Morgenausgabe ■�r 6 � 49. Jahrgang A 32 WochmtNch T8 tit, mpitutna 3, SB SR fbauon 87 Ps. monatlich für gv"' w4 I'jna ins Hans) im voraus i chitrl« lbar. pro Monat!!ilr Länder mit ermäßig- tun Drucksachenporto 4,63 SR ®er.SonDöttsr' erscheint vochentäg- lich zweimal, Sonntags und Slltontags einmal, die Abendausgabe für Berlrn und im koandel mit dem Titel.Der Abend'. Illustrierte Sonntaosbeiiaae »Bolt und Zeit' p- Berliner VoUsvlatt Sonntag ?. Februar 1932 Groß-Äerlin 15 Z>f. Auswärts Z0 Pf. Die e t n i p a> t. Milltmeterzetle A> Ps, Rcllame-e le 2.- M...Stleinc Sin* »eigen" das fettgedrmtte Wort M Vf. (julässlgzwei settaedruckteWorte.jedes weitere Wort lll Pi. Rabatt lt. Tarif. Worte Uber 13 Buchstaben»ädlen für 3w«> Worte. Arbeitsmarkt Millimeter» zeile 25 Pf. Familicnanzeigen Milli- meterzeile 16 Pf. Anzeigenannoi>me im Sauptaeichäft Lindenstrabe S, mochentiiglich von 8»/, bis 17 Uhr. Der Vertag behält sich dasRechi der Ab» lehnung nicht genehmer Anzeigen»ort Jentralovgan der Sozialdemokratischen Oavtei DeuttwNmdS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 gcrnfpi.. Tönbofi 71 292—207 Zelegramm.Zldi. Soziosdemokrai Berlin Dorwärts-Verlag G. m. b. H. Poitschelklomo! Berlin 37 SZS,— Bankkonto! BankderÄrveitei.Ängeliellien unh Beamten. Lindenstr. 3 Dt B.u Disr.-Gei.. Tevolitenk.. Ieruialemer Eir KSSS. GAI. und ZGB. gegen Zapan. Und gegen das Versagen der Völkerbundsmächte. Genf. 6. Februar.(Eigenbericht.) Die in Genf anwesenden Mitglieder des Vorstandes der Sozialistischen Arbeiterinternationale und des Internationalen Gewertschaftsbundes haben in einer gemeinsamen Sitzung heute abend folgenden Protest ver- ösfentlicht: ..Die Sozialistische ArbeilerinlervaKonol« und der Zalerualio- nale Gewerkschaftsbund tonnen nicht dulden, daß die Abrüstungskonferenz ohne Prolest gegen den lleberfall Japans ans Ohina eröffnet werde. Wenn gesogt wird, es gäbe keinen ftrieg, so beweisen die Totlachen das Gegenteil. Die Vertreter der SAI. und des IGB. hatten die Absicht, dies heute von den Tribünen der Abrüstungskonferen.; aus zu sagen. Die Vorschriften, die die Pctitionenkommisston beschlossen hatte, haben sie daran g e- hindert, mit der erforderlichen Energie gegen die Verletzung der Verträge durch Japan und dag Stillschweigen der Konferenz zu protestieren, welche das Ansehen des Völkerbundes herabsetze. Die süngsten Ereignisse im Zusammenhang« mit dem lleberfall Japans auf China haben d'e Gcfrrihr cinrs Weltbrandcs heraufbeschworen. Solange Japan in der Mandschurei vorging. haben die GrostmSchle nichts getan, um ihre Pflicht zu erfüllen, sie haben e, nicht gewogt, ihren Verpflichtungen aus dem Völkerbunds- pakl, dem Kellegg-Pakt und dem Iteua-Mächte-Abkommen nachzu- kommen. Sie hätten Japan zwingen müssen, seinen imperialistischen Angriff auf China einzustellen. Aber Per Völkerbund war machtlose weil die Großmächte die ihn beherrschen, eö so gewollt habe«. Andererseits habe ihr Eingreifen aus Anlast der Beschießung von Schanghai und Nanking den Verdacht erweckt, daß die Negierungen sich in Bewegung gefegt haben, um ihre eigenen imperiaNstischen Interessen und Privilegien, nicht um die Frühest und die Rechte Chinas zu verteidigen. Unter diesen Umständen könnte der blutige Konflikt im Fernen Osten über kurz oder lang zu einem Weltkrieg auswachfen. Die SAI. und der IGB. erklären daher: 1. Die kapitalistischen Regierungen haben, indem sie nicht eingrisfen, um dem Raubzug der Japaner auf die Mandschurei Vinhalt zu gebieten, die Mitschuld an den gegenwärtigen Ereignissen ans sich geladen. 2. Die Regierungen der kapitalistischen Länder ver- sögen über ausreichende wirtschaftliche und finanzielle Druckmittel, um Japan zur Jnne- Haltung der Verträge zu zwingen. ES sei darauf hinge- wiesen, daß der Weltkapitalismus, der sich dieser Mittel so oft zur Niederringung revolutionärer Bewegungen bedieut hat, nicht einmal versucht hat, sie gegen Japan anzuwenden. Die beide» Internationalen fordern die Parlamentsfraktionen der angefchlosieuen Parteien auf, in ihren Parlamenten die Frage der Ach- tnng bestehender Verträge aufzuwerfen und zu v e r h i u- der», daß TtaatsangchSrige ihrer Länder den Krieg fördern, indem sie Waffen und Kredite an die An- greiser liefern. 3. Schließlich erinnern die beiden Internationalen die Regierungen der Mitgliedstaaten des Völkerbundes daran, daß im Rahmen de» Völkerbundes und mit den Methoden, die seine Satzung vorsteht, AktionS- Möglichkeiten gegeben siird, daß, wenn sie dies nicht tu«, die Anschuldigung berechtigt ist, daß sie in dieser tragt- scheu Lage bloß ihre eigenen Interessen und Privilegien in China verteidigt haben. 4. Nickst diese Interessen und Privilegien, sondern die Unversehrtheit des gesamten chinesischen Ge- bieteS und die Achtung der Verträge gilt es zu ver- t eidige«. Die Nazis in der Reichswehr. Tfcheka-Aeumann als Kronzeuge für die Legalitat. General Schleicher, der Adlatus des Relchswehnninisters, hat den Erlaß aufgehoben, der den Eintritt von Nationalsozialisten in die Reichswehr unter- sagie. Er hält die Nationalsozialisten für legal. Der„An- griff" des Josef Goebbels lobt dieferhalb den General Schleicher und spricht die Erwartung aus, daß Schleicher noch mehreres zur Zufriedenheit der Nazis tun werde. de m c......----------.„---------------- später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und mit nationalsozialistischer Hilfe amnestiert wurde. Der Tscheka- Neumann ist inzwischen Nationalsozialist geworden und tritt als nationalsozialistischer Redner auf. Ganz in Ordnung. meint Herr Goebbels und fügt hinzu: „Den Vogel aber(hat und) schießt ab Masses eiserne„Volks- zsitung". die so auf der Grenze zwischen Swatspartei und SPD. pendelt. Sie schrest und geifert darüber, daß Pg. Neumann, der einst als aktiver Kommunist einen Spitzel liquidieren half, als Redner für die NSDAP, angekündigt wird." „Pg. Felix Neumann" ist ein Ehrenmann für den„An- griff", er hat nur geholfen„als aktiver Kommuni st einen Spitzel zu liquidieren". Das ist für den „Anariff" eher ein Ruhmestitel als eine Schuld! In dieser Stellungnahme des„Angriff" liegt eine Billigung von T s ch e k a m e t h o d e n wie sie klärer nicht hervortreten kann. Neumann war der Anführer einer kommunistischen Terror- gruppe. Er hat ein A t l e n t a t auf Geeckt vorbereitet, hat für Tschekazwecke mit Eholerabazillen cxperi- mentiert und den Mord an Rausch durchgeführt. Nach seiner Verhaftung hat er seine Tschekagenossen samt und sonders verraten. Das ist der Ehren» mann, dem das Organ des Herrn Goebels Lob spendet! Tscheka-Neumann paßt ausgezeichnet zum Feme- M L r d e r H e i n e s I Er ist ein lebender Beweis dafür, wie legal die NSDAP, ist, und wie würdig und geeignet ihre An- Hänger für die Reichswehr sind! Das Lob für den General Schleicher im selben Atemzuge mit dem Lob für den Tscheka-Neumann offenbart, wie skodalös die Aufhebung des Erlasses über die Eintrittssperre von Nationalsozialisten in die Reichswehr gewesen ist! Diese Aufhebung hat bei allen Republikanern Empörung hervorgerufen. Der General Schleicher hat sich damit ein gnädiges Lob der Freunde des Tscheka-Neumann zugezogen, er bezahlt dieses Lod mit einer Brüskierung der verfastungs- treuen Teile des Volkes! Slber wer ist Schleicher?! In Wirtlichkeit sind zunächst der Reichswehrminister und endlich der Reichskanzler für die Handlungen Schleichers verantwort» l i ch. An sie und besonders an Brüning ist deshalb die Frage zu richten: Halten S i e es für erträglich, daß die „Pg's" des Tscheka-Neumann die Wehrmacht der Republik verunzieren und vergiften? Denkt an die Rüstwoche I Die Rüdwoche der Eisemen Front macht bemerkenswerte Fortschritte. In den letzten Tagen sind in allen Bezirken Berlins die Eintragungen in das Eiserne Buch beträchtlich gestiegen. Starker Andrang war namentlich an den beiden letzten Tagen der Woche in den Arbeitervierteln zu verzeichnen. Da auch am Sonntag mit starkem Andrang zu rechnen ist, wird darauf hingewiesen, dsB die bekannten Einzeichnungsstellen bereits ab 11 Uhr geöffnet sind und bis F Uhr abends besetzt bleiben. Zeichnet euch ein! Die Völkerbund-Armee. Ohne Abrüstung kein Frieden? Von Löon Blum. Den Vorschlag der Regierung Laval-Tordleu. den Völkerbund mit einer internationalen Armee auszustatten, rückt eine Schrift L ö o n Blums in den Mittelpunkt des Interesses, deren dcutscH Ueberfetzung vor kurzem erschienen ist.(Lton Blum: Ohne Abrüstung kein Frieden! 3. H.W. Dietz Nachf., Berlin.) Das Kapitel über die internationale Armee, das wir wiedergeben, sagt zum französischen Regie- rungsvorschlog Entscheidendes. Red. d.„Vorwärts". Wie lange wird Europa bewaffnet bleiben müssen, wenn die„Sicherheit" der Abrüstung voraufgehen und durch ein geschlossenes und lückenloses Vertragssystem verbürgt sein soll? Die Vertreter dieses Systems haben sich einer Sisyphus« oder Danaidenarbeit unterzogen: ihr Werk wird niemals fertig werden und ihnen immer wieder aus der Hand gleiten. Es nimmt daher nicht wunder, daß bei verschiedenen wich- tigen Gruppen eine neue Strömung entstanden ist. Statt die Sicherheit und die Erzwingung des Schieds- spruchs durch Verträge zu gegenseitigem Beistand zu garan- tieren, also durch die vereinte Aktion nationaler Heere oder HeereskontingSsite, die der Völkerbund einberuft und gegen den eventuellen Angreifer mobil macht, ist man nunmehr auf die Idee einer internationalen Armee gs- kommen, einer Armee, die der Völkerbund selbst aufstellt, die seiner Oberhoheit untersteht, seilte Befehle ausführt und nötigenfalls dem Schiedsspruch mit Waffengewalt Respekt er- zwingt. Bon Anfang an hat sich der Völkerbund für diese Idee interessiert, und zwar auf Anregung des Mannes, der damals den unbestrittensten Einfluß ausübte: Leon Bourgeois. Auch Rens V i v i a n i hat sich für diese Idee bc- geistert, und nach chnen ist Paul B o n c o u r ihr glühendster und beredtester Anhänger geworden. Die Analogie, der dieser Gedankengang entspringt, liegt auf der Hand. Warum verschaffen sich die Bürger in einem Staatswesen— wenigstens normalerweise— nicht selbst ihr Recht? Warum gebrauchen sie keine Gewalt? Warum tragen sie normalerweise keine Waffen? Warum gibt es keine Gruppen von bewaffneten Bürgern und darf es keine geben? Well wir in einem Rechtsstaat leben, weil es ein Forum gibt, das über sämtliche Streitigkeiten der Bürger entscheidet. Weil Selbstjustiz gesetzlich verboten ist. Weil jede Ueber- tretung des Gesetzes, jede Auflehnung gegen die Justiz, jede Mißachtung eines Gerichtsurteils bestraft wird. Well der Justiz nötigenfalls eine bewaffnete Macht zur Seite steht und ihrem Urteil Geltung verschafft, die einzige, die in dem Staate vorhanden ist. Man kennt die Formel, die über jedem, auch dem undedeutendsten Urteil eines Richters steht: „Die Republik tut kund und befiehlt... allen Inhabern der öffentlichen Gewalt hilfreichen Beistand zu leisten.. Nun wohl, ganz dieselbe Aufgabe müßte diq internationale Armee übernehmen, und die An- drohung ihrer Aktion würde die gleiche Wirkung zeitigen. Gestützt auf ihre Machtmittel wäre die internationale Justiz imstande, ihren Urteilen ebensolche Geltung zu verschaffen wie die Justiz im Innern jedes Staatswesens. Gleich den Bürgern bekämen auch die Staaten das Bewußtsein, daß sie einem Richter unterstehen und sich seinem Urteil beugen müssen, daß sie sich ihr Recht nicht eigenmächtig suchen dürfen. Gleich nach den Bürgern würden auch die Staaten aufhören, bewaffnet zu sein. Das ist der Gedankengang. Auf feine verschiedenen Schwierigkeiten will ich im einzelnen nicht näher eingehen. Aus welchen Elementen soll sich diese internationale Armee rekrutieren? Wer soll sie befehligen? Wo soll sie stationiert sein? Denn es handelt sich wohlverstanden um eine wirklich internationale Armee, die dem Völkerbund untersteht, und nicht um nationale Heereskontingente, die die Staaten aus ihren eigenen Armeen stellen. Was ich klarlegen möchte und bereits angedeutet habe, ist vielmehr dies: die int er- nationale Armee ist unvereinbar mit dem Fortbestand der nationalen Armeen. Entweder sie wird die einzige Macht oder sie wird gar nicht fein. Sie setzt also die völlige Abschaffung aller einzelstaatlichen Armeen voraus, mit anderen Worten die allgemeine und voll- ständige Abrüstung. Die Anhänger der internationalen Arm?e sind also die eifrigsten und rückhaltlosesten Apostel der Abrüstung. Diese Wahrheit ist so offenkundig, daß sie kaum eines Beweises bedaif. Könnte weiter aber nicht der Fall eintreten, daß die internationale Armee, mit der Durchführung einer Entscheidung des Völkerbundes oder des Haager Gerichts- Hofes beauftragt, auf den Widerstand einer nationalen Armee stößt, sich auf einen Kampf mit ihr einlasien muß und eine Niederlage erleidet? Schon die bloße Alöglichkeit eines solchen Zusammenstoßes würde die internationale Lrgani- fation wertlos machen. Warum verleihen die öffentlichen Machtmittel den Urteilen der Justiz innerhalb der einzelnen Staaten so unbedingte Autorität? Weil sie die einzigen Machtmittel sind, weil keine anderen ihr entgegenstehen. Das gleiche würde auch für einen Staatenoerband gelten. Erinnern wir uns einmal der Lehren der Geschichte. Auf welche Weise ist die Zentralisation der modernen Staaten erfolgt? Wie hat sich die einheitliche bewaffnete Macht ent- wickelt, die nur im Dienste einer einzigen Verfassung und einer einzigen Gesetzgebung steht? Durch die allmähUche Unterwerfung der lokalen Gewalten, der lokalen Gesetze und der lokalen Obrigkeiten. Erst als die verschiedenen feudalen oder provinziellen Machtorgane verschwunden waren, ent- wickelte sich die„Sicherheit", fanden die verschiedenen Arten des Bürgerkrieges ihr Ende. Die Analogie liegt auf der Hand. Die internationale Armee und der internationale Friede, zu dessen Hüterin sie bestellt ist, setzen die völlige und bedin» gungslose Abschaffung der nationalen Armeen voraus. Auch Paul Bomrour hat, wenn ich ihn recht verstehe, in feinen letzten Reden(diese Abhandlung ist vor Jahresfrist erschienen, als Boncour noch Parteimitglied war. Red.) meinem Standpunkt durchaus beigepflichtet. Dagegen kann ich mich mit dem Antrag der radikalen Gruppe nicht einverstanden erklären, den sie zu Beginn der großen Debatte im November 1930 eingebracht und durch Aiwe Berthod sehr geschickt begründet hat. Ich lese in diesem Antrag:„Die Kammer ist zur Weiterführung ihrer Friedenspolitik entschlossen..., die auf die progressive und gleichzeitige Abrüstung der VAker abzielt und unter dem Schutze einer im Dienste des Völkerbundes stehenden inter- nationalen Armee erfolgen soll." Nein, gerade das ist ganz unmöglich, ja fast undenkbar. Eine allmähliche Abrüstung unter dem Schutze der internationalen Armee würde be- deuten, daß Nationalarmeen und internationale Armee eine lange Zeit hindurch nebeneinander bestehen, noch dazu in einem Verhältnis und einer Beziehung, die wir uns nicht einmal vorstellen können, bis sich eines Tages, wenn ein Konflikt eintritt, die internationale Armee, auf die Gefahr ihrer eigenen Zersetzung hin, mit andern Armeen gegen ein oder mehrere nationale Heere zusammentun muh! Und wenn wir diesen Gedanken weiter verfolgen, so kommen wir zu ähnlichen etwas lächerlichen Konzeptionen wie dem heili- gen römischen Reich deutscher Nation in seiner Lerfallzeit. Lassen wir dies also beiseite. Ich habe nichts gegen eine internationale Armee, nur muß vorher sofort Snd allgemein abgerüstet werden. Eines ohne das andere ist unmöglich. Dieses System führt also nicht zu einer Verminderung der Heere oder zu progressiver Abrüstung, sondern zur völligen Abschaffung sämtlicher nationalen Armeen: aus diesem Grunde sind seine Anhänger, wie ich schon sagte, die Apostel der sofortigen, allgemeinen und bedingungs- lose» Abrüstung. Die Rüstungsindustrie markiert Vegeisteruna. Varl«. 6. Februar.(Mgenbencht.) Der der Abrüstungskonferenz unterbreitete französisch« Vorschlag wird auch von dm Sonnabend-Abendzeitungen mit einige» Ausnahmen gelobt. Der nationalistische„3 n t r o n> s t g e a n t" schreibt:„Frankreich eröffnet diese groß« Debatte, an der die Welt im voraus verzweifelte, mit einem Akt des Mutes, der Offenheit und des Glauben». Was auch die anderen Mächte tun mögen, dies wird nicht ausgelöscht und vergessen werden." Der„Temps", der kürzlich w den Besitz des Verbandes der Schwerindustrie(Comlle des Farges) übergegangen ist, erklärt: ..Was vor allem betont werden muß ist die ungeheure moralische . und politische Tragweite dieser französischen Initiativ«: moralisch. meil sie geeignet ist, ein« kräftige Bewegung in allen Völkern her» vorzurufen, in denen mam aufrichtig den Frieden auf der Basis der internationalen Solidarität wünscht; politisch, weil sie zur Folge hat, öffentlich alle Regierungen vor ihr« Verantwortung zu stellen. Das gleichfalls der Schwerindustrie gehörende„Journal des D ä b a t s' ist dagegen mit dem Dorschlag wenig zufrieden, weil sich in ihm die ganze Politik widerspiegele, die Frankreich seit sieben Iahren unter der Führung Herrlot» und Briands verfolgt habe. Die Varschläg« stellten, so meint das Blatt, ein Opfer an den Inter- Nationalismus dar. Ihre Grundlage fei die Idee einer internatio- nalen Macht eines Ueberstaates. der nicht existiere, der aber, wenn er existierte, die internationalisierte Handelsluftschiffahrt und die ihm zur Verfügung gestellten militärischen Kräfte zu verwalten hätte. Damit lauf« die französische Regierung Gefahr, die Möglich- kell einer solchen Macht vorzutäuschen. Der„Soir", das einzige am Abend erscheinende Linksorgan, lehnt die Vorschläge ab. Die erste Frage, die man sich nach ihrer Lektüre stell«, so schreibt das Blatt, sei, ob sie für eine Sicher- heitskonferenz oder eine Abrüstungskonferenz he- stimmt find. Venu sie feien viel mehr darauf gerichkel. die Sicber- heil außerhalb der Abrüstung zu gewähren, als dle tatsächliche Ab- rüstnng durchzuführen. Genfer Kritik. Geuf. 6. Februar.(Sigenbericht.) Das„Journal de Gendve", das häufig die im Völkerbunds- fskretariat vorherrschende Meinung widerspiegelt, bezeichnet den In- halt des französischen Vorschlages für die Abrüstungskonferenz als ein geschicktes Manöver der Diplomatie und der Innenpolitik. Man könne ihn als Grundlage zu Ver- Handlungen benutzen, und es werde zweifellos am Ende etwas da- oo» bleiben. Die Jnternatianalisierung der.Zioillustfahrt fei sehr schwierig, aber möglich, nur werde Deutschland darin ein Mittel sisankreichs zur Erschwerung semer Abrüstung sehen. Als besonders glückliche Idee erscheint dem Blatt der Vor- schlag, die Militärlustfahrt, die Linienschiff« und di« schwer« Ar- tillerie dem Völkerbund zur Verfügung zu stellen.. Irrtümlich meint es, dadurch würden die Staaten aller Angriffswaffen beraubt. Auch entspreche das der deutschen Idee, das Deutschland verbotene Material auch in anderen Ländern zu verbieten. Mit dem theoretischen Verfünungsrecht des Völkerbundes sei kein Ver- bot dieser Waffen verbunden. Weiter nennt das Blatt die Schaffung einer internationalen Armee einen rein akademischen Dorschlag und einen Traum. Eine internationale Arme« sei ohne Wert, wenn der Rat nicht den Wissen habe, sich ihrer zu bedienen. Wenn er aber den Willen Hab«, sich der Mittel zu bedienen, über di« er ver- Litauen putscht in Mmel. Kurz nach feierlichem Gelöbnis der Vertragsireue. M e m e l über KZuigSberg, 6. Februar. Heute wurde der Präsident des Direktor UunS. VSttcher. durch zwei litauische Offiziere i» ei» Auto» mobil gebracht» das dann mit»»bekannt gebliebenem Ziel davonfuhr. Der Gouverneur Mcrkhs war heute aus Kowno zurückgekommen. Gr erschien im LandeSdirektorium. nachdem er erklärt hatte, daß die von ihm ergriffenen Maßnahme» auf Vera«» lassnngderKownoerZentralregiernng durchgeführt werden. Auf dem Landesdirek- torium verlangte er von einem der anwesenden Di» rektoren, dieser solle die Führung der Geschäfte über- nehmen, waS aber abgelehnt wurde. Daraufhin hat der Gouverneur einen provisorischen groftlitaui- schen Laudesrat unter dem Vorsitz des Groß- litauers Tolischus eingesetzt. Der Gouverneur hat die Amtsräume des Präsidenten Böttcher versiegeln lassen; die Telephonverbindungcn mit Landtag, Ma- g ist rat und Gericht find gesperrt. Bon Königsberg ans wurde« die Telephone zum Generalkonsul in Memel und zur Landespolizei als gesperrt gemeldet. Nach den letzten Meldungen soll Präsident Böttcher in die litauische Kaserne geschafft worden sein. Auf Rückfrage beim Memeler Gouvernement erhielt der Königs- berger Vertreter der Telegraphen-Union folgende Darstellung: Es tresse z», daß Landespräsident Böttcher Interniert worden sei: so viel man wisse, befinde er sich unter Aufsicht in seiner Woh- nung. Möglicherweise könne er aber auch in einer Kaserne sein. Die..Jntcrnlerung* sei erfolgt, weil Böttcher sich geweigert hob«. die Amtsgeschäfte dem Landesrat Tolischus zu übergeben. Auf eine Anfrage über di« weitere Zusammensetzung de» Direktoriums wurde erklärt, daß Direktor Sztgaiid im Amt geblieben fei, während Di- rettor Podzius.w e r s ch w u n d e n" sei. Er halt« sich im Memel- gebiet auf: man wisse aber nicht, wo. Weiter« Personalverände- nmgen seien nicht eingetreten. Die Verbrecher leugnen nicht einmal. kowno. 6. Februar. Die offiziöse LUauisch« Telegraphenagentur bestätigt die Absetzung des Präsidenten Böttcher und teilt mit, daß der Gou- verneur Merkns den Geschäftsführer des Direktoriums, Tolischus. mit der Erledigung der laufenden Angelegenhelten betraut hat. Auch die gewaltsam« Entfernung Böttchers wird bestätigt. Bestürzung in Genf. Genf. S. Februar. Die Nachrichten aus dem Memelland haben im Bölkerbundsrat und auf der Abrüstungskonferenz einen geradezu nieder- schmetternden Eindruck gemacht. Selsten sich die Gerüchte bestätigen, so unterliegt e» keinem Zweifel, daß der Wsterbundsr-tt sehr schnell mV der Angelegenheit befaßt wird. Reichskanzler Dr. Brüning ist am gestrigen abend. 21 Uhr, von Berlin nach Genf abgereist. » Mit der Tatsache, daß Holz und landwirtschaftliche Erzeugnisse Litauens auf dem Memelstrom nach dem Um- schlaghafen Königsberg befördert werden, hat man die Los- reißung der Stadt Memel und ihrer weiteren Umgebung von der Deutschen Republik und ihre Angliederung an Lftauen gerechtfertigt. Man konnte jedoch nicht wegleugnen, daß das Memelland weit überwiegend deutsch ist und nur eine kleine litauische Minderheit darinnen wohnte, die selbst jetzt, nach 12 Jahren und allen Manövern zu ihrer Stärkung erst 37000 von 143 000 Einwohnern beträgt. Die Wahlen zum Reichstag und zum Preußischen Landtag haben das immer wieder dargetan, und auch die schärfsten Gegner der kaiser- lichen und königlichen RetGs- und preußischen Regierungen haben niemals eine Fälschung der Wahlen von oben her be- hauptet, wie sie seither freilich in Polen und Litauen zur Regel geworden ist. Der deutsche Charakter des Memel- landes zwang dazu, eine weitgehende S e l b st v e r w a l- tung d.em Memelland zu gewähren. Die Landes- regierung, Direktorium genannt, war von dem freigewählten Landtag zu ernennen, auf eine Reihe von Jahren blieb die männliche Jugend vom litauischen Heeresdienst befreit, nur das Zollgebiet, die Währung und die Zentralregierung sollten gemeinsam und cin� Gouverneur als Vertreter der Regierung in Kowno(Kaunas) die oberste Verwallungs- stelle sein. Dieser Zustand war den litauischen Chauvinisten stets ein Dorn � im Auge- Schon 1923 verübten sie einen Putsch. um die Selbstverwaltung zu beseitigen. Damit sind sie nicht durchgedrungen. Nun haben sie vor einigen Wochen mit einer neuen Kampagne begonnen. Einige deutsche Landtags- abgeordnete wurden landesverräterischer Bestre- b ungen beschuldigt,-weil sie nach Deutschland reisen wollten und dazu beim deutschen Generalkonsulat zugleich mit dem Visum gewisse Empfehlungen an die Grenzbehörden erbeten hatten, wie sie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in allen Staaten und von den diplomatischen Vertretungen der meisten Regierungen aus Wunsch gern erteilt werden. Die Beschuldigten haben in öffentlicher Landtagssitzung diese An- klagen vollkommen widerlegt, indem sie den unver- fänglichen Zweck ihrer Reisen darlegten. Aber die Gerüchte wollten nicht verstummen, daß die Anwesenheit � des Gouverneurs Merkys in der Hauptstadt der Vorbereitung eines neuen Putfchss gegen die memelländische Selbstverwal- tung diene. Sowohl die litauische ZZertretung in Genf gegen- über der deutschen Zlbordnung zum Völkerbund wie der litauische Gesandte in Berlin gegenüber dem Reichsaußen- Ministerium haben auf das Bestimmteste alle derartigen Ab- sichten b e st r i t t e n und sogar in der feierlichsten Form näml'.ch durch Ueberreichung einer Note versichert, daß sie die vom Völkerbund eingeführte und garantierte Autonomie unbedingt achten würden. Jetzt sieht man wieder einmal, was solche Erklärungen einer zum Rechtsbruch ent- s ch l o s s e n e n und vor brutaler Gewalt anwen- dun g nicht zurückschreckenden Nationalistenregierung wert sind. Der Putsch in Memel verhält sich zu den amtlichen Ver Gerungen der litauischen Machthaber genau so wie der Raubzug gegen China zu den lächerlichen Beteuerungen Japans, daß es ihm nur auf den Schutz seiner Staatsbürger ankomme. Formalrechtlich betrachtet, sind zwei Bedingungen des Memelpatuts gebrochen: Der Präsident des Direktoriums kann nur durch Vertrau« nsentziehuNH d-S Land- tazss abgesetzt werden— er hat erst dieser Tage ein überwältigendes Vertrauensvotum erhalten; Land- tagsabgeordnete dürfen während der Tagung nur mit Ge- nshmigung des Landtages verhaftet oder angeklagt, für ihre parlamentarische Haltung überhaupt nicht zur Verantwortung gezogen werden. Signatarmachte und Garanten des Memelstatuts sind England. Frankreich, Italien und— Japan. Noch ist der Völkerbundsrat in Genf versammelt. Wenn er gegen die Großmacht Japan so traurig versagt hat, so werden die Signatarmöchte des Memelstatuts mit Litauen wohl anders reden müssen, zumal hier ein Rechtsgut des neuen Völkerrechts schamlos und verbrecherisch in den Staub getreten wird! füge, dann wäre der japanische Angriff auf China schon lange beendet. Lleberraschung und Ablehnung in London. London, K. Februar.(Eigenbericht.) Der französische Abrüstungsvorschlag in Genf hat im englischen Auswärtigen Amt große lleberraschung heroorgerusen. In hiesigen amtlichen Kreisen ist man der Auffassung, daß der Vor- schlag nicht nur keine Aussicht auf Erfolg hat, sondern er die Ab- rüstungskonferenz eher stören als fördern kann. In Eng- land ist ein Plan wie der französische im heutigen Zeitpunkt weniger denkbar denn je. Man erkennt in ihm das alte Genfer Proto» k o l l wieder und heißt es auch in der neuen Verkleidung nicht will- kommen. Zwei Tage nach der Vorlage eines Zollqesetzes, das weit» gehend die Idee des Empire-Freihand-ls verwirklichen will, ist die öffentliche Meinung Englands weniger denn je für ein« so enge politische Verbindung mit dem europäischen Kontinent zu haben, wie sie der französische Darschlag mit sich bringen würde. Abgesehen von dieser englischen. Einstellung hat man in England die Ueberzeugung gewonnen, daß die Erhaltung des Europa von Versailles, auf die der französische Plan hlnausläufi, weder wünschenswert noch wirklich möglich ist. Auch ein Abrüstungsfreund... pari», 6 Februar.(Eigenbericht.) Die von Linksvolitikern geleitete Wochenschrist„L u m i e r e teilt in ihrer Sonnabendnummer mit. daß der französische Marine- minister Charles Dumont Vorsitzender des Aufsichisrats der s r a n z ö s i s ch- j a p a u i s ch« n Bank sei und diesem Aufflchts- rat auch der Schwiegersohn des Äanonenkönigs Schneider- Creuzot angehöre. Der französische Marinemlnister und die französischen Kanonenhändker seien' also an demselben Geschäft in Japan beteiligt. Es sei schön ein schwerer Skandal, daß Dumont als Delegierter Frankreichs aus der Abrüstungs- konferenz gemeinsame Interessen mit Waffensabrikanten b�be. aber daß diese Interessen in Japan liegen würden, das unter Verletzung aller internationalen Verpflichtungen Krieg, gegen China führe und dabei Munition verbrauche, die ihm von den Geschäftssreunden Dumonts geliefert werde, sei«in« Angelegenheit, di« die ganze zivilisiert« Welt empören werde. Der Artikel schließt mit der Frag«, ob Dumont anter den ob- waltenden Umständen noch einen Augenblick länger Delegierter in Genf und Minister bleiben könne. Tendenziöie Berich�erstaiinns. Der Berichterstatter des„Lokal- Anzeiger" in Genf Hot offenbar wie alle anderen Pressevertreter stark unter dem Eindruck der wuchtigen Rede Aanderveldes, die im Namen der Sozialistischen Internationale gestern vor der Abrüstungskonferenz gehalten wurde, gestanden; aber er wäre kein echter Hugenberg- Mann, wenn er das offen anerkennen würde. So muß er seinen Bericht mit Wendungen versehen, die den Wert dieser Rede Vander- veldes herabsetzen sollen. Cr schreibt: „Wenn er einmal, ein einziges Mal. als belgischer Außenminister so gesprochen hätte, wie hier als Partei, redner, wäre vielleicht, vielleicht etwas Ernstes berausgekommen. So sind es Deklamationen allgemeiner Art. Sie sind trotzdem nicht minder wahr." Was aber nicht minder unwahr ist.' das ist die Unter» stellung, daß Vandervelde als Außenminister nicht den Mut be- sessen hätte, ähnliche Reden zu hatten. Das einzig« Mal, wo er Gelegenheit hatte, als Außenminister Belgiens im Plenum der Bölkerbu�sversammlung das Wort zu ergreifen, am g. September 19 27. sagte er in seiner Rede, daß die Abrüstung nicht nur eine moralisch«, sondern sogar eine juristischeBerpfllchtung sei. und fuhr dann fort: .Ich gehe sogar weiter uich stelle fest: Man muß abrüsten. well man unmöglich auf dem toten Punkt bleiben kann, weil man wählen muß zwischen Rüstungseinschränkung und Rüstungswettlauf. Man muß abrüsten, weil ein Rüstungswettlauf über kurz oder lang den Krieg bedeuten würde. Ich füge hinzu, daß man jetzt erkennt, daß man auch abrüsten kann." Daß der Berichterstatter des„Lokal-Anzeiger" obendrein behauptet, daß sich Vandervelde„brav vor dem Völkerbund beugte, indem er sich die Zensur des Sekretariats resigniert gefallen lieh, stellt die Tatsechen einfach auf den Kops. Noch weiter. als es Vandervelde durch seine öffentliche Enthüllung dieser Zensur unter gleichzeitiger Verbreitung der zensurierten Stelle getan hat, konnte man wirklich nicht gehen, ohne einen schweren Konflikt zu provozieren und den Konferenzpräsidenten Hendcrson in eine überaus peinliche Lage zu versetzen. Der hlndenburg-Uus schuh teilt mit: Es haben sich nach den bisherigen Fessstellunzen an den ersten vier Cinzelchnungstagen für die Volkskundidatur tzindenburg insgesamt 707 000 Personen eingetragen.-- ver frühere Präsiden» von Peru. Augusto Legula. ist am Sonnabend im Gefängnis in Lima verstorben. „Vorbeugende" Fürsorgeerziehung. Wird immer aoch mit dem Gedanken einer Notverordnung gespielt? Das Reichsministerium des Innern scheint sich nun doch ernst- lich mit einer Novelle zur Fürsorgeerziehung zu befassen. Das Arbeitshaus wird allerdings nicht mehr erwogen. Besonders reaktionäre Dezernenten der preußischen Prooinzialbehörden möchten nun, nachdem das Wort Arbeitehaus Widerstand erweckt hat, die von dem großen Teil der Wohlfahrtspflege früher geforderte Bewahrung im Notverordnunxswege durchsetzen. Das Rot- j nerordrrunxsrecht darf aber nicht so grundsätzliche, in die Freiheit der Person eingreifenden Maßnahmen ganz neu schaffen. Sie können wegen der dringend erforderlichen Rechtsgarantten nur im ordentlichen(Besetzeswege durchgeführt werden. Die Notverordnung soll jedoch in einem entscheidenden Punkte den konfessionellen Wültschen auf Ausdehnung des Machtbereiches der Fürsorgeerziehung dienen. Nach dem Gesetz können Kinder, deren Eltern das Personensorge- recht entzogen ist, und Mündel, bei denen das Vormundschaftsgericht es für erforderlich hält, nur dann in Fürsorgeerziehung kommen. wenn zur Verhütung der Verwahrlosung besondere Aufwendungen zur anderweitigen Unterbringung erforderlich werden. Ist die Verhütung der Verwahrlosung zum Beispiel durch jugendamtlich« Betreuung oder Unterbringung im Waisenhaus sichergestellt, so kann auf Fürsorgeerziehung nicht erkannt werden. Diese Be- stimmung soll durch Notverordnung aufgehoben und durch eine ersetzt werden, nach der zur Verhütung der Verwahrlosung nach Entziehung des Personensorgerechts oder bei Mündeln ganz all- gemein auf Fürsorgeerziehung erkannt werden kann. Von einer Sparmaßnahme kann dabei keine Rede sein. Es handelt sich lediglich um eine Verlagerung der Kosten in Preußen von den Gemsinden auf die Provinzen, in den meisten anderen Ländern von den Gemeinden auf das Land. Provinzen und Länder sind ober jetzt der Finanznot nicht minder ausgesetzt alz die Gemeinden. Die preußischen Provinzen werden sehr schnell weitere Staatsmittel für die ihnen vom Reich zugewiesen« neue Aufgabe verlangen. Dazu kommt noch, daß die Fürsorgeerziehung pro Tag und Kind teurer ist als die gemeindliche Betreuung und außerdem im Einzelfall durchschnittlich länger dauert. Bedeutet also die beabsichtigte Aendcrung keine Spannaß- nähme, sondern«Ine Umgestaltung grundsätzlicher Bestimmungen des RIWG., die«ine große Zahl von Kindern aus der Fürsorge des Jugendamtes in die konfessionell bestimmte Fürsorgeerzuhnng bringen wird, so ist ein Rowerordnungsrecht nach Artikel 48 der Reichsversassung nicht gegeben. Das sollte man ,m Versassungs» Ministerium eigentlich wissen! Wird trotzdem die beabsichtigte Rot- Verordnung erlassen, dann wird man den gesetzlichen Vertretern der betroffenen Kinder raten müssen, die versassungs- mäßige Berechtigung der Aendcrung im Klage» wege anzusechteir. Uns nimmt nicht wunder, daß gewisse Fürsorgeerziehungs- behörde» und die konfessionellen Derdänd«. in deren Anstalten üocr- wiegend die Fürsorgeerziehung durchgeführt wird, ihren Einfluß auf die Reichsbürokratie zur Ausdehnung der Fürsorgeerziehung benutzen. Im Volk« wird man mit Erstaunen und Widerwillen die Ausdehnung der Fürsorgeerziehung aufnehmen: gibt es doch kaum eine andere gleich unpopuläre staatliche Ein- richtung, kaum«ine, der die Arbeiterschaft mit so viel Mißtrauen gegenübersteht, kaum eine, deren llnzulänglichkelt sich in der legten Zeit so deutlich erwiesen hatt Am Oiensiag Llrieil imHelldorf-prozeß. Verteidigung beantragt Freispruch für SS Liugeklagte. Im HslEdori-Prozeß kamen am Freitag und Sannabend die Verteidiger zu Wort«. Es sprachen die Rechtsanwälte Dr. Sack, Laß, Eoerling, Schirmer und Bloch. Rechtsamvall Triebe! verzichtete wegen der gegen ihn bekanntgewordenen Vor- würfe krimineller Natur auf das Plädoyer, der Lautsprecher aus Kastel, Rechtsanwalt Freißler, auf besten Solidarisierung mit den Krawallisten vom Kurfürstendannn Staatsanwaltschaftsrat Dr. Stehnig in seiner Rede angedemet hatt«, ist wohl aus Wunsch seiner Mitoerteidiger zu chcnrse geblieben. Rechtsanwalt Dr. Sack wollte von den Geständnisten der Angeklagten im polizeilichen Verneh- mungsprototoll nichts wissen: er beklagte sich darüber, daß man gegen die Kurfürstendamm-Angetlagien abschreckende Urteil« fordere, wäh- rcnd man sich gemeinen Verbrechen! gegenüber in Gefühlsduseleien ergehe. Aus subjektiven und objektiven Gründen beantragte er wie sein« Klillegen Freispruch für 39 Angeklagt«. Bloh zwei, Utpot und Meede, dürften verurteilt werden. Das letzte Wort der Angeklagten brachte kerne Ueberraschungen mehr, da» Urteil soll am Dienstag. 3 Uhr. verkündet werden. Enttäuschung in Rappelsdorf. Die Antisemitenschande. Vorstellungen beim Reichsinoenminister. Reichsminister Groener empfing im Innenministerium die Vorsitzenden des Centralverein» deutscher Staats- bürger jüdischen Glaubens, Justizrat Dr. Julius Brodnitz und Rechtsanwalt Dr. Bruno Well und Syndikus Dr. Alfred Wiener, in Gemeinschaft mit dem Vorsitzenden der Reichsarbeits- gemeinschaft der jüdischen Landesverbände,' Kammergerichtsrat Wolf, dem Vorsitzenden des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Dr. Leo Loewenstein, und dem Staatssekretär Dr. Julius Hirsch, zu einer mehr als«ine Stunde währenden Unterredung. Sie trugen dem Minister Proben der maßlosen na» tionalsozialistischen Agitation gegen den Mischen Teil der deutschen Bevölkerung vor: sie wiesen auf die in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen hierdurch erzeugte Unruhe hin und machten besonders auf die durch die Duldung einer zügellosen Agi- tation gegen eine religiöse Minderheit entstehenden Folgen für Ruhe und Sicherheit im Innern und das deutsche Ansehen nach außen aufmerksam. Die Erschienen gewannen aus den ausführlichen Darlegungen des Ministers die Usberzeugung, daß die Reichsregierung die An- griffe gegen die jüdische Religlonsgemeinschast und ihre Bekenner scharf mißbilligt und daß die Regierung fest entschlossen ist, die verfassungsmäßigen Rechte aller deutschen Staatsbürger mit äußerster Entschiedenheit und mit Einsetzung aller Machtnnitel zu schützen.■■• Der frühere tschechische Geaeralstabschef Gajda. der mehrer« Tage unauf'indbar war und von dem es hlcß. daß er sich auf dem Weg« nach der Mandschurei befindet, wo er Führer der We i ßv g a r d i st e n werben solle, hat sich im Prager Strafgefängnis frei- willig gestellt. Während die Prager Polizei ihn iuöste, hiell er in Königgrätz faschistische Bersamnrlungen ab. Gajda wirb im Stroflgesängnis Pankraz zwei Monat« schweren Kerkers abfitzen. »Schon gehört?— Hitler kommt als Gendarm hierher!" «Rüsten wir zum Empfangt Triumphbogen, Ehren» jungfrauen, Tusch!" ..Da kommt ER! ER hat sogar schon einen Verbrecher arretiert. Tüchtig, tüchligt"----„hoher vsas! Im Namen der nationalgesinnlen Bevölkerung von Rappelsdorf.. ..Rlei Suder. da duhnfe sich aw'r irrn! Ich bin fe näm- lich der Schandarm Biicmchen und soll eenen Glabsigen in de Irrnanslalt inliefern. Dar gloobt ejal, er mär der Reichsbräsidente, HS!" Will Japan sprengen? Es droht mit Rückzug aus der Abrüstungskonferenz. Genf. 6. Februar. Der chiuejisch-zap-mische Sonflikk ist. wozu das ZUchleiulreffeu des Schaaghaler Berich!» die oijiziclle Vcgrüuäuog liefert, bis auf weiteres von der Taxesorduung der üjseuMcheu Sitzung«» de» völkerbundsrakes verschwunden, hinter den Kulissen sind die Verhandlungen um so lebhaster. und wenn man den MiKellirngen von japanischer Seite Glauben schenken darf, sind Urse Verhandlungen in eine Krise gekreken. die gleichzelüg eine Krise der Abrüstungskonferenz«»nie. Zapau erteilt offenbar seht die Liuittuug ans die ihm in den letzten Wochen angedeutete Möglich- kelt eines Ausschlüsse« aus dem Völkerbnvd, angesichts deren es in einigen Punkten von feiner intransigenleu Ausfassung abgehen mußte. Es handelt sich auch jetzt um Artikel 15 der Völkerbunds- sahnng. dessen Anwendung auf die Mandschurei Zapau mit größter Entschiedenheit bekämpft. Zapan, so wird erklärt, betrachtet diese Angelegenheit nicht wehr wie noch in der vorigen Woche als eine Rechtsfrage, sondern als ein hochpolitische Angelegenheit. Es habe zu verstehen gegeben, daß es bei Anwendung des Artikels 15 auf die Mandschurei keine Bedenken tragen würde, seine Delegation für die Abrüstungs- konferenz sofort zurückzuziehen, weil dadurch die Kon- ferenz für die Vereinigten Staaten alles Interesse verliert und vielleicht ohne weiteres gesprengt würde— eine Verantwortung, die die japanische Regierung vor ihrer Oefseallichkeit übernehmen zu können glaube. Es seien eifrige vermitilnngsbemühungea im Gang«, deren Erfolg abgewartet werden müsse. Japan soll übrigen» bereits gestern mit der gleichen Drohung die Wahl eines japanischen Vize- präs idealen der Abrüstungskonferenz, gegen die sich bei den kleineren Staaken eine beträchtliche Gegnerschaft gezeigt hatte. durchgesetzt haben, mit der Vegründunq, daß die japanische Dcle- xatlon nach ihrer weiten kostspieligen Reise diese Zurücksehung al» eine Ohrfeige empfinden müßte, die ihre weitere Mllarbetl an der Konferenz unmöglich machen würde. Japanische Zweideutigkeit. London, S. Februar. Di« Meldung, daß die japanische Regierung morgen eine Mit- tsilung veröffentlichen wird, wonach sie sich verpslichtet. die Der- stärkungen aus Thina zurückzuziehen. sobald sie ihre Aufgabe erfüllt haben. 0!), wird in einem Tele- gramm des Reuter-Korrespondenten in Tokio dahin ergänzt, daß in der genannten Reglerungsmitteilung auch erklärt werden wird, die entsandten Truppenverstärkungen würden sich auf den Schutz der japanischen Staatsangehörigen in Schanghai und ihres Eigentums und auf die Beteiligung an der Verteidigung des internationalen Kanzestwnsgebiets beschränken. Die neuen Truppen würden tei» n e n Angriff auf Chinesen unternehmen, sofern diese der Cr- siillung der den Truppen übertragenen Sonderausgabe keinen Widerstand entgegensetzen.(!!). ' Amerika tritt immer lei'er. Washinglou, S. Februar. Im Staatsdepartement wurde heute nochmals daraus hingewiesen, daß weder eine Blockade, ein Boykott. noch«in Ultimatum gegen Japan geplant sei. Eine Unter- breitung neuer Waffenstillstandsvorschläge werde weder heut« noch morgen erfolgen können, da man sich über die nächsten Schritte noch unschlü-ssig sei. Allerdings nehme man an, daß sich die Lage in Schanghai Ansang nächster Woche etwa» geklärt haben dürfte und dann sei eine basiere Aussicht auf erfolgreiche �Handlungen gegeben. Artilleriegefecht in Schanghai.- Wuiung« Karts «och in Chinas Hand. Schanghai. 6. Februar. Am Sonnabend beschränkten sich die Japaner auf. die w e i t e r c Beschießung der chinesischen Stellungen in Schapei, wohei auch einige Granaten in den englischen und amerikanischen Verteidigung»- abschnitt der internationalen Niederlassung fielen, ohne jedoch Schaden anzurichten. Neu einxetrofsene japanisch« 1S-Aentimet«r- Schiffsgeschütze griffen in das Artilleriegefecht«in. Die Chinesen erwiderten das Feuer lebhaft. NordösUich der internationalen Niederlassung bauen die Japaner zur Zelt einen neuen Flugplatz! Ein japanisches Flugzeug wurde am Sonnabend tn der Nähe der Wusung-Forts durch chinesisches Geschützfeuer zum Niedergehen auf den Iangtse ge- zwungen und versank. Der Führer tonnte sich retten. Don chinesischer Seite wird die Meldung über die Einnahme der Wusung-Forts durch die Japaner als falsch bezeichnet. Chinesische Jagdflugzeuge in Schanghai. Schaughat, 6. Februar- Der chinesische Bürgermeister von Groß-Schanghoi hat den englischen Konsul unterrichtet, daß China von jetzt an Flugzeuge in den Kampf einsetzen werde. Es handele sich lediglich um Jagdflugzeuge, und es würden keine Bombenflugzeuge verwendet werden. Die chinesischen Flieger würden größte Sorge für die Sicherheit der internationalen Niederlassung treffen. Aaziabgeordueter verleumdet Braun. Der preußische Ministerpröfldent berichtiak. Ein natianalsozialistischcr Abgeordneter des Thüringischen Landtags hat dieser Tage in einer ösfenllichen Versammlung behauptet. der preußische Ministerpräsident lasse sich gegenwärtig in der Schwerz für 80 000 Goldfranken ein Haus bauen. Mmlsterpräsident Dr. Braun hat den Zeitungen, die diese Behauptung wiedergegeben haben, eine preßgesetzliche Berichtigung zu- gehen lassen, in der er seststellt. daß für ihn weder für de« ge- nannten noch sür einen anderen Betrag in der Schweiz ein Haus gebaut werde und die Nachricht daher unrichtig sei. Der betreffend« Landtogsabgeordnete ist ebenfalls von dem Sachoerhalt unterrichtet worden. Wenn nunmehr die Behauptung noch einmal oufgestvllt werden sollte, so dürfte der Beweis erbracht sein, daß sie wider besseres Wissen aufgestellt wird. In diesem Falle würden unnachsichlltch die erforderlichen gerichtlichen Schrille eingeleitet werden. 350 spanische Iefuiteu haben sich in dem«chioß Mornesfe bei Huq(Belgien) niedergelassen. Das Schloß mit dem 43 Hektar großen Park ist belgisches Staatseigentum und war von der Regie- rung alsSanatortumfürPostbeamt« eingerichtet worden. Dieser Plan wurde aber plötzlich aufgegeben und der Besitz den Jesuiten zunächst auf drei Jahre verpachtet. Dieser Beschluß der belgischen Regierung, der nicht gerade als sehr freundlicher Akt gegenüber der spanischen Republik anmutet, dürfte noch ein Rachspiel lln Parlament haben. Eiserne Frontl Unsere nächsten Veranstaltungen. Montag, den 8. Februar: Stadtgut Malchow: 15 Uhr, Redner: Genosse Heymuth. Ambi-Budd: 16� Uhr, Lokal„Zum Einsiedler", Johannisthal, Am Bahnhof, Sterndamm 4. Redner: Karl Ulke, MdR. Bexirfcsamt Neukölln: 1?� Uhr, Passage-Festsäle, Neukölln, Bergstraße 153. Redner: Albert Falkenberg. Schuchardl, Köpenicker Straße: 16H Uhr, Lokal Micheel, Köpenicker Straße 55. Redner: Emil Barth. D ens)agv den S Februar: Stadtgut Großbeeren, Neubeeren und Diedersdorf: 15 Uhr, Redner: Genosse Heymuth. Textilarbeiterinnen: 18 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Aufgang B, III Tr. R e d n e r: Helene Schmits, MdL Kabelwerk Qberspree, NAG, Akkumulatoren und Telefunken: 16 Uhr im Bürgerparkj Oberschöneweide, Weißkopffstraße 18. Redner; Anton Reißner, MdR. Transportgewerbe: 19 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Redner: Erich Kuttner, MdL Bezirksamt Prenzlauer Berg: 16K Uhr, Kapelle des Hufeland- Hospitals, Fröbelstraße 17. Redner: Emil Barth. Bezirksamt Friedrichshain: 1954 Uhr, Andreas-Festsäle, Andreasstraße 21. Redner: Bürgermeister Paul Mielitz. Bezirksamt Kreuzberg: 20 Uhr, Kammersäle, Teltower Str. 1/4. Redner: Bürgermeister Dr. Karl Herz. Bezirksamt Pankow: 20 Uhr, Konzerthaus Gsell, Pankow, Breite- Straße 54. Redner: Karl Utke, MdR. Bezirksamt Tempelhof: 1954 Uhr, Lokal Pinger, Tempelhof, Dorfstraße 50. Redner; Richard Hille. Angestellte und Handelshilfsarbetler der Firmen Karstadt, Hermannplatz, Joseph u Co., Berliner Straße, Epa, Bergstraße, Epa, Hermannstraße; Dienstag, 9. Februar, 1954 Uhr, Kliems Fesfsäle, Gartensaal, Hasenheide. Redner: Kurt Heinig, MdR. Kaisers KaffeegeschBft, Zentrale; Orenstein u. Koppel: 1654 Uhr, Lokal„Zum Alpenfranz", Spandau.' Redner: Genosse Oltersdorf. Deutsche Lufthansa, Staaken: 1654 Uhr im Lokal Richter in Staaken. Redner: Stadtrat Raddatx. Deutsche Industrie-Werke: 1654 Uhr, Lokal Haack, Spandau, Stresowplatz. Redner: Max Fechner, MdL Wir stoßen vor! Zeugamt Spandan, Zschoppauer Motorenwerke, Osram-Glas- werfce: 1654 Uhr, Lokal„Roter Adler", Spandau, Potsdamer Straße 6. Redner: Clara Bohm-Schuch, MdR. Kraftpostwerk: 16 Uhr, Borsigwalder Festsäle, Borsigwalde, Spandauer Straße. Redner: Georg Maderholz, MdL Fritz Wemer A.-G., Daimler, Kümper und Undcan 1654 Uhr, Lokal„Wildgrube", Marienfelde, Kieperplatz 1. Redner: Hermann Harnisch, MdL R. Stock u. Co., Gelapp: 1654 Uhr, Lokal Dhonau, Mariendorf, Frieden- Ecke Marlenfelder Straße. Redner: Georg Maderholz, MdL Knorrbremse, Siemens o. Planin, Deutsche Telefon-Werke, Abt. Lichtenberg: Danneberg u. Quandt: 1654 Uhr, Lokal Wegner, Frankfurter Allee 256. Redner: Hermann Hämisch, MdL Stralauer Glashütte, Gebr. Kleinmann, Pripowerke, Schlosserei Stimmig, Auerlicht, Behala-Osthafen: 1654 Uhr, Im Lpkal Wertalla, Hohenlohestraße 3. Redner: Max Heydemann. Osram D.: 15 Uhr, Lokal Stock, Am Warschauer Platz 10. Rodner: Artur Crispien, MdR. Mittwoch, den 10. Februar; Osram D.: 1654 Uhr, Lokal Stock, Am Warschauer Platz 10. Redner: Marie Kunert, MdR. AEG Hennigsdorf: 16 Uhr bei Fehlkamm, Hennigsdorf, Hauptstraße 28. Redner: Albert Falkenberg. Vorsitzender des ADB. Bergmann, Seestraße, Dr. Max lewy o. a. im Gebiet der See- und Müllerstraße liegende Metallbetriebe: 1654 Uhr, Pharus- säle, Müllerstraße 142. Redner; Anton Reißner, MdR. Zimmeren 19 Uhr, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Redner: E. Kuttner, MdL SPD-Fraktion Reichsdruckerei: 16 Uhr, Armtn-SäTe, Kommandantenstraße 58/59. Redner; Hans Stelling, MdR. Donnerstag, den 11. Februar: Betriebe der Metallindustrie des Ostens: 1654 Uhr, Andreas- Festsäle, Andreasstraße 21. Redner; Carl litke, MdR. Gummiwarenfabrik Müller: 1654 Uhr, Lokal Wolter, Weißensee, Wörthstraße 15, Ecke Metzstraße. Redner: Emil Barth. Stadtgut Werben: 15 Uhr. Redner; Genosse Heymuth. Berliner Feuerwehr, Arbeitsgemeinschaft Groß Berlin: 19 Uhr, Lokal„Schlesische Heimat", Neue Friedrichstraße 1. Redner: Max Gillmeister, Zuchchausstrafeu wegen Hochverrat. Das Urteil im Altenaer Sprengfioffprozeß. Leipzig, S. Februar. Räch zweitägiger Verhandlung verkündete der viert« Straf- senat de» Reichsgerichts fein Urteil im Altenaer Sprengstoffprozeß. Es wurden verurteilt: Der Elektriker Welkerling wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit einem Sprengstois- verbrechen zu vier Jahren Zuchthaus, der Bauhilfs- arbeiter Pelzer wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tat- «inheit mit einem Sprengstoffoerbrechen sowie Anstiftung zum Diebstahl zu drei Jahren Zuchthaus, der Kraftwagen» führer Schade wegen Beihilfe zur.Vorbereitung zum Hochverrat iu Tateinheit mit einem Sprengstoffverbrechen und fortgesetzten Diebstahls zu zwei Jahren Zuchthaus— sämtlichen drei Angeklagten wird die Untersuchungshaft mit elf Monaten angerechnet— und der Arbeiter Wirth wegen Unterlassens einer Strafanzeige zu acht Monaten Gefängnis unter Anrech. nung der Untersuchungshaft mit fünf Monaten. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtet es der erkennend« Senat, wie in den EntscheL>ungsgründ«n ausgeführt wurde, als festgestellt, daß Welkerling als fanatischer Kommunist und zeitweili- ger Leiter der Ortsgruppe der KPD. den Ehrgeiz gehabt hat. wieder in der Partei ein« Rolle zu spielen, aus der er wegen Differenzen ausgeschieden war. Welkerling hat sich an den leicht zugänglichen Pelzer gewandt. Pelzer hat sich sieben oder acht Sprengpatronen von dem Mitangeklagten Schade verschafft. Das ganze Unter- nehmen ist nach Auffassung des Senats im Interesse der KPD. durchgeführt warben. Da es sich dal ei um ein gemeines und staatsgefährliches Vorhaben Handelle, mußte es mit dem ganzen Ernst und der vollen Strenge des Gesetzes geahndet werden. Daher wurde auch den Angeklagten, von Wirth, abgesehen, die Ueber- zeugungstäterschaft versagt. Während die übrigen Angeklagten das Urteil ruhig hinnahmen, brach Welkerling in heulende Laute aus und rief:.Ich schwöre, daß ich es nicht war. Ich bin nicht dabei gewesen.' Hugenberg und die Präsidentenwahl. Sitzung der deolschnationalen Zieichstagsfraktion. Ueber die Sitzung der deutschnationalen Reichstagsfraktion am Sonnabend wird von der Deutschnationalen Pressestell« folgende Mllteilung ausgegeben:„Die deutschnationale Reichstagssraktion beschäftigte sich in ihrer Sitzung am Sonnabendnachmittag mll der politischen Lage. Die Aussprache wurde in völliger Einmütigkeit geführt Gegenüber den falschen Behauptungen in der Linkspresse stellte der Vorsitzend« Dr. Oberfohren fest, daß auch in der zurück- liegenden Zeit irgendwelche Meinungsverschieden- heilen in der Frage der Reichspräsidentenwahl weder in der Fraktion noch in der Partei bestanden haben.' Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Sccantmartlid) Wr A-litik: ütcUt Schiff: Birlfdmfl: 9. ftllnadkil" ©cmcrffd'aftsbfircquna: 3. Si'iact; RuiBetan: Dr. Zod» Sch>I»»»ki: Solalce und Etmftipfs: ÄttS RatftStt; anjfiacn: Td SI»ck«: fänmlch in Berlin. Brrla«:?orwarIs.Brrlsn D m b. S. Berlin. Druck: B»rn»ijrt».Buchdruckerei und SeilansanftaU Paul Linaer n. 5o.. Berlin SB 88, Lindrnlirafte 8. Hierzu 4 Beilagen. — wir greifen an! Haus-u.Tischwäsche Damenwäsche Herrenw�äsche Filetdecken Leinennetz,_ eeleh gestopft. M/ 3 70 70 em 3,49, 60100 em T a g h e m d Trägerform, mfi reicher■ St/cke retgarnierung I»»» Nachthemd moo. Form, geblümter O 50 Batist, vorzügliche OualitSt Hemdhose echt Mako. Winde/form, feingestrickt, weiss und i aroig, Grösse 44 bis 43 Damen• Unterkleid oder Hemdhose. 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Wir stiegen am Bahnhof Börse ein, hielten einmal in Friedrichstraße, und am Lehrter Bahnhof war unser Grosdien abgefahren." Die Berliner Stadtbahn ist ein Kind der(, runder jähre. 1) ie man damals über das Projekt der Berliner Stadtbahn dachte, zeigt ein Zitat aus dem Buch.„Politische Gründer und die Corruption in Deuisdiland", das von dem angesehenen S aiionalükonomen Dr. Rudolph Meyer verfaßt ist und 1877 in Leipzig erschien. Es heißt darin über die„Deutsche. Eisenbahnbau-Gese.llschaft":„Die Gesellschaft übernahm den Bau versddedener Bahnen, die sie aber nicht fertigstellen konnte, und erwarb die C oheession zur Berliner Stadthahn. Diese sollte vom Ostbahnhof nach. Charlottenburg durch ganz Berlin oder vielmehr darüber weg füfiren. Hierbei wurde nun colossal.gemacht'. Man kaufte zu fabelhaften Preisen für ca. Ii 000 000 Thlr. Grundstücke in Berlin. Einige Commissionäre wurden hierbei durdi die bewilligten 2 Proc. Provisionen reiche Leute. Die II. Emission. von Baubank- Artien, durch die das Capital auf 20 000 000 Thlr. gebracht werden sollte. scheiterte, da jeder Berliner den Schwindel durchschaut e." Damals wurde also tatsächlich der Bau einer Berliner Stadtbahn als Schwindel eingeschätzt. Minister Mique.l habe gesagt:„Die Bahn sei eine militairisdie Nolhme.ndigkeit. Im Falle eines Krieges mit Rußland könnte die Armee von B esten 4 Tage schneller durch Berlin befördert werden.' Der allmächtige Bismarck ließ übrigens Meyer wegen dieser Schrift strafrechtlich verfolgen: Meyer wurde zu Gefängnis verurteilt und mußte ins Exil. 1874 wurde mit dem Bau begonnen; zum Teil benutzte man den alten zugeschütteten Stadtgraben für die Linien- . fiihrung; 1882 war man endlich, fertig. Dabei hat sich über vier Jahrzehnte laug an der Stadtbahn kaum ein Siein geändert. Mit einigen Ausnahmen vielleicht: Damals in. den 80er Jahren gab es noch, keinen Bahnhof Tiergarten, keinen Bahnhof Savignyplatz und keinen Bahnhof Warschauer Brücke. Auch der Verkehr war recht bescheiden. Mir wenig mehr als 200 Züge fuhren am Tage. Heute dagegen fahren über 1000 Züge, täglich. Und wenn im ersten Jahre der Stadtbahn 33 000 Menschen pro Tag befördert wurden, sind es heute 360 000. Bahnhof Friedrichstraße mit der Stadtbahn im Jahre 1882. 50 Jahre Berliner Stadtbahn. M>er«enn auch die Stddtbohn olle die Jahr« hindurch urwer» ändert blieb, so ist doch ihre Urmzebiinq eine andere geworden. Statt eines Schutzmanns in weitzen Hm'en steht heut« ein republi- konischer Schutzpolizist am Bahnhos?llcxanderplatz, am Bohnhoi Zoo machten die Droschkenkutscher«in Nickerchen, wo hem« in langen Reihen beschäftigungslose Tarameter herumstehen, und am Bahnhos Friedrichstratze erleuchteten klein« Gosloternen spärlich den Bohichofsoorplatz, während heute Logenlampen aufflammen und die Nacht zum Tage inachen. � Es interessiert natürlich, ob da? Fohren damals> eine teure oder«in« billige Sache war. Es kam ganz darauf an, meinte der alt« Genosse. Bei den vielen Bsrkehrsunternehmungen gab es l natürlich auch viele Tarife. Daß man für einen Groichsn nur Zwei Stationen fahren durfte, war nicht überwältigend, aber die Pferde- bahn war auch nicht billiger. Wen die Daten imereisieren: lS4t> bona der erste Pferdeomnibu» auf, kurz vor lS70 die erste Pferde. baha. 1882 die Stadlbahn. 1896 die elektrische Stratzenbohn, 1902 die erste hoch, und Untergrundbahn und 1905 der erste Autobus. Daneben gab es noch merkwürdige �Behtkel. Dom Rollenoortplag ftchr ein« Dompsstratzenbahn nach dem Herthas«« in der Kolonie Grunewald. Sonntags mit zwei Anhängern, und dann rumpelte der Zug über den 5burfürstendainm. der damals eine staubige, un- g-pstostcrte Londstratzc war. in die Gegend der heutigen Villen- kolome Grunewald. Autzerdem fuhren in den achtziger Jahren über die Ringbahn Sonntagnochmittags Züge in den Grunewald. Für dies« Züge wurden Rückfahrkarten ausgegeben: von Schön» hauser Allee kostete es 50 Pf., ab Wedding nur noch 30 Pf. Di« vou der weidendommer Brücke noch Tegel fahrende Pferdebahn nahm für die ganze Tour 50 Pf., das war für damalige Zeilen ein schweres Stück Geld. Die Teilstrecke von der Weiden- dammer Brücke nach dem Wedding kostet« Gott sei Dank nur einen Groschen. Dagegen war der Pferdeomnibus, der vom Alexander- platz über Pankow nach Niederschönhausen stihr, beinahe billig, die ganze Fahrt kostete 2-5 Pf. Die elektrisch« Straßenbahn kam erst später. Aus Anlaß der Gewerbeausstellung im Treptower Park errichtete Siemens eine Straßenbahn, die von der Bchrenstraße über die Mauer-, Schützen-, Markgrafen und Hollmannstraße zum tllörlitzer Lohnhof und von da weiter nach Treptow fuhr. Diese sogenannt« Siemensbahn blieb nach Schluß der Ausstellung stehen und wmde der Grundstock unseres heutigen Straßenbahnneges. Kleine Landkarte von-1882. Wie denn nun damals Berlin ausgesehen hat, wollten wir wissen..Ich sagte ja schon", wiederholte der Alte,.wenn man den Kurfürstendamm nach Halensee hinousgcpugert war, sah man aus wie ein Landstreicher, so staubig war es dort." Der Rollen- dorfplah war eine Wüste, am Friedrichshain war Berlin zu Ende. Auf der Landkartenbcilagc zum Berliner Adreßbuch von 1882/83 ist Lichtenberg ein fernes Dorf: Pankow ein Ort weit draußen vor den Taren: jenseits der Potsdamer Brücke liegen Schönebergs Felder, und Wilmersdorf und Schmargendorf fino traumverlorene, wiefenumgürtete Dörfer. Rirdorf steht auf der Karte und doneben sind die Rollberg« verzeichnet, die höher alz die Häuser waren. In Boxhagcn war eine Tulpenzwiebelzucht noch bollönbilchcm Muster: Berliner, die sich die Hyazinthenfelder gern aufthen wollten, pilgerten damals mit Kind und Kegel nach Boxhagcn, immer die glühhciße, dorrende Landstraße entlang. Und diese Straße ist heute mitten im Berliner Osten die bescheidene Boxhagener. Sttaße. W«dding und Moabit waren(Sutshösc, dorthin wurden noch in den achtziger Jahren Eonnlagsausflüge gemacht! Am Oranien- burger Tor, auf dem Grundstück Chaufseestr. 1, stand noch die Maschinenfabrik van A. Borsig mit den Kolonnaden am Eingang. Ab und zu fuhr eine Pferdebahn über das menschen- leere Tor. Der Schissbauerdamm Halle noch kein gemauerke» Bett, Modell eines zweistöckigen Stadtbahnwagens, wie er in den ersten Jahren auf der Stadtbahn verkehrte. die Spree floß durch Berlin wie heute etwa die Dahme bei Schmöck- wig. un» der große Rummelplatz Berlins war die Haienheide, um- geben von Wiesen und Feldern. Tasse Kaffee-- 35 pf.? Bei allen Chroniken fällt nun aus, daß sie den Vergnügungen der jungen Reichshaupkstadt so außerordentlich viel Raum schenken. Man ist in drei Minuten orientiert, wie die Tanzsäle in den acht- ziger Jahren hießen, und welche Biersorten es gab, ober noch einem Hinweis auf die Höhe des Mietzinses zwischen 1880 und 1890 wird man vergeblich suchen. Also fragten wir:.Hoben denn damals die Berliner so schrecklich herumgetobt?".I bewahe«. Ich erinnere mich noch gut, daß die Taste ttassec in den Lotaleu rings um den Herthasee im Grunewald damals schon 35 Ps. kostet«. Dann waren das dort sein« Lokale, die schenkten niclst einmal Kaffee in Kannen aus. Wer ein« Kanne Kossee haben wollte, der wanderte weiter nach den Fischerbülten bei Schlachtensee." Eine Arbeüersamilie konnte also schlecht erst das Fohrgeld mit de' Dampfbahn bezahlen und dann noch für vier Personen je eine Taft' Karfee i 35 Pf. kauten. Dos Uc bliche war, zu Fuß nach Pankow. Schoneberg. Halensee, Rixdorf, Treptow oder noch dem Gesund brunnen zu laufen und dort für 60 Pf. einen Riescnbottich Kaffee zu kochen. Es kam ja auch keiner auf den Gedanken, sich in den Ausflugslokalen etwas zu essen zu kaufen: man brachte sich bis pi dem Glas voll Gurkensalot alles mit. Verschwundene Musentempel. Bei den geringen Verdiensten war es übrigens eine schwierig» Sache für junge Arbeiter, ins Theater zu gehen..Einmal im Jahr konnte ich es mir leisten, in die Kgl. Oper zu gehen. Der Stehplatz im 4. Rang kostete 1 Wart. Wer zuerst da war, konnte sich an- lehnen. Denn die Hitze da oben war fürchterlich. Damals gab es nur Gasbeleuchtung, dos beizte vielleicht! lind die nicht zeitig genug gekommen waren, sahen nicht einmal die Bühne, sondern hörten nur die Musik." In den anderen Theatern waren die Trampellogen billiger. Viele Muscntciupe! von einst sind verschwunden. Wo heule die Kaiser-Wilhelm- Straße die Wünzstraße durchbricht, stand das Viktoriatheater: ein großer Bau, der Ausstattungsstücke herausbracht«. Der Weinbergsweg war in den achtziger Jahren bepflastert mit Theatern:«s gab da das National- und dos Germaniatheater. Hier stand die berühmte Mutter Gaebert und schenkte ihr Weißbier aus. Auch das nicht minlder berühmte Känigstädtische Thealer, das am Alcxanderpla!; stand, ist verschwunden, ans dein Friedrich-Wilhelinstädtischen ist ein Kino geworden,.und im Deutschen Theater— es hieß damals anders— wurden in den achtziger Jahren die Operetten von Osfen- bach, Millöcker und Strauß lzerausgebrocht. Im Opernhaus haben wir in der Hitze vier Stunden lang auf Zehenspitzen gestanden, nur weit Albert Niemann in Meyerbeers.Prophet" die Titelrolle sang", llebrigens drückte man sich früher während der Pausen nicht in den Foyers herum, sondern ging in den Garten, den'eilt alle Theater hatten. i.t bis 24 Mark Wochenlohn. Nun wollen wir endlich wisten, was die Leute vor 30 Jahren oerdientcn. Als unser Gewahrsmann 20 Jahr« alt war, verdiente er als Hausdiener 11 Mark in der Woche. Er suchte sich andere Arbeit und bekam da 52 Mark im Monat. In einer Peitschen« sobrik verdiente der Vorarbeiter 24 Mark in der Woche, die Arbeiter 15 bis 20 Mark..Wir wohnten damals in Schlafstelle. Das kostet« 9 Mark im Monat. Wr waren drei Mann im Zimmer. 6 Mark machte das Schlaien nnd 3 Mark der Kaste«. Wenn mau nur zu zweit in einem Zimmer sein wollte, mußte man 8 Mark pro Zimmer bezahlen. Gearbeitet wurde von 7 bis 7 Uhr. Davon machten die Arbeiter eine halb« Swnde Frühstück, eine Stund« Mittag und eine halbe Stund« Vesper. Ein Gaskocher war bereits in d r Fabrik. Da kochten wir uns Kaffee und aßen unsere Stulle» da- zu." Die Zeitungen kosteten 5 Pf. An Paddelboote und Fahr- räder könnt« damals kein'Arbeiter denken. Die Läden hatten bis 10 Uhr geöffnet. Auch Sonntags. Nur während der Kirch z.'-t M I.3keo-llowIZL |T;■. HO« MI.. fytsatuw Wäschestoffe' Hemdentuch et 80«r hrt'rt.•••*» Ueberlaken Kissenbezug .Mir � Bettfedern f Ä 95 Pf. Dauniger Rupf WHSf A. M» Pfund �.3» Linon, mühaitd- gezogenen Hohl- 'liumen.__ ca. 150 x 250 Oberbettbezug Linon, feinfädig, zum Knäpfan, n ca. 130X200 �,.25 Linon-Garnitur mit sinem be-«. stickt. Kissen �|.50 Klöppel- PQ Einsatz DOPf- Bettlaken ung&bl. Nessel, ca. 140X210 1 .09 Bettlaken kräftlsr»r. Dowlaa, 1 ca. 140X210 1-65 f Gekaufte Wäsche wird gratis gestickt Js VirMBd-Hbl. Prln«.n-«tr. S°«UM Wischtuch 37 X 40, Waffelbett- decke weiß, gebogt. 2 ca. 150X200 .95 Handtuch 17» Gerstenkorn. mit roter Kante.. Handtuch Jacquard, Reinleinen, 48 X100 O sr Pf. Frottierhandtuch wiiear Krtu Ml statt, Indanthran- färb. Stralf. 29 Pf. farbig gemustert. Indanthren, A ca. 145 x 180 6}, 45 Schlafdecke weiß, mit farbiger Kante, d 140x190 1.85 Daunendecke wÄm« Vamsv- pari»!, mit ta Daumn, ca. 130 X 200 29.75 Fellvorleger 440 weiß, abgefüttert Metall- Bettstelle Bcgflnforrq. mit Zuffade*- iratraU«. weil). 80x185 Metall- Bettstelle| Bogonfürm, mit Zugfe-kr- matratz2. 33 iibr- Bügel. *■3.3. 90X150 11 .85 Garderoben-Schrank eücm ör./itürx mit Huttodn u. Staus«, Ws«'- t;«f. weiß Uok. 42 Kinder-Holzbett- 1 stelle A. 14�| 70 X 140, Miß lackiert.... \Prinzen-SfK 1 WifmerjdorferStrA Frankfurter. \fckeSebd5lidn-Str\i€keßismdr(k-Str.| Al/ee 30¥ tnurbc mifeen vor sie Schaufenster«in weißer Vorhang gehängt. Die„Heringsbändiger" waren die reinsten Sklaven. * Waren schließlich die jungen Arbeiter noch so müde, am Abend setzten sie sich am Hockeschen Markt auf die Pferdebahn und fuhren für 10 Pf. zum Wadding. Hier gingen sie in das Haus Müller- straße 179a zur Arbeiterbildungsschule Heute erzählen die Alten noch von Bruno Borchardt, der damals in der Müllerstratze der bildungshungrigen Arbeiterjugend Mathematik lehrte. Es ist jetzt auch ungefähr S0 Jahre her. datz Eugen Dühring in Berlin feine Mannen sammelte. Wie ein leuchtender Stern inmitten des sozialistischen Schrifttums erschien dann Friedrich Engels„Anti- Dühring".„Wir haben dieses Buch geradezu verschlungen, unsere Begeisterung darüber war grenzenlos", sagt« der alte Genosse. Und dazu kennt die Generation der achtziger und neunziger Jahre heute noch ihren Goethe so gut wie ihren Lessing und Hein«. Was heute der Sportplatz ist, war eben früher das Kämm«rlein. Gefängnisurteile in Lübeck Die Professoren haben fahrlässig gehandelt— Ein ungeeignetes Laboratorium Kriminalität der Zugendlichen. Ein bedauerlicher Zahlenirrtum. In verschiedenen Berliner Zeitungen waren Artikel erschienen unter der Ueberschrift ,.100 Kinder vor dem Richter. Die Jugendkriminalität in 3 Jahren verdreifacht".„Die Verdoppelung der Zahlen der Strafverfahren." Diese Angaben dürfen nicht unwidersprochen bleiben, denn sie sind, wie das Nachrichtenbüro der Stadt Berlin mitteilt, völlig unrichtig. Die Zahlen des Statistischen Amtes sind von dem Verfasser des Artikels irrtümlicherweise doppelt ge- zählt worden, eimnal bei jedem einzelnen Jahrgang und dann bei der Zusammenstellung der Jugendlichen(von 14 bis 18 Iahren) j und der Halberwachsenen(von 18 bis 21 Iahren). Es handelt sich! in Wirklichkeit also nur um die Hälfte der Zahlen: für das zweite Vierteljahr 1931 daher nicht um 23S4. sondern um 1182, für das dritte Vierteljahr 1931 also nicht um 2336, sondern um 1168 ab- geschlosiene Strafverfahren. Ebenso ist von allen übrigen Zahlen immer nur die Hälfte zu nehmen. Die Gesamtzahlen für dos Jahr 1931 werden also nicht etwa 10 000, sondern etwa 4600 eroebcn, werden also vor- aussichtlich hinter der Gesamtzahl des Jahres 1930, die 5211 betrug, nicht unerheblich zurückbleiben. Weiter handelt es sich nicht um„Kinder", sondern zu zwei Drittel der Fälle um Minderjährige von 18 bis 21 Iahren. Die Kriminalität der Jugendlichen ist nicht ge- stiegen, sondern heruntergegangen, und Zwar um 2892 im Jahre 1928, auf 2375 im Jahre 1929, 1930 waren es 2379 ab- geschlossene Strafverfahren. Für die drei ersten Vierteljahre be- tragen die Zahlen: 1929: 1705 1930: 1786, 1931: 1475. Die Steigerung der Zahlen der Halberwachsenen beruht nur zu einem Teil auf einer Zunahme der Kriminalität, zum anderen Teil aber darauf, datz erst seit Ende 1929 eine regelmäßigere Mitteilung der Strafverfahren an das Jugendamt erfolgt. Nazis als Wegelagerer! Hinterhältiger tteberfall auf Neichsbannermann. In der Dortmunder Straße in Moabit wurde in der Nacht zum Sonnabend ein Reich»bannermann Kurt L. von 30 Hakenkreuzlern überfallen und niedergeschlagen. L. befand sich gegen 23 Uhr mit einem Fahrrad aus dem Heimweg. Als er durch die Dortmunder Straße fuhr, wurde er unweit des Borsigstegs von etwa 30 Hakenkreuzlern umringt und vom Rade gerissen. Mit Schlaginstrumenten hieben die Burschen auf den Wehrlosen ein und schlugen ihn nieder Einer der Burschen schwang sich auf das Rad und entkam damit. Der schwerverletzte Reichs- bannermann wurde von Pasianten, die den Ucberfall beobachtet hatten, nach dem Moabiter Krankenhaus gebracht, wo erhebliche Schädelwunden festgestellt wurden. Die Polizei nahm die Ler» folgung der nationalistischen Strolche auf, leider hatten sie einen so großen Vorsprung gewonnen, daß sie nicht mehr festgestellt werden konnten. Wie wir aus Moabit erfahren, betätigen sich die Haken- kreuzler in letzter Zeit häufig als W e g e l a g e r e r. Die Polizei sollte darum dieser Gegend in den späten Abendstunden noch mehr Aufmerksamkeit schenken. ! üb eck. 0. Februar. Am«ounabend um 18 Uhr verkündete das Gericht im Calmette-Prozeß folgendes Urteil: Professor D e q ck e wird ivegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit Körper- Verletzung zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Professor Dr. A l t st a e d t wird wegen Vergehens der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu einer Gefängnis- st r a f e von einem Jahr und drei Monaten der- urteilt. Die Angeklagten K l o h und Schwester Anna S ch ü t; e werden freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens werden den lllngeklagten. soweit sie verurteilt sind, auferlegt, soweit Freispruch erfolgt ist, trägt sie die Staatskasse. Die ttrkeilsbeqründung. Zur Begründung des Urteils führte der Vorsitzende aus, daß es ihm infolge des umfangreichen Prozeßmaterials nur möglich fei, einen kurzen Abschnitt aus der Begründung wiederzugeben, der auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben könne. Die ausführliche Begründung müsse noch vorbehalten bleiben. Auf Grund der Sach- verständigengutachten habe das Gericht festgestellt, daß von den 76 gestorbenen Kindern 63 an den Folgen der Fütterung, nämlich Fütterungstuberkulose, ver starben seien. Bei drei Kindern war überhauvt keine Erkrankung infolge der Fütterung feststellbor Bei den anderen fünf Kindern sei wohl auch eine Fütterungswberkulose festgestellt worden, jedoch sei diese nicht die Todesursache gewesen. Aehnlich verhalte es sich bei den anderen erkrankten Kindern. Auch hier fei bei der großen Mehrzahl einwandfrei die Erkrankung infolge der Fütterung feststellbar ge» wesen. Das Gericht sei der Ansicht gewesen, daß grundsätzlich die Möglich kert eines Rückschlags vom Gericht anzuerkennen fei. Wer mit der Mehrzahl der Sachverständigen stehe das Gericht auf dem Standpunkt, daß die Möglichkeit des Rückschlags für die Erklärung des Lübecker Unglücks nicht in Frage komme. Es fei demnach nur die andere Möglichkeit gegeben gewesen, daß es sich um einen Rück- schlag durch eine Verunreinigung handele. Dieses Habs das Gericht als erwiesen angesehen Nach Lage der Dinge hat ein Rückschlag nur durch Verunreinigung in Frage kommen können. Wo diese Verunreinigung vorgekommen ist. lasie sich mit Sicherheit nicht aufklären Es handle sich mehr um«in unerkanntes Versehen Für diese Annahme des Gerichts feien erstens die von den Sachverständigen vorgetragenen Ergebnisie ihrer Unter- suchungen und zweitens der von den Sachverständigen als unzu- reichend bezeichnete Zustand des Lübecker Laboratoriums maßgebend gewesen. Dr. Altstaedl. Profesior Klotz und Profesior Deycke hätten so- wohl bei der Einführung wie bei der Durchführuug fahrlässig gehandelt. Das Gericht stehe auf dem Standpunkt, daß die Fahrläsiigkeit auch darin liege, daß man den Eltern, Hebammen und Schwestern den Impfstoff zur Fütterung an die Kinder verabreicht habe. Hieran feien Professor Deycke und Dr Altstaedt mitbeteiligt. Die Mit- Verantwortung Altstaedts für die Herstellung des Impfstoffes ergebe sich daraus, daß Altstaedt als Träger der Einführung des Ealmette- Verfahrens anzusehen sei. Das Lübecker Laboratorium möge ein ausgezeichnetes Krankenhauslaboratorium sein, für den Zweck der Herstellung des Impfstoffes sei es jedoch nicht geeignet gewesen. freie SoziaSistfscHe Kochschule fotmabcnd. den 13. Febrcor, I91? CJh% hantcs, Leipziger S'ra£e 3, spricht Gen. m Pknnr aal des eh�m. Hcrrcn- P oL Cr. 1 mil Lederer fiber: „Wir seftafts Krise ohne Eirde!'* Karen zum R eise von 50 Pf s'nd an den bekannten Verkaufsstellen zu haben. Karten ich Erwerbslose u. Studierende zu ermäßigren Preisen an der Abendkasse 250 Tiere verbrannt. Nei einem Großfeuer auf einem mecklenburgischen Gut. Aeustrelih. 6. Februar. Ein größeres Feuer kam in der Nacht zum Sonnabend aus dem Gut Ramelow bei Friedland aus. Gegen 1 Uhr nachts wurde bemerkt, daß der große Schaf- und Schweinestall, der in einem Gebäude vereinigt war, in hellen Flammen stand. An eine Rettung des Gebäudes war nicht mehr zu denken. Etwa 6 0 0 Schafe und 150 Schweine kamen in den Flammen um. Außerdem wurden erhebliche Futteroorräte und landwirtschaftliche Maschinen mit vernichtet. Unter großer Anstrengung der Wehren aus der Umgegend gelang es, das Feuer von den bedrohten Nach- bargebäuden fernzuhalten. Man oermutet vorsätzliche Brandstiftung. Elf Lahre unter falschem Aamen. DaS Schicksal eines Entsprungenen. Beamten der Einbrechcrstrelfe ist gestern abend ein guter Fang geglückt. In einem Schlupfwinkel in der Christinenstraße wurde ein Mann, der sich H e l l m a n n nannte und zahlreiche Einbrüche auf dem Kerbholz hatte, ermittelt und festgenommen. Als sich die Beamten des Polizeipräsidiums mit dem angeblichen Hellmann näher befaßten, stellten sie auf Grund von Fingerabdrücken über- raschend fest, daß der vermeintliche Hellmann seit elf Jahren einen falschen Namen führte und auch gefälschte P a p t« r e bei sich hatte. In Wirtlichkeit heißt er Wilhelm Siegel. i S. hatte allen Grund, einen anderen Namen zu führen, denn seil elf Jahren wird er von der Staatsanwaltschaft wegen Mord- verdachtes gesucht. In einem Steinbruch in Süddeutschland hatte S. einen Arbeitskollegen, offenbar um ihn zu berauben, in einen Steinbruch gestürzt. Der Unglückliche wurde. tot auf- gefunden. Siegel wurde bald darauf verhaftet, auf dem Bahntrans- port gelang es ihm jedoch, zu entspringen. 1925 wurde er wegen eines Einbruchs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt— unter seinem falschen Namen Hellmann oerbüßte er die Strafe, ohne daß die Behörden den Betrug merkten. Siegel ist dem Vernehmungs- richte? vorgeführt worden._ Rassehunde auf der»Grünen Woche*. Im Rahmen der Grünen Woche spielen die Sondertierschauen eine Rolle. Zuerst stellten sich Hühner und Kaninchen vor. Unter den Pelztcägern fielen besonders die in allen möglichen Färb- tönen gezogenen Costa-Rex auf. von denen man einen beinahe voll- gültigen Edelpelzersatz erwartet. Dann haben sich auch die Rasse- Hunde in Massen oersammelt. Obwohl die Windhundrennen hinter dem elektrischen Hasen, bei denen im Jnsclreich ein großer Teil des englischen Volkes fast täglich sein Geld oerweUet, bei uns sich nicht einbürgerten, sind doch die schnellen Whlppets und Grey- hound» in ansehnlicher Zahl vertreten. Das gleiche kann man auch von den wunderschönen Barsois sagen, die einst in ihrer Heimat Rußland G:brauckishund waren, aber bei uns jetzt mehr zum reinen Luxustier werden. Daß serner deutsche Doggen und Rottweiler, die Bewacher von Grundstücken, und die intelligenten, auch für den persönlichen Schutz des Etagenbcwohners in hohem Maße geeig- neten deutschen Schäferhunde und Dobermannpinscher in Pracht- exemplaren vorhanden sind, versteht sich von selbst. Erstklassige Tiere findet man desgleichen unter den Boxern, die sehr gut zum Gcbrauch-Hund zu oerwenden sind, die aber der kleine Mann nicht gerade bevorzugt. Der Airedaleterrier hat im Kriege treue Dienste geleistet und seitdem wird er in Deutschland von Jahr zu Jahr be- licbter. Das bemerkt man ferner bei den Schnauzern und Riefen- lchnauzern, die in erhöhtem Maße die Aufmerksamkeit der im Wach- dienst tätigen Männer finden. Die französischen Bulldoggen und Einst ist sie eine berühmte Luftturnerin gewesen, und in jeder illustrierten Zeitschrift sah man ihr Bild. Doch jetzt ist sie alt, man kann sie nicht mehr herausstellen. Nun über- wacht sie die Spannung des Netzes und steht unten, wenn die Nummer arbeitet. Ihr Mann ist nach wie vor der Fänger der Truppe. Jetzt macht feine Schwägerin die gleichen Tricks, die früher seine Frau ausführte. Und feine Frau steht unten und verfolgt jede Bewegung genau. Mit- unter kommt Sehnsucht in ihren Blick. Ach, noch einmal, nur noch einmal mitmachen können. Sie starrt auf die schlanke Anita. Anita mustert sich, Anita mustert die alte Frau. Ach, ja, als Zlrtiftin mutz man Figur behalten. Anita denkt an sich, ach sie ist oft so müde, wird sie früh alt werden? Und was dann, was dann? Sie will jetzt nicht grübeln. Billy schilt immer, wenn sie schwermütig ist. er sagt, Schwermut sei Schwäche. Darum wendet sich Anita ab und spielt mit einem min- zigen Hund, den eine kleine Negerfrau im Arm hält. Billy und Anita arbeiten, sie haben große Erfolge, sie sind mitgerissen von dem Rausch des Zirkuslsbeno, sie sind sehr sparsam. Sie missen, man kann nicht sein Lebtag Artist sein.' In der Nacht des Abbaues sparen sie die Zimmermiste, dann schlafen sie im Extrazug. Die Bahnverwaltung läßt ihn irgendwo an einer Laderampe stehen und die Zirkusdirektion stellt ihn den Artisten zur Verfügung. An die Fenster weichen Zettel geklebt, die jedem Artisten sein Abteil anweisen. Billy mutz mit mehreren der Cowboys in einem Abteil hausen. Er macht es sich schnell bequem, er schläft auf dem Futzboden. Anita bekommt immer gemeinsam mit ein paar jungen Stehendreiterinnen ein Abteil zugewiesen. Die Mädchen plaudern bis in den frühen Morgen. Sie legen Decken und Mäntel auf die harten Holzbänke und räkeln sich trotzdem ziemlich lange, bis sie einschlafen. Wenn sie endlich einge- schlafen sind, wird der Zug rangiert und sie werden unsanft aufgeschreckt. Sie plaudern wieder, um sich die Zeit zu ver- treiben. Ein paar Abteile entfernt spielen Araber Karten. Sie sind tüchtige Akrobaten, sie trinken nie Alkohol, sie rauchen keine einzige Zigarette, man sieht sie nie in leichtfertiger Ge- sellschaft, sie spielen Karten. Sie begeistern sich derart bei ihrem Kartenspiel, daß sie oft die andern Artisten um ihre Nachtruhe bringen. Falls morgens der Zug eben vor dem Bestimmungsort noch einen längeren Aufenthalt hat, dann eilen die Artisten schnell an die Bahnhosswasserleiwng, um sich den Schlaf ' aus den Augen zu spülen und sich ein wenig frisch zu machen. Das Wanderleben macht praktisch das mutz man scyon sagen. * Anita sitzt auf einem Koffer in dem Wagen der Wild- West-Schau, der kein Wohn-, sondern nur ein Packwagen ist. Sie bläst blaue Luftballons zu verschiedener Größe auf und oersieht sie mit einem Klex weißer Farbe. Das Weiß ist das Ziel für Billy. Er zerschießt nachher in der Vorstellung diese Ballons. Buffallo Bill zerschoß blaue Glaskugeln, aber Glas splittert, es ist im Zirkus durchaus nicht ungefährlich, daher ist die Wahl nunmehr auf Luftballons gefallen. Bill? nennt diese Vorbereitungen Anitas Schularbeiten. Billy selbst arbeitet an seinen Gewehren. Anita nimmt eine Ansichtspostkarte aus ihrer Handtasche. Billy schreit:„Anita, nimm nicht die Revolver als Schreib- unterläge, sie sind scharf geladen." Anita sucht und rückt, bis sie ein Plätzchen findet. Sie schreibt an ihren Vater diese Karte. Sie zeigt einen ehr- würdigen Dom. Anita hat ihn noch nicht gesehen, sie weiß überhaupt nicht, ob er in dieser Stadt steht, in der sie äugen- blicklich weilen. Doch er sieht imposant aus, er gibt viel her, man wird daheim im Laden diese Karte von Hand zu Hand gehen lassen. Anita will Ort und Datum schreiben und fragt:„Billy, wie heißt eigentlich die Stadt, in der wir jetzt sind." „Anita, das weiß ich nicht, ich wohne in der Straße „Hinter dem Ehor", das ist alles, was ich von der Stadt berichten kann." Beide lachen. � Anita ruft den Löwendompteur an. Er ist bis an die Ellenbogen blutig, da er das Pferdefleisch für seine Tiere zertellt. Der Angerufene hebt den Kopf und lacht mit seinem Reklamegebitz in das Wagenfenster hinein:„Ich weiß nicht. wie diese Stadt heißt." Ein Elown geht vorbei. Er weiß, wie die Stadt heißt. Er hat die Restauration gepachtet und hat darum bei Unter- zeichnung von Liekeningen usw. den Namen der Stadt schon schreiben müssen. Eo nennt ihn und buchstabiert ihn vor- sichtshalber. Anita und Dilly, der Clown und der Dompteur, alle vier lachen. Na, sie absolvieren ö3 Städte in dieser einen Saison, wie sollen sie da die einzelnen Namen wissen. Billy ist hilfsbereit, Billy ist freundlich. Er geht mit einem Araber zum Arzt. Der Mann hat sich gestern während der Vorstellung weh getan, er muß sich die Hand verletzt haben, er hat die ganze Nacht nicht geschlafen. Der Arzt stellt sofort einen Bruch fest, läßt eine Röntgen- ausnähme machen, die er einem Kollegen in der nächsten Stadt, die der Zirkus besucht, schicken will. Billy steckt die Adresse sorgfältig in seine Vriestasche. Schweigsam trottet er neben dem Araber her. Der Araber ist Akrobat, er hat die Hand gebrochen. Billn würde sich für einen Rohling halten, wenn er in diesem Augenblick den Mann zu trösten versuchte. Am Nachmittag brütet eine furchtbare Hitze im Zelt. Es ist eben vor dem Einlaß zur Abendvorstellung, und die Araber üben. Sie sind ehrgeizig. Der Kranke fällt aus. Die andern wellen ein paar komplizierte Sprünge mehr ein- legen. Der Kranke hast einen Springer an der Longe, das heißt, der Uebende zieht einfach den Gürtel seines Gewandes eng und stellt auf diese Weise die Longe her. Der Kranke häst�den Springenden fest, er läuft im gleichen Schritt mit, doch" mißglückt der neue Sprung immer wieder. Draußen tummelt sich Hans, das bedenklich freche und zudringliche Glücksschwein des Zirkus. Es darf, wenn keine Vorstellungen sind, durch die ganze Zeltstadt lausen. Ein sedcr ist beglückt, falls Hans ihm begegnet. Hans nutzt jede Situation aus. Hans bettelt andauernd und unverschämt. Billy sagt sich, die Araber haben das Glück fetzt nötig. Er will ein wenig das Glück korrigieren und lockt Hgns in die Manege, in der die Araber proben. Die aber brechen sofort die Proben ab, rennen davon und schreien andauernd:„Geh weg, Hans! geh weg!" Und Billy schiebt den Cowborhut tief ins Gesicht, ach, ja, die Araber sind Muslimen. Für sie find Schwein? im- reine Tiere..(Fortsetzung folgt.) hfc schottischen Temer sind durch ihr absonderNches Aussehen im- gewollt die Clowns unter den Hunden. So recht für die Grüne Woche passen die speziell für den Jagdbedars gezogenen Hunde, während die tlsinsten Luxusrassen, die nichts anderes als leben- diges Spielzeug sein sollen, trotz des Geldwertes, den sie verkörpern, von manchem Menschen gar nicht mehr so recht als Hund angesehen werden. Lobe in Oranienburg. Scharfe Abrechnung mit den Nationalsozial>sien. Der grotze Saal im Schühenhaus in Oranienburg, in dem dieser Tage Reichetagepräsidenk Genosse Paul Lobe in öffeuilicher Versammlung sprach, mutzte schon eine halbe Stunde vor Leginn polizeilich gesperrt werden. Die Orauien- burger Sozialdemokraten können aus den Erfolg ihrer großen werbeveranslallung stolz sein. In seiner immer wieder von Beifall unterbrochenen Rede stützte sich Lobe vor allem auf die Erfahrungen, die er als R e i ch s t a g s- Präsident mit den Nationalsozialisten gemacht hat. Die Leute, die im Lande den Mund nicht voll genug nehmen konnten, haben nachher im Parlament vollkommen versagt. Sie, die den Poung- Plan in ihren Versammlungsreden als einen Schandvertrag be- kämpften, drückten sich, als es ernst wurde. Im Reichstagsausschuh wurde ein Antrag beraten, der die Aufhebung der Doung-ZaHlungen zum Ziel hatte. Herr General o. Epp, Herr Staatsminister Dr Frick, der frühere kaiserliche Offizier Herr Göhring und zwei weitere Nationalsozialisten entzogen sich der peinlichen Pflicht, zu ihren großen Worten zu stehen und drückten sich von der Sitzung. Vor ihren Wählern prahlen Nationalsozialisten mit ihrer sozialen Gesinnung. Sie nennen sich ja sogar Sozialisten. Als aber im Reichstag die Anträge der Sozialdemokraten gegen die hohen Zahlungen an die Fürsten und für ein« Herabsetzung der Lasten der proletarischen Schichten auf der Tagesordnung standen, da waren die Gefolgsmänner des Braunen Hauses wieder nicht zu sehen. Parteibuchbcamtentum und Bonzenwirtschaft, die nach ihren Worten nicht scharf genug bekämpft werden können, sind nirgends so zu Hause wie bei den Nationalsozialisten. Die Rede Löbes wurde immer wieder von Beifall unterbrochen, In der Diskussion versuchten zwei Kommunisten verschiedener Rich- tung vergeblich die Argumente Löbes zu widerlegen. Die National- sozialiften waren nur durch Horchpostcn vertreten. Die Versammlung schlotz mit einem begeistert aufgenommenen Appell, die Eiserne Front der demokratischen Republik zu stärken. Sie war ein großer Erfolg der Oranienburger Sozialdemo- traten._ „Kahenwürgen." Ein Tierquälereiprozeß in Neukölln. Der Neuköllner Tlerguälereiprozetz, der seit über einem Zahr bei dem Neuköllner Amtsgericht schweb», und der überall grötztes Interesse gefunden hat, stand erneut vor dem Einzelrichter zur Verhandlung. Angeklagt uxirsn der Kaufmann Hans B o s l i n k und der Jagdaufseher Rudolf Presch wegen Tierquälerei in zwei Fällen. Die Angeklagten hatten im Juli 1930 in Selchow auf dem Grundstück von Boslink mehrere junge Jagdhunde auf eine Katze gehetzt, die, wie durch Zeugenaussagen erwiesen wurde, an den Vorder- uizd Hinterläusen gefesselt war. In diesem wehrlosen Zustand warfen die Angeklagten das Tier den Hunden vor, die sich sofort darauf stürzten und die Katze blutig bissen, B. selbst schlug dann noch mit einer starken Latte auf die Katze ein. Der zweite Fall, der zur Anklage stand, ereignete sich in dem Jagdrevier des Jagdaufsehers Presch. Dieser Angeklagte hatte dort eine wildernde Katze angetrossen, die er angeschossen und schließlich mit einem Knüppel totgeschlagen heute Zu dem ersten Fall behaupteten die Angeklagten, daß es üblich sei, junge Hunde dadurch abzurichten, dah man ihnen Katzen vor- werfe, die wegen der anfänglichen Ungeschicklichkeit der Hunde gefessell werden. Oberamtsanwalt Kelsch hielt die Angeklagten hin- sichtlich des ersten Teiles der Anklage für schuldig. Er beantragte die Höchststrafe ron 150 M, Geldstrafe gegen jeden der beiden Angeklagten. Für den zweiten, Presch zur Last gelegten Fall be- antragte er Freisprechung, da dieser als Jagdaufseher berechtigt sei, wildernde Katzen aus seinem Jagdrevier zu �öten. Die Angeklagten, der Kaufmann Boslink und der Iagdauf- scher Presch aus Selchow, wurden der ihnen gemeinsam zur Last gelegten Tierquälerei für schuldig erklärt und zu je 30 Mark Geldstrafe oder im Hilfsfalle zu je 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Vorunkersuckung?e!seneck. In der Angelegenheit wegen der Vorgänge in der Kolonie F e l s e n e ck wurden dem Untersuchungsrichter beim Landgericht III von der Staatsanwaltschaft fünfzehn festgenom- mene Mitglieder des Kampfbundes gegen den Faschismus vorgc- führt. Der Untersuchungsrichter hat gegen dreizehn der Borge- führten die Voruntersuchung wegen Raufhandels, Totschlags an dem Kunstmaler Schwarz und versuchten Totschlags an dem Werkzeug- schleifer Witkcw'ki eröffnet und gegen sämtliche dreizehn Haftbefehle erlassen. Zwei der Festgenommenen wurden freigelasien. Gegen drei der Verhafteten ist die Voruntersuchung außerdem teils wegen schwere» Raubes, teils wegen Diebstahls eröffnet worden, weil sie Fahrräder der flüchtenden Nationalsozialisten zum Teil mit Gewalt weggenommen haben. Ein weiterer des Totschlags an Schwarz dringend Verdächtiger namens Franz Wenzel wird von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich gesucht. Landgericht-rat Ochs führt die Voruniersmhung zur Aufklärung des ersten Zusammenstoßes, in dessen Verlaus Klemke getötet worden ist. I" �eser Sache ist gleichzeitig ein neuer Haftbefehl gegen den Teilnehmer des Zuges der Natio- Notwehr wird bestraft Gegen das Senatsurteil der Berliner Universität Das im Gefolge der Studentenkrawalle vom 22. Januar ge- fällte Urteil des Senates der Berliner Universität gegen zwei sozialistische Studenten hat in der weitesten Oefsentlich- kest Aufsehen erregt. Mit Recht wird an diesem Spruch Kritik geübt, weil niemand sich des Eindrucks erwehren kann, daß es sich um einen von Gesichtspunkten der politischen Parität diktierten Urteilsspruch handelt. Welche Tatsachen liegen vor? Der Student D r e ß l e r wurde outzerhalb der Univer- sität von einem nationalsozialistischen Zetteloerteiler mst dem beleidigenden Zuruf„Reichebanane* belästigt. Als Antwort auf diese flegelhafte Aeutzerung gab Dretzler dem nationalsozialistischen Schreier eine Ohrfeige, dafür wurde er von der Universität verwiesen. Der Student Eckstein hat sich bei der Schlägerei in der Universität dadurch verteidigt, dah er einem der angreifenden Nazistudenten ein Koppel entritz(mit welchem dieser auf ihn und andere republikanisch« Studenten eingeschlagen halt«) und sich damit zur Wehr setzt«. Für diese Notwehrhandlung wird der sozialistische Student von der Universität verwiesen. Dagegen ist einem N a z i st u d e n t e n, der nachgewiesenermaßen eine Studentin geschlagen und an den Haaren gezerrt hat, oo» demselben Senat freigesprochen, trotzdem gegen diesen Studenten aus Anlaß derselben Schlägerei bei der Polizei«in Der- fahren schwebt. Dieses für jeden unbefangenen Menschen ungloub- liche Urteil erweckt vom rein juristischen Standpunkt gesehen, schwerste Bedenken. Es ist durch ein Versahren zustandegekommen. das mit modernen Rechtsanschauungen unvereinbar ist. Im Falle Eckstein wurden in der Voruntersuchung lediglich die von den politischen Gegnern genannten Belastungszeugen gehört, dagegen wurde es trotz des mehrfachen Hinweises unterlassen, die benannten Entlastungszeugen zu vernehmen. Dem An- geschuldigten wurde nicht einmal der Gegenstand der Beschuldigung und di« ihn belastenden Aussagen mitgeieilt, so daß er keine Möglichkeit zur Entkrästung der Verdachtsmomente hatte. Die Ladung zur Senatsverhandlung erfolgte erst so spät und ohne Hinweis aus das Recht zur Beschaffung eines Verteidigers, daß der Angeschuldigte von dieser Möglichkeit nicht hätte Gebrauch machen können. Die Verhandlung des Senats geschah unter Ausichluß der Oefsentlichkeit, und die Urteilsverkündung bestand nur in einem kurzen Satz, so daß die eigentlichen Gründe des Urteils gegen Eckstein wie gegen Dreßler bisher unbekannt sind. Wenn man das Urteil prüft, so muß Eckstein deswegen bestraft worden sein, weil er sich gegen die ihn und andere Studenten angreifenden Nationalsozialisten zur Wehr setzte. Soll Notwehr gegen national- sozialistische Ueberfälle in der llniversttal strafbar sein? Es ist eine unmögliche Zumutung, daß republikanische Studenten untätig zu- sehen sollen, wie sie mit roher Gewalt von Naziradaumachern niedergeschlagen werden. Noch weniger kann im Falle Dreßler von einem ordnungsgemäßen Disziplinarverfahren gesprochen werden. Weder ist der Angeschuldigte rechtzeitig zur Senatsverhandlung ge- laden worden, noch ist ihm bei seiner Vernehmung überhaupt mit- geteilt worden, daß es sich dabei um ein Disziplinarverfahren gegen ihn handele. Er war darum nicht in der Lage, zur Beschutdigung eingehend Stellung zu nehmen und Entlastungszeugen zu benennen. Bei der Urteilsfällung hat der Senat offenbar allein den Aus- sagen des Nazistudenten Glauben geschenkt, der nachgewiesenermaßen Dreßler beleidigt hatte. Völlig ungerechtfertigt ist die Begründung des Urteils, daß Dreßler deswegen, well er sich gegen eine schwere Beschimpfung zur Wehr setzt«, zur Ent» stehung der Universitätsunruhen beigetragen habe. W i e auch der Krawall am 4. Februar, über den morgen vor dem Schnellschösfengericht verhandelt wird. bewiesen hat, waren bisher alle Ruhestörungen vom Natiooalsozia- lislischen Studenlenbund planmäßig vorbereitet. Dle Aufhebung des Fehlurteils gegen die sozialistischen Studenten durch den Unter- richtsminister ist dringende Forderung. Darüber hinaus muß jetzt endgültig gegen den wahren Urheber dieser beschämenden Krawalle von den zuständigen Stellen mit einem Verbot des nationalsozialistischen Studentenbundes vorgegangen werden. l«simra»«rtt aller Parlcirelerenten am Konlagf ciem S. Februar 1932, 19H U*>r in den Sooh'ensälcn, SophlenstraSe 17/18. Sänpersaal, Vor- tiag des Genossen Slc�tried Authfiuser, M.d R über; „Umbau der Wirtschaft". Einladunesschreiben neest Paittimiieliedsbuch dienen als Leeliima'ion. Oer ez'rkiTorsUBd. n al so zi allsten W i l l w o ck erlasien worden wegen des Ver- dachts des Totschlags an Klemke und Raufhandels. Cr wird be- schuldigt in eine Schlägerei mit Klemke oerwickelt gewesen zu sein. Goiieslästerungsprozeß. Eine Verurteilung und ein Freifpruch. Die Gotteslästerungsprozesie in Moabit häufen sich in un- geahnter Welse. Vor dem Schössenge richt Berlin-Mitt« fanden kürzlich hintereinander gleich zwei solcher Prozesse statt. Der Elektromonteur Hermann Kronemann, der für dl« kam- munistischen„Proletarischen Freidenkerblätter" verantwortlich zeichnet, war angeklagt, Papst und Papsttum beschimpft zu haben. In einem Gedicht:„Alles in Gottes Namen", hieß es u. a., daß der Papst die Fruchtbarkeit der Ehe bloß zu dem Zweck segne, damit der Kapitalismus so viel wie möglich Lohnsklaoen habe. Der Staatsanwalt beantragte 6 Wochen Gefängnis. Das Gericht er- kannte auf 100 Mark Geldstrafe. Der zweite Angeklagte war Dr. Johannes König. Er hatte in dem tommunlstischen Verlag Proletarischer Freidenker eine Broschüre:„Seid fruchtbar und mehret euch" erscheinen lassen. Der Inhalt der Broschüre knüpfte an die Verhaftung des Dr. Wolf und der Frau Dr. K i e n l e in Stuttgart an und beschäftigte sich mit der Enzyklika des Papstes Pius XI. über den Z 218. In der Form, wie sich der Verfasser über die Einstellung der Kirche zum rein Körperlichen in der Ehe äußerte, erblickte die Staatsanwalt- fchaft eine Beschimpfung einer Einrichtung der christlichen Kirche. Das Gericht sprach Dr. König von der Anklage, die christliche Kirche beschimpft zu haben, frei, mit der Begründung, daß die Broschüre wissenschastlich und sachlich gehalten sei und es nicht ginge, einzelne Wendungen aus dem Zusammenhange herauszu- reihen. Der Verfasser sei sich außerdem des beschimpfenden Cha- raktcrs der einzelnen Wendungen nicht bewußt gewesen. Das Gericht hat mit seinem Frcispruch recht; die Staatsanwaltschaft hätte besser getan, die Anklage überhaupt nicht zu erheben. Freikarte!» siir Grlvcrbslosc. Zu unserer Notiz: Keine Erwerbslose nfreikarten mehr! teilt uns das A u s st e l l u n g s-, Messe- und Fr e in- dcnoerkehrsaint der Stadt Berlin mit, daß es dem Landes-Arbeitsamt und dem Landes-Wohlfahrts- amt der Stadt Berlin als den für die Einzelverteilung zu- ständigen Srcllen 2ö000 Eintrittskarten mit 25 000 Zusatzkarten, gültig lür die Ehefrauen de» berechtigten Karteninhabers, also ins- gesamt für 50 000 Personen Freikarten zur„7. Grünen Woche Berlin 1932" zur Verfügung gestellt hatte. Diese Karten sind an sachlich interessierte Erwerbslose oder Wohlfahrtsunterstützte zur Verteilung gebracht worden. Bis zum Sonnabend waren aber nur insgclamt zirka 2? Prozent der verausgabten Frei- karten an der Eingangskontrolle der Ausstellung abgegeben wor- den. Das Amt hat recht, wenn es sagt, daß die für 50 000 Per- sonen gültigen, zur Ausgabe gelangten Freikarten einen außer- ordentlich hohen Prozentsatz der Gesamtbesuchszisfer der„Grünen Woche" darstellen. Da nun aber nur etwa 25 Prozent der veraus- gabten Freikarten, dos heißt also etwa 12 000 von den 50 000, be» iiutzt worden sind und das Amt der Ansicht ist, daß eine„miß- bräuchliche Benutzung der Karten so gut wie ausgeschlossen ist", so bleibt nur die Annahme übrig, daß die Arbeitslosen die ihnen über- gebenen Karten nicht verwandt haben oder nicht haben verwenden können._ Die Flug-Internationale. In den Besprechungen der eben beendeten Internatio» nalen Flugbahnlqnferenz wurden die Flugzeiten für dle zahlreichen Europa überquerenden Luftverkehrslinien so fest» gelegt, daß zahlreiche durchgehende Verbindungen ge- schaffen werden. Aus dem Ergebnis kann— soweit Deutschland interessiert ist— mitgetejlt werden, daß während des Sommers eine tägliche durchgehende Flugverbindung nach Rom eingerichtet wird, und zwar über München— V e n e d i g. Das Flugzeug, das morgens um 7 Uhr Berlin verläßt, trifft bereits abend» gegen 6 Uhr in Rom ein. Ferner soll die schon jetzt bestehende deutsche Luftoerbindung nach dem Balkan bis 21 t H fn verlängert werden. Weiterhin wurde befchlosien, Linien, die von verschiedenen Ge» sellschasten beflogen wurden und nebeneinander liefen, einzusparen. In den weiteren Verhandlungen wurden Richtlinien für die Per» sonen» und Frachttarife genehmigt. Bezüglich der Ab- rechnung zwischen den einzelnen Luftoerkehrsgesellschaften im Hin- blick aus die Schwankungen der Währung wurden noch offene Fragen geklärt und das Inkrafttreten des für Europa angenommenen kombinierten Flugeisenbahnverkehrs für Personen und Fracht fest- gestellt. — T- Arende siir dieSer. Saueiere..... Saiatieren...» Püatfen ovai...» Suppenterrine Mhchlopf----- Tasse......... ßiauband mit Go'diini« Speiseteiler 0.58 Dessertteller______ 0.38 Saiaftere»«.»-siiz... l.lü Sauclere°d.r P atte 1.10 0.22 0.18 0.85 0.65 0.60 1.90 025 0.22 Porzellan bunt TdSS6 dekoriert«••••• CbStteHer FrOchtedeker 0a20 Frühsfücksgedeck q�q Frühsfüeksservice 4 7e 5 Teile, für 2 Personen* Frühsfüeksservice. KCk (Fabrikat Thomas) STeile, f. 2 Pers. � W Kaffeeservice IttXZ 2.60 4.50 Tafelservice f 13.50 i'afelservice Faston,** cic» m.Goldrand, tsToiia, f. UPsrs. J».WW Glas Rosenthal- Porzellan bunt Mokkatasse...... 0.48 Obstteiler FrOcMadakor. 0.55 Gedeck 2.......... 1.75 4.75 Frühsfüeksservice 5 Teile für 2 Personen Kaffeeservice 8.75 Kaffeeservice�:�27.50 Tale-service 82.00 Obstkorb-».'—...2.95 Steingut Glaswaren leicht Bierbecher Römer gasdiliffon..... Weinglas ÖÄ Blal- kristall 0.15 0.32 0.55 1.95 Kompotteller Kompotischale grefs, Bleikristall Aufsaff Ztallig. Blaikrf stall Limonadenkanne tGf IV, Lfler Garnitur Rheingold Kompotteller____ Kompottschalen von 0.16 bis 1.10 Butterdose....... 0.35 5.75 9.50 0.95 0.16 Stelngnt Mildifopf, tSJ'th.i» 0.75 Kakaokanne 7« bunt, mit MeteHdecke! � Schüsseln farb„s�r« 7. Februar 1932 Heraus aus der Oeflationskrise! preise/ Kosten/ Löhne/ Notenhamsterei/ Kreditbereinigvng/ Oiskontsenkung/ Börsenöffnung. In Deutschland funktioniert ein Produktionszweig ausgezeich- riet, das ist die Erzeugung neuer Arbeitslosigleit. Dieser Produktionszweig besteht seit dem Juni vorigen Jahres, feit dem Ausbruch oer neuen Kredit- und Vertrauenskrise. Cr wurde besonders gefördert durch die Notoerordnung vom 8. Dezember, die bis heute— trotz eines Kanzlerversprechens— die Einkommen zwei- bis dreimal so stark oerkürzte als die für den Lebensunterhalt ent- stehenden Kosten. Die Produktion neuer Arbeitsloser gedeiht, well sie von keinem der für die deutsche Wirtschafts» und Kreditpolitik Verantwortlichen gehemmt wird. Der für die Landwirtschaft auf Volkskosten immer noch tätige Reich s,,ernährungs"mtnister fördert sie sogar mit„positiven" Matz- nahmen, was frellich eine unheilbare Krankheit im deutschen Re- gierungssystem zu sein scheint. Es gibt Anhallspunkte dafür, datz der wirtschaftliche und soziale Derelendungsprozetz durch krifen- politische Matznahmen aufgehalten werden könnte, zu deren Durchführung nichts gehört als der Wille zu ehrlicher volks- wirtschaftlicher Politik. Das doppelte Gesicht der Preissenkung. Es gibt niemand in Deutschland, der mit soviel Kredit seine Arbeit in Deutschland beginnen tonnte wie der Preiskommissar Dr. Goerdeler. Seine Vollmachten sind, wenn er sie voll aus- nutzen will, praktisch unbegrenzt. Er ist der einzige, der es sogar mit Schiele aufnehmen könnt«. Denn neben der Gunst der öffent- lichen Meinung, die ihn allein schon riesenstart macht, ist er der Treuhänder des Kanzlermorts vom 12. Dezember, datz die Kauf- kraft des deutschen Binnenmarkts durch die Lohn-, Gehalts- und sonstigen Cintommensfchmälerungen der letzten Notverordnung nicht verringert werden darf. Er ist der eigentlich Verantwortliche dafür, datz aus der am 8. Dezember inszenierten Deflationspolitik keine neue zusätzliche Deflationskrise wird. Diese zusätzliche Deflationskrise ist aber s ch o n d a: wir bekommen zunehmend mehr Arbeitslose, well seit dem 8. Dezember, besonders feit Januar, wo schlagartig all« Löhn«. Gehälter und auch Zinseinnahmen gekürzt wurden, durch die ungenügende Preissenkung weniger gekauft wird al» vorher. Und es wird auch in der Industrie wemger bestellt. Aufträge werden gestrichen oder hinausgeschoben, well man— das Kanzlerwort mutz ja«ingelöst werden— Preissenkungen auch bei Lieferindustrien noch erwartet. Diese Entwicklung war nicht nötig. Sie kann, wenn der ehr- liche Wille vorhanden ist, mit sofortiger Wirkung auch noch repa- riert werden. Möge der Preiskommisiar sofort verkünden, datz er auf der ganzen Linie,«inschlietzlich Reichsverband der Industrie, Vereinigung der Arbeitgeberverbände und Herrn Schiele, jede Sa- botage unterdrücken werde und müsse und datz er in jedem Fall sein Amt dem Reichspräsidenten wieder zur Verfügung steflen werde, in dem ihm die nötig« Hilfe versagt wird. Frellich ist hier die Frag« von entscheidender Bedeutung, warum der Preiskommisfar nicht schon bisher so gehandelt hat. Und da stößt man denn auf die Tatsache, datz der Prelskomwiflar selbst scheinbar zwei Gesichter hak: datz er zwar ein Amt hat. aber auch eine Meinung, die zu seinem Amt nicht ganz patzt. Man kann sich das an zwei Aeutzcrungen klar machen, die Dr. Goerdeler in den allerletzten Tagen getan hat und die auch seine ganze bisherige Politik beleuchten. Er hat am 4. Februar nach übereinstimmenden Berichten vorderPresse erklärt, daß„alle Ersparnifse. die sich aus der Notverordnung für die Erzeuger ergeben hätten, sich bis zum letzten Verbraucher bemerkbar machen müssen". Wer das Kanzlerwort hinzunimmt, datz wir keine neue De- flatwnstrise mit der Deflationspolitik erzeugen wollen, für den heißt da»— und Dr. Goerdeler mutz sich am allerstrengsten daran halten—, datz gegen die Ersparnisse aus der Notverordnung Ver- tust« oder Belastungen aus irgendwelchen anderen Gründen nicht aufgerechnet werden dürfen. Mt anderen Worten: der Preis- kommisiar hat privatwirtschaflliche Rentabllitätsgesichtspunkte für sein« Aufgaben überhaupt nicht zu berücksichtigen: er hat nur die Preise mindestens entsprechend den Entlastungen durch die Not- Verordnung zu senken. Nach seiner obigen Aeutzerung vor der Presse müßte man'das auch als fein« wirkliche Meinung voraus- setzen können. Am 3. Februar, am Tage vorher, hat Dr. Goerdeler sich ober vor dem Ruhr-Zweckverband der Industrie- und Handelskammern in Münster anders geäutzert.„D i e C i n g r i f f e" tzur Preissenkung. Die Red). so� sagte er,„seien bei den Un- kosten» und Preisverhältnissen der Landwirt- fchaft, aber auch in der Industrie stark be- schränkt(0- Di» Möglichkeiten lägen vor allem auf dem Weg« von der Produktion zum Konsum." Der Widerspruch zu der am 4. Februar vor der Berliner Presse geäutzerten Auffassung ist hier mit Händen greifbar. In Berlin hat Dr. Goerdeler seine Amtspflicht richtig umrissen, vor den Ruhrhandelskammern scheint sie nach dem bedenklichen Beispiel des seligen Kriegskanzlers Michaelis mit der Klausel:„Me ich sie auffasse" entwertet. Dieser Widerspruch patzt aber durchaus zu der bisherigen Po- litik des Preiskommissars. Die Aluminiumwarenilldustri«. die Emaillewareninduftri«. die Hohlglaserzeuger— um nur wenige Bei- spiele»u nennen— durften sich mit Erfolg darauf berufen, datz ihre Preis« ohnehin Verlust preis« seien, daß die Ersparnisse der Notverordnung die bisherigen Preist!)verluste nicht aufgewogen hätten, oder datz den Entlastungen der Notverordnung auch Be- lastungen auf steuerlichen Gebieten gegenüberstehen. Beim Mehl wurde nicht einmal die Beseitigung der eingetretenen Preis» steigerung durchzusetzen versucht, mit der Folge, daß die Schrippen verteuert und verkleinert wurden. Die Brauereien dürften mit Kalkulationen kommen, als ob die Krise am Bierpreis der Brauereien überhaupt vorüberzugehen verpflichtet sei. Nicht einmal die vorgeschriebenen 10 Proz. Preissenkung der Notverord- nung hat der Preiskommissar bei den Brauereien durchgesetzt. Im„Arbeitgeber", der Zeitschrift der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, lasen wir vor einigen Tagen, datz die Gewerkschaften ihre„Fiktion" preiszugeben hätten,.chatz eine entsprechende Senkung der Preise und Lebenshaltungskosten die V.o raus» setzung für die Aufrechterhaltunq der letzten not- oerordneten Lohnsenkung sei". Das Äanzler-Wort vom 12. Dezember, der einzig vertretbare Sinn der vierten Notverord- nung, wird hier zu einer Fiktion(Erdichtung) der Gewerkschaften herabgewürdigt. In den unzureichenden Ergebnissen der Politik des Preiskommissars— leider mutz man von einer„Politik" sprechen — sind tatsächlich gewisse Konsequenzen dieser Unternehmer- aufsassung bereits gezogen, es ist von Dr. Goerdeler auf die privat» wirtschaftliche Rentabilitäts- und Kostenfrage talsächlich Rücksicht ge- nommen und»Kaufkraft von den Lohnempfängern auf die Erzeuger übertragen worden", wie es die Vereinigung der Arbeitgeber verlangt. Wir sagen nicht �— obwohl. sogar dafür gewisse gelegentlich« Aeußerungen des Preiskommissars sprechen—, datz Dr. Goerdeler die Auffassungen des„Arbeitgeber" teilt, aber fein doppelte» Gesicht hat sicher die Preissenkung verzögernde Folgen gehabt und die Tendenzen für eine zusätzliche Defla- tionsirise oerschärft. Der Zellpunki rückt näher, wo Arbeiter. Angestellte und De- amte für ihre Löhne und Gehälter deu Ausgleich fordern dürfeu, der auf der Lcbenshaltungsfeite bisher nicht geschaffen wurde. Mehr Zlrbeit gäbe auch dos im Augenblick nicht; im Geoenteil. Aber diese Alternative kennzeichnet in ernstester Meise die Sl- tuatlon. Dafür, datz die weitere Erzeugung neuer Arbeitslosigkeit infolge der forlbefteheadeu Diskrepanz zwischen Einkommen und Preisen gestoppt wird, besteht jetzt nicht einmal mehr die sichere Permntnng, datz der Prelskcmmissar das ihm durch die Zlolverord- nung und das Sanzlerworl gefetzte Ziel erreichen wird und ernst' sich erreichen will. Auf der anderen Seite wäre die Hoffnung be- rechkigt. datz die schleunige konsequente Durchführung des kaufkraft- politischen Grundgedankens der Notverordnung auch fetzt noch der fortschreitenden Erzeugung neuer Arbeitslosigkeit begegnen könnte. Oie Wiederherstellung des Verirauens. Der Prozeß der Erzeugung neuer Arbeitslosigkeit wird auch stark gefördert durch das Fortbsstehen des Mißtrauens im Inland. Dieses Mißtrauen findet seinen klarsten— nicht freilich seinen ein- zigen— Ausdruck in der Notenhamsterei. Sicher noch weit über eine Milliarde Mark werden heute von Privat» Mehr Reserven als Kapital. Die Berliner Hypothekenbank.— lleber 60000 Mark für jeden Direktor. Die Berliner Hypothekenbank verössenllicht jetzt al» zweites privates Realkreditinstilut ihren Zahresabschlntz für 1331. Die Bilanzzisfern dieses Zustituls sind im Hinblick auf die von den hypothekenbankell betriebene Politik in der hausziusstenerfrage außerordentlich interessant. Sie beweisen klipp und klar, datz das private hypolhekenkapilal die Agitation gegen die Velbehaltung der hauszinsfkeuer ans Prosilintereffe künstlich geschürt hat und datz von ein« allgemeinen Gefährdung des Grundstücks- besitzes nicht die Rede fein kann. Bei einem Reingewinn von 0,97 gegen 1,25 Millionen Mark wird eine Divi-denÄe von 9 gegen 12 Proz. im Vorjahr ausgeschüttet. Diese für Krisenzellen noch sehr hohe Dividende erfordert noch nicht die Hälfte des erzielten Reingewinns, der einer fast zwanzig- prozentigen Dividende gleichkommt. Durch Zu- weijung von 300 000 M Gewinn an die Eonderreseroen und wellere Reservebildungen erhöhen sich allein die offenen Reserven auf 5,3 Millionen. Sie erreichen damll rund 106 Proz. des 5-Millionen- Kapllals der Gesellschaft. Zugleich besitzt die Gesellschaft noch sehr beträchtliche still« Reserven in ihrem Wertpapierbesitz. Die Verwaltung begründet ihre oerschärfte Reservepolitik mit dem Hinweis, datz die 4.Notverordnung vom 8. Dezember die Lage der Hypothekengläubiger entschieden verschlechtert hätte. Allerding- gibt der Berwallungsbericht das verhältnismäßig ge- ringe Risiko der Sesellschast zu. da sie sell Jahren die Beleihung mittlerer und kleiner Grundstücke bevorzugt habe. Dies wird auch aus der Aufstellung der gegebenen Hypotheken ersichllich, denn auf die Beleihungen bis zu 50 000 Mark entfallen zahlenmäßig rund 90 Prozent und dem Werte nach 58 Prozent der Deleihungen. Dies« Beleihungspolllik hat das Ergebnis gehabt, datz die Ge- sellschaft weder selbst noch durch nahestehende Unternehmen ein Grundstück zu erwerben brauchte, mit Zwangskäufen also völlig un- belastet ist. Dabei ist sie 1931 an SS Zwangsversteigerungen(2,58 Millionen Mark) gegen 67(2,21 Millionen Mark) im Vorjahr be- teiligt gewesen. An Zwangsverwallungen nahm die Gesellschaft in 259 gegen 75 Fällen teil. Die rückständigen Hypothekenzinsen stiegen erheblich von 69 009 auf 299 090 Mark, jedoch ist ihr späterer Eingang größtenteils gesichert. leuten, Industrie- und Handelsbetrieben und selbst von Banken in Bereitschaft gehallen für den Fall, datz wieder was passiert, ähnlich wie die Banken- und Sparkassensperr« im Juli. Eigentliche Inflationsang st ist wahrscheinlich als Motiv bei weitem nicht so entscheidend, wie man leicht annimmt. Die Leute, die Geld langfristig anlegen könnten, wissen auch nicht, ob sie es tun dürfen. Sie fürchten das Risiko, das aus der fortdauernden wirtschaftlichen Unsicherhell in Deutschland kommt. Es gibt Bankleute, die annehmen, datz mit Leichtigkeit heute Anleihen von einer halben Milliarde und mehr in Deutschland unterzubringen wären, wenn man das Mißtrauen der Zeichner beseitigen könnte! Hinsichtlich der Unmöglichkeit, Anleihen aufzulegen, zweifell niemand daran, datz damll mindestens auch jede neue Arbells- beschaffung wegfällt. Hinsichtlich der Notenhamsterei mutz man aber leider erst ausdrücklich feststellen— sie wird von den National- ökonomen, weil sie währungs- und gsldpolitisch ungefährlich ist. auch kredit- und zinspolitisch auf die leichte Schulter genommen— datz sie zusätzliche Arbeitslosigkeit er- zeugt und eine bestehende Deflationskrise verschärft. Wäreu diese Milliarden Noten nämlich nicht in der Kommode oder im Safe ausbewahrt, wären sie E-nlagea bei Sparkassen oder Banken, was sie ja fein könnten, fo würden für Wirt- fchaflezwecke mehr Kreditmöglichkeiten zur Derfügunz stehen. Mehr Kreditmöglichkeiten— und gar in der Größenklasse von min- destens einer Milliarde Mark— bedeutet billigere Kredit« selbst in dem Fall, wo nur die Liquidität der Banken erhöht würde und eine geringere Kreditbeanspruchung der Reichsbank mit Wechsel- krediten. Billigere Kredite aber verbessern die Kalkulation und verringern die Pleitegefahr, sie erhöhen die Konkurrenzfähig- kell beim Export und ermöglichen durch billigere Preisstellung eine bessere Ausschöpsung der inländischen Kaufkraft für Unternehmer und Arbeiter. Wie das fehlende Vertrauen aber die Notenhamsterei erzeugt, so erzeugt diese mehr Arbeitslosigkell, als wir zu haben brauchten. Nun ist es gewiß das Schwerste, was es in Deut sä,- land gibt, diese Wiederherstellung des inländischen Vertrauen». Aber könnte nicht gerade in diesem Augenblick sehr viel geschehen und nicht auch viel unterlassen werden zur Stärkung des Ber- trauens? Wir sehen in der Tat Möglichkeiten genug. Angst und Mihkrauen erzeugt die Tatsache, datz schon fehl ein halbes Zahr von der Baukenbereiaigung(Daual und Dresdner). gefprocheu wird— und zwar geheim, gau; geheim und abfolill geheim— und datz nicht das mindeste geschehen ist. Wenn man der Oefsentlichkeit rückhalllos sagen würde— und das ist ja weder ein wirklich«- Geheimnis. noch ist es wert, ein Geheimnis zu sein—, wieviel b't i den Banken verloren gegeben werden mutz, daß' man bei den(übrigens allen) Banken und bei den Schuldnern reinen Tisch und eine anständige Bilanz machen wird und wieviel auch der Steuerzahler auf sich packen lassen mutz, dann wäre mit einem Schlage der Notenhamsterei(und auch der Markflucht in Der gesamte Umlauf an Kommunal-Obligationen und Liquidations-Pfandbriefen ist von 151,1 auf 153,5 gestiegen. Im Lorjahr betrug die Steigerung 19,7 Millionen. Die Anlage in Hypotheken erreichte 112,7 gegen 111,8 Millionen Mark. Der Be- stand an Kommunaldarlehen 51,1 gegen 47,8 Millionen.— Im Interesse einer verstärkten Publizität ist es zu begrüßen, daß erst- malig die Gehälter der Direktoren bekanntgegeben werden. Diese betragen einschließlich des Gewinnanteils rund 62 590 Mark je Kopf, sind also auherordenllich hoch. Es zeigt sich, wie stark auch bei den Direktorengehältern mittlerer Unternehmungen das Beharrungsvermögen ist, das im grellen Gegensatz zu dem radi- kalen Lohn- und Gehaltsabbau bei Arbeitern, Angestellten und Beamten steht. Professor Stein gestorben» Schwerer Verlust für die Schulhe-Delchsch-Genofsenschafien. Professor Philipp Stein, der Auwall des Deutschen Genossen- schaflsuerboudes, des Spitzen Verbandes der Schulhe-Delihjchen Organisationen, ist gestern in Verlin im Aller van 62 llahrea ge. starben. Der Verstorbene war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Idee des genofsenschafllichen Zusammenschlusses. Schon lange Zelt. bevor er in der Genossenschaftsbewcgung von Schultze-De» litzsch als Verbandsanwalt eine führende Stellung einnahm, hatte- er sich durch seine soziologischen Studien und durch seine schöpferische Arbeit in der Sozialfürsorge einen Namen gemacht. Als Anwalt bei dem Deutschen Gcnossenschaftsverband trat er besonders durch seine Rationalisierungsbestrebungen im Genossenschaftswesen hervor. Auf den großen Verbandstagungen seiner Organisationen fiel Stein stets durch den Mut zur Selbstkritik auf. In Erinnerung ist noch sein Referat auf dem letzten Verbandstag der gewerblichen Äredttgenossenschasten im März 1931, in dem er grundsätzlich zu dem heiklen Kapitel der Mißstände Stellung nahm, die in den letzten Jahren auch in den Kreisen der gewerblichen Krcditgenossen- schaften um sich gegriffen hatten. Sein Appell an die Wiederkehr solider kaufmännischer Grundsätze und auf die Stärkung der Selb st Verantwortung der genossenschafttuhen Organe fand seinerzeit den starken Beifall aller derjenigen Kreise, deren Lebens-. ziel die Stärkung und Verbreitung der genossenschaftlichen Idee bildet. issmMv GARDINENSTOFFE Edel-Töll.rnoi klare Äoc HusiBCcalOOank uty OD FILET-TISCHDECKE reiche Ausfühnj na«•//■** 0x130 cm rund HALBSTORES Mewvore rtiBfiscnKSC aftaüMcnhödi Mit jpO BETTDECKEN weibertig, reiche! Ausführung GARDINENSTOFFE Kunstseidejndonthtw dnidd calSOcm. brt � ALLDAUM-6APDINE ges-gesdil Rüg,! Qu«rbeh..QrtA volle Scholbreite fenyirQ/w den unvorstellbarsten Formen)«in großer Teil ihrer durchaus ver- ständlichen Begründung genommen. Die Verluste werden doch nur größer, wenn man sie nicht setzt, sondern in sechs Wochen oder Monaten erkennen und bis dahin den Krebs des Mißtrauens weitcrfresien läßt. Auch das Reden und Schreiben von der Inflation und Inflationsprojekten erzeugt viel mehr Mißtrauen, als durch die Lage gerechtfertigt ist.'Kein Mensch hat zum Beispiel dem Wage» niann-Projekt inflationistische Zweifel entgegenbringen kön- nen, die die Urheber nicht selbst sofort korrigiert hätten. Dennoch tut man nach wie vor so als ob. und man tut es in einer so provo-! zierenden und klotzigen Form, daß der Laie auch den Ton schon! für ein Argument halten muß, handelt es sich doch bei diesen l Kritikern um sonst sehr achtbare Leute Eine ernsthafte und wür- j dige Diskussion darüber, daß die Beseitigung der jetzigen Finanz- Wechselreiterei wirklich des Schweißes der Edelsten wert ist und die das Publikum davon überzeugen würde, daß man jetzt ernsthaft die Austrocknung des Finanzwechselsumpfes betreibt— eine solche Diskussion, die auch Zuversicht erzeugen würde, kommt aber nicht zustande. Die ganz zweifellos tragfeste Idee, durch eine ewige Reichsschuld den größten Teil der schwebenden öffentlichen Schulden zu konsolidieren, kann sich als die vertrauenfördernde Erkenntnis beim Publikum gar nicht nieder- schlagen, daß neue Steuerbelastungen oder neue Ausgabenbeschrän- kungen für die Tilgung dieser schwebenden Schuld dann nicht nötig werden. Alan muß sich auch darüber wundern, daß die Reichsbank bis- her einer Diskonlsenkung noch nicht nähergelreten ist und sich noch immer gegen die Wiedereröffnung der Börse sperrt. Eine Diskontsenkung ist gewiß im Augenblick„kein großes Mittel". Aber es wäre jetzt, wo die Stillhaltung des Auslandes festliegt, die Bllrobörse im ganzen noch steigende Kurse meldet, all- zu ernste politische Beunruhigungsmomente nicht vorliegen und die Reichsbank gewiß keine mißbräuchliche Kreditgewährung der Banken zu fürchten hat, doch der richtige Augenblick zu dem Ver- such, durch Kreditverbilligung der Wirtschaft eine Ermunterung zu geben und den deflationistischen Tendenzen auch hier entgegenzu- wirken. Fast dieselben Gründe sprechen auch für die Wieder- eröffnung der Börse; sie haben hier nur noch schwereres Gewicht. Bis� zum neuen Stillhaltungsvertrag mußte man warten. Jetzt aber bestehen keinerlei vernünftige Gründe mehr dafür, daß eine geschlossene Börse jede Zuversicht der Kapitalanleger erstickt, daß sie der Kursbildung mißtrauen und daß der öffentliche und der private Kredit so unterhöhlt bleibt, wie er es heute noch ist. Es gibt in der Wirtschaftspolitik keine Fehler, die nicht wieder gutgemacht werden könnten: das gilt für die Unzulänglichkeiten der Preispolitik ebenso wie für die vielen Unterlassungen bei der Wiederherstellung des Vertrauens in Deutschland. Es gibt keinerlei Gründe, die dazu verurteilen würden, tatenlos der zunehmenden Erzeugung neuer Arbeitslosigkeit und dem Herannahen eines neuen Zusannnenbruchs zuzusehen. Die Möglichkeiten aber, die heute gegeben sind, und von denen wir einige aufzeigen wollten, müssen entschlossen erfaßt und ausgeschöpft werden. G. K— r. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Auch Holland kontingentieri. Scharfe Einfuhrdrosselung für Textilien und Schuhwerk. Die holländische Regierung veröffentlicht jetzt im„Staats- anzeiger" eine Verordnung, di« für eine ganze Reihe von Waren starke Einschränkungen des Imports vorsieht. Hauptsächlich betroffen werden durch die Einsuhrdrosselungen Schuhwerk aus Leder und anderen Aiaterialien, Trikotagen,! wollene und halbwollene Fabrikate, Stoffe und Gewebe sowie � Konfektions war e n. Die Kontingentierung wird derart durch- geführt, daß für die Zeit bis zum April und Mai die Einfuhr für die genannten Fabrikate überhaupt verboten wird, sofern diese Importe zum Teil öl) oder 60 bis 75 Proz. über dem Durchschnitts- stand von den entsprechenden Monaten der Jahre 1928 bis 1939 liegen. Roch Valutazölle für Kohle? Neue Anträge der Zechenherren. Der Ruhrbergbau hat bei den Berliner Regierungsstellen eine Kontingentierung der englischen Kohleneinfuhr auf ein Drittel und darüber hinaus noch einen Valutazoll von 39 Proz. auf die englische Kohle beantragt. Das Ruhrkohlen-Syndikat ver- tritt den Standpunkt, daß Kontingentierungsmaßnahmen allein eine Besserung der Lage mitherbeiführen, da hiervon„nur eine mengen- mäßige", aber keine preismäßige(I) Wirkung ausgehe. Man muß die Stirn der Zechenbarone bewundern, die eine mengenmäßige Ausdehnung des deuffchen Absatzes als wirkungs- los hinzustellen versuchen. Der Großhandelsindex Ansang Februar. Die Indexziffer der Großhandelspreise für den 3. Februar ist gegenüber der Vorwoche um 9,4 Proz. auf 99,3� Proz.(1913:= 199) gesunken. In» Monatsdurchschnitt des Januar stellte sich der Großhandelsindex auf rund 199. Der Rückgang ist vor allem auf weitere Preissenkungen für industrielle Rohstoffe, Halb- und Fertigsabrikate zurückzuführen. während der Agrarindex eine Erhöhung um 9,3 Proz. aufweist. Preisregelung für wäscheversand auf Abzahlung. Der Preis- kommissar hat auf Grund verschiedener Beschwerden für die künf- tige Preisgestaltung von Wäscheversandgeschäften, die mit Ab- Zahlung arbeiten, folgende Regelung getroffen: Die Wäscheversand- geschäfte dürfen für Waren gleicher Qualität keine höheren Aufschläge berechnen als der Fachhandel. Wenn die Wäsche- versandgcschäfte auf Abzahlung verkaufen, darf zur Deckung der speziellen Abzahlungskosten der Auffchlag auf den Barpreis 25 Pro- zent nicht überschreiten. Louvtag. 7. Februar: MS: Punkeymnaslik. 7j Aus Hambnrz: Halenkonzert 8: Für den Landwirt. 8.S5: Morgenfeier Anschließend Qlockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II: Kinderstunde. 11.30: Aus Leipzig: Bach- Kantate. 12.10: Orchesterkonzert. 12.40: Aus dem Großen Schauspielhaus: „Vom Rhein zu Spree und Panke" 14: Elternstunde. 14.30:„Faschings- Gespensi". Novelle von Bloem. 14.50: Orchesterkonzert 15.10: Aus Stettin: Vom Hallensportfest 16.45: Im Hafen von Marseiile. 17.10; Konzert. 17.50: Horst Lange liest eigene Gedichte. 18: Aus Mainz: Fremdensitzung der Mainzer Karnevalsgesellschaft. 19: Rückblick auf Schallplatten. 19.30: Tagesglossen. 19.55: Sportnachrichten. 20: Funkpotpourri: Tanz der Völker. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 8. Februar: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend FrflhkonTcrt It.lSt Schallplattenkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 1 3.20; Hausarbeit und Lebensgestaltung. 15.40; Der Sinn der Fastnacht 16.05; Das deutsch-englische Bildungssystem. 16.30: Lieder und Klaviermusik. 17.05: Opernarien. 17.30: Von der Kniewelle zum Riesenschwung. 17.55; Waffen- anmeldung bis 15 Februar. 18.20; Probleme der Schwerindustrie. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamts. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Die Stimme zum Tag. 19.10; Unterhaltungsmusik. 20: Aus Köln: Rosenmontagskonzert 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 9. Februar: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 11.15: Mittagskonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Umsatteln. 15.40; Polizei und Publikum. 16.05; Neuland für Wintersport 16.30: Bücherstunde. 17: Unterhaltungsmusik. 18; Doktor Ueberall erzählt 18.20; Liebesgeschichte und Balladen. 18.45; Mitteilungert�des Arbeitsamtes. 18.50: Die Funkstunde teilt mit.. 18.55: Stimme zum Tag. 19.05; 1932— ein Glücksjahr der Sterne. 19.30; Akustische Ergebnisse des großen Aufnahmesaales der Funk-Stunde. 20.30: Fastnachtsball. Mittwoch, 10. Februar: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 9; Von der deutschen Welle: Schulfunk. 11.15: Schallplattenkonzert 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Musikalische Wunderkinder. 15.40: Fortschritte der internationalen Hygiene. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Klassische Klaviermusik 17; Bruno Schönlank liest für die Jugend. 17.20; Eine Viertelstunde Technik 17.40: Vom Affenmenschen zur menschlichen Kultur 18.10; Teemusik. 18.45: Die Funkstunde teilt mit... 18.50: Stimme zum Tag. 19: Aus Magdeburg: Militärkonzert 19.45; Von der bildenden Kunst 20: Aus Frankfurt a. M.: Haydn-Konzert 20.30: Orchesterkonzert. 21.05: Tages- und Sportnachrichten. 21.15: Aus Breslau:„Thomas Paine**, Hörspiel von Hanns Johst. 22.30: Aus Genf; Tonfilmausschnitt aus den Völkerbundsverhandlungen. Danach Unterhaltungsmusik. Donnerstag, 11. Februar: 6.30: Funkgymnastik Anschließend Frühkonzert 11.15; Schallplattenkonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Ratschläge für rechtsuchende Ehefrauen. 15.40: Die kulturelle Bedeutung der Universität Greifswald. 16.05: Film-Dcutschland und Film- Amerika. 16.30: Kammermusik. 17.30; Hans Georg Brenner liest eigene Dichtungen. 18; Sozialpolitische Umschau. 18.25; Napoleon und Rußland. 18.55: Die Funkstunde teilt mit. 19; Stijnme zum Tag. 19.10; Programm der Aktuellen Abteilune. 19.40: Für die Jugend. 20: Werner Bergengruen liest eigene Dichtungen. 20.30; Beethoven-Konzert 20.55: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Eine literarisch-musikalische Stunde. 22.15; Aus Frankfurt a. M.: Zeitberichte. 22.55: Tanzmusik. Freitag, 12. Februar: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 10.30; Aus Obcrschreiher- hau: Von den Deutschen Skimeisterschaften. 11.30: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Aus Köln: Konzert 15.20: Die Frau im Handwerk. 15.40: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 16; Ania Simon liest eigene Kurzgeschichten. 16.20; Schlager von einst— Schlager von heute. 17.20: Praktische Winke für Störschutz. 17.45: Das neue Buch. 17.55: Wirtschaftsrundschau. 18.15: Unterhaltungsmusik- 18.55; Die Funkstunde i teilt mit.. 19; Stimme zum Tag. tO.10: Funkgemeinschart der Artisten der Internationalen Artistenloge. 20;„Mephistophelcs", Oper von Boito. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Als Einlage; Vom Berliner Sechstagerennen im Sportpalast Sonnabend, 13. Februar: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 11.15; Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Aus Kölh: Konzert 15.20: Bücher für die Jugend. 15.40? Die Jagd ernst und heute. 16.05: tJntcrhal- "tungÄnusik. Als Einläge: Zehn Minuten Film. 17.40; Die Erzählung der Woche 18.05: Sportglossen. 18.15: Interview der Woche. 18.35: Redensarten. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Orchesterkonzert 20.30; Großes Kabarett 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach aus dem Zoo: Tanzmusik, Als Einlage: Kabarett Als Einlage: Vom Berliner Sechstagerennen. Könlgswusterhausen Sonntag, 7. Februar: Ab 6.45: Uebertragung aus Berlin. 11: Goethe im Urteil seiner Zeitgenossen.. 14; Elternstunde. 14.30; Eine Wanderung durch den rheinischen Karneval. 15; Dichterstunde, 17.30: Wie kann der erwerbslosen Jugend geholfen werden? 15.55: Dcutschlandsender: Aus dem Sportpalast Berlin: Ausschnitt aus der Papstfeier der Katholischen Aktion Berlin. 16,30: Unterhaltungsmusik. Montag, 8. Februar: 16: Pädaeosrischcr Funk. 16.30: Ans Berlin: Kachmittarskonrert. 17.30: Das Theater in dieser Zeit. 18; Vom vierstimmigen Liedgesang. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Aktuelle Stunde. 20: Deutschlandsendcr: Aus Breslau:„Schlesische Fastnacht44 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10; Aus Stuttgart: Bunter Abend. Dienstag, 9. Februar: 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17.30: Das Problem der Aufrichtigkeit in der französischen Literatur. 18: Walter Bloem liest seine Novelle „Faschingsgespenst**. 18.30: Wieviel Menschen kann die Erde tragen? 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend Englisch für Fortgeschrittene. 19.20; Soll man nach Sudwestafrika auswandern? 20.15; Kommunismus und Eigentumsbegriff. 19.30: Deatscblandsender: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 10. Februar: 16: Der gegenwärtige Stand der Jungtchrerfrage. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.30; Die geschichtliche Bedeutung der natürlichen und politischen Grenzen. 18: Vom vierstimmigen Liedgesang. 18.30; Die Entstehung des modernen Kapitalismus. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19; Der Bau vorstädtischcr kleiner Siedlungen. 19.30; Oeffentlicher Haushalt und Reparationen. 20: Luthers Wort an die Gegenwart. 20.30: Dcutschlandsender: Aus Hamburg:„Aschermittwoch.*4 Ein musikalisch-literarisches Zwischenspiel. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 11. Februar: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: 5 Jahrzehnte kolonialer Neuzeit. 18; Vier Kapitel Himraelskunde. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Eine Frau reist durch Sowjet-Rußland. 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Deatscblandsender: Aus Frankfurt a. M.: Konzert 21; Aus Frankfurt a. M.: Marksteine deutscher Luftfahrt 21.30; Tanzmusik. Freitag, 12. Februar: I«: Pidaeoelscher Fnnt 16.3«: Ans Lelpris: Nachmittarskonrert. 17.3«: Die Ostsee und Ihre Randländer. 18; Der denische Außenhandel in der Krise. 18.30: Hfiren musikalischer Formen. 18,55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19,30: Stande des Arbeiters. Anschließend Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 13. Februar; 16: Das fernöstliche Theater. 16.30: Ans Hambarg: NachmiftagskonzerL 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Viertelstunde Funktechnik. 18.05: Deutsch für Deutsche. 18.30: Die geistigen Grundlagen des geistigen Nationalismus. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch iür Anfänger. 19.30: Radikalismus Oder Resignation. 30: Deutschlandsender: Aus Köln: Lustiger Abend. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Allgemeine Wetterlage. ©wölken los.<5 hoiTw.Ohalb bedeckt 9«oikg.» bededct�Regerudnupeln ,5NMTGewilt*@Wmtete Am Sonnabend wurde das Wetter im Reiche von einem Hoch- druckgebiet beherrscht, dessen Kern abends über der östlichen Tscheche- slowakei lag. Der Himmel war mit Ausnahme von Ostpreußen heiter oder wolkenlos: die kalten Luftmasien, die im Laufe der letzten 48 Stunden nach Deutschland geströmt waren, ließen das Thermo- meter nirgends wesentlich über Rull emporsteigen: östlich der Elbe fror es vielfach den ganzen Tag über. Das südöstliche Hoch ver- lagert sich nach Süden: es dürfte aber unser Wetter am Sonntag noch bestimmen. Delleraussichten für Berlin. Trocken und noch ziemlich heiter. nachts recht kalt, am Tage etwas höhere Temperaturen, allmählich nach westlichen Richtungen drehende Winde. Briefkasten der Redaktion. P. St. 153. Bei Untezhalfsonsprüchen Finden die Bestwtntungen des Ke. sehes ithet die Lndndeschlngnnhme leine Anwendung. Der Lnhn kann dohe unbeschränkt gepfändet weiden.— Da», ig SU. 100. L»rankenhilfe komm nicht in Frage. Es wird nur die sogenannte Arankenrente gewährt. 2. Di Berechnung der Rente ersolgt durch die Landesnerfitherungsanstalt. 3. S-- 4. Die Witwenrente wird nur gewährt, wenn die Frau selbst innaNde ist oder nach Bollendung des 05. itebensiahres.—<&. C. 100. L und 2. Ja. 3. Bas läßt sich nicht vorher sagen.— Sch. 100. Die Anheftung de, Settel, on die Tafel ist nur mit Genehmigung der Behörde zulässig. Ltegt diese nicht vor so muh der Zettel wieder entfernt werden.— 9. 3t. 71. Wegen Auszahlung der aufgewerteten Eparguthaben ist e, am besten, wenn Sie sich an die Sparkasse direkt wenden. Unseres Wissen» werden Beträge bi, zu lOO M sofort ausgezahlt. Betragen die Sparguthaben mehr als IVO M.. so komm: nur ein Teil ioier Sechstel) zur Auszahlung.—«. P. z. Wenn Sie sich Uber die Teilung nicht nerständigen kZnneu, so müsse» die Sachen verkamt und der Srlüs geteilt werden. Doppelte Freude. Ist eine neue Haus-Iergmanu-Zigarette an sich immer sdion ein freudiges Ereignis, die Freude wird noch nerdoppelt, ja netfüni- facht, wenn man die bunten Zugabebilder der neuen Haus Bergmann ztlasie 4 Pf. erblickt, und gar wenn man sie sorglich sammelt. Bald hat man diese herrlichen Bildserien beisammen, die im starken Gegensatz»u anderen Bei» gaben nur wahre Kunstdrucke nach Schöpfungen bersthmter deutscher Meister enthalten, und zwar Meisterkarikaturen über Sport- und Filmgriisien und iiberdies nach eine Seidenstickerei, die sich im Haushalt und zu Gescheukzwecken vielseitig und recht dankbar verwerten läßt. Berlin i« Zeiche» grohee Ereignisse. Der Gedanke, mit geringsten Mitteln das Heim ausstatten zu kännen. wird UbermSchtig, zieht den Beschauer in ein sehenswertes sechsstöckiges Spezialhaus für Teppiche, Sardinen, Dekorations stoüe hinein. Und hier vollzieht sich da« Erstaunliche: Weit über das in de' Ed)aufenstern Gezeigte hinaus, wird kaum Glaubliches a» Qualität un niedrigstem Einheitspreis geboten. Tausende von frohbewegten Säufern fülle' das Haus, fieberhaft bemüht, dieses seltene Ereignis wahrzunehmen. Ei einziges grosses Haus sorgt für unzählige Häuslichkeiten mit allem was daz gehört, sich in den eigenen vier Wänden wohl zu fühlen. l)m richtig' Moment zuzugreifen, ist wichtig, denn die Einheitspreise der— Stag sin nur während des Februar möglich. Die Otag ruft und alle, alle kommen: Zu: Leipziger Str. SO, Ecke Markgrafenstrasse. Ein Besuch im Rose-Tbeater ist immer ein Erlebnis, so schrieb kllrzli' ein grosses Berliner Abendblatt. Millöckers alte und stets neue Operette„D Bettelstudent-- mit ihrem Melodienreichtum findet Jetzt allabendlich den v geteilten Beifall eines enthusiasmierten Publikum». Dieses Meisterwerk k Operette wird auch weiterhin in der Premierenbesetzung mit Elsa stochhan- Kammersänger Peter Hoenselaers, Sans Rase und Beatrire Haaaer gegebe Der grossen Nachfrage wegen findet jeden Mittwoch und Sonnabend um 8 IT und auch Sonntag um 3 Uhr eine ungekürzte Ausführung in der Origin-' besetzung statt. Der Elon, Manerstr. 82, veranstaltet während der kommenden Zeit eil faschingsireiben in feinen besonders zu diesem Zweck ausgestatteten Räumei ie schmissige Kapelle Meinhardt spielt zum Tanz, das Luft. Roulette fpendr van oben sehr reichliche Gaben, und as Varieteprogramm sowie Filmeir lagen sorgen für Unterhaltung in den kurzen Tanzpausen. Der Eintritt? preis ist von jetzt ab auch an den Sonnabenden und Sonntagen auf ä« Pf. herabgesetzt worden. Weisse Woche Beclin N4, Chausseestr. 29 U-Bahn: Stattlnar Bahnhof Unon«o Mt 0.29 Nessel<40 br.. oni 3.25 Kellner-Jacken 2.75 Weiße Herren-Sporthosen 4.75 Ol iiL>y'Vi�i tV*"Viiüit/ Vif'Vjj gity\*II �Vii �u/1'Vi�L� � Staats Theater Sonntag, den 7. Februar naatsopar unter: en Linden 2» Uhi Boheme StaalLScbaiisnieta lendarmenmarki 20 Uhr Othello Schlller-Theatei -harlottznburj. 20 Uhr Die göttliche Jette WinNsj. �Garten- TAGL 5 u.»ü U. Barbarossa 9258 EDITH L03AND COM COLLEANO S£e m atray-ballett und ein nicht zu überbietendes Prosr.I PLAZA iäglicn 5 u. 8.15 Uhr Sonntags 2, 5 8.1ÖU. 1 Opcrettcn-Gostsp.: _ D'e Försterch'istl *aührCASINO-THEATER«w Loihiin�er Strohe 37. Für venio Geld ein oenahretdier Aöenä 3fcu! Xcu! Ehen von heute Dazu ein nener banier Teil und eine Operelie Outschein 1-4 Personen: Parkett 50 PI., Fauteuil I— Mark Sessel i.so Mark. Stettiner Sänger im Reichshallen-Theater Dönhoff platz 6 Dir, Sonntags Z'/, ültf a u- mäBigten Preisin. Das msi Programm mitlBurliski ,,So?n Urin fall!" Preise abitcbantl Berliner IflkTriO N• U k ö 1 1 O. W L&hnatr 74/76J B.15 Diu Flora 3434 Rauäcn erlaubt Relicr-Famllio.,Casi4i. Du so n. sein IVeibsteufel. Willi. Bendow. 9 A'lisons and weitere Aliiakiionen Hente 2 Vorstollnnsren 4 o. t>.15(Ihr. 4 Ohr Kleine Preise I GR. SCHAUSPIELHAUS Töfflloh 8 Uhr 1 Doffmanns |REINHARüT INjZEhlEKUNG Somitag nachmittag 3 Uhr billige Preise der Plätze i II SONNTAG Woche F Ausstellungshallen AM KAISERDAMM Geöffnet von 9 bis 21 Uhr stüdt.Oper Charlottenburg lismarckstiaBe 34 Sonntag, 7. Februar Turnus IV Anfang 20 Uhr Das Spitzentuch der Königin -.nae gegen 23 Übt VolKsDUhne Thtatir am HOlowDlati JlMs Uhr KONZERT Erster Tag im Carueval. 8 Uhi oerGeiangene mit Albert Bassennann Staatl. Sdilller-Ibeater 8 Uhi Die Düdlidie Jette 4 BILLIGE W�-'�' y-rj ' mL-J) Mittelmeerfahrlen lyZ2 Doppelschr.• Dampier KARLSRUHE 1 1 OOO Brutlo-Rcg.-Ton« • FEBRUAR-MARZ• ♦ A P R I L- M A I• FAHRPREISEvon n /«AN 340.: nne ntgegen WM IBM 8 Uhr TIMON von Ferd. Bruckner Regie Heini Hilpert p. KIMIWS T». Trappe 1931. Tagt 8'U Uhr Die mausetaiie Frei« 75 PL— 5 M. Sonnt nachm. 4 ü. halbe Preise. Auskunft und Prospekte durch unsere sämtlichen Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN in BERLIN: Unter den Linden 1(Hotel Adlon), Fernspr. Sammel-Nummer A 2 Flora 6601 Kurtürstendamm 17 Fernspr. J 1 Bismarck 2284/ Invalidenstraße 93, Fernspr. D 2 Weidendamm 2241 u. 7966/ Unter den Linden 22(Weltreisebüro Union G.m.b.H.) in POTSDAM; E Rößler, Brandenburger Straße 32 metropoi-lheater Täglich SV« Uhr Ein Lfed der Liebe Rieh. 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Oborbaum T 303 Für dievic'cn Beweise herzlicherTeilnah ue und Blumenspenden bei der Aschenfeier meines lieben Man>es Wilhelm Hatull sage ich auf diesem Wege allen Bekannten und Verwandten, insbesondere den Mitgliedern des ASB, des Reichsbanners, der SPD. und den Kollegen sowie dem Vorstand der BVG. heiz- liehen Dank w,.. Emma Maiull Wolliner StraBe 24. ROSE THEATER Gr. Frankfurter Straße 132 U-B. Strausberger Platz. E. 7. 3422 Elsa Kochhann Hans Rose „DER BEiTELSlDENf Über 70 Mitwirkende Trotzdem Kassenpreise herabgesetzt; 75 Pfg.. 90 Ptg., 1.30 M, 1.40 M. 1.50 M. 2.— M. 2.50 M Programm und G.'irderobe 25 PL, aber beides kein Zwang Heule SX: 3 und 0 Uhr Mo.p Ol., Do., Fr.«IS Uhr Mi. u. Gonnabd. 6 u. 9 Uhr Heute 9 Uhr zum letzten Male: Der p rolle Lachcrtolg „Jugendfreunde" Nächsten Sonntag 9 Uhr; Uraufführnnfi .Götter unter sich' Filmkomödie von Aribert Wäscher Für Jugenül. unter 18 Jahren verboten 6 tägiger Vorverkauf: 11—1 und 4— 9 Uhr Eiutenzmigliclikeit mit hoii. Jahreseinkammeo! 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Für die herzliche Anteilnahme bei der Einäscherung meines lieben Manne» Adolf Wolf sage ich allen Berwandien, Freunden und Bekannten, den Mietern de» Hauses Ewinemllnder Straße 62. den zahlreich erschienenen Kollegen, sowie den Rednern des DI. Freidenker- Berbande» und dem Vertreier des Baugewerksbundes für die tröstenbeu und aufrichtigen wannen Warte meinen herzlichsten Dank. Ww. E.Wolf nebst Kindern OanKsagung Allen De annlen und Berwandien den Genossinnen und Genossen bei S9. Abteilung der EBD.. weirbe an der Bestallung meiner lieben Frau unterer guien Mulie Gertrud Fister tetlflcnommert haben, unseren herzlichsten Dan?. ftab.rri Fwfcr and Kinder. Pninpen, löPrcn, Filter, Ersaiztclle Preisliste-rati» MNIM»[o. Pumpenfabrik BERLIN N 65. 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Bav»- a B 4 2S7?;74 © Mapbachufer 4. 5lr. 63» 49 Jahrgang 3 Beilage des Vorwärts Gonniag, 7. Februar 4932 Lehrlingsnot. Wo soll der Nachwuchs bleiben? Der Ausfall an Knobengeburten während des Krieges erreickic im Jahre 1317 seinen tiefsten Stand. Gegen das Jahr 1913 mit 943 709 war ein Rückgang bis aus 471 399 eingetreten. Ein starker Anstieg auf 897 799 setzte im Jahre 1929 ein. während in den fol- genden Jahren sich«in ollmählicher Rückschlag bis auf 936 399 im Jahr« 1924 bemerkbar machte. Als Folge dieses Geburtenausfalls wurde in den an der Lehrlingsbeschäftigung interessierten Kreisen. vor allem im chandwerk, ein Mangel an Lehrlingen be- fürchtet, der im Jahre 1927 einsetzen und im Jahr« 1931 seinen tiefsten Stand erreicht haben sollte, um in diesem Jahre eine kleine Aufwärtsbewegung und in den folgenden Jahren wieder eine stärkere Steigerung an Lehrlingshänden zu erfahren. In G e- werkschaftskreisen wurde ein zu erwartendes Minder- ongebot an Lehrlingen begrüßt, well es dazu bemrtzt werden konnte, um die veralteten Lehrlingsverhältnisse günstiger zu ge- stalten. Dabei bestritten die Gewerkschaften von vornherein, daß ein Mangel an Lehrlingen in den von den Innungen angenomme- nen Maße«intreten werde. Talsächlich wurde der angenommene Umfang des Minderangebots an Lehrlingen weit übertrieben, um den angestrebten Reformen den Weg zu oerlegen oder sie wenigstens aufzuhalten und zu beeinträchtigen. Die Krise hat verhindert, daß der Geburienausfall im Lehr- lingswesen in Erscheinung trat, so daß weder die Befürchtungen auf der einen, noch die Erwartungen auf unserer Seite in die Er- scheinung traten. Immerhin,„das Handwerk* kann zufrieden sein. Das Reichsarbeitsministerium hat es zwar in der Reform des Lehr- lingswesen» und des Jugendschiches zu mehreren Entwürfen ge- bracht, doch ist bis heute so ziemlich alles beim alten geblieben, ganz so wie die Innungen es wünschen. Auf sozialpolitischem Gebiet ist ein starker Rückschlag erfolgt. Wir sehen zwar deutlich die Verschlechterung der sozialen Versicherungseinrichtungen, weniger aber die Unterbindung aller notwendigen sozialen Reformen, insbesondere auf dem Gebiete des Arbesterschutzes. Jetzt vor Ostern kommen wieder von allen Berufsgruppen die Mahnungen und Warnungen an die Eltern, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter diesen Berufen zuzuführen. In gewöhnlichen Zeitläuften mag es gut und zweckmäßig fein, vor dem Zustrom zu diesem oder jenem besonders stark übersetzten Beruf ohne Zukunftsaussichten zu warnen. Es stehen dann diesen Berufen andere gegenüber, die weniger stark übersetzt, weniger aussichtslos sind, so daß ein gcwisier Ausgleich möglich ist. wer kann aber heute den Eltern irgendeinen Beruf für ihre Kinder empfehle»? Kommen die Warnungen von allen Seite», dann sind sie vollkommen zwecklos. Gegenwärtig ist olles„überfüllt*, sei es irgendein Handwerk, eine Angestellten- oder Beamtenlaufbahn oder die geistigen Berufe. Um so stärker ist das Wettrennen um irgend- eiue Lehrstelle, ohne jede Rücksicht auf ihren voraussichtlichen Wert. Die wohl- und planlose Annahm« irgendeiner Lehrstelle ist zwar verfehlt, doch die Eltern wollen ihre Kinder irgendwo„unter- bringen*. Der nächstliegende Ausweg wäre der, da« neunte Schuljahr einzuführen und soweit als irgend möglich darüber hinaus die Kinder i n d« r Schul« zu lassen. Doch ganz abgesehen von den Wirtschaft- lichen Verhältnissen der Eltern, die als Arbestslofe mit ihren Unterstützungen, als Kurzarbeiter mit unzureichendem Wochenverdienst chre Existenz fristen müssen, während der voll- beschäftigte Teil mst Lohn- und Gehaltskürzungen sich aufs äußerste einschränken muß. mußten auch die einzelnen Länder sich aufs Sparen verlegen und den Schulbetrieb«inschränken, in einer Zeit, m der seine Erwesterung und Erleichterung für die der Schulpflicht entwachsene Jugend überaus notwendig wäre. Trotz der Besetzung auch der primitivsten Lehrstellen, «In großer Teil der schulentlassenen Zugendlichen bleibt aus der Strohe. Was das bedeutet, wie unermeßlich der Schaden für die Jugend- lichen selber und schließlich auch für die Gesellschaft ist. das zeigt uns zum Teil das Treiben der Jugendlichen in den radikalen Rechts- und Linkspartelen, die. an Stelle des geistigen Kampfes das Faust- recht, den Straßenkamps betreiben. Es ist nicht die Schuld der Jugendlichen, es ist die Ungunst der Verhältnisse,«s sind die Kriegsfolgen, unter denen die große Masse unserer Jugend von der Stund« ihrer Geburt an zu leiden hatte. Dem kalt rechnenden und spekulierenden Unternehmer- tum mag dieser Zustand, der ihm die jugendlichen Arbeitskräfte wehrlos und bedingungslos ausliefert, der sie in das Lager der „Eroberer* von rechts und links treibt und so die Verhetzung und Zerfleischung der Arbeiterschaft unter sich begünstigt und chre orga- nisatorische Geschlossenheit verhindert, nicht unwillkommen sein. Dem um die Röte unserer Jugend und die Zukunft unseres Volkes auf- richtig besorgten Teil unserer Gefellschaft jedoch, vor ollem der Re- gierung und den Behörden, erwächst jedoch die V flicht, alles darauzufeßen. um die Zugeud nickst der Straß« zu überlassen. sondern ihr Gelegenheit zu geben, ihre Zeit zu nützen, sich körperlich und geistig zu betätigen und zu vervollkommnen. Man komme uns hier etwa nicht mit pem„freiwilligen Arbeitsdienst*. Selbst wenn wir nicht das geringste daran auszusetzen hätten— wovon wir ziemlich weit entfernt sind—, vierzehnjährige Kinder kann man in diesen Dienst nicht einspannen. Von den Eltern wäre es durchaus verfehlt, bedenken- los jede Lehr stell« anzunehmen, nur aus der Furcht heraus, der Junge würde fönst auf der Straße liegen. Handelt es sich unter den heutigen Verhältnissen dabei auch nicht ohne weiteres um Entscheidungen fürs ganze Leben, so ist es dennoch nicht gleich- gültig, in welche Hände ein Kind gerät. Lehrverträge werden heute meist auf vier Jahre abgeschlossen. Inzwischen kann immerhin ein Wandel der Krise eintreten, der Lehrvertrag aber bindet. Eltern, die sich ihrer Pflicht bewußt sind und denen sich die Mög- lichkeit bietet, eine Lehrstelle zu finden, tun gut daran, vor Ab- schluß des Lehrvertrags, dem ja in der Regel eine Probe- zeit voraufgeht, sich bei der für den Lehrberuf zuständigen Ar- beiter- oder Angestelltengewerkschaft zu erlundigen. Aus diese Weise können wenigstens die gröbsten Fehler noch recht- zestig vermieden werden. Werden die Lehrlinge von vornherein ihren Gewerkschaften zugeführt, dann haben sie stets ein« Stelle, bei der sie sich Rat und Auskunft holen können und, wenn nötig. auch Schutz finden. Wer jedoch keine Lehrstelle findet— und die Zahl derer wird nicht allzu gering sein— und es irgend möglich machen kann, lasse sein Kind eine höhere Schule besuchen. Das ist dann noch der beste Schutz vor der Gefahr des Herumlungerns, und wenn sich unsere wirtschaftlichen Verhältnisse einigermaßen zum Besseren ge- wandt haben, ist es noch immer Zeit,«ine Lehrstelle zu finden, die sowohl den Neigungen und Fähigkeiten des Lehrlings als auch dem Zweck der Lehre entspricht. F. E. Oer Konflikt im Buchdruckgewerbe. Sie Arbeiter zur Abwehr entschlösse«. Der Lohnkonflikt im Berliner Buchdruckgewerbe ist jetzt in«in ernstes Stadium getreten. Die freigewerkschastlichen Betriebsräte der Betrieb« Scherl. Masse, Clsner, Seile-Ey sl er, Gxeve.Büxensiein. Langenscheidt. „Deutsch» Tageszeitung*.„Berliner Börsenzeitung*, und H. S. Hermann haben gestern in einer Konserenz beschlossen, dem Verlangen der Firmenleiwngen, die übertoriflichen Zulagen bis zu 59 Prozent herabzusehen, nicht nachzugeben. Di« Betriebsräte brachten übereinstimmend zum Ausdruck, daß die Belegschaften ihrer Betriebe iest entschlossen sind, nicht den geringsten Abbau ihrer Löhne widerstandslos entgegenzunehmen. Die graphische Arbeiterichaft Berlins fei durch den Lohnabbau, der durch die Schlichtungsinsumzen und die Regierung verfügt worden ist, bereits hart an die Grenze des Existenzminimums gedrängt, so daß für sie eine weitere Schmälerung ihrer Verdienst« einfach unerträglich sei. Ebenso einmütig wurde aber auch zum Ausdruck gebracht, daß die Belegschaften der angeführten Betriebe rückhaltlos die Stellung. nähme billigen, die das Graphische Kartell bisher zu diesem Konflikt eingenommen hat. Die Arbeiterschaft dieser Betriebe werde sich in ihrem Abwehrkamps weder durch Provokationen der Unter- nehmer noch durch irgendwelche Parolen unverantwortlicher Ele- ment« beirren lassen, sondern den Weg gehen, der einer ge- werkschaitlich gut organisierten und disziplinierten Arbeiterschaft als der richtige erscheint. Mit diesem unzweideutigen Beschluß der Funktionäre ist die Situation geklärt. Welche Schlüsse die Buchdrnckereibesitzex daraus ziehen, ist noch ungewiß. Ob sie es wagen werden, den rund 6999 Arbeitern, die in ihren Betrieben beschäftigt sind und dem Buchdruckertartf unterstehen, den Fehdehandschuh hinzu- werfen, bleibt abzuwarten. So ganz siegesgewiß icheinen die Berliner Bu chdxu cke reibe siß« r nicht zu sein: die meislen der er- wähnten Firmen hatten ihren Belegschasten am Montag ein Ultimatum mit 48 stündiger Frist gestellt, der Herab- setzung der übertoriflichen Löhne bis zu 59 Prozent zuzustimmen. In allen Betrieben ist dieses Ultimatum van den Betriebsvertretungen im Auftrage der Belegschaften abgelehnt worden. per einmütige widerstand der graphischen Arbeiterschaft hat den Unternehmern offenbar den Mut genommen, aus der Ablehnung ihres Ultimatums die Kon- sequenzen zu ziehen und am Freitag die bereits angedrohten Massen- kündigungen auszusprechen. Die Buchdruckereibesiger wissen an- scheinend sehr genau, daß sich in Berlin trotz der Arbeitslosigkeit im graphischen Gewerbe nicht ein einziger Buchdrucker oder graphischer Hilfsarbeiter finden würde, der in einem durch die Aussperrung von Arbeitern entblößten Betriebe Arbeit annimmt. Räch den klaren Bestimmungen des§ 99 des Gesetzes über Arbeitslosenversicherung und'Arbeitsvermittlung wäre dazu auch kein erwerbsloser Buchdrucker oder graphischer Hilfs- arbeiter verpflichtet. Die Berliner Buchdruckereibesitzcr haben sich augenscheinlich dos Gelingen ihres Husarenstreiches gegen die übertariflichen Löhne viel leichter vorgestellt, als es in Wirklichkeit ist. Ueberraschend ist diese Attacke der Unternehmer für die graphische Arbeiterschast nicht ge- kommen. Der Schlag ist von langer Hand vorbereitet worden. Wir erinnern uns, in dem Organ der Buchdruckereibesitzer, der.�Zeitschrift* im Dezember n. I., anläßlich einer Polemik gegen das Verbandsorgan der Buchdrucker, des.Korrespondent*. nach Abschluß der Tarisverhandlungen für das deutsche Buchdruck- gewerbe im Reichsarbeitsministerimn auch etwas über die„Not- wendigkeit* des Abbaus der übertariflichen Löhne gelesen zu haben. Sinngemäß hieß es in diesem Artikel, daß sich die Buchdruckerei. besitz«? mit dem 2ll>bau der übertariflichen Zulagen um einige Pro- zent nicht zufrieden geben könnten und deshalb diese Frage bei den Tarifverhandlungen nicht gelöst hoben wollten. Sie würden »bei passender Gelegenheit" die übertariflichen Zulagen auf das Mindestmaß reduzieren, das sie für angebracht halten. Die Unternehmer haben durch ihr Vorgehen, das jetzt auf den entschiedenen Wider« stand der Arbeiter stößt, wahrscheinlich schon etwas von den Mantel- tarisverhandlungen vorwegnehmen wollen, die in den nächsten Wochen geführt werden müssen. Politisch interessant ist das Vor» gehen der Unternehmer insofern, als daran in der Hauptsache rechtsgerichtete Unternehmen stark beteiligt sind wie Scherl, die Firma Greve, in der die„DAZ.* erscheint, die„Deutsche Tageszeitung*, die„Berliner Börsenzeitung* usw. Diese Preisfechter der Harzburger Front werden jedenfalls sehr schnell begreifen lernen, daß das„Dritte Reich* mit seiner unbe- schränkten Unternehmerherrschaft noch ein Traumland ist und die Arbeiterschaft immer noch«in Wort mitzureden hat, wenn es gist, den Preis für die Ware Arbeitskraft festzusetzen. Aus der Miiropa. Vorflofe zum Dritten Reich. Man schreibt uns: Bei der Mitropa, Abteilung Anhalter Bahnhof, herrschen Zustände, die jeder Beschreibung spotten. Der Abteilungs- leiter Rüdiger ist hier Ober kommandierender: er schaltet und waltet wie ein Pascha. Seine Peitsche ist die Drohung mit so- fortiger Entlastung. Die Wagenputzer müssen bei grimmiger Kälte die Heizung abstellen: ob sie frieren und sich erkälten. dos kümmert den Herrn Abteilungsleiter nicht. Widerspruch wird nicht geduldet. Besonders tmongenehm wird der gute Mann, wenn das Per- sonal das ihm zustehend« Essen einnimmt.»Jetzt dulde ich noch das Kauen, ober während der Fahrt verbiete ich es euch.* Trifft er gar einen, der eine Buttersemmel mit Marmelade ißt, dann schreit er auf:»Ich werde Sie sofort entlassen: ich esse zu Hause auch keine Butter.* Daß der Uebereifrige von trockenen Bemmchen so dick geworden ist. glaubt ihm keiner. -Schikanen auf Schritt und Tritt! In der größten Betriebszeit kommt er auf den Einsall, alle Flaschen wieder auspacken zu lassen, damit er sehen kann, ob die Flaschen auch alle mit dem Etikett nach liegen. Die Namen der Angestellten sind für den Abteilungsleiter Schall und Rauch. Er pjeift ihnen und alles muß rennen. Jedes zweite Wort bei ihm fft»raus*.„Wem, ich einstellen will, steht die ganze Königgrätzar Straße voll.(Die Äresemannstraße liegt ihm nicht, desto besser kennt er die Hedemannstraß«.) Dieser Ad- teilungsleiter schtkanisiert dauernd das Personal und macht ihm das Leben schwer. Im übelsten Kasernenhofton fortwährende Drohung mit Entlassung. Dem Direktor K i e s ch k e wäre dringend zu empfehlen, seinem Abteilungsleiter im Umgang mit dem Personal wenigstens«inen anständigen Ton beizubringen. Vor einem Riesenkampf in Dänemark. Lieber 400090 Arbeiter be'rof?e». Kopenhagen, v. Februar. Da die Uulernehmer mit Massenaussperrungeu ge- droht haben, wurden vor dem staatlichen Schlichter Besprechungen zwischen dem Arbeitgeberoeretu und den Gewerkschaften geführt. die jedoch ergebnislos verliefen. Der Schlichter erklärie, daß er keine Grundlage für eine Vermittlung in dem Lohnsireii habe finden können, weshalb feine Vermittlungsversuche als g e- scheitert anzusehen seien. Am Fr ei lag kommender Woche werden daher die Au». sperrungen beginnen, von denen vorerst 80 000 wann betrosfea werden. Da aber von den Unternehmern welkere Aus- sperrungen beschlossen worden sind und die Arbeiter der uichk von den Aussperrungen bedrohten Industrien iu Streik treken wollen, wird die Zahl der uichlarbeiiendeu Arbeiter aus weil über 100 000 steigen. Die Lage ist äußerst ernst. Aus dem Versicherungsgewerbe. In letzter Zeit waren Gerücht« im Umlauf, wonach der Arbeitgeberverband deutscher V e r s i ch e r u n g s» Unternehmungen seine Mitgliedsgesellschaften unter An- Wenn Sure Männer chre A.edtNL�erücherung torkallen lassen möchten: delkt ihnen, üe in Ä-rakt zu halten! Keltt mit. an anderer Ktelle lo diel zu lparen. dah Suer Veitrag eingezahlt Vierden Kann! Mr dann leid Mr und Sure Kinder auch in dem kchlimmssen Fall geschützt! »rlbft in fchwerrn Seiten gibr es fRittcl uns«eze. um eine �edensvcrLchrrung in Nrakt zu M «chstten. /ragt sm Trrffkbmmgfl'/aibmantt- et wird Such sachgematz verareni � drohung einer Konventionalstrafe angewiesen haste, bei der Gehakt»- kurzung der Angestellten den durch Schiedsspruch oom 22. Dezeinber 1931 festgesetzten Satz von IS Proz. nicht zu unterschreiten, über- tarifliche Bezahlung nicht zu leisten. Der Zentralverband der Angestellten hat den Arbeitgeberverband darauf aufmerksam gemacht, daß eine derartige Anweisung als Berstoß gegen den Tarifvertrag betrachtet werden würde, weil in der protokollarischen Ergänzung zum Retchstarif» vertrag dieTarifgehälterals Mindestgehälter bezeichnet sind und übertarifliche Bezahlung als rechtlich zulässig erklärt wird. Der Arbeitgeberoerband teilt fetzt dem ZdA. mit, daß er die in den Gerüchten bezeichneten Anweisungen nicht ge- geben habe. Damit schließt der Arbeitgeberverband sich der Auf- sassung des ZdA. über die rechtliche Zulässigkeit der übertariflichen Bezahlung an. Aus dem Gowjetparadies. Die Gerichte der LldSSR. zuständig. Sieben Arbeiter klagen vor dem Arbeitsgericht gegen die Handelsvertretung der Sowjetunion in Berlin. Vor einem halben Jahre wurden sie von dieser zur Arbeit in Rußland eingestellt. Sie sollten freie Hin- und Rückreise und monatlich 300 M. bekommen, wovon ein Teil an ihre Ehefrauen in Deutsch- land ausgezahlt werden sollt«. Sie unterzeichneten den sogenannten Typenoertrag, nach dem alle Arbeitnehmer im Ausland für Sowjet- rußland engagiert werden und erhielten Bisum, Reisegeld und für ihre Frauen einen Borschuß von 80 M. Nach langer Reise erreichten sie ihre Arbeitsstätte— eine der neuen Fabrikstädte im Ural— und meldeten sich bei dem Direktor. Als sie sich wegen des Lohnes nochmals vergewissern wollten, wurde ihnen zu ihrem größten Erstaunen mitgeteilt, daß sie nur 220 Mark Lohn erhalten, da die Löhne„je nach den Le i st u n g e n" gestaffelt seien von 220 bis 300 M. Die getäuschten Arbeiter ließen sich daraus nicht«in, zumal sie in bezug auf die sehr teure Lebenshaltung in Rußland schon Erfahrungen gesammelt hatten. Mußten sie doch zum Beispiel für Rasieren nicht weniger als 3 M. nach deutschem Geld« bezahlen. Die Verhandlungen mit der Werksleitung blieben e r- g e b n i s l o s, man hinderte die Arbeiter sogar an der Rückkehr in die Fabrik dadurch, daß man Soldaten als Wache auf- stellte. Auch in Moskau, wohin die Arbeiter abgeschoben wur- den, kam es zu keiner Einigung, so daß sie unverrichtcter Dinge. ohne einen Pfennig Entschädigung zurückreisen mußten. Nun klagten sie gegen die Handelsvertretung als die- jenige Stelle, die mit ihnen den Vertrag abgeschlossen haste.� Dies« jedoch gab an, daß sie nicht der Arbeitgeber fei/ sondern ledig- lich als Vermittlerin gehandelt habe. Nach dem Typen- vertrag seien die russischen Gerichte zuständig. Sie müßten daher also In Rußland klagen. Der Vorsitzende mußte den Arbeitern sagen, daß sie nach dem Vertrage, den sie selbst unterschrieben hatten, keine Ansprüche gegen die Hände ls Vertretung hätten, denn nach diesem gelte als Erfüllungsort und Gerichtsstand die russische Fabrikstadt im Ural. Er empfahl ihnen, die Klage in Rußland zu erheben. Die Arbeiter, die schon bei den Verhandlungen in Moskau einen Vorgeschmack von der Unparteilichkeit der russischen Arbeitsbehörden bekommen hatten, die nichts tun können, was die GPU. nicht erlaubt, nahmen lieber die Klagen zurück. Sie waren dafür aber auch vom Sowejctparadies gründlich kuriert. Zwei Arbeiter, die vorher der KPD. und NGO. angehört hatten, sind auf Grund dieser Vorfälle, wie sie erklärten, ausgetreten und wieder Mitglieder der freien Gewertschasten geworden. .zumal. es die NGO- abgelehnt hatte, ihnen bei der Klag« den. notwendigen Rechtsschutz zu gewähren. Achtung! Arbeiterinnen im OML. Mittwoch, den 10. Februar 1932, nachmittags pünÄtich o'-i Uhr, Bsfncy der Ausstellung des Deutschen Hyziene-Museums ..Kampf dem Krebs* im Europa-Haus, Berlin SW., Strefe- mannftraße 92/102. Es ist unbedingt erforderlich, daß jede Kollegin diese Ausstellung besucht. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß am 10. Februar der Zutritt nur Frauen gestattet ist. Einlaßkarten werden am Eingang des Museums ausgegeben. Mitgliedsbuch legitimiert.__ Die Ortsvsrwaltung. MetaN-Betriebsrate. Die Betriebsräte-Zeitschrift Nr. 2 ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der Legitimotionskarte des Betriebsrats-Obmannes im Verbandshause, Zimmer S, täglich bis 4 Uhr. Freitags bis 7 Uhr, entnommen werden.________ Die Ortsverwaltung. Achtuna, VetriebSräte! Der nächste arbeitsrechlliche JnformationSobend sür Betriebsräte iindel am Dienitag um lS Uhr im EewerkschastshauS, Engeluser 24— 2S, Saal 3 oder 5, statt. Den Betriebsräten wird hier unter Leitung eines namhaften HrbeitSrechtlerS die Möglichkeit gegeben. Fälle aus ihrer eigenen Praxis vorzutragen und zur Debatte zu stellen. Darüber bü'.auS werden letztinstanzliche Entscheidungen des Reich sarbeitsgerichts erörtert. Jeder srei�gewerk chasllich organisierte Betriebsrat hat die Möglichkeit, ohne vor- Heng« Anmeldung an den Informationsabenden teilzunehmen. Ein Hörer- beitrag wird nicht erhoben. Weitere Jniormationsabende finden statt Dienstag, LS. Februar, und Dienstag, 8. März. SPS.-Fraktt»» der erwerbelofe» Hillsarbeiter. Mgrgen, 1244 llhr,_ bei Laubahn, Lulfenuftt 52, Versammlung..Hitler als Senoarm."-4 Referent: Dr. Serhard Luelow. Da» Parteibuch ist als Ausweis mit. e? zubringen. s, tSVS.-SPD Zraltio«. Donnerstag, tt. Februar, 20 Uhr. michtlar W Sigung im Zimmer 1 der Sammerfitle, Teltower Str. l— t. All» Funk- troniire mstssen erscheine«. »�reie GeWerkschaftS'Lugend Berlin Sonntag 28. Februar, in der Aula des CeciNen-Lnzoum, Berlin. Lichtenberg, Rathausstr. 8. Professor Leo Nestenberg:..Was bedeutet uns heute nsch Goethe in der Mustk?" Gesang: 3ba Harth zur Rieden. Beginn 20 Uhr. Nostenbeitrag SV Pf.— Heute finden folgende Beranstaltungen statt: SSbkrel»! Führung durch da»„neue" Berlin. Treffpunkt 10 Uhr U. Bahn Onkel Tom« Hütte.— Rordostkrei«: lS Uhr Jugendheim Tieckstrafle.„Der blühende Stattus."— chübweftkrei»: 19 Uhr Jugendheim T-myellzof, Ger- maniastr. 4— 6, Eingang Siftzstratze.„Bon der Oper und Operette."— Rerb- keris» Jugendheim Tegel, SchSneberger Str. 4. Unsere strciskapclle musiziert. - West kreis: Jugendheim Spandau, Lindemifer t. Wintersport.— Morgen. Montag; Zentrale«uflkgruppe: 19U Uhr Probe im Saal S des«ewerk. kchaftshauses., @�uoenvgn»ppe des Lentralverbandes der Angestellten Heute finden in folgenden Heimen die Sonntagsveranstaltungen statt: Jugendheim Wallftrage in Eharlotteuburg,. ob 19 Uhr: Jugendheim Lortzingstr. 19, ad 18 Uhr,- A-gendheim Beraftr. 2» in Neukölln, ah 19 Uhr! Jugendheim Rostcnburger Str. 15, ab 15 Uhr.— Morgen, Montage finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turtner Ecke St«. firaße. Wir lesen au» dem Buch„Amerilareisi deutscher Gewerk'chufter'.— »esnubbruaaeo: Jugendheim Pank. Ecke Wiesenstraste smeltlich, Schule). Wir lesen„stampf um stitfch/— Nordost N: Jugendheim Si-f'.enourger Str. t«, Zimmer 3. Bortrag:„Angestellter und Maschine". Referent: Lehier.— Weißens-«: Jugendheim Pistoriusstr. 24. E» spukt bei un».— Britz: Städtische« Jugendheim fRathausf. Wir lesen aus dem Buch„stZnig. Alkohol" non Sack London.— Urban: Jugendheim Hobrecht» Ecke Sanderstraß«. Vortrag:'„Die Angestellt«. roersichernng". Rcfreni:. Bunzel.— Nordwest: Wir besuchen die Versanimlung des Berbebezirks. Rund um das Falschgeld Berliner Falschmünzer in Breslau verhaftet— Geld aus Zink und Zinn Breslau. 6. Februar. Jim Freitag wurden in einem halel der 43jährige Gießerei- besitzet 3ofef Wahn sowie der FSjährlge Sanfmann Matthias Bremel, beide aus Berlin, wegen Verdachts der Falschmünzerei scskgenommeu Die Jalschgeldzentrale in Berlin Halle das Faha- dungsersuchen nach Breslau gegeben. Der eine der Feflgenommene« gab an. uur Breslau als verbrelluugsgebiet für die von ihm her- geflellleu fasschea Markstücke gewählt zu haben. S 7 falsche Fünfmarkslücke wurden im Hokelzimmcr, das die beiden in Breslau bewohnten, vorgefunden, und zwar im Sofa, unter dem waschlisch und in den Spruugfedermalraheu der Betkeu versteckt. Zu einem Vertrieb von fasschen Stücken sind die Täter in Breslau aber noch nicht gekommen. Zlimptsch, 6. Februar. Seit etwa IV; Iahren tauchten in den Kreisen Ntmptsch und Frankenstein fortdauernd futsche Zwei- und Fünfmark- mMiüMreunte. sMMge Meine usw. Freitag, den 12. Februar, 20 Uhr, Im Gewerkschaftshaus. Engelufer 24-25(Saal 5): VArcammllinn a,,er Organisierten In der ¥«3railllimiUBI(| sozialdemokratisch. Partei Pa rt«Im Itg Ii« da buch legitimiert. Erscheinen Ist Parteipflicht stücke auf Unter dem Verdacht der Falschmünzerei wurde der bei den Frankensteiner Nickeiwerken beschäftigte Arbeiter Ueberscher aus Kosemitz, Kreis Nimptsch, verhaftet. Die Polizei fand in semer Wohnung eine ganz primitive Qehmform, mit deren Hilfe er die ausgezeichnet gelungenen Zwei- und Fünfmarkstücke aus Zink u n d.Z l n n h e r st e l l t e, die für den Laien nur durch den Klang erkenntlich waren. Ueberscher hat auch versucht, falsche Fünfzig- Pfennigstücke herzustellen. Bei seiner Vernehmung gab er an, er habe die Falschstücke lediglich als Spielzeug für seine Kinder an- gefertigt. Die Zahl der vertriebenen Falschstücke dürfte sehr hoch sein. SS falsche Zwanzigmarkscheine. Gwdent als Opfer der Falschgeldpsychose. Die Psychose der Falschgeldfabrikation greift immer weiter um sich. Diesmal war ein Student ihr zum Opfer gefallen. Lang und engbrüstig, die Brille auf der Nase, stand der xtud. tiieoi. M. vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte und verteidigte sich, nicht geschickt: er wollte sich bloß eine finanzielle Grundlage zum Weiterstudium schassen, dann wieder auf gesetzmäßigen Bahnen weiter streben. Sein Dater ist Kriminalbeamter in Westfalen, seine Mutter hat er früh verloren, mit der Stiefmutter stand er sich schlecht. Cr war das zweite Kind von zehn, das älteste«ine Schwester. Er allein durfte studieren— mit der Bedingung, daß er nach Beendigung des Studiums für seine Geschwister sorge Cr studierte in Münster Theologie, trieb nebenbei medizinische und juristische Studien, träumte davon, Seelsorger in den Kolonien zu werden. Der Monatswechsel des Vaters war sehr klein, er erhielt Stipendien, gab Räch- htlfestuikden und schlug sich schlecht und recht durch. Do ging es sechs Semester lang.' Dann wurde ihm Münster zu eng. sr fuhr nach Berlin, um hier feinen„Blick zu weiten", wie er sagte. Dem Bater war dagegen: Berlin fei Dvdam und Gomorrha. Er verlangte die Rückkehr des Sohnes nach Münster. Dieser wider- setzte sich, der Dater entzog ihm den Monatswechsel. Der«tack. tiieoi. machte Schulden, die Rechtsanwälte bedrängten ihn, der Vater blieb unnachgiebig.„Er hatte Geld", sagt« der Sohn vor Gericht, „Er legte Taufende in seiner Landwirtschaft an. eine Liebhaberei. von der er nichts verstand, und mir wollte er nicht das Wenige schicken, damit ich mein Studium beende. Er hat mich stets zum Widerstand gereizt. Schon in meiner Kindheit war er hart zu mir. seine Erziehungsmechoden waren falsch: er hat in mir den Keim zum Verderben gelegt." Es blieb dem stud. theol. nichts anderes übrig, als in feine Vaterstadt zurückzukehren. Er half dem Vater bei der Landwirtschaft, man warf ihm sein Nichtstun vor. Das Verhältnis zwischen ihm und der Stiefmutter wurde immer gespannter. Man hetzte die Nachbarn gegen mich auf, man wollte mich vergiften Behend!, nur 2 M.LWSCI IM, M. Stj. 11 J&fe. Broiler aillig wie noch nie* Inlette f Obel bett.. Mk. 9.00, 10.-, IS- Kinea....» 1.5«. 2.S5, 5.50 rot, lOrkUdi, Mako. Steppdecken.,.. Mk. 19.50 Datuendeckcn....„ 5«.— Wander-, Wochenend- Decken •n allen PrcUlaecn Bettffetfern ojad Daunen za den bekann. cd billigen Greifen. Bei Elwkao* GraflarcinfrfqBg BetUedcro• Spextaihaus SachseU Stadler Berlin c., landsHeroer Sir. 43-47 Nähe.teaandcrplalz Filiale Welnbergswes 1 Erfinder- Vorwamstrebende 10000 Nk. Belohnung Näheres kostenlos durch f. finUBAu ck Co* BerJM SV it# einienfiungen fite Bitte RobrU ftnd 6 e 1 1 i a SW 68. Liadtastrah»& T Parieinachrichten/M�für Groß-Verlin stet» ex Bot«ezteteietettart« �Has.ZTrapa« recht». ,a richte» Versammlung der AbtcilungSmirterverlrcter sowi« aller sanft für da» Miet. und Wahnungraieten iaterefftertea. U�nasiea Fieuag, 12. Februar, 19V, Uot, im SeaierlschastZhaa». Sngelufcr HJiS, Co«1 1. Zahrerbericht und Neuwahl. g�en�Bta�'Mtmt�c Laicnri�tr. « Beginn aller Veranstaltungen lv'-s Uhr. sofern keine besondere Zettangabe! 4. Jtcefe.«anntag, 14. Februar. Film.Matine« im Tlrsturn, Prenzlauer ZMe«. �cke Danziger Etraße...Der Kauntmann von ÄBaenlr. garten sind de» den Beziilaflihrern ,u haben. Z. lirei». Zlüjluuß! anderer Tag! Dienstag, 9. Februar. 19'/, Uhr, Kreisfurck» twnärsitzung Ui Schmidt» Desellschostshau». Fruchtsir. 36». heute, Sonntag, 7. Februar: »1.«bt. Die«enosien treffen sich mit ihren Angehörigen um 10 Uhr bei Lux, HuttrustraKe, zur Einzcichnung. Morgen, Montag. 8. Februar: 1». Pres». 18V, Uhr grcisvorstandssitzung. 30 Uhr ltreisdelegierienverfaimn. »uns im bekannten Lokal. 3. Abk. Funliianärsitzung de! Lehmann, Bartelstr. 7. 7. Abt. Funkiionarsihung bei Bärwalde, Echlegolstr. 8. 1Z. Abt. Funktioniirsisiung bei vbiglo, Stralsund»! Str. 11. 36. Abb. Des Linzel, Usedomltr.?t. FunkiianLrsihung. 36. Abt. FunklianärsiKung bei Schade. LLsliner Straße. 19. Abt Kei Schrepel. Srünthaler Str. 13. FunktionSrflßung. 29. Abt. 20 Uhr Funktionsirsidung bei Pos», Loloniesir. IS. 23 Abt. Funk.ionSrsißung bei Krell. Utrechicr Str. 23. 22. Abt. Funktionäiürnng an bekannter Stelle. 2tU Abt. Fiinltionärsiöung bei Ernnewald, Kameruner Str. 19. Der Abteilaiigs» vorstand trifft sich runiilich 18 Uhr an gleicher Stelle. 24. Abi. Funkiioniirübunq bei Rösner. 29. Abi. Pünktlich lllsh wichtige Lorstandsfitzung. 28 Uhr Funktionllrsitzung an bekannter stelle. 26. Abt. Funklivnärsitiuna bei Beinlich. 27. Abt. Bei Rech, Sonnenburger Str. 1. FunktionSrsißung. 29. Abt. 20 Uhr bei Kitschmann. Prenzlauer Allee 180, FunktionSrsißung. 61. Abt. 3(i Uhr a» bekannter Stelle Funktionörsißung. 33. Abt. Suhresrcrsammlung der Ardcitermohlfahrl bei Wcrtalla, Kohenlobe, straße 3. Bortrog de» Genossen Stadtrat Giinthcr über die gesamte Fite. sorge in der Krise. liS. Abt. Lindensir. 3 FunktionSrsißung. Abrechnung. 4». Abt Bei Förster, Drribundstr. 3, Mitgliederversammlung, �kampfjahr 1992». Bes. Max GillmeiNer. 4t. Abt. 20 Uhr FunkiionSrsißuna bei Schult. Mariendorfer Str. 3. 42. Abt. Funilionärsihung bei Wiersdorf, Urbanstr. 5. 43. Abt. 20 Uhr bei Kreon, Planster 75—78, FunkiionSrsißung. Der Abteilung». vorstand trifft sich im gleichen Lokal 1'.'» Stunde irüher. 44. Abt. FnnkiionSrsibung bei Ewald. Skalibersir. 128, 45. Abt. 19 Uhr Funktioiiiirsidung bei Bertsch, Wiener Str. 38. 47. Abt. 20 Uhr FunktionSrsißung. 46. Abt. 30 Uhr ffunktionarsißunq bei Kiefelbach, Rittersir. 97. 62. Abt. 30 Ubr Im.Alten Exer". Saselborlt. FunktionSrstßung. 94. Abt. FunktionSrsißung bei Schröder, Eicinmeßsir. 52. 32lV/t29. Abt. Die angescßte Flugblattncrbreitung vor den Betrieben findet am Montag and Dienstag nicht statt. Dienstag, S. Februar: 4. Srcio. 17 Uhr im Altersheim, Danziger Str. 63. Iusammenkunsk der«r. wcrbslvsen Parteimiiglieder. Vortrag des Genossrn Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Ferner Milwirkunq der.liindenmmde». 4.«reis. 1RV4 Uhr kurze, wichtige Besprechung im Altersheim Donzigor Str. 82. Sämtliche Abteilungsleiter und FunktionSr« müssen anwesend sein. Z. Kreis. Arbeiierwohlsahrt. 15 Ubr im Heim. Diisiter Sir. 4/5, Zusammen» fünft der erwerbslmen Parteimitglieder.»Wirtschaftsvolitisöte Insormalion.» Ref. Dr. Sans Adler. Musikalische llnierhahung. Klavier und Geige vom Genossen Mensch— Arbeiterlildungsschxle! Siundsunkabhörstund» lg'/, Uhr in der Schule. Distelm-prrftr. 58..Kommunismus und Pnuateizentuni.» 12. Krals. Kretsvorssand-sißunq an bekannter Stelle. Wichtige Tagesordnung. 14.«r-is� 15 Uhr im Iugendhrrm. Kann-rssr. 42. siukannnenkunft der erwerbs. loten Parteimitglieder..Woblfahrtssragen.» Bes. Dr. Salomon Schwarz. 19. kreis. 20 Uhr Beginn de, Kursus im Jugendheim Görfchste. 14..�Sowjet. 9. Al?i. 19 Uhr Bors�ndsÄwrm?�20 Ubr FunktionSrsißung im gleichen Lokal. 3. Abt. 20 Uhr FvnktionSrsißung bei RSsies. Putlißsir. 10. 28.?>bt' 20 Uhr FunktionSrsißung bei Pechenberg, Shoriner Str. 49. Broschüren 13. Abt. 20 Uhr Funktionärsißung bei RSsies. Abt.' 20 Üb'----»-■—---- abrechnen. 69. Abt. 20 Uhr Miinkiederversammsung Bei ffulta, Lanendurger Str. 21. „Krieg km Fernen Osten und Abrüswnaekonferenz.» Res. Wolfgang Schwam. 91. Abt. Bei Lüddecke, Karlsgartrnfir 12, FunktionSrsißung. Das Sinzeich. irvvgslokal für das„Siserne Buch» ist Kdster. Karlsgartenstr. 4. Di« s». nossen sind varrflichtet. sich umgehand Anzuzeichnen. >33. A»». 30 Ubr beteiligen sich alle an der öffentlich«« Äimtsfborifi bot .. de, 19. Kreise« im kaetzaathates OW. Panteso. Litte. 3)5. b SR. Di« oDiternen Front» Srr.. 84. Res. Karl...... v W 136 ASt, 20 Ubr Minktionvrssßuea im bekannten Sabal. 13». i£6t FuraWonStf�ang an bekannter Lstsll» Mittwoch. 10. Februar: 74» Abt. 20 Uhr FunktionZrsißung bei Schneid« voaaerslag. 11. Februar: 9. Krei«. Knrfit« SchrSber fSllt au», Kurfu» Surrbach Lust weiter. Genosse« besuche» die»Tictnandsland»- Film Vorführung un„Filmstern- kasino». Groß« Frankfurter Straße 38. um 17. 19 und 31 Uhr. Karten sind bei den Zezirksführern ,u haben. S« findet kein Kassenverkauf statt. 7. Krel». 15 Uhr?u(ommenfunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Seim Rosinenftr. 4. Lichtbildervortrag:.Mit dem Rcichsaurschuß fite sozialistisch« Pi!dung»arbelt durch Nordafrika.» Referent Sann« H. Kamm. 11. krel». 18 Ubr Bei Will, Marfin.Luther.Str. 69, Fvsammenkunff der erwerbslosen Parteimitglieder. 20 Uhr Kursu» Reese im gleichen Lokal. 12. Rcti«. 16 Uhr in der Schul« Stegliß, Friesenstraße, Zusammenkunft der erwerbolofen Parteimitglieder. Referat de» Genossen Paul Bernstein. 114. Abt. Bei Stößel. Wühlisch. Eck« Gabriel.Mar.Siraße. Zusammenkunst der jüngeren Parteimitglieder. Diskussion über Tagespoütik. Referent Genosse Ludwig Dieberich. 119. Abt. In der Aula de« TeriNcn. Lyzeums, Lichtenberg, Raihausstr. 8, Ritollederversommlung.' Grzesinskt. Reuwahlen. .Boll und Polizei.» Referent PolizeiprSsident Freitag, 12. Februar: 5. Krei». Arbelterwohlfahrt. 1SV, Uhr für Erwerbslose Lichtbildervortrag: .Mit den Rowrfreunden»uf Fahrt durch die Schweiz.» 14. krei». 15 Uhr für die erwerbolofen Parteini itglleder: Heiterer Räch. mittag'"■'■»»" 16. krei». stroß« Berschiedene dringend notwendig. ». Abt. 20 Wir im Heim«enthiner Str. 17 Zusammenkunft der sanftei»* Parteimitglieder. Borteag des Genossen Willi Wolf. III. Abt. 14 Uhr ZiUammenkunft der fchaftshaus. ,,Di« letzte»— Fraueaveranstaltullgen. vrteimitglieder im fflemoi». ■■ Ref.: Redakteur. Schiff. i. Krei». Donnerstag. U. Februar, 20 llhr. Funktionarrnnenfitzuttg der Retsch. Eadiner Straße 10. 6. Krei». 19 Uhr im Seiverkschaftehaus. Saal 1. Konferenz der Abteilungs. Mietervertreten Jahresbericht. Neuwahl. 12. krei». Dienstag, 9. Februar. 19V- Uhr, in Lehmann» Festsälen. Lankwitz, 29—81. Kreissrauenabend..Au» oerfönlichcn Zieß und Rosa Luxemburg.» Referenten Mothiide dien. Das Mitgliedsbuch ist als Kontrolle vor- Dienstag, 9. Fed: Wilhelm-Straß« rungen Uber Luise Kaiser. Wilhelm� Erinnerungen I Burm. W. d. R. . �Ken-taa. Reuwohl 6. Abt. Dienstag, 9. Februar, bei Dobrohlaw .Arbeiterhaushalt und Preisabbau.» 2». Abt. Dienstag, 9. Februar, bei Wende, Koloriestr. Swinemünder Straß, II: ■er— unsere BorkSmvterinnen.» Reseren 147:.Unser« Bon- ra Henke. „Die Aufoabe'n der grauen in der Preisscntungsaktion.» Referent!» Marie Kunert. M. d. R. Gäste willtommcn. 74» Abt. Donnerstag, 11. Februar, 20 Uhr, bei Rabitz. Pstsdamer Etr. 2, Frauenabend. 198 Abt. Freitag. 12. Februar, IVIt llhr, Diskussionsabend an bekannter Stell«. Bezirksausschuß für Arbelterwohlfahrt. mchMWW»».... scheinen unbedingt notwendig. Hüte MMßWMMMM Sißunl «. flrri« Kreuzberg. Montag, 8. _. ng der Ableilungslcti 13. Kreis Tempelhos cbruar, 18>/» llhr. bei Krüger. Srimmftr. 1. Inträge. Beratung. ilontag, 8. Februar, 9 bis haihaus Pankow, großes teilungslciter.. Unsere Flickstunde beginnt am Monwg, ' 19 Uhr, ini Jugendheim, Temvelhos, Eingang ELßftraße. 19. Krei« Pankow. Montag, 8. Februar. 19V, Uhr. Ratham Sitzungszimmer. Tagesordnung: dene». Alle Genossi müssen erscheinen. id. Krei» Reinickendorf Montag, 8. Februar, 19V, Uhr. im Jugendheim. Hermsdorf, Sitzung der Arbeiterwohlfahrt. Bericht und Reuwahl. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit.. Montag, 8. Februar, 18 Uhr. Sitzung de» engeren Ausschüsse», ItzV-Ollhr Sitzung des erweiterten Ausschusse». Arbeilerbildungsschule. 9. Februar, 20 Uhr, im Jugendheim, atz:. Sowjet rußland und der Fünf- 19. Krei«. Kursusdeginn am Diensta Görschstr. 14. Res. Dr. Solomon jahresplan». Sozialistische Studentenschaft Berlin. M«alag, 8. Februar: 20 Uhr im Bund Ausspracheabend der Sektion K. H. über das Dhema:»Werkpolitik». Res. Gen. Pros Woldt.— Dienstag. 9. Febr.: aemeinschaft über„Sozialdemokratie und Erfüllunqspolitik». Leiter Gen. Paul Bernstein. 18— 19V, Uhr im Bund.— Freitag. 12. Februar: Werbeabrnd unserer Genossinnen in der Hockschul« für Politik. Thema:„Die Frau im Dritten Reich'. Referentin Näle Kern. Beginn 20 Uhr. All« Genossinnen müsse» er- scheinen. Die gegnerischen Gruppen find zur Diskussion aufgefordert.— Sonnabend, 13. Februar: Prof. E. Lederer spricht in der Freien Sozialistischen Hoch. schul« im Herrenhaus, Leipziger Str. 3, über:.Wirtschaftskrise ohne Endel» Arbeitsgemeinschaft de? Kinderfreunde Groß-Berlla. » Mitte. Alle Helfer müssen am Donnerstag, U. Februar, aus dßm l-> Helferkursu» ihre Ausweis» abgeben zweck» Erneuerung.— Abt. V Pavoelplotz. Dienstag, 9. Februar, Turnen in der Halle Elisabeth- ».Srchvr. 19. I7>4 bis I9V4 Uhr- Mittwoch. 10. Februar, nur Jung. fallen»nd Rote Fallen, Bodeabcnd nicht mehr 17l� Uhr, sondern M pünktlich 16� Uhr vor der Badeanstalt Gartcnstraße. Alle Rest, falten kommen 18 Uhr in» Jugendheim Tiecksttaße 18 zur Gründung »nsetet Restfaic-ngrupp« zusammen. Donnerstag, 11. Februar, Rote Falken. Heim Aeckitraße. Bub und MSdrI, 3. Abend. Freitag JungfaHea. Sehr wichtiger Ausspracheabend. Krei» Weddwg. Donnerstag. 11. Februar. 30 Uhr, im Sogendheim WM- denowstraße Besprechung mit den Funktionären der GAS. über unsere gemein» sam« Arbeit. Der nächste FUmadend ist am 20. Februar. Es läuft: Weiße Schatten. Kotten sind bei den Helfer» zu haben. Sonntag bunter Rachmittag im Zugendheim Schönsiedtstr. 1. Beginn 15 Uhr. E» sind noch nicht alle B«. richte und Helferausweis« abgegeben. Letzter Termin Donnerstag. Prenilaner Berg. Mittwoch, 15 Uhr. Danziger Str. 62, Baracke», Kreis. sollenparloment.— Abt. Viktor Adler. Rote Falke» 11. Dienstag Stegreisspiele. Freitag Liederabend. Schöobauiee Vorstadt, Dienstag. tO Uhr. Schule Sonnenburger Str. 20. ----~■ Rite Falten, Donnerstag für Zungsalten V-lte. teihätt. Dontag'Äste Falken V-tttsti-le. Lurrgfalk-n Basteln- Dienstag r.r«ll. ZZonuerttag.?0 Uhr. genretefamer Abend der Rwte« Falken rntt d« AI. Schörchauf» Porstadt.— Abt. Hermann Müller. Montag©tetaftcaße ateenoollvemammlung. Dienstag Baden bot Gesamtgeupp». W>WWWWnIh»WW�W�>WW�>WMW�����> 13. Februar. I84 Ubr.„Bunter Nachmittags grmeinsam mit den Frauen der zibt�ung�in der Schul«. Auvgöstoltung I 18 Uhr Baracke. Rote» Falken Falken.Hclfc:«lit SAZ.. Funktionären Besprechung am Mittwoch, 18te Uhr, tn der Baracke. Elternobleute Besörechung am Frciiag. 13. Februar, 20 Uhr, Baracke. Genosse Schmidtbauer spricht.— Abt. Lichtkümpfer. Dienstag, 171� Uhr, Zer�fttoß Abteil»,?? Steglitz. Aldrechtstr. 47. Rote Falten Freitag. 15 Uhr, Bunter Abend mit Programm.Zungfalken Dienstag. 17 Uhr. Brett. fviele. Montag. 20 Uhr, alle Schwimmen(Stadtbads.— Abt. Lichterfelde. Rinqstr. 8. R"te Falten Mittwoch, 17 Uhr. Boltetkinz«. Singen, siungsalken Frei::». 17 Uhr, Bunter Ziachmirtag. Sonntag, 14. Februar, Tagesfahrt nach Philippsthal. Sterbetafel der Groß« berliner Partei«Organisation »9. Abt. Am Z. Februar verstarb unerwartet unsere Nebe Genossin Anna Thleß. Ebre Ihrem Andenken. Einäscherung Montag, 8. Februar, 19 sh Uhr, in Baumschulenweg. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 55. Abt. Unser Genosse Josef Piezkawski ist im Atter von 73 Jahren verstorben. Einäscherung Montag, 8. Februar. 14 Uhr, Krematorium Wilmersdorf. 108». Abt. Unser Genosse Aisred Drendel, Stemchalerirr. 62, ist im Alter von denke». Beerdigung Tienstaa, 9. Februar, 14 Uhr, in Baumschuteerweg. 108«. Abt. Unser Genosse Alfred Drendel, Siernthalerstt. 62, ist ten Atter von öS Jahren verstorben. Ehre seine« Andenken. Einäscherung Dienstag.!>. Fr- Uhr, Krematorium Bauinschulenwrg. Um rege Beteiligung wirb 'llv Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin \ Einsendungen für diese Rubttk nur an da, Jngendsekrttottat l Berlin SW 68. Lindenstraße 2. vorn> Treppe rechts. Peoietarische, Orchester de« SAZ.(kleine Besetzung). 11 sh Uhr Probe ..Prccadilltz», Eharlottcnbnrg. Bismarckstr. 93—94(Untergrundbahn Städtische Lper). Heute. Sonntag. 7. Februar: Kölluischer Park: Saisenstr. 18. Slaßbrenner-Abend.— Rvrd«»: Treis. »unkt zur Werbedezirksmitgliedervcrsommlung lbte Uhr Rammler- Eck« Prunneustraße.— Köpeuicker Viertel: Wir besuche» die Meierei Bolle. Treff, unkt in,. Uhr Soreewaldplaß.— Spandau: Lindenuser 1. Volkstanzabend.— ------- ißtaße, S" m' � Uhr).- aukwitz» Schulstraß«. Sprechchorprobe.— Steglitz I: Bunter Abend.' Albrecht- 47a(19 Uhr).— ReukÄ» AI: Trcffountt zum„Qv------------- ower Straße.— Fttedrichshagrn: Bolkotanzabend. straße Selcho Xl: Treffvunki zum..Querschnitt» um 19 Uhr „ Wehagrn: Kolkstanzabend.— Tegel: 18 Uhr Heioizdeud Schöneberaer Str. 3. Werbe bezirk Tirrgatten: Lehrter Str. 18—19. Werdebezirksheimabend um 19H Uhr. Morgen, Montag, 8. Februar: Rci«Ickendor!'Ost: Lindauer Str. 1. Funktionärversammlung.— Hansa: Pochumer Str. 8b. Kamvfliederabend.— Moabit I: Galdenserstr. 20—21. Bunter Abend.— Moabit tt! Lehrter Str. 18—19. Epielabcnd.— Sportpalast: Genthiner Straß«. Politik der SPD.— Gesundbrunnen II: Schönstedistr. 1. Leseabend.— Arnewalde« Platz N: Rastenburger Str. 16. Pottttlchc Zeitung»- schau.— Falkplatz I: Sonnenburger Straße.— Fallplatz N: Sonnenburger Straß« 20. �ampfliederabend.— Hiimannplatz:® leimst t. 33—35. Stellung- Politik.— vchönhauter Vorstadt! Sonnenburger Etr. 20. Sexuelle Fragen.— Halleschc, T»>: Borckstr. 11. Wie lese ich eine Zeitung?— Lniscnstadt! Wasser» torstr. 4. Biurter Abend.— Ba»wsch»Icnw«g: Ernstste. 16. Leseabend.— 3»- hannisthal: Rathaus. Lieder zur Laute.— Srhäneweide!l: Berliner Str. i>1. Ardeitsaemeinschaft.— Friedrichsselde: Gunterstr. 44. Bunter Abend. Werbebrzirk Osten: Frtedenstr. 31. Turnabend. Werbcdezirk Bedding: Tttft- Ecke Müsierstraße. Turnadend. Vorträge, Vereine und Versammlungen »Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gefchästsstekle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 87—38, Hof 2 Tr. Pre»zia»er Berg. Dienstag. 9. Februar. Jungba. Zusammenkunft »u bekannter Steve.— Friedrich: bain. Mittwoch, 10. Februar, 19% Uhr, Lugendheim Ebertnstr. 12(Saal).— Schönedcrq-Friedenau. Mens- ............ z.....-..._ �. Britz l bei Lahresgen :!chr. Reu Zuaversammlung im Bootshaus Tegel, Uferstr. I.! Faltboot und gelt durch Lappiaod" von Kurt Biging. EtteendunB der t. v. 91. Sonntag, 7. Februar,„Ein Abend an der Qber- wree». Gesellige» Beisammensein im„Deutschen Hof». Apollolaai, Luckauer Sttaße 15. Einlaß 16 lb Uhr. Beginn der BorttSge 17% Uhr. Sämtliche Dar steller sind Schüler der ll II ll der L. O. R. Auch die Dekorationen wurden von Schülern der v II 0 angefertigt. Tanzbeginn 8 Uhr. 2 Kapellen. Tom. bola, lleberraschungen. Für, die Jüngsten um 20V, llhr Kaspettcthearer. Zentral verband der Wcdettsinoaliden und Witwen Deutschland«, Eon Srotz'Berllu. GeschSste stell«p Berlin W. 57, Bülowsta. 49. r. Stfl. I. Soznrtog. — Montag SI> 8. Februar. Grünau: Lokal Werner. Köpenick«: Str. 126. « llhr.— M I« Itbr.— 18 llhr.— Etegli..______>......_______________ Lichtenberg: Lokal Wegen«, Frankfurter Alle« 236. 16 Uhr.— LohannUUjal: Lokal Eobian, Roonftr. 2, 18 llhr.— Eharlottcndurg: Lokal Helmholtzquaüe, Helmhe�str. 21. 18 Uh bruor, Perani für den We ArdettBlas» ü« Settabrüst iSnttttt»g»L> zur WLMZNWM- 20 Ubr, im Lokal Patzenhos«, Ehaussccsir. bi. Sesell�chast. Dienstag, 9. Februar, 20vi Uhr. Aula -Schule, Kochstr. 68, Portrag des Univ«sitätspro- Letter des Instituts für Zettungskunde, über dos Referent: Herr Dr. Dienstag, 9. Februar, 2 Bertt»« Tqpsgraphis der Staatlichen Elisabv iesiors Dr. Emil Doviso., ve» oupulup, u, opuuuyp.uiuw, lujvi. uu» Thema?„Da» Formoroblem in der modernen Tageszeitung», unter Bor- führuna von Lichtbildern. Zu diesem Bortrape sind auch Miiaiieder buch- gewublich« und zeiiungz'achttcher Verein» höstichst eingeladen. Ginttttt frei. Verband ehem. P»Uz«ibeamt«n, Preußen, e. V.(Beug.). Sitz Berlin. M,l. aliederversammliing am Dienstag, dem 9. Februar, 20 Uhr. in der Bock. braver«. Fidieinsir. 2—3. Museum für Raturkund«. Lnvalidenstr. 43. GemelnverstZabllchc und un- entgeltliche Borttäge Mittwochs 6 und 5 Uhr abend»(pünktlich). Ist. Februar. W Uhr: Dr. Hering: Beziehungen Zwilchen Blumen und Insekten: 8 llhr: Professor Bischofs; Ettneisengäste.' n. Februar, 6 Uhr: Professor Papoenheim: SeibsttLttge Mechan' M Ufa---— anismen im köro«: 8 llhr: Professor Moser: Am Elbe. strand.«ine Wanderung an unseren Küsten. 1. Februar bi» 28. März: Sonder. ansfte.llung: Di« Bogelwelt von Erlebe»(unentgeltlich). -""'-llschaft sstr Psgcholsgi« und 8, 44, 45, 54, 55, 58. 54, 75, 78. Herr Geheimer Sanitätsrat Dr. Albert Moll spricht über:„Bon Meomer dl» zur modernen Psnchotderapie". Deutsch« Freidenker-Verband S.«. Gruppe 82, Lichtenberg, Gruppe Z6, Friedrlchsfelde.Karlshorst-kaulsdors.Vieedorf-Mahlsdorf. Dienstag. 16. Februar, Ilsi-H Uhr. bei Tempel, Frledttchofelde, Prinzenallee 45, Gcmeinschaftsabend der Freidenker:„Dem freien Gedanken' sind bei den Funktionäre» und w Straß« 62, zu haben. gewidmet. Einlaßkarten zu 30 Pf. der„Barmätts", Spedition, Bozhagef.« Einheit reite PF Gardinen* AC u. Sponnstoffe. deunche» TütV � M gewebe�o.UQcmbf.Mtr.lGtXt*** V Dekorat.- Stoffe Kvnstseide. oporte Muster. CO. 130 cm breit Mtr.|f«t 95. Schwedenstoffe indanthren. oporte Streifen. co. 125 cm breit Mfr. jetzt 95 n» F u B k •ut modernen zum Auuedten i s s e n«m Teppichstoffen. MM Stück(otst M AM Künstlergarnitur 3teil.# mod. Gitterstoff mit Kloppet- «insetz. V. Fransen f ontter letzt Halbstores leicht angestaubte hodiwert. Ovol.» Waree zum Ausmtdien Stück(etzt Jacquard-Rips schwere Qualität, in viel, modernen Farben, co.»25 cm br. Meter|otst Kissengarnituren 2Hg. Site and lehn» fall Salin- und Zeig. 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Verwalter Lang, Berlin N 65, Oxfordstrale 5 »ue«drade einer Steuererlläennq für ibic(Bemerbeflrurr nach de» Gewerbe- ertrag für 1932. Die Sie tererklämng tür die Gewerde» Beuel nach Ctm Gewerdeertrag ist in dri Zeit vom 23. 31» 2». Zebrnar 1342 unter Benutzung der norgetchriedenen Bordrude dem Vorsitzenden de« Dewerde- lleuetauoichuise«(Finanzamt! adtugeden Eine Eleueterftärung ist adtugedent L für alle geweedeiteüerpstichligen Unter. nehmen, deren Gewerdeerteag im Kaienderfahr Ill3t den Beirag von Mio BM überstiegen Hai; 2. ohne Rücksicht aus die Höhe de« Gewerdeerieaqes für alle gewerde steuerpftechlrgen Unternehmen, bei denen der Gewinn auf Grundlage de« Adichlusses der Bücher au«mittein ist; 3. tür alle gewerdesteueei flichlioen Un» toenehmen, für die der Borsitzende de« Gewerdesteuerau-fchtisse» etne Steuererlläruna deionder« verlangt. Steuerpst-dittge, die Aue Adgade einer Erklärung»rrpstichiet sind, erhallen vom Borsitzenden de« GewerdeNeneraueschnsiee einen Vordruck zugesandt. Dte Pflicht >ur Abgabe der Steueerrliärung dtetdt ad« "stehen, auch wenn ein Votdiuck nicht iUäe'andt wurde; er oederltchentall« haben >te Sleuerpsttcht gen die Vordruck? vot Adl tu- der Erflärungafrtstvom zuständigen Vorsitzenden des>«ewetde!Icue.au zweifelten Versuche der vereinigten Reaktion ganz Europas ver- mögen nichts mehr gegen die arrivierte, sest begründete Macht des Bürgertums. Statt aus Gottes Händen, empfängt der König die Krone gegen Revers von den Vertrauensmännern der Großindustrie und des Bankkapitals, die zwei reichsten Geldmärmer von Pari», die Herren Lasitte und Casimir Perier sind sein« Paladine, und er muß sich schmeichlerisch„Bürger-Kömg" nennen, ohne mib allen Konzessionen den neuerlichen Umsturz verhindern zu können. Mit dem ersten Napoleon ist das Geld an die Macht gelangt und seine Tyrannei bleibt unbestritten, ein Jahrhundert lang, genau wie vorher der Absolutismus der Geburt und des Adels. Wie Schlösser und Jagdgüter, kauft sich der Reichtum auch die Wappen der trlten Geschlechter, die Leibeigenschaft wird abgelöst durch das Proletariat,«ine Verschiebung, nicht mehr! Aus dem dritten Stand wird der erste, und von unten drängt langsam, mit alter Härte aber mit neuen Waffen niedergehalten, die Masse nach, bis wieder ein Jahrhundert um ist. III. 1915, zweihundert Jahre nach dem Erlöschen des Sonnenkönigs, fegt der Weltkrieg zwölf Millionen Männer in die Massengräber. Wieder scheint nach außen die Allmacht des Geldes, und damit des Bürgertums unerschütterlich Kohlen-, Stahl-, Kanonenkönige re- gieren, die richtig gekrönten sind nur Figuren in ihrem Spiel, werden matt gesetzt und vom Brett gefegt, Minister und Parlamen- tarier ersetzen die Generalpächter und das Hofgesinde,-- die feindseligen Gesichter und heimlich geballten Fäuste abseits der Straße bleiben unbeachtet, man läßt den Mob knurren und die Hüte auf den Köpfen behalten, schlägt nur saiten, aber dann kräftig zu, wenn er allzu ausdringlich wird, bis--- diesmal am östlichen Rande Europas das Ausrücken des neuentwickelten vierten Standes «insetzt. Wieder schweißt die Gefahr die alten Mächte zu ungewohnter Solidarität. Männer der eisernen Faust tauchen allen Ortes auf, das alte Rezept des gewaltsamen Niederhaltens wird von der„Heiligen Allianz" der bürgerlichen Geldmacht so unnachsichtlich angewendet, wie es einst gegen ihre ersten Ansprüche als unfehlbares Allheil- mittel gepriesen wurde. Wäre es nicht besser, nn hundertjährigen Kalender nachzu« schlagen, wie jeder Versuch, die historisch« Entwicklung mit Säzieß- prügeln aufzuhalten, den Dammbruch immer nur verzögerte und dafür die zerstörende Wucht der Flut stärkt«? Die moderne Technik leitet den wilden Sturz der Wasserfälle durch kluggestellte Schleusen unter Räder, die ferne Städte mit Kraft und Licht versorgen. Sollte gerade nur im Verhältnis von Mcnfch zu Mensch der blinde Haß unbelehrbar die ewige Wiederholung derselben Kala- strophen fordern? R. R. tleuberi: Ailfffl Kurz entschlossen hatte er an Inge telegraphiert. Sie mußte sich endlich entscheiden. Ja oder nein! In zwei Stunden konnte die Antworldepcsche da sein. Aufgeregt und von gewissen Ahnungen gequält, konnte er die Lust feines Hotelzimmers nicht mehr ertragen und ging in die Halle hinunter. Er fand an einem Tisch Platz, an dem nur ein einzelner Herr saß. Sie kamen bald ins Gespräch. Eine Ihnen gegenübersitzende Dame mit einem für den Nachmittag zu tiefen Dekollete versuchte einen Flirt mit ihm. Di« Kapelle spielte einen Tanz. Als plötzlich cer Page vor ihm stand und ihm das erwartet« Telegramm überreichte, brach zufällig im selben Augenblick die Musik ab. So setzte für einen Augenblick auch sein Herz aus. Er zerdrü�te nervös bis Zigarette im Aschbecher und wollte das Telegramm auf- reißen. Dann befiel ihn eine beklemmende Angst, und er beschloß, es erst oben in seinem Zimmer zu öffnen. Hastig steckt« er da» Telegramm in die Rocktasche. Die Dame lächelte ihn an. ..Entschuldigen Sie", fragte plötzlich der Herr, mit dem er be- reits eine Stunde verplaudert hatte,„warum öffnen Sie nicht?" Der sunge Mann versuchte zu lächeln:„Dielleicht ist e» bester, sich nach eine Biertelstunde eine Illusion zu lassen." „Eine Illusion!" antwortete der Herr in Gedanken. Der Au»- druck seine- Gesichte» hatte sich plötzlich ausfallend gewandelt. Es war, als wäre er an etwas Trauriges erinnert worden. Ich kann Ihr Zaudern begrei'en!" sagt« er leise.„So sehr wir klar« Ent- scheidungen herbeizuführen wünschen, besällt uns ntcht im letzten Augenblick dann doch eine dumpfe Angst davor? Die Ungewißheit ist auf einmal beruhigender als die Aussicht aus Gewißheit. Ich verstehe, daß Sie jetzt noch, das Telegramm in der Tasche, die Illusion genießen wollen, die Ihnen im nächsten Augenblick zerstört w«rden kann. Machen Sie es aber nicht wie ein Freund von mir, der ein solches Telegramm ein« ganze Nacht un- geöffnet in seiner Tasche trug und am nächsten Morgen..." Sie machen mich neugierig. Ich vergesse mein Telegramm." „Wollen Sie nicht doch lieber erst das Telegramm öffnen", fragt« der Herr. „Nach Ihrer Geschichte, wenn ich bitten darf." Der fremde Herr blickte noch einmal die Halle hinab, sein Vlick ging flüchtig über die am Nebentisch sitzende Dame, dann begann er: „Einer meiner Freunde war damals mit einem reizenden Mädchen verlobt, das in einer anderen Stadt bei den Eltern wohnte. Das jung« Mädchen— nennen wir es Luise— erkrankte plötzlich s l wer. In dieser Zeit erhält Fred eines Abends ein Telegramm. Einen Tag zuvor war ein Brief eingetroffen, der von einer leichten Der- schllmmerung der Krankheit meldet«. Fred steht da» Telegramm und wird blaß. Sofort durchzuckt ihn die Ahnung, daß es sich um etwa» Schlimmes handelt. Luise liegt« im Sterben. Er muß sofort fahren. Seine Hand zittert, aber er kann da» Telegramm nicht öffnen. Cr hat Angst vor der Gewißheit. Er steckt da» Telegramm ungeössnet in die Rocktasche und läuft aus dem Haus. Wie auf der Fluckt vor der Wahrheit. Drei Stunden liegen noch vor ihm. dann geht der Zug. mit dem er fahren müßte. Drei Stunden Ungewißheit. Angst, Zweifel, Illusion. Er läuft durch die Straßen. Die Angst sitzt ihm im Nacken. Treibt ihn. Cr möchte schon im Zuge sitzen und das monotone, einschläsernde Singen der Räder hören. Aber er hat noch drei Stunden Zeck. Er läust und läuft. Das Telegramm in seine? Tasche knistert. Manchmal steht ihn von irgendwo aus einem Fenster das Totenantlitz seiner Braut an. Er stellt sich vor, wie sie still und weiß auf der Bahre liegt, aber wenn«r diese Vorstellungen mit allen Qualen erduldet, regt sich eine leise Hoffnung in ihm:„Es ist ja noch nicht Wahrheit." Die Wahrheit steht im Telegramm. Im Wartesaal will er lesen. Er hat noch eine Stunde Zeit, um zu hoffen, zu zweifeln, auf ein Wunder zu warten. Dann muß er das Tele- gramm öffnen, wenn«r den letzten Abendzug nicht versäumen will. Die Straßen glänzen In einem feinen dünnen Regen. Fred will über die Straße, um eine Elektrisch« zu erreichen, die nach dem Bahnhof fährt. Er rennt über die nasse Straße, ein Auto hupt gellend in seiner Nähe, seine Hand greift noch nach der Stelle, wo das Telegramm liegt, er stürzt. Ein Autobus hat ihn überfahren. Er erwacht erst in einer Klinik. Sein linkes Bein liegt in einem Verband. Er erträgt diese Entdeckung mit stoischer Ruhe. Erst als er sich das Telegramm, das noch immer in der Nocktasche steckt, von der Schwester geben läßt, schreit er auf. Das Telegramm stammt von einem alten Freund, der auf der Durchreise war und ihn an jenem Abend in seinem Hotel sprechen wollte..." „Ein irrsinniger Zufall!" bemerkte, da der Erzähler jetzt schwieg. betroffen der junge Mann. „Irrsinnig!" wiederholte de? ande?e.„Don seiner Braut kam ein paar Tage später eine Karte. Sie war auf dem Wege der Besserung. Sie wurdS wieder völlig gesund und blühte auf, aber — geheiratet haben sie nicht. Ein Krüppel? Es gibt so viele gesunde Männer!" Er lachte bitter. „Wollen Sie jetzt nicht das Telegramm öffnen?" lenkte er dann ab. Der junge Mann holte mit zitternden Fingern das Papi-r hervor. Er lächelt« starr, als er das Telegramm aufriß. Sekunden später strahlte sein Gesicht. „Gratuliere!" sagte der fremde Herr, reichte Ihm die Hand, stand auf und schritt in gezwungener Haltung dem Ausgange zu. Obwohl der junge Mann noch sehr mit dem Inhalt des Telegramms bsschästigt war, konnte er doch bemerken, daß der Herr hinkte. „Sonderbar!" dachte er. Er hatte aber kaum noch Zeit zu der Vermutung, daß der Herr soeben seine eigens Geschichte erzählt hatte. g>eler S80U: Wwltur Grell leuchtet die Eeschäftsauslage In die lebhafte, im Auf und Ab der Großstadt fiebernde Vsrkehrsstraße hinein. Menschen schalten eine kurze Pause in die Vorwärtshast ein. bleiben stehen und blicken geblendet in das Auslagensenster. In der Mitte des Fensters steht eine Lampe, die— an einen Lichtautomaten ge- schaltet— sekundenlang aufleuchtet, um dann wieder sekundenlang zu verlöschen. Die Lampe durchleuchtet ein Tier. Ein totes Tier. Vor der Lampe ist zu lesen: „Das Gürteltier(Armadillo) lebt in Süd- und Zentralamerika. Es baut sein Rest etwa zwei Meter unter der Erde und verläßt es nur abend», um Nahrung zu suchen. Es bekommt stets nur v:er Junge des gleichen Geschlechts.— Sehr originell! Unverwüstlich! Eine Zierde für jedes Dawenzimmer! Körbchen aus einer ganze» Gürteltierschale für Früchte!" Gürteltiere sind sehr liebe, zutraulich« und äußerst nützliche Tiere, deren Daseinszweck kaum darin zu suchen sein dürste, daß ihre Hornhülle Fruchlschalen und Lampenschirme abzugeben hat Die Menschen fragen' nicht nach Zweck und Ursache, nach der Daseinsharmonie und der Geschlossenheit der Gesamtheit. Sie fordern, denn sie bilden sich ein, in Kultur zu machen, ihre unsinnigsten Launen schrankenlos dort austoben zu können, wo sie zerstörend und verheerend sich ungestrast auswirken können In diesem Fall bei den Gürteltieren. Welche Tierart wird in der nächsten Saison dem Zerstörer Mensch zwecklos zum Opfer sollen? Reben dem hell erleuchteten G-jchäst, in dess-n ausgestellten. au» Tlerhüllen hergestellten Fruchtschalen köstliches Obst serviert werden soll, steht ein Mann. Er blickt schweigend vor sich hin, steht, an die Mauer gepreßt, reglos wie eine Statue. Seine Augen sind glanzlos, grünlich llberschleiert: er ist blind. In den Händen hält er Zeitschristenhefte. Altware aus dem vorigen Jahre, und wartet, daß sie ihm jemand abkaufen werde. Hin und wieder wird eine Münze auf die Hefte gelegt— sie ist immer die tleinste—; dann zittern tastend die Finger über das Papier, suchen und er- greisen das Geldstück und schieben es in die Tasche.„Danke!" Es klingt tonlos, zaghaft, gewssscrmaßen Verzeihung heischend. Not überfließt die Gestalt, das Gesicht, die Kleider, diesen ganzen Menschen. Wenn In später Nachtstunde das Licht In der Auslage erlischt. dl« Glut erstirbt in der Gürteltierschale die sie rosig durchleuchtet. so daß der Anschein erweckt wird, als pulsiere noch Blut in der Schale, dann kommt ein blasser, magerer Bub Er greift nach der Hand des blinden Mannes, und beide gehen wortlos nebeneinander durch die Straßen der nächtlichen Millionenstadt weit hinaus m einen der Vororte und verschwinden schließlich in einem Hause nilt ausgetretenen Treppen und muffiger Luft. Auf einen nackten, zer- kerbten Holztijch legt der Blinde die Münzen: eine Frau zählt sie langsam und bedächtig, und der blasse, magere Bub sieht mit brennenden Augen zu. Alle wissen, daß das Geheimnis des Morgens in der Zahl dieser Münzen geborgen liegt. Dann gehen die Menschen Ichlafen. Zerdrückt. Zermürbt. Ein Stück Brot gibts noch, eine Schale Tee mit wenig Zucker, damit der Magen durchwärmt wird. Und keine Hoffnung lebt im Herzen, keine Liebe: alles Fühlen und Denken ist eine klassende Wunde, ein zerschneidender Schmerz. Mann. und Frau finden keine Tränen. Der Bub weint manchmal nachts still in ein zerschlissenes Polster hinein. � Auch das Gürteltier fArmadillo), das in Süd. und Zentral- .amerika lebt, schläft in der Auslage. Wer dieses Opfer für haß ich- dumme Launen weniger Snobs käuflich erwerben will, der muß einige Banknoten auf den Tisch legen. Die Münzen des Blinden erreichen nach sechs Monaten Hossnungelosigkeit nicht die Höhe diejer Banknoten. Und alle die Menschen, die an dieser Auslage vorbeigehen, das Gürtellier sehen und den Bünden, würden sich gewaltig empören, wenn man dl« geistige und seelische Kultur unserer Zeit in Frage stellen würde.__ euftrelnigung in der Trambahn. In London wurde kürzlich der Versuch gemacht, durch automatisch arbeitende VentKatoren die Luft in den Trambahnwagen zu reinigen. Alle drei Mirntten wird die Luft auf diesem Wege vollständig erneuert, während zugleich durch eine desinfizierend wirkende Substanz die in der Luft«nt- halten«» Krankheltskeime vernichtet werden. ZüllhaHer aller Systeme JedePreislage WunderfüUer SO- aad Veno- g-tabtihi Kein nb-cbmob-D mehr, Giumci drehen, der Hallet lei ffefaüi 1 POr Beamte Angee teilte, Vtels''ic ber Goldfink Groß, Werbe' Halter#£ Goldlink»i» y Liebling Sj LelpiigerStr. US, Boke Veuerstr. Fnedhchetr. 149, am Stadtbahnhol Tauentiienstr.*. am Witten-„ IC 3 Ee' e Bthrensiraße b rgp.'ati m ts3 Boke Uohrcnstr. ■tidfinkec Spiltalmarkt Ii, Oo'dfinkecke U, gegenOb.Kaiaernatar