BERLIN Zreitag 12. Zebwar 1932 B 36 49. Zahrgong Erscheint täglich außer Sonntag«. Ziizleid, Jftetttau�ubr tei aBormirtS" B« I ug»r r et« f»r beide Auezaben?ö Pf. reo L?o«de, ZL» M. rro Menai tdare» 67 B». mcn�kiiti für Zuiiclluuz ine Hausi im eeran« »didar. Bostbejag 3,07!R. cinschließlicd SV Pf. Postjeirnngs- »nd 72 Pf. PestbefteLgcbüdreil. Siltetg,»»r»t«! Die-tnsralttgc Millimeterj-tl- SV Pf. SictlimejeUe 2.- M Ermäßigungen na» larif Poafcherkkonio: Borwärlt-7'criag G. m. d. H.. Berlin Rr. 3703».- Oer verleg dedäll genedmer Anietge»»er! Redaktion nnd Eevedilion- Berlin SW»S, iiindcngr. 3 Fernsprecher: Döndvst(A 7) 292—207 BSB SSW Das„Militär- Kabinett // Taktik und System der„Schleicherei" Die Mitteilung, daß das Reichsn>chrmintsterimn dem Eintritt ausgesprochener Nationalsoziali st en in die Reichswehr keine Ablehnung mehr entgegensetzen werde, hat in den weitesten Kreisen des Volkes nicht nur peinlichstes Aufsehen erregt. sondern ruft auch lebhosten Protest hervor. Diese neueste Maßregel des Wehrministeriums steht in einem schreienden Widerspruch sowohl zu den wiederholten Er- klärungen des Reichswehrministers G r o e n e r wie zu den Er- tlärungen des Reichskanzlers vom S. Dezember und zu den Entscheidungen des Reichsgerichts vom 10. Februar und 30. Sep- tember 1931. In den erwähnten Erklärungen und Gerichtsentschei» düngen ist der staatsfeindliche Charakter der National, sozialistischen Partei ausdrücklich betont worden. Und das mit Recht. Allwöchentlich erklären in Hunderten von Versammlungen, Flug, schriften und Zeitungsartikeln die Nazis, daß sie, einmal zur Macht gelangt, diesen Staat zerschlage« werden und daß sie auch Träger dieses Staates zur blutigen Peraut- wortunz zishen wollen. Um den tödlichen Haß gegen den heutigen Staat bis zur Siedehitze und bis zum Wer» brechen gegen den Staat zu steigern, ist den Nazis in Wort und «christ kein» Beschimpfung des heutigen Staates gemein genug. Wegen Bstätigung nationalsozialistischer Pro- paganda wurde einigen Reichswehroffizieren der Prozeß gewacht und sie wurden aus der Reichswehr«nffernt. Jetzt mit elnsmmal sollen den Nazis die Tore zur Reichswehr offiziell geöffnet werden! Es handelt sich dabei nicht nur um einen Kurswechsel im Reichswehrministerium selbst, es handelt sich auch um eine Herausforderung gerade der Kreise, die soeben dabei sind, unter persönlichen Opfern und Mühen die Kraft des Staates zur Sich«, rung der inneren ONnwng und Ruhe zu erhöhen. Dieser Streich des Reichswehrministeriums ist auch spekulativ darauf be» rechnet, lähmend auf die Bewegung der Eisernen Front zu wirken und, wir nehmen da» als sicher an. wenn möglich, die Zwietrachtsfackel zwischen die Parteien zu werfen, die bi, heute die Existenz dos Kabinetts Brüning ermöglicht haben. Es handelt sich also auch um einen Stoß gegen das Kabinett Brüning. Als verantwortlicher Redakteur und intellektueller U r- Heber dieser Leistung ist der Chef des Ministeramts im Reichs» wehrministerium, Generalleutnant p. Schleicher, anzusprechen. v. Schleicher ist der allmächtige Mann im Reichswehrministe' riurn. nicht erst seit Groener. er war es schon unter Geßler. v- Schleicher ist der Typ eines politisierenden Büro- Generals, der in ganz selten rascher Weise Karriere gemacht hat. Das Kriegsende sah chn als Oberleutnant— heute ist er Generalleutnant. Seit seiner Leutnantszeit hat v. Schleicher über- Haupt keinen militärischen Frontdienst mehr geleistet� in der Ad- jutantur und im Bürodienst erschöpste sich seine Tätigkeit. Plant man im Reichswchrministerium die Stelle eines(dann des vier- t e ni Generals im Range eines Gene/als der Infanterie zu schaffen. so ist die militärische Laufbahn des Herrn v. Schleicher in nicht allzu s-rner Zeit beendet: denn zur Uebernahme eines militärischen Kam- mandos fehlt ihm die Ausbildung. Herr v Schleicher, dessen Be- triebsamkoit eine sehr große ist. scheint nun für die Zeit vorzu- sorgen, wo au« Gründen des Avancements und vielleicht auch dos Etats die militärische Bahn ihr Ende erreicht hat. Wenn seit Jahr und Tag gelegentlich immer wieder der Name des Herrn v. Schleicher bald als zukünftiger Reichswehrminister, ja. selbst als Reichskanzler oder als Mitglied eines militärischen Direktoriums go- nannt wurde, dürfte Herr v. Schleicher in keinem Falle davon überrascht worden sein. v. Schleicher hat seine Finger in allen Topfen stecken, die irgendwie für die Reichswehr erreichbar sind, und daß die Reichswehr ihre Finger sehr oft zun, Schaden gerade der Außenpolitik auch in die politischen Töpse steckt, dafür hat Herr v. Schleicher gesorgt.(Wenn S t r e s« m a n n noch lebte,«r könnt- interessante Dinge darüber erzählen.) v. Schleicher ist der Mann der Harzburger. Mit ihnen will er in die nächste Zukunft gehen, sie mit ihm. Bon Schleicher weiß, daß die durch die Notoerordnungzpolitik be- dingte ohnchm vorhandene Spannung zwischen dem Kanzler und der Äozialdcinokrati» sich verschärfe» muß. wenn der Kanzler die Brüskierung der resublikanisch-demokratischen Balkskreise deckt: von Schlekchee weiß, daß die Sozialdemokratie in einen scharfen Sogensatz auch zum Reichswehrminister Groener geraten muß wegen Rüstungskapital und Faschismus Schneiber-Creuzot subventioniert Hitler Eine Hauptausgabe im.Kampf der Sozialisten aller Länder gegen Kriegstreibereien und.Kriegsgefahr ist die Aufdeckung der internationalen Verfippung und der Ver- schwörungen des Nüstungskapitals. Diese Aufgabe hat »ich in der Donnerstagsihung der französischen Kammer der sozialistisch« Abgeordnete von Le Creuzot. dem Sitz der Rüstungsfirma Schneider-Ereuzot. der Sozialist Paul Faure. unterzogen. Cr hat schon jüngst aus seiner Bersammlungswur durch Deutsch- land von der Verbindung Schneid er-Creuzot mit dm tschechoslowakischen Rüstmtgswürlen von Skoda in Pilsen davon gesprochen, daß deutsch» Direktoren dieses Werk« zu den Geldgebern der Hitlerbewegung gehören. In fsinsr gestrigen Kammer» red» hat Paul Faura dies wiederholt und hinzugefügt, daß auch dt« hei Schnecher-Creuzat beteiligte„Union Europeene Industriell« et Flnancsere" die Hitkerpartei subventioniert. Darüber hinaus machte Faure wichtige Mitteilungen über die internationalen kapUakistischen Zusammenhänge der Rüstung?. Industrien. Wer bei Creuzot kaust, erhält Kredit» in gewünschter Höhe. Mexiko. Südflnwien, Rumänien, Polen, die Türkei, Japan und auch Ungarn gehören zu den Beziehern und Schuldnern. So habe der gewefene ungarische Ministerpräsident Gras B e t h l e n—- der Borsitzende der BIZ. Q u e? n a y hat ihn den„größlen Schwindkr und Fälscher des Jahrhunderts" genannt— ein« solche Anleihe er- halten, wodurch die Ungarijch« Kreditbank saniert werden sollte, zumal Schneider-Creuzot und die„Banque de l'Union Parisienne" an ihr beteiligt sind. Ein Vertrauensmann Schneider-Creuzots, der Pariser Bankier N e u f li z e, gehört dem Aussichtsrat der Ottomani- schon Staatsbank und dem der Argentinischen Hypothekenbank an, was in einer großen Waffenlieferung nach ArgentinUn feine Auswirkung gefunden hat. Nevflize gehört zusammen mit Krupp der eeltuug verschiedener polnischen Unternehmungen an. Haben Schneider-Creuzot uud Krupp in der Vorkriegszeit für Ruß- land zusammengearbeitet und die Petersburger P u t i l o w, Werk« betrieben, so geschehe das gleich.' heut« in Polen. Durch die srcmchsffch-japa tusche Bank liefern Schneider-Creuzot und Skoda Waffen noch Japan und vielleicht auch nach China. Der fetzige französische Marineminister Dumond ist Aufsichtsratsvorsitzender dieser Bank! Hier fiel der Budgetministcr Pietri mit der Bemerkung ein. Dumond habe„sicherlich" seinen Posten niedergelegt. Aber Paul Faure war noch nicht am Ende. Cr legte der Kammer zwei Aus» fuhrerlaubnisse für Schneider-Creuzot vor: die ein« für Pulver an die Gewehrfabrik in Leipzig, die zweite für noch größere Mengen Spezlalpulver an Paul C a p i t ln Palmrain bei Lörrach in Baden. In allen drei Fällen stnd es geheim« französische Kriegspuloer, teils für Gewehrpatronen, teils für Artillerie- geschosst. Faure fügte hinzu, daß die nach Leipzig geschickt« Pulver. menge zu Patronen für I a p a n bestimmt sei. Schließlich deckte der Redner noch die beabsichtigt« Gewährung einer französischen Anleihe von 3 Milliarden Lei an Rumänien auf. Der größte Teil der Pariser Presse demonskrierl seine Abhängig- fdf vom Riiflungskapttal dadurch, daß er die sensationelle Rede Paul Faures totschweigt oder höchstens die nicht mehr ganz aktuellen Stellen abdruckt, die sich auf Schneider-Creuzots Vorkriegsbeziehungen zu dem deuffchen Kaiser, dein bulgarischen Zaren und dem türkischen Mariireministcr — also den Weltkriegsfeinden Frankreichs— erstreckt haben! Allein der sozialistische„Populaire" bringt diese Rede ausführlich. Vekstaatlichung der Rüstungsindustrie gefordert. Paris, IL. Februar.(Eigenbericht.) Die sozialistische Kammerfraktion hat ihre Abgeordneten L a s o n t und Renaudel am Donnerstag beauftragt, einen Gesetzesvorschlag einzubringen, in dem die Verstaatlichung der Waffen- und Munitionsfabriken und bis zur Durchführung dieser Maßnahme eine Fabrikationskontrolle verlangt wird In bezug auf die zur Zeit in der Kammer stattfindende Budgetdebatte wurde beschlossen, möglichst keine Abänderung?- antrage zu stellen und die Zahl der Redner zu beschränken. Die Fraktion hat sich ferner darüber geeinigt, ihre Opposition gegen die Wahlreformoorlage der Wahlrechtskommission fort- zusetzen Di« Abgeordneten Bracke und Renaudel sollen während der Debatte einen Gesetzesvorschlag über die Einführung, des Frauen stimm rechts einbringen. Schließlich ist der Crc- der Kapitulation vor den Nazis— Herr v. Schleicher kennt und «r will diese Wirkung, um Hitler» und um Hugenbergs willen. Können und dürfen die Parteien, die bisher das Kabinett Brüning zur Abwendung schwer drohender innen- und außenpoli- tischek Gefahren gehalten haben, sich die Sabotage und die Quertreibereien gefallen lasten? Wir sagen: Nein! Der Reichswehrangehörige ist zum Schutze der Berfastung verpflichtet durch seinen Diensteid. Nimmt man in der Reichswehr ganz aus- gesprochen Leute au» einer Partei auf. die täglich diese Berfastung schmähen und ihre Zerschlagung offen propagieren, dann werden diese versassungsseindlichen Kreise von Regierungs wogen geradezu gestärkt, da» Ansehen der Berfastung herabgewürdigt und das Ver- trauen zu dem Staat aufs schwerste geschädigt. Darum: Fort mit der..Schleicherei" im Reichswshrministcrium! Reichsw«hrmlnlst«r Groener hat bei der Uebernahme de» Amts in einer programmatischen Rede dargelegt, daß er es als feine besondere Aufgab« betrachte,„die Reichswehr aus der politischen Drecklinie herauszubringen". Und nun sehen wir in der Praxis an einem eklatanten Fall das genaue Gegenteil. Der General und Reichswehrminister Groener ganz offensichtlich in den Händen des Herrn v. Schleicher, dieses Bildchen hat in der Reihe unerfreulichster Erscheinungen der letzten Zeit gerade noch gesehlt. Dazu kommt nach, daß die Pr-ste der xzarzburger ihre große Freude über den Kurswechsel im Reichswehrministerium gar nicht zu verbergen vermag und daß dieser Tage der Ex krön prinz mit dem Reichskanzler Dr. Brüning beim General o. Schleicher gemeinsam gefrühstückt hat. Dieses Frühstück wird gleichfalls stark beachtet, zumal einige Blätter glauben berichten zu können, die Unterhaltung bei diesem Frühstück habe sich vorwiegend um die militärische Erziehung der Jugend gehandelt. Wie auch aus diesen Nachrichten hervorgeht, bemüht sich General v, Schleicher in stark ausfälligem und eistigem Maße, Mittelpunkt des innerpolitischen Geschehens zu werden. Aus den bitteren Erfahrungen heraus misten wir zur Genüge, daß in Deutsch- land politisierende Generale noch stets Unheil ange- richtet haben. Herr v. Schleicher ist eben mitten in dieser Tätig- keit begriffen, und der Herr Reichskanzler dokumentiert seine Stellung zu der politischen Geschäftigkeit des Reichswehrgenerals durch ein gemeinsames Frühstück mit dem Exkronprinzen und den: General! Georg Sdiöpflin, M. ei. R. Aussprache mit Groener. Der geschästssührende Vorsitzende des Reichsbanners, Hölter- mann, hatte gestern gemeinsam mit dem Abg. L« m m e r eine Unterredung mit dem Reichswehrminister Groener über die be- leidigende Zusammenstellung des Reichsbanners mit den National- sozmlisten in dem bekannten Groener-Erloß. Der Bundesvvrstonh des Reichsbonner, wird sich außerdem schriftlich an Ken Reichswehrminister wenden und zugleich«ine Unterredung mit dem Reichskanzler nachsuchen, unter destea politisch« Verantwortung der Reichswehrerlaß sällt. Betriebsräte im Auffichtsrat Sozialdemokratischer Erfolg im Rechtsausschuß Der Rechtsausschuß des Reichstags erledigte zu Beginn der heutigen Sitzung einige wichtige Abstimmungen über einen sozialdemokratischen Gesetzentwurf, durch den die Notverordnung über das Aktienrecht vom 13. September 1931 in wichtigen, für die Arbeiterschaft besonders bedeutungsvollen Punkten abgeändert wird. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat mit diesem An- trag im Rechtsausschuß einen vollen Erfolg erzielt. Durch die Annahme der Ziffer 1 des Antrages wird das Recht der Betrtriebsräte, sowohl dem Aufsichtsrot als auch der Gene- ralversammlung der Unternehmungen anzugehören, nunmehr auch im Handelsgesetzbuch gesetzlich verankert. Durch Ziffer 2 des An- trags wird der Sabotage der Mitwirkung der Betriebsräte in den Aufsichtsräten vieler Unternehmungen ein Ende bereitet. Der sozialdemokratische Antrag enthält eine Aenderung des§ 246 des Handelsgesetzbuches, wonach die Betriebsräte nicht nur das Recht haben, an allen Sitzungen der Aufsichtsräte teilzunehmen, sondern auch an den Sitzungen der vom Aufsichtsrat eingesetzten Ausschüsse. Bisher haben die Unternehmungen die Mitwirkung der Betriebsräte dadurch sabotiert, daß sie die wichtigeren' Entscheidungen aus den Vollversammlungen der Aufsichtsräte in Ausschüsse oerlegt haben, denen die Betriebsräte nicht angehörten Um so bedeutungz- voller ist die von der Sozialdemokratie beantragte und im Aus- schuß erreichte Aenderung. Sehr interessant war dabei das Verhallen der Ausschußmit- olieder. Für die hier erwähnten Teile des sozialdemokratischen Gesetzentwurfes stimmten außer den sechs Sozialdemokraten und den vier Kommunisten auch zwei Arbeiterabgeordnete des Zentrums, nämlich die Abgeordneten Tremmel und Weide- meier. Dagegen stimmte der A n g e st e l l t e des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfenverbandes, der volksparteiliche Abgeordnete Glatzel mll den Unternehmerver» tretern gegen den sozialdemokratischen Antrag. Wenn sich im Plenum des Reichstags dieselbe Mehrheit ergibt wie im Ausschuß, damr würde eine wesentliche Verbesserung des Rechts durch die sozialdemokratische Abänderung der Notverordnung erreicht sein. Der Rechtsausschuß wandte sich sodann der Beratung des so- zialdemokratischen Antrags über die Fürstenabfindung zu. Die Ländervertreter erstatteten Bericht über die Meinung ihrer Regierungen. Daraus ist hervorzuheben, daß der Vertreter Preußens nicht eine besondere reichsgcsetzliche Maßnahme hinsichtlich der er- lcdigten Abfindungen der Hohenzollcrn wünscht, wohl aber ein ent- sprechendes Eingreifen in die Aufwertungsstreitigkeiten bei den standesherrlichen Renten und dem Welfensonds. Die Länder mit reaktionären Regierungen: Sachsen, Württemberg. Oldenburg, Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Schwerin und Bayern wandten sich mehr oder weniger deutlich gegen den sozialdemo- kratischen Antrag. Eine geradezu verblüffende Erklärung gab der Ver- treter O l d e n b u r g s ab. Er erwähnte eine Rentenstrelligkeit mit dem Grafen von Bentinck, die zu erfüllen im Falle eines Urteils dem Lande Oldenburg ganz uninöglich wäre. Die oldenburgische Regierung bittet aber den Reichstag lediglich um die Festsetzung einer Frist, bis das Sand wieder zahlungsfähig ist, damll es dem Standesherrn die geforderte Summe nachwerfen kann. Der Vertreter des Landes Schau mburg-Lippe machte sich nahezu die sozialdemokratische Begründung des Antrags zu eigen, seine Regierung werde es begrüßen, wenn angesichts der völlig unveränderte» Verhältnisse und der wirtschaftlichen Not der Länder die reichsgesetzlichc Möglichkeit zur Revision geschaffen würde. Ebenso äußerte sich der Vertreter von Lippe-Detmold. Der Vertreter des Landes A n h a l t gab die Erklärung ab, daß dort der Wunsch bestehe, die Versorgungslasten im Rahmen der sonst ergangenen Notverordnung zu senken. Leider hat sich dasjenige Land, in dem schon das Parlament im vergangenen Jahre ein Eingreifen forderte, nämlich Hessen, nicht geäußert, ebenso lag für die Ausschutzsitzung eine Erklärung des am meisten beteiligten Landes Thüringen nicht vor. Die Neutralen in Genf Schweden und Spanien meinen es ernst kutivausschuß der Fraktion beauftragt worden, eine Entschließung über die in Genf von der französischen Delegation gemachten Ab- rüstungsvorschläge auszuarbeiten. Nächtlicher Kammerkrach Paris, 12. Februar.(Eigenbericht.) Der Schluß der Donnerstag-Nachmittagsitzung der Kammer war mit einer Reihe von Zwischenfällen, Tumultszenen und Abstim- mungen ausgcsüllt, die zur Folge hatten, daß sich die Sitzung bis Mitternacht hinzog und unmittelbar darauf die erste Frei- t a g s i tz u ng begann, der sich um fünf Uhr morgens die zweite Sitzung anschloß. Die Ursache dieser Dauertagung war, daß die Opposition die Debatte der reaktionären W a h l r e f o rm verhindern wollte, für die eigentlich die Nachtsitzung bestimmt war. Nach der Rede des Budgetministers Pietri am Donnerstagabend beantragte der radi- tale Zlbg. Sonnet, den Budgetentwurf an die Kommission zu- rückzuverweisen, da das Budget nicht wirklich ausgeglichen sei. Ministerpräsident Laval stellle gegen diesen Antrag die Ver- trauensfrage. Ei» Abgeordneter der R e g i e r u n g s m e h r- h c i t schlug vor, die Abstimmung über den Antrag Bonnet auf Freitag zu vertagen. Die Abstimmung hatte kein Ergebnis, da das Haus nicht beschlußfähig war. Um Mitternacht wurde beschlossen, eine neue Sitzung anzuberaumen, zu deren Beginn der Antrag Vonnet mit 2S3 gegen 201 Stimmen abgelehnt wurde. Dar- auf verlangte der Innenminister, daß die Beratung der Wahlvor- läge fortgesetzt werde, wogegen sich der Sozialist R e n a u d e l wandte, der Unterbrechung, der Sitzung bis zehn Uhr morgens und dann Fortsetzung der Budgetdebatte beantragte. Mit 230 gegen 176 Stimmen wurde dieser Antrag abgelehnt. Darauf verlangte der Sozialist A u r i o l sofortige Wiederaufnahme der Budget- debatte. Die Abstimmung darüber war wieder ergebnislos. Ein anderer Antrag, die Wahlreformdebatte auf Dienstag zu ver- tagen, wurde abgelehnt. Hin fünf Uhr morgens wurde die zweite Sitzung begonnen, in der die zweite Abstimmung über den Antrag des Innenministers auf Wetterführung der Wahlreformdebatte zur Beratung steht. Kein Lntereffe... Oer Auswärtige Ausschuß tritt nicht zusammen. Dem Antrag auf Einberufung des Auswärtigen Ausschusses zur Stellungnahme zu den Vorgängen im Fernen Osten wird nicht stattgegeben werden. Eine Anfrage des stellvertretenden Ausschuß- Vorsitzenden, des Abgeordneten Scheide mann, an die Fraktio- nen hat ergeben, daß außer den Kommunisten nur noch die So- zialdemokraten für die Einberufung des Ausschusses sind. Die er- forderliche Mehrheit ist also nicht gegeben. Jnfolgedesien wird der Ausschuß nicht einberufen. Saalschlacht in der Landsberger Straße Gestern insgesamt 20 Festnahmen- etwa 40 Leichtverletzte Die gestrigen Zwischenfülle in den Naziversammlungen führten im tauf des spülen Abends zu einer weiteren Saalschlacht in den Zl e s i d e n z s c st s S l e n in der Landsberger Straße. Kurz vor 23 Uhr kam es zu einem Tumult, der sofort in eine Schlägerei ausartete. Mit allen möglichen Hieb- und Schlaginftru- menten gingen die links- und rechtsradikalen Gegner aufeinander los. Als die Polizei eingriff, hatten bereits 1>> Personen. Ver- letzungen erlitten. Meist handelte es sich um seichtere Kopfwunden Die Versammlung wurde aufgelöst und zwei. Rädelsführer fest- genommen. Von den insgesamt etwa 4 0 Verletzten, die bei den ver- schiedenen Schlägereien und Saalschlachten gestern abend zu ver- .zeichnen waren, mußten drei in Krankenhäuser übergeführt werden. Zwei von ihnen konnten bereits wieder entlassen werden. Der poli- tischen Polizei wurden rund 2 0 Personen übergeben, die sich bei den Schlägereien besonders hervorgetan hatten. Sie befinden sich noch sämtlich in Gewahrsam, und es ist wahrscheinlich, daß einige von ihnen vor das Schnellgericht kommen: die Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen. Versammwngsverbot angedroht. Der Polizeipräsident hat den Nationalsozialisten und den Som- muaistcn brieflich ein allgemeines Verbot ihrer ver- sammln ngen angeklindigk, wenn die Gewalttaten sich wieder- holen sollten. Em„republikanischer" Amtsanwali. Eingreifen des Justizministeriums. Bei der Verhandlung am 23. Oktober 1931 vor dem Einzel- richtcr in Limburg(Lahn) beantragte der Oberamtsanwalt gegen die Angeklagten Freund, Schumacher, Enders und Junz Frcispaich, obwohl sie den als Nebenkläger zugelassenen Vorsitzenden des Reichs- banners Schwarz-Rot-Gold üb er fallen, schwer verprügelt und erheblich verletzt hatten. Als dann aus Antrag des Ver- treters des Nebenklägers dieser selbst eidlich über die Vorgänge ver- nommen wurde, ergab sich dasselbe Bild..Trotzdem beantragte auch nach dieser Aussage der Oberamtsanwalt Freispruch, weil ingeblich die vier Angeklagten in„Notwehr" gehandell hätten. Das Gericht kam nächster zu einer erheblichen Gefängnisstrase für zwei An« geklagte..... Wegen dieses sehr befremdlichen Verhaltens des Anklagevertreters wurde die Republikanische Beschwerdestelle Berlin bei dem Generalstoatsanwalt in Frankfurt a. M. und bei dem preußischen Justizminifter vorstellig. Der Minister hat nunmehr entschieden, daß „die zur Sprache gebrachte Angelegenheit hier einer eingehenden Prüfung unterzogen worden ist. Soweit Anlaß zu Maßnahmen im Aufsichtswege bestand, ist das Erforderliche veranlaßt worden". Brandunglück in Lille. Zwei Frauen in den Flammen umgekommen. Paris, 12.Februar. Zu einem der großen Easts von Lille, der sogenannten T a- verne, brach in den Nachmittagsstunden des Donnerstag ein Feuer aus. das nicht nur das ganze Gebäude in Ansche legte, soa- dern auch zwei Personen das Leben kostete. Das Feuer war In der im Erdgeschoß liegenden Küche ausgebrochen und halte sich mlt rasender Geschwindigkeit aus das ganze Gebäude ausgedehnt, das in seinem oberen Stockwerk als Hotel eingerichtet war. Die starke Rauchentwicklung hatte es den Znsassen des Hauses unmöglich gemacht, sich über den Treppenflur zu retten, und nur mit Hilfe von Sprungtüchern gelang es einer Reihe von Znsasien, das Freie zu erreichen. Die Frau eines Kapellmeisters, die eben erst an» dem Krankenhaus entlassen war» kam in den Flammen Auch Schweden kündigt Vorschläge an. Genf, 11. Februar.(Eigenbericht.) Auf der Abrüstungskonferenz forderte der erste Redner der Neutralen, Baron Ramel-Schweden, am Donnerstag die Jnternationalisierung der Zivilluftfahrt und erklärte die der Militär luftfahrt für noch notwendiger. Die Sicherheit könne erst mit dem Grad der Zlbrüstung wachsen. Darüber hinaus unter- stützte er die von den perschiedenen Militärmächten angeregten Ge- sichtspunkte der.Rüstungsbegrenzung, die immer mehr Allgemeingut aller Vorschläge werden: Abschaffung der Ängriffswafsen, Begren- zung der Schisfskategorien. Verbot des Gaskriegs und Schutz der Zivilbevölkerung. Endlich kündigte der schwedische Delegierte einen schwedischen Crgänzungsplan zu dem vorbereitenden Konventions- entwurf an, der eine wirksame Methode der direkten Rüstungs- Herabsetzung, die Erfassung der ausgebildeten Reserven, der Luft- streitkräfte und des Landkriegsmaterials enthalten werde. Am Freitagoormittag unterbreitete der spanische Außenminister Z u l u e t a praktische Vorschläge: Zum Abschluß der endgültigen Konvention gemäß Artikel 8 des Völkerbundpaktes sollen die Par- teien kein Recht auf Kündigung der Konvention, sondern nur Revision verlangen können. Zu Lande sollen alle Waffen ab- geschafft werden, die durch Mehrheitsbeschluß der Konferenz als Angriffswaffe bezeichnet werden. Nach dem Gutachten der militärischen Sachverständigen für budgetäre Begrenzung soll die direkte vegrenzung des lagernden Materials sowie die Auf- stellung und Verössenllichung des Rüstungsstandes hinzugefügt werden. Die endgültige Konvention soll vervollständigt werden durch die Einführung der Konvention von 1923 über die Kontrolle des internationalen Waffenhandels und einer von der Konferenz noch zu schaffenden Konvention über die internationale und nationale Kontrolle der privaten und st a a t l i ch e n Waffen- und Munition? h e r st e l l u n g, die der staatlichen Genehmigung und Deröffenllichung unterstellt werden soll. Zur See empfiehlt Spanien das verbot von Schlachtschiffen über 10 000 Tonnen mit einer Bestückung von 203 Millimetern sowie ll-Boole über 1000 Tonnen und einem zum Angriff verwendbaren Aktionsradius. Schließlich wird völlige Abschaffung der militärischen und Inter- Nationalisierung der zivilen Luftfahrt verlangt. In seiner aus- um. Ebenso erging es einer anderen Frau, die noch einmal auf ihr Zimmer zurückgekehrt war. um einen dort zurückgelassenen Betrag von 5000 Franken an sich zu nehmen. Einige Gäste erlitten mehr oder weniger schwere Brandwunden. Der Sachschaden be- läuft sich auf mehrere Millionen Franken. Bierpreissenkung in Kraft. Der Polizeipräsident teilt mit: Zeitungsmeldungea za- fotge ist die Annahme verbreitet, daß die Anordnung des Preis- kommisiars für Preisüberwachung über die Senkung der vierpreise bis zum 15. Februar ausgesetzt sei. Fristverlängerungen werden in einzelnen Betrieben nurans Antrag von den Polizeirevieren erteilt, wenn nicht zu behebende technische Schmie- r i g k e i t e n, z. B. Aenderung von Regislrierkasien, vorliegen. Soweit Fristverlängerungen nicht in Frage kommen, ist die Anordnung des Preiskommissars bereits am 6. Februar In Kraft getreten. Chauffeur überfallen und beraubt. Von unbekannten Räubern wurde am Freitag früh gegen 6 Uhr der 33 Jahre alte Chauffeur Wilhelm B s r g e r in dem Flur seines. Wohnhauses in der Putbufser Straße 36 überfallen und beraubt. Berger hatte nach der Nachtfahrt den Wagen unter- gestellt und wollte jetzt nach Hause gehen, um zu schlafen. Im Haus- gezeichneten Begründungsrede wandte sich Zulueta gegen die Ver- suche, den Krieg zu„humanisieren". Außenminister Munch-Oänemark nahm die Aufforderung des Reichskanzlers Dr. Brüning auf und machte sich zum Anwalt einer Vermittlungsattion der kleineren Mächte. Er stellte diejenigen Prinzipien zusaminen. über die bereits eine weitgehende Einmütigkeit in der General- ausspräche aufgetreten sei: Verbot der Ängriffswafsen, Herabsetzung der Militärbudgets, Koutroste und Sanktionen durch ein iisternatiy- nales Exekutivorgan sowie Jnternationalisierung der zivilen Luf.r fahrt. Die Wirksamkeit einer internationalen Armee uml aller anderen Mittel zur Zusammenarbeit hängt vom Grade der Herabsetzung der Rüstungsarbeiten ab. Or. Venefch-Tschechoslowakei machte sehr viel Worte, um die absolute Gefolgschaft hinter Frankreich einzuleiten. Seine Regierung sei für den vorbereitenden Konventionsentwurf und für die Annahme des französischen Vorschlags in seiner Gesamtheit oder in den Teilen. die von den anderen Mächten angenommen wurden. Deutschland gegen Memelputfch Volle Wiedergutmachung gefordert. Genf. 12. Februar.(Eigenbericht.) Die deutsche Delegation wird in der Sonnabend- sitzung des» Völkcrbundsrats bei der Erörterung des» Memel-Putsches folgende Forderungen stellen: Nichtigkeitserklärung sämtlicher Maßnahmen der litauischen Regierung während der letzten Vorgänge in Memel. Sofortige Absetzung des von der litauischen Regie- rnng gewaltsam gebildeten Direktoriums und Wieder- einsetzüng des verfassungsmäßigen Direktoriums. Amtliche Erklärung der litauischen Regierung auf strengste Einhaltung der Memel-Konveution und des Memel-Statuts. Sofortige Absetzung des Gouverneurs Merkys. flur warteten zwei Männer auf ihn, fielen über den Ahnungslosen her, streuten ihm Pfeffer im die Augen und boxten ihn zu Boden. Als er sich wieder aufraffte waren die Räuber verschwunden. Sie hatten ihm im Handgemenge die Brieftasche gestohlen, in der sich 4 00 Mark befanden. Der preußische Znnenminister Severing und der Reichssinanz- minister Dietrich sprechen heute, Freitag, den 12. Februar, abends 8.13 Uhr auf Einladung des Fördererkreises der Freien Ratio- nalen Schülerschaft im demokratischen Klub, Biktoriastr. 24. Oberschulrat B o h n e r wird über Schule und Politik sprechen. Die Veranstaltung soll dazu dienen, Eltern, Lehrer, die Schüler- ichaft und die Oeffentlichkeit über die Notwendigkeit einer ener- gischen republikanischen Arbeit aus unseren Schulen aufzuklären. Republikanische Eltern und Lehrer herzlich willkommen 10. kreis. Achtung! Heute. Freitag, den 12. Februar, 1954 Uhr, im Gesellschastshaus(Kursürst) Pankow, Berliner Strohe 102, „Bunter Abend" für die erwerbslosen Partei- Mitglieder mit ihren Angehörigen. Mitwirkend«: Künstler-Trio (Müller), Doppelquartclt des Deutsch«» Freidenker-Verbandes, Rezitationen Martha John. Der Eintritt ist frei für all« Mitglieder nebst ihren Angehörigen. Melier für Berlin: Nach kalter uiid ziemlich klarer Nacht am Tage wieder Bewölkungszunahme und Milderung des Frostes. Später Neigung zu Schneefällen. Mäßige Winde aus nördlicher Richtung.— Für Deutschland: Im ganzen Reiche nur nockz mäßige Fröste» ur vielen Gegenden leichte Schneefälle. „Eyrano de Bergerac Staatliches Schauspielhaus // Vor beinahe drei Jahrhunderten, fünf Jahre nach dem Herr- lichen Dreifjigicrhrigen Krieg, starb Cyrano de Bergerac. Er war Offizier und Zeitschriftsteller. U. a. wie- er die Ueberlegenheit der Fliegen gegenüber den Menschen nach und begründete das so: Die Fliegen haben am ganzen Körper Augen. Sie können deshalb die Welt betrachten, wo und wie es ihnen gefällt. Dagegen find die Mensche» mit ihren zwei schwächlichen Augen halb blind. Unter diese dürftigen Menschlein rechnete er auch den Sonnenkönig Ludwig XIV. und seinen Kardinalpremierminister. Da er für solche Respektlosigkeit gehenkt und sogar geoiertellt werden konnte, zeicsie er beträchtliche Courage. Besonders merkwürdig war an ihm, dah er die Nase ebenso lang wie hoch trug, und er spießte die Kavaliere, die ihn deswegen verspotteten, an seinem Soldatcndegen auf. Edmond Rost and sah vor einem Menschenalter tiefer in diese Raufbold- � und Dichterseele. Cr sah in Cyrano das hitzige Romantikergemüt, den unglücklichen Anbeter der Schönheit, der auf das zärtliche Mädchen verzichten muß, weil nur die angenehmen Fratzen und Glieder beim Liebeswettkampf siegen. Die Mondschein- gedichte, die Cyranos Genie für Roxane, die himmlische Blüte der Anmut singt, die Hymnen und Briefe, die er schwelgerisch für sie erfindet, werden nicht ihm, dem Ausbund der Häßlichkeit, geglaubt, sondern dem hübschen Grünschnabel. Durch eine verirrte Kugel wird dieser blöde Junge ermordet. Ihm gilt die Wehklage Roxanes. Fünfzehn Jahre vergehen nach dieser Tragik, und Cyrano deliriert im Sterben. Da erst verrät er sich, da erst erstarrt Roxane im Er- stauneu. daß sie so oberflächlich und ungerecht gewesen ist. Das war ein Schauspiel von edelstem Schwünge. Die vortrefflichsten Sprecher des europäischen Theaters, Coquelin und Kainz, erquickten sich und ihre schwärmerischen Verehrer mit der uraiber- trefflich prächtigen Rolle, lind das Stück wirkte wie eine vertiefte Dichtung, es wirkte als Abbild einer gestelzten Zeit, durch seine pompösen Effekte. Die Worte, die entzückenden Reime, der innere Klang der Phrasen, das spielte und das spiegelte Glanz und Vollkommenheit. Ludwig Fulda verdeutschte diese lateinisch« Wortepracht, und seine Nachdichtung zeigte den Meister, der heute auch beinahe vergesien ist. Der Regisseur Legal nimmt heute diesen Reichtum gar nicht wahr. Er überläßt die Cyrano-Rolle dem grübelnden Schauspieler Müthel, der diese unvergänglichen Verse nur radebrecht, der sich schüttelt in psychologisiercnden Krämpfen, anstatt sich in romantischer Schönheit auszuschütten. Aber der Regisseur begeht noch eine größere, die unbegreiflichste Sünde! Er wählt für die Rolle der Liebhaberin, für diese Rolle der zwitschernden Nichtigkeit, eine nur durch Fllm und Schwank legitimierte Niedlichkeit aus, ein Fräulein Maurus, eine Darstellerin und Sprecherin, die nur durch ihre vollständige Tonlosigkeit und spröde Winzigkeit dem Puppenhaften ihrer Rolle gerecht wird. Der Regisseur weiß nicht, was er machen soll. Er baut mit Teo Otto eine pompöse Bühne auf, er kleidet seine Künstlerin das bunt leuchtende Kostüm der Grandezza. Doch alle, aber auch alle, salbst die zur Komik angespornten Episodisten, zerren alles in ein farbloses Philistertum. Es ist ein reiner Zufall, daß Wolsgang Heinz als Gascogner Hauptmann für einige glückliche Augenblicke zeigt, wie diese Rostandschen Phantasiegestallen zu stelzen und zu stutzern hätten, ohne daß der Eindruck einer ärmlichen Faschings- maskerade entsteht. Max Hochdorf. //Lugend im Kampf." Komödienhaus. Der Bruch zwischen der alten und jungen Generation soll aus- gedeckt werden, der Kamps der Jugend gegen Borurteile der Bor- kriegszeit. Das geschah bereits öfters. Die Autoren Reck und Wiese greifen, um dieses Problem zu diskutieren, nach einem Stoff, der mindestens im Kolportagehaften verankert ist. Um die Freundschaft seines Sohnes mit einem Proletarier zu zerstören, nimmt der Präsident der Stahlwerke einen dekadenten Adligen ins Haus. Es entstehen Gerüchte über eine Männerliebe, und als der baltische Baron von seiner eisersüchtigen Geliebten er- schosien wird, gerät der junge Herr aus der Industrie in den Ver- dacht der Täterschaft. Am Schluß vollorchestrierte Harmonie und die Morgendämmerung einer besseren Zeit, die durch nichts gewähr- leistet ist. Der Kern des Stückes erhält keine Form. Für das Recht der Jugend, für die Tolerierung der Homosexualität find schon stärkere Worte und Argumente gefunden, und soziale Fragen müsien aus anderer Perspektive gesehen werden. Sie sind nicht individuell auf romantische Art zu lösen. Es steht heute Idee gegen Idee, Klaffe gegen Klasse, deren Exponenten die einzelnen Persönlichkelten sind. Verschwommene Gedanken über eine Menschheitsverbruderung und -aufwertung führen zu keinem Resultat. Sonst fehlen dem Verfasser Technik und Gestaltungskraft. Man redet in druckfertigen Leitartikeln. Darin leistet vor allem der junge Arbeiter Außerordent- liches. Die Auftritte erscheinen gezwungen und sind nicht organisch verbunden. Nur der Gerichtsakt zeigt gediegenere Struktur. Die Ausführung unter Albrecht B e r g e r s Regie trägt dicke Farben auf. Es wird mit den gröbsten imd primitivsten Wirtungen gearbeitet. Daneben gute Einzelheiten. So etwa Lothar Körners ' Rechtsanwalt und ein paar Chargen. Tony von E y ck. die Prä- sidententochter, ist ein holdes Kleinbürgermädchen und Jürgen von Alten umgibt ihren idealistischen Bruder mit blonder Ro- mantik. lü Sch. itn» Hindenburgs Kandidatur. Die Christlichen Gewerkfchasten telegraphieren. Die bisher dem Hindenburg-Ausschuh gemeldeten Eintragungen hatten heute vormittag bereits 1,5 Millionen Überschritten. Neuerdings hat der Vorstand des Gesamtverbandes der christ- lichen Gewerkschaften Deutschlands, dessen Generalsekretär früher der Reichskanzler Dr. Brüning war. an den Reichspräsidenten ein Telegramm gerichtet, in dem er„den Herrn Reichspräsidenten im Namen der deutschen christlich-nationalcn Arbeiterschaft bittet, dem Wunsche des Volkes stattzugeben und nochmals das verant- wartung-volle Amt des Präsidenten des Reiches auf sich zu nehmen. um das deutsche Volk zur inneren Befriedung und nationalen Frei- heit zu führen". Bei Hugenbergs hat man chzwischen entdeckt, daß die Wahl Hindenburgs im Jahr« 1925 nur eine— Gemüts- verirrung war! Der„Deutsche Schnelldienst", eine Zeiwngs- korrefpondenz Hugenbergs, versichert, die neue Reichspräsidenten- wähl dürfe„nicht unter dem Gesichtspunkt persönlicher B e r- c h r u n g und anderer gefühlsmäßiger Ueberlegungen ge- stellt werden", sondern müsse„verantwortungsbewußt" als ein Entscheidungskampf um das System angesehen werden. Wörllich heißt es d. Alexander, II- Junkermann Den Bunzen Tag geöHneil S. 3. 5. 7. 9 Uhr c WOBit Artashof Welt-Kino WocbenL ab S Uhr Sonntags ab 5 Uhr ParUboruer Str Z9 Totvldsupie]; vor»toi, dor drlt- ien Kompagnie mit H, Bült- mann— Tonhpr.— Tonwocbe W. 8,45 q. 9.05 ü. S ab 4.45 UJ>r Alt-Moabit 89. Fräulein, falscb Terbund«», mit.tlaada Mebnelder— Ton. hniproKramai— Tonwocbe W. 5. 7. 9 Uhr 5. 3, 5. 7, 9 Uhr B Cftariottenwur» B Kant Lichtspiele Kanlslr 5t(a.i der Wilmersdorter Str.) Zum goldenen Anker m- Alb. Bassermann, Lmele Höflich, iHatthias Wiemann W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr 1»«Olandorf'Mino M Zeli Germania-Palast Charlotlenborg, Wilruertdorlcr Str 53i54 Burehlaucbt amüsiert sieh, mit Kien Beyer». Oeor, Alex. ander-- Ferner; Oa» Bnde von tfaradu w. 5. 7, 9 Uhr S. S, 5, 7. 9 Uhr Schlüter-Theater Schlülerstr. 17. S. 3 U Jgd.-Vorst llonnr mit K. v, Xapy. Willi Fritsch— Das verlorene F» radles rpit O. Wallburg c Westen Primus-Palast Potsdamer Sir 19 Ecke Margarplenstr. Holeapfcl weift alles mit Felix Bressart, Crofl Thclmor, Tb. *.eos, Julius Falken stein W, 5.15, 7.13. 9.13 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr c Priedrichstedt Die Kamera Unter der Linden 14 Täglich 3V� Uhr, leUlo 0 Uhr hionnenaufffaRff, Regie F. W. �urnau— ¥m Westen Amerikas— Tonwoche Franziskaner Ä'wm Gcorvenstraüe(Ecke FriedrichslraBe) 9. 11,30. z. 4.30, 7. 9.30 Uhr Enielka-Woehe Itäebcr Im V'ogrelreicb Evelyn mit Frlt, Schuir .Uittornachtsspuk mit vlek und Bot 10. 12.39. 3. 5.30, 5. IV.Ki Tonfilmopercttc Ronny mit Kalbe v. Ofaffy. Willi Frltseh und andere Wilmersdorf 3 Atrium Beba-Palast Kai.crallee. Ecke Berliner Slrad- Woehent. 7, 8% U. Sonnt. 5, 7,>14 U. Uraufführung! Tonlustapiel: Bin steinreicher Kann mit Bolly Haas, C. Bote, Sandroek. Hör htger. Reche: Stefan Szekely— Tonfilmbeiprogramm (3'' �jietioricbc'rs'' fe Titania Schöneberg Hauplslr. 49 W 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Tonfilrakaroddie; Bhc mit beschränkter Haftung rrat C'harl. Susa— Tonbcipr. Tonwocbe Alkambra sonnu3%N.Vimr Hauptstr 30 X 37(Die Spionini mit Marlene Dietrich— Bclpr.— Tönende Woclic— Bühne: Harim AI Hasehlds Orient. Xanbersehau AI Raschid verschenkt in jeder Vorstellung J gold. Uhr(Itkar. 555 gest.) Beginn Itsi. 5. 7. 8 Uhr Stg. i Uhr JugendTorstall Potsdamer Str SO Mädchen in Enlfonn mit Ellen Mchwanneeke, Dorotb- Wieck — Beiprogramm «»teafl«,■ Titania-Palast sis.Zi'Aiü. Stogiitr. SchloBstr 5. EckcGulsmulhsstr Urauffdhr.l Tonluslspie.I: Bin Auto und kein Geld m, Dlna Gratia Jugendliehe haben Zutritt! Fflr die Besucher wird ein Opel- Sport-Zweisitier varlost Jeder Besucher erhält ein Freilos. g___Marlendorr*ww"b Af« ff"-'endorfer W.S.30. 9Ü. Ifia-L Tonlichtspif' So ab 5 U. Chaussci..,.-. 305. Jugendi- Zutritt Die nackte Wahrheit qül Jenny Juso, O Karlweli)— Bas Geheimnis seiner Frar mit Emil Jnnnlns» fl Tampethof H Kurfürst �.'."uw- Oorfstraje 27. Ecke Berliner Straje Sonntag 3 Uhr: Jugondvorstellung Fräulein, falsch verbanden. «. äalein, falsch verbanden, 71 Schneider Tonbcipr. Titln Ii ��«Ueb 5, 7. 9 Uhr / 1 l-v 44 Sl«s. 3 Uhr; J ugendvorsteU Berliner Str. 97 r.rqStenfilm; Ber Hoaptmann v. Köpenick mit Max Adalbert— Tonbeipropr.— Jugendi. Zutritt M' Wuhdiln P Mercedes-Palast Ifl.b'ü: Hermannslr 212 3 Schlagerl SegnaUilra: Eiobe, ein Tlatorarscts. mit grrll. Vortrag — Xacntkolonne m. Oskar Ho motka. Tseheehowa - �«fldwustnn|S Film-Palast Kammersäle TeltowerSlr l TV abSta, So, abSHU. lOOpro«. Tonfilm: 71 ein Freund— der Millionär mit H. Thlmt#— Xu Bofehl, Herr Enteraffinier mit B, A. Höheres, Ida Wüst f.,, P Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7. 8 Uhr. Sonntags ab 4Vj Uhr Mein Eeonold m. M. Adalbert, Thimigr. 1«. Ennllseh— Ton belprogramm— Jugendi. Znlrilt! Filmeck Südoc-ten p Am Oörülter Bahnhof W ab 6'�, Stgs ab 3 Slegfr. Arno, Camilla Horn, Max Adalbert in dem lustigen Tonfilm Die Macht ohne Pause Große Hühnenschaa Jugendliehe haben Zutritt W. ab»70 Stgs. ah 3 Laisen-Theater Poieheobargar Str. 34. Anny Ondra, Soor« Alexander in der Tontilm Operelle D'e Fledermaus Ferner Marth« Eggert in dem lustigen Tonfilm Eine Macht im Grand Hotel Stella-Palast W. Ä'p 8: Känentcker S trade tZ— 14 Emil Jonnlng», Anna steen in dem Tonfilm Stürme der Eoidensehaft Großes Varletd c Morttoston n/,.-•_" Prenzlauer „tnysinm Ali«, 56 W. 545. 7. 845. Stgs. 345. 5. 745. 945 2 Laohsehlager! Ber Herr Bürovorsteher mit F. Bressart—- Der»chlemlhT mit Cnrt Bols Emelkatonwocbc Sonntag Uhr Eont..>lstinae. Kapollo Elvschakpff>u. Franz Naumann— Film: Herr Bürovorsteher. Ngm. Pljtre. Vorverk. Flora Lichtspiele�Kui" Wochentags 5.30, 7, 8.30 Uhr, Sonntags 3. 4.30, 6, 7.15, 8.45 Uhr Ehe m. b. H. mit Chart. Snsa n Japan. China und die Mandschurei Osten Germania-Palast Frsnkfurtcr Allee 314 Wocht. ab 6.30, Sonnabd. 5, Slg. 3 ühr Ronny mit KJRhc von Willy Fritsch, Otto Wnllbcrg: Auf der Bühne: Gndrun Hildebrand mit ihrem berühmten Ballett Klassische u. moderne Tanzschöpfung Sbd. 2.45: Gr. Kindervorst.: Tonfilm: Aschenbrödel— Htthnenschau Weißensee Harmonie Wochen 1 u 9 U. ionnt. 5. 7. 9 tj. Lanßhansstr. 23. 3 Tonfilme: Solang noch ein Walxer von Stranß erklinge mit Mario Pandler— Weekend Im Paradies m- O. Wal Iburg Kino Busch uw- Alt-Fricdrichsfelde 3 Berge In Flammen mit Eni. Trenker. Elssi Arno— Ton brtpr.— Tonwoehe Jgdl. Zulr. Norden Alhambra Luna-Palast Woch. 5 ühr Sonnt ab 3 Uhr Gr Frankfurter Str.|ZI Tonwoeho Madame hat Ausgang mit E. Haid, A. Prcji-an— Böhne: Kapelle Efim ftcbaehmeUter und Paul Ueidemann Schwarzer Adler Primus-Palast �nnÄsa Am Hcrmanr.plalz ürhai.str 72/7$ Radamo hat Ausgang mit lt. Haid« Prejean— Bühnenschau Kukuk Wochent. 6.45, 9 Uhr Sonntgs. 3, 5. 7. 9 ü. Kottbusser Damm 92 Der Wtole der 3. Kompagnie mit II, Bühmann— Tonbcipr. Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Bog. 5 Uhr—., Vorek mit Werner Urauü- trankenburg ij'�hno Gr. Tonbeipr.— Jugend!. Zutritt Frankf. Alle« 99 W. 5. 7. ca 9UUr S. 3, 5, 7. 9 Ulir Der Hochtourist mit O. Wall bürg— 5. Tonkabsrott— Böhne: I.oUc Wcrkmeistei, Flacher- Koppe— Großer Beiprogramm Viktoria-Theater s«0� Ju Frankfiirlcr Allee 48. Die Fledermaus, u, d. beröhmten Operette von Job. Siran Ii, mit Anny Ondra, Georg Alexander MflIIerstraDe 136. Ecke Seestrafle W, 5. 7. 9 Uhr Stg. t. 5. 7. 9 Uhr Die Nacht ohne Pause mit Siegfried Arno— Tonbelprg. Jugendliche haben Zutritt Pkarus-Licktspiele Möllers tr. 142 Täglich 5, 7. 9 U. 2 Grolltonfilrae: Der Strohwltwor mit F- Karapers— Der«eher fall auf die Mexikopost mit Bich. Talmadge— Tonbcipr. ���ialektydQrcjOsV�p Beba-Lichtspiele Residenzstr. 124 W. 8.45 u 8.45 Uhr Ztg. 5, 7, 3 Uhr 3 Uhr- Jugend corst Enlse. Königin von Preußen, mil Benny Porten— Toubei- programm— Jugendllcbo Zutritt Pankow c Friedenau 3 Kronen-Licktspisle �bu;' Rbeinstr. 65. »fför UUr Sbd. Stg. ab 5 Uhr ftehofför Ahtpliiette m. Charl- Andar» H. A v. 8ehletfow— Großes Tonbeipro�ramm fi.YCpIvifkT JVochL 6. 45. 9 Uhr l Sonntags 3, 5, 7, 9 ü. Kaiser-Friedricb-Siraße 19} Yof«k mit Werner Kraps. Teaboiprocrramm. � Jgdl- Zutritt Stern, Hemannstraße 49 Wocnt 6.45 9 Uhr. St�. 3. 5. 7, 9 Uhr GroßlonfUm: Slfirma«jer schaft mit Fmil Jannlng*», Anna 8(eu— Tonbeiprogr. Neue Philharmonie Köpenicker Sir 96 Zu Befehl. Borr Unieroffizler m. B. A. Robert«, Ida Wüst. A. Panligr— Bolpro�ramm— Rübnenselian Jugendi. Zutritt j W üfHmsgnulenwea P Lichtspielhaus sonnt ü: Baumschulenw. 78. Stg. 2 U: Jug.-V. Vorek mit Werner Krauß, R. Porster, Mosheim— Ton. Kabarett 5— Jugendlirhe Zu-riHl Treptow-Sternwarte S�nq�bend 8, Sonntag 4, 8. 8 UUr: ftanso Tierlebcn auf Sumatra(Film) Gr. Frankfurter Str. 74 W. 5, 7, 9 ü, S. 3 ü.: fugendvorst. Der IXoehtonrfst m. Otto Wall burar � Xepo Ton woch© Bciprogr.— Bühnenschau Babylon, am Bülowplatz W, 5 Uhr stg. 2.30 Uhr: Jug.-V. Spicnin oder Birne? X 27? mit Marlene Uietrieb Bühne:_.. Kapelle Ham Baskini und Komponisten- Wettstreit CTieu�UetJtenberg Ii Kosmos-Lichtspiele Löckstr. 70. Tgl. 5, ca. 7, 3 Uhr Krlminallonlilm: Bobby geht los! mit Harry Fiel—. Blc geheim nisvoilc Ehr— Tonwoeho Uhr " 9 Palast- Theater � 7,5 9 7l Breite Sir. 21a Tonoperette: Viktoria und ihr Husar mit Prledl Schuster. u Bohl Mich. Prledl bnen, G. Thoimer Tivoli Woehent 7. s i Sbd. o. Sonnt. 5 U Berliner SlraOe 27 Der weiße Rausch mit E. Riefenstahl— Hirsekorn greift ein mit Felix Bressart Jugendliche haben Zutritt Te äS Filmpalast Tegel Wochent 6, Sonnt 4.16 U Sonntag* 2 Uhr; Jugend Vorstellung Der Herr Flnanzdirektor mit �1. Adalbert. IZlsa Brink. M. Adalbert. Elga Brink, li. ttpeelmans. Cnrt Eliten— Ton beiprogranun— Emolka-Toaw. Hennigsdorf J Filmpalast sS. 4%.«Ä Berlinar Sir. 59 Tonoperette: Viktoria snd Ihr Husar mit M- Bohnen, prledl Schuster, Verebes— Tonbpr. (Beilage Frciteg, 12. Febru&r 1932 S>uUauH}aSe da lerurdrdi Repoiwttion und Spra In Spanien heute wie einst in Frankreich--- Von H. Wendet In der einen und unteilbaren Republik darf es nur eine Sprache geben. Die Vielfältigkeit der Mundarten ist«in Föderalismus; sie war eines der Hilfsmittel der Tyrannei; sie muß ganz beseitigt werden. Der Wohlfahrtsausschuß am 16. Juni 1794. Kaum war in Spanien die Republik ausgerufen, meldete sich die Sprachenfrage stürmisch zu Wort. Nicht nur verlangte Kata- l o n i e n, wo feit langem autonomiftifche Bestrebungen unter der Asche schwelten, innerhalb seiner Gebietegrenzen den Vorrang für seine Sprache, die_bem Provcnzalischcn nahesteht, sondern auch Unterabteilungen de? Katalanischen, wie die Dialekte der Stadt Valencia und der Balearischen Inseln pochten auf ihr Recht. Ebenso erhob die Provinz G a l i c i a den Anspruch, daß Ihr dem Portugiesischen sich näherndes Idiom alle Ehren der Schrift- und Amtssprache genieße, und die nördlichen Provinzen blieben mit der gleichen Forderung für das B a s t i s ch e, das mit keiner anderen Sprache verwandt, vielmehr ein Sprachfossil aus Olims Zeiten ist, nicht zurück. Die junge Republik, bedacht, Osl auf die Wogen des sich stark regenden regionalen Separatismus zu gießen, kam solchem Verlangen sehr weit, manche glauben, verhängnisvoll weit entgegen; die eben unter Dach und Fach gebrachte Lerfasiung setzt für gewisse Gebiete eine so ausgedehirte Selbständigkeit in der Verwaltung fest, daß sie auch den öffentlichen Unterricht nach Belieben in ihrer Sprache einrichten dürfen. Fortan werden sich also nicht nur Kata» lanen, sondern Galicianer und Basken ihre sprachliche Extrawurst braten können. Die Partei, die fast allein, auf jeden Fall am entschiedensten diesen linguistischen Absplillerungsbestrebungen entgegentrat, waren die Sozialisten. Sie leitete nicht nur die Erwägung, daß Spanisch oder wie es in der Verfasiung vorsichtig heißt: Kastilianisch, in der Alten und Neuen Welt von achtzig Millionen Menschen ge> sprachen wird und daß der arme Teufel aus Katalonien, Galicia oder den baskischen Provinzen, der Spanisch künftig nur mehr un- vollkommen beherrschen wird, als Auswanderer im wirtschastlichen Wettbewerb Latein-Amerikas ins Hintertreffen gerät, sondern für sie hat die Frage auch ein politisches Gesicht. Wenn der sozialistische Entwurf des entsprechenden Verfasiungsartikels lautete:„In allen Lehranstalten Spaniens ist der Unterricht auf Kastilianisch obliga- torisch, ohne die Verwendung der regionalen Sprachen aus- zuschließen, wo sie den Unterricht fördern", so stand ihm die Be- fürchtung Pate, daß die übermäßige Anerkennung und Betonung von Sprachbesonderheiten Partitulariemu» und Separatismus be- günstigen müsse und daß namentlich die politisch sehr zurück- gebliebenen baskischen Gebietsteile durch ihre sprachliche Isolierung den Einflüsien der klerikal-monarchistischen Propaganda preisgegeben würden. Wie das Spanische als Sprache der Revolution, erscheint das Laekische als Sprache der Gegenreoolukion. Was sich derart heute in Spanien abspielt, hat sein historisches Gegenstück in Frankreich während der Großen Revolution. Schon das weitverbreitete Analphabetentum machte in dem La-.rd, das sich durch 17S9 in«in neues Jahrhundert,«in anderes Zeitalter geschleudert sah, den Besitz der französischen Schriftsprache zum Privileg einer Minderheit. Nach der Meinung des Ministers Roland verstand mindestens ein Achtel des Volkes kein Fran- zösisch, und in einem Bericht, den er im Juni 1794 für den Unter- richtsausschuß dem Nationalkonvent erstattete, tat der Abb- Grs- g o i r e, einer der eifrigsten Arbeiter auf dem Feld der Sprachen- frag«, dar, daß nur in ungefähr fünfzehn Departements Inner- frankreichs ausschließlich Französisch gesprochen werde:„Ohne Uebertreibung kann man versichern, daß wenigstens sechs Millionen Franzosen"— bei einer Gesamtbevölkerung von rund fllnfund- zwanzig Millionen!—„namentlich aus dem flachen Lande die Sprache der Nation nicht kennen, daß ungefähr ebensoviel nicht im- stände sind, eine flüssige Unterhaltung in Französisch zu führen, und daß am Ende die Zahl derer, die reines Französisch reden, drei Mil- lionen nicht übersteigt und daß wahrscheinlich die Zahl derer, die Französisch korrekt zu schreibe» wissen, noch geringer ist". Außer der Sprache der Gascogne, der Provence und des Lanquedoc rech- nete er mit dreißig verschiedenen französischen Dialetten, deren jeder wieder in seine Unterdialette zerfiel, so daß diese Sprachverwirrung an den Turmbau zu Babel erinnere. Dazu gediehen auf dem Boden Frankreichs noch Fremd- sprachen, die mit dem Französischen nichts gemein hatten: Spanisch, Katalanisch und Baskisch in den an Spanien grenzenden Departe- ments, Bretonisch in der Bretagne, Italienisch auf Korsika, Flamisch im Nordosten des Staates und Deutsch im Elsaß und einem beträcht- lichen Teil Lothringens; unter dreihundert Elsäsiern. stellte ein kundiger Zeitgenosse fest, verstand noch nicht einer Französisch, und vom Moseidepartement hieß es, daß drei Viertel seiner Bevölkerung nur mit dem Deutschen vertraut seien. War dem alten Regime die Sprache seiner Untertanen voll- kommen gleichgültig gewesen, falls sie nur Steuern zahlten und Order parierten, so gründete sich der neue konstitutionelle Staat auf die Zustimmung seiner Bürger: wie v°rhi«lt es sich da mit denen, die die Staatssprache nicht verstanden? Das nahe- liegendste Hilfsmittel, die Gedanken der neuen Zeit auch an sie her- anzubringen, war, zu ihnen in ibrer Sprache oder Mundart zu reden. In der Tat beschloß die Verfassunggebende National- Versammlung am 14. Januar 1799, daß ihre Dekrete„in alle in den verschiedenen Teilen Frankreichs gesprochenen Idiome" zu über- setzen seien; es ergab sich, daß für mehr als dreißig Departem.-nt« Uedertragungen in Frage kamen, die freilich nur zum geringen Teil ausgeführt wurden. Auch die Patriotischen Gesellschaften trugen durch Verhandlungen in der Volkssprache oder-mundart zur Ver- breitung des revolutionären Evangeliums bei. Aber mindestens so wünschenswert schien es, die Bolkst-ile dem Französischen zuzuführen, die ihm noch fernstanden. Geradezu Forderung der Demokratie und Folgerung der politischen Gleichheit war es, denn nur wer die Staatssprache beherrschte, per- mochte wirklich Vollbürger zu sein und auf die Staatsgeschäste einzuwirken Nicht zuletzt wurde die Revolution zur Geburts- stunde der modernen Nation. Damit gewann die Sprache eme neu« Bedeutung; sie war nicht mehr nur Verständigungsmittel, sondern das die national« Gemtülschast zusammenhaltende Band. Woran erkannten sich die Angehörigen der Nationen? An der gleichen Sprache! Redeten„los pexiples de France", wie man früher sagte,„die Völker Frankreichs", jedes, wie ihm der Schnabel gewachsen war,„la Kation Franysise", wie es jetzt hieß,„die französische Nation", sprach Französisch. Die Konsequenz zog Barere, als er am 27. Januar 1794 im Konvent für den Wohl- fahrtsausschuh jenen Sprachen und Mundarten den Krieg erklärte, die verhinderten, daß Franzosen„die französische Sprache, die Sprache der Gesetze der Republik", verstünden.„Revolutioniert haben wir", schmetterte er in den Tuileriensaal,„die Regierung, die Gesetz«, die Gebräuche, die Sitten, die Trachten und selbst das Denken; revolutioaiereo wir also auch die Sprache!" Er klagte an:„Der Föderalismus und der Aberglaub« sprechen Bretonisch, die Emigration und der Republlkhaß Deutsch, die Gegen- revolution Italienisch und der Fanatismus Baskifch. Fort mit diesen Werkzeugen der Schädigung und des Irrtums!" Er formulierte: „Die Sprache eines freien Volkes muß ein und dieselbe sein für alle", und entfesielte Begeisterung, als er schloß:„Wir, wir schulden es unseren Mitbürgern, wir schulden es der Befestigung der Rcpu- blik, zu bewirken, daß auf ihrem ganzen Gebiet die Sprache gc- sprachen wird, in der die Erklärung der Menschen- recht« verfaßt ist!" Hatte schon im Oktober 1793 ein Dekret die Errichtung von staatlichen Volksschulen verfügt und bestimmt:„Sie lehren Französisch sprechen, lesen und schreiben... In allen Testen der Republik geschieht der Unterricht nur auf Französisch", so beschloß der Konvent nach Bareres Rapport soft wie eine Kriegsmaß- regel, gine Brigade Schulmeister an die bedrohten Punkte der inneren Front zu werfen; binnen zehn Tagen sollte ein Lehrer des Französischen in jeder Gemeinde der Departements Ober- und Niederrhein, Mosel, Norden, Mont-Terrible, See-Alpen, Nieder- Pyrenäen, Morbihan, Finistere, Nordküsten und Untere Loire an- gestellt werden, also überall dort, wo die Bewohner ejn fremdes Idiom sprächen. Schon regten und reckten sich die Hoffnungen der Sprachchauvinisten. Simon kündigte in Saargemünd an,„die Einsetzung von Lehrern" werde„nach Und nach die Spuren dieses barbarischen Idioms, würdig einer Sklavensprache"— nämlich das Deutsche!—„zum Verschwinden bringen", und ähnlich berichtete M a l l a r m e aus Freisaar, vorher und nachher Saarlouis genannt, wenn die neuen Lehrer ihre Aufgabe mit Eifer anpackten, werde in sechs Monaten„diese germanische Mundart, die noch die Sprache der Republikaner entehrt",„diese schwerfällige teutsche Rede, die überdies die Franzosen verabscheuen müßten, da sie sie mit Sklaven teilten". verschwunden sein, und da Oesterreicher und Pienwntesen den Der- nichtungskampf gegen die Republik führten, Nagte eine Eingabe des Etappentontrolleurs Negre an den Unterrichtsausschuß, wie das Departement Bar„Pienwntesisch", so spräche MoscI-Departemei.. „Oesterreichisch"! Kein Wunder, daß sich bei solcher Abneigung gegen die Fremdsprachen die Auswüchse der Schreckensherrschast namentlich im Elsaß gegen das Deutschs kehrten. Auf eigene Faust suchten S a i n t- I u st und L e Bas als allmächtige Kommissäre des Konvents den Straßburgern den Gebrauch der heimischen Mund- art zugunsten des Französischen gründlich zu verleiden, und nach ihrem Weggang galt im Departement Niederrhein nur mehr Fran- zösisch als Verwaltungssprache, traf Verbot die deutschen Sitzungen des Jakobincrklubs, entfernte eine Verfügung die deutschen In- schriften von öffentlichen Gebäuden, merzte eine andere wenigstens die gotischen Buchstaben auf den Ladenschildern und Haustafeln aus, und ein aus der Soutane gesprungener Priester namens Rousjeville ebnete mit seiner„Diüssrtaticn sur la francili- sation de la ci-devant Alsace"(Abhandlung über die Franzö- sierung des vormaligen Elsaß) den Weg für den Borschlag des Kon- ventsabgeordneten Philibert S i m o n d. die deutschsprechenden Elsässer ins Innere zu verschicken und ihr freigewordenes Land durch Jnnerfranzosen zu besiedeln, ein nichtswürdiger Plan, der im Weltkrieg von der deutschen Obersten Heeresleitung mit umgekehrtem Vorzeichen für Elsaß-Loth- ringen aufgegriffen wurde. Aber olle Denkschriften, Rapporte, Beschlüsse, Dekrete und Ver- ordnungen blieben so gut wie ohne Wirkung, weil die Französierung anderssprechender Bevölkerungsteile nicht übers Knie zu brechen war und weil sich obendrein die Mobilmachung der Lehrkräfte als Schlag ins Wasser erwies; es gebrach so sehr an geeigneten Schul- meisten:, daß sich für vierhundert elsässische Gemeinden nur dreißig bl» vierzig Kandidaten meldeten. Aehnlich war es anderwärts. Keine praktischen Folgen hatte auch der Aufruf des National- konvents vom 16. Prairial des Jahres II gegen die Dialekt«, die „der letzte Ring der Kette der Tyrannei", gegen die Jargons, die „noch Fetzen des Feudalismus und Denkmäler der Sklaverei" seien. Die Fremdsprachen starben nicht aus, die Mundarten gediehen weiter, zumal mit dem Sturz Robespierres der Drang zu beider gewaltsamer Ausrottung nachließ, und ein großer französischer Linguist unserer Tage, Meillet, kommt zu dem vielleicht über- triebenen Schluß, es habe sprachlich Frankreich 1800 kaum anders als 1789 dagestanden. Wenn damals in Frankreich, heute in Spanien die Sprach- cinheit des Landes von der äußersten Linken am heftigsten ver- fochten wurde und wird, erhoben sich doch während der Großen Revolution nicht vereinzelt bleibende Stimmen, wie die der Kolmarer Jakobiner, die beteuerten, daß sie keine schlechteren Fran- zosen seien, weil sie eine deutsche Mundart redeten. Die Sprache allein tut's nicht. Auf dieser Erkenntnis fußt auch der Ausspruch des bürgerlichen Abgeordneten V a l e r a in der spanischen National- Versammlung:„Mir liegt mehr am Herzen, daß man auf Kata- lanisch spanisches Empfinden lehrt als auf Spanisch separatistischen Geist." BipL-Ing. Heinz Voigtiänder: Ftugxeuge im NeJbei Hstflos ist der Flieger dem Nebel gegenüber nicht. Im Gegen- teil: gerade die jüngst« Zeit hat aus dem Gebiet des Nelelfluges und der Nebellandung gewaltig« Fortschrstte gebracht. Was jeder Vogel kann, die normale Fluglage auch ohne Sicht beibehalten, das oermag oer Mensch von Natur aus nicht. Fliegt «r ohne Instrument« im Nebel, dann verliert er sehr bald das Gefühl für die wahre Lag« ssiner Maschine zur Erde und gerät in Gefahr, abzustürzen. So sind des öfteren Segelflieger bei Wolkenflügen plötzlich zum Entsetzen aller Zuschauer verkehrt aus den Wolken wieoer herausgefallen Wenn«s ihnen bisher jedesmal gelungen ist, noch rechtzeitig abzufangen, so verdanken sie da» in erster Linie ihrem hohen fliegerischen Können. Zum Zdebeiflug sind Instrument«, die den Piloten über die jeweilige Fluglage unterrichten und ihm ermöglichen, die richtigen Steuer- ausschlage auszuführen, unerläßlich. Da aber das scharfe Beob- achten auf die Dauer außerordenllich ermüdet, außerdem d«r Blind. flug sehr viel Ueiung erfordert, sind besondere Apparate erfunden worden,„automatische Piloten", oie dem Flugzeugführer die mecha- Nische Steuertätigkest abnehmen. Er kann nun getrost da« Fliegen seinem automatischen Vertreter überlassen. Dieser macht seine Sache besser als er selbst, arbeitet feinfühliger und richtiger und hält den gewünschten Flugzustand jeder äußeren Störung gegenüber auf- recht, gleicht mit größter Exaktheit jegliche, durch Boen hervor- gerufene Schwankungen aus. Die Selbststeuergeräte sind recht komplizierte Apparat«, blach amerikanischem Urteil stellt der„automatisch« Pilot" von Boy» k o w,«in« deutsch« Erfindung, die beste Lösung des automatischen Fluges dar. Es handelt sich hier um ein K r e i s« l i n st r u m« n t, dessen Wirtungs-weis« auf 0«r bekannten Eigenschaft rotierender Kreisel beruht, ihr« Lage im Raum unverändert beizubehalten. Führt das Flugzeug ein« Drehung um irgendeine Achse aus, dann setzen Kreisel, die dieser Bewegung nicht folgen, einen Mechanis- mus in Tätigkeit, der seinerseits wieder die Ruoer bedient und der Schwankung genau entsprechende Steuerausschläge hervorruft. Die verschiedenen Kreisel bllden sozusagen das Gehirn des„auto- matifchen Piloten", indem sie dl« jeweilige Störung feststellen und die übrigen Apparate, die Hände und Füße des Flugzeugführers ersetzen, veranlassen, die Steuer zu betätigen. Für eigenstadile Flugzeuge besonders gut geeignet ist ein anderer automatischer Pstot, das Askania-Kursfteuergerät, das für die Ein- Haltung eines bestimmten, vorher festgelegten Kurses sorgt. Ein am Schwanz des Flugzeuges befindlicher pneumatischer Fernkom- paß steuert wiederum mit Hilfe verschiedener anderer Einrichtungen die Rüder und korrigiert aus diese Weise auch die kleinste Kurs» abwcichung. Während es heute ohne weiteres möglich ist, gefahrlos und pünkttich Blindflüge durchzuführen, bereitet das Landen im Nebel immer noch einige Schwierigkeiten Doch auch hier sind die Vorversuche soweit gediehen, daß in absehbarer Zeit die Nebel- landung im Luftverkehr eine Selbstverständlichkeit sein wird. Das Nahcllegendsts wacp wohl, den Nebel auf künstlichem Wege aufzulösen. An phantastischen Borschlägen hat«e in dieser Hinsicht nicht gefehlt, so z. B. elektrisch gelaoenen Sand auszustreuen oder durch Erhitzen die üb« dem Landegeländ« befindliche Lust zu trock- nen. Alle jene Projekt« sind von vornherein schon der hohen Koste» halber ur.durchsllhrl.ar. Außerdem berücksichtigen sie nicht, daß schon bei ganz geringer Luftbewegung ständig die Nebelmasscn an Stelle der alten zum Verschwinden gebrachten treten würden. Ernsthafte Wissenschaftler haben daher andere Wege beschritten und die Funkpeilung ihren Zwecken nutzbar gemacht. An Stelle des Lotsen im Schiffsverkehr, der infolge seiner genauen Kenntnis der örtlichen Verhältnisse die Schiffe sicher an Klippen und Untiefen vorbei in den Hafen dirigiert, treten in der Fliegerei besondere Apparat«, die dem Flugzeugführer genau die Richtung zum Flughafen weisen, ja, ihm sogar im dichtesten Nebel den bei der Landung im Gleitflug zurückzulegenden Weg angeben. Einen wichtigen Bestandteil der hierfür crfovderlichen Ein- richtungen bilden Richtfunksender, auch Richtfunkbaken ge° »annt, die aus zwei gekreuzten Rahmenantennen bestehen. Ihr Strahlungsfeld legt bestimmte Kurse fest. Die von beiden An- tennen gesandten Signale werdsn auf gewissen Linien mit Hllfe der üblichen Empfangsgeräte gleich laut gehört. Der Pilot muß sich daher an einer derartigen Linie gleicher Signalstärke sozusagen „enllangfühlen". Eine wesentliche Erleichterung bieten ihm Instrumente, die das Abhören der Morsezeichen überflüsstg machen, weil sie sichtbar anzeigen, ob das Flugzeug sich auf dem richtigen Kurs befindet und, falls es ihn verläßt, Richtung und Größe der Ab- wsichung erkennen lassen Ein Nebelflug mit anschließender Ncbcllandnng verläuft daher nach der Richtfunkmethode ungefähr folgendermaßen: Zunächst lotst «ine außerhalb des Qandefcldes stehende Richtfunkbake das Flug- zeug mitunter aus hundert und mehr Kilometer Entfernung bis'.n die Nähe des Flughafens. Beim Uebcrfliegen der Antenne schallet der Flugzeugführer um und kurvt solange, bis er in den Wirkung»- bereich eines zweiten Richtfunksenders gelangt, der ihm die Lande- richtung angibt. Sobald der Landungs- und Höhenanzeiger einen bestimmten Aueschlag aufweift, muß mit dem Gleitflug begonnen werden, dessen Bahn vom Instrument genau oorgezeichnet wird Trotz fehlender Sicht führt der Flug in flach geneigter Kurve zur Erde hinab. Wird die Flugplatzgrenze überflogen, dann ertönen Funkzeichen, und der Flugzeugführer weiß nun, daß vi« Landung jeden Augenblick bevorsteht und es an der Zelt ist, das Flugzeug abzufangen. Bei einer anderen Methode der Ncbellandung benutzt man einen Fesseiballon. Cr wird so hoch emporgelassen, bis«r über die Ncbelschicht hinausragt und den Punkt kennzeichnet, von dein aus in einer bestimmten, vorher festgelegten Richtung der Gleitflug einsetzen soll. Ein von: Flugzeug herabhängender Landungs- führcr gibt, sobald er den Boden berührt, dem Piloten«in Licht- signal, worauf die Landung erfolgt Auch niit Hilfe optischer Ein richtungen, unter Verwendung von Neonlicht, können dem Pilotei Landebahn und Flughöhe kenntlich gemacht werden. Mit den zahlreichen, für Nebelflug und Nebellandung bestimm- ten Instrumenten und Verfahren, an deren weiterer Veroollkomm- nung eifrig gearbeitet wird, tritt der Luftverkehr in ein neue? Entwickllmgsstadium. In Zukunft wird das Flugzeug, auch wo Regelmäßigkest und Pünktlichkeit anbetrifft, mit anderen Verkibi- mittel» konkurrieren können. Die Berliner Fußballmeisterschaft und die Serienspiele der Arbeitersportler .per kommende Sonntag bringt die wichtigste Entscheidung im .rbcitersußballagcr: die beiden Abteilungsmeister der Preisklasse, Eint rocht-Reinickendorf(Abteilung A) und Adler ÖS (Abteilung ß) stehen sich auf dem Sportplatz in der Kynaststraße, am Bahnhof Stralau-Rummelsburg, im Endspiel um die Berliner Fußballmeisterschaft gegenüber. Wer aus diesem Kamps als Sieger hervorgehen wird, läßt sich nicht vorher sagen. Adler VS konnte schon einmal im Jahre 1928 den Titel eines Bundesmeisters erobern. In der am Sonntag spielenden Mannschaft befinden sich nach drei Spieler, die schon 1928 mitwirkten. Die Pankower ver- fügen über eine äußerst slotte und schuhfreudigc Mannschaft, ihre .hauptstärke liegt im Torwart und im Mittelläufer. Diese Stütz. punkte zu überwinden, dürste für die Reinickendorfer sehr schwer sein. Die Reinickendorfer stellen eine aus allen Stellen gleich stark besetzte Elf. Bor dem jungen und flinken Torwart steht eine sehr ball- und schußsichere Verteidigung. Die Läuferreihe, ausdauernd mid dem Sturm die Bälle gut vorlegend, ist ein nicht zu verkennendes Hindernis. Diejenige Elf, die die Nerven behält und am aus- dauerndsten sein wird, wird sich auch Berliner Meister nennen können. Die Mannschaften spielen in folgender Ausstellung: A l> l e r» 8(rotes Hemd) Schiincmann Start» Wöllcr Hcring Häusler Kucheirbcckcr II» Miiller Äuchenbccker 1* Kestenbaum Pohl Wolter Dörfer Rasch P. Miiller .. Schidlich Roste Marquardt Fromhagen Schimock O. Miiller Römer Eintracht(gelbes Hemd) Horn (Die angekreuzten Spieler Adlers wirkten bereits 1928 bei der Bunde». nreifutfchaft jnit.) Dem«picl, das um 14.30 Uhr beginnt, geht ein Treffen der Jugendmannschaften von Teltow und Staaken voraus. Da aus Anlaß dieses Meisterschaftsspiels ab 12 Uhr in Groß-Bcrlin Spiel- verftnt besteht, jindcn vormittags nur einige Gesellschaftsspiele statt. S- S. Pankow sucht für 1. und 2. Männer zum 14. Februar vormittags Spiele auf Gegners Platz. &&WXUOCUL' Weniger Serien-, mehr GesellschaHsspiele In der 1. Klasse der Abtellung A kommen an diesem Sonn- tag vier Spiele zum Austrag. Die interessanteste Paarung wird das Spiel FTGB.-Nordost gegen die Freie Turncrschaft Velten bringen, da beide Vereine es fertig brachten, den Kreismeister zu schlagen. Beginn um 10 Uhr auf dem Platz in der Schönhauser Allee. Die Freie Turn- und Sportvereinigung Nowawes wird ihren Anhängern ein gutes Spiel zeigen, um gegen den Kreis- meister Volkssport Wedding recht günstig abzuschneiden. Wedding gilt für das um 16 Uhr beginnende Spiel als sicherer Favorit. Auf dem Vereinssportplatz in den Wendenschloßstraße wird Eichc-Köpenick von der Freien Turnerschaft Hennigsdorf besucht. Wenn hennigs- darf die gleichen Leistungen zeigt wie in den letzten Spielen, müßte es zum Siege reichen. Beginn um 16 Uhr. Ebenfalls um 16 Uhr erwartet die FTGB.-Osten auf dem Platz in der Laskerstroße den Volkssport Wedding 3. Der Vorteil des eigenen Platzes, sowie die bessere Zusammenarbeit der Ostenspieler dürste einen Sieg crmög- lichen. In der Abteilung ß kommen die Luckenwalder Sportler nach Berlin. Die wirtschaftlichen Verhältnisse bringen es mit sich, daß Luckenwalde gleich für zwei Spiele angesetzt wurde. Zuerst wird in den Rehbergen um 10.30 Uhr gegen Volissport Wedding 2 gespielt. Ob es wieder möglich sein wird, hier ein Unentschieden herauszulzolcn, scheint zweifelhaft. Noch ungünstiger sind die Aus- sichten im Spiel gegen FTGB.-Nordring um 16 Uhr auf dem Platz in der Schönhauser Allee. Nordring wird bestimmt hoch gewinnen. Bezirketlasi« Oftca! Cichc-Bohnadorf gegen Athlellt-Spart-Cl�b um II Uhr Platz Erstnau, an der DasanstnN.— FTGB. Osten 2 gegen ssTGB. Lichten. berg iiul 19 Uhr Platz Lasterstroße.— Friefen-Fürstenwalde 2 gegen TSV. Uoulsdorf 2 um Ii Uhr auf dem Friesenplatz.— FTGB. Adlershof i gegen FTSB. Lichtenberg 2 um 19 Uhr Platz an der Wublheid»..— Frauen: FTuSB. Rowawes gegen Eiche.Pohnsdorf um 11 Uhr in Rowawcs.— FTGB. Osten gegen Sichc-Kövenick um 14.1» Uhr Platz Laskerstratze.— FTGB. Ablcrehof gegen Athletik.Sport-Club um 1t Uhr. Bezirtsllaste Norden: FSB. Reinickendorf gegen FT. Friedrichsthal um Iß. Uhr Platz Scharnwcberfrraste.— SV. Moabit gegen ATV. Altruppin um 11 Ubr Platz Rehbcrge.— FTGV. Norden 8 gegen ASV. Wedding un> ' 1 Uhr Platz Humbaldthain.— Frauen: Volkssport Wedding gegen ASV. Wedding um 11.13 Uhr Platz Rchberge.— FT. Hennigshors gegen FTGB. Nordring um l» Uhr in Hennigsdorf.— FSB. Rcinrckcndorf gegen FT. Velten um 18 Uhr in Reinickendorf. Bezirksklaste Besten: In Nowarvca erwartet die FTuSB Nowawes 2 Freiheit Nauen. Hier diirftrn sich die Gegner die Waage halten. Beginn um 11.1» Uhr Plag Pricsterstratze.— FTGB. Spandau wird gegen Freiheit- Rathenow auf eigenem Platz wohl das belfere Ergebnis haben. Beginn IK Uhr Platz Eecburger Strotze. Be»irksklastc Süden: MTV. Svercnberq kommt ins Neuköllner Stadion und wird wobl oder übel Volkssport Neukölln 2 die Vnnkte überlassen müssen. Eine Frage ist es, wie sich FT. Wilmersdorf mit FTGB. Süden 2 schlagen wird. Wird Estden wieder sicher siegen? Beginn 11 Uhr Preutzenplatz. Per- lin All mutz diesmal den Platzu-rteil ausnutzen, wenn es gegen Ruhlsdort niGt unentschieden spielen will. Lichterfelder Stadion um 1» Uhr. Im Spiel FSV. Teltow gegen FTGB. Süden erwarten wir den Gastgeder als hohe» Sieger. Beginn 13 Uhr in Teltow.— Fronen: Bolkssvart Neukölln gegen FT. Fehlendorf um 13.1» Uhr im Neuköllner Stadion.— FTGB. Süden gegen FSt Fichte um 1» Uhr Platz Katzbachstrastc. frSodce� Am kommenden Sonntag nehmen die Serienspiele gegenüber den Pslichtspielen einen geringeren Raum ein. In der Gruppe A wird Tennis- Rot 1 gegen die Freie Sportvereinigung Pankow 1 keinen allzu schweren Stand haben. Das Spiel beginnt um 18 Uhr auf Platz Ost. In der Gruppe 0 spielen der Athletik-Sportklub 2 gegen Volkssport Neukölln-Britz 2 um 10.30 Uhr auf Platz Ost, Tennis-Rot 3 und der Sportverein Moabit 2 um 9 Uhr in der Laskerstraße. Gute Zusammenstellungen bringt das P f l i ch t f p i e l- Programm. Auf dem Tiergarten- Sportplatz erwartet der Sportverein Moabit 1 den Volkssport Neu- Cölln 1. Ein Maßstab für die Spielstärke beider Vereine, die ver- schicdenen Gruppen angehören, liegt nicht vor. Daher dürfte das Spiel selbst erst die Aufklärung bringen. Beginn 11.30 Uhr. Ein weiteres interessanies Spiel werden sich der Arbeiter-Sportverein Rot-Weiß 1 und der Athlctik-Sportklub 1 in der Schönhauser Allee liefern. Beginn 15 Uhr. Der Freie Hockeyklub Spandau erwartet den Arbeiter-Sportverein Schöncberg 07; Beginn 15 Uhr in der Wilhclmstraße, Spandau-Exer. Der Ärbeitcr-Sportverein Wedding 1 wird sich und seine Mannschaft an Tennis-Rot 2 erproben. Beginn 15 Uhr in der Behmstraße. Auf dem gleichen Platz spielen Wedding 2 und Tennis-Rot 4 um 13.30 Uhr. gewinnen konnte, obwohl er von der dritten Runde an durch eine Verletzung am linken Auge an der vollen Entfaltung seines Könnens behindert war. 5)art auf hart ging es auch im Hauptkampf zwischen den Halbschwergewichilern S a b o t k e- Berlin und Erich T o b e ck- Breslau zu. Anfangs war bald der eine, bald der andere im Vor- teil, allmählich gewann aber Sabottke Oberwasser, und so wurde ihm nach den acht Runden der verdiente Punktsieg zugesprochen. Tobeck mußte in der siebenten Runde bis„8" zu Boden. Im Einleitungs- kämpf siegte der Berliner Leichtgewichtler Stegemann, obwohl er im Verlauf der sechs Runden hatte den Boden aufsuchen müssen, knapp ober verdient gegen den früheren Amateur-Europameister Dalchow-Berlin nach Punkten, und im Schlußkampf der Welter- gewichtler behiell Erwin Volkmar- Berlin mit dem gleichen Er- gebnis über seinen Landsmann Meergrün ziemlich überlegen die Oberhand. Um die Dollars Große Streitereien sind durch den Vorschlag des Amerikanischen Leichtathletik-Verbondes, der vor den Olympischen Spielen in Los Angeles einen Leichtathletik-Länderkampf Deutsch- land- Amerika zustande bringen will, zwischen dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen und der Deutschen Sportbehövde für Leichtathletik entstanden. Nach dem Vorschlag der Amerikaner sollen die Deutschen aus dem in Chikago geplanten Länderkampf einen Zuschuß erhalten, und zwar garantiert mit 10 000 Dollar. Diesen Zuschuß beansprucht der DRA. für den Olympia-Fonds zugunsten aller Vertreter Deutschlands, während die DSV. die 10 000 Dollar zur Aufbringung ihrer Kosten oerwenden will und dabei geltend macht, daß sie für den Länder- kämpf mehr Leute mitnehmen muß, als der DRA. für die Olym- pischen Spiele durch Bereitstellung der Mittel finanziert. Wie dieser Streit unter Brüdern ausgeht, kann den Arbeitersportlern gleich- gültig sein; festzustellen ist nur, daß, wie bei den durch Amerika finanzierten Eishockeyspielern auch die deutschen Leichtathleten sich in die Hände der geschäftemochenden Amerikaner begeben werden. Sartellbezlrk Trrpiani. Alle Abteilungen holen Plakat« und Karten zur Werbeoeranstaltung am Sonnabend, 13. Februar, vom gigarrrngeschaft Sa. sowski, Niedersüöneweide, Grünauer Str. 8, in der Zeit von 181» bis 19 Uhr ab. Am Sonntogvermiltag bei 23. Leske, Oberschöneweide, Ratheuaustr. 31, 3 Treppen. 31, punlt UNS IN ' Freie Äasscrsahrer Aufwärts®. B. Neue Anschrift: Käthe Heineniann. Lütticher Str. 3. Heute, Freitag, 12. Februar, 2» Uhr, ftarteHtund- ebung für die Eiserne Front, Reinickendorf, Rcsidenzstr. 1(Echützenhaus). Dienstag, 16. Februar, Mouatsversammlung bei Reutzner, Seestr. 62. Au- schließend an die 2» Uhr beginnende Generalversammlung der Baugcuosseu- schaft. Vaotshaus am Tegeler See, Bernauer Straße(Uferpromenade). Reu« Mitglieder werden aufgenommen. Bootsstönde noch srei. FTGB., Bezirk Osten. Heute, Freitag. 21 Uhr, Funltionärsttzung bei Busch, Tilsit-r Str. 27. Touristenoerei»„Die Naturfreunde". Freitag, 12. Februar, 2V Uhr. Ehar- lottcuburg: Sprcestr. 3». Neue Arbciterlltcratur.— Faltbootabteilung: Jo» spektive und Bildwinkel.— Pbolo, Neukölln: Bergstr. 29.— Südost: Matt. teusfelstr. 7. Lichtbilder vom Hcidesce.— Montag. 13. Februar, 20 Uhr. Photo. •———-----" Die Bildkomposttion.— Malacmcinscbaft: Man. Februar. Norden: Löcknitz-Wanderung. Freie Foto-Bercinigung. Wanderung hau- I-honuesstift» Brieselang. Tresspuukt beitcr-Foto-Eilbe Tegel. Montag, 13. F.. berget Straß�. Vortrag llber� Optik und Kamera.— Arbe itcr-Fut»- Gilbe Lichtenberg Sonntag, 11. Februar, nach Span. .W, 9 Uhr Bahnhof Putlitzstraße.— Ar» Montag, 13. Februar, 2» Uhr, Jugendheim Schöne. "Sonnabend', 13. Februar, 2» Uhr, Bibliothek Weichselstr. 28.— «rbrit-r.Fot-.Gilde Liubenhvs. Montag, 13. Februar, 20 Vi Uhr, Dunkelkammer, Epthstr. 18, Arbeitsabend. k'reitsx, 12. Februar. Berlin. 16.00 Anis Simon liest eigene Knrrsescltlchten. 16.20 Schlager von einst— Schlager von heute. 17.20 Dr. Eugen Nesper: Praktische Winke kür Störschutz. 17.45 Das neue Buch. 17.55 Hans Hirschslein- Wirtschaftsrnnckschao. 18.15 Unterhaltungsmusik. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme rura Tag. 19.10 Funkgemeinschaft der Artist«. 20.00..Mefistofele". Oper von Arrigo Boito. Dir.; Max»ofl SchftTlnrs 22.00 Weiter-, Tages- und Sportnachrtchtea- KSnlgswnsterhauae». 16.00 Rektor F. Wnttke: Der Kunstranm In der Schule. 16.30 Leipzig: Fantastische Tinze. 17.30 Prof. Braun; Finnland. 18.00 Dr. R. Siegert: Der deutsche AoBetiliandet to der Krise. 16.30 Mersmann: Hören musikalischer Formell. 13.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.30 Hinter den Knlissen eines Warenhauses.(Dreigespräch-) Eishockey der Arbciter- sportler Im Fricdrichshain lieferten sich gestern Ost r i n g I und O st e n I«in ausgeglichenes Spiel. Dos erste Drittel zeigte beide Mannschaften in vollem Schwung. D>e guten Hinterma,.nschaften, die aus beiden Seiten durch Vortragen neuer Angriffe für flottestes Spiel sorgten, verhinderten jeden Erfolg. Im zweiten Drittel kam in der vierten Mmiite Osten I durch eine gut übernommen« Vor- tage zum Führungstor. Ostring setzte danach zum Spurt an, konnte nach drei Minuten ausgleichen und nach einer weiteren Minute durch einen Weitschuß das zweite Tor erzielen. Im letzten Drittel beschränkte sich Ostring vorerst aus Verteidigung des Vorsprunges, doch i lieben alle Anstrengu-ngen van Osten, die jetzt etwas -erfahrener spielten, erfolglos. Erst drei Minuten vor Schluß wurde der Ausgleich erreicht. Neuerliche Vorstöße von Ostring blieben schwach, da die Stürmerreihe inzwischen abgekämpft war. Am besten war in beiden Mannschaften die Verteidigung. Be- sonders der Torsteher von Osten verhinderte eine Niederlage seiner Mannschaft Der Sturm von Osten hat gute Durchschlagskraft und flottes Tempo, doch fehlt es noch an Kombination. Der Ostring- Sturm ist im Stellungsspiel besser, doch kommen sie oft vor Kom- bination nicht zum Schießen. Anschließend spielten Ostring II gegen Osten II. Die Mann- schasten trennten sich ebenfalls unentschieden(1: 1), nachdem das erste Drittel torlos blieb. Heute abend finden im Friedrichshain Trainingsspiele der kombinierten Mannschaften statt. Am Sonnabend spielen Ost- ring I gegen eine kombinierte Mannschaft und Osten I gegen Oft- ring II. Am Sonntag spielt Osten I gegen Schönow in Schönow. Die Abfahrtszeit wird am Sannabend bekanntgegeben. Die Ski- fahr er im 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sportbundes und des Touristenoereins„Die Naturfreunde" treffen sich zum Uebungs- betrieb jeden Abend 20.30 Uhr und 21.30 Uhr am Bahnhof Pichelsberg bei günstiger Schneelage. im Kpicberming Am Donnerstag abend wurde im„Ständigen Boxring" in den S p i ch c r n s ä l e n ein Programm geboten, dessen sport- lichcs Niveau wesentlich besser war als das der letzten Kampsabende. Einen selten erbitterten Fight lieferten sich die Mittelgewichtler Hans S e t s r i e d- Bochum und Franz B o j a- Berlin. Letzterer Hatto fein Pulver bald verschossen, so daß Seifried nach und nach aushole« und schließlich über acht Runden noch sicher nach Punkten TUea.let Lidtlsptele usro -iv i---____. Staufs Tlteafcr Freitag, den 12. Februar staatsoper unter cen Linden 20 Uhr Die Macht des Schicksals ItiatlSduinpieltnii! Geadanncnmaril. 20 Uhr Othello Sctilller-Theatei Cradettastr;. 20 Uhr Die Böttiicbe Jette lAMukMötl Rose- 1 beater wie Frjaturtn Sinn»'3' Id. Viidud E 1 3121 8.15 Uhr VolKsbilhne Theater am Bölowslati 8 Uhr Zum 1. Mal«: Zun 73. Csborhlaze Giihart Hanplmiais Fnbrmann Henscliei mit Emil JamifDgs u. MÄTgtrcte Metier Regie: K H. Martin Staatl Sdiillir- Thealer » Uhr NeSWNrkte leite Stadl. Oper Charlottenburg dismarckstiaSe 34 Freilag, 12 Februar Turnus I Anfang 19.30 Uht Don Giovanni Ende gegen 22 Uhr r— Reims TB.— Trappe 1931. Taxi. 89« Uhr Die ntausefaiie Frvisc 75 PI.— 5 M. Sonnt, nachm. 4 ü. halbe Preise. ReiMalisnTfteater DOnboff platz 8 nur. Sonaians Sv> Ehr zc Klellun Pi eisen Stetliner Sänser Nur noch Ituize Zeit „So'n Reinfall!" hawwjnd V.Uhr CASINO-THEATERsv.ub. Lothringer Sfrafte 37. iiiiiMiiiiiiiiiiiaiiiHMiiiiniiiiiiiinniiniMiiiiiiniiiniiiMunimni« För venig fieid ein ceooBreia er mud tNeu! Ken! Ilsen von heu'e Dazu et« neuer Dosier Teil nad eise Operette Outscheio l-4P«raonen: Parkett äOPt, r'au x uii L— Mark, Sessel uo Mark. DefilsdiüMt 8 Uhr Latzis AnllOBrniiQsin TIMON von Ferd. Bruckner �ej?ie Heinz Hilper rnetroDO.-TÜesiar Täglich 8