BERLIN Montag 15. Zebniar 1932 10 Pf. 7!r. 76 B 38 49. Lahrgang TrscheinttSalich außerSonntags. Ziiglridi Adendaiitgadc de« ,35orn>ört«' Beiagtvrei« für beide Auegaden 1b. b. H.. Berlin Rr. 37 ällv.- 5er Verlag behäll stch da« Reckl der Slblehnung nichl genehmer'Äuieigeu per' Redaktion und Erocdllionr Berlin LW63,»indenstr. 3 Sernsprecher: Dönhoff(� 7) 292—297. Hmdenburg kandidiert wieder! Eine öffentliche Kundgebung des Reichspräsidenten Neichsprasidcnt von Hindenburg gibt auf die an ihn in den letzten Tagen gerichteten Auf- fordcrungcn und Anfragen öffentlich folgende Antwort: „Nach ernster Prüfung habe ich mich im Bcwutzt» sein meiner Verantwortung für das Schicksal des Vaterlandes entschlossen, mich für eine etwaige Wiederwahl zur Verfügung zu stellen. Ter Umstand, datz die Aufforderung hierzu an mich nicht von einer Partei, sondern von breiten Volksschichten ergangen ist. läßt mich in meiner Bereitwilligkeit eine Pflicht erblicken. Tollte ich gewählt werden. so werde ich auch weiterhin mit allen Kräften dem Batcrlande treu und gewissenhaft dienen, um dies m nach außen zur Freiheit und Gleichberechtigung... innen zur Einigung und Aufstieg zu verhelfen. Werde ich nicht ge- wählt, so bleibt mir dann der Vorwurf erspart. meinen Posten in schwerster Zeit eigenmächtig ver» lassen zu haben. Für mich gibt es nur ein wahrhaft natio- nales Ziel: Zusammenschluß des Volkes in seinem Existenzkampf, volle Hingabe jedes Deutschen in dem harten Ringen um die Erhaltung der Nation! Berlin, den 15. Februar 1932. gez. von Hindenburg. ch Der Reichspräsident empfing heute vormittag den Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag. Stahlhelm für Hindenburg. Aber nur unter Bedingung des Kurswechsels. Am Sonntag waren die Larrdessllhrer des Stahlhelms in Berlin zur Besprechung der Frage der Rcichspräsidentenwahl versammelt. Die �lussprache ergab in voller Einstimmigkeit, daß der gesamt« Stahlhelm, wie im Jahre 192S zum Einsatz für den Generalfeldmarich.i. von Hindenburg bereitsteht, wenn eine aus- reichend« f.cytbare Voraussetzung für einen Kurs- Wechsel geschossen wird. Dem Herrn Reichspräsidenten ist dieses Ergebnis zur Kenntnis gebracht worden. Kyffhäuserbund bleibt treu! Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den Präsi- deuten des Rechtkri«gerbundes.Kysfhäuser", General v. Horn, der ihm erneut das Vertrauen und die Treue der im Kyffhäuserbund oereinigten alten Soldaten zum Ausdruck brachte. Wels über die Präsidentenwahl. Nur ein Ziel: Niederlage des Faschismus. Zranksuri a. d. 0., 15. Februar(Eigenbericht.) Der Führer der deutschen Sozialdemokratie, Genosse Otto Wels, sprach am Sonntag in Frankfurt a. d. O. aus einer Be- zirkskonferenz der sozialdemokratischen Organisationen für den Bezirk Frankfurt. Lebus. Ost- und Westspremberg über die politische Lage. Wels befaßte sich dabei u. a. mit der Reichspräsidenten- wähl und führte dazu aus: Es gelte jetzt, alle Kräfte zu- sammenzufaffen. wie es bei dem Aufmarsch der Eisernen Front bereits geschehen sei, und zwar zur Sicherung der Demo- kratie, der wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Arbeiter- klasie und für den europäischen Frieden. Der Kampf um das Reichs- präsidentenamt werden von den Nationalsozialisten in sachlicher und persönlicher Beziehung hemmungs- und rücksichtslos geführt werden. Für die Sozialdemokratie gebe es in diesem Kampf nureinZiel: dem Faschismus in Deutschland eine Niederlage zu be- reiten, die seinen in- und ausländischen Geldgebern die Lust zu weiteren Kapitalsanlogen w Braunen Häusern für alle Zeit verleidet. Adolfs Weg zur Macht nennung Adolf Hitlers zum Gendarm von Hildburghausen und die damit verbundene Bloßstellung des ehcnialigen Innen- Ministers Dr. Frick wird als Grund angegeben. Die leh'e(5 ufc ist etwas hoch ausgefallen? Hilfe für Hitler. Kommunisten sorgen für Naziwahl. Franksurl a. HL, 15. Februar.(Eigenbericht.) In dem bei Frankfurt gelegenen hessischen Städtchen Neu-Isenburg wurde am Sonntag der nationalsozialistische Kandidat In der Stichwahl mit 2772 Stimmen gegen 2K46 sozialdemokratische Stimmen zum Beigeordneten gewählt. Die sür den kommunistischen Kandidaten abgegebenen 996 Stimmen sind ungültig. Im ersten wahlgang hatten die Nazis 2300. die Sozialdemokralen 1700 und die Kommunisten 1300 Stimmen erhalten. Eine nähere Prüfung dieses interessanten Wahlergebnisses ergibt, daß immerhin 300 Kommuni st en, also rund ein viertel, der Parole ihrer Partei nicht gefolgt sind, daß jedoch die Sozialdemokratie über diese 300 kommunistischen Stimmen hinaus 650 Stimmen aus eigener Kraft gewinnen konnte. Da der Vorsprung des Nazimannes nur 126 Stimmen beträgt, ergibt sich klar, daß nur das eigensinnige Festhalten an einer eigenen Kandidatur die Ungültigkeit der 900 KPD.-Stimmen und dadurch den Sieg des hakenkrenzlerg herbeiführte. In der Arbeiterbeoölkerung herrscht ungeheure Er- bitterung über diesen neuesten Verrat der Kommunisten. Noch nicht! Die Hitlerschiebung läßt auf sich warten. Braunschweig. 15. Februar. Minister Klagges teilte heute mit, daß die Meldung eines Ber- liner Montagsblattes über eine bereits aili Freitag vollzogene Ernennung Hitlers zum Professor sür„angewandte Pädagogik" an der Technischen Hochschul« Braunschweig nicht den Tatsachen entspreche. Die Rache des Gendarmen. Weimar, 15. Februar. Die nationalsozialistische Fraktion des Thüringer Landtags erklärt, daß sie an den Beratungen des Landtages bis auf weiteres nicht mehr teilnehmen werde. Die Reise des Staatsministers Baum zum Reichsinnenminister in Sachen der Er- Siegfried Weinberg I Am Sonnlagnachmittag ist Rechtsanwalt Genosse Dr. Sieg- fried Weinberg einem heimtückischen Gallenblascnleiden er- legen. Dr. Weinberg, der am 3. Dezember 1880 in Magdeburg ge- boren wurde, stand im 52. Lebensjahr. Sein Tod kommt allen, die ihn kannten, völlig überraschend und wird von Partei und Gcwerk- schaften, um die er sich besonders als juristischer Berater sehr ver- dient gemacht hat, außerordentlich schmerzlich empfunden. Genosse Weinberg gehörte zu den Kämpfern der Sozialdemokratie, die schon in ganz jungen Jahren ihr Bekenntnis zum Sozialismus abgelegt haben. Er hatte in Bonn und Genf Rechtswissenschaft studiert, war, kaum großjährig geworden, der Partei beigetreten und hatte sich 1909 als Rechtsanwalt in Berlin niedergelassen. In zahllosen poli- tischen Prozessen hat er oft in uneigennützigster Weise die Jnter- essen der Gewerkschaften, besonders des Metallarbeiterverbandes und des sozialdemokratischen Bezirksverbandes vor Gericht vertreten. Im April 1918 entsandte ihn das Bertrauen der Berliner Parteigenossenschaft in das S t a d t p a r l a in e n t, wo er sich durch seine juristischen und kommunalpolitischen Kenntnisse weit über die Kreise seiner Parteifreunde hinaus die Achtung und das Vertrauen der Stadtverordneten erwarb. In der sozialdemokratischen Stadt- verordnetenfraktion reißt sein Tod eine Lücke, die nur schwer auszufüllen sein wird. In der Stadtverordnetenversamm- lung setzte er sich in ganz besonderer Weise für die Förderung der Künste durch die Stadt ein. Es gab in der Kunstdeputation keine Borlage, die ohne seine Mitarbeit zustande gekommen wäre. Zluch um den Ausbau der S t ä d t i s ch e n O p e r hat er sich als Mitglied ihres Aussichtsrats sehr verdient gemacht. Die Berliner Stadt- b a n t betrauert gleichfalls das 5)inscheiden eines ihrer Aufsichts- ratsmitglieder. In seinen Mußestunden war Genosse Weinberg ein leidenschaftlicher, still für sich wirkender Marx-Forscher. Der Tag, an dem die Stadt Berlin Karl Marx durch die Anbringung einer Gedenktafel an dem Hause Mohrenstraße 17 18 ehrte, zählte zu seinen schönsten Erinnerungen. Damals, am 31. August 1929, hielt Siegsried Weinberg bei der schlichten Enthüllungsseier eine Rode aus Karl Marx, die von seiner tiefen Verehrung für den großen Sozialisten durchdrungen war. Zweierlei Oeuischium. Patriotismus mit doppeltem Boden. Das gewaltsame Borgehen Litauens gegen das deutsche Memel ist für unsere Ueberpatrioten ein Anlaß, sich in kriegerischen Redensarten zu überschlagen. Natür- lich darf dabei auch der„Angriff" des kleinen Goebbels nicht fehlen. Er schreibt in seiner Nr. 32 vom 12. Februar 1932 in einem Dr. o. L. gezeichneten Artikel: „Das Maß ist voll! Die schlimmsten Befürchtungen sind ein- getroffen... Was hier geschehen ist, ist der f r e ch st e Rechtsbruch, der in den letzten Jahren gegen Deutschland begangen worden ist. Das Memelland hat im ganzen 147 000 Einwohner, von diesen sind nach der Zählung von 1925 110 000 Deutsche und nur 37 000 Litauer. Das Land ist also deutsch... Die Zeit der Zaudere, ist nun wirklich vorbei. Wir fordern, daß die oslpreußische Reichswehr- division zur Herstellung der Rechtslage das Memelland besetzt." Man sieht den kleinen Goebbels bereits im Stechschritt an der Spitze der ostpreußischen Reichswehrdioision die Grenze nach Memel überschreiten! Aber wie denn: 5)at nicht der g r o ß e O s a f Adolf Hitler in einem ganz ähnlichen Falle die direkt entgegengesetzte Haltung ein- genommen? Damals handelte es sich um S ü d t i r o l. Am 30. März 1927 erklärte Hitler in einer Versammlungsrede in München: ..wer ha« die Stirne. für 170 000 Deutsche in Südtirol 300 000 Deutsche aus dem Schlachlselde zu opfern?" Also für 110 000 Deutsche in Memel soll die Reichswehr einen kriegerischen Konflikt provozieren, der auch Polen und Frankreich gegen uns mobil machen würde, aber die 170 000 Deutschen in Südtirol sollen nach Hitler keinen Schuß Pulver wert sein! Woher dies zweierlei Maß der national» Bombenanschlag auf V-Zug Wagen stürzen in die Tiefe, drei Reisende verletzt sozialistischen Patentdeutschen? Nun. bereits am 14. November 1922 hat Hitler in einer Münchener Versammlung erklärt: „Mit Italien, das seine Wiedergeburt erlebt, und eine große Zukunft hat, muß Deutschland zusammengehen. Dazu ist nötig ein klarer und bündiger Verzicht aus die Deutschen in Südtirol. Da» Geschwätz über Südtirol, die leeren Proteste gegen die F a s ch i st e n schaden uns nur, da sie uns dies« entfremden. In der Politik gibt es keine Sentiments, sondern nur Kaltblütigkeit.' Was ist das für ein D e u t f ch t u m, das aus schmutziger parteitaktischer Spekulation bald für, bald gegen die Ver- gewaltigung Deutscher Stellung nimmt! Harzburg in Oberschlesien. Stahlhelm und Nazi schlagen gemeinsam"Reichsbanner- fuhrer nieder. Von der Bundcspressestelle des Reichsbanners wird mitgeteilt: Am Sonntag, dem 14. dieses Monats, fand in Bischdorf bei Constadt(Kreis Kreuzburg) ein« öffentliche Kundgebung des Reichs- banners statt, in der der Gausekretär M u s i o l sprach. National- sozialisten und Stahlhelm«? versuchten die Versammlung zu stören, wurden aber von dem Saalschutz des Reichsbanners aus dem Saal gedrängt. Daraufhin zogen Stahlhelmer und Nationalsozialisten Verstärkung herbei, so daß sie schließlich mit 200 bis 300 Mann das Versammlungslokal umlagerten. Trotzdem ereigneten sich unmittel- bar nach Schluß der Versammlung keine weiteren Zusammenstöße. Gausekr«tär Musiol und Landarbeitersekretär Olbrich, der die Versammlung» geleitet hatte, blieben mit 16 Mitgliedern des Reichs- banners in der Gastwirtschaft zurück. Als dies« dann später gemein- sam zum Bahnhof gingen, der abseits vom Dorf liegt, wurden sie auf der Chaussee von 100 Nationalsozialisten und Stahlhelmern überfallen, mit Steinen und Knüppeln wurde auf sie eingeschlagen. Gausekretär Musiol griff in der Not- wehr nach der Pistole und schoß drei Angreifer, dar- unter einen Stahl helmführer, kampfunfähig! Als «r die in der Pistole vorhandenen Schüsse abgefeuert hatte, war er vollkommen wehrlos. Jetzt wurde er niedergeschlagen und mit Steinen und Knüppelhieben am Schädel und Beinen schwer verletzt. Ebenso er- hielt Olbrich erhebliche Verletzungen. Musiol, der bewußtlos war, wurde von Landjägern zunächst zu einem Kameraden in Constadt gebracht. Im Constadter Krankenhaus wurden ihm die ersten Ver- bände angelegt. Im Kreis Kreuzburg entfalten die National- sozialisten eine besonders terroristische Tätigkeit. Der deutschnationale Landrat von Baerensprung hat gegenüber allen Beschwerden aus republikanischen Kreisen taube Ohren. Eine komische Anfrage. Was gedenkt die Reichsregierung...? Die Abgeordneten Dr. Frick und Genossen haben an die Reichs- regierung eine„Kleine Anfrage' gerichtet, nach der sie wissen wollen, was diese gegen den Reichstag spräsidenten Löbe zu tun gedenke, der in einer Versammlung in Kiel angekündigt habe, daß die„legale" Machtergreifung durch die Nationalsozialisten von der Eisernen Front verhindert werden wird! In Wahrheit hat Genosse Löbe in Kiel ausgeführt, daß den Legalitätsversicherungen der Nazis nicht zu trauen sei, weder die Vergangenheit Hitler» noch die brutalen Drohungen seiner©e- folgschaft biete dafür eine Gewähr. Es ist aber darüber hinaus eine Unverschämtheit be- sonderen Grades, wenn die Nazis immer wieder es so hinstellen, als würden s i e durch Gewall bedroht. Hitler kündige„rollende Köpfe' an, S t r a ß e r stellt in Aussicht„Die Breitscheid und Kon- sorten schlagen wir in den Dreck', Dr. Rosenberg spieße auf jeden Telegraphenpfahl zwischen München und Berlin einen pro- minenten Juden auf, S t ö h r verHilst der Hanfindustrie zu einer guten Konjunktur— und alle zusammen muten den Arbeiter zu, an ihr«„Legalität' zu glauben! Goebbels versichert, bis zur Machtergreifung werde man„legal' sein, was dann kommt, sei ihre Sache. Sie machen also kein Hehl daraus, was das ist: Zerschlagung des Koalition»- rechts und der Gewerkschaften, Aufhebung des gleichen Staatsbürger- rechts, des Wahlrechts und des Reichstags, des freien Versamm- lungs- und Presserechts für alle Gegner der faschistischen Gewalt. Da alle diese Absichten nur durch Verfassungsbruch zu erreichen sind, machen wir die Arbeiter heute schon darauf aufmerk- sam und sagen den Nazis deutlich: Diese„legalen' Absichten werden zerschellen an der Eisernen Front! Oer Krieg in China. Völkerbundlich festgestellt. Genf, 15. Februar.(Eigenbericht.) Tie Schanghai-Kommisston des Völkerbundsrats be- richtet hierher, daß alle Versuche, einen Waffenstillstand durchzuführen gescheitert sind:„Seit dem 3. Februar besteht der Kriegszustand ganz offen und jeder Anschein eines Waffenstillstandes muß aufgegeben wer- den." Tie Verantwortung für den Bruch des Waffen- stillstandes festzustellen, sei unmöglich. Schwere Kämpfe um'Wusung. London, 15. Februar.(Eigenbericht.) Ein japanischer Angriff, bei dem 1500 japanische Soldaten in kleinen Booten den Woosung-Fluß zu den Woosung-Forts übersetzen sollten, wurden von chinesischen Truppen abgeschlagen. Später wurden in der internationalen Siedlung 1000 Mann japanischer Verstärkung gelandet, weitere 12 000 Mann sollen heute dort eintreffen und ihr Kommandeur soll die Chinesen ultimativ auf- fordern, sich 20 Meilen hinter ihre jetzige Stellungen zurückzuziehen. Japaner mißhandeln Engländer. Schanghai, 15. Februar.(Reuter.) Der englische Schullehrer P a r k e s ist bei einer Autofahrt durch da» von den Japanern besetzte Viertel angehallen und trotz o r d- nungsmähtgerPapiere von etwa 50 japanischen Reservisten mißhandelt worden. Ein japanischer Offizier hat schließlich für die Freilassung des Lehrers gesorgt. ksnter der Zarenfahne k Moskau(über Kowno), 15. Februar. Nach Berichten aus'Schanghai hat sich dort als Unterabteilung des von den Behörden der Internationalen Niederlassung gegrün- deten Freiwilligenkorp« auch ein Regiment russischer Paris, 13. Februar. Auf den iuternationaleu Schnellzug Rom— Paris wurde am Souutagabeud in der Nähe von Marseille ein Bombenanschlag verübt. Wie durch ein Wunder wurden uur drei Reisende verletzt. Der Aug, der nur aus Wagen erster Klasse zusammengesetzt war, befand sich gerade auf einer kurzen Ueberführung, als plötzlich eine weithin hörbare Explosion erfolgte. Di« Lokomotive mit Tender löste sich vom Zug und die drei ersten Wagen stürzten eine etwa S Meter hohe Böschung hinunter. Die Dunkelheit trug noch zu der allgemeinen Panik unter den Reisenden bei, und man glaubte an eine schwere Katastrophe. Zur allgemeinen Ueberraschung tonnte man jedoch recht bald feststellen, daß nur drei Reisende Quetschungen davongetragen hatten. Die Untersuchung hat einwand- frei ergeben, daß es sich um einen Bombenanschlag Handell. Die Schienen sind an der Unfallstelle stark verbogen. Stücke von ihnen wurden mehrere Meter weit fortgeschleudert und sogar die Plattform der Lokomotive hat sich stark gewölbt. Man erinnert daran, daß erst vor wenigen Tagen fast an der gleichen Stelle ein Anschlag auf denselben Zug oerübt wurde, bei dem d«r Zugführer im Postwagen überfallen und beraubt wurde. Man nimmt an, daß es sich um einen Raubanschlag handelt. Eisenbahnunglück in Südslawien. Agram, 15. Februar. Der Belgrader Nachtschnellzug stieß am Sonnabend um Mitternacht 600 Meter von Brod entfernt mit einem Güterzug zusammen. Sieben Wagen des Güterzuges wurden zertrümmert. Vom Schnellzug wurden die Lokomotiven und der Packwagen schwer beschädigt. Sieben Reisende erlillen Verletzungen. In dem Schnell- zug befand sich auch der südslawische Hondelsminister Dr. Kramer, der unverletzl blieb. Opfer eines Hauseinsturzes. Geheimnisvolles Sprengstoffpaket.- Zwei Tote, mehrere Verletzte. Stockholm, 15. Februar. In Gotenbnrg hat sich heute früh er« furchtbares Explosionsunglück ereignet. Infolge des völligen Durcheinanders auf dem Unglücksplatz konnten die Ursach« der Katastrophe und die Anzahl der Opfer bisher noch nicht genau festgestellt werden. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Sprengstoffanschlag. Gegen 3 Uhr am Montagmorgen hörte man in ganz Gotenburg eine schwere Detonation. In einem Grundstück in der Bega- gatan wurde eine hauswand bis zum Dach hinauf sechs Meter breit Weißgardisten gebildet. Dieses Regiment hat die G e n e h m i» g u n g erhalten, eine Fahne zu führen, die in den altrussischen Farben gehalten ist und ledigllch in der Mitte das Wappen der Stadt Schanghai zeigt,_■■ Erlaubter Diebstahl? Eine Erklärung des Schnellrichters Dr. Reulecke. Amtsgerichtsrat Dr. R e u l e ck e, der als Schnsllrichter jenen Nationalsozialisten freigesprochen hat, der ein Eisernes Pjich zu stehlen versuchte, veröffentlicht im„B T.' eine Erklärung in eigener Sache. Die Erklärung macht einen in sich schlüssigen Eindruck. Es wäre zu wünschen, das öffentlich kritisierte Richter, anstatt lediglich zu lamentieren und zu protestieren, wie Dr. Reulecke zu dem Mittel griffen, die Oeffentlichteit über juristische Fragen sachlich auszu» klären. Die anständige republikanische Presse wird ihnen gern ihre Spalten hierfür öffnen. Amtsgerichtsrat Dr. Reulecke beruft sich darauf, daß nach der herrschenden juristischen Ansicht ein Diebstahl dann nicht vorliegt, wenn der Täter die Sache zum alleinigen Zweck ihrer Vernichtung sortgenommen hat. Nach zahlreichen reichsgerichtlichen Entscheidungen setzt Diebstahl die Absicht des Täters voraus, die gestohlene Sache irgendwie feinem Vermögen einzuverleiben. Im vorliegenden Falle aber hatte es der Täter nur auf Zerstörung des Eisernen Buches abgesehen. Dr. Reulecke hat ausdrücklich in seiner Urteilsbegründung das Unbefriedigende des jetzigen Rechtszustandes hervorgehoben. Er erklärt, daß die Lücke des Gesetzes, die' sich in diesem Urteil zeigt.schleunigst vom Gesetzgeber ausgefüllt werden muß. Denn— so sagt Dr. Reulecke—, der Fall ist im Ergebnis der gleiche, wenn etwa im künftigen Wahl- kämpf der Versuch gemacht wird, Wahllisten oder Urnen z u st e h l e n. Die vollendete Tat ist strafbar, nicht aber der Versuch. Wir entnehmen den Darlegungen des Amtsgerichtsrats Dr. Reulecke gerne, daß die Ursache des unbefriedigenden Urteils im Gesetz, nicht in der richterlichen Rechtsanwendung liegt. Immerhin möchten wir uns eine bescheidene Bemerkung gestatten: das alte System fand Mittel und Wege, seine Interessen auch straftechtlich zu schützen. Gerade der Verweis Dr. Reuleckes aus etwaige Störungen des Wahlaktes erinnert uns daran, das unter dem alten System nicht etwa nur Störungen, sondern auch gutgmeinte Verhinderung des offizielen Wahl- schwindels hart bestraft wurde. Bis kurz vor dem Welt- krieg gab es bekanntlich keine amtlichen Wahlarnen. Ländliche Wahlvorsteher— meist der Rittergutsbesitzer in Person oder sein Inspektor— stapelten die Wahlkuoerts genau in der Reihen- folge der abgegebenen Stimmen in Zigarrenkisten oder Suppen- terrinen auf. Bei der Oefsnung der Kuverts lieh sich dann ohne weiteres feststellen, wie jeder einzelne gewählt hatte. Mitunter kam es aber vor, daß ein sozialdemokratischer Wahltontrolleur diese Verhöhnung des Wahlgeheimnisses vereitelte, indem er mit schnellem Stoß den aufgeschichteten Kuvertstapel durcheinander warf. 3a diesen Fällen' haben die Gerichte systematisch gegen die Täter Gefängnisstrafen von mehreren wachen, ja Monaten, wegen„Amtsanwahuag' verhängt. Es bleibt merkwürdig, aber trotz allem wahr: im alten Obrigkeitsstaat hat es nie eine Lücke im Gesetz gegeben, hat nie ein einschlägiger Paragraph gefehlt, wenn man einen Sozial- demokraten verurtellen wollte. 4. Kreis. Heut«, 19% Uhr, bei Klug, Danziger Str. 71, Sitzung sämtlicher Zeitungskommissionsmitglieder der Abteilungen. aufgerissen. Die vier Famiiien in den betroffenen Wohnungen lagen noch im Schlaf. Aus den Trümmern konnte man bisher sieben Personen bergen, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Zwei davon sind bereits gestorben. Kurz vor der Explosion hat man einen Mann in das Haus hineingehen sehen, der auf seinem Fahrrad ein schweres Paket mitbrachte. Man vermutet, daß das Paket Sprengstoff enthielt. Bald darauf stürzte er aus dem Haus heraus und fuhr mit dem Fahrrad davon, das später von der Polizei an einer anderen Stelle der Stadt aufgefunden wurde. Der Mann selbst konnte noch nicht ermittelt werden. Grubenbrand durch Explosion. Velegschast gerettet.— Niemand verletzt. veuthen, 15. Februar. Sonnabendabend hörte man hier wieder Sirenengeheul, das auf ein Grubenunglück deutete. Das Heulen der Sirenen kam aus Ostoberschlesien und dauerte etwa eine halbe Stunde. Ueber die Ursache wird bekannt, daß in Orzegow(Kreis Schwientochwwitz) auf dem Pochhammer-Schacht, der der Gotthard-Grube gehört, eine Kohlenstaubexplosion erfolgte, die einen Brand zur Folge hatte. Das Feuer griff sehr schnell um sich, doch konnte d i e ganze Belegschaft gerettet werden. Die Löscharbeiten dauern noch an. Ein zweiter Grubenbrand. Sakkowlh, 15. Februar. Wie am Sonnabendabend auf dem Gotthard-Schacht in Orzegow, so entstand jetzt auf dem Nickisch-Schacht der Giesche- Grube in Ianow ein großer Grubenbrand. Seit etwa 14 Tagen war man mit der Abdämmung eines örtlichen Brandfeldes befchäf- tigt. Plötzlich entstand infolge der entwickelten Gase eine E x p l o- s i o n, die den Branddamm vollkommen zerstörte. Die dort befchäf- tigten 14 Arbeiter wurden fortgeschleudert: hierbei wurden ein Berg- mann aus der Stelle getötet, der Ableilungssteiger Sulla schwer und fünf weitere Bergleute leicht verletzt. Es wurde in aller Elle ein neuer Damm errichtet, um den Brand zu lokalisieren. Gegenwärtig ist die Gefahr eines weiteren Umsichgreifens des Feuers behoben. 22 Arbeiter vergistet. Rohrbruch in einer Metall wareufabrit. Nürnberg. 15. Februar. 3a der ZUekallwaren fabrik U l l m a u n explodierte heute vor- mittag ein zu einem Emaillierofen führendes Rohr. Durch die aus- strömenden Gase wurde die gesamte Belegschaft in Stärke vou 22 Wann vergiftet und mußte ins Srankeuhau« gebracht werden. Die Erkrankungen sollen größtenteils l e i ch l e r Ratnr fein. Mord in der Weinmeistersiraße. Mann verblutend aufgefunden.—- Zftauenleiche im Luch. Ein unaufgeklärter Leichrnsnnd rief dl« zweite Reservemord- kommt sstou am ZRoulagsrüh nach der weinmeistersiraße. Sur; nach sechs Ahr wurde in dem Flur des Hauses Weinmeistersiraße 4 ein zunächst unbekannter Wann in einer großen Blutlache auf- gefunden. Die Hausbewohner riefen Polizei herbei, und da der Wann noch schwache Lebenszeichen von sich gab. schaffte man ihn nach der Retluugsstelle in der Lothringer Straße. Auf dem Wege dorthin ist der Wann verstorben. Die Leiche wurde beschlagaahmt und ins Schauhaus geschafft. Hier wurde der Tote als der 64 3ahre alte Arbeiter Karl Duncker aus Schenkendorf festgestellt. Le'chenfund auf der Fuchsjagd. Die Reservemordkommission des Berliner Polizeipräsidiums ist gegenwärtig mit der Aufklärung eines schrecklichen Fundes beschäftigt, der am Sonntag innerhalb des weiten Gebietes des Stadtgutes Falkenberg gemacht wurde. In einem Luch wurde bei einer vom Pächter veranstalteten Fuchsjagd die Leiche einer Frau entdeckt, deren vom Raubwild zerfressener Oberkörper aus dem Eise herausragte, während d«r Unterkörper im Wasser stak. Mau benachrichtigte die Landjägerei, die sofort das Berliner Polizei» Präsidium benachrichtigte. Kriminalkommissar Zapfe hat mit seinen Beamten die Ermittlungen aufgenommen. Das Stadtgut Falkenberg liegt in Richtung Werneuchen. Es wird im Sommer an Bauern verpachtet. Zu dem großen Gebiet gehört ein Luch, das nur im Winter passierbar ist Es halten sich dort viele Hühner und Fasanen auf und demzufolge auch zahlreiche Füchse. Das Luch ist von Schilf und Rohr umstanden. Es beginnt 100 Meter südlich der Falkenberger Chaussee. Am gestrigen Sonntag machte sich der Pächter K l a u k e mit fünf Herren in Begleitung einiger Hunde auf, um eine Fuchsjagd zu veranstalten. Das Luch war völlig vereist. Plötzlich fiel es auf. daß einer der Hunde vor- stand. Auch durch Pfeifen war er nicht abzurufen. Als man hin- ging, entdeckte man in einer kleinen Lichtung, die im Sommer voll- kommen versumpft ist, die L e i ch e e i n e r F r a u. Nur der Körper ragte aus dem Eise heraus. Die Tote lag auf dem Rücken, sie ist vollkommen unkenntlich, da sich schon Raubwild an dem Körper zu schaffen gemacht hatte._ Stein würfe gegen Reichsbannerlokale. In der Nacht vom Sonn- abend zum Sonntag wurden an zwei Stellen der Stadt von unbekannten Tätern die Scheiben von Reichsbanner- lokalen zertrümmert. Gegen%2 Uhr wurden die Gäste eines Lokals in der Zimmer st raße 30, in dem«in „Eisernes Buch' zur Eintragung ausliegt, durch dos Klirren der Fensterscheiben aufgeschreckt. Von der Straße her war durch einen faustgroßen Stein die Fensterscheibe zertrümmert worden. Als Reichsbannerleute und Gäste sofort aus die Straße stürzten, war von den Tätern nichts mehr zu sehen. Einige Minuten vor 2 Uhr wiederholte sich dann der gleiche Vorfall in einem Reichsbannerlokal in der S t e i n m e tz st r a ß e 3 6. Hier wurde durch die umherfliegen- den Glassplitter einer der Gäste leicht oerletzt, jedoch waren die Wunden so geringfügig, daß sie an Ort und Stelle verbunden werden konnten. Auch hier konnten die Täter im Schutze der Dunkelheit ent- kommen. Der alliudische Songrcßpräsident Sirdar Sardul Singh ist auf dem Wege nach Peschawar verhaftet worden. An seiner Stelle übernahm der bengal-mohamedanische Führer Maulana Kalom Azad das Amt des Kongreßpräfident«». Gegen Terror, für Demokratie! Kundgebung der republikanischen Verbände Das Sarkell der republikanischen verbände verauflaliele aus Anlaß seiner Reichslazung gestern vormiikag eine cssenkliche Kundgebung im Plenarslhungssaai des ehemaligen yerrenhanses. Die hauplreserale hielien vlinlsterialdlrekior a. D. Dr. S p i e ck e r und Reichetagsabgeordneler Friedrich Stampfer. S p i e ck e r sagt«: Während das deutsch« Volk vor dreizehn Jahren in heroischer Selbsthilfe, erfüllt von Glaube und Hoffnung, sich ein neues st a a t l i ch e s D a f e i n schuf, scheint heute durch! Elend und Demagogie der nüchtern« klare Blich vieler getrübt. Bei dem Kampf um den Volksstaat haben wir Republikaner oft das Gefühl, als wenn wir Ircmde in unserem eigenen Staate wären. Es besteht eine Fremdheit zwischen Volk und Behörden, und bei den Regierenden scheint man auf staatsseindlich« Parteien und Organe oft eine Riichsicht zu nehmen, die parallel läuft mit einer Nichtachtung jener Volksmassen, die an Republik und Verfassung hängen.(Lebhafte Zustimmung.) Spiecker wandte sich dann scharf und unter stärkstem Beifall gegen den Groener-Erlaß, in dem das Reichsbanner mit den Staatsfeinden von Boxhelm gleichgestellt wird, und verlangte ein Eingreifen des Reichskanzlers im Sinne der Republik. Eine starke Abwehrfront der Bolls- mästen gegen jede Diktatur ist notwendig; deshalb grüßen wir die Eiserne Front und geloben zu kämpfen und zu stehen für die soziale Republik Deutschlands. In seinen einleitenden Worten gedachte Stampfer des Reichspräsidenten Friedrich Ebert, dessen Todestag sich in diesen Wochen zum siebenten Male jährt. Die Gestalt des ersten Reichspräsidenten wird als ein Symbol deutscher Wiedergeburt in der Geschichte weiterleben. Der Redner behandelte dann die Reichspräsidentenwahl von 192S, bei der gegen Hir.denburg der vom Dollsblock aufgestellte Wilhelm Marx stand. Unsere Gegner er» innern gerne daran, daß w i r damals im Kampf Worte scharfen Mißtrauens gegen Hindenburg gebrauchten, und es ist ihnen fatal, daß wir diesMißtrauen nicht mehr haben. Wir haben uns damals geirrtz aber der Irrtum war verständlich und entschuldbar, und der Vorwurf mangelnder Voraussicht trifft unsere Gegner doppell und dreifach. Dann aber kam der Umschwung. Hindeu- bürg leistete den Eid auf die Verfassung, uud er hielt ihn!(Stürmische Zustimmung.) Das brachte unsere Gegner in Harnisch, und als der Reichspräsident dann eine Politik internationaler Ver- ständigung unterstützte, kannte die Wut keine Grenzen, und man bedrohte den alten Mann mit Zuchthaus. Die deutsche Mannes» treue zeigte sich sellsam: Nichts mehr vom germanischen Edelvolk, dag dem Herzog die Treue hält-, aber um so mehr Aehnlichkeit mll dem Pöbel von Jerusalem, der heute.�Hosianna" und morgen „Kreuziget ihn!" schreit. Wir kämpfen um Sein oder Nichtsein. Wer ist der Feind? Eine Partei, die nach der schaurigen Tragi- komödie von Boxheim und der Gendarmenposse von Hildburghausen längst durch Lächerlichkeit hätte erledigt sein müssen, deren Kräfte wir aber gleichwohl nicht unterschätzen wollen! In diesem Kampfe ziehen wir den Hut vor den Arbeiterfrauen, die, wie durch ein Wunder, bei kärglichstem Geld« alle Münder satt machen und dennoch durch eine Rechenkunst ohnegleichen einen Groschen für die Eiserne Front ausbringen. Hut ab vor den Reichs- bannerkameraden, die hungernd für die Freiheit des deutschen Volkes kämpfen!(Erneuter stürmischer Beifall.) Zeichnen auch Sie olle sich ein in die Ehrenliste de» deukschea volles, in da» Eiserne Buch. Ms Marxisten lacht mir das Herz, wenn ich alle lästerlichen Prinzen, Generale und bankrotten Kapitalisten bei Hiller seh«; aber um die Arbeiter und Angestellten, die Bauern und Beamten, kurz um alle Schaffenden wollen wir mit ihm kämpfen. Eiserne Front gegen Harzburger Front, für unser Vaterland, für die Deutsche Republik! (Stürmischer Beifall.) Im weiteren Verlauf der Kundgebung legten die Vertreter des Sturmvogel, der freien nationalen Schülerschaft, der Vereinigung republikanische Preste, des Deutschen Republikanischen Pfadfinder- bundes, der Deutschen Liga für Menschenrechte, des Bundes Republi- kanischer Beamter, des Deutschen Studentenverbandes, des Republi- konischen Richterbundes und des Deutschen Sportkartells G e l ö b- nisse für die Deutsche Republik ab. Mit besonderer Aufmerksamkeit hörte man die tiefschürfende Erklärung der Dozentin Dt. phil. Hedwig H i n tz e, die im Innern jedes Staates die soziale Demokratie, in der Außenpolitik die Gestaltung eines Bundes freier Völker verlangte und so eine Synthese zwischen dem nationalen und dem Humanitätsgedanken zog. Der Reichsbannerführer Höltermann verkündete in kurzen hinreißenden Sätzen den einheillichen Kampf gegen den Faschismus. Reichsbannermustk umrahmte die Kundgebung, die vom Vor- sitzenden. Oberbürgermeister Luppe- Nürnberg, mll einem Hoch auf die Republik geschlossen wurde. �»ichSkonferenz der republitannchen Verbände. Am Sonntagnachmittag trat das Kartell der Republikanischen Verbände Deutschland» zu einer Reichskonferenz zusammen, die von Vertretern aus allen Teilen des Reiches besucht war. Nach Begrühungsworten des Vorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Luppe- Nürnberg, berichtete der geschäftsführende Vorsitzende, Büraermeister a. D. H e ß l e i n. über die Konstituierung des Kartells und über organisatorische Fragen. Nach dem Bericht umfaßt das Kartell heute alle republikanischen Verbände Deutschlands. Karl Höllermann, der Bundesvorsitzende des Reichsbanners Cchwarz-Not-Gold, sprach über„die Abwehr gegen die Staatsfeinde". Dabei schilderte er zunächst die Gründung der Eisernen Front, die sich überraschend schnell und glatt vollzogen habe, well in allen republikanischen Kreisen die Erkenntnis gewachsen sei. daß dem drohenden Faschismus ein schlagkräftiger Kampfapparat eMgegen- gestellt werden müsie. Den Faschismus, ob er illegal auftritt, oder sich legal drapiert, wolle die Eiserne Front mit den gleichen Waffen bekämpfen, die er selbst anwendet. Die Eiserne Front lehne es ab, bei Wahlen etwa mll eigenen Listen aufzutreten. Der Wahlkampf müsse den Parteien überlasten bleiben. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, an der sich Vertreter aus allen Teilen Deutschlands betelligten. Landtagsalgeordneter M ü l l« r-Duisburg wies auf die opferreichen Kämpf« hin, die die Arbeilerschaft an Rhein und Ruhr feit Jahren für die Republik geführt hat. Doll. wo die Großindu- striellen am intensivsten mll ihrem Geld für Hillers Sieg arbeiten, seien die christlichen Arbeller ebenso wie die soziaEdemokrattschen zum Abwehrtamps gegen die faschistisch« Gefahr entschlossen, die sich leicht zu einer separatistischen entwickeln könne. Die bedauerliche Zurückhaltung des Bürgertum« fei heut« die wirksamste Hllf« für Li« faschistischen Pläne. Auslandsdeutscher Möllmann-Mexiko führte aus, die deutschen Republikaner im Ausland könnten es nicht verstehen, daß die amtlichen Stellen in Deutschland nicht die Verwaltung energisch von solchen Elementen säubern, die den Faschismus fördern und damll die naturgemäß sich daraus entwickelnde Bolschewisierung begünstigen. Die Objektivität, mll der in Deutschland den Feinden und Freunden des Staates von der Regierung die gleiche Bs- Handlung gewährt wird, müsse praktisch zu einer Schwächung der Staatsmacht führen. Es müsse verlangt werden, daß die Anhänger des neuen Staates anders behandelt werden als feine Feind«. (Lebhafte Zustimmung.) In der weiteren Aussprache wurde scharfe Kritik an dem be° kannten Erlaß des Reichswehrministeriums über die Zulassung von Nationalsozialisten zur Reichswehr geübt. Frau Adele Schreiber-Krieger, M. d. R., betonte die Notwendigkeit, den Frauen mehr als bisher zu zeigen, was gerade für sie die Republik bedeutet. So müste der masochistischen Neigung „Götier unier sich." Ziose-Theaier. Aribert Wäscher, Mitglied des Staatstheaters, ein Charakter- gestaller und grotesker Spieler von hohen Graden, schreibt eine Filmkomödie„Götter unter sich". Es soll keine erotische Angelegen- hell werden. Das Programm bemerkt es ausdrücklich, und doch entstand nicht mehr als eine witzige Bellgeschichte. Eine hoffnungsvolle� junge Dam«, die sich bisher mll kleinen Rollen begnügen mußte, sehnt sich entschieden danach, Star zu werden. Der Weg soll durch das Schlafzimmer führen, aber die Wege zu diesem intimen Raum finden auch andere. Di« Dam« liebt ein unentwegtes Kommen und Gehen. Sie kann hall nicht dafür. Und als am Schluß die Hoffnung auf das Engagement zusammen- kracht, weiß man, daß die Divasehnsucht einmal erfüllt werden wird. Dies« Idee eines Sketches reicht für eine Komödie nicht aus. Jeden- falls müßte eine Fillnkomödie auch andere Moment« berücksichtigen. Ein Tell ist von Wäscher für das Ganze gesetzt worden. Die Hauptsachen fehlen. Will man, wie Wäscher im Programm erzähll, „einige gespenstische Gestallen der Zell dem Gelächter der Mit- menschen preisgeben, so wären wohl Produktionsleiter und Direktoren geeignetere Objekte. Wie kamen sie zu ihrer Stellung? Was waren sie früher? Wo liegt ihr geistiges Niveau, wenn man von Niveau dabei überhaupt sprechen kann? Die geschäftlichen und finanziellen Krämpfe wären ebenfalls ein reizvoller Gegenstand. Dieser Affentanz könnte den Stoff zu einer großen Komödie bilden und ein Bellrag zur Geschichte menschlicher Dummhell sein. Das Stück, etwas zu lang, jedoch manchmal sprühend im Dialog und gut in den Situationen, erfährt unter Paul Roses Regie eine unausgeglichene Aufführung. Karikaturen stehen neben wahrer Gestaltung. Johanna Blum ist ein süßes, triebhaftes Biest, und Joe M. Harris spielt einen lebemännischen Aestheten in schlichter Aufmachung. Hans Rose als Chauffeur ist echt bis auf die Knochen. k'. Lcch. „Kampf um Kitsch." St em ml es Schulstück, das seinerzell von der Volksbühne. herausgebracht wurde, wird jetzt von den Mitgliedern der Volks- bühne im Berliner Theater, das gerade frei ist, neu auf- geführt. Der große Erfolg, der diesem besten aller Zellstücke in der Volksbühne beschieden war, blieb ihm auch in der neuen Stätte treu. Das Publikum nahm mll Heller Freude an diesem Kampf um die neue Schule teil und war besonders von der Tellnahme der Schuljugend selbst begeistert. Der intime Kontakt zwischen Publikum und Bühne war hier einmal wirklich restlos hergestellt. Im Gegensatz zu den allen Schulstücken— erinnert sei an „Flachsmann als Erzieher"—, die die Typen des alten Systems brandmarkten, tritt Stemmles Stück in die positive Aktion ein für das Neue. Die junge Lehrerschaft und die von ihr betreute neue Jugend tritt leibhaftig in die Erscheinung. Die Konflikte, die das Neue heraufbeschwört, stehen im Mittelpunkt und werden ausge- tragen zwischen Lehrerschaft. Aufsichtsbehörde, der Jugend selbst und vor allem auch der Ellernschaft. Mitten aus der Zeit heraus ist der Stoff gegriffen: mll unerbittlicher Konsequenz wird die um- gestaltende, fruchtbare neue Schul« verteidigt, sie siegt auf der ganzen Linie mll Hilfe der Kinder selbst. Besonders gelungen ist die Szene in der Schulfeier, in der ein Junge seinen widerstrebenden Vater endgültig für die neu« Schule gewinnt. Stemmle scheut sich nicht, die Ding« beim rechten Namen zu nennen, den kullurwidrigen Abbau der Junglehrer anzuprangern und die Ellernschaft selbst anzuspornen, daß sie das neue Gut verteidig«. Die Aufführung wies einige neue Besetzungen auf: Ernst G i n s b e r g gibt jetzt in ruhiger, überlegener Weise den Rektor. I Paul Kaufmann ist der Gasmesser Witt, der sich bekehren läßt, eine sehr wirksame Gestaltung. Die Hauptsache aber sind die Schüler selbst, die aus zwei Klaffen gestellt sind. Es ist eine wahre Freude. die Jugend am Werk zu sehen. Namen sollen nicht genannt werden, sie machen ihre Sache all« gut, auch die Orchestergruppe der Sozialistischen Arbeiter-Jugend. Unter Karl Heinz Martins Regie schreiten jung und all im mllreißenden Tempo zum vollen Siege. Modern« Schularbeiten waren im Foyer ausgestellt und setzten die Propaganda anschaulich fort. Ö. Kabarett in der Volksbühne. Hin und wieder veranstaltet die Volksbühne jetzt an Sonntagen Kabarettoormittage. Was man gestern sah. war in den Einzel- leistungen fast durchweg ganz ausgezeichnet, aber zu wenig ein- heitlich im Gesamtbild. Man erwartet von solchen Veranstallungen schließlich noch etwas mehr, als daß von hier und dort Schauspieler und Darsteller herangeholt werden und daß dann ein Mosaik aus den verschiedensten Berliner Kabarettstilen entstellt. Man erwartet auch, daß hier, wo nicht die Rücksichten der westlichen Amüsierstätten zu nehmen sind, die aggressive und zellbetonte Note stät in den Vordergrund tritt und nicht nur eine Domäne des asketischen Ernst Busch bleibt, der die proletarische Fanfare auerdings desto Heller bläst. Im übrigen gab es zu sehen und zu hören: die unerhört komische Grotesktänzerin Lotte Goslar(Lotte Hildburghausen. wie Werner Fink sich zu versprechen vorgab), den köstlichen Max Ehrlich, die zarte, zerbrechlich« und wehmütig« Inge Bartsch. die derbe Annemarie H a a s e. den Chansonierartisten Rudolf Platte, die harmlos lustigen M e l l e r und Wagner, sowie Hans S ch ö n f e l d in einer, wenn auch ungerechten, so doch sehr spaßigen Parodie auf Msred Braun und Erwin Gotthelf in einer weiter Kreis« bürgerlicher Frauen entgegengewirkt werden, die jetzt Hitler Hausaltare errichten und zu dessen Partei laufen, die ihnen Prügel gibt. Einstimmig wurde von der Reichskonferenz folgende Eni. schl i e ß u n g angenommen: „Die Reichskonferenz des Kartells der Republikanischen Ver- bände Deutschlands verwirft jedes schwächliche Pak- tieren mit Organisationen, Bünden und Parteien, die den heutigen Staat und seine Derfassungsgrundlage verneinen. Sie warnt vor einer überkl"qen Taktik der Konzessionen: dem mit ollen Mitteln zur Macht s,'benden Gegner der Demokratie darf die Republik nicht selb'' das Tor öffnen. Die Reichs- konferenz fordert von den. mublikanischen Führern, daß sie bei der bevorstehenden Reichepräswentenwahl und bei den Landes- wählen sich allein von dem Willen leiten lassen, den sozialen V o l k s st a a t und ein geordnetes Staatswesen ,zu sichern, Diktaturgelüste und Terror zu brechen Der Zusammenschluß aller Repullikaner verpffichtet die leitenden Staatsmänner, auf die Kräfte dieser schwarzrotgoldenen Front gestützt, der Not der Zeit mit den Mitteln des sozialen Volksstaates, wie ihn das Werk von Weimar vorsieht, zu be° gegnen und nach innen und außen die Deutsche Republik zu ver- wirklichen." Mit einem dreifachen Hoch auf die demokratische Republik wurde die Reichskonferenz geschlossen. etwas billigen Travestierung Taubers. Der allzell übers ganze Gesicht lachende Werner Fink konferierte frohgemut, witzig(zu, weilen allerdings etwas zu sehr auf Kalauere! gestellt) und mit nur sanft in Watte gehüllter Spitze gegen rechts, und die liebenswerte Reff Langer bracht« Sachen Hans Reimanns urk> des uns wohl heute doch etwas ferngerückten Christian Morgenstern. Ii. L. „Ein steinreicher Mann." Atrium. Es ist nicht leicht,«inen deutschen Ersatz für Buster Keaton zu liefern. Curt Bois, der sich schon öfter darin versucht hat, hat Eigenart genug, um seine eigene Note auszuprägen. Vorläufig ist er noch auf der Suche danach, wenn er auch von seinem Poxhild schon deutlicher abrückt. Man hat um ihn herum einen Film vet- anstallet, und sein Regisseur Stefan S z e k e l y weiß ihn in aller- Hand ulkigen und spaßhaften Situationen zur Gellung kommen zu lassen. Der kleine Angestellt«, der irrtümlich in den Verdacht kommt, einen großen Diamanten, das wertvollste Erbstück der hochadligen Familie von Hahnenkamp, verschluckt zu haben, gerät dadurch in die seltsamste Situation. Die adlige Clique nimmt ihn in ihren Sckoß auf, erfüllt ihm alle seine Launen und mästet ihn an, um ihn für eine Operation widerstandsfähig zu machen. Er spielt mit ihnen Schindluder, nimmt sein Mädel zu sich, wird sckließlich auf einem Ball von einem Ganovenkonzern in einer großen Trommel ent- führt. Inzwischen hat seine Braut den Diamanten wiedergefunden. setzt seine Befreiung ins Werk und verhilft auch der Tochter der Hahnenkamps zu dem gewünschten Mann. Durch den Wechsel von Schüchternheit, Dämlichkeit und gespielter Ueberlegenheit weiß Curt Bois das Publikum zu unter- halten. Leider gerät der Film stellenweise allzu sehr ins Breite und streift die Langewelle. Auch die aufgepfropften Schlager be- leben ihn keinesfalls, so gut der Rumba von Theo Mackeben an sich sein mag. Da Dolly H a.a s(das Mädel) nicht recht zur Wirkung kommt, hat Bois nur einen, aber vollendeten Gegenspieler: Adele Sandrock, die hochadlige, energisch«, pathetische Repräsentantin der Familie Hahnenkamp. In ulkigen Nebenrollen tummeln sich Egon Brosig, Paul Hörbiger und.Hermann Pi�a. „Die Kameradschaftsehe" als Beiprogramm, ein« witzlose Sache, verpuffte ihre Pointen. r. Preisabbau in der Gtädiifchen Oper. Die Intendanz der Städtischen Oper hat sich im Einvernehmen mit dem Aufsichterat entschlossen, für die nächste Spielzeit die Eintrittspreise stark zu senken und gleichzeitig ein« neue Platzeinteilung für das gesamte Parkett vorzunehmen. Die Preise werden b i s zu 4l) Proz. herabgesetzt. Damit werden die vor dem Kriege güllig gewesenen Preise annähernd wieder erreicht. Die Neueinteilung des Gesamtparketts ergibt eine wesentliche Vermehrung billigerer Parkettplätze, wodurch vielen Wünschen aus den Besucherkreisen Rechnung getragen werden soll. Auch für die laufende Spielzeit wurde eine Herabsetzung der Preise beschlchsen; d. h. es werden vom 15. Februar ab samt- liche Tageskassenffceise um 10 Proz. gesenkt. Die A b o n- n e n t e n erhallen gleichzeitig«ine Vergünstigung von rund 20 Proz. des Abonnements für den Rest der laufenden Spielzeit durch Ge-. Währung einer Freikarte je Platz und Turnus. Goekhe-.Feier und Ausstellung der Akademie der Künste. Die Preußische Akademie der Künste, deren Ehrenmitglied Goethe seit 1789 war, veranstallet zu Goethes IM. Todestag am 18. März«ine Feier, bei der Thomas Mann eine Ansprache hallen wird. Am 19. März wird die Ausstellung der Akademie„Goethe und seine Welt" feierlich eröffnet werden. Ausschließlich aus den Beständen der berühmten Sammlung von Dr Kippenberg in Leipzig zusammengestellt, wird sie ein besonders bedeutsames Ereignis für das Goetye-Jahr bilden. Der größte Saal umschließt alles auf Goethe in Weimar und auf Goethes Tod Bezügliche. Der Mittel- saal wirb dem Thema„Faust" eingeräumt werden. künstliches Chiuiu. Prof. Paul Rabe, dem Direktor des Ebewi- schen Staatsinstitutes in Hamburg, und seinen Mitarbeitern ist es jetzt gelungen. Chinin synthetisch herzustellen— jenes komplizierte pflanzliche Alkaloid, das für die Malariabehandlung in den Tropen unentbehrlich fft und das auch bei anderen fieberhaften Erkrankungen durck seine stark temperatursenkende Wirkung von großer Bedeutung ist. Die bisherige Darstellung benutzt als Rohstoff die Rinde des Chinabaums. Das wirksame Alkaloid der Chinarinde, das Cbinin. wurde 18L0 von Pelletier und Caventin entdeckt und rein dargestellt. Die organische Chemie hat also über 199 Jahre bis zur synthetischen Darstellung dieses Naturproduktes benötigt. Um das Relchsehrenmal. Bei dem Wettbewerb für das Reichs- ehrenmal bei Berka sind mehr als 2490 Entwürfe eingegangen. Etwa 509 davon geben im Modell ihre Idee wieder. Das Preis- gericht wird voraussichtlich erst im März zusammentreten können. Ein« deutsche Opernaufsührung aus amerikanischen Sendern. Di« Oper„Tragödie in A r e Z z o" des Amerikaners Richard '-agemann, deren Uraufführung am 18. Februar in Freiburg i. Br. j. ttfindet, wird zur Feier von George Washingtons 299. Geburt:-- tag auf 76 amerikanisch« Sender übertragen. Konzert im Äroll-Theater. Mittwoch findet im Kroll-Tbeater unter Leitung von Klemperer das zweite Sinfonie-Äonzert statt. S a v d n: Sin- fonie C-Moll, Mozart: Sinfonie O-Dur, B r a h m S: IV. Sinfonie. Di- Tänzergrupv« Margarete W allmann aastier: mit ibrem anläßlich der Salzburger Festspiele erfolgreich crstaufgesührten chorischcn Tanzspiel „Das j ü n a st e Gericht" Sonntag vormittag tli4 Uhr in der Bolls- bühne. Einlaßkarten 8,60, 2,50 und 1,50 M. I» der Gesellschaft iiir ONaftatisch« Kunst spricht Dienstag 8 Uhr Bros. Georg Jacob- Kiel über..Ostasiens Kullureinfluß auf das Abendland" im Harnack-Haus. Die Hammerschafien. Antwort auf eine Frage. Die Hammerschajten haben es den Faschisten und ihren o runden angetan. So schreibt die Zeitschrist der Volkskonservativen Vereinigung„Volkskonservative Stimme"(Nr. 6). die Ausmerksamkeit der für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ver- antwortlichen Organe müsse einmal auf die Hammer- schaftcn gelenkt werden. Entweder halten die freien Gcwerk- schasten sich entschlossen, in diesen neuen Formationen entgegen ihren bisherigen Organisationsprinzipien betrieblich gegliederte Gruppen auszustellen und damit der Betriebszellenorganisation der Kommunisten und Nationalsozialisten entgegenzuwirken, oder aber die Angelegenheit habe noch einen wesentlich ernsteren Sinn. „Man kennt", so betont das volkskonservative Organ,„die Be- deutung der Herrschast über lebenswichtige Betriebe in weitestem Sinne für die Durchführung eines modernen Staatsstreichs. Sollten die Hammerschasten etwa der Grund sein, weshalb die Sozial- demokratie seit einiger Zeit so zuversichtlich verkündet, sie könne auch bei legaler Machtergreifung durch den„Faschismus" das. was sie unter Republik versteht, retten.(Eine Gegenfrage: Was verstehen eigentlich die„Volkskonservativen" unter Republik?) Sind die Hammerschaften, gerade herausgefragt, etwa Betriebssabotagegruppen für den Fall, daß die Tolerierung der Reichspolitit durch die Sozialdemokratie eines Tages so ober so ihr Ende findet?" Gerade heraus lautet unsere Antwort: Einen Hammer braucht man zum Zuschlagen, und ganz gewiß werden die Hammerschaften ihren Hammer nicht auf die Kommode lege», wenn Hitler den Versuch machen sollte,„ganz legal" den Gewerk- schasten an die Kehle zu springen. Die Hammerschasten wissen ja genügend Bescheid über die„Legalität", mit der die Hitler-Leute in dem Augenblick, wo sie zur Macht kommen, zu arbeiten gedenken. Die Hammerschasten werde» den Herrschaften mit der gespaltenen Zunge, wen» sie glauben, unter Hohngelächter„gonz legal" die Gewerkschaften abzuwürgen, rechtzeitig aufs Maul schlagen. Das Gtillegungsgefchäst. Es blüht troh aller Lohn-„Ermäßigungen". Breslau, IS. Februar.(Eigenbericht.) Die R e d e n h ü t t e in Hindenburg wird danmächst st i l l- gelegt. Gegenwärtig zählt die Belegschaft der Hütte noch 200 Mann gegenüber 700 Mann im Jahre 1929. Die Redenhütte gehört zu einer der am besten ausgestatteten Eisenhütten West- oberschlesiens. Die Schosfgotschen Werke haben in der Hohen- zollern-Grube bei Beuchen 900 Arbeitern gekündigt. Da die Haldenbestände der Grube bereits auf fast 200 000 Tonnen angewachsen sind, sieht sich die Gnrbenverwalwng zu einer ein- schneidenden Verrmgerung der Förderung gezwungen. In O st o b e r sch l e s i e n sordert die Rybnicker Steinkohlen- gewerkschast die Entlassung von 530 Arbeitern der Hoym grübe. Die chemische Fabrik der G i e s ch e A.-G. in Birkenhain sordert die Genehmigung zur Schließung des Betriebes am 9. März. 193 Arbeiter und 13 Beamte sind dadurch der Abbaugefahr ausgesetzt. Belm Denwbilmachungs- kommissar ist ferner die Schließung der Emmagrube beantragt. Auf einer Belegschastsversatstmiung der Ferdinand-Grube in K a t t o w i tz wurde den Arbeitern mitgeteilt, daß die Beurlaubung oon 2 5 0 Mann nach dem Krümpersystem vor der Einführung steht, serner zwei Feierschichten je Woche und die E n t- lassung von 617 Arbeitern beabsichtigt sind. Nachdem der Denwbilmachungskommissar in der vergangenen Woche die Ent- lassung von 81 Arbeitern der Fitznerschen Kesselsabrik genehmigt hat, sind in der vergangenen Woche auch 80 Arbeiter der Laurahüttc abgebaut worden. Es handelt sich um Arbeiter des Gasbetriebes und der Nagelfabrik. Weilerausslchten für Verlin: Größtenteils bewölkt mit einzelnen Schauern. Mäßige nordwestliche Winde, Tagestemperaturen etwas über Null. Für Deutschland: Im Nordosten wieder Frostwetter mit Schneefällen. In Nord- und Mitteldeutschland bewölkt mit Schnee- und Regenfällen. In Süd- und Südwestdeutschland weiterhin be- ständig und sehr kalt._ e Buch 3>uul bogen;£ieber Täter Den Briefsammlungen„Geliebter Sohn" und„Liebste Mutter", die Paul Elbogen im Ernst-Rowohlt-Verlag herausgibt, folgt jetzt als Schlußband„Lieber Vater. Briefe berühmter Deutscher an ihre Väter" Der Vergleich dieser Briefe mit denen an die Mutter zwingt sich sofort auf. Dort meist liebenswürdige Zärtlichkeit; der Mutter erzählt man von seinen kleinen Sorgen; viele der Briefe haben einen scherzhaften, verliebten Ton. Ganz anders die Briese an den Vater. Der Bater ist der Ratgeber, der Helfer und Freund, mit dem man sich freundschaftlich, kameradschaftlich, oder, wenn es gegen die väterliche Autorität geht, erregt oder zerknirscht ausein- andersegt. Aber diese Briefe zeigen mehr als nur die persönlichen Beziehungen zwischen Vätern und Kindern, sie geben in den meisten Fällen eine Charakterisierung des Schreibers, wie sie uns ein noch so getreuer Biograph nicht geben kann. Wie kündet sich in diesen Briese», die meist dem Jugendalter entstammen, oft schon der Weg des später Berühmten an! Wie enthüllt sich der Charakter des Schreibers, gleich, ob es der Ueberschwang des jungen Goethe ist oder die Spitzfindigkeit des unglücklichen Christian Dietrich G r a b b e, dem Vater etwas Geld zu entlocken, immer mit der leisen Anspielung auf das„Genie", für das der Vater eben not- wendige Aufwendungen machen muß(die den Vater denn auch später ruinieren). Wie lebendig steht in diesen Briefen der Schreiber vor uns, etwa L a s s a l l e in seinem Briese aus dem Gefängnis(18ck8), als er des Vaters„gute Ratschläge" zurückweist. Und wie weist er sie zurück! Welches Gefühl der Ueberlegenheit, welche Siegesgewiß- heit, welcher Elan, welche Maßlosigkeit! Und als Gegensatz der Brief Marxens aus seiner Berliner Studienzeit, worin der Acht- zehnjährige über seine Arbeit berichtet, ruhig betrachtend, ohne das Feuer einer gebändigten Kraft zu verhüllen. Die Briessammlung erfüllt mehr als den vom Herausgeber beabsichtigten Zweck, ,chie Ströme zu zeigen, die um und zwischen Eltern und Kindern kreisen—— mit Recht flehen die Worte Herders Sohnes als Motto über diesem Buche,„die im unbewachten Augenblicke der ersten Empfindung geschriebenen Briefe den Menschen ihm selbst unbewußt zeigen, wie er ist" Eine Bereicherung des Buches sind die ausgezeichnetcn Bildbeilagen, die Bäter der berühmten Kinder darstellend R. Junge. Rundfunk der Woche Bemerkungen zum Sonntagsprogramm Das Berliner Sonntagsprogra mm scheint allmählich eine den Bedürfnissen der Hörer gemäßere Zeiteinteilung gefunden zu haben. Besonders glücklich mar in dieser Hinsicht das Programm des letzten Sonntags. Die Zeit, in der sonst die B a ch- K a n t a t c übertragen wurde, war mit einem Schallplattenkonzert„Drei Tenöre singen Opernarien" ausgefüllt. Hier ist oft betont worden, aus welchen Gründen die Sendung der Bach-Kantaten auf so viel Mißfallen stoßen mußte. Die Funkstunde machte nie auch nur den Versuch, durch einen einführenden Vortrag Verständnis für diese schöne Musik zu wecken. Allerdings war auch die Zeit der Sendung ungünstig, die zu bestimmen ja nicht im Machtbereich der Funk- stunde lag. Zwischen 11 und'A12 Uhr liegt am Sonntag in den meisten proletarischen Familien die erste Ruhepause auch für die Hausfrau; die Hausarbeit ist fertig, das Mittagessen braucht noch nicht besorgt zu werden. Daß in dieser halben Stunde, die vielleicht mit Stopf- oder Flickarbeit ausgefüllt wird, der Sinn auch bei sehr musikempsänglichen Menschen nicht auf Sammlung gestellt ist, scheint begreiflich.(Uebrigens hat, soweit meine Er- sahrungen reichen, auch in solchen Kreisen, die sich stolz als„nicht proletarisch" empfinden, die Bach-Kantaten-Serie sehr wenig An- klang gefunden: bei Stichproben, die ich absichtlich machte, habe ich meist erlebt, daß dort, wo die Sendung eingeschaltet war, die ganze Familie sie als Begleitung zu ihrer Zeitungslektüre benutzte.) Die drei Tenöre auf Schallplatten dürsten allgemein mehr Aufmerksamkeit und Beifall gefunden haben. Die Funkstunde wird das wahr- scheinlich auch aus Kundgebungen ihrer Hörer direkt erfahren. Vielleicht lernt sie es allmählich, ihre Kulturbcstrebungen unter das Motto zu stellen:„Wir wollen weniger erhoben und freudiger empfangen sein." Die Wirkung jeder Sendung hängt schließlich davon ab. ob die rechte oder die unrechte Stunde für sie gewählt wurde. Deshalb ist die Umgruppierung der E l t e r n st u n d e zu begrüßen. Mir scheint, daß sür sie jetzt die beste Zeit gesunden wurde. Um 2 Uhr nachmittags dürfte es allen daran interessierten Eltern möglich sein, die Vorträge abzuhören. An diesem Sonntag gab es im Anschluß daran zwei leisere Stunden: Vorträge, Gesang, Klavier- musik; viele Nachbarn werden daraufhin dankbar über eine unge- störte Mittagsruhe quittieren. Aber die Funkstunde oder die Deutsche Welle würden bestimmt viele Eltern und Kinder ersreuen, wenn sie um diese Zeit etwas Unterhaltung für Kinder einschalteten. Die jetzt auf den Vormittag verlegte Kinder st unde dürfte allerdings nicht verschwinden; gerade in der Zeit des schlechten Wetters ist es zu begrüßen, wenn der Rundfunk am Sonntag- vormittag ein wenig für die Beschästigung der jüngeren Kinder sorgt. Der Nachmittag sollte den größeren Kindern dienen, sür die an den Sonntagen überhaupt nichts gebracht wird. Es gibt unter den Elf- bis Vierzehnjährigen wenige, die heute gut auf das Funk- Programm zu sprechen sind. Die ausgezeichneten Stunden von Doktor U e b e r a l l und ähnliche Veranstaltungen finden nicht mehr die Begeisterung wie einst, weil sie einseitig technisch und naturwissenschaftlich eingestellt sind und nicht durch andere dazwischengelegte Jugenddarbietungen aufgelockert werden. Durch geeignete Sonntagsdarstellungen ließe sich hier gewiß schon eine recht wirksame Ergänzung finden. Etwas mangelt noch immer; Darbietungen nämlich�jür jene Erwachsene, die am Sonntag nicht nur unterhalten sein wollen. „Nicht nur" ist eigentlich zu wenig gesagt; mit so bescheidenen An- sprächen kommt man unter Umständen noch auf seine Rechnung. Aber es gibt eine ganze Reihe von Hörern, die mit Recht anspruchs- voller sind. Das Sonntagsprogramm läßt sie unbefriedigt, weniger, weil es an Breite, sondern weil es an Tiefe nicht genug ihre Bedürfnisse berücksichtigt. Vor allein fehlt dem Sonntag noch viel zu sehr die Bindung an die Gegenwart. Die Deutsche Welle hat aus der Erkenntnis dieser Notwendigkeit bereits einige Dar- bietungen aufgenommen, die nicht nur ihrem Titel, sondern auch ihrem Geist nach„aktuell" sind. Vor allem scheint mir die neue Reche„Die junge Generation spricht" zu begrüßen. Doch diese Diskussion und die„A k t u e l l e S t u n d e" lassen noch manche Wünsche offen. An sich ist gar nichts dagegen einzuwenden, wenn die Funkstunde sich geneigt zeigt, am Sonntag den Wünschen nach Unterhaltung in weitestem Maße Rechnung zu tragen, sofern die Deutsche Welle für ausreichende Ergänzung sorgt. Doch wäre dafür vor allen Dingen nötig, daß die Deutschs Welle nicht nur Einzel- darbietungen, sondern grundsätzlich ihr ganzes Sonntagsprogramm entsprechend zeitgemäß einstellt. Das wäre wohl nur zu erfüllen, wenn sie an den Sonntagen stärker als bisher in Tätigkeit trete. Nicht eigentlich belehrende Vorträge fehlen, londern auf- klärende. Der Zeitungsleser, der sich täglich rasch über die Ge- schehnisse in der Welt unterrichtet, ohne immer sich über Wirtschaft- liche, politische, geographische Zusammenhänge ganz klarzuwerden, wäre sehr dankbar, wenn in seinen sonntäglichen Mußestunden der Rundfunk ihm einige entsprechende Erläuterungen gäbe; der tcch- nisch oder naturwissenschaftlich Interessierte würde gern über Fort- schritte auf diesen Gebieten unterrichtet zu eine? Zeit, in der er | ausgeruht genug ist, um den Vortrag auch innerhalb verarbeiten zu können. Allerlei andere Fragen und Probleme, die unsere be- wegte und wirre Zeit täglich aufwirft, wären in möglichst ein- sacher, volkstümlicher Form am testen Sonntags zu behandeln. Die Funkstunde aber sollte die Zeitungsschau ebenfalls auf eine günstige Stunde am Sonntag verlegen; sie ist doch gerade für jene Hörer bestimmt, die über wenig Zeit und wenig Geld ver- fügen, auf andere Weise also nicht Kenntnis der verschiedenen Presse- stimmen sich verschaffen können. Eine glückliche Hand hat die Funkstunde in der letzten Zeit in der Auswahl einiger Sonntagsdarbietungen bewiesen, die gleichzeitig unterhaltend und belehrend waren. Es gab eine Anzahl recht ge- lungener Vorträge in dieser Art. Gut in diesem Sinne erschien mir auch die Darbietung„Musik um Goethe", die in der Beleh- rung einer höchst angenehmen Unterhaltung ausgestaltet wurde. Daß Stößinger in seiner Beurteilung von Goethes Musikver- ständnis etwas zu hoch gegriffen haben dürfte, ändert ebensowenig an dem Wert dieser Stund? als die Tatsache, daß ihm einige offen- sichtliche Irrtümer oder Verwechslungen unterliefen.„Das Veilchen" in der Komposition Mozarts hat wohl schon darum kaum den Bei- fall Goethes gefunden, weil dieser es wahrscheinlich gar nicht ge- kannt hat, deshalb konnte Felix Stößinger auch eine Aeußerung Goethes darüber schwerlich gegenwärtig sein. Aber auch seine Be- hauptung, daß die Art dieser Komposition Goethe besonders zugesagt haben müsie, widerspricht durchaus dem, was Goethe selber über die Komposition eines Liedes sagte. Alles sogenannte Durch- komponieren eines Liedes nannte er„verwerflich"(„Annalen zu 1861), da dadurch der allgemein lyrische Charakter ganz aufgehoben und ein- falsche Teilnahme am einzelnen gefordert und erregt werde. (Deshalb lehnte er auch Beethovens Komposition des Mignonliedes ab.) Nach einer Melodie sollten nach Goethes Wunsch sämtliche Strophen gesungen werden, und nur durch den vortragenden Künstler jeder einzelnen der ihren Textworten entsprechende Aus- druck gegeben werden.„Das Veilchen", durchkomponiert bis in jeden einzelnen Ausdruck-wert und mit dem von Mozart zuerfundenen Nachsatz:„Das arme Veilchen! Es war ein herzig's Veilchen", dürfte Goethes Musikgeschmack wenig entsprochen haben. Goethes natllr- liche Aufnahmefähigkeit für Musik war dadurch begrenzt, daß er sich niemals auf diesem Gebiet eine richtige„Bildung" hatte an- eignen können. Sein eigenes bescheidenes Urteil, daß er sich der Musik gegenüber nur„empfindend, nicht urteilend" verhalte, dürfte seine Stellung zur Musik am treffendsten charakterisieren. Aber wie viele Hörer wissen denn überhaupt etwas von Goethes Verhältnis zur Musik? Darüber belehrt zu werden ist jedoch nicht so un- wichtig, wie mancher denken mag. Nicht nur, weil das Bild des Dichters und Menschen Goethe dadurch klarer wird, sondern auch, weil diese Ausklärung allgemein lehrreich ist. Goethe, der soviel „Empfindung" für Musik hatte, daß von seinen eigenen Singspielen nicht mehr die Rede war, als er als Weimarer Theaterdirektor die Bekanntschaft mit Mozarts Bühnenwerken gemacht hatte, blieb trotz seines beinahe universalen Genies in seinem Verständnis für Musik gehemmt, weniger weil er, nach eigenen Worten,„mit unzuläng- lichem Talent" sich hier bemühte, sondern weil sein natürliches Ver- ständnis durch keine systematische Bildung erweitert worden war. Tos. Rundfunk am Abend Montag, 15. Febrnar. Berlin. 16.05 Ministerialrat Dr. F. Rathenaa; Staat und Minderheiten. 16.30 Neue Musik für Kamraerorchester. Dir.: Michael Taube. 17.30 Doktor Ueberau erzählt. 17.50 Dr. Karl Wittke: Die Parteien in Amerika. 18.15 Wilhelm Scheffen: Die Berliner Winterhilfe. 1S.25 Dr. Behrend und Dr. Studders: Was wird aus den Abiturienten? 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tax. 19.10 Mandolinenorchesterkonzert. 19.55 Mitteilungen des Arbeitsamts. 20.00 Beethoven: Sinfonie A-Dur. op. 92.(Funkorchester, Dir.: Paul KIctzki.) 20.40 Tages- und Sportnachrichten. 20.50„Dr. Johann Fausts Leben und Höllenfahrt." Nach alten Spielen für den Rundfunk bearbeitet von Friedrich Burschell. Regie: Gerd Fricke. 22.20 Wetter, Nachrichten und Sport. Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Rektor J. Kayser: Schularbeit In holländischen Schulen. 17.30 K. Kißhauer: Himmelskunde. 18.00 Dr. H. Just: Musizieren mit unsichtbaren Partnern.« 18.30 Spanisch für Anfänger. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Reg.-Rat Dr. Hartenstein: Die Devisenbewirtschaftung im Ausland. 19.30 Rittergutsbesitzer Dr. von Laer: Februartagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft Bcrantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin Verlrg: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckcrei und Verlagsanftalt Paul Singer � Co. Berlin SW 68. Lindenftr. 3. Hierzu 1 Beilage. Tltealet Ltdilsptele usw staafs Thcafer Montag, den 15. Febrnar staatsoper unter een Linden 20 Uhr DerTrouSmdour 5taall.Sdiauspielliaus jindinHumarkt 20 Uhr Othello Iiis Kjrtisnrkiil Schiller-Theater CMIInbiri 20 Uhl Die göttliche Jette Städi.Oper Charlottenbur: Bismarckstraße<4 Montag, 15 Febr Voiksvors'ellune ■ La Bßhöme Knde nach 22 Uhr PLAZA lig.'ick 5 u. ob Dir I Stj». 2, 5. eis Wir Rose- Iheater ireii Fmttertir SlriBi tZ! Iii. W-Itol t � 3427 8.15 Uhr Derltettelsti'iJeat Charlottenstr.90-9.'. Täglich* Uhi OasEDsemblstTclbblllffla Kampl um Kflsdi Volks btlline Theater am BDIovslat? 8 Uhi Fabrmann Henschei mit Emil Jannings u. Margarete Mclzer Regie: K II. Martin Staatl. Sdiilier- Theater t Uhr Dieööttiltfie leite W�r ♦ Ucmen> 9.15 Obr Flora 3434 Randien erlaubt Reifer-Fumilic Ilaso n. sein Wclbstcufcl. With. Beudoiv. 9 Atlisons und wet'ere Att»aktlonen »'.ui" CASINO-THEA TERsv. m» Lothringer Strafte 57. illllllHimtunMUMNIIMIIWmilHMMMMMMIMHMNMMMMln Für wenig fiel« ein cimiBreiititr Akne Xen! Seu! then won heute Dazu ei» neuer bunter Teil und eine Operette Jutschein I-4 Personen: Parkett 50 Pi. �"auteuil l.— Mark Sessel Mark. Dentsdiu Toßatff Heute geschlossen: Morgen T'i Uhr Uraufführung Vor iODDeDDiiicrpg v Gerh.Haupimann Regie; Max Reinhardt Reidishallen-Theafer Itttnholl platz 8 Dhr. Sonntags?>/- Dbr zu kleinen Pi eisen Stettiner Sänger Nur noch kurze Zeit „«o'n Keinfall!" Theater desWestens Tägl S>. Prinz Pfeiliusalem Operette ron Job. Strang Waldmflller. Marian. Jankuhn, Lilien, Ewald. Lmim-Tim ifleiroDO.'-ineascr Täglich 8>.. Uhr Ein Lied der Liene Rieh. Tnober Anni Ahlers Theater am Nsllendorfplatz Diaii: Klint Szlubarj Pallas 7051 Täglich 8'/» Uhr Stgs auch 4',. Uhr Sasparons p- Kleines tu.— Truppe 1931. Tagt 8';. Uhr Die fflauseialie »'reise 75 PI.-5 M Sonnt, nachm. 4 L'. halbe Preise. iHatiigesucnel Täglich Oy, Uhr Wtli'iwtmt Morgen gehts URS gut I jfchmcUe ffiolbfdjmel» Grete Hoatiplnt chriNionai iBgpfmtfcrflrafir 33 „" Hnnue...z�Id-ri. Orchester Dtj.s B dadurch gewonnen. Handball-Ueberraschung FTGB.-Nordost geschlagen Der Bezwinger des Kreismeisters, die Freie Turnerschaft Velten, fuhr froher Laune nach Berlin und stellte sich dem Tabellen- zweiten, der FTGB.-Nordost. Ebenso launig wie man auf der Fahrt war. bestritt man das Spiel und ging dabei mit so viel Eiser an die Arbeit, daß die Vellener gpieler sich selber wunderten, wi« fabelhaft sie ihre Angriffe sertigbtachten. So war es dann auch klar, daß Vellen immer überlegen spiells und sich bis zum Seitenwechsel eine deulliche 4:»Führung eroberte. Erst nach der Pause fielen dann Tore, die aber an dem 6:4'Sieg von Velten nicht viel ändern konnten.— In einem anderen Spiel war die FTGB.-Nordring den Luckenwalder Sporllern in jeder Hinsicht überlegen. Von Ansang bis zu Ende bekamen die Zu- schauer ein durchdachtes Spiel vorgeführt. Den Luckenwaldern schadete in der Hauptsache ihre Unschlüssigkeit. Resullat: 16: 2(8: 1). Wetter« Ergebulfl«: B-ltssport Weddlng— Freie Turn, und Sportoereini. gong Nowawe-, U: Z(4: 0), Vllllelport Wedding 2— Luckenwalde-Sport 15: 3 (8:1). Hockey Bei den gestrigen Serienspielen tonnte sich Tennis-Rot 1 die letzten zur Sruppenmeisterschaft notwendigen Punkte gegen die Freie Sportoereinigung Pankow durch einen 5:»Sieg holen. Wider Erwarten hiellen sich die Pankower bis zur Pause(2: 0) sehr gut. Den Tennisspielern gelang es dann in der Nachpausen- zeit durch wesentlich besseres Spiel das Resultat aus 5:0 zu er- höhen.— Der Sportverein Moabit 1 erzwang vom Gruppen- meister B(Volkssport Neukölln-Britz 1) ein gutes Enentschieden 1: 1. Die Neuköllner gaben nicht das gute Spiel wie sonst, waren stark aufgeregt, während die Moabiter durch verständnisvolles Spiel und ohn« sonderliche Anstrengung einen mehr als gleichwertigen Gegner abgaben. Eine Kombination des Arbeitersportvereins Rot-Weiß spielle gegen den Athletik-Sportklub 14:0. Die Athletik-Sportler hielten sich gut und gaben einen unerwartet guten Partner. Ganz beachtenswert schlugen sich der Arbeiter-Sportverein Schöneberg 07 1 gegen den Freien Hockeyklub Spandau, dem sie mit 2: 1 Toren das Nachsehen gaben. Die Wasserball-Scric Em sehr abwechselungsreiches Spiel sah man am Sonnabend zwischen.,Neptun">Weißensee und„Möwe". Neukölln, das fchlleßl ch mit einem unentschiedenen Ergebnis von 4: 4(Halbzeit 2: 2) einen Abschluß fand, der dem Spieloerlauf gerecht wurd«. Neptuns umgestillt« Mannschaft hat sich jetzt gut eingespiett und zeigte im Sturm recht gute Zusammenarbeit, die man bei Möwe oft stark»er- mißte. Möwe» Stärke lag b«i der Hintermannschaft, die über die erfolgreiche Abwehrarbeit hinaus durch forsche Durchbrüche und Alleingän-g« entscheidenden Antell an den Torerfolgen hatte. Beide Torleute befanden sich in guter Form und zeichneten sich bei Stellungskämpfen vor den Toren des öfteren durch entschlossenes Eingreifen aus. Neptun war feinem Gegner im Stelluugsfpiel über. während Möwe durch schnellere» Schwimmen stets etwas mehr vom Spiel hatte. Die Torerfolge Neptuns waren Ergebnisse flotten und entschlossenen Zuspiels, wogegen Möwe in günstiger Position zu lang« zögerte und dadurch um manch verdiente Chance kam. Das Spiellempo war in der ersten Hälfte recht flott, ließ dann aber im zweiten Spielabschnitt bei dem zunehmenden scharfen, aber fairen Deckungsspiel beider Mannschaften stark nach. Die Eishockeyspiele Oslring gegen Osten 5: 1 Infolge Zeitmangels konnte am Sonnabend nur ein Spiel aus- getragen werden. Um den Spielern der zweiten Mannschaften Gelegenheit zum Einspielen zu geben, stellten beide Vereine reichl.ch Reserven ein, bei O st r l n g war die Stürmerreihe der ersten Mann- schaft im Felde, bei Osten wirkte hier ein Ersatzmann mit. Wie üblich begann das Spiel mit gegenseitigem Abtasten. Schon in der 3. Minute nutzte dabei der Mittelstürmer von Osten die Situation geschickt, aus einem Gedränge kannte er zum ersten und einzigen Tor einsenden. Die Gegenaktionen von Ostring blieben vorerst lahm, die gute Störungsarbeit der Ostenoerteidigung oer- nichtete die sonst guten, aber zu langsamen Komblnattonszüge. An- scheinend riß dem Linksaußen die Geduld, in einem prächttgen Alleingang konnte er in der 12. Minute ausgleichen. Das zweite Drittel zeigte offeneres Spiel. Allmählich machte sich eine Ueber- legenhett von Ostring bemerkbar, doch verhinderte der flinke Osten- tormann Zählbares. Erst in der 14. Minute konnte der Mittel- ftürmer von Ostring aus 16 Metern hoch in der linken Ecke landen. Im letzten Drittel war der Ostringsturm vom Anpfiff weg nicht wiederzuerkennen. In weitgestellter Kombination trug er die schneller werdenden Angriffe über das ganze Feld. Vor dem Tor zeigte er ein famoses Stellunzsspiel, so daß der Mittelstürmer in der 4. und 6. Minute zwei spitz hinter dem Tor heroorgegebene Vorlagen unhaltbar oerwandeln konnte. Zwei Minuten vor Schluß stellte der kleine Rechtsaußen, der bei jedem Duell an der Scheibe bleibt, in einem Handicab das Resultat auf 8:1 für Ostring. Heute, Montag, finden um 20 Uhr im Friedrichshain die Mck- spiel« der ersten Mannschaften statt. Von 21 bis 22 Uhr Trainings- stund« für Anfänger und untere Mannschaften. Alle Eishockeyspieler des 1 Kreises mästen antreten. Eishockeyländerwettkampf in Lettland. Die deutsche Länder- Vertretung de» Arbeiter-Turn- und Spnrtbundes verlor gegen die lettische Länderels mit 1: 2. 1000 Zuschauer erlebten einen jederzeit offenen Kampf. Viertes �Vintersporttest des repndHKsnisdien Winlcrsportverbandes A. S. Venncckensteia, 15. Februar. Am Sonnabend und Sonntag wurde in Benneckenstein im Harz das 4. Republikanisch« Wintersports« st de» Deut- schen Wintersportverbandes durchgeführt. Die republi- konischen Wintersportler beteiligten sich, trotz der Ungunst der Zeit und der schlechten Schneelage überaus zahlreich, die Hauptwettkämpfe waren stark beschickt. Der Süddeutsche Gau und der Gau Schlesien mußten infolge der Wtrtschaftsnot auf eine Teilnahme verzichten. Der Veranstaltungen begannen am Sonnabendnachmittag mit einer Präsidialtagung und einem Vertretertag de» Verbandes. Der 2. Verbandspräsident, Arthur Pape, lettete die Dertretertagung mit einer Ansprache ein, in der er unter großem Beifall der Delegierten feststellte, daß der Deutsche Wintersport- verband sich in die Eiserne Front eingereiht hat. Am Sonntag früh traten die Sportler vor dem Hotel„Krön- prinz" an und zogen unter Borantritt eines Tambourkorps zum Start. Start und Ziel waren am Kurhaus. In rascher Folge wurden die einzelnen Konkurrenzen gestartet, bei denen es verschiedentlich harte Endkämpf« gab. Die Strecke war außerordentlich schwer, und die Schneeverhältniss« sehr schlecht. Der Deutsche Wintersportverband hat die Konkurrenz trotzdem durchführen müssen. weil am nächsten Sonntag der Generalappell der Eisernen Front ist und an diesem Tage alle Kameraden zur Verfügung stehen müssen. Bei der 1 3- K i l o m e t e r- S t r e ck e wurde ein scharfer Kampf um den Wanderpokal der braunschweigischen Staats- regierung(nicht der Naziregierung) ausgetragen. Die Schmiede- felser Mannschaft, die den Preis verteidigte und damit die Ver- bandsmeistei schaft, konnte sich auch diesmal wieder den ersten Platz sichern. Die Springkonkurrenz konnte infolg« der schlechten Schnee- beschaffenhest nicht ausgetragen werden. Resultat«: lö.Ailsmetcr-Mannschaftslauf: Tieg«! zur: zw«tt«u Mal« Reichs» bauuer.Wiutirsportabteiluug Schmiedefeld, gett: 1.-37:86; 3. Reichsbiuui-r. Diutersportabteilunz Berlin, Jett: 1:42:34.—».Ailometer-Zugeudmaunschakts- lauf, 16—18 Sechre: 1. Deutscher Wintersport» erew Tann« 46:30; 3. Braun» lchmeiger Mannschaft 50:42.— S-Silometer. Jugend monnschafrelauf: Sieger: Wintersportverein Tann- 44:38.— IS-Ailometer-EinzeNauf, Haupttlasf«: 1. Walter Friedrichs-Draunlage 1:27:45; 2. Bock-Benneckenstei» 1:29:44; 8. Meier. sohn.BTW. Berlin l:SS:I6.— e.Silometer.gugendeiuzellank, 16— 18 Zahle: 1. Heinz Wagner-Braunlag« 40:47; 3. Paul-Tann« 40:58: 8. Hettnburger- Benneckenstetn 41:10; 4. Tahn-Braunlage 41:23.— 6. Kilometer. Zugendeinzellauf, lS— 2l Jahre: 1. Scro-Tanne 44:26; 2. Hei» Wtttlowsln-Reichsb-nner.Berlia 51:8.— 6.Ällometer.Alter,einiclIauf: L Sorge.Tanne 43:16; 2. Äurl Hermann. Reichsbaner-Berlin 46:47:80; 3. Paul Bader-Berlin 46:55.— Damen-Hnuptklass«, 4 Tilcmeter um den Ehrenpreis des Deutschen Zieichsautollubs: l. Elf« Langer. Sliklub Braunlage 32:10; 2. Grell Echolz-Hannover 36:22; 3. Elsbeth Goldboa>- Berlin 41:50. Die deutsche Skimeisterschafl, die gestern auf der Himmel-grund. schanze in Schreiberhau ausgetragen wurde, gewann der Deutsche Rudi Matt. Rrbeiter-Schüheabond. Sau B«rlin.Diand«nburg. Dienstag. 16. Februar, 20 Uhr, in bekannter Stelle, Gauvorftandssitzung. FTSB. Abrechnung aller ilasfierer heute, Montag, in der Geschäftsstelle de» Vereins. ISMi Uhr. Die Freie Sport- 20 Uhr, im Boreinsh herzlichst willkommen. >e Freie Sport-»ud SS-LZeuoer-inigung schießt Dienstag. 16. Februar, r, im�Bereinshaus, MichaeMrchstr. 29s. Parteigenossen sind als Gäste Jagden über Jagden Das Sedistagefeld wieder völlig verändert— Schön-üoebel fuhren Bei den Sechstagerennen sind die Jagden immer die inter- kstanten Momente: wenn sie aber so programmäßig nach den Wertungen eintreten wie bei dem jetzt laufenden, dann ist man eben nicht wetter erstaunt, daß sie auch fortgesetzt Aende- rungen des Feldes mit sich bringen. In der Nacht zum Sonnabend benutzten die Fahrer wieder die Wertungen dazu. Runden zu gewinnen. Wie es jedoch überall im Sport ist, so auch hier: Ear bald zeigt sich, wo die starken Paare zu suchen sind, und diese starten Paare lieferten sich Kämpfe, wie sie im Spo.tpalost bald noch nicht zu sehen waren. Die Gebrüder van �.-mpeu und Vroccardo-Tieh fuhren ein ungeheure» Tempo, so daß es den anderen nur schwer möglich war, wenigstens das Hinterrad zu hatten. Gewiß, auch in dieser Nacht wurden sehr viel Runden gewonnen und wieder verloren, aber das, was früher ein Sechstagepublikum gefangen nahm, der Kampf um«in« Rund«, das sah man nicht. Dieser mtt größter Erlttterung und Zähigkeit oft eine Stunde und noch länger geführte, für den Stand des Rennen» und des Ausganges vielleicht ausschlaggebende Rundentampf— der fehlt bislang im„Siebenundzwandzigsten". Die Jagden setzen zu bestimmt«in, es fehlt das Plötzliche, das Ueberrafchend«. Etwa das, wie aus völliger Ruhe heraus ein Fahrer losgeht, um dann aber auch«in Feld zu finden, das ihm ohne Ueberlegung folgt und das ihm einen Kampf, den Kampf liefert. Und trotzdem: die Fahrer zeigen etwas. Es würde mehr. würde interessanter sein, ivenn die Runden nicht so spielerisch, fatt leichtfertig fortgegeben würden, wenn sie aber auch nicht mtt solcher Leichtigkett wieder gewonnen würden. Doch bescheiden wir uns in der Zett de» Abbaues aller Werte mit dem. was ist! Nach 48 Sunden, am Sonntagabend um 10 Uhr, waren 1073,320 KUometer zurückgelegt. Die Spitze hielten d'e Brüder van Sempen. Rieger-preuh und Sroll-ZNaldora, die sich gut nach vorn gearbeitet hatten. Broccardo-Tietz und Schön-Goebel lagen eine Runde zurück, Chorlier-Deneef und Rausch-Hürtgen zwei Runden, Siegel-Thierlach und Debaete-oon Hevel drei und vier Runken. 7 bis 12 Runden im Rückstand waren Dinale Miethe, Braspenning-Dülberg, Funda-Maczinski und Ehmer. Nickel. Die 10-Uhr-Wertung am Sonntag gab wieder Anlaß. dem Haus etwas zu zeigen. Nach Urhebern und Leidtragenden darf man bei dieser wieder anderthalb Stunde währenden Jagd nicht fragen: alles wirbett« durcheinander, und erst um 12 Uhr konnte der Stand des Rennens, der dem Feld wieder ein völlig verändertes Gesicht gab, bekanntgegeben werden. In diesen Jagden zeigten sich neben Broccardo-Tieh Schön-Goebel als die stärksten Leute. Di« Kempens hatten Pech. Piet platzte der Reifen, mtt genauer Not entging er einem Sturz und fein Bruder konnte allein die Hätz nicht mtthalten. So ging ihnen kostbare Zett und noch kostbareres Terrain verloren. Einmal gab es ein Duell zwischen Broc, cardo-Tietz und den Kempen«, das über viele Runden Reifen an Reifen ausgetragen wurde und helle Begeisterung beim Publikum auslöste, weil— ja, well selbst die übrigen Fahrer scheinbar ihr« Freude daran hatten und dabei das Mitgehen ver- gaßen. So wie alles einmal ein Ende hat, so fand auch dies« Jagd ihren Abschluß und der Stand des Rennens gegen Mlleruacht wurde wie folgt angegeben: Roch während dieser Jagden ereignete sich in der Kurve ein Massensturz, der Maidorn und Maczinskl zur Auf- gäbe des Rennens zwang. Maidorn hatte sich eine Schutter- Verletzung zugezogen und Maczinskl. der kaum sein« Kiesernocr- letzungen ausgeheilt hatte, unter den Folgen jedenfalls immer noch litt, mußte sine Gehirnerschütterung hinnehmen. Run wurden Kroll und F u n d a zu einer neuen Mannschaft zusammen- gestellt. Borübergehend war etwas Ruhe eingetreten, doch mtt Beginn der 2-Uhr-Wertung tobte die Schlacht noch einmal los. In den dann soigenden Jagden, die wirklich große Anforde ungen on die Akteure stellten, gelang es den Belgiern Charlier-Deneef, zu Schön-Goebel aufzulaufen. Durch eine Unachtfamkett fielen sie aber wieder aus der Spitzengruppe zurück. In die Jagden fiel auch die 2-Uhr-Weltung. und als gegen 8 Uhr wieder Ruhe einge- treten war. führten Schön-Goebel mit Rundenoor- f p r u n g vor Siegel-Thierbach und Charlier-Deneef. Die zahl- reichen Zuschauer, die die Halle noch bei der 4-Uhr-Wertung be'egt hielten, konnten kaum da mtt rechnen, daß es noch weitere Jaglden gelen würde, aber es ging wirklich doch noch einmal los. Ehmer- Nickel hatten guten Grund, ihr« Position zu verbessern, aber auch andere Mannschaften kamen weiter nach vorn. Di« restlichen Stun- den wurden nur unterbrochen durch die Temporuniden, in denen Piet und Jan van Kempen sowie Rausch-Hürtgen am erfolgreichsten waren. Um 6 Uhr früh wurde folgender Stand des Rennens bekannt- gegeben: Spitze: Schän-Gäbel.».»..».70 Punkte 1 Runde zurück: Siegel-Thlerdach....... 101„ Eharlier.Deneel....... 80„ 2 Stunden zurück: Pi-t und Jan van Tempe»... 133„ Broccardo-Tietz....... 65„ Preutz-Riegcr........ 79 Braspenning.DIIIbers..... 83 3 Runden zurück: Dinale-Mieche....... 57„ 4 Stunden zurück: Funda-Trall........ 98. Debaets.vau Hevel...... 58„ 5 Stunden zurück: Hürtgen-Raulch....... 127„ 10 Stunden zurück: Ehmer-Slickel........ 51„ Zurückgelegt waren 1321,670 Kilomler. i