Morgenausgabe Nr.»7 A 44 4y.Iahrgang WöchtMIich 75 Pf., monotlld) S,S5 ÜJl (bdoon 87 VI Monatlich für Aultel- lung ins vans) im voraus joftlinr. Poftdezug 3,87 M. einschließlich so Pf, Po zeitungs- und 7SPf.Pvstbestellae< l'ühren.Auslandsabonnemenl 5,85 M. pro Monat: für Länder mit ermäßig.' tem Drucksachenporto 4.65 M. Set„Potmans"' erscheint mochenläg- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe Mr Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Sonntaasbeilogt .Pol? und Zeil" Verlmer SolkSvlatt Sonnkag 2 t Februar 1932 Groß-ÄeNin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die elufpalt. Milllmeterzetie SO Pf. Relwmezeile 2.- M..,5t leine Anzeigen" das fettgedruckte Wo« 20 Pf. fzulässigzwei settgedruckteWo««.jedes wettere Wo« 10 Pf, Rabatt lt. Tarif. Watte iider lb Buchstaben zählen für zwe: Worte Arbeilsmarfi Millimeterzelle 23 Pf. Familienanzeigen Millimeterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Sauptaeschäft Linbenstraße S. wochentäglich von 8v, bis 17 Uhr. Der Ber lag behält sich dasRecht der Ab- lehnuna nicht genehmer Anzeigen vor l Jenttawrsa« des SozialdemoSratifchen Vavtei DeuUGUmdS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr 3 gernivi. Töndoii lA 71 292—-297 Telegramm-Adi Sviialdemofrat Berlin Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: PerlinZ? SZS.— Bankkonto: BankderÄrdcitei. Angeiielllen und Beamten. Lindenstr. 8 Dt B u DiSi-lSel.. Devositenk.. IeruialemerErr KZ-Kö. Wer wird Reichspräsident? Weder Hiiler noch Hitlers Hampelmann! Krieg oder Frieden? Krieg in Asien! Wann wieder in Europa? Der Völker- bund ist unfähig, der Weit Frieden zu gebieten. Werden wenigstens in unserem Erdteil Menschlichkeit und Vernunft stark genug sein, eine neue Schlächterei zu verhüten, die das Ende unserer Kultur bedeuten würde? Europa wird vor dem Untergang bewahrt bleiben, wenn Frankreich und Deutschland gemeinsam seinen Frieden schützen. Wenn aber zwischen Deutschen und Franzosen Feindschaft besteht, dann wird ein neuer Krieg unvermeidlich sein. Europa wird dann in Elend und Schande untergehen. Eine der wichtigsten Entscheidungen zwischen Krieg und Frieden, zwischen Leben und Tod wird von heute in drei Wochen in Deutschland gefällt. Einen faschistischen Hetzer zum Reichspräsidenten wählen, heitzt das Schicksal herausfordern. Kampf gegen den Faschismus ist Kampf für den Frieden!• �■ Für die Mitte— gegen rechts? Die Sozialdemokratische Partei hat zur Reichspräsi- dentenwahl offiziell noch nicht Stellung geirnrnmen. Aber die Entscheidung, die sie zu fällen hat. ist nicht schwer. Da die Äomnrunisten mit einer eigenen Zählkandidatur vor-. gehen, wäre die Aufstellung eines Sozialdemokraten auch nur eine leere Demonstration. Der Ausfall der sozialdemokra- tischen Stimmen bei der eigentlichen Entscheidung müßte aber mit mathematischer Sicherheit den Sieg der saschistischen Re- aktion zur Folge haben. Wenn also nicht noch im letzten Augenblick irgendwelche unvorhergesehene Umstände ein- treten, die die ganze politische Situation verändern, dann wird die Parole der Sozialdemokratie für Hindcnburg lauten müssen. Wenn wir praktisch nur noch vor der Frage stehen, ob Hindenburg bleiben oder durch einen Mann der Harz- burger Front ersetzt werden soll, dann müssen wir natürlich dafür sein, daß Hindenburg bleibt. Bei der vorigen Reichspräsidcntenwahl hat die Sozial- demokratie— nachdem sich im ersten Wahlgang die Aus- sichtslosigkeit ihrer eigenen Kandidatur gezeigt hatte— für den Kandidaten der Mitte gegen den der Rechten gestimmt. Genau dasselbe wird sie auch dies- mal tun. Geändert het sich nur insofern etwas, als der Kan- didat der Rechten von 1923 heute der Kandidat der Mitte gegen die Rechte ist. Daß wir vor sieben Jahren den Kandidaten der Rechten, Hindenburg. bekämpften, war richtig, und wenn wir jetzt wieder gegen die äußerste Rechte kämpfen, so bleiben wir konsequent. Oer russische Z�eitergeneral. Die Kominunisten haben vor sieben Jahren durch ihre sinnlose Thälmann-Kandidatur den Sieg der Rechten herbei- geführt. Sie baben Thälmann wieder aufgestellt und damit gezeigt, daß sie den Sieg des Faschismus wollen. So sind auch sie sich treu geblieben! Der Transportarbeiter Thal- mann trug Hindenburg zum Sieg, als Hindenburg noch Kan- didat der äußersten Reaktion war: er will diesmal Hitler oder Hitlers Hampelmann zum Sieg tragen, weil dieser jetzt Kandidat der äußersten Reaktion ist. Denn Haupt- feind ist und bleibt doch die Sozialdemokratie! Die Kommunisten, die den Mund nie weit genug auf» machen können, prahlen, neunzig Prozent der sozialdemokra- ElfERN DIE FRON EISERN DIE HAND RERimuiayiiiscH Idas e ANSI land tischen Wähler würden für Thälmann stimmen. Man braucht nur den Nechenstlft zur Hand zu nehmen, um festzustellen, daß auch dann noch Thälmann durchfallen würde. Aber der Nazi würde mit Leichtigkeit durchs Ziel gehen, und die sozialdemokratischen Wähler würden zu spät erkennen, welche Torheit es war. der kommunistischen Lockpfeife zu folgen. In Wirkllchkeit denken die Kommunisten gar nicht an den Sieg ihres Kandidaten: sie wollen ihn gar nicht. Sich die lächerliche Situation auszumalen, die entstehen würde, wenn der russische Reitergeneral Teddy-Thälmann deutscher Reichspräsident würde, ist eine Aufgabe nicht für Politiker, sondern für Possenschreiber. Wenn aber gar keine Möglichkeit des Erfolgs, ja auch kein Wille zum Erfolg vor- Händen ist, wozu dann die ganze Posse der KPD.-Kandidatur? Wozu die neckischen Photographien des als Proletarier ver- Sonntag,«!sn 21. kobroor, vorm. 11 Uhr, Führer-Appell in der Neuen Welt, Hasenheide Redner: Robert Bredow, Fritz Bartheimann, Arthur Neidhardt, Franz Künstler. Karten sind vergriffen. Das Aktionskomitee Berlin der Eisernen Front. kleideten russischen Kavalleriegenerals und fein verführerisches Augenblinzeln?. Es wäre vom Standpunkt der KPD. verständlich, wenn sie erklären würde:„Uns interessiert der ganze Rummel nicht: wir bleiben zu Hause!" Das war einst die Parole bei der Wahl zur Nationawerfammlung, warum sollte es nicht auch jetzt Parole zur Relchspräfidentenwahl sein? Die Enthaltungsparole hätte für die KPD. zwei Nach- teile. Erstens würde ihr die Gelegenhest entgehen, dem Fa- fchismus Hilfe zu leisten, und zweitens kante sie um einen Anlaß, die Sozialdemokratie anzugreifen. Das durfte nicht sein, donim nmß Thälmann kandidieren! Die Kommunisten unterschätzen den Verstand der sozial- demokratischen Wähler, ja sogar eines Teils ihrer eigenen. Es ist notorisch, daß am 9. August 1931 ein sehr erheblicher Prozentsatz der kommunistischen Mitläufer auf die Wahn- sinnsparole vom„roten Volksentscheid" mit dem Wählerstreik geantwortet hat. Die Situation ist heute dieselbe, nur noch klarer. Der Appell für Thälmann ist ein A p p e l l an die Dummheit, er wird bei den politisch geschulten Mosten der Sozialdemakratie nicht verfangen. Schlagt den Faschismus! Die Sozialdemokratie ist entschlossen, alles, was in ihren Kräften steht, zu tun, um dem Faschismus eine Niederlage zu bereiten. Zu diesem Zweck wird sie mit ruhiger Bestimmtheit und in voller Einigkeit ihre Maß- nahmen treffen. Einstweilen hat sich gezeigt, daß sie richtig handelle, indem sie die Aufftellung Hindenburgs durch die bürgerliche Mitte nicht verhinderte. Denn die Folge davon ist Verwirrung und Ratlosigkeit im Lager der Gegner. Sie haben das Maul voll genommen mit dem großen Entscheidungsjahr 1932— aber da es soweit ist, können sie sich selber nicht entscheiden! Hitler hat in Berlin erklärt, wenn der Name des Kandidaten genannt werde, dann würden„MU- lionen aufschreien vor Begeisterung". Aber noch immer, drei Wochen vor der Wahl, ist es ein dunkles Geheimnis, für wen Hitlers Millionen Begeisterung brüllen werden. Für einen Gendarmen! Einen Profestor? Einen Prinzen? Oder einen Oberst ll.D.! Hätten diese armen deutschen Spießbürger, die heute wie toll hinter der Hakenkreuzfahne herlaufen, auch nur noch einen Funken Verstand, so müßte es ihnen jetzt, angesichts der grotesken Situation im Harzburger Lager, wie Schuppen von den Augen fallen! Ihr Retter von einst, Hindenburg. auf der anderen Seite, und der bombastisch angekündigte Ersatzretter noch nicht im entferntesten sichtbar! Während das Wählervolk harrt, wird hinter den Kulisien gehandell� ge- schachert und gefellscht, und die Entscheidung wird immer weiter hinausgeschoben. Wie es jetzt heißt, bis nach den Ver- Handlungen des Reichstags. Sie erhoffen von den Verhandlungen des Reichstags, die am Dienstag beginnen, irgendeinen Glücksfall, der ihnen aus der Klemme hilft. Nun, die Sozialdemokratie wird das ihre tun, damit dieser Glücksfall nicht eintritt und daß sie in der Klemme bleiben. Denn, geht es so weiter, dann ist das für den Faschismus der Anfang vom Ende, und wir alle können dann noch das Schauspiel genießen, wie dieses Untier verreckt. Das Entscheidungsjahr 1932 muß für Deutschland die Befreiung von der faschistischen Bedrohung bringen! Der Nationalsozialismus muß aufs Haupt geschlagen werden— trotz Hugenberg und Thälmann! So und nur so dienen wir her Freiheit des deutschen Volkes und dem Frieden der Welt! Wen wollen sie? Die nationale Opposition noch immer ratlos. „Wir wollen euch nicht mehr", lautet das Thema der deutsch- nationalen Versammlungen. Aber wen sie wollen, wissen sie nicht. In der„Krtuz-Zeitimg" klagt Foertsch Stein und Bein. daß man nicht auf ihn gehört und nicht rechtzeitig.das Prävenire ergriffen" habe. Es sei nun„nicht leicht", sich auf eine geeignete Persönlichkeit zu einigen.„Ob es noch im ersten Wahigang ge- lingt, einen Einheitskandidaten durchzusetzen, wissen wir nicht." Ja, wenn selbst die«Kreuz-Zeitung" das nicht weiß, wer soll es sonst wissen? Der Adelsmarschall von B e r g- M a r k i e n e n ist als Vor- sitzender der Adelsgenossenschaft zurückgetreten. Er hatte sich für chindenburg erklärt. In einer wehmütigen Erklärung sagt er,«r hätte es für unmöglich gehalten, daß Hindenburg eine kandioatur gegen die Rechte annehmen würde.„Jetzt", so fährt er fort. „haben die Verhältnisse gewissermaßen gegen mich entschieden, und infolgedessen habe ich diese Konsequenz gezogen. Ich halte den Zustand, der durch die Annahme der Kandidatur durch den Feld- Marschall gegen rechts erfolgt Ist, für sehr u n g l 2 ck l i ch." Der„Reichsverband Deutscher Angestellter", ein gelbes Grüppchen, oerlautbart: „Hindenburg war 1925 auch von uns mitgewählt worden. Er hat in den sieben Jahren seiner Amtszeit aber nur Sozialisten und Zentrumsleute mit der Regierungsbildung beauftragt. Schon das allein macht es uns unmöglich, ihm wiederum unsere Stimme zu geben." Ferner verkündet die Rechtspresse nnt Befriedigung, daß Rosenfcld-Scydewitz und noch einige andere(SAP.) für T h ä l m a n n stimmen werden. Ein Kuratorium der Hindenburg-Ausschüsse will sich am Man- tag konstituieren. Ihm gehören auch ehemalige Deutschnationale an, wie Graf Westarp und von Batocki. Oer Kuhhandel. Kvchenthal über die Ernennung Adolfs. Braunschweig, Ms Februar.(Eigenbericht.) Der deutschnationalc Minister Dr. Küchenthal erklärte am Sonn- abend auf. eine Anfrage des sozialdemokratischen Landtagsabgeord- neten Thielemann, daß Hitler bisher weder Reichsrats- bevollmächtigter, noch Professor für angewandte Pädagogik geworden sei, noch einen anderen Beamtenposten in Braun- schweig erhalten habe. Auf die Frage, ob eine Ernennung oder eine Einbürgerung für die nächste Zeit geplant sei, erklärte Küchen- thal, darüber leider noch keine Auskunft geben zu können. Es ist also damit zu rechnen, daß dann Hitler demnächst durch eine Schiebung die braunschweigische Staatsbürgerschaft zu- geschanzt werden soll. Hilter und die Itazimorde. Gerichtsbeschluß gegen ein Plakat. Auf Antrag Wolf Hitlers ist durch gerichtliche Verfügung »erboten worden, die als Plakat erschienene Liste natwnalsozia- listischer Bluttaten in Beziehung zu Adolf Hitler zu bringen. Das Plakat hatte Hitlers bekannten Ausspruch zitiert, daß in der nationalsozialistischen Bewegung nichts geschehe, was er, Hitler. nicht wünsche. Selbstverständlich wird durch den Gerichtsbeschluß nichts daran geändert daß die nationalsozialistische Parteileitung an den be- gangenen Schändlichkeiten ein gerüttelt Maß von Schuld trägt. Die Serie der Lteberfälle. planmäßige Versammlungsfiörung- ein Nazi-Geständnis. Stuttgart, 20. Februar(Eigenbericht.) In einer nationalsozialistischen Versammlung in Stuttgart bestätigte der Nazi-Stadtsekretär Sauer, daß die Saal- sch lacht in der demokratischen Versammlung am vergangenen Montag von Nazis organisiert war, indem er erklärte, „diese Aktion sei gut gewesen, denn der Zweck heilige hitrdie Mittel. Wenn heute die Demokraten wieder eine Ver- sämmlung anberaumen, dann geht aus Angst vor Zusammenstößen kein Mensch mehr hin. Und das ist doch auch etwas wert." Ueber Hindenburg führte Nazi-Sauer aus: Wenn Hindenburg gesagt habe, daß er nur aus Treue und Pflichtbewußtsein dem deutschen Volk gegenüber wieder zur Reichspräsidentschaft kandidiere, so sei dem ein Ausspruch von Bork entgegenzuhalten, daß sich hinter der Treue oft nur die Feigheit vor einem neuen Ent- schluß verberge. Der Reichswehroberst von Hindenburg, der Sohn des Reichspräsidenten, wolle es nur noch zum General bringen. Das könne ihm aber nur gelingen, wenn fein Vater noch einmal Reichspräsident werde. Die Zensoren des Stuttgarter Polizeipräsidiums, die auf maß- volle Bemerkungen der sozialdemokratischen Presse äußerst nervös reagieren, haben die Aeußerungen des Nazi-Stadtsekretärs In der Nazi-Presse ungehindert passieren lassen. Die Schlacht in Saarau. Breslau, M. Februar(Eigenbericht.) Die blutigen Zusammenstöße zwischen Nationalsozia- listen und Arbeitern, die sich am Freitagabend im Anschluß an eine Betriebszellenversammlung der NSDAP, in S a a r a u(Kreis Schweidnitz) abspiellen, sind, wie auch von der Landjägerei eindeutig festgestellt werden konnte, von den Nazis mit voller Ab- ficht herbeigeführt worden. Die Versammlung, an der etwa 600 Personen tellnahmen, war bis zum Eintreffen der aus Schweidnitz und Striegau plan- mähig zusammengezogenen SA.- Leute störungslos verlaufen. Ein sozialdemokratischer Diskussionsredner wurde ruhig angehört. Als dann ein Kommunist das Wort ergriff, erscholl der Ruf: SA. vor! Daraufhin versuchten die auswärtigen SA.- Mitglieder in den Saal einzudringen. Als ihnen das von Polizei- beamten verwehrt wurde, warfen sie Steine, Knüppel und Flaschen durch die Fenster in den Versammlungsraum. So- fort entstand ein unübersehbarer Tumult. Die Arbeiter »erteidigten sich entschlossen gegen die nationalsozialistischen Angreifer. In der Nähe des Lokals entwickelten sich schwere Schlägereien, in deren Verlauf ein Polizeibeamter durch Flaschenwurf schwer ver- letzt wurde. Schlleßlich konnten die Nationalsozialisten von den Landjägern abgedrängt werden. In der Stadt kam es dann später beim Abmarsch der Schweid- nitzer Nazis nochmals zu Handgreiflichkeiten, so daß die Polizei von den Schutzwaffen Gebrauch machen mußte. Der Hauptzusammen- stoß ersolgte an einem Bahnübergang der Konradswaldauer Straße. Ein in Gruppenkolonn« marschierender Trupp von 60 bis 70 Schweidnitzer S A.- L e u t e n stürzte sich nach dem Kommando:„Links schwenkt marsch! aus«inen Trupp von etwa Ziegiemngsbildung Tardieus. Konzenirationsregierung wie unier Laval. Paris, 20. Jefcnuxt.(Eigenbericht.) Der Präsident der Republik beauftragt« am Sounabeuduach- mittag Tardieu mit der Sabiueltsbilduug. Tardteu hat den Austrag lm Prinzip angenommen und sofort im Krieg sminisie- tturn mit den Verhandlungen über die Zusammensetzung des Kabinetts begonnen. Für den bisherigen Kriegsmin'ster besteht nur die Aiöglichkell, ein Rechtskabinett ähnlich dem Kabinett Laval zu bilden. Zeder Versuch, ein Konzeutralionskabinett zu schaffen, würde an der kategorischen Welgernng der Radikalen, in c'n Kabinett unter Führung Tardleus einzutreten, scheitern: denn Tardteu ist der Hauptoeranlworttiche für das Richtzufiondekommen eines Son- zentrationskabinetts paialeve. Die h a u p t s ch w' e r i g k e i t für ein Rechkskablnett Tardieu wird darin bestehen, eine Verständigung zwischen der Sammer und dem Senat zu erreichen. Diese Schwierigkeit wird sich, wie ein hervorragendes ZNitglied des Senats dem pariser Korrespondenten des„Soz. Pressedienstes" am Sonnabendabend er- klärte, nur dadurch aus der Welt schaffen lassen, daß die neue Rc- gierung die Verpflichtung übernimmt, das bisherige Wahl- geseh in Kraft zu lassen und die Aeuwahleu so schnell wie mögl'ch anzuberaumen. Andernfalls würde der Senat die Regierung Tardieu genau so wie die Regierung Laval stürzen. Alsdann bliebe nur»»och die Auslösung der Kammer übrig. über die, wie der Senator hinzufügte, leicht eine Einigung zwischen dem Präsideuten der Republik und dem Senat zu erzielen sein würde. -i- Die Bildung eines reinen Linkskabinetts durch P a i n- levs ist endgültig gescheitert, anscheinend nicht zuletzt durch das Eingreifen des Präsidenten der Republik D o u m e r, der nun einmal seinerzeit von der Rechten gewählt worden ist und der natürlich nur ungern mit einer Regierung zusammenarbeiten würde, die ausschließlich aus seinen Gegnern bestünde. Es hat sich wieder einmal gezeigt, daß bei aller verfassungsmäßigen Ueberparteilichkeit auch in Frank- reich das Staatsoberhaupt in entscheidenden Augenblicken seinen Einfluß zugunsten einer bestimmten Politik in die Waagschale zu werfen vermag. Man kann es allerdings Doumer nicht verargen, daß-er, dem ja immerhin eine gewisse moralische Verantwortung für eine stabile Entwicklung feines Landes obliegt, Bedenken gegen eine reine Linksregierung geäußert hat. und daß er Painleve nur als Chef einer sogenannten Konzentrations- regierung betrauen wollte. Denn er kann nun einmal an der Tatsache nicht vorübergehen, daß in der Deputiertenkammer für eine Linksregierung eine Mehrheit kaum vorhanden ist. In der gegenwärtigen Kammer, die seit Mai 1928 besteht und deren Mandat bald abläuft, sind zwei Versuche gemacht worden, ein Linkskabinett zu bilden. Das erste Experiment unter Chautemps dauerte nur einen Tag, denn diese Regierung wurde gleich bei ihrer Vorstellung in der Kammer gestürzt. Der zweite Versuch unter Steeg währte nur wenige Wochen, weil die geringste Stinmrenverschiebung be- reits genügte, um das Kabinett in die Minderheit zu ver- setzen. Die Kommunisten sind im Parlament zwar nur zehn Mann stark, aber gerade diese zehn Mann bilden das Zünglein an der Waage, und wo es gilt, der Reaktion zum Siege zu verhelfen, kann man sich unbedingt darauf verlassen. daß sie ebenso blödsinnig handeln werden wie ihre deutschen Kollegen vom„roten" Stahlhelmoolksentscheid. Bevor er seinen Auftrag endgüllig zurückgab, hatte Pain- leoe für seine etwaige Linksregierung mit etwa zehn Stimmen Mehrheit gerechnet. Das ist aber zweifellos eine allzu knappe und unsichere Basis für eine Regierung, die wichtige außen- und innenpolitische Aufgaben zu bewältigen hätte. Daß aber Doumer daraufhin als ersten Tardieu mit der Regierungsblldung betraut hat. muß deshalb überraschen, well dieser bei der gesamten Linken ausgesprochen unbeliebte Mann kein Konzentrationsministerium, sondern nur ein Kampfkabinett der Reaktion bilden kann. Dieses würde zwar zweifellos über eine sichere Mehrheit unter den Abgeordneten verfügen, aber in seiner Bildung liegt schon eine gewisse Mißachtung des Senats, der soeben erst eine gleichartige Regierung gestürzt hat. Falls Tardieu seinen Auftrag erfolgreich durchführt, was nicht unwahrscheiillich ist, wird er sich im Senat nur dann behaupten können, wenn er die unmögliche Wahlreformvorlage sang- und klanglos verschwinden läßt. pariser»?!azi"-Studenien randalieren. Paris, 20. Februar.(Eigenbericht.) Die Kundgebungen nationalistischer Studenten gegen den Senat scheinen zu einer täglichen Einrichtung zu werden. Am Sonnabeirdmittag oersuchten mehrere Studentengruppen von verschiedenen Punkten der Stadt aus bis zum Senat vorzu- dringen. Sie wurden von der Polizei auseinandergesprengt. Am Montparnasse-Bahnhof kam es dabei zu einem heftigen Handgemenge. Hier wurden drei Studenten verhaftet. Keine Erkrankung Briands. Paris, 20. Februar.(Eigenbericht.) Die Meldung einer amerikanischen Zeitung in Paris, daß sich das BefindenBriands plötzlich verschlechtert habe, wird von einem Freund des früheren Außenmiilisters, der noch am Freitag mir ihm in Cocherel zusammen war, kategorisch dementiert. Das Be- finden Briands habe sich im Gegenteil ständig gebessert. Briand werde sich jedoch in der nächsten Zell völlig vom politischen Leben zurückhatten. Ein zu nichts verpflichtender Memel-Veschluß des Rates. Genf. 2V. Februar. tErgeubericht.) Ter VölkerbundSrat hat zu« Memclkouflikt eine« Bericht angenommen, der de» Signatarmächten des Memelftatuts überläßt, die Frage nach dem Recht des Gonvernenrs auf Abberufung des Direktoriums und nach der Untersuchung der Vorgänge vor dessen Ab- setzuug dem internationalen Gerichtshof im Haag zu unterbreiten. Da Litauen die beiden einzige» Verp stich- tnngen, die der Bericht ihm auferlegen wollte, ansdrück- lich abgelehnt hat, so ist es bis zu einem eventuellen Ein- greifen der Garantiemächte für das Memelstatnt zu nichts verpflichtet. Nach der(bereits wisdergegebenen) Rede des lttauifchen Außen- Ministers Zannius im Völlerbundsrat stellte Staatssekretär von Vülow-DeutschlaNd nochmals die nach deutscher Ansicht vor- liegende Rechtsverletzung dar: Die Schwierigkellen haben seit Be- ginn des Regimes M e r k y s stark zixgenommem Unterdrückung jeder Freiheit, militärische Besetzung, Kriegszustand und Eingriffe in die Unabhängigkell der Justiz sind im Mcmelland an der Tages- ordinmg. Di« Absicht Litauens geht dahin, den jetzigen Landtag mll seiner starken deutschen Mehrheit aufzulösen, um unter dem geschilderten milllärischcn Druck einen anderen Landtag wählen zu lassen. Litauen hat bisher mik Gewalt verhindcri. daß Rlemcloerlrcter vor den Rat kommen konnten, um ihre Sache zu vertreten. Litauen hat die Anrufung des Haagcr Gerichtshofs abgelehnt, ob- wohl es auch das Haager Statut unterzeichnet hat. Deutschland fordert den Rat auf, nicht in der Wahrung der Vollerbunospflichten zu versagen. Es hat keinen Zweck, sich über den Ernst der Lage zu täuschen. Wir warnen dringend vor einem Versagen. Der..oi wird doch weder die Oefsenllichkcll vieler Länder noch die Memel- länder enttäuschen wollen. Sollt« der Artikel 17 nur ein Trugbild sein? Nach ihm können auch die S i g n a t a r m ä ch t e die Sache vor den Haager Gerichtshof bringen. Davon bitte ich sie, Gebrauch zu machen. Sic sind gebunden, dem Blemelland eine Verwaltung zu geben. die dem willen der Bevölkerung enksprichk. Der Berichterstatter Eolban bestritt, daß der Rat bei Ausillrnag seiner Prozedur gescheitert sei oder gar seine Pflicht nicht erfüllt habe. Zaunlus-Litauen protestierte gegen von Vülows Ein- Mischung in Litauens innere Angelegenheiten, als sei der Ver- treter Deutschlands der berechtigte Wortführer des Memel- landes, das einen festen Bestandteil des lttauifchen Staates bi'he. Der Redner spricht von einer demagogischen Unter st el- I u n g. daß Litauen die internationale Rechtsprechung ablehne. Hier handle es sich um eine Anrufung unter Verletzung des Memel- statuts. Sein Land beachte genauestens all« internationalen Ver- pslichtungen. Lord Londouderry-England unterstützte den Bericht Colbans, der die sofortige Bildung eines Direktoriums nach den Borschriften des Statuts forderte, und bedauerte, daß Lllauen ein Haager Gutachten über die Recht frage ablehne, dessen Einholung wichtig wäre. Er werde Deutschlands Appell an die Signatarmächte, an feine Regierung wellergeben und versichere, daß er dort mit wärmstem Interesse geprüft werde. 2S Arbeitern und schlug sofort brutal auf diese ein. Der Sturm- führer, der den Uebersall aus die Arbeller durch seinen Befebl aus- gelöst hatte, wude im Handgemenge erschlagen. Außer- dem trugen drei SA.-Leute schwere Verletzungen davon. Auf der Seite der Arbeiter wurde ein völlig unbeteiligter Reichsbannermann schwer verletzt. Die Verbündeten prügeln einander. Fraakfuri a vk., 20. Februar.(Eigenbericht.) In Ofjenbach am Main kam es im Anschluß an eine Versamm- lung der Nationalsozialisten zu einer schweren Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Drei Ratitmalsozia- listen wurden durch Messerstiche erheblich verletzt. Lleberfall auf das VeichSbannerlokal. Rüruberg, 20. Februar. Im Zusammenhang mll dem gestrigen Uebersall auf ein Reichs- bannerlokal sind heute wettere fünf Nationalsozialisten, die daran betelligt wciren, festgenommen worden. Keilerei am Vhein. Neuwied, 20. Februar.(Eigenbericht.) Im Verlaufe einer schweren Schlägerei zwischen Notio- nalsozialisten und Kommumsten in Neuwied wurde ein Polizei- beamter von der Menge tätlich bedroht. Als er sich mll dem Gummiknüppel nicht mehr wehren konnte, gab er Schreckschüsse ab. Ein Arbeller wurde am Kopf schwer verletzt. Reichskonferenz der Kriegsopfer. Der Bundesvorstand des Reichsbimdes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhrnterbllebcnen hat zum 5. und 6. Riärz dieses Jahres eine Reichskonferenz nach Nürnberg einberufen. Am ersten Verhairdlungstags soll die Konferenz Stellung nehmen zu der Frage„Kriegsopfer und Staat" sowie zu brennenden wirtschafte- und sozialpolitischeu Gegenwartsproblemen. Am zweiten Pcrhaiw- lungstage werden die aus dem ganzen Reiche nach Nürnberg einberufenen Vertreter der Kriegsopfer Beschlüsse über wichtige organi- satorische Maßnahmen zu fassen haben. Tanzabend in der Volksbühne. Infolge Erkrankung Zanmngs'. Im Theater am Bülowplatz mußte die gestrige Abend- Vorstellung, die den„Fuhrmann Henlschel" bringen sollte, wegen plötzlicher Erkrankung von Emil Jannings im letzten Augen- blick abgesagt werden. Um den Besuchern Ersatz zu bieten, entschloß man sich, Emmels Tanzdrama„Das jüngste Gericht" in der In- szenierung von Margarete Wallmann zu geben, dessen offizielle Erstaufführung tn der heutige« Tanzmotine« der Bolksbühu« erfolgt. Die Schlacht von Schanghai. Japans Lleberlegenheit macht flch geltend. London, 20. Öebruor.(Eigenbericht) Der erste Tag der Schlacht um Schanghai endete mit einem Teilerfolg der Japaner. Di« japanischen Truppen stießen von Norden her auf Tschapei vor. Nach der Borbereitung des Kampfes durch Artillerie und Flieger griffen sie Äiangwan zwischen Wusung und Schanghai mit Tanks und unter dem Schutz von künst- lichcn Rauchwolken an. Die Chinesen leisteten v c r- zweifelten Wider st and. Er war zunächst so erfolgreich, daß die Japaner zurückgetrieben wurden und ein japanisches Regiment in Gefahr kam, zusammengeschossen zu werden. Die japanischen Reserven trafen aber rechtzeitig zum zweiten Vorstoß ein und nach dreistündigem Handgemenge mußten die Chinesen zurück. Die japanische Front ist also, in der Sprache der Kriegsberichte zu sprechen, im Laufe des Tages um acht Kilometer vor- vorlegt worden. Die Japaner konzentrieren nun ihre Geschütze aus Tschapei. Die lleberlegenheit ihrer Bewaffnung über den großen Mut der Chinesen beginnt sich immer deutlicher geltend zu machen. Der Plan der Japaner ist, die Chinesen bis an die Nordgrenz« der Siedlung zurückzutreiben. Hierin liegt auch die Hauptgefohr fürdie internationaleSiedlung. Am Sonnabend fielen imr vereinzelt Geschosse in die Frenchenstadt. Ein Schrappnell flog mitten in eine Schar spielender Kinder— zum Glück explodierte es nicht. In London haben mehrere Minister auf das Wochenende ver- zichtet und bleiben zur Verfügung für den Fall, daß plötzlich Bc- schlüsse gefaßt werden müßten. Das Deutsche Generalkoiffulat Schanghai hat ebenso wie die englischen und amerikanischen Behörden jetzt Vorbereitungen für eine etwa notwendig werdende Abreise deutscher Reichsangehöriger, besonders von Frauen und Kindern, getroffen. Ein Schlag wider Rußland. ZNukden, N. Februar. Die Vertreter der Mongolei in Mulden haben der m and- s ch u r i s ch e n Regierung eine Erklärung übermittelt, in der sie als Vertreter der Innen- und Außenmongolei sich bereit erklären, der mandschurischen Republik beizutreten. Sie würden ihre Ver- treter nach Mukden entsenden, um die gemeinsame Verwaltung der Mandschurei und der Mongolei zu besprechen. Hierzu wird aus Moskau gemeldet: In Moskauer politischen Kreisen wird erklärt, daß ein Anschluß der Mongolei an die mandschurische Republik eine weitere Verschlechterung der politischen Lage im Fernen Osten bedeute» würde. Selbswerständlich werde die russisch« Regierung weiter Neutralität bewahren. Sic hoffe, daß der mandschurische Staat nicht gegen die russischen Interessen verstoßen werde. Die russisch« Regierung habe bis jetzt nur eine kurze amt- liche Mitteilung über die Bildung der mandschurische» Republik er- halten und sich daher noch nicht für eine Anerkennung ausgesprochen, die auch im Augenblick nicht in Frage komme. Alle alten Verein- barungen zwischen China und Rußland über die chinesische Ost- bahn müßten bedingungslos von der rnandschurischen Republik anerkannt werden. Frankreich spart - ober Deutschland ist sparsamer'. In emem Dortrag aus dem Carnegie- Lehrstuhl der Hochschule für Politk stellte Ministerialdirektor Dr. B r e cht aus Grund genauer statistischer Berechnung fest, daß die Gesamtausgaben(ein- schließlich Gliedstaaten und Gemeinden) 1928 brutto pro Kops der Bevölkerung betrogen haben tn England 514 M.(alter Pfund» tuxs), in den Vereinigten Staaten 385 M., in Deutsch- land(ohne Reparationen und werbende Anlagen aus inneren Krediten) 265 M.. in Frankreich(ohne Anlagen aus inneren Krediten) ebenfalls 265 M. Beim Vergleich müsse man aber die verschiedene Beoälkerungs- massierung berücksichtigen(Deutschland 36 Proz. Großstädter, 134 Einwohner auf 1 Quadratkilometer, Frankreich nur 15 Proz. Großstädter und 73 Einwohner auf 1 Quadratkilometer, da die Ausgaben für Wohlfahrt, Polizei, Schule, Bertehr, Beleuchtung, Kanalisierimg, Feuerwehr, Beamten usw. in dicht massierten Wohn- orten pro Kopf viel größer seien als auf dem Lande(z. B. i» Hain- bürg dreimal so viel wie in Lippe oder Oldenburg). Danach müsse man mit England etwa das ähnlich dicht bevölkerte Sachsen vergleichen, wo die entsprechenden Ausgaben 366 bis 316 M. betragen und mit Frankreich das ähnlich fchmnch bevölkerte Bayern, wo sie nur 236 bis 246 M. betrogen. Sachsen und Bayern ständen in der deutschen Ausgabeskala genau ent- sprechend ihrer Bevölkerungsdichte. Dabei sei die Koufkrast des Geldes in Frankreich 1928 größer gewesen. 1931 seien die beut- schen Ausgaben noch um mehr als 26 Proz. gesenkt worden. Deutsch- land gebe also unter den genanten Staaten bei weitem am wenigsten mrf den Kopf der Bevölkerung aus. „Gefesselte Justiz" Abermals verurteilt. Morih-Zarnows Unwahrheiten erwiesen. In der Untcrlasswigsklage des Landtagsabgeordneten Kuttner gegen den Verfasser der„Gefesselten Justiz", Moritz- Zarnow, und seinen Münchener Verleger I. F. Lehmann fällte am Sonnabend das Kammergericht als Berufungsinstanz sein Urteil. In erster Instanz hatte die 18. Zivilkammer des Land- gsrichts l dahin enffchiede», daß den beiden Beklagten bei V«r- meidung einer sislalischen Geldstrafe von 560 M. ffir jeden Fall der Zuwiderhandlung die Verbreitung von a ch t Stelleu aus dem Buehe untersagt wurde, die eine Beleidigung des Klägers Kuttner darftellteir. Die hiergegen eingelegte Berufung der beiden Be- klagten hat jetzt der 30. Zivilsenat beim Kanunergericht mit der Maßgabe verworfen, daß zwei der beanstandeten Stellei, für die Verbreitung freigegeben werden. Die Kosten der Berufungsinstanz wurden den Beklagten zu zwei Dritteln, dem Kläger zu einein Drittel auferlegt. Gegen Moritz-Zarnow hat Genosse Kuttner«inen weiteren Strafantrao gestellt. Im Anschluß an die mündlich« Verhandlung vor dem Aammergericht hat Moritz-Zarnow in einer Zeitschrift einen Artikel veröffentlicht, worin er gegen Kuttner den Vorwurf eines beinahe geleisteten Meineides erhebt. Die Behauptung ist um so toller, als der Kläger Kuttner einen Eid überhaupt nicht zu leisten hatte. Das Kommergericht hat vielmehr einen, von, Beklagten Moritz dem Kläger zugeschobenen Eid für uner» j ßablich«achtet.| Hitlers Antrittsvorlesung als Professor der angewandten Pädagogik an der Technischen Hochschule in Braunschweig. „Unter angewandter Pädagogik] � versteht man von altersher zweierlei s Zuckerbrot und Peitsche. Das Zuckerbrot ist svr die artigen- und die peitsche für die unartigen Kinder. � ///— "• �nq,u.ltiQHeiyt Einer �Stt/«-AnateOuA& Autsch?- Wer hat mir da einen Knollfrosch auf das Katheder gelegt?" Verbilligt die Kuttermittel! Sozialdemokratischer Schritt für die kleinen Geflügelhalter. Aus allen Teilen des Relches kommen jetzt Klagen der Geflügelzüchter über die hohen Futtermittel- preise. Diese Klagen sind durchaus berechtigt. Durch die einseitig auf Hochhaltung der Futterpreise gerichtete Agrarpolitik wird die Lage der Geflügelhalter dauernd verschlechtert, zumal ihnen nicht die V e r g ü n st i g u n g e n zustehen, die für andere Zweige der Landwirtschaft geschaffen worden sind. Nun gibt zwar die Reichsmaisstelle an die Geflügelzüchter, die Eierver. Wertungsgenossenschaften angehören, Mais zu einem verbitkigien Preise ab."�--- Aber der Kreis der Geflügelhalter, die verbilligten Ssflugelmäis bekommen können, ist sehr klein, nur ungefähr«w Zehntel d«r Jnlandsoersorgung wird von EieruerwertungsIenossenschaften er» faßt. Alle anderen Geflügelhalter müssen den Mais zum vollen Preis bezahlen, wodurch sich für sie eine Verteuerung der Produktionskosten um je einen Pfennig pro Si ergibt. Die Beschränkimg der Geflügelmaisverbilligung erfolgte, um die genossenschaftliche Eleroerwertung zu fördern, und diese Idee ist an sich durchaus zu billigen. Sie wird aber zu einer Ungerechtigkeit, wenn ein großer Teil der Geflügel- Halter, die sich keinen Eierverwertungsgenossenschaften anschließen lönnen, benachteiligt wird. Ein Fünftel des gesamten deutschen Hühnerbe st andes entfällt auf nichtlandwirt- schastliche, Hühner haltende Haushaltungen, zu einem nicht geringen Teil auf A r b e i t e r h a u s ha l tu n g e n, die eine geringe An- zahl von Hühnern besitzen. Alle diese Haushalte sind von der Maisvcrbilligungsattion ausgeschlossen. Das hat dazu geführt, daß bereits im vorigen Jahre— und zwar fast ausschließlich in den nichtlandwirtschost- lichen Hühnerhaltungen— der Hühnerbestand um 4 Millionen zurückgegangen ist. Trotz aller Zustimmung zu einer Förderung der Genossen- schaftsidce muh im Interesse der kleinen Geflügelhalter die Ver» billigungsaktion für Gcflügclmais auf diese aus- gedehnt werden. Die soziaDemokratische Reichstagsfvlttton hat. darum den Rsichsernährungsmintster aufgefordert, eine Regelung zu treffen. durch die jeder Geflügelhalter mit einer Bescheinigung seines Gemeindsvorstandes über die Zahl des in seinem Besitz sich befindlichen Geflügels in dem entsprechenden Umfang das Recht auf vsr- billigten Maisbezug erhält. Dieser Vorschlag bedeutet lediglich eine Ausdehnung des bereits jetzt bestehenden Bezugsscheins- s y st e m s nur mit dem Unterschied, daß die Zahl der gehaltenen Hühner der Ausgabe von Bezugsscheinen zugrunde gelegt wird, und nicht die Zahl der abgelieferten Eier. Wo Tausende turn Existenzen, die sich nicht selten ans Anraten von amtlichen Stellen Hühnerhaltungen geschaffen haben, zusammenbrechen oder dicht vor ihrem Ruin stehen, müssen an sich berechtigte Erwägungen zurückgestellt werden. Wir erwarten, daß nach dem Einschreiten der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion jetzt der gesamten deutschen Geflügelwirtschoft schleunigst Hilfe geleistet wird. faschistisch oder demokratisch? Die Parole zum 13. März. Chemnitz, 26. Februar.(Eigenbericht.) Die Kampjleitung Chemnitz der Eisernen Front hatte für Donnerstag abend zu zwei Kundgebungen aufgerufen. Di« beiden größten Säle der Stadt, die je 3666 Menschen fassen, waren lange vor Beginn überfüllt und mußten polizeilich gesperrt werden. Zu den Massen sprachen Reichstagsabgeordneter Hans Vogel, der Vorsitzende des ADGB. G r a h m a n n und der Rcichsjugend- leiler des Reichsbanners Pape. Vogel betonte, os müsse am 13. März der republikanischen Front gelingen, dem Faschismus eine entscheidende Nie- d erläge zu bereiten. Die Arbeiterschast müsse sich fragen, ob an der Spitze des Staates ein Mann stehen soll, der die Men- schenrechtc beseitigen wolle, ob die Staatsgewalt einein Mann ausgeliefert werden soll, der nach italienischem Boxbild eine faschistische Diktatur errichten will. Dorum heiße am 13. März die Parole nicht: bürgerlich oder sozialistisch, sondern: faschistisch oder demokratisch! Die Parteiinstanzen würden ihre Entscheidung erst nach reiflicher Ucberlegung fällen. Sie hätten keinen Grund, sie zu überstürzen. Ihre Taktik sei von dem Willen geleitet, die Faschisten möglick)st schon im ersten Wahlgang zu schlagen. Je größer die faschistische Niederlage am 13. März wird, um so fester verankern wir die dcinokrat!sck>e Republik. Die Ausführungen Vogels wurden mit großem Bei- fall aufgenommen. Massenaufmarsch in Braunschweig. vcaunschwlchj. 20. Februar.(Eigenbericht.) Die rund 136 Veranstaltungen der Eisernen Front im Lande Braunschweig wurden heute abend durch eine Massenkundgebung von ungeheurer Wucht im größten Saal« der Stadt Braunschweig, in der Stadthalle, eingeleitet. Vor etwa 7660 Besuchern sprach als Hauptredner Genosse Cri?p>en, der sich in wirkungsvoller Weise mit dem Hit'.ensnms auseinandersetzte. Die Maßen unter- strichen durch stürmischen Beifall Crispiens Aufforderung, bei der Reichspräsckentenwahl den Sieg eines faschistischen Kandidaten z-u »erhit&em Stadiische Versammluugsravme. .'leuc Bestimmungen: Gleichmäßige Behandlung stqats- feindlicher Organisationen. Aus Anlaß der bevorstehenden Wahlen gibt der preußische Minister des Innern in einem Runderlaß an die Kommunalans- sichtsbehörden für die Hergabe gemeindeeigener Räume usw. neue Bestimmungen heraus, die unter grundsätzlicher Wahrung des bis- her eingenommenen Standpunktes gewisse Erleichterunzen vorsehen. Wie der Amlliche Preußische Pressedienst daraus mitteilt, soll es hinsichtlich der Veranstaltungen in dieser Zeitspanne den G e- meinden selbst überlassen bleiben, ob si« ihr« Räumlich- leiten auch Organisationen, die als staatsfciitd- l i ch zu betrachten sind, zur Verfügung stellen wollen oder nicht. Wenn eine Gemeinde allerdings beschließt, staatsfeindlichen Organisationen auf diesem Gebiete nicht entgegenzukommen, so ist si« gehalten, alle staatsseindlichcn Organisationen gleichmäßig zu behandein. Eine unterschiedliche Behandlung der von der Staatsregierung als staatsfeindlicki angesehenen Organi- sationen wird nach wie vor beanstandet. Hierzu würde auch die Gewährung besonderer Preisnachlässe an bestimmte Organi- sationen usw. gehören. Kominunale Auffichtsmahnohmen, die in Verfolg der bisl)erigen scharfen.Handhabung eingeleitet worden sind, sollen nicht weiter betrieben werden. Schließlieh wird in dem Erlaß den Behörden noch»ochdrück- lich zur Pflicht gemacht, de» Bestrebungen der radikalen Gruppen, politisch Andersdenkenden durch Terror oder auf sonstige Weise privat« Berfa m mlungs statten abzutreiben, mit ollen Mitteln entgegenzutreten. Das Leipziger Komwunistenblatt ist wegen angeblich unwahre» Berichts über eine Luitschittzkonscrenz der Behörden— Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung— aus acht Tage verboten worden. Die kommunistische.JU'ue Arbeiterzeitung" in Hannover ist durch den Oberprasidenten Noske wegen Beleidigung- der Braunfchweiger Polizei auf ein« Woche verboten worden. Das Blatt hatte«inen Artikel mit der Ueberjchrift„Polizei stellt KPD.-Dokumente her" verötsentlicht und in dem Untertitel gesagt:„Braunschweiger Kriminalbeamte sertigten im Parteibüro auf ocr Schreibmaschine der KPD. Drohbriefe. So entstehen„echte Dokumente zur Kommunistenhetze". Ctaicneungcn ffit Aule ätnbtU ftnd >»»>«» SW SS. LtBdesltrag» 3 parieinachrichien �Mfür Groß-Verlin st»»»«o da» Beztrkssktrerarto» I. Sos, 2 Trevvea recht», z» rtcht«« Bund der freien Schulgescllfchaften Deutschlands. Vezirksverband Berlin. Houdervorstellungen von..Kamps»m Kitsch' im»erliaer Thcatcr,a» bttenftcaftc 92: Dicastaa, 23. Aebraar. 16 H Uhr. Mittwoch, 24 S82. Funktionärsttzung. 31. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle Funktionärsttzung. Achtung! Bücher- ko:ttrolle. 33. Abt. Mllgliedernersommlnng in der Schule Sohenlohcstr. 10. Genosse Siel- ling, M. d. R.:„Die Entscheidung naht." 42. Ab«. Kulturabend der SAI. im Jugendheim Porckstr. U. Die Genossen werden gebeten, sUngeren Angehörigen und Bekannten den Besuch des Abends zu empfehlen. 45. Abt. 20 Uhr bei Thi-l-rt. Lieonitzer Sir. 10. Funktionärsttzung.' 55. Abt. 10. Gruppe Zahlabend bei Rohrich, Schloßftraße lö. Ecke Hebbelftraße. Helene Schmitz, M. d. L.:„Bedeutung der Landtags- und Reichspräsidenten- wähl." 85. Abt. Funktionärsttzung bei Pammcrening, Berliner Str. 100. 83. Abt. Fiinktionärsttzung bei Görlitz, Chausseestr. 19. 88. Abt. Funktionärsttzung bei Rohrmann, Hilberiftr. 19. 199. Abt. 20 Uhr im großen Saale des Geselsschasthaufcs, Fried richstr. 137, Mitgliederversammlung. Referent Dr. Houboch. 115. Abt. Zusammenkunft der illngcren Parteimllglieder bei Eeipkc, Krön. prinzenftr. 47. Genosse Malkwitz:„Polmsche Tagesfragen." 139. Abi. Tcgelaet. Mitgliederversammlung im Lokal„Zum Schwan", Scharfen- berger Str. 30. Dr. Gerhard Luckow:.„Zur pollllschen Lage." Rnvbsnnkhölstunde. Der Runtzfunkvortrag:„Nationolsoziallsmus und Eigen- tum" ist vom Reichsinnenministcrium verboten worden. Infolgedessen sölll die fllr Dienstag eingesetzte Sörstundc aus. Mittwoch, 24. Februar: >8. Kreis. 20 Mir Kreisvertreterperfanimlunz im Lokal„Zum Pferdemarkt". Zutritt haben die Mitglieder des Kreisvorstandes, der Abteilungsvorstände sowie die gewählten Bertreter. Das Mitgliedsbuch legitimiert. 1. Abt. Zohlahcnd im Lokal Klcmcnt, Sophienstr. 6. Gen. Johanns«»:„Wirtschaftspolitik der Sitlerpartei." Anschließend Diskusston. Es laden«in Kahlow und Lindemann. 3. Abt. Zahladende nr den bekannten Lokalen. Bei Michael, Käpenicker Straße 5öa. Dr. Klara s-nriaue:„Krankeillassenverlicherung." Abteilungs- Vorständekonferenz am Montag, dem 22. Februar, pünktlich 19.30 Uhr, in den Sophiensälen, SophlenstraBe 17/18 Teilnahmeberechtigt sind: 1 und 2. Kreisleiter, Kreiskassierer, Vertreterin der Frauen im Kreisvorstand, 1 und 2 Abteilungsleiter, Abteilungskassierer, Vertreterin der Frauen in der Abteilung OhneParteimitnü'dsbuch mit gleichlautender Funktionärkarte kein Zutritt Der Bezirksvorstand. 6. Abt. Mllgliederoersammdlng in den Schwedt«: Festsälen. Genosse Bogel, M. d R-:„Faschismus oder Demokratie?" 7. Abt. Mitgliederversammlung in den Rcssource-Sälen. Gartenftr. 6. Bahlen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 8. Abt. 15 Uhr Zöfammenkunft der erwerbslosen Parteimitglioder bei Rückert, Steinmctzstr. 36.--. Dr. Gerhard Luckow:.Arbeiisbefchaffungzprogramm." —-20 Uhr im..Nätienaltos". Bülowstr. 36, Mitgliederversammlung. Max Fechncr. M. d. L.:„Die polltische Lage." 15. Abt. Mllollederversammwngcnr bei Müsch, Brunnenstr. 140, Carl Wei- ner, M. d. L.:.Reichsprästdcntenwahl": bei Kurlowski, Feldstr. 3. Heinz Löwi:.Rcickspräsidentenwahl". 17. Abt. Mit-liederversammlung in der Aula der- 39. Gemeinbeschule, Müller- stroße 158/159: Stadtrod Schneider:„.«am- sjahr.1932." 18. Abt. Mlloliederversommlung in der. Läwenbraoerei", Hochstr. 2: Max Urich:..Arbc: lsbesch- ffung— das Programxn des ADGB,". 19. Abt. Mllgliedcrversommlung in der Roten Schule. Gotenburger Straße: Bernhard Köring:..Die oollti'che Leas". 21. Abt. Mitgliederversommlung bei Eteinacker, Müllcrstr. 137, Ecke See- straße Genosse Schmidt:„Sozialismus und Freidcnkerwm." 22. Abt. Mitoliederverfammlung in der Hochschulbrauerei sGeiher Saal), Am rumer Ecke Ssestraße. Genosse Stampfer, M. d. R.:„Reichsprästdenten- wählen."„_. 24. Abt. Mitgliederversammlung im Altersheim, Danziger Sir. 62. Mar«« Kunert. M. d. R.:. Rückblick und Ausviick in der Politik." 24a Abt. Mitglicderocrsammluna in der Sän-l-iula. Mandelstr. 2. Otto Meter, M. d. L.:„Das Kampf jähr 1932." Mitgliedsbuch mitbringen. 25. Abt. 2g Uhr im Gartensaal des Saalbaues Frihbrichshain Mitglieder- versammlusta. Rektor Fischer:„Bor den Wahlen 1W2." 23. Abt. Mllaliederversammiuug in den.Schwedter Festsalen", Schwedter Straße. Dr. Walter Friedebergcr:„Die Krankenkassen in der Rot- Verordnung.".._, 27. Abt. Mitgliederversammlung in den„Schönhauser Festsälen", Schönhauser Allee 129. Dr. Fritz Schloß:„Auswirkung der Rotverordnnng auf die 29. Abll°�20�UH?Zohiabends: bei Claus. Prenzlauer Allee 51: hei«lug, Dan- ziger Str. 71 fRef. Dr. Lufst). bei Richter. Schliemannstr. 39, bei Sarvas. Dunckerltr. 70, bei Bi:chhölz, Prenzlauer?lliee 182. 39. Abt. Mitgllederversammlung in den„Castno-ffestsillen". Pappelale« 15. Rodert Schmidt. M. d. R.:„Diktatur»der Demokratie.". 32. Abt. Mitgliederversammluna in.Schmidts Gesellschaftshaus�, Frucht- straße 36a. Jockel Meter:„Eiserne Front."„„_ ,,„ 37. Abt. Mitoliederversammlung im„Patzenhofer. Landsberger Alle« 24—27. Riar Gillmeister:„Reichsprästdentenwabl."......_ 38. Abt. Mitgliedernerf ammlung in„Schmidts Gesellschaftshaus, Frucht- straße 36a. Genosse Hähicke:„Partei und Prästdentcnwahl." 41. Abt. Abteilungsrersammlnng im„Friesenschlößchen", Friescnstr. 11. Karl Litte, M.d. R.:„Die poliiischk Laoe." 42. Abt. Funkttonärsitzung bei Wiersdorf, Urbanstr. 6. 43. Abt. 20 Uhr in„Rades F-stsälen", Fichtcstr. 29, Mitgliederperfammlung. Bruno Lö'che:„Politische Loge und Reick--prästdentenwahl." 45. Abt. 19 Uhr in der Schulaula, Forster Ecke Reichenberger Stroße Abterlungs- Versammlung. Mar Hendcmann:„Die polllische Sage." 47. Abt. Mitgliederversammlung im Eewerkschastshaus(Saal 1). Hans Bauer: „Politische Lag« und Reicksprästdentenwalilen." 48. Abt. Mitgliederversammlung im.Dresdner Garten", Dresdener Etr. 45. Dr. Richard Lohmann. M. d. L:„Kamvfjahr 1923." 51. Abt. Zahlabeude: bei Sckicllbach. Königin Elifabeth-Str. 6 fRodakteur Wolf- gang Schwarz:„Völkerbund nird chinestsch-japanischer KonflikUH: bei Hof- mann, Sophie-Charlotte-Str. 78 fAlfred Markwitz: dos gleiche Thema). Di« Mitgliedsbücher find mitzubringen. 53. Abt. 20 Uhr bei Last, Plötzensee, Straße 12, Mitgliederversammlung. Lorenz Breunig:„Die bevorsiehenben polllischen Ereignisse."— Die Kreis- delegierten und der Abteilungsvorstavd im gleichen Lokal um 18)h Uhr. Ausgabe der Delegiertenlorten. 54. Abt. Mitgliederversammlung im Zugendheim, Rostnenstr. 4. Seitasse Rad- dotz:„Das Kanm-fiahr 1932." 57. Abt. 20 Uhr Mttgliederversammluno im„Echiller-Restaurant". Bismarck- straße 110. Dr. Norbert Marx:„Dir aktuellen Probleme deutscher Innen- und Außenpolitik." 77. Abt. 20 Uhr im„Gesellschaftshans des Westens". Sauvtstr. 30, 3l. Mit- gliedernersanimlung. Redakteur Viktor Schilf:„Japan— China, der Konfltkt im Fernen Osten.", 81. Abt. 20 Uhr im Ratskeller. Rathaus Frl-d-nau. Lauterplatz. Siegfried Aufhäuser. N. d. R.:.Die rolitischc Laae."__ 83. Abt. 20 Uhr in de».Lichterfelder Festsälen, Zehlendorfer Stri 5. M.t. glicdcrversammlung..�luliurpolitik." Res. Dr. Morguardt. 86. Abt. In der öcknrlaula Königstroße, Mitgliederversammlung, �steichspräst- dcirtenwahlen." Ref. Hern-.an» Harnisch, Ri. d. L. 88. Abt. Bei Rohrmann, Hilbertstraße 19.„Was geht im Wohnungstvesen vor?" Ref. Otto Most. 93. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Mitglieder in der Lesehalle Noqat-, Elke ----'„Palitische Lage und �'.............""'~ x Ideal» Halle am Bu-HWWWWD----- W in Italien" Rescrentin Mathilde Wurm, M. d. R. 192. Abt. AFA.Hos. Im Tivoli, Nene Krugalle- 33.„Der Faschismus In Italien." Archeitsgemeinshaft. Leiter Hanns H. Kamm. 114. Abt. 4. Gruppe. Bei Schuler. Wühltsehstr. 36.„Rcichsprästdentenwahlen." Ref. Gottlieb Reese. 121. Abt. Zusammenkunst der jüngeren Parteimitglieder bei König, Treskaw» alle« am Bahnhof.„Wir und die Nazis." Ref. Paul B«rnstein. 128. Abt. 20 Uhr bei Willner, Berliner Str. 80, Znbilarseier und Einführung der neu geworbenen Mitglieder. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ge- belcn. 129. Abt. 20 Uhr Mllgllederversammlnng im Türkischen Zell. Breite Straße sMarktplatz).„Politische Lage und Reichopräsidentenwahl." Ref. Georg Maderholz, M. d. L. 133. Abt. 20 Uhr im Schlltzenhaus, Rcstdcnzftr. 1, Mitgliederversammlung. ..Sind die Nationalsozialisten wirklich national?" Ref. Dr. Richard Mischler. 139. Abt. Im»Alten Krug", Hauptstraße, Mitali»dcro-rs:ng.„Ziele und Aufgaben der modernen Arbeiterbewegung. Ref. M. Abrauwwitsch. Ilsestraße...Politisäv: Lage und Reichsprostdentenwahlen." Ref. I. P. Maper. 99. Abt. Z» der Idcal.Hallc am Buschroscnplatz, Hannemannstraße.„Faschismus 1«9e Abt. Bezirk 1 bei Heese, Berlrner Str. 73t Bezirke 2 n. 3 bei.«»tsck Oranienburger Etr. 21 I Stäbe Lindenwcg): Bezirke 4, 5 u. 8 be« AIb.'..t Schulz sDorfaue), Hauptstraße: Bezirke 6 u. 7 bei Richard Schulze, Oranren- burger Straße sau« Nordbahnhof). Die Bezirksfllhrcr laden etn. Donnerstag. 25. Februar: 3.«reis. IBti llhr an bekannter Stelle Zusamnlenlunkt der erwerbslosen Varteunitgliedec.„Wirtschaftslage der russischen Arbeiterschaft. Ref. Dr. Salonwn Schwarz...._, nf 5. Hcciß. Arbeiterbitduvgs schule. 3m Heim, Litauer Str. 18. Äursus Auer- dach.„Das Entstehen der englischen Arbeiterbewegung." Mir zeigen Lichf-- btlbcc aus der englischen Wirtschaft und dem Leben des Englätide� und erwarten lablreiche Beteiligung.— Kursus Schröder im Heim. Tilntcr Straße 4/5.„Beispiele aus der Literatur der Gegenwart." �. 7. äccis. 15 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder un Heim, Rosinenstr. 4..China— Japan." Ref. Gen. Tietgens. 18. Kreis. 15 Uhr in der Aula des Lyjtemys. Eingang Parkstraße, Zuiammcn- fünft der erwerbslosen Parteimitglieder.„Die diskutiert man mit seinem Gegner." Ref.' Z. P. Maper. 105. Abt. W/j Uhr in der SportNause. Sedanftraße, Zusammenkunft der werbsloscn Parteimitglieder. Politisch-satirischü Borträge des Genossen Fuhrmann. Freitag. 26. Februar: 5. Kreis. Arbeiterwohlfahrt. löH Uhr im Seim. Tilstter Sir. 4/5, Zusammen. kunft der erwerbslosen Parteimitglieder. Lichtbildervortrag des Genossen Dr. Erich Dautert.'„Fahrten nach Grönland". 3?. Abt. Mitgliederversammlung im Frankfurter Hof, Frankfurter Allee 313. „Die Partei und die Reichsprässdcntcnwahlen." Ref. Rodert Schmidt, M. d. R...,. 42. Abt. Die Mitgliederversammlung muß in diesem Monat au sn ah m s we i' e am Freitag, Februar, stattfinden.„Die nächsten polltl,chen Ereignisse. Ref. Robert Breuer. Lokal Aleins Festsäle, Blllcherstr. 61. III. Abt. 14 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Gc. meinschciftslKms.„Was geht im Wohnungswesen vor?" Ref.-Otto Most. Bezirksausschuh für Arbeiierwohlfahrt. 3. Krei» Köpenick. Dvnnerstaz, 2ö. Februar. 20 Uhr. im Stadlvcrordncien. Sitzungssaal Rathaus Köpenick. Schlotzstraßc, Gencralversamnckung der Ar. beiterwohlfahrt Köpenick. Genosse Dr. Schloß spricht über„Sparver-rdnuugru und sozial« Fürsorge".._„„. Seminar für Wohlfahrtspflege. Der Kursus des Gen. Dr. Goldmann findet Dienstag, 23. Februar. 30 Uhr, In dem Sophien. Ly, cum, Weinmeisterftrob-, sein« Fortsetzung. Arbeilsgemeinschasl der kinderfreunde Groh-Beriin. ?%%! Krei« 18 Uhr Itzllhr,.■ und Genossen. Eintritt frei. Kreuzberg. Heute Volkstanzkreis im Jugendheim Urbanstr. 167. MF Beginn 16 Uhr. WS Renislln. Alle Iungfollcn und Roten Falken kommen morgen, Montag, 18 llhr, in der Baracke zu getrennten Arbeitsbesprechungen zusammen. Technischer Ausschuß für geltlagerarbeiten. Besprechung Mittwoch. 24. Fe- bruar, 20 Uhr, ebenda. Äreissunktienäre Donnerstag, 25. Februar, 20 Uhr, Borstandssttzvng in.der Baracke.— Abt. Kurt Eigner. Zlltttwoch, 24. Februar. 2) Uhr, Ekternversammlung in der Schule Am Hertzbergplatz. Referent: Max Schmidtbauer. Kreis Steglitz. Abteilung Steglitz. Freitag, 18 Uhr. Wie gehe ich auf Fahrt singen. All«: Montag, 20 Uhr. Schwimmen Oberrealschule, Ringstr. 7, 17 Uhr, lustiges Monatsende. Alle: Donnerst ag, Ussi) Uhr, Schwimmen in der Staatlichen Bildungsanstalt. Treptow. Laue» de Bosts. Achtung. Eltern und Falken! Elternabend morgen, 22. Fcdruar, im Jugendheim Elsenftr. 3. Lichtenberg. Montag, 22. Februar, l9>„ UI>r, findet eine wichtige Be- sprechung der Gruppenleiter mit der SAB. in der Bibliothek W-ichielstratzc statt. Erscheinen ist Pflicht. Abt. Zieu-Lichtenberg. Ab Dienstag, 23. Februar. sinben die Heimabende regelmäßig in der Sckule Pfarrstratzc statt. Krei» Weißensee. Heute ist unsere Kasperlenorstellung. Ansang lö Uhr im Realgpmnastum, Woclckpromcnadc. Dienstag, 23. Februar, fällt die Arbei:»- gemcinschafr aus. Hohenschlubaulen. Wir geben geschlossen, zur Kaspcrlevorstellung. Tresl- punkt 14 Uhr Berliner Ecke Suermondtstraße. Zllontag, 22. Februar, von 17 bis 19 Uhr. in der Schulbaracke Dingclstädtcr Straße. Tempclhos. Am Mittwoch, dem 24. Februar. 19 Uhr, findet bei Genossen Weiubergcr, Braunschweiger Ring 23, II, eine Helserversammlung statt. Sterbetafel per Groß-Berliner Partei-Organisation 69. Abt. Unser lieber Genosse Hermann Götze, Berliner Str. 128, ist»ach längerer Krankheit im Alter von 1.) Jahren verstorben Ehre seinem Andenke». Di« Einäscherung findet Dienstag. 23. Februar, 16 Uhr, rm Krcmalorium Wilmersdorf statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet der Vorstand. 79. Abt. Die Tochkcr unsere» bewährten Genossen Richard Grübler, die Genossin Elsricdc Grübler, ist am Dienstag, den: 16. Februar, verstorben. Ehre ihrem Andenken.-Die Beerdigung findet am Montag., dem 22 Februar, 15 Uhr. auf dem Städtischen Friedhof, Epdtstrahc, stall. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand.-_'» Vnefkasten der Redaktion. B. V. Rg. Nor Vollendung des 65. Lebensjahres wird die Invalidenrente nicht gewährt. Der Antrag ist an die Landesvernch in Berlin," Der Antrag ist an die Landesverncherungsanstalt Brandenburg Keichstr. ib. zu richten.— F. G. 3. Die Stundung der Haue ' er als 1200 M. Iwfrägi. en Familienangehörigen, -rechnet) um je 100 31. W die Tochter ank den von �geschlossenen Bertrag nicht bernsen. Der Ba:er bleibt noch wie vor der alleinige Mieter der Wohnung. zinssteuer erfolgt, wenn das Jahreseinkommen weniger als 1200 M. beträgt Die Einkommensgrenzc von 1200 M. erhöht sich für jed-~ Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Verantwortlich für Politik: Victor Schiss; Wirtschuft: S. Klingelhösrr- Stwerischaftsbewegung: S. Striner: Feuilleton: Dr. Sohn Schiiowski: Lokale.- vnö sonstiges: Feitz Karstadt; Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Verlog G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts. Buchdruaer-, und BerlogsanstoU Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindcnstraßc Hierzu 3 Beilagen. WERTHEIM Billige Angebote llillillilillltllllllllllllliilijllllllllllllllllllilllltllllilllJllllllllllllJiiilJlllJliliUllllljlllllllilllllllillllllljlllllDlllllllllilllllljllljlljjlllslli Damenhut Damenhut Stumpenmateriol, grob geflochten Jug. Glocke Rusticgeflecht Pedolinstroh, mh k 1 Blumengamierung/\J Damenhut Ramiestumpe, handgearbeitet Damenhut Fantc$iestroh,m Bandgarnierung In dieser Wo die: Gtoßc Modell- Hut- Ausstellung u. sehenswerte Schaufenster- Dekoration Nr. S7» 49. Jahrgang Sonntag, 21. Februar 1932 !(OaäniS Qeschäftsstunden in einem Buchmacherladen Jetzt haben auch die Buchmacher ihren großen Krach. Buchmacher sind, wie jeder Berliner Junge weiß, Leute, bei denen man Wetten auf den Sieg eines Rennpferdes abschließen kann. Ein Teil von ihnen besitzt dazu eine staatliche Konzession, die anderen betreiben ihr Gewerbe„wild", was verboten ist. Die jetzt feindlichen Brüder überbieten sich gegenseitig an Schmähungen. Es ist kein schönes Bild, das sich da entrollt Als die Berliner Buchmacher noch einträchtig beisammen saßen, scheffelten sie das Geld Bis jener Dr Po hl ig kam, der einer Gruppe von„Wildeh" versprach, ihnen eine Konzession zu verschaffen. Pohlig scharte dreißig Mannen am sich, und der Kampf mit den etwa fünfzig Konzessionierten begann. Das Ziel der Dreißig war eben, auch an die großen Fleischtöpfe herangelassen zu werden. Aber wie ein Spatz dem anderen den Brosamen nicht gönnt, fuhren die Konzessionierten schweres Geschütz auf und es flog die erste Dreckschleuder der Pohlig-Kumpanei vor die Füße Geschoben sollen sie haben, bestochen sollen sie haben; es gab bald keine Nichtswürdigkeit, die die arrivierten Konzessionierten ihren Kollegen an den Kopl warfen. Aber gemach Als sich die Dreißig vom ersten Schrecken erholt hatten. - gingen sie zum Gegenschlage über und die alte Geschichte, daß diejenigen, die im Glashause sitzen, nicht mit Steinen werfen sollen, feierte fröhliche Urständ. Die eben noch durch alle Gassen gelaufen waren und gerufen hatten:„Haltet den Dieb!" standen selber am Ende ab; begossene Pudel da. Jetzt hallt es von allen Seiten; Schieber! Schieber! und die zu schieben dachten, werden geschoben. Schweißtriefend erwacht zu nächtlicher Stunde die halbe Zunft der Berliner Buchmacher and streicht suchenden Auges über den weichen Pfühl: ja, es sind noch feingemusterte Damastdecken und noch nicht blaukarierte Baumwollaken von Moabit. Es wird ein schweres Aufwaschen geben bei so viel schmutziger Wäsche. „Wer noch was haben will.." Es sind jetzt zehn Jahre her, daß das Sonzession-geseh für die Luchmacher erlassen wurde. Das heißt- seitdem sind in Berlin 55 Luchmacher legal am Werk, aus der Weltleideuschast ihrer Mit- bürger Münze zu schlagen und die doppelle Anzahl, nämlich über 100 wilde Luchmacher mit einem ganzen Stab von Agenten und und Kommissionären steht den 55 Konzessionierten um nichts nach: ob das draußen in Karlshorst oder in Grunewald ist oder in ver- räucherten Destillen unweit des Bahnhofs Friedrichstratze, überall hört man die berüchtigten Wort«:„Wer noch was haben will, wer noch was haben will..." Es gibt— haben wir uns von Ein- gewechten unterrichten lassen— wilde Buchmacher, die haben, wenn sie Sonntags die Terrassen der Grunewaldbahn betreten, ein Bund Hausschlüssel und etliche Kupfermünzen in der Tasche. Damit klappern sie lustig herum, als wären sie ein steinreicher Krösus und dazu murmeln sie, daß es gerade noch der Nachbar hört:„W e r noch was haben will, noch was haben will.. Das ist, mit Verlaub zu siyzen, der Lockruf des Turfs. Wenn- sie am Abend die Rennbahn verlassen, haben sie einen Wocheuloh» verdient. Und es gibt auf der anderen Seite wilde Buchmacher, bei denen an jedem Renntag Tausende und aber Taufende gewettet werden,„Paul" heißt einer von ihnen und jeder Wetlbruder weiß Bescheid, nur haben es diese Großen wiederum nicht nötig, auch nur einen Groschen in der Tasche, zu haben. Pach Schittß der Rennen fahren sie in die Stadt, man trifft sich in einem Kaffeehaus und rechnet ob. Eine ganz'einfache Geschichte.''■ Die weiße Weste. Aber der Krug geht doch nur solange zum Brunnen, bis er bricht. Nicht weniger als 47 Mann sihen gegenwärtig in Moabit und warten aus ihr Urteil wegen unerlaubten Luchmachens. So kann es früher oder später jedem wilden Buchmacher gehen. Da- gegen führen die Konzessionierten ein ruhiges Leben. Jetzt ist wohl die Ruhe etwas gestört, weil man sich mit den dreißig Abtrünnigen nicht über die Verteilung der Jagdgründe einigen konnte, trotzdem die weiß Gott groß genug sind. Und wer auf dem Polizeipräsidium eine weiße Weste vorzeigen kann, bekommt ja schließlich auch eine Konzesston. Man geht auf sein Polizeirevier, läßt sich einen Nach- weis über die preußische Staatsangehörigkeit geben und einen Ausweis, daß man nicht v o r b e st r a f t ist. Dann schreibt man einen Schreibebrief an die Konzessionsabteilung des Berliner Polizeipräsidiums, sagt, was man will und dann kann man warten. Die 53 Buchmacher dürfen nämlich jeder fünf Nebenstellen unter- hallen. Nun sagt die Polizei, wenn alle 500 Meter eine Wett- annahmestelle steht, dann ist das genug. Höchstens in einer ganz belebten Gegend könnte man sich mit einem Abstand von 3 Metern begnügen. Doch das wäre alles nicht das Schlimmste, auch nicht die als Sicherheit zu hinterlegenden 10 000 M. Wenn alles in Ordnung ist, säest das Polizeipräsidium ja und das preußische Landwirtschastsministerium gibt seinen Segen dazu. Aber woher die weiße Weste nehmen. Die Berliner Buchmacher rekrutieren sich doch nun einmal nicht aus den Kreisen friesischer Marschbauern oder gottesfllrchtiger Klosterbrüder, sondern sie sind alte Bekannte. die seit Jahr und Tag Buch machen. Und da soll nun diesem oder jenem einmal ein Betriebsunfall passiert sein, still und leise hat er irgendwann im Winter damals seine 14 Tage abgemacht, nur mit der weißen Weste ist es aus. Kleckse auf einem Führungszeugnis lassen sich nicht so leicht abradieren wie auf einem simplen Bogen Briefpapier. Aus dieser Geschichte heraus ergeben sich schließlich alle Weiterungen und gegenwärtig ist der Krach in vollem Gang: einer zeigt auf den anderen mit den Fingern und die Vorstrafen- register der feindlichen Brüder sind wirksamere Waffen, als wenn sie sich auf dem Alerandcrplatz mit Pistolen beschießen würden. Max Klaute und Kürst Malatith. Ueberhaupt: tolle Sachen stellen die Buchmacher auf. Heute, nach zehn Jahren, erzählen sie noch freudestrahlend, wie sie Max klaute um 500 000 M. erleichtert haben. Es war 1922, die ersten Wogen der Jnstation kamen ins Rollen. Trotzdem, ein Tausend- markschein war noch immer ein schönes Stück Geld. Jedenfalls hatte Max Alante gerade seinen Wettkonzern aufgebaut, die Einfallspinsel brachten Klante das Geld in Waschkörben ins Haus und nun ging Klante wetten. Eines Tages betritt er um 2 Uhr mittags das Cafe König. Irgend einen französischen Gaul hatte er sich ausgesucht, den wollte er mit 200 900 M. Sieg und 300 000 M. Platz wetten. Die Buchmacher fielen bald aus den Sesseln. Aber es war Klantes Ernst, denn er begann bereits die 500 000 M. auf den Tisch zu zählen. In diesem Moment kommt ein Mann an den Tisch. Der hatte gerade»och Geld, seinen Kaffee zu bezahlen. Aber er nahm Klantes Wette an, bekam die 500 000 M., schrieb einen Wettzettel aus und dann hate er vorderhand nichts weiter zu tun, als auf die Renndepeschen aus Auteuil zu warten, denn wer natürlich„ferner liefen" war, war Klantes Gaul. Das war— nebenbei gesagt— Max Klantes Wettsystem. Was will der Wetter machen, wenn der wilde Buchmacher nicht auszahlt? Gar nichts kann er machen. Das heißt, ein Buchmacher wird ohne Not keine Dummheiten machen, denn er will sich ja seinen Kundenkreis hallen:„Wer noch was haben will, wer noch was haben will..." Aber dennoch gibt es den Fall des F ü r st e n Malatith. Es ist 1919. In strahlendem Sonnenschein liegt die tiefgrüne Grunewaldbahn eingebettet zwischen dunkle Kiesern. Da trifft.Matroscnheinrich", e irr-allbekannter Tipser, den Herrn L. Herr L. ist nicht ganz so bekannt, aber es genügt. Der Tip „Matrosenheinrichs" heißt Malatith. Herr L. wettet bei fünf Buchmachern Malatith mit 5000 M. Sieg und 8000 M. Platz. Dabei war der Tip gut. Malatith gewinnt und zahlt 275 Sieg und 88 Platz. Herr L, der bereits im Paradies zu sein glaubt, hat also an die Buchmacher eine Forderung von 207 900 M. 5zerr L. läßt sich nicht lumpen und zahlt an„Matrosenheinrich" 30 000 M. Alles für den guten Tip. Dann läßt er im Hauptrcstaurant Sekl auffahren. Zwischendurch sagt er: ich werde mal mein Geld holen. Aber die fünf Buchmacher standen nur da und antworteten ihm: „Lieber Paul, Geld können wir dir nicht geben, aber wir verleihen dir den Titel Fürst Malatith." So hatte der Mann zum Schaden noch den Hohn. Gar nichts konnte er machen. Selbst bei den konzessionierten Buchmachern hängt heute noch groß und breit die Bestimmung, daß bei entstehenden Streitigkeiten niemals die ordentlichen Gerichte anzurufen sind, sondern«in Buchmacher Schiedsgericht entscheidet. Also des Teufels Großmutter. -i° Nun könnte man Fälle wie den des Fürsten Malatith, der nie sein Geld bekam, zu Tausenden zusammentragen und alle an die Litfaßsäulen kleben, die Wettläden werden dadurch nicht leerer. In diesen Läden sitzt dichtgedrängt die richtige Armut. Alle Männer, die kaum mehr gehen können, alte Weiber, die nicht mehr sehen können, aber gewettet wird.„Geben Sie mir mal Springtime eine eine.. und ratsch, sackt der Buchmacher die zwei Mark ein. Gastod einer Familie Ehepaar und zwei Kinder in Wilhelmsruh tot aufgefunden In der Lindenallee 3v in Wilhelmsruh wurde gestern abend eine furchtbare Familientragödie entdeckt. In chrer hinter dem Laden gelegenen Wohnung wurden der 32 Jahre alte blastwirt Bruno W i s ch k e, seine um 5 Jahre ältere Frau Erika und die beiden Kinder der Frau aus erster Ehe, der 13jährige Joachim sowie der 12 Jahre alte Siegfried Block, durch GaÄ ver- giftet tot aufgefunden. Nach den bisherigen Er- mittlnngen scheint es, daß wirtschaftliche Sorgen das Ehepaar mit den Kindern in den Tod getrieben haben. Tie kriminalpolizeiliche Untersuchung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Wischte betrieb in der Lindenallee 30. unweit der Bergmann- Werke in Rosenchal, eine G a st w i r t s ch a s t. Die Einnahmen wurden immer geringer.und bald geriet Wischke in große Gcldsorgen. Zuletzt kam es so. well, daß er seinen dringendsten Verpflichtungen kaum noch nachkommen konnte. In dieser Verzweiflungsstimmung muß das Ehepaar den Entschluß gefaßt haben, freiwillig aus dem Leben zu scheiden und die Kinder mit in den Tod zu nehmen. Offenbar schon in der Nacht zum Sonnabend schritten die Lebensmüden zur Ausführung der Tat. Als die Kinder schon schliefen, drehte W. den Hahn der Gaslampe auf und die ausströmen- den Gismengen müssen den baldigen Tod der ganzen Familie herbei- geführt haben. Während des ganzen gestrigen Tages blieben die Rolljalousien der Gastwirtschaft heruntergelassen. Von den Hausbewohnern dachte zunächst niemand an etwas Schlimmes. Als in den Mlltagsstundcn ein Gerichtsvollzicher erschien, fand auch der Beamte keinen Einlaß. Unoerrichteter Dinge ging er wieder davon. Erst gegen 19 Uhr, als einige Stammgäste erschienen und den Laden noch immer geschlossen vorfanden, schöpfte man Verdacht und benachrichtigte die Polizei und Feuerwehr. Als die Beamten gewallfam eindrangen, schlug ihnen gleich im Korridor starker Gasgeruch entgegen. Im Schlafzimmer bot sich den Eintretenden ein furchtbarer Anblick. In dem völlig vergasten Raum lagen das Ehepaar und die beiden Kinder leblos in den Betten. Die Samariter brauchten nicht erst in Tätigkeit zu treten, bei allen war bereits die Totenstarre eingetreten. Die Leichen wurden beschlagnahmt und ins Schauhaus gebracht. Großfeuer in Lharloitenburg. Eckhausdachstuhl in Klammen. V Ein großer Dachstuhlbrand beschäftigte die Feuerwehr gestern abend inderEauerstrahell. Ecke Fraunhoserslraße. in CHar- lottenburg. Kurz nach 20 Uhr züngelten aus den Bodenluken Flam- men empor. Das Feuer muß längere Zeit unbemerkt geschwelt haben, denn beim Eintreffen der ersten Löschzüge hatte sich der Brand schon aus den größten Teil des langgestreckten Dachstuhls ausgebreitet. Da auch für die angrenzenden Dachstühle größte Ge- fahr bestand, wurden auf den Alarm„G r o ß f e u e r" drei weitere Löschzüge an die Brandstelle beordert. Oberbrauddirektor Gempp leitete die Löschaktion. Die Flammen fanden an Bodengerümpel und an den Holzverschlägen reiche Nahrung und erst nach ändert- halbstündigem starken Wassergeben aus sechs Schlauchleitungen konnte der Brandherd eingekreist werden. Die Ablöschungs- und Ausräumungsarbeiten dauerten bis lange nach Mllternacht. Die Enlstehungsursache konnte nicht mehr festgestellt werden, da an dem mutmaßlichen Brandherd das Feuer mit großer Gewall gewütet hat. Die Wohnungen der oberen Stockwerke haben unter Wasserschaden erheblich gelitten. Der neue liHMllM&iiasMff WIRMES alle Ror-aSchlingengewebe und Ist relß-u naaetfest Anforderungen von Mustern werden �* gern ausgeführt und nach Eingang der An frage„erledigt,. CZSpandauer&32 Reichsbanner dankt Berlin. Namens des Bundesvorstandes des Reichs- banners Tchwarz-Rot-Gold hat der Vorsitzende des Reichsbanners. Höltermann, dem Gau Berlin-Bran- denburg für die Durchführung der Rüstwoche den nach- folgenden Dank ausgesprochen: hunderttausende haben durch Eintragung in das Eiserne Buch inährenid der Rüstwoche Bekenntnis für Republik und Deniotratis abgelegt. Hunderttausende haben durch materielle Opfer die Mittel für den Kampf zur Verfügung gestellt. Unser Dank für Vertraue» und Opfer soll unser erneutes Gelöbnis sein, im Kamps für Volks- recht gegen Diktatur rücksichtslos alle Kräfte einzusetzen. Der Dank der Bundesleitung des Reichsbanners Schmarz-Rot-Gold gilt insbesondere den Tausenden Berliner Kameraden, die in bewunderunzs- würdiger, tage- und nächtelanger, unermüdlicher Arbeit für den Erfolg gewirkt haben. Ihr Einsetzen ist Borbild für die Kaineraden in, ganzen Reich und für jeden der Kämpfer in der Front. Explosion bei Reparaiurarbeiten. Zwei Arbeiter schwer, einer leicht verletzt. vei Reparaturarbeiten in einer leerstehender» Wohnung in der Alexanderstr. 14a ereignete sich gestern nachmittag ein folgen- schweres Explosionsunglück, bei dem zwei Arbeiter schwer und ein weiterer leicht verletzt wurden. In der Badstube waren der 18 Jahre alte Klempner Heinz H e p p n e r aus üer Selchower Str. ö in Neukölln, der Illjährige Klempner Udo Schiller aus der Iahnftr. 71 in Britz, und der 16jährige Lehrling Georg Borowsti aus der Guftav-Müller- Strahe 16 in Schönebsrg mit Lötarbeiten beschäftigt. Sie Unutzten dazu eine mit Karbid gespeiste Lötlampe. Der Karbidbehäl- t e r, der im unteren Teil des Badeofens stand, explodierte plötzlich und durch den Druck wurde der Badeofen auseinander- gerissen. H e p p n e r und Schiller wurden durch Stichflammen und umherfliegend« Eisenteile schwer verletzt. Der Lehrling kain glücklicherweise mit leichten Verletzungen davon. Die Verletzten fanden im Virchow-Krantenhaus Aufnahme. „Die Prominenten der Jetztzeit" Ein Zeitungsmann unter den Rädern und vor Gericht 200 Edelkatzen. Das Zeitungsfach bildet feit jeher den Tummelplatz für ge- scheiterte Existenzen:„geniale" Jünglinge, Abenteurer und der- gleichen mehr. Bis diese geschäftstüchtigen Herren eines Tages durchschaut sind und mitunter den Platz finden, wo sie von Rechts wegen eigentlich schon seit langem hingehörten— die Anklagebank. Solch einen„Kollegen" lernte man vor dem Schöffengericht Charlottenburg in der Person des Zöjährigen Hans Randt kennen, den Namensvetter eines Berliner Journalisten ohne„t" am Ende. Der geniale Jüngling, Sohn eines wohlhaben- den Mannes in Bayern, verspürte bereits als Vierzehnjährtger in sich die Berufung zum Zeitungsmann, absolvierte eine dreijährige „Lehrzeit" an einem rheinländischen KreisblaU und volontierte hinterher an einem Münchener Blatt. Dann machte er sich selb- ständig und brachte es bis zum... Gefängnis. In der Hauptsache interviewte er die Leute vom Film und Theater, schrieb auch einzelne Episoden aus ihrem Leben, versah seine Artikel mck eigenen Zeich- Nungen und fand für sie hauptsächlich in den bayerischen Zeitungen guten Absatz auf dem Richtertisch lag eine ganze Mappe mit Aus- schnitten. Zwischendurch beging er einen kleinen D i e b st a h! oder einen kleinen Betrug: mitunter mögen seine Verfehlungen auch nicht ganz gering gewesen fem, eine brachte ihm 1)4 Jahre Gc- sängnis ein Nach dieser vielseitigen Vorbereitung glaubte er die Zeit für gekommen, sich an ein großes Werk zu wagen:„D>e ProminentenderJetztzeit." Es sollte eine Sammlung von Biographien der Großen vom Film und von der Bühne sein. Niemand anders als Hindenburg hatte er für das Vorwort erkoren. General von Henuner, sagte er, habe ihm versprochen. ihn mit dem Reichspräsidenten während dessen Aufeickhalt in Dittran>szell bekannt zu machen. Aus Hindenburg? Vorwort zu den„Prominenten der Jetztzeit" wurde nichts. Dagegen hatte der imternehmungslustige Hans Randt um so größeren Erfolg bei den Prominenten selbst. Sie wollten olle in seinem Werk mit ihren Biographien und Bildern vertreten sein. Gibt es denn eine bessere Reklame? So suchte er heim neben Gitta Alpar. Faritza, Ma- rianne Winkelstern, Harry Liedtke. Dolly Haas, Otto Gebühr, die Opernsängerin Eisinger, die Tänzerin Laryama und den Sänger Bohnen, auch weniger' bekannte„Prominente" wie eine Frau Hofs- Niann, ein Fräulein von Freiberg, einen Herrn Rahms usw Er fragte sie nach ihrem Lebenslauf, bat sie um Photos, wollten sie das Werk mit einem ganzseitigen Bild schmücken, so mußten sie für das Klischee 60. 80 und mehr Mark zahlen. Natürlich wollten sie fast alle ganzseitig erscheinen. Zum Verhängnis wurde aber dem erfolgreichen Geschäftsmann sein Namensvetter, der Berliner Jcurnalist. Ein Teil feiner A u f t r a g g e b.er per- wechselte ihn mit diesem, der Journalist wurde in einem fort telephonisch von Damenstimmen belästigt: Wck haben doch so neck die Zeit verbracht, weshalb melden Sie sich gar nicht mehr.— Der also Belästigte hetzte seinem Namensvetter und Interviewer die Polizei auf den Hals, verschiedene der Auftraggeber waren schon ohnehin nachdenklich geworden, sie verlangten das Geld zurück und erhielten es, andere wieder liefen zur Polizei und erstatteten Anzeige. Vor dem Schöffengericht Charlottenburg ver- teidigte sich der tüchtige Herr mit viel Raffinement und großer In- telligenz. Er hacke die besten Absichten, dachte gar nicht daran, irgend jemand zu betrügen, Max Pallenberg habe übrigens i h n „betröge n", indem er das große Klischee nicht bezahlt habe— sein Manuskript, 300 Seiten stark, sei im Rohbau fertiggestellt, bloß die böse Polizei hindere ihn, seine Verpflichtungen zu erfüllen, der Drei-Masken-Verlag habe sich bereit erklärt, fein Werk zu drucken, auch mit anderen Verlegern habe er in Verbindung gestanden. Die Klischees harrten in München seit langem der Verwendung. Zum Beweise dafür, daß dem so sei, legte er einen Brief vor, von dem der Vorsitzende annahm, er sei speziell für das Gericht geschrieben. ganz so. wie vorher zwei große Klischees speziell für die erste Ver- Handlung in Berlin bestellt worden waren. Das Gericht verurteilte R.. der noch am Anfang seiner viel- versprechenden Lausbahn steht, wegen fortgesetzten Betruges im Rückfall zulJahröMonatenGefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Die Edelkatzenzucht, die in England schon lange große Mode ist, kam nach dem Kriege auch in Deutschland in Schwung und ist jetzt bei uns bereits zum Erwerbszweig geworden. Die Deutschen ziehen Nutria und Silberfüchse, Waschbären und andere Pelzträger vorbildlich und desgleichen Edelkatzen. Davon gibt die 7. deutsche E d e l t a tz e n- A u s st e l l u n g, die in Wilinersdorf, Sporthalle, Brandenburgische Str. 63, stattfindet, einen deuckichen Beweis. Eine solche Ausstellung mit internationaler Beteiligung ist gewiß«in Wagnis in der heutigen Zeit der Not und Unsicherheit. Di« Au«- stellung steht unter dem Protektorat des deutschen Tierschutzvereins und ihre Erträgnisse kommen der Winterhilfe zugute. So soll hier also einmal das Tier, das weiter nichts zu tun hat, als seine Schön- I heit und Anmut bewundern zu lassen, dem Menschen helfen. Ueber Z 200 Edelkatzen. die zum Teil von weither kommen, sind aus- gestellt. Man sieht prächttge Perser, Angora und Siame. sen. Die Siamesen werden weiß geboren und bekommen erst später ihre wunderbaren Schattierungen. Ws ganz große Schön- heit ist unbedingt eine schokoladesarbene Siamestn anzusprechen Interessant sind auch die schwanzlosen Mankatzen, von denen elliche Äatzenkenner behaupten, sie kommen von der Insel Man. was andere Katzensachoerftändige wieder energisch bestreiten. Diese Katzen sind, obwohl ihnen der Schwanz fehlt, gute Springer: doch haben sie im Gang etwas Watschelndes und erinnern, wenn man «inen Vergleich ziehen will, nahezu an den Hasen. In Deutschland werden sie kaum beliebt werden. Erwähnenswert ist ferner eine B i r m a- K a tz e, da es sich bei ihr um das einzige Exemplar handelt, das in Deutschland lebt. Sie hat Haare wie eine Ängora- kotze und sieht aus wie ein« Siamefin. Sie wurde aus Paris imporckert. In Frankreich gibt es aber auch nur einen einzigen Zuchtstamm dieser Katzen, die aus Birma stammen sollen. Sand- oder löwenfarbig und mit sehr dichtem Fell ist«in, nubische Katze. die in ihrer Heimat Hauskatze sein soll, hier jedoch zur- größten Selte-nhejt zu rechnen ist._ Beginn der Leipziger Frühjahrsmesse am 6. März. Alles nähere über die Vorverkaufsstellen für Meßabzeichen sowie über sonstig- Auskunftsstellen in Messeangelegenheiten ergibt das Inserat des Leipziger Meßamts in vorliegender Ausgabe. Fünf Opfer eines Racheaktes. ilv Kilo Dynamit zur Esploflon gebracht. Aussig, 20. Februar. Im städtischen Steinbruch bestehen seit längerer Zeit Mißhelligkeite« unter der Belegschaft, vor einigen Tagen hatte sich ein Stein abgelöst, woran die Schuld dem Schuhmeister H o r t i g, einem starken Trinker, beigemessen wurde. Sonnabend früh begab sich der Stadtverordnete und Sekretär des Transportarbeiter- Verbandes, Werner, in den Steinbruch. Als er sich mit mehreren Arbeitern der Steinbruchsschmiede nähert«, wo sich Hortig aufhielt, warf dieser jv Kilogramm Dynamit in das offene Cf«»fe»er. Gs erfolgte eine furchtbare Explosion, wobei der S7 Jahre alte H o r t i g und drei weitere Arbeiter sofort g c t öt e t wurden. Wexner wurde schwer verlebt und starb bald darauf. Nrolat beantragt Ermittlungsverfahren Genosse Brokat bittet uns um Veröffentlichung folgender Erklärung: Um sine restlose Klarstellung der im SNorek-Prozeß gegen mich erhobenen Vorwürfe sowohl noch der tatsächlichen wie rechtlichen Seite hin zu erzielen, habe ich bei der zuständigen Ktaatsanwaltschast die Einleitung eines Ermiitlungsverfahren, gegen mich selbst be- antragt. In dem Antrag heißt es v. a.:„In der HauptyerhanMung im Prozeß gegen die Gebrüder Hklarek und Genossen--- Aktenzeichen: 14. 1. J. 282/20 des Schöffengerichts Berlin-Micke vom 5. Januar hat der Borsitzende. Ancksgerichtsrat Dr. Keßner, geäußert: ich hätte mich seiner Meinung nach her Begünstigung der im SUarek-Prozeß oder eines der m> SNarek-Prozeß Angeklagten schuldig gemacht. Aus ineine Beschwerde an das Justizministerium hat mir der Herr Kammergerichtspräsident zwar inttgeteckt, daß er die Aeußerungen des Amtsgerichtsrats Keßner gemißbilsigt habe. Es bleibt aber für mich der schwere Vorwurf der Begünstigung also einer strafbaren Handlung, bestehen, der von einem Richter in aller Oeffent- lichkeit erhoben ist. Infolgedessen muß sich in der öfsentlichen Mei- nung die Auffassung erhallen, daß der von Dr. Keßner gegen mich erhobene Vorwurf irgendwie sachlich begründet sei. Als Mensch und in meiner Stellung als Direktor der Berliner Verkehrs-ANiengescll- schast kann ich es nicht ertragen. m>t dem Verdacht einer strafbaren Begünstigung belastet zu sein. Ich kann mich davon mir dadurch besreien, daß in einen, Versahren durch die zuständigen Instanzen meine Unschuld festgestellt wird." Hamburger Raubmörder in Verlin verbastet. Ein grausamer Raubmord, der im August vergangenen Jahres in Hamburg verübt wurde, konnte jetzt in Berlin aufgeklärt werden. Der Anstifter und Hauptbeteiligt« an dem Morde, der 20 Jahre alte Leichtmatrose und Chauffeur Walter G e r h e l m. der in Hamburg den Spediteur Fritz N i tz s ch e erschlagen hatt« wurde in seiner Wohnung in der Eylouer Straße 23 überrascht und fest- genommen. Sein Komplice ist ein ein Jahr älterer Friedrich Ger- n e r, der in Hamburg in der Steilhoperstr. 120 wohnte. Als der in Berlin Festgenommene ein G e st ä n d n i s abgelegt hatte, wurde die Hamburger Polizei in Kenntnis gesetzt, die bald darauf auch Gerner verhasten konnte._ Die Arbeit im RaihauS. Nachdem die Stadtverordnetensitzung in her vorigen Woche ausgefallen ist, werden am Donnerstag, dem 26. Februar, die Berliner Stadtverordneten wieder zu einer Sitzung zufammentretem Die Tagesordnung weift 27 Punkte auf. Verhandelt werden fall die Vorlage über den Erlaß der neuen Ortssatzung, durch die die Zuständigkeit der örtliche» Berwgllung in den Verwaltung,- bezirken im Verhältnis zur Stodtgemeindeverwaltung geregelt Er ist ein aufrichtiger Mensch und hatte, ganz wider seine eigene Neigung, ein an Abenteuern reiches Schicksal. Einst war er Kosakenofsizier. Der Krieg riß ihn aus her Heimat. Der Offizier machte schwere Schlachten mit, er wurde verwundet, er wurde gesund gepflegt, er wurde gefangen. Er vegetierte hinter Stacheldraht in endlosen Tagen voller Heimweh. Und als endlich die Befreiung kam, da führte sie ihn nicht den Weg in die Freiheit, sondern in den Bürger- krieg. Er erreichte seine Heimat nicht. Er wurde wieder in den wilden Strudel des Krieges gerissen. Er kämpfte und wußte kaum wofür. Die Sehnsucht nach der Heimat fraß ihn bald auf, bis jemand aus der Heimat kam«ni» ihm erzählte, daß er dort«in Fremder fein werde. Beide warfen die Waffen weg, beide flohen bei Nacht und Nebel über die Grenze. Als Bettler schlugen sie sich durch, als Kutscher, als Landarbeiter, bis sie schließlich durch einen günstigen Zufall bei einer Truppe Anschluß fanden als Tscherressenreiter. Nach vielen Bemühungen bekam er einen Paß. Nun find feine Papiere in Ordnung und er braucht in dieser Hin- ficht kein« Schwierigkeiten irgendwelcher Art zu defürchten. Inzwischen hat er etwas Pech gehabt. Er hat zwei Rippen gebrochen und ein andermal das Schienbein ver- letzt. Das kümmert ihn wenig. Cr ist immer wieder im Sattel. Er leistet viel, er lebt anspruchslos und doch reicht es nie ganz so weit, wie es eigentlich hätte reichen müssen. Er lebt mit einen, Mädchen zusammen, daß er gerne heiraten würde. Doch hätte es dann feine Stellung verloren und dieserhalb meiden sie die standesamtlich beglaubigte Ehe. Das ist gegen beider Erziehung, da« macht sie beide Unglück- sich, und doch können sie die offizielle Ehe nicht wagen. Die Verhältnisse sind eben stärker als st«. Billy sagt:„Ja, hier redet man so viel von der Freiheit. weil man sie nicht hat, ja. nicht einmal kennt." Wie sonderbar ist doch das Leben. Man darf sich keine Gedanken machen, man muß weiter, immer weiter und Anita und er gehen fürs erste nach Polen. Der Tscherkesse hatte Billys Tricks richtig eingeschätzt. Billy ist bald eine große Nummer. Er hat Anita, zwei Messer- werfer und einen Halbblutindianer als Tänzer. Er steht mit der Schau in den Vergnügungsparks. In jeder Stadt werden Arbeitslose angenommen, sie werden in Cowboyanzüge ge- steckt, sie dürfen beim Blockhausbrand tüchtig schreien, dürfen beim Postkutschenllberfall sich verhauen und verleben herrliche Tage. Sie bekommen wenig Geld, sie sehen kaum darauf, sind sie doch endlich einmal aus dem mordenden Einerlei der Arbeitslosigkeit gerissen. Ihre Tage haben wieder Farbe, ihre Stunden Bestimmung. Drei Borstellungen gibt man täglich. Das Publikum steht an. Frauen mit Kinderwagen, Schulbuben. Liebespärchen und wohlfituierte Bürger. Billy versteht sich ausgezeichnet auf Reklame. Er fährt mit feinem Indianer bei den Redaktionen vor, er läßt sich, den Indianer und etliche Redaktionsmitglieder photo- graphieren und einmal fetzt er es sogar durch, von einein Bürgermeister empfangen zu werden. Da sammelt sich auf der Straße eine ungeheure Menschenmenge an und Billy ging flugs auf den Balkon und hielt in englischer Sprache eine Rede. Di« verstand wohl niemand, aber sie sagte.den Leuten zu. Als dann Billy noch ein paar Löcher in die Luft schoß, war- er der Held des Tages, Die Schau steht immer nur kurze Zeit an einem Ort. Zehn Tage war der längste Aufenthalt. Anita ist müde. Billy ist ziemlich abgehetzt- Wenn es in Strömen regnet, kann man keine Borstellun» gen geben. Dann wird der Grammophonapparat aufgedreht. dessen Diamant entsetzlich kratzt. Doch der Indianer oergißt bei Musik das Hein, weh, das ihn immer an Regentagen über- fällt, und Messerwerfer, Anita und Billy bekämpfen erfolg- reich ihre Müdigkeit und nehmen bei Grammophongeschnarre die immer wieder nötig werdenden Aufräumungsarbeiten in den Wagen vor. In Warschau steht die Schau im Zoologischen Garten. Das Geschäft geht gut. doch hat Billy Pech und da? ausgerech- net an dem Tage, an dem er dem alten Bison Haare aus der Stirnplatte riß. Dabei bringen doch Büffelhaare Glück, das weiß jeder Cowboy. Billys Stsigerpferd schlug mit dem Kopf und Billy klemmte sich die rechte Hand zwischen Sattel und Pferd. Trotz der Büffelhaare, die nicht nur jeder Cowboy, sondern auch jeder andere vom Fach als Talismann schätzt, hat Billy sich zwei Finger der rechten Hand gebrochen. Die Vorstellungen werden nicht abgesagt, doch muß Billy manches fortlassen. Das bedrückt ihn schwer. Billy sucht einen amerikanischen Arzt auf. Der gibt sich große Mühe. Ein Glück, daß die Schau zwei Monate in Warschau steht, nun kann Billy sich doch in Ruhe auskurieren lassen. Billy geht gerne zu dem Amerikaner, bis er eines Tages erfährt, daß er sich von einem Frauen- und Kinder- arzt behandeln läßt. Da inacht Billy empört Schluß und geht zu einem Chirurgen. Der sagt.„Die Finger sind schlecht geheilt, sie inüssen noch einmal gebrochen werden." Darauf bricht er sie und verbietet Billy das Arbeiten. Billy hatte vor Schmerz geschrien. Er ärgert sich darüber. Er geht mißmutig durch Warschau. Er nimmt die Einladung eines Artisten an, er nimmt noch andere Einladungen an und schließlich folgt er Einladungen von Menschen, die er nicht einmal kennt und denen nur daran liegt, mit dem inter- essanten Cowboy zu sprechen und ihn unter den Tisch zu sausen. Als seine Sinne sich umnebelten, eilte er auf die Straße. Seine Glieder versagten ihm den Dienst. Es war dos erste Mol in seinem Leben, daß er richtig betrunken war Noch während des Rausches kam ibm die Reue. Ein Dompteur hatte gesagt, als er an die ewige Hetzjagd und gar nicht ans Trinken dachte:„Wir ruinleren uns alle." Das war nun Billys ganze Weisheit. Breitbeinig schwankte er durch die Straßen und murmelte vor sich hin: „Wir ruinieren uns alle, wir ruinieren uns alle." (Fortsetzung folgt.) Hunderttausende wollen lernen Hochbetrieb in den Berufsberatungsstellen Am 1. April schließt die Schule chre Pforten hinter Taufenden und aber Tausenden junger Menschen, die jetzt den Weg ins prak- tische Leben, zu Arbeit und Verdienst, suchen. Einen kleinen Bor- goschmack von all dem Harten. Unerbittlichen haben sie ja allesamt schon während der Schulzeit daheim empfangen, denn das Familien- idyll unserer Tage sieht mehr als trostlos aus: viel hungrige Mägen und kein Verdienst! Da hieß es innner schon, irgendwie und irgend- u» ein paar Pfennige mitzuverdienen. Auf den Berufsberatungsstellen, den Berufsinnungsämtern und den Nachweisen herrscht jetzt Hochkonjunktur. Das Arbeitsamt Nord beispielsweise hat ewa 10«XXI jugendliche Berussanwärter(Knaben und Mädchen) und nur spärlich sickern die Aufträge für Lehrlinge ein: im vorigen Jahr hatte man um diese Zeit schon einen großen Teil unterbringen können. Was wollen sie werden? Bei den Jungen heißen die drei Lieblingsberufe: Friseur. Autoschlosser und Installateur: zu allen dreien aber kann der Berufsberater nicht mit Altem Gewissen zuraten, denn die Aus- sichten sind nichts weniger als rosig. Ueberall herrscht ein lieber- angebot an Arbeitskräften, dazu kommt dann noch beim Schlosser- beruf die maschinelle, genormte Herstellung der meisten Ersatzteile, die mehr und mehr die handwerkliche Herstellung ausschattet: der Installateur wiederum hat eine starke Konkurrenz im häuslichen Bastler erhalten, denn heute, wo das Werkzeug billig und der Geld» beutet knapp ist, versucht jeder so gut oder so schlecht er es eben kann, einen Schaden an der Lichtleitung oder an der Klingel selbst zurecht- zubasteln. Auch die Berussaussichten in der Nahrungsniittelindustrie sind nicht gut und das Motto„vom Bäcker und Schlächter, der nie verhungern kann"', kann kaum als zeitgemäß gellen. Der kauf- männische Beruf ist überfüllt, dann werden heute sehr hohe Anforderungen in bezug aus Schulbildung, Sprachkemcknisse, Sicherheit im Austreten usw. gestellt: dasselbe gilt auch vom Berkäuser- beruf. Bei den Mädchen sieht es nicht viel besser aus, wenn hier auch Schneiderei und Putz ein wenig Belebung in den Arbeitsmarkt bringen: überhaupt sollten sich die Mädchen nach Möglichkeit den spezifisch weiblichen handwerklichen Berufen zuwenden, wo doch immerhin noch ein wenig Aussicht vorhanden ist. unterzukommen, während wiederum der Stellenmarkt für jugendliche Hausangestellte als schlecht bezeichnet werden kann. Hausfrauen, die sich früher Kleinmädchen hielten, sind heute dazu nicht mehr in der Lage. Der Beruf der Kindergärtnerin und Hortnerin ist auch nicht allzu aussichtsreich, infolge der in letzter Zeit vielfach erfolgten Hein» schließuirgeu ist der Bedarf an Personal stark zurückgegangen, und es bleibt erst abzuwarten, wie sich hier der Arbeitsinartt in der nächsten Zeit gestalten wird. Wer über organisatorische Fähigkeiten und hauswirtschastliche Begabung verfügt, für den ist der Berus der H a u s p f l e g e r i» noch ganz aussichtsreich-, hier erfolgt die Arisbildung teils schul- mäßig, teils praktiscki, sie umfaßt einen einjährigen Kursus an der staatlichen Haushallungsfchule, ferner ein dreijähriges praktisches Arbeiten in größeren und tleineren Haushaltungen und den Besuch des Hauspslvgerinnenkursus. Im Verkaufs- und Kontorberus werden, genau wie bei den männlichen Beru-fsanwärtern, infolge der Herr- sehenden Riesenauswahl schr hohe Ansprüche in bezug auf Schul- bildung und Zeugnisse, Intelligenz und Gewandtheit gestellt. Hier ist der Arbeitsmarkt ganz besonders überfüllt, und es haben nicht einmal bestqualifizierte Kräfte'Aussicht, unterzukainmen. Der Beruf der Z e i ch n e r i n ist aussichtslos, dagegen ist zeichnerische Begabung als Zusatz beispiclswersc bei der Schneiderei eine gute Beigabe: wo es sich halbwegs ermöglichen läßt, empfiehlt es sich, ein weiteres Schuljahr anzufügen, um das untätige Zuhause- sitzen zu vermeiden. Auf der anderen Seite kann nicht oft genug betont werden, daß alles daran gesetzt werden muß, den jugendlichen Erwerbslosen durch praktischen Unterricht und Werkstättenarbeit An- trieb und Arbeitsfreude zu vermitteln, um den Gedanken eines nutz- losen Daseins erst gar nicht auskommen zu lassen. werden soll. Allerdmgs ist es fraglich, ob diese Vorlage zur Sprache kommen wird, da die Vorarbeiten des am Montag zusammen- tretenden Haushaltsausschusse» bis Donnerstag möglicher- weis« noch nicht beendet sein werden. Schließlich wird noch ein Antrag aus Senkung der Gebühren und Mieten auf t>«m städtischen Vieh- und Schlachthos zur Beratung kommen. Ein« wichtig« Haus- haltsausschuhsitzung wird am Dienstag, dem 23. Februar. im Stadwcrordnetensitzungssaal abgehalten, in der vor allem eine Vorlage zur Debatte kommt, die sich mit dem Versahren beschäftigen wird, das bei einem eventuell eintretenden Mehrbedarf gegenüber dem Stadthaushaltsplan anzuwenden ist. Sozialdemokratie in Front. Berichte von Berliner Kreisvertretertagungen. Alle Berichte, die uns aus der M i i g l i e i» s ch a f t der Sozialdemokratischen Partei zugehen, legen ein Zeugnis ab von der unbeugsamen Enlschlossenheit, den Samps gegen den Faschismus bis zum Siege durchzuführen, wir berichten im Auszug: Auf dem Kreisvertretertag von Schöneberg, der vor einl- gen Tagen stattfand, gab Genosse Wendt den Bericht über die Arbeit im verflossenen Jahr. Unter freudiger Zustimmung der Versammelten konnte festgestellt werden, daß trotz Wirtschaftskrise und Wirtschaftsnot und trotz vergeblicher Absplitterungsversuche der Seydervitz-Gruppe eine Zunahme von rund 300 Mitgliedern zu verzeichnen war. Nachdem Genosse Lazer den Kasicnbericht er- stattet hatte, teilte Genossin Herold unter freudiger Zustimmung mit. daß auch die Zahl der sozialdemokratisch eingestellten Frauen zugenommen hat. In einer lebhaften und ausdehnten Diskussion wurde u. a. auch zur Wahl des Reichspräsidenten Stellung ge- nommen. Hierbei zeigten die Parteigenossen volles Verständ- nis für die schwierige Situation. Die Neuwahl ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Ms zweite Kreisfrauen- leiterin wurde die Genossin Schütz« aus der 81. Zlbteilung ge- wählt. Künstlerisch vorgetragene Lieder des Männerchors Schöne- berg hatten den Kreisverttetertag eingeleitet. Auf der Kreisoertteterverfammlung des 20. Kreises Rei- n i ck e n d o r f gab Genosse Karl Schwarz den Jahresbericht. Unter dem Beifall der Versammlung konnte er mitteilen, daß die Mitgliederzahl von 4000 in diesem Jahre überschritten wurde. Die Arbeiter stellen mit S3,S Prozent den Hauptbestandteil. Angestellte zählen 18,5 Prozent, di« Frauen sind im ganzen mit 26,3 Prozent beteiligt. Besondere Fürsorge gilt den Arbeitslosen. Die Kasse ist trotz der großen, durch die Wirtschaftskrise hervorgerufenen An- fordcrungen in Ordnung. In der Frauenorganisation sind erfreu- liche Fortschritte zu verzeichnen. Ueber die erfolgreich« Arbeit der Bezirksverordnetenfraktwn berichtete Genosse E l p e l. Genosse G a r l i n g schilderte den Fortschritt, den die Propaganda für den „Borwärts- gemacht hat: hierbei wurde die Preisherabsetzung be- sonders lebhaft begrüßt. Herzliche Zustimmung fanden die Der- treter der Sozialistischeu Arbeiterjugend und der Kinderfreunde, die an die Aelteren die Aufforderung richteten, olles für die pro- letarische Jugend einzusetzen. Die Tätigkeit der Arbeiter- Wohlfahrt wurde gleichfalls allgemein anerkannt. Ziegenhaare und Milzbrand. Arbeiter müssen sterben, weil die Firma leichtfertig ist. Eine Pinselfabrik hatte chinesische Z.t egenhaare bezogen und war von der Lieferfirma darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Ziegenhaare vor der Verarbeitung desinfiziert werden mühten. Leichtsertigerwelse schlug die Firma die Warnung in den Wind und ohne daß di« Desinfektion vorgenommen wurde, mußten die Arbeiter die chinesischen Ziegenhaare zu Pinseln, Bürsten und Besen verarbeiten. Fünf Arbeiter wurden dabei mit Milzbrandbazillen angesteckt, von denen vierArbeiter an Milzbrand starben. Der Fabrikant wurde unter Anklage der fohrlässigen Tötung und Körperverletzung gestellt. Das Schöffengericht verurteille ihn, die Strafkammer sprach ihn in der Berufungsverhandlung frei. Das Reichsgericht hat nunmehr das freisprechende Urteil wieder aufgehoben. Die Strafkammer hatte ihren Freispruch damit begründet, daß der Fabrikant War habe wissen müssen, daß er sahrlässtg handle. wenn er die Ziegenhaar«, ohne daß diese desinfiziert gewesen seien, habe oerarbeiten lassen, denn dadurch sei eine hohe Gefahr der Ansteckung mit Bazillen herbeigeführt worden Auf der anderen Seite- habe aber nicht festgestellt werden können ob im Falle einer Desinsektion der Ziegenhaare, dies« so keimfrei geworden wären, daß ein« Ansteckungsgesahr ausgeschlossen war. Die Cachverstän- digen hätten diese Frage offengelassen, so daß keine genügende Ge- währ für eine wirkliche Keimsreiheit vorhanden wäre. Mit vollem Recht hat das Reichsgericht diese Begründung für bedenklich angesehen und erklärt, daß eine Möglichkeit, daß bei einer Desinfektion die Ansteckungsgefahr nicht ausgeschlossen sei, zum Frei- sprach nicht genüge. Es müsse vielmehr eine Gewißheit dafür vorliegen. Liege diese vor, dann müsse weiter geprüft werden, ob bei einer vorherigen Desinfektion die Krankheit einen so schweren Verlauf nehme und ob diese auch dann zum Tode führen könne. .Daß eine Ansteckung mit Milzbrandbazillen nicht immer tödlich verlauft, ergebe schon, daß ein Arbeiter wieder genesen sei Hermann Slias gestorben. Aus Lichtenberg kommt die traurig« Kunde, daß Hermann Elias im Alter von 74 Jahren nach einem kurzen, schweren Leiden di« Augen für immer geschlossen hat. Mit ihm ist wieder einer unserer Alten von uns gegangen. Einer von denen, die schon unter dem Sozialistengesetz für unsere Idee gekämpft und für fle geopfert haben. Knapp 14 Jahre alt. kam Hermann Elias nach Berlin in di« Lehre. Als Weber schloß er sich seiner Berufsorgani- sation an, aus der später der Textilarbeiter-Berband sich entwickelte, deren Mitbegründer und langjähriger Vertrauensmann er war. Mitte der 7«)-r Jahre kam er zu der alten Sozialistischen Arbetter- parte! Deutschlands, dem Vorläufer unserer heutigen Partei. In den Kreisen der Lichtenberger Parteiorganisation war Hermann Elia» ein lieber und stets gern gesehener Genosse. lOlO wurde er zum Stadtverordneten der alten Stadt Lichtenberg gewählt. Bis zu seinem Tode blieb er in säst ununterbrochener Folge in kommu- nalen Ehrenämtern. KozlaNstlsche Hochschulgemeinschost. tozialisttsche Kkudenlen» schafl. Sonnabend, den 27. Februar, 19.50 Uhr. stndet im Saal des Reichswirtschaftsrats. Pellevuestr. IS, die erst» Kundgebung mit dem Thema„Der Sozialismus als geistige Entscheidung stall- Ez sprechen die Genotze» Prof. Radbruch-5i«idelberg. Pros. v. Aster- Gießen und Pros. Heimann-Hamburg. Die Veranstaltung unrd von Gesangsdarbietungen des„Jungen Chors" umrahmt. Eintritts- karten zum Preis« von SO Ps. sind an den bekannten Verkaufsstellen erhältlich. Auch einer, der im Asyl war! Vor kurzem hatten wir im„Vorwärts" die Eindriicke und Erlebnisse eines Arbeitslosen im Berliner Asyl geschildert. Ein sugend- licher Parteizenosse aus Zhtirinzen, der, wie er uns mitteilt, seit längerer Zeit arbeitslos ist, hat das Berliner Asnl gleichfalls aufgesucht und schildert nun, was er erlebt und gesehen hat. Der iunge Arbeits. lose schreibt darüber: Als ich vor kurzem in Berlin war und keine Bleibe hatte, muhte ich das Asyl aussuchen. Mso war ich un Asyl und kann mit- sprechen. Beim Eintritt in das Gebäude wird man in die all- gemeinen Aufnahmeräume verwiesen. Die diensttuenden Beamten tun ihre Pflicht, wie es Borschrift ist, und ein jeder, der ein reines Gewissen hat, kann erzählen und benchten. Im zweiten Zimmer gibt es kein weiteres Fragen und Vernehmen. Lediglich die Unterschrift unter ein Formittar, welches mir zu verstehen gibt, daß ich in 14 Tagen ein anderes Unterkommen haben muß, andern- falls ich sechs Wochen Haft oder Einlieferung ins Arbeitshaus zu gewärtigen habe. Scheinbar«ine Verhöhnung und Herausforde- rung der Menschen, die jahrelang zum Nichtstun verdammt sind, die nirgends ein Unterkommen und Arbeitsmöglichkeit finden und die doch alle, alle arbeiten wollen, nach Arbeit schreien und sehen und hoffen und leider nur hoffen und verzweiseln. Scheinbar also eine Verhöhnung. Objektiv betrachtet ist es jedoch ein Gebot der Not, die jede Stadt zwingt, Arbeitsuchende und Mittellose aus ihren Mauern fernzuhalten. Dies ist ja das traurige Los eines jeden Heimatlosen, daß er von einem Ort zum anderen gedrängt und geschubst wird, weil ihm nirgends ein Lebensunterhalt Arbeit und Brot— gegeben werden kann. Nachdem also dieses Formular unterschrieben worden ist, b»e kommt jeder einen Bon und Nummer und begibt sich danach in den Warteroum, um das weitere abzuwarten. Dem anschließend erfolgt die Kontrolle auf Ungeziefer. Kleider und Schuhe werden in eine Umhüllung verstaut, mll den erhallenen Nummern gezetch- net und abgegeben. Die Uebernachtenden begeben sich zum Brausen. erhalten ein Handtuch, Leinwandhemd, Pantoffeln, Eßnaps, Löffel. alles in reiner und sauberer Aufmachung. Angebracht erscheint mir hier schon eine Kritik über das Essen, welches eine Art Haferflockenprodukt war und tatsächlich nach „nichts" schmeckte. Es sollt« doch wohl möglich sein, denke ich. eine Verbesserung in der Verpflegung eintreten zu lassen. Im Schlafraum hat jeder ein zugewiesenes Eisenbett mit Drahtmatratze und Auflage, das keinen Grund zur Be- sch werde abgibt. Wenn sich etwa'jemand über die über» mäßig herrschende Wärm- beklagt, so hat er anscheinend noch keine durchwachte Nacht aus der Straße erlebt, in der er, durch Kälte oder Regen gepeinigt, sehnsuchtsvoll den kommen- den Tag erwartete. Auf jeden Fall ist diese Wärme noch viel eher zu ertragen als Kälte. Wer jemals gezwungen war, wiederholt in Asylen und behördlichen Uebcrnachtungestätten zu schlafen, wird bestätigen müssen, daß das Berliner Asyl durchaus würdig und anständig ist. Gewiß, eine Heimat findet man in Asylen und„Herbergen zur Heimat" nie. Trotz allein wäre zu wünschen, daß in jedem Asyl die Obdachlosen wie Menschen behandelt würden. Dem den Organisationen des Zisch- und Räucherwareuhandels werden durch die Wohlfohrtspfteger an die Unterstützten Gut- scheine im Werte von 30 Pf. gratis verteilt, wofür bei den auf den Gutscheinen genannten Geschäften Fische und Fisch- waren verabfolgt werden. Es ist bcalisichtigt, diese hochherzige Spende, wenn notwendig, zu wiederholen. Die Geschäfte, die dies« Gutscheine annehmen, sind durch gelbe Plakate kenntlich gemacht. J/UUblU über«in bewegte« Jahrzehnt<1915— 1925), akustische und optische Urkunden de« Weltgesckcbens" lautet da« Thema, über da« Pro« fessor Wilh. D o° a e n. der Tireltor de« Berliner Lautmufeum». mit Vorführung vou Lautvlatten und Lichtbildern am Donn«r«taa. dem 26, Februar 1032, abend« 8 Uhr. im Plenarsaal de« Herrenhaus»«, Ber- ltn, Leipziger Str. ii, spricht. Stimmen länost verstorbener Männer wie Selbmann Hollweo, Bülow, Havensteül Tirpih. Febrenbach und des ersten deutschen Rnchspräsidenten Friedrich Sbert werden mit ibren charalieristischen denkwürdigen Reden alte Erinnerungen in un« auflebe» lassen und die große Anzahl du Böller, die während des Weltkrieges gegen Deutschland geführt wurden, werden au« den Ariegsgesangenemagern zu un« sprechen. Zhren 75. Geburbeiag feiert am LS. Februar die Witwe Frau Marie Estel, Berlin TSS. Sahnstraße 1. AZciteraussichten für Berlin: Nach kalter, klarer Nacht wieder Bowölkungszunayme und später langsame Milderung ohne erhebliche Niederschläge, uordwestlichc Winde.— Zur Deutschlaad: lieber rll Nachtfröste, in Nord- und Mitteldeutschland im Laufe des Tage» wieder zunehiirende Bewölkung, aber nirgends erhebliche Nieder- schlüge. Im Süden des Reiches trocken und zeitweise Heller. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Seschäitostelle: Berlin S. l«, Sebastwnstr,»7— Z8, Hot I Dr. Mitte(Zungbanner). Montag, 22. Februar, 2« Uhr, Bundes- gründungsfoier im Zugeiwbelm Tieckstr. IL. Dienstag, 28. Fe- bruar, 13(4 Uhr, Turnhalle Schmidstraße.— Prcazlancr Berg(Zuligdanner). Dienstag,'22. Februar, Zusammenlnnft an bekannter Stelle. Friedrichs- bat»(Bortrnpp). Mittwoch, 21. Februar, 13« Uhr, Jugendheim Ebertystr. 12 (Saal).— Stenkllln-Brid(Bortruvo). Mittwoch, Lt. Februar, ISlb Uhr, Heimabend im Jugendheim Bcrgstr. 23.— Lichtenberg(Srtgverein).»amerad Her- mann Elia» ist verstorben. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 28. Fe- bruar, 17 Uhr, im Arematorium Derichtstrassc statt. Alle dienstfreien Käme- raden haben teilzunehmen. Fahnen sowie Tambourlorps zur Stell«. Mittwoch, 21. Februar, 2U Uhr, große Funktionärverfammlung bei Klose, Eitel, Elte Aupprechtstraße. Erscheinen Pflicht.— Treptow(Srtsvrrein). Sonntag, 21. Fe- bruar, S Uhr, Echi-ßplast Friedrichsfelde. Zabividualosucholsgifche Truppe. Stadtschulrat Wilhelm Paulsen spricht über.sZrziehungs. und Bildungsvrobleme der Gegenwart" am Montag, dem 22. Februar, im stlubhau« am Knie, Berliner Str. 27, 23 Uhr. Säst« wM. tommen. Mietcroerband Beel!», 1. Berwaltungsbezirl,«. B. RS. 65,»rellstr. 89. Seneralversammlung am Freitag, dem 2«. Februar, 1S>S Uhr, w den Eastn». festsälen, Berlin N. 6«. Pappelallee lä(früheres Ledigenheim). 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S7» 49 Jahrgang 0 l�til� d 1*�� Sonntag, 21 Kebruar 1932 Staatsbanken in Führung. Die Abschlüsse der preußischen Staatsbank und der Preußenkasse für-ISM. Man verrät kein Geheimni-z mit der Feststellung, daß alle großen Depositenbanren, die sogenannten O-Banken. für 1931 sehr große Verluste zugeben müssen. Diese Verluste sind nicht, wie es gern dargestellt wird, in erster Linie eine Folge der Krcditkrise des vergangenen Jahres. Die Verluste ergeben sich vielmehr aus einer falschen Einschätzung der Geschästsmöglichkellen und demzu- folge aus Fchllestungen von Kopital. Dos Versagen des privaten Großbankensystems in der Frage volks- und privatwirtschafllich zweckmäßiger Kapitallenkung steht außer Zweifel. Demgegenüber ist für die öffentlichen Banken sestzu- stellen, daß ihre Verwaltung erheblich sorgfältiger war, ihr Dienst an der Volkswirtschaft nutzbringender und daß von Verlusten kaum die Rode ist. Für die R e i ch s k r e d i t-A.-G., die heute ein über- wiegendes Pribatgeschäft hat ist das bereits festgestellt worden So sehr die Preußische Staatsbank und die Preußische Zentralgenossen schaftskasse, die jetzt ihre Abschlüsse veröffentlichen, anderer Struktur sind, in volkswirtscbaftlicher Einsicht haben sie nicht versagt. Durch erfolgreiche Geschäftspolitik haben sie die Staatsbanken im deutschen Kreditwesen in Führung gebracht und im Ergebnis die Ueberlegenheit der öffentlichen Bankenführung bewiesen. Die Staatsbankgeschäste nehmen zu. Die Preußische Staatsbank hatte 1931 den schwersten Ansturm der in ihren Finanzen nicht erst seit der Juli-Kri.se so sehr bedrängten ötfentlichen Stellen auszuhallen. Als Bank der Banken mußte sie den gewaltigen Geldmarktdruck am 13. Juli auf sich nehmen. Di« Staatsbank hat am 13. Juli ihr« Auszahlungen nicht gekürzt: sie hat an diesem Tage 71 Millionen Mark ausgezahlt. Sie hat zwar damals, wie es sich in kritischen Zeiten für eine Staatsbank gebührt, ihr« Liquiditätsreserven bis aufs äußerste«rschopst. Sie war aber und llieb ihrer Ausgabe gewachsen. Bei den ausgeliehenen Geldern hat sie im Laufe des Jahres keine Ber- luste erlitten. Verluste bei den Effekten waren von der Geschäfts- polllik unabhängig und ergaben sich zwangsläufig aus der Kurs- cntwicklung. Trog des fortgesetzten Druckes, der von den Reichs- und preußi- schen Staatsfinanzen ausging und heute noch ausgeht, hat die Staatsbank ihr Geschäft seit dem Juli immer liquider ge- stalten können. Die Juli-Liquidität von 362 Proz. war End« Dezember auf 16,7 Proz. erhöht und Mitte Februar waren wieder 33,4 Proz. erreicht. Dabei hat die Staatsbant nicht zur künft- lichcn Verbesserung der Liquidität Deb'itorenforderungen in Wechsel- forderungen umgewandelt. Auch die Inanspruchnahme der Reichs- bank wurde nicht bedeutend erhöht, nämlich nur von 6ö auf 116Mil> lionen Mark. Ihre Akzeptvcrpflichtungen, die sich zum Ende 1931 von 2,6 auf 33,6 Millionen erhöht hatten— bei einer Bilanzsumme von 979 Millionen Mark—, such bis Mille Februar wieder auf 16 Millionen verringert worden. Die Wirkung der erfolgreichen Gelchästsfichrung— freilich auch der Tarsache, daß die Staatsl ank die volle Siaatsgarantie ge- »ießt— ist ein starker Zustrom neuer privater Kun- d c>! u n d G e s ch ä f t e. Die Kontenzahl hat sich im Jahre 1931 um 21 Proz. vermehrt, die Zahl der Privatkunden um 45 Proz. und die Summe der privaten Depositen um 85 Proz. Die im neuen Jahre erfolgte Zunahme des Wechselbeftondes von 27 auf 83 Millionen Mark erklärt sich ebenfalls in erster Linie aus dem Gewinn ueücr Kundschaft. Aus der Bilanz und der Gewinnrechnung nur die notwendigsten Ziffern: Die gesamten fremden Gelder sind von 1142 auf 909 Millionen zurückgegangen� von diesem Rück- gang entfallen aber 186 Millionen auf der Siedlungsbank bei deren Gründung überwiesen« Siedlungegelder. Der Posten „Wechsel und Schatzanwelsungen" hat süh von 223 auf 293 Millio- i:n erhöht, wovon 181 Millionen aus Schatzwcchfel des Reiches und 69 Millionen auf preußische Schatzanweisungeii entfallen. Kassen- l altung und Guthaben haben sich natürlich verringert, die Guthaben hei Banken allein von 192 auf 24 Millionen Mark: gleichzellig sind die Börsendarlehen von 99 auf 6 Millionen gesunken. Die Aus- l?ihung«n auf laufendem Konto(Debitoren) haben trotz des Rück- ganges von 799 auf 551 Millionen eine relative Zunahme erfahren, wenn man beachtet, daß auch hier die 186 Millionen Siedlungsdarlehen abzuziehen sind, Die ausgewiesenen Einnahmen sind von 12,76 aus 9,63 Millionen durch Krcditorenrückgang und neuerliche Zinssponnen- senkung(von durchschnittlich 9,96 auf 037 Proz.) gesunken. Die gesamten Kursverluste konnten durch eine Abschreibung aus dem Gewinn von 2,46 Millionen abgedeckt werden. Die Preußische Staatsbank schließt ihre Gewinnrechnung mit einem Ueberschuß von 136 Millionen Mark. Oie große Leistung der Preußenkasse. Die Preußische Zentralgenosicnschaftskasie weist ebenfalls nicht nur keinen Verlust aus, sondern schließt ihr Geschäftsjahr, obwohl diesmal wieder für die Zwecke der Genossenschaftsrationalisierung vorweg nicht unerhebliche Beträge abgebucht worden sind, mü e i n e m U e b e r s ch u ß. Die Lage, in der sich die Preußenkasje im vergangenen Jahre befand, wird am besten durch die im Geschäfts- bericht bekanntgegebene Tatfache illustriert, daß die ihr an- geschlossenen Genossenschaften 1931 nicht weniger als 499 Millionen Mark Einlagen verloren haben. Durch die unter der Führung der Preußenkasie erfolgte Reorganisation des Genossenschafts- wefens konnten die angeschlossenen Kassen diesen Stoß zum größten Teil in sich aufsangen. Zu allererst und am stärksten hätte man während der vierjährigen Kreditkatastronhe nach früheren Erfahrungen den Zusammenbruch des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens erwarten müssen. Daß dieser Zusammenbruch nicht ersolat ist. daß das Genossenschaftswesen eine im ganzen un- erhörte Widerstandskraft bewiesen hat, das ist das große Verdienst der Preußenkasie. Zur Beurteilung der Geschästspolitik im folgenden einige charak- teristifche Zahlen über die Entwicklung seit 1927. 1927 war das letzte Geschäftsjahr unter der alten Leitung. Zur kredilpolilik der Preußenkasie(Millionen Mark) • Abberulung der Gelder aus der Landesbaulenaiileihe. 1927 waren den landwirtschaftlichen Genossenschastea für 841 Zllillionca Kredite gewährt. 1931 versahen die(Seuossenschastskasiea mit nur 559 Millionen nicht nur einen gleichen, sondern einen bessereu Dienst. 1927 waren dos Genossenschaftswesen und auch die Preußenkasie unter noch bessereu landwirtschaftlichen Gesamtverhältnissen pleite. Im Zohre 1931, unter den deokbar schwierigsten Kredit- und lvirtschaftsverhälknissen, während das ganie vriva'e Baukeaweseu gestützt werden mußte, gab es kaum Zahlungsschwierigkeiten bei den landwirtschaftlichen Geuossenschaften. und nicht einmal Reichs- oder souftige Staalsgarau- tien wurden von der Preußenkasie in Anspruch genommen. Die Preußenkasie hat ober mit den ihr erreichbaren Mitteln dem preu- ßischeu Staate selbst noch Jinonzhilse geleistet. In den vier Jahren von 1928 bis 1931 hat die Preußenkasie aber außerdem den auf sie fallenden 49-Millionen-Aufwand zur Sanierung des Geiiossenschaftsweseiis größtenteils verdient. Sie hat nicht unerhebliche stille Reserven gebildet und von 1927 bis Ende 1939 konnte sie die Inanspruchnahme der Reichs- bank von 391 auf 98 Millionen, d. h. auf ein Viertel senken. Daß sie in den schwierigsten Jahren der Reorganisation des genossen- schaftlichen Finanzwesens sich vom Rückgriff aus die Reichsbank so zurückhalten konnte, das wurde im Katastrophenjahr 1931 die Grundlage, von der aus allein die Preußenkoff« ihr« staunenswerte Aktionskraft entfalten konnte. Nur dadurch wurden der Staat und der Steuerzahler von einer Inanspruchnahme bewahrt, wie sie beim privatkapitalistischen Bankenwesen jetzt erzwungen wurde. Dieses Ergebnis»ist um so bemerkenswerter, als die allgemeine deutsche Agrar» Politik das Festhalten an einer gesunden Geschäftspolitik durch die Preußenkasie sehr erschwerte. Dabei hat die Preußenkasie auch im Jahre 1931 zugunsten der Landwirtschaft noch eine erhebliche Verringerung der Zinsspanne durchgeführt. Die Bilanz zeigt jene Veränderungen, die.zur Bewältigung der Krisenausgaben unvermeidlich waren. Die Kreditversorgung d.: ländlichen, gewerblichen und Verbrauchergenossenschaften mußte um 69 Millionen vermehrt werden, obwohl die fremden Gelder und Einlagen sich um 91 Millionen verminderten, die eigenen Wert- papiere sich durch gewährte Staatsdarleben vermehrten und die Bankguthaben sich stark verringerten. Diese Belastung konnte durch eine Mehrbeanspruchung der Reichsbank um 239 Millionen Mark aufgefangen werden, ohne daß selbst das Reichsbank- kontingent erreicht wurde. Bis Mitte Februar 1932 war die In- anfpruchnahme der Reichsbank schon wieder um 49 Millionen verringert. Bis 31. Januar 1932 konnten auch die Engagements wie- der um 29 Millionen gesenkt werden! In der Gewinnrechnung der Preußenkasje werden 9,79 gegen 19,13 Millionen Mark im Vorjahr als Einnahme» ausgewiesen. Die Rechnung schließt mit einem Ueberschuß von rund einer Viertel- Million Mark. Für die öffentliche Wirtschaft ist die Leistungs- fähigkeit der Preußischen Staatsbank und der Preußenkasse im Katastrophenjahr 1931 ein ge- waltiger Prestige gewinn. Ocffcntliche Banken in Führung! ,-i-, Die Payerische Notenbank, München, kann für das Zahr 1931 10 Prozent Dividende verteilen. Bierfieuerf'enkung ab April. Bis dahin bleiben die Bierpreise nach Goerdelers Der- ordnona in Krast. Amtlich wird mitgeteilt: Die Verordnung über die Vierpreissenkung bleibt bestehen und wird durchaesührt, und zwar nach Maßgabe der vom Preirkoni- missar erlassenen Ergänzungsverordoung, wonach die örtlichen Be- Hörden Härten ausgleichen tonnen. Die Reichsregieruag hält jedoch, wie sie das bereits aus die Aufrage des Abg. Mumm und Genossen zum Ausdruck gebracht hat, im Gesamtrahmen des Bierpreisproblems auch die Znangriss- nähme des Getränkesteuersystem für nötig. Venn die Finanzlage erfordert es, daß das Bier unter allen Umständen das ausbringt, was bisher in den Etats dafür angesetzt war. Diese Ansähe würden aber nicht erreicht werden, wenn die Besteuerung in ihrer bisherigen höhe, die übrigens bei der gegenwärtigen kaufkrastlage der Bevölkerung auch wirtschaftlich und steuerlich nachteilige Wir- kungen für das Gastwirtsgewerbe, die Brauereien und die mit dem Braugewerbe zusammenhängenden Gewerbe hat. jetzt bestehen bliebe. Aus diesem Grunde ist spätestens zum 1. April 1932 eine entsprechende Biersteuerscnkung in Aussicht genommen, die dann auch eine weitere Senkung des Vierpreises ermöglicht. Großhandelspreise weiter gestiegen. In der Woche vom 10. zum 17. Februar hol sich der Großhandelsindex noch einmal erhöhl, nachdem schon in der vorw-che die erste Steigerung seit längerer Frist zu verzeichnen war. Auch dieses Mal ist wiederum nur der Zodex der Agrar st äffe gestiegen, und wieder bei sämtlichen Positionen. Pslanzliche Nahrungsmittel sind um 1,8 aus 1193, die vichpreise um O.l aus 67,0, die preise für Vieherzeugnisse um 2,9(!) aus 95,4 und die Preise für Fultermittel um 13 aus 93,7 Proz. verteuert. 3m ganzen hat sich der Agrorstosfiudex um 0,1 aus 95.1 Proz. erhöht. Alle übrigen Positionen sind weiter verbilligt: Kolonialwaren um 0,7 auf 90,3, Industrielle Rohstosse und halbwaren um 0,1 aus 91,4 und industrielle Fertigwaren um 0.2 aus 121,9 Proz. Der Ge- s a m t i n d e x hat sich von 99,6 aus 100 oder um 0,4 Proz. e r- höht. Der vor kurzem unterschrittene Vorkriegsstand ist wieder erreicht. wir stellen fest, daß der Großhandelsindex zum zweiten Maie gestiegen ist, daß in beiden Fällen die Zollerhöhungspolitik der Reichsregierung in erster Linie dafür verantwortlich ist, und daß dos geschieht, während die verordnete Lohnsenkung durch Preis- senkung noch nicht zur Hälfte ausgeglichen, das vom Reichskanzler gegebene versprechen also noch nicht eingelöst ist. wir stellen weiter fest, daß allein durch die eingetretene Verteuerung von Butter. Milch und Käse die Lebenshaltuug der Massen um Nl- Proz. von neuem verteuert worden ist. Die Preissenkung hat demnach heule wahrscheinllch erst ein knappes Drittel der vor- OS« Forderung des Tages? Allergrößte Billigkeit! Wir folgen diesem Gebote, ohne die Güte Gadiel'scher Qualitäten zu vermindern. Nutzen Sie die Gunst der Stunde. 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SR., wird unter der Ueborschrift„Törichte Bierstreikhetze" ein Artikel veröffentlicht, worin die Behauptung ausgestellt wird, daß die Brauereien gegenwärtig die Biorftrcikhetze ideell und materiell unter. stützen, um auf diese Werse die Reichsregierung zu Maßnahmsn im Interesse der Brauereiaktionäre gefügig zu machen. Diese Behaup- tung ist unwahr. Es ist nicht wahr, daß die Brauereien materiell und ideell die Bierstreithetze unterstützen. SLahr ist vielmehr, daß die Berliner Brauereien wiederholt— zuletzt durch eine gemeinsame Erklärung des Deutschen Brauer-Bunces E. V. und des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend an den Herrn Reichs- kanzlsr in Berlin, die auch der gesamten Presse zur Berösfentlichung übermittelt wurde— in der entschiedensten Weise oeqen den Streik Stellung genommen und aus. seine großen politischen und wirt- schastlichen Gefahren«indringlichst hingewiesen haben. Wahr Ist weiterhin, daß die Brauereien auch bei allen mtt der Slegierung. den Gastwirten und den Gewerkschaften geführten Berhairdlungen stets den Streik als Mittel zur Durchsetzung wirtschaftlicher Notwendigkeiten. d. h. im vorliegenden Falle zur Senkung der Bier- steuern, mißbilligt haben. SLahr ist endlich— wie dies bei der oorstehend festgestellten Einstellung der Brauereien selbstverständlich ist—, daß der von radikaler Seite entfesselten wilden Streik- bewegung niemals irgendeine materielle Unterstützung seitens der Brauereien gewährt worden ist." Wir haben den Verein der Brauereien Berlins bei der Wieder- gäbe unserer Informationen nicht genannt. Hat der Verein sich in Berlin, und besonders in Hamburg, vor seiner Berichtigung «wvon überzeugt, daß der Gastwirtostreik nicht von Brauerei- kreisen unter dem Gesichtspunkt begrüßt und gefordert wurde, daß damit der Druck auf die Reichsregierung zur Senkung der Bierftcuer verstärkt wird? Eine Unterstützung und Förderung des Bisrstreiks zugunsten der Brauereien erblicken wir aber auch in folgenden SLortcn des am Donnerstag an den Reichskanzler gerichteten Tele- gramms der Berliner Brauereien: „SLenn nicht hellte entscheidende Erklärung, die Reichsbiersteuer um drei Mark und die Gemeindebiersteuer um SO Proz. zu senken, erfolgt, nmß befürchtet werden, daß in Berlin und damit im ganzen Reich eine Bewegung entfesselt wird, die nicht nur eine ungeheure Wirtsckastskatastrophe bedeutet, sondern mich von schwerwiegendsten politischen Foloen sein kann... Nur schleunigstes Handeln kann noch in letzter Stunde schwe-stes Unheil abwenden Der Verein der Brauereien Berlins als größter örtlicher Brauereioerband erklärt, daß er im Falle eines Streiks außerstande ist. die in nächster Woche fälligen Reichs- und Geineittdebieriteucru zu zahlen und ferner ge- nötigt ist. seine Betriebe zu schließen." Stärker als mit solchen Ausführungen kann die Bierftreik- gefahr zu berufsegoistischen Zwecken der Brauereien nicht ausgenutzt werden. In dem Telegramm an den Reichskanzler steht kein ein- zigez Wort der Verurteilung des Bicrstreiks. Verstiegene Metallzotlpläne. Die Reichsregierung hat sie abzuweisen. Die beiden deutschen Zinkkonzernc, Stolberger Zink und Giesche, mit ihnen die Lohnhütten, fordern einen Zinkzoll von nicht weniger als 100 M. per Tonne(50 Proz. des gegenwärtigen Preises): für Blei sind gleichfalls hohe Zollforderungen laut ge- worden; die„Deutsche Bergwerks-Zeitung" möchte sogar einen Kupferzoll. Der Tiefstand der Metallpreise und die Rückwirkungen der Pfundentwertung sind die Argumente. Zugleich wird be- hauptet, daß durch einen derartigen hohen Zollschutz der Metall- bedarf der verarbeitenden Industrien in größerem llmsange aus eigener Produktion gedeckt werden könnte. Zu diesem letzten Argument ist zunächst zu sagen, daß hier eine Selbstversorgung der deutschen SLirtschast völlig ausgeschlossen ist. Der deutsche Kupferbergbau deckt nur 10 Proz. des deutschen Bc- darfs und kann überhaupt nur unter riesigen Staatssubventionen und größten Opfern der Belegschaft aufrechterhalten werden. Bon dem deutschen Verbauch an Blei kommt nur etwa ein Viertel aus der einheimischen Erzproduktion. Bei Kupfer und Blei sind Zoll- forderungen überhaupt sinlos. Für Zink ist an sich die deutsche Erzbasis breiter, da die Bergwerke des Giesche-Konzerns im Reichs- gebiet verblieben sind. Hier nmß man etwas näher zusehen. Die neuen Zollforderungen sind wohl besonders ausgelöst worden durch die Zuspitzung beim Giesche-Konzern im Rahmen der obcrschlesrschen Montankrisc. Die ostoberschlesischen Zinkhütten, die in erster Reihe die Zinkerze von Giesche verhütten und bis zum Jahre 1937 auf Grund der Genfer Konvention zoll- frei Zink nach dem Reichsgebiet absetzen können, sind aus Grund ihrer Belieferung des deutschen Marktes an einer Erlösbesserung aufs stärkste interessiert. Es wäre aber völlig verfehlt, wenn man diesen Jnteressentensorderungen nachgeben würde. Ganz abgesehen von den großen grundsätzlichen Bedenken gegen die Schaffung von Rohstoffzöllen, den handelspolttischen Rückwirkungen, würde die mit dem Zoll bezweckte Verteuerung des Zinks die Lage der metallverarbeitenden Industrien aufs schwerste beein- trächtigen und damit der Gesamt Wirtschaft viel größeren Schade« als Nutzen stiften. Die zinkverarbcitcndcn Industrien, die Zinkwalzwerke, die Messing- und Metallwarenindustrie, beschästigen ein Vielfaches der Arbeitcrzahl in der Zinkproduktion und sind aufs allerstärtste aus den Export angewiesen. Ausfuhrrückvergütungen, zu denen die Zinkindustrie sich eventuell bereit erklärt, sind angesichts der Mannigfaltigkett der Zintverwendung praktisch undurchführbar: mit dem System der Rückvergütung haben andere verarbeitende Industrien nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. Die Sache wird auch mit der„Einbeziehung der Halb- und Fertigfabrikate" in dem Zollschutz nicht schmackhafter, denn mit solchen Methoden kann man bestenfalls unter schwerer allgemeiner handelspolttischcr Schädigung die geringen Einfuhren verhindern, aber niemals die großen Fertigwarenausfuhren wettbewerbsfähig erhalten. Wir können uns ivahrlich bei 6 Millionen'Arbeitslosen nicht noch eine systematische'Aussuhrschädigung leisten. Die Regierung sollte daher von vornherein derartige schädliche Jntcrcssentenwünsche mit Entschiedenheit zurückweisen. Aeuorieniierung der Handelspolitik? Ministerialdirektor Posse vor dem Reichsverbond der Industrie. In der Borstands- und Hauptausschußsitzung des Reichsver- bandes der Deutschen Industrie sprach Ministerialdirektor Posse, der die Hauptverantwortung für die deutsche Handelspolitik trägt, zur handelspolitischen Lage. Er bezeichnete es als Aufgabe der deutschen Handelspolitik, in der jetzigen Ärilenzeit auf der einen Seite die- jenigen Länder, die der deutschen Ware keine Hemmnisse entgegen- setzen, mit der gleichen Liberalität zu behandeln. Auf der anderen Seite müsse der immer steigenden Zahl von Ländern, die sich durch Zollerhöhungen, Kontingentierungen(gehört Deutschland nicht auch zu diesen Ländern? D. R.), Devisenregelung oder andere Maßnahmen absperren, oder durch das Verlassen des Gold- ftandards chren Industrien eine besondere Förderung zuteil werden lassen, mit A b w e h r m a ß n a h m e n entgegengetreten werden. Besondere Aufmerksamkeit erforderten die Bestrebungen der B l o ck- b i l d u n g i n E u r o p a. In der in der Welt überhandnehmenden Ueberspannung des Protektionismus liege vielleicht der erste Keim einer zukünftigen Besserung. Der Reichsverband der Industrie verlangte in der Aussprache durch seine �Vertreter„höchste'Aktivität auf handelspolitischem Gebiet". „Bauer und Markt." Das Institut für landwirtschaftliche Markt- forschung teilt mit, daß für die— von uns kürzlich besprochene — Zeitschrift„Sauer und Markt" von keiner Seite auch nur ein Pfennig Subvention g c g e b e n. werde, udn daß die Behauptung, daß staatliche Subventionen gezahlt wur- den, wobei sogar die phantastische Zahl von 1 Million Mari genannt wurde— absolut unwahr sei. Die Kosten der Zeilschrist werden restlos aus Bezugsgebühren med Jnserateneinnahmen ge- deckt, Die Auflage beträgt zur Zeit 1 20 000 Exem- plare und ist stark im Steigen begriffen. Rickelinduslrie verdient auch in der Krise gut! Der Abschluß der Vereinigte Deutsche Rickel-Werke A.-G., Schwärt a, vom 30. September 1931 läßt erkennen, daß dieses Unternehmen auch in der Krise sehr gut verdient. Zwar wird über schlechte Be- schäftigung geklagt und die Dividende von 10 auf-1 Proz. herab- gesetzt' da der Reingewinn von 1,1 auf 0,4 Millionen Mark(bei 10,5 Millionen Mark Kapital) zurückging. 2lber dieser Rückgang er- klärt sich aus einer wesentlichen Beirrebsumstellung auf Gas und Elektrizuät,. die zmn größten Teil aus laufenden Mitteln bezahlt wurde. Auch käe einmaligen Verluste aus Essektenentwertung und Währungsverfall hat man„über Betrieb" verbucht, ohne die sehr hohen Reserven OK) Proz. des Kapitals) anzugreifen. Schulden von 0,28 Millionen Mark stehen Forderungen von nicht weniger als 7,1 Millionen Mark gegenüber. Eewdlvcuszug 5. Klasse 38 Preußsschusüdbellljche Staats-Lotterie. Ohne Eewhhr Nachdruck verböten Auf iete gezcgev» Rümmer find«tvef gleich hohe tSwfata« gefallen,«od zwar je einer auf bis Los« gleicher Rum»« m den beiden Abteilungen 1 und ll 11. Zlehungstag 20. Februar 1932 In der heutigen Bormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2»«»in»« ,1» 55000 M 183576 4®etpinna ,2 5000 M. 185040 278620 12®-!pmne vi 3000 fflL 8797 448S3 57279 271987 295387 361616 6«©ctolnne«« 2000 9Jt 1446 5595 8896 40171 56521 79562 91943 104824 114014 128504 159663 168837 229830 243739 244183 276052 279465 260119 291873 293144 305041 322014 328313 328451 333650 341017 386902 396552 395723 124©eBinne«u 1000«L 2190 27391 27955 35399 40767 44567 46937 S0450 51160 54591 54691 56372 56502 56859 90927 94230 94834 100373 I 031 29 102779 108963 111491 117012 135547 155204 162084 166474 173402 180177 198344 200345 20724? 208671 209867 218079 219843 227368 229727 241911 245194 265620 280297 2S0680 281014 281819 282937 291889 296105 298237 307763 312565 323086 325283 342304 346369 347891 381146 372168 373282 384727 384935 388089 1 80©-Winne eu 500 Dl. 1155? 18165 22312 2SIS2 26173 27016 28190 Z3S29 37649 41585 42122 49339 50952 61739 53401 54619 67372 580S0 61347 71113 77648 79363 89874 92827 98707 108457 110236 111505 115471 122437 123615 126341 128361 136111 137326 138914 139563 140369 146678 148141 149678 150420 153767161135 175920 182306 184569 186497 186580 199415 203834 211099213686 218718 223061 231484 235548 240310 240619 253552 255864 261335 267522 207555 267902 273400 276714 282721 282896 284851 288674 296189 3001 87 303072 Zl 1015 315804 320193 328902 328935 340356 346546 364166 363915 366197 366S41 369067 369406 371162 372603 388426 3n der heutizsu Nachmittagsziehimg wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2©.Winne ,>» 50000 M. 247348 2©ewinne|u 10000 W. 12515 Q Gewinne ju 5000 W. 96o58 321886 353607 10©ewlnn« iu 3000 M. 28617 163658 208291 224277 348861 32©.Winne«u 2000 m. 65903 77554 91389 9S838 90038 175709 179596 1931 72 193202 213340 231407 269057 340032 380657 380086 338966 90©ewUn«»a 1000«L 8323 12790 12879 13269 31061 36037 54370 74829 38293 90636 94456 110020 122489 128192 129326 133856 1 5-foi 7 162500 166063 173957 179010 1ZS414 180441 182343 188842 200745 208186 217589 248264 253740 264211 265198 265221 272001 296700 300571 305592 305994 333394 343294 344977 365914 381205 389402 392791 140«ewinne ,n 600 ffll. 10218 10884 15825 1 5994 21 1 58 21 51 5 23444 29321 40446 40943 46096 5219? 63840 57140 60057 60231«6310 71498 73852 78914 89872£2649 94853 106006 108152 124424 133617 135273 140603 144383 144474 148816 155236 167403 199439 204568 204872 212446 213067 217421 229241 233631 246463 249298 250733 256142 257597 262062 267969 269385 275387 283941 294788 303290 304472 306356 311281 319565 325271 344449 351279 339748 369991 370033 333143 385240 388051 388745 389125 392805 Im Gewinnrade verblieben: i! Prämien je zu ÖOOCXX), 3 Ge. Winne zu je 300000, 2 zu je 300000, 3 zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000. 8 zu je 50000, 18 zu je 25000, 120 zu je 10000, 290 zu je 5000, 614 zu je 3000. ISlS zu je 2000, 3684 zu je 1000, 5932 zu je 500, 17896 zu je 400 Mark. Friedrichshagener u.... Baugenossenschaft Hoch- u, Tiefbau P«�ruujPHodi4ehwha£c�36a-�uricMMja6 ft.197 BERLIM-FRIEDRICHSHAOEN« KLUTSTR. 8 und Stragula-Reste in versdiiadenen Größen, Serie I 39 Pf.3., Serie II................. Pf. Linoleum-Läufer mit Kante, reiches Sortiment, 90 cm breit. Mir. 1.90, 60 cm breit, Mtr. Linoleum bedruckt, moderne u. Parkett-Muster, 200 cm breit,.............. qm Mk. Linoleum-Teppiche bedruckt. In vielen Mustern, Größe 300x200cm••••••••«••«*•• Mk« Wachstuch mit kl. Schönheitsfehlern u. Barchentrücken, ca. 85 cm breit....... Mtr. Pf. Wachstuchtischdecken q ohne Kante, mit Barchentrücken, Größe 120x70 cm........ Stück Pf. 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Emma Adler hat einmil in der Wiener„Arbeiter-Zeitung" etwas über ihn oerraten, als sie nach seinem Tode schrieb: Wiederholt, wenn mir die Ehre widerfuhr, im Familienkreis Bebels einige schöne Stunden*u verleben, wünschte ich im stillen, die Wände der bescheidenen Wohnung könnten sich ins Unge- mesiene erweitern und durchsichtig werden, damit die Gegner des Sozialismus sehen könnten, wie lächerlich chre Angriffe seien und wie hinfällig die Behauptung, der Sozialismus.zerstöre die Familie". Ein so inniges, zärtliches Familienverhältnis wie im Hause Bebel kann nicht leicht wieder gefunden werden. Wenn er seine Tochter rief, und nichts als ihren Namen aussprach, so klang „Friedchen" wie Musik und man suhlte, wie zärtlich er sie liebte. Tie sanfte Güte, die wunderbare Bescheidenheit von Frau Bebel wirkten herzerquickend. Wie einen wahren Segen empfindet man die Existenz einer solchen Frau, die eine so tiefe wertvolle Per. sönkichkeit ist, die nie hervortritt, deren Wert aber jeder Mensch fühlen muß. Bebel hatte im Frühjahr 1866 als 26jähriger Drechflerklein- mcister die Tochter eines Leipziger Bahnarbeiters gcheiratet. Bald darauf kam das einzige Kind, ein Töchterchen, das den Namen Frieda erhielt. Es waren harte Kampfzeiten, aber Frau Julie war die tapferste Gefährtin, die beste Mutter; sie hielt auch den kleinen Laden im Hof der Petersstraße 18 in Leipzig aufrecht, wäh- rend der Mann für die Sache des Sozialismus kämpfte und opferte. „Eine liebevollere, hingehendere, allezeit opferbereitere Frau", schreibt Bebel in seinen Lebenserinnerungen,„hätte ich nicht finden können. Leistete ich, was ich geleistet habe, so war dies in erster Linie nur durch ihre unermüdliche Pflege und Hilfsbereitschaft möglich." Die Zeit der jungen Ehe war für Bebel auch die Zeit der schlimmsten Verfolgungen. Von den ersten acht Wechnachtsfesten seit der Geburt seines Kindes hat er nicht weniger als fünf im Ge- fängnis erlebt. Da schrieb er dann manche Briefe der Sehnsucht an Frau und Kind, Briese, durch die immer wieder die Sorge zittert um die Gesundheit der Kleinen.„Nimm dich in acht!"„Erkälte dich nicht!" Das ist der ständige Kehrreim in allen Briefen an das „liebe, herzige Friedchen". Begreifliche Sorge! Waren twch Bebels Eltern an Schwindsucht gestorben und er selber ein Todeskandidat. Daß der Ausenthalt in der Festung Hnberwsburg für ihn zur Rettung wurde, hat er selber oft geschildert. Bebels Briefe an sein Kind sind noch erhallen. Zwei der schönsten, datiert aus der Festung Hubertusburg und aus der„Oster- burz" in Zwickau, die uns von der Adressatin in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt wurden, feien wiedergegeben. ?. 5t. *• i. Hubertusburg, den 23. November 1873. Mein liebes herziges Frisdchen. Ich habe heute morgen auch zu meiner großen Freude ein wunderhübsches Briefchen von Dir bekommen, worin Du mir schreibst, wie sehr Du Dich über meinen letzten Brief an Dich und die Zucker- düte des Niclas gefreut, und mir ankündigst, daß Du nächsten Sonn» tag wieder mit der guten Mama herkommst. Darauf freue ich mü sehr und will wünschen, daß Du jetzt bei dem schlechten Wetter Di ***> J******** et st*****/ „StSiAyi- At—"p/ hiichch in acht nimmst, damit Du Dich nicht crkällest und dann nächsten Sonntag nicht kommen könntest Leb recht wohl, mein gutes Kind und sei aus das herzlichste gegrüßt und geküßt von Deinem guten Papa. II. Zwickau, den 27. März 1873. Mein liebes herziges Friedchen! Ich habe Dir recht lange kein Briefchen geschrieben, dafür er« hältst Du aber hems auch das letzte von hier aus. In wenig Tagen werde ich wieder bei Euch fem und dann wollen wir uns für die lange Trennung schadlos hallen. Sicher wirst Du mich auf dein Bohnhoi abholen, ich freue mich sehr daraus und bin neugierig, ob Du recht groß geworden bist, dann es ist nun schon lange her, daß ich Dich nicht mehr gesehen höbe. Auch hast Du mir sicher viel zu erzählen und noch mehr zu zeigen, , xV--«Op X/ -- � S" A- tj•* xÄ. ,A-W.i �$1 tr � fK-■«***■ � y....I'.x A- �-• x' F..»-■' e* /■»-v A' �. n-i-j/? ih? J Jyf•hl*rTß*yf■ J; Xv' Vx— � S>t~m A— frytC*, x/x-V f'"" ytf'jfA* Sy-.•— l&YyA- x 1******•izi-s $1*� J.**4 •*** A.-V— � ai-/ A—, -py*■"'» a. vrfA/ x*v-.■�K»yx- xXx Ar �X'—y?, JZpS .xxx>� frsS f-r- A+yt*. iC-A~Si. xxx- x s*r~ den» ich habe ja von den'schonen Sachen, die Du während meiner Abwesenheit bekommen hast, noch gar nichts gesehen. Wie wird's denn mit dem Osterhasen? Wird er Dir viel Eier bringen? Ich glaube kaum, das Wetter ist so schlecht, auch hat er es gerne ein bißchen grün; er wird jedenfalls in acht Tage», wo ich wieder bei Euch bin und das Wetter hübscher ist. sich wohl noch ein- mal einfinden, und �war in unserem Garten. Da wollen wir suchen, ihm Salz auf den Schwanz zu streuen, damit wir ihn sangen können. Grüße mir die Tante und den Onkel Breuer recht schön und sage ihnen, ich würde sie wobl erst den Frcitagmorgen sehen, wo Du mit mir kämst, well ich erst Donnerstagnachmittag spät zurückkehrte. Und nun leb recht wohl, also auf recht baldiges Wiedersehen. Recht herzlich grüßt und küßt Dich Dein Dich lieb habender Papa. Trade E. Schulst: A«! Cr/IC dVäffftetll CO II WSA. Zum'200.Qeburl8tog ton George IVafhinglon Der amerikanische Journalist Edgar Anselm Mowrcr schreibt in frfnem Buch„Amerika, Vorbild und Warnung" von Mount Dcrnon, dos zwar nicht die Geburtsstätte, aber doch die eigentliche räumliche und geistige Heimat George Washingtons bedeutet: Haus und Boden, mit der dazugehörigen Einrichtung, alles aus einem Guß. zu gleicher «iit einfach und wohlhabend, repräsentierte etwas, was die Der- einigten Staaten seitdem nie wieder hervorbringen konnten. Mount Bernon war nach Amerika verpflanztes Europa, genau ja, wie Syrakus auch in Italien ein Stück Griechenland blieb. Mount Bernon war verkörperte Kultur, was beweist, daß die ersten Siedler kullioierte Europäer waren." Aus diesem„nach Amerika verpflanzten Europa" ging der Mann hervor, der bei der Geburt der„neuen Well", der Bereinigten Staaten von Amerika, eine entscheidend« Rolle fpielle: George ?Lashington. Als er am 22. Februar 1732 in Bridges Creek im Staate Lirginia geboren wurde, war Amerika englandtreues Kolonialland. Zwei Brüder Washington waren 1627 dahin aus- gewandert. Sie brachten etwas Bennögen mit und siedelten sich in Virginia an, das damals vielen adligen Engländern, denen aus irgendeinem Grunde der Boden des Mutterlandes unbchaglich ge- worden war, als Zufluchtsstätte diente. Die innere Bindung an die Heimat ging so weit, daß man nicht nur treu den Stil ihrer Lebens- Haltung wahrte, sondern auch die Kinder nach England zur Schul« schickte. Auch Georg« Washingtons Vater hat dort seine Schulbildung erhallen. George selber nicht; vielleicht, weil der wachsende Wohl- stand der Familie und die oerbesserten L i ldu ngsmö glich! ecken im Kolonialland das nicht mehr notwendig erscheinen ließen. Aber englische Sitte wurde auch für ihn selbstverständlicher Maßstab der Kultur, und als er 1722 als Major in die virginijche Miliz eintritt. tut er es nicht nur, um unmittelbare Interessen seines amerikanischen Staates gegen die französischen Siedler und die mll ihnen ver- bündeten Indianer zu verteidigen, sondern als treuer Sohn seiner unbekannten englischen Heimat. Der junge, wohlhabende Guts- bositzer, denn das ist Washington berells in diesem Aller, hat mit dem militärischen Rang keinesfalls nur-ine dekorative und ganz einträgliche Würde übernommen. Die Kämpfe, die in jener Zeit nie zur Ruhe kamen, waren alles andere als romanttsche Abenteuer. Nicht nur die Indianer skalpierten Gefangene. Verwundete und Tote; auch die weißen Soldaten verfuhren oft nicht anders. Zeitweise wurde» für einen Indianer- oder Franzosenskalp von den Pro- oinzialregierungen bis zu 50 englische Pfund gezahlt.— Bis zu seiner Heirat im Jahre 1729 bleibt Washington im Kolaniall,eer. Er macht sich einen Namen als Soldat; doch bleibt ihm die Anerkennung vom 'Mutterland«, das britische Offizierspatent, versogt. Washington ist „nur" Kolonialossizier. Hier spricht sich in dem Unterlassen einer anscheinend bedeutungs- losen Gest« die Verkennung aus. die die Bewohner der Kolonial» iiaaten von England erfuhren: die wohlhabenden, zum Tell� sogar sehr begüterten, Heimattreuen Kolonisten wurden von dieser Heimat als Staatsbürger zweiten Ranges behandelt. Washington wurde rächt aus Kränkung über die persönlich« Zurücksetzung ein Gegner Englands. Er wurde es, well der historische Augenblick ihn in diese Rolle zwang. Der Freiheitskrieg gegen England war in feinen An- sängen durchaus nicht Kampf für ein unabhängiges Amerika. Rur für die Rechte der in Amerika ansässigen englischen Staatsbürger setzte er sich ein, die von der Krone uiü» dem englischen Parlament sehr willkürlich beiseite geschoben wurden..Durch hohe Verbrauchs- steuern und eine unsinnige Beschränkung der Schiffahrt, die'Amerika auferlegt wurden, wollte England seine Finanzen sanieren. Die Amerikaner boykottierten daraufhin die aus England importierten Waren, und im Dezember 1773 versenkten juttge Leute aus guten Vürgerkreisen«in Schiff, das mll einer Ladung Tee im Bostoner Hafen lag. Im September 1774 auf einem Kongreß, zu dem alle dreizehn Staaten Abgesandte beordert haben, fällt zum erstenmal offiziell das Wort„'Amerika":„Wir sind keine Birginier,'New- Norker, Neu-Engländcr, Pennsylvanicr mehr, wir sind nur noch Amerikaner." Es stand noch kein„Volk" hinter diesem Wort und nur eine sehr vage Idee. Bon denen, die sich am Kampf gegen England beteiligten, glaubten viele für ein unabhängigeres Koloniallaiad, aber nicht für ein unabhängiges Amerika zu fechten. Die in dein weiten, unbekannten Hinterland verstreuten Siedler hatten an der ganzen Bewegung nur recht begrenztes Interesse— oder gar teins. Aber Washington, der 1772 an einen. Freund nach England schreibt:„Kann ein tugeickchaster Mann in seiner Entscheidung zögern?" hat sich bereits entschieden von England gewandt. Er fühlt als Amerikaner. Das ist das Ziel, um dessenwillen er jetzt den Oberbefehl der Armee übernimmt, ohne(Schall, nur gegen Ersatz seiner Auslagen: ein freies Land. 1776 wird die Unabhängigkeit bereits proklamiert, doch bis 1783 geht der Krieg mit England, der oft in kleinen, sinnlos die Truppen aufreibenden Scharmützeln, nie in einer großen Schlacht geführt wird. Dann ist Washington wieder Gutsherr aus Mount Dcrnon, Herr über Hunderte von Sklaven, tüchtiger Haus- häller, sparsam und freigebig zugleich. Im Sommer 1787 beraten die Vertreter der Staaten die Verfassung; Washington führt den Vor- sitz, ohne wohl entscheidend in die Beratungen einzugreifen. Er kennt seine Grenzen. Deshalb übernimmt er auch nicht ohne Zögern die Bürde, die man ihm antragt: die Präsidentschaft Er ist 27 Ähre als, als er als erster Präsideitt an die Spitze des neuen Landes tritt. Er Handell wieder, wie er es immer tat: überlegend, den eigenen Horizont von Boraussetzungen und Vorurteilen möglichst wenig be- engend. Er versucht weniger vorausschauend die Zeit als Ganzes, sondern die Stunde zu verstehen. Das machte Washingtons Größe aus, daß er ehrgeizig werde» konme für eine Sache, aber daß er ohne persönlichen Ehrgeiz war. Er hat feinen Platz darum immer wir- kungsvoll ausgefüllt, well er nie versuchte, zugunsten der eigenen Persönlichkeit andere, die dem Werk dienen konnten, in den Schatten zu drängen. Er war im Grunde der zurückhaltende, konservative Engländer, der sich schwer von Traditionen löste und der zum Bei- spiel, obwohl er in seinem Testament seine Sklaven, denen er kein schlechter Herr gewesen war, frei gab, doch seine entscheidende Stimme zugunsten der Aushebuipz der Sklaverei versagte. Wer er ist auch schon der Typ des amerikanischen Bürgers: unternehmend, der repräsentativen Wrrtung nicht abhold, und, aus dies«,, Eigenschaften heraus, besahigt, Massenbegeisterung auszulösen. George Washington, der zweimal hintereinander zum Präsidenten gewählt wurde, war während der Zeit seiner Präsidentschaft durchaus kein populärer Mann. Dazu war er zu abwägend, man könnte fast sagen: zu recht- lich Trotzdem erkannte man, daß er allein imstande war, die aus ihre Gegensätzen zu England zum amerikanischen Staat zusammengeflossenen Kolonialstaaten zus a mnw nznh alten; denn er verkörperte für viele, vor allem auch für das Ausland, die Idee de» unob- hängigen?lmerika-, und in seinen, kampsreichen Leben hatte er die diplomatischen Fähigkeiten erworben, die notwendig waren, um alle kleinlichen Interessenkämpfe hintanz nhalteii, die den Bestand des jungen Staates bedrohten. Aber diese Unpopularitat erstreckte sich nur über die Zeit seiner Präsidentschaft, über die Zeit, in der Washington eigentlich seine besten Quallloten offenbart: eben darum wird er vielen unbequem. Doch als er am 18. Dezember 1799 stirbt, betrauert die Well einen Bolkshelden Walter Reinlgzrdt schreibt in seiner Washington-Biographie(Sozietatsverlag Frankfurt a. M.)— auf dic sich dieser Ueberblick teilweise stützt— über Washingtons Tod: „Trauerseiern in sechzehn Staaten, in allen Städten, vom großen Phtladelphia und New Aork und Boston bis zu den, kleinen, jungen Stadtkind im District oi Columbia, das„Washington" heißt und in, nächsten Jahr die Hauptstadt des Landes werden wird. Im fernen England läßt ein Admiral der königlichen Flotte, Lord Bridport. seine Schisse halbmast flaggen. So ehrt ihn der einstige Feind. Und ein neuer großer Mann in Frankreich Bona- parte. Erster Konsul, ordnet an, daß für zehn Tage Trauerflore an allen Standarten und Fahnen der Republik angebracht werden sollen. So ehrt ihn das Land, das vor anderthalb Jahren heinahe der Feind geworden wäre. Eine Resolution des Abgeordnetenhauses zu Philadelphia, ppn John Marha eingebracht, nennt ihn„den Ersten im Kriege, den Ersten im Frieden, den Ersten im Herzen seiner Landslente. Der Präsideitt der Bereinigten Staaten von Amerika aber, John Adams, sagt in einer'Adresse an den Senat: „Sein Vorbild ist setzt vollendet Es wird die Beamten, die Bürger, alle Menschen Weisheit und Tugend lehren, nicht nur in diesem Zellaller, sondern auch in kommenden Generationen, solange die Geschichte unserer Tage gelesen wird." Getreue Untertauen. Im Münchener Hosbrau saßen ei» llllünchener und ein Berliner beim Bier Es war in den glückliä)«» Jahren, da Wilhelm II. Preußen und Deutschland noch herrlichen Zeiten entgegenführtc. Der Eerstensast hatte in den beiden trink- festen Männern den Partikularpotriotismus so gesteigert, daß sie über die Frage, ob Bayern oder Preußen der vorbildlichere Staat set. in heftigsten Streit gerieten Als der Berliner seine sachlichen Argumente, wie preußischen Schneid und Disziplin, erschöpst hatte. wüßt««r sich nicht mehr anders zu Helsen, als dem Münchencr seinen letzten Trumpf hinzuwerfen:„Ihr Bayern müßt man janz stille sein: Euer König Otto is ja jeisteskrank!" Der Bayer nahm einen tiefen Schluck aus seinem Maßkrug und sagte mit boshaftem Augen- zwinkern' ,Js fcho recht Abo mir ham unfern Kini«i'gejchperrt. Oes großmaulete Preiß'n, ös g'schwollkopfete, ös laßt's den cungen oha frei umanand laffo!" veffu: 3)as leb �ier Der Weihnachtsabend neigte sich zu End«, als Katja chr schönstes Geschenk erhielt: einen großen wolligen Hammel. Weich und mollig fühlte er sich an, hatte eine längliche sanfte Schnauze mit menschlich blickenden Augen und roch säuerlich nach Wolle. Zog man seinen Kops nieder, so blökte er schmeichelnd und inständig: bäh, b— äh. Der Hammel machte tiefen Eindruck aus Katja, sowohl durch sein Aussehen und seine Stimme, als auch wegen des Geruches und vollends der Stimme. „Er ist doch nicht etwa lebendig?� fragte sie die Mutter. Aber die Mutter hatte schon lange kein« Zeit mehr, auf Katjas Fragen zu antworten. Katja seufzte und ging ins Speisezimmer, um dem! Hammel Milch zu geben. Sie tauchte einfach sein Maul in den Milchtopf, so daß es bis an die Augen naß wurde. Einer der Weih- nachtsgäste sah es:„Ei, ei, was treibst du da? Ein unlebendiges Tier bekommt doch keine wirkliche Milch zu trinken.� Sie fuhr mit der leeren Tasse durch die Luft und setzte sie dann an das Maul des Hammels. „So mußt du es machen!" Das Kind fragt: „Warum bekommt denn die Katze wirkliche Milch?" „Das fft einmal so!" Oer Wollhammel hatte sein Plätzchen hinter dem Kleiderkasten. Katja liebte ihn und dank dieser Liebe wurde er täglich schmieriger und zerzauster und immer schwächer wurde sein schmeichelndes Bäh. Und weil er so schmutzig geworden war, erlaubte Mutter nicht, daß er noch bei Tische saß. Die Nahrung des Wollhammels bestand in Bleistiften, allen Seidenbändchen und was sonst gerade zur Hand war. Sanft und liebevoll blickte er Katja an, widersprach nie und verstand alles. Als Katja einmal mutwillig tobke, machte«r mit. Zwar hatte er den Kopf seitlich gewandt, aber sie konnte es gut sehen, wie er lachte. Als ihm aber Katja ein Tuch um den Kopf gebunden hotte, war er so jämmerlich krank, daß sie heimlich Tränen vergoß. Die Nacht war oft furchtbar. Durch das ganze Haus lief Un- ruhe und Gepiepse und weckte Katja. „St! Schlaf nur," hieß es dann,„die Rallen laufen durchs Haus, wenn du nicht schläfst, beißen sie dir die Nase ab." Schleunigst zog Katja die Decke über den Kopf, dachte an chren .Hammel, fühlte das unlebendig« liebe Tier sich nahe und schlief be- ruh igt ein. Eines Morgens schaute Katja mit ihrem Hammel durchs Fenster. Da lief plötzlich etwas Braunes mit eiligen Füßen über den Hof, etwas, das aussah wie ein gerupfter Kater, nur war das Schwänz- chen viel länger. „Welch ein abscheulicher Kater!" rief Kaifa. „Das ist kein Kater, das ist eine Rolle! Die ist aber mächtig groß, die macht jedem Kater den Garaus." Bor Schreck und Widerwillen sank Katja das Herz ein. Di« Rolle schlich sich, den Leib vorwärts schiebend, zur nächsten Scheuer und verschwand hinter dem Laden der Kellerluke. Die Köchin aber erzählle, die Ratten hüllen sich so oermehrt, daß man gewärtig sein könnte, bei lebendigem Leibe von ihnen gefressen zu werden. Den großen Koffer in der Vorratskammer hatten sie an allen Ecken an- genagt. Frech waren die. Da faß so eine Ratte, wie sie die Speise- kammertür öffnete, und ließ sich nicht stören. „Hätschelst du noch inmier deinen Hammel?" sagte jemand zu Katja.„Es ist Zeit, daß er auf den Müll kommt. Da baumelt schon ein Bein und die Wolle ist ausgerupft. Mit dem ist's bald aus, wenn erst die Holzwolle herausquillt. S'ist eben ein unlebendiges Tier." „Das ist kein gewöhnlicher Hammel." sagte Katja.„Er kann blöken." Und Katja oerkroch sich mll dem Hammel hinter die Kleider- liste und grämte sich. Ihr Hammel wird also nicht lange leben. Cr wird sterben. Wenn erst die Holzwolle hervorkommt, wird es aus sein mit ihm Ach, wenn er nur ein wenig essen könnte? Sie hotte ein Stückchen Zucker und hiell es ihm dicht unters Maul. Dabei wandte sie den Kopf ab. Sie wartete, wandte sich ihm wieder zu— der Zucker war unberührt. Ich will ein Stückchen abbeißen, vielleicht getraut er sich dann eher. Sie biß hinein, hiell dem Hammel wieder den Zucker hin, wandte sich ab und wartete. Wieder blieb der Zucker unberührt. „Kannst du nicht? Nein du bist nicht lebendig, du kannst nicht." Und der Wollhammel, das leblose Tier, antwortete mit seinem ganzen sanften und traurigen Gesicht: „Ich kann nicht, ich bin ein lebloses Tier, ich kann nicht!" „Nun ruf mich doch mal von selbst— sag B— äh... bäh. Kannst du es wirklich nicht? Nein, du kannst es nicht." Und das Mitleid mit dem armen leblosen Tier erfüllte Katjas Äinderfeele mit süßer Wehmut. Auf einem tränengetränkten Kissen entschlief sie in die Nacht. Da ging sie plötzlich über einen grasbewachsenen Pfad und neben ihr lief der Wollhammel, rupfte Gras und rief ganz von selbst— Bäh, bäh und lacht« dazu. Oh, der war gesund und kräfllg. der überlebte noch jeden. „Deine Lehrerin ist gekommen." hieß es am nächsten Morgen. Die Lehrerin klapperte mit den Absätzen und reichte Katja die Hand. Sie ließ ihre Augen durch das Kinderzimmer scbweifen und sagte: „Weg mit all dem Spielzeug, mll all diesen Eseln und Hammeln. Das Kind soll sse nicht mehr setzen! Spielzeug muß methodisch ge- wählt werden, sonst verdirbt die Phantasie. Komm mal her, Katja." S-e holte einen Ball aus der Tasche, der an einer Gunnnischnur hing. Mit der Zunge schnalzend begann sie den Ball zu drehen und sagte dazu: „Auf und nieder, Bällchen spring, Hierher, dorthin, aufwärts abwärts, geradeaus." „Wiederbol mal, Katja. Auf und nieder... ach, welch ein un- entwickeltes Kind." Katsa schwieg und lächelte kläglich, weil sse Lust halle zu weinen. Das Spielzeug wurde fortgetrogen, in der Tür blökte der Hammel. „Beobachte die Fläche dieses Balles, wag siebst du da? Du stehst, er ist zweifarbig. Die eine Seite ist blau, die andere weiß. Zeig mir die blau« Seite. Sucki dicb konzentrieren." Als die Lehrerin ging, sagt« sie::, Morgen flechten wir Körbchen." Den ganzen Abend zitterte Katja vor Erregung. Sie war nicht imslaWe zu essen. Immerfort mußte sie an den Hammel denken. Doch sie getraute stch nicht, nach ihm zu fragen. Ein lebloses Wesen hat's doch stbwer. dachte ste, nichts kann eS. Kann nicht enählen. nicht rufen! Sie aber hat gesaat: weg damit! Dieses schreckliche Wort erfüllte Katjas Seele mit Frost und Bangig- kell. Al? der Morgen dämmerte, erwachte Katja voll ungewohnter Angst und Sehnsucht. Ihr war. als hätte jemand sie gerufen. Sie setzte stch auf und horchte. B— ä— h. b— ä— äh. So kläglich, so inständig rief der Hammel. Von selbst rief plötzlich das leblose Tier. Katja sprang aus dem Bett«. Ein kaster Schauer über- rieselte sie. sie preßte die Hände fest an die Brust und lauschte. Wieder klang es B— Z—, h. b— 5— h. Es kam aus dem Korrtdor. also war es dort. Sie öffnete die Korridortür.!8— ä— h, b— ä— h. Nun kam es aus der Vorratskammer. Sie stürzte hin. Die Tür war nicht geschlossen, Dämmerung herrsche drin, doch man konnte schon alles erkennen. Kisten standen umyer, Bündel. B— ä— h! Am Fenster bewegte sich etwas Dunkles. Auch der Hammel war dort. Das Dunkle tat einen Sprung, packte den Hanunel beim Kopfe, zog ihn zu sich. B— ä— h! B— ä— h! Aber da zupften zwei andere den Hammel rechts und links, daß das Fell barst. Rallen! die Rallen sind es! besann sich Katja. Sie begann zu zittern, preßte die Fäuste fester gegen die Brust. Er aber hatte aui- gehört zu rufen. Er war nickst mehr. Lautlos schleppte eine fette Ratte graue Fetzen weicher Lappen durch den Raum, zerrte an der Holzwolle. Katja kroch ins Bell zurück, zog die Decke über den Kops upd weinte still vor sich hin. Sie fürchtete, jemand könnte erwachen, könnte spotten über das Sterben dieses leblosen Tieres. Sie hörte auf zu weinen. Zu einem Häufchen zusammengeballt lag sie still da. ganz still. Und still wird Katja weiter leben, ganz still, damit niemand irgend etwas erfährt. (Aus dem Russischen übertragen van Sascha Rosenthal.) Tier'iig%age begraben und noch lebend. Täglich weroen neue und oft wahnsinnige Rekord« aufgestellt Jedes Jahr werden die Rekorlmeister vom vergangenen Jahre wieder Überholl. Aber einen Rekord gibt es, der jetzt schon seit beinahe 1 Iahren einzig dasteht und noch nicht geschlagen wurde. Wir lesen darüber soigerdes in einer holländischen Zeitung: Im Jahre 1836 ließ der indische Fakir Sahdoe Har'das sich 46 Tag? lang in ein Grab einschlichen, um zu zeigen, welche Macht er mcr seine körperliche Ausoauer habe. Das Schauspiel fand stall am Hofe des damaligen Mahara- dschas von Poendsjab in Lahors. Bei der Beerdigung waren außer dem Maharadscha und seinem Gefolge noch eine Anzahl englischer und französischer Aerzte anwesend. Die Ohren und Nasenlöcher des Fakirs wurden mit Wachs dicht gemacht, dann wurde er in eine Holzkiste gelegt, und nachdem dieselbe verschlossen worden war. senkte man sie in eine Gruft unter dem Flur eines kleinen Garten» Hauses, das an allen Seiten mll dem Siegel des Maharadschas verschlossen wurde. Zuletzt wurden noch hohe Erdhaufen vor den Türen des Häuschens errichtet. Die Soldaten der Leibgarde hielten Tag und Nacht vor dem Gartenhause Wache; alle zwei Stunden wurden sie abgelöst. Nach 46 Togen kamen alle wieder zusammen, um den Fakir aus seinem Grabe zu befreien. Man fand all« Siegel unverletzt. Als die Kiste geöffnet wurde, lag der Fakir Varl», bleich uno eingeschrumpft. Seine Arme waren dünn und steif, sein Haupt wor auf die Brust gesunken. Die Aerzte konnten nur einen leichten Puls- und Herzschlag feststellen. Der Kopf war noch etwas warm. Nachdem man Sahvo« chKiridas in ein warmes Bad gesteckt und ihm etwas flüssig« Nahrung emgeflößt hall«, kam er wieder langsam zu sich; und nach einer Stunde war er wieder so well, daß er sich mll dem Maharadscha und den Aerzten langsam unterhalten konnte. Zw. Das Work„Bungalow", dem man so häufig begegnet, heißt eigentlich„Haus von Bengalien" und ist ein einstöckiges Gebäude, wie es bei den Eingeborenen von Bengalen jahrhundertelang in Gebrauch war. n Med Ül 1 M n M M Strumpfwaren 0,38 Für Damen: Echt ägyptisch Mako Doppelsohle...... Faur Künstl. Waschseide Bpitzhochferse, Doppelaohle, QC Danerstjampf............. PaarU/OO Reine Wolle dÄÄS. 0,85 Könstl. Waschseide SÄ �ualitäi. ein eleganter ötrassenstrompf. 1 4facbe Sohle and tene...... Paar I ,JlU Künstl. Waschseid©, mit reiner Welle, plattiert____ Paar 1,00 Feine künstl. Waschseide art« ...... Stück 0,73, 0,58 Spiteerhocbferse. Ballenscbatz, injno-«J rrem Gute Baumwolle dernen Frühiahislarben Paai Für Herren t ouie Daumwone rv qq schwär uud modeiarbig........ FaarV/��O Jacquardsocken n>kQ modernB Muster.......... Paai Flor mit Kunstseide plattiert, ä qc Doppelsohle geschraackv. Muster, PaarV//O0 Knickerbockerstrumpfe mit eingewirktem Gunum- Elastik- 1 ZC rand.......................... 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Die Schilderung der in jüngster Zeit aus den Gruben eingerissenen Mißstände und der furchtbaren Rot der Bergarbeitersamilien infolge der Arbeitslosigkeit und des Lohndrucks blieben nicht ohne Eindruck auf die Rcgicrungsvertrcter. Eine alsbaldige Uebcrprüfung und Beseitigung der Beschwcrdepunktc wurde zugesagt. Die Arbeit des Bergmanns wurde auf der jüngsten Reichs- konferenz des Bergbauindustriearbeitcroerbandes als„Quälerei und M e n sch c n s ch i n d e r c i" bezeichnet. Das ist keine Ueber- treibung. Der plötzlich wieder auch aus den Rechen der Christen hervorbrechende Ruf noch Soziolijierung des Bergbaus bat schon seine guten Gründe: Die Zustände aus den Zechen, vor allem im Ruhrgebiet, sind unerträglich geworden. Allein im Ruhrbergbau sind zurzeit 114 000 arbeitjucherzde Bergarbeiter: 219 000 sind noch beschäftigt. Da die Entlassungen nicht aufhören, wird man bald von einer Kürzung der Belegschaft aus die Hälfte des Standes vom Jahre 1930 sprechen können Da- bei ist zu beachten, daß die Zahl der arbeitsuchenden Bergarbeiter noch nicht einmal alle Erwerbslosen des Bergbaues erfaßt; denn sehr viele erwerbslose Bergarbeiter werden heute schou gar nicht mehr gezählt. Trotz dieser ungeheuren Arbeitslosigkeit nimmt die Kurz- arbeit nicht ab, sondern zu. Während im letzten Jahr im Ruhrbergbau pro Mann und Monat im Durchschnitt 3,11 Feier- schichten eingelegt wurden, betrug die Feierschschtenzahl im Januar sogar 4,02. DasSchlimmstc dabei ist, daß diese Feier- schichten keineswegs gleichmäßig verteilt werden, was sich eigentlich von selbst verstchen sollte. Es ist keine Sellenheit, daß Bergarbeiter auf einer Schachtanlag« 2S bis 30 Schichten vcr- fahren, während Arbeitskollegen der gleichen Schichtanlage nur mit 15 Schichten im Monat rechnen dürfen. Diese Ungerechtigkeiten sind eine Folge des auf zahlreichen Zechen eingerissenen Unsugs, während der Feierschichten die Wagen vollsctzen zu lassen, d. h. man bevorzugt bestimmte Gruppen der Belegschaft in den Beschäftigungs- und Verdienstmöglichkeiteu. Diese u n t c r sch i e d l i ch e Behandlung, bei der recht willkürlich verfahren wird, hat innerhalb der Berg- arbcitcrschost grenzenlose Erbitterung hervorgerufen. Das Lohnelelch der Bergarbeiter ist durch den wiederholten Abbau furchtbar drückend geworden. An der Ruhr sind die durchschnittlichen Cffektiolöhne bis Ende des vorigen Jahres um 14 Proz. gesunken. Dazu kam ab Januar abf Grund der Notverordnung eine weitere Senkung um 10 Proz An vielen Orten such die Monatsoerdienste der Bergarbeiter infolge der Feierschichten und des Lohnabbaues niedriger als die Bezüge der Wohlfahrtserwerbslosen. In vielen Bergarbeitersamilien herrscht bittere Not. Nirgends zeigt sich ein Hoffnungsstrahl. Die Vertreter der Bergarbeitergewerkschaften haben bei den Verhandlungen in Berlin mit schärfstem Nachdruck eine Aenderung dieser unhaltbaren Zustände gefordert. Sie vcr- langten vor allem: Beseitig u.ng des Vollsctzens von Förderwagen an den Tagen, an denen auf den Zechen wegen Absatz- mangel gefeiert wird, und Verkürzung der Arbeitszeit auf minde- stcns 40 Stunden oder Einführung des Krümpersystems, solange die 40stündige Arbeitswoche noch nicht durchgeführt ist. Weiter forderten die Bcrgarbeiteroertreter dringend eine Beseitigung der unbilligen Härten, die durch das lohnpolitische Unrecht in Berg- arbeiterkreisen geschaffen worden ist. Nur eine baldige durch- greifende Preissenkung, so betonten die Wortführer der Bergleute könne den Schaden wieder gutmachen, den die staatliche Lohnpolitik der letzten Zeit angerichtet hat. Die bisherige Preis- senkung stehe jedenfalls in keinem Verhältnis zu den Lohnsenkungen. Der ungeheure Druck der Krisennot muß gemildert und der willkürlichen Behandlung der Bergarbeiter durch die Zechenverwaltungen ein Eilde gemocht werden. Und zwar bald, denn lange kann es fo nicht mehr we'ter gehen! Lst der Arbeiier hastbar... wenn der Llnternehmer die Sozialbeitröge nicht abführt? Die Behandlung der Arbeiter als Steuerzahler und als Beitragszahler steht im schärfsten Gegensatz zur Behandlung der Unternehm-r. Der Arbeiter wird nicht gefragt, ob er Steuern zahlen kann, siiOwerden ihm vom Lohn abgezogen, ahne Rücksicht darauf, wie lange sein Arbeitsverhältnis währt. Hat er im Laufe des Jahres noch mehr an Lohn- bzw. Einkonimcnfteuer gezahlt, als er nach seiner ohnehin strengen Heranziehung zu zahlen verpflichtet ist, dann wird ihm der zuviel gezahlte Steuer- betrog nicht einmal mehr zurückerftattet. Man ver- gleiche damU die Behandlung der übrigen Steuerpflichtigen, der Unternehmer und der Agrarier. Der beschäftigte Arbeiter kann seine Beiträge zur Kranken- kasse, zur Allers- und Invalidenversicherung und zur Arbeitslosen- Versicherung nicht selber an die Lassen abführen, er muß sie sich gleich der Lohnsteuer vom Unternehmer a b z i e h e n l a s s e n. Ob der Unternehmer die Beitrüge pünktlich abführt oder erst damit „arbeitet" und sie schließlich gar für sich verbraucht, das kann der Arbeiter nicht kontrollieren, und es ist auch nicht seine Sache, sondern Sache der Behörden, die die Unternehmer mit der Einziehung der Beiträge betraut haben. Gegenwärtig mehren sich die Fälle, in denen Unternehmer die So- zialversicherungsbellräge monatelang nicht abführen. Erklären sie sich hinterher als zahlungsunfähig, dann sind sie eben zahlungsunfähig. Da die Untcrnehmcrprcssc un- ausgesetzt gegen die Sozialversicherung loszieht, ständig über soziale Lasten jammert und„Reformen" fordert, wird die Z a h l u n g s- Willigkeit in Unternehmcrkrcisen nicht gerade begünstigt. Wird der Arbeitnehmer arbeitslos, dann werden ihm für den Fall, daß keine Beiträge für ihn gezahlt wurden, trotzdem er »achweisen kann, daß er seinen Beitragsanteil gezahlt hat. allerlei Schwierigkeiten gemacht. Es gibt Arbeitsämter im Reich, die bei Unterverfichcrung des Arbeitnehmers oder bei Nicht- abführung der Beiträge durch den Unternehmer dem Arbeitslosen entweder eine geringere oder sogar die niedrigste Arbeilslajenunler- slützung zahlen Dieser Zustand ist unhaltbar. Manche-Arbeits- ämter verweisen in solchen Fällen den Arbeitslosen auf den Weg der Klage gegen den Unternehmer. Eine derartige Zumutung ist in jeder Beziehung unberechtigt, ganz abgesehen davon, daß der Arbeitslose nicht erst den Ausgang eines lang- wicrigen Prozesses abwarten kann, der von vornherein zweifelhaft ist, da von solchen Unternehmern, die die Beiträge v'cht ordnungsmäßig abführen, in den seltensten Fällen etwas zu holen ist. jzat der Arbeiter seine Beiträge an den Unternehmer Zwangs- läufig gezahlt, dann hat er seiner Verpflichtung genügt. Sachlage verschiedenen Arbeitsämtern immer noch nicht geläufig ist. llulernehmers irgendwie verantworlllch gemacht werden. Wenn kiese Sachlage verschiedenen Arbeitsämtern immer noch nicht geläufig ist. dann wird es h ö ch st e Z e i t. sie ihnen endlich klarzumachen. Wo aber und solange Arbeitsämter irgendwie versuchen, einen Arbeitslosen durch niedrigere Eingruppierung für Unterverfichcrung oder Nichtzahlung der Beiträge durch die Unternehmer zu benach- teiligen, muß in jedem Falle dagegen Einspruch eingelegt werden. Scharsmacherei im Buchdruckgewerbe. Oer Anschlag wird abgewehrt. In dem Konflikt in den Berliner Buchdruckereien, über den wir gestern im„Abend" berichteten, ist im Lause des Sonnabends, so- weit uns bekannt, keine Veränderung eingetreten. Die Lage ist nach wie vor außerordentlich gespannt. Am schärfsten ist der Kon- flikt in der Firma E l s n e r, wo es ungewiß ist, ob die Belegschaft am Montag die Arbeit aufnehmen wird. Die gesamte Belegschaft der Druckerei Elsner hat sich mit den fünf Mann solidarisch erklärt, die von der Firma gekündigt worden sind, weil sie sich geweigert haben, auf den übcrtariflichen Verdienst �u verzichten. Zur Bei- lcgiing des Konstitts bei der Firma-Elan« sollen am Montag Verl) a n d I u n g e n stottfindcil. Auch bei den übrigen Firmen, insbesondere bei Scherl, steht der Konflikt auf des Messers Schneide. Die Belegschaften sämtlicher Großdruckereicn, die durch die� Kündigung einzelner Arbeiter wegen der ablehnenden Haltung gegenüber den Abbauwünschen der Firmen- leitungen den Konflikt heraufbeschworen haben, sind fest entschlossen, dem Vorgehen der Unternehmer den schärfsten Widerstand entgegenzusetzen. Maschinisten und Heizer. Oer Verband trotz schwerer Belastung intakt. Der Verwaltungsbezirk Brandenburg(Sitz Berlin) des Zentral- Verbandes der Maschinisten und Heizer hiell am 14. Februar seine Generalversammlung ab. In seinem Geschäftsbericht vom vierten Quartal 1931 und dem Ueberblick über das Jahr 1931 führte Ge- nofse R e i n e f e l d aus, daß das verflossene Jahr das st ä r k st e Krisenjahr seit Menschengedenken sei. Zu Anfang des Jahres wurden alle Tarifverträge mit den, A b l a u f s d a t u m 1931 zum 31. März gekündigt. Die in den einzelnen Industrien und Betrieben vorgenommenen Lohn- kürzungen lagen im 1. Vierteljahr zwischen 7 und 10 Proz. Außerdem wurde für einzelne Werke und Industrien, um Enllassun- gen zu vermeiden, eine Verkürzung der Arbeitszeit ein- geführt. Die Bemühungen der Organisationen, die Tarifverträge langfristig laufen zu lassen, waren vergeblich. Die Verhandlungen, die in den meisten Fällen vor den Schlichtungsausschüssen geführt wurden, ergaben eine weitere Verkürzung der Lohn- s ü tz e; dazu kam die vierte Notoerordnung, die eine nochmalige Lohnkürzung um 10 resp. 15 Proz. mit sich brachte, so daß im all- gemeinen im Vorjahr eine Lohnkürzung von 20 bis 2 2 Proz. eingetreten ist. Die Zurückführung der Löhne auf den Stand vom 10. Januar 1927 geschah nur in wenigen Fällen, woraus sich ergibt, daß die Organisation von 1927 bis 1930 erfolgreich tätig war. Am schwersten wirkte sich die Notverordnmig bei den Betrieben der C l e k t r i- zitäts-. Gas- und Wasserwerke der Provinz Brandenburg aus, da hier erst am 1. Dezember 1931 durch Schiedsspruch eine Lohnkürzung von 6 Proz. herbeigeführt war und der Lohnvcrtrag bis zum 31. März 1932 Gültigkeit Halle. Auch die für die Maschinisten und Heizer im allgemeinen noch bestandenen außertariflichen Zulagen und Vergünstigungen sind so gut wie vollständig abgebaut worden. Die Arbeitslosenzahl stieg von 950 ün. Ansang des Jahres bis zu Ende des Jahres auf rund 1500 Die von der Organisation mll der Behörde und dem Dampskesselüberwochungsverein ringe- richtete bodenständige Hcizerschule hielt im Berichtsjahr zwei Kurse ab. Die bisherige Verwaltung wurde gegen sechs Stimmen b c- stätigt. Der gedruckt vorliegende Kassenbericht für 1931 wurde vom Genossen R u ck st u h l erläutert. Obwohl die Marken- Umsätze ungefähr die gleichen geblieben sind, sind doch die Einnahmen infolge des großen Umsatzes der Arbcitslosenmarkcn wesentlich zurückgegangen. Die Ausgaben für Erwerbslosen-, Kranken- und Jnvalidenunterstützung dagegen sind sehr stark gc- stiegen. Trotzdem war es dem Verwaltungsbezirk Brandenburg noch möglich, größere Barbeträge an die Houptkasse abzuführen. Die Steuer- und Zollbeamten fordern Anschluß an den Gesamwerband. Die Bczirksgruppe Berlin-Brandenburg des Reichsoerbandes der Steuer- und Zollbeamten Deutschlands beschloß in ihrer Bezirks- Versammlung am 12. Februar in Lhaverlands Festsälen ein- stimmig folgenden Antrag: In der Erkenntnis, daß das Schicksal des einzelnen abhängig ist vom Schicksal der Masse und demzufolge die Abwehr der zur Zeit bestehenden unsozialen Gehalls-,'Lohn- und Sozialpolitik sowie ein Aufstieg der Arbeiter, Angestellten und Beamten in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht imr in einer geschlossenen Front zu führen ist, wird dem am l. März 1932 in Berlin stattsindcndcn Verbands- tage des Reichsverbandes der Steuer- und Zollbeamten Deutschlands aufgegeben, den Anschluß an den Gesamtverband der Arbeilnchmer der öfsenllichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs zu vollziehen. Dem Willen Ausdruck gebend, daß die frcigewcrkschost- lich organisierten Steuer- und Zollbeamten Berlins, die, durch die verfehlte kapitalistische Wirtschastsord- nung unverschuldet in Not und Elend geratenen Volksgenossen mit aller Kraft unterstützen wollen, faßte die Bezirksversammlung eben- falls einstimmig eine Entschließung, die an den Allge- meinen Deutschen Bcamtenbund das dringende Ersuchen richtet, im Verein mll dem ADGB. und dem Afa-Bund mit aller verfügbaren Kraft die Einstellung der erwerbslosen Volksgenossen tn den Pro- duktionsprozeß durch ein großzügiges A r b e i t s b e s ch a s f u n g s- Programm zu fördern. Die versammelten Beamten si: � sich bewußt, daß ihre wirtschaftliche Lage mit denen der übrigen«.rbeit- nehmenden Bevölkcrungsschichten innig verknüpft ist und nur eine Besserung der eigenen Lage durch Behebung der Erwerbslosigkeit und Hebung der Kaufkraft zu erzielen ist. Ersahkassen als Arbeitgeber. Wir haben uns schon wiederholt mit den Arbeitsverhältnissen der Angestellten bei Ersatzkassen beschäftigen müssen. Jetzt werden neue Klagen geführt über Mißverhältnisse bei der Kauf- männischen K r a n ke-n k a sse zu Halle, die in-Berlin, Neue Roßstraße, eine größere Verwaltungsstelle unterhält. Trotz daher stellten der Kasse legt scheinbar großen Wert darauf, sich im einzelnen um die Angelegenheiten der Angestellten zu künunern, was fast einer Bespitzelung gleichkommt. Unter anderem wird jedem Angestellten eingeschärft, über die Höhe seines Gehaltes seinen Kollegen gegen- über zu schweigen. Wir sind der Weinung, daß solche bedauerlichen Zustände bei sogenannten sozialen Unternehmungen nur durch öffentliche Preis- gäbe abgestellt werden können. Parteigenossen und Freigewerk- jchastler, die der Kasse als Mitglied angehören, sollten es sich tat- sächlich überlegen, ob sie unter den geschilderten Umständen ihre Mitgliedschaft noch weiter aufrechterhalten. -10 Lahre Hauptbetriebsrai. Ln der Reichsfinanzverwaltung. Im Reichsfinanzministerium war am Sonnabendnachmittag eine Festsitzung des Hauptbetriebsrats. Die Veranlassung dazu war das zehnjährige Bestehen des H a u p t b c tr i e b s r ats im Finanzministerium. 3ln der Festsitzung nahm neben Vertretern der gewerkschaftlichen Organisationen auch der Reichsfinanzminister Dietrich mit seinem ganzen Stab von Ministerialräten und Re- gierungsräten teil. Der Vorsitzende des Betriebsrats betonte in seinem Rückblick auf die letzten zehn Jahre, daß das Einoernehmen zwischen Ministerium und Betriebsrat im allgemeinen ein gutes gewesen sei und viel zum Ausgleich der Differenzen beigetragen habe. Der Rcuhssinanz- minister unterstrich in seiner Antwort die Tatsache daß der Haupt- betriebsrat ein« bedeutsame Einrichtung der iiachkricgszeitlichen sozialen und arbeitsrechtlichen Politik darstelle. Er versprach auch für die Zukunft gutes Einvernehmen. Im Auftrag der freien Arbeiter- mild Angestelltengewerkschafteii nahm Stctter vom Gesamtverband das Wort. Die Rachsregic- rung, betonte Stetter, müsse nun cndtich erkennen, daß in der Be- lastung der Arbeitnchmerschaft nunmehr die äußerste Grenze erreicht fei. Die Regierung müsse mit einem neuen Vorstoß auf Preis- fentung hinarbeiten. Der Deutsche Tabakarbeilerverband hält seinen 21. Berbondstog als I u b i l ä u m s v c r b a n d sta g am 21. November in Bremen ab. Fünfzig Jahre sind- dann versloffeii, seitdem der Reiscunter- stütziingsverein der Tabatarbciter, der Vorläufer der Organisation — unter dem Ausnahmegesetz— ins Leben gerufen wurde. inlmhpm Oer Nergarveiierstreik in Polen. Im Oombrowaer und Krakauer Revier. Saklowih, 2». Februar. Die Streiklage ist unverändert. Sämtliche Gruben befinden sich weiter im Streik. Aus den Schächten Niwka und Klimontow batte man Belegschaftsversammlungen einberufen, an denen sich die Vertreter der Berufsoerbände bcteiltgten, um den Arbeitern über den Verlauf des Streiks Bericht zu erstatten. Die Polizei griff jedoch ein.(!) Da die Menge nicht auseinander ging machten die Beamten von ihren Karabinern und Gummiknüppeln Gebrauch. Im Verlauf der„Säuberungsa'tion" wurden einige Arbeiter verletzt. Vom Kohlengrubenlegen. 1800 Arbeiter und 6t) Angestellte brotlos. Die Charlottegrube bei Rybnik. auf der Koskohle gefördert wird, hat unter der fast völligen Stockung des Exports dieser Kohlcnart so zu leiden, daß die Rybniker Steinkohlengewerk- schaft sich entschlossen hat. die Grube stillzulegen. Die Stillegung soll am 7. März erfolgen. In Betrieb soll allein die elektrische Zentrale bleiben, bei der ungefähr 200 Leute beschäftigt sind. Bon der Stillegung werden 1800Mann undbOBeamte betroffen. Der Zenlralverband der Angestellten veranstaltet am Sonn- abend, dem 27. Februar, in den Festsälen des Zoologischen Gartens ein Winterfest zugunsten der Erwerbslosennoihilsekasse. Eintritts- karten zu 3 Mark sind in beschränkter Anzahl lediglich im Verbands- baus, Berlin SW 48, Hedemannstrahe 12, zu haben.— Kein Kassenverkauf. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste arbeitsrechtlich« Informationsabcnd fiir Betriebsräte ist am Dienstag, deni 23. Februar, 19 Uhr. im Saal 3 bzw. Saal S de» Berliner IZ SPD.-Zralti»» der erwerbslose» graphischen Hilfsarbeiter. Man. M I j tag, 12. Februar, 12 14 Uhr, bei Laudahn, Lutsenufer, Versammlung. i| mit Notverordnung.� Genosse � jfoftreU Gewerkschafts-IugenS Berlin 1 Heute, Sonntag, finden folgende Veranstaltungen statt: Rardosttreis! Hohelied..... Tressen S Uhr Geländehaus. Wirtschastswescn und ÄSirtschaftswerden.— Ost- irei«! 19 Uhr Jugendheim Gunterstr. it. Lustiges von W. Busch.— Westlrei»: Charlottenburg, Epreestr. 39(Jugendheim). Heiteres von M. Sohn.— Kreis vberlpre«! IS Uhr Jugendheim Köpenick. Grünauer Str. 5. Heiterer Abend. — Mädcheakursu«! Die Frau im neuen Deutschland. 19 Uhr Gewerlschaftshaus, Cngeluscr 24—2.,, Saal III.— Jugeadgruvp« de»»esamtverbaades, Fach- gruppc Gärtnerei und Binderet. Fahrt nach Strausberg— Tiefensee. Tressen 7' j Uhr Schlestscher Bahnhof.— Morgen, Montag, 22. Februar, gufammenlunst der Äefercnte», l. Gruppenleiter, Kreisleiter und der Beiräte für gewerkschaftliche Jugcndfragcn um 20 Uhr im Gcwerkschaftshaus, öitzungssaal des Buch. bindervcrbandcs, Engelufcr 24— 2Z. Die Jugcni in der gegenwärtigen Situation. �ugenvqruppe des Zentralverbanves der Anaestellten Heut« finden in folgenden Heimen die Eonntagsveranstaltungeu statt: ' Iuaenddetm Wallstraße in Charlottenburg, ab lv Uhr; Jugendheim Willdenowstr.», ab 18 Uhr: Jugendheim Bergstr. 2S in Neukölln, ab IS Uhr; � Jugendheim Rastenburger ött. 16, ab 18 Uhr.— Morgen, Montag, finden folgende Beranftaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Seestraßo. Vortrag mit Echallplaten: Arbeiterdichtungen— Ärbeitermustk. Referent: Herl- brunn.— Gesuudbrunae»: Jugendheim Pank- Ecke Wiesenstraße �weltliche iustorlusstr. 24. Wir lesen mit verteilten Rollen:.Die Journalisten.— Brik: otädtisckies Jugendheim(Rathaus). Diskussionsabend: Tagespolitifche Rund- schau. Leiter: Löwi.— Urban: Jugendheim Hobrecht- Ecke Sanderstraße. Spielabend.— Die Singestunde am 28. Februar findet nicht im Altersheim Danziger Str. 02, sondern im Jugendheim Lehrter Str. 18—19, statt. Aus der Partei. Geistige Fundamente. Im Februarhsft bor„Sozialistischen Bildung" unireißt R. Wei- mann in seinem Artikel„Eiserne Front und Bildungs- arbeit" die wichtigsten Ausgaben, die sich für die sozialistische � Eise~' Vildungsarbcit aus Schaffuna der Eisernen Front ergeben. Das Gebot der Stunde sei die geistige Untermaucrung der großen spontanen Bewegung, die jetzt eingesetzt hat, und die Ausnutzung aller Möglichkeiten, um dicscr Bewegung einen starken ideellen Schwung zu verleihen.— Im gleichen Heft wird eine Reche von Beiträgen veröffentlicht, die dieser Aufgabe gerecht zu werden suchen. R. H i l s c r d i n g schildert in seiner gedankenreichen Abhandlung über„Sozialismus und Eigentum" die Wandlungen, die sich in der jetzigen Wirtschaftskrise auf dem Gebiet« des öffentlichen Rechts vollziehen und die Aufgaben, die sich hieraus für den So-> zialtsmus ergeben.— W. Schwarz liefert in seiner Vortrags- dispositton„Probleme der Abrüstungskonferenz" wichtiges Material zur Behandlung der Abrüstungsfrage in Vorträgen und Kursen.— !). Johannesson bringt Vorschlage zur Ausgestaltung der Maifeier, ebenso geben K Schröder und H. Reichenbach Material für Goethe- Feiern.— Die Beilage„Sozialistische Crziehungs- arbeit", die vollständig der Frage der Vorbereitung der Sommer- arbeit gewidmet ist, enthält zahlreiche praktische Anregungen für die Funktionäre der sozialistischen Erziehungsbewegung. Eifern® Front! Unsere nächsten Veranstaltungen Sonntag, den 21. Februar: Kausangestellie: 18 Uhr bei Will, Schöneberg, Martin-Luther- Straße 69. Redner: Luise Kähler, MdL Graphisches Kartell: Vormittags 9'A Uhr im großen Saal der Kammersäle, Teltower Straße 1/4. Redner: Friti Tamow, Mitglied des Reichswirtschaftsrats, Vorsitzender des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes. Städtische Güter Buch, Hobrechtskelde, Blankenfelde, Schöner- linde.(Rieselwärter, Gutsarbeiter): Vormittags 10 Uhr im Lokal Piatrowski in Buch. Redner: Georg Klaußner, MdL Hontag, den 22. Februar: Städtische Güter Großbeeren, Kleinbeeren, Osdorf, Sputendorf Rieselwärter und Gutsarbeiter): 18 Uhr, Lokal Ebert, Großbeeren, Berliner Straße. Redner: Georg Klaußner, MdL Sattler-, Tapezierer-Betriebsräte: 17% Uhr, Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Redner: Karl DresseL Dienstag, den 23. Februar: Städtische Güter Falkenberg, Wartenberg, Mahlow, Hellersdorf(Riesefwärter und Outsarbeifer): 18 Uhr, Lokal Meier, Falkenberg bei Berlin. Redner: Georg Klaußner, MdL Aschinger-Konzem: 17 Uhr im Hackeschen Hof, Parterre-Saal, Rosenthaler Straße 40/41. Redner: Karl Dresse). Mittwoch, den 24. Februar: Angestellte und Handelsarbeiter der Warenhäuser des Zentrums: 20 Uhr, Arminsäle, Kommandantenstraße 58/59.. Redner Dr. Kurt Löwenstein, MdR. Musik: Reichsbannerkapelle. Politisches Kabarett. Städtische Güter Waßmannsdorf, Kleinziethen, Boddinsfelde, Kläranlage(Rieselwärter und Gutsarbeiter): 18 Uhr in Waßmannsdorf, Lokal Mette. Redner: Georg Klaußner, MdL Donnerstag, den 25. Februar: Angestellte und Handelsarbeiter der Warenhäuser KdW., Tauentzlenstraße, Michels& Cie., Tauentzienstraße, Wool- worth, Tauentzienstraße, Salamander, Tauentzienstraße, Stiller, Tauentzienstraße, Leiser, Tauentzienstraße; 1934 Uhr, kleiner Saal der Spichernsäle, Spichemstr. 3. Redner: Clara Bohm-Schuch, MdR.' Freitag, den 26. Februar: Freigewerkschaftlich organisierte Taubstumme und deren Angehörige: 19 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Redner: Stadtrat Otto Ortmann. Arbeiter und Angestellte des Polizeipräsidiums Graß-Berlin: 20 Uhr Im Hackeschen Hof, Rosenthaler Straße 40/41. Redner; Bürgermeister Paul Mielitz. Wir stoßen vor! Wir greifen an! Krauenveranstaliungen. 17«tri». Mittwoch, S4. FcBmor, 20 Uhr, im Lokal.Treffpunkt", Boxhagener. Gcke Neue Bahnhofstr. 2. Abaib der Aidrit-g-meinschaft der Genossin Grete Schner über:„Sozialversicherung". -d 1.«-eis. Der«ursus»äthe»crn mutz am Montag. 22. Februar, wegen der Aotcilungsvorständekonfcrenz ausfallen. Nächster Abend am Montag, 29. Februar. Morgen. Monkag. 22. Februar: Abt. Bei Brandis, Stralauer Str. 19..«arl Marx und die Segenwart." Nef. Carl Dödlcr. �___.._ Abt. 39 Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. U/12.„Srieg im Fernen Osten." Rescrentin Genossin Eckiul�e-Gävernijt. Abt. In der Roten Schule, Golenburgcr Strasse, Bortrag der Genossin Dr. Levy. Abt. Bei«lug. Dangiger Str. 71..Arbeiterhaushalt und Preisabbau." R-serentin Henni, Iaducinnsti. � �... �,. Abt. Bei Seifert. Pappelastc« 43..Da««ampffahr 1932 und die Aufgaben der Frauen." Ref. August Ricmann. Abt. 30 Uhr bei Goldschnndi. Stolpischestr. 36..Tog-Zpolitftch« Fragen." Rcfercntin Paula«»rgass..._.„, Abt. Bei Werlalla, Hobenlohestr. z..Leben und Arbeit IN Sowiet-Russ. la»d." Res. Oswald gienau. Abt. Bei Neumann. Gubener Str. 45.„Das Kampfjahr 1932 und die Auf. gaben der Frauen." Reserentin Minna Todenhagen. Abt. In der Passenhofcr Brauerei. Landsberger Alle« 24/2S..Abrüstung, Uonflitt Iapan-Ghina." Ref. Dr. Otto Bonecke. «dt. In der Iuristtschcn Sprechstunde, Lindenstr. 3.»Arbeiterhaushalt und Preisabbau." Ref. Dr. Hans Cohn. Abt. 29 Uhr bei Hbf) II«. B-rgmannstr. 69..„stampffahr 1932 und die Auf. gaben der Frauen." Ref. Gottlieb Reese. Abt. Bei«repp, Planufer 75/76..Bepälkerungopolttik." Ref. Dr. Mrner- Brodnitz. Abt. Bei Winzier, Reichcnberger- Str. 194.»Unser Kampf um die Ab- ~ h R"— 4. S. IS. 29. ». 31. 33. 34. 37. 39. 42. 43. 43. 55. 78. BS. 96. 194. 194. 118. stöbert Breuer. riistuna." Ref.--------------■■ Abt. Bei Reimer. Wilmcrsdorfer, Ecke Kanalstrosse.„Unser Kampf um die Abrüstung." Reserentin Herta Gotthelf. Abt. 29 Uhr bei Hocktgefchilri, Mllhlenstr. S.»Kameradschaftsehe." R-fr» rentin Else Steinkllhler. Abt. Im Watdrcstaurant Rchrniann, Stlbertstr. 19.»Cinhalekockb und Wirtschaftspolitik." Referentin Helene Schmitz, M. d. L. Abt. Der Frauenabcnd findet nicht am 22. Februar, sondern erst am 1. März statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Abt. Bei Pamy, Hasselwerder, Ecke Fennstrasse.»DI« Sozialdemokratie im Kampf für den Frieden der Welt." Neseremm Lisa Albrecht. Abt. 29 Uhr im»Waldkater",«aiser. Wilhelm., Ecke Stubenrauchstrasse. Reserentin Klara Bohm-Schuch, M. d. R. Abt. Bei Tempel. Gudrunstr. 7..Ernstes nnd Heiteres." Vortragende: Friedet Hall. tU. Abt. Im«ardstern, Hänower«r.«..Da« StetacMt J9Ä a*ß M««nf. gaben der Frauen." Ref. Max Gillmcistet. Dienstag. 23. Februar: 28. Abt. 30 Uhr bei Golder, Oderbcrger Str. 3».»Die Frau im Dritte» Reich.» Ref. Dr. Milian Schämann._.» 56. Abt 20 Uhr bei Liersch, Kantstr. 62. Vortrag der Genossin Siefemcr. 94. Abt. Der Frauenabend ani 23. Februar muss umständehalber ausfallen. 193. Abt. 29 Uhr im kleinen Zimmer des„Staditheaters".»Arbeiterhaushalt und Preisabbau." Ref. Max Sendemann. 122. Abt.�29 Uhr bei Porath. Marzahner Str. 31..Heiterer Abend." Bortragcn. 125. Abt/' Im berliner Hof", Anionplatz, Wcrbabend.„Erziehung und Arbeiterschaft." Ref. Genosse Faust. Gcsangsvorträge des Genossen Klecwitz. 137. Abt. Pünktlich 29 Uhr an bekannter Stelle 2. Abend der Arbeitsgemcin. sä)aft.„Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?" Rcf. Heinz Löwi. Miikwoch, 24. Februar: 32. Abt. 29 Uhr bei Wolter, Kaiferin-Augusta-Allee S2.„Das Kommunistische Manifest und die Gegenwart." Ref. Dr. Carl Schräder. 58. Abt. 29 Uhr im Rankehaus, Rankestr. 4.«Heiterer Abend." Bortragende Margarete Fichtner. 90. Abt. 20 Uhr bei E-lmbeiko, Weichselstr. 5.»Da, Kampffahr 1932 und die Aufgaben der Frauen." Refercntin Gertrud Hanna, M. d. L. 198o Abt. 29 Uhr bei Schulte, Lohenzollernplatz 6.„Leben und Arbeit in Cowjet-Russland." Ref. Dr. I. Schlesinger. Die Mitgliedsbücher müssen zur Kontrolle mitgebracht werden. 115. Abt Im Tivoli, Weichselstr. 6..Kampf der Sozialdemokratie für den Frieden der Welt." Ref.: Lisa Albrecht. Ausserdem mustkalische Borträge. 121. Abt. Besichtigung der Krebs-Ausstellung»Kampf gegen den Krebs". Treff- punkt Bahnstrig Karlsborft 17 Uhr. 123. Abt. Wir beteiligen uns an der Besichtigung der Krebs-Ausstellung der 121. Abt. Abfahrt 17.30 Uhr von Kaulsdorf. 128. Abt. Besichtigung der Sugicne. Ausstellung»Kamps dem«reds". Treff. punkt 19 Uhr im U-Bahnhof Binetastrasse. 139» Abt. 29 Uhr im Jugendheim. Hermsdorscr Strasse.»Unser Kampf um dt« Abrüstung." Referentin Susanne Räder-Erossinann. 143. Abt. 29 Uhr.bei Iarius, Fürst-Bismarck-Strassc..Die Fra» nnd der Es. zialismus." Refercntin Helene Michaelis. Donnerstag, 2S. Februar: 98. Abt. 29 Uhr bei Sandmann, Westsälische Str. 42.„Die Fra» t» der«tue« Generation." Reserentin Else Steinkllhler. 74» Abt 29 Uhr im Lokal Potsdamer Str. 3.»Erziehungsfragen." 119. Adt. 29 Uhr bei Morr, Reue Bahnhofstr. 28..Heilerer Abend." Ref. HaiiS > Fuhrmann. 129. Abt. 29 Uhr bei Tempel..Die Aufgaben des Völkerbundes." Referentin Miss Evelyn L. Beruon. 149. Adt. Dcr Fraucnabend muss umständebalber vom 22. auf den 23. Februar verlegt werden. Lokal Möbius, Borsigwalde, Bätzow- Ecke Ernststrassc. Näheres wird noch mitgeteilt. 141. Abt. 20 Uhr bei Soffmann, Edelwcissstr. 5..Unser Kampf für den Well- frieden." Refercntin Nora Henke. �ISozialistischeArbetterjugendGroß-Verlin Cinfendungen fiir diese Rubrik nur an da» Iugendfekretariot Berlin SW 98. Lindenstrasse 2, vorn 1 Treppe rechts. „Kampf um Kitsch", durchgeführt von den weltliche» Schule» im Ber- liner Theater, Charlottenftr. 99—92, am Dienstag, dem 23. Februar, I6>~ Uhr, uud Mittwoch, dem 24. Februar, 19 Ubr. Eintritt einschließlich Theaterzettel und Gardervbenabgabe 93 Pf. Karte» sind a» der Kasse und beim Seuossca Schröter, Danziger Str. 23(Schule), erhältlich. Seueralwrsammluuq heute, pünktlich 9>,4 Uhr, km Avollasaal de« Deut- schcn Hofs, Luckauer Str. 15. gutritt haben nur Genossen, die neben dem Delegierten, bzw. Gastdelcgiertenausweis oder der Gastkarte auch ihr Mit- gliedsbuch ohne Beitragsrückstand vorweisen können. Heuie, Sonntag. 21. Februar: Köllnischce Park: Waisenstr. 18. Bcrichi von der Denerakverfannnlung.— Rosenthaler Borstadt: Tieckstr. S. Heimabend<19 Uhr).— Schönhauser Bor. stadt: Besuch des Fraucnkundemuseums. Treffpunkt 8% Uhr Sozialistenecke. 1914 Uhr Heimabend Echönfliesser Strasse.—«elßeusee: Parkstr. 36. gn. fammenkunft im Jugendheim.— Spandan: Lindcnufer 1, Arbciterdichter.— Britz: Chausseeftr. 48. Heimabend.— Neukölln Uli Zietheilsrr. 58. Ping-Pong- Wettspiel. AuschNessend Heimabend.— Neukölln TV und TX: Kann er Strasse. Heimabend mit mexikanischen Schallplatten.— Neukölln Vit Abend mit den Kinderfreunden im Heim Treptower Str. 9Z.— Tegel: Echöneberger Str. 3. Heimabend. Werbebezirk Rcuköllu: Treffpunkt zur Oeneralverfamml' ng 8>h Uhr He» mannplatz(Normaluhr). Morgen, Montag. 22. Februar. 19A Uhr: Hansa: Bochumcr Str. 8d. Bunter Abend.— Moabit lt Baldenser- strasse 29—21. Lichtbildervortrag.— Moabit kl: Lehrter Str. 18—49. Bericht von der Generalversammlung.— Sportpalast: Genthiner Str. 17. Junge und Mädel tn dcr SAI.— Grlnaddruanen II: Schönstedtstr. 1. Funktionärvcr- sammlung.— Aruswalder Platz kl: Rastenburger Str. 19. Die Arbeit der Stadtoervrdneten.— Fallplatz I: Sonnenburger Str. 29. Freidenkerbcwegung. — Falkplatz kl: Sonnenburger Str. 29. Freundschaft, Kameradschaft.— Ha. mannplatz: Gleivistr. 33—35. Der brennende Osten.— Rordofte» kl: Danziger Strasse 62. lO-Minuten-Referate.— Schönhauser Borstatt: Sonnenburger Strasse 29. 19. Minuten, Referate.— Haiesche» Tor: Porckstr. 11. lO.Minuten. Referate.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4. Traven-Abend.— Eharlotteoburg. Süd: Spree flr. 39. Kampfliederabend.— Lankwitz: Schulstrasse. Aktiv, und Musikgruppe.— Baumlchuleuweg: Ernststr. 16. Kameradschaft, Liebe.— I». bauuiethal: Rathans. Lichtbildcrabend.— Schöueweid« II: Berliner Str. 31. Arbeitsgemeinschaft.— Friedrichsfeld«: Gunterstr. 44. Sozialismus, Anarchie nras. Berbebczirk Wedding: Tamdonrkopelle. Koloniestr. 8, i. Hof, Aufgang Z, 4 Treppen. Beginn pünktlich 29 Uhr. Alle SpteUeute müssen erscheinen. Trommler ohne Instrumente. Werbebezirk Reiuickendirs: Werbebczirks.BNbnngsausschusssitzung hm Heim Lindaucr Str. 2. Großtage in der„Neuen Welt." Di« Vockbiersritscm in der Hasenheide läßt sich m>ch Immer gut an. Die chochalpendekorationen mit den Kiesernstämmen aus der Mark ist sozusagen chern und mtbeschädigt und sieht jeden Abend aus gefüllte Säle. Es gibt Prämiierungen über Prämilerunzcn und erst wenn alles ausprämiiert ist, wird sich der Zauber verziel�n. Bis dahin scheint es noch gute Weile.zu haben, denn neulich waren erst die Taillenweiten dran. Die Dünnsten und die Dicksten wurden zu dem feierlichen Akt hinzugezogen. Dazu bliesen die Horner der unterschiedlichen Kapellen, das Alpenglühen verschwamm in sehn- süchtigen Weisen und ein Seedampser, der ahnungsfos in den Wolken über den Bergen schwamm, wurde von einem Luftschiff torpediert, das sich den Platz da oben nicht nehmen lasten wollte. Es knallte heftig, die Pauken und Trompeten gerieten in Aufruhr und unten war alles sehr vergnügt. Das war die Hauptsache, denn jeder amüsierte sich schkießlich aus seine Weste. Teppich- und Gardinen-Ausstellung im Erfrischungsraum Verkauf im 2. Stock Halbstores 075 ecrü, Va'erwar«, ca 220 cm hoch....... Mster Halbstores Q75 Gl 1 1• r ö Ii, ecrü................... Klinstler-Sarclinen 3 sii g.«ngl. Tüll.................... '90 Bettdecken 2 bettig, angl. Tüll............. Bettdecken 2 bettig« Gittertüll, ecrü...«•••. Boucle-Läufer 90 cm. gasireiff...............».. Meter 1250 1850 425 Boucle-Teppich QQOO ca. 200 X 300 cm................. Vj eck. Boucle-Teppich QQ00 reines Haargarn, ca. /00 X 300 cm.... �__■* Pr. Velour-Teppich Ql oo ca. 200 X 300 cm..........!...... Vj| | Im Lichthof: Großer Reste-Verkauf zu billigen Preisen KONSUM- WA RENHÄUSER OranienstraOe 164/65 Reinickendorfer Straße 3? Frankfurter Allee 60 Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 21. Febrnap; 6.45; Funksrymntsttk. 7: Aus fUmbtirt: Hafenkonrert. 8: TOr den Land- wirt. 8.55: Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11: Ans Magdeburg: Orgelkonzert. 11.30: Kinder- stundc. 12: Aus dem Plenarsitzungssaal des Reichstages: Gedenkfeier des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Anschließend: Vor dem Reichstag. 13.15: Mittagskonzert. 14.30: Eltcrnstunde. 15: Gefallenengedächtnisfeier des Kriegerdankbundes. 15.45: Der Tod in Kunst und Dichtung. 16.10: Unterhaltungsmusik. 18.20: George Washington, geb. 22. Februar 1732. 18.50: Neue Stimmen vor dem Mikrophon. 19.50: Sportnachrichten. 20:„Volkstraucrtag." 21: Aus Leipzig;„Kriegs-Requicm", Dichtung von Hans Frank. Für Chor, Soli, Sprechstimme und Orchester. 22.05: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend aus Königsberg: Orchesterkonzert, 23.30: George Washington. Ein Lebenslauf. Montag, 22. Februar: 6.30: Funksymnastik. Anschlieüend: Frthkonzert. U.tS: Schallplatten- kenzert. 12.30: WettermeldungeD für den Landwirt. 14: Ans Köln: Konzert. 15.20: Wie können wir noch sparen? 15.35: Typen des Alltags. 15.55: Begegnungen mit groOen Künstlern. 16.15: Carl Sonnenschein zum Todestag. 16.30: Konzert 17.30: Jugendstunde. 17.55: Die neue Einkommensteuer- ci Klärung. 18.20: Jugendnot und Jugendselbsthilfe. 18.50; Mitteilungen des Albeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Heinrich Hertz(geb. 22. Februar 1857, gest. 1. Januar 1894). 19.15: Aus New York: Negerquartett „Tuskcgee". 19.30: Tanzabend. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Joseph Szigetin spielt, 22.15: Politische Zeitungsschan. Danach: Abendunterhaltung. Dienstag, 23. Februar: 6.30: Funkgymnastik. Anschlieüend:: FrühkonzerL 10: Aus dem Langenbeck- Virchow-Haus: Eröffnangfeier des Absatzlehrganges des Reichsverbandes der deutscheu landwirtscbaftlicben Oenossenchaften. 11.15: Mittagskonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Aus Köln: Konzert. 15.20: Die Frau als Arbeitgeber. 15.40: Das MSrcbcn von der guten alten Zelt. 16.05: Goethc- Bailadcn in vergessenen Kompositionen. 16.30: Aus Leipzig: Konzert. 17.30; Dr. Ueberall erzählt. 17.50: Bücherstundc. 18.20; Unterhaltungsmusik. 18.45: Die Funkstunde teilt mit... 18.50: Stimme zum Tag. 19: Vom Rundfunk. !9.3tt: Funkporträt. Prokofielf. 20: Die Winterhilfe. 20.15: Haydn-Konzert 20.45: Zum Tode Heinz Lipraanns 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 24. Februar: 6.30: Funkgymnastik. Anschlieüend: Frühkonzert. 9: Von der deutschen Weile: Schulfunk. 11.15: Schallplattenkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert. 15.20: Vorsicht bei Darlehnsaufnihme. 16.41); Der Künstler und sein Ich. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Kammermusik. 16.55: Klaviermusik. 17.25: Jugendstunde. 17.45: Unter- haltungsransik. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde (eilt mit.... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Gegenwartsfragen der Oper. 19.35:„Odyssens steigt zu den Schatten hinab" von Buttersack. 20: Orchester- Konzert. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Ans Breslau: Bunte Reihe. 22.30: Ans dem Rose-Theater:„Der Bettclstudent" ff. Akt. Operette von .Milfücker. 23.20t Jazz-Sinfonle-Orchester. Danach; Tanzmnsik. Donnerstag, 25. Februar: 6.30: Funkgymnastik. Anschlieüend: Frühkonzert. 11,15; Schallptatten- koazert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Ans Köln: Konzert 15.20: Die Frau als Biidhanerin. 15.40: Kleine Hörbilder aus Moabit 16.05: Wer soll Lehrer werden? 16.30; Aus Leipzig: Konzert 17.30: Karl May zum 90. Geburtstag. 17.50: Der Arbeitslose und die Arbeitsämter. 18.15: Willi Fehsc liest eigene Erzählungen. 18.40: Eine Viertelstunde Technik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.15: Blasorchester-Konzert. 20.30: Ans Frankfurt a. M.:„Brücke und Damm". Eine Hörbildfolge, 22.30: Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Freitag, 26. Februar: 6.30: Funkgymnastik. Anschlieüend: Frühkonzert. 11.15: Mittagskonzert, 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Aus Köln; Konzert. 1SJ0: Freundschaft unter reifen Menschen. 15.40: Schädlingsbekämpfung im Garten. 16.05: Geistesarbeiter nnd Leibesübung. 16.30: Alte Musik in Tänzen. 17.30: Schüler unterhalten aich. 18.10: Das neue Buch. 18.20: Das Problem Indien 18.45: Die Funkstunde teilt mil... 18.50: Stimme zum Tag, 19: Teemusik. 19.55: Mitteilungen dea Arbeitsamtes. 20: Deutsche Uraufführung der Ur- fassnng„Boris Godunow". Oper von Mussorgaty. Danach: Tara- and Unterhaltungsmusik. Sonnabend, 27. Februar: 6.30; Funkgymnastik. Anschlieüend: FrühkonzerL 12.10; Als Einlagen: Aus Kitzbühel In Tirol: Akademische Skimeislerschaft von Oesterreich 1932. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Siedlungsmöglichkeiten In Südafrika. 16.05: Sportglossen. 16.20: Unterhaltungskonzert. Ais Einlage; Zehn Minuten Film. 18; Die Er- Zählung der Woche. 18.30: Der Hörer und sein Apparat. 18.45: Die Funkstunde teilt mit... 18.50: Stimme zum Tag. 19: Aus Wien: Besuch im Museum „Gesellschaft der Musikfreunde". Ein Hörbericht. 19.45: Wiener Lied und Wiener Operette. 20.50: Tages- nnd Sportnachrichten. 21s„So sehen Sie aus! Sehen Sie so aus?" Heiteres Funkstück von Schnog. 22.05: Konzert. 22.35: Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. Danach: Tanzmnsik. Königswusterhausen Sonntag, 21. Februar: Ab 6.45: Uebertragung ans Berlin. 11.30: Dichterslunde. 13: Gedichte in Prosa von Iwan Turgenjeff. 14.30: Elternstunde. 15.45; Stunde des Landes, 18.20: George Washington zum 200. Geburtstage. 18.45: Junge Generation spricht. 19.30: Helft!— Helft! Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 22. Februar: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Die angelsächsischen Mächte im Kampf um die Vormacht 18: Goethe and das deutsche Lied. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Uebertragung aus Berlin. 19.15: Aus New York: Tuskcgee Negerquartell. 19.30: Stunde des Landwirts. Deutscblandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 22.50: Aus Leipzig: Unterhaltungskonzert. Dienstag, 23. Februar: 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Antike und wir. 18; Der deutsche Weinbau in alter und neuer Zeit 18.30: Die Eugenik und der Aufgang des Abendlandes. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19; Uebertragung aus Berlin. Deutschlandscnder: 19.30: Unterhaltungsmusik. 20: Uebertragung aus Berlin. 20.15: Von der Deutschen Welle: Vortrag. 21; Aus Stuttgart:„Schwaben". 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aus Hamburg: Spät-Konzcrt Mittwodi, 24. Februar: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Au, Hamburg: Nachmittagskoraert. 17.30: Die geschichtliche Bedeutung der natürlichen und politischen Grenzen. 17.55: Der nationale Charakter der Völker im Spiegel ihrer Musik. 18.20: Amerika, du hast es besser. 18.30: Das Unheimliche in der Weltliteratur. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Weltpolitische Stunde. 19.30: Stunde des Beamten. 20.45: Aktuelle Stunde, Deutschlandsender: 20: Unterhaltungsmusik. 21.15: Aus Wien: Geistliche Musik. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 25. Febrnar; 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Ans Leipzig; Nachmittagskonzert 17.30: Die Antike und wir.. 18: Der Lebensroman des deutschen Akademikers, 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 21.15: Goethe und die deutsche Sprache. Deutschlaadsender: 19.30: Blasorchesterkonrert. 21: Tages- und Sportnachrichten, 22.20: Ans Hamburg: Tanzmusik. Freitag, 26. Februar: 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskoraert 17.30: Das Gesicht der ostelblischen Kleinstadt. 18: Volkswirtschaftsfunk. 18.30: Hören musikalischer Formen. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.30: Arbeiterstunde. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 27. Februar: 16: Der ünterhaltungsroman. 16.30: Ans Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Viertelstunde Funktechnik. 18.05: Deutsch für Deutsche. 18.25: Lesestunde. Anschließend: Wetterbericht für die Landwirtschaft 18.45; Englisch für Anfänger. 19: Uebertragung aus Wien. 19.45: Vom Sinn des Leibes. Deutschlandsender: 20.15; Aus Kassel: Bunter Abend. 21.45: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Stadl. Oper Charlottenburg Sismarckstraße 34 Sonntag, 21. Febr. Turnus Ii Anfang 20 Uhr La Bolräme Ende nach 22 Uhr VolKsblihne Ttieatsr am B&lowplatz II'» Uhr Tanzsrappe Manjarete Wallmanii 8 Uhi Fnbrmann Henscbel mit Emil Jannings u. Margarete Melier Regie: K. H. Martin Staall. Sdiüler-Theatar 8 Uhr Dleöffttlidie Jette Deotidies Theater 8 Uhr v. Gerh.Haupimann Begie: MaiBejnhanlL Theater desWestens Täglich S'lt JJhi Prinz Helhnsalem Operette von Job. Siran t Waldmfiller, Morgan. Jankuhn, Lilien, Ewald. Sonntag'/aS Uhr Kai aus der Kiste KinJerkomödie Sonmag 5 Uhr DerVogeinändier Theater am Nollendorfplati Heim Saltenburj Pallas 7051 Täglich»«/« Uhr Stgs. auch 4'A Uhi Heute zum 106. Male Gasparone Hi. im Idmiralspalast Täglich SV» Uhr Der nrae groDt Erfolg I Käthe Dorsch GnsUfGründgens Liselott* Singspiel viduanlllllnnekt Theater Sonntag, des>1. Febrwr staatsoper unter den Linden IV» Uhr Die Bocluelt des ngaro StutLSdinsplilluin ütadenanirkL 20 Ubr Clavigo Schiller-Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die Milche Jette SCAW Tägl. 81/, Uhr: SO Pf. bis». M T&grl. 5 Uhr:«O Pf. bis 2.- M EDITH LORANO CON COLLEANO MATRAY- BALLETT und.In nicht zu überbietende« Progr.l 1 51.116, Stgi. 7, S,S15D. J Tel.: E 7 WeleHsel 4031 I N.h. Schie«. BhlT J"« Ulime nn Hawari BETRIEB KEMPIMSKie.* Reldisliallen-Tiiealer ilOnlioft plats 8 DBr. Sooniaos S1» mr zu MelneD Pfeifen Stettiner Finger Nur noch kurze Zeit MSo'ii Keinfalü- W'nt«är - Garten■ 6.15 Diu Flora 3434 Bauda«wdl Reiter-Familie„Caal". I1 11 rz o u. sein tVelbBtenfel. Wllh. Bendow. DAIliaons and weitere Attraktionen Hente 2 VorHteUnngren 4 u. 8.15 Uhr. 4 nur kleine Preise, »•/.wir CASINO-THEATER»1/. Lothringer Strafte 37, iimtimtiiMiiiiiiiiiimiiiiiniiiiiiiiiiimimnimtiniin'MtitinHiiii Nur noch bis S.MSrz Elten won Heute Dazu eine Operette and hanter Tel Freitag, dea 4. März, zum 1. Male „Seine Freundin" Outschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pf.. Fauteuii 1.-7 Mark. Sessel t.50 Mark. ..... Umöor das Nursmnsatlonelle hinaus gibt es hier also so etwas wie eine völkermahnende Ten- denx. 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Korten sind im Vorverkout Zimmer 7(Inseraten- Werbung dos„Aufwärts") des Gewerkschofts- hauses, E n ge I u f e r 24/25, I. Stock, zu neben Redaktion des„Aufwärts" Organ der freien Gewerkschaften Sonderangebot: Nnr diese Woche Extra billiger orsaisonnreis Der neue, elegante Frühjahrs mantel au modenuten Qualitäten ganz gefüttert auch in groff. Wetten 19.- k o/ 3- Maua vom Kur Str. 31 f Spitt elmarkt (SeBehäftszeit 9 bis 7 ühr-i OeoisdieiUllarlieiHilaDl Montag, den 22. Zebrnar. ob#». 7 Ahr, im Sewerk thastshan», «bngelnier 2«/2»(Groher Saal) Ver»«mml ii»s Her VerBieag- maMer, VerllreaSiaileifer »nd Sdiarlsdileifer Tagesordnung: J. Vortrag:„Einliritsfront gegen ZIeak tion und Faschismus". Referent: Kollege Malzahn. S. Diskuisioq. 3. Branchenängelcgenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. ?as Erscheinen aller Kollegen in dieser Veriammiung ist Pflicht. AAiunö! Aditunö! Aos�esteuerle und nidil de znasberedidgte Mitglieder! Dienstag, den 23. Zebruar, ntiltmoif), den 24. Zedruar. Donnerstag, den 23. Aebruar iinden in der Zeit von 10 bis 1 Ahr zwecks Einle'lunq der Wadlkörper tm Parterresaal de» Verbandshanfe», Schalter 13, die Eintragungen statt. Aditung, Belriebsrüle! Dienstag, den 23. Aebrnar, abends Z Ahr. im parlerrelaal de» verbandshanse», Linlenstraste 33/33 detriedzrSte-Versummiung der dauutgruvne 4 Tagesordnung I. Portrag„Ruß.and und der Sozia- lismus". 2. Druppenangclegenheiteu und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch und Betriebsräte- ausweis kein Eintritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Dienstag, den 23. Aebraar, nachm. 3 Ahr. in den Armlnhallen. Sommandanlenftrahe 33/33 »ranaien-Verflümmluiiii »ämtlidder hletall»chlelter, Lelvonl. »enre, Arolrer. Aelrer, vrenner. Ver- zinner, Veizinker und oller in der Brenefae�bcsd» liftigten Kolleginnen �Vgc's o*T# n u n g:—"— 1. Die letzten Bewegungen in der Branche. 2. Verbands- und Branchenangclegen- Heien. ■ Diskussion. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Es ist Pflicht aller, piinkllich und zahl' reich zu ericheinen. Mittwoch, den 24. Zebrnar, nachm. 1 Ahr. im Sihnngssaai tl de» Verbandshanse», EisSsser Straste«3/33, Eingang V kr�ver Vtlozen- Versammlung der»odrleger und deiker Tagesordnung: 1. Branchenängelcgenheiten. 2. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch und Stempelkarte lein Zulrilt Es ist Pflicht aller, pünktlich und zahl- reich zn erscheinen. Donnerstag, den 23. Februar. abend» 1 Ahr, im Gewertschast». ho»». Engeinfer 24/23.«roher Saal Bnmdien-vmsmmiung der Rourleger and Heller Tagesordnung: 1. Vortrag:„Warum Eiserne Front". Referent: Kollege Paul Eckert." 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten 3. Verschiedenes. Ohne Mttg icdsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht aller, pünktlich und zahl- ketch zu erscheinen. Donnerstag, den 23. Febrnar, Wdends 2 Ahr, im Sihnngssaat de» Verbandshanse», «Isdfs er Straste 33.3«. Eingang B Konferenz der weibüdien Vertrauens' Personen und Betriebsräte Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Paul Zippe! vom Orlsauslchutz Berlin des ALiSB über:.Die Sozialoersicherung'. 2. Berbandsangelegenheiien und Per- schiedcnes. Die Funktionärinnen werden gebeten, sür diese Vcranstaintng lebhafte Propaganda zu emsaltcn und püntti ch zu er- Icheinen. Organisierte Kolleginnen tönnen alS ibäste an der Konscrenz teilnehmen. Dir Ortiremünng. Leipziger Frühjahrsmesse1932 mit Grosser Technischer Messe und Baumesse Mustermesse 6.-1 2. März, GrosseTechnischeMesse u. Baumesse 6.-1 3. März, Textilmesse 6.-9. März, Sportartikelmesse und Möbelmesse 6.— lO.März Besorgen Sie sich Ihr Messabzeichen zum ormässlgton Vorvorkaufsprels bei: der Berliner Geschäftsstelle des Leipziger Messamts(Dr.Westphal), W57, Kurfürstenstr. 23 hpt.r.,Untergrundbahnh.„Kunfürstenstrasse"Sudausgang(Olival783o.Lütrowl799); dem Ehrenamtlichen Vertreter des Leipziger Messamts, DirektorG. Bach(Vorband Deutscher Waren- und Kaufhäuser), W35, Schöneberger Ufer 35 III(Lützow 3365/66); der Norddeutschen Lloyd Agentur Berlin, G. m. b. H., Kajütenbüro, W 8, Unter den Linden 1 (Hotel Adlon),(Flora 6601); Filiale Kurfürstendamm 17(Bismarck 2284); dem Norddeutschen Lloyd, Generalvertretung Kurt Montanus, G. m. b. H-, NW 40, Invaliden- Strasse 93(0 2, Weidendamm 2241 und 7966); derVerkehrsabteilung der Industrie- u. Handelskammer, C2, Klosterstr. 41(Berolina 5691); dem Verein Berliner Handelsvertreter E.V., NW 7, Georgenstrasse 47(Merkur 587); der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr, Auskunftsstelle Berlin W 9, Potsdamer Bahnhof(Kurfürst 3375); der„Nord- und Süd-Einkaufsgenossenschaft" E.G.m.b.H.(Genera!dir. Fr. P.A4artini),SW 68, Ritterstrasse 73/74(Dönhoff 10); dem Verband der Bestandteilfabrikanten für Musikinstrumente e.V., Berlin-Lichterfelde- West, Karlstrasse 103(Lichterfelde7927); der„EG.V." Elektro Grasshändler- und Exporteur-Vereinigung Deutschlands e.V.,SW48, Friedrichstrasse 234(Bergmann 6597); derTextil-Zeitung, Berlin SW 19, Leipziger Strasse 62/63, Am Spitt elmarkt(Merkur 9080); der Vertretung des Nordd. Lloyd: Wilhelm Kaefer, LuckenwaIde,Treuenbrietzener Str. 155; der Deutschen Luft-Hansa A.-G., SW 68, Lindenstrasse 35(A7, Dönhoff 8630). In Verbindung mit der Veranstaltung von Gemelnsehaftsfahrten werden auch Messabzeichen verkauft von den Reisebüros: Reisebüro Uetz, Leipziger Strasse; Reisebüro Scherl, Am Dönhaffplatz; Reisebüro Ullstein, Ullsteinhaus; Kaufhaus des Westens, Wittenbergplatz; Reisebüro Wertheim, Leipziger Strasse, und den Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebüros, Potsdamer Bahnhof und Bahnhof Friedrichstrasse. Messadressbuch frei überallhin gegen Voreinsendung der Auslieferungsgebühr von RM 1.— je Band auf Postscheckkonto Leipzig 66750 Verlagsanstalt des Leipziger Messamts GmbH., Leipzig C I. Band I Mustermesse, Band II Technische Messe. IPZIGER MESSAMT LEIPZIG soziaidentoAratisciie Partei. 17. Kreis, Liciden&erg. Am Dienstag, 16. Febmar, ist nach einem, kurzen, schworen Krankenlager unser alter und treuer Parteigenosse Hermann Elias im Alter von 74 Jahren verstorben. Er war einer der bewährtesten Kampfgenossen, der mit immerwährender Liebe und mit nie versagender Kraft selbst noch im hohen Alter für die Sache seiner Klassengenossen gearbeitet und gerungen hat. Sein Andenken wird in nnsem Herzen fortleben. Der Kreisvorstand. Die BezirKsverordnetentraKtlon, Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 23. Februar, um 17 Uhr, im Krematorium GerichtstraCo statt. L E Plötz ich verschied unsere uns unersetzliche Mutter Berta Hofmann im Alter von öS Jahren Um stilles Mitsühlen bitten iBdwia Boimano. Familie Frtü Uerli: Bertenbrück. Einäscherung Montag. 22. Februar, ItVs Uhr. in Baumschüienweg. Wen denjen gen, welche, unserem lieben Vater. Großvater. Schwteger- valer, Bruder, Schwager und Onlel Hernmim Zeltlitz die letzte Ehre erwie'en haben tvrechen wir hiermit unseren herz- Itchstea Dank aus. nie trauernden Hintermiebenen eisu ÄBettea isä Kinderb.. PoUter. ChaiseL, an leden. Teilak Kataloc freu Beenmöbelfabrik Sohl(TbüjO Dsaisdier MetallarlieiMM Verwaltangsslelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Bmil Prommke geb 10. Juni 1864, am 17. Februar gestorben ttt Die Einäscherung findet am Man- tag, dem 21. Februar, tl>/, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachmf Am 9. Februar starb unser Aollege, der Schlosser .Artur Joel geb. 26 Juni 1868 Die Einäscherung hak bereits statt- gesunden. Ehre ihrem Andenleu! Die Orleverwallnng. JUERGENS Afexanderplatz N®ue Könfg8tr,43 Bekanntmachung. Im Wege der Zwangsvollstre ung werden Sffentlich meistbielend gegen Barzahlung versteigert: Mittwoch. 24. gebrtutt 1332, >ustct 11 Ahr, Koltbusser Siraße 6/7: Bcchsteinflügel, öteingräderslügel. - iiHnnun----- Har» jetzt noch billiger Muster und Preisliste gratis Karl JfantenfTel Giosaiiitenl md Btttleiirennuid Ken-Trebbin 29 lOäerbrar.h) Bert w Gr-Berlin/ Montags: Turmstr.S?. Dienst.rFrankfuit.AlleeSS Bahirh.Frankf. Wees.MtttMoch: Bln.-SchijnebcrgLauvtslr 127�28, Donnere».: Bln.-Neukölln. May- bachukerS, Freit.: Bin-Neutölln.Hcrmann- okatz 3. Eonnabends: Bin-Weißemee, Ber- liner Wee lg«Antonplatzs. Berkaui 9— i nokere u aal Mb» Ummer am-n! Donnerstag, 25. Zehrnar 1332, 10 Ahr, otoatlichc Psandkammcr. Iägerstraße 64: 3 Oelgemälde. Schreib- u. Rechenmaschinen, ätalioc, Fut/crale und Photoeluts, Reise- Necessaire. 1 Posten Damenlchuhe und -Handtaschen, H: rrengürtel, 1 Posten Blei- und Farbstiste, Grammophonrlatten. Gartenmöbel, 4 Filmnegative(Menschen und Masken. Im mischen Verdacht. 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