BERLIN Donnerstag 18. Februar 1932 10 Pf. Rr. 82 B 41 49. Jahrgang erscheinttiglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Borivärt«' Beiugsvrei« für beide Ausgaben TS Pf. pro Woche, 3.ZS M. pro Mona! (taoon vT Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im«orau« «adlbar. P o st b e i u g 3, ST W. einschließlich Kl! Pf. Postjeitungs- und TZ Pf. Postbestcllgcbüdreil. Sfr&lauigqjße x/e6' njctgcnprels! Tie elnspaltige Mtllimeteririle 30 V«, Rctlamrjkilc 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto! Vormärls-Verlag G.m.b.H.. Berlin Rr. 3T 536,- Der Lcriag behält stch das Recht der Ablehnung nicht gcnebmer Anictgen oor 1 edaktlon und Expedition: Berlin DW SS. Lindenstr 3 Seensprecher: Dönhoff<> T) AS— AT. Reichswehr fördert SA.! Ein Llnfug, mit dem aufgeräumt werden muß Seit fast einem halben Jahre befaßt sich das Reichswehr- Ministerium mit der Prüfung der Frage, ob der deutsche Volkssportverein, dessen Vorsitzender der Berliner CA.- Führer Graf H e l l d o r f ist und dessen Mitgliedschaft ausschließlich aus Rationalsozialisten besieht, als ein politischer Verein anzusehen ist. Die Prüfung scheint dem Reichswehrministerium außerordentlich schwer zu fallen, denn ob- gleich die Dinge abfotut durchsichtig und schon sehr allgemein bekannt sind, hat es sich in Monaten noch nicht zu einer Entschließung durchgerungen, sondern vertröstet gegenüber Anfragen in der Ocffentlichkeit immer wieder darauf, daß es untersuchen werde. So kommt es, daß der Sportverein der SA. nicht in den Liften der politischen Vereine zu finden ist, die im Reichswchrministerium geführt werden, während die Arbeiterfportverbände im Reichs wehrminislerium als politische Dereine angesehen werden. Die Mitglieder des Deutschen Voltssportvereins bemühen sich gar nicht, ihren wahren Eharakter zu oerbergen. chitler-Gruß, RSDAP.-Parteiabzeichen und dazu die politischen Reden der betei- ligten Führer lassen erkennen, daß man sich gar nicht Mühe gibt zu tarnen. Daß oor Beginn jeder Uebung die SA.-Leute ihre Mit- gliedsausweise für die SA. mit Mitgliedskarten für den Deutschen Volkssportverein austauschen müssen, ist nur ein« Formalität. Das ganze Verhalten des Deutschen Volkssportvereins läßt erkennen, daß Helldorf und seine Leute voraussetzen, daß die beteiligten amt- lichen Stellen sich über den wahren Charakter des Deutschen Volks- sportoereins völlig im klaren sind. Dieser Volkssportverein ist zum fast ausschließlichen Träger der Kurse und Uebungen des Gcländesports geworden. Die Monopolisierung geht so weit, daß Siahlhelm und Reichsbanner zurückgedrängt resp. nicht zugelassen werden, weil sie als politische Organisa- tionen gelten, während die Berliner SA. nicht alz politische Organisation zählt!! So ergibt sich die Tatsache, daß auf einem Truppenübungsplatz der Reichswehr unter Bewachung von Reichswehrposten und unter wohlwollender Duldung und Anteilnahme von Reichswehrst«llen jeden Sonntag 2000 bis 3000 SA.-Leute, also die Bürgerkriegs- truppe des Faschismus, ausgebildet werden. Diese Ausbildung be- schränkt sich nicht allein auf den Truppenübungsplatz Döberitz; aus dem Münstcrlager und aus anderen Gegenden des Reiches werden ähnliche Vorgänge gemeldet. Wie weit der Reichswehrminister G r o e n e r davon unterrichtet ist oder wie weit hinter seinem Rücken Reichswehrstcllen dies« Dinge betreiben oder begünstigen, entzieht sich unserer Kenntnis. Als seinerzeit Reichswehrminister G e ß l e r sich hintergangen fühlte und als sich herausstellte, daß hinter seinem Rücken gewisse Dinge geschahen, hat er Herrn von Geeckt zum Rücktritt gezwungen. Reichswehrminister Groener hat diesen Dingen, die in der Oesfent- lichkeit schon weit bekannt sind und die sich nicht mehr vertuschen lassen, bisher stillschweigend zugesehen. Im übrigen geht diese Angelegenheit nicht nur den Reichewehr- minister an, sondern in erster Linie den Reichskanzler. Weiß er, daß der Bürgcrkricgsarmee der SA. Truppenübungsplätze zur Verfügung gestellt werden und billigt er das ebenso, wie er den bekannten Erlaß des Reichswehrministers über die Zulassung der Nationalsozialisten in die Reichswehr gebilligt hat? Siaaispartei gegen Groener. Der Vorstand der Deutschen Staatspartei teilt folgende Ent- schließung mit: „Der Vorstand der Deutschen Staatspartei mißbilligt den Erlaß des Reichswehrministers, der die Stellung der Reichsregierung zur Nationalsozialistischen Partei in ein unklares Licht rückt, die Exekutive verwirrt und die Sicherung der Republik bedroht. Er erwartet von der Reichsregicrung, daß unverzüglich bindende Anordnungen erlösten werden, durch welche die Reichswehr vor dem Eindringen aller staatsfeindlichen Elemente geschützt und ihren Angehörigen der Besuch von Veran- staltungen, die unter Hakenkreuz- ebenso wie unter Sowjetfahnen stattfinden, verboten wird." Hugenbergs Abschied „Es schmerzt mich, lieber Hindenbura, daß ich so rauh zu Ihnen sein muß, aber das System zwingt mich, das schreckliche System...* Mandschurei„unabhängig". Japans neuester Streich. Tokio. 18. Februar.(Reuter.) Die Mandschurei ist zum unabhängigen Staat proklamiert worden. » Die Mandschurei ist genau so„unabhängig" wie die Ukraine, als die deutschen Militärs in Brest-Litowsk ihre Selbständigkeit proklamierten, oder als das Rheinland, als die französtschen Besatzungsbehörden die Separatisten- putsche inszenierten._ Mörder mit dem Hakenkreuz. Die politische Bluttat in Bankau- Drei Nationalsozialisten festgenommen Gl e i w i h, 18. Februar. Zu der von uns bereits gemeldeten politischen Bluttat in Lanka u(kreis kreuzburg) entnehmen wir dem Bericht der polizeiprestestelle Gleiwih folgendes: Am Dienstagabend kam es zwischen 7 und 8 Uhr zu Streitig- keilen zwischen einer Anzahl Rationalsozialisten und dem Kommunisten E r n st v a s s y. während der Ernst vassy sichentsernte. Die der RSDAP. angchörigen wirlschaflsinspeklor Baumert. Arbeiter Symrcek und Schweizer Viktor Kappiha suchten ihn in der eiterlichen Wohnung. Da sie nicht ohne weUeres Einlah fanden schlugen sie die Tür zur Küche ein. Der Vater Bäschs halte seinen anderen, verheirateten Sohn. August. der keiner Partei angehört, aus Angst vor den Verfolgern in eine Kammer eingeschlossen. Baumert und Genossen versuchten, die Sammerlür mit einer Axt aufzu- brechen. Daraufhin öffnete der alte Bassy die Tür und die drei Ratlonalsozialisten gaben mehrere Schüsse in die Kammer ob. August Bassy wurde dadurch an der Schulter verletzt. Kurze Zeit später kamen die drei Ralionalsozialislen mit v e r- stärkung zurück und gaben einen Schuh durch die ver- schlosseneTür der Kammer ab, iu die August Bassy von neuem geflüchtet war. Als hierauf die Sammer geöffnet wurde, fielen weitere Schüsse, wobei dervaterBassycinen Streisschuh I im Genick erhielt. Als die Eindringlinge sich entfernt hatten, und die Frau des August Bassy in die Kammer trat, fand sie ihren wann tot auf. Baumert, Smyrcek und Kappiha wurden in das Gerichlsgefängnis Kreuzburg eingeliefert. painleve betraut. Er will sich bis heute abend entscheiden. Pari», 18. Februar.(Eigenbericht.) Der Präsident der Republik hat heute vormittag nach der Unterredung, die er mit Tardieu hatte und in deren Verlauf der Kriegs- minister seine Mitarbeit an der neuen Regierung zusagte, den Ab- geordneten Painleoö ins Elysee rufen lassen und ihm die Kabinettsbildung übertragen. Painleve hat Im Prinzip an- genommen und dem Präsidenten erklärt, er werde ihm schnellstens, womöglich noch heute abend, seine endgültige Antwort über- bringen. Er hat dann sofort Besprechungen mit seinen politischen Freunden über die Zusammensetzung de» Kabinetts eingeleitet. Painleve war bereits zweimal winiflerpräsideal, und zwar in den 3ahren 1917 und 1925. Zn den Jahren 1926 bis 1929 war er Kriegsminister in den Ministerien herriot, Poincare und Briand und Ende 1930 Lustminister im Ministerium Steeg. Er gehört seil 1910 ununterbrochen der Kammer an. Painleve gehört der Linken an und ist, namentlich auf kultu- rellem Gebiet, ein entschiedener Anhänger der Verständigung mit Deutschland. Aber als Kriegsminister zeigte er sich dem Militär so gefügig, daß er schließlich aus der Liga für Menschenrechte aus- geschloffen werden mußte. Es lebe die Justiz! Reichsbanner verurteilt.- Dorbestraste Nazis als Zeugen. Zwickau, 18.Februar.(Eigenbericht.) Vom gemeinsamen Schöffengericht wurden nach fünftätiger Ver- Handlung Reichsbannerleute wegen gemeinschaftlicher Körperver- lctzung zu Gefängnisstrafen von 2 Wochen bis 8 Monaten verurteilt. Der Anklage lag ein Zusammen stoß mit Nationalsozia- listen am 29. November v. I. zugrunde, der sich am Brünnlasberg bei Aue im Erzgebirge ereignet hat. Obwohl durch die Bcweisauf- nahm« einwandfrei erwiesen wurde, daß die National- sozialisten trotz ausdrücklichen Verbotes an diesem Tage marschiert sind, daß die Nationalsozialisten vorbeifahrende Reichsbannerautos mit Steinen bewarfen und eine Sperrkette über die ganze Straße bildeten, wurde dieses unge- hcuerliche Urtell gefällt. Verbrecher mit dem Hakenkreuz: Der SA.-Mann Espig, wegen gemeinen Betruges und Urkundenfälschung vorbestraft, der SA.-Mann Frieser, vorbestraft wegen Unterschlagung von 6000 M. Lohngeldern— solche ehrenwerten Zeitgenossen, Pächter des nationalen Empfindens, werden vom Gericht, von den Richtern und Schöffen für voll genommen und vereidigtl Ihr Cid genügte dem Gericht, ein Urteil zu fällen, das im Strafmaß über den Antrag des Staatsanwalts weit hinausging. Als in der gestrigen Dr.- Schäser-Versammlung das Urteil gegen die Überfallenen und dafür von der Justiz angeklagten Reichs- bannerleute bekannte wurde, brandete ein einziger Ent- rüstungsschrei über dies«„Rechtsprechung" durch den Saal. Gegen das Urteil wird selbstverständlich Berufung eingelegt. Inzwischen: Es lebe die republikanische Justiz! Grabschändungen. Erschütternde Zahlen über beschämende Tatsachen. Der Strafgesetzausschuß des Reichstages setzte am Donnerstagvormittag die Beratung des neuen Strafgesetzentwurfes betreffend Bestimmungen über die Sachbeschädigung, Beschädigung von Gräbern, Denkmälern usw. fort. Bei dieser Gelegenheit verwies Abg. Dr. Moses(Soz.) auf die empörende Tatsache, daß sich in den letzten Jahren die Schändungen jüdischer Gräber in außerordentlicher Weise vermehrt haben. Aus einer dem Reichs- innenministerium überreichten Denkschrift habe sich ergeben, daß in der letzten Zeit allein aus 117 jüdischen Friedhöfen Grab st eine in großer Zahl umgestoßen, beschä- digt oder beschmutzt worden sind. 87 Fälle seien nicht aus- geklärt worden. In den Fällen, in denen man die Täter erwischt habe, sei festgestellt worden, daß es Jungen und Mädchen im Aller von 13 bis 17 Jahren, und zwar hauptsächlich Schüler höherer Lehranstalten gewesen sind. Die Zahlen, die dann der Regierungsvertreter zum Reichsjustiz- mimsterium nannte, sind geradezu erschütternd. In den Jahren 1928/29 sind(«s ist die klein« Minderheit!) 138 Anklagen erhoben worden, die zu 85 Verurteilungen geführt hoben. Von den 85 Der» urtestten sind nicht weniger als 45 Frauen und Mädchen! Daraus ergibt sich, in welch geradezu schamloser Weise die Partei der so- genannten»sittlichen Erneuerung�, die Nationalsozialisten, selbst Angehörige des weiblichen Geschlechts verrohen. Di« Mehrzahl samt» iicher 56 von den 85 Verurteilungen haben nur zu Geldstrafen ge- führt, die übrigen Täter sind mit Gefängnis bestraft worden. Aus dem Verlauf der Sitzung ist noch ein zweiter Vorgang von allgemeinem Interesse. Abg. Warum(Soz.) kritisiert« in scharfen Worten das freisprechende Urteil des Berliner Einzelrichters gegen den Nationalsozialisten, der das Eiserne Buch gestoh- l« n hatte. Wenn man auch dem Richter soweit folgen könne, daß der Angeklagte nicht wegen Diebstahls verurteilt werden konnte, so hätte er mindestens wegen des Versuchs der Sachbeschädigung ver- urteilt werden müssen. In diesem Punkte gab sogar der Oberreichs- onwalt a. D. Cbermeyer den Ausführungen des Abg. Marum recht. Das Garderobenkonto. Gtadtbankdirektor Schröder als Zeuge. Zu Beginn der Heuligen Verhandlung de» Stlarek-Prozesses erörterte man aus Veranlassung von Rechtsanwalt Glogauer noch einmal fast eine Stunde lang die Vorgänge, die sich am 2 5. September 1929, einen Tag vor der Verhaftung der Sklareks, in der Sladtbank abgespielt haben. Stadtamtmann Höge hatte in der letzten Sitzung den Stadt- bankdirektor Schmitt erheblich belastet. Es kam wieder zu längeren Auseinandersetzungen zwischen der Verteidigung. Der Zeuge Höge mußte für einige Zeit den Saal verlasien, und man stellte„Fragen hinter der Tür", die zum größten Teil nicht beantwortet wurden. Schließlich ging der Vorsitzende noch einmal mit Höge die entschei» denden Punkte der Aussage durch, wobei der Zeuge in vollem Um- fange bei seiner bisherigen, für Schmitt ungünstigen Darstellung blieb. Es folgte dann die Vernehmung des Stadtbankdirektors Schröder, des Leiters des Äreditkontrollbüros. Der Zeuge, ein Mjähriger Mann, der einen sichllich leidenden Eindruck macht, über- reichte dem Vorsitzenden ein ärztliches Attest seines Hausarztes Dr. Willy Iakoby. Danach ist Schröder seit dem September 1928 wegen Arterienverkalkung und Steigerung des Blutdruckes in Be- Handlung. Gegenwärtig betrage der Blutdruck 218, so daß Schröder nur mit äußerster Schonung vernommen werden könne und jede Aufregung vermieden werden müsse. Eine längere ausregende Ver- Handlung könne lebensgefährlich wirken. Schröder schilderte mit sehr leiser Stimme, daß er seit Oktober 1929 nicht mehr im Dienste der Stadt und suspendiert sei. Es fei auch ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das bis zur Beendigung des Sklarek-Prozesies ausgesetzt sei. Seit dem Juni vorigen Jahres sei er, wie er weiter bekundete, wieder im Dienst der Stadt, allerdings nicht bei der Stadtbank. sondern in der Kämmerei, wo ihm die Eintragung der Zahlen des Berliner Etats in die Reichsfinanzstatistik übertragen sei. Der Zeuge Schröder erklärte dann weiter, daß er der Ausgabe bei der Stadtbant nicht recht gewachsen war und das auch Aürgermeister Scholtz einmal mitgeteilt habe. Der Vorsitzende hielt dann dem Zeugen vor, daß er sich seine Garderobe be« den Sklareks anfertigen ließ und daß die Anzüge in Wirklichkeit bei Keller u. Furch gemacht wurden. Dies will Schröder erst später erfahren haben. Er gab zu, daß er erst nach der Verhaftung der Sklareks das Konto in Höhe von 1869 M. beglichen habe. Vors.: Woher haben Sie das offene Konto bei Keller u. Furch erfahren? Zeuge: Von Stadtbank- direktor Hoffmann. Vors.: Und an wen haben Sie bezahlt? Zeug«: Muß ich das sagen? Vors.: Jawohl. Zeuge: An Brolat. Brolat hatte Rechnungen, die aus meinen Namen lauteten. Ich habe erst eine provisorische Ouittung und dann eine endgültige erhalten. Vors.: Wieso hatte Brolat die Quittung? Zeuge: Das weiß ich nicht, aber er hatte auch Rechnungen für andere. Ltoffmann hat übrigens auch andere Beamte darauf aufmerksam gemacht und zu Brolat geschickt. Vors.(yu Hoff mann); Herr Hoffmann. das haben Sie uns bisher immer schamhaft verschwiegen. Hoffmann: Das habe ich doch gesagt. Vors.: Wollen Sie das wirklich behaupten? Hoffmann gab hierauf zu, daß er Schmitt. Schröder und Schameitat aus dos Konto bei Keller u. Furch aufmerk- sam gemacht habe. Vors.: Welche Erklärung haben Sie denn für Ihre bisherige Scheu? R.-A. Bahn(zu Hoffmann): Sagen Sie doch offen, daß Sie die Sozialdemokratische Partei und die Presse fürchteten. H o s s m a n n: Jawohl, die Gründe sind in der Partei verankert. Vors.: Hat denn die Parteipolitik nicht einmal in diesem Saale aufgehört? Wir haben doch gar nichts damit zu tun. Hoffmann: Ich war froh, daß Stadtrat Reimann den Namen Brolat zuerst genannt hat und ich ihn nicht zu sagen brauchte. Der Vorsitzende richtete dann an Schröder die Frage, ob er sonst irgendwelche Vorteile von den Sklareks gehabt habe, und machte ihn daraus aufmerksam, daß er eventuell die Aussage ver- weigern könne. Schröder räumte ein, daß er bei den Sklareks gewettet habe, die Verluste seien in Anrechnung gebracht worden. Wie hoch sich die Gewinne beziffern, könne er nicht sagen. Er be- tonte dabei, daß er sein« Pflichten aber nie vernachlässigt habe. Flugzeugunglück über Metz. In den brennenden Hochofen gestürzt. Rietz, 18. Februar. Ein Flugzeug des Metzer öagdfliegerregiments erlitt über dem Flugplatz Rleder-Teuh einen Molordesekl. Der eine der beiden Znsasien, Unteroffizier v o r d l a. sprang mit einem Fallschirm ab. der sich jedoch nicht össnete. Bördln stürzte unglücklicherweise in einen Hochofen und verbrannte. ver zweite Flieger, Unteroffizier Senechal, stürzte mit dem Flugzeug aus eine Baracke und war auf der Stelle tot. Tod am �adiokopfhörer. Hamburg- UMHelmsburg. 18. Februar. Das Opfer seiner Radioleidenschast ist der 56 Jahre alt« Eisen- bahnbeamte Hinrich Meier geworden. Meier hatte sich mit dem Kopfhörer niedergelegt und wollt«, um das Licht abzuschalten, der Bequemlichkeit halber die Birne einer elektrischen Lampe einfach lockerschrauben. Hierbei muß er in den Lichtstromkreis geraten fein. Am Schädel und am Zeigefinger des Toten fand man stark« Brand- wunden. Eine Untersuchung des Kopfhörers und der Zuleitungs- schnür ergab, daß sich am Hörer«ine schadhafte Stelle fand. Deuischlands Abrüstungsvorschlag Maßvolle Begründung durch Botschaster Aadolny Genf. 18. Februar. Botschaster Na d o l n y begründete heute die deutschen A ö- rüstungsvorschläge wie folgt: Es lag vielleicht für Deutsch- land nahe, eielfach die gesamten Versailler Bestimmungen über die Entwaffnung Deutschlands in entsprechend« Konventionsentwürs« zusammenzustellen und vorzulegen. Wir haben es vorgezogen, einen anderen Weg zu wählen; denn wir wollen dazu beitragen, daß diese Konferenz zu einem positiven Ergebnis führt. Unsere Borschläge umfassen das ganze Gebiet der Abrüstung. Sie sind nicht lediglich einzelne Ergänzungen zu Konoentionsentwürfen der Vorbereitenden Kommission, sondern es handelt sich um die Grundzüge eines Plans, den wir neben dem aus der Vorbereitenden Kommission hervorgegangenen Entwurf zur Diskussion stellen. Zwei Leitgedanken kommen darin zum Ausdruck, einmal die völlige Beseitigung der Waffen, die vorwiegend für Angrifsszwecke gebraucht werden, darunter namentlich derjenigen, die auch die Zivilbevölkerung bedrohen, vnd im übrigen die Durchführung einer alle RüstungsfaNoreu umfassenden wirk- famen Abrüstung. Verminderung und Begrenzung. Wenn ich die Vorschläge unter diesem Gesichtspunkt gruppiere, so beziehen sich folgende auf die Beseitigung der Angrifsswaffen: 1. Abschaffung der schweren Artillerie, 2. Beseitigung der Tanks, 3. Verbot jeglicher mllitärifcher Luftfahrt zu Lande und zur See, 4. Verbot der Festungen, die für andere Nationen eine unmittelbare Bedrohung darstellen. Ein großer Teil dieser Vor- schlüge stimmt mit dem überein. was eine Reihe von anderen Red- nern auf dieser Tribüne vorgeschlagen hat, und die Vorschläge über die Abschaffung bestimmter schwerer Waffen werden noch durch zwei wettere Anregungen ergänzt, die sich auf die Art der Kriegführung beziehen und die allein bei uneingeschränkter Durchführung geeignet erscheinen, den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen: 1. Das Verbot der Anwendung von Gas und bakteriologischen Stoffen auf die Vorbereitung zur Verwendung dieser Kampfmttte! auszudehnen: 2. den Abwurf von Kampfstoffen jeglicher Art aus Luftfahrzeugen uneingeschränkt zu verbieten. Um dem Verbot jeglicher Militärluftfahrt und des Abwurfs von Kampf- stoffen aus der Lust volle Wirksamkeit zu verleihen, wird ferner vor- geschlagen, die Zivilluftfahrt von jeglichem militärischem Einfluß zu befreien und dadurch die von manchen Seiten befürchtete militärische Ver- wendung der Zivilluftfahrt zu verhindern. Aber das eigentliche Konferenzziel wäre nicht erreicht, wenn nicht daneben auch die Rüstungen auf das Maß herabgesetzt würden, das im Interesse der nationalen Sicherheit und zur Durchführung von gemeinsamen Aktionen auf Grund internationaler Verpflichtungen erforderlich ist. Die Konferenz muh sowohl die qualitative als auch die quantitative Abrüstung mit aller Energie und mit richtiger Methode in Angriff nehmen. Die deutsche Delegation schlägt also vor: 1. Grundsätzliche Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und falls dies nicht erreichbar fein sollte. E i n b e- Ziehung 1>et verhällnismäßig zu bewertenden ausgebildeten Reserven der Wehrpslichlheere in die allgemeine Beschränkung: 2. Begrenzung der Polizei. Gendarmerie und ähnlichen Verbände, sowie verbot von Gas für alle mitttärlsche Verwendung: 3. direkte Herabsetzung und Begrenzung der rrlanbleu Waffen. einschließlich des gelagerien Materials»ach Art und Menge durch Festsetzung von höchstzahlen, Vernichtung der über die zuge- (offene Menge hinaus vorhandenen Bestände. Ich komme zum Kapitel der Seeslreittröfle. Der vorbereitete Kommissionsentwurf enchäll zwar Zahlen, die aber endgültig erst von der Konferenz festzusetzen sind. Die deutsche Delegation schlägt eine erhebliche Herabsetzung der Tonnage und Kaliber für die einzelnen Schiffsgattungen vor, verglichen mit denjenigen, die der Vertrag von Washington und der von London für die fünf großen Seemächte festgesetzt hat. In den Reden, die wir bisher gehört haben, werden immer wieder mit Recht die hohen finanziellen Lasten der Rüstungen und die Interessen der Steuerzahler erwähnt. In dem deutschen Vorschlage werden diese Momente in erheb- lichem Maße berücksichtigt, weil dadurch eine Verschiebung in den gegenseitigen Kräfteverhältnissen der verschiedenen Seerüstungen vermieden würde, vorausgesetzt, daß sämtliche Staaten sich auf die vorgeschlagenen Größen einigen. Ein 16 666-Tonnen-Schiff ist natürlich wesentlich billiger als ein 35 666-Tonnen-Schiff. Die deutsche Delegation erklärt ausdrücklich, daß sie auch bereit ist, der von Italien. Spanien und anderen Delegationen vorgeschlagenen völligen Abschaffung der Linienschiffe zuzustimmen. Mit einer Reihe anderer Delegationen schlägt sie ferner die völlige Abschaffung der Flugzeugträger und der U n t e r w a s s e r f o h r- zeuge vor. Ich kann erklären, daß die deutsche Delegation auch weitergehenden Anträgen, die der Marineabrüstung dienen, bereit ist, beizutreten. Sie würde es z. B. begrüßen, wenn das auch von der spanischen Delegation vorgeschlagen� Verbot, auf Handelsschiffen im Frieden Vorberettungen für eine Verwendung als Kriegsschiff zu treffen, angenommen würde. Innerhalb der internationalen Ueberwachung der Abrüstung verlangt die deutsche Delegation, daß sie wirksam sein und für all«'Staaten in gleicher Weise angewandt werden muß. Die Abrüstung bedarf jedoch einer wirksamen Ergänzung durch die Einbeziehung und Kontrolle des Waffenhandels. sowie der privaten und staatlichen Waffenherstellung. Die deutsche Delegation schlägt vor, die Ein- und Ausfuhr von Kriegs- waffen sowie von Munition und von Kriegsgerät nur zur Vor- sorgung der Staaten ohne Rüstungsindustrie zuzulassen und im übrigen grundsätzlich zu verbieten. Sie regt ferner an, die Produktion von solchen Waffen, Munition und Kriegsgerät in den Staaten mit eigenen Rüstungswerkstätten auf die für diese Länder selbst und für die Staaten ohne Rüstungs- Produktion zugelassenen Mengen zu beschränken. Ein Wort noch zu der Frage der Ausgabenbeschräntllvg. Diese Methode der Abrüstung hat in vielen Staaten Anhänger und scheint auf den ersten Blick besonders geeignet zu fein, bei der Fest- stellung des Abrüstungssystems verwertet zu werden. Prüft man sie aber näher, so ergibt sich doch, daß sie mehrere Mängel und Schwierigketten birgt, die noch ein genaues Studium erfordern. Ich denke z. B. an die gerade in der jetzigen Zeit besonders häufigen Schwankungen der Kaufkraft des Goldes in den einzelnen Ländern. Ueberdies läßt sie u. a. auf dem Gebiet des Materials die bereits vorhandenen Bestände völlig unberührt. Jedenfalls ist aber die deutsche Delegation der Auffassung, daß auch das Gebiet der Ausgaben in die Vorschriften über den Austausch von Nachrichten aufgenommen werden sollte. Und nun noch einige Bemerkungen über den Sinn und die Bedeutung der Vorschläge. Wir sind hier zusammengekommen. um die allgemeine Abrüstung zu vereinbaren. Die Vereinbarung soll für u n s a l l e gelten, also auch für Deutschland. Die Kon- ferenz wird sicherlich nicht annehmen wollen, daß auf e i n Bundes- Mitglied andere Vorschriften Anwendung finden könnten als die im Pakt vorgesehenen. Im übrigen hat vor einigen Tagen der Ver- treter Ungarns, der verehrte Graf Apponyi, mit unübertrefflicher Klarheit nachgewiesen, daß die Abrüstungsbestimmungen der Friedensverträge durch die nach dem Artikel 8 abzuschließende neue Konvention abgelöst werden müssen. Ich kann mich seinen Aus- führungen nur anschließen' und darf hinzufügen, daß es keine Bestimmung im Vertrag von Versailles gibt, die diese Sachlage ändern könnte. Dabei fällt es mir auch schwer zu glauben, daß der Völkerbund einen Zustand weiter bestehen lassen sollte, bei dem ein Mitglied seines Rates, das sich mit seiner ganzen Geltung für die Zwecke des Bundes eingesetzt hat, auf einem der wichtigsten Tätigkeitsgebiete des Bundes einer besonderen Beschränkung unter- liegt. Deutschland ist bereit, unter der Voraussetzung, daß die abzuschließende Konvention für uns die gleiche B e d e u- t u n g hat wie für alle anderen Staaten, alles daranzusetzen, um die Aufgabe der Konferenz zu lösen. Deutschland ist auch bereit, gegenüber den anderen Staaten auf das Bedürfnis nach ihrer nationalen Sicherheit, nach der sich bekanntlich das zuzulassende Maß ihrer Rüstungen zu bestimmen hat, jede Rücksicht zu nehme«. sowett sie im Rahmen des Artikels 8 des Statuts, d. h. unter der Voraussetzung einer tatsächlichen Sicherheit möglich ist. Allerdivns kann und darf das Bedürfnis nach Sicherheit nicht die Lvn-,.nug überhaupt verhindern,- denn auch wir stehen auf dem Standpunlt, der von vielen Mitgliedern dieser Versammlung zum Ausdruck ge- bracht und auch im Art. 8 des Statuts ausgesprochen ist, nämlich, daß die Sicherheit in erster Linie durch eine weitqehende, allgemeine und daher möglich gleichwirkende Abrüstung gewährleistet wird. Ich erinnere daran, was im Schlußprotokoll zu Locarno be- reits zum Ausdruck gekommen ist, daß man die Zeit zur Ver- wirklichung der Abrüstung für gekommen erachtet und daß der Völkerbund schon im Jahre 1923 ausdrücklich fest- gestellt hat. daß der Stand der allgemeinen Sicherheit eine Herab- setzung der Rüstungen gestattet. Nunmehr haben wir jetzt den An- trag der französischen Delegation auf Schaffung einer wternattonalen Palizeimachl erhalten. Für die Schaffung einer derarttgea Streiimachl ist ein ollgemeiner Rüflungsausgleich die Voraussetzung. Wir werden den Vorschlag auch unsererseits mit aller Aufmerksamkeit prüfen, wie überhaupt meine Regierung selbstverständlich bereit ist alle Anregungen in Erwägung zu ziehen, die zu einer Förderung unserer Aufgabe beitragen können. Wir müssen eine Vereinbarung finden, die für die besonderen'Verhältnisse eines jeden unter uns Raum läßt, aber die grundsätzlich so beschaffen ist, daß wir alle sie unterzeichnen können und die allein die magna charta für den Stand unserer Rüstung und damit für den Stand unserer Sicherheit ist. Der gut« Will« Deutschlands wird da- bei nicht fehlen. * Die deutschen Vorschläge decken sich inhaltlich zum großen Teil mit Forderungen, die andere Delegationen großer und kleiner Staaten im Laufe der Debatten erhoben haben: zum großen Teil wiederholen sie die Anträge, die bereits in den jahrlangen Debatten der Vorbereitenden Abrüstungskom- Mission von Deutschland und anderen Staaten gestellt worden sind, die aber leider am Widerstand namentlich Frankreichs gescheitert sind. Indessen ist vom Präsidenten Henderson in seiner Eröffnungsrede ausdrücklich festgestellt worden, daß der vorliegende Entwurf keineswegs bindend sei und das jede Delegation das Recht habe, Gegen- oder Abänderungs- oder Ergänzungsvorschläge zu unterbreiten. Von diesem Recht haben verschiedene Delegationen be- reits Gebrauch gemacht, insbesondere auch Frankreich. Die deutschen Vorschläge sind zwar inhaltlich weitgehend, sie sind aber maßvoll und geschickt begründet worden. Niemand wird Deutschland vorwerfen können, daß es durch radikale Agi- tationsanträge den Erfolg der Konferenz gefährdet hat. Es läßt sich vielmehr mit gutem Gewissen von ihnen sagen: sie sind durchführbar. Außerdem hat der deutsche Delegations- sührer ausdrücklich betont, daß Deutschland dabei durchaus gewillt ist, auf die Bedürfnisse anderer Staaten Rücksicht zu nehmen. Ein ebenso loyales Entgegenkommen der anderen Staaten Deutschland gegenüber müßte unter diesen Umständen eine Einigung ermöglichen. Im einzelnen wäre vorläufig nur zu bemerken: die grund- sätzliche Forderung nach genereller Abschaffung der allge- meinen Wehrpflicht ist eine Illusion, weil zahlreiche Staaten daran unbedingt festhatten werden. Aber die Alternativ- forderung, daß zumindest die ausgebildeten Reser- ven in die Abrüstungsbeschlüsse hereingezogen werden, ist berechtigt. Das gleiche gilt für die lagernden Waffen- und Munitionsoorräte. Der Widerstand Frankreichs gegen diese beiden Forderungen in der Vorbereitenden Kommission war ungerechtfertigt und muß auf der Konserenz überwunden werden. Sehr fraglich ist auch, ob man sich darüber wird einigen können, inwieweit eine F e st u n g rein defensiven Eharokt-'r trägt oder eine Bedrohung für Nachbarstaaten bildet. Aber vom Standpunkt des Rechtes auf gleiche Sicherheit war Deutschland, dessen eigene Festungen im Westen sämtlich geschleift worden sind, verpflichtet, diese Frage anzuschneiden. Der Widerstand der deutschen Delegation gegen eine allgemeine finanzielle Verringerung der Rüstungslasten erscheint uns unangebracht. Seine Begründung durch Bot- schafter Nadolny hat uns nicht überzeugt. Der politische Kernpunkt des deutschen Vor- schlages liegt in dem Hinweis auf die Forderung des unga- rifchen Delegierten, Graf Apponyi. daß die Ahrüst"ngs- beftimmungen der Friedensverträge durch die künfttge inter- nationale Rüstungskonvsntion a b g e l ö st werden'müßten. Dies sst eine juristische und politische Frage von kapitaler Bedeutung. Um sie dürft« der Kampf in den kommende» Monaten entbrennen. Terror auf dem Lande. Wer Steuern zahlt, ist erledigt! Die Geuxlltprartiken ber„legalen* Reaktionsbewegung nehmen immer schroffere Formen an. JmBauernlanbeSchleswig- fiol stein ist die Bombenpraxi» eingeführt worden, die schließlich zur Verurteilung ewiger dieser neuen Revolutionshelden führte, trotzdem ein prominenter Hugenberg-Mann. der Rechtsanwalt Lütgebrune, gegen Bombenhonorar die Verteidigung führte. Jetzt kommt aus dem gleichen Lande die Meldung von einem weniger heroischen, aber dafür ebenso gemeinen Streich. Die so- genannte„Not. und Schicksalsgemeinschast der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft* hat unter Führung des Landwirtes Köhler w Bünsdorf, Kreis Eckernförde, den früheren Gemeinde- Vorsteher Peter Pingel in Wiemersdorf bei Bad Bramstedt im Kreis Segeberg öffentlichinVerruf getan. In einem schwarz umrandeten Flugblatt, das wohl nach Auffassung der Herausgeber als bürgerliche Todesanzeige zu betrachten ist, wird Pingel der besonderen Beachtung seiner Berufsangehörigen empfohlen. Das Flugblatt ist in Gastwirtschaften und öffentlichen Lokalen, an den Anschlagsäulen, Telegraphenpfählen usw. angebracht, außerdem auch w den Bauerndärfern verteilt worden. Wir lassen es in photographischer Treue hier folgen: Der ehemalige Gemeindevorsteher und Landwirt PeterHinrich Pingel Wiemersdorf hat den traungen Vorzug, der erste zu sein, auf den wir wegen seiner VerstöDe gegen den Geist der Not und Schiele salsgemeinschaft Öffentlich hinweisen. Wer Zwietracht statt Einigkeit.' act,wcrsdl)stüi dein derzeitigen vcrzweifelleo Ringen unseres ufsstandesumdie Erhaltung der Bauernhöfe und ihrer Familien nicht sein eigenes kleines Ich den Lebensinteressen seines Berufsstandes unterordnen w Ol, sondern mit dem Gegner der Not- und Schicksal sgcradn- schaff paktiert, gehört nicht mehr zu uns. ist mehr unser Feind als politisch verhetzte Volksgenossen, die aus Unkenntnis bauesnYeindüci sind. Also das ist di« Methode der bäuerlichen„Selbsthilfe*: „Wer Zwietracht statt Einigkeit sä«t, wer selbst in dem der- zeitigen verzweifelten Ringen unseres Berufsstandes um die Erhaltung der Dauernhöse und ihrer Familien nicht sein eigenes kleines Ich den Lebensinteressen feines Berufsstandes unterordnen will, sondern mit dem Gegner der Not- und Schicksals- gemewschast paktiert, gehört nicht mehr zu uns, ist mehr unser Feind als politisch verhetzte Volksgenossen, dl: aus Unkenntnis bauernfeindlich stick». All« unser« Mitglieder und Freunde haben die unabweisbare Pflicht, aus dieser Veröffentlichung für Pingel di« ihnen bekannten gesetzlich zu- lässigen Folgerungen zu ziehen. Dieser Zustand erfährj erst dann eine Aenderung, wenn von uns hierzu aufgefordert wird. Land- und Bauernbund Segeberg e. V.* Der Landwirt Pingel, ew jetzt Sdjähriger Mann, war 17 Jahre Gemeindsvorsteher seines Heimatdorfes. Er hat das Ehrenamt einwandfrei versehen. Das„Verbrechen*, das ihm feine Berufskollegen vorwerfen, besteht darin, daß er seine Steuern und Abgaben bezahlt hat. Er soll also dafür bestraft werden, daß er seiner Staatsbürgerpslicht nachgekommen ist. Das preußische Ministerium des Innern ist von diesem Vorgehen der rabiaten Bauern unterrichtet und wird hoffentlich dem „eingetragenen Verew* der Bauernterroristen die notwendige staats- bürgerlich«„Aufklärung* zuteil werden lasten. Zulian vorchardt gestorben. Der ehemalig« sozialdemokrattschc Landtagsaögeordnete Julian Borchardt ist am letzten Dienstag nach langer schwerer Krankheit Stzsährig gestorben. Borchardt hatte sich während des Krieges von der Partei adgewandt und den Rückweg zu ihr nicht mehr gefunden. Er hat verschiedene cheorettsche Schriften hexauogegeben und an kommunistischen Blättern mttgearbettet, ohne jedoch der Kommunistischen Partei anzugehören. um hu« Verordnung.—. vv-~.--■- riing von Wartegeldempfängern. Sie bedarf der Zm stimmuna des Reichsrats und des Ausschustes des Reichstages für den Reichshaushall. Es handelt sich hier um die Emgruppierung von Beamten, die bei Inkrafttreten der Besoldungsordnung von 1927 schon Im Wartestand waren. Die Verordnung wurde vom chaushallsausschuß genehmigt. gruppi Der Siaud des Lnilvilllungspwblems Neue Forschungen von Prof, Viktor Jollos Auf Einladung der„Gesellschaft für empirische Philosophie* sprach der Dahlemer Biologe Prof. Viktor Jollos über den Stand und die Fortschritte des Entwicklungsproblems. Dies Problem stand einst im Vordergrund des Jnterestes, dann aber wurde es lange Zeit hindurch erstaunlich still davon. Der Grund hier- für lag darin, daß es keinerlei Mittel gab, eine experimentelle Eni- icheidung zwischen den beiden feindlühen Entwicklungstheorien: Darwins Glaubon an die„Allmacht der Naturzüchtung* und Lamarcks Dogma von der„Vererbung erworbener Eigenschaften* herbeizuführen. Erst der rasch vorwärts- strebenden jungen Crblehre verdanken wir die Einsicht in die Belang- losigkeit der individuellen Erscheinungsformen für das Kleinplasma, die der Lehre von der Vererbung im persönlichen Leben erworbener Eigenschaften rasch den Boden entzog. Besser erging es den Lehren Darwins. Seine Ausfassung zwar von der Mutter Natur als der großen Züchterin, die den menschlichen Züchtern ähnlich, das Un- zweckmäßige ausmerzt und nur günstige Anlagen weiterzüchtet, konnte vor der strengen Kritik der Erbforscher nicht bestehen.— An- erkennung fand dagegen zunächst seine Auffassung, daß alle Entwick- lung auf spontan auftretenden, zusälligen richtungslosen winzigen Aenderungen der Vererbungsträger, der Gen« beruht. Unbefriedi- gend an dieser Theorie blieb allein die Annahme der R t ch t u n g s- l o f i g k e t t. denn wie sollte man mit diesem regellosen Mutieren die Tatsache in Einklang bringen, daß die großen Um- und Rück- bildungen In der Natur nichts weniger als richtungslos verlausen, sondern vielmehr In ganz bestimmten Bahnen erfolgt sind? Bedeutet es dem Zufall nicht allzuviel zumuten, wollt« man die Entstehung der Arten auf Grund richtungslosen Mutierens verstehen? Dazu kam. daß man auf keine Weise einzusehen vermochte, wie kleinste, richtungslose Keimänderungen sich zu einem Vorteil für die Er- Haltung des Individuums steigern sollten. Eine große Skepsis griff angesichts dieser unlösbar scheinenden Problematik unter den Ent- wicklungsfarschern Platz. Diese Skepsis schwand indessen mtt einem Schlag«, als es vor fünf Jahren durch die bahnbrechenden Versuche Müllers zum erstenmal glückte, Erbänderungen experimentell,. durch Röntgenbestrahlung, zu erzeugen. Da kam neues Leben in die stagnierende Entwicklungsforschung, die nun wieder wie»n früheren Zeiten in den Blickpunkt des Interesses rückte. Was geschieht, so fragte man nunmehr, wenn wir die künstlich erzeugten Veränderungen auf eine Reihe von Generationen einwirken lasten? Die Antwort fand Prof. Jollos. dem es in mühsamer Forschungsarbett gelang, das bisher vergeblich gesucht« richtende Prinzip des Mutiereris zu entdecken. Er unterzog die Larven eines Wildformstammes der Taufliege Drosophila in einem bestimmten Entwickiungsstadium erner zwölf» stündigen Behandlung mit erhöhter Wärme s3S Grad): darauf schwand di« ursprünglich dunkellote Augenfarbe der Wildform, um einem helleren Rot resp Rosa Platz zu machen Bei fortgesetzten Behandlungen in der gleichen Weise hellte sich die Augenfarbe in den kommenden Generationen dann immer mehr auf— über Gelb zu einem reinen Weiß, ohne daß es jemals zu einem Rückschlag gekommen wäre. Noch eine zweite Versuchs- reihe— Pigmeittverstärlung unter dem ständigen Einfluß von Hitze— hat der Forscher durchgeführt, so daß der Schluß unabweis- lich wurde: Veränderungen von Außenbedingungen bewirken ge- richtetes Mutieren. Damit ist also das vorher fehlende Prinzip des Mutierens, hervorgerufen durch eine Veränderung in der Außen- welt, gefunden. Ist es nun aber, so wird der Skeptiker fragen, für den Bestand des Tieres nicht gleichgültig, ob es rote, gelbe oder weiße Augen hat oder ob feine Flügel etwas mehr oder weniger Pigment ent- hallen? Tatsächlich liegt es nun aber so, daß wir die veränderte Augenfarbe nur als Indikator, als Anzeiger, aufzufassen haben und diese Veränderungen gleichzeitig ganz andere Aenderungen mtt- bedingen können, die viel lebenswichtiger sind. Und gerade im Fall der Augenfarbe ist der Beweis bereits gelungen, daß bei den weißäugig gewordenen Fliegen durch die Temperaturerhöhung ihre Widerstandskraft erhöht worden ist. Die g e r i ch- tete Erbänderung hatte also in diesem Fall einen ausgesprochenen Erhaltungswert! Wie ein Phönix aus der Asche erhebt sich von neuem die Dar- winsche Lehre! Es stimmt, daß die Entwicklung, wie dieser große Genetiker uns einstmals lehrte, durch kleinste Aenderungen des Keim- plasmas entsteht. Darüber hinaus aber wissen wll heute, daß diese unter dem Einfluß veränderter Außenweltreize auftreten., erner, daßsienichtregellossind, sondern gerichtet verlaufen und daß ihnen eine Bedeutung zukommt für die Erhaltung des Lebens! „Ins Innere der Natur,* prophezeite Kant,„dringen Bsob- achtung und Zergliederung der Erscheinungen und man weiß nicht, wie weit man damit noch kommen kann.*... vr. llilz- kierebers. liegt im Sterben. Das Verbot der»Raken Fahne*. Nach einer unwidersprochen aebliebmn B-hauptuna des„8 Uhr- Abendblattes* ist das von uns icharf kritisiert« letzte Verbot der.Roten Fahne* auf Anordnung bss Reichsinnennwristers Groener erfolgt. Chesterton und Reale:„In jeder Che..." Theater in der Stresemannstraße. Eine ehrenwerte Familie, die eine Villa und leider nur drei Dienschoten hat, kommt ein wenig unter die Räder. Denn der Papa küßt zuhause und auch in den Geschäftsräumen, wie nicht oer» schwiegen werden darf, seine Sekretärin, was wiederum der Sohn des Hauses mit eigenen entsetzten Augen ansehen muß. Eines Tages tellt der Papa der Gattin mit. daß die Sekretärin seine Zukunft sei. Dies Geständnis verrät bei dem Hausherrn, einem Mann von vor- geschrittenen Iahren,«inigen Hang zum Abenteuer. Die erwachsenen Kinder denken über den väterlichen Sündenfall zwiespältig, die Tochter ist dafür, der Sohn dagegen. Die betroffene Gattin vermag sich noch nicht zu entscheiden, ob sie sich scheiden lasten oder versöhnen soll. Es bleibt ihr schließlich nur die Versöhnung übrig, da ihr Herr Gemahl von der Sekretärin als Hellatskandidät«inen ganz deut- lichen Korb erhält. Deshalb und darum auch, weil das Stück in London spielt, und darum auch, weil auf der Bühne eine ganz besondere Sittenfreiheit Trumpf sein soll, endet im dritten Akt fröhlich, was im zweiten Akt fast zu einem tragischen Skandal geführt hätte. Die Rolle, die der elegant unglücklichen Gattin zufällt, diese durch sechs schöne Abend- und Straßentoilettcn und auch durch einige beinah« lebensechte Herzensschrei« sehr gehobene Rolle fällt der gastierenden Frau Leopoldine Konstantin zu. Sie gebraucht nur selten die gefährlichen Druckmittel der Dirtuost». Der in Sentimen- talttät und weiblicher Resignation sehr aktiven Hauptperson ist als Ehepartner Theodor L o o s gesellt, der solche Aufgaben mit Grazie zu lösen pflegte. Aber da ist noch das Londoner Kinderpaar, das sich vornimmt, die etwas benebellen Eltern zur Vernunft zu bringen. Peter W o l f f und Karin Evans spielen solche dankbare Dalbern- hett zum Entzücken des Parketts, was auch von Lotte Stein. Grell Berndt, Christiane Grabe und Herrn Möbis, den übrigen Stichwort- gebern der Komödie, gerühmt werden darf. Das Theater in der Sttefemannstraße wird jetzt von Viktor H o r w i tz geschäftlich betreut, der ein erfahrener Kontobuchpraktiker ist. Hintermänner für die Kreditgaraittien sind die Ratters. Halb- penstanäre oder wenigstens noch prozentual beteiligte Nutznießer der Hausmiete, sofern sie nicht durch Steueramt. Hypothekenzinsendienst und frühere Lieferantenansprüche beschlagnahmt sind, sollen und wollen die Herren Meinhard und Bernauer sein. Man sieht: das Theater 1932 ist«in kompliziertes Kredtt-Treuhänder-Kettenhandel- und Abzahlungsgeschäft. Wer heute ein Theater führen will, muß mit der Zivilprozeßordnung und ähnliches Büchern, die nicht gerade in den Kunstbibliocheken stehen, ein wenig vertraut sein. M. H. Die Volksbühne ist krisenfest. Volksbühne und Schiller«Theater. Zu Z-itungsmitteilungcn über die derzeitige Lage der Volks- bühne und die Zukunft des Theaters am Bülowplatz stellt der Vorstand der Volksbühne folgendes fest: Eng verbunden mit den werktätigen Masten Berlins, leidet die Volksbühne selbstverständlich unter den Auswirkungen der Krise, die zehntausende ihrer MUglieder arbeitslos gemacht hat. Immer« hin ist die Mttgliederzahl gegenüber dem Durchschnitt des Vorjahres nur wenig gesunken. Und die großen Kassenerfolg« des Theaters am Vülowplatz haben dies« Ausfälle wettgehend auegeglichen. So steht die Voltsbühne mtt ihrem Theaterbetrieb heute finanziell günstiger da. als zum gleichen Zeit- punkt desDorjahres. Den besorgten Freunden und Feinden der Volksbühne sei versichert, daß es in ihrem„Gebälk durchaus nicht knistert*. Die vielfach zitierte Beurlaubung von Schauspielern ist keineswegs der Ausfluß einer kritischen Situation des Theaters. Diese Beurlaubungen waren Im Ursprung- lichen Plan vorgesehen und wurden bereits rm Vorjahr vertraglich festgelegt. Eine Stillegung des Theaters am Dülowplatz steht ganz außer Erwägung. Noch unentschieden ist zur Zeit nur. oh der Berein Volksbühne fem Haus im nächsten Jahr in eigener Regie fortführen wird. Herr Direktor M a r ti n hat der Volksbühne angeboten, für den Fall einer von ihm geplanten Pachtung des Schiller-Theaters das Theater am Vülowplatz von dort her mit Vorstellungen zu versorgen. Der Vorstand hat erwidert, daß er grundsätzlich nicht abgeneigt sei, einer Kombination Schiller-Theater- Volksbühne zuzustimmen. Vor einer endgültigen Stellungnahm«.' müsse er allerdings genauere Vorschläge hören. Diese konnten bis- her nicht vorgelegt werden, so daß auch eine Entscheidung noch nicht möglich war. In jedem Falle wird der»Vorstand der Volksbühne. ob er nun die Vorstellungen einem anderen Unternehmen überträgt oder den Betrieb selbständig weiterführt, dafür sorgen, daß die Leistungen des Hauses sich auf der Höh« der bisherigen Darbietungen hallen. Darsteller des Friedens. Zeller und Garbe in der Sezession. Einige Fünfzigjährig« zeigen in der Ausstellung der Sezession deutlich den Wandel der Zeit seit dem Krieg« und der Hochblüte des „Expressionismus*. Weniger deutlich der Bildhauer Herbert Garbe, weil von ihm nur Werke der letzten Zeit zu sehen sind. Ihre Schönheit liegt ausnahmslos in dem stillen befriedeten Sinn. der sich mit der körperlichen Fülle der Natur begnügt und nicht, wie es Garbe früher tat, leidenschaftlichen Bewegungsausdruck sucht. Ganz klar wird der Gefühlswandel bei Magnus Zeller, dessen Gemälde etwa zur Hälfte dem Ausdrucksbezirk, zur anderen Hälfte seiner jüngsten Weise angehören. Er hat ziemlich lange an der Dar- stellung erregter und erregt scheinender Menschen und Dinge fest- gehatten. Für diese Stimmung, die die Seelen in den Kriegs- und Inflationsjahren aufwühlte, aus dem Bedürfnis heraus, sich van der übermenschlichen Last düsterer Erlebnisse zu befreien, ist besonders der„Volksredner* von 1919 charakteristisch. Eine Häufung etsta- tischer, ins Leere stoßender Gesten, ein Gebrüll um des Gebrülles willen, eine maßlos übertriebene Erregung aller Empfindungen drückt sich da in verzerrten ausfahrenden Formen upd zuckenden Farben aus. Wir können dieses Wesen nur mehr historisch begreifen, denn uns sagt diese Maßlosigkeit nichts mehr, und die Form ist zu kunstlos, um als Ausdruck eines Gefühls dauerhaft zu wirken. Was uns heute anspricht, well wir nach Beruhigung und Rettung aus all dem chaotischen Getöse verlangen, sind Zellers Bilder der letzten Jahre, di« mtt einer feinen Nobleste der Malerei menschlich heitere und beglückende Motive geben. Der Friede, den diese Bilder aus den letzten Iahren ebenso ausströmen, wie die ruhenden Frauenstatuen Garbes, ist durch harte Erfahrungen schwer errungen: es ist«in Frieden, den die Kunst uns vorbildlich zeigt, den wir uns im Dasein des Volkes allerdings erst noch erkämpfen müssen. f>. k. sch. schule für Musik in Berlin führen. Theaterbrand In Jim yirk. Infolge von Kurzschluß brach im Palace-Theater am Broadway während der gestrigen Abendpor- stellung ein Feuer aus, das die Bühne zerstörte. Die 1809 Zuschauer wurden von einer Panik ergriffen und flüchteten ins Freie, wobei ein« Anzahl von ihnen schwer oerletzt wurde. Todesopfer sind glück- licherweis« nicht zu beklagen, Das Wachstum der russischen Städte. Nach der Volkszählung vom 1. Januar 1932 ist Leningrad mtt 2.73 Millionen Einwohnern die siebentgrößt« Stadt der Erde geworden. Moskau hat sich seit 1917 von 1.7 Millionen auf 2,9 Millionen, Nishnij-Nowaorod von 12« 799 auf 359 999. Stalingrad(früher Zarizyn) von 132 909 auf 399 999 und Rostow am Don von 177 999 auf 425 990 Einwohner vergrößert. Eine vierte Pyramide bei Gizeh entdeckt. Altertumrforscher Professor Selim Hassan teill mit, daß er in Gizeh in der Näh« der drei berühmten Pyramiden ein« vierte Pyramide entdeckt habe. Die Grundfläche der neuen Pyramide betrage 5999 Quadratmeter. Vorträge. Freitag S Uhr hält Tr. Tehn-Wiener einen LiKtbildervor- trag:»Kunstgeschtchte oder Kulturgeschichte?" im Deutschen Monist-nbund und der Freireligiösen Gemeinde im Friedrich-Wilhelm- Gymnasium, Kockstr. 13. Arbeitsami Nord in der Eisernen Krönt. In der vierten der am Dienstag abgehaltenen Versammlungen der Arbeitsamteangestellten sprach Bürgermeister Genosse M i e l i g vor den Beamten und Angestellten des Arbeiteamts Nord. Die Charakterisierung der Nazisührer, die Schilderung ihrer politischen und moralischen Qualitäten machten großen Eindruck. Für die Republikaner sei es untragbar, wenn das Sicherheitsinstrument des Reiches, die Reichswehr den Landsknechten der Reaktion offen stehe.- Wachsam muß jetzt jeder einzelne die innenpolitischen Vor- gänge beachten. Stehen die Beamten in Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden in gemeinsamer Kampflinie mit der Arbeiter- schaft, dann werden sich die Nazis an dieser eisernen Front den Schädel einrennen. Eine Musikkapelle aus arbeitslosen Reichs- bannerkameraden umrahmte diese außerordentlich wirksame Kund- gebung durch aufrüttelnde Kampslieder. Bergarbeiterstreik in Polen. Im Oombrowaer Revier. Soenowih, 18. Februar. Die Lohnoerhandlungen im Dombrowaer Revier haben sich zerschlagen. Die sozialistischen Berufsvcrbände haben eine Lohn- Herabsetzung abgelehnt, während die Berufsoerbände der Sanacja den Unternehmern eine Lohnsenkung von vier Prozent vorgeschlagen haben, was jedoch von diesen abgelehnt wurde. Ein Kongreß der Delegierten sämtlicher Berufsverbände am Mittwoch hat die Aus- rufung des Streiks beschlossen. Als die Unternehmer von dem Streikbeschluß der Verbände Kenntnis erhielten, haben sie auf ein- zelnen Gruben sofort Feierschichten eingelegt. heute früh 6 Uhr haben die Arbeiter sämtlicher Gruben d'e Arbeit clngeslelll. Lohndruck auch in Schweden. Stockholm, 18. Februar. In der Zellstos find ustrie steht ein Streit bevor, von dem 17 000 Arbeiter betroffen werden. Nachdem am Mitt- woch die Tarifoerhandlungen gescheitert sind und die Unternehmer die Löhne bedeutend herabgesetzt haben, erwartet man, daß die Arbeiter am 23. Februar in den Streik treten werden. eßudk N. A. ItoUereck: Wein kleines Stügenbuch Die Insel Rügen ist schon lange für die Berliner Bevölkerung ein beliebtes Ziel für längere oder kürzere Erholungsreisen. Be- reits zu Ostern fahren die ersten hinaus, und von Pfingsten ab gibt es auf der Insel wohl mehr Berliner als Einheimische. Das badet und lacht und tummelt sich bis in den herbst hinein, bis der rauhe Nordost schließlich auch die Whnsten verscheucht. Erst dann werden die Züge leer und leerer und die Autostraßen vereinsamen. Wie schön es auf Rügen ist, erzählt K. A. W o l t e r e ck in zwölf kurzen Skizzen in„M ein kleines Rügenbuch, Er- sahrungen und Erlebnisse auf Deutschlands größter und schönster Insel."(W. Krohß, Bergen auf Rügen.) Der Verfasser plaudert vom vorgeschichtlichen Rügen, baut nochmals die vom Gletscher auf- getürmten Jnselkerne auf. zeigt uns die Spuren erster Besiedlung, deckt Hünengräber ab und schildert die Zeit der Wenden. Alte Tempelburgen erstehen und beleben sich, das sagenhafte Arkona und die stolze Sumpfburg Charan.za tauchen aus Doch Kreuz und Schwert brechen die Herrschaft der Götter und der Wenden, neue Herren kommen, neue Burgen und Schlösser erstehen. Bis in der Neuzeit die Eisenbahn auch hier vorstößt und Fremde ins Land bringt, Reisende, Erholungsuchende, die am Strand liegen und nur selten die alten schönen Stätten der Heide und der Wälder im Land- innern aufsuchen. Für diese Gäste der Insel schrieb Woltereck sein Rügenbuch. Er schrieb es mit großer Liebe und Kenntnis um die Schönheiten der Insel, kleine Federzeichnungen sind eingestreut. Es ist eine Freude, das Buch zu lesen, wie viel größer muß die Freude sein, seinen Spuren zu folgen— wenn man Geld und Zeit hätte! Leider fehlt eine Karte der Insel, die all die erwähnten, gegenwärtigen und verfallenen Stätten enthält und zum Verständnis der Be- schreibung oft notwendig ist. IV. T. Z. Kreis. Deutscher Freidenker-Verband. Freitag, den 19. Fe- bruar, 20 Uhr, erfolgt die Vorführung des Films„Frauennot— Frauenglück" in der Löwenbrauerei Hochftr. 1, der am Freitag, dem 12. Februar, nicht aufgeführt werden konnte. Die alten Karten Am Saaleingang find keine Karten mehr haben ihre Gültigkeit. vorhanden. 14. Srels Neukölln. Arbettertildirngsschuke. Der Kurf« des Genossen Dr. Otto Mönchen muß heute abend wegen Erkrankung des Referenten ausfallen. Nächster Kursusabend am 23. Februar. 82. Abt. Genosse Max Sturz ist am 14. Februar 1932 verstorben. Die Einäscherung' findet am Freitag, dem 19. Februar, �16 Uhr, im Krematorium in Wilmersdorf statt. Oranienburg. Am Sonntag, dem 21. Februar, vormittags 10 Uhr, findet in Biens Festsälen eine Kundgebung der Eisernen Front, verbunden mit einer Gefallenen- e h r u n g. statt. Alle Republikaner müssen erscheinen. Wetter für Berlin: Fortdauer des heiteren Wetters. Tem- peraturen am Tage über Null.— Für Deutschland: In West- und Mitteldeutschland und an den Küsten morgens mefft neblig, sonst heiter bei wenig geänderten Temperaturen. Rundfunk am Abend Donnerstag, 18. Februar. Berlin. J. E. Porltzky liest eigene Erzählungen. Lieder. Hugo Daffner.((Agnes Lenbach, Alt. Flügel: Der Komponist.) 1. Mendclssohn-Bartholdy: Präludium und Fuge mit Choral, E-MoIU oi. 35. Nr. 1. 2 Liszt(Prof Bruno Hinze-Reinhold: Flügel.) Valeriu Marcu: Napoleon nach der Besiegung Oesterreichs. Lovis Corinth(Charlo Dachpappen-Verkauf etc zu billigsten• Fabrikpr isen Theodor Seibel Dachdeckermeis'er, Leiterrüstungen Kt-rlln-JIarle ndorf PrOhhsfrnhc 20 ✓ Tcl.SCdring 1212 ARBEITER! Deckt euren Bedarf In Eisenwaren, Werkzeugen, Haus- u. 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Februar 1932 ZkrÄbnÄ SftnJaiiiijaße da[orwätii Die Literatur öer Welt bester Versuch einer Gesamtüb erficht Die Weltliteratur ist ein Ergebnis der kapitalistischen Entwick- lung. Schon Goethe hat 1828 die Weltliteratur als Ergebnis des „erleichterten" Verkehrs bezeichnet. Und fast 20 Jahre später schrieb Karl Marx im„Kommunistischen Manifest":„Die geistigen Erzeug- nisse der einzelnen Nationen werden Gemeingut. Die nationale Einseitigkeit und Beschränktheit wird mehr und mehr unmöglich, und aus den vielen nationalen und lokalen Literaturen bildet sich eine Wellliteratur." Wi« einschneidend man immer auch die n a t> o- n a l i st i s ch e n Stimmungen in der Gegenwart beurteilen möge, Deutschland kann sich nicht von der übrigen Welt abschließen und so ein zwangsläufiges Entwicklungscrgebnis der letzten hundert Jahre rückgängig machen. Die Geschichte läßt sich nicht nach rück- wärts revidieren. Die materielle und geistige Verflechtung unserer gegenwärtigen Welt ist eine Gegebenheit, die keine chauvinistische Hetze wegdiskutieren kann. In diesen ausdrücklichen Dienst dem deutschen Leser der Gegenwart die Kenntnis und Anschauung der „Weltliteratur der Gegenwart" zu vermitteln, stellt sich das zweibändige Werk, das der Sieben-Stäbe-Verlag, Berlin, un- längst herausgebracht hat.(Ergänzt wird diese Arbeit durch eine über hundert Druckseiten umfassende Büchertasel, die ausgezeichnete bibliographische Nachweise enthält, auf Grund deren sich der Leser über die dargestellten Zusammenhänge selbst orientieren kann.) Als Herausgeber des Werkes zeichnen Wilhelm Schuft er und Max W i e s c r: der erste Band behandelt die germanischen und nordischen Länder, der zweite Band umfaßt die Literaturgeschichte der romanischen und östlichen Länder. Da das Werk aus eine eigens Darstellung der deutschen Literatur verzichtet und sich ausdrücklich auf die früher im gleichen Verlage erschienene deutsche Literatur- geschichte von Werner Mahrholz bezieht(die von Max Wieser bearbeitet wurde), so muß sich die kritische Beurteilung dieser Geschichte der Weltliteratur an beide Werke halten. Jede Literaturbetrachtung steht vor folgenden Schwierigkeiten: Einmal soll sie den inneren, geschlossenen Zusammenhang einer nationalen Literatur aufzeigen, der nicht nur ein Zusammenhang von Werk zu Werk, von Mensch zu Mensch, sondern der auch„das gesamte kulturelle Leben, geographische Lage, Beoölkerungsart, Rasse, selbst Wirtschaft und Politik, sofern sie für das Verständnis der Literatur wichtig sind", einbeziehen muh. Für die Geschichte der deutschen Literatur erscheinen mir diese Schwierigkeiten, ohne daß ich die Ansprüche an ein populäres Werk zu übersteigern glaube. am wenigsten überwunden zu sein. Werner Mahrholz geht von einem festen Periodisierungsprinzip aus, das zu allgemein ist, um ein wirklich lebensvolles Bild der deutschen Literatur zu ver- Mitteln: Aufklärung, Klassik und Romantik sind, nach Mahrholz. die drei großen Motive, die sich in der Geschichte der deutschen Literatur, wenn auch in bestimmter jeweiliger Abwandlung, durch- dringen Gewiß, jede Generation steht auf den Schultern der chr vorhergehenden Generationen. Aber die eigentlichen W a n d l u n- gen der Literaturgeschichte werden nicht geklärt, wenn ihre inhalt- lichlit Motive gleichsam von Anfang an feststehen Es genügt nicht, wenn in einer begeisterten Sprache Bilder entworfen werden, die eben nur Bilder sind und die tieferen, vertikalen Schichtungen der einzelnen Epochen nicht berühren. Im Rahmen einer Gesamtdarstellung der modernen Literatur kann man selbstverständlich nicht jeder Wertung eines einzelnen Werkes zustimmen: das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, daß man die Gesamtanlage für fruchtbar hält. Von der Darstellung der französischen Literaturgeschichte ist zu sagen, daß sie wirklich zu erfüllen bestrebt ist. was das Nachwort von S ch u st e r als Absicht des ganzen Werkes formuliert:„Wenn es uns gelungen fein sollte,.-- hinter den so oft mißkannten Aeußerlichkeiten die innere Eigentümlichkeit der Nationen sichtbar zu machen, so würden wir einen wichtigen Teil unserer Absicht erfüllt haben." Schon die „Einleitung" versteht es, die bewegenden Kräfte der sranzö- silchen Literatur herauszuarbeiten...Das große Thema der sranzö- fischen Dichtung... ist nicht das All, der Kosmos, nicht die große Natur und ihre Gewalten, nicht die religiöse Idee und nicht— trotz Zola— die unpersönlichen Mächte der Gesellschaft und Wirtschaft: die französische Literatur ist vielmehr eine ausgesprochene Psycho- logen-Literatur. Im Mittelpunkt des französischen Romans steht der Mensch" Und dieser sranzösische Mensch ist durchaus kein ver- weichlichter, physisch oder moralisch verderbter Mensch, wie ihn zum Beispiel jetzt zu sehr durchsichtigen Zwecken der skandalöse Ufa-Film „Port" hinstellt. Prüft man dann die Einzelheiten, so wird mar, z. B. die Charakteristik des großen Romans von Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" ganz ausgezeichnet finden, dagegen werden die kurzen Bemerkungen über„die Falschmünzer" von Andre Gide der Bedeutung dieses Werkes im Gesamtschaffen des Dichters kaum gerecht.„Die Falschmünzer" von Andre Gide bieten nicht nur„vor allem ein technisches Interesse", vielmehr gehört dieses Werk wahrscheinlich zu den bedeutendsten Leistungen der französischen Literatur überhaupt. Im gleichen Band steht auch eine ausführliche Geschichte der russischen Literatur, die ebenfalls bis zu den jüngsten Veröffentlichungen reicht. Auch hier dringt der Verfasier in die tieferen gesellschaftlichen Zusammenhänge verständnisvoll ein. Die Geschichte der englischen Literatur ist nicht so breit verankert wie der Beitrag über die sranzösische Literatur: die Ein- leitung ist etwas zu summarisch. Es wäre zweckmäßig gewesen, die folgenden Bemerkungen noch etwas aufzulockern: Dem Begriff der englischen Freiheit„entspricht die Bequemlichkeit der englischen Sprache..: ihr entspricht die Ihandhabung des Rechts, das kein Bürgerliches Gesetzbuch in unserem Sinne kennt, serner das Partei- leben, das theoretisch festgelegte Programme vermeidet: ihr ent- spricht eine Demokratie, die nicht daran denkt, das Königtum abzu- schaffen. Der unleugbare Vorteil dieser Anschauung liegt in der ausgleichenden Wechselwirkung zwischen gesellschaftlicher Bindung und persönlicher Selbstoerantwortung, sofern jene Bindung frei- willig vollzogen wird" Die Darstellung der Literaturgeschichte selbst ist jedoch sorgfältig fundiert. Dieser Band enthält auch die Beiträge über die nordamerikanischen, skandinavischen sowie holländischen und flämischen Literaturen. Das Gerüst aller Darstellungen bilden die ins Deutsche über- setzten Literaturwerke. Auf diese Weise ist der Leser imstande, die Beiträge selbst zu kontrollieren. Die Literaturangaben der Bücher- tafel beschränken sich auch nicht auf die Angabe der Dichtungen, sondern vermerken auch solche Werke, die dem Leser das Verständnis der allgemeinen Kultur der Länder näherbringen können. So dürfen diese Bände— trotz aller Unzulänglichkeiten— als echte Volksbücher bezeichnet werden, wozu sie auch der Preis— 2,85 M. je Band— legitimiert. Jens Grieter. Natur und Wiffcnkchaft Änmcrkungm;u einer Bücherreihe Im vorigen Jahrhundert war die Beschäftigung mit den Wissenschaften Privileg einer besonderen Klasse. Wie ein Medizinmann der Wilden die Methoden seiner zweifelhaften Tätigkeit, die ihm Macht über die Horde gibt, als strengstes Geheimnis hütet, so verwehrte man früher dem Laien den Einblick in die Erkenntnisse der Wissenschaften. Man bediente sich einer Sprache, die dem normalen Menschen völlig unverständlich war. Es soll hier nicht über die Fremdwörter in der wissenschaftlichen Umgangssprache geschimpft werden, denn sie sind zur scharfen Ab- grenzung von Spezialbegrifsen unersetzlich. Ebenso haben die von dem Laien vielfach geschmähten lateinischen Namen ihre Berechti- gung. Erst als der schwedische Forscher Linnä die doppelten lateinischen Namen einführt«, gelang es, die ungeheure Formen- Mannigfaltigkeit der Tiere und Pflanzen in übersichtlicher Weis« zu ordnen. Aber darüber hinaus hat man damals reichlich des Guten zuviel getan. Außerdem hat man sich bemüht, den an und für sich übersichtlichen Satzbau der deutschen Sprache in grotesker Weise zu verzerren. Ich besitze ein im Jahre 1860 erschienenes Buch über Astronomie, in dem sich Satzgespenster über anderthalb Seiten ziehen. Als in späterer Zeit die Allgemeinheit immer gebieterischer forderte, an den Erkenntnissen der Wissenschaft teilzuhaben, versuchte man die unverständliche Wissenschaft wieder verständlich zu machen. Di« Art, in der das geschah, war oft nicht gerade sehr glücklich gewählt. Vielfach schoß man weit über das Ziel hinaus und hielt die kindliche Sprache für die verständlichste.„Tapp, tapp kommt er daher, unser Meister Petz auf seinen Pfoten, die je fünf Krallen tragen", und ähnlich« Stilblüten gehören hierher. Mit einem derartigen Gestammel ist natürlich keinem erwachsenen Menschen gedient. Heutzutage hat man sich ja sogar zu der Cr- kenntnis durchgerungen, daß auch Kindern damit nicht gedient ist. Auf der anderen Seite bemühte man sich, den Laien zuerst in die Ordnungsbegrifse der Wissenschast einzuführen. Tote Zahlen und Namen wurden als Wisienschast ausgegeben. Wir alle ent- sinnen uns der tödlich langweiligen Schulstunden vor dem Kriege, in denen wir Staubgefäße zählen und Namenreihen lernen mußten. So kam es, daß das Wort„wissenschaftlich" auch gleichbedeutend wurde mit„trocken und langweilig". Um das Wcltvcrbcflcrcr Gespräch unter Kiuöern Ludwig: Uns müßten sie mal ranlassen, was, Hermann? Wir wollten die Welt schon verbesjern! Hermann: Ueberhaupt du! Möchte wissen, wie du das anfangen wolltest. Ludwig: Bei der Arbeitslosigkeit natürlich. Nur welche über 55 dürften in leitenden Stellungen sein oder Direktor spielen. Hermann: Und die ganz Alten? Ludwig: Vattis und Krüppel werden Aufseher Alle an- dern müssen arbeiten Hermann: Müssen? Können vor Lachen. Schasse erst mal Arbeit! Ludwig- Erst werde ich mal das Geld abschaffen, dann gibt es gleich Arbeit satt. Her na nn: Wenn du das Geld abschaffst, dann kann sich ja kein Mensch mehr was anschaffen Ludwig: Pah auf. Der Krämer gibt seine Ware ab: der Käufer bezahlt mit dem. was er hat. zum Beispiel mit einem Anzug Hermann: Ich hab nix. also krieg ich alles umsonst. Ludwig: Du mußt dafür arbeiten. Hermann: Und die Arbeitslosen? Ludwig: Kriegen alles umsonst. Aber es wird bald keine Arbeitslosen mehr geben: den je mehr die Menschen verbrauchen. desto mehr Arbeit gibt es wieder Hermann Knorke Willst du noch mehr abschaffen? Ludwig: Den Zoll. Alle Länder müssen gleich werden. Keine Grenzen mehr. Einheitliches Geld Einheitliche Sprache. Hermann: Esperanto? Dann müßten ja alle alten Knäste wieder in die Schule. Ludwig: Du bist plemplem! Paß auf. das geht so: Die Kinder lernen Esperanto, nicht? Di« Alten sterben weg, nicht? Dann sprechen die Kinder, wenn sie erst groß sind, überall bloß noch Esperanto. Kapierst du das? Hermann: Weiter. Was wird nun abgeschafft? Ludwig: Dos Bier. Tabak auch. Hermann: Mach'n Punkt. Ich muß doch überhaupt erst mal probieren, wie fon Glimmstengel schmeckt. Ludwig: Wer rauchen will, darf höchstens'ne Wasierpfeife benutzen. Hermann: Das wird suxig. Zwei Mann lutschen am Schlauch, und den Kübel mit Wasser ziehen sie auf einem Hand- wagen hinter sich her. Ludwig: Das ist bloß wegen der Gesundheit. Darum muß auch Fleisch und Zucker und die ungesunde Arbeit in den Fabriken und Bergwerken abgeschafft werden. Hermann: Du gehst ja mächtig ran. Schließlich weiß man gar nicht, wo zuerst anfangen. Ludwig: Das Ist auch so. Weißt du, wie ich mir das ge- dacht habe? Alle müssen da mitmachen, aus allen Klaffen die Lünzens und Mädel... Hermann: Was denn, die Welt umkrempeln? Ludwig: Quatsch nicht, erst mal ausdenken, wie es werden soll. Hermann: Klar, jeder hat doch'nen sck �uen Gedanken, nicht bloß du. Ludwig: Und dann schreiben wir al.-s zusammen und machen einen langen Wunschzettel: Was wir vom neuen Jahr er- warten, oder so. Hermann: Bloß'nen Wunschzettel? Ick» o yte, es sollte gleich in Wirklichkeit losgehen. Schade Ludwig: Erst muß es im Kopf klar ie'., du Torfkopp, komm! I�ach einer Unterhaltung zwischen zwei Volks- scLUlern stenographisch aufgezeichnet von C. D. nun wieder gutzumachen, begann man wissenschaftliche Tatsachen in dichterisch geschwollener Ausdrucksweise zu ser- vieren. In dieser Sprache heißt es statt„einheimisch« Singvögel": „unsere lieben kleinen gesicherten Freunde, die das Herz des Menschen, der die heimatlichen Fluren durchinandert, mit ihrem lieblichen Gesang und Gezwitscher erfreuen." Dem interessierten Laien ist mit solchem läppischen Plauderton sicher nicht gedient. Er will eine sachliche, klare und allgemeinverständliche Antwort auf seine Frag«. Es ist darum sehr zu begrüßen, daß einige Verleger es unter- nommen haben, die Resultate wissenschaftlicher Beobachtungen in sachlich und allgemeinverständlich geschrielenen Werken zu verbreiten. So hat der„Vrehm-Verlag, Berlin", eine Reihe naturwissenschaftlicher Bändchen herausgegeben, von denen man wohl sagen kann daß sie allen Anforderungen genügen. Der Ver- lag hat sich dabei in äußerst geschickter Weise eines sehr wirksamen und zeitgemäßen Mittels der Anschauung bedient, der Photo- g r a p h i e. An Stelle der toten fchematischen Zeichnung und des Modells tritt die Momentaufnahm«, die Tier und Pflanze in ihrer ganzen Bewegtheit und Lebendigkeit zeichnet. Es ist vielleicht nicht uninteressant, die Unterschiede zwischen Zeichnung und Photo näher zu betrachten. Bei den Zeichnungen war man bestrebt, die charakteristischen 'Merkmale der bestimmten Tier- oder Pflanzenart möglichst deut- lich hervorzuheben. So entstand in den meisten Fällen ein totes Nebeneinander von Details, während die so bezeichnende Gesamt- erscheinung des Lebewesens verlorenging. Nun inter- essieren Details aber nur den Spezialisten, und außerdem ist kein Mensch imstande, einem fliegenden Vogel oder einem laufenden Säugetier anzusehen, wieviel Krallen sie haben. Trotzdem erkennt der Geübte die verschiedenen Arten auf den ersten Blick an der typischen Gesamterscheinung. Es ist nur sehr wenigen Künstlern gelungen, dieses„ge- wisse Etwas" der einzelnen Tierarten in der Zeichnung festzu- halten. Es gelang nur dann, wenn sie auf das Detail verzichte- ten. Es sei an Kuhnert erinnert, der mit ein paar Strichen eine flüchtende Giraffenherde auf das Papier zauberte. Nun liegt es in der Eigenart der p h o t o g ra p h i s che n Technik, daß bei sehr kurz belichteten Momentaufnahmen Einzel- heiten nur wenig durchgezeichnet werden. Dafür ergeben sich aber auf der anderen Seite ungeahnte Möglichkeiten, Tier, Pflanze und die verschiedensten Naturerscheinungen in chrer ganzen Be- w e g t h e i t unv Lebendigkeit festzuhalten. Man betrachte unter diesem Gesichtspunkt einmal die Photos von Scheerpcltz in d«m Bändchen„Ameisen" der Brehm-Bücher. Man HM tatsächlich den Eindruck, die abgebildeten Ameisen fangen ,m nächsten Augenblick an zu krabbeln und laufen über das Papier davon Die ganze Eigenart der Tiere, ihre Beweglichkeit, ihre Schnellig- keit und ihre zuckende Unrast sind in den Photos eingefangen. Das gleiche könnte man von allen Bildern der Brehm-Bücher sagen. Sie sind sämtlich Meisterwerke der Photographie, und jeder, der sie zu sehen bekommt, sollt« sich Zeit nehmen, sie mit Liebe und Aufmerksamkeit zu betrachten Der zu den einzelnen Bändchen gehörende Text stammt von verschiedenen Autoren und ist entsprechend individuell. Man kann sagen, daß jeder versucht hat. sein Bestes zu geben. Geradezu vorlildlich erscheinen die Bearbeitungen von P r o chn o w(Bd. ü: Wolken), von Scheerpeltz(Bd. 7: Ameisen) und von Meise (Bd. 14: Der Kuckuck) und anderer Die Darstellungen sind klar und sachlich, und außerdem ist es den Autoren gelungen, sehr um- fangreiche Gebiete auf wenigen Seiten erschöpfend zu behandeln. Darüber hinaus wird der Leser ganz unmerklich in die Arbeits- Methode des beobachtenden Naturwissenschaft- lers eingeführt. Wer diese Bändchen gelesen hat. wird seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse um Wesentliches bereichert haben. Es würde zu weit führen, jedes Bändchen der Reihe hier auf- zuführen. Die Auswahl ist recht groß und wird fortlaufend er- wettert. Jeder wird etwas darunter finden, das ihn besonders interessiert. Allein die sehr sorgfältige und liebevolle Ausstattuna der Bändchen wird viele Freunde weiden Leider werden in den heutigen schlechten Zeiten gerade diejenigen für die diese Bücher am meisten bestimmt wären, sich nicht den Luxus leisten können Bücher zu kaufen. Dann sollten wenigstens Bibliotheken. Schulen. Vereine und dergleichen die Gelegenheit wahrnehmen, unterhaltende und zugleich belehrende Wissenschaft zu verbreiten. Dr. Erich Dautert 4 Der Beweis Dfe deutsche Turn er schaft ist— unpolitisch Die im Deutschen Reichsausschuß für Leibes- Übungen vereinigten bürgerlichen Sportverbände behaupten gern von sich, daß sie die„unpolitischen" Sportoerbände seien. Man kann diese Bezeichnung sogar häufig in amtlichen Eingaben lesen. Eine treffliche Illustration liefert dazu die nachstehende Eingabe der Deutschen Turnerschaft an den Reichskanzler: ,F)errn Reichskanzler Dr. Brünmg, Berlin W8, Wilhelmstraße(Reichskanzlei). Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Im Namen des Vorstandes der Deutschen Turnerschast beehre ich mich, Ihnen die beifolgende Entschließung ganz ergebenst zu überreichen und bitte dringend, zum Schutze des Memellandcs alles zu tun, was irgendwie in den Kräften der Reichsregierung steht. Mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr sehr ergebener gez. Dominicus, 1. Vorsitzender der DT., Staatsminister a. D. Lnischliessung: Die Deutsche Turnerschaft als einer der größten und ältesten Bolksoerbände des Reiches wendet sich mit Entrüstung gegen das gewaltsame Vorgehen Litauens im Memellande, das die kulturelle Autonomie dieses schütz- und wehrlosen, ehe- male deutschen Landes vernichten will. sich entgegen den Lestiminungen rechtes Befugnisse über ein Deutschland entrissenes Land anmaßt, die einem Eroberungsseldzuge gleichkommen und gewaltsame Unterwerfung eines Volksstammes bedeuten. Wenn einem solchen' Vorgehen nicht mit allen Mitteln Ein- halt geboten wird, so besteht die Gefahr, daß auch andere Grenz- gebiete des gleiche Schicksal ereilt. Die Deutsch- Turnerschaft fordert deshalb, daß die Reichs- regierung mit größter Tatkraft«ingreift, um die Rechte des Memellandes zu wahren und weiteres Unheil zu verhüten. gez. Dominicus, 1. Borsitzender der Deutschen Turnerschaft." Wir haben nichts gs�en die Entschließung. Wir stellen nur fest, daß sie ein hochpolitischer Akt ist, weiter nichts! BZiiräschteiche» Die Bendlcrstroge weit) von nichts Daß man in der Bendlerstraße nicht gewußt haben sollte, wer hinter dem„Volkssportoerein" steckt, der aus dem Truppen- Übungsplatz in Döberitz seine militärischen Uebungen abhiell, er- scheint wenig glaubhaft. Liest man denn dort überhaupt keine Zeitung? Sowohl im„Völkischen Beobachter", den man dort doch sicher mit Andacht liest, wie auch in der„Welt am Montag"(vor längerer Zeit auch bereits iin„Abends) ist darauf hingewiesen worden, daß die Nationalsozialisten den in Verfall geratenen Volks- sportbund wieder zu neuem Leben erweckt haben. Wer in der Vendlerstraße weiß man sehr genau, was der Bokkssportbund und seine zahlreichen Schulen früher waren, haben sie doch unter Leitung ehemaliger Offiziere gestanden und zu gewissen Zeiten schwarzen Reichswehrersatz aus- gebildet Nach dem Buchrucker-Putsch in Küstrin hat man sich nicht mehr Unter den Linden gegrüßt Die„Volkssp ortschulen" waren von da an ohne Beschäftigung, will sagen ohne Geld, und mußten ih?»n Betrieb einstellen. Arm Teil wurden sie anderen Zwecken dienstbar gemacht: einige standen längere Zeit zum Verkauf. Der Bund hat sich später unter die Fittiche der Deutschen Turnerschaft verkrochen und bekam auch vorübergehend von Preußen Zuschüsse zu Lehrkursen. Bekanntlich ist der ehemalige Geschäftsführer der Deutschen Turnerschaft, der frühere Major Breit Haupt, jetzt Sportleiter bei Hitler. In der BeMerstraße weiß man über diese Dinge sehr gut Bescheid, aber wenn es um Rechts geht, drgckt man beide Augen zu; dann sehen sowohl die Offizier« wie auch die Zivilangestellten Sportlehrer überhaupt nichts mehr. Arbeiterfporwcreine aber wirst man rücksichtslos von den Reichs- wehrplätzen herunter, nachdem ihr Spitzenverband für politisch erttört worden ist. Es ist wirklich an der Zeit, in die politische Ab- teilung der Reichswehr mst der Blendlaterne hineinzuleuchten. Es ist gar kein Zweifel mehr, daß dort ganz bewußt ein faschistischer Kurs gesteuert wird. Naturfreunde— Jahresarbeit Rückschau auf der Generalversammlung In chrer üherMten Generaloersammlung nahmen die Berliner Mitglieder des Touristenvoreins„Die Naturfreunde" Stellung zur letztjöhrigen Arbeit. Der Obmann Maspfuhl er- läuterte eingangs seines Geschäftsberichts die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf hie Naturfreundearbeit Obwohl ein Dristel aller Mitglieder arbeitslos ist, war nur ein geringer Mitglieder- rückgang festzustellen. Drei neue Abteilungen wurden gebildet, drei bestehende wegen zu geringen Arbeitsfeldes aufgelöst resp. mit anderen, zusammengelegt. Es arbesten in Groß-Berlin jetzt 29 216» teillmgen, davon fünf Spezialgruppen. Besonderen Erfolg buchten die Photographen mit chrer Photo- l ehrschau und der Jahresausstellung, der Gesamtbesuch betrug 3599 Personen. Die Naturkundler haben prächtiges Sammlungs- Material— geologisch, botanisch, vorgeschichtlich geordnet— zusammengestellt. Die Mallunstgemeinschast wird vom 28. Februar bis 13. März in einer Ausstellung von ihrer Arbeit zeugen. Recht gut entwickelte sich die Arbeit der Fallbootabteilung. Die Jugend- gruppen waren besonders aktiv in der Ausgestaltung der Feste und Feiern, Di« B i l d u n g s a r b e i t, vor allem in den Ab- teilungen, war sehr lebendig. 1181 Wanderungen, 465 Vorträge, 1167 Heimabende und sonstige kleiner« Veranstaltungen, 39 Werbe- und Filmahende, 8 Feiern und Treffen, sowie 1 Funktionärkursus mst gutem Erfolge sahen zusammen 71 855 Teilnehmer. Der Kassenbericht wies diesmal ein gutes Plus auf. Recht interessant waren auch die Berichte von den Naturfreunde- Heimen. Das Uederfeehaus hatte 23919 Besucher, das Heim Meißnershpf 6913, das Gelände am Heidesee bei Gräbendorf 3175. In der Diskussion bemühte sich ein Kommunist vergeblich, die Mitglieder zu überzeugen. Der alt« Vorstand wurde wiedergewählt. Entgegen einem Oppositionsantrag, der durch Uebergang zur Tages- ordnung erledigt wurde, fand zum Schluß der Aufruf Maspsuhls zur aktiven Mitarbeit in der„Eisernen Front" begeisterte Zustimmung. Tum Hallensportfest Große Ereignisse werfen ihre Schallen voraus. So auch das große Hallensportfest am 28. Februar. Gestern trafen sich in der Halle am Hertzbergplatz ASV. und Dolkssport-Neukölln zum fälligen Rückkampf, der im Rahmen der Werbung für das Hallensportfeft durchgeführt wurde. Der Wettkampf war kaum über den engeren Vereinsrahmen hinaus bekannt: dennoch war Tribüne und Halle mst Zuschauern gut besetzt. Nach einer Einlestung durch Gesang, Ztillauf und gemeinsamer Gymnastik, ging der Hallenkamps mst je zwei Mannschaft»» sloll oonstallen. Volkssport konnte die Scharte des ersten Kampses noch nicht auswetzen. ASV.-Neukälln konnte seinen Vorsprung durch besseres Kurvenläufen halten. Die 19X69- Meter-Pendelftafette und der Medizinballkampf hallen Wechsel- sestlgen Erfolg, somst war das Ergebnis ausgeglichen. Den Mann- schaftshochsprung gewann diesmal ASV.-Neulölln mst 7,39 Meter gegen 7,25 Meter. Durchschnitt der fünf Teilnehmer 1,46 Meter gegen 1,45 Meter. Gesamllnamrschaftsergebnis: II. Mannschaften 3: 1 Punkte: I. Mannschaften 414: H Punkte. Die Schiebungen beginnen beim Sechstagerennen Was wir in unserem Bericht über das Sechstagerennen im gestrigen„Abend" aussprachen, daß nämlich die Fahrradartisten Abmachungen über den Au-gang der Rennen unter sich treffen, die durch Geldbeihilfen wirkungsvoller gestaltet werden, scheint jetzt auch für das heute abend zu Ende gehende Sechstagerennen im Der. liner Sportpalast zuzutreffen. In der Nacht von Millwoch zu heute war es ganz offensicht- lich. daß die Fahrer darauf ausgingen, besonders die h o l l ä n- d i s ch e Mannschaft van Kempen als minder leistungsfähig hin- zustellen. Man sagte sich offenbar, daß es nicht nötig sei, die Hol- länder, die in ihrer Heimat keine Sechstagerennen fahren können, well es dort keine gibt, in Deutschland und im Ausland überhaupt stets gewinnen zu lasien. Man gab der Ansicht offen Ausdruck, daß der Jüngere der Kempens ein viel zu hohes Honorar erhalte und daß man den Leuten, wenn auch mit allen Misteln, endlich einmal zeigen wolle, was eine Hark« ist. So fuhren fast alle deut- schen Mannschaften gegen die Kempens, unterstützten sich dabei gegenseitig und hatten nur«in Auge auf die Holländer. Um die„Durchschnitteleistungen" des jüngeren van Kempen und die „Normaltlasie" des Aelleren zu beweisen, ließ man die Holländer sich vergeilich abquälen und sicherte sich gegenseitig durch mühelose Rundengewinne. Kurz vor der Neutralisation am heutigen Morgen raste Piet van Kempen noch einmal los, ohne allerdings Terrain gewinnen zu können, woran wirklich nicht er allein schuld war. Trotz seines Rückstandes von sechs Runden konnte er nichts erreichen, und schon bei dieser Jagd kam es zu Plänkeleien zwischen ihm und Hürtgen. Alz kurz darauf die Jagd durch die Neutralisation unterbrochen wuro«, gingen die Nerven mit Piet durch: er stürzte sich mit hochgeschwungenem Stuhl auf Miethe und tonnte nur schwer von Tätlichkeiten abgehüten werden. Schließlich erlaubten sich dann noch, wie ein Mittagsblatt mitteilt, Kroll und Miethe den Scherz,«inen Berichterstatter, der während der Neutralisation auf der Pressetribüne arbeitete, mst Eiern zu bewerfen. Kurz vor der 19-llhr-Wertung am Millwochabend waren nicht weniger als fünf Mannschaften, nämlich Rausch-Hürtgen, Schön- Göbel, Roccardo-Tietz, Charlier-Deneef und Kroll-Fundo, in der Spitzengruppe. Mst einer Runde Rückstand folgten oie Brüder van Kempen und Rieger-Preuß, drei Runden zurück lagen Siegel-Thier« dach, fünf Runden zurück Braspenmig-Dülberg, sieben Runden zurück Dinale-Miethe. In der dann einsetzencen Jagd änderte sich diese Reihenfolge des Feldes sehr schnell, so daß schließlich gegen H12 Uhr Schön-Göbel wieder allein die Spitze hielten. Die anderen Paare lagen, bis zu acht Runden zurück. Dann begann das Fächerfahren und das Al schirmen oo. stoßender Fahrer,, das zu den Vorgängen führte, die wir eingangs schilderten. Nach 123 Stunden, in denen 2763.599 Kilometer gefahren waren, ergab sich folgender Stand des Rennens: Spitze: Tietz-Broccardo... 213 Punkt« 1 Runds zurück: Rieger-Preuß.... 181„ Kroll-Funda.... 163 2 Runden zurück: Rausch-Hürtgen... 239 Charlier-Deneef... 178 4 Runden zurück: Schön-Göbel.... 222. 6 Runden zurück: Gebr. van Kempen.. 355. 7 Runden zurück: Sisgel-Thierbach.. 235„ 9 Runden zurück: Braspenning-Dülberg. 89„ 19 Runden zurück: Dinale-Miethe... 196 «Itomdioe" in kranlrfiirt Die„BZ." meldet: In Frankfurt a. M. war es aufgefallen, daß am Schluß des Sechstagerennens die Mannschaften sich keine Mühe gaben, ihre Chancen gegenüber Schön-Tietz zu ver- teidigen. Nun hört man, daß die Leitung des Rennens«sab- lehnt, den sieben Mamsschaften, darunter auch den Siegern Schön- Tietz und der zwesten Mannschaft Rausch-Hürtgen die ihnen oertrag- lich zustehenden Beträge auszuzahlen mst der Begründuirg, daß die Mannschaften während des Rennens nicht ihre Pflicht getan hätten. Die Fahrer sind auch beim BDR.-Sportapsschuß angezeigt worden. Schwimmtest im Bezirk kriedrichsham D i e Freien Schwimmer Groß-Berlin, Gruppe Frtedrichshain, veranstalten am kommenden Sonntag, 15 Uhr, im Stadtbad an der Schillingsbrücke ihr 3. Bundesoffenes Schwimmfest Die sportlich stärksten Vereine sowie Eberswalde haben insgesamt über 259 Meldungen zu den Wettkümpsen abgegeben. Reben den einzelnen Wettkümpsen werden auch der Frauen- kunstreigen und das Gruppenspringen gut« sportliche Momente bringen. Im Wasserballspiel werden sich die Mannschaften von Hellas und Friedrichshain gegenüberstehen. Der im Bezirk Fried- richshain durch seine Tätigkest sehr bekannte Verein ermöglicht durch seinen niedrigen Eintrittspreis(59 Pf., Erwerbslose 39 Pf.) einem jeden, das Fest zu besuchen_ Kleiner Sport von überall Versammlung der Wassersporllerinaen. Sonnabend, 29. Februar, 19>» Uhr. findet im großen Saal de» Gesamtoer- bandes, Berlin N. 24, Johannis st raße 14/15, eine Frauenoersammlung aller Wassersporllerinnen des 1. Kreises statt. Referat der Genossin Klara Bohm-Schuch, MdR. Ferner wird behandelt des Hallensportfeft am 28. Februar, dann der Städtekampf Wien— Verlin am 12. und 13. März. Zum Schwimmsest Wien— Berlin wird ein 69er-Reigen geschwommen. Alle Reigenschwimmer der Berliner Vereine treten an. Einmalige Uebungsstunde dazu am 8. März, 19H Uhr, im Stadtbad Mitte, Eintritt 29 Pf. Die Funktionärinnen treffen sich in der Der- sammlung zu einer Besprechung ein halbe Stunde früher. Boxspork-Allerlei. Die nächste Veranstalwng des Ständigen Boxringes in den Berliner S p i ch e r n s ä l e n am 19. Februar bringt, wie schon gemeldet, als Hauptkampf die Begegnung zwischen dem guten Kölner Leichtgewichtler Jacob Domgörgen und dem Münchener Phil Nefzger. Auch das Rahmenprogramm ist nunmehr komplett Im Halbschwergewicht stehen sich Eggert-Spandau und Hölzl gegenüber, der frühere Bantamgewichtsmeister Psitzner-Berlin geht mst seinem Landsmann Hennig in den Ring und Richter- Dresden boxt mit dem Neuling Schüttler-Berlin.— Als Termin für seinen nächsten Großkampsabend hat der Berliner Sport- .palast den 1, März festgelegt. Ursprünglich sollt« die Schwergewichts- europameisterfchaft Hein Müller-Pierre Charles die Hauptnummer bilden, doch ist dieses Projekt von Iejj Dickjon durchkreuzt worden. Wie man hört, sollen am 1. März Sabottte, Seisried, der Italiener Meroni und vielleicht auch Hein Domgörgen in den Ring gehen. „Vrelrsenkung" im Sport Ein drastisches Beispiel für Theorie und Praxis der Poeissenkung bietet ausgerechnet die Stadt Leipzig, deren Oberbürgermeister Reich stommissar für die Preissenkung ist Während Köln für die Turnhallen von jählich 129 auf 89 M bei Benutzung eines Abends in der Woche(pro Wochenabend 1,53 M.) herabgesetzt hat, will Leipzig noue.dings für eine Hallenbenutzung pro Abend— außer der Hausmanncentschädigung!— 2 M. verlangen._ Freie Dasierfahrcr«Lpenick 1924. Donnerstag. IS. Februar, 20 Uhr. Bor. stand ssitzung im Vootshaufe. Jeden Sonntag Axbeitsdrenst für alle MUgUeder. äatUULentt Treptow. Alle Spertabteilungen beteiligen sich an der 51und. gebung der Eisernen Front am Donnerstag im„Syffhäuser�, Nieder schöne. weide. SportdreH. Freie Faltboot fahrer Berlin e.V. gufammenlünfte Donnerstag. 18. Fe. bruar, 20 Uhr. Gruppe Norden: Ebristburger Str. 14.„Nordosten arbt an. Liederbücher mitbringen.— Gruppe Südcsten: Große Frankfurter Str. 16.„Der Rückblick". Ph-tofchau. Photos mitbringen.— Gruppe Norden: Mlldmcw. strasie 5. Vortrag Sewz Barthel:„H'.'mor und Satire".— Handballer; Sonn- tag, 21. Februar, 10 Uhr. Stadion: Köpenick. Gegner: Undine. SportfcgcUInb Frei wcq 1923. Trainingsabend jeden Donnerstag 20 Uhr im Keglerheim, Marstr. 18. Gäste herzlichst willkommen._ T-uni- Rot Srotz.Berlin€. V., Abt. Neukölln. ÄbteUungsversammluna Donnerstag, 13. Februar, 20 Uhr Cafs Reinhardt, Hasenheide 57. AnschriefctW. Kleiner Tennirlehrgauq.(Ohne Schläger.1 � «I:b:ttcr»®patllea�linb ,:Borw«ir-s". Trainingsobenb ieve» Freitag, 20 UfL, Sporthalle SLXeranbtmenftt. 107. Säfte erzlich tmltlcirtnen. Rudarv-rria Tzicasa. Freitag, 10. Februar, USt, Diseussiott zu dem am leRten Freitag achörtia aficmo„Begriff de» SZorsismue" unb„Erziel uaz zum sozialistisch-« D-ni-u". SopitaSenS, 20. Sanum, 20 Uhr, Safte«rudern, SHcrgartencinlcg«. Srnnt-a. 21. Februar. L Mannschaft gegen Ruberbegl� 10 Ubr Plah Sianhcm, WilhelmstraOe. Wassir port-Spart-n'-lsuug 1. Srel». FfunHlooä« sSchwimmer, SbidtTre und Äau'ifahrer). Zur Teilnahm« am Flibrerappell der Sisernen Front S:nn. tag, 21. Februar, II Uhr. in cer Neuen Welt treffen sich dl« Funkti-näre der Spartenleitung und der Dezirk« um 10M Uhr am Straäeneingana. Legitim«. ttonznuagade bei Ezumonn und Schulz.— Di« Areissoartenleitung. Schn'iininrrsparte 1. Srei«. Mittmrch, 24. Februar, 10 Uhr, Ztreisacichaflo- stelle, Elfäss-r Str. CO— 88, Sonfctenz der Vereins funktirnSre. 1.„Arbsitcr. fportnersin« und Faschismus" fReferent A. Buckl. 2. Wien— Berlin, Ausgabe der Karten, Plakate und Werbezettel. 8. Verschiedenes. Ausweis: Bundes- Mitgliedsbuch und Percinsfunktienärkarte.— Schwimmerfvartenleitung. N-ichsb»pnrr-Wasiu:'porti»bteilung. 3ng KSpeniit. Arbeitsdienst und B-r. sammlung am S:nn:�g. 21. Februar, fällt au». Jeden Freitag von 21—28 Uhr Kastenrudern bei Pirsch, Mchaellirchbrücke. Beginn eine- Anfängerkursu,. Ausnahme dort_____ Frei««ud-rner-inigung 1913. Sitzungen Freitag. 19. Februar, und 4. März im Torkrug, MjMW gm|—"—atei* auf unserem Männer-bteil'-ng W kein Elnschreibegeld erhoben. �_■■ Freie staun. Union Trost Berlin e.V., Abt. vberspre«. Freitag. 1». Fr- bruar, 20 Uhr, Sitzung„Zur Eiche", Neukölln, Kaiser-Friedrich. Eck« Saale. stratze.«anntag. 21. Februar, Wanderung beider Abteilungen. Tresfpunki Uhr Bahnhof Eichkamp. Tauristenverein„Die Nntursrennde". Freitag, 19. Februar, 20 Uhr. Char- lottenburg: Svreestr. 80:„Liebe, Eh« und freie Lrbensauffnsinng".— Faltboci- abteilnng: Johannisstr. 1Z:„Kunterbunt— Mumpitz".— Britz: Chausseestr. 48: Eingabcnd.— Trevtow: Elsenstr. 8:„Politische Fragen der Gegenwart".— Sugendgrupn« Humboldthain: Pank. Ecke Wiesenstraste.— Binctaplatz: Schön- bnuscr Borstadt: Lartzlng- Ecke Graunstratze:„Wirtschaftsgeschichte".— Südost: Manteuffclstr. 7: Liederabend.— Photo Osten: Frankfurter Alle« 807:„Uebcr Bclichtungsmeffer".— Photo Neukölln: Bergstr. 29.— Montag, 22. Februar, 20 Uhr. Phatogemeinschast: Johannisstr. 1Z: Wettbewerb Jnnenaufnablncn.— Malgemeinschaft: Manteuffclstr. 7.— Fahrten: Norden: Sonntag, 21. Februar. Borgsdorf— Schmachtenhagen. Treffvunkt 8 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen.— Eharlottenburg: 20.'21. Februar Fahrt nach dem Uederiee inicht am 27.'2a. Februars. Trefspunkt 19 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Rückfahrkarte Biesenthal. FUmadend de«..Naturfreunde". Der für 20. Februar angekündigte Filin. abend mit dem Film„Kameradschaft" findet nicht an diesem Tag«, sondern erst Sonnabend, 12. Mörz. 1W, Uhr, Im Filmsnal Levctzowstr. 1—2 statt. Karten zu SO und 80 Pf.(Jugendliche und Erwerbslose) bei den Natursreunde.gunt. tionaren. [UeaUt LtJilsptele usw iiaal* Theater Oai)B«rstii4, den 1». febronr steatsoper unter cen Linden » Ulir Die Geisha SlaatlSteiiltlbm (jrSQdanosnnarkt 20 Uhr Cliarleys Tante Schiller-Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die göttliche Jette Näh« Sehl«. Bhf. 5g.8"lUg«.2,t,8U0. Tot.:£7Welfitti«i 4031 1t Birne yrn Hawal" Rose-Theater inSe Fmifirtn StnBi Ii: Id. Wiidoil E 7 3427 8.1 ä Uhr Der Betteistndent §1901. Oper Charlottenburg äismarckstiaBe 34 Donnerstag. 18. 2. Turnus II Anfang 1�30 Uht Manon Ende gegen 22 30 U WmfliM Charlottenstr. 90-93. Tiglieh 8 Uht DisEounilMToIhtiinnie Kampf um Kllsdi — Kieme* in.— i Trappe 1931. Tagt SO, Uhr Die mauselalle Preis* n PL— 8 U Sonnt nachm. 4 U- halbe Prei®©. VoiKsbtHuie Mir Mi SUloirplat: 8 Uhr Fuhrmann Beuschel mit Emil Jannla»« u. Margarete Melrer Tegie: K H.Martin ilust. Sdiillsr-Mer 8 Uhr OleUOtlUdie lefie Theater im Hollendorfplat Bsiti: HtlgtSa.lnSu; Pallas 7051 säglich S>7. Uhr Stgs- auch 41/4 Uhi Heui« zum 103. Male Oasparone Wintei. �Garten* 8.15 IRu Flora 3434 Raadisa erlaubt Rclrer> Familie: Hntro n. sein Welbsteafela Will». Benclow. 0 A'llson» ond wehere AltiaVcSonen »v.uhrCASIN0-THEAIER8-;.ub. Lothringer Strafte 57. iiunnumiiiiiiiMitiinimiiniMiiiittaiiiiiuiitiiHuniiiiiiimiiiuii Für wenig Geld ein ceimOieist er Ueno Neu! Veal tuen uon neura Daza eii neaer fcanter Tel] and eine Opcrcite Jutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt.. Paureuii i— Mark Sessel i.5(> Mark Reldisballen-Ttiealer USnboff plntz 8 am. Sonntags 3/> Ohr zn bielnsn Po eisen Stettiner Sänger Nur noch kurze Zait „So'n Befnfall!" «.N.« WMMY5 Resfauranl Berlins BETRIEB f KEM PINSKI 8 Berliner UlfeTriO N■■ k 8 1 1■. w L-ahnatz. 74176J