Morgenausgabe Nr. 7? A 39 4y.Iahrgang WchentNch TS Ps» miinswck, 3,16 M. ihren.Auzlandsabonnement6,6SÄ!. pro Monat! für Llinder mit ermaßig» tcm Drucksachenporto 4.03 M. Der.Soraätfs* erscheint wochentZg« lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe flir Berun und im Sandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Sonntagsbeilage .Voll und Zeit". Berliner volssblatt Dienstag 16. Februar 1932 Groß-Äerlin Ii) Pf- Auswärts i5 pf. Die einspalt. Millimeterzeile 30 Ps. Reklumezeile 2.— M.„»leint Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf. (»ulr'------------- edruckteWortel.fedes ort 10 Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitomarkt Millimeter. woch'entäglich von 8>/- bis 17 llbr. Der Verlag behält sich dasRecht derAb- lehnung nicht genehmer Anzeigen vor l Jentralorgan der Sozialdemokvattfchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 liernspr.: Tönbofs(A 7) 292—297. Telegraitnn.Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Poslscheckkonto: Berlins? öZS.—BanNomoiBankder Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 8. Dt. B. u.DiSe..Gel.. Depositenk., Jerusalenter Str. 65/66. Verwirrung rechts. Angstgeheul und Wutgeschrei der Enttäuschten. I. Nationalsozialistische partcikorrespondenz: .hlndcnburg hat sich heute aus die Seite der Gegner der naiio- n.ilcn Front, die ihn vor sieben Jahren zum Reichspräsidenten wählte, geschlagen und«ine neue Kandidatur gegen seine früheren Wähler aus den Händen der Leute entgegengenommen, hinter denen seine Gegner und Beschimpfer von einst stehen. Man möge die Dinge drehen und wenden, wie man sie will, als Träger der heutigen flaiididawr Hindenburgs, gegen die Gegner der nationalen Front und seine Wähler von einst, bleiben nur die schwarz-roten Parteien des Zusanlmenbnlchs und ihr Anhang. Welch tragisches Geschick für den Träger des Nomens einer stolzen Vergangenheit, heut« der Kandidat des Marxismus zu fein, der Kandidat eines N o s k e und eines C r i s p i e n, der kein Vaterland kennt, das Deutschland heißt. Die nationalsozialisti- schc Bewegung hat nichts unversucht gelassen, dem schlecht beratenen Gencralfeldmarschall diesen Schritt, dessen verhängnisvolle Folgen sür ihn heute schon klar aus der Hand liegen, zu ersparen. Vcr- gebcns!... Die Fronten sind geklärt. Wie ein Sturmwind wird es wehen durch die deutschen Lande, wenn das Signal zum Angriff gegeben wird, um die Morschen und Alten, die mit Meineid und Hochverrat bochgckmmnenen Pcirmsystcme des 9. November 19!?!, hinlvegzufegen und freie Bahn zu schaffen dem jungen Deutschland, das seinem Führer folgt, gegen wen auch immer sein Ruf ergeht. II. Oeutschnationale Kundgebung: Wir bedauern diese Entwicklung.' Sie ist ein neuer Beweis für die Unfähigkeit des heutigen Systems, die Geschichte Deutsch- lands zu meistern. Der Kampf gegen dies System ist das oberste Gebvl wirlli6)cr nationaler Politik. Hinter dies Gebot müssen auch alle Gefühle der Ehrerbietung zurücktreten, ! ie wir vor dem Sieger von Tannenberg empfinden. Das Weimarer System, verkörpert durch die schwarz-roten Parteien, versucht dauernd, die historische Gestalt des Feldmarschalls von Hindenburg o!s Schlitzschild ihrer zusammenbrechenden Macht auszunutzen. Aus i! rer Hand nimmt er nunmehr eine neue Kandidatur als Reichspräsident entgegen. Diese Lage der Dinge macht es uns jetzt unmöglich, unsere Stimmen wiederum wie l9Z5 sür den Reichs- Präsidenten von hindenburg abzugeben. Die Deutschnationalc Volksparlei wird vielmehr den Kampf um die Reichsprösidentcnwahl im Sinne der Beschlüsse von Harzburg und mit dem Willen führen, eine grundsätzliche Kursänderung hsrbeizu- führen. Der Partcivorstand der Deutschnalionalen Volksparlei ist auf Miltwoch, den 17. Februar, einberufen worden. III. Erklärung der Vaterländischen Verbände. Unser Kampf gilt dem W e i m a r e r S y st e m als dem Hinder- nis jeden deutschen Wiederaufstiegs. Wir stellen mit Bedauern fest, daß der Herr Reichspräsident allen Warnungen zum Trotz sieben Jahre lang im Sinne dieses Systems regiert hat. Er unterschrieb den N o u n g- P l a n, die Quelle unseres Elends, unserer Ohnmacht und inneren Uneinigkeit. Es kann uns somit nicht zugemutet werden, daß wir noch einmal unsere Stimme dem Schützer dieses Systems geben. Wir werden den Kampf um die Präsidentenwahl den Harzburger Beschlüssen gemäß gegen d a s S y st e m u n d s e i n e n Ka n d i- baten sühreu sür des Reiches innere und äußere Erhebung. Kopszerbrechen rechis. Llm ein klare Parole. Der Sonntagsleitarlikel des„Vorwärts" ist auf der Rechten mit heißem Bemühen aelesen worden. Die Parole. die er ausgab, war einfach und selbstverständlich: Gegen Hitler u n d Ä o m p a n i e. Das ist klar! Was aber klar ist, muß man deshalb im Harzburger Loger noch nicht verstehen, und so lesen wir gestern zu unsenn Vergnügen eine Fülle der Auslegungen in der Rechtspresse, die dem Scharfsinn und den exegetischen Künsten der Harz- burger Journalistik alle Ehre macht. Hugcnbergs„~ag schlußfolgert kurz und bündig: „Damit ist gesagt, daß die Sozialdemokratie sich für den Kandi- daten der Systemparleien entschieden hat!" Diese Austegung war Hugenbergs„M o n t a g" wieder zu fimplistisch, er legte den Finger an die Nase und „In Wirklichkeit enthält der Artikel des sozialdemokratischen Parteiorgans auch die Andeutung einer Möglichkeit des Zu- s a m m e n g e h e n s mit den K o m m u n i st e n. Jedenfalls wird sehr stark daraus hingewiesen, daß die Sozialdemokratie zur Unter- slützung einer Kandidatur von bürgerlicher Seite genötigt sei, weil durch den Ausfall der kommunistischen Stimmen bei der Reichspräsi- dentenwahl die Gefahr eines„faschistischen" Erfolges bestehe. Man kann in diesem Artikel auch den Versuch erblicken, für«ine ge- m einsame Kandidatur mit den Kommunisten Pro- paganda zu machen." Der„Angriff" aber, das Organ der Harzburger Hitlerscher Couleur, hatte eine dritte Auslegung erfunden: nicht nur, daß die Sozialdemokraten für Hindenburg stimmen wollen, sollen auch noä) die Kommunisten für Hindenburg stimmen! Tüchtig, diese Leute von der Harzburger Front! Sie können nicht einmal darüber einig werden, was ein Artikel des„Vorwärts" bedeutet! Es geht schon los! Hindenburg, der Kandidat der Luden und Kranzofen. Die rechtsradikale Dreckschleuder gegen Hindenburg hat bereits gestern ihre Tätigkeit begonnen. Der„Angriff" des Herrn Goebbels meldet geflissentlich auf der ersten Seite: „Das„Allgemein« Jüdische Familienblall" schreibt in seiner neuesten Nummer vom 12. d. M.:„Es ist... sc l b st v e r st ä n d l l ch. daß die Juden bei der Frage(der R«lchspräsid«ntenwahh... sich für Hindenburg entscheider." Hugenbergs„Na chiausgabe" aber berichtet: „Aus Paris liegt eine Meldung vor, wonach man in amtlichen Kreisen die Nachrichten von der Kandidatur Hindenburgs mit„unverhohlener" Genugtuung aufgenommen habe, und zwar offensichtlich unter der Propaganda der deutschen Links- presse, die den Reichspräsidenten auch für ihre Außenpolitik bereits in Anspruch nimmt." Man versteht die Absicht. Bald wird es bei den Harz- burgern nach der bekannten Methode heißen: der Kandidat der Juden und Franzosen. Aus Klaggestan. Nazistudenten mit Tränengas.- Hindenbnrg-Liste gestohlen v raunschweig. 15. Februar.(Eigenbericht.) Die Nazisiudenten an der Technischen Hochschule zu Braun- schweig gebärden sich bereits, als wenn Adolf Hitler zum Rektor avanciert wäre. So hat der nationalsozialistische Studentenführer Schaffeld, der Amtsleiter des 3. Kreises der Deutschen Studenten- schaft offiziell damit gedroht, er würde eine ihm unbequeme Studentenversammlung mit Tränengasbomben s p r e n g e n l a s s e n. Da in der letzten Zeit wiederholt'die Nazis in Braunschweig gegnerische Versammlungen mit Tränengasbomben zu sprengen versucht haben, ist hier ein wichtiger Hinweis, wo die Quellen derartiger Anschläge zu suchen sind. Eine für die Kandidatur Hindenburgs ausgelegte Liste an der Technischen Hochschule wurde von den na- tionalsozialistischen Studenten gestohlen und vernichtet. Reichstag am 23. Februar. Tagesordnung: Beschlußfassung zur Präsidentenwahl. Der Reichstag ist nunmehr für den 23. Februar, nach- mittags 3 llhr, einberufen worden. Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt:„Beschlußfassung über den Wahltag für die Wahl des Reichspräsidente n". Der Reichsminister des Innern hat dem Reichstag zu der Tages- ordnung ein Schreiben Zugehen lasten, in dem es heißt, daß die Amtsdauer des Reichspräsidenteil am 5. Mai abläuit und nach dem Gesetz über die Wahl des Reichspräsidenten der Reichstag den Wahl- tag zu bestimmen hat. Namens der Rcichsregierung schlägt der Reichsminister des Innern als Wahllag für den ersten Wahlgang Sonntag, den 13. März, sür den zweiten Wahlgang, falls ein solcher erforderlich werden sollte, Sonntag, den 19. April, vor: „Wenn auch nach der Relchsstimmordnung, so heißt es in dem Schreiben weiter, die Beschlußfassung des Reichstages über den zweiten Wahlgang erst erforderlich ist, wenn die Notwendigkeit eines zweiten Wohlgonges seststeht. dürfte sich doch vorsorglich emp- fehlen, schon jetzt einen Eventualbcschluß über den zweiten Wahl- gang zu sassen, wie dies auch bei der Reichspräsidentenwahl 1925 geschehen ist." Der Aeltestenrat des Reichstags tritt am Montag, dem 22. Fe- bruar, abends, zur Beschlußfassung darüber zusamincli, welche Gegenstände außer dem Termin sür die Reichspräsidcntenwahl vom Reichstag noch vor dem Beginn des Wahlkampfes erledigt werden müssen. Hindenburgs Entschluß. Abkehr vom Reiter.— Selbstmord des Faschismus. Noch bevor die Sozialdemokratische Partei zur Reichs Präsidentenwahl Stellung nimmt, darf auf zwei Dinge hin gewiesen werden. Erstens, daß der Entschluß Hindenburgs menschlich eine höchst respektable Handlung ist. und zweitens, daß dieser Entschluß auf die Harzburger wie ein Donnerschlag im Hühnerhof gewirkt hat. Wenn ein 84jähriger Mann seinen Lebensabend hingibt, um der Allgemeinheit zu dienen, so ist das eine Handlungs- weise, die jedem anständigen Menschen, insbesondere auch jedem Sozialisten Achtung abnötigt. Das gilt für den Entschluß selbst, wie für seine schlichte Begründung:„Werde ich nicht gewählt, so bleibt mir der Vorwurf erspart, meinen Posten in schwerer Zeit eigenmächtig verlassen zu haben." Es ist ganz bestimmt angenehmer, als Pensionär in Hannover zu leben, als in dieser schweren Zeit die schwerste Verantwortung zu tragen. Hindenburg will sie weiter tragen, weil er glaubt, dadurch nützen zu können. Das fordert von jedem, wie immer er als Politiker zu Hindenburg stehen mag, Respekt. Zum zweiten kann jetzt wohl festgestellt werden: Hätte die Sozialdemokratie durch irgendeine Voreiligkeit die Kan didatur Hindenburgs verhindert, so wäre das eine kapitale Dummheit gewesen. Die Zurückhaltung der Partei war not- wendige Voraussetzung für die Entstehung der gegenwärtigen Situation, die vielleicht auch für uns nicht einfach, für unsere schlimmsten Gegner aber höchst peinlich ist. Sie sind an die Wand gedrückt, daß sie quietschen. Durch ihre geniale Strategie haben sie es fertiggebracht, daß sie gegen den Gegenstand ihrer Anbetung von gestern kämpfen müssen. Wie war es doch einst im Mai? Heil, daß aus deutscher Erden Ein Retter uns erstand! Nun soll es Frühling werden, Frühling im deutschen Land! So tirilierte die„Deutsche Zeitung" vor sieben Jahren nach Hindenburgs Wahl. Jetzt erhebt sie gegen den Abgott von damals ein rauhes Kriegsgeheul. Und wie sie die ganze übrige Gesellschaft! Merkt sie nicht, daß sie damit den Volks betrug, den sie vor sieben Jahren mit Hindenburg getrieben hat und den sie jetzt mit einem andern treiben will, auch dem Kurzsichtigsten erkennbar macht? Mit ihrer Abkehr von Hindenburg zerstört sie die ganze Retterlegende, �en ganzen Kinderglauben an den„Einen", den„Mann" oen „Führer"— kurz und gut die ganze Spießbürgerthee: des Faschismus! Wir andern freuen uns der Persönlichkeiten in unserem Lager. Wir sind zum Beispiel auch heute noch der Meinung. daß am 29. März 1923 die 7,8 Millionen recht hatten, die Otto Braun zum Reichspräsidenten wollten, und daß die 19 Millionen, die gegen ihn stimmten, Toren waren. Von allen Bewerbern war Otto Braun zweifellos der am besten geeignete. Aber nie haben wir aus Otto Braun einen Götzen gemacht oder einen Heiligen oder einen Wundertäter, der alles weiß und alles kann. Stets war er uns der G e- nasse, der Kamerad, und er thront nicht irgendwo in den Wolken über uns, sondern er steht im Kampfe neben uns! Welchen Verbrauch hat inzwischen das deutsche Spieß bürgertum an Helden. Heiligen, Rettern und Halbgöttern gehabt! Erst lag es vor W i l h e l m II. auf den Knien, dann betete es zu L u d e n d o r f f. und erwartete von Kapp die jähe Wendung zum Guten. Zwischendurch erschien Herr v. K a h r als„neuer Bismarck" am südlichen Himmel und, nachdem Herr Komet S t i n n c s verschwunden war, leuchtete das Gestirn Hitler auf. Man wollte uns den einwandfreien I a r r e s als„besten aller Deutschen" anschmieren, entschied sich aber dann doch, wie es schien endgültig, für Herrn v. Hindenburg als„Retter". Man schwor ihm alt germanische Mannentreue bis in den Tod und verdammte jeden Zweifel an seiner Unfehlbarkeit als undeutsch. Und jetzt? Und jetzt? Und jetzt? Wo ist sie hin, die Autorität des Führers? Wo ist sie hin, die altgermanische Mannentreue? Man hat mit dem alten Herrn ein unsauberes Geschäft versucht und mit dem Ruf„Wir verlangen Ware für unser Geld!" ihm einen politischen Pferdehandel angeboten. Da er darauf nicht einging, hat man ihn fallen gelassen, jetzt pfeift man ihn auf offener Straße aus! Das alte Spielzeug ist zerbrochen— wo ist das neue? Hitler? Seldte? Hugenberg? Beneidenswertes deutsches Boll, das gleich eine ganze Schachtel voll Retter hat! Jlur freilich— wer weiß, wie lange das neue Spielzeug hält! Haltbarer sieht es gerade nicht aus! Daß sich Hindenburg in diese Gesellschaft verirrte, war ein Mißverständnis. Offenbar hat er auch nicht dahin gepaßt. Da paffen Hitler, Hugenberg, Seldte besser! Mit diesen Figuren kann man den Karneval noch lange über den Ascher- mittmcch fortsetzen. Wir aber wollen inzwischen darüber nachdenken, wie man eine Politik macht, die dem Ernst dieser schweren Zeit entspricht. Wir sehen unsere Gegner in Verwirrung. Wie wir diese Verwirrung ausnützen sollen, um ihre Niederlage so sicher und so schwer wie möglich zu machen, das ist die Frage des Tages. Oie Einzeichnuno en für Hindenburg. Gestern am frühen Abend belief sich die Zahl der bisher dem Hindenburgcmsschuß gemeldeten Eintragungen auf 28 00 0 0 9. Auch jetzt noch fehlen aus mehreren Orten, vor allem aus zahlreichen Landgemeinden, abschließend« Meldungen. pariser Echo der Hindenburg-Ert'ärmtg. Paris, 15. Februar.(Eigenbericht) Der„Temps" schreibt zu der Kandidatur Hlndenburgs zur Reichspräsidentenwahl:„Die Wiederwahl Hindenburgs wird auf keinen Fall die Bedeutung einer merklichen Aenderung der außen- politischen Forderungen Deutschlands haben. Die Ansichten des Reichs- Präsidenten sind bekannt; man weiß sehr wohl, daß die Politik Brünings genau die Gefühle des Staatschefs widerspiegelt, der sich daran erinnert, daß er der wichtigste Kriegschef des alten kaiserlichen Deutschlands war, der aber eine loyale ünd, wie man aner- kennen muß. absolut würdige Auffassung von seiner oerfossungs- rechtlichen Pflicht hat."' Ueber die voraussichtliche Kandidatur chitlers urteilt das gleiche Blatt:„Der politische Abenteurer Hitler ist jetzt an einem Punkt angelangt, an dem er nicht mehr zurückweichen kann. Er muß bis zum Ende seines Versuchs zur Erlangung der Macht gehen, oder er muß sich in einen jammervollen Zusammenbruch ergeben, bevor er die letzte Schlacht liefert. Jede andere national- lozialistische Kandidatur als die feine wäre jeder Bedeutung bar. Hitler ist der Gefangene der Lage, die er sieb selbst g e s ch a f f e n h a t Cr hat wohl alle Enttäuschten, alle Unzufrie- denen und alle Verärgerten mit sich reißen können, aber da er keine Doktrin, kein bestimmtes Programm und keine wahre politische Mechode hat, ist er unfähig, ein Experiment zu versuchen, von dem das deutsche Volk vernünftigerweise die Rettung erwarten könnte. Das deutsche Volk muß jetzt eine Probe seiner politischen Reife abgeben. Diejenigen in Deutschland, die nicht blind dem Haß und der Leidenschaft ergeben sind, müssen sich darüber klar sein, und das wird zweifellos die soontane Koalition aller Orb- nungselemente gegen den letzten Vorstoß des Nationalsozialismus bestimmen, dessen endgültige Niederlage mit der Wiederwahl Hinden- burgz besiegelt sein wird." Oeutschland fordert Abrüstung. Rulldfunk-Interview Arunings an Amerika. Der Reichskanzler sprach am Sonntagabend über einen amerika- Nischen Kurzwellensender in englischer Sprache mit einem Jnter- viewer über die Haltung Deutschlands auf der Genfer Abrststungs- kensttenz. Dr. Brüning wiederholte im großen und ganzen feine pro- grammatischen Ausführungen in Genf, daß nämlich nur die allge- meine und nicht die einseitige Entwaffnung sinnvoll und gerecht sei. Ein Teil der politischen Unruhe in Deutschland habe ihren Ursprung aus dem Zustand der Disqualifizierung. Das deutsche Volk und besonders die deutsche Jugend verständen es nicht, daß vieles von dem, was in den Deutschland umgebenden Ländern heute noch als höchste Erfüllung nationaler Pflicht angesehen werde, dem deutschen Volk« v e r b o t e n sei. Es gebe hiergegen schlechterdings nur ein Aliklel, die Aushebung der Disqualifizierung. Deutschland wolle die erstrebte Gleichberechtigung nicht dadurch er- reichen, daß es dem Rüstungswettlauf anderer Staaten folge, fon- dern dadurch, daß die Rüstungsbeschränkungen, die es auf sich ge- nommen hat, auch bei den anderen Staaten sinngemäß zur An» wendung kommen. Das Ziel der Abrüstungskonferenz fei die Her» absetzung der Rüstungen, nicht aber deren Jnternationalisierung, die an sich keine Verminderung wäre. Die hochgerüsteten Staaten hätten zunächst die Aufgabe und Pflicht, chre Rüstungen einschneidend zu vermindern. Die Angriffswaffen, besonders die Luft- waffen, müßten überhaupt beseitigt werden. Der Reichskanzler betonte schließlich, daß im deutschen Volk in den beiden entscheidenden außenpolitischen Fragen der Gegenwart, der A b r Ü st u n g s- und der Reparationsfrage, ein- heitliche Auffassungen herrschen. Hitler pfeift Oer Giahlhelm unter der Nazisuchtel.— Bedingungslose Gefolgschast. Reform der Sozialversicherung. Aussprache in der Gesellfchast für Soziale Reform. Ueber Fragen der Reform der Sozialversicherung sprach in der Gesellschaft für Soziale Reform, Ortsgruppe Berlin, Reichswlrtschastsminister a. D Robert Schmidt. Auf seinem Aufsatz in der„Sozialen Praxis" fußend, legte er dar, daß die Mängel im Aufbau der Sozialversicherung vor allem in der Z«r- f p l i t t e r u n g innerhalb einzelner Zweige, namentlich der Kranken- und Unfallversicherung, zu suchen seien, wie auch in der mangelnden Einheitlichkeit bestimmter Leistungen, z. B. der Witwen- und Waisen- renten. Wenn ein Versicherungszweig, dessen Grundlagen ssch durch Strukturänderungen der Wirtschaft völlig verschoben haben, sich als so überlastet erweist wie die Knappfchaftsoerstcherung im Bergbau. in der drei zahlenden Mitgliedern zwei Rentenbezishex gegenüberstehen, so sei er unhaltbar und müsse in der übrigen Sozialverssche- rung aufgehen. Die Pläne, durch Vereinheitlichung des Bestrags- einzugs die Verwaltung der Sozialversicherung zu verbilligen, die nur 6 bis 7 Prozent der Gesamtkoften beansprucht, übersehen die Schwierigkeiten einer Wiederauficilunz der Mittel auf die einzelnen Zweige. Ausfchlaggebend sei es, daß das Grundprinzip jader lebens- fähigen Sozialoersicherung: der Auegleicb der Einnahmen und Lei- stuugen, wieder hergestellt werde. Zerrüttung des Vsrflcherungsvor- mögens durch Jnstation und die derzeitige Illiquidität des bestehen« den Vermögens verhindern aber im ülugenblick eine Sanierung lediglich durch Sparmatznechmen. Die sehr angeregte Auesprache, an der sich der Präsident des Reichsversicherungsanus, der Vorsitzende der Reichsknoppfchaft. ein Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, des Büros für Sozialpolitik und führende Gewerkschaftler aller Richtungen beteiligten, ergab über den letzten Punkt Uebsreinstimmung. Von verschiedenen Seiten wurde aber davor gewarnt, die Vsreinheitlichung und Zentralisie- rung der Versicherung zu weit zu treiben, da leicht die in dieser wirkenden lebendigen Kräfte verschüttet werden konnten. Der Stahlhelm markiert den starten Mann gegenüber der Kandidatur Hindenburg. Die Presseabteilung des Bundes- amts des Stahlhelm teilt mit: „Die Voraussetzungen, unter denen der«tahlhelm bereit war, für die Präsidentschaft des Gsneralfeldmarschalls von Hindenburg einzutreten, sind nicht erfüllt. Nunmehr hat der Stahlhelm freie Hand." Freie Hand— hat sich was! Hitler kam man- d i e r t und Seldte kuscht. Am 12. Januar 1932 erhielt Herr Seldte als Antwort auf seinen bekannten Brief an Hitler das folgende Ultimatum Hitlers: „Sehr geehrter Herr Seldte! In einem mir uiUer dem 11. De- zember geschriebenen und am 10. Dezember vorgelegten Brief kommen Sie auf mein Schreiben vom 1. Dezember zurück. Ich muß es mir versagen, auf die von Ihnen vorgebrachten, zum Teil mehr als verletzenden Punkte Ihres Briefes einzugehen. Die von Ihne» zugleich erhobenen Vorwürfe zum Fall Grützner weis« ich schärfstens zurück und lehne es ab. mich mit Ihnen in eine Auseinandersetzung einzulassen, die die innere Struktur memer Partei betrifft. Zu derartig kritischen Bemerkungen haben nicht Sie. Herr Seldte, ein Recht, sondern, wie ich bereits in meinem letzten Brief betont habe, ich und die nationalsozialistische Bewegung. Ihre Aeußerungen über die Vorgänge in Thüringen ändern nichts an der Tatsache, daß es einzig und allein das heutige StahlhelmmUglied Baum gewesen ist, das mit Hilfe der Sozial- demokratie den ersten, bewußt deutsch handelnden Minister in der Thüringer Negierung zum Sturz brachte und nationalsozialistische Beamte ihrer Stellung enthob und strafweise oersetzte. Dieses famose nakionale Gebaren Ihres Mannes erscheint durch die von Ihnen angesnhrkcn„dienstlichen Gründe" nicht weniger erbärmlich als das verhallen der sogenannten natlonalen fträsle. die nach wie vor lieber mit der Sozlaldemokraile paktieren, als den Interessen der Nation zn dienen. Herr Seldte, solange im Stahlhelm diese Auffassung von Bundes- treue herrscht, muß ich es entschieden ablehnen, als Ihr„Verbündeter" zu gelten. Wollen Sie, Herr Seldte, nicht nur mit Worten, sondern auch in Ihrem praktischen Verhallen das gleiche Ziel verfechten wie wir, bin ich nach wie vor von dem aufrichtigen Wunsch beseelt, mit Ihnen eine gemeinsame Kampsbasis zu suchen. Die mindeste Lorbedingung aber zu dieser Zusammenarbeit ist die Forderung, daß der Stahlh�m olle jene Mitglieder, die in zäher und zielklarer Arbeit gemeinsaul mit den marxistisch-zentrumerischen Kräften die nationalsozialistisck)« Bewegung fortgesetzt hinterhältig verdächtigt und angegriffen haben. aus seinen Reihen verweist und in besonderen Fällen öffentlich brandmarkt. Für eine reibungslose Zusammenarbeit verlange ich ferner, daß Sie, Herr Seldte, und alle Stahlhelmführer in den Ländern und Provinzen mit dem derzeitigen System völlig brechen und sich bereit- finden zum Sturz und zum Kampf gegen dieses System. Ich darf noch bemerken, daß es als selbstverständlich gilt, wollen Sie mll uns gemeinsam auf einer Ebene dieses eine Ziel verfechten, der nationalsozkalistische» Bewegung in der Frage der Reichsprästdentenwastl bedingungslose Gefolg- schuft zn leisten. Dazu gehört vor allem, daß der vertraulich« Brief, den das Bundesanll des Stahlhelms vor wenigen Tagen zur Frage der be- vorstehenden Präsidentschaftswahl an seine Führer hinausgegeben hat, zurückgezogen und für vollkommen ungültig erklärt wird." Hitler geht nun auf dieses Schreiben ein, in dem der Stahlhelm die Wahl Hindenburgs empfiehlt. „Herr Seldte, in Ihrem mir unter dem 23. November geschrie- denen Brief beklagen Sie eine Reihe von Vorkommnissen, die Sie im Interesse reibungsloser Zusammenarbeit beseitigt haben möchten In Ihrem Brief unter dem 1l. Dezember weisen Sie nochmals auf die unbedingte Notwendigkeit des echten Zusammenschlusses der nationalen Opposition hin. Kaum tritt die Präsidentschaftssrage in den Kreis der innerpolitischen Erörterungen, empfehlen Sie Ihren Mitgliedern eine Kandidatur, die niemals und von Anfang an nicht die Unter st ützung der nationalsozialistischen Be- wegung finden kann, solange das Vertrauen des Herrn Reichspräsidenten dem Repräsentanten des heutigen Systems, ge- kennzeichnet durch Reichskanzler Brüning, gehört. Herr Seldte, unsere Achtung und Ehrfurcht vor der untadeligen Gestalt des greisen Generalfeldmarschalls ist grenzenlos und größer als die plötzlich entdeckte Liebe der Vereinigungen im Lager der Weimarer Demokratie. Das haben wir bereits 1925 bewiesen. Heute geht es aber gegen das System und gegen alle, die das System stützen oder verteidigen, ohne Rücksicht auf Namen und Personen, im Interesse des Volkes und der Nation. Das muß Ihnen bekannt sein, und Ihre voreiligen Entschlüsse in der Frage der Rcichspräsideatenwahl sind nicht geeignet, eine reibungslose Zusammenarbeit aus gemeinsamer Ebene zu garantieren. Ich darf am Ende des Briefes noch einmal bemerken: es gibt nur ein Ziel. Das ist der unerbitterliche Kampf meiner Partei gegen das heutige System und seine Träger. Wir werden so lange kämpfen, bis wir das Ziel erreicht haben, ohne dabei auf die Protektion oder Unterstützung anderer Verbände und Parteien angewiesen zu sein." Aus Furcht vor Hiller haben Seldte und Duesterberg dies Ultimatum angenommen und ihrem EhrenpräsÄenten Hindenburg abgesagt. Jetzt wollen sie nun Herrn Duesterberg gegen Hindenburg kandidieren laffen. Stahlhelm heißt es— aber das schwankt mit schlotternder Angst hin und her wie ein Rohr im Winde! Seldte will vsn nichts wissen. Die Pressestelle des Stehlhelm teilt mit: Der„Bayerische Kourier" hat einen angeblichen Brief Adolf Hitlers an den ersten Bundesführer des Stahlhelm vom 12. Januar veröffenllicht. in dem die bedingungslose Gefolgschaft des Stahlhelm für die national- sozialistische Politik gefordert wird. Obgleich die Veröffentlichung deutlich als plumpe Fälschung erkenntlich ist, hat ein Teil der Presse sie nachgedruckt. Es sei deshalb festgestellt, daß bei keiner Dienst- stelle des. Stahlhelm ein derartiger Brief Hitlers eingegangen ist. Die Rüstwoche in Hamburg. Feierliche Eröffnung. Hamburg. 15. Februar.(Eigenbericht.) In Hamburg. Altona und Wandsbek wrrde am Soaniag unter außercrdeullich starker veleiligung der republikanischen Bevölkerung die Rüslwochz der Eisernen Front feierlich eröffnet. In zen- traten Kundgebungen zeichnelea sich die Führer des Slactes, in Hamburg voran Bürgermeister Rotz, in Altona Oberbürgermeister Brauer, die Führer der pailei, der Gewerkschaslea, des Reichsbanners. der Arbellersporller. Vertreter der Zugend, der Allen, der Kriegsbeschädigten, der Genossenschaften und der Erwerbslosen ein. Darin wurde symbolisch die Breite und Tiefe der Eisernen Front ausgedrückt. Zn den Elnzelchnungslokalen herrschte während des ganzen Sonntags reger Betrieb. Mißglückte Harzburger Aktion. Die Rede des Rcgierungsrats Muhle. Die von der Presse viel beachtete Rede des Regierungs- r a t s Muhle bei einer Veranstallung am 6. Januar in Berlin gab Veranlassung zu einer Kleinen Anfrage eines national- sozialistischen Landtagsabgeordncten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mllteill, stellt der preußische Minister des Innern in seiner Antwort zunächst fest, daß die Staatsregierung aus gleich- mäßige Behandlung aller Staatsbürger hält. Der genaue Wortlaut der Ausführungen des Regierungsrats Muhle läßt sich, da er ohne Manuskript gesprochen hat, nicht f e st st e l l c n. Die amtliche!, Aufkiärungen haben ergeben, daß gegen die Grundgedanken seiner Rede nichts einzuwenden i st. Die von der Presse aus jedem Zusammenhang herausgerissenen einzelnen Stellen der Rede sind weitgehend unrichtig oder mißverständlich wiedergegeben. Gleichwohl scheint es, daß der Redner vereinzelte Ausdrück« gebraucht l)at, die mit der Auffassung der Staatsregierung nicht in Einklang stehen. In dieser Hinsicht ist das Erforderliche veranlaßt. Zu Diszkplinarmohnahmen gegen Regierungsrat Muhle liegt jedoch kein Anlaß vor. Razi-Anwälie. Gegen ehrenkränkende Angriffe nationaifeztolistischer Verteidiger gegen Zeugen. Im Preuhffchen Landtag hat der Abg. Kuttner(Soz) ein« Kleine Anfrage eingebracht, st, der er erklärt, es bürgere sich in Strafprozessen gegen Nationalsozialisten immer mehr die Gepflogenheit ein, daß die Verteidiger ihnen unbequem« Belastungszeugen durch unerhörte Beleidigungen einzuschüchtern suchten, ohne daß eine entsprechende Abwehr des Gerichts erlennbar Wirde. Als Beispiel dafür werden der am S. Februar durchgeführte Prozeß gegen Studenten der Berliner Universität und der Helldorf-Prozeß angeführt." Zum Beispiel habe in dem Studentenprozeß der Verteidiger einem republikanischen Studenten, der belastende Aussagen machte, zuge- rufen:„Belasten Sie sich ruhig weiter, Herr Zeuge! Diskreditieren Sie sich weiter als Denunziant!" Die Angeklagten zollten, wie die Anfrage ausführt, diesen Worten durch Trampeln Beifall. Der Vorsitzende schritt nicht ein. Welche Maßnahmen, so wird gefragt, gedenkt das Staats- Ministerium zum Schutz wahrheitsgemäß auesagender Zeugen gegen 1 ehrenkränkende Angriffe nationalsozialistisck er Verteidiger zu treffen'� Werden Verteidiger, die sich derartige Uebergriffe erlauben, der Anwaltkammer angezeigt? Ungesetzliche Eidesleistung. Wann greifen d:e Strafbebörden em? Wie aus einer Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion im Sächsischen Landtag hervorgeht, haben die Nazis in Leipzig und Dresden ihre SA.-Leute am 24. Januar«inen Eid leisten lassen, in dem sie Adolf Hitler und den von ihm bestellten Vorgesetzten Achtung und Gehorsam versprechen und sich verpflichten, all« Be- fehle unverdrossen und gewissenhaft zu vollziehen, da sie wüßten. daß ihre Führer nichts Ungesetzliches von ihnen forderten. In der Anfrage wurde darauf hingewiesen, daß dieser Eid gegen den Z 128 des Strafgesetzbuches insofern verstoße, als dieser Paragraph die Teilnahme an einer Bcrbindung verbietet, in der gegen bekannte Obere unbedingter Gehorsam versprochen werde. Die Regierung wird gefragt, od sie bereit sei, ein Einschreiten der Strasvoll- sireckungzbchörden zu veranlassen, und was sie gegen die verantwortlichen Polizeiorgane zu tun gedenke, die in Leipzig und Dresden gestattet hätten, daß die gesetzwidrigen Vereidigungen vor- genommen wurden. In eigener Sache. Ein Rachwort zu den blutigen Vorgängen am Hitler- Tag in ZZraunschVeig. Im Anschluß an die Vraunschweiger Vorgänge vom 18. Oktober 1931 hatten wir in' der Form einer Karikatur an dem Bericht Kritik geübt, den der dortige Garnisonälteste Oberst Geyer on seine vorgesetzte Behörde erstattet hatte. Wir haben uns inzwischen davon überzeugen können, daß der Vorwurf der Parteilichkeit zugunsten der Nationalsozialisten, der in unserer Karl- katur zum Ausdruck kam, auf den Obersten Geyer nicht zutrifft. Gerade unsere Vraunschweiger Parteifreunde legen Wert aus die Feststellung, daß Obsrll Geyer seit seinem Amtsantritt als Braun- fchwetgischer Garnisonältester immer bestrebt gewesen ist, den ü b e r- parteilichen Charakter der Reichswehr zu wahren. Sein vom Reichswehrmimstsrium eingeforderter Bericht gab in obsektiver Weise ein Bild der Vorgänge wieder, die er persönlich ZU be- obachten Gelegenheit gehabt hatte. Soweit er nicht selber Zeuge pon Vorgängen gewesen war, die sich in anderen Stadttellen ab- gespielt halten, war Oberst Geyer auf die amtlichen Belundung-n derLandasbehärden angewiesen. Daraus erklärt sich das nach unserer ileberzeuzuug nicht zutreffende Gesamtbild, das der Bericht des Obersten von den Vorgängen vermittelte; aber daran trifft den Garnisonältesten keine Schuld, und wir b e- dauern, ihn durch die Unterstellung einer Parteinahme für die Nationalsozialisten bei einer Diensthandlung getränkt zu hoben. Zaumus-Argument. Vie Geschäftsreise avf Landestosien. Im Okiober 1927 fuhr Landesdirektor B o r ch c r t, der dem l i t a u i I ch e n Direktorium Echmellnus angehörte, nach Berlin, um dort über landwirtschaftliche Fragen, wie die Einfuhrsperr« für Rindvieh nach Deutschland, zu verhandeln. Für diese„privat« Reise", die ausdrücklich als solche bezeichnet worden war, hatte Präsident Schwellnus 649 Lit liquidiert. Außerdem erfolgte eine zweite Reise nach Berlin unter den gleichen U.mständen. Das damalige Direktorium Schwellnus besah nicht einmal das Vertrauen des Landtags! Dem Rat hat aber Zaunius die Kostendeckung einer ebensolchen Reise als Beweis des Hochverrats angemalt. Die Genfer Zuristenberasung. Genf. IS. Februar. Dem Norweger T o l b a n sind die Juristen P i l o t i- Italien, Basdevant- Frankreich und M a l t i n- Norwegen zur Aus- arbeitung des Memelberichts beigegeben worden. An den Beratungen dieses'Ausschusses nimmt sonst nur der— Japaner Sakimura als Leiter der politischen Abteilung des Völkerbundssekretariats teil. Massenkundgebung in Tilsit. Tilsit. IS. Februar. In Tilsit, der etwa 60 090 Einwohner zählenden östlichsten größeren Stadt Deutschlands, nahm eine Riesenkundgebung eine Entschließung an, die nach Genf gesandt werden soll: sie fordert den Rücktritt des Gouverneurs Merlys und die Wiedereinsetzung des Direktoriums Böttcher. Wiederherstellung des bisherigen Rechtszustandes und Aufhebung des Kriegszustandes im Memelgeblet._____ Oas Geheimnis von Mayeeling. Kronprinz Rudolf«! Kammerdiener gestorben. Wien. IS. Februar. In Klein-Wolkersdorf ist der ehemalige Leibkammerdiener und Leibjäger des Kronprinzen Rudolf, Johann Löschet, 87 Jahre alt, gestorben. Er hatte nach dem Drama von Moycrling als Erster die Leichen des Thronfolgers und der Gräfin Vetsera entdeckt. Er war unmittelbar nach der Tragödie zum Kaiser Franz Joseph be- fohlen worden und hatte ihm geloben müssen, kein Wort über das Sterben des Thronfolgers zu sprechen. Der Berichterstatter des„Morgen" hatte am Sonntag Gelegen- heit, mit dem Sohne des Verstorbenen, dem Bürgermeister von Klein-Wolkersdorf, zu sprechen. Dieser teilte ihm mit, daß sein Vater sein« Erinnerungen über die Kronprinzen-Tragödie m allen Einzel- Helten zu Papier gebracht habe. Die Unterschrift aus dem viele Seiten umfassenden Protokoll wurde von zwei Zeugen beglau- bigt und vorläufig im Safe der Gemeindekasse verschlossen. Bürger- meister Löschet beabsichtigt, im Sinne seines Vaters das Dokument vorläufig noch geheim zu halten, will es aber zu einem späteren Zeitpunkt der Oeffentlichkeit übergeben und das 4? Jahre ungelöste Rätsel von Mayerling entschleiern. Dem ver- storbencn Löschet waren in den letzten Jahren von amerikanischen Verlegern riesige Beträge geboten worden, wenn er ihnen Mitteilungen über seine Erlebnisse in der Schreckcnsnacht von Mayerling machen würde. Doch hatte der alte Mann olle Anträge abgelehnt. Das Gut in Klein-Wolkersdorf, aus dem er ge- starben ist, war ein Gesch enk des Kaisers Franz. Joseph für das Gelöbnis der Verschwiegenheit bis zu seinem Tode. poliiischer Terror. Ein nationalsozialistischer Abgeordneter angeschossen. Darmstadk, IS Februar. Der nationalsozialistische hessisch« Landtagsabgeordnete Josef B u t t l e r aus Eberstadl wurde heute abend, als er sich auf dem Wege zu einer Sitzung seiner Fraktion befand, in Eberstadt von unbekannten Tätern schwer verletzt. Er erhstlt, wie die Gau- Pressestelle der NSDAP, mitteilt, auf offener vtraße einen SchußindenRücken. der wahrscheinlich die Niere verletzte. Ein Arzt legte dem Verletzten einen Notverband an und sorgte für seine Ueberführung in ein Darmstädter Krankenhaus. Auchlegale Sabsiage. Naziabgeordneter versteckt Akten. Weimar, IS. Februar.(Eigenbericht.) An der Montagsitzung des Thüringischen Landtags nahmen die Naziabgeordneten und die der Deutschnationalen nicht teil. Der Landtag sollte sich am Montag unter anderem mit der Auf- Hebung der Immunität der nationallozialisti- schen Abgeordneten Hennicke und Eauckel sowie des deutschnationalen Abgeordneten von Basjewitz wegen Beleidi- gung usw. befassen. Der entsprechende Bericht des Gesetzgcbungs- ausschusses mußte jedoch von der Tagesordnung abgesetzt werden, weil der Berichterstatter, der Naziabgeordnete W ä ch t l e r, die Akten eingeschlossen hat und sich weigerte, sie herauszugeben. In den angegebenen Fällen übt er bereits seit Dezember Sabotage. Der Landtag verlangte dezhalb von dem Präsidenten, daß er für die Herbeischaffung der Akten sorgt. Aus diesem Grunde ließ der Präsident nach Schluß der Sitzung das Pult des Abgeordneten Wächtler in Gegenwart von Zeugen ö f f n° n. um zu den Akten zu gelangen.' Razi-Gchulbuben. Ein lehrreiche«! Rundschreiben. In einem Rundschreiben des Nationalsozialistischen Schüler- bunde», Gau Groß-Verlin, lesen wir: „Der Aktivist zu H i t l e r! Der Spießer zu H u g e n b e r g'. Gelingt es uns nicht, aus den Spießern in den nächsten Wochen Kämpfer für die deutsche Revolution zu machen, dann sind st, für uns wortlos." Ds»'st sehr freundlich für Herrn Hugenberg. und zugleich sehr belehrend für Herrn Groener, der aus diesen Jungen die Reichswehr rekrutieren will! Swsiger Vorfall In Salkutla. In Kalkutta schoß die Polizei am Montag in ein« Dersammlunz von 3000 Personen, die zugunsten der Verweigerung der Pachtzahlungen demonstrierten. Drei Demon- stranten wurden getötet. 32 verletzt. tfcch Mussolini kann nichts daran ändern. Am 31. Januar be- trug die italienische Arbeitslosenziffer 1 0S1 000. Das bedeutet ein« Zunahm« von rund 70 000 gegenüber dem 31. Dezember. Davon beziehen nur 2ö4000 Arbeitslosenunterstützung. Professor der Pädagogik. Professor Adolf:-Jetzt werde ich Ihnen mal llnterricht im Regieren erteilen, Herr Reichs- Präsident. Sie haben ja keine blasse Ahnung, wie man sich effektvoll hinzusteilen hat.'' Ungewißheit in Schanghai. Japan landet neue Verstärkungen.— England läßt Japan gewähren. London. 15. Februar.(Eigenbericht.) Die Japaner, die ihre bisherigen Verluste in den Kämpfen um Schanghai offiziell auf 112 Tot« angeben, haben neue Truppen, Geschütze sowie 15 Tanks in der internationalen Zone von Schaag- Hai gelandet und find offenbar zum entscheidenden Vorstoß be- reit. Während dieser Vorbereitungen trat am Montag ein Still- st a n d in dem Kampf ein. Die Beschießung von Schapei setzte vorübergehend aus. Ueber die Bewegung der Chinesen liegen wider- sprechende Nachrichten vor. Nach der einen Lesart sollen sie neu« Verstärkungen heranziehen, nach der anderen befinden sie sich vor dem überlegenen Feind im Rückzug. Die beiläufige Erwähnung der Mißhandlung eines Engländers in Schanghai durch japanischen Mob in der englischen Presse sowie das Verhallen der Parlamentsabgeordneten bei einer Anfrage des Führers der Arbeiterpartei Lansbury im Unterhaus über Japan ließ am Montag erkennen, daß die öffentliche Meinung in England den Vorgängen in Schanghai ziemlich lau gegenübersteht und von ihr kein Druck auf die Regierung ausgeübt wird, die sich immer deutlicher darauf einstellt, Japan gewähren zu lassen. Als Lansbury fragt, ob es für England irgendeine Grenze für das gebe, was Japan wn dürste, bis es den Völkerbund zum Eingreifen veranlasse, riefen verschiedene Abgeordnete dem Labour- Führer zu:„Krieg! Krieg!" Lansbury oersicherte, daß er nicht Krieg verlange. Auf weitere Fragen verwies Außenminister S i r John Simon auf die Völterbundsversamnüung, der die Streitfrage durch China zugewiesen worden ist. Das japanische Außemninisterium hat den diplomatische» Vertretern von Deutschland. Italien, Frankreich. England und Amerika am Montag nochmals offiziell die bekannten Gründe auseinander- gesetzt, die angeblich zu dem japanischen Vorzehen in Schanghai geführt haben. Japaner drohen mit neuer Offensive. Schanghai, 15. Februar. Die japanischen Militärbehörden teilen mit, sie seien bereit, noch 3 6 Stunden bis zur Eröffnung der Feindseligkellen zu warten, um den Chinesen die Möglichkeit zu einem freiwilligen Rückzug zu geben. Andernfalls würden die japanischen Truppen am Mittwoch eine große Offensive eröffnen. Der chinesische Ober- . besehlshaber Tsai hat demgegenüber die japanische Forderung auf i Zurückziehung der chinesischen Truppen endgültig zurück- ' gewiesen, so daß in den nächsten Tagen mit großen Kämpfen zu reckinen sein wird. Nächste Woche Völkerbundsvollversammlung. Genf, 15. Februar. Der chinesische Vertreter hat jetzt«inen neuen Schritt für sofortige Einberufung einer außerordentlichen Vollver» s a m m l u n g des Völkerbundes wegen des sapamsch-chinesischen Streites unternommen Der Völkerdundsrat wird am Dienstag über den chinesischen Antrag auf Einberufung der Vollversamm- lung beraten. In hiesigen internationalen Kreisen rechnet man jetzt bestimmt damit, daß die Volkerbundzversammlung Anfang nächster Woche nach Genf einberufen wird. Ein vorzeitiger Zusammentritt der Versammlung ist nicht möglich, da die 54 Mit- gliedsstaaten des Völkerbundes zuerst ersucht«erden müssen, bevollmächtigt« Vertreter für die Vollversannnlung zu entsenden Man nimmt jedoch an. daß die meisten Regierungen ihre Vertreter auf der Abrüstungskonferenz für die Völkerbunds- Versammlung bevollmächtigen werden. Von chinesischer Seite wi:d jetzt offen erklärt, daß China nach den mehrmonatigen, völlig ergebnislosen Verhandlungen des Völker- bundsrates jede Hoffnung auf eine wirksame mal«- r i« l l e Hilfe und Beilegung dieses Streites durch den Völker- bundsrat aufgegeben habe. Die Einlerufung einer Vollversamm- lung werde jedoch der chinesischen Regierung die Möglichkeit geben, vor diesem Weltforum die Sache Chinas zu vertreten. Die Houptaussprache der Abrüstungskonferenz soll unter diesen Umständen nach Möglichkeit schon Ende der Woche zum Abschluß kommen. Die nächste Woche wird dann in erster Linie der außer- ordentlichen Dolloersammlung für den mandschurischen Konflikt ge- widmet sein. Das Schwergewicht der Verhandlungen der Ab- rilstungskonferenz wird sodann in den großen politischen Ausschuß verlegt werden, dem die Delegationssührer sämtlicher Delegationen angehören. Die Abrüstungsdebaiie. Türkei und Skandinavien gegen den Dorschkag Frankreichs. Gens. 15. Februar. Auf der Abrüstungskonferenz sprach am Montag zuerst der türkische Außenminister Tcwsik Ruschdy Bey für die G l e i ch b c- rechtigung aller Mächte. Das Sicherheitsproblem sei für die Türkei schon insofern g e l ö st. als die Beziehungen zu den Nach- barländsrn die denkbar besten seien. Die Türkei habe ihre Rüstungen und ihren Heereshaushalt bereits wesentlich herabgesetzt. Den französischen Vorschlägen könne nur dann ernste Bedeutung beigemessen werden, wenn sämtliche Staaten sich verpflichteten. ihre Rüstungen uneingeschränkt dem Völkerbund zur Verfügung zu stellen und selbst vollkommen auf ihre nationalen Machtmitteln zu verzichten. Er verlangte Abschaffung der schweren Angriffzwaffen oder deren Jnternationalisicrung. Abschaffung der militärischen Luftfahrt und Jnternationalisierung der Zivilluftfahrt. Die türkische Regierung sei bereit, auf die Frage der Abschaffung der Dienstpflicht einzugehen. Colhan-Norweqen bezeichnete die französischen Vorschläge als ungeeignet und u n- durchführbar und verlangte, daß die im Abkommensentwurf festgelegte alleinige Methode der indirekten Herabsetzung der Rüstungen durch die Vorschrift der direkten Abrüstung ergänzt werde. Er trat sodann für eine weitgehende Kontrolle de- Waffenhandels und der Waffenherstellung em. Außenminister B r a n c o- Portugal trat für das Kompromiß des Konventionsentwurfes unter Ergänzung durch Verbote der chemischen und Angriffzwaffen, sowie eine Garantie für die all- gemeine Durchführung ein. Außenminister van B l o o k l a n d- Holland sprach sich für die gleichen Prinzipien aus, aber auch für die Schaffung einer inter- nationalen Polizeitruppe aus nationalen Kontingenten. Donnerstag Bekanntgabe der deutschen Vorschläge. Gens, 15. Februar.(Eigenbericht.) Die deutsche Delegation der Abrüstungskonferenz ließ am Man- tag offiziös bekanntgeben, daß Botschafter N a d o l n y der Boll- Versammlung am Donnerstag die deutschen Vorschläge unterbreiten und in einer ausführlichen Rede begründen werde. Gemeindewahlen in Bulgarien. Kommunistischer und sozialdemokratischer Stimmenzuwachs Sofla, 15. Februar.(Eigenbericht.) Die am Sonntag in allen bulgarischen Städten durchgeführten Gemeindewahlen ergaben für den an der Regierung betei- ligtep Nationalen Block überall Majoritäten. Die Stimmenzisfern für den Regierungsblock waren jedoch geringer wie die bei den Sobranjewahlen. Die Kommunisten erreichten im Vergleich zu den Sobranje- wählen einen weiteren Stimmenzuwachs. Sie dürsten überall die weitaus stärkste Oppositionspartei werden. Die Sozialdemo- kratie verstärkte ihre Stimmenzifser ebenfalls beträchtlich. Blutiger Wahlkampf in Irland. Regierungskanpidat erschossen. London, 15. Februar.(Eigenbericht.) In Irland herrscht augenblicklich wieder eine äußerst ge- spannte Stimmung. Am Sonntag wurde ein Kandidat der Regierungspartei ermordet: am Montag wurde ebenfalls auf einen Abgeordneten dieser Partei geschossen. Der Schuß ging jedoch fehl. Am Dienstag finden in Irland die Neuwohlen zum Parlament statt. Heraus aus der Lethargie! Mehr als sechs Millionen Arbeitslose fordern Arbeit.— AOGV. für Arbeitsbeschaffung. Geflcru trat der Ausschuh des Allgemeinen Deutschen Gewcrkschaftsbundes im Berliner Gewerkschaflshaus zu seiner 4. Tagung zusammen. Der Ausschuß wird sich insbesondere auch mit den verschiedenen Arbeitsbeschaffungsplänen beschästigen, die in der letzten Zeit in der Oefsenllichkeit erörtert worden sind. L« i p a r t erstattete Bericht über die Tätigkeit des Bundesvor- standes während der letzten Monate, ans dem wir nur einige Punkte herausgreifen. Insbesondere kritisierte er die unschlüssige Haltung des Retchsarbeitsministers in der Frage der allgemeinen Verkürzung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit. In den letzten Monaten stand die Reparationsfrage im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Leipart erläuterte in kurzen Zügen die Haltung des Bundesvorstandes. Die Forderung:„Schluß mit den Reparationen" steht in keiner Weife im Widerspruch mit der bisherigen Stellungnahme der Gewerkschaften. Sie ist viel- mehr die Konsequenz daraus, daß die Reparationen im eigentlichen Sinne, d. h. die Zahlungen für den Wiederaufbau der zer- störten Gebiete bereits geleistet worden sind und daß die wirkschaflliche Ikollage Deutschlands ihm die Aortdauer politischer Zahlungen uicht mehr gestatte. um so mehr, als die weltwirtschaftlichen Voraussetzungen für die letzte Reparationsregelung sich inzwischen so verschoben haben, daß es aus wirtschaftlichen und politischen Gründen widersinnig wäre, an ihr festzuhalten. Seit Iahren sind innerhalb der internationalen Gewerkschafts- bewegung Bestrebungen im Gange, die Berufsinternatio- n a l e n entweder zur alleinigen organisatorischen Grund- läge des Internationalen Gewcrkschastsbundes zu machen, oder sie doch neben den Landeszentralen als gleichberechtigte Träger der Organisation anzuerkennen. Diese Frage ist auch in letzter Zeit wieder erörtert worden. Der Bundesvorstand ist der Meinung, daß allein die Lanöeszcntralen die Träger des Internationalen Gswerkschaftsbundes sein können. Auch der Vor- stand des JGB. selbst ist dieser Auffassung. Es läßt sich aber wohl eine Form finden, auch die internationalen Berusssekretariate noch mehr als seither als Bestandteile in den JGB. einzuordnen, etwa da- durch, daß man den internationalen Berufssekrctären im Ausschuß des JGB. das Stimmrecht gibt, da internationale Beschlüsse so put wie nie durch Stimmenmehrheit gefaßt werden. Schlimme berichtete über Steuerfragen. Vom 10. Fe- bruar 1932 an wird in der Verpflichtung zur Zahlung der B ü r g e r- st e u c r eine Erleichterung eintreten. Dieses Ergebnis ist durch gemeinsames vorgehen der Gewerkschaften oller Richtungen zu- sammen mit den ihnen nahestehenden Parteien ermöglicht worden. Weitergehende Forderungen werden vom Bundes- vorstand oerfolgt. Die Gewerkschaften fordern mü aller Entschieden- hest, daß die L o h n st e u e r erst dann abgezogen wird, wenn das lohnstauerfreie Einkommen wöchentlich oder monatlich er- reicht ist. Der Bundesvorstand fordert die Einführung von Steuerbüchern für unständig Beschäftigte, um eine Regelung in diesem Sinne anzubahnen Der Reichsfinanzhof hat entschieden, daß auch die ehrenamtlichen Gewerkschaftsfunktionäre lohnsteuer- pstjchtig seien. Der Bundesvorstand wird im Klag e w e g e gegen diese Auffassung vorgehen..Der Bundesoörstand hat gemewsam mit dem Vorstand des AfA-Bundes einen Gesetzentwurf für eine schärfere Kontrolle der Werksparkassen ausgear- beitet, der dem Reichstage zugeleitet worden ist. Schlimme gab ab- schließend nähere Mitteilungen über den organisatorischen ?lusbau der Eisernen Front, für die sich die Gewerkschaften mit aller Entschiedenheit einsehen. S p l i e d t berichtete über das K r ü m p e r s y st c m, für dessen Durchführung sich der Bundesvorstand in einein Rundschreiben ein- gesetzt hat. Im Zusammenhang damit steht die Frage der A r b e i t s- losen- und Kurzarbeiterunter st lltzung seitens der Ver- bände. Eine einheitliche Stellungnahm« der Verband« wäre vielleicht wünschenswert: sie wird aber praktisch kaum möglich sein. Genossin Hanna ging auf die Notwendigkeit der besonderen W e r b u n g s- und Schulungsarbeit unter den Fraueil ein. Man kann vielleicht mit Recht fragen, ob die Form der orga- nisatorischen Erfassung der Frauen in den Verbänden für die Wer- bung zweckmäßig ist. Gewiß ist eine Sonderorganisation der Frauen in den Verbänden nicht enipfehlenswert, dennoch muß ihrer Eigenart stärker Rechnung getragen wer- den, wenn sie für den Dienst an der Gesamtbewegung erzogen werden sollen. Die allgemeinen gewerkschaftlichen Veranstaltungen haben in ihrer bisherigen Art aus einer Reihe von Gründen nicht die genügende Anziehungskraft auf die Frauen. Man muh sie von chrem speziellen Jntcressenkreis aus zu gewinnen suchen, sie gc- sondert zusammenholen und unter Umständen Fragen erörtern, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit gewerkschaftlichen Pro- blemen stehen. Die Heranziehung der Frauen zu aktiver Mitarbeit ist selbstverständlich nicht nur von Benif zu Berus, von Organi- sation zu Organisation, sondern auch von Ort zu Ort verschieden. Es ist daher kein Schema für die Werbearbeit im einzelnen möglich. Entscheidend aber ist, daß man die Werbearbeit nicht nur auf die Berufstätigkeit abstellt, sondern die weiblichen Mit- glieder wie die Unorganisierten auch als'Frauen und Mütter zu interessieren versteht und sie auf diesem Wege allmählich an die Organisation heranbringt. In der Aussprache wurde eindringlich darauf hingewiesen, daß es noch zahlreiche Arbeiter und Angestellte in Deutschland gibt, die erheblich l ä n g.e r als 4 8 S t u n d e n in der Woche arbeiten und zwar besonders häufig in öffentlichen Be- trieben! Diesem Unfug muh gesteuert werden. Die Auffassung des Reichsarbeitsmini st eriums über die Frage der Arbeitszeit, daß es nicht angebracht sei, die Bc- strebungen zur Verkürzung der Arbeitszeit gegenwärtig weiter zu verfolgen, wird von allen Verbandsvertretern entschieden verurteilt. Die Verkürzung der Arbeitszeit nur in einzelnen Berufen anzuordnen, hielt man nicht für zweckmäßig. Notwendig ist vielmehr, die Verkürzung der Arbeitszeit in großem Umfang durchzusetzen. Die Einführung der 40.Stunden-1voche muß mit dem Zwang zur Einstellung von Arbeitskrästen verbunden werden. Das Krümpersystem ist nur unter bestimmten Voraus- fetzungen durchführbar, aber wo dies« Voraussetzungen gegeben sind, ist die Anwendung des Krümpersystems notwendig. Dem- entsprechend wird sich auch die Bcitragsregelung für kurz- arbeitende oder nach dem Krümpersystem beschäftigte Mitglieder der Gewerkschaften verschiedenartig gestalten müssen. Die Schwarzarbeit ist heute weit verbreitet. Sie ist gegenwärtig Gegenstand einer besonderen Untersuchung im Reichs- wirtschpitsrat. Die Vertreter der Gewerkschaften haben dort ihre Bereitschaft zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erklärt, aber hin- zugefügt, daß sie sich von zweckmäßigen tarifvcrtraglichen Regelungen eine größere und gerechtere Wirkung versprechen als von einem weitgehenden gesetzlichen Zwang. Die Verbandsvertretcr waren einstimmig der Auffassung, daß der JGB. sich nur auf den Landeszentralen aufbauen kann. Eine Stärkung der Stellung der Bcrufsinternationalen im JGB. hielt man nicht für zweckmäßig. Die Haltung des Bundesvorstandes in der R e p a r a t i o n s- frage wurde gebilligt. Es war notwendig, in dieser Zeit un- mißverständlich als die Meinung der deutschen Gewerkschaften aus- zusprechen, daß die. Reparationslasten den Debensspielraum der deutschen Arbeiterschaft in weitgehendem Aloße einschränken und daß ihre Fortdauer der Wiederbelebung der Wirtschast hindernd im Wege steht. Am Schluß der Debatte stellte Leipart fest, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß die Gewerkschaften die Verordnung vom S. Juni 1931 nicht als Grundlage für die Durchführung der Arbeitszeitverkürzung anerkennen können. Nur die Beschlüsse des Frankfurter Kongresses können als Grundlage einer solchen Maß- »ahme dienen. Daß jede Verkürzung der Arbeitszeit unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein neues hartes Opfer der Arbeiterschaft darstellt, ist nicht zu leugnen. Aber noch fürchterlicher wäre es für die Arbeiterschaft, wenn aus den 6 Millionen Arbeitslosen 7 oder 8 Millionen würden. Sinn hat das Opfer, das die Arbeiterschaft bringen würde, jedoch nur dann, wenn die Einführung der 49-Stunden-Woche in einer Weise erfolgt, die Gewähr bietet für die E i n st e l l u n g von neuen Arbeitskrästen. Zur Reparationsfrage erklärte Leipart abschließend, es besteht kein Widerspruch zwischen unserer Forderung nach Verständigung mit Frankreich und der Losung: Schluß mitdcn Reparationen. Denn die Welt ist sich klar geworden darüber, daß der politische Streit um die Reparationen eine der wesentlichsten Ursachen der Weltwirtschaftskrise ist. Die Beseitigung der politischen Ursache der Krise ist die wichtigste Voraussetzung für ihre Ueberwindung. Sic liegt im Interesse der Arbeiter aller Länder, auch der Arbeiter Frankreichs. Wir sagen nicht: wir wollen nicht zahlen, wir sagen das vor allem nicht ini Widerspruch zu unseren ausländischen Genossen, sondern wir rufen diesen, namentlich unseren französischen und belgischen Freunden zu: Ihr dürft nicht zulassen, daß die Last der Reparationen auch fernerhin die deutsche Arbeiterschaft bedrückt! Wir begehen keine Untreue gegen die Internationale,' indem wir unsere Pflicht, die Interessen der deutschen Arbeiter zu vertreten, in erster Linie er- füllen. Trostloser Arbeilsmarkt. Jtadf Lohnabbau- Verschärfung der Krise. Der letzte Halbmonatsbericht der Reichsanstalt für Arbcitsver- mittlung und Arbeitslosenversicherung brachte die verhältnismäßig geringe Zunahme der Zahl der Arbeitsuchenden von 75 009. Es war auf den ersten Blick nicht zu erkennen, ob dies den Stillstand der Arbeitslosigkeit und den Wiederbeginn eines Aufstiegs bedeutete oder ob die geringe Zunahme der Zahl der Arbeitsuchenden daraus zurückzuführen ist, daß besonders infolge der strengen Witterung viele Arbeitslose, die weder Aussicht haben, Arbeit zu bekommen, noch Unterstützung beziehen, es im wachsenden Maße vorgezogen haben, den Arbeitsämtern fernzubleiben. Nach dem nunmehr vorliegenden Bericht über die Arbeits- losigkeit Ende Januar in den Gewerkschaften, die dem ÄDGB. angeschlossen sind, muß man das letztere annehmen. Der Antell der Arbeitslosen an den Mitgliederzahlen ist im Januar weiter von 4 2, 8 auf 44,4 Proz. gestiegen. Die Kurz- a r b e i t hat nur unwesentlich von 21,9 auf 22,3 Proz. zugenommen. Diese starke Zunahme der Arbeitslosigkeit erstreckt sich sowohl aus die Konjunkturgruppe, wo die Arbeitslosigkeit von 33,9 auf 35,2 Prozent gestiegen ist, als auch auf die Saiiongrüppe, wo die Arbeits- losigkeit mit87 Proz. einen phantastischen Rekord er- r e i ch t h a t. In den Hauptgruppcn der Saisonberufe ist die Arbeitslosigkeit noch größer, und zwar im Baugewerksbund 88 Pro;., bei den Zimmerern 88,8 Proz., bei den Maler n 89,7 Proz. und bei den E t e i n a r b e i t e r it 89,1 Proz.! Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist in allen Industrien der Konjunkturgnippe die Arbeitslosigkeit nicht unerheblich gestiegen. Nur bei den Hutarbeitern und ven Tabokarbeitern ist sie infolge von Konjunktureinflüssen zurückgegangen, beträgt ober auch dort noch 46,1 und 44,1 Proz. Rechnet man hinzu die 19 Proz. Kurzarbeiter bei den Hutarbeitcrn sowie die 29,2 Pro;. Kurzarbeiter bei den Tabakarbeitern, so wird man auch dort nicht von einem Konjunkrurausschwung sprecheit können. Einzig im G e s a m t v c r b a n d(öffentliche Betriebe, Handel und Verkehr) ist eine zwar nur geringe Abnahm« der Arbeitslosigkeit eingetreten, die jedoch für diese Jahreszeit aufiaUeno ist. Die Arbeitslosigkeit ging dort zurück von 16,2 aus 15,6 Proz., während die Kurzarbeit mit 18,6 Proz. fast unverändert blieb. Sonst sind die Zahlen der Arbeitslosen in den Gewerkschaften geradezu t r o st l o s. Wenn man anführt, daß im Metallarbeiter- Verband die Arbeitslosigkeit aus 43,7 gestiegen ist, wozu noch 31,4 Proz. Kurzarbeiter kommen, im Textilarbeiler-Vcrband auf 30 Proz. plus 38,6 Pro;. KurPirbeiter, bei den Veklcidungs- arbeitern auf 45,2 Pro;., Sa;u 28,3 Pro;. Kurzarbeiter, im Holz- arbeiter-Verband auf 64 Proz., dazu 12,2 Pro;. Kurzarbeiter, so genügen diese Ziffern, um jeden Optimismus im Keime zu ersticken. Wenn die Reichsregierung mir ihrer grundverkehrten Lohn- und Wirts chaftspolitik nicht endlich restlos Schluß macht und sich aufrafft zu ein«m großzügigen Arbcitsbeschaf'ungsprogrginm, so muß man sich aus das schlimmste gesaßt inachcn. Einigung in Dänemark. Kopenhagen, 15. Februar. Der Arbeitssrieden in Dänemark ist wiederhergestellt. Die Arbeilgeberverbände und die Gewerkichoiten haben dem neuen Vcrmittlungsvorschlag des staatlichen Schlichters z u g e st i m m t. Die Arbeitgeber haben von einer Lohnkürzung in Höhe von 20 Pro;, abgesehen. Die Arbeiter hpben der Verlang c.r u n q der laufenden Verträge, bis 1933 zugestimmt. Die Ausjperrungs- beichliisse für kommenden Freitag sowie der Streikbeschluß sind zurückgezogen worden. Dieser Zlusgang kommt einer schweren Niederlage der Unter nehm er gleich. tz Kreie Gewerkschafts-Zugenö Berlin Keule, Dienstag. U>.(Zebruar. U«', Uiir, lagen die Grupvcn: lscwert. schal, shaus: Zugendhenn Uövenilecr SN 9i. Ann'cr Abend.— Stegliln Jugendheim Flemmlngktr. 141>. Dl« Gewertschasten Im neuen Jahr.— Moabit: duaendheim Bremer �tr. US— 70. Siuheitssront der Scwcrtschastcn k— Tvaadau-Wilhelmstadt: Augendheim cvortplop, öecburgcr ttrojjr. Streifziige durch die Altmark.— Pankow: Jugendheim Bissingenitr. 48, Zimmer.7. Ar- beiisdienstpflicht.— Treptow: Jugendheim lrlsenstr.■'(am Bahnhof Treptow. Sunterbunl.— Zrauksurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Sollen wie noch geilmig lesen— Landsberger Plate, dugcndheim Große Franl furtcr Str. lb. Altuelle Wirtschailsiragen.—- Lichtenberg: Jugendheim Doste iiraßc 22. Alfred flunkert.— Zleu-Lichtenberg: duaendheim Kunterstr. 44. Der Lehrling einst und jrht.— Ostendc: Jugendheim starlshorst. Treskon ollee 44(stant-Schuie). Freidcnkertum.' Wcdding: Jugendheim b.ülldenow- strajis ö, 2 Treppen. Zimmer II. Baseler Äonsercnz und Reparationen.- Schoncwcide: Zugendheim Hasfelwcrderstraße lRädck>enschulc, im Zelle,>. Wo- ist Sozialismus?— Adlers hos: Zugeudheinl Adlershof, Bismarckstr. 1. Seil wann lebt der Mensch?_ % Luqendqnippe des Lentralverbandesi der Angestettten Keutc. Dienstag, iinden folgende Beranftaltungcn stall: Lichtenberg: � afcK Zugenbheim tbunterstr. 44. Zurzreieratr.— Bord weit: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Liederabend.— Der Sprech, und Bewcguugschor übt ad 2'i Uhr in der Turnhalle Baruther Str. 20.'— Der Turnobend der Sport- obteilung findet von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle Tcmpclhofer User 20 statt. Verantwortlich für Politik: Victor Schiss: Wirtschaft: K. Zlinzclhascr; lbcwerkfckiaftsbcwegung: Z. Steiner; Feuilleion: Dr. Zohn Schikowski: Lotalc- vno Sonstiges: Zrig»arstädt: Anzeigen: Th. Glocke; iämliich in Berlin. Verlag: Borwarts-Berlag G. m. b. K., Berlin. Drua: Borwäm.Buchdruckcrei und Bcrlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Kerlin<523. 68, Lindcnstraßc 3. Hierzu 2 Beilagen. WERTHEIM Billige Lebeiismttftl Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. rieisdi 78, Kalbskotelett pm. 0 Masi-Ochsenfleisdi.. Pfund 0,48 Mast-OchsenschmorfL. pm. 0.76 Kalbsbrust u. Rücken Pfund 0.54 Kalbsroulade...... ptund 0.88 Kalbsschnitzel...... Phmd 1.18 Schweincschultcr... Pfund 0.66 Schweinekamm u.SchuftPM. 0.74 Schweinekotelctt.... PMnd 0.78 Kablerkamm u.Schuft Pfund 0,70 le Berliner Bratwurst. Pfund 0.88 Rinderherzen...... Pfund 0.44 Rinderbacke....... Pfund 0.38 Lunge Pfund 0.34 Euter Pfund 0.24 Obst 44, Apfelsinen Zpid..-"IPT m. Eft- u. Kochäpfel... 2p:und 0.25 Amerik.Äpfel. 3pfund 0.72 0.95 Jaffa-Orangen....3 Pfund 0.72 Bananen........ 3 Pfund 0.76 Rot-u.Weibkohi... Pfund 0.06 Möhren gewaaefcen.... 3Pfnnd 0.10 Rote Rüben..... 4 Pfund 0.20 Mark-Rübchen....3ptund 0.20 Rosenkohl...... 2 ptund 0.25 ülUerwaren 22 Bücklinge.. pm..» pf. Sprotten r.-und an 0.28 w-ia 0.28 Dorschrogen...... piund 0.35 Flundern....... ptund an 0.45 Dienstag und Mittwoch Wurst Gänse 55„ gefroren. Pfund Ton an Volgahühner. Hühner(ru ,0. 0.72 Aprikosen-Konfiiure>, bim. 1.10 Nr. 77• 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 46. Februar 4932 30 Jahre H~ und U-Bahn! Damals 10 Kilomeier, heute 70 Kilomeier Länge. Vor dreißig Jahren, am IS. Februar 1902, wurde in Berlin die erste Strecke der Hoch- und Untergrundbahn eröffnet. D'eser älteste Teil des heutigen Hoch» und Untergruitdbahnnetzes verlief vom Bahnhof Zoo bis zur Warschauer Brücke aus dem noch bestehenden Bahnkörper: unterirdisch vom Zoo bis hinter den Wittenbergplatz, der übrige Teil als Hochbahn. Von der Hochtxchn zweigte eine Seitenstrecke nach dem Potsdamer Platze ab. Die Abzweigung selbst war in einer kühnen Gleiskonstruktion aus beiivn Richtungen eingeschleift, so daß ein Schienendreieck entstand. Dies war das damals oielbswunderte„Gleisdreieck"', von dem heute nur noch der Name vorhanden ist. Noch dem schrecklichen Hochbahn- Unglück im Jahre 1903, das siebzehn Todesopfer forderte, wurde die oerwickelte Schienen- und Weichenanlage des Gleis- drciccks aufgelöst. Der Vau der vor dreißig Jahren fertiggestellten„Stanunstrecke" — so nannte man später diesen ältesten Teil— hatte im Herbst 1896 begonnen. Nur reichlich fünf Jahre hatte also die Herstellung der über zehn Kilometer langen Linie erfordert. Sämtliche Bauarbeiten und technischen Einrichtungen einschließlich des Zugmaterials stellte Siemens u. Halsk« her. Ilm die künstlerische Ausgestal» t u n g der Hochbahn war Regierungsbaumeister Wittig bemüht, der zahlreiche Künstler zuzog. Man huldigte am Jahrhundertbeginn der Ansicht, ein« technische Konstruktion bedürfte der Hilfe bildender Kunst, um eine Zierde des Stadtbildes zu werden. Dieser Ein- iicllung verdanken die alleren Hochbahrchöfe und die Viadukte ihre Formen, die unserem Geschmacksempfinden fremd sind, aber als Suchen nach neuen Ausdrucksformen verstanden werden müssen. Di« Gesamtkoften der Anlag« einschließlich des Grund- erwerbs, einer großen Anzahl notwendigerweife gekaufter Häuser, des eigenen Kraftwerks und der Züge beliefen sich auf rund 34,5 Millionen Mark. Bei Eröffnung der Bahn waren 21 Züge vorhanden. Sie bestanden aus drei Wagen, einem Triebwagen 3. Klasse an Ansang und Ende des Zuges und einem motorlosen Mittelwagen 2. Klasse. Ein Zug faßte bis zu 290 Fahrgäste. Aus den 19,1 Kilometern Hoch- und Untergrundbahnstrecke, die am 15. Februar 1992 in Betrieb genommen wurden, war bis zum Wettkriege bereits ein Liniennetz von 36,7 Kilometer Länge ge- worden. Jetzt beträgt die gesamte Länge der Berliner Hock)- und Untergrundbahnen über 79 Kilometer.» Eine außerordentliche Leistung stellte die Borausschötzung des künstigen Berkehrs dar. die für die Finanzierung des Unternehmens notwendig war. Der spätere Geheime Baurat Gustav K e m m a n n führte die Berechnungen auf Grund der Erfahrungen von New Port. Paris und London aus. Später zeigte sich, daß der wirklich er- wartete Verkehr sich nicht nur in der Gesamtgröße, sondern sogar in der Verteilung auf die einzelnen Bahnhöfe genau innerhalb der von Kenunann vorausberechneten Grenzen geHallen hatte. Man hat gerade in diesen Tagen für Baurat Kcnmwnn auf ocm U-Bahnhof Mexanderplatz eine Gedenktafel enthüllt. Die vor mnnnehr dreißig Jahren eröffnete Sttrnunstrecke stellt« «ine rein« O st- We st- Verbindung dar; in den ktztcn Jahren waren es dagegen hauptsächlich die Bezirke des werktätigen Berlins im Norden und Südosten, die durch den Altsba« des Netzes erschlossen würden. Siedler, der nicht weiterkam. Genossenschast ist nicht lZinzelfledlong. Mik den Sladkrandsiedlungen Halle sich das Arbeits- gcricht zu beschästigeu. Der Prozeß, angeslrengl von einem erwerbslosen Siedler, der eines Tages einsah, daß die Landarbeit über seine Gräfte esing, ist für viele Siedlungslnstige beachtenswert. Di« Kläger wollten sich in der Siedlung der„Gemein- nützigen Siedlungsgesellschaft Bauernlano A.-Gck in Wegendorf bei Werneuchen ansiedeln, die angeblich vom preußifchen Landwirtschoftsminifterium zu 69 Proz. suboentioniert wird. Die Siedlungsgesellschast stellte die Bedingung, daß sich die Siedler, die der Sektion Deutschland des Internationalen Erwerbs» losenverbandes angehörten, zu einer Genossenschaft vereinig- ten. Dieser Genossenschaft traten auch die Kläger bei, da ihnen angeblich von der Siedlungsgesellschast die Wetterzahlung der Er- werbzlofen- oder Wohlfahrtsunterftützung zugesagt worden war. Nachdem die Kläger vier Monate in der Siedlung gearbeitete hatten imd an Stell« der angeblich zugesagten Unterstützung nur Wohnung und Kost erhiellen, mußte der Ehemann, der von Beruf Musiker ist. feststellen, daß die weitere Siedlungsarbeit über feine Kräfte ging. Aus diesem Grund« schieb er aus der Siedlung aus. Das Ehepaar klagte nun auf Zahlung für die bisher gelei stete Arbeit. In der Verhandlung erhob der Kläger schwere V>rwürfe gegen die Siedlungsgesellschast und be- hauptete, ,chaß die Siedler dort unter dem Deckmantel der Gemein» nützigkett erniedrigt und ausgebeutet worden seien und daß ein völlig rechtloser Zustand geherrscht habe." Der Genossenschost hätten durchschnittlich 35 Mitglieder angehört, während auf dem Gelänv« nur 23 Baustellen vorhanden waren, die später Eigentum der Siedler werden sollten. Ein Arbettsvertrag sei nur mündlich abgeschlossen worden. Der Vertreter der Siedlungsgesellschast stellte sich.demgegenüber auf den Standpunkt, daß von einem Arbettsverhältnis zwischen der Siedlung und den Siedlern über- Haupt nicht gesprochen werden könne. Das Gericht wies die Klage ab med begründete das Urteil, das von den anwesenden Siedlern mtt lauten Mißfallenskund- gedungen ausgenommen wurde, damit, daß mit dem Eintritt in die Genossenschaft kein Einzelvertrag, sondern nur ein Kollektivvertrag mit der SiMungsgesellschaft ab- geschlossen worden sei, der einen eventuellen Anspruch des einzel- nen auf Lohnzahlung nicht zulasse. Oer Giurm aus die Gophiensale. Zwei Kommunisten zu Gefängnis verurteilt. Die kommunisttsch-nationalsozialistischen Saalschlachten vom vorigen F rettag erlebten gestern vor dem Schncllschöffengericht Bersin-Mitte ihr erstes Nachspiel.. Angeklagt waren fünf Kommunisten, zu den Sturmern der Sophicnsäle gehört zu haben. Gegen 6>- Uhr kürzte sich der nationalsozialistische Saal- schütz die Zett noch mtt Skatspielen und der Eingang zum Saal war nur mtt wenigen Leuten besetzt, als plötzlich etwa 139 Kam- munisten die Treppe hinaufstürmten und versuchten. sich Eingang in den Saal zu verschaffen. Zu gleicher Zett setzte auch ein Steinbombardement gegen die Fenster «in. Die Nattonolsozialisten wehrten die Kommunisten ab, es ent- stand ein wildes Durcheinander, Stühle wurden wild geschwungen, mehrere oerletzte Kommunisten und Nationalsozialisten blieben auf dem„Schlachtfeld". Ein Kommunist und ein Nationalsozialist liegen heute noch im Krankenhaus an den Verletzungen danieder. Ein verletzter Nazi, der nur schwer gehen konnte, befand sich uitter den gestrigen Zeugen. Das Gericht verurteitte zwei von den fünf'Angeklagten wegen einfachen Landfriedensbruchs zu je fünf Monaten Gesäng- nis. Die Teilnahme der übrigen drei an dem Swrm auf die Sophiensäle konnte nicht eindeutig bewiesen werde:,. Aufmarsch der Eisernen Front. Wels und Künstler vor den Eisenbahnern. Im Rahmen der Kundgebungen für die Eiserne Front sprachen am Montag vor den Berliner Eisenbahnern im Lehrervereinshauz der Parteivorsitzende Genosse Wels iW> der Vorsitzende des Be- zirksverbandes Berlin der Sozialdemokratischen Partei Genosse K ü n st l e r. Genosse Wels, mtt starkem Beifall begrüßt, legte den Der- sanunellcn zunächst die Zusammenhänge dar zwischen der natio- nalsozialistischen Bewegung und den reattionären Bc- strebungen der deutschen Unternehmer. Beide Gruppen sind in dem Ziele einig, alles restlos zu beseitigen, was sich die Arbeiterschaft mtt der Republik an sozialen Errungen- s ch a f t e n erkämpft hat. Mit einem Programm der Programm- losigkeit ist es dieser schcinsozialistischen Partei gelungen, Tausende von Menschen, die an den gegenwärtigen gesellschastlichen Zuständen verzweifeln, für ihre reattionären Ziele zu gewinnen. So wie es seinerzeit der Fcudaladel verstand. Landsknechte dosiir zu werben, die Bauern von ihren Besitztümern zu verjagen, hat es der Feudalkapitalismus fertig gebracht, geistig arme und urtcilslose Menschen dafür zu gewionen, sich als Stnrmbrigaden gegea ihre eigenen Slasjcugenoffen mißbrauchen zu lassen. Wie ein Hypnotiseur hat es Hiller verstanden, großen Teilen des Volkes zu suggerieren, er werde in diesem Jahre siegen und das deutsche Volk von seinen Qualen erlösen.„Nieder mit dem Marxis- mus!" so tönt es der Arbeiterschaft täglich von diesen hypnotisierten Massen entgegen, die gar keine Ahnung davon haben, was Marxis- mus ist. Man verleumdet die Führer der Arbeiterbewegung, schimpft auf die �Bonzen und kann nicht den Tag ersehnen, an dem man Tausende von existenzlosen Hakenkreuzlcrn selbst zu Bonzen macht. In diesem Jahr will Hitler, der zukünftige Professor der angewandten Pädagogik, mit seinen Riordbanden den SiegüberdieRepublik herbeiführen. Die Arbeiterschaft hat in wenigen Wochen der Eisernen Front eine Armee von proletarischen Kämpfern aus der Erde gestampft, an der sich die Welle des Faschismus brechen wird. In dieser Front stehen auch die Eisenbahner, auf die es wahr- scheinlich in der Stunde der Entscheidung in erster Linie ankommen wird. Die Arbeiterschaft erwartet von den Eisenbahnein. daß sie durch einmütiges Zusammenstehen den Kampf des Faschismus gegen die Republik abwehrt. Der stürmische Beifall, der den Ausführungen des Partei vor- sitzenden folgte, war der beste Beweis dafür, daß sich die Berliner Eisenbahner ihrer Aufgabe in dem Cntscheidungskompf um die Republik durchaus bewußt sind. Genosse Künstler umriß noch einmal die Ziele der Eisernen Front, zu der Tag für Tag neue Kämpserscharen stoßen. Herr Fcick hat bei seinen Morddrohungen gegen die marxistischen Funktionäre die klaren Köpfe der Arbeiterschaft und ihre Fäuste nicht in öjieck:- nung gestellt. Wenn diese Fäuste einmal gezwungen werden soltten. sich gegen den Faschismus zu erheben, werden sie bestimmt andere Spuren hinterlassen als die wohlgcpstegten Händchen der Exprinzen und ehemaligen kaiserlichen Generäle. Die Eiserne Front wird alle- daran setzen, den Bürgerkrieg von Deutschland f e r n z u> halten. Die deutschen Proletarier werden aber, wenn man ihnen ans Leben gehen will, sich ihrer Haut zu wehren wissen. D i e Wahl der Kampfmittel der Eisernen Front wird davon ab- hängen, welche Kampfmittel der faschistische Gegner wählt. Die Eiserne Front wird bestehen bleiben, bis die braune Pest aus Deutschland verschwunden ist. Auch die Ausführungen des Genossen Künstler wurden mit stür- mischen: Beifall aufgenommen. Mit einem begeisterten Hoch auf die Eiserne Front wurde die eindrucksvolle Kundgebung geschlossen. Auf diese Weise bekommt er gleich ein anständiges Engagement für seine geänderte Nummer. Es ist tatsächlich so, alle Direktoren und Pressemenschen schreien nach der neuen Nummer und haben insgeheim Angst vor jeder Neuheit. Billy hat das durchschaut. Damm hatte er vorsichtshalber nicht für die Rehpinscher abgeschlossen. Hätte er gebeten, mit ihnen austreten zu dürfen. würde der Direktor totsicher die alte Nummer verlangt haben. Die alle Arbeit war jedoch ohne Anita nicht zu leisten. So nutzte Billy seine Verlegenheit aus und trieb sie künstlich auf bis zur Eagenerhöhung. Er war wohlgelaunt, als er nach- Anitas Hochzeitsfeier ging und er war auch noch wohlgelaunt, als er zu Hause seine Koffer umpackte. Anita tmg jetzt einen Bubikops. Billy hatte sich die langen schwarzen Aechten ausgebeten. Er packte sie tief unten in den Koffer, legte eine amerikanische Flagge dar- über und warf auch noch ein Paar perlbesttckte Leder- Manschetten hinzu, die Anita besonders gerne getragen hatte. Em Cowgirl muß Zöpfe tragen. Sie kann sie später wieder anstecken, wenn wir wieder zusammenarbeiten", sagte Billy zu sich. Sonderbttr, er war fest davon überzeugt, daß sie noch einmal wieder Partner werden würden. Doch ein Cowboy ist nicht sentimental. Ein Glück, daß die Rehpinscher. die neuen Partner, so gut eingeschlagen waren. Der wildgewordene Indianer. Die bühnensichersten und die bühnenwirksamsten Indianer bezieht man aus Berlin-Pantow. Das wußte Billy, ebenso wie er wußte, daß man deutsche Artisten zu jeder exotischen Schau vorzüglich gebrauchen kann. Dennoch hatte Billy echte Indianer. Sie konnten wenig, sie mußten auf der Bühne viel Rot auflegen, damit sie echt aussahen, aber Billy sagte:„Leben und leben lassen." Die Lünzen? waren draußen Landarbeiter gewesen, waren ihrem Herrn und ihrer Familie ausgerückt und endlich bei Billy gelandet. Die Jungens waren viel zu schwach zur Landarbeit gewesen, bei Billy brauchten sie sich nicht anzu- strengen. Er konnte ihnen keine schwere Arbeit zumuten. Daran war nicht nur der Klimawechsel schuld. Billy sah die schmächtigen Kerle mehr als einmal prüfend an und sagte: .JDie Lungens haben kein Mark in den Knochen." Die Indianer hatten nicht den ominösen Schein, der ihre Rücklieferung forderte und darum konnte Billy mit ihnen selbst im Winter von Kinoengagement zu Kinoengagement ziehen. Im allgemeinen hat der Tonfilm die Bühnenschau tot- gemacht. Billy jedoch hatte eigenartiges Glück. Ein tönender Cowboyfilm hatte großen Anklang gefunden und Billys Nummer diente als Vorspann. Das Publikum hatte sich Micky Maus übergesehen und gute Kulturfilme sind fetten. Zudem hat jeder Kinobesitzer eine heillose Angst davor, seinem Publi- kum etwas Gutes zu bieten. Stehen die Kinogewaltigen doch nach wie vor auf dem Standpunkt, das Publikum ist retwngs- los verkitscht. Man gibt lieber Riesengelder für die Ausstattung der Theaterfassade aus, man blufft lieber durch Reklamezettel und Lustballons, als daß man einem Wissenschaftler ein paar Meter Film mehr bewilligte. Bei Billy brauchte man keinen Bluff, er war da, er gefiel, und die Reklame für den Film stellte sich entsprechend billiger. Doch eines Tages brach das Unglück über diese gute Zug- nummer herein. Billy gastierte in Berlin. Ein Indianer bat ihn, sich die Stadt ansehen zu dürfen. Billy sagte natürlich ja, und bei vornehm wirkender Geste gab er seinem Jungen noch zwei Mark Zehrgeld mit. Billy fühtt sich für seine Leute verantwortlich. Daher kümmert er sich wn ihre Berpflegung. mietet für sie die Zim- mer und gibt ihnen von chrer einbehattenen Löhnung Taschen- aeld. Seine Iungens sollen nicht mtt leeren Händen in die Heimat zurückkommen. Das hätte Billy als persönliche Schande ausgefaßt. Und oerkommen durften die Iungens in Europa auch nicht. Billy wird mtt dem Beruf des Arbeit- gebers auf feine Art und Weise fertig.- Bewußter Indianer hatte nun nicht nur die zwei Mark, bewußter Indianer hatte auch eine Blechuhr in der Tasche. Billy hat sie ihm geschenkt, well sie dem Indianer, diesem großen Kinde. Freude macht. Die Uhr war schon des öfteren unter Zuhilfenahme von Hammer und Schraubenzieher repa- riert worden und eben bevor der Indianer ging, hotte Billy den Uhrzeiger fürsorglicherweife erst mit einem dicken Blei» stist festgeklopst. Der Indianer sitzt in einem Kaffee. Er ist es gewohnt, auf der Bühne angesehen zu werden, doch ärgert es ihn regel- mäßig, wenn man chn auf der Straße neugierig betrachtet. Und die Berliner sind doch nun leider schauluftig, namentlich. wenn es kein Geld tostet. Der Indianer will zahlen und vermißt die Uhr. Selbst- beherrfchung ist gerade nicht sein Fall. Er ist gewohnt, sich seinen Leidenschaften hinzugeben. Er gerät in Wut, er be- schuldigt einen Mann, der ihn besonders aufmerksam be- trachtet hat, des Diebstahls. Man oersteht den tobenden Indianer nicht. Die Servier- sräulein sind ratlos, der Kaffeehausbesitzer ist ausgebracht und bekommt einen Kopf wie ein ärgerlicher Truthahn, das Publikum lacht. Da zieht der Indianer ein Messer aus der Tasche und sticht auf den ihm verdächtig erscheinenden Gast ein. Er verletzt den Mann schwer. Ein ängstliches Servierfräulein benachrichtigt telephonisch das Ueberfalltommando. Der Indianer tobt weiter. Er nimmt Wassergläser, um mit ihnen nicht bloß zu zielen, sondern auch unfehlbar sicher zu treffen. Er schlägt mtt der rechten Hand in ein Glas, es splittert, das Blut spritzt. Schließ- lich überwältigen chn die Schutzleute, bringen den Rasenden nach der nächsten Unfallstation, wo er verbunden wird, um dann in ein Krankenhaus zu wandern. Billy stellt sofort Kaution, als er von dem Vorfall er- fährt. Billy besucht den Kranken und sagt ihm:„Wenn du wieder gesund bist, verprügele ich dich, daß du nicht sstzsn kannst." Dann eitte Billy nach dem amerikanischen Konsulat. Die Papiere des Indianers sind nicht in Ordnung. Auf dem Konsulat gibts sehr viel Aufregungen. Billy nimmt die Knochen zusammen, er steht nahezu stramm, er wird wirklich höflich. Der Konsul meint:„Es ist durch nichts bewiesen, daß der Indianer Amerikaner ist."« Billy anwortet, und der Ton seiner Worte ist klein- lauter, als die Worte selbst sind—:„In China gibts keine Indianer. Die ganze Well sieht die Amerikaner für die Schutzhemn der Indianer an." Und da die Amerikaner keine Untertanen, sondern nur freie Bürger kennen, denen unter allen Umständen in der Fremde höflich zu begegnen ist, tut man selbst vom Konsulat aus alles, um den Indianer freizubekommen.'(Forts, folgt.) Eiserne Kroni der Meierverbände. Protest gegen den Abbau der Laienrichter. Zu einer Kundgebung der ocganiflcrleu Alieterschost gcsiaUele sich die überaus gut besuchte Versammlung der Abteilungs- mickervertreter im Gcmcrkschaftshaus. Nach Erstattung des Ialiresberichts durch den Vorsitzenden, Ge» »offen Ernst Rüben, der einmütig gebilligt wurde, wurde der Vorsitzende des Rcichsbundes Deutscher Mieter, Gcnoff« D z i e y k, für das kommende Jahr in den Vorstand des Bezirksmieter- ousschuffcs gewählt. Auch die bisher im Ausschuh noch nicht ver- tretenen Frauen schloffen sich der Bewegung an und delegierten die Genossin Erna Tichaucr in den Ausschuß. Genosse Rüben geihctte die durch nichts begründete Beseitigung der Laien- r i ch t e r bei den Mieteinigungsämtern und den Amtsgerichten durch die Notoerordnung vom 8. Dezember 1331. In der Diskussion wurde betont, daß ossensichtlich der chaß eines Teils der Berufsrichter gegen die Mitwirkung von Männern und Frauen aus dem Volke den Anstoß zu dieser Bestim mung gegeben Hot. Die Rcichstagssraktion hat auch bereits mit Energie die Wiederherstellung der Laiengerichtsbarkeit in Mieter suchen gefordert. Zum Schluß wies Genosse Rüben darauf hin, daß in der »ochsten Zeit Kundgebungen der Eisernen Front der Mieteroereine in Berlin stattfinden sollen. Ehemann rächte sich mit Dynamit. Erfolg: drei Tote und sechs Schwerverletzte. wie bereits im„Abend" milgeleill, wurde in Göteborg in Schweden in der letzten Rachl durch einen Dyaamilanschlag ein wohagebäude, in dem mehrere Familien wohulen, iu die tust ge- sprengt. Dieses Unglück hat jetzt eine grauenhafte Aufklärung gefunden: Ein ZSjähriger Bauarbeiter hatte beschlossen, sich an seiner von ihm geschiedenen Frau zu rächcu. kurz vor 214 Uhr warf er ein Bakel mit Dynamit durch ein Fenster in ein Zimmer des Hauses. in dem seine Frau wohnte. Eine gewaltige Explosion erfolgte, durch die der größte Teil des Hauses zerstört wurde. Aus deu Trümmern wurden drei Tote und sechs zum Teil schwerverletzt« Personen geborgen. De» Täter fand man in einem Walde in der Nähe der Stadt tot auf: er hatte Selbstmord begangen. Gibirische Kälie auf dem Balkan. Venedig im Eisponzer. Belgrad, IS. Februar. Schneefall und Kältcembruch am Balkan hat in Südslawicn zu großen Verkehrsstörunzen geführt. Aus der Donau und auf der Saoe ist die Schiffahrt vollkonimcn e i n g e st e l l t worden. Das Thermometer ist im Westen auf 32 Grad und im Osten auf 24 Grad unter Null gesunken. In Slawonien, Kro- atien, Bosnien und Montenegro sind in den Bergen mehrere Meter und in den Tälern 15- Meter an Neuschnee gefallen. Rom, 15. Februar. In N o r d i t a l ie n hält die Kälte nach wie vor an. Sogar die Lagunen bei Venedig sind gefroren. Im Eise waren etwa 2HKarkct» stecken geblieben; sie mußten von der Feuerwehr mit einem eiKetts dazu hergestellten kleinen Eisbrecher hereingeholt iverdcn. Die Tiinpcratur ist weiter gesunken. Bei Padua erreicht d i« K ä l t e 13 Grad. Aus dem Gebirge bei Trient wird Schneefall und starker Frost bis zu 24 Grad gemeldet. Iungrepublikaner an die Front! Die freie Nationale Schülerschaft, eine Organisation entschieden republikanischer Schüler höherer Lehranstalten, hatte Ende voriger Woche einen ersten Ausspracheabend, auf der auch der staatspartciliche Reichsminister Dr. Dietrich erschienen war und das Wort nahm. Der Minister meinte, wenn die bürgerlichen Parteien so stark zurückgegangen seien, so habe das u. a. auch seinen Grund darin, daß sie nicht imstande waren, sich mit der Jugend zu verständigen. Denn so, wie heute die Jugend gestaltet wird,"so wird einmal unser ctaot und die Gesellschaft aussehen. Eine Jugend aber, die weiter nichts kann und will als sagen:„Wir haben einen anderen Stand- punkt als die Alten, und nur der unscrige ist der richtige, die alten Kerle, die jetzt am Ruder sind, müssen weg, und es wird eine ganz neue Sache kommen!", eine solche Jugend wird die noch vorhandenen Reste von Staat und Gesellschaft kaputt machen. Der Minister er- wähnte hierbei ein drastisches Beispiel, wonach ihm ein Sechzehn- j ä h r i g e r in öffentlicher Versammlung habe gute Ratschläge geben wallen, wie er sein Amt als Minister führen müsse. Wir werden jetzt einen Kamps um die Stellung unserer Wirtschast, um die Ge- stallung unseres Geld- und Kreditwesens von einer Schwere be- kommen, wie wir ihn noch nicht erlebt haben, und wir werden sehen, daß die, die für die Privatwirtschaft eintreten, in der Minderheit bleiben werden. Der Weg aber wird dahin gehen, wohin die Mehrheit des Volkes will, und wenn die Mehrheit den Kopf verliert, dann werden wir unter Umständen ins Verderben gehen. Der Kampf um den Staat ist in ein kri- tisches Stadium eingetreten, und das Signum für diesen Kampf ist die Präsidentenwahl. Es handelt sich darum, ob wir einen Präsidenten wählen, der treu auf dem Boden der Verfassung und der Legalität steht oder der das deutsche Volk unabsehbaren Wirren überantwortet. Die Aufgabe der Stunde und der Zukunft ist es, die republikanische Jugend reif zu machen für den Kampf, aber auch für die Erkenntnisse aus der deutschen Ge- schichte: Frankreich und England sind längst Einheitsstaaten, wir aber kämpfen gegen das Erbteil des alten deutschen Individualismus noch immer für die Erreichung unseres Einheitsstaates. Wir sind jetzt endlich auf diesen mühseligen Weg zur Bildung einer Nation. In den letzten 12 Iahren haben sich Hunderttausende, die früher dem Staat und der Nation feind oder fremd waren, zu diesem Staat bekannt, und nun wollen die Nazis all das mühsam Aufgebaute niederreißen. Wenn sich unsere Jugend ihrer Verantwortung bewußt ist, wird sie es nie- rnals so weit kommen lassen. Den mit großem Beifall entgegen- genommenen Ausführungen des Rcichsministers folgte ein Vortrag des Oberschulrats Dr. Bohner. welleraussichlen für Verlin. Wechselnd wollig, nur vereinzelt leichte Niederschläge, Tagestemperatureu einige Grade über Null, mäßige nordwestliche bis nördliche Winde.— Für Deutschland. Im Nordosten auch tagsüber leichter Frost, leichte Schneefälle: im Süden weiterhin kaltes und' beständiges Wetter: im übrigen Deutschland wechselnd wolkig mit einzelnen Schi'eeschouern, Togcstcmperaiurcn etwas über Null. � Eiserne Front! Unsere nächsten Veranstaltungen. Dienstag, den 16. Februar: Siemans-Konxorn: 16H Uhr, Lokal Weldner, Nonnendamm- allee 42-43. Redner: Karl Utk«, MdL. Sch»ring-Kahlbaum-A.-G„ Versuchsanstalt für Luftfahrt Wolff, Netter& lakobl: 16K Uhr, Lokal Lehmgrüber, Adlershof, Bismarckstraße 2. Redner; Dr. Otto Friedländer. Bankangestellte: 13 Uhr, Sophiensäle, Sophienstiaße 17-18. Redner: Bernhard GSring, Sekretär des AfA-Bundes. Arbeltsamt Mitte und Landesarbeitsamt: 161- Uhr, Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40-41. Redner: Fram Künstler, MdR. Arbeitsamt Ost: 16M Uhr, Kerns Feslsäle, Lichtenberg, Türr- schmidt Ecke Goethestraße. Redner: Stadtverordneter Max Urich. Arbeitsamt Nord: 161- Uhr, Löwenbrauerei, Hochstraße 2. Redner: Bürgermeister Paul Mielitx. Arbeitsamt Südost: 191- Uhr, Meiseis Festsäle, Neukölln, lonasstraße 22. R e d n e r: Stadtrat Riehard Rosin. Bezirksamt Wilmersdorf: 20 Uhr, Lokal Kulka, Wilmersdorf, Lauenburger Straße 21. Redner: Albert Falkenberg, Vorsitzender des ADB. Frisier: 16 Uhr, Lokal Brückenklause, Niederschöneweide, Brückenstr. 15. Redner: Parteisekretär Karl Drestel. Stadtgut Hobrechtsfelde: 15 Uhr. Redner: Genosse Heymuth. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Justizangehöriger: 191- Uhr, Elisabeth-Garten, Elisabethstraße 30. Redner: Dr. Hans Cohn. Angestellte und Handelsarbeiter des Einzelhandels; Peek & Cloppenburg, Neue Roßstraße; Rudolph Hertzog, Brüder- sfraße 25; Rudolph Hertzog, Breite Straße 12-19; Leineweber, Neue Roßstraße; Gerson, Werderscher Markt; Esders 3c Dyckhoff, Gertraudtenstr. 8-9;. 1914 Uhr, Armin-Säle, Kom- mandantenstraße 58-59. Redner; Anton ReiSner, MdR. Angestellte und Handelsarbeiter des Einzelhandels: Tietz, Brunnenstraße, Tietz, Chausseestraße 1; C, 3t A. Brennink- meier, Chausseestr, 1; Paul Held, Invalidenstr. 162; R. 3t S. Moses, Lothringer Str. 1; Baer Sohn, Chausseestr. 29; P. Feder, Brunnenstraße; A. Wertheim, Rosenthaler- Sophienstraße. 191- Uhr, Nordischer Hof, Invalidenstraße 125. Redner: Käthe Kern, Parteisekretärin. Angestellte und Handelsarbeiter des Einzelhandels: Tietz, Alexanderplatz; A. Wertheim, Neue Friedrichstraße; N. Israel, Spandauer Straße; Salamander; Defaka-B. G., Klosterstraße; C. 3tA.Brenninkmeier, Königsfr.35; Gadiel, Königstr.; Karstadt- Zentrale, Neue Königstraße; Epa, Neue Königstraße; Gleiser, Alexanderplatz. 19H Uhr, Haverlands Festsäle, Großer Saal, Neue Friedrichstraße 35. Redner: Hedwig Wachenheim, Mitglied des Landtags. R. Stock& Co., Gelapp: 161- Uhr, Lokal Dhonau, Mariendorf, Frieden- Ecke Marienfelder Straße. Redner: Georg Mader- holz, MdL Mittwoch, den 17. Februar: Bernau: 20 Uhr, Volkshaus„Bellevue". Redner: Polizeiinspektor Ernst Hildebrandt, Berlin, und Rechtsanwalt Dr. Jäger, Berlin.':'. Bezirksamt Köpenick: 191- Uhr, Gesängssaal der 6. Volksschule, Borgmannstr. 2. Redner: Erich Kuttner, MdL. Stadlgut Hellersdorf: 15 Uhr. Redner: Genosse Heymuth. Angestellte und Handelsarbeiter der Firmen Tietz, Frankfurter Allee; Tietz, Andreasstraße; Epa, Frankfurter Straße 122. 191- Uhr, Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstraße 36a. Redner: Dr. Riehard lohmann, MdL Angestellte der Privatversicherung: 17 Uhr, Schlacafflasäl� Enckestraße 4. Redner: Ernst Heilmann, MdR. Betrieb Felbisch; 16 Uhr, Lokal Wolfram, Am Treptower Park 21 Redner: Parteisekretär Georg Buchmann. Gaswerk Lichtenberg: 151- Uhr, im Flußbad Lichtenberg, Köpenicker Chaussee 63a. Redner: Karl Dressel, Parteisekretär. Gaswerk Dansiger Straße: 16 Uhr in der Koksbörse, Danziger Straße. Redner: Max Heydemann. Gaswerk Neukölln und Insta: 16 Uhr, Lokal Canner- Ecke Niemetzstraße. Redner: Stadtrat Raddatz. Zentralwerkstatt der Gaswerke: 151- Ubr, Lokal Lehnen, Mühlenstraße 58. Redner: Georg Maderholz, MdL Bewag: 17 Uhr, in den Germaniasälen, Chausseestsaße 110. Redner: Johannes Stelling, MdR. Niles& Argus- Motoren: 161- Uhr, Lokal„Zur Wartburg", Reinickendorf-Ost,. Kopenhagener Straße 79, am Bahnhof Reinickendorf-Rosenthal. Redner; Gottliab Reese. Donnerstag, den 18. Februar: Abteilung 104, Niederschöneweide, Abteilung 10S. Obersehöne- weide, Abteilung 106, Johannisthal: 19H Uhr, Lokal Kyff- häuser, Niederschöneweide, Berliner Straße. Redner: Carl litke, MdR., Siegfried Hermes, Stadtrat a. D. III. Abteilung, Bohnsdorf: 20 Uhr, Lokal„Zu den vier Jahre». Zeiten, Bohnsdorf. Redner: Stadtrat Raddatz. Angestellte und Handelshilfsarbeiter des Einzelhandels: Tietz, Kottbusser Damm, A. Wertheim, Moritzplatz, Konsum-Warenhaus, Moritzplatz, C. u. A. Brenninkmeyer, Oranienstr. 40-41. 191- Uhr im Deutschen Hof, Musen-Saal. Luckauer Straße 15. Redner: Frieda lieht vom ZdA. Handelshillsarbeiter und Angestellte des Großhandels: 18 Uhr, Residenz-Festsäle, Landsberger Straße 31, Großer SaaL Redner: Karl Oltersdorf. Angestellte und Handelshilfsarbeiter des Einzelhandels: Max Gießen, Turmstr. 42; Lindemann u. Co., Turmstraße; Gebr. Preuß; Epa. 191- Uhr, Arminiussäle, Bremer Straße 72-73. Redner: Gertrud Ellert vom ZdA. Konsum-Genossenschaft, Lichtenberg: 161- Uhr im Wohlfahrtssaal, Lichtenberg, Rittergutstr. 16-30. Redner: Dr. Paul Hertz, MdR. Charitö: 191- Uhr, Hamburger Hof, Unterbaumstraße. Redner; Prof. Dr. Chajes, MdL. Westhafen: 17 Uhr, Lokal„Sturmeck", Föhrerstr. 7. Redner: Otto Meier, MdL Freitag, den 19. Februar: Belegschaft der Sozialen Baubetriebe Groft-Berlins: 17 Uhr, in den Musiker-Sälen, Kaiser-Wilhelm-Str. 31. Redner; Nikolaus Bernhard. MdR. Angestelite und gewerbliche Arbeiter der Zigaretlenindustricn 17 Uhr, Großer Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. Redner: Käthe Kern. Stadlgut Schönerlinde: 15 Uhr. Redner: Genosse Heymuth. Hauptverband Deutscher Krankenkassen: 161- Uhr, Lokal„Zum Affikäher", Ch'arlotienburg;' Wallsfrl 6. Redner: Dr. Julius Moses, MdR.* Beamte, Angestellte und Arbeiter der Pest; 20 Uhr, Saal 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. Redner; Otto Meier, MdL. Städtisches Obdach, FrebelstraBe: 20 Uhr, Lokal Kuhflttig, Jablonskistr. 9. Redner: Karl Dressel. Wir stob«» ver!- Wir greifen an! Die Schluderwirtschaft bei der Stadtbank Stadtamtmann Höges Aussagen im Sklarek- Prozeß. Bei der weitervernehmung des Leiters der Girokasse 1 der Berliner Stadtbank. Stadtamtmann Höge, im Sklarek- Prozeß kam es immer wieder zwischen den Parteien zu scharfen Zusammenstößen, die auf die Wirtschaft bei der Kreditgewährung und den Revisionen der Stadlbank ein scharfes Licht warfen. Leo Sklarek wollte zunächst wissen, ob 5)oge nicht einmal zu ihm gesagt habe:„Ich kümmere mich nicht um Ihren Kredit, Sie können ja da oben bei der Direktion machen, was Sie wollen, weil Sie eine Ausnahmestellung bei uns haben." Zeuge: Ich kann mich nicht mehr darauf besinnen. Auf welleres Befragen räumte choge dann ein, daß die Sklareks leichter als alle anderen Firmen Kredite bekommen hätten. Vors.: Was war der Grund?— Leo Sklarek: Sie wußten doch, daß die Stadtbank- direktoren mit uns verkehrten.— RA. P i n d a r: Weshalb wurden denn eigentlich die Sklareks im Gegensatz zu allen anderen Kredit- suchenden so begünstigt?— Zeuge: Weil sie gute Beziehun- gen zur Stadt und den Monopolvertrag hatten.— Vors.: Der Monopolvertrag trat doch erst im April 1930 in Er- scheinung Der Vorsitzende kam dann darauf zu sprechen, daß bei der Girokasse ein ziemlich rauher, militärischer Ton zwischen choge und seinen Untergebenen geherrscht habe. Auf weitere Fragen be- kündete choge dann, daß Stadtbankdirektor chofsmann, wenn er sich nach dem Sklarekschen Konto erkundigt habe, dabei gesagt habe: „wir Stadlbankdirekloren verkehren mit den Sklareks, das sind anständige Leute." Später kam es bei der Erörterung der Frage, warum die Skia- reksche Wechsel- und Scheckreiterei trotz der Revisionen Höges nicht entdeckt wurde, zu stürmischen Szenen. Rechts- anwalt Dr. Pindar machte dem Zeugen Höge scharfe Vorhalle und mies ihn mehrfach auf seine Eidespslicht hin, wobei es zu Zu- sammenstößen mit Rechtsanwalt Bahn kam, der diese Vorhalte als Beeinflussungen des Zeugen bezeichnete. Der Vorsitzende nahm aber\ schließlich die beanstandete Frage aus und fragte, warum fjoge nicht, die Wechselreiterei entdeckt habe, die von dem Bankhaus Arnhold bei dem ersten Geschäft gemerkt worden sei.— Höge: Ich habe auch Wechselrellerei vermutet, mein Verdacht wurde aber durch die Buchprüfungen beseitigt.— Bors.: Ihre Buchprüfungen gingen Sie konnten doch unmöglich glauben, daß ein Delikalesienhändler für 300 000 Mark Stiefel an die Sklareks lieferte. — Leo und Willy Sklarek bestritten, sich wegen Revisionen beschwert zu haben, der Mitangeklagte Buckzhaller Lehmann widerlegte ihre Behauptung aber im gleichen Augenblick und erzählte von einem Gespräch zwischen Leo und Max Sklarek, bei dem Leo den Auftrag bekam, die zu scharfen Prüfungen bei den Stadtbank- direktoren zu beanstanden.— Vors.: Sind Sie denn den Ver» dacht, daß Scheckreiterei vorliegt, einigermaßen los geworden?— Höge: Restlos nicht, ich habe mich aber damit abgefunden. tBewegung.)— Vors.: Das scheint mir ein Beweis dafür zu sein, daß Sie nicht der Käufmann sind, als den man Sie hier anspricht. Der Vorsitzende ging dann auf die Bevorschussungen der Sklarekschen Forderungen an die Stadt durch die Sladlbank ein und erörterte, aus welchem Grunde sich die Sladlbank plötzlich mit Kopien an Stelle der Originalrechnungen zum Nachweis der Lieferungen begnügte. Auch hierbei belastete Höge Stadtbankdirektor Hoffmann, aber auch Stadtbankdirektor Schmitt recht erheblich und blieb trotz aller Vorhalte dabei, daß Hoffmann die Anweisung gegeben habe, daß man sich mit Kopien begnügen könne. Hofsinann soll diese An- Weisung im Zimmer von Stadtbankdirektor Schmitt in dessen Gegen- wart gegeben haben. Hosfmann b e st r i t t diese Aussage, und auch Schmitt wollte sich an die in seiner Gegenwart gegebene Anweisung nicht mehr entsinnen, der Zeuge Höge hielt aber seine Bekundungen aufrecht. Die Vernehmung Tzoges wurde dann auf den heutigen Dienstag 0 Uhr vertagt. Die Bestattungsfeier für den verstorbenen Genossen Weinberg findet am Mittwoch, dem 17. Februar, vormittags 101� Uhr. im Krematorium Wilmersdorf statt. doch nicht in die speisen. lrefe, und oic ließen sich mit Redensarten ab- Schütze den Hals! pflege ihn täglich— gurgle trocken � 90u.45ffmit 3$&$(?fwc4 M Äeuoflc Alfred Schröder. Deklln-Vntz, Nudower Alle« SS, br- Nkht heute seinen SV. Geburtstag. Der Jubilar mar jahrzehntelang nicht nur als Partei-, sondern auch als Kommunal- Politiker besonders in Britz tätig. Nach der Zusammenlegung non Britz mit Neukölln wurde er zum unbesoldeten Stadtrot ge- wählt: das Amt hat er bis 1930 ausgeübt. Leider mar er infolge Krankheit gezwungen, auf ein« Wiederwahl zu verzichten. Dessen. ungeachtet ist ober Genosse Schröder heute noch einer der fleißigsten Propagandisten der Sozialdemokra- t i e. Wir wünschen dem Geburtstagskind, daß es noch recht lange in unserer Mitte verweilen und an dem Aufstieg der Sozialdemo- kratie regen Anteil nehmen möge. vinlkudiniz-n für dilsdrrf.,Dü!»ktog, 1«. Februar, W/; Uhr, bei Tempel, Friedlich-, sctdc, Priuzcilallec 43, Semciusch-ik-ab-nd der Freidenier:„Dem srcicu Se. daukcu" zemidmet. Mitwirlung: Aezitation-n, Selang, Ansprache. Rnsikporträge, Tprechchor. Sinlaßkarten zu 3» PI. find bei den Zunltionären und in der„Vor- würts".Epediti,B Bozhazcner Str. 62 zu haben. « Begin« aller Veranstaltungen 1S1- Uhr. sofern keine besondere Zeitangabc! 8. Sreis. Freitag, IS. Februar, IS Uhr, SreiÄonserenz bei Bartsch, Föhrer Straße 7. 6. Kreis. Arbeitermahisahrt. Heute, Dienstag, 16. Februar, 20 Uhr, in Schmidt, Srscllschaftsbaus, Fruchtstr. ZSe, Bersammlung aller in der Ar. beirermohliahrt längen lbenassinnen und Denoisco. Bertrag des Senassen Dr. Hanisch:„Dir Wohliahrtsptlege in der Krise". Wahlen. 6. Kreis. Mittwoch, 17. Februar, Kreisdelcgiertenversammlung bei Rabe, FIchtestr. 22. Reuwablen. 12. Kreis. Donnerstag. 18. Februar. 16 Uhr, Zusammenlunfi oller erwerbs- losen Parteimitglieder im Epeiseraum der Volksschule Steglitz. Friesen» straße.„Goethe und wir". Bortrag des Genossen Stößinger mit Schall- plattenvorfudrungcn. 21 bis 22 Uhr Eprechchorllbung im Jugendheim Albrechtssr. 47o. 13. Kreis T-»pelhos. Unsere Filmmatinec am Sonntag, dem 21. Februar. Im Tivoli muß als geschlossene Beranftaltung stattfinden. Ein Kartenverkaus an der Kasse findet also nicht statt. Tue Karten find nur bei den Be. zirksführern ,u haben. Die Freikarten für die Erwerbslosen gelten nur für eine Person und müssen auf dem Kontrollabschnitt mit dem Stempel des Bezirks und dem Namen des Erwerbslose» versehen sein. Gespielt wird:„Der Kampf um die Erde".— Sreisoorstandssitzunq Dienstag, 16. Februar, Pommcrening. Berliner Straße. Tagesordnung: Eisern« Front. 11. Kreis. Die erweiterte Borstandsfitzung in alter Besetzung findet statt am Freitag, dem 19. Februar. Die Kreisieiterpersammlunz am Dienstag, dem 23. Februar. 17. Krei». Mittwoch, 17. Februar, in der Bibliothek Weichselstr. 28. Zusammen- fünft der erwerbslosen Parteimitglieder. Vortrag des Genossen Stadtrat Weiß. 18. Kreis. Mittwoch. 17. Februar. 20 Uhr, Krcisvorstandsfitzung bei Gallas. Baranzeige! Mittwoch, 24. Februar, Kreis»ertreterversammlunq. 19. Kreis. Die Genassen beteiligen fich alle an der öfsenilichen Kundgebnug der 128. Abt. im Gesellschaftsbaus. Berliner Sit. 102. Genasse Möller, M. d.„Klaubt Hitler selbst noch an die Wunder des 3. Neiches?" Fabaeneinmaifch der Sportler. 7. Abt. Mittwoch. 17. Februar, bei Bärwolde. Schlegelstr. 8, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder. Diskusfionsabend:„Fafchiomus und Eiserne Front". Die Fählabendleiter laden«in. 9. Abt. Die Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder am Mittwoch, dem 17. Februar, fällt umständehalber aus. Die nächste Zusammenkunft ist am 16. März. 17. Abt. MUlwoch, 17. Februar, 20 Uhr, Zusammenkunft der jüngeren Partei. Mitglieder bei Klinge, Eellerstr. 14. Referent: Genosse I. P. Mayer. Die Abicilungsmitgliederoersammlung findet erst am 24. Februar statt. Die Bezirksfllhrer werden gebeten, die Akontozahlungen innezuhalten. Des. gleichen wird das Einkaufskomitce ersucht, die Rechnungslegunq über Weih» nachtsbefcherung beim Kaifierer Genossen Söhn« zu vollziehen. 22. Abt. Donnerstag, 18. Februar. Zusammenkunft der jungen Parteigenossen bei Brokowski, Brüsseler Ecke Antwerpcner Straße. 23. Att. Mittwoch. 17. Februar. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Grunewald, Kameruner Str. 19. 2». Abt. Mittwoch. 17. Februar, 20 Uhr. Zusammenkunft der jüngeren Partei. niitglieder bei Bnchholz(Alte Werst), Prenzlauer Allee 182.„Demokratie oder Diktatur?" Leitung: Genosse Karl Kunze. 33. Abt. Mittwoch. 17. Februar. Fuuktionärfitzung bei Lemble. Cchreinerstr. 38. 38. Abt. Freitag, 19. Februar, 20 Uhr, Funktionärsißung bei Bartufch, Frieden. straße. M. Abt. 8. Gruppe. Mittwochs 17. Februar, 20 Uhr, bei Eöiienschwcger, Wall. straße 90. Zahlabend mit Vortrag. 56. Abt. Mittwoch, 17. Februar, 20 Uhr, Funltionärversammlung bei Liersch, Kantstr. 62. 57. Abt. Mittwoch, 17. Februar, gemeinsame Sitzung der Funktionäre und ffrelsdelegierten bei Thunack, Wielandstr. 4. »1. Abt. Mittwach, 17. Februar. 20 Uhr, Zusammenkunft der jüngeren Partei. Mitglieder bei Klabe, Handjernstr. 60—61.„Reparationen und Ardeiter. Nasse." Peferent: Dr. Hon, Cohn. 60. Abt. Heute. Dienstag, 16. Februar, wichtig« Funktionärsitzung im Ideal- Kgssno. Weichselstr. 8. 93. Abt. Mittwoch, 17. Februar, bei Einkopf. Kaiser.Fricdrich. Ecke Maresch. straße, Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder.„Wie diskutier« ich mit meinem Gegner über aktuelle Tagesfrag«»?"„Autarkie— Wcltwirt. fchaft." Einladungen erfolgen nicht. 168. und 109. Bezirk. Zahlabend im ..Bärwivkel". �Kampffahr 1932." Referent: Redakteur Kliihs. 6«. Abt. Mittwoch. 17. Februar, Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder im Versammlungsraum Hannemannstr. 40. 90». Abt. Gruppe junger Sozialdemokraten. Mittwoch. 17. Februar, Tages. politischer Ausspracheabend in der Halle am Suseisen. 163. Abt, Die für Mittwoch, 17. Februar, angesetzt« Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder mutz out Donnerstag, 25. Februar, verlegt werden. Be. sonder» Einladungen erfolgen noch. lZ8./129. Abt. Heute, Dienstag. 16. Februar, ab 18 Uhr. von den zuständiqen Dezirksführern außerordentliche Flugblattverbreitung. 137. Abt. Heute, Dienstag, 16. Februar, 20 Uhr. Zusammenkunft der Dele. gierten für die Kreisnericeterversommlung im Bolkshaus Scharnwebor. straße 114. Di« Mitgliederversammlung am Mittwoch fällt wegen der Kreis. vertreteruerfammlung aus. Beruau. Donnerstag. 18. Februar, 20 Uhr, Mitaliedernersammlung� im Volks. bau»„Bellenue". Bericht vom Untcrbezirkstoz. Bericht der Stadtverord. netcnfraktion. Arauenveranstalwngen. 26. Krei». Der Kursus Kätbe Sern findet ob Donnerstag. 18. Februar, nicht mehr in der neuen Schule, sondern in der alten Schule in Wittenau, Rosenthaler Straße, statt. 1. Abt. Mittwoch, 17. Februar, im Hockeschen Hof, Roscntbaler Str. 40— 41. . Arbeiterbaushalt und Preisabbau" Referent: Mar Brinitzer. 77. Abt. Mittwoch, 17. Februar. 20 Uhr. bei Jürgens, Barbarossastr. öa.„Ar. beiterhausholt und Preisabbau." Referentin: Dr. Erna Magnus. 80. Abt. Mittwoch, 27. Februar, 20 Ahr, bor Gürlich, Begasstr. I.„Arbeiter» Haushalt, Preisabbau, Lohnsenkung." Referentin: Matgareie Hartig. 81. Abt. Mittwoch, 17. Februar. 20 Uhr, bei Klabe, Handjerystr. 60— 61.„Unser Kamps um die Abrüstung." Referentin: Nora Henke. 92. Abt. Suckow. Donnerstag, 18. Februar, 20 Uhr, bei Dietrich, Dorfpr. I. „Wir Frauen und die Eiserne Front." Referent: I. P. Mayer. U8. Abt. Freitag. 19. Februar, im Jugendheim Raonssraße, Turnhallengebäude. „Dos Kampsjahr 1932 und die Aufgaben der Frauen." Referentin: Nora Henke. Bezirksausschuß für Zlrbeilcrwohlfahrt. 77 Die Genrrolversammluvg bei Arteiterwobtsahrt findet g« Saun» W " i abend, dem 19. Mörz. 15 Uhr, im großen Saal des Rnthcufc- Fmdennu, , 1 Am Lnutcrplatz, statt. Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. Au»-.7 ' träge an die Gcueralverfamwlnng find der Sefchöftsstelle bis spätestens A xz 29. Februar einzusenden. Eiulaß gegen Mandat und Parteibuch. Stimm, gj vj bcrelhtigte Mitglieder der Gcueralnersammluug sind: 1. der engere Be- A '1 zirlsauxschuß, 2. die illenisyreu, 3. die Kreisleiterfiunen) und deren■ 7 ; J Stellvertreter, 4. aus jeder Abtciluug zwei gewählte Delegiert«, 5. je-Z ein Vertreter der angeschlossenen Orgäuisationcu und die Mitglieder der ' zentralen Wohlfahrtkdeputatiaa und des Verwaltungsausfchusscs das O- � Landesjugeudamtes. B 5. Kreis Frikdrichshaia. Dienstag. 16. Februar, 20 Uhr, Schmidts Gefell. schaftshaus, Fruchtssr. s>. Äreisucranstaltung der Arbeiicrwohlfahrt. Referat des Genossen Dr. Harnisch:„Wohlsahrtspflege in der Krise". Neuwahlen des Vorstandes. Alle in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossinnen und Genossen sind eingeladen. 29. Krei« Nelnickeudois. Donner'tag. 18. Februar, 20 Uhr, Sitzung des engeren Kreisvorstandes bei Kiehnc, Reimckendorf-Dst, Reüdenzstr. 7. Seminar iür Wohlsahrtspflege. Dienstag, 16. Februar, Fortsetzung des Kursus Dr. Göldmann über:„Möglichkeiten sozialhyqienischer Arbeit in der Wirtschaftskrise". 20 Uhr im Cophien-Lyzeum in der Weinmeistcrstraßc. Zlrbeiksgemeinfchafk der kindersreunde Groß-Beclin. Bestellungen für die„Sozlatistifche Erziehung" find umgehend an die Geschäftsstelle einzusenden. m Srcuzberg. Da wir ab 15. Februar das Heim Belle-Alliance.PIatz h nicht mehr benützen können, finden die Restfalken-Bewegungsspiele }n in der Urbanstr. 167 statt. Die Abteilungsleiter und Gruppenführer M werden gebeten, ihre Falken darauf aufmerksam zu machen. Unsere Sonntagsveranstaltung am 21. Februar findet ebenfalls Urban» straße 167 statt. Achtung! Der Ersatzraum für Belle-Allionce-Platz ist nicht das Heim in der Urbansiräße. sondern ein großer Raum im vorderen Gebäude idinterer Eingang!. Unsere nächste Helscrsitzung ist Dienstag, 23. Februar, iu der Porckstraße(20 Uhr). Schöneberg. Unsere Eenralversammlung muß infolge Raumschwicrigkciten um 8 Tage verschöbe» werden. Termin wird durch Rundschreiben mitgeteilt. Der Lelferkreis trifft sich heute, 20 Ahr, im Heim Hauptstr. 15, mit der SAI. zur Aussprache. Friedrichehaiu. Heute, 18 Uhr, Krelz.Roter.Falken.Abend im Lugendheim Diestelmeyerftr. 5— 6. Ausgestaltung Abt. Landsberger Platz. Vortrag: Heinrich Zille.— Donnerstag, 18. Februar, 15 Uhr, Filmstern. Palast, Kleine Frank- furtcr Str. 28, Film Roie Falke» und Maitag(nicht Niemandsland). Karten für 20 Pf. in allen Abteilungen zu haben. Sterbetafel der Graß-Berliner Partei-Organisation 1. Kreis. Die Einäscherung des Genossen Dr. Siegfried Weinberg findet am Mittwoch, dem 17. Februar, 1011 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Die Abteilungen beteiligen sich rege an der Einäscherung. Die Danner sind mitzubrinqe». 78. Abt. Am Freitag, dem 12. Februar, verstarb nach langem, schwerem Leiden unser longjähriger Genosse Walter Schneckenhaus. Schöneberg. Bahn. Ftraße 28, im Alter uon 48 Jahren. In ihm verliert die Abteilung einen ihrer neuesten und unermüdlichsten Mitkämpfer, dessen Andenken wir stet« ehren werden. Di« Genossen und Genossinnen werden gebeten, sich recht zahlreich an der Mittwoch, 17. Februar, löfh Uhr, im Krematorium Gcrichtstraße statt. sindcnden Trauerscier zu beteiligen. 125. Abt. Am Freitag, dem 12. Februar,»erstarb nach längerem Leiden nnsei Genosse Emil Schröter, Sedanftr. 127. Ehre seinem Andenken. Beerdigung Donnerstag, 18. Februar, 15 Uhr, Ecmeindefriedhof Schönstraßc. Rege Beteiii. gung erwartet der Vorstand. IIA Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendsekretariat Verlin SW 68. Lindenstraße 2, vorn 1 Treppe rechts. heule. Dienstag. 1ö. Februar, lg� Uhr: Arkonaplatz: Elisabetbkirckistr. 19. Lichtbilderabend.— Kölluischer Park: Waisenstraße 18. Lichtbildervortrag.— Zentrum: Waisenstraße 18. Ar. beitcrschaft in USA.— Rosenthaler Borstadt: Tieckstraße 8. Ver. liner Humor.— Bruunenplatz: Pankstr. 25�-21. Paul Levi als Politiker. Gesundbrunnen I: Gotenburger Str. 2. ÄampfmittcT der Arbeiterschaft.—* Sumboldthain: Putbusser Str.. 3. Das Madel in der. SA).— Rordou: Lortziug- straße. Stellungnahme izur Genoralversammlung.— SchUlerpark: Schöning. straye. Aufbau unserer Organisation.— Weddiaa: Willdenowstr. 5, I. Stellung. nähme zur Generalversammlung,-v Weddina-Rord: Turiner Ecke Seeftraße. Der Fünfiahresplan.— Weddivg fR..F.): Willdenowstr. 5. Was ist Materialis. mus?— Äruimvlatz: Sonncnburoer Str. 26. Tagespolitik.— Arnswalder Plast: Rastenburger Str. 16. Gewerkschaften im Kampf.— Balkan: Mandelstr. 2. Proletarische Dichtung.— Helmholstplast: Kastanienallee 81 lSchule). Mein erster Gruppenabend.— Nordoste» I: Danziger Str. 62. Liederabend.— Weißensee: Pankstr. 36. Einheitsfront.— Aasenheide: Wassertorstr. 4. Arbeitsgemeinschaft. — Köpenicker Viertel: Manteuffelstr. 7. Heimabend.— Reichenberger Viertel: Ncichenberger Str. 66. Heiterer Abend.— Süden: Porckstr. 11. Der Lehrling bat das Wort.— Südweste»: Lmdenstr. 4. Arbeitsgemeinschaft.— Friedens v: Offenbacher Str..6s. Tagespolitik.— Schänederg I: Hauptstr. 15. Hilfe bei Unglücksfällen.— Schöneberg II: Hauptstr. 15. Materialistische Geschichtsauffassung. — Schöneberg IN: Hauptstr. 15. Heimabend.— Eharlottevburg: Rosinenstr. 4. Meine Arbeit in der SAÄ.— Eharlottenburg.Nord: Kaisarin.Augusta.Allee 97». Ausweg aus der kapitalistischen Krise.— Steglist l: Albrechtstr. 47a. Lese- und Liederabend.— Reu. Tempelhos: Winsge.nsftraße(Schule). Gefangenenfürforge. — Britz: Ehauffeeftr. 48. Proletarische Dichtkunst.— Neukölln I: Sander. Ecke Hobrechtstraste. Tatsachen über Rußland.— Neukäll» TT: Steinmetzstr. 94. Frei. denker und Kirche.— Neukölln III: Ziethenstr. 58. Die Kommunistische Parter.— Neukölln IV: Kanner Straße. Die Aufgaben des Völkerbundes.— Neukölln Vi: Treptower Str. 95—96. Rußland und der Fünfiahresplan.— Neukölln VTl: Karl.Marx.Schule. Schallplattenobend.— Reukölln VIII: Rütli-Schule, Z. 28. Heimobend.— Neukölln IX: Schierker Str. 44. Der Konflikt zwischen China und Japan.— Neukölln X: Bergstr. 29. Proletarische Musik.— Neukölln XI: Flughafenftr. 68. Arbeiterbewegung in England.— Scböneweide T:_ Arbeitsgemeinschaft.— Treptow: Elsenstr. 3. Gemeinschaftsleben.— Köpenick I: Grünauer Str. 5. unter Abend.- Karlshorst: Treskowallee 44. Wirtschafts- gebiet der Erde.— Lichteuberg-Rordwest: Dossestr. 22. Filmabend.�— Reinicken- dorf-Ost: Lindauer Str. 1. Wir lesen vor.— Tegel: Schöneberger Str. 3. Frage- kaste.nabend.— Wittenau: Hauptstr. 13, Schule. Bub und Mädel..— Buchbolz: Ausspracheabend.— Karow: Frundsbergstr. 9. Liederabend.— Riederschön. hausen: Lindenstr. 47. Die TT. Internationale und ein kommender Krieg.— Pankow I nnd II: Wir beteiligen uns am Frauenwerbeabend. LSG. Reinickendorf(Tegel): Schöneberger Str. 3, 17'.� Uhr.„Warum Klassenkampf?" � ä Werbebczirk Reinickendorf: Lindauer Str. 2. Gemeinsame Sitzung der SAI.» und Kinderfreundeleiter. Sämtliche Gruppen müssen vertreten sein. Voriräge, Vereine und Versammlungen Reiäisbanner„Schwarz-Aot-Golü". Geschäfts st eile: Berlin E. 14, Scbastianftr. 37—33, Hof 2 Tr. Hauuörftuuö. Der Echutzsportiurfus, Albrechtstr. 20, findet noch wie vor jeden Dienstag von 20 bis 22 Uhr statt.— Neukätl»'Britz. Bor- Im»». Mittwoch, 17. Februar, lÄfH Uhr. Heimabend im Jugendheim Berg» straße 29.— Lichteuberg. Dienstag, 16. Februar. 16 Uhr, müssen alle dicnsi. freien Kameraden zum Saalschutz in Kerns Festsälcn, Türrschmidt. Ecke Lcsjing. straße, erscheinen. Pollzeisportncreip Berlin e. B., Abteilung EinhcUslurzschrist. Hebung?, obende an allen Wochentogen außer Sonnabends von 191h Ins Uhr im Polizeischulgehälide, Hannoversche Str. 28— 30, 3. Stock, Zimmer 10. Auch für Zivile. Anfänger., Fortbitdunas. und Redeschristkurse. Frei« Arbeitci.StcuearaphciU!crciuignag Grosi-Derlia, Rcichseiuheltskurz. Ichrift. Ansänaerkursus in Dcbattenschrift beginnt heute, Dienstag, 16. Fe. bruar, lliv, Uhr. Nordosten: Eemeindeschule, Sencfeldcrstr. 6(Nähe U-Bohn Danziqer Straße). Voraussetzung ist die Beherrschung der Dcrkehssschrift und eine Schreibgefchwüidigkoit von 100 Silben in der Minute. Fortschrtttskursc in RK.,Debattenschrist jeden Donnerstag, lüsh Uhr. Norden: Jugendheim, Willdenowstr. ö, Zimmer 4. 140 bis 180 Silben.— Neukölln: Korl.Marx.Schule, Koissr-Friedrich-Str. 209— 21ll. 140 bis 220 Silben. Beitrag 1,50 M. für Er. wochsene, 1 M. für Jugendliche, 50 Pf. für Erwerbslose monatlich. Weitere Auskunft erteilt Artur Theisen, Vorsitzender, Berlin-Tcgel, Brunowstr. 47, l. Verein Friedeberg-Neumark und Umgegend in Berlin. Sitzung am Dien«. tag, dem 16, Februar, 20)4 Uhr, im Prälaten(Alexanderplatz), Eingang Er- richtsstube, Gruncritraße. Berliner Derei» für Schulgesuudheitspjlege. Sitzung Dienstag, 23. Fe» bruar, 30 Uhr. im großen Hörsaal des Hygienischen Instituts der Universität, Dorothecnstr. 38o. Tagrsordnung: Herr Privatdozent Dr. Georg Wolfs:„Kriegs. Hunger und Wirtschaftskrise in ihrem Einfluß auf das Schulkinderwachstuui". Bolkschor Harmonie Ehorlotteuburq. Die Frauenübungsstunde am Don. nerstag, dem 18. Februar, fällt aus. Freitag, 19. Februar, Illg. Uhr, in den Armiviusballen, Bremer Straße, gemeinsame Uebungsstunde des gemischten Chores mrt Bolkschor Moabit. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Berliner Gesellschaft für össcntlübe Gesundheitspflege e. V. Sitzung Dien«. tag, 33. Fcbrnar, 20 Uhr, im Hygienischen Jnstitnt der Universität Berlin, Darotheenstr. 28a< gemeinsam mit dem Berliner Verein für Schulgcsundheit?, pflege. Herr Dr. Georg Wolfs, Abicilungsdirektor im Houptgefundheitsomt: „Äricgshnnger nnd Wirtschaftskrise in ihrem Einfluß auf dos Schulkinde:» Wachstum". Gäste willkommen. .Lampf dem Krebs." Infolge der Ueberfiillungen ist eZ notwendig geworden, in der AuZstellimg„Kampf dem Krebs" im Enropahaus in Zu- fünft zwei Franc»tage einzurichten, nnd zwar Mittwochs und Freitags. Vorträge und Führungen finden an diesen Togen um lö.Z», 17.30 nnd 18.30 Uhr statt. Am kommenden Donnerstag, 13. Februar, ist die Ausstellung nochmals bis 22 Uhr geöffnet. Es wird wiederholt daraus hingewiesen, haß gegen Abgabe der an den Losen der BolkSwobllotterie be- findlichen Freischeincn die Ausstellung kostenlos besichtigt werden kann. Eewinnauszug 2. Klasie 38. Prcvbisch-Süddeutlche Staats. Lottcric. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Rümmer in den beiden Abteilungen I«ad II 6. Ziehungstag 15. Februar 1982 3n der heutigen Vvrmittagsziehung wurden Gewinne über 499 M. gezogen 1 2 v-wiun« ,u 3000 M. 22676 1 254768 265908 30211 2 3451 57 360553 16«-Vinn-«u 3000 M. 22686 44061 58764 87662 159035 197124 354966 379420 52«ewinn.>u 2000 W. 6699 13Z02 37156 60598 68150 1 01260 112228 135470 146485 150554 158245 159252 194629 201361 203520 211931 236633 271646 231106 291941 292890 327212 337805 344517 371577 388465 142 Gewinne zu 1000 M. 3771 5492 9427 10624 20502 20966 21342 23900 25580 26306 27320 39144 43347 48455 54163 69724 86739 104586 104788 112055 117228 120213 134872 144896 143824 167453 168685 169926 181534 182801 183080 188160 183321 190623201029 228260 229344 244436 245420 247161 248999 257866 262216 271065 274134 276462 285073 294676 299453 305002 315600 317403 318139 319675 319958 323177 323282 323453 326650 327475 328648 332684 335982 353516 355029 363220 365262 375603 377489 386753 398781 210»-Winne ,u 500 M. 3636 3972 5408 9442 9955 10756 16674 19066 21516 33304 33770 38116 36183 40625 41516 44655 45770 49265 51697 52774 55413 55508 62457 66682 69125 69472 71533 73360 81493 84166 85396 87796 93535 93765 97863 103263 114347 117366 117772 118170 120031 127462 133434 136133 138336138682 143757 145924 152376 155294 164165 169200 173059 130325133767 1.91203 192151.196228 197619 199429 200021 201291 206521 210121 219325 214229 218091 226718 237488 241136 245034 248487 249566 250a8V 260000 264202 267064.273085 281100.281506 281804 286317 289684 306887 319482 321398 325112 331444 331620 341042 342482 344614 365539 355820 355887 357863 368241 370348 378838 383669 392081 392123 394071 394161 399901 3n der heutigen Nachmiltagszichung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zn 75000 M. 160893 2 Gewinne zu 1 0000 M. 362373 8 Gewinn« zu 5000 M. 19509 21903 193592 395622 14«Cwüui. zu 3000 M. 17562 49519 78290 187648 234593 3ßol17 392342 60 Sewiim. ,u 2000 M. 1211 11605 34380 61577 74415 82423 83353 89355 94220 94721 111214 114170 161679 178756 190470 204925 205625 209312 225963 234215 259895 235413 220163 304526 313636 325172 350539 371436 372554 332713___ 108 Gewinne zn 1000 M. 2001 10921 15491 18061 80695 63464 6o61 6 78365 80264 93705 107568 108018 113861 120475 121969 123459 125322 134280 137805 139613 148276 148649 149661 155428157302 163357 188062 194040 195358 213731 216811 220312 226707 233033 234235 236481 263832 273273 281577 287318 288035 306468 314871 325530 330227 337184 343032 351527 359595 367469 368676 379830 386044 393371 1 36 Gewinn« ,n 500 At. 12846 17530 19009 19124 28341 29108 32831 33637 35556 37361 41176 45890 49791 52497 05219 77101 73565 81834 87446 90498 96898 99577 107331 111706 1 1 834 122287 123769 127191 129346 134034 136807 137181 138616'41280 141435 156182 160423 163616 164837 170626 172906 175471'76044 1603a4 181472 183932 183976 186421 187198 190510 192462 206794 225180 225585 226720 227040 229208 235854 241029 244996 259170 262267 263071 275921 278031 284000 290533 294073 303298 304951 o06I43 303435 303440 309871 312938 320103 324801 325484 325514 335383 348276 348821 350735 351421 352270 364149 369407 371260 382029 383492 383568 389041 393390 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 4 zu je 75000, 10 zu je 50000, 24 zu je 25000, 152 zu je 10000, 893 zu je 50)0. 783 zu je 3000, 2340 zu je 2000, 4720 zu je 1000, 7772 zu je 500, 23398 zu je 400 Mark. Georg mn der Dring: tUriegsgefangemfchafi Der Beschützer. Bor der Mairie. Der Platz wimmelt von Autoz. Auch unser Auto HÄt. Es ist ein kleiner Sanitätswagen. Wir hocken mit fünf Verwundeten darauf Der lange Fahrer steigt aus. Verschwindet in einem Gebäud.- mit sehr vielen Fenstern. Der Neger bleibt mit unbeteiligtem Gesicht sitzen und bewegt den Tabak zwischen seinen mächtigen Kiefern im Takt des pochenden Motors. Zwischen den Autos treiben sich ganze Gruppen von halb. wüchsigen Franzosen herum. Ein paar haben uns entdeckt. Bald sammelt sich ein schreiender und gestikulierender chaufe um unser Auto. Einer ruft aus dem Gedränge:.Eh. les Boches!" Da schreien sie alle:„Boches! Boches!" Ein besonders Dreister, mit einer schönen weihen Marinemütze keck auf dem Ohr, kommt ganz nahe heran. Wir können uns denken, was er will. Da dreht sich der Neger ganz ruhig um und spuckt dem lieber- eifrigen eine dicke, braune Brühe Tabak auf die Mütze. Der weich zurück. Schwenkt den vordem sauber gewesenen Schmuck seines Hauptes. Und zetert. Der Neger blinzelt regungslos weiter über den Platz. Wenn einer uns zu nahe kommen will, blickt er mit seinen sanften Augen rückwärts. Es kommt uns keiner zu nahe. W e i n t r i n t e r. Der Oberstleutnant von dem Fettzh hat einen Freund, das ist der Leutnant Ehrlich. Dieser ist zwar nur ein Leutnant, aber da beide gleich alt sind und sich gut und vernünftig zusammen unter- halten, so sind sie Freunde. Auch trinken sie ihren Wein zu- sammen. Zweimal im Monat gibt es Wem. Heute vormittag— Gluthitze draußen und drinnen— wurde für joden ein« Feldflasche voll ausgegeben. Uno jedermann ist froh, schraubt sorgfältig den Deckel aus die Flasche, steckt sie in kaltes Wasser und denkt— na, was man so denkt. Mittags keim Esten fragt von dem Fettzh den Chrsich:„Herr Ehrlich, kommen Sie heute abend zu mir herauf? Wir können ja den Wein wieder zusammen trinken."(Der Oberstleutnant wohnt nämlich im„Ehäteau".) Und Ehrlich antwortet: jawohl, gerst Herr Oberstleutnant." Nach dem Essen haut sich von dem Fettzh auf sein« Falle. Wie gesagt: Gluthitz« drinnen und draußen. Tausend Fliegen gebärden sich wie toll. Er deckt ein Handtuch über sein Gesicht. Schläft. Wacht auf, sehr ourstig. Denkt nach. Holt die Flasche aus dem Wassereimer. Schenkt sich ein. Trinkt.(Ein edler Tropfen!) Schenkt wieder ein. Trinkt. Schenkt nochmals ein. Trinkt. Schüttelt die Flasche. Na, halb leer? Denkt nach. Geht an den Hrcrn, füllt Master nach. Deckel wieder drauf. Wieder in den Eimer. Geht spazieren. Abends kommt der Ehrlich mit feiner Feldflasche. Begrüßung. Sodann wird der Wein in einem berätgestellteu Bowlengefäß zu. sam mengegossen. Man setzt sich. Schenkt ein. Entzündet«ine„Colon". Raucht. Trinkt. Schweigen. Fünfhundert Fliegen brummen. Endlich sagt der Ehrlich:„Finden Herr Oberstleutnant nicht auch, daß Der Wein etwW komisch schmeckt?" Äon dem Fettzh:„Eigentlich— ja." Ehrlich:„Ich hatte nämlich heute mittag einen derartigen Durst. Da habe ich die Hälfte von meinem Wein getrunken und dann— wieder Master nachgefüllt." Von dem Fettzh:„Ich auch." Freiübung. Schöne Nachmittagssonne aus dem Rajen. Die Alte-Herren- Riege ist angetreten. Plan hat Lie Oberkleider abgelegt; lauter stämmige allere Männer. Auch Grauköpfe sind darunter. Der Große am rechten Flügel dort unter dem blühenden Apfel- bäum ist der Herr Pfarrer. Der Herr Pfarrer könnte schon längst in der Heimat sein. Aber er will nicht. Er will lieber dableiben. denn er ist sehr um unser Seelenheil besorgt. Man hat ihm aus Konservenbüchsen und aus Kalkstein einen War gebaut. Uno so 'st alles schön und gut. Doch sieh! Die Uebungen der alten Herren beginnen. l— 2— 3— 4— 5— 6— 7— 8____ Wie sich sich quälen!„Mft jedem Puff und mit jedem Stoß werden sie«ine Sorg« los", sagt Hubrich. Ach, sie möchten auch gern noch ein bißchen jung fem, wenn sie aus der Gefangenschaft heimkommen. Doch nun kommt eine neue Uebung. Der Herr Heuschreck turnt vor. Erst Drehen des Oberkörpers nach links und rechts mft seit- wärts gehobenen Armen. Dazwischen wirb dann der Rumpf zur Erde gebeugt. Daraus wieder Drehen des Oberkörpers. Und so sort, bis Herr Heuschreck aufhören läßt. Eine schwierige Uebung. Nun geht's los. Siehe da, die Allen Herren machen es schon . ichtig. 1— 2— 3— 4— 5— 6— 7— 8.... Nur— ach! Der Herr Pfarrer! Wer nein! Der Herr Pfarrer hat ganz das Rumpfbeugen vergessen! Während die anderen sich schaukelno und schnaufend auf 5— ö— 7— 8 in der Rümpft«ug« der Erde nähern, bückt der Herr Pfarrer durch die kleinen weißen Apfelblüten ins Himmelblau und .'reht sich nach links und nach rechts mit seitwärts gehobenen Armen. 'Als segne er alle, die da unten sich quälten. Segnet— segnet. Links— rechts.... 7is der Heuschreck aus dem Grafs vor ihm aufwächst. Di« Verwandelten. Wir werden in der Umgebung des Lager» fpazierengeführt. Etwa fünfzig Mann. An der Spitze geht ein zugeknöpfter ameri- tanifcher Offizier, hinter uns ein Sergeant,«ine gelbe Rose im Munde. Wir laufen in 0er Herbstsonne eine lange Pappelchaustee hinunter. Gleich hinter der Lafayettebar, zu der der Sergeant verstohlen hinüberblinzell, wimmell es links in dem gelben Felde von schwarzen Truthühnern. Rechts auf der Straßenböfchung steht ein kleiner Franzosenjungs bei einer Ziegs. Ms wir an ihm vorbeikommen, blicken seiP großen blauen Wgen angestrengt beiseite. Und er spuckt aus. Wir trollen uns weiter. Kommen uns wie gemaßregell vor. Gegen Mittag kommen wir zurück. Wieder vorlei an dem gelben Felo« mft den Truchühnern. Auch der kleine Franzosen- junge steht noch bei seiner Ziege. Er lacht uns zärtlich ins Gesicht. Siehe da! Er lacht, der kleine Junge! Alles ist auf einmal leichter. Es klingt uns in den Ohren. Wir fangen an, im Gehen zu hüpfen. Wir haben«n Kind lachen gesehen! Wir sehen uns lachend um. Seht, wie er winkt! Wie er winkt! Wahrhaftig, er winkt noch immer! Du Helles Gesicht. Liebes Gesicht. Ueber die ganze Erde hin gibt es viele Menschen mit hellen Gesichtern. Der Apfelbaum. Nr. 613 sitzt in einem Zimmer. Um ihn herum noch sechs andere Leute. Sie sitzen um den Ofen. Keiner spricht. Sie sitzen schon den ganzen Winter bort am Ofen. Nicht immer haben sie geschwiegen. Jetzt denken sie aber lieber ein bißchen vor sich hin. 613 denkt heute an einen Apfelbaum. Der stand«inst vor seinem Stubensenster. Es war Winter. Der Baum stand im leeren Garten. Vielleicht erzähll er den anderen sechs Leuten von diesem Apfelbaum. Denn sie sitzen da und schweigen. Sie sitzen am Ofen. Auch regnet es bort nicht durch. Früher hatte jeder noch etwas Neues, was er erzählen konnte. Jetzt aber hat jeder feine Geschichten längst erzählt. We kennen einander genau. Wenn einer den Mund zum Sprechen öffnet, wissen die anderen schon, was er sagen wird Deshalb' schweigen alle. Ein paar halten die Hände nach �>em Ofen, die Pfeifen verbissen zwischen den Zähnen. Zwei spielen Schach. Schon seft vier Tagen, ohne zu reden. Wenn sie eine Partie beendigt haben, drehen sie schweigend das Brell um und bauen die. Figuren wieder auf.. 613 fängt plötzlich an zu erzählen; erzählt von diesem wunder- schönen knorrigen Apfelbaum. Er stand inmitten kahler, niedriger Sträucher. Mit verzweifell gewunüenen Aesten. Sein Gezweig war gegen den Winterhimmel gezeichnet. Unten zwischen den Stauden war oft eine Schwarzdrossel. Sie kam und ging. Er erzählt von diesem Garten. Er war damals fünfund- zwanzig Jahre. Von den Blumen auf der Fensterbank. Sie waren meistens rosa. Aber manchmal waren sie auch gelb. Gewiß, er tonnte gehen, wohin er wollte. Das Land war so groß und flach. So ungeheuer groß— gedehnt, daß man nur mit dem schärfften Glase den Horizont hätte erblicken können. Wer er ging nicht fort, sondern sah den Apfelbaum an. Zu- letzt schweigt er. Keiner antwortet. Jeder saugt an seiner Pfeife. Eine Viertelstunde vergeht. Endlich blickt einer der Schachspieler auf uno sagt mft einem kleinen Lächeln:„Wegen Ihres Apfelbaums werde ich diese Partie verlieren!" Die Aurignacraffe in S)eulfchland Unweit des Dorfes Stetten auf der Schwäbischen Wb, in einem kleinen Seftental der Von«, werden gegenwärtig durch das Urgeschicht- liche Institut der Universität Tübingen prähistorische Ausgrabungen unter Leitung von Dr. Rick vorgenommen. Es ist ja nichts Neues, daß auf der Schwäbischen Alb Ueberreste von vorgeschichtlichen Kulturen und Menschen gefunden werden; aber diese jüngsten Stetten«: Funde haben Ergebnisse gezettigt, die nicht nur der urgeschichtlichen Forschung ganz neue Ausblicke eröffnen, sondern als Ausgrcftiungs- Material an sich bisher einzigarttg in Deutschland dastehen. Man hat eine oerschüttete Höhle ausgegraben, und in einer mächtigen Brandschicht einen vollständig erhaltenen Schädel der bisher in Deutschland nicht feststellbare» Aurignacrosse entdeckt. 15 Zentimeter tiefer fand sich auch noch der U/iterkiefer zu diesem Schädel. Kullurreste der Aurignacrasse sind zwar schon vorher im Sirgenstein im Aachtal und in der Vocksteinhöhle im Lonetal freigelegt wordm; aber Funde, durch die sich die Anwesenheft des Wrignacmenschen in Deutschland unmittelbar nachweisen läßt, sind nickst gar häufig. Nur in dem höhlenreichen Gebiet der Dordozne, in Eompe-Eapelle, Ero-Magnon, M entern«, Brünn konnten Schädelüberrests der Wrigriacraste bisher gefunden werden. Nun ist auch in Deutschland diese hochstehende Raste einwandfrei festgestellt: jene Mensftcn mft schlankem Sckstidel und Knochenbau, hoher Sttrn und ohne die starken Augenbrauenwülste der kulturell viel tiefer stehenden, früher lebenden Necmtertallasse. Dieser Steltener Fund bestätigt auch die Annahme, zu deren genauem Beweise immer das deutsche Bindeglied fohlt«, daß die Aurignacraste vom Osten zu uns nach Deutschland und von da weiter nach Westen gewandert ist. Rötelftücke, die in der Nähe des wahrscheinlich weiblichen Schädels gesunden wurden, lasten den Schluß zu, daß die Frauen dieser Rasse sich schon damals irgendwie bemallen. Ein wefterer hochinteressanter Fund wurde in derselben Brandschicht gemacht. Ein kleines, menschenähnliches Figürchen aus Stein läßt deutlich die Merkmal« künstlerischer Bcarbeittmg er- kennen. Daneben sind Tierplastiken von bewundernswert feiner Ausführung ausgegraben worden, so z. B. eine Löwenplasiit aus Elfenbein mft Verzierungen sowie ein Mammut und ein WiDpferd. Alired Siein: Auf Qoelhes Spuren im Siarm Eirde November 1777 machte der 28jährige Goethe eine seiner seltsamsten Reisen, seine plötzliche heimliche Fahrt in den Harz. Jene unendlich fein erzitternde Harfe, die seine Seele war, läßt ihn plötzlich die Einsamkeit und einen düsteren Menschen suchen, dem er mft seinem„Werther" das Herz verbfttert, er, der noch eben„wunderbar fröhlich und rührend" den zweften Jahrestag seines Weimarer Glücks begrüßt hatte. Die weiße Einsamkeit des Harzgebirges sucht er nun, alles Freudige ist verschüttet. Ein ernster Arzt der Seele, wünscht er den vom Wertherfieber ergriffenen Sohn des Super- imendsnten Plessing in Wernigerode ins Hefters Leben zurückzuführen, dessen hilfeflehende Briefe ihn anfänglich ergötzt haben, dann aber er- kennen ließen, daß Plessing Menschenhaß aus der Fülle jener Liebe trank, die doch im Grunde genommen den„Werther" erfüllte. Sell- sam, dachte Goethe, für mich ist längst die reine Sonn« einer anderen Lotte im Herzen aufgegangen, indessen Menschen noch immer sich aufwühlen lassen von meiner Novelle, die schon erstarrt war zum Monument der Erinnerung in seinem Herzen: ohne jedes Erbeben oder Bedrücktsein für ihn zu betrachten. Das Leben war giftig zu ihm, andere faßt es ungestümer an. So sehr seine Gedanken sich mft dem wertheroergisteten Plessing beschäftigen, oerließ Goethe auch aus dieser Reste nicht die Ruhe. Er läßt vor den Höhlen bei Rübe- land hallen und kriecht einen ganzen Tag, nichts als Naturforscher, in den Tropfsteingrotten herum. Am 1. Dezember war er berells in Ielseld mitten im Harz angelangt; erst am 3. Dezember heißt es in seinem Tagebuch kurz;„Nach Wernigerode. Mft Plessing spazieren in die Berge." Am 4. Dezember schreibt er berefts an Frau von Stein von Goslar und nur eine einzige Stelle des Brisfes erinnert, wahrend er sonst schon von den„Mauern und Dächern des AUertums" entzückt ist, an sein gestriges Erlebnis:„Wie sehr ich wieder, auf diesem dunklen Zug, Liebe zu der Elaste von Menschen gekriegt habe, die man die niedre nennt! die aber gewiß die höchst« sttt Da sind doch alle Tugenden beysammen, Beschränktheit, Genüg- samkeit, gerader Sinn, Freude über das leiblich« Gut, Harmlosigkeit, Dulden..." Bei dieser Beschreibung denkt er schon an seinen Wort, nicht mehr cm Plessing. Ueberhaupt in keinem seiner Harzbriese erwähnt Goethe Plessing. Seine Reise, dem unglückseligen Wertherjüngling zu Helsen, dieser „dunkle Zug" in das, ach, so heiter leuchtend« Gebirge im Schnee war vergebens. Plessing ließ sich vom Dichter auf jenem einsamen Spaziergang am 3. Dezember nicht trösten. Heute wissen wir, daß es eine Selbstgefälligkeft in gewissen Menschen gibt, die sich nur vom Unglück verbrämt interessant fühlen. Jenem Goethes Leben einen Tag lang ergreifenden Plessing war im Grunde genommen gar nicht zu helfen; den hatte der Wercher so ergriffen, weil ein Liebeserlebnis ähnlicher Art chn zu gleicher Zeft mft der Lektüre bewegte, das viel» leicht ohne das Buch keine phantastische Nahrung erhalten hätte, mft dem Buch aber plötzlich den Weg sah, auf dem es sich so furchtbar interessant und so schrecklich entzückend ins Unglück schreiten ließ. Wer wollte damals in Deutschland unter verschwärmten jungen Leuten nicht Werthers oder Lottes Schicksal haben? O glücklich« Zeiten, da man allen Ernstes noch glaubte, tief unglücklich verliebt zu fein, ohne zu wissen, daß fast immer das größte Lieöesglück ein« unglückliche Liebe bereftet, die sich nicht alltäglich erfüllt und nicht wie alles schließlich im Leben, was nicht Sehnsucht bleibt, nach einem Naturgesetz langweilig wird. Wer ich glaube, daß selbst Goethe nicht so weft die Zusammenhänge sah, sonst hätte er diesen Schwärmer gehellt, wie man es heute mit jedem Hysteriker macht: indem man den dunklen Purpur des Unglücks ihm von den Schultern nimmt durch die klare Schilderung der körperlichen Bedingheft seiner schein- bar so unglückseligen Neinung. Wer die Harzreise wird nach seinen vergeblichen Bemühungen nur heiliger Selbstzweck. Sie beglückt ihn wie ein talles Bad. das einem aus einer bürgerlichen Wspaimung wieder zu neuem kräftigen Leben zusammenzieht. Er wird sogar übermütig: schon am 6. De- zember 1777 schreibt er aus Goslar an Charlotte: „Mir ist's eins sonderbare Empfindung, unbekannt in der Well herumzuziehen, es ist mir, als wenn ich mein Berhällniß zu den Menschen und den Sachen weft wahrer fühlte. Ich Heise Weber, bin ein Maler, habe jura studiert, oder ein Reisender überhaupt, betrage mich sehr höilich gegen jedermann, und bin überall wohl ausge- nommen. Mft Frauens Hab ich noch gar nichts.zu schaffen gehabt. Eine reine Ruh und Sicherheft umgibt mich, bisher P mär noch alles zu Glück geschlagen." Und am 10. Dezember steigt er vom Torfhaus auf de» Brocken. Er stt so ergriffen von dem Erlebnis d«r weißen Berg«, bei dem er nicht eine Strophe zu formen vermag, wo ihm alle Prosa zur Poesie und alle Poesie zur Prosa wird, daß er an Charlotte schreibt:„Wie gern« schrieb ich jetzt nicht." Nur träumen, träumen das hoch- beglückende, von keinem Wort zu eroberift»« Geheimnis, diese einsam- weißen Berge und Wälder. Ich bin im Sommer diesen Goethe-Weg gegangen; die Ein- Wirkung des Weges ssiner Seele war aber so stark, daß sich die Tannen und Steine mft Schnee bedeckten und ich«in faustisches Wehen um muh fühlt«. Ein Förster begegnete mir bei dem Aufstieg zum Brocken und ich dacht«, vielleicht ist dies ein Nachfahr jenes Försters vom Torshaus, der Goethe zunächst nicht hinaufgeleften wollte, da der Brockenzipfel voller Nebel stand, denn damals gab es noch keine Wegzeichen, weil es nicht als Vergnügen gall, auf» Berge zu steigen. Der Förster und Goethe warteten im Tors Hause. Stunden um Stunden hingen Nebel grau über dem verschneften Gebirge. Und Goethe„war still, bat die Götter, das Herz dieses Menschen zu wenden und das Wetter, und war still". Nur ein freudiger Bergwanderer kann Goethe diese Gipfelsehnsucht nach- fühlen. Da knurrt der Förster:„Der Brocken ist klar. Ich werde Sie führen, Herr Weber." Und Goethe ritzt zum Zeichen seiner Frcudentrönen ein großes C ins Fenster des Torfhauses, durch das er den plötzlich wolkenklaren Himmel erblickte, m diesem Augenblick des unerwarteten Glucks der geliebten Frau in Weimar gedenkend. Em jeder Dichter vermag seine tiefsten Beglückungen nicht niederzuschreiben. Keusch trägt er das Geheimnis unbefleckter Empfängnis ihn zu tiefst erschütternder Dinge durch sein Leben, nur das mystisch dunkle Gedicht„Harzreff« im Winter" wird die erste lyrische Ernte dieser Reffe. Wenn man die wenigen Briefe Goecheo von seiner Harzreffe liest, so vergeht ihm auch immer wieder, wenn er seine innigste Zwiesprache mft der Natur beschreiben soll das Wort.„Und wär's nicht an Sie, hisll ich für Sünde es zu schreiben". heißt es, am 11. Dezember nach dem Brockenaufftteg, an Charlotte. Gar nichts möchte er in diese Erhabenheft hineinreden, es ist ja nur alles halb. Wortlos hat er auf des Teufels Allar seinem Gott den liebsten Dank geopfert. Ganz schlicht sogt er am Abend nach der Feier des Gipfelausstiegs:„Nun, Liebste, trete ich vor die Tür hin- aus, da liegt der Brocken in hohem herrlichen Mondschein über den Fichten vor mir..." In diesem hohen, herrlichen Mondschein wogten schon unter- bewußt Ursaustwosen. und erst Jahrzehnte später wird das tvunder- bare Erlebnis Wort im„Faust", da das Irrlicht spricht: In die Traum» und Aaubersphäre sind wir, scheint es. eingegangen. Führ uns gut und mach dir Ehre! Daß wir vorwärts bald gelangen in den weüen, öden Räumen. Seh ich Bäume hinter Bäumen. wie sie schnell vorüberrücken. und die Klippen, die sich bücken, und die langen Felsennasen, wie sie schnarchen, wie sie blasen! Durch die Stein«, durch die Rasen, eilet Dach und Büchlein nieder. Hör ich Rauschen? Hör ich Lieder? Hör ich holde Liebesklage. Sttmmen jener Himmelstage? Was wir hoffen, was wir lieben? Und das Echo, wie die Sage aller Zeiten, hallet wid«r. Scheu schritt ich dies« Pfade nach So wie er sich von Plessing? Düsternis durch die einsame Schneewanderung befrofte, wurde es mir frei ums Herz, nur befangen von der jubelnden Natur und dem immer noch webenden Odem seines Geistes. Der Brocken schien mir der Sarkophag seiner ungeschriebenen Werke, die quellübersMten. steinigen Wege waren kristallrein zu Sinnbildern der Jenseftigkeft seiner ehrfurchtsvoll verstummten Seele. ttr. 77* 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, �6. Kebruar 1932 Schluß mit den Werksparkaffen. Die Gozialdemokraiie fordert ihre gesetzliche Beseitigung. In der Eläubigerversammlung des vor einigen Wochen m- sammengebrochenen B o rs i g- K o n z e r n s, Berlin-Tegel, mnßte den Sparern der Borsig-Werkjparkaisc mitgeteilt werden, daß ihre Spargelder menschlichem Ermessen nach verloren seien. Die Spargelder wäron wohl gedeckt, durch Grundstück« usw., aber cj sei eine Deckung an letzter Stelle. Wenn erst einmal die großen Gläubiger ausbezahlt wären, dann bleibe für die Sparer bei Borsig nichts mek;r übrig. Betroffen werden kleine Leute, die. in vielsn Fällen ein Lelen lang, ihr Geld, Pfennig auf Pfennig und Mark auf Mark, der Borsig-Sparkasse anvertraut haben. In der Gläubigerversammlung erklärte mit Recht der Vertreter der Treuhandgesellschaft, daß die Werksparkasfen ein Skandal seien und daß es die höchste Zeit wäre, daß der Gesetzgeber ihnen ein Ende niacht. Die werksparkasfen verletzen das oberste Gebot, dem Spar- kassen zu unterstehen haben: das Gebot der Sicherheil der Spareinlagen. Wankt nämlich das Unternehmen, so geraten auch die werkssparkasscneinlagea in die größte Gefahr. Und diese Gefahr mußte in einer Wirtschaftskrise, die selbst bisher als absolut sicher geltende Unternehmungen in Schwierig- keilen brachte, akut werden. Die Fälle Lahusen, Borsig, B l c i ch e r t usw. sind nicht mißzuoerstehende Signale für die Ge- fahr, in die die Werksparkassen geraten sind. Und wie kaltblütig sich selbst Unternehmungen, die bisher den Ruf großer Solidität genossen, über das oberste Gebot der Sicherheit der Spareinlogen hinweggesetzt haben, zeigt der Fall Borsig: eine an vierter Stelle eingetragen« Hypothek für die Werks- spartafs« ist eine Verhöhnung der Werksparer. Die sozialdemokratisch« Reichstagsfraktion hat mit erfreulicher Schnelligkeit und Energie die Konsequenzen aus dieser Situation gezogen. Sie hat einen Initiatiogesetz- enlwurf eingebracht, der die Errichtung neuer Werksparkassen verbietet und sämtlichen be- stehenden Werkspartassen und Unternehmun- gen die Annahme neuer Arbeitnehmereinlagen untersagt. Damit ist das Schicksal der Werksparkasfen be- siegelt. Denn die bisher in den Werkssparkassen befindlichen Einlagen müssen allmählich auslaufen und neue Einlagen dürfen nicht mehr angenommen werden. Wichtig ist dabei, daß auch in den Fällen, in denen Unternehmungen von ihren Arbeitnehmern Einlagen angenommen haben, ohne daß formell eine Werksparkasse gegründet wurde, diese Einlagen den Werksparkassen in allen Be- Ziehungen gleichgestellt werden sollen. Da sich jedoch die Situation der Werksparkassen so kritisch gestaltet hat, liegt es im volkswirtschaftlichen und sozialen Interesse, den Prozeß ihrer Auflösung zu beschleunigem An sich wäre es das einfachste gewesen, ihre sofortige Auflösung zu verlangen. Eine solche Forderung wäre auch in einer Zeit berechtigt, in der der Kapitalmarkt reibungslos funktioniert und alle Unternehmungen in der Lage wären, sich für die Mittel, die ihnen durch die Auflösung der Werksparkasfen entzogen werden, sofort Ersatz auf dem Kapitalmarkt zu beschaffen. Heute aber und für unbestimmte Zeit ist dieser Weg verschlossem Eine sofortige Auflösung der Werksparkasscn würde daher viele Unternehmungen in schwere Gefahr bringen. Dadurch würde die Wirtschaftskrise nur verschärst werden. Deshalb liegt heute eine sofortig« Auf- lösung der Werksparkassen weder im gesamtwirtsckiaftlichen Jnter- esse, noch auch im Interesse der beteiligten Arbeitnehmer. Aus diesem Grunde verlangt der Antrag der sozialdemokratischen Frak- tion, daß der Vankenkommissar jeder werkjparkasse Fristen zu stellen hat, innerhalb derer sie ihre Anlagen flüssig machen und den Werkfparern ausschütten muß. Die Ausschüttung soll nicht in bar erfolgen, sondern m Form der Ueberweisung an Spareinrichtungen, die von den einzelnen Werksparern selb st bestimmt werden. Durch diesen Antrag ist also eine ruhig« und aller Gefahren entkleidete Abwicklung der Werksparkasfen gewährleistet. Die sozial- demokratische Fraktion wollte aber darüber hinaus dafür Sorge tragen, daß auch in der Zwischenzeit bis zur vollständigen Abwicklung der Werkspürkasscn die Mißstände im Wersparwesen soweit als möglich unterbunden werdem Ihr Antrag verlangt deshalb, daß für diese Zwischenzeit die Werksparkasfen zu v e r- selbständigen und chr Vermögen bilanzmäßig aus dem all- gemeinen Betriebsvermögen herauszulösen fft. Darüber hinaus sollen sie zur Ausstelluirg und Bekanntgabe der Bilanzen verpflichtet werden, damit die Werksparer wissen, was mit chren Einlagen geschieht. Schließlich sollen bei jeder Werksparkasse Sparerausschüsse gebildet werden, die die Geschästsführung der Werksparkassen üib«rwachen. Gegen diesen, in jeder Beziehung vernünftigen, notwendigen und dringlichen Antrag kann außer den eigentlichen Unternehmer- Vertretern keine Partei Einwendungen erheben. Es ist deshalb zu hoffen, daß der Gesetzentwurf sehr rasch von den gesetzgebenden Instanzen verabschiedet und in Kraft gsetzt wird. Damit wäre ein wichtiger sozialer Fortschrüt erzielt. Schlechter Januar- Außenhandel. Halbierier Ausfuhrüberschuß— 25 Prozent Ausfuhrrückgang. vi« stir Januar festgestellte Einfuhr beziffert sich auf 440 Mill., die tatsächliche Januareinfuhr beträgt jedoch nur 425 Mill., da in der ausgewiesenen Zahl noch rund 15 Mill. an Lagerabrech- nungen aus dem Vorjahr enthalten sind. Gegenüber dem Vormonat ist die Einfuhr somit um K5 Mill. zurückgegangen. Diese Abnahme des Einfuhrwerts erklärt sich zunächst durch ein weiteres Absinken der Preise; denn der gewogene Durchschnittswert der Einfuhr liegt um 3 Proz. niedrige» als im De- zember. Der Mengenrückgang der Einfuhr, der etwa 10 Proz. be- trägt, ist zum Teil saisonmäßig begründet; im übrigen spiegell sich in den mengenmäßig geringen Einfuhren, die bei allen Warengruppen, voran den Rohstoffen, verzeichnet sind, der weiter anhaltende Tiefstand der Produktionstätigkeit wieder. Die Ausfuhr ist von 708 Mill. im Dezember(ausgewiesen 738 Mill., d- h. einschließlich 3U Mill. nachträgliche Sammel- anschreibungen) auf 542 Mill. im Januar zurückgegangen. Die Reparationssachlieferungen, in diesen Zahlen enthalten, betragen im Januar 12 Mill. gegen 26 Mlll. im Vormonat. Für die Gesamt- ausfuhr(einschließlich der Reparationssachlieferungen) ergibt sich demnach ein Ausfuhrrückgang um 166 Mikl.; die Fertigwaren sind daran mit 143 Mill. Mark be» t e i l i g t. Dem Wert nach beträgt die Abnahme der Ausfuhr 23 Proz. Der mengenmäßige Rückgang ist etwas geringer, da der gewogene Ausfuhrdurchschnittswert um annähernd 2 Proz. gesunken ist. Saisonmäßige Einflüsse sind im Monat Januar nur in geringem Umfang wirksam. In der Hauptsache ist der Aussuhrrückgang durch die Hemmungen begründet, die wirtschaftspolitische Maßnahmen der verschiedensten Art dem internationalen Warenaustausch bereiten. Besonders deutlich zeigt sich dies in der starken Schrumpfung der Ausfuhr nach Großbritannien, die nach einem Rückgang im Dezember um 20 Mill. im Januar einen Sturz um mehr als 50 Mill. erfahren hat. Ferner zeigt u. a. der Warenabsatz einen stärkeren Rückgang nach den skandinavischen Ländern und den Niederlanden Hier dürfte sich die deutsche Butterzollpolitik schon auswirken. Auch ist die Ausfuhr nach Rußland und Frankreich erheblich vermindert ausgewiesen; jedoch hier im wesentlichen wohl nur als Folge der Ueberhöhung der Dczembernachweise durch die Sammclanschreibungen. Ebenso wie die Einfuhr aus der Schweiz hat auch die Ausfuhr nach der Schweiz eine durch Vorcindeckungen begründete Zunahme erfahren. Die Handelsbilanz zeigt im Januar einen tarsächlichen Ausfuhrüberschuß von 105 Mill.; einschließlich der Reparalianssach- lieferungen ist die Handelsbilanz mit 117 Mill. tatsächlich aktiv (gegenüber 213 Mill. im Dezember bei Absetzung der damaligen Sammelanschreibungen). Der Ausfuhrüberschuß ist gegen Dezember also fast halbiert. Im einzelnen ergeben sich gegenüber dem Dezember folgende Veränderungen: Die R o h st o f s c i n f u h r zeigt eine rückläufige Bewegung vornehmlich bei Baumwolle(— 4,6 Mill.), Bau- und Nutzholz (— 3,7 Mill.), Oclfrüchten und Oelsaaten(— 3,1 Mill.), Holz zu Holz- masse und Steinkohlen. Wolle und andere Tierhaarc sind um 3,2 Mill. vermehrt eingeführt worden. Die Gruppe Fertigwaren weist in der Einfuhr Minder- bezöge an Wollgeweben(— 1,8 Mill), Wollgarnen und Leder- waren aus. Die Ausfuhr von Fertigwaren ist nach den Anschrei- bungen am stärksten bei den Maschinen, Kesseln und Maschinenteilen (— 50 Mill.) zurückgegangen: doch enthielten— wie bereits er- wähni— die Nachweise dieser Warengruppen im Dezember Ueber- höhungen durch Sammelanschreibungcn im Betrage von 30 Mill., so daß der tatsächliche Rückgang dieser Waren auf rund 20 Mill. anzusetzen ist. Erheblich zurückgegangen ist auch die Ausstchr von Eisenwaren(— 23 Mill.) und Textilwaren(—19 Mill.), namentlich von Geweben aller Art(zum Teil fast ganz unterbundene Aussuhr nach Großbritannien). Der Rückgang von e l e k t r o- technischen Erzeugnissen(— 9 Mill.) und Kinderspielzcug (—5 Mill.) ist wie derjenige einiger anderer Fertigwaren nach Ab- schluß des Weihnachtsgeschäfts vorwiegend saisonmäßig begründet. Erwähnt sei serner der Rückgang der Ausfuhr um jeweils 4— 5 Will. von Papier und Papierwaren, Lcderwaren, Waren aus Kupfer, Glas und Glaswaren. Die Senkung der Tarife. Oer preiskommiffar berichtet. Vom Büro des Reichskommissars für die Preisüberwachung wird jetzt ein Gesamtüberblick über die bisherigen Senkungen der kommunalen Tarife gegeben. Auf dem Gebiete des Verkehrswesens haben bisher 67 Unternehmungen ihre Tarife gesenkt, das ist der überwiegende Teil aller kommunalen Berkehrsunternehmungen. Ueber ein Drillet davon haben Senkungen von mehr als 10. teilweise 20 und 25 bis zu 33sti Proz. vorgcnonnnen. Der größte Teil hat die Tarif« von 7 bis 10 Proz. gesenkt, und nur bei einem kleinen Rest betragen die Tarifermäßigungen weniger als 7 Proz. Die Elektrizitätstarifa sind von rund 200 Werken um 5. von 285 Werken um 5 bis 7, von 60 Werken um 7 bis 10 und von 75 Werken um mehr als 10 Proz. gesenkt worden. Bei 35 Elektrizllätswerken steht eine Entscheidung noch aus. Bei rund 160 Werken, die keine Nachprüfung vorgenommen haben, hat sich der Reichskommissar«ine Nachprüfung vorbehalten. Auf dem Gebiet der Gasversorgung haben 235 Werke die Tarife um 5, 70 Werke um 5 bis 7, 215 Werke die Tarife um 7 bis 10 Proz. ermäßigt. Eine Ermäßigung über 10 Proz. haben 40 Werke vorgenommen. 35 Werke haben noch keine Entscheidung getroffen. Bei 185 Werken wird eine Nachprüfung durch den Reichskommissar erfolgen. Kapitalflucht und kein Ende. Neue Maßnahmen gegen Kapitalflucht durch Warenkäuse. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Es hat sich herausgestellt, daß in einzelnen Fällen Warenkäufe im Ausland zum Zwecke der Kapitalflucht vorgenommen werden, und zwar in der Weise, daß Einzel- oder allgemeine Genehmigungen zur Bezahlung der Wareneinfuhr erwirkt wurden, die gekaufte Ware aber im Ausland belassen und dort unter Per- letzung der Devisenbestimmungen später wieder verkauft wurde, wobei der Erlös im Auslande stehen blieb. Die Deoisenbewirtfchofwngsstellen werden daher künftig bei der Erteilung von Genehmigungen zur Bezahlung von Wareneinfuhren die Verpflichtungserklärung verlangen, daß der Bezieher die Ware spätestens innerhalb eines Monats nach Leistung der Zahlung tatsächlich ins Inland verbringt. Auch die Inhaber von allgemeinen Genehmigungen werden zu einer entsprechenden Er- klärung gegenüber den Deviscnbewirtschaftungsstellen veranlaßt werden. Aus dem Giemens-Konzern. llnveränderie Einnahmen bei Elektrische Licht und Kraff. Die Holding-Gesellschaft des Siemens-Konzerns für seine Be- teitciligungen an Versorgungsbetrieben und an einigen Fabrikations- gesellschaften, die E l e et r i s ch e L i ch t- u n d Kraftanlagen- A.-G., Berlin, weist für das am 30. Juni 193l zu Ende ge- gangcne Geschäftsjahr 1930/31 einen fast unveränderten Bruttogewinn von 3,1 Millionen Mark aus. Die Einnahmen der Licht und Kraft bestehen fast ausschließlich aus den Dividendenzahlungen der von ihr abhängigen Gesellschaften; in vorliegendem Abschluß sind die Zahlungen nur bis 3 1. D e z e m- ber 1930 entholten. Bis zu diesem Termin aber hatte sich die Krise bei den Versorgungsbetrieben kaum bemerkbar ge- macht. Wenn der Reingewinn trotzdem von 2,5 auf 1,8 Millionen Mark zurückging, so daß Sie Dividende auf'das 30-Millionen- Mark-Kapital von 10 auf 6 Proz. ermäßigt werden mußte, so erklärt sich das aus Steuernochzahlungen in Höhe von nicht weniger als 0,74 Millionen Mark(bei laufenden Steuer- Zahlungen von nur 0,4 Millionen Mark). Die meisten abhängigen Gesellschaften— es sind darunter Elektrizitätswerke in Stralsund, Landsberg a. W., Jena, Zoppot; die Bayerischen Elektrizitätswerte in München, die Groß« Kasseler Stra ß e n b a hn- A.-G.— haben dieselbe Dividende wie im Vorjahr vertellt. Die A.-G. für Gas und Elektrizität Köln, die auch an der Ferngasversorgung S ch l e.s i e n s beteiligt ist,, konnte für das Geschäftsjahr 1930..sogar die Dividendenzahlung(3 Proz.) wieder-aufnehmen. Für die RüH- landaufträge der R. Stock u. Co., Spiralbohrer-, Werkzeug- und Maschinenfabrik A.-G., Berlin-Marienfelde. hat die Licht und Kraft in steigendem Maße die Finanzierung übernehmen müssen. Die Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie A.-G., Berlin, wird für das am 30. September 1931 zu Ende gegangene Geschäftsjahr keinen Verlust ausweisen. Unter den Auslands- beteiligungen ist am wichtigsten der Besitz von 95 Proz. des Kapitals der Gesellschaft für Elektrizitätswerke Glarus, die ihrerseits starke Beteiligungen an ausländischen Elcktrizitätsunternehmungen besitzt. Die Licht und Kraft besitzt jetzt Wertpapiere und Beteiligungen im Nennwert von 41,6 Millionen Marl; davon entfallen mehr als die Hälfte(21,6 Millionen Mark) auf inländische V e r s o r- gungsbetriebc, etwa ein Drittel(14,3 Millionen Mark) auf inländische Fabrikationsgesellschaften(darunter sind 5 Millionen Mark Eiemens-Halske-Aktien) und der Rest(5,6 Mill. Mark) auf ausländische Elettrizitätsunternchmungen. Diese Posten stehen mit 34,4 Mill. Mark zu Buch. Gpatkapiialistisch/ das finstere Zeiialier Prof. Schulze-Gaevemih über die Weltwittschastskrife. In einer Gastvorlesung in der Handels-Hochschule kennzeichnete Professor Schulze-Gaevernitz unsere Zell als das „finstere� Zellalter, das zwar gelernt habe, sich die Natur in ungeahn- tem Maße technisch dienstbar zu machen, aber nicht fähig sei, auf sozialem Gebiet, in der Berteilung der erarbeiteten Güter Ordnung zu schaffen. Schulze-Gaevernitz glaubt aber, für das heutige wirtschaftliche Chaos— mehr als 20 Millionen Arbeitslose in der Welt— nicht den Kapitalismus als solchen, sondern außerökonomische, p o l i t i sch e Ursachen verantwortlich machen zu sollen. Vor dein Kriege habe das kapitalistische System nicht schlecht funktioniert. Und zum Kriege hätten nicht ökonomische Gegensätze(etwa die Konkurrenz zwischen England und Deutschland), sondern politische, vor- kapllalistische Meinungen— wie etwa Frankreichs Revancheidee, Deutschlands Flollenehrgeiz— geführt. Daß die deutsche Revolution von 1848 unterlag, sei die Ursache gewesen dafür, daß die deutsche Wirtschaft von der M a ch t p o l i t i k beherrscht wurde. Am Aus» bruch der Weltwirtschaftskrise seien die Friedensverträge, die Balkanisierung Europas und das politische Mißtrauen in erster Linie schuld. Er erhofft eine Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse von einer Bergrößerung der Wirtschaftsgebiete(Zollunion Mitteleuropa oder Paneuropa). Z« der Erfurter Schuhindustrie macht sich seu einigen Wochen ein« stärkere Belebung bemerkbar. Im Anschluß a» die Weih- nachts- und Inventurausverkäufe hat der Handel reichlich Aufträge gegeben. Einige Fabriken sollen für mehrere Monate mit Auf- trägen verschen sein. P Opel Preise sind schon gesenkt! �# JETZT VON R M 1 8 9 O AN, AB WERK. MstzWK �n�r! Preis» mir Dienstag u. Mittwoch.- Mengenabgabe vorbehalten.— Verkauf soweit Verrat.- HeUch and lolchwerde rbllcho Werea sind vom Versand ausgeschlossen.- 01» Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Bestelhing von 0,00 Mark an. Frisches Fleisch Schweinebauch o. b.„Pia. 0,62 Schweineschinken_ mit Bein...................... PM. Kassler miia.......„.m von 0,70 Schweinekamm.».Schuft olme Beilage............... 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HAii»D BETRIEB A H kempihskiIl.3 to.uhr CASIN0-THEA1 ER«"/, Lothringer StraR« I7. niiiiininimiiiiiniuiuiiiiiniitmiiiiiiitiuiiiiiiiininiitmKiiiiiiii rar veoig Geld ela ccRaBralser Usod Ken! Xen! tuen von tieute Dazu eio neuer onnicr Teil and eise Opere.ie Jutschein l- 4 Personen; Parkett 50 Pf. Pauteuti i.— Mark. Sessel töu Mark Reidishallen Theafer |r lin hoff platz 8 Ubr. Sonntags 3nb«U8 108.14| Großes BocKbienest Qr. SdnrfMitini o. Pfbiilsraiij dar üWfflksstBi TaBlr(JameB)| lo I-'MI von 125-150, 151-175. 17G Pfcoil ubI üartber. . Geldpreise von je 50,- RM. 5 RapBl cn• üavrfsaie Batilenuna• Bo:Jnn 7 I üftfdi.Oper Charioitenburk iismarcksttaCe 34 Oicnstafi, 16. Febt Turnus II 4ntanB 20. ht Das Blieingold .nde nach 22 Uhr i Theater desWestens Täglich">/, Übt Prinz HelbBsatom Optrett. ros Joä. Suut WaidaDItcr. .v.orr»n. Jankvbo, Lilien. Ewald. VoiHsDtthne Mr 10 ninrplltt 8 Uhr Fnbrmann Benscbei mit Etnü Jannings u. Margarete Melzcr Regie: K H.Martin Staatl. StWUn-Iteilir » Uhi Ein betiererileir Hierauf: Die Zaaberin, der Riese und der Affe DBitiiaTtotir Uraufführung TV, Uhr Vor SflDDenüotErsaog v. Gerh.Hauptmann flijie: Mai Reinhanlt. Tb. im Ädmiralspalast j Morgen Mittwoch"1*8\ Prämier« Käthe Dorsch GastafOrfladgens Lselott' S�iilTiMKhBRi 1 Statt jeder besonderen Anzeige! Am 14 Fethiar siaib nach kurier, schwerer Krankheit Im Alter von 51 Jahren unser innigstgeliebter, treusorgender Mann und Vater, unser guter Bruder Schwager und Onkel, der Stadtrei ordnete Reditaanwalt Dr. Siegfried Weinberg ..... In tiefstem Schmerz Berlin, Klosterstr. 65/67„.,,,... ,....... Frieda Weinberd, geb. Kirsch Beileidsbesuche dankend vetbeteni Rudolf Weinberg Die Einäscherung erfolgt Mittwoch, den 17. Februar, 18>H Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner StraBe 100. Sozisldemokrstlicfac Stadlverordnelcnfrakilon, Am Sonntag, dem 14. Februar verstarb nach kurzem Leiden, allen Freunden unei wartet, unser lieber und treuer Genosse, der Stadtv.rordnete Dr. Siegfried Weinberg Wir verlieren In dem Verstorbenen einen guten Kollegen, der in rimmermüder Arbeit seine reichen Erfahrungen in den Dienst unserer kommunalen Bestrebungen stellte. Sein Andenken werden wir stets in hohen Ehren halten. I. A: Der Frakfionsvorsfand. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 17. Februar, 10V, Uhr, im Kremator um Wilmersdorf statt, ChariOttensir. W)-9i, ragiicn a Uht 6isE5SMibled.T(iUsMbiie Kamp! KUsdi um üietropoi-iiieaiei Täglich g>/< Uhr Ein ued der Liebe Rieb. Tauber Ann! Ahlera Theater In der Streseraetiufr. Morgen Miuwoeh 8U. I'remle-re LejpoMIni Rojsfaitli Tbtsdor Lsas In leger ttc — HlBlntt Tb.»1 Truppe 1931. TägL S>/, Uhr Die fflauselalie Preise 75 PI.— 5 f Sonnt, nachm. 4 L. halbe Preise. Theater «m Nsllendortplau ■Uja: Biiubtnhir Pallas 7051 Täglich 8h, Uhi Stgs auch 4>r« Uh easparone Am 22. Januar verstarb in Baenos-Aires mein geliebter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Neffe und Vetter Curt L. Neumann im Älter von 29 Jahren, Berlin, den 15. Februar 1932. Frau Gerfrnd Neumann Saseuna N um nun Dr. Fi auz Neomann u Frau Luise Er wurde auf dem Deutsoben Friedhof in Buenos- Au es beigesetzt. lmW-IlIMk Täglich»>/« Uht h�orgsn gskt» UN» gull Sret« Zl"«helu, VnX Uansea Orchester Dt.o, Bell Generalversammlung der Möbelfabrik Lukunst" «.Dm d H. Nndet in den Detckä tsrdumrn Fraakfilrtei äBt! 307 am SotnabenD, ZT.Fedruar 932. ftatt. SEaaesorbnuttfl: l. Bilanz. 2. Neuwahlen 3«ertdilfbfne» Set Oocffaah. OeD'idieiMetalMIMM Counctslaq. 6en 18. gebrnae. aschuz. S Ahr. In» CtcBOcnctmi«n! Tat Ctfdjfintn aller Kallepen, auch de blibettsloieit, wird beftimmi erwartet. kamwd. aniofierubwelfier Die Srondtenlan errnj der«utap n- schweizer fällt cm Conaerstag, dem IS, Februar, aus. Ole Ortsvcrwelfncg KLEINE ANZEIOEN iiiuuiiniiiuiiiiiiiiniiuiiiiitiuiuintiuiaiHiaiiuiuniiuuiiauuuiiiiiuiuuiiiiiiiHyii Preis«: Überschrift* wert 20 PL, Textwort 10 Pf. Wicderhoiungsrabatt: ö mal 5%, 8 mal 71/»%, 12 mal 10%, oder IOwO Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, �OOü Worte 20%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr. 3(Vs9 bis 5 Uhr), sämtliche Vorwärts-Filialen u.•Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen uemame| Tapete, ZtMaf. Kolonie- strafe 8._ �etRinen« TischbiS-r». 1,15X45, in II. fünf Kugeln und einem Queue, 32 Mark. üllerdiafe. Neu. '.iilln, Ossastr. 45. S msliiuiisniscji«. ivitte»» um». Zw Leihbaus ipfawltz, Choifelongue«. Pa- tenimatragen, 9luf- lcaematratzen. Nie- lallbetten. Walter Stargardeestraße achtzehn. Kein La- den.' .,.Egi: i�B Z-Meier-Büfeit, mo dern« Form, mit Nugdaum. Front, fomolett. Tisch und Stühlen nur 490.—. ....... 6» filBSih instrumenta Piano 200,—, fteuzfaifig, gebraucht, Monats, mitte 8/—. Kauf. anrechnung. Piano. hau» Sit. Moa- bit 86-. 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