Morgenausgabe Nr. 29_„ � ■ A 40 49.I. mnnatBA 358 äli. l davon 87 Pf. monatlich Rlt Suftel. lnng in« Hau») ta vorauz zahlbar. Postbezug Z57 ZK. emschliebüch soPf. Ponzeitung«. und 72 Pf.Poktdefielloe» bithren. Auslandsobonnemem«.so P!. vro Monat; für Länder mit ermäßigtem Druckfachenporto 4,SS M. l>ei �orwärts� erscheint mochentag- lich zweimal, sonntags und Montag« einmal, die Zlbendausaobe für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Zldcnd* Illustrierte sonntaasbeilaai .Volk und RtiS" Vevttnev Vottsblatt Mittwoch 12 Februar 1932 Groß-Serlln 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die«tnfpalt. Millimeterzetle Z0 Pf. Rellamezeile 2.— M...Kleine Anzeigen" da» sengedruckte Wort M Pf. iMlässtgzweifettgedruckleWorte.jede» ßs. Radon lt. Tarif. Worte über lä Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Millimeter- wochentäglich von Sv, big 17 llhn Der Verlag behält sich das Re cht der Ab» lebnung nicht genehmer Zlnzeigen vorl Isntealorgan der«Sozialdemokrattttben Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 gernspr.. Tönbofs(A 7)292—207 Tclegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berliir Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Poktscheckkomo: Berlin 57 536.— Lankkonto: BankdeiArdeiter. Angestellten und Beamten. Lindenstr. 3 Dt B.u DiSr.-Gef.. Dcpost«enk..Z«ruialemerStr.eqä Uhr die Regierung Laval gestürzt, in- dem er sich mit 1S7 gegen 134 Stimme» weigerte, dem mit der Stellung der Vertrauensfrage ber- bundenen Antrag des Ministerpräsideuten zu entsprechen und die Debatte über die Interpellation des Senntors P eh rönnet bezüglich der Haltung der Regierung zur Wah Ire so rn, vorläge zu ver- tagen. In der einundsechzigjährigen Geschichte der Dritten Republik hat es schon viele Regierungskrisen gegeben, sicherlich weit mehr, als das Regime an Jahren zählt: aber nur in ganz wenigen Fällen ist ein Kabinett durch ein Votum des Senats, des französischen Oberhauses, gestürzt worden. Aus Gründen einer traditionellen und klugen Selbstbeschei- dung macht der Senat von seinem Recht, eine Ministerkrise auszulösen, nur äußerst selten Gebrauch, weil er als Hüter des demokratischen Systems den Standpunkt vertritt, daß es in erster Linie Aufgabe der aus der direkten Volkswahl stammenden Deputiertenkammer ist. die Politik s>es Tages zu bestimmen. Als eine Körperschaft, die aus in- direkten Wahlen hervorgeht, pflegt der Senat im allgemeinen nur eine Art politische und verfassungsrechtliche Oberaufsicht auszuüben, die zwar von den Regierungen geachtet und sogar gefürchtet wird, die sich aber für gewöhnlich nicht allzu störend bemerkbar macht. Dos Mindestwahlalter von 40 Jahren, das in der Praxis bei den meisten Senatoren eher 60 beträgt, verleiht dem Senat den Ruf einer gesetzten, ab- geklärten, etwas konservativen, allerdings auch halsstarrigen Körperschaft, die man nicht überflüssigerweise reizen soll. Es muß schon ein sehrernst erFall vorliegen, wenn sich diese alten Herren dazu entschließen, aus ihrer üblichen Zurückhaltung herauszugehen und von sich aus eine Kraft- probe mit einer Regierung zu wagen, die das Pertrwren der eigentlichen Volksvertretung genießt. Das geschieht nur tzonn, weim der Senat die Ueberzeugung hat. daß die Grundprinzipien der Demokratie in Gefahr sind, oder daß der augenblickliche Kurs, den die Regierung und die Mehrheit der Deputierten steuern, dem klaren Willen des Volkes widerspricht. Hier log aber sowohl das eine wie das andere vor. In zahlreichen Einzelwahlen hat das Volk klar bewiesen, daß es einen Ruck nach links wünscht. Statt dessen ist durch die Ausbootung Briands und durch die Beförderung Tardieus zum Kriegsminister und Führer der französischen Ab- rüstungsdelegation das Schwergewicht der Regierung Laval noch weiter nach rechts verlegt worden als zuvor. Um nun den Folgen dieser Rechtsschwenkung bei den kommenden Neu- wählen zu entgehen, hatte die Mehrheit der Kammer versucht, kurz vor Toresschluß eine Wahlreform durchzupeitschen. von der sie sich lauter Vorteile versprach und die die Links- Parteien in arge Verlegenheit versetzen sollte. Diese Wahlreform' lief darauf hinaus, die Stich- wählen möglichst vollständig abzuschaffen und das Prinzip der relativen Mehrheit, das aus England sattsam bekannt ist, einzuführen. Es sollte nur dann eine Stichwahl stattfinden, wenn kein Kandidat 25 Proz. der Stimmen im ersten Wahlgang— anstatt der bisher erforder- lichen 50 Proz.— erhallen würde. Obendrein wurde in diese Reform plötzlich noch das Frauenwahlrecht hinein- geschmuggelt, um den Sozialisten, die die stärksten Befür- worter des Frauenwahlrechts sind, ein Schnippchen zu schlagen und um sie von den frauenwahlrechtsfeindlichen Ra- dikalen zu trennen. Aber die Sozialisten krochen natürlich nicht auf diesen Leim. Sie wären für ein ehrliches Ver- hältniswahlrecht nach deutschem oder ähnlichem Muster jeder- zell zu haben gewesen, ebenso für die Gleichberechtigung der Frauen, nicht aber für die Verhunzung des demokratischen Mehrheitsprinzips und für die Einführung des lotterieartigen englischen Wahlsystems. Durch die Abschaffung des zweiten Wahlgonges wollten die Rechtsparteien vor allem erreichen, daß Radikale und Sozialisten, indem sie getrennt mar- schierten, im ersten Wahlgang von reaktionären Kandidaten verciill geschlagen würden. Wäre die Gesetzesvorlage uner- warteterweife auch vom Senat angenommen worden, dann würde sich zwar notgedrungen in den meisten Fällen das Kartell der Linken, ähnlich wie 1924, wieder gebildet haben und die Reaktion wäre doch nicht auf ihre Rechnung ge- kommen. Ader das ganze Manöver der Rechtsmehrhell war so durchsichtig, daß von vornherein mll seiner Durchkreuzung durch den Senat gerechnet werden mußte. Im„Vorwärts" vom Sonnabend wurde die Annahme der Vorlage in der Kammer als ein Pyrrhussieg bezeichnet und ihre sichere Ablehnung durch den Senat vorausgesagt. Was man jedoch noch nicht voraussehen konnte, das war, daß sich daraus noch eine Regierungskrise entwickeln würde. Ministerpräsident Laval ist ein Opfer seiner allzu klugen Taktik geworden. Er hat in der Kammer die Neutralität der Regierung gegenüber dem Selbst- bestimmungsrecht der Abgeordneten in der Frage des Wahl- systems verkündet. Er selber ist Senator und brauchte sich daher auch bei den einzelnen Abstimmungen nicht persönlich zu engagieren. Aber als Gefangener einer Rechtsmehrheit mußte er ihren Wünschen doch erheblich weiter entgegen- kommen. Die verkündete Neutralität der Regierung wurde immer mehr zu einer Farce. Nicht allein, daß die einzelnen Minister, soweit sie Abgeordnete sind, restlos mit der Mehr- hell für diese Wahlresorm stimmten, auch der neue Innenminister C a t h a l a leistete in entscheidenden Situationen den Vätern des Entwurfes aktiv Vorschub. Deshalb hatte Laval damit kein Glück, als er am Montag in den Wandelgängen des Senats seine dortigen Kollegen aufsuchte und ihnen mit der Unschuldsmiene des Pontius Pi- latus versicherte, daß ihn die ganze Angelegenheit eigentliä, nichts angehe, und daß der Senat selbstverständlich freie Hand behallen würde. Dieses durchsichtige D o p p e l sp i e l des Ministerpräsidenten, der die Linksmehrheit des Senats besänftigen wollte, um danach erst recht wieder in der Kammer das gefügige Werkzeug der Rechtsmehrheit zu sein, löste unter den Senatoren stärkste Empörung aus. Sie waren entschlossen, dem allzu schlauen Kulissenschieber Laval und seiner Rechtsmehrheit in der Kammer einen Denkzettel zu erteilen. Sie ließen sich auch durch den Hinweis nicht davon abbringen, daß die Genfer Abrüstungs- d e b a t t e in vollem Gange sei, und daß es für die franzö- fischen Interessen im höchsten Grade abträglich wäre, wenn in dieser Situation eine Regierungstrise ausbrechen würde. Pläne zur Arbeitsbeschaffung. Nie Beratungen im Buudesausfchuß des AOGB. Vergebens bat L-aval in der gestrigen Pteyars&jung des Senats diesen letzten und stärksten„patriotischen' Truinps ausgespielt. Nachdem er zunächst versucht hatte, die von der sinken geforderte.allgemeine politische Zlussprachc mn zehn Tage hinauszuschieben und dabei in der Minderheit geblieben >var, wurde er ganz kleirtlaut und wollte sich mit einem nur dreitägigen Aufschub begnügen. Dabei stollte er die 23er- trauensfrage, aber der Senat hatte offenbar dieses erbarm- iiche Schauspiel satt, und die Mehrheit von 24 Stimmen war bei dieser Vertrauensabstimmung sogar um drei Stimmen größer als bei der ersten unverbindlichen Kraftprobe. Es ist für Laoal ein eigenartiges Schicksal, daß er seine Ministerpräsidentschaft auf so unrühmliche Weise beendet hat und daß er sogar von seinen eigenen Kollegen im Senat ge- stürzt worden ist. Denn dieser Mann, der durch die Gunst der Ereignisse im Laufe des vergangenen Jahres eine Art .Weltruf erlangt hat, war in Wirklichkeit immer nur ein recht kleiner Mann, ein Durchschnittspolitiker, der von größeren Problemen nicht viel verstand. Das gilt ins- besondere für die Außenpolitik, die er immer mehr an sich ge- rissen hatte, um schließlich auch offiziell Außenminister zu sein. ohne aber auch nur die einfachsten Tatsachen zu deherrschen. Daß er siä) dabei trotzdem ziemlich sicher auf diesen ihm ganz fremden Gefilden bewegte, spricht für seine Gcschickllchteit und Anpassungsfähigkeit. Aber seine eigentliche wtärke war. aus- schließlich die vorzügliche Kenntnis des Parlaments, die inner- politische und innerparlamentarischc Schiebung, die feine Witterung. Deshalb ist es unverständlich, wie Laval auf seinem ureigensten Gebiete einen so plumpen Fehler begehen, wie er das Schicksal seiner Regierung an eine unmögliche Wahlreform ketten konnte. Ein Ausweg aus der Krise wird für das Staarsober- Haupt D o u m er nicht leicht zu finden fein. Man steht vor einem offenen Konflikt zwischen der Links- rnehrheitdesSenatsundderRechts Mehrheit der gegenwärtigen Deputiertenkammer, de- ren Mandat spätestens in einigen Wochen abläuft. Doumer, der selber aus dem Senat hervorgegangen ist, dessen Präfi- dcnt er bis zu seiner Wahl in Versailles war. dürste kaum seinen ehemaligen engeren Kollegen den. Affront antun wolle», einen Manu der Rechten mit der Kabinettsbildung zu betrauen. Aber die Erfahrungen der vergangenen Jahre beweisen andererseits, daß ein ausgesprochen links gerichteter Ministerpräsident sich in der jetzigen Kammer nicht oder nur sehr schwer zu halten vermag. Die Scheidung zwischen rechts und links ist in der Kammer schroffer denn je. Die Gegensätze haben sich in den letzten Tagen.infolge des mit maßloser Erbitterung beiderseits ausgefochtenen Kampfes um die Wahlreform mehr denn je zugespitzt. Der Wahl- kämpf hat eigentlich schon begonnen, sowohl im Parlament wie draußen im Lande. Die Linke hat zwar kein besonderes Interesse daran, die Verantwortung für die schwebenden Angelegenheiten, einschließlich der außen- politischen Verhandlungen, vor dem Wahltag zu übernehmen. andererseits ist es in Frankreich bei Wahlen immer von Vor- teil, wenn man durch das Innenministerium den Behörden- aoparat kontrollieren und damit gewisse Wählerschichten be- einfbaflen kann. Die Sieger des gestrigen Tages sind nicht nur' die linksgerichteten Senatoren, sondern auch die Radi- kalen und Sozialisten in der Deputiertenkammcr, die die reaktionäre Wahlreform unerbittlich bekämpft und zum äußersten Mittel der Obstruktion gegriffen haben. Unter Führung Herriots l>aben sie vor der Schluß- abstimmung das Plenum verlassen und verkündet, daß sie vertrauensvoll an das Volk appellieren würden, falls nicht vorher der Senat die Vorlage kassierte. Dennoch ist es gegen- wärtig kaum möglich, eine reine Linksregierung der wider- ipcnstigcn Kanuner aufzuzwingen. So dürfte als einziger Ausweg die Bildung einer sogenannten.Konzentra- k i o n s r e g i e ru n g" unter Führung eines Senators, der persönliche Siimpathien links und rechts genießt, übrig bleiben. Aber auch wenn dieser Versuch glückt, so kann es sich nur um ein kurzlebiges Experiment, um eine lieber- gangslösung bis zu baldigen Neuwahlen handeln. Der Spruch des Senats hat dem Manöver der Reaktion, die die sranzösischen Wahlen aus durchsichtigen Gründen bis Mitte Mai, also bis nach den Preußonwahlen, hinausschieben wollte, wohl ein Ende bereitet. Die neue Lage erfordert eine Entscheidung der französischen Wählerinassen in kurzer Frist. Bis dahin wird es Aufgabe der deutschen Wählermassen sain, bei der R e i ch s p r ä s i- dentenwahl am 13. März zu beweisen, daß das deutsche Volk nicht für Faschismus und Kriegsgeist, sondern für Demokratie und Frieden kämpft. Senat macht kurze« Prozeß. Paris, Iii. Februar. tGigenbericht.) £ic Niederlage der Regierung kam unerwartet»ad erfolgte unter Umstände«, wie sie in der Geschichte des französische» Parlamentarismus einzig dastehen dürften. denn dem Botum des«Senats ging keine Debatte voraus. der der Ministerpräsident mit allen Mitteln auszuweichen suchte. Diese Weigerung, sich offen über die inuerpolitischc vage auszusprechen, und die Tatsache, daß der Minister- Präsident in seiner kurzen Erklärung den Senat in einer Weise behandelte, die in der Kammer üblich ist, und daß er dabei in äußerst ungeschickter Form eine Kombination zwischen Tardieu und den ihm befreundeten Jntcr- pellantcn Pchronnct aufdeckte, löste bei der Mehrheit des Senats einen ungeheuren Empörungssturm aus. Das Mißtrauensvotum des Senats richtet sich daher im Grunde genommen nicht gegen die ganze Regierung. sondern gegen die Person des Ministerpräsidenten Laval. Als der Mlnisterprästdent um Uhr in den Wandelgängen des Senats erschien, trug ex eine von keiner Wolke getrübte Zu- n er ficht über den Ausgong der Debatte zur Schau. Er unter- hielt sich lächelnd mit Senatoren, Abgeordneten und Journalisten und krlläne, er habe volles Vertrauen darauf, daß der Senat in einer so ernsten internationalen Lage ksin» Mnisterkrrse hervorrufen und damit die Interessen Frankreichs schädigen würde. Es war ikimlich bekannt geworden, daß sich der in Genf weilende Äneg-mintfier Tardieu im Lache der Nacht zum Dienstag tele- phonisch mit de« ihm persönlich aechesteheudev Senator Pey. In schnem großzügigen Uebeicklick über die bisher auf« getretenen Pläne für die Arbeitsbeschaffung wies der stell- vertretende Vorsitzende des ADGB., Wilhelm Eggert in der gestrigen Sitzung des Bundcsausschusses des ADGB. nach, daß Deutschland, trotzdem es sich während des Jahres 19L1 mit einem Ausfuhrüberschuß von 2,7 Milliarden im Außenhandel überaus günstig behauptet hat, sein Arbeits- losenheer auf weit über 6 Millionen wachsen sah. Sein Anteil an der industriellen Weltproduk- tion von 12 Prozent im Jahre 19 28 ist aber, wie Eggert weiter ausführte, auf 9 Prozent im Durch- schuitt des Jahres 1931 gesunken. Seine Produktion für den Binnenmarkt, der Umsatz im eigenen Land, die Kaufkraft der breiten Massen sind verhältnismäßig st ä r k e r zusammengc- schrumpft als im Durchschnitt der übrigen Länder. In der ersten Januarwoche 1932 waren nur noch 14,3 Prozent der Mitglieder des Deutschen Baugewerksbundes in Arbeit, gegen- über 32,3 Prozent im Jahre 1931 und 44,5 Prozent im Jahre 1930. Dieser unheimliche und scheinbar unwiderstehliche Verfall der wirtschastllchcn Kräfte, dessen Tempo in letzter Zeit durch den Rück- gang der Ausfuhr noch beschleunigt wird, hat eine Fülle von Plänen, Vorschlägen und Forderungen gezeitigt. An der Spitze der Pläne, die eine Verteilung der Arbeit auf möglichst viel Arbeits- kräfte erreichen wollte, stand und steht die erstmals vom Bundes- ausschuß im Oktober 1939, später vom Frankfurter Gewerkschafts- kongreß erhobene Forderung nach der allgemeinen gesetzlichen 40stündigen Arbeitswoche. Die Reichsregierung, vor allem das Arbeitsministerium, haben aber in dieser Frage völlig versagt. Auch heute halten die Ge- werkschaften ihre Forderung nach der Arbeitszeitverkürzung aus- recht, die eine zwingende Folge der technischen Entwicklung des Produktionsapparates ist. Auch die Forderung nach Einführung des 9. Schuljahres gehört in diesen Zusammenhang. Eine zweite Gruppe bilden jene Pläne, die die Wirtschafts- krise durch Einführung einer Doppelwährung überwinden wollen. Am bekanntesten unter diesen samt und sonders ab zu- lehnenden Plänen sind die Vorschläge von Feder, für die sich die Nationalsozialisten eingesetzt haben. Eine dritte Gruppe bilden die Pläne fiir zusätzliche Ar- beitsbeschafsung, darunter verschiedene Siedlungsprojekte mit in erster Reihe. Der Plan von Prof. Wilbrandt, Erwerbs- lose an den Stadträndern anzusiedeln, ging davon aus, den Erwerbslosen durch Ueberweisung eines kleinen Stück Landes, etwa 1009 Quadratmeter je Siedler, eine Zusatz nahrung zu schaffen. Der ADGB. konnte sich aber nicht für diesen Plan einsetzen, denn einen, wie es hieß„krisenfesten Arbeiter" durch Stadtrandsiedlungen zu schassen, erschien durch Verwirklichung dieses Projektes nicht möglich. Eggert besprach dann eine Reche von Plänen zur inlcrnationalen Arbeüsbeschaffuag. Pläne, die im Zusammenbang mit Anregungen von Albert T h o- mos, Jouh a ux und Woytrnskq stehen und sich noch im Stadium der Vorberatung befinden. Auch der Reichswirt- schaftsrat beschäftigt sich in der letzten Zeit mit dem Problem der Arbeitsbeschaffung und chrer Finanzierung. Die Aufgäbe duldet keinen Aufschub. Sie wird dadurch kompli- ziert, daß die schwere Wirtschaftskrise, in die Deutschland mit nun- mehr fast 7 Millionen Erwerbslosen verstrickt ist, durch «ine drückende politische Atmosphäre immer bedroh- licher wird. Der jahrelange Kampf um die Abrüstung, das ungelöste Reparationsproblem und die Vorgänge im Fernen Osten kennzeichnen die weltpolitische Situation. Wie groß die allgemeine Unsicherheit in der Weltwirtschaft ist, zeigt die Tatsache, daß seit der englischen Pfund krise 22 Länder sich der Ver- pflichtuiig entledigt haben, ihre Noten im Lande in Gold einzulösen. daß ferner in einer Anzahl weltwirtschaftlich bedeutender Länder die Bewirtschaftung der Devisen eingeführt worden ist, daß weiter in einer Reihe von anderen Ländern erhebliche Zollerhöhungen vor- genommen, Einfuhrkontingente und Einfuhroerbote durchgeführt wurden. Der Völkerbund kann di« Flamme im Fernen Osten nicht löschen. Die Reparationskonferenz in Lausanne ist vertagt worden, rontui in Verbindung gesetzt und mit der Drohung, bei einem Sturz des Kabinetts Laval sofort die Führung der französischen Abrüstnugsdelegation niederzulegen, Jessen Zusicherung dazu erlangt hatte, sich einem Antrage der Regie- nmg auf Vertagung der Jnterpellatioirsdsbatte nicht zu wider- setzen. Allerdings war das Gerücht verbreitet, daß der radikale Senator R e g n i e r in diesem Falle eine neue Interpellation ein- bringen würde, aber man schenkte diesem Gerücht keinen großen Glauben, ebensowenig wie man der Tatsache Bedeutung beilegte, daß sich die Fraktion der demokratischen Linken, wie erwartet worden war, kurz vor der Sitzung gegen die Vertagung der Debatte aus- gesprochen hatte. Als die Glocke um 3 Uhr den Beginn der Sitzung ankündigte, war das chaus gefüllt. Die Tribünen waren ebenfalls bis auf den letzten Stehplatz besetzt. Gleich zu Beginn der Sitzung zeigte sich, daß die Stimmung im Hause der Regierung nicht g ü n st i g war. Als Innenminister C a t h a l a auf den Tisch des Hauses den von der Kammer angenommenen Wahlreforinentwurf niederlegte, entstand auf der Linken und im Zentrum ein furchtbarer Lärm, der jedoch schnell vorüberging. Der Präsident verlas dann die Jntcr- pellation des Senators Peiironnet und stellte an die Regierung die Frage, welches Datum sie für die Debatte vorschlage. Der Mini st erpräsident. durch Zurufe von der Linken gezwungen, die Tribüne zu besteigen, erklärte: „Der Senat wird der Meinung sein, daß diese Debatte o e r- tagt werden kann. Die Genfer Abrüstungskonferenz befindet sich mitten in der Generaldebatte und unsere Delegation wird bald ge- zwungen sein. ans den Abrüstuag»Vorschlag einer fremden Nation s gemeint ist Deutschland) zu antworten, um die Stellung Frankreichs noch einmal zu prSzisierso. Ich will der Debatte in leiner Weife auKweichen und ich««de mich über alle innenpolitischen Zwischenfälle der letzten Zeit aussprechen. Aber im Interesse des Landes halte ich es für richtig, die Diskussion bis noch dem Schluß der Generaldebatte in Genf zu vertagen. Was das Datum anbetrifft, politische Ereignisse in Frankreich und Deutschland stehen zur Ent-- scheid ung. Die Wahl des Reichspräsidenten, die Wahlen zum preußischen Landtag, die Wahlen der Zranzösischen Kammer sollen oorerst die politische Entscheidung bringen, eh« an die wirtschaftliche Verständigung und an die endgültige Lösung des Reparationsproblems herangegangen wird. Wir können in Deutschland nicht so lange warten, ohne den Versuch zu wagen, durch Arbeitsbeschaffung der öffentlichen 5iand die Not und das Elend, das die kapitalistische Wirtschaftsordnung heraus- beschworen hat, fühlbar zu mildern. Die Gewerkschaften erheben deshalb die Forderung, daß alle zuständigen und verantwortliche» Stellen, insonderheit die Reichsregicrung, Reichsbahn, Reichspost und Reichsbank in gemeinsamer Arbeit mit den Vertretern der Wirtschaft zusammenwirken und eine Arbeitsbeschaffung großen Stils beschleunigt in Angriff zu nehmen. Leiparts SOS'ifluf. Leipart faßte die Ausführungen Eggerts in einem Appell an den Bundesausschuß zusammen, indem die unabweisbare Not- wendigkeit, endlich entscheidende Schritte zur Lösung des Arbeitslosenproblems zu tun, eindeutigen Ausdruck fand. Aus dem Millionenheer der Arbeitslosen gellt uns heute der Schrei nach Arbeitsbeschaffung entgegen. Weite Kreise der Oeffentlich- lest sind heute so abgestumpft gegen das Elend, das seit Jahren das tägliche Brot von unzähligen jungen und alten Mensche» in Deutsch- land ist, daß sie keinen Begriff mehr von der Not haben, die in den wachsenden Ziffern der Arbeitslosigkeit verborgen ist. Die Zeitungen machen kaum noch Aufhebens davon, wenn die Flut der Arbeits- losigkeit Monat um Monat ansteigt. Die Gewerkschaften dürfen diesen Zustand der Lethargie, der Gleichgültigkeil gegenüber dieser drängendsten Ausgabe der Zeit nicht dulden. Aon dieser Tagung des Ausschusses muß der Verzweiflungs- schrei der Massen oerstärkt weitergegeben werden, damit er endlich Gehör findet. Die Gewerkschaften müssen ein Stück ihrer wohlüberlegten Haltung, ihrer kühlen Mäßigung aufgeben, denn offenbar ist es sonst nicht möglich, eine Aendcrung zu e r z w i n- gen und die verantworllichcn Stellen aus chrer Passivität aufzuscheuchen. Sie wissen, daß eine Lösung des Arbeitslosenproblems schwierig ist. Sie wissen, daß die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung heiß umstrittene Fragen auswirft. Aber sie müssen eine Lösung finden. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren. 2m Name« aller deutschen Arbeiter, im Namen der ungezählten Frauen und wänner. die seit 3ahr und Tag ohne Arbeit sind, muß der Bundesausschuh seine Stimme erheben. Ich halte es für notwendig, daß wir vor einem größeren Forum unserer Forderung leidenschaftlichen Ausdruck geben. Ein Krisen- kongreß muh einberufen werden, auf dem wir öffentlich An- klage erheben wollen gegen die Regierung, gegen den Kapitalismus. Von Zlotverordnung zu Notverordnung stieg das Elend, von jener ersten Notverordnung an, die im Dezember 1923, als die soziale Reaktion chre erste Trimnphe feierte, die Ver- längerung der Arbeitszeit brachte, bis zu den Notoerordnungen der letzten Jahre, di« den Lebeneraum der deutschen Arbeiterschatt un- erträglich einengte. Im Juni 1931. als die zweite Notoerordnung erlassen wurde, betrug die Zahl der Arbeitslosen 4,1 Millionen, im Oktober, als die dritte Notverordnung Wirtschaft und Finanzen angeblich sicherte, war sie auf 4,7 gestiegen. Sie wuchs auf 5.3 Mit- lionen. bis die vierte und, wie es hieß, letzte verhängt wurde und wiederum ist die verordnete Not der Massen bis heitte auf die un- geheuerliche Zahl von 6 bis 7 Millionen Menschen weiter gesteigert worden. wenn die Politik der Reichsrcgierung daraus angelegt märe. immer neue Arbeitslosigkeit Zu erzeugen, könnte die?lot nicht größer sein. Die Delegierten des Frankfurter Kongresses könnten zu einem außerordentlichen Krisenkongreß zusammentreten, der nicht länger als ein bis zwei Tage zu dauern braucht. Wir müssen di« Regierung, wir müssen den Reichslanzler auffordern, auf diesem Kongreß zu erscheinen. Denn wir müssen von den verantwortlich-?» Stellen verlangen, daß mit allen verfügbaren Mitteln endlich wirkliche Abhilfe geschaffen wird. (Siehe auch 4. Seite.) bin ich darüber einig..."(Großer Lärm aus der Linken i man hört mehrmals Zwischenrufe:„Mit wem sind Sie einig?") Laval: ,Jch bin mit dem Senat, wenn er für mich stimmt, darüber einig, daß die Debatte am Freitag, dem 20. Februar, stattfindet."(Die Rechte klatscht Beifall, die Linke lärmte und rief:„Sofortige Beratung.") Der radikale Senator Regnier beantragt darauf, die Debatte sofort zu beginnen. Der Präsident ließ jetzt mit Ha nd a u f h e b e n über den Vertagungsantrag abstimmen. Da das Ergebnis zweifelhajt war, mußte namentliche Abstimmung erfolgen. Die Beratung wurde mit 154 gegen 134 Stimmen abgelehnt. Statt sich nun mit der sofortigen Beratung cinv erstanden zu erklären(der Präsident erteilte bereits Senator Peyronnet das Wort), erhob sich der Minister- Präsident zu einer neuen Erklärung, die sein Schicksal besiegelte. Er sagte von seinem Platz aus: „Der Senat Hot es abgelehnt, die Diskussion bis nach Schluß der Genfer Debatte zu vertagen. Morgen wird zweifellos eine fremde Nation ihren Standpunkt in der Abrüsbmgsfrage ausein- nndersetzcii. Ich appelliere an das Gewissen meiner Kollegen(Ol?! Ob! links. Beifall rechts) und bitte wie darum, die Diskussichi wenigstens bis Freitag, den 19. Februar aufzuschieben. Ich stelle für die Aiinahinc dieses Antrags die Vertrauensfrage. Die Jntcr- pellation Peyronnets detrifft nur innenpolitische Zwischensällc. Ich glaube, daß der Führer unserer Delegation in Genf heute nackt mit Senator Peyron.net in telephonischcr Berbindung gestanden Hot (ungeheurer Lärm und Proteste links. Der Ministerpräsident wird durch Zurufe aufgejardert, die Tribüne zu besteigen) und dqh Peyronnet auf Grund iciner Rücksprache mit Tardieu entschlossen ist, die Vertagung der Interpellation anzunehmen. Ich appellier« an das Gewissen Peproniiets. Sie(zu der Linken) haben heute die Wahl zwischen ihren Leidenschaften und dem nationalen Interesse." Dieser letzte Satz, der von der Linke« als Heraus- forderang betrackitet und mit großem Lärm aufgenommen wurde, schlug dem Fast den Boden aus. Die Abstimmung über die Bortagung bis zum IS. Fe- bruar ergab 134 Stimmen für und 157 Stimmen gegen die Regierung. Front gegen den Faschismus. M»ssenfvndgebungea in Nürnberg.— Areitscheid über die Präsidentenwahl. Nürnberg. 16. Aebrunr.< Eigenbericht.) An den beiden größten Vcrsainmlnngslnkalen Rürn- bergs eröffnete heut« abend Genosse Dr. Brettscheid den Wahlkampf um den Reichspräsidenten. Bereits eine Stunde vor Beginn waren beide Töle überfüllt; sie mutzten Polizeilich gesperrt werden, obwohl noch über tausend Personen Einlaß begehrte». Das Iak>r 1982. so betonte Breitscheid, wird dos Jahr der Entscheidungen über DeutschlaiÄ» sein. Es wird ent- scheiden über die Ilngcwitzheit, ob wir von den Reparationslasten befreit werden und was aus denen werden wird, die seit Monaten und Jahren nach Zlrbcit suchen. Der 13. März aber ent- scheidet bereits, ob die Menschen- und Bürgerrechte in Deutschland abgeschafft werden. Wenn Hitler selbst kandidiert, wäre eine klare Front geschaffen. Die Schliche um die Staotsangehorig- leit Hitlers würden uns nicht stören, obwohl gerade feine Partei bei einem anderen Politiker das Geschrei über Schiebung anstimmen würde. Aber Hitlers Mitläufer würden nach seiner Niederlage keine Ausreden haben, die Wahl wäre anders ausgegangen, wenn man seine Kandidatur nicht vereitell hätte. Die Parole der Sozialdemokratie sei, am 13. März alles zu tun, um den Faschismus an der Machtergreifung zu ver- hindern. Es handele sich jetzt nicht um die Frage: bürgerlich oder sozialdemokratisch, sondern um die Niederlage des Faschismus. Die Verleumdungen der KPD. sind wirkungslos. Gerade dl« Mos- kauer waren noch, vor wenigen Monaten mit den Nationalsozialisten gemeinsam gegen die Sozialdemokraten in Preußen aufntarschiert, und vor sieben Jahren waren es die Kommunisten, die Hiudenburg zum Siege verhalfen. Hindmburg sei nicht unser Mann, aber was uns die Entscheidung leicht mache, sei. daß Hakenkreuz, Stahlhelm und Huge nberg jetzt gegen Hindenburg stehen. Für die Sozial- demokratie gehe es am 13. März darum, erst den Hauptfeind, den Faschismus, zu schlagen und dann mit denen abzurechnen, die den Nationalsozialismus als Rückendeckung benutzen. Es gehe dann darum, auch mit der Politik des Herrn Groener abzurechnen, der das Reichsbanner mit den Horden des Hitler auf eine Stufe stellt. Ein Sieg des Faschismus am 13. März be- ducket verstärktes Mißtrauen des Auslande?, neue Sicherungen Frankreichs und letzten Endes neuen Kriegswahnsinn. Wir wollen nicht neuen Gefahren zusteuern, die erneutes Unglück über unser Volk bringen. Wir wollen einen Staat schaffen, in dem die Arbeiterschaft ihre heiligen Rechte wahrt. Der Faschismus will die werktätige Bevölkerung entrechten, er will den llntcrtanenstaat etablieren, er will die Arbeitenden dem Kapltalis- ntus opfern. Den Faschismus am 13. März zu schlagen, ihm eine vernichtende Niederlage bereiten, heißt, am Aufbau unseres Volkes zu arbeiten. Deshalb die Parole am 13. März: Nieder mit dem Fnfchismus, damit der Weg frei wird für den Sozialismus! Sie kehren wieder... Die Nazis kündigen an, daß sie am 23. Februar wieder i m Reichstag erscheinen werden. Aber nur solange,„als es ihnen zur Durchführung der parlamentarischen Kämpfe notwendig erscheint". Ausweitung der Winterhilfe. >< 5i r? U? * „Den wählen wir nicht mehr. Er hat unsere Parole für Ernst genommen." Preußens Sparmaßnahmen. Kamps gegen die Nowerordnungen im Landtag. Nach Eröffnung der Dienstag-Siizung des Preußischen Landtages jorderie Abg. Schwenk(Komm) die Beratung eines Antrags, das neuerliche Verbot der„Roten Fahne" unverzüglich wieder aufzuheben. Die f o f o r t i g e Beratung des Antrags scheitert am Widerspruch der Sozialdemokraten. Ein dcutschnationaler Antrag, der Einwirkung auf die Reichs- rcgierung fordert, alle nur möglichen Maßnahmen gegenüber der l i I a u i f ch e n Regierung anzuordnen, wird mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses ohne Aussprache dem Vcrfassungs- a u s s ch u ß überwiesen. Das Haus beschäftigt sich dann mit dem Antrag des Ber- f a i f u n g s a u s s ch ii s f e s, worin das Staatsministerium ersucht wird, anzuordnen, daß bis zur gesetzliäfen Festlegung eines Volks- trauertags die öffentlichen Gebäude an dem jeweils oe- feierten'Aoikstrauertag halbmast zu flaggen lzaben. In der Aussprache lehnt Abg. Schulz-Neukölln(Komm.) den Ausjchutzantrag ab und empfiehlt die Annahme eines Antrages, wo- nach den Kriegsbeschädigten alljährlichem 9. November eine größere Unterstützung gezahlt werden soll. Als der Redner beleidigende Aeußeru'ngen gegenüber den Sozialdemokraten macht, weil die««..die Frechheit besessen hätten", den kmnmuwstcsche'i Antrag im Ausschuß abzulehnen, erhält er emen Ordnunysrui. Der Abg. Kasper(Komm.) wird wegen mehrerer Zwischenrufe zwei- mal zur Ordnung gerufen und auf die Folgen eines dritten Ordnungsrufes aufmerksam gemacht. Abg. A�alk(Staatsp.) weist Anoriiie des Vorredners zurück und mint den Kommunisten vor, daß sie durch ihren Antrag mit den Kriegsbeschädigten Schindluder trieben. Der Land- tag könne überhaupt nicht über den kommunistischen Antrag be- schließen, da Reichsgcsctzc den darin enthaltenen Forderungen ent- gegenständen. Ein Regicrungevcrtretce teilt mit, daß das Staatsministerium beschlossen habe, am 2l. Februar, dem Volkstrauertagc, die öffentlichen Gebäude in Preußen halbmast flaggen.zu lassen. Durch diese Erklärung wird der Antrag des Vcrfassungsaus- schuises für erledigt erklärt'. Das Haus beginnt hierauf die Beratung der zu den preußischen Sparverardnungcn eingebrachten Anträge, die inzipifchen den 5>auptausschuß beschästigt habe». Für die Regierung nimmt Finanzminister Klepper an den Verhandlungen teil. Die einzelnen Sachgebiete werden, jedes sin- sich, nacheinander getrennt beraten. Zum allgemeinen Abschnitt, der den Sachgebieten vorangestellt ist, berichtet Abg. Dr. v. W i n t e r s e l d(Dnat.) über die Ausschuß- Verhandlungen. Abg. von Sries(Dnat.): Wir können die zweite Sporoerordnung weder als zweckmäßig noch als verjassungsmähig ansehen und for- der», daß die Verordnung unverzüglich aufzuheben ist. Abg. Szillat(Coz.) ist der Ansicht, daß der Spuk der Notverordnungen sehr schnell ver- schwinden würde, wenn sämtliche politischen Parteien sich weniger von Agitatiansbedürsnis leiten ließen als von der polltischen Verantwortlichkeit, wie sie für die Entwicklung des Staates auch die Oppo- fition zu tragen habe. Der Redner bezeichnet den Reichstag qis arbeitsunfähig und erklärt, der Preußisch« Landtag sollte einmütig zum Ausdruck bringen, daß das Reich nicht nur Verständnis haben dürfte für die finanziellen Nöte Bayerns, Thüringens und anderer Länder, sondern auch für die Preußens. Das wäre ein positiver Zweck einer Notperordnungsauesprache im Landtag. Abg. Sloft(Ztr.) hebt gegenüber dem deutschnationalan Redner hcroor, daß an der Rcchtsgultigkcit der preußischen Notverordnungen nicht gerüttelt werden könne. Nach weiterer allgemeiner Slussprache folgt die Erörterung der cinzelncnSachgc biete.— Beim Abschnitt Padagoglschc Akademien und sonstige Schülangelegenheiten wendet sich Abg. Delze(Dnat.) gegen die Herabsetzung des Pensioniernngsalters der Volksschullchrer. Bor Gericht würde sich diese Ausnahmebestimmung, wie die ganze Notverordnung, als unhaltbar erweisen. Deutsches Theater. Gcrhart Hauptmann:„Vor Sonnenuntergang". Tragödie des Siebzigjährigen, Da er Ehrenbürger seiner Stadt, bedeutender Zeitungsoerlcger uird sehr vermögend ist, wollen ihm seine zahlreichen Kinder und Erben verbieten, sich ein« spät« Freud« zu bereiten und alle diese Lebensgüter auf eine junge, schöne Frau zu übertragen. Und der Siebzigjährige stirbt auf der Bühne, ein König Lear unserer Tage, allerdings ahne die Segnung des Wahn- finns zu genießen. W«»er Krauß und Helene Thimig. die Darsteller der beiden Hauptrollen, leisteten Höchstes, sogar Gc nialstes. So wurde es cm außerordentlicher Erfolg für Gerhart Ka-xt«-«»____________ M. IL Abg. Sch.varzhaupl(D. Vp.) erklärt, daß die lonfefsionelle Im- Parität beim Abbau der Pädagogischen Akademien auch durch die Ausschußverhandlungen nicht beseitigt worden sei. Abg. Simon- Neusalz(Soz.) sagt, daß einer der Hauptzwecke der Notverordnungen der gewesen sei, die Mittel für die ärmsten Volksgenossen, die Er- werbslosen usw., zu erlangen und besonders die öffentliche Finanz. Wirtschaft über den schweren Winter hinüberzubringen. vir Ausgaben für das volkslchulweien könnten viel geringer fein, wenn wir eine Einheitsschule hätten und nicht gezwungen wären, etwa aus konfesiioncllen Gründen Zwergschulen in jedem Mnkcl des Staates zu erhalten. Was die pädagogischen Akademien angehe, so bedaure er, daß die anderen Redner gar nicht berücksichtigt hätten, was die Regierung an Gegenargumenten oder Zusicherungen im Ausschuß mitteilte. So sei zugesichert, daß bei späterer Wiedereröffnung von Akademien Hannover berücksichtigt werden solle. Er erbitte das gleiche für Breslau und begrützcü. daß es sslungen jei,.für die aufgelösten Kunstalademicn wenigstens Meisteralademien in Breslau und Königsberg zu erholtnn Die Vorwürfe der Opposition über die Berwaltungsreform gingen fehl, weil die Obstruktion der Oppositionsparteien die große Ber- maltui'gsrefsrm immer verhindert habe. Die Auflösung der.Kultur- bauämter bedauert die Sozialdemokratie besonders. Abg. Dr. vohncr(D. Staatsp.) tritt für die Idee der Pädago- glichen Akademie ein, die fid, nicht zuletzt auch für die Landbevölkerung segensreich auswirken werde, obwohl diese bisher mit dcr neue» Lehrerbildung sich nicht befreunde» konnte. Abg. Dr. Voeliß(D�Vp.) beschäftigt sich mit dem Abbau an den höheren Schulen. Die Statistik der Regierung über den Abbau an Studkcnassesjoren bringe die furchtbare Loge' nicht ganz klar zum Ausdruck. Nach 18 Uhr wird die Weiterberaiung auf Miitwach, 12 Uhr. vertagt. Tagung bis Vonnerstag. Der A e l t c st e n r a t des Preußischen Landtags beschloß am Dienstagabend, den gegenwärtigen Dollsitzungsabschnitt am Don- ne-rstog zu beenden. Es soll bis dahin die Aussprache über die zu den Notverordnungen norliegcnden Anträge erledigt werden. Außer- dem wird noch eine Reihe von Anträgen und Ausschußbeschlüssen zur Beratung gestellt werden. Die nächste Landtagstagung fall am 1. März beginnen. Es werden dann nur kleinere Be- ratimgsgcgenständc vorliegen, deren Erledigung man in einigen Togen durchzuführen hofft. Die erste Beratung des Staaishaüs- haltsplanes für 1932 kann erst in dem übernächsten Vollsitzung?- abschnitt des Landtags, dessen Beginn für den 14. März in Aussicht genommen ist, vorgenommen werden. Man rechnet damit, daß der Preußische Staatsrat den Haushaltsplan am 12. März verob- schieden wird. Feuerüberfall auf Polizei. Kommunistisches Verbrechen in Hamburg. Hamburg. 16. Februar.(Eigenbericht.) Zn dcr Nacht zum Dienstag unternahmen Kommunisten in Hamburg einen Jeucruberfall yn f Polizei. b c a in t e. Ein Polizeiwachtmeisicr wurde schwer verletzt. Bor einem kommunistischen Bcrkehrswkal in der Papenstraßc hatten sich etwa 159 Koimnunisten angesammelt, die aus einer kam- rnunistifchen Versammlung gekommen waren. Als vorübergehende Passanten von den Kommunisten belästigt wurden und schließlich ein mit Ordnungspalizisten besetzter Streifenwagen herankam, gaben die Kommunisten Feuer. Ein Palizeiwachtmeister erhielt einen Schulterschuß in der Höhe der Wirbelsäule; er liegt vernehmungs- unfähig danieder. Fünf Kommunisten wurden festgenommen. Zwei waren im Besitz von Revolvern. Aus einer der Waffen ist. wie festgestellt wurde, cln Schuß' abgegeben worden. Das Bcrkehrslokol der KPD. in der Papenstraße ist olsbqld für einen Monat geschloffen worden. Der Ehrwiprajident der sranzöjijchc» Liga für Nenschanrechle. Ferdinand Vnisjon, ist gestern im Atter von fast 91 Jahren ge- storben. Er war einer der größte» Förderer der Friedensbeiveaung in Frankreich und hatte nor einem Jahre zusammen mit Profeisor Qnidde den Nobelpreis für den Frieden erhalten. Bon 1992 bis 1924 hotte er der Kammer angehört. In den achtziger Jahren Hatto er als Beamter des Uitterrühtsministermms am Aufbau des demokratische» Schulwesens hervorragend mitgewirkt. Millionen fordern Arbeii und Bröl. ADGB. für eine Politik der Lleberwindung der Wirtschastskrile. Im Bundesauss6)i2ß des ADGB., worüber wir auch auf der I. Seiie berichten, begründete gestern zunächst Tornow seine Vor- schlage. Tornow über Arbeitsbeschaffung. Das Versagen des Kreditsystems hat bereits dazu ge- führt/ daß die Weitertührung der Wirtschaft so gut wie unmöglich geworden ist. Bedeutet dies aber, daß wir alle uns hinlegen und sterben müssen? Nein, der sehlende Kredit muß so oder anders er- setzt und ins Leben gerufen webden. Wir haben einen Plan ouf- gestellt, der bereits in der Oeffentlichkeit besprochen wurde. Die öffentlichen Körperschaften, die berufen fiitö, Arbeiten auszuführen, sollen Schuldoerschreibungen ausstellen, die von der Reichs- dank als D e ck u n g für die von ihr eröffneten Kredite ausgenommen werden. Um der Reichsbank Sicherheit zu verschaffen, muß eine Zwischensielle eingeschaltet Vierden, die für die Tilgung der für die öffentlichen Arbeiten vergebenen Kredite zu sorgen hat. Wir denken an die vcschäjtigung von einer halben Million Arbeitern. Dies wird einen Aufwand für Löhne, Gehälter u. a. m. von etwa 2 Milliarden Mark erfordern. Davon werden aber rund 600 Millionen Mark von vornherein durch die freiwerdenden Arbeitslosen- Unterstützungen gedeckt. Es kommen noch Steuern und soziale Ab- gaben der bei den öffentlichen Arbeiten beschäftigten Arbeiter hinzu. Es bleibt also eine zusätzliche Kaufkraft von höchstens 1,2 Milliarden Mark übrig. Das würde eine Erweiterung der Kauf- kraft der Bevölkerung um 1 bis IM Prozent bedeuten. Eine In- flationsgefahr von der Kaufkraftseüe her kann dabei nicht entstehen. Der steigenden Nachfrage wird die Erweiterung der Pro- dyktion folgen, so daß eine fühlbare Preissteigerung— die das wichtigste Merkmal der Inflation ist— nicht eintreten kann. Die Amerikaner versuchen jetzt, ihre Wirtschaft wieder in Ordnung zu bringen. Auch sie suchen den Ausweg aus der Krise in einer gewaltigen Kreditausweitung. Zwar ist die Lage Amerikas viel günstiger als dies bei uns der Fall ist. Aber der größte Vorteil der Amerikaner besteht vielleicht darin, daß sie nicht so sehr wie wir die Wirtschaft durch die Theorie sehen und deswegen leichter den Mut finden, das zu tun. was durch die Lage geboten wird. Nun' bestehen allerdings über den von uns aufgestellten Finanzierungsplan durch Kre- d i t s ch ö p f u n g sehr starke Meinungsverschiedenheiten, auch in unseren eigenen Reihen. Das hindert uns daran, aus dieser be- stimmten Idee eine politische Aktion zu machen. Wir müssen uns darauf beschränken, das Prinzip der aktiven Soasunklnrpolitik durch Arbeitsbcschassung herauszustellen. Darin sind wir uns auch einig. Das Finanzierungs- Problem kommt dann ohnedem auf uns zu, es wird auch aus ande- ren Gründen sehr bald akut worden und wir müssen nur darauf achten, daß Maßnahmen kreditpolitischer Natur, wenn sie ergriffen werden, auch für die Arbeitsbeschaffung eingesetzt werden. Bachem über das Wagemann-Projekt. Der Direktor der Zlrb�iterbank, Genosse Bachem, führte aus: Wagemann ist bei feinem Projekt ausgegangen von der Heu« tigen Situation. Bei jrühcren Krisen sammelt« sich bei den oinanzinstituten Geldkapital, dos zu relativ niedrigem Zinssatz der Wirtschaft zur Verfügung zestelit werden konnte: Bei der gegen- wärtigen Krise war die Entwicklung eine andere. Es ist ein plötzlicher Zusammenbruch von Finanzinstituten ein- getreten, der Zufluß der Kapitalien ist ausgeblieben. Die Finanz- institute hatten die galdeno Regel der Banken verlegt. Sie hatten kurzfristige Gelder in langfristigen Anlagen angelegt. Das Vertrauen in die Finanzinstitute ist weithin geschwunden, das Geldkapital wird gehortet und nicht als Einlage in die Bonken gegeben. Dieses Mißtrauen verschärfl die Krisenerscheinungen. In der modernen Krediiwirtschast spielt das G i r a l g e l d eine befoirdere Rolle. Dieses Geld entsteht im allgemeinen auf dem Wege eines Kreditvertrages, den die Bank mit einem Kunden ab- schließt. Jedes Bankinstitut kawl hellte einem Kunden einen solchen Kredit einräumen. In diesem Kreditgeld sah Wagemann den 1) o u p t- g r u n d jür die heutige Versteifung und er glaubt, das Giralgeld müsse mit dem Deckungspriuzip in Einklang gebrocht werden. Wie ist das möglich, insbesondere in der heutigen Situatum? Die Deckung in Gold und Devisen sichert den Spitzenausgleich zwischen den verschiedenen Volkswirtschaften, also den Ausgleich der Zahlungsbilanz. Die Deckung muh sich also in erster Linie auf das Geld erstrecken, das diese Funktion Hot. Welches Geld ist das? In erster Linie die große Note von 100 Reichsmark aufwärts und dos Giralgeld. Vor allem das Giralgeld in Forin von Schecks in dar Währung dos betreffenden Landes. Für dieses Geld muß eine Deckung vorhanden sein. Für den inneren Markt kommen fast ausschließlich die Scheide- münzen und kleinen Noten in Relrachl, die ungefähr vier Fünftel des Geldumlaufs ausmachen. Für den internen Geldumlauf ist eine Deckung in Gold und Devisen unnötig. Es muß, so solgerle Wagemann, ein s est er Block geschaffen werden, eine ewige Schuld der öffentlichen chand in chöhe von Z Milliarden und ein weiterer variabler Betrag von 2 Milliarden zur Deckung der kleinen Noten. Diese kleinen Noten sollen eine beschränkt« Zahlungskrast haben, d. h. nur bis zu 500 M. angenomnrcn werden brauchen. Der Staat allerdings muh sie u n- beschränkt in Zahlung nehmen. Damit glaubt Wagemanu das Schsidegeld und die kleinen Noten vor llnterwertigkeit zu schützen. Nun ist der Einwand erHoden worden, daß dieser Plan inflatip- nistijche Wirkung habe. Er sieht aber keinerlel Vermehrung des Notenumlaufs vor. Die Illiquidität der Banken ist de- kannllich zum wesentlichen Teil verursacht durch die Berschul- dung der öffentlichen chand. Wagemann schlägt nun vor, daß die öffentliche Hand besondere Obligationen ausgibt, die von den Gläubigerinstituten durch Vermittlung eines Reichs- Instituts der Reichs dank zugeleitet werden. Diese gibt dagegen in erster Linie die von dem betreffenden Finanzinstiiut eingereichten Finanzwechsel und falls darüber hinaus noch eine Spanne bleibt, ügene Akzepte oder Warenwechsel zurück. Rur ein dann etwa ver- -leibender Rest wird auf Girokonto gutgeschrieben. Mit dieser ewigen Schuld soll also nicht«ine Vermehrung des Geldumlaufs geschossen werden. Erreicht wird damit eine Offenlegung der tatsächlichen Verhältnisse, der Wechfelreikerei wird ei« Ende gesetzt und eine klare Unterlage geschaffen. Eine wesentliche Bremse gegen inflationistische Wirkungen ist durch die Kontrolle über das Giralgeld gewährleistet. 10 Proz. der Giralguthaben der Finanzinstitute müssen durch Gut- haben bei der Rcichsbank gedeckt sein. Die Urnschuldung und Fundicrung der Schulden der öffentlichen Hand ist nicht möglich ohne Einbeziehung des Giralgeldes in die Deckung. Mit der Währungsreform soll Hand in Hand gehen die Einrichtung besonderer Giralinstitutc bei den Banken. Die Giralkonten müssen jederzeit flüssig gehalten werden. Jetzt, wo der Zahlungsverkehr sich in Form von Girouberweisungen vollzieht, ist diese Neuregelung notwendig. Diese neuen Bankabteilungen müssen von den anderen Zweigen des Bankgeschäftes streng geschieden werden. Wagemann verspricht sich von der Durchführung seines Planes eine Auftauong der gefrorenen Geldlcilungen. Die Finanzwechselschusden der Finanzinstitute müssen eingelöst wer- den. Heute müssen Kredite zurückgefordert werden von guten Schuldnern. Diesem unmöglichen Zustand würde abgeholsen werden. Weiterhin glaubt er an ein Wiedererwachen des Vertrauens, an einen Rückstrom des gehorteten Geldkapitals, und in seiner Folge au eine Wiederbelebung der Wirffchast. Naphtali: Die Krise ist international. Naphtali(Forschungsstelle) meint, daß das internatio- nale Moment bei der Beurteilung der Krisenursache stärker be- tont werden muß als geschehen ist. Die Krise erweist sich mehr und mehr als eine internationale Kreditkrise. Diese verschär- senden Momente können nur beseitigt werden durch Wiederherstellung des internationalen wirtschaftlichen Vertrauens und der polilffchen Beruhigung. Aktive Konjunkturpolitik ist heute identisch mit aktiver Außenpolitik. die aus die internationale, auf die deutsch-sranzösische Verständigung abzielen muß. Der Ruf nach Arbeitsbeschaffung darf nicht Illusionen wecken. Wenn wir 200 000 Mann durch die öffenlliche Hand in Arbeit bringen können, so wäre das ein Erfolg. Die Schwierigkeiten der Finanzierung sind zu groß, als daß es tatsächlich möglich wäre, eine Million Arbeiter in Beschäftigung zu bringen. Natürlich ist Kreditschöpfung möglich, es kommt nur auf die Größenord- n u n g an. Die Jnflationsfurcht muß in Rechnung gestellt werden, die leicht zu einer Jnflationspanil führen kann. Demgegenüber scheint es mir notwendig, auf dem normalen Anleihewege der öffentlichen Hand Kapital zur Arbeits- beschaffung zur Verfügung zu stellen. Der Ruf nach Arbeits- beschaffung ist notwendig. Der Finanzierung find Grenzen ge- setzt, und wir müssen uns bewußt bleiben, daß eine aktwe Kon- junkturpolüik nicht mit dem Ruf nach Arbeitsbeschaffung erschöpft ist, sondern daß vor allem auch oute Außenpolitik und Handelspolitik wichtige konjunkturpolitische Faktoren sind. Die Aussprache. Tornow verteidigte noch einmal gegenüber den Einwänden Naph- talis den von ihm vertretenen Arbeilsbcschaffungsplan und die von ihm vorgesehene Finanzierung. Gewiß muh versucht werden, auch international nach einer Lösung zu suchen, aber das schließt weder aus, daß auch im Rahmen der nationalen Wirtschaft konstruktive Lösungen gefunden werden müssen. Das deutsche Kredit- und Währungssystem wird, wenn nichts Ein- greifendes unternommen wird, die Belastungsprobe nicht aushalten. Die Defizit« in den öffentlichen Haushalten wachsen, der Außen- Handel schrumpft ein. Wie sollen wir, wenn diese Entwicklung fortschreitet, die Zahlung von jährlich 1,6 Milliarden aufbringen, zu denen uns das Stillhalteabkommen verpflichtet? Währungs- und kreditpoliiische Maßnahmen werden bestimmt kommen, aber es ist viel gefährlicher, wenn sie auf Entschlüssen beruhen, die von Tag zu Tag gefaßt werden, als wenn sie planmäßig vorbereitet sind. Eine Jnflationsgesahr besteht nur subjektiv. Die Ereignisse des Sommers haben gezeigt, daß sie relativ schnell überwunden werden kann, wenn nicht eine Steigerung der Preise eintritt, wenn die befürchtete Inflation tatsächlich gar nicht kommt. Eine objektwe Jnflationsgesahr kann sich aus der Durchführung des von Woy- tinsky, Baad« und mir vertretenen Planes nicht entwickeln. Da- gegen kann sie sich aus den Folgen der Deflation zwangsläufig er- geben. Denn die Deflation ruiniert die Wirtschaft wie die öffent- lichen Haushalle und kamt sehr leicht— wenn sich kein Ausweg mehr aus der Finanznot bietet— in die eigentliche Inflation umschlagen, nämlich in die Geld- schöpfuug für die Zwecke der öffentlichen Haushalte. Der normale Anleihewcg steht nur offen, wenn das Kreditsystem normal funktioniert. Zwangsanlechen aber könnten in der heutigen Situation katastrophale Wirkung auf die Wirtschaft haben. Wir müssen daher in einer außergewöhnlichen Situation auch den Mut hoben, für außergewöhnliche Maßnohmen einzutreten. In der weiteren Aussprache wurde die Bedeutung des i n t e r- nationalen Mißtrauens als Krisenursache anerkannt, aber es wurde auch nachdrücklich hervorgehoben, daß Deutschland auf die Wiederherstellung. des internationalen Dertrauens nicht warten könne. Die Lage des Arbeitsmarlles, insbesondere im Bau- gewerb«, zeigt schlagend. t«ß die öffentliche Hand eingreifen muß, gerade auf dem Gebiet der Bauwirtschast, ohne deren Be- lelung die Ankurbelung der Wirtschaft im allgemeinen nicht kommen kann. Talsperren, Straßen-, Deich- und Brückenbauten, insbesondere Ueber- und Unterführungen bei Eisenbahnen zur Sicherung des Verkehrs usw., sind solche Ausgaben. Gegen das Siedlungswesen ist nichts einzuwenden. Wenn aber gesiedelt wird, müssen die Siedlungsbauten nicht unter Einschaltung des freiwilligen Arbellsdienstes, sondern im ordentlichen Arbcitsverhöll- nis durchgeführt werden. Die H o u s z i n s st e u e r, die auf der Grundlage der Infla- tionsgewinne der Hausbesitzer beruht, muß in eine Renten- schuld mngewandell werden. Aus ihr würden über zwei Milliarden Mark gewonnen werden, die zur Behebung der Finanzschwierigkeiten des Reichs, der Länder und Gemeinden so- wie zu einem Teil auch für den Wohnungsbau verwendet werden könnten. Zn der Miete ist ein Reparaturanlell von mindestens 22 bis 2Z proz. enthalten, der bei e'nem Auskommen von rund 6 Mit- Norden Miete jährlich etwa 1.2 bis 1,3 Milliarden Mark betragen und für eine große Anzahl von Vanarbeitern Arbeit beschaffen würde. Es sind Mittel vorhanden gewesen für die Banken und für die Landwirtschaft, dann müssen auch Mittel vorhanden sein für die Arbeitsbeschaffung. Die Lösung der gegenwärtigen großen Schwierigkeiten kann jedoch nicht mehr aus der Ebene des kapllalistischen Systems gesucht werden. Wir ruien ins Land hinaus: Das kapitalistische System ist am Ende seiner Fähigketten. Demgemäß müssen wir Lösungen im Sinne des Sozialismus suchen. Wir brauchen ein Programm von positiven Forderungen mit sozialistischem Charakter. Eine große Zahl von konkreten wirtschastspolitischen Aufgaben, so die durchgreifende Abschreibung der hohen, aus der gesunkenen Produktion nicht mehr verzins- baren Anlagen der großen Industrie, können nur mtt sozialistischen Mitteln erfüllt werden. Arbeitslosigkeit erzeugt neue'Arbeitslosigkeit. Not erzeugt größere Not. In dieser Lage berge die Untätigkeit vi« s ch l i m m« st e n Gefahren in sich. Die Arbettsbeschasfung vermag dagegen einen Ausweg aus der Depression zu eröffnen. Der Zeitpunkt für einen Krisenkongreß der deutschen Gewerkschaften sei jetzt gegeben. Die Gewerkschaften müssen es sein, die mit großem Nachdruck die Oeffentlichkeit mahnen, sich dem großen cnl- scheidenden Problem der Arbeitsbeschaffung ernsthast zuzuwenden, sie müssen es sein, die sich der Führung bemächtigen bei dem Be- streben, Wege aus der Krise zu erschließen. Im Kampfe für- die Arbettsbeschosfung dürfen wir die Verkürzung der Arbeitszett und die Erhaltung des Reallohnes nicht vergessen. Anderntells wird in der Diskussion davor gewarnt, die Ee- fahr der Inflation gering zu schätzen. Der Wagemann-Plan em- hall, wird weuer ausgeführt, Momente, die gerade die Gcwcrk- schaften reizen sollten, an der Ausgestallung dieses Planes mttzu- wirken; denn er stellt, um mir eines dieser Momente hervorzuheben. den kredilapparat unter eine starke öffentliche Kontrolle. Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung im Sinne der vom Buiwe?- ausschuß erörterten Vorschläge sind in ihrer Wirkung abhängig von der Umgestaltung des Kreditsystems nach dem Plane Wage- manns. Dieser Plan hat— bildhaft ausgedrückt— im Zusammenhang mtt den Vorschlägen zur Zlrbcttsbeschasiung die Aufgabe, den Sumpf trockenzulegen. Lei pari schließt die Debatte ab. Er stellt fest, daß die Frage, der die Beratungen gewidmet waren, doch sowett gellärt worden sei, daß die Gewerkschaften ihre Forderung nach Arbeits- beschaffung mit größerer Sicherhett und besser fundierten Gründen in der Oeffentlichkeit vertreten können. Eine vom Bundesvorstand vorgelegte Entschließung, die wir an anderer Stelle ver- öffentlichen, wird einftiminig angenommen. Damit sind die Beratungen über das Problem der Arbetts- beschaimng abgeschlossen und der Bundesausschuß kommt nunmehr zum letzten Beratungspunkt: Wahl des Bundeskassterers. Der Frankfurter Gewerkschaftskongreß halle den Vundssausschuß mit der Wahl betraut. Leipart schlägt im Namen des Bundesvor- standes den Genossen Ernst Schulze, bisher Sekretär im Bundes- biiro, zum Kassierer vor. Ohne Ausspräche wurde Schulze ein- stimmig zum Kassierer des Bundes gewählt. Arbeiislosigkeii steigt überall. Die vom Internationalen Arbettsamt aus den verschiedenen Ländern der Well gesnminellen Zahlen über die Arbeitslosigkeit zeigen nach dem Stand Ende November 1951 eine wesentliche Steigerung in allen Ländern im Vergleich zum Stand am gleichen Tage des Jahres 1930. Danach ist die Arbeitslosigkeit in dieser Zeit wie folgt gestiegen: Deutschland 3-1 Proz., Belgien 128 bis 130 Proz.(Voll- erwerbslose und Kurzarbeiter), Großbritannien 12 Proz., Italien 63 Proz., Niederlande 92 Proz. Schweiz 41 Proz, Oesterreich 15 Proz, Australien 34 Proz, Kanada 80.Proz, Dänemark 52 Proz., Vereinigte Staaten 30 Proz, Ungarn Ä Proz, Schweden 44 Proz, Tschechoslowakei 45 Proz-, Esttand 65 Proz. Polen 24 Proz. Jugoslawien 52 Proz, Finnland 44 Proz, Frankreich 556 Proz, Irland 2 Proz, Letttand 125 Proz, Norwegen 28 Proz. und Neuseeland 184 Proz. Die prozentual besonders hohe Steigerung in einzelnen Ländern besagt nichts über den Umfang der Arbeitslosigkeit in diesen Ländern, bringt vielmehr zum Ausdruck, daß dort die Arbeitslosig- kett.Ende 1930 noch ziemlich gering war. �$m'e Gewerkfchafis-IuaenS Berlin Heilte, Mittwoch, 17. Februar, li)'� Ahr, taaea die Gruppen: Säd- westea: Jugendheim Aorckstr. 11(Fabrirgebäuoe). Unsere Mark Brun- r dcnburg.— Schöaeberg: Äugendheim Sauptstr. IS tGartenhaus). Die Nazis in der Karikalur.— Gpandau.Neustadt: üugeudheim Liudenufer 1. TarifreSst und letzte Notverordnung.— Nordring: IugeiGheim Sonnen- burger Str. 20. Die Polizei in der Karikatur.— Weiße»se�: Jugendheim Weißensee. Parkstr. 3K. Gewerkschaften und Notverordnung.— Ärnswaldcr Pkatz: Jugendheim Raftenburger Str. 14. Warum Eiserne Front?— Neu. kbllo: Jugendheim Bergstr. 29(fioO- Lohnverhandlung bei„Neureich".— Finghafea: Jugendheim Fluahafenstr. 68(U-Bahn Boddmstraße'». Gewerkschaften und RGO.— Humboldt: Jugendheim Graun. Ecke Lortzingstraße. Gruppen- kabarett:„Humboldt steht Kopp".— Gchilleryark: Jugendheim. Schule Scho. ningftr. 17. Hosemann kommt.— Teael: Iugeirdheim Tegel, Schöncberger Straße 4. Vom Zunftgesellen zum freien Arbeiter.— Baumschulenweg: Jugend. heim Baumschulenweg, Ernst str. 16. Geselliger Abend.— Fuacndahteilnng des Gesamtverbandes: Gesamtveranstoltung lfl% Uhr im Jugendheim des Gesaiut- Verbandes, Engelufer 24—25. Lichtbildervortrag:„Das neue Spanien". £5� �uaendgruppe des Zentralverbandcs der Anaestellten Heute, Mittwoch, finden folgende Veronftaltungcn statt: sechotortcr Vorstadt: Jugendheim der Schule �astan:e»nUee iii. Ardeitogeoirtn. schobt:„Die Gewerkschaktsbewegung und ihre politische Bedeutung", Leiter: Elchbach.— Zi-rdoft I: Jugendheim Donziger Str. Ii-(Baracke St. Hcimbe. sprechrnig.— Zietuicheadorf: Jugendheim Lindauer Str. z(Baracke). Breit- lplelalieni.— Stratan: ZugeiUhelm der Schule Soblerste. Kt. Bortrag:„Eni-r Berfuch einer Vlanwirtfchaft in Europa". Referent: Raeusin.— flöp-nick: Jugendheim Dahlwitzer Str. lä(G-aanstall, am Bahnhof Köpenick). Bortrog: „Eine Reise durch Italien". Rckerrnt: Moeller.— Rculöllo: Jugendheim Böhmische Str. l— t. Ecke Aanncr Strohe. Borirag:„Rene Erziehung".— Sstoost: Nugcndheim Mantcuffelstr. 7. Seimadcnd.— Schöned-rz: SugciD, heim Houpistr. l(Hofgebitudc, Sachsenzimmer). Vortrag:..Von der kllpi- tolistifchen Wirtschaftsordnung zur sezlaliftischcn Wirtschafl-zordnung". Referent: Huhn.— Eharlottenburg: Jugendheim Epielhagcnstr. 4. Än-surachcabend: Wie gestalten wir untere Werdcseier Zur lemmendcn Schulentlassung ans?"— Spandau: Jugendheim Lindsnufcr l.„Teaven— ein Di-'-ter der ssrciMt." Bortragende: Soll.— Heute tagt die Berfickerung-gesellschaft„Sorgenfrei" A.-S. von 16 bis 18 llhr im Verbandshaus, Zimmer 24. Verantwortlich für Politik: Victae Schiff: Wirtschaft: S. Nlingelhöfcr: E-rwerkschaftsbewegung: s. Steiuer: geuillcton: Dr. John s den 152 untersuchten Ortschaften liegen 61(12 Proz,) an einer Bahnstrecke. Auf diese 61 Orte entfallen 11 028 oder 77 Proz. de? Neubauwohnungen, während die 83 Ortschaften ohne Bahnverbin düng nur 3330 Wohnungen zu verzeichnen haben. * Die Untersuchungen des Statistischen Amts haben nur die Eisen. bahnverbindungen in Betracht gezogen. Eine Untersuchung, die auch die st ä d t i s ch e n B e r k e h r s m i t t e l niit einbezöge, würde zeigen, daß auch diese die gleiche Rolle spielen wie die Eisenbahnen. Seitdem diese Verkehrsinittel in städtischer Verwaltung sind, werden die Linien nicht nur nach dem Grundsatz des Verdienens gezogen. sondern die städtischen Einrichtungen dienen den Bedürfnissen der Allgemeinheit. Fast alle der neugeschaffenen Verbindungen nach neuerstehcnden Siedlungen sind für lange Zeit Z u s chu ß l i n i e». Die Durchführung der Gemeinschaftsidee auch auf dos Berkehrswesrn ermöglicht die Schaffung entfernt von den Industriegebieten liegen der Wohnimgssicdlungen. Eine weitsichtige Kommunalverwaltung wird beides, Verkehrs- und Siedlungswesen, unter ein und de» selben Gesichtspunkten, dem des Gemeinwohls, betrachten und zu fördern suchen. Dieses Ziel hat die sozialdemokratische Fraktion im Roten Hause stets verfolgt. Hochbahn wird neu Stveche Uallesches Tov— Kollbusev Tov. Ter„Vorwärts" hatte vor einiger Zeit einen aus- führli-chen Vericht über die Ursacsten und den Umfang der Schäden auf der Hoch bahn ftrecte Halle fches Tor— Uottbuffer Tor gebracht. Wir hatten gc- fordert, daß die gefährdete Strecke einer völligen R e- novierung unterzogen wird. Tie Verliner Verkehrs- Gesellschaft hat jetzt in ihrem Rechnungsanschlag 1,7 Mit- lionen Mark für die Anftanbfetzung der Linie bereit- gestellt. Vorläufig ist die Giscnkonstruktion des Viadukts durch mächtige Holzversteifungen gestützt worden, trotz- dem mußte an der langsamen Fahrweise der Züge— die Geschwindigkeit beträgt auf der hauptsächlich gefährdeten Stelle nur 2ll Stundenkilometer— festgehalten werden. Zetzt wird man damit beginnen, die Strecke nach und nach gänzlich neu zu ersetzen. Der Fahrbetrieb wird dabei auf- rechterhalten werden können. Bei dem Stück, das man zuerst in Angriff nehmen muß, handelt es sich um die Strecke von der Höhe des Patentamts in der Gitschiner Straße bis zum Bahnhof Prinzen st raße. Hier hatten sich Veränderungen an den Verbindungspunkten gezeigt. Wie die Tech- niker feststellten, hatte die beiressend« Baufirma bei der Erstellung des. Biadutts, das 1902 zum erstenmal befahren wurde, die Löcher für die. Verbindungen nicht gebol)rt, sondern �gestanzt. Durch die dreißigjährige, überaus starke Inanspruchnahme� der Konstruktion stellten sich hier dann die erst;» Schäden ein. In den späteren Jahren soll allmählich die ganze Strecke bis Warschauer Brücke renoviert werden. Das erfordert jedoch eine Summe von 11 bis 12 Millionen Mark, die im Augenblick noch nicht aufgebracht werden können. Berlins Ortssatzung im Haushaltsausfchuß. Der Haus Haltsausschuß der.Stadtverordnetenversammlung tritt in dieser Woche außergewöhnlich an drei Tage» zusam- men, um die endgültige Gestaltung des neuen O r t s st a t u t s für Berlin vorzubereiten. Gestern vormittag wurde mit der 1. Beratung des unter Mitwirkung der Bezirksbürgermeister zustmidetzekomnic nen Magistatscntwurfs begonnen. Es ist»och zweifelhaft, ob es gelingen wird, die Vorlage noch in dieser Woche zu veralschietde», so daß sie in der nächsten Woche an dos Plenum zurückgegeben werden kann. An diesem Donnerstag findet keine Stadtverordnete»' sitznng statt. Zum Tode Siegfried Weinbergs. Beileidsschreiben des Oberbürgermeisters vnd des Stadtverordnetenvorstehers. Zum Tode des Stadtverordneten Genossen Dr. Siegfried Weinberg, der heute vormittag uin 10.30 Uhr im Kremßtorium Wilmersdorf deni Feuer übergeben wird, haben Obcrbürgemeistcr Dr. Sahm und Stadtoerordnetcnvorstchcr Genast« Haß der Gattin des Verstorbenen das nachstehende Beileidsschreiben übersandt: „Es ist uns ein aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen zu dem un erwarteten Heimgang Ihres Gatten, des Stadtverordneten Dr. Sieg- fried Weinberg, unsere herzlichste Anteilnahme zugleich namens de? Gemcindekörperschasten zum Ausdruck zu bringen. Ihr Herr Gc- mahl, seit dem 22. April 1918 Mitglied des Stadtparlaments, hol beinahe eineinhalb Jahrzehnte in der Deputation für Kunst und Vilduugswejen, dem Aussichtsrat der Städtischen Oper AG„ dein Aufsichtsrat der Berliner Philharmonische Orchester G. m. b. H. und in vielen anderen Organen der städtischen Lerwaltung hingebende, selbstlose Arbeit geleistet. Obwohl durch seinen Beruf als Rechts- anwalt und Notar vollauf in Anspruch genommen, hat er dennoch sein städtisches Ehrenamt mit seltenem, von rechtem Bürgersinn gc tragencn Pflichtbewußtsein geführt und sich so über den Kreis der engeren Freunde hinaus größter Wertschätzung erfreut. Diese seine Berdiensts»ich sein lauterer Charakter werden Dr. Siegfried Wein- berg in der Stadtverwaltung ein ehrendes Andenken stchern." Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Donnerstag, de» 18. Februar, 20 Uhr, im Gesangssaal der Sophtenschule, Wein- meisterftroße 16/17, Ucbungsstunde(photographische Aufnahme). Billy zahlt seine Strafe, Billy zahlt dem Ueberfallenen ein Schmerzensgeld, er verprügelt den Indianer und dann zahlt er ihm die Fahrkarte in feine Heimat. Nun war die Nummer kaputt und Billys Ersparnisse waren aufgebraucht. Er hatte alles aufgeben müssen, damit ihm keine Schwierigkeiten erwuchsen, er hat nichts außer seinen Lassos und seinen Revolvern. Er pfeift ein Lied und schwört dabei, nie wieder eine Uhr zu verschenken. John wird arbeitslos. Zuerst begegnete man John mit der allergrößten Hoch- achtung im Geschäft. Sein Name wurde als Reklame ge- braucht. Das taten die Direktoren und die Angestellten des- gleichen. Bald aber fand man heraus, daß John mit seiner Familie keinerlei Berbindung hatte. Da wurden die Direk- toren zurüShaltender. Nach ziemlich raschem Uebcrgang war John nur noch ein x-beliebiger Angestellter. Er war ein Korrespondent wie so viele andere. Ach, englisch, das ist ja die leichteste Sprache der Welt. Die Angestellten folgten dem ansteckenden Beispiel der Direktoren. Im ganzen Büro war kein Mensch mehr, der John mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtete. Man konnte durch ihn keine Karriere inachcn. Infolgedessen war er genau so uninteressiert wie sie alle. John berührt das nicht. Er bemerkt den Umschlag wohl, er deutet ihn nollkommen richtig, er ärgert sich nicht. Er stellt nur eine Totsache fest, indem er sagt:„Jetzt bin ich nicht mehr der Sohn meines Vaters, jetzt bin ich endlich ich." Die Wirtschaftskrise wird immer drückender. Allerorts werden Einschränkungen vorgenommen. Die Direktoreil werden sehr osfensichtlich launisch, sie schikanieren das Personal, das sehr kusch wird: steht doch im Hintergrund immer die Angst vor der Zukunft. Was soll werden? Das ist die bange Frage, auf die niemand Antwort weiß. Einer der Direktoren, der gerne mit angesehenen Namen renommiert, ruft John stets herein, wenn er hohen Besuch von auswärts hat. John muß den Bärenführer machen, fo- gar dann, wenn er nicht als Dolmetsch für englisch in Frage kam. Das sah nach einer besonderen Ehrung aus, doch es war in Wirklichkeit eine Demütigung. Durch Johns Wahl betonte und erzählte der Direktor:„Seht, was sür Namen in meinem Betriebe tätig sind. In dem Geschäft, in dem John arbeitete, wurden Ent- lassungen vorgenommen. Sie waren nicht nötig. Es war Arbeit genug vorhanden. Doch die Direktoren wären sich als unkluge Geschäftsleute vorgekommen, wenn sie die ollgemeine Wirtschaftskrise nicht zur Notlage ihrer Angestellten ausge- baut hätten. Dem einzelnen wurde einfach mehr Arbeit auf- gebürdet. John wird angesteckt von der allgemeinen Nervosität. Mehr als einmal legt er sich die Frage vor:„Was soll werden?" Mitunter nagt an ihm die Furcht um den Besitz. Er hat Klubsessel und Automobile, Perserteppiche und elektrisches Licht kennengelernt. Er hat auf manches verzichtet. Jedoch schmerzt dieser Verzicht bis jetzt nicht: denn er hat Anita und ein gemütliches Heim. Er beneidet weder Vater noch Bruder um das Haus in Bremen und die Korrektheit der dortigen repräsentativen Haushaltungen. Freilich hat er keine eigene Wohnung. Er hat zwei leere Zimmer von einer Witwe gemietet, die sich jetzt ein- schränken muß und ihre Dreizimmerwohnung nicht mehr ollein sür sich beanspruchen darf. Die Witwe ist zurückhaltend. Sie hat vorher ein paarmal Pech gehabt und ist nun froh, anständige, nette, pünktlich zahlende Mieter zu hoben. Die Miete ist sehr hoch. Doch hindert die Unsicherheit der wirtschaftlichen Lage John, sich um eine eigene Wohnung zu bemühen. Weiß doch keiner, was der nächste Tag bringen wird. Mit großen Plänen darf man nicht in die Zukunft gehen. Es steht nicksts Sanftes im Leben. Jeder Tag bedeutet für irgendeinen Menschen eine Katastrophe. Und eines Tages wird auch John entlasten. Er schreibt viele Briefe, er macht viele Wege, alles ist vergeblich. An Neueinstellungen denkt kein Mensch. Niemand hat Arbeit zu vergeben. John schreibt an den jungen Thormeilen, aber der ist mit einer Filmexpedition unterwegs und weder Briefe noch Telegramme erreichen ihn. Billy hat gute Engagements gehabt, er ist sehr sparsam gewesen und sein Geldbeutel hat daher den Wutansall des Indianers verschmerzt. Billy reist mit einem mittleren Zirkus. Die Geschäfte sind schlecht, die Stimmung ist gedrückt, doch Billy gefällt. Er bastelt gern und hat sich eigenartige Apparate konstruiert. * Billy sitzt in Potsdam gerade in dem Packwagen der Wild-West-Schau, als plötzlich John auftaucht. Billy begrüßt ihn herzlich und John nimmt ohne Aus- forderung aus einem großen Koffer Platz und setzt sich un- geniert auf Billys Lederhose, die einer Schürze gleich übergezogen wird, wenn Billy in die Manege geht. Billy ist ein klein wenig eigenartig gekleidet, er trägt das blaurot karrierte Cowboyhemd und die helle Hose seines Straßen- anzuges. Doch macht er keine AnstaUen, sich anders anzuziehen oder sich ob seines Anzuges zu entschuldigen. Billys erste Frage gilt Anita. John sagt ehrlich:„Ich glaube, sie ist glücklich." „Das glaube ich auch", antwortet Billy.„Wäre sie es nicht, hätte ich es aus ihren Briefen zwischen den Zeilen gelesen." John freut sich. Diese Antwort ist ihm viel wert, nament- lich in jetziger Zeit. Dann erzählt John, daß er stellungslos ist. Billy beichtet ihm:„Auch ich habe keinen Anschluß. Ich fürchte, ich werde ein paar Monate liegen. Für den Winter müßte ich schon unbedingt besetzt sein." Was willst du tun? fragt John. „Na, wenn ich nicht gebucht werde, mir sür meine Sachen irgendwo einen Speicher suchen, einen Probirrraum mieten, fleißig neue Tricks einüben und weiter Anschluß suchen. Für nächsten Sommer gehe ich nach Polen. Das ist sicher. Ich werde dort in Zoologischen Gärten und Luna- Parks arbeiten Da ist zwar ein anderes, mir unbekanntes Publikum Na. es wird schon werden." „Unsere Zeit ist Wertvernichtung", sagt aus tiefem Sinnen heraus John. „In Kongreßpolen sollen Postkutschonübcrsall und Block- Hausbrand noch heute fo ziehen, wie zu Buffalo Bills Zeiten in ganz Europa", läßt sich Billy vemehmen. (Fortsetzung folgt.) Aus Gnade aber Ungnade. Das Aschenputtel soll wieder auferstehen. Im Haus der Technik sprach auf Emladung der Zentrale der Hausfrauenvereine Groß-Verlins Frau Emma Krämer: Arbeit- gebervertreterin in der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung. Tic Rednerin hatte als Thema„Die derzeitige Lage des Arbeitsmarktcs für Hausgehilfinnen und Stundenfrauen" gewählt. Man hätte daraufhin erwartet, eine objektivere Betrachtung und Erörterung der Lage dieser Berufskategorie zu hören! jedoch es war ein Protestruf der Hausfrau über die angebliche untragbare Höhe der Soziallasten und die zu hohen Lohnforderungen, der in der Ent- schliehung seinen Ausdruck fand: die Hausangestellte soll heraus aus der Erwerbslosenversicherung, genau wie die Landarbeiterin, das heißt mit anderen Worten, sie soll, schütz- und rechtlos, wieder zum„Gesinde" früherer Zeiten auf Gnade und Ungnade der Gnädigen ausgeliefert werden. Die Auffassung dieser Dinge durch die Referentin stand übrigens im starken Widerspruch zu der von chr eingangs geschilderten geradezu lata st rophalen Lage des Arbeitsmarktes: die arbeitsamtliche Statistik nennt Zahlen, die besser als alle Worte sprechen: im August 1931 gab es in Deutschland 143 000 gemeldete Arbeitsuchende, im September 138 000, im Oktober 177 000, im No- vember 193 000 und im Dezember 200 783, dabei sind noch die durch private Vermittlung(Inserate, Empfehlungen usw.) Stellung- suchenden nicht einbegriffen. Dies hat seinen Grund in dem starken Zustrom anderer Berufskategorien, die infolge langer Arbeitslosigkeit als letzten Ausweg dann noch versuchen, im Haushalt unterzu- kommen: auf der anderen Seite bedingt die krisenhafte wirtschaftlich« Lage, daß viele Hausfrauen heute nicht mehr imstande sind, sich ein Mädchen zu halten. In der weiteren Folge meinte die Rednerin, daß die Haus- angestellte eben, der Not der Zeit entsprechend, ebenfalls ihr« Bedürfnisse erheblich einschränken müsse, worauf der Ruf erscholl:„Ja und keine Seidenstrümpfe": man fühlte sich hier um eine gewaltige Zeitspanne zurückversetzt in jene Epoche, wo Standes- und Rang- unterschiede sich auch nach außenhin in der Kleidung bemerkbar zu machen hatten: vielleicht ist jener Hausfrau nebenbei auch bekannt, daß heute ein Seidenstrumpf— natürlich billigster Qualität— weit billiger ist als ein Wollstrumpf und daß weiterhin dem Arbeitgeber keinerlei Recht und Kritik über das Privatleben seiner Angestellten nach dieser Richtung hin zukommt. Nachdem dann noch Vertrete- rinnen verschiedener Bezirksorganisationen ihr Herz ausgeschüttet batten, wurde natürlich eine Entschließung angenommen, die sich im Sinne der von der Rednerin vorgetragenen Weisheiten hielt. Neuköllner Schulraumnot. Klagen über die Handelslehranstalt. In einer stark besuchten Elternversammlung der Handels- lehranftalt Neukölln wurden über die außerordentlich un- günstigen Raumverhällnisse der Schule lebhafte Klagen geäußert. Nach einer eingehenden Aussprache, die sich auf die gegenwärtigen Raumverhällnisse ebenso wie auf die beabsichtigten Veränderungen bezog, wurde eine Resolution einstimmig angenommen, die an das Bezirksamt Neukölln und an den Oberbürgermeister der Stadt Berlin weitergcleitet werden soll und in der es heißt: „Seit ihrem Bestehen ist die Handelslehranstall Neukölln nie in einem Schulgebäude, sondern stets an verschiedenen, zum Teil weit auseinanderliegenden Stellen untergebracht gewesen. Die Schülerinnen mußten häufig während- der Unterrichtszeit von einem Gehchche zum anderen gehen. Und zwar durch verkehrsreiche Straßen. Da infolge des steten Wachsens der Schule die zur Ver» fügung gestellten Räume immer wieder nicht ausreichen, war in Aussicht genommen, die Handelsschule in ein neuzuerrichtendes Ge- bände zu bringen. Leider konnten die Pläne infolge der mißlichen Finanzlage nicht zur Ausführung kommen. Die Elternschaft erwartet jedoch nunmehr, im Interesse eines geordneten Unterrichts dafür Sorge tragen zu wollen, daß dem standigen Hin und Her endlich ein Ende gemocht wird, und zwar dadurch, daß die gesamte Schule in ein Gebäude verlegt wird, das ihrer Größe und Bedeutung entspricht. Der Zeitpunkt der Zu- sammcnlegung scheint desbalb besonders günllig zu sein, weil zwei Abteilungen der Schule(Uferstraße und Prinz-Handjery-Straße) bestimmt zum 1. Aprll verlegt werden müssen." Kort mit den Sommerwegen! Die Reichswehr will nichts von ihnen wissen. Dem Reichsoerkehre minister ist folgend« Entschlie- ßung übermlltell worden, die für den gesamten Kvostwagenverkehr von Interesse sein dürfte: Di- Vereinigung kraftfahrender Journalisten E.V.(VKJ.) nimmt das schwere Autounglück Berliner Verkehrs- richter. das sich kürzlich bei Nauen ereignete, zum Anlaß, um die Aufmerksamkeit der Oeffenllichkelt und der Behörden auf den u n- erträglichen Fortbestand der Sommerweg« zu lenken. Diese In kaum einem anderen Kulturland noch vorhandene Stratzeneinieilung verursacht jedes Jahr Dutzende von Todesopfern. Gelegentlich eines Vortragsabends der DKJ. wurde neulich Im An- schluß an Ausführungen des Reichsoerkshrsministers Treviranus durch den Vertreter des Reichswehnninistertums festgestellt, daß— entgegen einer vieloerbreiteten Auffassung— die Reichswehr kein Interesse an der Beibehaltung der Sommer- wege habe, sondern schon vor Jahren für deren Befestigung ein- getreten sei. Daß die landwirtschaftlichen Pferdefuhrwerke, für die die Sommerwege angeblich in erster Linie bestimmt sind, fast immer den festen Test der Chausseen benutzen und dabei den Kraftwagen- verkehr behindern und gefährden, ist eine unbestreitbare Erfahrung»- tatsache. Die BKJ. trist dafür ein, daß zum mindesten dort, wo die Chausseen repariert werden, ganze Arbest gemacht und die Er- Neuerung auf der ganzen Straßenbreite vorgenommen wird. Sie fordert besonders, daß die wichtigsten Chausseen, auf denen sich der stärkste Kraftwagenverkehr abwickelt— z. B. Berlin— Nauen— Hamburg—, von den lebensgefährlichen Sommerwegen befrest werden. Keuer in einer Großwäscherei. Zu einer Großwäscherei in der Marienfolder Straß« 3 in Lank» Äitz brach gestern gegen 20 Uhr Feuer aus. da- in kurzer Z»st bedrohlichen Charakter annahm. Di» Flammen hatten sich Im Innern des Fabrikgebäudes schnell ausgedehnt, so daß die Lank- witzer Feuerwehr zwei Berliner Züge zur Hilfeleistung heranziehen miißlö Stark« Rauchentwicklung erschwerte die Löschaktton, dennoch gelang es nach einstündigem starkem Wassergeben, den Brandherd zu lokalisieren. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Unsaubere Schwere Betrügereien an Budh Die Berfner Sriminalpollzel Ist zur Zeit mü der ülarung recht dunkler Machinalioncu bejchästigt in die der Syndikus de» Verbandes deutscher Buchmacher. Zoses Ernst, und ein angeblicher Doktor pohlig verwickelt sind. Briden werden Betrüge- r e I c n und Untreue zum Borwurs gemocht, pohlig, bei dem sich herausgestellt hat. daß er den Doktoi stiel zu Unrecht führt, Ist bereits mehrmals von der Polizei vernommen worden. Zu den nächsten Tagen wird sich die Kriminalpolizei auch mit Ernst be- fassen und das Belastungsmaterial prüfen, das gegen ihn vor- gebracht worden ist. Pohlig näherte sich Buchmachern unter der Maske einer sehr ein- slußreichen Persönlichkeit und versprach ihnen„dank seiner hervor- ragenden Beziehungen", Konzessionen für das Gewerbe zu beschossen. Durchschnittlich verlangte er 4000 bis 10 000 M.. die er teilweise auch erhalten hat. Vermutlich durch Helfershelfer bekam Pohlig Nach- rtcht. wenn ein Buchmacher, der um eine Konzession ein- gekommen war, beim Landwirtschaftsminister vorgeschlagen wurde. Daraus schlug P. Kapital, und er nahm Beträge entgegen, um die Konzesslonsanwärter angeblich schnell zum Ziel zu bringen. Ber- schieden« Buchmacher, die chre Konzessionen auf normalem Wege bekommen hasten, wurden gleichfalls von Pohlig aufgesucht. Er er- zähste den frischgebackenen konzessionierten Buchmachern, daß sie „alles nur seinen Verbindungen zu verdanken" hätten. Tatsächlich haben auch mehrere Buchmacher den Erzählungen des Mannes ge» glaubt, und sie sind erhebliche Summen wsgeworden. Pohlig ver- teidigt sich außerordentlich geschickt und erklärt immer wieder, daß er lediglich im Auftrage seiner„Mandanten" gehandell habe und nur für seine Arbeit bezahlt worden sei. Mst dem Syndikus Ernst muß sich die Polizei noch be- fassen. Schon einmal wurde gegen Ernst von Hamburg aus öffent- lich der Vorwurf der Untreue erhoben. E. strengte einen B e» leidigungsprozeß an, den er glänzend verlor. Nahezu l'A Jahre schleppte er den Prozeß hin, bis dem Gericht die Sache Loch zu bunt wurde und es zur Verhandlung kam Da- lei stellten sich recht erbaulich« Dinge heraus. Der Syndikus Ernst stand insgeheim mit einem gegne.ischen Verlag in Verbindung und gegen ein Monatsgehalt von 1000 Mark vertrat er die Interessen des gegnerischen Verbandes gegen die eigenen Leute. Vom Gericht wurde seinerzeit der Wahr- hestsbeweis als von dem Hamburger Beklagten erbracht angesehen und der Beklagte freigesprochen. Das also ist der Syndikus Grüll. der auch fetzt wieder vor einer Behörde erscheinen muß. um sich gegen die schwerwiegenden Bo würfe, die man gegen ihn erhebt, zu äußern. Ernst wird von Pohlig des Betruges und ähnlicker Vergehen bezichtigt. Was an diesen Beschuldigungen ist, wird sich Rakete als Retter. Fischer in Eisnot. Mst Hilfe des Raketenaxparatez der Rettungrstakion NOden der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wurden im Kurischen Haff zwei Fischer gerettet, die mst ihrem Zbestellahn fest 48 Stunden in einem Eisfeld eingeschlossen waren, so daß alle Verluche der Niddener Fischer, die Verbindung aufzu- nehmen und' Hisse- zu'brZnßen,' vergeblich� gewesen waren" Der im Niddener Rettünge schuppen befindliche Raketenapparat wurde daher auf den van der Hafendirektion zur Verfügung gestellten fiskalischen Dampfer„Bleek" gebracht, der zunächst versuchte, durch das 1 bis IL Meter starke Eis zu den Fischern vorzustoßen. Der Packeis- gürtel verhinderte jedoch das weitere Heranarbesten, so daß der Normann der Station den Versuch unternahm, sich auf Brettern über das Eis hinweg zu den Fischern vorzuschieben. Auch dieser Versuch mißglückte. Etwa 30 Meter von dem Kahn entfernt veZant der Vormann plötzlich in den Eisschollen und konnte sich nur mst großer Mühe und mst Hilfe der mitgenommenen Bretter auf trag- sähige Ei-schollen retten. Schließlich gelang«s dem Dampfer „Bleek", sich auf 200 Meter an den festsitzenden Kahn heranzu- arbesten und von hier au? mst dem Raketenapparat eine Seine zu den Schiffbrüchigen hinüberzuschießen. Trotz des steifen Westsüdwestwindez, Windstärke 6— 7, gelang der Raketen- schuh, so daß eine Schleppverbindung hergestellt werden tonnte, und der Kahn mst seinen Insassen über den etwa 170 Meter breiten Packeisgürtel hinweg ins offene Meer geschleppt werden konnte. Kiksme Front! Unsere heutigen Veranstaltungen Mittwach, den 17. Februar: B«maui 20 Uhr, Volkshaus„Ballevue". Redner: PoKzel- inspektor Ernst Ktldebrandt, Berlin, und Rechtsanwalt Dr. lüger, Berlin. Bailrktami Küpenick: WA Uhr, Gesangssaal der 6. Volksschule, Borgmonnstr. 2. Redner: Erich Kuttner, MdL Stadtgut Hellersdorf: 15 Uhr. Redner: Genosse Heymuth. Angestellte und Kandelearbelter dar Firmen Uetz, Frankfurter Allee; Uetz, Andreasstrafle; Epa, Frankfurter Straße 122. 19K Uhr, Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstraßa Z6a. Redner: Dr. Richard lohmann, MdL Angestellte der Prlvatversleherung: 17 Uhr. Schlaraffiasüle. Enckestraße 4. Redner: Ernst Hellmann, MdR. Betrieb Felblsch: 16 Uhr, lokal Wolfram, Am Treptower Park 20. Redner: Parteisekretär Georg Buchmann. Gaswerk llchtenberg: 15H Uhr, Im Flußbad Lichtenberg, Köpenicker Chaussee 63a. Redner: Karl Presset, Parteise laetür. Gaswerk Oanxlger Straße: 16 Uhr In dar Koksbörse, Danzlger Straße. Redner: Max Kaydemann. Gaswerk Naukülln und Insta: 16 Uhr, lokal Cannar- Ecke Nlematzstraßa. R a d n e r: Stadtrat Raddatz. Zanbaiwsrkstatt der Caswarka: 1556 Uhr, Lokal Lehnen, Mühlenstraße 58. Redner: Georg Maderholz; MdL Bewagt 17 Uhr, In den Germanlasülen, Chausseesiraßa 110. Redner: Johanna« Stelling, MdR. Niles& Argus- Motoren: 16M Uhr, Lokal„Zur Wartburg", Rolnickendorf-Ost, Kbpenhagener Straße 79, am Bahnhof Reinickendorf-Rosenthal, Redner: Getilieb Reese. Wir stoßen vor! Wir greifen an! Geschäfte! machern.— Polizei untersuchil in den nächsten Tagen herausstellen. Ernst hat inzwischen seinen Posten als- Syndikus des Reichsverbandes der deutschen Buchmacher niede. gelegt. Nicht uninteressant ist die Tatsache, daß Herr Ernst die Redaktion eines Berliner Rechtsblattes aufsuchte und recht beleidigt fragte, warum man denn gegen ihv so schart vorgehe? Ein mehr als sonderbares Verholten, das zu allerlei Mutmaßungen Anlaß gibt._ Wilde Buchmacher und polheibeamie. Kriminalbeam'e als erste Zeugen. Auf den Plätzen im Großen Schwurgerichtssaal des neuen Kriminalgerichtsgebäudes, auf denen wochenlang hübsch numeriert die Helldorf-Brüder saßen, sitzen nun bereits fest einer Woche die wilden Herren Buchmacher, ihre Spanner und dienstbeflissenen Polizeibeamten. Gestern kamen aber die drei Kriminalbeamten zu Worte, die das Treiben der Buchmacher und ihrer diensteisrigen Geister auf den Rennplätzen zu beobachten halten. Man beschäftig!« sich in der Hauptsache mit dem nationalsozialistischen Schupowacht- meisler a. D Damm. Die Beamten hatten ausreichende Zeit und Gelegenheit, festzustellen, wie der Nazi-Damm sich an sämtli! en Renntagen eifrig mit den Polizeibeamten unterhiell, wie er von den Buchma'ern Geld einkassierte und es den Beamten übergab, und wie er sie von ihren Beobachtungsposten fortlotste. Neben Damm spiest in diesen Aussagen auch sein Schwager, der Exschupo Liesner eine Rolle. Damm findet für alles harmlose Erklä- rungen. Mit den Beamten hat er nur private Gespräche geführt. Auf den Rennplätzen hat er sich aus Leidenschaft für das Rennen und aus Lust für das Wetten aufgehalten. Damm verfügte auch über einen gefälschten Polizeiausweis, behauptet aber, von ihn, keinen Gebrauch gemacht zu haben: er fei stets s o durch die Sperre gekommen und das einzige Mal, als man den Ausweis habe sehen wollen, sei er umgekehrt. Die Beweisaufnahme verspricht äußerst langwierig zu werden. Die Buchmacher verlangen von der Staatsanwallschast, daß man jedem von ihnen klipp und klar nachweist, wann und wo sie Buch gemacht haben. Das ist natürlich ihr gutes Recht. Haben sie sich nicht mit Buchmacherci befaßt, so werden die anderen Dinge, die sie getrieben und von denen sie sich ernährt haben, wohl sehr einträglich gewesen scin. Jedenfalls sieht der größte Teil von ihnen recht wohlgenährt aus: mager blieb nur der Steuersäckel... Die geresteten Fischer waren völlig erschöpft und ausgehungert und verdanken ihre Rettung aus Cisnot hauptsächlich dem kühnen und energischen Eingreifen des Vormannes der Station Nidden der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Belgischer Dampfer gestrandet. Drei Matrosen ertrunken. London. IS. Februar„ Der belgische Dampfer„Jeannä" wuche in der Nahe von W hitb y auf Strand getrieben. D'.eMannIchaftvonl4Per- sonen versuchte, das Land in einem Rettungsboot zu erreichen, das jedoch infolge des heftigen Stnrmes kenterte. Drei Mitglieder der Besatzung ertranken, während die anderen sich schwimmend an Land retten komtten. Oer Geldschrank im R'rntffein. Gestern früh machten einige Straßenreiniger«inen merkwürdigen Fund. In der Rüdersdorfer Straße— gegenüber der „Plaza"— entdeckten sie im Rinnstein einen Geldschrank, der etwa die Ausmaße von 60 mal 80 Zentimeter hat. Der Schrank war aufgebrochen. Man benachrichtigte die Polizei. Anscheinend ist der Geldschrank irgendwo von Einbrechern gestohlen und— well er ihnen beim Transport sicherlich zu schwer wurde— dort am Rinnstein abgesetzt worden. Der Besitzer des Schrankes konnte bisher noch nicht ermsttelt werden. In zwei anderen Fällen, in denen man einmal im Tegeler Forst und im Grunewald einen Geldschrank fand, konnte man auch nicht feststellen, wem die Schränke gehörten. Die Polizei hat Nachforschungen eingeleitet. FünsjShriqer vermißt. Sest dem 14. d. M. wird der fünfjährige Sohn Leo des Kaufmanns Moritz aus der Reichenberger Straße 110 oermißt. Der Kaufmann hatte mit seiner Famllie am Sonntag einen Ausflug gemacht und hatte ein Lokal am Sportdenkmal ln Grünau auf- gesucht. Die Familie blieb hier bis gegen ö Uhr und wollte dann ausbrechen. Während sich die übrigen Familienmitglieder noch an- zogen, war der kleine Leo, ein munteres Kind, schon aufgesprungen. hatte sich schnell seinen Mantel übergezogen und war aus die Straße gelaufen. Als die Eltern jetzt nachkamen, war der Kleine spurlos verschwunden. Man rief nach dem Jungen, jedoch ohne Erfolg. Der heimakkalender für den Bezirk Friedrichshain ist unter der Redaktion von M. P. Liebrandt auch in diesem Jahr wieder herausgekommen und enthält eine Menge beachtenswerter Beiträge. An erster Stelle eine sozial« Studie über den Osten Ber- lins aus der Feder des Büraermeifters M i e l i tz. ferner Beiträge von Stadtrat Günther, Oberstudienrat Liesigt, Stadtamtmann Schie- mann. Stadtjuaendpfleger Kohler und andere. Der Beitrag von Magistratsrat Dr. Adler über die Rückzahlung der Wohlfahrtsunter- stützungen wird besonders interesiieren. Eiahelksfronk. schon fast llberlrieben. An den Berliner Anschlagsäulen laden Plakate zu einer Pcrsam-mlung nnt dem Thema „Einheitsfront gegen imperialistisch« Kriegsgefahr und Fafchis- rnus tut not." Dann weiter:„Es sprechen: Seizewasser, SAP.. Bolz«, SpDO� Wenk, Leninbund."— Das ist schon eine Ueber- einhestsfront, das ist fast Dreieinigkeit! Drei Splitter, die sich fefber untereinander nicht zu einer Partei einigen könne«, schreien nach Einheit. Spotten ihrer selbst und wissen nicht wiel «lll-PerN». Die nLchste Fiihrvna durch t!« pergessrmeu Wtutei d«» ffltrilm Silin veranstaltet das B«err!samt Schonsdery uotrr der LeUunz Seorg Bant. taraer« am S:nnras dem SU gebauar. ApfchUvund an disle Aithruug ist Deleaenheit gegeben, St. Ritalal, eine der bellen ältesten Kirchen Berlins(um 125» erbaurl, mit khra» reichen Sunstichähen m bestchtiaen. Treffvvnit MV, tlbr auf dem SviUetmarkt, Auszang Untcrarundbahn. Teilnahm« SO Bf.(Für die Bestchtigung van Sl. Nitoloi 80 Pf. goftlla) Vinter tvauderuu g durch die scheu« Marl. Das Begirlsamt Schüneberg-er. anstaltet am Ernniag. dem 21. Februar, eine Wanderung durch Eichwold«— Kosener Berge— Mstggelheil»— äiifcnsdqtf. Dll Leitung hat Studienrat Dr. Arrhn über nr Minen. Absahrt: R.W Übt Gö-liber Bahnbcf: 9.18 Uhr Eich- mald«. Tressen an der Sperre der Zielstation. Teünahni« 80 Pf.(ohne Fahr- gell). Auslunftt Eorneltus 2780. > Charlottenburger Wasser, Die Stadt Ber in soll schuld sein, daß es so teuer ist. Die Dtreftton der Charlottenburger Wasser- und Jndustriewerke Aktiengesellschast, unterzeichnet von geilitzsch und Bloch, sendet uns unter Bezugnahme auf Z 11 des Pressegesetzes folgende Berichtigung zu unseren Ausführungen in Nr. 67 vom 10. Februar 1SZ2,„Preise noch viel zu hoch": 1. Es ist unrichtig, daß unsere Gesellschaft gegen- über dem Einheitspreis der Berliner Städtischen Wasserwerke von ZS Pf. für jeden Äubifmeter einen Wasserpreis von 34 Pf. und da- neben eine Verwaltungsgebühr von vierteljährlich 4,76 M. von jedem Benutzer erhebt. Richtig ist vielmehr, daß unsere Gesellschaft auf Grund chres Staffeltarifs neben der erwähnten Verwaltungsgebühr vierteljährlich für die ersten 166 Kubikmeter 34 Pf., für den weiteren Verbrauch bis 300 Kubikmeter 19 Pf. und für den Verbrauch über 306 Kubikmeter 14 Pf. für den Kubikmeter berechnet. Im Durch- schnitt sämtlicher von unserer Gesellschaft verkauften Kubikmeter liegt der sich aus diesem Staffeltarif ergebende Preis„für jeden Kubik- meter" unter dem Einheitspreis der Berliner Städtischen Wasier- wnerke von 25 Pf. 2. Es ist unrichtig, daß unsere Gesellschaft selbst- herrlich die Bezahlung eines Mindestverbrauchs von 12 Kubikmeter vierteljährlich verfügt. Richtig ist vielmehr, daß die Bezahlung dieses Mindefwerbrauchs In den zwischen der Stadt Berlin und uns be- stehenden Konzessionsoerträgsn vorgeschrieben ist. Was wir gesagt haben, stimmt durchaus, und die Berichtigung der Charlottenburger Wassermänner ist nichts weiter als eine formale Einschränkung dessen, was wir sagten, die uns aber gerade dadurch die erwünschte Gelegenheit bietet, nachzuholen, was wir vor einer Woche noch nicht sagten, nämlich daß der Tarif der Charlottenburger wie kein anderer unsozialen Charakter trägt. Und gerade die Berichtigung läßt das Unsoziale der Charlottenburger Tarife in grellstem Licht erscheinen. In der Tat, jeglicher Verbrauch von 6,6 Kubikmeter bis zu 166 Kubikmeter Wasser kostet je Kubik- meter 34 Pf., und jeder darüber hinausgehende Verbrauch kostet bls zu 300 Kubikmeter nur noch 19 Pf., mit anderen Worten: Die Aermften und Kleinsten haben die teuersten Preise zu zahlen. Denn SchweinezähluvA. Am 1. März 1932 findet auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirt- schaff im Einvernehmen mit den Landesregierungen die nächste Zählung der Schweine und nicht beschaupflichtigen Hausschlachtungen an Schweinen für die Zeit vom 1. Dezember 1931 bis 29. Februar 1932 statt. Schmitt schwer belastet. Eine Sensation im Sklarek» Prozeß. Di« gestrige Verhandlung des Sklarei-Prozefs« wurde zu einem schwarzen Tag für dea Skadkbankdlrektor Schmitt, der außerordentlich schwer von dem Zeugen Sladkamtmana Höge belastet wurde. Man erörterte die Vorgänge, die sich am 25. September 1929, also einen Tag vor der Verhaftung der Sklareks, in der Stadtbank abgespielt haben. Stadtamtmann Höge schilderte, daß Ober- magistratsrat Brandes, der Leiter der Hauptprüfungsstelle, der die Revisionen vornahm, nachdem schon bei den Bezirksämtern Unregel- Mäßigkeiten entdeckt worden waren, morgens in das Dienstzimmer kam und bei Höge sämtliche Akten beschlagnahmte. Stadtbankdirektor Schmitt sei. als die Akten bereits aufgestapelt auf dem Tisch lagen, ins Zimmer gekommen, habe ihn, Hage, aufge- fordert, das Zimmer zu verlassen und dann mst Obermagistratsrat Brandes eine Unterredung gehabt.„Im Laufe des Vormittags", so bekundete Höge welter,„wurden dann von den Sklareks wieder Schecks eingereicht, auf die sie Geld' haben wollten. Ich ging zu Stadtbankdirektor Hossmänn, um eme Anweisung zu holen, er sagte ober, er könne mir keine geben, ich solle mich an D i r e k- tor Schmitt wenden. Schmitt sagte mir:„Es ist bisher nicht» Positive» festgestellt worden." Entweder hat Schmitt hinzugefügt,„es muß alles beim allen bleiben" oder„Sie können zahlen". Daraufhin habe ich die Zahlung geleistek." Vors.:„Mevlel haben Sie denn ans- gezahtt?" Hage:„400 000 Mark." Amtsgerichtsrat Keßner hielt Direktor Schmitt die Aussage Höges vor. die sich im G e g e n s a tz zu den bisherigen Bekundungen Schmitt» befindet:„Obermagiftratsrat Brandes hat doch bei dieser Unterredung gesagt:„Es liegt ein Betrug von mindestens 800 000 Wart vor. retten Sie. was zu retten ist." Schmitt:„Diese Besprechung ist erst später gewesen." Rechtsanwalt De. Pin- dar. Fe. bruar, 19.30 Uhr. Melallarbelter-Verbandshaus. Linlenstr 83,85(Cinsant El- sässer Straße). Temo: Lcgado el„La Soclallsto"— Kindergruppe ..L i b e r e c o", Freitag. 19. Februar. 17 bis 19 Ubr. Danzlger Straße(Schule). Temo: Legado el nia nova gareto..Atr.nteco". Ne forgesu kunporti gazetojii. Eewinnauszug 5. Klasse 38. Preutzisch-Eilddcuijche Staats-Letteri«. Ohne Gewähr Nachbruck verholen Auf jeke gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesalleo» und zwar je einer aus die L-se gleicher Nummer in teil keldea Wleilungen I und II 7. Ziehungslag 16. Februar 1932 In ber heutigen Vormiltagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn««n 25000 M. 1 50-163 2 Ecwlnnt|u 1 0000 W. 328502 10 wetolan« ,« 5000 SN. 32334 168387 241228 327281 390416 8«Mriimt|B 3000(M. 1 1 1690 232478 305337 341901____ 28 SeSinnc n» 2000 Sit. 3391 44800 64268 69681 84165 81825 121853 132834 152343 206810 256047 301009 372835 376115 60 Cfewinn«»u 1000 M. 3630 6651 17549 24823 33782 406V3 47710 51402 56657 59332 77291 79224 87762 108493 1 10327 114418 123239 123913 136459 140508 140941 153426 166229 160229 200342 205314 Q08S84 227765 234955 260105 282783 265302 314310 316352 337338 334939 359753 376793 382901 387260... 180©emltm«.« 600 Sit. 4385 5490 13164 16018 29219 30325 40173 43204 50737 63037 63412 69572 70430 75351 79104 85933 90344 105524 107425 114121 115795 117834 119600 13008? 130239135444 137909 133304 139243 143223 153243 136814 170018 174631175421 181966 192992 193000 200372 215075 216417 220257 229051 237711 245430 250779 252355 250856 258807 234223 264401 264831 263165 237148 237313 282424 238662 2S9898 294S3S 294746 301295 307330 308167 303505 309233 311950 312452 314279 316008 329300 331422 233432 333966 324296 331826 3 46278.347160 331304 342375 343075 347233 332463 354633 3646 TS 370249 370932 372116 376844 383771 383991 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über<400 M. gezcgcn 2®ee>iiwie w SR000 OT. 362153 18 SeÄun-'u 3?00«�'30436�3155 182471 210618 2SS240 300707 324104««Dia« lu 3000 M. 86574 119877 168232 170721 315793 339994 36259!�©etDtnu« w 2000»0. 23879 38247 51564 89534 142535 145483 168255 193398 208177 226319 226438 231 760 282186 235530 2�016 246458 249709 249969 250080 257239 303277 30„381 309277 316324 � � olko9 M�28S°/ 1 4795 16688 461 17 52078 58427 56482 ??Z?�?�8�N,?89?S9��i4� iKZ f|89§| 6| 171360 1 75137 179653 183347 184335 188019 168762 192055 203/14 215617 235221 235552 237002 242383 255376 27.1771 231484 2658.8 290507 297286 299315 326116 342038 350610 353307 365013 2744�0 3"o74®.3a9lir0e3?»38QOS|lt. 1074 2724-053 3200 13154 15062 24931 U3� M°4 57671 69313 64008 Holl S72Z2 W 86�9&584 91637 91762 95996 100815 105654 110334 113903 115055 118302 1 36660 1 42773 1 46532 1 42498 1 4351 4 143589 150321 152437 154119 57®04 184556 168019 133122 187201 1GÖ0S8 192847 200031 201626 209226 210450 210651 212516 213745 216207 218372 218544219618 220981 225980 228829 229715 231516 238237 203488 2/>0401 2o1224 262170 270404 287934 230130 238897 289609 292465 296889 299539 304605 305304 312594 324353 331394 333770 343440|a§71 2 35j>774 360095 360959 862563 364491 365568 357932 377614 377688 3o196o 386533 395510 396359 Im Gewinnrade verblioken: 2 Prämien je zn LOOCTA 2 O- »«ne zu je Ö O'O», 3 j» 8000 XJ. 2 zu i». 2-0000. 4 zu ,e 1000»), 4 zu je 7.-000, 10 ,u je 00000. 20 zu i« SoO«. 148 zu je 10000, 870 zu je 50 x«, 7M zu je 8 WO, 23)> zu je 2000. 4ü2a zu je 1000. 7238 zu je SO". 23.41 zu je 400 Mark. wurune: ZDerWlann ohne QeSicM An einem regnerischen Abcni» stand dos Mäo6>en Anna wieder auf der Straße. Im Schein der Laterne konnte man sie für jung und hübsch halten, obwohl ein unstetes, früh aus der Bahn ge- fchleudertes Leben genügend Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen hatte. Sie war indessen nicht älter als 29 Jahre. Ihre Garderobe versuchte eine gewisse Eleganz vorzutäuschen, wobei das matte, ver- tuschende Licht der Straßenlampe gute Dienste leistete. In dem Mantel mit dem großen Pelzkragen aber steckte ein armseliges Figürchen, ein bedauernswerter Mensch Das Mädchen Anna— wir müssen jetzt endlich davon sprechen, wenn es der Leser noch nicht erraten tonnte— dos Mädchen Anna stand an diesem Abend auf der Straße, um für drei, fünf, zehn Mark ihre.Liebe" an vorübergehende Männer zu verkaufen. Heute aber hotte sie wenig Glück. Sie stand schon zwei Stun- den hier an der Ecke und konnte keinen Vorübergehenden zum Mit- kommen bewegen. Zhr leiser, schüchterner Anruf oerfehlte sein« Wirkung. Vergeblich reckte sie den kleinen Kopf aus dem großen Pelztragen lächelnd den Männern zu. Man rannte an ihr vor- über. Es regnete immer noch, wenn auch nicht sehr stark. Ab und zu suchte das Modchen Anna Unterschlupf in einem Hausflur. Sie sah melancholisch in den Regen und betrachtete manchmal prüfend ihre Ueberschuhe, die wohl an einer Stelle defekt waren und Wasser zogen. Dann trat sie plötzlich, als hätte sie bereits etwas versäumt, rasch wieder auf die Straße hinaus. Zuerst kam ein Mann, der steif und stumm an ihr vorüberging und die Lippen angeekelt verzog. So etwas bemerkte das Möd- chen Anna sehr gut, sie hatte einen besonderen Blick dafür, nahm aber solche Beweise persönlicher Antipathie nicht mehr tragisch. Sie stand schon zu lange außerhalb des Kreises, dem der Mann angehörte. Ein Betrunkener rannte sie fast um. Dann blieb ein jüngerer Mensch bei ihr stehen, ein Arbeitsloser scheinbar, der eine Hand in der Manteltasche hielt und mit Geld klimperte, als würde er schnell noch seine Barschaft überzählen, aber es reichte nicht. Als er langsam weiterging.wollte sie ihn schon zurückrufen, doch da tauchte ein anderer Mann auf, der gut ge- kleidet war und ihr nicht uninteressiert entgegensah. Als er bei ihr stand, bemerkte das Mädchen Anna an seinetn linken Ringfinger einen goldenen Reff, er war also verlobt. Sie hatte es sich längst abgewöhnt, über so läse Zufälligkeiten— sie sagte auch„Aeußer. lichkeiten"— nachzudenken, ote hatte schon ganz andere Bekannt- schaffen als mit Verlobten gemacht. „Es ist nicht weit.. sagte dos Mädchen Anna leise,„dort drüben das Haus." Der Mann atmete schwer, dann schüttelte er den Kops und Mg weiter. „Ein Treuer," dachte sie achselzuckend. Der Regen hatte inzwischen ganz nachgelassen. Aus dem kleinen Cafe drüben kam ihre Kollegin Maja. Air heller Pelz stand noch eine Weile an der Ecke, dann war er auf einmal ver- schwimden. Dos Mädchen Anna aber stand immer noch an der alten Stelle. Jetzt kam der Mmm ohne Gesicht. Dos Mädchen Anna öffnete den Mund zu gewohntem Anruf, brachte aber kein Wort hervor. Der Mann hatte den Kopf völlig bandagiert. Selbst die Nase war verbunden. Stur für Mund und Augen woen Oesfnungen gelassen. Gespensterhaft weih leuchtete der so bondagierte Kopf des Mannes im Straßenlicht. Vergebens bemühte sich ein breitkrempiger Hut, die sonderbare Gesichtshülle zu vendecken. Das Mädchen Anno wollte den Mann vorübergehen lassen, weil ihr jeder Versuch einer Annäherung hier wenig lohnend erschien, mich hielt sie ein tnunpses Gefühl zurück. Der Mann er- innerte unheimlich an Operationssäle. Doch er blieb jetzt vor ihr stehen und sah sie an. Die beiden Oesfnungen unter der bandagierten Stirn sahen sie an. Es war iinangeirehm, in diese Augen zu sehen. In der unteren Oeffnung bewegten sich jetzt die Lippen zu einem Gruß, einer Frage. Das Mädchen Anna nannte eine Zahl. Er bewegte zustimmend den bandagierten Kopf. Jetzt hätten sie gehen können, doch das Mädchen Anna, von einer sonderbaren Scheu ergriffen, stand noch überlegend da und nannte plötzlich eine höhere Zahl. Es dauerte nur Sekunden, bis der bandagierte Kazss wieder nickte. Da gingen sie.... Im Zimmer sah der Mann schon weniger unheimlich aus. Sein Lachen klang sogar angenehm. Er strich ihr öfter zärtlich über das Haar und schien glücklich zu sein, sie neben sich zu wissen. Er war höflich und behandelte sie in einer diskreten Weise, die sie von anderen Männern noch nicht erfahren hatte. Sie hotte sich schon an die seltsame Umhüllung seines Gesichts gewöhnt. Sie betrachtet« die Lippen, wenn der Mann sprach und überlegte, ob man sie küssen könnte. Manchmal halt« sie diesen Wunsch, der Mann hatte rasch ihr Vertrauen erworben, er war ihr wie ein alter Bekannter, obwohl sie nicht einmal seinen Nmnen wußte und nie sein Gesicht gesehen hatte. „Was hast du da eigentlich?" fragte sie neugierig. Er wandte jetzt instinktiv das Gesicht ab. Die Hand, mit d-r er noch immer nachdenklich über ihr Haar strich, rutschte schlaff in ihren Nacken. Er lag still da, ohne zu antworten, und sie hatte die Vorstellung, daß seine Augen aus den Ocssnungen des Verbandes quellen. „Krebs!" sagte er plötzlich. Sie schrak doch etwas zusammen, aber ihre Neugierde, vielleicht war es auch Teilnahme siegte über ihre Furcht. „Trügst du immer diesen ZZerband?" „Immer!" antwortete der Mann. Dann richtete er sich vor ihr aus und sah sie an. Si« spürte seinen Blick wie kalte Luft. „Immer!" schrie er beinahe.„Weim du mein Gesicht sehen würdest, könntest du hier nicht mehr neben mir liegen." „So schlimm wird es nicht sein," wollte sie beschwichtigen, doch ihr Herz schlug schneller. „Ich selber kann es nicht sehen, ohne Grauen zu fühlen," sagte er.„Du würdest schreien." „Ich würde nicht sehreien. Du warst so gut zu mir. deine Hände, deine Stimme, alles kommt mir so vertraut vor, wie nie bei einem Mann. Ich würde nicht schreien. Vielleicht weinen." „Weinen?" flüsterte der Manu mit'dem von Krebs zerfressenen, bandagierten Gesicht.„Du?" „Wieviel kostet das?" setzte er dann bitter hinzu. „Jetzt bist du. wie sie alle waren," sagte das Mädchen Anna leff e., Er war unwillig, unzufrieden. Mit sich selbst. Er hielt sein Mißtrauen für«ine besonders Bosheit, und doch schien ihm diese Bosheit die einzige Rettung. Zugleich erfüllte ihn eine fremde Zärtlichkeit für das seltsame Mädchen Anna. „Nicht böse sein," flüsterte er gutmütig. Seine Hand strich wieder über ihr Haar. Sie lag aber schmollend auf der Seite. Sie dachte angestrengt an irgend etwas. Ihre Wangen hatten eine unnatürliche Röte. In ihre Augen kam ein unruhiger Glanz. „Nicht böse sein," wiederholte er besorgt. „Nimm den Verband ab!" sagte sie leise, während si« den Atem anhielt. Er war still. „Nimm— flüstert« sie und drehte sich zu ihm herum und umschlang ihn mit beiden Armen. „Du bist verrückt!" lachte er gezwungen. „Und du bfft feige!" sagte sie. Er zuckte mit den Schultern. „Liebst du mich denn?" fragte er. „Spürst du«s nicht?" „Du!" drohte er. Er nahm ihre Anne von seinem Hals und schleuderte das Mädchen Anna von sich. „Dirne!" „Krüppel!" Sie saheu sich an, als würden sie sich auseinanderstürzen. Lieb«, Haß, Bosheit, Mißtrauen, Leidenschaft wühlten sich in ihre Kör- per. Dann stürzten sie aufeinander, meinander. Sie bissen sich, küßten sich, stöhnten. Bei dem Kamps lockerte sich der Verband. Ein Teil seines Gesichts wurde frei. Der Niann wunderte sich, daß der Körper des Mädchens erstarrte. Ihre Arme hingen schlaff herunter. Di« Augen waren in kaltem Entletzen auf ihn gerichtet. Ihre Lippen zuckten, brachten aber kein Wort heraus. Da merkte er«s und griff mit beiden Händen nach feinem Gesicht. Hastig ordnete er den Verband. Das Mädchen log immer noch wie leblos da. Dann sah er, daß sie weinte. Leise ging er aus dem Zimmer. 3>elcr Spanier: 1372&ahrräder Ein Polizeipräsidium... das ist so ein muffiger Kasten mit langen Korridoren, mit unzählig vielen Türen, und olle Zimmer sind schlecht gelüstet, die Leute sind unfreundlich, und man ist froh, wenn man wieder draußen ist. Ausnahmen gibt es vielleicht. Ein« Ausnahme gibt es sicher: das fft das Polizeipräsidium in Kopen- Hägen. Ein bezauberndes Stück Archüektur. Ein Riesengebäude, das zwölfeinhalb Millionen Kronen gekostet hat: sauber, sachlich, einfach und praktisch. Es hat einen kreisrunden Hof, der zum schönsten gehört, was man sich denken kann. Wenn, wie man mir erzählt hat, der Geist der Verwaltung ebenso ist wie diese Architektur... glückliches Dänemark! Und in diesem Polizeipräsidium haben sie unten im Erdgeschoß die verlorenen Fahrräder eingesperrt. Da hängen sie. Kopenhagen, wie männiglich bekannt, ist die Stadt der Fahrräder: es soll Kopenhagener geben, die keines besitzen, aber das glaube ich nicht. Wenn die Kinder anderswo zur Welt kommen, schreien sie— in Kopeirhogen klingeln sie auf einer Fahrradklingel. So viele Fahr- räder gibt es da. Im Polizeipräsidium hängen 1372 Fahrräder, alle mit dem Kopf noch unten, wen» das nicht ungesund ist! Alte und junge, fröhliche und traurige, auch die Kinderabteffung: da hängt«in kleiner„Roller", mit dem die Kinder spielen, und drei Motorräder sind auch da. Zllles das wird monatlich einmal verauktioniert. „Ja, holen sich denn die Leute ihre Räder nicht ab?" � „Nein", sagt der dicke Mann vom Präsidium,„viele nicht. �Sie kaufen sich einfach ein neues. Ein Fahrrad, was ist oenn das!" In Kopenhagen scheint es den Wert eines Zahnstochers zu hoben. Die langen Räume des Polizeipräsidiums, in denen die Fahrräder hängen, erinnern an«inen Hundezwinger. Verlaufene Räder... ich richre eines an, leise dreht sich das Vorderrad... wem gehörst du? Schade, daß Fahrräder nicht mit dem Schwanz wedeln können. So ein Rad bringt nachher auf der Auktion nicht viel ein, zwanzig Kronen etwa. Daiür kann man es schon wieder verlieren. Wenn man es ober nicht verliert, dann fährt man damit, und in Kvpenhagen kann man sich für sein Fahrrad Lust kaufen. Wie bitte? Lust kaufen, ganz richtig. Der Fahrradmonn geht an eine automatische Pumpe, wirst fünf Oer« hinein und pumpt sein Rad voll. Das trinkt und dann rollt es vergnügt weiter. So ein Land ist das. Da hängen sie. Alle an langen Gestellen, und sie sind doch ,0 verschieden voneinander. Manche sehen zornig ans, manche heiter. manche schlafen. Man müßte Andersen bitten, hier einen Noch- mittag long herumzugehen— was gäbe das für«in hübsches Märchen! Ob Fahrräder lebendige Junge bekommen? Da hängen sie. Sauber und freundlich ist es, praktisch und vernünftig eingerichtet. Schade, daß in den Staaten der Welt nicht alles so gut funktioniert wie die Fundbüros.� Es wäre«ine«zreudo, zu leben. Hundert Meter weiter, im selben Haus, werden Menschen aufbewahrt: Untersuchungsgefangene. Und das sieht dann gleich ganz anders aus. Mit 1372 Fahrrädern ist eben leichter fertig zu werden als mit vier lebendigen Mensche». Wenn Sie aber noch Kopenhagen kommen, dann versäumen Sie nicht, sich das Polizeipräsidium anzusehen. Man wird es Ihnen gern zeigen, und Sie werden an Paris denken müssen: an jene staubige Festung aus der Cite, wo geronnener Airgstschweiß on den Wänden klebt, und wo man Ihnen einen Unterricht in französischer UnHöflichkeit gibt, einer sehr seltenen Sache, daher wird sie den Fremden auch zuerst gezeigt. Ja, Kopenhagen... Ob Fahrrüder schwiimnen können? Es wäre ja denkbar, daß die 1372 eines Nachts ausbrächen, dann rollen sie mutterseelenallein durch die Stadt, an den Hafen, stürzen sich ins Wasser, durchschwimmen die See, von der ich nie lernen werde, wie sie heißt: Kattegat oder Großer Bett oder Kleiner Veit. und dann fahren sie dahin, nach dem Festland, wo sie gleich in eine politffche Partei eingereiht werden. Am nächsten Morgen kommt der dicke Mann in den Fahrradzwinger, findet ihn leer und kratzt sich hinter den Ohren. Am Abend sind alle Fohrräder wieder da: es hat ihnen drüben nicht gefallen. Das kann man keinem verdenken. Grüß Gott, Kopenhagen...! Dos Gehör der Eulen. Die Eulen hoben ein vortreffliches Gehör, weil die Ohröffnnng bei ihnen sehr weit und durch«ine Hautsalte zu einer Art Ohnnuichct umgebildet ist, die noch dadurch vergrößert ist, daß sie ringsum von strahlenden Federn umgeben wird. Auf dicfe Weife können die Eulen möglichst viel Schallwellen auffangen. Der Erfinder des AUkrostops ist der holländische Türhüter An thony van Leeuvenhoek, Delst, der Mitte des 17. Jahrhunderts so viele seltsame Dinge durch seinen selbstzusammengestellten Apparat sab, daß seine Zeitgenossen über seine Verrücktheit nicht genügend lachen konnten. Walter Mamburg im Itebel In diesen Wochen liegt die Handelsmetropole an der Elbe fast ständig in wallenden Nebelgebirgen. Nur London hat noch diesen gelben Dunst, der jeden Lichtschein schon aus zwanzig Schritt Eni- sernung oerschluckt— und an so einem Ncbeltage hatte denn auch eine junge Dame in einer Parkanlage ihre Begegnung mit einigen Gentleman-Räubern. Sie wollten ihr die Hondiosche entreißen. Das Mädel, beherzt, hielt die Tasche fest und ließ sich auf Erörte- rungen ein.„Bitte", sagt« sie,„ich habe ganze fünf Mark bei mir. Gestern war ich nämlich aus dem Arbeitsamt. Hier ist meine Stempel- karte!"— Da gaben die Herren Räuber ihr alles zurück, zogen den Hut und luden sie— zu einer Tasse Kaffee ein, um die Weltwirt- schaftslage gemeinsam zu besprechen. Demi die Herren waren Kollegen: auch orbettslos. Man hat van diesem Vorfall überall mit gleichem Gniseln wie mit lachendem Gesicht gesprochen. Mag ein Ueberfall, so oder so, kein« schön« Tat sein, die kleine Geschichte zeigt uns doch, daß die Ritterlichkeit noch längst nicht ausgestorben ist. Jeder, so scheint es, ignoriert auf seine Weise die Polizeioor- schrfften. Ileberfälle sind verboten und strafbar— wer gegen die Konzejsionsgesetze bei Lichtspielvorführungen verstößt, tonn ebenfalls in Strafe genommen werden. Professor Piccard, der Stratosphärenheld, ein Mensch von großem Humor, hielt auch in Hamburg seine Vorträg«, begleitet von Lichtbildvorführungen. Im großen Mieffaat brannten neben der Leinwand zwei starkkerzig« Glühbirnen weiter, als olles verdunkelt war.„Licht aus!"' schrie Piccard, mib seinem langen Erklärungsstock fuchtelnd, denn es lieh sich nicht leugnen, daß der Film unter Zwielicht litt. Aus dem Publikum rief einer zurück:„Notbeleuchtung— Polizeivorschrfft!"— „So," sagte Piccard,„ich möchte d i e Polizei sehen, die mir ins Handwert pfuscht", nahm den Stock und— klatsch, klirr— zerschlug �ie Glühlampen in Scherben. Dann konnte er seine Erklärungen ungestört zu Ende führen. Er sah wirtlich die Polizei nicht. Sie mag klug genug gewesen sein, sich zu sagen, daß man bei einem einmaligen wisseiffchasttichen Vortrag mit anderen Maßstäben messen muß als bei Unterhaltungsfilmen, die täglich zur Aufführung gelangen. Jedenfalls traf aber Piccard doch noch den Polizeiteutnaut wieder, der vor dem Vortrag die Sicherungsbestimmungen in seinem Saal« überprüft hatte. Der uniformierte Ordnungsholter prüfte im „Alkozar" an der Reeperbahn die Sichenmgstnethodeit und wallte eben das Ballhaus verlassen, als Piccard eintrat. Höflich grüßend trat er zur Seite.„Ah, lieber Freund," lachte Piccard,„mir ist gerade der Unterschied zwischen uns beiden aufgefallen!"—„Nanu, Herr Professor?"—„Ich muß mich beruflich in dünne Luft be- geben," schmunzelte Piccard,„Sie in das Gegenteil..— Sie drückten sich die Hand und hatten sich verstanden. Piccard wollt« natürlich nach einer Stund« schon schlafen gehen: da ihm jedoch ander« Prominente vom„Alkozar" erzählt hatten, interessierte ihn natürlich der dort plakatierte„Weltrekord der Technik des Vergnügens". Auch er sah sich also das ganze Programm an und fand, wie er erklärte, die„heiterste Seite des Lebens" behaglicher als die Stratosphären- bombe in ihren besten Momenten— und nicht weniger über- raschungsreich. Die Rumbareoue soll ihn zu besonders intensiven Relatioitätsbetrachtungen angeregt haben. Doch nicht nur von außerhalb kommen die Originale. Auch in Hamburg selbst wachsen welche. Man nennt sie„Ktämüsterer", weil sie sich mancherlei zusammenspintisicren und daraus die Konsequenzen der Tat ziehen. So empörte es einem Herrn N. N., daß die Sparkasse ihm nur 3 Prozent Zinsen zahlte, aber den Hypothekenschuldncr» 8 Prozent und«ine Abschlußprovision abnähme. Er schrieb der Sparkasse einen Brief, daß cr als Geldgeber— 300 Mark be trägt sein Guthoben— mit dieser Geschüftssiihrung nicht einvcr standen sein könne und sofortige Abstellung verlange. Daroiff wurde er eingeladen, zwecks erklärender Rücksprache einmal zur Sparkasse zu kommen. Man werde ihm gern alles rntseinandersetzen. Herr N. N jedoch schrieb zurück, er fordere hiermit einen der Direktoren auf, zu ihm zu kommen, und zwar nachmittags zur Teestunde zwischen 17 und 18 Uhr, denn als Finanzier des Unternehmen-.' könne er verlangen, daß man ihnt in feiner Wohnung und zu einer von ihm bestinnnten Zeit den verlangten Bericht erstatte, wie auch sich nach seinen Anweffungen richte! Nun hat die Sparkasse das abgelehnt, denn diese Forderung dürfte sich auf Grund der Satzungen. die ja jeder Sparer kennen muß, nicht rechtfertigen lassen, und hat ihm nahegelegt, sein Guthaben zurückzunehmen. Dos paßt Herrn N. N. auch nicht— er soll die Absicht haben, bis zur höchsten Instanz sein nach seiner Meinung bestehendes Recht zu verfechten. Weniger schön ist die neue G i s t g a s a s s ä r e im Industrieviertel Rothenburgsort. Dort sind eine Anzahl Arbeiter in einer Werkstatt erkrankt, die einer Metallschmelze gegenüber liegt. Beim Metallschmelzen werden mancherlei Gase frei, die bislier immer gefahrlos entwichen sind. Jetzt, bei dem trandicken Nebel und eigenartigen Wind, müssen bisher unbekannte oder wenigstens nicht identifizierte Gase den Weg in die gegenüberliegende Werkstatt ge- sunden und die Arbetter vergiftet haben. Sie liegen alle danieder, mancher glücklicherweise nur leicht oergiftet, und inzwischen arbeitet man fieberhaft, um den Fall zu klären, was darum nicht leicht ist, weil dns spezifische Gewicht der Lust, der Nebel mit der relativen Feuchtigkeit und genau der gleiche Wind wieder wie am Unglücks- tage auftreten müßte, um wirklich zuverlässige Schlüsse zu ziehen. Sensationen sucht man auch in der Elbe— sie sind nicht leickt zu finden, und darum ist ein Ballhaus auf die Idee gekommen, sich den Ozeanflieger Johann sen zu verpflichten, der nun jede Nacht, etwa zwei Stunden nach Mitternacht, im Taitzlokal Haupthcld ein r Revue seiner Unglückssahrt über den Ozean und seiner glücklichen Rettung ist. Diese neue Art von Barietelausbahn scheint der Schluß- stein im Ruhm« mancher Tagesgröße zu sein, denn wie viele, von denen ein paar Wochen lang überoll gesprochen wurde, haben sie schon versucht— eigeittlich immer mit einem schon nach wenigen Monaten sichtbaren Mißerfolg. Es imereffiert sich in dieser schnell lebigen Zeit niemand länger als 14 Tage für ein im Anfang, och, so„weltbewegendes" Ereignis. Soll man darum trauern? In der Geschichte der„Freien Hansestadt Hantburg" und gar in den großen .Folianten der Weltgeschichte werden die meist schon aus Abenteurertum begonnenen Rekordversuche gewiß keinen breiten Raum ein- nehmen. Wir haben andere Sorgen— und es scheint auch, als such? das Publikum andere Arten von Unterhaltung. Die immer wieder versuchte Darstellung von Natur- oder Leidenschastskatastrophen ver- mindert eher das gesunde Vergnügen, als daß es di« Laune erhöht. Und ein bißchen gut« Laune Hot ja jeder so nötig. Jtr. 79* 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 17. Februar 1932 Arbeitsbeschaffung und Wohnungsbau! Sozialdemokratische Gesetzentwürfe im Reichstag. Die sozialdemokraksche Reichslagsfrukticm hat soeben zwei Gesehentwürse über Zlrbcitsbeschassuvg und Förderung des Sleiuwohoungsbaues. sowie über die Umgestaltung der Haus- zinssteucr im Reichstes eingebracht. Die Notwendigkeit der Arbeitsbeschaffung ist größer denn je. Di« Zahl der Erwerbslosen hat 6 Millionen überschritte». Aus dem Nückgang der Ausfuhr, der trotz der miederhalten Lolzn- senkung bereits eingesetzt hat, droht weitere Vermehrung der Arbeits- losigteit. Infolge der Zwangseingriffe am Kapitalmarkt ist die innerdeutsche Kapitalbildung mangelhafter denn je, während gleich- zeitig die Kapitalslucht trotz schärfster Gegenmaßnahmen nicht zum Stillstand gebracht werden kann. Am schlimm st en ist die Situation im Baugewerbe. Während wir 193Ü noch über 300000 Wohnungen gebaut haben, sind 1931 nur noch 200000 er» richtet worden. Im Jahre 1932 aber muß die Wohnungsbautätig- keit gänzlich zum Erliegen kommen, weil weder private'noch öffent- liche Mittel zur Verfügung stehen. Schon im Jahre 1931 waren durchschnittlich 68 Proz. aller Bauarbeiter erwerbslos, und gegen- wärtig beträgt die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe sogar 90 Proz. villi mehr. Dazu kommt, daß auch die öffentliche 5) a n d wegen der verschärften Finanznot nicht mehr bauen kann und. die Errichtung von Verwoltungsneubautcn durch die Notoer- ordnung ausdrücklich untersagt worden ist. Andererseits ist der B«- darf an Kleinwohnungen zu erschwinglichen M i e t e n n ach w i e v o r g r o ß. Die Tatsache, daß einige teure Neubauwohnungen und eine größere Anzahl großer Wohnungen zur Zeit leer stehen, ist von den Gegnern des öffentlichen Wohnungs- baues dahin aufgebauscht worden, als ob wir überhaupt keinen Bedarf an Neubauwohnungen mehr haben. Zn Wahrheit muß man unter normalen Verhältnissen noch ans 3ahre damit rechnen, daß in Deutschland jährlich 250 000b neue Wohnungen gebraucht werden, weil so viel jährliche Eheschließungen zu erwarten sind. Nur während der Dauer der Krise wird dieser Wohnungsbedarf nicht in vollem Umfange fühlbar, weil die Eheschließungen wegen der ansicheren wirtschafllichen Verhältnisse stark eingeschränkt werden. Damit wird aber der Wohnungsbödars nicht auf- gehoben, sondern nur aufgestaut und, sobald die Krise vorübergeht, mutz er sich in doppeltem Maße bemerkbar machen. Arbeitsbeschaffung und Förderung des Klein- Wohnungsbaus sind also zwei Fragen, die aufs engste miteinander zusammenhängen und die mit möglichster Beschleunigung gelöst werden müssen. wenn nicht eine weitere Verschärfung der Wirt- schastskrise eintreten soll. Diesem Ziel dienen die sozialdemokratilchen Gesetzentwürfe. Es kann mir erreicht werden, wenn die Mittel zur Finanzle- rung der Arbeitsbeschaffung und der Bautätig- keit sofort bereitgestellt werdem Die Erdrosselung des öffentlichen Wohnungsbaues ist eingetreten, weil die Regierung Brüning die chauszinssteuer abgebaut und den Hausbesitzern Mil- Karden an Steuergeschenken in Aussicht gestellt hat. Durch die Not- Verordnung vom 6. Oktober 193l wird die Hauszinssteuer vom 1. April ab um 20 Proz. gesenkt. Die Notverordnung vom 8. De- zember 1931 hat angeordnet, daß die Hauszinssteuer vom 1. April 193ö und vom 1. April 1937 ab jeweils um weitere 23 Proz. ab- gebaut werden und daß sie vom 1. April 1940 ob überhaupt in Fortfall kommen soll. Di- Sozialdemokratie ist die schärf st c Gegnerin dieses Abbaues der Hauszins st euer, der den Haus- besttzern in einer Zeit größter Finanznot ungeheure Sonderprofite ermöglichen würde. Es geht aber nicht an. die Senkung der Haus- zinssteuer um 20 Proz. vom 1. April dieses Jahres ab einfach wieder rückgängig zu machen. Denn wir haben inzwischen die zehnprozen- tige Mietsenkung bekommen, und die Hausbesitzer brauchen in der Regel die Ermäßigung der Hauszinsstcuer, um die Mietsenkung tragen zu können. Infolgedessen schlägt die Sozialdemokratie in ihrem Gesetzentwurf über die Umgestaltung der Hauszinssteuer vor, die hauszinssteuer auf eine völlig neue Grundlage zu stellen. Die jetzige hauszinssleuerbelasluvg soll in eine öfscntliche Revtenschuld umgewandelt werden. Die Renlenschuld soll 20 Jahre laufen und kann innerhalb dieser Zeit durch Zahlung eines cnisprecheudc» kapiialbctrages abgelöst werden. Durch genaue An- passuug der Rcnlenschuld an den Gewinn, den der einzelne Haus- besitzer durch die Znslaliou gemacht hat, soll ein höheres Auf- kommen als bei der tjauszinssteuer erreicht werden, ohne daß eine allgemeine Mehrbelastung der Hausbesitzer eintritt. Ilm die klelueu Hausbesitzer zu schonen, ist bestimmt, daß die Häuser bi» zu 5000 M. Friedenswert von der Rentenschuld voll- ständig b e s r e i t werden, während bei den Grundstücken bis zu 10 000 M. vorkriegswert jegliche Mehrbelastung gegenüber dem bisherigen Zustande ausgeschlossen werden soll. Selbstverständlich sind sür die Erwerbslosen dieselben Vergünstigungen vor- gesehen wie bisher und ebenso soll sür die leerstehenden Wohn- räume wie bisher ela Erlaß der Rentenschuld erfolgen. Auf diese Weise wird erreicht, daß auch im Rechnungs- jähr 1932 öffentliche Mittel f ü r den Wohnungs- bau verwendet werden können. Aber diese öffentlichen Mittel reichen nicht aus, um angesichts des völligen Daniederliegens des privaten Kapitalmarktes die Bautätigkeit genügend in Gang zu brin- gen. Deshalb sieht der sozialdemokratische Gesetzentwurf über Ar- bcllsbeschassüng vor, daß weitere Mittel für den Wohnungsbau durch Auflegung einer Reichsanleihe für Arbeiksbefchaffung flüssig gemacht werden sollen. Diese Reichsanleihe fall so gestaltet werden, daß sie insbesondere geeignet ist, das in großem Maße ge- hamsterte Bargeld aus den Spar st rümpfen wieder her- ouszulocken und wieder für die Wirtschaft nutzbar zu machen. Bon ihrem Ertrage sollen zwei Drittel für den Wohnungsbau, der Rest für andere ösfenllich« Bauten, insbesondere für Straßenbautcn usw. verwendet werden. Die Fraktion wird den Gesetzentwurf in den nächsten Tagen ebenfalls im Reichstag einbringen. Diese beiden Gcsehesvorlagcn der Sozialdemokratie, die bis In alle technischen Einzelheiten ausgearbeitet find, stellen gesetzgeberische vorarbeiten von weilkragcnder Bedeutung dar. Sie iveisen einen Weg zur Arbeitsbeschassung. der sofort gangbar ist. Dabei werden keinerlei Znslations- und kredilexperimente gc- macht, die im Ergebnis der Arbeiterschaft nur schaden und nicht nützen würden. Ebensowenig werden utopische uod wirtschastsvernichtende Slcucrplöne entworfen, mit denen die Kommunisten die breiten Massen einzusangen versuchen. Der Reichstag wird durch die beiden Gesetzentwürfe vor eine bedeut- same Entscheidung gestellt: Wenn er verhindern will, daß die Ar- beitslosigkeit weiter ansteigt und das Wirtschaftsleben vollends Z»- sammeobricht, dann mutz er diese Entwürfe mit größter Beschtcuni- guug annehmen. Hapag und Lloyd sanierungsreif? Geheime Subventionen für die Schiffahrtskonzerne. Wie die Oesseutlichkeil erst jetzt crsährt. mußte das Reich über die Rcichskredilgeselljchasl den großen Schiffahrtskonzernen um die Jahreswende mil einem Kredit von insgesamt 20 Millionen Mark beispriogen. hiervon erhielten hapog und Lloyd je S Millionen Mark, die anderen Reedereien 4 Millionen. Diese hilssstellung mußte gewährt werden, um kasienschwierigkeilen der Großrcedereien zu überwinden. Es muß zunächst ollerslärkstes Befremden hervor- rufen, daß von dieser großen neuen Subvention unter Staats- garantie die Oefsentlichkeit erst zweit Monate später zufällig Kennt- nis erhielt. Der Rcichssmaozwinisterium hatte bereits im herbst vorigen Jahres eigenmächtig die Reedereien von der Jndustrieum- läge(für Reparationen) befreit und auf diese Weise mil einer jährlichen Subvention von llö Millionen Mark bedacht. Auch in diesem Falle ist eine Informierung der Oefsentlichkeit nicht für not- wendig erachtet worden. Mit aller Entschiedenheit muß gegen diese uferlose geheime Suboenlionierung aus dem Verwaltungswege ver- wahrung eingelegt werden. Wenn das Reich zur Stützung von Großunternehmungea in ihrer höhe und in ihrem Risiko kaum ab- sehbare Garantien und Kredite übernimmt, für die letztlich ja die Allgemeinheit, das heißt der Steuerzahler hastet, so ist es das mindeste, daß hierüber die Oesfenstichkcit rechtzeitig informiert wird. Es wird versicherte daß diese Kredite zunächst nur als U e b e r- b r ü ck un g s k r e d i t e gegeben wurden und am 1. April d.J. zu- rückgozahlt werden sollen. Die„Frankfurter Zeitung" jnernt hierzu mit Recht, daß angesichts der zugespitzten finanziellen Situation der Konzerne kaum eine Möglichkeit besteht, daß die Reedereien den Reichskrcdit zurückzahlen tonnen. Wie ist es zu dieser Situation gekommen? Hapog und Lloyd haben an sich in der Wiederausbauperiode der deutschen Wirtschaft einen erstaunlichen Aufstieg genommen. Diese Entwicklung ist in erster Reche durch die reichlichen Ent- schädigungsbeiräge des Staates zum Wiederaufbau der Handelsflotte und durch die Ausdehnung des Fracht- und Passagierverkehrs in der Prosperitätsperiode begünstigt worden. Die«chiffahrtskrrn- zerne haben aber in dieser Periode das Augenmaß verloren und eine übermäßige Expansionspolitik durch unentwegt« Neubauten und Angliederung betrieben. Allein in den beiden Jahren 1929 und 1930 erhöhte sich das Schiffskonto der beiden Grohreedcreien um fast eine Viertel- milliarde Mark. Es wird zwar immer wieder von Nord-Lloyd b«- t- u e r t. daß die beiden Rekordschiffe„Europa" und „Bremen" bisher mit Ueberschüsfen arbeiteten und euren Prestige- gewinn für die deutsche Schiffahrt brachten. Die weiteren Renta- bilttätsaussichten sür diese Luxusschiffe sind ober alles weniger als günstig, die inzwischen ein Wettrüsten um das„Blaue Band des Ozeans" eingesetzt hat und in kürzester Zeit englische, französische und italienische Rekordschiffe gleichen Kalibers mit den Nord-Lloyd- Dampfern um den Amsrikaverkehr konkurrieren werden. Auch hier aber erweist es sich als verhängnisvoll, daß das übermäßige Neubauprogramm, ober auch die Angliederung(Wieder- avkauf des Hamburg-Süd-Aktienpakets durch Nord-Lloyd— die Begleitumstände dieser Aktion hat die Oefsentlichkeit mit Recht als eine sehr peinliche Nord-Lloyd-Asfäre empfunden) mit kurz- sristigcn Krediten finanziert wurde. Vach in der Oefsentlichkeit bekanntgewordenen Angaben belaufen sich die Bankverpflichtungen der hapag auf fast 100 ZNillionen Work. In der Nord-Lloyd-Bilanz van 1930 wurden 73 Mill. Mark kurzfristige Verpflichtungen ausgewiesen, hauptsächlich Auslandskrcdire. In dieser labilen Situation sind die Großrcedercicn In die Krise hin- eingegangen. Der Frachtverkehr ist stark zurückgegangen, noch stärker sind die Frachterträgnisic abgesunken. Die Personen- bcförderung von Hapag und Nord-Lloyd ist im letzten Jahr auf 220 000 Passagiere gegenüber 300 000 im Vorjahr gesunken. Dazu kommt noch die Abwanderung aus die billigeren Schiss-klassen. Es hat sich fo eine große Uebcrtonnage herausgebildet, die Ein- nahmen sind gesunken: dagegen blieben die hohen Schiffs- Unkosten(allein Abschreibungen rund 30 Mill. Mark bei Hapog- Lloyd) und der hohe Zinsendienst weiter bestehen. Die Lerwaltungs- kostenerfparnis war verhältnismäßig gering. Der bisherige Gemein- schaftsvcrtrag bezog sich im wesentlichen nur auf die Gewinnoer- tcilung, es bestand aber keinerlei wirkliche Gemeinschaftsarbeit, der innere Konkurrenzkampf ging fort. Im Jahre 1930 konnte die schwierige Situation noch durch den Strom der Fraigabegeldcr, aus dem die Dividenden bestritten wurden, vordeckt werden. Dieser Strom ist indessen ver- siegt. Die Freigabcratcn wurden von Amerika aus einem besonderen Fonds bestritten, der aus den direkten Reparationszahlungen Deutschlands an Amerika aufgefüllt wurde. Da durch dos Hoooer- Feierjahr alle deutschen Zahlungen in Fortsall gekommen sind, ist zunächst auch die Auszahlung der Frcigabcgclder unterbrochen. Wie dieser Ucbcrblick zeigt, ist die übermäßige Expansion der Schiffohrtskonzerne an der kritischen Lage in hohem Maße schuld. Zur Bereinigung erscheint eine umfassende Reorgani- sakion erforderlich. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, Hot die lose Interessen- gcmeinschaft von Hapag und Lloyd sich nicht günstig ausgewirkt. Wahrscheinlich wird man nur auf dem Wege der L o l l f u s i o n ütid eines Abbaues des übermäßigen Vcrwaltungsapparats, insbesondere in der Spitze, und durch eine wirklich enge Gemeinschaftsarbeit der sehr ernsten Schwierigkeiten Herr werden können. Es ist aber unbedingte vstichl der Regierung, nachdem sie ein- mal mit so beträchtlichen Mitteln belgesprungcn ist, sich eine» Einfluß auf diese Entwicklung zu sichern und durch Einwirkung und Kontrolle die Bereinigung zu beschleunigen. Wenn die Vermutung zutreffen sollte, daß die Reedereieu den Ueberbrückuugskredit nicht zurückzahlen können, so muß dem Reich auckz kapilalmähig der entsprechende Ein- fluß gesichert werden. Warum der Maulkorb? Wieder amtliche Börse, aberVerbot derKuröverösfenllichung Der preußische Handelsminister hat den Vörsonoorständen gestern mitgeteilt,— wir berichtete» darüber schon kurz— daß gegen die Wiedereröffnung der Börse keine Bedenken mehr bestehen. Die Ciü- schcidung über die Börsenösstmng liegt jetzt bei den einzelnen Börsen- vorständen, und man erwartet spätestens zum i. M ä r z die Oeff- nung der Börscnsäle für das Publikum. Die Aufsichtsbehörden glauben, daß Angebot von Kapital und Nachfrage nach Werten jetzt wieder in einem ausgleichbaren Zustande sich befinden. Sie glauben ferner, daß das Publikum den Schutz eines geordneten und staatlich bcaufstchligten Wertpapiermarktes nötig hat. Darum wieder amtliche Börse. Es ist verständlich, daß man in einem Punkte den Barsen- verkehr beschränkt hat. Bei den Banken liegen als Deckung für ge- währte Kredite sehr große Wertpapierbestände, und das Interesse der Banken ist begreiflich, sich durch den Berkaus der Effekten Geld zu machen. Dieser Verkauf bleibt vorläufig verboten: man will später diese sogenannten Exekutionen systematisch und planmüßig durchführen. Absolut unvcr stündlich aber ist die Tatsache, daß trotz der Wiedereröffnung der amtlichen Börse an Stelle des bisherigen privaten Handels von Bank zu Bank die A e r ö f s e n t l i ch u n g der Kurse verboten beibt. Es darf zwar über die Tendenz in der Presse berichtet werden, so wie es in den letzten Monaten schon geschah, Kurse dürfen aber nicht genannt werden. Warum gerade das nicht gefätehen soll, nachdem gegenwärtig jeder Bank- künde bei seiner Bank die Entwicklung der Kurse tagtäglich einsehen kann, ist wahrlich ein Geheimnis der Behörden. Ob Kurse ver- öffentiicht werden oder nicht, ist mehr als eine Angelegenheit büro. Einer von Tausenden.... Er rauchte Lande-Auslese, als sie nach 5 Pfg. kostete— er beobachtete neugierig Ihre Qualität, als ihr Preis auf 4 Pfg. gesenkt wurde. Lande-Auslese behielt das köstlichreine Aroma, das er liebte. Er blieb bei Lande-Auslese— und sparte,- In jeder Schachtel eine Seidenstickerei- im $£££ Etwas Besonderes für 5 Pfg- AUSLESE Zigaretten, köstlich bis zum letzten Zug « Lände Preis mit Gold• Lande Ohne(ohne Mundstück) tratischen Ermessens der DeHörden. Es ist ein« außerordentlich ernste Angelegenheit des Vertrauens, denn das Publikum wird immer hinter dem Verbot der Äursoeröfsentlichung Risiken uermuten. die vor ihm geheimgehalten werden sollen. Der Preis, der hier für bürokratische Kurzsichtigkeit, deren Quell« wir freilich in erster Lmi, bei Reichsstellen vermuten, bezahlt Werden muß, lohnt sich nicht, und es muß gefordert werden, daß das Verbot derKursveröffentlichungschleunigst fällt. Die Notenbankresorm in LlSA. Das Repräsentantenhaus hat das Gesetz schon angenommen. Das amerikanische Repräsentantenhaus hat nach dreistündiger und erregter Debatte mit der überwältigenden Mehrheit von Äü gegen l S Stimmen die sogenannte Steagall-Glah-Bill angenommen, über deren Inhalt wir kürzlich berichtet haben. Das neu» Gasetz will den amerikanischen Notenbanken in der Kredit- gewährung gegen cherelnnahm« von mehr Wertpapieren größere ssreiheit gewähren und damit sowohl den privaten Banken ein« größer« Zahlung?- und Kreditbereitschaft sichern al« auch nach Mög- llchteit der Wirtschaft einen neuen Austrieb geben. Nach der An- nahm» im Nepräsemantenhaus ist die Bill sofort zur Beschlußfassung dem Senat wettergeleitet warden. Auch im Senat er- wartet man schnell» Arbeit. Di« Durchsetznng des Gedanken», durch«ins Mobllmachung der Banken zugleich das Mißtrauen der Bankeinleger wie auch die wirt- schasllichen Schrumpiungserscheinungen der Deflation zu bekämpfen. «rsolgt» überraschend schnell. Daß die Börse in New Zork und im Gefolge auch in Europa den amerikanischen Plan mit einer scharfen 5)ausse beantwortete, scheint die anfängliche Skepsis in den Nsw-Torker Finanz- und Bankkreisen schnell zurückgedrängt zu haben. Man hat sich auch dort jetzt auf den Standpunkt gestellt, den da» amerikanische Schatzamt bei der Bekanntgabe der Bill ver- treten hatte, daß inschationisttsche Wirkung«» nicht einzutreten brauchen. Man erwartet setzt auck, m New York in erster Linie eine Festigung des Vertrauens bei den Bankeinlcgern. den Rückfluß der gehamsterten Note» und Goldmünzen in die Banken und fordert von den amerikanischen Notenbanken nur. daß mit dem zurückfließenden Geld die Bestände an Staatsanleihen bei den ame- rikanifchen Notenbanken verringert werden. Frellich erwartet man «in, Preissteigerung für Rohstoff«, also in erster Linie für Textilien und Metalle, die aber wiederum nur der erwarteten »erstarkten Nachfrage Ausdruck gaben oder eine stärker« Nachfrage heroorlocken würde._ Staatssekretär Krüger über„Osthilfe". lieber das Thema„Ost- hufs" wird am Donnerstag, den 18. Februar, 8 Uhr abends, im chörfaal Ist der Landwirtschaftlichen Hochschule Staats- felretär Dr. Krüger vom Preußischen Landwirtschaftsministerium sprechen. Veranstalter ist die agrarpolitisckze Arbeltsgemeinschaft an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. Frankreich hat den lSprozentigen Zoll aus englische Kohle wieder ausgehoben, wie der englische Handeloministex mitteilte. »l-iuftu-gv,(äi Mde ftobrll ftnö petita®© et. tüa&taltrali» Parteinachrichten fm Groß-Derlin stet,«, de»®«jtrt»lctretnn«J e. Set. Z Tr-vve» r�dt».»» richte» Vereinigung sozkultzemokrutischer Juristen. 19. Ätfitnoi. A Uhr, w, Saal Z des Pschurrheusts. T-llsudie-. "'"'-«e Rechtipeet�tis».%t\f '~MI> »och. 17. PfsJlniar, IDU Uhr, tat Sumetortuw©flmrw» des S-nsss«n$f. Sirnfntb Wrinborg.©U Adt-llansos i. Dir B«nnrr uub rntsjuhnlngrit.— l. Ärri» Nebeitcr l.»reiz. Heut«. Mi»noch. 17. dort Cinüfcdetung betüRne« sich rezs. vehlfahrt."" lolutheim» WWW Z, Lrri». tierntttiat lofw Nitglirder a W. I oerordnun«." Ziefrrrnt: Dr. Ziorder. t.»rris. Freitag, IS. Sttoar, lau Uhr. Sitzmiz de«»nzoran arrisoor. stand«, mit drn elbtrllun�sleitrrn dri� Alu». � �_ 5. ttreto. Donnrtato Imotro HmiB ind.SRaUntoa'.—, atarten. CiniiUtsnrrts«0 Pf. Aarten sind blt drn Auntttanärrn der .eindrrfrrundc und Arbeitsrtoortlcr zu habrn. Freitag. IS. Frdruar. 20 Uhr, in der Schulau la, NO. IS. Arird-nsN. ZI, Berauftaltuna drr FTGB.! ..Darum FroilSrperkultur?'- a* fprechrn Aerztr, Lehrer, Sportler u. a. killtritt frri. e» handelt_ sich um Irtne Sffantlich, Parsanmilunz. Dt« Brzirksprrordnrtrntrakttan mit W>............. Zimmer l eeuiu.» gcbung der 128. Atteilung IM keselitchottohau» Serllne« SN. 102. Ke» nasse Möller, M. d. R.. svricht über:..Glaubt Silier leibst noch an die Wunder de« Dritten«eich«,?" Fabneneinmarsch der Sportler. 8,«bt. Mittlvoch, 17. Februar. 15 Uhr, Zusammenkunft der erwerbslosen Partetinilglleder bei Rllckert, Steinmetzstr. Zsia.„Was geht im Doh- nungswesen vor?" Referent: Otto Most. 10. Abt. Donnerotag, IS. Februar. 20 Uhr. bei Stein, Holstelner Ufer 14, Fu, sammrnkunft der iünoera» Parteimitglieder..Lugend und Partei.-' Nefe. rent: Dr. Dalter Sroft.... 20.«dt. Donnerstag. IS. Februar, 20 Uhr.«nsspracheabend der süng-r-n Parteiooncssen bei Stenzel. S6)wedenstr, 1Ü. Thema: Rudland. 2Z. Abt. Mittwoch. 17, Februar. 20 Uhr. in der Schule Pasteurstr. U— 15, guiillninenkuntt iiingerer Parteimitglied«t,„Die Bedeutung des Reichs» vrSsidenten." Referent: Heinz Löwi. 27. Abt. Mittwoch. 17. Fcbrnar. 20 Mir. Zusammenkunft der sstnaeren Partei, mitolieder in der PaNsspeit-hallc chleimstr. äs..Lapau— Ehins." Refe. rentin! chen�ssin Schulz»,»üo-rl>itz. 74. Abt. Fischte!. Mittwoch. 17. Februar. 20 Uhr. Mitgltederversamml'inq tm Waldbau». Spandauer Straße. Vortrag he» S-nossen Hermann Schlwim» o�m ADGP. 74». Abt. Mittwach. 17. Februar.»0 Uhr, bei Schneider. Potsdamer Str. 25. MitaNedernersammluna. Genosse Franz W-gen-r sprichst über:„Rexarn. >>"N?N und AußenpoNtik-'. «.«dt. Mittwoch. 17. Februar,»0 Ubr. im Rugendhelm Treptower Str. 05. Zusammenkunft der lungeren Parteiwilglieder.„Finanzpolitische Frag,» Deutschlands." Referent: Genosse Sturist. 117. Abt. Mittwoch, n. Februar,>6 Uhr, Zusammenkunst der erwerbslosen Parteimitglieder an bekannter Stelle. IIS. Abt. Mittwoch, 17. Februar. 20 Uhr, Im Suzendhelm Gunterstr. 42 Zu. iommenkunst»er längeren Parteiin italteder. 114. Abt. Donnerstag. 18. Februar, 15 Uhr. an bekannter Stelle Zusammen. kustft der crw-rbaloscn Parteimitglieder, li-ih Uhr Vortrag des Genossen Dr. Norbert Marr. ISO. Abt. All, Mitglieder werden gebeten, nach Möglichkeit an her ilffentlichen »undgedung der 128. Abteilung im<3eseIIschgst»havs, Pankow, Berliner Straft« 102, teilzunehmen. ArasenveraoftaNangea. kZ.«ldt. Mittwoch. 17. Februar, bei Schmidt, Biolei str. 17.„Freuen tm Aampf gegen dl« Rw." Refergntin: Helene Michaelis.. 77. Sdt. Mittwoch. 17. Februar. 20 Uhr, bei SürgM. Larbarcssastr. ue. "' 1Ä3Z und die Zlufgabsn d«t Frauen." stefM „»ampfjahr lfereut: Hans Bauer. Bezirksausichutz für Arbellerwohljahrl. 14.»reis R-ukölln. Freitag. 19. Februar. 18'� Uhr, Ruthaus.ZsuMln. SitzungssaQl Nr. jöT, Swrsusabead. G�rosM Paula KuDgaß spricht Uber. 1Z7. s��FreUaa!°lS. �«b'ruar. Z0 Uhr. Reinichendorf.West. Sichbornwu 02. bei Mutter», Sitzung der Arbeit �Wohlfahrt. Di, Genossen 0« Kssultl'chcn Wohlfahrt beieUigen sich daran. Aibeltsgemeivschaft der Slndersreuude Groß-BerUn. gvms Mitte. Heute det.Mge» II« all« Helfer an der gemetnsamen EWl Sitzung mit der SAJ. bei Lohann. Driiderstr. IS. 20 Uhr. S4n* Frirdruli-hain. Hellte. 18 bis 20 Uhr. Bolkstanzabend in der Litauer Str. 18. Abrechnung der Karten. Oieulül» und Treptow. Helferkreis. Morgen. Donnerstag Heller- fchulung um 20 Uhr in der»arl-Marr-Schule- Thenui:„Pclitl He '. w___.IN_________ tJ OT f. r Aag"�in der Gruppe''- Abt. Quelle, veute. Mittwoch. Bunter '»«iV�Si��r�D�nerowg�lL? �drua?.°Vclfe?a�eitsg,alcinsSast um 19s z Uhe im�eim»onterstrafte- Am Freitag, dem 1». Februar, foi�cn olle Lichteuberger Gruppen um mh Uhr»« Sintziltuud« im Heun Sltu.'lrstrao� zusammen. Erscheint recht zahlreich- Sterbetafel der Groß.Verliner parlel. Organisation 27. Abt. Unk« Genosse August Geiger. Sleimstt: SS. ist verstorben. Die 1». Februar. 19 Uhr. Im Slrematarium K>ir,w-urave. o°r..i«a irtei-iliftunn erbeten« �cr A b j-ois unysvoritan s. ca. Abi. At! 18. Februar verstarb unier Genosse Allhelm Buliecsalk. köll». W-ichs-Istr. 88. im Alter von 47 Sohren. Wir verlieren in ihm noch 25ig,r Ml-gliedschait einen unermüdliche!,»amvl« und FunMouar. Ehre seinem Andenken. Stnäfcheruns am Vounrrotag. d-m 18- Fedruar. 18 th Uhr. im Aromatarium Paumschulenipig. fflS°z!Mss!«eArbeiterjWe»dKwS'VerlilI Stniendunarn Istr dl«!» Rubrik nur an das Sugcndstkietar!» BicRb SV 88. eindenstraß» 1 varn 1 Trepp» recht». Heule. Mittwoch. 17. Zebruar. 1g>j Uhr: Gefundbrueuev n, Seestr. 84. Stellungnahme»ur ffleorMlwsammlung.- Gelllndbrunucn(51.. F.); Sotenburger Str- 2- Geschichte do, Sozialismus.- ' wholtzpletzi ench.ner StQ�- 5�d«kursu».— U veommn. ?»�'�uZs'« Lusi-�schuSorror����»oommost� W !. und II. Internatranal».-«rankf»�«» viertel: Sdertnstr. 12. /chrut uns von der»P©.?— 2»ersch«ilee«Intel: Litauer Str, 18. Schallolotfen. abend.- Werscheurr viertel(»••F.i: Litau« Str. 18. äolfstaniatzend. Soandou: lüudcnu'-i: 1. Arbeiisg-mrinschaft. � Steglitz U Vartoimitgliede-- uersammlung.- Temvelhsfl«öftstrofte. Lehrvertrage.— Lichten«-»«:%>■"- straft,(Schul, 1. Proletarisch, sinnheitssrant.� Adl»r»d»s> Vismarckstr. 1, G-. schichte der sozialen Idee.- Bodusdorfi Wachtelstr. 1. Sntsted'-'U, der Arbolter. organisation. Falkenber«? Semeinschaftshaus. TaSttpol�k.— Hage«: Friodrichstr. 87. Politischer S-skbbend. � L!chtent>«ra-Miit-! Dossost-.«. Abrüstung und R-paratton-n.—«-u-Lichtenberai»untirstr. 44.«»»eovoUttl- �«ichtenberq.Nordl Suntirsir. 44. biteraturabend.- Mahl-dorli Melanchthrn- strafte SS. llebungoabend.- Pe»k»w M tR..F.>: Wir deteMgen uns am 0 SSG.'seltoBrtanali Flemvlingstr. 14b. Zimm« 85, Steglitz. Anfang 18 Uhr. .Schule und Politik.-' Referent:(5ul. Dieberich.�....... lg 81», aoger-amest werden. Siun, aogoreoine» narien pmc» o>d.■ Wcobcbezirk Preuz lauer Srrg, Sonnendurgrr Str. 20. Sitzung der Weuo,' otkeutr. MtitmcÄ, eleu 17. babrn e r Kreil•12)881 7. Pabr Tor»«« II Aritane>9 Uhr Schill er-Theater ChatlotteEborg. 20 Uht »«• göttliche Jette Tannhäaser £nae geeei, 23 ohr NSJijWjlMjSM. ii8ü.Slii.2,»,JJiD.l Tel.: E7WeicJ«c;4«3)| ,9l«8lims*MiH«*3!' Theater im NillendQrfplat ftzj:«: UuleiMmj Pallas Tosi Tajllch Vi* Uhr Sias auch 4>i« Uh' Henierumioj-Male Sasparone Lroim'Tteaief figlicn t'.tz Uhr Morgen gehts uns gut l «erao« 12»Ahviit» Max Haraan OrrtasterDaoi Bei* Rose- 1 oeaier öwi, ftunttner itnh U- Kl. Weiüs( 1 1427 6 u. 9 Uhr OerMsmilEiit Metropoi-ihBeier Täiflich Sst« Uhr Ein Lied der Lieste Blsb. Tauher Ann! Ahler« Vouuodiuie Ditstu«s KJbwjljtl 8 Uhr FahrniaiiD den, edel «!! Eofl llerrlrx, u. üerjerets Aest» Retie: K H. M»ma Staafl. SGilkr-nikjtkr » Uhr OtedOttildie leite MM Tasaier 8 Uhr für v. Oarh-Haupimann Rejic: Du RiilML --» Hismst tu. Trappe 1952. Tüjl. S'.'e Utsr vi» mauseialld »wjse 75 PL— 5 M. Sonjjt, nachm. 4 ü. hilbc Preise. rheater deaWestens Tigüch«st» Uhr Prlm kteMASsiem Opersste toi Ja». Strzai WtijaiOiier, aionan. Jankuho. tillen. Ewaia. TttalMnlsuIut Haute Iii Uhr Premiere Kilbe Dorsch GosUJ Gründgens Im L'seletr St»wMTJinnlB»Mlw •TüeaierSfifler« StresmaDDstr. H«utÄ S Uhr Premiere Uopalfus RoastiDfa ttadv dm :n InjederEhe... igMiftetn Char.ottenstr.OC.Oi raelich« uiv OasZusMiblttlolklWIisk Kampf omlülsdi ALLIANCE FRANCAISE IPl, Boulerard Bastpall, PAHIS Schule aur praktischen Erlernung der französischen Sprache 1. Der korrp ette Iraneösisehe FiOhjahrskursus de Inn: am l Män Daswöchentliche Programm urnfaßim-enioitens 16 Stund, praktischer Erlemuna derSprach«, Ueberseijurgaa voih Deutschen In» ssianiösische inbegriffen 17 Vorträge. Eini Besich'ieurs der Haiiptkunststätten von Paris Preiep: fr». 193.— für 1 Monat , 300—, 4 Mona-«(Vom 1. 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Soontaos 3"> M in Kleinen Pi eisen Stettiner Sänger Nur noch knrre Zeit »So'n Reinfall!*' MKKM lugung� Resiaumnt Berlins LUÜS. iHM*™ Amola Sehe s 0- ihaBtr Bimpl Base heia« 108-14 Eiitctagi Großes Bockbierfest 4 Kapellen» Bayr, Bedlesang Begtan t Vbr Berliner VIlhTrlO N t• k B 1 1 a.*** L&bvtx. 14J7U Hm 14. Februar verstarb an den Foix-rt rine» Schlaganfallo» mein lieber Wann, unter guter Haiti, Schwieg«- und Sroftsa!« Üemsne üDktde im Alt« Pom 99 Zehren. ?m Siemen der Hintrrdll�ben-n Silva Itopils» aebsti ftlnfism. Serlin SO 53, Prrnzlauer All-, 20 Sie Traurrleier stnbet Zrestag. den. Ist Fedrunr. Ist Uhr. tm»-«matorinm Gvrtchtkrdft» statt. Ben. R«g. 2ZZ/Z1. Urteil. De» Landgericht Etrafkamm« in»oburg hat»n der Privattlagesach» ürs Lehrer» 72 i l h« l m Müller zu Meilichnttz. PripatkldzwtS und Wider- asttgallagt-n. gogrn de» Schriftleiter Derbort Levdr« in Berlin, Ängellaztr» und Wider. llSger. »»gas Lalotdtzung. auf die van dam Angeklagten und Widertico-.r«gen dos Urteil des Amtsgericht, in Zteustabt bei»oburg vom'21. August 1SZ1 eingelegt, So- rufunz in d«r Hauptnersomtulung vom 28. Dezemder 1081. an welcher Britillgt mann; al» Rlchtrr: drr Landgorich tsdirrktor von Strenge. und dt, Schöksmr: Georg»olb, Metzgermeister und Am 14 Februar perstarb uner- I war,»« unter lieber Pater, Groftaai«. Schmiegerpal�. Bruder, Hchmager und Ca ei. der Gastwirt Hermann ZettliU im Alter oen St Zehren. B«r in-Schön-berg. 15. Februar 1982. «rdanftraft» 60 vis utosniCsa BUlemieiima. DI« Siniischerung findet statt am Donitsrsta«. dem 18. Februar, ebenda 7 Uhr, im«rematoriu» Sertchkstraft». Bürgerrnristrr au, Leftlach; »arl Odstfelder, Steinbrucharbeiter au» Ludmizstadi, als Urkundsbeamter: d« Sustizinspett« Howl-nn, für Recht erkannt: die ffteifpri klagten' wird e) der Angellagt, mild wegen De. leldizung nach§ 185 SrSD. zu M— einhundert— Reichsmark tSettfltafe, hilisweis, zu zwei Tag«» Gtfänfltiis oesuzltilt, b) insowett feine Berufung sich gegen ... sie» Säiderange. «Im Müller richtet, �WW st, zuritchgewiessn. 2. Der Drira-llager darf den auf die ----—>—"—- Levfire n Vst Watts binnen einem Monat nach Eintritt der Rechtskraft in der im an. aefochtenen Urteil de» Amtsgerichts Sazeichaeten Dei!» auf»ost-n des An. gillagton L«p«r« öffentlich bekannt. machen. Z. Der Angeklagt» Stil eil CtpJte tragt die Lasten beider Rech-szüge und hat dem Privatklager die diesem er. wochsenen notwendigen Auslagen zu erstatten. Tatbestand Und Gründe: «T>- gez. von Streng». Für Beglaubigung- Loburg, den 14. Januar 1082. Geschüftsstell« de» Landgerichts (&. S) gez. Safmann. Justizinfpektar. üsükÄU üelsliZllilütek-IMßi! >' rrwaltnn Destel!e Derlt, r«a«»sr>»«»s»B Den Mitgliedern zur Nachricht, doft unser Tolleg«, der Mechantler prledricl, Vörlnx geb. IZ. Zuli 1001. am 12 Zedtuar geirarben ist Dl« Beerdigung stnbet amMtttwech. dem 17. Februar. 15»/, Uhr. non der Leichenhall» de» Gem-titde'rieddoi«« in Tegel, H«rm» darfer Str., aus statt. Am 14- Februar starb«es« Folleg», der Rohrleger Kmil KaÄetekAk ged 27. Svrli lSSZ- Di« Emätcheruna findet am Den- nerstag, dem IS Februar. l2>, llbr. ts Krematorium Beilin- Wilmersdorf statt. Sbre ihrem Andenken.' Reg, Beteiligung Dir» erwartet. Oic Ortevarwalhacg. Allen Freunden und Bekannten dt« traurig« Nachricht, daft unlere Uebe r-chf»...... ttsttts im 20. Ledensiahre am'4 Februar nach langem, ichwerem Lethen sanft enifchlaien ist Dies zeigt tielbetrttbt an kan-ttt« StM Uv Trlatolf Licht enderg. Gottiindeltr. 4. DieSmAcherunaerf-lgt aat Freitag. dem 19 Fedruar. 5 Uhr, UN Trema. tathim Baumschuienweg Otto. eisern», sebor Art. Teilzahlung, trans. portable Kachelöfen. Badewannen KesselSfen. Kpch- Herd,. SUpata. wren. Di» alte Firma Semmler n. Blenoerg. Dresde- nerftrafte 0S. Lissles» Szillct. Kaloni» straft« 8. Risüsiiümlliew. wascüg ustu. Sethhau» taolät > erlauft zu u». tlaublich billigen greisen wenig g«. tragene sowie neue Herrengarderob». Herren, u. Damen» pelz«. Weitester Dez lohnt. Keine Lomb ardwar». Prätzenstrafte 108, eint Treppe. Rlfi&ei Patentmetratten .Primifsima" M«, tallbetten Auilea». Matratzen. Cdaile. lonaue» Wattee Staraarberstrafte achteebn. Keinuadeo Herrenzimmer 250�45«.-.«a. merling, Kastanien. all,» 55. Ecke Fohr» bellinerstrafte. F 8 ÜUUIUUUU-arreoeeach.»rttsst. C- BÄckep, Berlin ��tensero�iTatosa�OBi��BOT r>°. Suse Kaplian- KaalaöaK"'" meB"r Danksagung Für bis v'el?» Bnvetts deizNche? 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