B 33 49. Iahrgasg BERLIN Dienstag 9. Zebniar 19Z2 Erscheinttäglich außerSonntag«. Zugleich Abendausg-bc dei»Voewärl»'. Bezuggpreii für b e t d» Au ggabcn 7S Pf. uro Woche. 3,25 M. pr# Monal (daoon 87 Pf. monaUid) für Zustellung in« Hau«) im voran« ladillar. Postbezug 3,g? M. einschließlich 60 Pf. Postzeilung«. und 72 Pf. Postbcstcllgedüdrcir. ShaiauhjßcJSe Aeh„IbiVafdi lllnjeigenvrei«! Tie elnspaltige Milllmelerzeste 3» Pf. Reflamezeilc 2.— QM. Ermäßigungen nach Tarif. Postschccktonlo: Borwärts-Berlag G. m. b. H.. Bcrliu Rr. 37 5M.- Ter Verlag behält stch da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anieige» vor1 Redaktion and Erpedition: Perlin SWstS, Lindcnstr. 3 »ernsprecher: Tönhoft(AT) 292—297 Brüning spricht in Genf Er fordert allgemeine gleiche Abrüstung und gleiche Sicherheit Bürgersteuer erleichtert Ein Erfolg der Sozialdemokratie vom 10. Februar ab tritt eine bedeutende Erleichterung bei der Lürgerfteuer der Kurzarbeiter und aller anderen niedrig entlohnten Arbeiter und Angestellten ein. Diese Arbeiter haben künstig nur noch den halben Sah der Bürger steuer zu zahlen. Das ist der Inhalt der zweiten Der- ordnung zur Durchführung der Bürg erst euer 1931, die in den nächsten Tagen veröfsentlichl wird. Herr Brüning hat heute in Genf die Rede geholten, die an seiner Stelle und in dieser Situation jeder politisch unterrichtete Deutsche ebenso gehalten hätte. Sie war stark pazifistisch, so daß man im Zweifel darüber sein kann, ob Herr Brüning nach ihr noch Aussicht hat, in die Reichs- wehr aufgenommen zu werden, aber sie war fo richtig, und Herr G r o e n e r selbst hätte sie auch nicht anders halten können. Daß der Anspruch auf völlige Gleichberechtigung erhoben wurde, war selbstverständlich, selbstverständlich war die War- nung von den verhängnisvollen Folgen eines Mißerfolgs dieser Konferenz, selbstverständlich war auch die kleine Ver- beugung vor der Sozialistischen Arbeiterinternationale, die vielleicht etwas tiefer geworden wäre, wenn die englische Arbeiterpartei noch in der Regierung säße. Sehr gut war die Bemerkung über die Notwendigkeit der Herstellung des allgemeinen Vertrauens— nur ist hinzuzufügen, daß die deutsche Regierung dazu auch etwas mehr beitragen könnte, wenn sie den Mut hätte, derverbrecherischenNatio- nalistenhetze klar und fest entgegenzutreten. Die Genfer Konferenz befindet sich im Stadium der Prinzipienerklärungen, das für stilistisch begabte Geheimräte ohne jede Schwierigkeit ist. Das Stadium der politischen Entscheidungen, die große Prüfung für Staatsmänner kommt erst später. <8 Gens, 9. Februar. Bor der Abrüstungskonferenz hielt heute Reichskanzler Brüning folgende Red«: Seit langem Hot das deutsche Volt diese Stunde ersehnt. Zum erstenmal in der Geschichte sehen sich hier die Regierungen vor unausweichliche Aufgaben gestellt, in gemeinsamer Arbeit einen sinnvollen, gerechten und umfassenden Plan sür eine durchgreifende, auf der Basis völlig gleicher Rechte und Pflichten aufgebaute Ab- riistung zu schaffen und seine Verwirklichung zu sichern. Die Stunde für die Beratungen ist gut gewählt, denn die Auffassungen der Menschheit sind ohne Zweifel in der Abrüswngsfrage in einem bedeutsamen Wandel zu fortschrittlicherer und veredelter Form zwischenstaatlichen Denkens und Handelns begriffen. Dalmer sind die sehnsüchtigen Erwartungen ungezählter Millionen der Besten aus allen Völkern auf dies« Beratungen und ihre Ergebnisie gerichtet. Was bisher als Wunschbild die Geister beschäftigte, soll sich aus dieser Konferenz zum verpflichtenden Gebot des Völkerrechts ver- dichten. Die geschichtlich« Größe dieser Aufgabe wird vielleicht in künftigen Zeiten erst in ihrer vollen Tragweite erkannt werden, sowohl im Falle des Erfolges wie des Mißerfolges. kommt ein Mißerfolg, was Göll verhüten möge, so würde die Menschheit zu spät in onerlräglichen Leiden begreifen lernen, daß sie eine gule Siund« schuldhafi versäumt hat. Tritt aber das ein, was wir aus ganzem Herzen herbeisehnen, so werden die Geschichtsschreiber der späteren Zeit sagen können, daß das Zeitalter der Zusammenfassung der Welt durch die Technik dem Zeitalter der Abrüstung und des Ausbaues eines Friedens, durch das Recht des Friedens, der auf Recht und Gerechtigkeit beruht. den Weg bereitet hat.(Beifall.) Das Friedenswerk, das mit der Gründung des Völkerbundes «ingeleitet werden sollte, und durch spätere Akte, wie dem Kellogg- Pakt, weitergeleitet wurde, ruft gebieterisch nach der Durchführung des Abrüstungsgedankens als seiner naturgemäßen Vollendung und Krönung. Die verantwortliche freiwillige Abrüstung aller Staaten ist neben der großzügigen und entschlossenen Lignldalion der wirtschaftlichen und ftoanziellen Restbestäade des Krieges, die den Wiederaufbau der Welt stören, der wichtigste und dringendste Schrill, um die von der Katastrophe de» Welt- kriege» in ihr Lebensmark getroffene Menschheit zu«euer Ge- sandung und neuem Aufstieg emporzuführea.(Seifall.) Wir alle gehören noch der Generation an, für die der Weltkrieg mnnittelbare» persönlich Erlebtes war. Unseren Front- kämpfern von«Hedem steht sein Bild in seiner ganzen Furchtbarkeit unverwischt und unverlier- dar vor Augen. Wird dieses Bild, diese Erinnerung im Geiste (Fortsetzung aus der 2. Seite.) Künstig sind alle Arbeitnehmer, die keine Lohn- st e u e r zu zahlen brauchen, weil ihr Lohn den steuerfreien Betrag nicht erreicht, nur noch mit dem halben Satz der Bürgersteuer heranzuziehen. Bisher galt der halbe Satz nur für diejenigen, die im Jahre 1930 lohnsteuerfrei waren. Nun gilt er für alle, die jetzt wegen ihres geringfügigen Einkommens lohnsteuer- frei sind. Wer also keine Lohnsteuer zahlt, bis jetzt aber— wie in Berlin und m vielen anderen Städten— im ganzen 18 Mark, oder weim er verheiratet ist, 27 Mark Bürgersteuer abführen muhte, braucht künftig nur noch 9 Mark bzw. 13,S0 Mark zu zahlen. Arbeitnehmer, die bisher nur den halben Steuersatz zu entrichten hatten, erhalten keine weitere Ermäßigung. Sie zahlen nach wie vor den halben Satz der Bürgersteuer. Bevor die Verordnung in Kraft treten kann, ist die Zustimmung des Reichsrats erforderlich. An dieser Zustimmung ist jedoch nicht zu zweifeln, sie wird in den nächsten Tagen erfolgen. Damit die Ermäßigung schon bei den Lohnzahlungen nach dem 10. Februar durchgeführt werden kann, ist der Entwurf der Verordnung bereits jetzt den Steuerbehörden mitge- teilt worden. Die Verordnung ist das Ergebnis von V e r h a n d l u n- gen, die von der Sozialdemokratie, des Zentrums und aller Spitzenverbände der Gewerkschaften zu Ende geführt worden sind. Ein weiterer Gegenstand dieser Verhandlungen war die völlige Befreiung der Kurzarbeiter und aller anderen niedrig entlohnten Arbeitnehmer, die weniger verdienen, als die Richtsätze der Wohlfahrtsunterstützung in den einzelnen Gemeinden ausmachen. Solche Befreiungen sind von der sächsischen Regierung durch Verordnung vom 13. Januar 1932 den sächsischen Gemeinden nahegelegt worden. In dieser Verordnung heißt es: Ißim«terttsu5«irä haben schon allein In Berlin ihr Bekenntnis fOr Republik und Demokratie abgelegt Hunderttausende mdssen folgen! Zeige auch DU Opferwillen und BekennermutI Die Rdstwoche geht welterl Trage dich NOCH HEUTE In das Eiserne Buch Frauen, auch ihr dürft nicht fehlen i SAMMELSTELLEN in allen Bezirken der Stadt. Gausammelstelle: Potsdamer StraBe 131. Sammelstelle des Jung» banner Fried richshaln: Or. FrankfurterStr. 41-42 Dem Vorgehen der sächsischen Regierung hatten sich andere Städte, wie München-Gladbach, Zeitz, Karlsruhe usw. angeschlosien. Sie verzichten auf die Einziehung der Bürger st euer, wenn das Einkommen der Kurzarbeiter die Sätze der Wohlfahrtsunterstützung nicht über- steigt. Der Reichsfinanzminister Dietrich erklärte sich in den Verhandlungen mit dieser völligen Befreiung von der Bürgerstcuer unter der angegebenen Voraussetzung einverstanden. Er will mit dem Deutschen Städtetag und den anderen kommunalen Spitzen- verbänden eine dahingehende Vereinbarung tressen. Gestützt aus das Beispiel der sächsischen Regierung ist es also den Vertretern der Spitzenorganisationen gelungen, eine weitere für die Kurzarbeiter bedeutsame Zusage von dem Reichsfinanzminister zu erhalten. Das Brffpirl der sächsischen Regierung Ist ein wichtiger Hinweis, auf welche Weise die Gemeinden die Arbeitnehmer von der Bürgersteuer freistellen können, deren Einkommen die Wohlfahrtssätze nicht überschreitet. Die sozialdemokratischen Gemeindevertreter müssen nunmehr dafür sorgen, daß die Möglichkeit zur Befreiung der Kurzarbeiter von der Bürgersteuer im vollen Umfange durchgesetzt wird. Harzburg in Rot. Hindenburg oder Hitler?- Frick als Strohmann für Hitler? Der Bundesvorstand des Stahlhelms tritt heute vormittag zwecks Stellungnahm« zur Reichspräsidentenwahl in Berlin zusammen. Schon vor mehreren Tagen hat er die Deutsch- nationalen und die N a t i o n a l s o z i a l i st e n zu einer klaren Entscheidung in dieser Frage, und zwar in der Richtung aufgefordert, ob sie für oder gegen Hindenburg sind. Der Stahlhelm sechst wird sich für Hindenburg entscheiden, während sich Hugenberg sür die Deutschnationalen nach den neuesten Versionen aus die Seite der Nazis schlagen will. Die Nationalsozialisten steuern aus eine eigene Kandidatur los. Im Brauen Haus werden bereits alle Borbereitungen zu den bevor- stehenden Wahlen getroffen. Millionenbeträge sollen zu diesem Zweck zur Verfügung stehen. Hitler hat deshalb in der am 3. Fe- bniar stattgefundenen Sitzung der Gauleiter und Nazi-Reichstags- fraktion angekündigt, daß eine Propaganda nach ameri- konischem Muster betrieben werde, wie sie Deutschland noch nicht gesehen habe. Di« Gmileitertagung endet« mit dein förmlichen Beschluß, daß im zweiten Wahlgange für die Reichs- Präsidentschaft Hitler kandidieren und im ersten Wahlgang Frick(!) als Hitlers Schrittmacher auftreten soll. H it le r wohnt heute wieder im Hotel K ai s r r h o f in Berlin. Das tödliche Gas. Zwei Opfer eines Unglücksfalles. Offenbar durch Anachlsamkeii ist gestern in der Doyen» st r a ß e ein schweres Gasunglück verursacht worden. 3n ihrer Wohnung wurden dort der 5S Jahre olle Arbeiter Karl Schure und feine um einig« Jahre jüngere Frau durch Gas vergiftet bewußtlos ausgefunden. Die Demühungen der Feuerwehr waren nur bei der Frau von Erfolg, wie die polizeiliche Untersuchung ergeben hak. liegt zweifesto» ein Unglücksfall vor. Die Leiche des Mannes wurde beschlagnahmt. Der Unfall, der sich gestern auf der Bühne des Primus- Palastes in der Urbanstraße in Neukölln abspielte, hat glück- licherweise kein Todesopfer gefordert. Die Artistengruppe probte auf der Bühne in einem mit Wasser gefüllten Glasbehälter, der durch einen danebenstehenden Osen mit Holzkohlenfeuer leicht erwärmt wurde. Durch ausströmende Kohlenoxydgase wurden die Artisten, ein Mann und drei Frauen, plötzlich betäubt. Drei von ihnen, der Artist Otto Heinemann und die Artistmnen Bioletta Günther und Dusanne E m b r u ch, mußten durch die Feuer- wehr ins Urbankrankenhau-s gebracht werden. Das Befinden der Berunglückten hat sich inzwischen soweit gebessert, daß keine Gesabr mehr besteht. „Bei Personen, die nach ihren Einkommens- und Vermögens- verhällnissen zur Zahlung der Bürgersteuer tatsächlich außerstand« sind, kann die Beitreibung unterbleiben, wenn sie von vornherein aussichtslos ist. Weisen Arbeitnehmer, für die eine Slcuerkarte ausgestellt ist, der Gemeindebehörde im Einzelfalle noch, daß die Bürgerstener z. B. infolge langer Arbeilslosigteit, wegen besonders stark verkürzter Arbeit, Krankheit oder besonders hoher Kinder- zahl nicht oder nicht voll beitreibbar sein würde, wenn sie nicht Lohnempfänger wären, so kann der Gemeinderat die Bürgerstener ganz oder teilweise erlassen. 3n diesen Fällen wird dem Gesuchsteller zweckmößlgerweise ein kurzer schriftlicher Bescheid erteilt, au» dem sich die Zeit, auf welch« der Erlaß aasgesprochen wird, und seine höhe— ob voll- oder Teilerlaß— ergibt. Händigt der Arbeitnehmer den Bescheid dem Arbeitgeber an», so hat dieser von dem Bürger st enerabzug in dem auf dem Bescheid angegebenen Umfang abzusehen.- Limbao der Wirtschaft! Die Forderung der Gozialdemokraiie In«wer glänzen!» besuchten und von kampffrohem Geist erfüllten Referentenoersanunlung sprach Genosse Siegfried Auf» Häuser über den Umbau der Wirtschaft. Er ging aus von dem begeisternden Aufmarsch der Eisernen Front. Aber der Kampf bedürfe der Vertiefung von der wirtschaftlichen Seit« her. Unser Ziel muh sein, Cinstuh«ms die Umgestallung der Mri- schafl zu gewinnen. Nach dieser Richtung hin liegen bereits zahlreiche Entschließungen der Partei und der Gewerkschaften vor. Ueber die Kreise der Sozia- listen hinaus sind heute viele Volksgenossen von der Notwendigkeit der Umbildung der Wirtschaft überzeugt. Wir hängen heute zwischen zwei Wirtschaftssystemen und müssen daher aktiv sein. C» ist notwendig, in den kapitalistischen W>rtschastskSrper gemeinschaftliche Fremdkörper einzufügen. Wir müssen versuchen, den Machtbereich der Unternehmer einzuengen, und den Lebensraum der Arbeiter zu erweitern. Wir müssen dem Schelnsoziallsmus der Nazis den echten Sozia- lismns enlgegenseßen. Wir müssen versuchen, dem S'aal mehr als bisher die Möglichkeit der wirtschaftlichen Betätigung zu geben. Zunächst haben wir auch daran zu denken, �wie das P r o b l e m der Arbeitsbeschaffung zu lösen ist. d. h., wir müssen vor allem an die Finanzierungefrag« denken. Dabei dürfen wir unter keinen Umständen irgendwie geartete inflationistische Strömungen unterstützen. Es gibt zwei Möglichkeiten, Kapital zu beschaffen. Zunächst ein« steuerfrei« Reicheprämien- anleih«, die eine Dolkeanlelhe werden müßte, um die zurück» behaltenen Summen zu mobilisieren. Fachleute schätzen die inner- halb des deutschen Volkes gehamsterten Summen auf 1 Milliarde Mark. Ein zweites Mittel wäre die Auflegung einer Z w a n g s a n l e i h e, die den Besitz heranzieht. Genosse Aufhäuser besprach die Maßnahmen, die zur Ankurbelung des Daumarkts getroffen werden müßten, und wies auf die Vorschläge, die die Genossin Iuchacz im„Vorwärts� bezüglich der Beschäftigung de? Jugendlichen machte, besonders hin. Aber darüber hinaus müssea wir aktive Vorschläge zum Umbau der Wirtschaft machen. Die Schlüsselindustrien müssen Staats- eigeukum werden. Die versorgnngsbelricbe müssen restlos in den Besitz der öffentlichen Hand übergeführt werden. Das Sernprcblem aber stellt die Umformung des Bankwesens dar. Die Macht, die der Staat seit dem 13. Juli erhalten hat, darf auf diesem Gebiete nicht ungenutzt bleiben. Wir brauchen eine st a a t- liche Kontrolle des Bankwesens. Und dieser Eingriff des Staates wird möglich sein, da bereits 60 Proz. der deutschen Kredite unter öffentlicher Kontrolle stehen. Wir brauchen, wenn überhaupt planwtrtschastlich gearbeitet werden soll, ein« zentrale Plan- stelle, die für die einheitlich« Zusammenarbeit aller staatlichen Unternehmen sorgt. Wir müssen den Massen den Weg zeigen, den wir>n de: Zukunft beschreiten wollen. Die Versammelten nahmen die Ausführungen des Referenten mit großom Interesse auf, und aus der Versammlung heraus wurde der vielstimmig« Wunsch laut, daß Partei und Gewerkschaften diese Vorschläge alsbald zu einem Aktionsprogramm zusammen- fassen möchten, das für die praktisch« Arbeit der Zukunft richtung- gebend werden soll. Genosse Sünstler konnte am Schluß der Versammlung aus die«rusgezeichnelen Erfolge des Bezirksverbandes Berlin hm- weisen, während 1924 der Bezlrksoerband Berlin 24 000 Mit- glkeder zählte, betrug die Witgstederzahl 1930 91 000, Ende lSZI ist die Zahl auf 37 500 gewachsen. Diese Zahlen sind auf Grund der verkauften Beitragsmarken fest- gestellt worden. Der Bezirksverband Berlin hat also In der Zeil der größten Krise seinen Mltgliederbefiand wnerhalb eines Zahres nm sasl 7000 Genossen und Genossinnen vermehren können. Unter allgemeiner freudiger Zustimmung fand die glänzend verlaufene Veranstaltung ihren Abschluß. Rundfunk wird nicht billiger Gebühren in Oeuischland mii am höchsten/ Ein Ausspracheabend Gestern fand im Vortragssaal de» Sozialdemokratischen Partei- vorstände« eine Aussprache zwischen den Genossen Reichslagsab- geordneter Dr. Paul Hertz und den Vertretern der Freien Funkzenirale und des Arbelter-Radia-Bundes über die Frage der Rundfunkgebühren statt. In seinem ausführlichen Referat legte Genosse Dr. Hertz dar: „Als Mitglied des Verwaltungsrats der Reichspost hatte ich Ge- legenheit, mich eingehend mit der sachlichen und politischen Vedeu- tung der Rundfunkgebühren zu beschäftigen. Es gibt d r« i M S g- lich leiten, den Rundfunk zu finanzieren: einmal, wie wir es in Deutschland und den meisten anderen Ländern haben,, durch Er- Hebung von Gebühren, oder durch Mittel de» Haushalts, wie tn Sowjetrußland, oder zum dritten durch Reklameeinnahmen, wie in Nordamerika und zu wesentlichen Testen in Frankreich. Di» in Rußland angewandt« Methode kommt für Deutschland au«»all- gemeinpolttischen Gründen nicht in Frag«. Sie hebt außerdem jeden Einfluß de» Hörers auf und macht den Rundfunk zu einer reinen Staatseinrichwng. Die Finanzierung durch Reklam« wäre in Deutschland praktisch schwer durchführbar und würde außerdem auf das kulturelle Niveau der Leistungen drücken. Uns bleibt nur das Gebührenprinzip. Dafür müssen aber die entsprechenden Gegen- leistungen verlangt werden. In der höhe der Gebühren steht Deutschland nächst Litauen und Ungarn an der Spitze. Das Vstd verschiebt sich freilich dadurch, daß in anderen Ländern Sonderbelastungen wie Genehmigungsgebühr und Geräte- steuern oder auch eine Vorausbezahlung der Gebühr für das ganze Jahr auferlegt werden. Dadurch verringert sich das Mißoerhältnis. Trotzdem ist unbestritten, daß dl« Rundfunkgebühr in Deutschland sehr hoch ist. Man darf nicht vergessen, daß die Gebühren nur einen Test der Unkosten des Hörer» darstellen und Anschaffung und Erhaltung de- Gerät» ein« weitere Belastung sind. Es ist freilich eine interessante Tatsache, daß trotz eines wirtschaftlichen Darniedsr- liegens auf allen Gebieten, wie wir es in Deutschland noch nicht erlebt haben, sich die Zahl der Rundfunkhörer in den letzten zwei Iahren außerordentlich erhöht hat. Wenn in den letzten VerHand- lungen der Reichspost geäußert wurde, daß eine Herabsetzung der Siundfunkgebühren einmal aus außenpolitischen Erwägungen nicht ginge, und dann well der Rundfunk ein Luxusgegenstand sei, so sind beide Einwände lächerlich und unzutreffend. Für das deutsche Volt mtt seinem starken Drang zur Weiterbildung ist ein hochstehender Rundfunk eine kulturell« Notwendigkeit. Dr. Hertz behandelte sodann an Hand von Aufstellungen der Reichspost die Einnahmen und Ausgaben" aus dem Rundfunk und kam zu dem Schluß, daß der Rundfunk der lukrativste Teil der Reichspost sei, aber nicht völlig losgelöst werden könne von den übrigen Gebieten der Reichspost. Ein« generelle Senkung der Gebühren war bisher nicht zu erreichen. Ein« Sias- felung nach Einkommen wäre schwer durchführbar. Die Hand- lungsweise der Kommunisten und Nationalsozialisten, aus rein agi- tatarischen Erwägungen heraus Anträge zu stellen, die von vorn- herein der Ablehnung sicher sind, können uns nicht zur Nachahmung ermuntern, heute sind 300000 Hörer von den Gebühren befreit. Eine Befreiung der Arbeitslosen von den Gebühren ist in keinem anderen Land« der Welt zu verzeichnen. So möchte Ich mich dahin zusammenfassen, daß wir«ine allmähliche Senkung der Gebühren unter Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit und eine Ausdehnung der Gebührenbefreiung für die minderbemittelten Schichten mtt allen Kräften anzustreben haben. Eine sehr angeregte Auesprache ergab ein« starke Ueberein- sttmmung mtt den Ausführungen des Genossen Dr. Hertz. Brüning in Genf. lForlletzung von der 1. Seite.) kommender Generationen, noch die mahnende und aufrüttelnde Lebendigkeit besitzen, die allen Hemmungen und Schwierigkeiten zum Trotz uns innerlich zum handeln treibt, wenn es unserer Generation, der Generation der alten Kombattanten, nicht gelingt, ein Bollwert gegen die Widerkehr solcher Katastrophen aufzurichten, wie soll es dann den Nachfahren gelingen, die die Verhinderung des Krieges wohl als Ideal, nicht aber so lebendig wie wir als unbedingte Notwendigkeitund Pflicht empfinden werden? Der Wille zum wahren Frieden, ein Gebot der christlichen Gesinnung, das ist das erste wesentliche Erfordernis, das seder der an dieser Konserenz beteiligten Staaten mttbringen muß, wenn sie einen Erfolg haben soll. Es ist der Wille zum Frieden, der in der eindrucksvollen Kundgebung zum Ausdruck kam. die letzten Donnabend tn diesem Saale stattfand. Nicht einzelne Personen, nicht Gruppen paz,fistischer Träumer, sondern die organisierten Millionen der Kirche, der Arbeiterschaft und. besonders bedeutungsvoll, der Frauen, haben ihren Willen, ihr Verlangen klar zum Ausdruck gebracht. Ich bin überzeugt, daß auch jede der hier vektretenen Regierungen wünscht, daß es ihr gelingen möchte, die Lebensziele ihres Landes auf friedlichem Wege zu erreichen. Doch das ist noch nicht der Friedenswille, der für die Bereitschaft zur Abrüstung genügt. Ich denke dabei an ein Wort, das im vergangenen Sommer von einem großen Staatsmann jenseits des Ozeans gesprochen wurde.„Die Weltgeschichte", so sagte er,„ist eine fortlaufend« Reihe mißglückter Versuche, den Frieden durch Wellrüsten und Einschüchterung zu sichern. Internationales Vertrauen aber kann nicht auf Furcht, sondern nur auf gutem Willen aufgebaut werden". Daher muß der neue Wille zum Frieden die Verfolgung eine» Interesse» auf kriegerischem Wege, den Auslrag eines Streites mii den Waffen als Wittel der nationalen polttik bewußt außer Rechnung stell«. Unsere Einstellung darf daher nicht sein, daß jeder die Abrüstung für sich selber so wenig wie nur möglich betreiben möchte, sondern jeder muß mtt ehrlichem Willen prüfen, wie wett er unter der Vor» aussetzung einer allgemeinen gleichen Abrüstung aller Staaten seine Rüstungen auf das im Völkerbundspakt vorgesehene Minimum nur irgendwie senken kann. Daher: fort mtt dem Streben, die eigenen militärischen Kraft« so hoch wie möglich zu erhalten und die des Nachbarn soviel wie möglich herabzudrückenl Fort mtt dem Bestreben, sich selbst mit dieser oder jener Interpretation der Bestimmungen die Mag- lichkeit militärischer Kraftentsaltung zu sichern und sie anderen zu nehmen! Das ist nicht der richtige weg! Das ist der Weg. um die Kon- serenz zum Scheitern zu bringen und den heule bestehenden unseligen Zustand des bewaffnet«, auf ungleich« Recht« auf- gebauten Friedens nusrechizuerhall«. Ein Mißerfolg des mähren Abrüstnngsgedankens aber würde, das ist meine feste Ueberzeugung, durch die Folgen d'e er auf moralischem, sozio- lem und wirkschasttichem Gebiete nach sich ziehen würde, von einer so verhängnievoll« Wirkung für die ganze weli sein. daß jedes einzeln? Land, ob groß, ob klein, aus» schwerste darunter zu leid« hätte. Denn die Abrüstung ist unbedingt notwendig, um neben ande, ren bedeutsamen Schrttten die unerträglich« Spannung zu beseitigen, die heute lähmend auf der ganzen Wtll lastet- und die Weltwirtschaft von Tag zu Tag mehr z u m S 1.141• stand bringt. Fast alle Länder ringen heut« mtt den ernstesten Dchwierigketten, und ich brauch? vor dieser Versammlung wohl nicht zu betonen, daß dies« Schwierigketten in keinem Lande sich so furchtbar auswirken, wie in dem, da« ich hier zu vertteten Hab«. Bei allen internationalen Bemühung« um Beseitigung der Not dsr Gegenwart ist immer und immer wieder in elementarster Form die Erkenntnis zum Ausdruck gekommen, daß die erste Voraus- setzung für das Gelingen solcher Bemühungen die Wieder- herstellung Des Vertrauen« ist. Nun, hier haben wir die Frage, deren Lösung am besten geeignet ist, den Völkern das verlorert« Vertrauen ganz wiederzugeben. In den vergangenen Iahren sind viele Verträge abgeschlossen, viel« Erklärungen aus, getauscht worden, die die Erhaltung des Friedens zum Ziele haben. Wer bevor der pr a k t i s ch e Wert solcher Verträge und Er- tlärungen durch das Ergebnis dieser Konferenz erprobt ist, Itelben Zweifel bestehen. Durch die Abrüstung können wir eine kon- krete und greisbar« Tatsache schaffen, die geeignet ist, die Völk?r von dem Druck dieser Zweifel zu befreien. Sie kann eine Realität schassen, die in ihrer Wirkung unoerkennbar und unbestreitbar vor Augen steht und deshalb wie nichts anderes das Vertrauen der Völker zu stärk.'n vermag. Die wirlschasliiche Rot der Welt beruht im gegenwärtig« Zeil- puukl zweifellos in erster Linie auf den polikisch« Zahlung« und d« übertrieb«« und ungleichen Rüstung«. Di« Well darf nicht daran zugrunde gehen, daß die Staats- männer nicht den Mut finden können, die Erkenntnis, die sie in ihrem Innern tragen, entschlossen und einmütig zu verwirklichen. Die Staatsmänner, die hier versanunell sind, tragen zudem eine besondere Verantwortung ans Grund eines der Welt gegeben« feierlichen Versprechens. Man wird vielleicht sagen, daß für den Staatsmann die Verant- wortung gegenüber seinem eigenen Land» an erster Stell« steh«, daß die Notwendigkell der Sicherhett de» eigenen Staate» jede andere Verpflichtung zutücktteten lasse. Ich vermag nicht zuzugeben. daß zwischen den richtig verstandenen eigenen Interessen und dem Gemeinschastsinteress« der Staaten ein unlösbarer Gegensatz besteht. (Beifall.) Ich erinnere daran, daß die Sieger de« Weltkrieges bei vor- legnng ihrer Friedensbedlngungcn ausdrücklich al» ihr gemeinsames und feierliches Bekenntnis niedergelegt haben, daß die allge- meine Herabsetzung und allseilige Beschränkung der Rüstungen eine» der besten Mittel zur Sriegsverhükung sei und daher als eine der ersten Ausgaben de» Völkerbundes betrachtet werden müsse, hierin Ist klar zum Ausdruck gebracht, daß die all- gemeine Abrüstung die fioalliche Sicherheit nicht gefährdet, sondern fördert, daß sie also mit der Verantwortung de» Staatsmannes für die Sicherheit des eigen« Landes nicht im Widerspruch steht, sondern im Gegenteil gerade in ihrem Sinne lieg». Läßt sich über- dies der Artikel S de» völkerbnndpakle». der die all- gemeine Abrüsiung vorschreibt und der für die vor uns liegmde Aufgabe da» Grundoeseh bildet, die Möglichkell off«, bei der Be- sttmmung des Mindestmaßes der Rüstungen jedes einzeln« Staate, d« Erfordernissen de» national« S icher heltebedürfnisses Rechnung zu tragen? Rein, meine Damen und Herren, e» gibt nichts, was uns. die wir hier versammelt sind, von ttt Vermttwortimg für da, Vicht- Zustandekommen einer klar« Lösung für die allgemein« Abrüstung freisprechen könnte.(Beifall.) Groß« und klein« Staaten tragen diese Verantwortung in gleichem Maße. Denn das Grundprinzip des Völlerbundes ist die Gleichberechtigung. Vielleicht stehen diejenigen Staaten, die nicht so sehr mtt den schwierigen Problemen der Wellpolttik belastet sind. diesem großen Menschhettsziel unabhängiger gegenüber und vielleicht vermögen sie besonder» klar die ferner« Entwicklung zu überschauen. Ihnen allen und jedem einzelnen von Ihnen fällt darum nach unserer Ueberzeugung auf der Konferenz ein« besonders wichtige Aufgabe zu. Wir haben in dieser Versammlung, in der s e d« Stimm« gehört und jede Stimm« gezählt wird, Wirkungsmöglichketten, aber auch Verantwortlichtetten von großer Bedeutung. Das Deuksch« Reich, für dessen Politik ich die Verantwortung trage, ist bereit, an der vor nn» liegenden Aufgabe mit ganzer Seele mttznarbellen und nach seinen Kräften alle» verantwortbare zu ton. um im Sinne der Verkünder des AbrÜstungrgedant«»,«'sprechend ihren im Völkerbnndpakt niedergelegten Grundsätzen, diese Konserenz zu einem abschließenden Ergebnis zu führ«. Die deutsche Reichs- reglerung und da» deutsch« Volk fordern nach der eig«en Entwass. nung die allgemeine Abrüstung. Deutschland hat darauf einen rechtlichen und moralischen Anspruch, der von niemandem in Zweifel gezog« werden kann. Da» deutsch« Volk«rwartel von dieser Kon- ser«z die Lösung de» Problem» der allgemein« Abrüstung ans dem Bod« der Gleichberechtigung und auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle Völker.(Starker Beifall.) Unsere Delegierten sind beauftragt, mtt aller Energie die Ver- wirklichung dieses Zieles zu betreiben. Die deutsche Delegation kann aber zum Ausgangspunkt der praktischen Arbeiten nicht den Kon- ventionsentwurf, so wie er jetzt ist, nehmen. Dieser Entwurf ent- spricht nicht den Erfordernissen de. Tage». Er ist lückenhaft und schweigt über einzelne wesentlich« Punkte. Die deutsch« Delegation behäll sich vor, zur gegebenen Zett der Konferenz Vorschläge zu unterbreiten, die diesem Mangel abhelfen. Ziel dieser Vorschläge wird es sein, der allgemeinen und wirksamen Herabsetzung der Rüstung« praktische Wege zu eröffnen und dem in neuen Dertagewerken, insbesondere dem Kellogg-Pakt erfolgten Verzicht auf den Krieg durch Verbot und besondere Be- schränkung aller Waffen Rechnung zu tragen, die vorzugsweise dem Angriff dienen. Nur solche Maßnahmen, dl« Kern und Wesen der Rüstungen treffen, können das letzte Ziel dieser Konferenz verwirk- lichent allen Staaten ihr Recht auf gleich« Sicherheit zu gewährleisten. Wir werden gemeinsam mtt ihnen über die Mittel beraten. die dieses Ergebnis herbeiführen können. Es wird keinen Vorschlag geben, zu besten objekiioer Prüfung die deutsch« Delegation nicht berett wäre. Ihr» Zustimmung und Unterstützung ist allen An- regungen sicher, die tatsächlich ohne wetteren Verzug einen wirklichen Abrüftungseffekt erzielen. Sobald diese grundlegende Voraussetzung gesichert ist. bleiben Methoden und Wege der Verwirklichung dieses Ziele» der Erörterung und der Vereinbarung offen. Vorschläge allerdings, dle eher einer Umgehung al» einer Verwirklichung des von den Völkern erwartet« Sonserenzziele» dienen können, würden auf die sachliche SrUlk und d« ps licht- gemäß« widerstand aller derer gefaßt sein müssen, die der weltöfs«lUchkeit und den kommend« Generationen gegenüber sich für ein gerechtes und lebensfähiges Ergebnis dieser Beratungen verantwortlich fühlen.(Lebhafter Beifall.) Ich mache kein hehl daraus, daß, wie übrigens auch sonst m der Well, in Deutschland nach manchen bitteren Ersahrungen vielfach ein starker Zweifel gegenüber den Genfer Arbeiten laut geworden ist. Aber es liegt nur an den positiven Arbeiten dieser Konferenz, solche Zweifel zu widerlegen Sie werben verschwinden, wenn hier das große Ziel erreicht wird. Nirgends tn der Well wird das mll tieferer Befriedigung begrüßt werden als in Deutschland. Das deutsch« Volk trägt in seinem herzen jenen ausrichtigen Friedenswillen, von dem ich vorhin gesprochen habe. Es ist sich klar darüber, daß nur durch ein« allgemeine, nachhallige, gleichmäßige, ohne Vorbehall und Hintergedanken beschlossene und durchgeführte Abrüstung die lähmende Spannung in der Well be- seitigt und die Menschhett wieder mtt Vertrauen und Unternehmungs- tust erfüllt werden kann. Ich erkläre hiermit, daß venlschlaud al» oollberechllZle« und vollverpjllchiLle» Mitglied de» Völkerbundes vor dieser höh« Vcr- sammlung mit allem Nachdruck elultet« wird für eine allgemeine Abrüstung, für eine Abrüstung unmißverständlicher Ar«, wie sie Im VLlkerbundpakt für alle Mitglieder in gleicher Weiss vorgesehen ist, eine a(( g e m e i n e Abrüstung, dir für alle Völker nach den- selb« Grundsätzen durchgeführt wird und für alle Völker ein gleich? o Matz von Sicherheit schafft. Deutschland wird im Geiste weitgehender Sollbarlläl und Verständigungsbereikschust. aber auch mit unbeirrbarer Energie dies?» Ziel« zustreben. E» bietet all« Völkern, die auf dieser höh« Versammlnug vertrek« sind, ehrlich seine Hand zur gemeinsamen Arbeit an diesem gemeinsamen werke. Angst aus der Rechten. Vor der Abwehr d-s Faschismus. Serbdsm di« Eiserne Front errichtet ist. geht ein ängstliches Geraune durch die Rechen der Rechten. Man beginnt einzusehen, daß die Rechnung falsch gewsen ist, die da meint«, das deutsch« Volt und insbesondere die deutsch« Arbeiterschaft würden sich wider» st a n d s l o s mit einer faschistischen Diktatur abfinden, wenn dies« auf scheinbar„legalem" Wege sich in den Sattel zu setzen versuchte. Vor einigen Tagen hat die Rechtspresse ein großes Gekreisch über die Rede des Genossen Lob« angestimmt, der in Kiel ausgesprochen hat, daß die Voltsmassen auch eine sogenannte„legale" Machtergreifung durch die Faschisten nicht ruhig hinnehmen würden. Jetzt regt sich di«„Berliner Börsenzeitung" über den Polizeipräsidenten Grzesinsti aus. der in Leipzig gesagt haben„soll", daß„eine faschistisch« Regierung den Bürgerkrieg bringen würde". Das deutschnationale Organ richtet an Genossen Grzesmski die er- schrocfene Anfrage, „ob er in Leipzig den Bürgerkrieg für jede Eventualität einer faschistischen(lies: Rechts-) Regierung hat ankündigen wollen. oder ob er nutzt auch mit uns der Ansicht ist, daß es mit der Verfassung unvereinbar sein würde, wollte die Linke auf die legale Machtergreifung durch die Rechte(aus dem Wege über Wahlen und Parlamentbeschlüsse) mit dem Bürgerkrieg antworten?" Gegenüber diesem aus vollen ch-- erzen quellenden Angstschrei wollen wir zunächst feststellen, daß Genosse Grzesinski in Leipzig dem Sinn« nach folgendes gesagt hat: „Wer wagt daran zu zweifeln, daß ein faschistisches Regiment Deutschland in das Chaos des Bürgerkrieges stürzen würde? Man fragt: Warum Bürgerkrieg?— Ja. glaubt man denn, wir liehen uns das gefallen, daß man uns die Demokratie nimmt und damit die Grundlage für den Aufstieg der Arbester« ßassty In der Fsststallung dieses Redsinhalts liegt bereits die Antwort auf die Frage der„Berliner Börsenzestunz". Das demokratisch« Recht des Volkes ist ewig und unantastbar. Wer nach diesem Recht greift und damit die Grundlage der Verfassung zerstören will, der wird auf den Widerstand der Arbeiterschaft stoßen! Grimme greist durch. Gegen die Treibereien an der Universität Halle. halle, 9. Februar.(Eigenbericht.) Der preußische Kultusminister hat den Antrag der theologischen Fakultät der Universität halle, eine zweste ordentliche Professur für praktische Theologie zu errichten, abgelehnt. Ebenso hat er es abgelehnt, einem von der Fakultät einschließlich des Professor Dehn sachlich begründeten Eventual- antrag aus Erteilung eines bloßen Lehraustrages für praktische Theologie im gegenwärtigen Zlugenblick zu entsprechen. Di« Prüfung der Frag« eines unbesoldeten Lehrauftrages könne erst erfolgen, wenn absolute Gewähr dafür gegeben sei, daß die Wirksamkest von Professor Dehn von allen Beeinträchtigungen frei bleibe. Zum 1. April. Verorduung über die«odgültigen llmzogstermlae. Vom Berliner pollzetprSsidtum ist heul« eiue Verfügung erlasteu worden, die eudgülklg die Umzugslerwlue zum t. Äpxll regell. Klein« Wohnungen von«in bis zwei Zimmern müssen bis zum?. April, 18 Uhr, geräumt sein. Drei- bis Vierzimmerwohnungen müssen bis zum 5. April, 16 Uhr, und alle übrigen Wohnungen bis zum 6. April, IS Uhr, völlig geräumt fein. Um den Einziehenden eine Möglich- lest zur Unterbringung von Umzugsgut Gelegenheit zu geben, muh «in Test der freiwerdenden Räume rechtzeitig geräumt werden. Bei Zw�i- und Dreizimmerwohnungen muß ein Zimmer bereits am 1. Aprll bis IS Uhr leergemacht und bei mehr als drei Zimmer müssen zwei Zimmer bis 16 Uhr geräumt sein. Bei gewerblichen Räumen ist die Regelung ähnlich. Bis 209 Quadratmeter Geschäftsräume müssen bis zum 2. Aprst, 8 Uhr, bis 599 Quadratmeter zum 2. Aprll, 19 Uhr, bis 1999 Qua- dratmeter zum 4. Aprll bis 12 Uhr und über 1999 Quadratmeter zum 5. Aprll bis 19 Uhr völlig geräumt werden. Bei gewerblichen Räumen über 299 Quadratmeter muß der Ausziehende bzw. Eigentümer dem neuen Mieter 29 Proz. der Haupträume bereits bis zum 1. Aprll, mittags 12 Uhr. vollständig geräumt zur Der- fügung stellen. Die älteste Berlinerin gestorben. Sine 102 jährige llrurgroßmutter. Am 8. Februar starb im Friedrich-Wilhelm-Yospstal die am 25. November 1829 geborene Frau Emile Kerb er. Frau Kerher hat nahezu zwei Jahrzehnt« Pfleg« und liebevoll« Betreuung m dem städtischen s)ospstal in der Palisadenstraße genossen. Bis in ihre letzten Tage hinein war sie. abgesehen von den üblichen Allers- erscheinunzen, noch verhältnismäßig geistig rüstig. Selbst voller Güte und Herzlichkeit, war sie bei allen lZospitalllinnen und selbst- verständlich auch bei Schwestern und den Pflegerinnen autzerordent- lich beliebt._ RiefeN'Fabrikbrand in Gwinemünbe. Swinmünde, 9. Februar. Ein gewalliger Fabrikbrand hat in der vergangenen Nacht die Anlagen der Panela-Aktiengesellschaft. Sp-zialfabrik für cholzverde- lung, in Asche gelegt. Der Brand kam gegen Mitternacht in dem Lackierraum aus und griff bei dem heftigen Sturm mit großer Schnelligkeit um sich. In kurzer Zeit stand auch di« zweite große Fabrikhall« in hellen Flammen. Große Mengen Kunst- und Sperr- Hölzer sowie Holzwolle boten dem Feuer reich« Nahrung. Di« Feuer, wehren aus Swinemünde und Umgegend sowie einige Kompagnien der Marineartillerie wurden aufgeboten, um die gefährdete dritte große Halle zu räumen, in der sich wertvolle Druckereimaschinen. Schnellpressen, Schleif- und Schneidemaschinen befanden. Gegen J Uhr morgens sprang da» Feuer auch aus dies« Hall« über. All« drei Gebäude mit einer Tesamtlläche von über 5999 Quadratmeter sind volllländig ausgebrannt. Der Gebäude» und Materiolschaden wird auf über ein« halb« Million Mark geschätzt. Die Brandursache ist noch nicht geklärt._ Luis Araquista'n. ein bekannter sozialdemokratischer Schriftsteller und Verleger, zuletzt Unt-istaatsstkretär im Arbeitsniln!steri"-m. ist als neuer spanischer Botschafter in Berlin in Aussicht genommen. Neue Kämpfe in Schanghai Aber nicht günstig für die Zapaner London, 9. Februar.(Eigenbericht.) In und um Schanghai stnb zur Zell wieder schwere Kämpfe zwischen Japanern und Chinesen im Gange. Die Chinesen haben die japanischen Truppen am Montag insbe- sondere im Hongkew-Bezirk stark zurückgedrängt. Die militärischen Operationen haben bisher Tausenden von Menschen, darunter vielen Privatpersonen, das Leben gekostet. Waffenstü standsverhandlunaen aefche tert. Schanghai, 9. Februar. Die Versuche des englischen Admlrals Kelly, einen Waffen- stillstand zustande zu bringen, müssen einstweilen als ge- scheitert betrachtet werden. Wie verlautet, haben die Chinesen die Einberufung einer Kon- ferenz am Runden Tisch verlangt, auf der sowohl die Schanghaisrage als auch der Mandschureikonflikt bchandell werden soll. Die Japaner hätten es aber abgelehnt, gleichzeitig über so verschiedene Angelegenheiten in Erörterungen einzutreten. Admiral Shiosawa hat am Montag dem in Schanghai einge- troffenen sapanischen Admiral Nomura das Oberkommando über die japanischen Streitkräfte übergeben. Nomura wiederholte vor der auswärtigen Presse, die er auf seinem Flaggschiff empfing, die bereits mehrfach abgegebene japa» nische Versicherung, daß das japanische Vorgehen nur dem Schutze der sapanischen Staatsangehörigen und der Beilegung der Unruhen im Zusammenwirken mit den übrigen Mächten diene. Allgemein wird befürchtet, daß die Chinesen Vorkehrungen treffen, um die w der Internationalen Siedlung stehenden japanischen Truppen anzugreifen. Der Kommandant der inter- nationalen Kolonie, General Fleming, erklärte, daß die ihm unter- stellten Truppen ohne weiteres in der Lage seien, die Angreifer abzuwehren und Anweisung hüten, in einem solchen Fall das Feuer auf die Chinesen zu erössnen. Die Angriffe der Japaner aus die Wusung-Festung wurden am Montag nochmals durch Bombenabwürfe und Beschießung durch die Kriegsschiffe sortgesetzt unter gleichzeitigem Aufgebot von Infanterie- und Marinsoldaten. Die Festung hielt i«doch wiederum den heftigen Angrissen stand. Sozialpolitik und Bergarbeiter Korderungen der gewerkschastlichen Organisation Bochum. 9. Februar.(Eigenbericht.) Die Reichskonserenz des Bergbau industricarbeiter, Verbandes in Bochum fand am Montag ihren Abschluß mit verschiedenen de, deutsamen Willenskundgebungen. Die Stellung des Verbandes in der Frage dar internatto» nalen Kohlenoer st ändigung wurde unterstrichen durch die einstimmig» Annahm« einer Entschließung, in der die Konferenz baldige Rakisizlerullg de» Genfer Arbeitezeilabkommens für den Bergbau fordert. Die Reichsreglerung müsse auf der für April vorgesehenen Regierungekonferenz der Kohlenlänver in posi- tiver Weise für die unverzügliche Inkraftsetzung dieses Abkommens eintreten. Die Befolgung der Genfer Richtlinien fei«ine nützlichere Kohlenpolitik als di« gegenseitigen Abschnürungeversuche der Kohlenländer. Gegen die Ersetzung des Kamerad, schaftsgedinges durch das Ein-Mann-Gedinge mit seinen krassen Lohnunterschieden und seiner unerträglichen Antreibsrei wandte sich die Konferenz«benfalls in völliger Geschlossenheit. Die sozialpolitischen Beratungen fanden ihre Zusammenfassung in einer einstimmig angenommenen Entschließung. die«ingehend zur Snappschasls. und Arbcilvzeikfrage Stellung nimmt. Die. Zustänhe in der Sozialversicherung seien unhaltbar geworden. Di« Bestimmungen, wonach beim Zusammen- treffen van Renten au» mehreren Bersicherungszweigen stet««in Teil— und oft eine ganz« Rente— w Wegfall komm«, bedeuteten eine große Ungerechtigkeit. Sehr vielen Unfall- und Berforgungs- rentenempfängsrn würden dadurch 49 bis 59 Proz. ihrer bisherigen Bezüge genommen. All« Unfallverletzten erhielten künftig nur «inen kleinen Teil und Schwerverletzt« überhaupt keine Leistun- gen mehr aus BersscherungszwÄgen, in die sie jahrelang sehr hohe Beiträge zahlten. Besonders hart würden dadurch die Unfallverletzten Bergarbeiter betroffen, die ihre Beiträg« in der Knappfchafts-Pensionsverflcherung und in der Invalidenversicherung zahlen. Unverständlich seien Maßnahmen, durch die in der Unsallnersicherung Renten unter 29 Proz. ganz und von 29 Proz. nach zwei Jahren vollständig fortfallen. Die dadurch entstehenden Härten seien kata- strophvk. In der Knappschastsversicherung hätten sich die Verhält- nisse bedenklich oerschlimmert, Di« Reichsregierung müsse unver. züglich Schritte unternehmen, damit die Knopps chafts-Penstons- Versicherung aus eine gesünder« Grundlage gestellt werde. Die Er- Hebung einer Produktionsumlage fei nicht zu umgehen. Der Ber- band wiederhole daher diese Forderung nochmals ausdrücklich. Eine Verschleppung der Arbeitszeitverkürzung — so schließt die sozialpolitische Willenskundgebung— mär« un- erträglich, Di« Einführung des Krümpersystem» müsse vor allem im Ruhrgeliet mit seinen Massenentlassungen mit grdtz- tem Nachdruck angestrebt werden.- Bedrohung unserer künstlerischen Kultur Kunstschulen legen Rechenschaft ab. In dieser Zeit der Spartommissare. wo man, ohne sich um die sehr schlimmen Folgen zu kümmern, kulturellen Nachwuchs in den Schulen abbaut, um ein paar tausend Mark zu sparen, ist es interessant, die Betroffenen bei aktiver Arbeil zu sehen. Di« de, drohten Junglehrer haben im alten Kunstgewerbe-Museum«ine glänzende Rechtfertigung ihrer künstlerischen Erziehungsmethoden an den höheren Schulen aufgebaut, worüber hier berichtet wurde: jetzt folgen ihnen unmittelbar ein paar Akademien, di« ihre kunst- erzieherische Bedeutung an Schülerarbeften, als an ihren Früchten, darlegen wollen. In"der Deutschen Kunstgemeinschaft im Schloß stellen Meisterschüler der Akademien von Dresden, Karlsruhe und Stuttgart aus, und zugleich gibt di« Staatliche Kunstschule(Grunewaldstr. Eck« Potsdamer Str.) eine Uebersicht über die Arbeit ihrer Schüler. Uns liegt diese, jetzt unter der Leitung tjop Heinz Kamps stehende Kunstschule nicht deshalb näher, weil sie sich in Berlin be. findet, sondern weil st« unmittelbar aus das Leben selber wirkt. Di« Resultate auf dieser Staatlichen Kun st schul« haben «ine sehr nah« Verwandtschaft mit denen jener höheren Schulen in Preußen,— und nicht zufällig: hier erzieht man die Erzieher der Gymnasien, hier wird die prachtvolle Anschaulichkeit und Lebens» näh« für die Zeichenstunden gelehrt, die so tief in Phantasie und Leben unserer Jugend, als unserer Zukunft, eingreift. Die doppelt« Erfolgsreihe der Lehrerschüler und der Schüler selbst erweist den Wert und die Notwendigkeit solcher Methoden. Es ist bitter nötig. sie und ihre begeisterten Träger uns zu erhasten. Eine ganz andere Bedeutung haben die Arbeiten der Meiste r- schülsr in der Kunstgemeinschast. Leider konnte das aktuell« Moment hier nicht berücksichtigt werden, sonst wären selbst- verständlich die in ihrer Existenz bedrohten Akademien von Breslou, Königsberg und Dessau mit ihren Leistungen vertreten gewesen. Um dies« handelt es sich, und es ist zu sagen, daß nach genauer Kenntnis zum mindesten die Brerlauer Akademie und da? Bauhaus in Dessau(immer bedroht von den Nationalsozialisten Anhalls) zu den wertvollsten und unentbehrlichsten Kusturstätten der deutschen Gegenwart gehören, und daß es unverantwortlich ist, di« Breslauer Akademie, statt sie mit d-r Kunstaswerbeschule zu verschmelzen(was in Berlin geschehen ist), aus falschen Sparsamkeitsgründen einfach zu streichen. Es sollten nun ursprünglich die preußischen Kunsthochschulen m der Akademie, di« außerpreußischen in der Kunstgemeinschaft gleich- zeitig aufstellen. Di« Vernietung der drei Akademien von Breslau, Kassel und Königsberg hat diese Absicht ins Wasser fallen lassen. i Preußen hätte durch Zurschaustellung der hohen Leistungen, vor allem in Breslau, aller Welt die Unsinnigkeit seiner Abbaumethpden selber dargelegt, und so verzichtet« man wohlweislich auch auf den Plan mit Vn" übrigble'bcnden. Die Folge ist. daß lediglich in d«r Kunstgemsinlchaft etwas gezeigt wird und bloß di« reichsdeutschen Ho'slulen von Dresden, Stuttgart und Karlsruhe(Münzen lall gesondert folgen) Dieser Torso vermag aber leider nur die Er- ! innenrng an die Lücken zu we�en, die bürokratisch» Weisheit in ' unsere Kunfter-t-hun" gesch'agen hat. Stärker» Leistungen sind fast mir bei der Graphik in Dresden und bei den Schülern zweier I bedeutender Brckihouer zu sinden, Albiker und Christoph Voll. i p. k. sck. I „Enifsssettes Afrika." Lfa-Paviilon. Ein« amerikanisch« Tierfang-Expedition ist 14 Monate in Afrika (Rhodesia) tätig gewesen, ein Mitglied der amerikanisch-geographi- scheu Gesellschaft und t«r ausgezeichnete Kameramann Frank hat sie i«gleitet. Da? filmische Ergebnis dieser Unternehmung wird uns jetzt in Bild und Ton vorgeführt. Wir haben hie Tierparadiese Afrikas schon zu oft erlebt, als daß ein neuer Film aus dem gleichen Gebiet uns noch wesentlich Neues sagen könnte. Trotzdem hat diese Safari noch Neue? gebracht. Sie war auf Tiersang(für die großen zoologischen Gärten Nordamerikas) unü nicht auf Jagdtrophäen eingestellt. Man beschleicht die Tiere, man fängt sie in großen Netzen und transportiert sie gefesselt an Tragstangen oder in Käfigen. Da? beliebte Abschießen, mit dem sonst jedes Tierabenteuer in früheren Filmen zu enden pflegte, wird nicht ausgeübt. Die Höhepunkte des Films bilden der Kampf zwischen Löwe und Hyäne, die Gefangennahme eines in di« Tierherde eingebrochenen Löwen und die Ueberwältigung eine? Kaffernbüffels, des gefährlichsten aller südafrikanischen Tier«. Daneben gibt es natürlich viele», was man schon oft gesehen hat, die großen Tierherden aller Art. den Steppenlrand, die Siegesfeier der Neger, die den Löwen gefangen haben, mit den«ndlofsn Tänzen, viel« Neine intime Bilder aus dem Tisrleben und mancherlei interessant« Erichlick««n di« Neger- seel«. Der deutsche Vortrag, der den Film beglestete, ist nicht wesent- lich. Im Beiprogramm«in« aufregend« Kletterpartie. r Ein Vorkämpfer der Homöopathie gestorben. Einer der be- kanntesten Vertreter der Homöopathie, Dr. med. Richard Haehl, ist am Sonntag tn Stuttgart gestorben. Aus leiner Schul» sind eine Reih« von homöopathischen Aerzten in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika hervorgegangen. Dr. Haehl t>att« seinerzeit einen ehrenvollen Ruf aus den vor einigen Jahren in Berlin gegründeten homöopathischen Lehrstuhl aus Gesundheit»- rücksichten abgelehnt. Er war auch«in bekannter Hahnemann-Forscher und der Begründer des Hahnemann-Museums. Byrds neuester Südpolar-Plan. Einzelheiten über die neu« Expedition nach dem Südpol, die Polarforscher Richard Byrd plvutt, wurden von ihm bei der Jahresversammlung des Forfcherklubs in New Pork bekanntgegeben. Der Hauptplan des neuen Umernehmsns soll darin bestehen, sestzustellen, ob unter dem Eis zwischen dem Raß-Meer und dem Weddell-Meor ein Kanal vorhanden ist, und die unbekannten Gebiete im Osten des Südpol sollen durch Flugzeug er- forscht werden. Byrd will einen Winter im Innern des antarktischen Erdteils verbringen und im daraus folgenden Sommer soll ein Flug über den Pol versucht werden. Im Berliner Theater wird ab 13. Februar täglich 8 Uchr SleminleS erfolgreiches Gchulsüuj„Kamps um Kitsch" in der Jnftemeruna von Karl Heinz Martin mit den Berliner BvlkSbubnenschau- spielern gespielt Vera Sloronel tanzt am 11. Februar, S Ubr, im Bachfaal da« neue Programm mit ihrem Trio. Hainrich SchluSun» wurde alZ preuhtscher Kammersänger auf mehrere Jcchr« an die StaatSoper verpflichtet. Er fingt Freitag den Tarlot in der Lper„Die Macht de? Schutlals", Dr. Tohn-Meuer berichtet auf Einladung der Bolltbübn» Sonn- abend, 18., und Eonnabend. 87. Februar, 8 Ubr, über feine Studien- fahrten im Orient(Kunstgewerbemuseum, Prinz-AIbrecht-Sir. 7a V Eintritt 60 Pf. „Schurkische Manöver." Kommunistische Polemik. Im gestrigen„Abend" berichteten wir über die Kundgebungen der Bergarbeitervertreter im Ruhrgebiet, die hauptsächlich der Forde- rung der Verstaatlichung des Bergbaus galten. Die „Rote Fahne" verfälscht zunächst diese Forderung in S o z i a l i- s i e r u n g des Bergbaus und legt dann los. Ueberschrist:„Die Sozialisierung marschiert."„Schurkische Manöver der husemann und Jmbusch." In diesem Ton sucht die KPD. ihrer Verpflichtung durch Mo kau zu genügen, die„Gewerkschastsbonzen" unter allen Um- ständen zu beschimpsen und herunterzureißen, außerdem aber ihren Aerger darüber zum Ausdruck zu bringen, daß die organisierten Bergarbeiter die Januarstreikmache der NGO. glatt versacken ließen. #„Die gerissenen Demagogen sind gezwungen von der Soziali- sierung zu sprechen"— obwohl weder Husemann noch Jmbusch davon gesprochen haben. Nicht etwa das Unternehmertum, sondern— nach der Verdächtigung der„Roten Fahne"— ausgerechnet„die Gewerkschaftsführer sind an den erbärmlichen Löhnen, an den Massenentlassungen, an der Not und dem Elend der Bergarbeiter schuldig. Das Beispiel Sowjetrußlands— die Bergarbeiter, die dort gearbeitet haben, haben genug davon— zeigt den Bergarbeitern den Weg, den sie gehen müssen. Deshalb die schurkischen Knisse der husemann und Zmbusch." Nun, man weiß ja wer das schreibt. Also niedriger hängen. Oer unechte Preisabbau. Tagung des Gewerkschastsrings. Die 13. Reichsausschuhtagung des Gewerk- s ch a s t s r i n g s, die am Montag in Berlin zusammentrat, nahm u. a. auch zum Preisabbau als Gegengewicht gegen den Lohn- und Gehaltsabbau Stellung. Die Bemühungen des Reichskommissars für Preisüberwachung wurden anerkannt, doch fei bis zur Stunde der durch die Notver- ordnung erzwungene Lohnabbau noch nicht durch einen entsprechen- den Preisabbau ausgeglichen. Der bisher erzielte Preisabschlag sei außerdem noch beträchtlich entwertet worden durch weitgehende Herabsehung von Güte und Menge. Eine solcher„unechter" Preisabbau müsie energisch be- kämpst werden. Die Regierung habe die Pflicht, ihr mit der Nowerordnung gegebenes Versprechen, Gehälter und Löhne in ihrem realen Wert nicht zu schwächen, unverzüglich einzulösen. Die Löhne und Ge- hälter müßten an die tatsächliche Preisgestaltung angepaßt werden. Oer Flußschifferfireik im Londoner Hafen. London, 8. Februar. Die Matrosen der Flußschiffe, die im hiesigen Hofen seit mehreren Wochen im Streik stehen, haben die Fortsetzung des Streits beschlossen. i4*1 fVo Dienstag, 9. Februar. Berlin. 16.05 Franz F. Schwarzenstein; Neuland für Wintersport 16.30 Bücherstundc. Menschen auf der Landstraße.(Am Mikrophon: Hermana NöII.) 17.00 Unterhaltungsmusik. 18.00 Doktor Ueberall erzählt. 18.20 Liebesgedichte und Balladen. 18.45 Mitteilungen des Arbeitsamts. 18.50 Die Funkstunde teilt mit... 18.55 Stimme zum Tag. 19.05 R. Henseling: Astronomische Vorschau. 19.30(Auf dem Deutschlandsender:) So klingt der neue Sendesaal. 20.30— 24.00 Fastnachtsball. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Könlgswusterhauscn. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Claude Grander: Das Problem der Aufrichtigkeit in der französischen Literatur. 18.00 Dr. H. 8. Weber; Nietzsche und Mussolini. 18.30 Prof. Dr. Hassinger: Wieviel Menschen kann die Erde tragen? 18.55 Wetter für die Landwirtschaft Anschließend Englisch für Fortgeschrittene. 19.20 Georg Schnitze: Soll man nach Südwestafrika auswandern? 20.15 Kommunismus und Eigentumsbegriff(Prof. Dr. Goldschmidt, Prof. Resch, Dr. Herrmann Dunker). Güuler Weifenborn: SSarbaren'f Es werden von den guten Epikern des heutigen Deutschland im allgemeinen zwei Romantypen geschrieben. Den einen diktiert der Geist: er bemüht sich um Stellungnahme von phllosophischen Standpunkten aus, er bestimmt und gestaltet die Menschen als Träger ihrer Ideen, er ist im wesentlichen essayistisch: ihn schreiben die großen Schriftsteller, die im Bürgertum der Vorkriegszeit ver- wurzelt find und an der Nachkriegszeit gelernt haben: er ist sehr geistvoll und etwas dünnblütig. Den zweiten Typ beherrscht das Gefühl: er plagt sich ab mit der verwirrenden Vielsalt, welche die Gestalt des Menschen in einer oerwirrenden Zeit angenommen hat, er bleibt in derber, wahrer und kraftvoller Schilderung mensch- licher Not stecken und findet trotz heißen Bemühens nicht zu geistiger Klarheit, weil er notwendig nicht überlegen sein kann: denn ihn schreiben die jungen Dichter, denen da- Fundament des Vorkrieges fehlt, und denen der Nachkrieg kein Fundament geben kann; er ist sehr vollblütig und etwas geistleer. Einen Roman, der die Vor- teile beider Typen vereinte und ihre Nachteile ausschied, gab es bisher nicht. Jetzt liegt er vor. Es ist der Studikerroman„Bar- baren" von Günter Weisenborn. Französische Besatzung an Ruhr und Rhein, unterstützt von indifferenten Bürgern und eitlen oder verbrecherischen Separatisten, bekämpft von Studenten und Arbeitern, denen bewußt die Not und unbewußt auch die Ideale gemeinsam sind. Denn im Gros des Akademikertums ist mit der äußeren Wandlung von Korpsstudenten- tum zu Werkstudententum auch eine innere Wandlung vor sich ge- gangen: neue Lebensformen, neuer Ausgleich zwischen Professoren und Schülern, zwischen Wissenschaft und Hunger, zwischen Mann und Weib müssen gefunden werden. Dieser Kamps wird gestaltet in einer Vielzahl von Schicksalen, deren hauptsächliche- den begin- nenden Studenten bis zu der Erkenntnis führt, daß die Wissenschaft von heute nicht nur mit Theorien, sondern mit Hingabe von Gut und Blut zum Volk zu stehen hat. Brutal und wahr sind die jungen Männer und Mädchen geschildert, die eine sriedelose Zeit zu kämpf- gezwungenen Barbaren machte, brutal und wahr sind die breit ge- haltenen politischen Essays; ganz im Hintergrund nur ahnt man eine große Güte, aus der all das gestaltet wurde: diese Generation hat gelernt, ihre Weichheit zu verstecken. Die Sprache so gedrängt wie schön, so kraß wie dichterisch: die Betrachtungsweise so ehrlich wie klug: das Ganze, bei aller Vorsicht meinerseits in der Ver- wendung von Superlativen, das weitaus monumentalste Werk unter allen, die bisher die Nachkriegsgeneration zu gestalten ver- suchten. Voll von Blut und Geist: größeres Lob kann wohl nicht ausgesprochen werden. Gerhart Herrmann Mostar. *) Sieben-Stäbe-Verlag, Berlin. Wetter für Verlin: Weitere Verschärfung des Frostes, zeitweise heiter, keine oder nur unwesentlich« Schneefälle, mäßige östliche Winde.— Für Deutschland: Im Nordosten strenger, im Südwesten mäßiger Frost. Im Süden und Südwesten Deutschlands stärker be- wölkt mit leichten Schneefällen, im übrigen Reichs zeitweise heiter und vorwiegend trocken. Z9a. Abt. Der Zahlmorgen beginnt bereits früh um 5 Uhr. Der Elternlehrgang lMutterschultursus) des Besirksjugendamtes Neu- kölln beginnt ani Freitag, dem 12. Februar, 20 Uhr, in der Aula der t. Mädchen-Mittelschule, Neukölln, Tonaustr. 127. In füns Doppelstunden behandelt der Kursus die Slbwangerschast, die Geburt, das Wochenbett, die Pflege, Ernährung. Krankheit u. die körperliche u. geistige Entwicklung des Säuglings u. Kleinkindes. Neben den Vorträgen finden praktische Uebungs- kurse in der Säuglingspflege statt. Der Kursus ist unentgeltlich. Für die praktischen Hebungen wird eine Gebühr von 30 Pf. für Materialverbrauch erhoben. Unbemittelten kann sie erlassen werden. Interessenten erhalten auf Wunsch einen Kursusplan durch die Generalabteilung des Bezirks- jugendamtes Neukölln, Rathaus Neukölln, Berliner Str. 61, 2 Treppen, Zimmer 287.(Telephon: lT 2 0011, Leitung 195.) Aerantworll. für die Redaktion: Stich. Beenstei», Berlin; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G, m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& To., Berlin£78 68, Lindenstr. 3. Hierz» 1 Beilage. PROGRAMM für die Zeit vom 9. bü 11. Februar K I N O-T A F i i PROGRAMM für die Zeit vom 9. bis 11. Februar ©loie Potsdamer Straße 38 nie■penincbe Fliese m. Betty Bird, O. Subo. Fritz Schul« W. 5, 7, 9 Uhr Rheinstraße 14 Eichel Verlängern Fraulekn, falsch verbunden, mit Iffagda Schneider, Jnh. Riemann— Außerdem; Fasse dich kurz m, K- Lflllen W. 5. 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 3 lustige Tage: Hurra, ein Junfire, m. R. A. Roberts, M. Adalbert, Fritz Schulz W. 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 IVKeln Leopold mit M. Adalbert, Harald Paulscn, ti. Fröhlich. Ida Wüst Für Jugendliche freigegeben! W. 5. 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Pussagsc) IMe Pranke, ein Kriminaltonfilm mit Ch. Susa, H. Rehmann— Außerdem; Der verrückte Autobus mit Jack Hilton Den ganzen Tag geöffnetl Germania-Palast Charloltenburg, Wilmersdorfer Str 53/ 5t Der Stolr, der 3. Kompagnie mit Belnz Rühmann, Fr. Kam- per», Trude Berliner W. 5, 7. 9 Uhr CZE e st en Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margaretensir. Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart, Gretl Thcinier, Th. Coos, Julius Falkcustcin W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr c Friadrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich SM» Uhr, letzte 9 Uhr Weltstadt in Flcffellahren (Chikago)— Die letzten Segelschiffe— Tonwocho Franziskaner JThs?inv0orm. Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) 9. 12. 3, 6, 9 Uhr: Die geheimnisvolle Insel Nach dem Roman„20 000 Meilen unter dem Meer" von Jules Verne 10.30, 1.30, 4.30, 7.30 und 10.30 Uhr: Nein Ncheidunsrsffrund mit lilen Deycrs, Jobannes Riemann, Paul Hörbiffer u. a. Neueste Tonbildreportaffe m Moduit j ArtuM Perleberger Str 5.« 2 Großtonfilme; Hilfe! Feberfall! (Alarm um Mitternacht) mit Gerda Maurus— Die zärtlichen Ver- wand ton mit R. A- Roberts Kant-Lichtspiele Kantstr 5t(aj der WUmersdorfer Str.) Lustspiel: Die Jfneht ohne Panee m. S. Arno, C. Born Jugendfrei! W. 5. 7. 9 Uhr Schlüter-Theater �."«u Schlütcrstr. 17. S. 3 U Jgd.-Vorst. Kmil und die Detektive— Der bebende Bcrff— Jugendl. Zulrilt Atrium Beba-Palast Kalycrallec, Ecke Berliner Straße Wochent. 7. 9�4 U. Sonnt. 5, 7. 9% U. Uraufführung! Tonluslspicl: Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart, Gretl Thcimer, Jul. Falkenstein, Paul Henkels.— Regie Viktor Jansen.— Tonfllm- beiprofframm Titania Schöneberg Hauplstr. 49. W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Yorck mit Werner Kraus.— Tonfilmbeiprofframm Jugendliche haben Zulrittt, A Woch. 5. 7, 9 Uhr AinamOTa Sonnt. 3, 5. 7, 9 Uhr Hauptstr 30 X 27(Die Spionin) mit Marlene Dietrich— Beipr.— Tönende Woche— Bühne: Harim AI Raschids ortlent. Zauberschan AI Raschid verschenkt in jeder Vorstellung 1 gold. Uhr(14kar. 585 gest.) W FtlGdGnAU M Kronen-Lichtspiele W7?c9hüm Rhcinstr. 6ö. Sbd. SlR. ab 5 Uhr Lachcrfolg! Blc Jlutter der Kompagnie m. IVeiß-Ferdl, B. Blrd — Beiprogramm Zo/; Beginn»ägl. i. 7. 9 Chr tdKl! stg. 3 Uhr JugeBdvorstcll Potsdamer Str 50 Die Hntter der Kompagnie in. Welß-Ferdl— Gates Belpregr. S«««II»» Titania-Palast sJÄaMü. Stegliti, SchloBstr. 5. EckeGntsmuthsstr. Die Fledermano mit Annj Ondra, O. Alexander— Bühne: Marek Weber— Donnerstag Ur- aulführung: Ein Auto und kein Geld— Grolle Autoverlosung Af« /;**■> rlendorfcr W.6.30, 9U. Iria-Ln Tonlichtopiclr So. ab 5 U. Chaussccotr. 305. Jugendl. Zutritt Yorck mit Werner Kran», Grete Mosheim— Tonbeipr. Kurfürst �.'."uhr Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Tonopcrcltcl Der lächelnde I�eutnant mit Mfaurice Chevalier— Tonbpr. TVmI; Täglich. 5, 7, 9 Uhr 1 IVO II sigs. 3 Uhr: J ugcndvorstell Berliner Str. 97 Großtonfilm! Herzen in Flam men mit Mlarlcne Dietrich— Tonbeiprofframm > HRUlcdlln U Mercedes-Palast ü: Hermannstr. 212 Tonkomödie! Ehe mit beschränkter Haftnnff mit Paul llorffan. Ch. 8osa— Bühne: 2 Buxtons Primus-Palast iLÄ' u! Am Hermannplatr. Urtaiistr. 72/76 Bnster Keaton spricht deutseh in Caaanova wider Willen— Bühne; Ben Bojamaa, 10 arab. Wüslensühne Kukuk Wochent. 6.45, 9 Uhr Sonntgs. 5, 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Vorck mit Werner Kraus.— Tonbeiprofframm.— Jgdl. Zutritt 1*„ Iskisf* Wocht. 6 45. 9 Uhr LXCelSlOT Sonntags 3. 5. 7. 9 U. Kaiser-Friedrich- Straße 191 Hinter den roten Hanern von Uchterfelde mit Ha.«sermann Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstraße 49 Wocnt. 6.45. 9 Uhr, Stg. 3. 5, 7, 9 Uhr Yorck mit Werner Kran», Bnd. Foroter, Grete Monheim.— Tonbeiprogramm Film-Palast Kammersäle TellowerSlr.l W abSVj, So.ab3l4U. lOOpror. TonfilmI X 27 mit Marl. Dietrich— Der nnbekannte Gaot mit Srüke Szakall • U*»«» Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7, 9 Uhr. Sonntags ab 4% Uhr Liebe und Weltrekord(Gloria) mit Hrlffltte Helm, Fröhlich, Kampers ■ 1 Am Görlilzer Bahnhof rlinteCR W. ab 6%. Stgs. ab 3 Tonfilm: Yorck mit Werner Kraus, Rud. Forster, Grete Hosheim Hfihnenschan Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater Reichen berger Str. 34. Reserve hat Ruh mit Fritz Kampers, Paul Hörbiffcr, IdUcie Enfflisch Ferner: Sensationstonfilm Auf falscher Fährte Stella-Palast Zill ü: Köpenicker Straße 12— U Ann,- Ondra, GcorK Alexander Iwan Petrorinch in der Tonlilm-Operette Die Flcdermana Bühnengaslspiel Marek Weber und sein Orchester Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Leg. 5 Uhr I.nlae m. Benny Porten— Gut. Tonbelprocramm— Jugdl. Zatr. Neue Philharmonie Köpenicker Str. 98 Die Liebesfiliale mit Anny Ahlers, Job. Riemann— Tonbeiprofframm— Bühnenschau Lichtspielhaus US: ST u Baumschulenwcg 78. St. 2 U-: Jug.-V. Kriminaltonfilm: Die Pranke mit Chart. Susa, II. Rehmann— Großes Tonbeiprofframm Treptow-Sternwarte Donnerstag 8 Uhr: Sllberkondor Ober Fenerland, Gnnther-PlüschoTr-FIlm Welt-Kino Alt-Moabit 99. W. 6.43 u. 9.03 U, S. ab 4.43 Uhr Der Hauptmann ▼. Köpenick mit Max Adalbert— Tonfilm- belprosramm— Jugend], Zutritt Nordostan •_*' Prenzlauer „LtySlUm Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15, Stgs. 3.15, 5, 7.15, 9.15 Der Stolz der 3. Kompagnie mit H. Bühmann.— Bühne: Elim Schachmeister.— Emeikalonw. Flora-Lichtspiele aiiÄg" Täglich 5.30, 8.30 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Fräulein, falsch verbanden.— Meine Kinder— Mein Glück Osten Germania-Palast Frankfurter Alice 314 Wocht. ab 6.30, Sonnabd. 5, Stjj. 3 Uhr Yorck mit Werner Kraus. Rud. Forsier, Grete �loshrlvn Tonbeiprofframm Bühne: Jazz auf Tier Flügeln Jugendliche haben Zutnttl Lana-Palast Y�mibsuhr Gr. Frankfurter Str. 121 Ton woche Yorck mit W erner Kraus. Rud. Förster.— Bühne: Gottc Werkmeister, Fischer Koppe Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 W. 5. 7. ca. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Stahftn ist die Hanoverzeit mit Ida Wüst, Heidemann— Gr. Beiprofframm— Bühnenschau Viktoria-Theater �.b 3au5 Frankfurter Allee 48. Emil und die Detektive— Gr. Tonbeiprofframm— Jugdl. Zutr. Mittwoch,%3: Gr. Jugend- Vorsteü. Frankenburg Bahn. Gr. Frankfurter Str. 74. W. 5. 7, 9 U. S. 3 U: Kinder-Vorst, Bobby ff cht los! mit H. Plel— Tonbeiprofframm— Tonuoche Bühnenschau Babylon, am Bälowplatz W. 5 U, St. 2.30 U. St. 2.30 Jug.-V. Bühne: Robbie Uind Jazzrevue Liebe, ein Yaturffesetz, mit ärztL Vortrag Dr. Edwards Beiprofframm Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70. Täglich 5. 7, 9 Uhr Sonntags 3, 5. 7. 9 Uhr 2 Tonfilme; Kmil und die Detektive— Endkampf mit Hoof Gibson Jugendliche haben Zutritt WaiomsM ff. r., n n r i Wochent. 7 n. 9 üd Harmonie �onnt. 5. 7. 9 u. Langhiinsslr. 23. Die Pranke mit Charl. Susa— Jenny braucht Geld mit Rod 1a Roque V:-n D„.~L FrL, Sbd., Stg.*b 5, Aino aasen sonst Beginn 6 Uhr Alt-Friedrichsfelde 3 2 Tonfilme: Die Mutter der Kern- r'agnic mit Heldcmsnn— Das eckende Ziel mit R. Tanber, Lmrie Englisch— Tonwoche Nerdan Alhambra �ÄbI38- Reserve hat Ruh mit P Hdr- biffer, F. Kampers— Tonbpr, Phar as-Licht spiele Müllerstr. 142 Täglich 5, 7, 9 U, Der gr. Sexualfilm: Uebe, ein Ya- turffesetz. Mit Vortrag— Ferner: Gosanffverein Sorgenfrei mit R. Roberts, J. Falkenstein— Xcue Ton woche Q B«lnlctc,n<3orf-0«t"fc Beba-Lichtspiele Rcsidenzstr. 124 W. 6.45 u. 8.45 Uhr Stg. 5. 7. 9 Uhr 3 Uhr- Jugend vorst. Wegen Riesenerfolg verlängert: Bobby geht los mit Harry Fiel. — Gr. Tonbeiprofframm.— Tonwoche P a n k o ß Palast- Theater Zg. V 7�9 Breite Str. 21a. Helden der Luft, der Tonfilm der gr. Sensationen in deutsch. Sprache Tivoli Wochent. 7. 9 U. Sonnt. 5. 7. 9 U. Berliner Straße 27. 2 Großtonfilme: Reserve hat Ruh* mit Lucie Fnfflisch.— Opern- redoute mit Liane Haid.— Beiprofframm ■ T.fl». S Filmpalast Tegel Äll" Wochent. 6, Sonnt. 4.15 U. Sonntags 2 Uhr: Jugendvorstellung Weekend Im Paradies mit O. Wallburff,€1. Roramer, Tr. Berliner— Beiprofframm Fl t Ttt ftf! I ft vi Beg. W. 6, 8.30 ein nimpaiasi stgs. 4U. öl4. u. Berliner Str. 59 l-iebc, ein Xatursecetz. Mit Vortrag Prot. B. Rose— Gr. Ton- belpTogranun Geitage Dienstag, 9. Februar 1932 SivMpnö Spälauxfaß» xiu IbvdrA Hitlers jüngster Zuwachs Sechs deutsche Frauen stellen sich vor Wir erhalten folgende anonyme Zufchrift: „Zu: Frauen schreiben uns: Der„Abend" 2. Februar.„Aus dem Tagebuch einer Hoffenden". Luise Diel müßten die Finger einzeln abgehackt werden, weil sie das Höchste und Schönste, das uns Frauen auf dieser Welt be- stimmt ist, das Mutterwerden,— das schönste Geheimnis, das uns Frauen so unendlich glücklich macht, in aller Oeffentlichkeit und Ge- meinheit, mit abscheulicher Angstmacherei getränkt, breittritt. Frauen, die bar jedes Schamgefühls durch Bllcherschreiberei über ihr« Leibes- geheimnifse ein Geschäft zu machen versuchen, verdienen unverzüglich aufgehängt zu werden. Adel« Schreiber-Cohn gehört auch dazu, auch Käte Kollwitz! Die Beilage des„Abend" vom 2. Februar 1932 ist ein einziges Scheusal!! Weinberg und Megateros werden wir uns merken. Diese Judenlümmel haben uns Arbeiterinnen(Nähe- rinnen) die Augen geöffnet. Weder SPD. noch KPD. sind frei von solchen Bestien. Auch unsere Gewerkschaft steht unter Führung in Israel,— so langsam werden wir wach.— Ihr selbst sorgt dafür mit euren gemeinen Schreibereien, das Maß ist jetzt voll,— wir sechs Mädels und Frauen gehen geschlossen zu Hitler, da werden wir doch noch geachtet. Ihr Schweinehunde ihr! Wir verbitten es uns, deutsche Frauen in eurer Mutterzeitung als Objekt zu behandeln. Nehmt eure Iudenweiber dazu, wir sind nicht solche Wollustbestien wie ihr, wir sind anders geartet als ihr Schmier- sinken. Verfluchtes Pack, macht daß ihr rauskommt aus Deutschland mit eurer ganzen Brut. Dann hat Mutter und Kind auf deutscher Erde wieder Lebensraum! Früher, vor dem Krieg, hättet ihr wahr- lich Megateros Aufsatz nicht durch die Zensur bekommen,— aber heute, im Zeitalter der regierenden Freimaurerei, ist sowas ja mög- lich— aber es kommt ein Tag— noch vor einem Jahr bekämpften wir die Nazis— heute kämpfen wir gegen euch Halunken! Wir werden ja herausbekommen, wer eure Redakteure sind: unser Chef ist SPD. und auch einer von eure Leut. Der hält eure Zotenwiese, er legt sie uns immer mit Behagen zu lesen hin! Auf den Tag, es wird nicht vergessen, trotz Sch— eiserner Front!! Vier deutsche Mädels und zwei deutsche Frauen. (Dem„Angriff" schicken wir eine Abschrift hiervon.)" Man könnte diese Zuschrift zu dem übrigen legen, was politischer Unverstand in krankhafter Schmähsucht anonym an gegnerische Re- daktionen schreibt, wenn es sich hier nicht um Frauen handelte, die gegen angebliche Gefühlsroheit protestieren und bei dieser Gelegen- heit eine vollkommene Verwirrung des Gefühls an den Tag legen. Bergegenwärtigen wir uns noch einmal den Inhalt der Bei- lagenjeite, die Gegenstand einer so uferlosen Gehässigkeit werden konnte: Luise Diel,«ine Frau, die auf das mutigste für den Schutz der arbeitenden Frau.und ches arbeitenden Kindes eingetreten ist, unternimmt den Vcrsuch�a.s Mysterium der werbenden Mutter auch solchen näher zu bringen, die bisher blind und vielleicht sogar rücksichtslos daran vorübergingen. Käte Kollwitz, deren hohe Künstlerschaft Frauenelend und Proletariereleick» dem Herzen vieler «ingemeißelt hat, die bis dahin sorglos ihrem Wohlsein lebten, liefert Zeichnungen für das Buch. Adele Schreiber, deren Leben der arbeitenden Frau gehört, berichtet über das Wert und weist darauf hin, wie schwer das Los jeder werdenden Mutter ist, die Berufs- arbeit in ihrer täglichen Tretmühl« hält, und wie notwendig es ist, für einen stärkeren Schutz der werdenden Mutter zu kämpfen. Und vier deutsche Mädels, zwei deutsche Frauen, Näherinnen, Proletarierinnen antworten darauf: die Finger einzeln abhacken, aufhängen! Dr. Siegfried Weinberg zeigt auf, daß die erzwungene Erwerbsarbeit der Frau und ihre heutige veränderte Stellung innerhalb der sozialen Gemeinschaft vorläufig nur ein« bedenkliche Scheinfreiheit, daß die alte Abhängigkeit vielfach nur äußerlich be- seitigt ist. Er untersucht die Frage, ob eine völlige Befreiung der Frau möglich und welches die Stellung des Mannes zu diesem Problem ist, und kommt zu dem Resultat, daß die Frauenfrage nicht unabhängig von der Arbeiterfrage gelöst werden kann, daß der Kampf um«ine gerechte soziale Ordnung zugleich ein Kampf für das Freiwerden der Frau und für«ine bessere Sexual- und Ehe- moral ist. Peter Megateros nimmt ein Inserat, in dem sehr«in- deutig eine Dauerfreundin gesucht wird, zum Anlaß, um die freiere und ehrlichere Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mann und Frau, die heute ein« Tatsache ist, schärsstens gegen jene Kreise ab- zugrenzen, die Freiheit mit Hemmungslosigkeit und Ehrlichkeit, mit brutalem Zynismus verwechseln.„Wenn du liebst, ohne Gegenlieb« hervorzurufen, das heißt, wenn dein Lieben als Lieben nicht die Gegenliebe produziert, wenn du dich durch dein« Lebensäußerung nicht zum geliebten Menschen machst, ist dein« Liebe ohnmächtig, «in Unglück", mit diesen Worten von Karl Marx schloß die Be- trachtung. Di« Antwort vier deutscher Mädels, zwei deutscher Frauen, Näherinnen, Proletarierinnen: Judenlümmel. Bestien, gemeine Schreibereien. Schweinehunde. Schmierfinken, Wollustbestien, ver- fluchtes Pack, wir gehen geschlossen zu Hiller... „Da gehört ihr auch hin", könnte man sagen, wenn man die Zuschrift mit einem Witz abtun wollte. Aber wir nehmen die An- gelegenheit ernst. Ohne Frage, die Empörung der Schreiberinnen ist nur erklär- lich, wenn sie die angeführten Betrachtungen mißverstanden oder wenn sie sie— nicht ordentlich gelesen haben. Ob auch nur eine von den sechs Empörten, die Luise Diel wünschen, daß ihr die Finger «inzeln abgehackt werden, das Werk der Autorin kennt? Wäre das der Fall, hätten die Schreiberinnen über die Fragen, die auf der Frauenseite behandelt wurden, nachgedacht, dann hätte nie im Leben jene bewußte Postkarte, die den leidenschaftlichen Ausbruch enthielt, den Weg zum Postkasten gesunden. Das ist wohl das wesentliche: Die Not der Zeit macht Haßgefühl« locker und die Agitation der Nattonalsozialisten macht sich da« zunutz«. Sie schürt diese Gefühle, indem sie ver- leumdet und das Gefühlsmäßige überbetont. Sie bemüht sich, den gesunden Menschenverstand auszuschalten, indem sie die Rache- und Haßinstintte ins Maßlose steigert. Es ist ein schönes Vorrecht der Frauen, im Gefühlsmäßigen zu «uxadn. Aber zeigt dieser Fall nicht deiüüch, daß die Gefahren- Ureatz« da liegt, o» der Lerftaud ausgeschaltet wird? Die Schreiberinnen wollten gegen vermeintliche Brutali- täten unii Schamlosigkeiten protestieren, aber hat ihnen nicht die Leidenschaft der Verblendung einen Protest in die Feder diktiert, der an Brutalität Und Schamlosigkeit nicht zu überbieten ist? Oeffentlicher Zweck der Frauenseite war es, für die Frau und vor allem für die arbeitende Frau zu kämpfen, vor aller Oeffent- lichkeit darzutun, wie sehr auch heute noch die Frau im Nachteil ist. Muß es nicht nachdenklich stimmen, wenn sich sechs Näherinnen finden, bei denen dieses Bemühen nichts als sinnlose Wut auslöst, die es mit dem Uebertritt zu einer Partei beantworten, Wie im„Abend" schon mitgetellt wurde, nahm der preußische Staatsrat folgenden Antrag seines Ausschusses an:„In der Erkenntnis, daß der Geburtenrückgang in der erbgesunden, verantwortungsbewußten Bevölkerung sich besonders stark aus- wirkt, und daß die Aufwendungen für Menschen mit erb- bedingten körperlichen oder geistigen Schäden schon jetzt ein« für unsere Wirtschaftslage untragbare Höhe erreicht haben, wird das Staatsministerium ersucht, in Fühlungnahme mit den dazu berufenen Stellen(Aerzten, Pädagogen, Theologen) Maßnahmen zu trefsen, um den anerkannten Lehren der Eugenik eine größere Verbreitung und Beachtung zu verschaffen, sowie ferner zu veranlassen, daß mit möglichster Beschleunigung die von den Ge- meinden, Kreisen, Provinzen und dem Staate für die Pflege und Förderung der geistig und körperlich Minderwertigen a u f z u w e n- denden Kosten auf dasjenige Maß herabgesetzt werden, das von einem völlig verarmten Volke noch gettagen werden kann." In anderen Zeiten hätte diese Entschließung Empörung aus- gelöst. In einer Zeit wie der heutigen fahndet man in den Tages- zeitungen vergeblich auch nur nach einer Entgegnung. Aber der Beschluß des Staatsrats ist doch eine solche Ungeheuerlichkeit, daß man ihn in seiner ganzen brutalen Wucht aufzeigen muß, um das öffentliche Gewissen wachzurütteln. Mit Kautschukbegriffen und Kautschukbestimmungen greift der Staatsrat in das Leben vieler Tausender Volksgenossen«in. Wer sind diese„geistig oder körperlich Minderwertigen"? Auf welches Maß soll ihre Fürsorge herabgesetzt werden? Vielleicht kommen noch Ausführungsbestimmungen, damit wenigstens bekannt wird, von welcher AlKttZrenze bis zu welcher Altersgrenze„Minderwertig- kest" gerechncf'wird und von welchem Grade(ffr."' Welch« Perspektiven eröffnen sich! Es würde ins Groteske gehen, wollte man sie alle verfolgen. Stellt der Staatsrat vielleicht auch noch schnell wirksame, schmerzlose Mittel zur Verfügung, vm die Fürsorge damit noch mehr herabzusetzen, was ja immerhin im Sinne der Sparsamkeit, die einem völlig verarmten Volke zukommt, nur empfehlenswert wäre? Wer ist denn nun eigentlich„geistig oder körperlich minderwertig"? Auch die Schar der Kriegs- invaliden, die ihre körperliche Vollwertigkeit haben hinopfern müssen auf Befehl und Veranlassung jener, die sich noch heute ihrer geistigen und körperlichen„Vollwertigkeit" erfreuen, denen das „Stahlbad" nicht den Stempel der merklichen„Minderwertigkeit" aufdrückte und die zu allem noch hohe Pensionen beziehen von einem„System", das sie zu unterminieren versuchen? Ist Wilhelm II., für dessen Erhattung noch heute der neue Staat ungezählte Reichsmark verschwenden muß aus den Steuergroschen eines völlig verarmten Volkes, das seine„Politik" erst vielfach körperlich minderwertig gemacht hat, auch unter den Beschluß des Staatsrats zu fassen? Für wen gelten denn die Bestimmungen des Staatsrats? Vielleicht für das Heer jener Proletarier, denen die kapitalistische Wirtschafts,.ordnung" das Mark aus den Knochen saugt, um sie in der Blüte ihres Alters zu„körperlich Minder- wertigen" zu machen? Oder vielleicht für die Abkommen jener, die infolge Nahrungsmangels und kümmerlichster Wohn- und Lebensverhältnisse schon im Säuglings- alter körperlich Minderwertige werden durch die Proletarier- krankheiten Rachitis und Tuberkulose?! Wem gelten jene Sparsamkeitsmaßnahmen? Etwa den Alten, die nach kümmerlichstem Arbeiterdasein, nach Ausbeutung, jahrelangem Schuften für andere um spärlichsten Lohn nun am Abend ihres Lebens stehen und geschwächt und gebeugt„körperlich Minder- wertige" geworden sind? Oder will man gar jene mit dem Beschluß erfassen, die Opfer ihrer Arbeit wurden und als I n v a- l i d e n ein freudloses Dasein fristen? Vielleicht kommt es so weit, daß Menschen, die durch Krankheit oder Unfall körperlich minder- wertig werden, getötet werden müssen, ganz zu schweigen von Neu- geborenen mit Körperfehlern, um Fürsorgemaßnahmen für sie zu ersparen? Die Reih« ließe sich nach Belieben ergänzen und böte einem rührigen Staatsrat«ine Fülle der Anregungen! Kennt der Staatsrat die Häuser, in denen„geistig oder körperlich Minder- wertige" befürsorgt werden? Herrscht da vielleicht Luxus? Schlafen diese Menschen auf Daunenpfühlen? Speisen sie auf Damast und Silber die auserlesensten Leckerbissen? Ruhen sie in Klubsesseln und anderen bequemen Fauteuils bei teuren Zigarren. Zigaretten und Leckereien? Liegen auf den Dielen weiche Teppich«? Schmücken die Fenster geschmackvolle Gardinen und die Wände edle Gemälde? Wir fragen, kennt der Staatsrat die Unter- bringungsstätten für geistig oder körperlich minderwertige Fürsorgebedürftige? Welchen .Luxus" will er ihnen denn da streichen? Wir sind ein völlig ver- armtes Volk? Diese Erkenntnis kommt dem Staatsrat etwas spät,— vielleicht well er davon jetzt am eigenen Leibe einen Hauch ver- spürt. Aber jene Menschen, die fürsorgebedürfttg sind infolge geistiger oder körperlicher„Minderwertigkett", kannten nie an» deres als Armut. Mangel und Bedürftigkeit. Und nun wollen wir an jene Jugendlichen denken,-die geistig oder körperlich minderwertig sind. Will man sie n o ch mehr ver- kümmern lassen? Andere Staaten, ich nenne England, die eb«n- die eine Gleichberechtigungder Frau mit dem Manu ablehnt? Es ist in diesem Fall ähnlich wie mit dem National- g e s ü h l. Zu leicht geht man den Rattenfängern aus den Leim, die Mißbrauch mit dem Nationalgefühl wie mit den Tradition?- gütern der Weiblichkeit treiben. Der Phrasendrusch dieser Ratten- sänger erreicht, was er beabsichtigt: er verleitet dazu, die weniger laute, als verantwortungsbewußte Arbeit derer zu verkennen und zu mißachten, die es ernst meinen. Und noch eins zeigt die Zuschrift: wie notwendig Aussprache und Aufklärung sind. I.epers. falls arm sind, bauen ihre Hilfe für Hilfsbedürftige noch aus! Wir aber wollen sie auf«in Mindestmaß herabsetzen!! Der Staat nennt sich ein ch r i st l i ch e r. Ist es christlich. Hilf-- bedürftige durch Mangel und Entbehrungen noch mehr herab- zudrücken, als sie es ohnehin schon sind?! Ist es christlich, selbst geistig oder körperlich vollwertig zu sein und dem Mitbruder, der Mitschwester einen Makel aufzudrücken, indem man.sie als„Minder- wertige" bezeichnet, denen man nur den knappsten Lebensraum zu- billigen will?! Keiner hat das Recht, dem den Lebensraum zu verengen, der geistig oder körperlich„minderwertig" ist oder nach der Ansicht anderer als das gilt! Gleiches Recht, gleicher Lebensraum für alle! Glaubt der Staatsrat, es werde„gespart", wenn man Menschen zusammenpfercht und bei notdürftigster Lebenshaltung hindämmern läßt? Glaubt der Staatsrat nicht, daß eine produktive Für- sorge rentabler und deshalb auch rationeller und billiger sei, als jenes verantwortungslose Aufgeben menschlicher Seelen? Denn es sind alles Menschen, hoher Staatsrat, über die da ein Todesurteil zum langsamen Hindämmern und Eintrocknen gesprochen wurde! Sozialistische Grundsätze werden ja den Staatsrat wenig beeinflussen, aber als christlichen Staatskörper darf man ihn vielleicht an die Worte des Gründers seiner Weltanschauung er- innern: Was ihr dem Geringsten einer meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.' Unser sozialistisches Gewissen duldet das nicht! Wir kämpfen um das Recht der Entrechteten. Wir klagen an! Bettz? Oemutli. Frauen schreiben uns: Notschrei aus unserer Zelt Eine in der Arbeiterwohlfahrt tätige Genossin erhielt dieses Schreiben. Wir veröffentlichen es, weil es typisch sür die Lege und die Stimmung vieler Arbeitsloser ist.„Schafft Arbeit:', dag ist der Notschrei unserer Tage. Charlottenburg, den..... Sehr geehrte Frau....1 Ihre heutige Rede über Erwerbslosigkeit bringt mich auf die Idee, Ihnen einmal«inen Einblick in meine augenblicklich« Lag«, welche von hundert anderen Frauen ebenfalls ertragen werden muh, zu schildern. Durch die mißliche Wirtschaftskrise nur eine acht- wöchige Arbeit in diesem Jahr aufzuweisen, bin ich der Wohl- sahrts-Erwerbslos«n-Abteilung zugewiesen, wo mir«ine wöchentliche Unterstützung von 5,95 M. gewährt wurde. Kohlen wurden mir nicht gewährt und meine Miete beträgt nach Abzug der Hauszins- fteuer 35 M. War Direktrice bei Gerson, Herpich und verschiede- nen anderen Firmen und Hab« mir bei einem G«halt von 275 M. eine Zweizimmerwohnung in der A..... Straße 52, Hof part., gemietet, welche ich vor 17 Jahren mit meiner Mutter und meinem Neffen teilte. Mein« Mutter ist in diesem Jahr verstorben und mein Neffe, zwei Jahre arbeitslos, war genötigt, Deutschland zu verlassen, um hier mit seinen 25 Jahren nicht der Trostlosigkeit der andauernden Arbeitslosigkeit zu erliegen. Ich bin 54 Jahre alt und nun in meiner Not allein mit meinen Sorgen. Hat man sich denn im Reichstag nicht einmal mit der Frag« beschäftigt, wie ist es möglich,«inem Menschen 5,95 M. anzubieten, wo die Mietlasten das Doppelt« fast allein betragen? Meine Wohnung liegt parterre, ist dunkel, kalt, feit drei Monaten habe ich das eine Zimmer leer und niemand kommt, weil es leere Zimmer für ein Butterbrot gibt. Ich selbst würde gern meine Wohmmg tauschen, doch alle Versuche scheitern, sie ist zu teu«r, Mict« beträgt 51 M. Ich bin der Verzweiflung nahe. Würde gern arbeiten, nur um meine Gedanken von diejer Trostlosigkeit zu befreien. Bin Divektric« in der Pelzbranche, doch arbeite ich mir alles selbst, Wäsche, Kleider, Mäntel. Würde auch Bürodienste tun, doch wie kommt man dazu. Wie viele haben schon ihrem Leben ein Ende gemacht, weil sie keine Möglichkeit hatten, mit den paar Hungerpfennigen zu existieren. Die Wohlsahrtsempfänger sind die traurig bezahltesten. Wer 8,50 M. die Woche bezieht, bekommt neuerdings noch die Woche 10 Pf. abgezogen. Ein wahrhaft trauriges Kapitel, wo auf ande- rer Seite mit Riesengehältern nicht gespart wird. Sollten sich unsere Minister aus freien Stücken dazu verstehen, auf ein Monats- geholt zu verzichten, dann würden sie ihre Vaterlandsliebe in die Tat umsetzen und sie wären nicht genötigt, die leeren Kassen mit andauernden Abzügen bei den Aermsten der Volksgenoss«n zu füllen und sie hungern und frieren zu lassen, während sie sich sattessen rSnn«n und sorgenfrei sind. Vielleicht ist es Ihnen möglich, sich für alleinstehende Frauen einzusetzen oder deren verzweifelte Lage zur Besprechung vorzu- schlagen. Achtungsvoll Schnell« Hilfe tut not! D- Wir klagen an! Antwort aut eine Entschließung des Preußischen Staatsrats Wer macht Ein Quersdmitt durch den Ucbungsbctricb der Arbcitersporilcr Im dicht bevölkerten Nordosten Berlins hat der bekannte Sport- klub„Ä l t- W s d d i n g", der dem Arbeiter-Achletenbund ange- hört, nun schon seit fast einem Jahre sein« Abteilung Nordost unter- gebracht. Für alle steht hier jeden Montag und Donnerstag das Tor in der weltlichen Schul«, Danziger Straße 23, offen! geschwind schlüpfen die an Ihren Körper Arbeitenden aus den Kleidern, und im leichten Sportdreß geht es an die Arbeit. Frisch und fröhlich klingt der Lärm des Getümmels über den Hof und zwingt uns, für einige Zeit zuzuschauen. Dem Besucher eines Uebungsabends der Schwerathleten bietet sich«in recht buntes Bild. Aber gleich vorerst sei eine Illusion zerstört: Nicht wie»inst— Männer mit Fleisch- und Muskel- Massen beladen—-> sind es heute schlanke, sehnige und doch kräftig« Athleten. Denn auch der körperlich Schwache vermag, eingereiht in Gewichtsklassen, Achtbares zu vollbringen. Neben Männern tum- mein sich Schüler und Jugendliche: Anfänger turnen, üben heben, ringen und boxen, alle bunt durcheinander und doch alles geschickt geleitet durch die Techniker. Soeben erst haben die Beherrscher der„sanften Kunst", die I i U- I i t s u- L e u t e, die Matte freigegeben, und schon wird ein Lehrling des griechisch-römischen Ringkampfes von einem Könner in diese Sportart eingeweiht Zahlreiche Jugendliche und Schüler schauen zu: manch ein Knirps ist schon ein Meister ge- worden! Sie haben für kurze Zeit ihre Gymnastikübungen unter- brachen, denn keiner will sich einen noch unbekannten Griff ent- gehen lassen. Hinter uns klatscht und dröhnt es von behenden und schwerschlagenden Fäusten der B o x e r am Sandsack, Maisbirne, Doppelondball. Jetzt kreuzt schon wieder ein anderes Paar unter fachkundiger Leitung die Handschuhe. Abducken. Angriffe, Distanz- und Nahkampf müssen variantenreich beherrscht werden, wenn man Erfolg haben will. Nur großer Fleiß schafft einen behenden Kämpfer. Auch die anderen sind nicht müßig gewesen, Seispringen und Schattenbvxen werden emsig und ohne Pause geübt. Ruh« und doch ernstes Wollen herrscht an der Scheiben» st a n g e. Die sehnigen Athleten prüfen kurz die Scheiben, schon wird kräftig zugepackt und das Gewicht von 180 Pfund schwebt in der Luft. Auch der zweite versucht es, aber es gelingt noch nicht: nicht entmutigt gibt er die Stange an den nächsten, denn er weiß, vielleicht schon in der nächsten Stunde glückt es auch ihm. So sind zwei Stunden wie im Fluge vergangen: das bunt« und mannigfaltige Bild eines Uebungsabends bei den starken Männern läßt keine Langweil« aufkommen Hier bereiten sich Mit- streiter in dem großen Kreis der Arbeitersportler für ihre Aufgaben vor. * Man muß die Teilnehmer an den Altersriegen-Gym- nastikabenden üben gesehen haben, um den Wert dieser für die ältere Generation bestimmten Leibesübungen ganz erkennen zu können. Die 70 Frauen und die über 100 Männer, die kürzlich ge- meinsam in d:r Turnhalle des Gymnasiums in der Elisabethstraße übten, sind sich jedenfalls einig, daß sie ohne die körperbildende und gesundheitsfördernd« Gymnastik nicht mehr sein möchten. Zu alt ist niemand, um nicht daran teilzunehmen. Einmal mitgeübt, ist jeder zum Freund der Leibesübungen in der Arbeitersportbewegung geworden. Bewegung ist Leben! Dieser Satz in die Praxis um- gesetzt ergibt, daß man auch im Winter in leichtester Sportkleidung nicht friert, wenn man sich nur gehörig tummelt. Krankheitssymptome oerschwinden, man fühlt sich wie neugeboren, es ist die beste Vor- beugung gegen das Allern selbst. Den Beweis dafür erbringen am besten die öl)?, 60-, ja 70jährigen, die tüchtig mitmachen, aber keine Ermüdung verspüren. Wer gang ökonomisch veranlagt ist, kann sich leicht ausrechnen, wieviel er Mitgliedsbeiträg« bezahlen kann, wenn er die Kosten eines privaten Gymnastikkursus in Rechnung stellt. Die Uobungs statten und-zeiten der Wcrsriegen, die innerhalb Berlins überall in den Vereinen vorhanden sind, erfährt man durch die Kreisgeschäftsstelle, Tlsasier Straße 86/88, v. IV. oder schriftlich durch die Geschäftsstelle der Altersriegen bei Hermann Stanislaus, Hohenschönhausen, Berliner Straße 72-. Waldtaut der Wassersportler Eine Winlcrveransfaltung der Somincrsportler Unter zahlreicher Beteiligung ging gestern der W a l d l a u f der Arbeiter-Wassersportler in der Wuhlheide vorstatten. Vorgesehen waren: ein 1600-Meter-Lauf der Jugend,«in 1000-Meter-Lauf der Frauen, ein 2000-Meter-Lauf der Handballmannschaften und ein ZOM-Meter-Lauf der Männer. Anschließend daran fand ein Handball-Auswahlsptel zwischen Schwim- mern, Ruderern und Kanufahrern statt. Von 22 gemeldeten Jugendlichen stellten sich 13 dem Starter. Erster wurde Strupel(Collegia) in ö: 3S.4 Minuten: Zweiter Brunk sAorwärts) in 5: 47.2 Minuten: in der Mannschaftswertung errang Vorwärts den Sieg. Von den Frauen starteten alle sieben ge- meldeten. Der große RV. Vorwärts hatte nur zwei Teilnehme- rinnen gemeldet. Ist hier so wenig Interesse vorhanden? Erster wurde Rostig(Freie Faltbootfahrer) S:23.1: Zweiter Preiße (Eollegia) S: 28.3 Min.: Mannschaftswertung: 1. Collegia. Das Mannschaftslaufen der Handballspieler war«in Fiasko: nicht eine Mannschaft ging geschlossen durchs Ziel. Die Collegia-Mannschaft wartet« vor dem Ziel auf ihr« letzten Mannen, und so wurde ihr dex(nicht einwandfrei«) Weg zugesprochen. Beim 60 Mann starken Lauf der Männer dehnte sich das Feld lang aus: hier siegt« über» legen Schultz«(Schw. Kl. Neptun) in 9: 43.4 vor Gsdat(Fr. R. V. IZItz) 10: 01.3 Min.; Mannschaftswertung: 1. Union, 2. Neptun Das Handballspiel begann mit dem Anwurf der Wasier- fahrer. Sie waren nicht auf der Höh«, spielten sehr zerfahren. Gleich nach Anwurf mußten sie das erste Tor einstecken. Die Schwimmer spiellen sich gut zu, waren auch technisch überlegen. Und so gelang es ihnen, bis zur Halbzeit 6 Tore zu schießen: die Wasserfahrer mußten sich mit einem begnügen. In der zweiten Hälfte fanden sich die Ruderer und Kanufahrer besser zusammen: sie spielten auch flotter, so daß sich beide Mannschaften fast gleich- wertig gegenüberstanden. Auf beiden Seiten fielen Tor«, ein wechselvolles Spiel endete mit 10: S Toren für die Schwimmer. LeHiaer Arbeiterringer in Schlesien Eine Berliner Ringer-Auswahlmannschaft ging in den letzten Togen in einer Reche vpn Städten in Schlesien an den Start. Di« Städtestaffel, die aus erwerbslosen Sportlern besteht, konnte sich recht gut behaupten. Den härtesten Kampf hatten die Berliner in Breslau gegen den dortigen Kreismetster zu bestehen, sie mußten hier,«twas abgekämpft. ein» 10: 18-Punttniederlag« hinnehmen. Den ersten Kampf bestritten di« Berliner gegen den Sportklub Eiche-Liegnitz, der ihnen«in 7: 7- Resultat abzwang. Auch di« Vorrunde am Freitag hielten die Berliner gegen Einigkeit-Langenbielau mit 7:7 Punkten unentschieden, doch im Rückkampf buchten die Langenbielauer einen 9: 5- Erfolg. Gut in Form zeigte sich der Kraftsportverein Schlegel, der einen 15: 13>Si«g erzielt«. �eit- und Eahrturnier Das Rest- und Fahrwrnier sah vom ersten bis zum legten Tag — es waren insgesamt 18 Veranstaltungen— euicn beispiellosen Massenbesuch. Mtt Ausnahme des Sieges von Frau Hasielbalch, die auf Baladine ein Jagdspringen gewann, brachten die Deutschen alle Sieg« an sich. Doch ist Frau Hasselbalch eine geborene Deutsche, sie wurde erst durch chre Heirat Dänin. Selbst das Glücksjagdspringen, bei dem nach Beendigung der ersten Abteilung der tschechisch« Kapitän Papier an der Spitze stand, wurde in der zweiten Abteilung von Meerkönig unter Holst überlegen gewonnen. Den Preis von Berlin halle sich Frau von Opel auf Nanuk, während das Rekord-Hoch- Weitspringen Leutnant Brandt auf Hein an sich brachte: der gleiche Retter war auch Sieger im Preis der Springreiter, an dem nur di« 15 Retter teilnehmen tonnten, die die höchsten Punktzahlen hatten. Der Preis von Deutschland, der als Mannschaftswettbewerb aus» geschrieben war, m dem also jede Nation drei bi« vier Pferd« unter drei bis vier verschiedenen Herrenrettern, hie als Mannschaft des Landes gallen. starten tonnte, gewann wiederum Deutschland. Da alle Fehler zusammengezählt werden, siegt« es mtt 32 Fehlern vor Holland mtt 36 Fehlern, während die Tschechoslowakei 56% Fehler macht« und Ungarn ausgab. Snbottbe-fobede im Spichernring Mit Rücksicht auf da? am Freitagabend beginnende Gechstage» rennen hat der Ständige Boxring in den Berliner Spichernsälen seinen nächsten Kampftag auf Donnerstag, 11. Februar, vorverlegt. Den Haupttampf bestreiten der starke Breslauer HalbschwergewichUer Erich T o b« ck und der Berliner Sabottke, der sich kürzlich an gleicher Stell« nach längerer Abwesenhett vom Ring recht ver» sprechend wieder einführte. Al» Ausscheidung zur Mittelgewichts- Meisterschaft kann da» Treffen zwischen Hans S e i f r i e d- Bochum und B o I a- Berlin gelten, im Weltergewichtstampf stehen sich Erwin Dolkmar-Berlin und M e e r gr ü n- Berlin gegenüber. und den Einleitungsakmpf sollen die Berliner D a l ch o w und Stegemann bestreiten. Trofz Winterszeit Kurzstrecken ISuf er beim FrQhjohrstralnlng Am Sonntag trafen die Leichtathleten de? 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und-Sportbund di« erste diesjährige Vorbereitung zum Sommertraining. Sportwarte und Kurzstreckenläufer ver- sammelten sich unter Lettung des Kreissportwarts im Neuköllner Stadion zu einem Sonderkurs für Sprinter. Nach kurzer theo- retischer Unterweisung über den mechanischen Bewegungsablauf ging's an die praktische Arbeit auf der Rundbahn. Es war ziemlich kalt, der Boden noch hart, aber die Sonn« strahlte Hefter in den Sonntagmorgen. In einer flüssigen Eröffnungsrunde führten di« Sportler zunächst ihr« bisher geübt« Laufweise vor. Darauf kamen einig« Gangrunden im Sportlerschreitmarsch zur Erlernung des vorteilhaften Schrettstils. Anschließend gab's Tempowechsel in Tritt- und Schrettstil. Es folgte Zweckgymnastit mit Dehn-, Lockerung»- und Schnellkraft- Übungen als oorberettend« und unterstützende Uebungen für die Praxis. Im Anschluß wiederum Stittraining und Schreitmarsch, alsdann ging es in Steigerungsläusen über die Bahn. Bei einigen zeigte sich beretts«in« gute Anwendung des Gelernten. Umstellung ist natürlich immer sehr schwierig. Für Startübungen war es noch zu kalt: deshalb beschränkte man sich, an«inigen Beispielen die wich- tigsten Momente beachten zu lernen. Die kurze zur Verfügung stehend« Zeit gestattet« jedoch eine Beschäftigung für eine Viertel- stunde mit der Stabübergabe, ein« sehr wichtige Angelegenheit für Stafellenläufer. Nun gab es noch praktischen Vorbereitungsunter- richt unter Ausnützung der Sportplatzumzäunung als Hilfsgerät. An der etwa 1 Meter hohen Barriere, wenn vorhanden, lassen sich, ohne Beschädigung derselben, sehr wirksame Uebungen ausführen. Mtt einer flotten Abschlußrund« schlössen die Lehrstunden, die den Sportarten wieder neues und wertvolles Material für den Uebungsbettieb lieferten. Alles beim Alten— BBD. bleibt Di« letzt« Jahresversammlung des Verbandes Deutscher Faustkämpser unterschied sich in nichts von den vorangegan» genen, viel wurde geredet, wenig geschafft! Als wichttgstes Ergeb- nis ist zu verzeichnen, daß di«„B o x s p o r t b e h ö r d e" in unver- änderter Form b e st e h e n bleibt. Die Opposition konnte für chre Anttäge die erforderliche Mehrheit nicht beibringen. Im Reich war die Stimmung von voricherein für das Forchestehen der Be- Hörde und Berlin allein kann sich niemals durchsetzen. Von einem westlichen Bezirk wurde der etwa» tühne Arttrag gestellt, den Zen- traloorstand des Verbandes und den Sportausschuß nach Westen zu verlegen, damtt Ruhe in den Betrieb käme. Der Antragsteller war aber bald überzeugt, daß eine Verlegung schon wegen der hohen Uebersiedlungskosten schwer durchzuführen sei, außerdem ist statu- tarisch festgelegt, daß der Hauptsitz des Verbandes Berlin ist. Die Neuwahlen gestatteten sich ziemlich schwierig, es wollte keiner so recht heran, auch Koslowski lehnte ab, schließlich übernahm R a d a m das Amt des ersten Vorsitzenden: Stellvertreter wurde Ernst Koch, dritter Vorsitzender Hartung-Mühlhausen, Kassenwart Hertzberg. Schriftführer Funke. Durch Beschluß der Generaloer- sammlung wurde der ehemalige Weltermeister Grimm wieder in die Mitgliederliste des VDF. aufgenommen. Einer der auswär- tigen Delegierten kennzeichnet« das ganz« Gebahren sehr treffend: Man hätte es satt, alle Jahre nach Berlin zu gehen, um ohne Er- gebnis wieder heimzufahren._ 13 SedistagC'Paare in Berlin Die Besetzung des in der Zett vom 12.bis 18.Februar im Sportpalast statlsindenden 2 7. Sechstagerennens ist nunmehr komplett. Man hat durchweg Fahrer oerpflichtet, die schon mehr oder weniger oft an derartigen Rennen teilgenommen haben, auch die alten und erprobten Kombinationen hat man in den meisten Fällen zusammengelassen. Noch nicht zu Mannschasten zusammengestellt sind Dinale, Braspenning, Miethe und Dülberg, doch geht man wohl nicht fehl in der Annahme, daß Dinale mtt Braspenning und Dülberg mit Miethe gepaart werden. Demnach wird sich folgendes Feld am Frei- tagabend am Start«infinden: Biet und Jan van Kempen Charlier— Deneef Schön— Goebel Kroll— Maidarn Siegel— Thierbach Ehmer— O Nickel Dülberg— Miethe Gerard Debaets— I. von Hevel Broccardo— Tietz Rausch— Hürtgen Preuh— Rieger Funde— Maczynski Dinale— Braspenning zum Frauenwtrbcteft Mittwoch, 10. Februar, 20 Uhr. Alle» niujs a> auch Musillorp».— Eintritt»iartc» zum Hulietr vritieft erhalten und Mitglieder dar FTDB. nur in der Vereinsgeschäft« fteli«, alle Vezirie Lichtettberg-r Strahl».'Telephon: ET 8 Aoniastadt ZSÜS. Die Frei« Sport--nb Schuzenoereinignng schießt heute, Dienstag,»0 Uhr, auf M.Mcter-SIeinlaliberstand Im Vereinshaus Eiidost, Michaellirchftr. ZSa. SV. Mvabit, Sacke?. Mittwoch, 10, Februar, Hockepsitzung bei Slauie, Strcmstr. SO(20 Uhci. Interessenten willkommen., T-ueIstsir»er«i»„Die Vatnrfrennde». Dienetaa.». Februar, 20 Uhr. Fried- richshain: Franlfurter Allee Z07. Rund um den Uederiee.— Friedenau:� Olsen» bachcr Str. 53. Geschäftliche».— Humbaldthais: Willbenau'sti. 5. General, Versammlung.— Mitte: Ichannisstr, 15. Quer durch die Schweiz lGvii.~ ~'-"—----------'---- Miien. Ginnen, Spiele,— ädertnstr. 12. Erlebnis«in»» Äustaulchschitlrr» in Frankreich.— Oberschön e, treibe: Lauf-n-r Str. S.— MUtwoch, 10. Februar 20 L»r. Sug-i-dgru-«« Osten: Frankfurter Allee 207. Bunter Abend.— Vbata. Mitte: Schon»!?. I straße 15.— Doaaereiog, 11. Februar. 20 Uhr. Lich:enbcia: Sunterstr. 14. Liederabend.— Neukölln: giethenftr. 58. Ausspracheabend: Fasching und Arbeiterschaft.— Vren-lauer Berg! Danziger Str.»2, Baracke n. Da» Aeien dar Reliaicn, 3. Teil(Freidenkers,— Streichorchester: Bei Weißsnherger, Freilig. rnthstr. S.— Südwest: Parckstr. 11. Erlebnisse«ine» Arbaiter» im Orient.— Tiergarten: Lehrter Str. 18—19. Unser« Bewegung.— Naturkundliche Abteilung: Ichannisstr. 15. Sealcgie.— Rokenthaler Barstadt: Wein-stster. ltraß, IS— 17. Generalversammlung.— Lichtenrade: Bei Leng, ttatser.Wilhslm, Strad« 78. Arbeitsabenb, Freie Schwimme« Sraß.Berli» E. B. Sabresbauptpersaunnlung S'nn- abend, 18, Februar, 1« Uhr, Lehrervereinshau». Am Saaleingang Buchientrclle. Frei» Schwimmer Eharlattenbnrn. Dienstag, 9. Februar, 29 Uhr. M'naka, vcrsammlung bei Germar, staiser. Friedrich-Str. 18, Bortrag: Erlebnisse in Amerika. Eia>«lsahrer, l. Frei». Neu« Anschrift: Erich Schulz. Lichtenberg. Watnn- straße 18. Donnerstag, 11. Februar, 20 Uhr, Sihung mit Vortrag. Geschakta» stell,: Elsösser Str.«0—88. Besprechung wegen Steuermunuslursu». Bootspässe mitbringen. Bollssport Nenkölln-Briß. Urabssimmung oller Mitglieder der l. Abtec. lungen(aus er Findern): Smnnaslisarupp«: Dienstag, 9. Februar. Kufeiscn. Halle, Fritz-Reuter-Alle«<0: Jugendliche und Jungmädchen: Mittwoch, 10. Februar, Turnhalle Ehausseeitr. 187: Männer und alle Nachzügler: Donnerstag, 11. Februar, Turnhalle Ehausseestr. 187; immer während der beireffendcn Uebungsstunden: Mitgliedsausweis mitbringen, Teilnehmerkarten zum Ru, seumsbesuch rechtzeitig beim Kassierer Frammhalz entnehmen. Berlin-r Schwiwmsercia Freiheit 1007 S. V. Der in der Generalversamm- lnng gewählte Vorstand besteht au»: L Vorsitzender Hugo Lock, Strassburgcr Straße 81; 1. Kassterer Richard Schulz, Belsorter Str. 12: l. SchriWiibrrr Arnold Laar», Oderberaer Str. 21; Technischer Leiter Karl Winkelmann, Rasten. burger Str. 22, Nächste Sitzung 18. Februar bei»alitzli, Daudrstr. 20 m-r-er�Tretaii 1 Ui* tltealet. Lidtlsptele ustv| 'gi'-i«V l1; r j»«.?; PLAZA 1ä|IIM 4«.»"Unr I St|«. 8. S, 8i5(ihr Stäft.Oper Charlonenburi BisenarcluiiaB« vt Oi«atug,9. febiuar Turnus I Anfang iOlSO ubi 01« lusfloen Velber Ende gegen 23 ubr VotusDütine thntn an BÜIowdIjI! 8 Uhr Mit UbertBassunano Stau. Wls-llmw 8 Uhr DleUffttildie fette Rose»Theater inh Fnnfftrtr SM« 13' Ick. ÄeidiMl 1 1 1427 8.15 Uhr Der BBttelstadeDt DeMMr 8 Uhr TIMON von Ferd. Bruckner Regie Heini Hilpert »v.uhr CASINO-TBEATERs"/, w» Lothringer Strafte 37. iiiiiiiiu«niiuiiiiiiii neuer onnier Teil and eine Opere.le Jutschein i-4 Personen: Perkett 50 PI, rauieuii l.— Mark Sessel i-su Mark. [GR. SCHAUSPIELHAUS| Heute, Dienstag, 7 Uhr Festvorsteilung 1 | unter dem Protektorat de«| Herrn nelctasprckstdenten von Hindenbura für die Berliner Winterhilfe [HtiHHARUT IHSZ£hl£RUMfa| Sonntag naebm. 3 Uhr WlHfle Preise der Pütze Charloitenstr. 90-92 80« Uhr . Diesponlsdie niese" Ab Sonnabend- DsEDSimlMTiIhliSInt Ksmpl l-» Kleines Tb.— j Trappe 1931. TigL 8»/. Uhr Die mausetaiie Preise 75 Pf.— 5 14. Sonnt nachRL 4 U. halbe Preis«. vm ttüsßi i Theater desWestens Heute»'«8 Uhr Premiere Prinz Nethasalem Operette na Job. Strant Waldm Her, Morean. Jankuhn, Lilien. Ewald. MW inetropoMMr Täglich 8>,. Uhr Ein Lied der Liebe Rieh. Tnnher Annl Ahlern Theater «m Njllendorfplat lagie: Helu Uteitatj Pallas 7051 Täglich S'it Uht Stgs auch 4V« Uhr aasparone „ ugungf Restairanl Berlins BETRIEB AK KEMWHSKJS r* » Gaden- 8.15 Ob Flora 5434 Ramka ertaub) Reiter-Familie„Cnsl-*. Hnifo n. nein WelbatenTel. Wllh. Bendow. 0 A'Iickon« ttnd wefere AfttaVHenen 16.15 Ob Reite Hu«« Wllh rad Stettiner Sänger im Reichshallen- Theater ■•Onhoff plats I Ob. Stntqs Jv« üb zu er »Aiztsu Pniien. DajBHBPnnranini miftüurtette „So'n Kol« fall!" Prettc ab.�ebaat» Berliner QlhTriO N■ II k 0 i I O Lahnau 7.1/76.1 Täglich 8>;< Uhi Morgen gehta uns gut l Grete n.ickhelni Mux Hannen OrcheCet Di oj Bela Theiter im Admlralsoalas: Tätlich 8'« Uht Laixia Vonteliungan Die DaDarry Preist v. 0�0 M. an; Babnocbifie. Vlaiinab'dlle Ouecksslber Äinn. mcialle, Silber, sdimcU« Solbil! mcl. zerei, Ebristiouat, KSvenickcrstraßc bS. Laucstlllc tlbalbert- stcaüe Serrcnan?Lgt. Anfertigung noch Ihrem Muß,-In. schließlich Zutaten. Rtßhanp- Verarbeitung, 89 M. 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