mit, daß Japan die Abficht habe, die Wusuug-Forts sofort zu besetzen. Das Bombardement der japanischen Kreuzer und Flugzeuge, das auf den Forts Wusung und Puschan liegt, ist außerordentlich heftig. Die Gefecht« um S ch a p e i dauerten am Dienstag mit unser- minderter Heftigkeit an, ohne daß es den Japanern ge> lungen wäre, weitere wesentliche Fortschritte zu erzielen. Die Nahrungsmitteloersorgung gibt zu großen Besorgnissen Anlaß und die Verwirrung wird noch dadurch vermehrt, daß die chinesischen Banken sich weigern, ihre Schalter zu öffnen, so daß es an Zahlimgsmitteln fehlt. öheute früh dröhnte wieder Artillcriefeuer. Eine Anzahl Ausländer, besonders Amerikaner, sind a b g e r e i st. Weißgardistische Zudenhehe in Schanghai. Der Kurzwellensender Chabarowsk(Ostfibirien) meldet von der chinesischen Grenze, daß russische Weißgardisten in Schanghai Iu- dcnverfolgungcn veranstaltet haben. In dieser Großstadt leben etwa IS 009 meist russische, aber auch amerikanische Juden. Sollte es zu dem angekündigten amerikanischen Prot« st gegen diese Uebertragung altrussischer Volksbelustigungen nach Schanghai kommen, so wetten wir, daß die Japaner antworten wer- den, das gehe sie nichts an, denn Schanghai sei chinesisch, Japan sei aber auf Ersuchen bereit, gegen das verantwortlich« China die nötigen Maßnahmen einzuleiten... Japan stellt den Krieg nicht ein. Tokio, 3. Februar.(Reuter.) An zuständiger japanischer Stelle wird erklärt, Japan würde sich sehr glücklich schätzen, wenn die Feindselig- leiten eingestellt würden, es sei jedoch nicht in der Lage, den Punkt ö der Vorschläge der drei Mächte anzunehmen, der bestimmt, daß sofortige Maßnahmen zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten ergriffen würden. Granatfeuer aus Mißverständnis. Nanking, 3. Februar.(Reuter.) Die Beschießung von Nanking soll auf ein Mißverständnis zurückzuführen sein. Nach einer amtlichen Mitteilung gingen einige japanische Matrosen an Land, um Lebensmittel einzu- kaufen. Sie wurden von einer chinesischen Patrouille gestellt, die auf ste schoß, weil sie auf Anruf nicht antworteten. Die Matrosen flohen und kehrten auf ihr Schiff zurück, wo sie meldeten, die chinesischen Truppen griffen an. Der vefehlshaber der Flotte war im Zweifel, ob die Meldung richttg sei. befahl aber Geschühfever. <%! wurden einig« Granaten in die Luft abgefeuert, um zu sehen. ob die chinesischen Forts antworten. Da dies« aber schwiegen, stellten die Japaner das Feuer wieder ein. Im Anschluß an eine chinesische Konferenz, die vier chinesische fmmtt, der japanische Konsul und der japanische Marinebesehls- Erdbeben auf Kuba Die Gtadi Ganiiago teilweise zerstört--1500 Tote Die Insel Kuba ist der Schauplatz einer furchtbaren Erdbebenkatastrophe geworden. Der dritte Teil der Stadt Santiago wurde zerstört. Die Zahl der Toten wird auf 1500 geschätzt. New Fort, 3. Februar. Wie weiter aus Santiago de Kuba gemeldet wird, sind große Teile der Stadt in völliges Dunkel gehüllt, was die unker der Bevölkerung herrschende Panik erhöht. Aus den Trümmern der eingestürzten Häuser, die die Straßen bedecken, tont Schreien und klagen. Im unteren Stockwerk eines großen Gebäudes fand man die Leichen von 14 Personen, die beim Einsturz des Hauses erschlagen wurden. Im ganzen wurden etwa 500 Häuser zum Einsturz gebracht. Kuba ist die größte Insel der Großen Antillen im west- indischen Archipel zwischen dem Golf von Mexiko und dein Kari» bischen Meer mit einer Längenausdehnung von 1299 Kilometer. Wirbclstürme und Erdbeben fordern häufig viele Opfer. Haupt- erwcrbsquclle ist der Zuckerrohr-, Tabak- und Kaffecbau. Das Klima ist tropisch und fördert, besonders in den Küstengebieten, die Maloriaerkrankungen. Haber an Bord eines japanischen Kriegsschiffes hatten, einigte man sich dahin, daß keine Partei feuern solle, außer wenn sie angegrissen werde. Der Belagerungszustand ist verhängt worden. Der Befehlshaber der chinesischen Garnison hat die Militär- und Polizeibehörden angewiesen, besondere Vorsichts- maßnahmen zum Schuß der Ausländer zu treffen. Die chinesische Ostbahn. Peking, 3. Februar.(Sowjetagcntur.) Trog des Widerstandes der chinesischen Truppen nähern sich die japanischen Truppen Charbin. Auf eine Vitt« des japanischen Kommandos um Beförderung der japani- schen Truppen aus Tsitsikar erklärte der sowjetnissische Vize- vorstßende der Verwaltung der ostchinesischen Bahn, daß dies von den chinesischen Verwaltungsstellen abhänge. Nur bei deren Ein- Verständnis könne die Frage zustimmend entschieden werden. Die Gerüchte, der Eisenbahnverkehr in Sibirien sei unter- brachen, entspricht nicht den Tatsachen. Die Expreßzüg« verkehrten fahrplanmäßig und der Eisenbahnverkehr mit dem Fernen Osten wird aufrechterhalten. Keine Debatte im Llnterhaus. Die neue Parlamentssession ist für England von historischer Bedeutung, iveil sie den Uebcrgang des Frei- Handelslande» zum Schuhzollsystem bringen wird. Diesen Weg zeigt das Gesch. das am Dounerslag eingebracht werden wird, wenn auch der vorläufige allgemeine Eiufnhrzoll von 19 Prozent noch nicht ausgesprochenen Schuhzollcharakter hat. Man kann die Bedeutung der neuen Session mit der Tagung vor 109 Jahren vergleichen, als die Einführung des neuen Wohlrechts die Periode des Liberalismus in England einleitete. Die Dienstagsihung verlief schon recht bewegt. Der Außenminister gab Erklärungen über die englische Politik in Ostasien, die Lage in Schanghai und die letzten Vermittlungs- vorschlage der Mächte ab, die sich init der Mitteilung des Ministers Thomas vor dem Dölkerbundsrat Decken. Die Forderung des Fichrers der Opposition, Lansbury, nach einer Aussprache über die Lage in Schanghai wurde mit der Begründung abgelehnt, daß sie nicht t u n l i ch wäre. Es kam zu einem erregten Auftritt. Lansbury sprang auf und rief:„Bis zu diesem Augenblick haben sich die Japaner eines iakernalionalen Piratenstreichs schuldig gemacht." Seinen Worten folgte u n- geheure Aufregung bei allen Abgeordneten. Der Sprecher erklärte Lansbury, daß derartige Äeußervngen nicht über ein« freundlich gesinnte Macht getan werden dürften.„Ich kenne meine Verantwortlichkeiten" erwiderte Lansbury, sowie daß er als Mitglied des Unterhauses das Recht habe, in einer mter- nationalen Frage Protest zu erheben. Abg Marion unterstützte Lansbury. Ministerpräsident Mardonald gab seiner persönlichen Aussassung Ausdruck, daß der gegenwärtig« Augenblick für ein« solche Debatte, die unabseh- baren Schaden verursachen und nichts nützen könne, im» geeignet sei. Lansbury? scharfe Kritik an Japans Vorgehen verursachte ziem- liche Aufregung. Der konservative Lord Winterton forderte Lansbury auf. das Wort„Piratentum" zurückzunehmen, was dieser aber rundweg ablehnt«. Oer Kamps um Brüning. Meißner will nichts damit zu tun haben. Der Staatssekretär beim Reichspräsidenten, Dr. Meißner, erklärt zu einer Meldung der„Mllnchener Neuesten Nachrichten" über angeblich von ihm betriebene Vorbereitungen zur Umbildung der Reichsrogierung, daß diese Meldungen jeglicher Grundlage entbehren. Besonders habe er keinerlei Vcr- Handlungen darüber mit oppositionellen Persönlichkeiten geführt, Die Renten der Fürsten. Das tteine Land Hessen muß 590000 Goldmark zahlen? Je länger die Beratung des sozialdemokratischen Gcsetzent- wurfs über die Fürstenabfindung im Rechtsausschuß des Reichstags dauert, um so deutlicher wird es, daß der Antrag den bürgerlichen Parteien außerordentlich unangenehm ist und um so mehr Material kommt zum Vorschein. In der Mittwochvormittagssitzung des Rechtsausschusses ergänzte der Regierungsoertreter das dem Ausschuß inzwischen schriftlich zugegangene Material durch sehr interessante Darlegungen über die Lage in Hessen. Dieses Land, dessen Finanznot bekannt ist, Alle Genossinnen und Genossen» Neichsbanncrkame- radcn und bundestreucn Aebeitersportlee beteiligen sich am Freitag, dem 5. Februar, ab Iis Uhr, an der all- gemeinen Flugblattverbreitung für die Eiserne Front von den bekannten Stellen aus. hat nicht nur die gesamten Lasten der früher im herzoglichen Hause bediensteten Personeu übernommen, sondern es muß, beginnend mit dem Jahre 1928, 29 Jahre lang jährlich 599 999 M. zahlen und außerdem eine einmalige Summe von 1 Million Mark! Es ist daher kein Wunder, daß erst im vorigen Herbst vom Hsssifäien Landtag ein staatsparteilicher Antrag angenommen wurde, durch den die hessische Regierung aufgefordert wurde, wegen der Schas- jung der gesetzlichen Voraussetzungen einer Neuregelung an das Reich heranzutreten. Diesem berechtigten Verlangen kommt nun der sozialdemokra- tische Antrag entgegen. Es nützte auch nichts, daß der Regicrungs- Vertreter darzulegen versuchte, der sozialdemokratische Gesetzentwurf sei ocrfasimtgswidrig. Abg. Mahrum(Soz.) erwiderte, daß eine Enteignung zum allgemeinen Wohl durchaus im Wege des einfachen Gesetzes vorge- nommcn werden könne. Um den von ihm nicht geteilten Bedenken der Reichsregierung ihre Wirkung zu nehmen, stelle er den Zusatz- antrag, die durch die Neuregelung sreiwerdcndcn Mittel für die bessere Versorgung der Kriegsbeschädigten zu verwenden. Bei dieser Gelegenheit wandte sich Genosse Mahrum außerdem gegen die A u s 9 Weitung des Enteignungsbsgriffes durch das Reichsgericht. Der Ausschuß beschloß dann, die Fortsetzung der Beratmigen zu vertagen bis Freitag, den 12. Februar, weil einem Wunsche des Zentrums folgend, die Reichsregierung beauftragt werden soll, bis zu diesem Termin eine Stellungnahme der Länder- regierungen zu der Frage ihrer Ennächtigung im Sinne des sozialdemokratischen Antrags herbeizuführen. Unmöglichkeiten der Burgersieuer. Neue Verhandlungen der Arbeiierverireter mii Dietrich. lieber die Abstellung der unerträglichen Härten, die bei der Er- hebuog der Bürgersteuer und infolge der Aushebung der Lohnsteuererstattungeu entstanden sind, fand am Dienstag eine Besprechung zwischen Reichssinanzminister Dietrich, den Reichstagsabgeordneteo Dr. Hertz(Soz.), Ersing(3.) und Gerig lZ.), den Bertrelern des ADGB� des AfA-Buudes und der übrigen gewcrtschafllichen Spihenoerbände eine längere Besprechung stakt. Die Bertreler der Parteien und der Gewerkschaften brachten noch einmal die ungeheuerlichen unsozialen Folgen der Bürgersteuer und der Aufhebung der Lohnsteuecerskallungen zur Sprache. Bei der Bürger st euer haben sich diese Härten vor allem bei den Kurzarbeitern ergeben, die in sehr vielen Fällen weniger verdienen als die Arebitslosenunterstützung beträgt, deren Lohn ja sogar oftmals unter die Richtsätze der Wohlsahrteunter. stützung sinkt An Hand vieler Einzelbeispiele wurde dem Minister j nachgewiesen, daß bei sehr vielen Kurzarbeitern die heutige Form der Bürgersteuererhebung dahin führt, daß ein Lohnempfänger erst Bürgersteuer zahlen muß und nachher noch eine Unterstützung von der Gemeinde erhalten muh, weil er weniger verdient als die Wohlsahrtsunterstützung ausmacht. Gegenüber diesem widersinnigen Rechtszustand haben schon viele Gemeinden den Weg der Selbsthilfe beschritten und durch Vereinbarung mit den Arbeitgebern oder durch öffentlich« Bekanntmachung festgelegt, daß in allen Fällen keine Bürgersteuer gezahlt zu werden braucht, in denen das Ein» kommen die Richtsätze der Wohlfahrtspflege nicht überschreitet. Ebenso unerträglich ist die Härte, die sich bei den Kurzarbeitern ergibt, die zwar mehr als die Richtsätze verdienen aber weniger, als die Freibeträge der Lohnsteuer ausmachen. Zwar gibt es in der Bürgersteueroer ordnung die Borschrist, daß lohnsteuersreie Arbeitnehmer nur den halben Bürgersteuersatz zu zahlen haben. Aber maßgebend für die Anwendung dieser Vor» schrift ist nicht das gegenwärtige Einkommen, sondern das Ein- kommen im Jahre 1930! Die Forderungen d« Sozialdemokratie. des Zentrums und der gewerkschaftlichen Spitzenverbände zur Bürgersteuer gingen daher in zwei Richtungen: 1. v o l l« B e- f r e i u n g aller Lohn- und Gehaltsempfänger, die infolge Kurz- arbeit oder aus anderen Gründen weniger verdienen, als die Richt- sütze der Wohlfahrtspflege betragen. 2. Ermäßigung der Bürger st euer auf die Hälfte bei ollen Lohnsteuersreien, wobei das Einkommen zur Zeit der Zahlung der Bllrgerfteuer und nicht das Einkommen von 1939 zugrundegelegt wird. Reichsfinanzminister Dietrich erkannte die Berechtigung der beiden Forderungen an und sagte zu: L Wegen der Befreiung der Einkommen unter den Wohlfahrts- sähen eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Reichs- finanzministerium und dem Deutschen Städtetag, sowie den übrigen kommunalen Spitzenverbänden herbeizuführen, 2. spälesteos vom 24. Februar ab bei allen lohustenerfreien Arbeitnehmern nur noch den halben Satz der Bürgersteuer zu erheben. Die erforderlichen neuen Durchsührungbestimmungen sollen sofort im Reichsfinanz- Ministerium ausgearbeitet und bereits in den nächsten Tagen dem Reichsrat zur Verabschiedung vorgelegt werden. In der Frage der Lohn st euerer st attungen wurde von den Partei- und Gewerkschaftsvertretern grundsätzlich die Forderung erhoben, sämtliche Er st attungen wieder einzuführen. Es wurde aber anerkannt, daß aus technischen und finanziellen Gründen die Durchführung dieser Forderung im vollen Umfang im Augenblick nicht mehr möglich ist. Wenn aber schon die Erstattungen aus Rechtsgründen wegen Verdienstausfall nicht sofort wieder ein- geführt werden könnten, müßten auf alle Fälle die Erstat- tungen aus Dilligkeitsgründen auf Grund des Z 131 der Reichsabgabenordnung wieder in Kraft gesetzt werden. Dieser Billigkeitsparagraph steht den Lohnsteuerzahlern ebenso zu wie den Besitzsteuerzahlern. Es gibt daher nur zwei Wege, entweder die An- wendung dieses Paragraphen allgemein für Besitzende und Lohn- und Gehaltsempfänger aufzuheben, oder ihn aber bei beiden Kate- gorien von Steuerpflichtigen gleichmäßig durchzuführen. Gerade die Beseitigung dieser Erstattungen aus Billigkeitsgründen hat zu de- sonders rigorosen Härten geführt, wie von den Vertretern der Lohn- und Gehaltsempfänger unter Hinweis auf viele Einzel- beispiele nachgewiesen wurde. Der Reichsfinanzminister wies darauf hin. daß die BZiedereiusühmug der Erstattungen aus Billigte' tsgrüuden einen großen Mehraufwand verursachen und die Gemeinden, insbesondere aber die Finanzierung' der Wohlsahrtsunterstützung in neue Schwierigkeiten bringen würde. Er hielt es daher im Augen- blick nicht für vertretbar, dieser Forderung zu entsprechen, sagte aber eine nochmalige abschließende Prüfung zu. Eine Sonderreglung soll für diesenigen unständigen Ar- beiter angestrebt werde», die nur wenige Tage in 0er Woche Arbeit haben und Lohnsteuer zahlen müssen, obglelch ihr« Löhne die Freibeträge bei der Lohnsteuer bei weitem nicht erreichen. Nach dem Vorlild des Verfahrens bei den Hamburger Hafenarbeitern soll auch für die anderen unständigen Arbeiter versucht werden, ein Abzugsverfahren durchzuführen, das in Zupunft die Ueberzahlung von Lohnsteuer nach Möglichkeit ausschließt. Die Sozialdemokratie hat sich ihre Stellungnahme zu den Vor- schlagen des Reichsfinanzministers wegen der Lohnsteu-ererstattungen vorbehalten. Sie wird den Kampf um die Wiederherstellung der Erstattungen mit aller Energie fortsetzen. Bei aller Anerkennung der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinden muß eine steuer- liehe Härte beseitigt werden, die in sehr vielen Fällen gerade die Gemeinden zu erhöhten Wohlfahrtsleistungen zwingt. ÄDG. muH weiter spare«. Voranschlag ergibt vefizit von 4 Millionen. Zu der Aufsichlsratsfltzuug der Berliner Berkehrsgesellschast wurde der Boranschlag für das Rechnungsjahr 1932 berate». Dabei ergab sich, daß eine Uebereiastimmung zwischen der E'nuahmcn- und der Ausgabeuseite nicht zu erzielen war und sich ein Defizit von 3930 009 M. zeigte. Alan glaubt, einen Ausgleich für diese Summe durch neue Interne Sparmaßnahmen schassen zu köuueu. BNx uns versichert w'rd, kommt ein Abbau von Arbeltern und Angestellten dabei nicht in Frage. Ebenso ist au eine neue Einschränkung des Berkehrs nicht zu denken. Neben Ersparnissen im technischen Betrieb will man die söge- nannten Doppeloerdiener veranlassen, für eim'ge Zeit ihren Dienst aufzugeben, ohne daß damit das Dienstverhältnis selbst ge- löst wird. Es soll sich dabei nur um Doppelverdiener mit erheb- lichen Nebeneinkünften handeln. Jeder Fall soll individuell be- sonder- entschieden werden, und zu diesem Zweck liegen aus den Betrieb-stellen Fragebogen aus, die von den Arbeitern und Angestellten ausgefüllt werden müssen. Kontrolle der„Konds". Nebengelder in Neichssministerien. In früheren Jahren war es üblich, daß in den einzelnen Reichsmini st erien die sogenannten Fonds als Sammeltitel für bestimmte Aufgaben ohne jede Kenntnisgabe an das Parlament bewirtschaftet wurden. Mitunter gab es zwar eine Aus- kunft bei gelegentlichen Anfragen oder bei Anträgen auf Bewilligun- gen solcher Mittel, aber eine laufende Beobachtung der Fondsbewirt- ichaflung durch den Reichstag war nicht üblich. Seicher ist immer mehr die Praxis eingeführt worden, daß die Ministerien in bestimm- ten Zwischenräumen an den Haushaltsausschuß über die Verwendung der Mittel zu berichten haben. Verschiedene solcher Berichte über die Fondsbewtrtschaftung des Reichsernährungsministeriums standen auf der heutigen Tagesord» nung des Hausholtsausschusses. Dabei handelte es sich zuerst um die Verwendung 0er Gewinne aus der Tätigkeit des Maismonopols. Hierbei wird die Verteilung der Maisbezugs. scheine an die Eierproduzenten nach wie vor in der Oeffent- lichkeft alz außerordentlich strittig betrachtet. Beoenklich ist aber auch, daß solche Zweckmittel durch besondere Gesellschaften verwaltet werden, bei denen dann häufig sehr großzügig mit den Reichsein- nahmen verfahren wirb. Die Regierungsvertreter versuchten nachzuweisen, daß ihr Verfahren das richtige sei, denn seit der Wirkung des Maismonopols sei ein ständiger Rückgang der Einfuhr dieses Futtermittels und dafür eine ständig zunehmende Verfütterung inländischer Futtermittel zu verzeichnen. Der Ausschuß nahm diesen Bericht und einige andere Vorlagen zur Kenntnis und beschloß, morgen Im besonderen zwei Denkschriften des Reichsfinanzministeriums über die vom Reiche ge- gebenen Bürgschafte-n und Garantien, sowie über die Reichsbeteiligungen zu beraten. Nationalsozialistische Märtyrer. Oer erfundene tleberfall: Ein Kampf mit Zuhältern. Köln. 3. Februar.(Eigenbericht.) In großer Aufmachung berichtet das Kölner Naziblatt am Montag von einem UebersallaufSS-Leute. die„marxisti- stischem Mördergesindel" zum Opfer gefallen seien. In der Nacht zum Montag seien fünf Nationalsozialisten, als sie aus einem Restaurant in der Altstadt herausgekommen seien, von einer großen Uebermacht überfalle« und fürchterlich zugerichtet worden. Ein SS.-Mann habe einen fürchterlichen Schlag mit einer Eisenftange auf den Kopf erhalten, daß er einen schweren Schädelbruch davon- getragen habe. Außerdem habe er' mehrere Stiche in die Hand e» halten. Ein anderer SS.-Mann sei mit einem französischen Bajonett mit solcher Wucht in den Leib gestochen worden, daß die Spitze des Mordinstruments auf der Brust wieder herausgetreten sei. Ein anderer Nazi sei durch Stiche leichter verletzt worden. Wie die Kölner Polizei dazu erklärt, ist das„Restaurant in der Altstadt" ein Bordell. Die Nazis, darunter ein Chauffeur des Naziblattes haben hier eine dicke Zeche gemacht und der Liebe gehuldigt. Als sie nicht bezahlten, haben die Zuhälter der Dirnen den Anhängern des„Dritten Reichs" handgreiflich klar gemacht, daß es Zechen und Lieben in einem Bordell auch für Nazis nicht kostenlos gibt. Sie haben die Nazis mit Bierflaschen und Messern bearbeitet. Der Ueberfall ist also eine Sauf- und Bordellangelegenheit mit nachfolgender Schlägerei. Dennoch macht die Nazipresse daraus einen Ueberfall durch„Marxisten"! (Selbstmord eines Neichswehr-Goldaten Erschießt sich auf offener Straße. G l o g a u. 3. Februar. Am Blittwochftüh hak sich der Obergesreite S kann iget des tu Glogou in Garnison liegenden zweiten Bataillons des 9. preußischen Zufankerieregtments auf offener Straße erschossen.' Nätselhaste Funde von M 2. Suche auf dem Meeresgrunde erfolglos. Caodon. 3. Februar. Der Srsie Lord der Admiralität gab eine» ausführlichen Bericht über dt« vergeblichen Nachforschungen nach dem ver- uuglückte» Unterseeboot„M 2*. Er teilte dabei mV. daß man die Mütze des Steuermanns, einen Leineufack mit Siguat- flaggen, wie sie von Unterseebooten verwendet werden, sowie de» U»iformtrageu eines Deckofsiziers ans de» Wellen treibend gefunden habe. Diese Funde, so führte er ans. werden noch der Gegenstand eingehender Untersuchungen bilden. Borläufig wolle man abwarten, wie sich die weitere Suche nach dem Unterseeboot gestalte und nichts unternehmen, ehe es nicht geglückt fei, das Unterseeboot zu finden. Erst dann werde es möglich fein, die Ursachen der Katastrophe klarzustellen. NazbNevolverhelö verurieili. Bor dem Schöffengericht in Lichtenberg stand eine politische Schießerei zur Verhandlung, die sich in den ersten Mai- tagsn des vorixen Jahres in Kaulsdorf abspielte. Dort war der Gewerkschastssekretär Ar. von dem nationalsozialistischen Studenten Obst aus Kaulsdorf angegriffen und schwer beleidigt worden. In der folgenden Auseinandersetzung zog ein anderer Nationalsozialist, der 21jährige Erich W a n d r e i aus Mahlsdorf, einen Revolver und gab einen scharfen Schuß ab. Obst, für den sich der Herr Unlversitäls- rechter ein wenig interessieren sollte, wurde zu 29 M. Geldstrafe, der Schütze zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. „Sib" (Hiller bei den Industriellen) Goebbels,„Hinein in die Betriebe!" W»r Industriellen deuten den ,Hib" anders. Zur uns heißt»Hib": Hitler bei uns! GA.-Kaserne geschloffen. Nazi«Waffenlager in Waidmannslust wird ausgehoben. Der poNzelpräsideul hat auf Grund der Drillen Nolverorduuug die Schließung des SA-Heims in Waidmauuslust, Diana- straße LS. angeordnet, in dem bekanntlich vorgestern bei einer Haus- suchung eine Anzahl Hand- und Feuerwasfeu gefunden wurden. Wenn das heim nicht innerhalb von 24 Stunden freiwillig geräumt ist. wird die Schließung zwangsweise durchgeführt. England für Endlösung. London, 3. Februar.(Eigenbericht.) Im Unterhaus erklärt« der Schatzkanzler, daß als Ziel der englischen Politik eine möglichst umfassende und endgültige Regelung der Reparations- und der Kriegsschuld enfrage zu gelten habe. Die Regierung glaube, daß sich dieses Ziel am besten durch die Streichung von Kriegsschulden und Reparationen er» reichen lasse. Die Regierung habe der Verschiebung der Konserenz bis Mai oder Juni zugestimmt, sofern sich herausgestellt habe, daß der Augenblick für die Abhaltung einer solchen Konferenz nicht günstig sei. Der Vorschlag einer oorläufigees Vereinba» r u n g über das am 1. Juli nach Ablauf des Hoooer» Moratorium, beginnende Jahr, der zwischen England und Frankreich diskutiert worden sei, habe keinen Erfolg gehabt. Neue Bluttat in Berlin N. Händler von sechs Mann totgeschlagen. Zwei Morde und zwei schwere Raubüberfäve halten Berlin zur Zeil in Atem und schon kommt die Knude von einer dritten schwere» und furchtbaren Bluttat, die sich am Dlenstagabeud im Norden Berlins auf dem Lagerplatz in der Osteuder Straße 29, an der Ecke der Amrumer Straße abgefpiell hat. Der 27 Zahre alle produklenhändler Willy K i e a a st wurde von sechs Kerlen über- fallen und so übel zugerichtet, daß er bald darauf im Blrchow- Krankenhaus starb. Seine Frau und sein 20 Zahre aller Stiefsohn Günter trugen erhebllche Berlehungen davon: beide liegen zur Zeit vernehmuugsunfähig. mit schweren Kopfwunden, in ihrer Wohnung. Der 39 Zahre alte Kutscher Fritz Krumm- deutsch aus Weißensee. der als Haupttäter und Anführer der Bande ln Frage kommt, konnte inzwischen, ebenso wie seine fünf Komplicen, festgenommen werden. Kienast stand mit Krummdeutsch, mit dem er früher eng befreundet war, in letzter Zeit aus gespanntem Fuße. Eine Schwester des Krummdeutsch war mit Kienast befreundet. KrunnNdeutsch selber war gegen diese Verbindung, denn ein Freund von ihm wollte seine Schwester heiraten. Außerdem spielte Geschäftsneid eine Rolle. So waren die Freunde auseinandergekommen. Am 12. Januar d. I. war es ebenfalls in der Nähe dieses Platzes zwischen Krummdeutsch, seinen Freunden und Kienast und seinem Vater andererseits, zu einer schweren Schlägerei gekommen. Dabei hatte Krummdeutsch eine schwere Kopfverletzung erhalten, so daß er ins Krantnhaus gebracht werden mußte. Seit dieser Zeit hotte sich seine Wut aus Kienast gesteigert. * Das Verbrechen an der 33 Jahre alten Händlerin Cilly Liesker aus der Schloßstraße in Steglitz ist immer noch in Dunkel gehüllt. Heber die Person jenes Mannes, der in dem Flur des Hauses Schloßstr. 9 beobachtet worden war, und nach dem Schuß plötzlich verschwand, besteht noch keine Klarheit. Frau L. lebte aber sehr zurückgezogen. Man kann daher noch nicht mit Gewißheit sagen, ob ihr Ehemann als Täter in Frage kommt. Dieser Mann, mit dem sie sich in Polen verheiratet hatte, ist ein 36 Jahre alter Pole Zachia Hirschkopf, der aus Patschanow stammt. Er hatte an einem Sonnabend im April 1929 die Händlerin Liesker auf dem Wochenmarkt in der Bornstraße in Friedenau überfallen und ihr nicht weniger als zwölf schwere Stichwunden im Hinterkopfe beigebracht. Die Markthändler stürzten sich auf den Rasenden, schlugen ihn zu Boden und übergaben ihn dann der Polizei. Die Verletzte hat fast ein Vierteljahr im Auguste-Viktoria- Krankenhause gelegen. Der Täter wurde als ihr Ehemann Hirsch- köpf festgestellt: er" ist später aus Deutschland ausgewiesen worden. Wahrscheinlich ist er aber doch wieder heimlich über die Grenze nach Deutschland zurückgekommen. Der M o r d an dem SS Jahre alten Gastwirt Karl G r u b e r t hat in der Gegend von Schmöckwitz das größle Aufsehen erregt. Im Laufe des D-enstagnachmtttag und der Nacht zum Mittwoch wurden von den Beamten viele der Polizei gemachte Hinweise so- fort an Ort und Stelle nachgeprüft. Ueber den Kreis, in dem der Täter zu suchen ist. ist man sich noch völlig im Unklaren. Persön- liche Feinde hatte Grubcrt nicht gehabt. Die Leiche des Ermordeten wird im Laufe des heutigen Tages von den Gerichtsärzten obduziert werden. Beamte der Mordkommisston suchen, unterstützt von Schupobeamten und Suchhunden, nochmals den ganzen Wald ab. Wahn und tausch Das Rätsel der Geisteskrankheit Von frühesten Zeiten an hat die Menschheit das Problem des Wahns beschäftigt. Bei allen alten Völkern finden wir tiefsinnige Deutungen dieser seltsamen und schrecklichen Erscheinung der mensch- lichen Seele. Aber wie sehr sich auch die Erklärungsarten im einzelnen unterscheiden mochten, in einem stimmten sie alle überein: daß nämlich der Wahn auf die Einwirkung von Göttern und Dämonen oder andere übernatürliche Wesen zurückginge. Daß es sich dabei um eine Geistes krankheit handle, war der Auffassung der alten Völker ein unbekannter Gedanke. Glaubte man nun die Wirkung eines göttlichen Wesens im Reden und Handeln des geistig Annormalen zu erkennen, so wurde ein solcher Wahn dem- entsprechend als ein Geschenk und eine Gnade der Götter angesehen, und alle seine Aeußerungen galten als Weissagung und Weisheit. Der Wahn war dann mit dem Rausch oerwandt, und im Rausch, so heißt es ja bei Plato, ist allein alles Göttliche und Große ge- boren. Die Religionen stammen zweifellos alle aus solchen über- natürlich wirkenden Rausch- oder Wahnzuständen. Wenn die Pythia im alten Griechenland, in Dämmerzustand durch Nebel versetzt, die aus einer Felsspalte stiegen, dunkle Worte äußerte, so reimte man sie sich zu einer Weissagung zusammen, und es ist immerhin er- staunlich, wie oft diese Prophezeihungen das Schicksal der Griechen in sinnvoller Weise beeinflußt haben. Aehnliche Erscheinungen haben wir bei den Weissagungen, die die Priester primitiver Stämme in der Verzückung ausstoßen, wie sich derartiges bei allen Naturvölkern findet. War dagegen ein böser Geist in den Menschen gefahren, so war alles das. was er sagte und tat, von diesem eingegeben, und hierfür gab es dann auch etwas wie eine Therapie, eine Hetlnrethode, nämlich die Austreibung des bösen Geistes aus dem Körper bes Behafteten. Die moderne Wissenschaft kann nun freilich mit dieser religiösen Auffassung des Wahns nichts mehr anfangen. Sie versucht die Phänomene in grundsätzlich anderer Weis« zu erfassen. Für sie sind sie Krankheitserscheinungen der Seele, vielleicht auch des Ge- Hirns. Aber wenn hierüber auch Einigkeit herrscht, so sind die Wege, die die moderne Wissenschast zur Erforschung der Geistes- krankheiten eingeschlagen hat, höchst verschiedene. Während ein Teil der Psychvpathologen daran festhält, daß alles geistig Wnorme nur Ausfluß eines kranken Organismus ist und von der Erforschung der physischen Krankheitsursachen auch alle Erklärung der Wahn- blldungen erwartet, ist sich ein immer größer werdender Teil der Forscher darüber klar geworden, daß alles Wesentliche dabei doch nur in einer Erkrankung der Psyche gesehen werden kann. Diese Krankheitsursachen seelischer Art und ihre Folgen sucht dieser Teil der Forscher durch eingehende Analyse der Menschenseel« bis in ihre Tiefen zu klären. Aber hier sind eben die Wege der Erklärung denkbar»er- schiedene. Die im Vordergrund des Interesses stehenden Lehrsysteme der Psychologie haben naturgemäß versucht, ihre Hauptprinzipien auch auf das Gebiet der Psychopathologie anzuwenden. So hat die Psychoanalyse Freuds und seiner Schüler, dieser Lehre entsprechend, mehr oder minder alles geistig Kranke durch Zurück- führung auf sexuelle Momente zu erklären versucht. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß diese Deutung außerhalb des engsten Kreises der Psychoanalyse kaum Anhänger gefunden hat... Es ist zu offensichtlich, daß hier Konstruktionen gemacht werden, die mit der Wirklichkest höchstens m gewissen Fällen etwas zu tun haben. Und nicht anders steht es mit der Deutung, die jene andere bekannte Lehre unserer Zeit versucht hat: die Individual» Psychologie Alfred Adlers, deren Deutung nämlich, alle Geisteskrankheiten als Störungen des Selbstgefühls, also aus Minderwertigkeitsgefühl, zu erklären, erfaßt ebenfalls höchstens einen Teil der Erscheinungen und häuft im übrigen gleichfalls nur Konstruktion auf Konstruktion. Ein sehr interessanter Erklärungsversuch liegt in der Auffassung des deutschen Psychiaters Storch vor. Er glaubte, enge Be- Ziehungen zwischen dem Denken der Geisteskranken unserer Kultur und dem normalen Denken bei den wilden Völkern zu finden. Dies Denken zeichnet sich aus durch einen eigentümlichen und tief- gehenden Mangel an Objektwität, in dem alles nur nach seinem Werte für den Menschen beurteill wird.— So ist z B der„See", der ein„Menschenopfer" fordert, persönlich der Urheber dieses Un- glücks, und die Folge ist dann etwa, daß zu seiner Beschwichtigung ein neues Menschenopfer gebracht werden muß. Auf dieser Denkart beruhen ja alle jene oft so seltsamen Kulte der primitiven Völker, von denen uns Völkerpsychologie und Ethnologie, aber auch Sage und Märchen berichten. Ein ähnlich übertriebenes subjektives Denken glaubte also Storch bei unseren Geisteskranken zu finden und nahm an, daß Geisteskrankhest überhaupt nichts anderes als ein Durch- bruch atavistischen Denkens durch die heute normale Denkschicht sei. Aber auch diese Theorie ist zu geistreich, um wahr zu sein. Jedenfalls nähert sich diese Theorie aber in einem Punkte dem entscheidenden Problem der wichtigsten Geisteskrankheit, der Schizo- phrenie, schon erheblich. Es kommt nämlich daraus an, das Denken selbst zu untersuchen, seine Formen, normale und abnorme, nicht aber die Inhalte, die es ausfüllen können. Es ist für den Praktiker zweifellos, daß alle möglichen Gefühle und Affekte die Inhalte von Geistesktankheüen sein können, nicht nur also etwa Sexualität oder Minderwertigkeitsgefühl, sondern jedes andere Motiv, das denkbar ist, z. B. auch ganz äußerlich begründete Momente, wie sie in der Haftpsychose Gefangener oder in der Rentenneurose bei enttäuschten pekuniären Ansprüchen zum Ausdruck kommen. Mehrere neuere Forscher haben nun mit Nachdruck auf dies Hauptproblem des Wahns hingewiesen, das eben ausschließlich im kranken Denken selbst liegt. Es wird durch ein Grundphänomen bestimmt, das in de?„Gestimmtheit" zu liegen scheint, einer rätselhaften Wahn- stimmung, in der alle Gegenstände in einem gänzlich neuen Lichte erscheinen. Die Sprache bemüht sich vergeblich, diese Zustände zu formulieren, der Krank« ist dazu unfähig, der Arzt kann sie nicht oerstehen. Da steht etwa die Welt in einem ganz unheimlichen Licht. alles ist schrecklich verzerrt, von allem geht eine tödliche Bedrohung auf das Ich aus. Manchmal aber auch ist alles von einem unfaß- baren Glück erfüllt, das wiederum durch nichts begründet ist und das Subjekt in einen Rausch gottähnlicher Macht und Vollkommen- heit oersetzt. Hieraus entwickeln sich dann die echten Trugwahr- nehmungen, Visionen und Halluzinationen und alle Verirrtheit des Geistes. Das alles ist nach unserem heutigen Wissen unbegreiflich. Wir können uns da nicht mehr einfühlen, wie das bei anderen Arten der Geisteskrankheit noch möglich ist. In jenen Hauptsällen fehll eben gleichsam die Basis jedes Verstehens, die Well jener Kranken ist von Grund auf verändert. Einzelerklärungen nützen nichts mehr, die Zurückführung auf bestimmte Gefühlsinhalte, die solche Weltveränderung mit sich bringen sollen, führt uns in keiner Weife auf den Grund der Erscheinungen. In chrer Not hat hier die Wissenschaft Zufluch zur Physiologie genommen. Man nimmt an, daß diesem Phänomen ein g e st ö r t e r Organismus zugrunde liegt, daß also mit der Aufdeckung der körperlichen Krankheitsursachen auch diese seelischen„Gestimmt- hellen" ihre Ausklärung finden werden. Aber das ist in Wahrheit nichts als ein kümmerlicher Notbehelf. Denn wir wissen gar nichts von solchen körperlichen Ursachen, alles bleibt Hypothese. Es bleibt also dabei, was ein einsichtiger Psychiater, Kronfeld, über lenes Hauptphänomen des Wahns sagt, daß es bei allen Bemühungen der Forscher nur rätselhafter und dunkler geworden sei als zuvor. Dt. A. Loeser. Es wird höchste Zeit! Abbau im Direktorium des Stahltrusts. Wie kürzlich die JG.-Farben-Jndustrie beabsichtigt setzt auch der Rheinisch- westfälische Stahllrust ihren in der Konjunktur auf- geblähten Direktorenapparat abzubauen. Es ist auch höchste Zeit, daß dieser Riesenapparat von 3ö ordentlichen Direktoren und 9 stellvertretenden Direktoren des Vorstandes endlich der um mehr als die Hälfte zusammen- geschrumpfen Betriebs- und Umsatztätigkell des Stahltrustes an- gepaßt wird. Bei der Belegschaft war man in den Betriebe» der vereinigte Stahlwerke 2l.-G. mit dem Abbau sehr schnell bei der Hand. Schon 1939 und auch noch mehr im letzten Jahr hagelte es Entlassungen und Stillegungen, von Ende 1929 bis Ende 1931 Ist die Gesamtbelegschaft des Stahltrusts von fast 174 090 bis auf rund öS 500 Alaun abgebaut worden. Rund 88 500 sind also in den letzten zwei Jahren auf das Pflaster geworfen worden. Bei den hohen Posten aber, deren Gehäller am stärksten zu Buche schlagen, hat der Aufsichtsrat trotz-der Beschästigungsloflgkeit im Betrieb und Büro einen Abbau für überflüssig geHallen, denn von den 46 Direktoren, die im Konjunkturjahr 1929 das Derwal- tungsgebäude des Stahloereins bevölkerten, haben bis jetzt 44 Herren ihre Stellung hallen können. Man wird abwarten müssen, ob der Aufstchtsrvt des Stahloereins sich jetzt wirklich zu einer durch- greisenden Reform im Direktorium entschließen wird. Sterilisation flrasfrei. Delikt Körperverletzung vor dem Strasrechtsausschuß. Im Strafrechtsausschuß des Reichstags entspann sich dieser Tage eine längere Aussprache über die Straftreihell für Körperverletzungen mit Einwilligung des Ver- letzten, sosern sie nicht trotzdem wider die guten Sitten ver- stoßen. Hierzu gehören u. a. Behandlungen ourch Kurpfuscher und Zweikampf. Oberreichsanwalt i. R. Ebermayer führte dazu aus: Es er- scheint dringend nötig, den§ 264 wieder aufzunehmen. Zunächst wird damtt die bisher viel umstrittene Frage, wie well die Einwilli- gung des Verletzten die Rechtswidrigtell der Körperverletzung zu beselligen vermag, gelöst. Bisher wird ja überwiegend angenommen, daß die Einwilligung nur bei laichten Körperverletzungen die Rechtswidrigkell beseitige.— Vor allem aber erscheint§ 264 nötig, um in der Frage der Sterllisierung Klarhell zu schaffen. Gegenwärtig ist der Rechlszusland der. daß Sterilisierung aus sozialer oder eogemscher Indikation strafbar ist. auch wenn sie mit Einwilligung geschieht. Es gibt aber Fälle, in denen eine Sterilisiernng aus sozialer Indikation gerechtfertigt sein kann und daß deshalb die Möglichkeit geschaffen werden muß. solche Sterilisierung mit Einwilligung vorzunehmen. Zwangssterilisierung lehnt der Redner ab, auch das Abkommen, das man zuwellen mll Gefangenen trifft, in dem man ihnen Entlassung verfpsicht, wenn sie sich sterilisieren lassen. Abg. Dr. Mose»(Soz.) wies daraus hin, daß Adolf Hitler sehr energisch für die Sterllisierung eintrete, damit die Veredelung des Volkes nicht durch die Abkommen von sozial minderwertigen Menschen gehindert werde. Auch andere Nationalsozialisten treten dafür ein. So verlange man eine alljährliche Gesundheitskontrolle sämtlicher Männer und Frauen. Durch eine solche Art sogenannter wissenschafllicher Forschung werde denjenigen, die sich mll Fragen der Eugenik beschäftigen, geradezu die Möglichkeit genommen, auf dem Gebiete der Eugenik etwas Fortschrittliches im Strafgesetz zu unternehmen. Die Aerztekommission habe sich mll dem Paragraphen 264 in der vorliegende« Fassung einverstanden erklärt. K 284 wurde in folgender Fassung angenommen: .wer eine Körperverletzung mll Einwilligung des verletzten vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tal trotzdem gegen die guten Sitten verstößt." Für diese Fassung stimmten die Sozialdemokraten, die Staats- parte! und die Deutsche Poltspariei, dagegen das Zentrum, die Bayerische Volkspartei, der Bayerische Bauernbuill» und die Christ- lichsozialen. Der Stimme enthielten sich die Kommunisten, die eine bedingungslose Strasfreihell verlangten. Schutz der Kinder vor Mißhandlungen. Es folgte die Beratung der§§ 26S und 26S a, welch« die Körperverletzung an Kindern, Jugendlichen oder Wehrlosen sowie die Ge- fährdung der Gesundhell behanLeln. In der Debatte kam zum Ausdruck, daß der Begriff„grau- s a m oder boshaft" zu eng gefaßt sei. Es gebe vielerlei Ber- Haltungsarten, die den Rahmen des Züchtigungsrechts in unzu- lässiger Weise überschrellen und den Kindern schwere Leiden zu- fügen, die zwar grausam oder boshaft sein können, aber es nicht immer sein müssen, sondern nur als roh zu bezeichnen sind. Ge- rave solche rohen Züchtigungen sind geeignet, die Kinder scheu, ver- legen und trotzig zu machen. Sie sind nicht selten der Ausgangs- punkt fugendücher Entgleisungen und können die ganze Jugend ent- wicklung dauernd schädigen. Auch wurde mll allem Nachdruck dar- auf hingewiesen, wie unzureichend ein Gesetz sei, daß die Bestra- fung seelischer Mißhandlungen ausschließt, die sich z. B. in unablässigen und ausgesuchten seelischen Quälereien, verächtlicher Behandlung. Zwang zu demütigender oder Ekel erregender Tätig- keit äußern. Hierzu gehören auch die Fälle, in denen Vater oder Muller die Kinder absichtlich ständig durch Drohungen in Furcht und Schrecken hallen, sie nachts auf den Boden sperren usw. Gerade diese Behandlung hat oft viel längere, zum Teil unverwischbare Folgen für die Kinder: sie oerhindert, daß dtese jemals zu tat- kräftigen, normal empfindenden oder handelnden Menschen werden. Gerichtsärzte haben auch festgestellt, daß manche schwere Verbrechen aus derartige tiefe seetische Traumata zurückzuführen sind. Auch wurde bemängelt, daß der Täterkreis zu eng gezogen sei. Es fehlen in ihm diejenigen Personen, die eine durch Dienst- ofler Arbeitsverhältnis begründete Athängigkell in unzulässiger Weise ausnutzen. Ja der Abstimmung wurden die§8 265 und 265 a unverändert iuuf) der Vorlage angenommen. Mll der Mehrheit der sozialdemokratischen und kommunistischen Stimmen wurde alsdann§ 266 gestrichen, der gelautet hat:„Wer sich an einer Schlägerei oder an einem Angriff mehrerer beteiligt. wird schon wegen dieser Beteiligung mit Gefängnis bis zu 3 Iahren bestraft, wenn die Schlägerei oder der Angriff den Tod eines Men> schen oder eine schwere Körperverletzung verursacht. Wer ohne sein Verschulden hineingezogen worden ist, sst straffrei." Die Linke befürchtete, daß dieser Paragraph zu politischen Der- folgungen ausgenutzt werden könnte. Da Gesaudtschaftsrot für landwirtschaftlich- Aageleoenhellen an der schwedischen Gesandtschaft in Berlin, Gustaf Leus- o e n, ist Dienstag abend nach längerer, schwerer Krankhell im Slisabeth-Krankenhau- gestorben. l Oos erste„Riesen-Kernseh-Theater". Sine Zentralbühne für 100 Theater. Das Fernsehtheater hat in Amerika schon größere Fortschritte gemacht, als man in Europa weiß. Test einiger Zell gibt es in New York schon eine Art von ständigem Fernsehtheater. Das „Broadway-Theater" bringt nämlich ständig Vorführungen, die nicht auf der Bühne, sondern nur aus der Leinwand erscheinen. Es sind aber nicht Filme, die hier gezeigt werden, sondern regelrechte Theaterstücke und Operetten. Die Künstler befinden sich in einem Senderaum, und mll Hilfe einer Fernseheinrichtung werden die Bilder auf den Schirm im Theater übertragen, in gleicher Werse werden verschiedene Theaterstücke gezeigt. Es ist selbswerständlich, daß Wort und Gesang vollkommen synchronisiert übertragen werden können, denn die Technik ist auf diesem Gebiete bereits sehr fortgeschritten. Schwierigkellen machten bisher nur die Bilder, denn es mußten sehr viele Blickpunkte verwendet werden, um die Bilder in völliger Klarhell zu bringen. Mll Hilfe der kurzen Welle ist es möglich geworden, derartige Theatervorstellungen mll Hilfe von Fernseheinrichtungen zu bringen. Der Erfolg war über Erwarten gut, wenn auch die technisch« Durchführung noch zu wünschen übrig ließ. Nun will man einen weiteren Schritt auf diesem Gebiete machen. Ein Funkingenieur H. W. G e r n s b a ck ist nämlich auf den Gedanken gekommen, diese Emrichtung zum Ausbau eines Riesenfernsehtonzerns zu verwenden. Da Theaterstücke durch Fern- seheinrichtung übertragen werden können, erklärte er in einem Be- richt an die Telefon«-Co. es für«ine Verschwendung, wenn man die großen Auswendungen der Inszenierung eines Theaterstücke«, einer Oper oder einer Operette nur für eine einzige Sendung mach«, die eine Rentabllllät des Unternehmens nicht immer gewährleistet. Ebensogut, wie man ein Theater anschließen kann, kann man 100 Theater durch Fernseheinrichtungen mll der zentralen Sende- bühne verbinden und auf diese Wesse die Gewinne erheblich steigern. Durch die großen Einnahmen, die aus einem derartigen riesigen Fernsehtheater erzielt werden können, hat man die Möglichkell, die hervorragendsten Künstler zu verwenden und Sendungen zu liefern, die an Kunstwert von keinem anderen Theater der Welt Lbertroffen werden. Zuerst wurde aus Veranlassung von Gernsback ein Versuch mll zwei Theatern gemacht. Es zeigte sich, daß ein Erfolg in künstlerischer und wirtschafllicher Art zu oerzeichnen war. Jetzt will man daran gehen, in ganz Amerika zahlreiche leerstehende Theater, Säle oder andere Gebäude zu mieten, die sich für Fernsehtheater eignen. Ein neues Gemeiaschaslswert von hmdemith und Lena. Nach dem außerordentlichen Erfolg ihres Oratoriums„Das Unaufhör- lich«" find Paul Hindemllh und der soeben in die Dichterakademie gewählte Gottfried Ben» gegenwärtig mit einem neuen Gemein- schaftswerk beschäftigt. Der Tllel des Oratoriums ist jedoch noch nicht feststehend. Oer„Rundstrahler". Beim Senden von Rundfunkdarbietungen kommt es vor allem darauf an, eine möglichst gleichmäßige Verteilung der ausgesandten Wellen nach allen Sellen zu bekommen, damit die Sender möglichst überall im Sendebezllk gleichmäßig gut gehört werden können. Bei dem deutschen Weltrundfunksender in Königswusterhausen, der be- kanntlich mll Kurzwellen arbellet, war bisher mit einer senkrecht hochgeführten Antenne gearbellet worden, da mll einer solchen Anordnung die Forderung einer gleichmäßigen Ausstrahlung der Wellen sehr gut erfüllt wird- Der Nachteil der bisher üblichen Methode liegt aber darin, daß auf diese Weise ein großer Teil der Sendeenergie verloren geht— die Strahlung geht nämlich zum großen Teil stell nach oben und wird erst von der leitenden Lust- schicht(der Heaviside-Schicht) zurückgeworfen: die Wellen erreichen also den Empfangsort«sst nach einem beträchtlichen Umweg. Vor kurzem hat man nun in Königswusterhausen eine neuartige Sende- antenne errichtet, die diesen Nachteil vermeidet: sie besteht aus einer Anzahl übereinander angeordneter Antennen in quadratischer Form, die nicht senkrecht, sondern waagerecht liegen. Auf diese Weise ist erreicht worden, daß die gleichmäßige Ausstrahlung der Wellen nach allen Sellen ebensogut wie bei der bisherigen Antenne bleibt. die ungünstige Strahlung nach oben wird aber weitgehend auf- gehoben. Mll Hilfe dieser neuesten Antennenanordnung hofft man, wie Ing. Hirsch von der Telefunken-Gesellschaft kürzlich mitteilte, einen achtfach stärkeren Empfang der Darbietungen des Well- rundsunkfenders zu erreichen! Eine Reichsgedenkfeier für Friedrich Frobel wird vom chürin- gsschen Staatsministerium in Verbindung mll der Stadt Blanken- bürg in deren Fröbelhaus zum 150. Geburtstag des großen Päd- agogen vom 29. März bis 2. April veranstaltet. kullvrsegen de» Krieges. Während der Kämpfe in ö ch a p e> ist die berühmte Bibliothek der Commercial Preß Vereinigung, ine über eine Million chinesischer und ausländischer Bücher sowie zcch!- reiche wertvolle Urkunden, Handschriften und Erstausgaben enthielt. vollkommen vernichtet worden. I» der Pihchoauelhtischeu Seselsschast spricht Freitag, 8 Uhr, im Breit- kopj-saal(Steglitzer Str. 83) Dr. Siegfried Berufeld über„Freud als Kulturphilosoph. Di« Uraufsühruug von Kurt Weill» Oper„Die B ü r aiÄ a i t" sindet in der Städtischen Oper in der ersten Hälfte des März statt. „Schiidm>a"l>on Siegfried Neumann wird von der Spielgcmein- schast Berliner Schauspieler ab 4 Februar täglich 8 Uhr im Äomödienhans in den Spielplan wieder aufgenommen I« V. Souzert der Bollsbühne:„Erster Tag im St a r n« v a l". Sonntagmittag llV6 Uhr im Theater am Bülowplatz gelangen Walzer von Snpps, Johann Strang und Offenbach sowie Strawinskvs Pulcmella Suite zur Auffuhrung. Der«tademieball. jtutteldaddeldu marschiert", der am 6. Februar in den StaatZschnlen für freie und angewandt« Kunst statt- ftndet, wird am 18. Februar wiederholt. I« Kaifer.Zriedrich.Mufeum(Eingangsraum 3) veranstaltet die Abteilung der christlichen Bildwerke von letzt an eine Anzahl kleiner Aus- pellungen aus eigene« Bestände», die etwa alle zwei Monate wechseln sollen. „Ein Nazi gehi zur RGO." Llnd jeht„berichtigt" er. Zu dem unter dieser Ueberschrift im„Abend" vom 23. Januar .veröffentlichten Bericht vom Arbeitsgeridjt erhalten wir von cherbert Vieth eine„B e r i ch t i g u n g", worin er behauptet, er sei noch nie Nationalsozialist gewesen, er habe auch nicht mit dem Inspektor Aanitz gemeinsam eine nationalsozialistische zlandidatenlistc zur Betriebsrätcwahl aufgestellt, er habe vielmehr die Absicht des Inspektors, eine solche Liste aufzustellen, in einer Betriebsrätevcr- sammlung aus das schärfste gegeißelt. Diese„Berichtigung" sagt direkt das Gegenteil von dem, was Vieth vor dem Arbeitsgericht ausführlich erzählt hat. Er sagte nämlich, Inspektor Kanitz habe mit ihm längere Zeit freundschaftlich verkehrt zun? Zweck der Aufstellung einer nationalsozialistischen Kandidatenliste, auch habe der Jitspektor von ihm die Angabe der Namen linksgerichteter Kollegen gefordert. Der freundschaft- liche Verkehr ist nach Vieths Angabe so weit gegangen, daß der Inspektor Vieths Frau zu einem heimlichen Beisammen- sein in einem Hotelzimmer habe bewegen wollen. Daß Vieth in der Betriebsräteocrsammlung gegen die Auf- stellung einer nationalsozialistische» Liste gesprochen hat, hat er vor dem Arbeitsgericht n i ch t g e s a g t. Es kann schon richtig sein, daß er durch eine solche Rede den Befähigungsnachweis für die von ihm erstrebte RGO.-Kandidatur erbracht hat. Sollte es zutreffen, daß Viech nie Nationalsozialist war, dann hat er durch seinen Verkehr mit dem nationalsozialistischen Jnspekwr und die Besprechungen über die Aufftellung einer nationalsoziali- stischen Kandidatenliste eine sehr zweideutige Rolle ge- spielt. Es wird weiter entlassen. Castrop-Rauxel. Z. Februar. Auf Antrag der Klöckncr-Rlerke wird am 15. Februar die Schachlaulage 1/2 der Zeche Viktoria stillgelegt. Etwa SM Arbeiter und 40 Angestellte werden zum Stcmpelholen ge- zwungen. Oer Kamps in Schweden beendet. Stockholm, 3. Februar. Der große Kampf in der schwedischen Metall- und Hütten- Industrie, von dem etwa 9l> 000 Arbeiter betroffen wurden, ist nunmehr beigelegt worden. Unternehmer und Arbeiter nahmen am Dienstagabend den Vorschlag des Regierungsausschusses zur Schlichtung des Streites an. Die Arbeit wird sofort wieder auf- genommen werde». Im Trierer Grenzbezirk. Rückstrom aus Luxemburg und Elsaß-Lothringen. Trier. 3. Februar. In letzter Zeit sind alle bisher noch in Luxemburg und Elsaß- Lothringen beschästigten Arbeiter aus dem Grenzland- gebiet des Trierer Bezirks entlassen worden. Besonders die Firma de Wendel in Klein-Rosseln in Lochringen hat umfassende Abbaumaßnahmen vorgenommen und sogar diejenigen Bergleute entlassen, die fünfundzwanzig und mehr Jahre bei der Firma beschäftigt waren. Während im iibrigcn Rcich durchschnittlich ein Viertel der Berufstätigen arbests» los ist, hat im Trierer Grenzbezirk kaum noch ein Zehntel der Arbeiter lohnbringende Arbeit. Kein Vergarbeiterstrelk in Ostoberschlesien. Urabstimmung ergibt große Mehrheit gegen Streik. kallowih, 3. Februar. Die Urabstimmung über di« Frage des Eintritts in den Streik auf den ostoberschlesischen Steinkohlengruben ist in vollem Gange. Soweit bisher bekannt, haben sich die Arbeiter fast überall mit großer Mehrheit gegen den Streik ausgesprochen. Nur auf dem Karnals-Freund-Schacht, der zur Florentinen-Grube in Hohenlinde gehört, und auf der Brade-Grube sind wildeStreiks ausgebrochen. Die Lage im Dombrowaer Revier ist gleichfalls noch ungeklärt, doch dürfte auch dort die Gefahr eines allgemeinen Streiks behoben sein. £ Buch SKud. Schlichler: tDas ividerfpenfligeS'leifch*) Rudolf Schlichters„Das widerspenstige Fleisch" ist ein Selbst- bckanntnis vom Format und höchst ungewöhnlicher Aufrichtigkett: der Vergleich mit Rousseau liegt nahe. Eine derart bis aufs allerletzte ge- trieben« Deutlichkeit in der Schilderung von Lastern, Unappetittich- ketten und„koprologijchen Redensarte»ckst vor dem Ulysies von Joyce wohl noch nicht dagewesen. Man soll daraus keine Sensation machen; es wird Leute geben, die das mit Wonne verschlingen und solche, die es anekelt— das Wesentliche liegt in anderen Dingen. Das Werk des Malers Schlichter hat trotz aller Anzüglichkeiten literari- schen Rang und Ernst. Es führt dank einer scharfen Beobachtungs- gäbe und eines guten Gedächtnisses, dank der Menschenkenntnis und dem„bösen Blick" des Autors, in Tiefen der menschlichen Seele, die sonst nur dem Psychiater so offen liegen. Foul F. Schmidt. ♦) Verlag Ernst Rowohlt-Berlin. 51i f e l d e veranstaltet Freitag, S. Februar, 20 Uhr, in der Turnhalle Bromberger Straße 14 Boxkämpfe, an denen Kämpfer aus den Vereinen Luckenwalde, Tegel, Alt-Wedding und Rosenthal teilnehmen. Im Fliegengewicht wird Thöns-Rosenthal auf den äußerst starken Gloger-L.-F. treffen, der Kampf dürfte mit seinem Siege enden. Im Federgewicht kommen die beiden Besten dos Kreises zusammen, der Ausgang des Kampfes ist völlig un- gewiß, denn beide, Lorke-Luckenwalde und Henn«berg-L.-F. sind zwei ringerfahrene Gegner. Im Leichtgewicht heißt die Paarung Krüger-Rosenthal gegen Manke-L.-F. und Falkenberg-R. gegen Bucza-L.-F. Im Weltergewicht geht es hoch her. Da ist als erstes die Ausscheidung zwischen Molinski und Buchholz, beide von Licbtenberg-Friedrichsfelde, aber mich Zürgiebel-R. gegen Sobke- S.-F. verspricht interessant zu werden. Der Kampf Thomae- Alt-Wedding gegen Preller-L.-F. bürste ebenfalls einen spannenden Verlauf nehmen. Ueberraschungen kann man von Rogge-A.-W. gegen Faulhaber.L..F. und Munter>A.-W. gegen Zeuge-L.-F. er- warten. Im Mittelgewicht kämpfen Gericher-A.-W. und Peter-L.-F. und George-R. gegen Borlik-L.-F. Das Schwergewicht ist durch Rsimers.A.-W. und Iohn-L.-F. vertreten. Die Emtrittspreife be- tragen für Erwerbslose 25 Pf., für andere 50 Pf. Schwimmsest ia Lichtenberg. Am Sonntag, 7. Februar, ver- anstaltet die Gruppe Lichtenberg der„Freien Schwimmer Groß- i Berlin' ihr 5, bundesoffenes S ch w i m m f e st. Diese besonders rührige Gruppe, bei allen Veranstaltungen der Partei und der Gewerkschasten immer stark oertreten, hat es auf ihren Festen stets verstanden, die Gäste voll zufrieden zu stellen. Die überaus zahl- reichen Meldungen der Brudervereinc bürgen für schöne, anregende Kämpfe Aus der Füll« der Staffelkämpfe nennen wir nur die lOXöO-Meter-Kraulstasfel. Hellas, Neukölln, Freiheit und Lichtenberg werden hier um die Plätze ringen, der Ausgang ist völlig offen. In der Bruft-Schwellftaffel 50. 100, 200, 100, 50 Meter, zu der acht Mannschaften gemeldet sind, wird es ganz besonders heiß her- gehen. Nach den augenblicklichen Leistungen der Lichtenberger müßte es zu einem Sieg reichen. Mit ganz besonderer Spannung erwartet man den Ausgang der 4X100-M«ter-Lagenstaffel. Lichtenberg hofft seinen Erfolg vom vorigen Sonntag über Hellas wiederholen zu können. Auch die Jugend wird in vielen Kämpfen ihre Fortschritt« zeigen. Im Iugendwasserball stellt Frankfurt a. d. O. die gegnerische Mannschaft. Ein besonders großes Feld der Betätigung ist wieder den Kindern überlasten worden. Mit Gruppenspringen, Kunstreigen und Stafeflkämpfen werden sie die Gäste erfreuen. Die Reigenmannschaft der Frauen wird mit neuen, besonders schwierigen Bildern das Fest oerschönen. In welchem Maße der Schwimmsport den Körper jung und frisch erhält, werden die alten Herren in der Lagenstaffel beweisen. Das um 15 Uhr beginnende Fest muß jeder Freund des Arbestersports besuchen. Der Eintritts- preis beträgt 0,75 M. Waldlauf im Plänlerwald. Sonntag, 14. Februar, fetzt der VfL. Ostring seine Waldlausserie fort. Um 15 Uhr erfolgt der Start der Sprinter über 1000 Meter. Dann folgen in kurzen Abständen die Sportlerinnen, die Asterssportler, Jugend und SporUer. Start, Ziel und Umkleidelokal ist wieder das alle Eierhäuschen. In der Ausschreibung ist wieder die Waldstafette entHallen, die beim letzten Lauf allgemeinen Anklang fand. Der Wechsel ist dicht am Lokal gelegen, so daß es möglich ist, das Rennen in dauernder Kontroll« zu Hachen. Für die Läufe der Sportlerinnen ist noch größeres Ilster- est« als früher vorhanden, so daß auch hier ein stattliches Fell» am Ablauf fein wird. Für die Langstreckler ist der 600-Meter-Lauf vorgesehen. Den Abschluß der Veranstallung bildet wieder das Beisammensein im„Allen Eierhaus', wozu Gäste und Freunde des Archestersports willkommen sind. Letzte Turnwettkämpfe Gute Leistungen bei guter Disziplin Die in den letzten Tagen abgehallenen Serienwett- k äm p f e der Arbesterturner hatten überall guten Besuch zu ver- zeichnen. Die Leistungen in den verschiedenen Wertungskwssen sind als überaus gut zu bezeichnen. Ja, bei den AUersturnern kann man sogar das Prädikat sehr gut gebrauchen. Wenn man bedenkt, daß beim Bezirk Osten der FTGB. Turner von 51 Jahren noch einen Gerätedurchschnstt von 83 Punkten erreichten, so kann man wirklich von guten Leistungen sprechen. Daß es bei den Kämpfen auch ohne unnötigen Lärm zugehen kann, das konnte die Jugend- Mannschaft des Volkssport Neukölln bei ihrem Kampf gegen Osten beweisen. Während die Wetturner ihre Uebungen machten, turnten die übrigen Jugendlichen umer der Leitung ihres Turnwarts. der aber dafür sorgte, daß die Wetturner nicht gestört wurden. Auch die Altersturner zeigten diese Disziplin. Altcrsturaer Osten gegen Lichtenb«rg. Osten: Pferd 1S9. Barren 147, Steck 132, Gymnastik 30, insgesamt: 448 Punkte. Lichtenberg: Pferd NS, Barren 146, Steck 13g, Gymnastik 30. insgesamt: 434 Punkte. Männer Moabit 2 gegen Mitte 2. Moabit: Pferd 147, Barre» 158, Steck 149, Gymnastik 33, insgesamt: 481 Punkte. Mitte: Pferd 140, Barren 158, Reck 141, Gymnastik 36, insgesamt: 470 Punkte. Frauen ALB. Neukölln gegen Volkssport Reu- kölln. ALB.: Pferd 14Z, Barren 144, Reck 141, Gymnastik 38, insgesamt: 480 Puitkie. Volkssport: Pferd 144, Barren 153, Reck 153. Gymnastik 33, ins» gesamt: 488 Punkte. Jugend Volkssport Reukölln gegen Osten. Bolkssport: Pfeyd 132, Barren 147, Reck 145, Gymnastik 32, insgesamt: 458 Punkte. Osten: Pferd 131, Barren 135, Steck 134, Gymnastik 28. insgesamt: 428 Punkte. 4- „Mehr Disziplin' überschrieben wir Mitte Januar einen Be- richt von einem nicht stattgefundenen Serienwettkampf und meinten damtt, daß die Mannschaften zu den angesetzten Kämpfen auch er- scheinen sollten. Mehr Disziplin müssen wie auch heute wieder sagen. Als sich gestern in der Turnhalle Straßmannstraße eine an- fehnliche Zuschauerzahl eingefunden hatte, die den Kampf der Altersmannschoften Osten gegen Nordring sehen wollten, erschienen die Nordringleut« nicht. Die Lestung der Serienwettkämpfe sollte hier doch etwas mehr durchgreifen, damit solche unangenehmen Fälle unterbleiben. Ganz umsonst sollte man aber gestern doch nicht gekommen sein. Die Mannschaften Ostens zeigten in flotter Folge Gymnastikübungen, die bestimmt anregend auf die Zuschauer wirkten. Wieder ein Bohun(*Iück in Lake Placid— das dritte in kurzer Zeit Nachdem erst vor einigen Tagen einer der beiden sich in Lake Placid zu den Olympischen Winterspielen befindenden deutschen Viererbobs mit Hauptmann Zahn am Steuer verunglückte, ist nun- mehr auch der zweite Viererbob„Deutschland II" unter Führung des Berliners Grau bei einer Traningsfahrt in der Schattenkurve gestürzt. Die Mannschaft wurde schwer verletzt. Die vier Verletzten wurden sofort ins Hospital geschafft. Bei der ärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, daß nur der Deutschamerikaner einigermaßen glimpflich davongekommen war. Bei Brehme und Hopmann wurden Schädelbrüche festgestellt, bei Hopmann außerdem noch ein Bruch des linken Beines, während Grau einen Bruch des rechten Armes und schwere inner« Verletzungen davongetragen hatte. Das ist das dritte Bobunglück innerhalb von drei Wochen. Zuerst sauste in Schreiberhau ein Bob in sausender Fahrt über die Barriere in die Zuschauermenge, tötete zwei Besucher und verletzte mehrere schwer. In Lake Placid haben sich binnen weniger Tage auch zwei Unfälle ereignet. Man sollte doch solche Todesfahrerei nicht mehr zum Sport rechnen. 50 Zentimeter Schnee bei Küzbühel Von der Ortsgruppe Kitzbühel des Touristenvereins„Die Natur- freunde' wird berichtet, daß an der Nordfeite 50 Zentüneter Puwsr- fchnee und an der Südseite Firnschnee liegt. Seit drei Wochen ist ununterbrochen gutes Wetter, die Skiföhre geht bis ins Tal. In dieses Gebiet führt eine S k i f o h r t des Reisebüros Berlin der Naturfreunde. Die Abfahrt erfolgt om 13. Februar nach 20 Uhr. Die Teilnshmsrkosten für diese 14tägige Skireise betragen 142 M.. einschließlich O-Zugf«hrt, voller Verpflegung und Skikursus. Wer sich zu dieser Fahrt melden will, möge dies bis Montag, 8., abends 19 Uhr bei den Berliner Naturfreunden, Johannisstr. 14/15, tun. An diesem Abend findet eine Teilnehmerzusammenkunft statt. Die Einsicht kommt »Rot Sport" in Breslau im Wanken Der Fußballbezirksmeifter des kommunistischen Sport- Verbandes in Breslau hat seinen Uebertritt zum Ar- beiter-Turn- und Sportbund vollzogen. Damit ist „Rot-Sport' einer der spielstärksten und besten Bereine verloren gegangen. Vernunft und ruhige Ueberlegung waren stärker als der Einfluß des kommunistischen Landesleiters. Bereits vor mehreren Wochen zerfiel der Oppvverein Schwarz-Weiß, wobei 26 Mitglieder ihren Uebertritt zum ASB. Wratislawia im Arbeiter-Turn- und Sportbund vollzogen., Ablcnkungsmandver in der DT- Die Lachsen in der„Deutschen Turnerschaft' wollen nicht ohne weiteres das vom bayerischen Turnkreis ausgehend« „freiwillige Pflichtturnjahr' schlucken. Um die Geister zu beschwören, teilt ihnen ihr Kreisblatt„Der Turner aus Sachsen" nnt, daß das„freiwillige Pflichtturnjahr' weiter nichts fei als der Versuch, die Jugend zum regelmäßigen Besuch der Turnstunden anzuhalten. Dieses Ablenkungsmanöver ist zu offensichtlich. Im Programm des Pflichtturnjahres stehen Kleinkaliberschießen, Gelände- lind Feldkunde. Sanitäts. und Rettungsdienst usw. Es bleibt dabei, das Pflichtturnjahr ist eine planmäßige Ausbildung h a l b m i l i- t 2 r> s ch e n Charakters. Carnera-Gfihring Zum Sportpalast-Boxabcnd Am kommenden Freitag wird sich im Sportpalast der„Welt- meister der Ueberfchwergewichtsboxer' Carnera vorstellen, um den schon längst geplanten Kampf mit dem Stuttgarter Ernst G ü h- ring auszutragen. Carnera gewann seinen— natürlich in Amerika geschaffenen— Titel durch einen Knockoutsieg Über den Argentinier Campolo: gegen Sharkey konnte er nichts ausrichten, dieser schickte ihn sogar zu Boden und bewies, daß der Italiener auch sterblich ist. Carnera ist seit einigen Tagen in Berlin, er trainiert in der Sportpalastschule und läßt dabei erkennen, daß er in jeder Be- ziehung Fortschritte gemacht Hot. Trotz seiner schweren Beine folgt er den Gegnern leicht und schnell, er wirkt auch nicht steif, ist beweg- lich und kann mit beiden Händen schwer geben. Wenigstens ini Training, das zwar nie über die wahre Kampfkraft Aufschluß geben kann, besonders, wenn er so schwache Partner hat wie z. B. Diek- mann und Wallner. Was Gühring augenblicklich wert ist, kann man nach den zwei Trainingsrunden mit Grizzo schwer sagen. Es scheint so, als ob der Stuttgarter drüben technisch reifer und offensiver geworden wäre. Das Offensive war bisher nämlich nicht feine stärkste Seile. Man sollte zu diesem Kampf lieber nicht mit hochgespannten Er- Wartungen hingehen. Gühring wird sich dabei mehr auf seine Beine als auf seine Fäuste verlassen: auf einen Fight auf Biegen und Brechen kann er sich mit dem viel zu starken Gegner nicht einlasien. Da würde er bestimmt den kürzeren ziehen. Vielleicht kann Gühring doch mehr, als er gegen Grizzo zeigen konnte, und wenn er dem Riesen zeigen kann, daß es beim Boxen nicht allein auf Gewicht und Kraft ankommt, so wäre das schon ein Erfolg. Es ist noch erforderlich, Carnera darauf hinzuweisen, daß Halten und Schlagen hier nicht erlaubt ist. Er tut das beim Training in ausgiebigem Maße, er sollte es am wenigsten nötig haben, unfair zu fein. Von den normalen Schwergewichtspaarungen interesiiert die Begegnung Störtebecker- Hamburg gegen H o w e r- Köln. Dieser ist ehemaliger Amateurmeister, die Kölner Schule hat sich immer gut bewährt, während aus Hamburg nach nicht viel Ge- schettes gekommen ist. Der Tscheche Hampacher und der Ber- liner Hartkopp stehen sich abermals gegenüber, hoffentlich ist das Ende diesmal klar, damit die 2lngeleg«nheft em- für allemal erledigt ist, auf die niemand neugierig ist. Mft großer Genugtuung ist das Wiedererscheinen Meister Dübbers zu oerzeichnen, der sich mft seinem letzten Kampf gegen Boireau glänzend empfahl. Sein Gegner ist der in Pariser Ringen mehrfach hervorgetretene Ungar S a n d o r, von dem sich die Direktion, laut Waschzettel, einen guten Kamps oerspricht Hassent- lich behält sie recht. Der jetzt auch zum Stall Breitensträter ge- hörende Berliner Mfttelgewichller A n k l a m wird sich mit dem Italiener Merino messen, von dem man noch nicht viel gehört hat, der aber trotzdem nicht schlecht zu setn braucht. Ruderverein Collcgia. Freitag, 5. zum sozialistischen Denken-' und„Begril Februar, 20U Uhr. Dortrag: ' des Marx»»"~ jirnq Uhr, _________.____________________.mus*. Sonnabend, Kastenrüderu, Tieraartenanlaae. Sönntaa, 7. Februar, Waldlauü der Sparte 14 Uhr in der Wuhlheide. Dienstag, 9. Februar, 20 Uhr, Borst-ndssttzung bei Thunak. Zreic Faltbootsahrer Berlin e. B. Gruppe Zivi Zusammenkünfte Donnerstag, 4. Februar, str. 5. Lichthilderoortrag:„Als Arbeiter Vortrag: 20 übe. Grulvve Norden: Willdenow�__ nach Amerika".— Gruppe Südosten: Große Frantfurter Str. 18. „Abamson". Bilder ohne 3Bi mustl.— Gruppe Nordosten.--------„WW.. WWWWW. bootsahrer, die zur Gtlorncn Front stehen, treffen sich Montag, 8. Fe' ---- e Linde", Uferftr. 18. Referenten: Friß Böttcher und Adolf Buü. a-nnbezi-r. Bezrrksverfammluna 4. Februar, im„Fallenstein", ebruar Beretnsverfammlung.— Bezirl Osten. Jugend abteilung: Donnere- tag, 4. Februar, nach dein beim"—---------------- tag i Handballspiel gegen Lichtenberg im Lichtender VfL. vstrlng E.V. Training wieder regelmäßi- von 1911 Uhr ab Schule Lichtenberg. Pariaue. in der Turnhalle. ....... Stadion. elmäßig jeden Dienstag und Frei. 914 Uhr ab Schule Lichtenberg. Pariaue. Zur Vervollständigung der Lpielmannschaften für Handball und Hockey können sich noch Interessenten auf der Halle oder W. �"'"—•— Mitglieder wollen der Halle oder Mitglieder wollen stch zwecks eines gei Lichtenberger Stadion bei W. Traxel melden. Freie Schwimmer Eharlsttcnbr Traxel, stronprinzenstr. 27—28, melden. Die erwerbslosen "' zwecks eines gemeinsamen Bormittagstrainingz im ourg. Heut«, Mittwoch, 20 Uhr, Ranusißung Trainingsabend jeden Donnerstag bei Germar, Saifer-Friedrich-Str. 13. Sport-stegelllub„Frei weg 1925' Seglerheim MaxNr. 18. Söste willkommen. Freie Turnerschalt«ritz 88. Zur Gründung von Handb-Ilm-nnfchaften laden wir Genossinnen und Genossen zu einem Training in der Turnhalle Berlin. Britz, Werderstraße, jeden Donnerstag, 20 Uhr, ein. Rätsel-Ecke des„Abend (€ üiniinuiiiniuiumiii�biiiiLiiiiimuwmmmiuiimunmiinminjnnuiniüHmTmimfl» Kreuzworträtsel. Waagerecht: 3 Gedicht: 6. Baum: 7 Verneinung: 9. arab. Fürst: 12. Einfriedigung: 14. Berg bei Innsbruck: 15. Weltgegend: 16. kleiner Flußlauf: 18, Wehkinacht: 19. Farbe: 21 Tier: 22 Gewässer, Senkrecht: 1 Verdeck: 2. unterirdischer Gang: 4. Pfia-ze: 6 Möbel: 8. Gewebeteil: 10. Mädchenname: 11 WUd: 12. Teil des Fußes: 13 Gestalt aus der Ribe- lungensage: 17. geheime GeseUschaft-, 19 Metall- oxyd: 20. Steinkohlenprodukt. ak. Königszug Silbenrätsel o ba be ber ber berg ca che cher chow da da da dan di e e««i er eu gat ge gramm Harb hoe i in ka ko lat le len les mal man mer na ne ni nis o o pach pe pi pich ra ra re re ri ri rock sa fal se fem son sper stes ta ten tep ter u us van vo vit oreou wa wo zan-— Aus vorstehenden Silben sind 27 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten, deren Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, einen Ausspruch von Shakespeare ergeben(ch— 1 Buchstabe).— Die Worte bedeuten: 1. Vermächtnis: 2. deutscher Dichter: 3. Roman von Waller Scott: 4. Staat in USA.: 5. Salz: 6. Sonntag: 7. Sport: 8. Werkzeug: 9. Zlmmerschmuck: 10. Muse 11. Stadt in Mecklenburg: 12. Stadt in der Schweiz: 13. griechische Sagengestalt: 14. Raubvogel: 15. Lederart: 16 german. Gott: 17. amerik. Philosoph: 18. Blume: 19, kurzes Sinngedicht: 20. geometrische Bezeichnung: 21«nql. Halbinsel: 22. Blasinstrument: 23. Männername: 24. Gemüsepflanze: 25. Kunststil: 26. Eßgeschirr: 27. Südfrucht. kk. 1 I 2 TlT IT i~6 Silbenkreuz 1—2 Führer der deutschen Sozialdemokratie: 1—6 ungarischer Männername: 2— 6 weiblicher Sturzname; 3— 4 Drama von Ibsen; 3— 2 schwedischer Physiker: 4—1 Vogel: 4-5 Segelstange: 5—6 Ostseehalbinset: 5— 1 griechische Göttin; 5— 2 deutscher Dialekidichter; 5—4 griechische Göttin: 6—1 Erfrischung. kk. Auflösung in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der letzten Rätselecke Füllrätsel: 1. Falter; 2. Afrika; 3. Alfred: 4, Reifen: 5. Pfeife; 6. Honnef. Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Fürstenroatae: 10. ia: 11. Ena: 12. Lo: 13. Instar: 15. Brutus: 17. Rot; 19. Inn: 20. AU; 22. Gut: 23. Hammel: 27. Kaftan; 80. Epa: 32. Bischofswerda.— Senkrecht: 1. Friedrich Ebert; 2. Eis: 3. Rot: 4. Ter; 5. en: 6. Nab: 7. Alu: 8. Lot: 9. Eisenbahnwagen; 14. Entente: 16. Regatta: 18. SPD.: 20. AG.: 21. Lukas: 24. Mus: 25. Mac: 26. Leo: 28. Fee: 29. Tor; 31. Pferd. Zahlenrätsel: Sozialdemotratte, Oranjefreistaat. Zauber- lehrüng. Imperialismus, Aristophanes. Lippspringe, Dauthendy. Eisenbahn, Morpheus. Ottilie, Strater, Stadel, Auer, Tau. in, e.