BERLIN Sienstag 23. Zebruar 1932 ä 1 I i 10 Pf. 3ir. 90 B 45 49. Iahrganq TrscheinttSglich außer Sonntags. Zugleict) Abendausgabe tc6 ,Vorwärtt� Bezugspreis für beide Ausgaben 7.) Pf. pro Woche. 3,23 M. pro Mona! (davon 87 Pf. monatlich für Zustellung tnS HauS) im voraus zahlbar. Postbezug 2.97 M. einschließlich«0 Pf. PostzeitungS- und 72 Pf. Postbestellgebühren. ?lnzetgenpretS: Die einspaltige Millimeterzeile 30 Ps� Reklamezeile 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. b. H.. Berlin Rr. 37 5�6.- Der Verlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor? Redaktton und Erpedttton: Berlin SW 68, tftnbcnftt. 3 Fernsprecher: Donhoff(A 7) 292—297 Heute Reichstag Sorgen der auseinandergefallenen Harzburger Krönt Der Reichstag zeigt« heute wieder das Gepräge des großen Tages. Obwohl die Sihung erst auf 3 Uhr nachmittags angesetzt ist. hat sich die Mehrzahl der Abgeord- neten schon frühzeitig eingefunden. Die Straßen in der Umgebung des Reichstagsgebäudes sind Polizei» lich abgesperrt, um die Wiederholung von Schau- fensterstürmen und ähnlichem zu verhindern. Die Karten für die Tribünen des Hauses sind schon seit Wochen ver- griffen, ein Zeichen dafür, welches außerordentliche Interesse den Reichstägsverhandlungen entgegengebracht wird.* Am Vormittag hielten die Fraktionen der Ratio- nalsozialisten und der Deutschnationalen Sitzungen ab. Bei den Hakenkreuzlern soll es nach dem von ihnen herausgegebenen Bericht besonders freudig zugegangen sein, und man habe dort die Aufstellung Hitlers als Kandidaten für die Reichspräsidentenwahl mit Begeisterung aufgenommen. Indessen hört man von anderer Seite, daß Goebbels mit seiner Proklamation im Sportpalast einen Putsch gegen den zögernden Hitler unternommen habe, und daß man sich nun Sorgen mache, wo man in der Eile die Staatsbürgerschaft für Hitler hernehmen solle. In der heutigen Sitzung wird es voraussichtlich zu- erst eine Geschäftsordnungsdebatte geben, dann wird der Reichsinnenminister G r o e n e r mit einer kurzen Gr- klärung die Vorlage zur Neuwahl des Reichspräsidenten begründen. Vier Kandidaten. Hindenburg- Hitler- Thälmann- Ouesierberg. Das Kampffeld der Reichspräsidentenwahl beginnt sich zu klären. Vier Kandidaten sind sichtbar, von denen zwei ernst gemeint, die beiden anderen bloß Zählkandidaturen sind. Man kann chindenburg und Hitler mit schweren Geschützen vergleichen, die gegeneinander in Stellung gebracht worden sind. Duesterberg vom Stahlhelm und T h ä l- mann sind dagegen bloß Knallfrösche, dazu bestimmt, etwas Lärm zu machen. Weitere Wirkungen können von ihnen nicht ausgehen. Die Aufstellung zweier Kandidaten rechts von Hinden- bürg zeigt den Zerfall der Harzburger Front. In wochenlangen Verhandlungen ist es nicht gelungen, sich aus einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen. Gewisse An- beutungen lassen darauf schließen, daß die Verhandlungen sehr eingehend gewesen sind und sich auf alle möglichen Details erstreckt haben. Die verschiedensten Pläne wurden aufgestellt und für den Fall des Sieges auch schon die ver- schiedensten Personen für alle wichtigen Reichsämter in Aus- ficht genommen. Schließlich wurde aus alledem nichts. Selbstverständlich muß die Enttäuschung bei den Anhängern der„nationalen Opposition" riesengroß sein. Sie hatten an eine einheitliche Führung geglaubt und sehen jetzt das Auseinanderfallen in zwei Teile. Um die Anhänger zu beruhigen, versichert man, die Sonderkandidaturen seien „nur für den e r st e n W a h l g a n g" vorgesehen und beim zweiten werde man sich schon einigen. Dagegen erhebt sich die Frage: Wenn man sich zum zweiten Wahlgang einigen will, warum hat man das nicht schon zum ersten getan? Die Dinge liegen nicht so, daß die Rechtsparteien durch Aufstellung mehrerer Kandidaten einen Vorteil für sich herausholen könnten, vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Darum hat man ja auch wochenlang qualvoll die Einigung auf einen gemeinsamen Kandidaten schon zum ersten Wahlgang gesucht, ohne sie zu finden. Sicher ist nur, daß die nationale Opposition mit g e- brochener Front in den Kampf geht und daß die beiderseitige Erbitterung riesengroß ist. Was aber nach dem ersten Wahlgang wird und ob es überhaupt zu einem zweiten Wahlgang kommt, ist ganz und gar unsicher. Wünschenswert ist natürlich eine so gründliche Niederlage der Harzburger schon im ersten Japans Offensive gescheitert Schwere Verluste auf beiden Seiten Schanghai, 23. Februar. Nach dreitägigen schweren kämpfen ist die japanische Offensive überall zum Stehen gekommen. Der rechte japanische Flügel befindet sich in vorgeschobener Stellung bei dem Dorfe K i a n g w a n, das die Chinesen mit Ma- schinengewehren und Scharfschützen hartnäckig halten. An der Front bei Tschapei herrscht schweres Geschütz- und Maschinengewehrfeuer. Die Chinesen haben hier die Offensive ergriffen und ver- suchen, die japanischen Linien zu durchbrechen, doch scheitert ihr Vorgehen an den dicken Sandsackwällen und Stacheldrahtverhauen der Japaner. Zahlreiche chinesische Haubitzgranaten schlugen am Abend in das Gebiet von Hongkew und in den Wangpufluß. Die schweren Geschütze der Japaner haben Tschapei teilweise in Brand geschossen. Das Feuer ist über den ganzen Himmel sichtbar. Die Kämpfe waren sehr verlustreich auf beiden Seiten. sogar die Japaner geben 300 Tote und Verwundete zu, doch meint man, daß sie noch größere Verluste erlitten haben. Die Chinesen sollen 500 Tote und 1500 Verwundete verloren hoben. Die Ver- luste der Zivilbevölkerung sind wahrscheinlich höher. Man glaubt, daß der Regen eine Wiederausnahme des ja- panischen Vormarsches sehr erschweren wird, da die Boden- erweichung die Beförderung von Artillerie und Truppen hindert. Man erwartet, daß die japanischen Verstärkungen, die innerhalb der nächsten Stunden eintreffen sollen, zwei Divisionen umfassen. Tschapei brennt. Schanghai, 23. Februar.(10 Uhr morgens örtlicher Zeit.) Bei Tagesanbruch ließ das schwere Artilleriefeuer, das um 6 Uhr morgens mit voller Wucht einsetzte, nach und hörte schließlich völlig auf. Ueber Tschapei, wo ausgedehnte Brände wüten, liegen dichte Rauchwolken. In der internationalen Nieder- lassung herrschte einige Zeit völlige Ruhe. Aber dann ertönte Plötz- lich, von einem schwachen Nordwind herübergetragen, das Donnern der 15-Zentimeter-Geschütze bei dem von Granaten zerstörten Dorf Kiangwan, wo sich die japanische Infanterie zur Fortsetzung ihrer Angriffe vorzubereiten scheint. Um 9.30 Uhr vormittags überflogen acht japanische Flugzeuge den Flugplatz von Hungjao, 16 Kilometer westlich der internationalen Niederlassung, und warfen 25 Bomben ab. Samt- liche chinesischen Flugzeugschuppen wurden zerstört und gerieten in Brand. Alle darin untergebrachten Flugzeuge wurden ver- n i ch t e t. Siegreicher chinesischer Gegenangriff. Schanghai, 23. Februar. Es bestätigt sich, daß die Chinesen gegen die nördlich von kiangwan vorrückenden Japaner einen Sieg erfochten haben. Die Chinesen überschritten in einer flankierenden Bewegung den Wusungbach von Norden her und gelangten hinler den rechten Flügel der japanischen Stellung. Dieser wurde daraus zurück- genommen und die Chinesen eroberte» das Dorf ZNiachonalschen nordwestlich von kiangwan zurück. Wie ein Augenzeuge berichtet, sehten die Japaner ihre verzweifelten Angrisse auf kiangwan fort, aber die Chinesen hallen das gestern wieder- gewonnene Gelände. Die Beschießung durch Artillerie und Flug- zeuge nimmt an Hesligkelt zu. Chinesen rechnen mit mindestens ein Jahr Krieg! Schanghai, 23. Februar. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß sich die Nationalregie- rung auf eine mindestens einjährige Kriegsdauer vorbereitet. Sie kauft Munition und Flugzeuge für große Sum- inen auf. Kanton versöhnt sich mit Ranking. Schanghai, 23. Februar. Die Führer der K a n t o n« r Regierung haben heute einen Aufruf an das chinesische Volk erlassen, in dem sie erklären, daß sie in dieser Schicksals st unoe Chinas ihren Kampf gegen Nanking ausgeben. Sie stellten ihre Truppen in den Dienst der chinesischen Republik und erwarten, daß es jeder Chinese als national« Pflicht betrachte, die japanischen Truppen zu bekämpfen. Es gehe jetzt nicht um das Schicksal Schanghais, sondern um das Schicksal Chinas. Der Auf- ruf ist von sämtlichen Führern der chinesischen National- bewegung unterzeichnet. Ein seiger Lleberfall. Redakteur der„Münchner Post" von Nazis angefallen. Am Sonntagabend wurde der Redakteur der„Münchner Post", Genosse Edmund Goldjchagg auf dem Münchner Hauptbahn- hos von einem Nationalsozialisten überfallen und von hinten mit einem Gummiknüppel übers Gesicht geschlagen. Goldschagg setzt« sich energisch zur Wehr, der feige Nazibursche ergriff die Flucht, wurde jedoch von Goldschagg«ingeholt, gestellt und der Polizei übergeben. Oer Mädchenmord in Neukölln. Mathilde Rollands merkwürdige Veranlagung. Der rätselhafte Tod der Mathilde Rolland hat die Mord- kommission Albrecht-Lietzenberg vor eine schwere Aufgabe gestellt. Das Mädchen hatte, wie die Vernehmung zahlreicher Zeugen jetzt einwandfrei ergeben hat, masochistisch-sadistische Neigungen. Erfahrungsgemäß bilden diese Momente bei der Aufklärung von Kapitalverbreck>«n stets ein großes Hindernis. Die Angaben der Zeugen sind oft unklar und bewußt zurückhaltend. Erschwerend ist noch der Unistand, daß die frühere Wirtin der Rolland in der Kaiser- Friedrich-Straße verstorben ist und über den Umgang des Mädchens nicht mehr befragt werden kann. Die Eheleute Z e i tz in der Friede!» straße kannten di« Rolland erst knapp 24 Stunden und konnten sich natürlich kein Bild von ihr machen. So ist die Mordkommission nur auf die Angaben der Zeugen angewiesen. Ein Teil der Freunde und Bekannten, die das Mädchen am Sonntag besucht haben, sind bereits ermittelt. Sie kommen alle für den Mord nicht in Frage. Zwischen dem Mörder und seinem Opfer hat b e st i m m t kein schwerer Kampf stattgefunden. Die Kisscck auf dem Sofa und die Reste der Frücht« und Zigarettenstummel auf dem Tisch deuten darauf Hu, daß Mathilde mit ihrem Besuch genrütlich gesessen und geplaudert hatte. Vielleicht wird die Sektion die unmittelbare Todesursache er- geben und so mithin eine gewisie Klärung bringen. Der Polizeipräsident hat auf die Ergreifung des Täters eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. W a h l g a n g, daß es überhaupt zu keinem zweiten kommt. Gelingt es, am 13. März die faschistische Reaktion zu schlagen, dann ist der politische Krisen- und Hauptgefahrenpunkt über- wunden. Auch die preußischen Wahlen können dann die Entscheidung für den Faschismus nicht mehr bringen. Die Hugenberg-Presse von heute morgen feiert die Kan- didatur Duesterberg und meldet kurz und trocken hinterher die Kandidatur Hitlers. Die„DAZ." dagegen stößt ein schreckliches Wehgeheul aus: sie äußert gegen Hitler stärkste Bedenken und jammert:„SeinSieg, andenwirnicht glauben, ebenso wie seiner Niederlage, die uns wahrscheinlich scheint, bedeuten schwere Belastungen für die Nation." Die gebeugte„DAZ." möge sich wieder auf- richten: die deutsche Nation hat schon zuviel ertragen— sie wird es auch ertragen, daß Adolf Hitler eines Tages als blamierter Europäer die politische Arena verläßt! Ja. je eher dieser unvermeidliche Augenblick eintritt, desto besser wird es für die Nation sein. Möge die„nationale Opposition" am 13. März gründ- liche Prügel beziehen. Dann wird er ein nationaler Festtag! Razi'Abgeordnete. Betrug- Diebstahl- Sittlichkeitsverbrechen Darmstadt. 23. Februar.(Eigenbericht.) Der sozialdemokratisch« Abgeordnete Widmann hat im Hessischen Landtag eine Kleine Anfrage eingebracht, in der es heißt: „Sicherem Vernehmen nach sind drei Mitglieder der nationalsoziali st ischen Landtagsfrattion wegen schwerer ehrenrühriger Delikte vorbestraft: einer wegen Beihilfe zum Betrug mit 6 Wochen Gefängnis, ein anderer (Buttler-Eberstadt, der sich selbst in den unteren Teil des Rückens schoß und einen Ueberfall durch Gegner vortäuschte) wegen quali- sizierten D i e b st a h l s in mehreren Fällen mit 2 und 3 Monaten Gefängnis, ein dritter wegen Sittlichkeitsvergehens mit 4 Monaten Gefängnis. Im Interesse der von den Nazis erstrebten Sauberkeit des öffentlichen Lebens wird angefragt: Was ist der Regierung über diese Fäll« bekannt? Llnd ein würdiger Unterführer. Darmstadt, 23. Februar. �Eigenbericht.) Der bisherige hessische Nazigauredner und Gauunter- führer Coen ist zur Kommunistischen Partei über- getreten. Eine kommunistische Erwerbslosenkundgebung in Darmstadt empfing den Abtrünnigen mit bravlendem Beifall in den Reihen der„revolutionären Bewegung", obwohl er noch vor kaum vier Wochen in öffentlicher Naziversammlung die k o m m u n i st i- schen Arbeiter als Verbrechergesindel, Untermenschen und Zuhälter tituliert hatte. Coen rühmt sich, mehr als 9 Jahre der Nazipartei angehört zu hoben. Die hessische Nazipressestelle teilt zu seinem Austritt jedoch mit, daß er wegen Veruntreuung von Parteigeldern nach nur ein- jähriger Mitgliedschaft ausgeschlossen worden sei und„gratuliert" den Kommunisten dazu, daß„der Bolschewismus jeden Abschaum bereitwilligst" aufnimmt. Daß dieser„Abschaum" aber bis vor kurzem noch ein„großer" Nazi war, wie er jetzt ein„großer" Kozi ist, hat die Nazipressestelle vergesien. Hetze der Bürgerknegspreffe. lüqen sollen von den Aazi-Bluttaten ablenken. Die Bundespressestelle des Reichsbanners teilt mit: Reuerdings ist festzustellen, daß die Presse der„Nationalen Oppo- sition" für all« Zusammenstöße usw., die sich im Lande ereignen, die Eiserne Front und das Reichsbanner verantwortlich macht. Bei dieser systematischen Hetze tritt besonders die„Berliner Vörsen-Zeitung" in den Vordergrund, die seit Jahren die schmutzigste Verleumdung des Reichsbanners betreibt. In Nr. 89 vom 17. Februar 1932 berichtet sie über Zusammenstöße zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten in einer Hitlerversammlung in Düsseldorf, und in Verbindung damit von Auseinander- setzungen zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerangehörigen. Di« Meldung ist mit der Ueberschrist„Eiserne und Rote Front „schützen" das Recht der Meinungsfreiheit des deuffchen Bürgers" versehen und erweckt den Eindruck, als ob ein gemeinsames Handeln zwischen Reichsbanner und Kommunisten vorliegt. Der„V ö l- tische Beobachter" bringt dieselbe Meldung unter der Ueber- schrift„Reichsbanner und KPD. morden gemeinsam". Der Meldung liegt, soweit sie das Reichsbanner betrifft, folgender Vorgang zugrunde:■■■•. In Düsseldorf wurde unter den Nationalsozialisten das Gerücht verbreitet, einer ihrer Parteiangehörigen sei in der Nähe des Volks- Hauses niedergeschlagen und in das Volkshaus gebracht worden. Infolge dieses Gerüchtes kam es zu Ansammlungen der Nationalsozialisten, die versuchten, in das Voltshaus«in- zudringen. Im Voltshause versammelte Reichsbannerleute drängten sie zurück, bis die Polizei erschien. Die polizellichen Feststellungen ergaben, daß sich ein Nationalsozialist nicht im Voltshause befand. Das Gerücht ist offenbar von den Nationalsozialisten selbst ausgesprengt worden. Diese Feststellung läßt erkennen, wie die Verunglimpfungen der Eisernen Front und des Reichsbanners durch die„Berliner Börsen- Zeitung" und den„Völkischen Beobachter" zu bewerten sind. Im übrigen aber beweist die Totsache, daß bisher die„Berliner Börsen- Zeitung" mit keiner Zeile zu der viehischen Ermordung des Landarbeiters Bassy in B a n k a u(Kreis Kreuzburg) durch nationalsozialistische Gewalthausen Stellung genommen hat, daß sie mit zweierlei Maß mißt und jede Gewaltat der National- sozialisten mit dem Mantel einer allerdings recht unchristlichen Nächstenliebe zudeckt. Ginnfeins Wahlsieg. Doch keine absolute Mehrheit für de Valero. Dublin. 23. Februar. Das Ergebnis der Wahlen im Irischen Freistaat liegt jetzt mit Ausnahme der sieben Wahlkreise von Sligo-Leitrim, wo die Wahlen ausgeschoben worden sind, o o l l st ä n d i g vor. Der Stand der Parteien ist folgender: Republikaner(ehemalige Sinn Feiner unter Führung de Valeras) 68 Abgeordnete, Regie- rungspartei S3, Unabhängige und Farmer IS, Arbeiterpartei und Unabhängige Arbeiterpartei 9, Sprecher(neutral) l. Die Ge- Winne und Verluste verteilen sich wie folgt: Republikaner gewinnen 14 Sitze und verlieren 1, die Regierungspartei gewinnt 1 Sitz und verliert 9. Unabhängige und Farmer gewinnen 3 und verlieren 5, die Arbeiterpartei gewinnt 2 und verliert S Sitze. Die letzten Ziffern zeigen, daß de Valeras Republikaner zwar die größte Parlamentspartei geworden sind, daß sie aber, selbst wenn sie alle noch ausstehenden sieben Sitze gewinnen sollte, keine absolute Mehrheit haben und somit auf ein E i n v e r- nehmen mit der Arbeiterpartei angewiesen sind. Wie„Times" melden, bestehen zwischen beiden Parteien ober Meinungsverschiedenheiten. Die Arbeiterpartei soll bereit sein, de Valeras Wirtschaflsprogramm zu unterstützen, eine Zerreißung des eiiglisch-irischen Vertrage» soll sie ober ablehnen. Die Erfüllung des Wunsches de Valeras, den Treueid abzuschaffen, würde dem Freistaat die Stellung eines britischen Dominions nehmen und auf die Proklamierung einer unabhängigen Regierung hinauslaufen. Di« Arbeiterpartei aber fei entschieden gegen eine solche Ent- Wicklung. Todessturz auf die Straße. Unweit der Potsdamer Brück«, in der Straße Blumeshof 17, spielte sich heut« vormittag ein aufregender Vorfall ab. Die in dem Hause beschäftigte 42 Jahre alle Buchhallerin Fried« B. aus Zehlendorf. Hochsitzweg. stürzt« sich aus dem vierten Stockwerk auf die Straße hinab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. Das Motiv zur Verzweiflungstat ist noch unbekannt. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Leder SA.-Mann ist bewaffnet! Hitlers Bürgerkriegsiruppe ist zum Mord ausgerüstet Der Besitz einer Waffe beendet bei der SA. di« Mitgliedschaft, so hat Hitler bei einigen seiner gerichtlichen Legalitätseide ausgesagt. Am Donnerstag, dem 18. Februar 1932, fand in Schiersfeld in der Pfalz ein« öffentliche Versammlung zur Gründung der Eisernen Front statt. Die Nationalsozialisten hotten aus der ganzen Umgebung alle nur verfügbaren Kräfte mobilisiert, um die Gründung der Eisernen Front in Schiersfeld zur Unmög- lichkeit zu machen. Die Gendarmerie hatte Lunte gerochen, war in nennenswerter Stärke erschienen, und nahm eine scharfe Waffen- kontroll« am Saaleingang vor. Dabei wurden nationalsozialistischen Bersaurrnlungs- befuchern schon vor Beginn der Versammlung 18 ge- ladene Revolver abgenommen. Weitere Revolver wurde» noch während und nach der Versammlung beschlagnahmt, die die Eigentümer vergeblich zu ver- stecken suchten. Kein einziger dieser Nazis war unbc- lvaffnet. So konnte die Gendarmerie über 10V Totschläger, Gummiknüppel und Schlagringe beschlag- nahmen. Als die außerhalb des Versammlungsraumes zusammen- geschlossenen großen Trupps von Nationalsozialisten von der Waffen- kontrollc hörten, verschwanden sie, sonst wäre die Daffenausbeute der Behörde wahrscheinlich noch größer gewesen. Bei Angehörigen der Organisationen, die die Eiserne Front bilden wollten, wurde kein« einzige Waffe gefunden. Am Schluß der glänzend verlaufenen Versammlung wollten die Nazis das Ho.st-Wesfel-Lied anstimmen. Die Arbeiter fuhren von ihren Sitzen hoch und ein einstimmiges„Ruh e" dröhnte den Nazis entgegen. Da letztere keine Waffen mehr hatten, blieb ihnen ihr eben begonnenes Lied im Halse stecken. Da sich die außen aufgestellten Nazis verkrumell hatten, alar- mierte die Gendarmerie vorsichtshalber noch das Ueberfallkommando aus Kaiserslautern. Dieses nahm außerhalb des Versammlungs- lokals noch ein« planmäßige Durchsuchung der umliegenden Gärten vor. Hier wurde noch eine große Portion weggeworfener Waffen gefunden. Wer hat diese Scharen bewaffnet? Dies« Organisation Be- waffneter zeigt, welches Vwlbad die führenden Persönlichkeiten der Nationalsozialisten bei jeder Gelegenheit unter der Arbeiterschaft anrichten möchten. 8800 Meter mit dem Freiballon Oer erste Vortrag der Höhenfahrer Auf der 460. Vereiusverfammluug des Berliner Vereins für euftfchiffahrt spräche» die beiden Areiballon-höheufahrer Schuhe und Suckstorff zum ersten Male über ihren kürzllch von viller- feld aus erfolgten Aufstieg in die Substrakofphäre auf zirka 9990 Meter höhe. Schütze schildert zunächst die Vorbereitungen für die Höhensahrt, die Erprobung des Dräger-Sauerstoffgerätes. der Instrumente usw. auf einer kürzeren Ballonfahrt, die dann auch dazu führte, daß Dr. Giese, der ursprünglich für den eigent- lichen Aufstieg als Führer ausersehen worden war, auf ärztliches Anraten von der Höhensahrt zurücktrat. Auf Grund der bei der Vorbereitungsfahrt getroffenen Feststellungen habe man sich er- rechnet, daß man eine Höhe von 8S99 Meter erreichen würde. Am 18. Februar erfolgte dann vormittags um s4l0 Uhr in Bitter- selb der Start, und bereits nach zwei Stunden waren 8999 Meter Höhe erreicht. Weitere Ballastabgabe war dann nicht mehr möglich, weil man die letzten acht Sack Balast für die Landung benötigte. Aber auch ohne Ballastabwurf stieg der Ballon nach einer weiteren Stunde auf die dann festgestellte höchste Höhe von 8899 Meter. Dabei kam es zu einem Zwischenfall, der die Ballonfahrer vorübergehend in eine gefährliche Situation brachte, denn bei dem Hantieren mit den Ballastsäcken wurde das Dräger- gerät leicht beschädigt und die Sauerstoffzuführung setzte aus. Glucklicherweise war aber ein Ersatzgerät vorhanden, so daß es den Lustfahrern noch möglich war, einige Zeit in dieser Höhe von fast 9999 Meter zu verwsllen. Unter Kälte hatten sie nicht zu leiden, sie waren sogar m der Lage, ohne Handschuhe zu arbeiten. Der Abstieg erfolgte dann ohne Schwierigkeiten durch Oeffnen des Ventils. Bei der Landung riß der Ballonkorb zwei Kirschbäume um, wurde dadurch aber zum Glück so stark gebremst, daß er noch rechtzeitig vor der in bedrohlicher Nähe vorüberführen- den Hochspannungsleitung zum Stillstand kam. Nachdem dann noch Suckstorff über die bei dieser Höhensahrt verwendeten Instrumente und ihre Arbeit gesprochen hatte, kam es zu einer ausführlichen Debatte, insbesondere um die Einflüsse derartiger Höhen auf den menschliche� Organismus. An der Aussprache beteiligten sich Professor Berson, Ge- heimrat Sllhring, sowie zahlreiche Flieger. Zum Schluß der Ver- anstattung sprach Fluglehrer Gerhard G ö h l e r über den Auto- schleppflug als der neuesten Methode der Segelslugschulung. Diese neue Start- und Schulmethode mache die Segelflieger unab- hängig von bergigem Gelände und vom Wind, eine Voraussetzung sei aber ein geeignetes Auto und ein entsprechend festes Flugzeug. Die bisher üblichen Segelflugzeuge müssen entsprechend der erhöhten Beanspruchung auch fester gebaut w-rden. Im Auftrage des DLV. arbeste Wolf Hirth bereits an der Kanstriiktinn eines geeignete» Autoschleppsegelflugzeuges. Die Eiserne Front marschiert Massenkundgebungen im ganzen Lande Essen, 23. Februar. Am Montagabend sprach der Reichsbannerführer Hölter- mann im Stadtgartensaal vor der republikanischen Bevölkerung Groß-Essens. Er sagte, daß die Eiserne Front am 13. März ihre erste große Schlacht schlagen werde: die zweite werde die Preuhenwahl sein. Das Ziel der Eisernen Front sei die Er- Haltung und Erfüllung der Verfassung von Weimar. Sie wolle endlich den ewigen Drohungen mit dem Bürgerkrieg ein Ende be- reiten. Wenn die Reaktion die Macht ergreifen sollte, so werde sie die gesamte Arbeiterschaft geschlossen gegen sich haben und die Ereignisse, die dem Kopp-Putsch gefolgt seien, würden sich wieder- holen. Der Gewalt setze die Eiserne Front wieder Gewalt ent- gegen. Nach Höltermann sprach Brandes vom Freien Metall- arbeiter-Verband und Wermelskirchen von den freigewerk- schaftlichen Eisenbahnern. Kommunistische Störungsversuche wur- den unterbunden Demonstration in Görlitz. Görlitz. 23. Februar. Die Eisern« Front veranstaltete heute abend in Görlitz gleich- zeitig in drei Sälen eine Massenkundgebung, in der fünf Redner über die Ziele und den Kampf der Eisernen Front sprachen. Das Hauptreferat hielt das Reichsausschußmitglied des Reichsbanners, der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Soll- Am Niederrhein. In 29 Versammlungen und Kundgebungen in Stadt und Land marschierten am Sonntag, dem 21. Februar, 37 999 Männer und Frauen auf. Sie schworen rücksichtslosen Kampf dem National- sozialismus, der mit ihm verbündeten Großindustrie, Junkertum und Fürstenknechten. Sieben Todesopfer einer Explosion. Zwei Feuerwerksmagazine in die Lust geflogsn. Bangalore. 33. Februar. Durch Unvorsichtigkeit einiger junger Leute explo- vierten zwei Magazine, in denen Feuerwerkskörper lagerten. Dabei kamen sieben Personen«ms Leben, zwei weitere wurden verletzt. So werden Arbeiisamier betrogen. Unterstützungen auf gefälschten Bescheinigungen. Der Angeklagte Walter M. zog als Schauunternehmer mit seinem Assistenten und einigen jungen Mädchen auf Rummelplätze und veranstaltete sogenannte Illusionsatte, bei denen er Tricks mit verschwundenen Mädchen und ähnliche Darbietungen zeigte. Da das Geschäft wenig einträglich war, veranlaßt« der Unternehmer, der Sohn eines Polizeibeamten und gelernter Schlosser war, daß ihm fein Assistent eine Arbeitsbescheinigung aus- stellte, wonach er seine Stellung wegen Geschäftsaufgabe verloren habe und bei ihm, dem Assistenten, als Schlosser angestellt sei. Aus Grund dieser gefälschten Bescheinigung bezog M. Arbeitslosenunter- stützung. Da der Betrug das erstemal nicht entdeckt wurde, wieder- holte er ihn noch zweimal, so daß er im Laufe der letzten zwei Jahre 1299 Mark vom Arbeitsamt ausgezahlt erhielt. Nachdem das Betrugsmanöver beim drittenmal ent- deckt worden war, gab der Assistent bei seiner Vernehmung an, daß er den Wunsch des Schauunternehmers hätte erfüllen müssen, um seine Stellung nicht zu verlieren. Das Schöffengericht Berlin- Mitte oerurteilte den Schauunternehmer M. wegen vollendeten Be- trugs in zwei Fällen und wegen versuchten Betrugs in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung zu sechs Monaten Gefäng- nis und den Assistenten wegen Beihilfe zu diesen Straftaten zu zwei Monaten zwei Wochen Gefängnis. �Zuchihausstrafen für Wilderer. Magdeburg. 23. Februar. Das Magdeburger Schwurgericht verurteille die Arbeiter Zimmermann und Blästng wegen versuchten Totschlags und ver- schiedener anderer Vergehen zu einer Strafe von sechs Jahren Zuchthaus, 19 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizei- aufstcht. Der Arbeiter Broumann wurde zu sechs Monaten Gefäng- nis oerurteilt.— Die Angeklagten hatten beim Wildern in der Otterslebcner Jagdflur den Jagdaufseher Schache und den Vor- arbciter Freidank durch Schüsse schwer verletzt. Hitlers„Illustrierter Beobachter" wurde von der Münchener Polizeidirektion für drei Wochen verboten und die neue Nummer vom 27. Februar beschlagnahmt. Die Ursache des Verbots ist das Titelbild und ein dazu gehöriger Artikel über die Reichs- Präsidentenwahl, in dem die Person Hindenburgs verunglimpst wird. Emil Schmidt 65 Jahre all. Unser langjähriger Parteigenosse, der Abtellungskassierer der Ortsgruppe Neukölln und Kreiskassierer des Reichsbanners, Emil Schmidt, feiert heute seinen 65jährigen Geburtstag. Wetter für Berlin und Umgegend: Im ganzen etwas kühler, zeitweise aufklarend, besonders nachts. Keine wesentlichen Nieder- schlage, schwache Winde.— Für Deutschland: Im Westen und Süden ziemlich mildes und vielfach neblig-trübes Wetter mit vereinzelten leichten Niederschlägen, in Mitteldeutschland etwas kühler und zeit- weiliges Aufreißen der Bewölkung, im Osten wolkiges bis heiteres Frostwetter. Stalin imitiert Mussolini. politische Emigranten verlieren Staatsbürgerschaft. Moskau. 22. Februar. Da» Präsidium des Zeukralvollzugsausschusses Hai uach einer sowjelamlllcheu Mitteilung eine Liste von im Ausland lebenden Emigranten veröffeulltcht, die bisher noch im Besih eines Sowjelpasses sind uud die wegen ihrer konterrevolutiouären Tätig- keil die Bürgerrechte in Sowjetrußland verlieren. Zhnen wird die Einreise in die llniou der Sowjekrepublikeu auch mit Papieren aooläudischer Mächte verboten. Die Liste enthält 37 Namen vou Mitgliedern der Trotzki-Opposilion. der ehemaligen sozial- revolutionären Partei, der sozialisiischeu Menschewislen usw. In der amtlichen Mitteilung werden folgende Namen besonder» ge- nanvt: Trotzki, Abramowitsch. von. Garwi. Po- trosow. Domanewskaja. * Einmal kopiert der italienisch« Faschismus den russischen Bol- schewismus, das andere mal umgekehrt. Die Entziehung der Staats- bürgerrechte für die im Auslande lebenden politischen Flüchtlinge ist eme alte Erfindung Mussolinis. Sie hat den Kampfesmut der„Fuorisciti" nicht zu brechen vermocht. Die gleiche gegen unsere russischen Genossen und gegen Trotzki verfügte Maßnahme Stalins wird genau so wenig Erfolg haben. Außerdem hat sie ja nur theo- retische oder sogar„symbolische" Bedeutung, denn wenn die Emi- granten die Sowjetgrenze wieder überschritten, wäre ihnen die Gewehrsalv« einer GPU.-Rott« in irgendeinem Gefängniskeller sicher._ Demagoge Kube gegen Beamte. Eine kleine Anfrage In einer Kleinen Anfrage des nationalsozialistischen Landtags- abgeordneten, Kube war die Verweisung eines Schülers von einer höheren Schule in Frankfurt a. d. O. zur Sprache gebracht worden. Angeblich soll die Verweisung des Schülers durch den Oberstudien- dlrektor Dr. C g g e r s gemeinsam mit dem Klassenleiter Schulze erfolgt sein, weil der Schüler dem nationalsozialistischen Schülerbund angehört haben soll. In der Kleinen Anfrage wurden u. a. an das Staatsministerium folgende Fragen gerichtet: „3. Ist sich das Staatsministerium darüber klar, daß seine aegenwärrige Haltung nach den nächsten preußischen Landtags- wählen die schärfsten Gegenmaßnahmen gegen diejenigen hervor- rufen wird, die heute im Gegensatz zur Verfassung von Weimar deutsche Menschen wegen ihrer politischen Gesinnung unter Aus- nahmerecht stellen? 4. Ist sich das Staatsministerium darüber klar, daß Beamte, wie der Oberftudiendirektor Dr. Eggers und der Klassenleiter Schulze, nach den nächsten preußischen Landtagswahlen gericht- licher Verfolgung übergeben werden wegen Amtsmißbrauches und Verletzung der Bestimmungen der Verfassung von Weimar?" Wie der Amtliche Preußische Presiedienst mitteilt, hat der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf die Kleine Anfrage folgende Antwort erteilt: „Bei seiner Vernehmung hat der Schüler Karl- Heinz Ewald vom staatlichen Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt a. d. O. aus- drücklich bestritten, Mitglied des Nationalsozialistischen Schüler- bundes zu sein. Seine Verweisung ist auch nicht aus diesem Grunde erfolgt. Obwohl sich hiernach die Antwort auf die weiteren Fragen erübrigt, stelle ich im Einoernehmen m>t dem Herrn Minister des Innern feftt, daß die Fragen zu 3 und 4 lediglich dem- agogisch und dazu bestimmt sind, unter Mißbrauch der Rechte des Abgeordneten, Beamte, die nichts weiter als chre Pflicht getan und die Verfassung gewissenhaft beachtet haben, unzulässigerweise einzuschüchtern." 1240000 Wohlfahrtserwerbslose. 3n Preußen kommen auf 1000 Einwohner 31,9 Wohlfahrte unterstützte. Die Zahl der von den Gemeinden betreuten Wohlsahrts- erwerbslosen ist im Januar weiter sehr erheblich gestiegen. Nach der Erhebung des Preußischen Statistischen Landesamts vom 3l. Ja- nuar sind in Preußen 1216 328 vom Arbeitsamt anerkannte Wohl- fahrtserwerbslose bei den Bezirksfürsorgeoerbänden gezählt worden gegenüber 1 112 844 am Ende des Vormonats, so daß sich im Januar eine Zunahme um 103 484 oder 9.3 Proz. ergibt, die zwar etwas geringer ist als im Dezember(113 239), aber fast die doppelte Höhe des Zuwachses im Vergleichsmonat des Vorjahres (33 330) erreicht. Gegen den 31. Zauuar 1931 hat sich die Wohlfahrtscrwerbs- loseazahl um 576 ögv oder 90.2 proz. erhöhl. Auf 1000 Einwohner entfallen im Staatsdurchschnitt jetzt 31,9 Wohlfahrtserwerbslose. Einschließlich der Unterstützten, deren An- erkennung als Wohlfahrtserwerbslose nur am Stichtage vorn Arbeitsamt noch nicht ausgesprochen gewesen ist(Ende Januar 23977), ist die Gesamtzahl der von den preußischen Bezirksfürsorgeoerbänden laufend unterstützten Wohlfahrtserwerbslosen von rund 1 133 000 Ende Dezember 1931 auf 1 240 000 Ende Januar 1932 angewachsen. Von den Wohlfahrtserwerbslosen haben 4 S 1 9 6(Dezember 31 160) in Fürsorge» oder Notstandsarbelt gestanden. Wie schon in den letzten drei Monaten des Vorjahres ist auch im Januar 1932 der Zugang an Wohlfahrtserwerbslosen in den Land- gemeinden(-4-13.7 Proz.) und kreisangehörigen Städten (+ 10,3 Proz.) wieder stärker gewesen als in den Stadtkreisen (+7,9 Proz.)._ Nazi-Terror auf der Stadtbahn. Ein größerer Trupp aus einer Versammlung kommender Nazis stieg gestern nacht um 1144 Uhr in Treptow aus der Ringbahn in die Stadtbahn um und gebärdete sich derart. als seien sie schon im Dritten Reich angelangt.„Deutschland er- wache...".„Heil Hitler" brüllten sie den Fahrgästen zu. um sie zu provozieren und zu terrorisieren. In Schöneweide wandte sich ein älterer Herr gegen das wüste Treiben der Nazihorden, das sie auf den Bahnsteigen der verschiedenen Hallestellen fortsetzten. Seine Bemerkung wäre ihm sehr übel bekommen, wenn nicht ein Polizeioffizier zwei Hakenkreuzler, die sich auf ihn stürzen wollten, im letzten Augenblick von der Tür des Wagens zurück- gerissen hätte. Ob der eine oder andere der übelsten Schreier auf den Bahnhöfen festgestellt wurde, konnte nicht beobachtet werden, ist auch kaum anzunehmen, da sich kein Stationsvorsteher mll der Bande einlassen wollt«. Bei größeren Deranstallungen der NSDAP., wo nachdem ähnliche Belästigungen der Fahrgäste der Ring- und Stadtbahn erfahrungsgemäß zu erwarten sind, müßte Vorsorge getroffen werden, um die heulenden Derwische in ihre Schranken zu verweisen. Arbeitslose dichten Von Max Eck-Troll Fast täglich senden mir Arbett-lose Gedichte. Die besten Ge- dichfcs aller Zellen und Völker hat das Leid, das Erleiden zum Schöpfer. Heinrich Heines schönste Lieder dichtete er in seiner „Matratzengruft". Zu allen Zeiten suchte der unglücklich Liebende Trost im Reinemachen. Der Arbeitslose als Dichter ist so eigentlich erst eine Erscheinung der Nachkriegszeit. Wir kennen die Ursachen oieser fürchterlichen Arbeitslosigkell: Wellkrieg mit seinen schweren finanziellen Belastungen für die Staaten, die Rationalisierung der Betriebe, das„laufende Band", die Ueber-Beoölkerung und die nicht genügend herabgesetzt« Ar- beitszeit. Durch fast all« Gedicht«, die mir in den letzten Monaten von „Arbeitslosen" zugeschickt wurden,(stht diese schaudervolle Hoffnungslosigkeit, je wieder Arbeit zu be- kommen.* Und ein einziger Aufschrei geht durch all« dies« Gedicht«: »Gebt uns Arbeit?� Dieses Nichtstun macht das Leben wertlos. Zu einer Sache, die man leichthin wegwirft. Daher auch nach dem Krieg die höchste Selbstmordziffer seit Jahrhunderten. Millionen verschlingen ein Buch nach dem anderen. Oft üble Kriminalromane. Viele lesen ja auch nicht, um sich wellerzubilden. Betäuben wollen sie ihre niederdrückend« Hoffnungslosigkeit, di« besonders entmutigend wirkt nach den ersten Monaten der Erwerbs- losigkeit, da alles Bemühen. Arbell zu finden, vergebens war, die letzten Ersparnisse für Papier, Briefbogen, Umschläge und Porto für Bewerbungsschreiben nutzlos ausgegeben sind. Für viele ist dann Feder und Papier Trost. Sie dichten. Ein Kaufmann aus Frankfurt am Main— nach Beendigung der Lehrzeit abgebaut— schreibt drei Jahre nach seiner Kündigung: Drei Jahre arbeiislos. Ich bin jetzt schon drei Jahr« arbeitslos. Das kann doch nicht so weitergehen, Vielleicht gewinn ich doch noch mal dos groß« Los! Einmal muß schließlich doch etwa» geschehen! Seit langem geht's mir hundeschlecht, Mein Aeußeres ist ziemlich mitgenommen! Das Schicksal ist doch hart und ungerecht, Jch find: Ich habe schrecklich abgenommen. Als man mich seinerzeit entlassen, Da sagte man:„Es tut uns leid. Wir müssen leider sparen!" Ich kann Joch deshalb meinen Chef nicht hassen, Er, könnt' am Ende nicht an die Riviera fahren. Vorbei die Hoffnung, daß sich endlich Arbell biete, Seit gestern muß ich wieder Kohldampf schieben, Im Nachttisch liegt das letzte Geld zur Miete, Ach, gestern, ja, gab's Brot mit Gelbe Rüben Der Anzug, den ich trage, ist schon ganz zerschlissen. Auch wär' es höchste Zeit, daß ich die Stiefel sohlen ließe, Das Leben ist doch so beschissen! Und wenn es regnet, krieg' ich nasse Füße. Ich glaub' ich werd' die Uhr zum Pfandhaus tragen, Ich muß doch schließlich wieder mal was essen, Mir knurrt seit gestern schon ganz fürchterlich der Magen, Am besten ist's, ich leg mich schlafen, um den Hunger zu vergessen. Und nach weiteren vier Wochen dichtet er: Sie warten nicht mehr auf das Stellenblatt. Sie warten mittags nicht mehr auf das Stellenblott! Sie schreiben auch nicht mehr Offerten. denn davon werden sie ja doch nicht satt. Höchstens, daß sie darüber traurig werden Hat einer Glück, dann heißt es mal in Jahren: „Wir brauchen jemand, stellen Sie sich vor!" Du eilest hin mit frischem Hemd und Kragen und Sonntagsanzug, der schon abgetragen. Und man empfängt dich, tut dich vieles fragen, du hoffest, zllterst, doch man lächell kalt, und alsbald wirst du dann erfahren, daß Männer von vier-, fünfundzwanzig Jahren, doch alle längst schon viel zu alt. Die meisten haben's denn auch aufgegeben, Sie wissen, daß sie doch nichts mehr bekommen, Sie hoffen nicht mehr allMviel vom Leben, daß höchstens sie— vom Arbeits- auf das Wohlfahrtsamt noch kommen. Sie kommen mehr und immer mehr herunter, tun stille all ihr Leid verwinden, pfeifen aufs Leben und all den Plunder, vielleicht geschieht doch eines Tags ein Wunder, indem sie endlich, endlich Arbeit finden. Ein Arbeitsloser aus dem Ruhrgebiet schreibt mir folgendes: Wir fragen. Der Magen knurrt und die Lunge pfeift, Die Kälte mll eisigen Händen uns greift, Durchrüttelt uns alle Knochen. Das Elend macht uns die Augen groß, Wir jammern nicht— fragen das ein« bloß. Wer hat unser Leben zerbrochen? Wer war's, der auf die Straße uns stieß? Ja, war es ein Gott, der uns darum verließ, Well nie wir Choräle sangen? Wart ihr's vielleicht, die ihr trinkt und eßt lind im satten Schlaf die anderen vergeht, Ihr, mit den noch feistroten Wangen? Wir grübeln vor den Häusern herum, Wir frieren in Luinpen— und tragen es stumm. Doch wenn an Türen wir pochen, Dann zeigen wir starr auf unser Los, Dann betteln wir nicht, dann fragen wir bloß: Habt ihr unser Leben zerbrochen? So geht es durch zahlreiche Gesichte von Arbeitslosen, die nur zugesandt wurden. Immer und immer wieder dieser Aufschrei gegen diese körper- liche und vor allem seelische Not des Erwerbslosen. Immer dieser Schrei nach Arbeit! Man sollte solche„A r b e i t s l o s c n- G e d i ch t o" s a m m« l u und als Buch herausgeben..•+ „Rasputin". Eapitol Ein« der seltsamsten Figuren, des Zarenreiches in der Zell seines Absterbens, Rafputin, der Bauern-Wundertäter, der auf die zarische Famllie und die Politik maßgebenden Einfluß gewann, ist schon einmal als Fllmhelo auserkoren worden. Den Spuren des stummen Fllms folgt jetzt der Tonfllm in der gleichen Stoffwahl. Russisches Milieu und russische Eigenart ist mll Hllfe russischer Be- rater wohlgetroffen, aber weder di« Manuskriptverfasser, noch der Regisseur Adolf Trotz haben diesen Hexensabbath von bäuerischer Kraft, Wollust und Aberglauben und einer bekadenden Hofgesell- schaff den entsprechenden Ausdruck zu geben vermocht: der Film ist zu korrekt, begnügt sich mit den Aeußerlichkeiten. Er ist eine Chronik der bekanten Begebenheiten, aber er wühlt nicht auf, er zeigt nicht die ganze Morschheit und Bercerbcheit der herrschenden Schicht, er hat nicht den Taumel und die Scelengewalt des großen Zauberers, so sehr er auch Orgien auf Orgien häuft. Conrad Heidt ist der Rafputin, sparsam im Wort(wie übrigens der ganze Tonfllm), sparsam auch in der Geste und in der Verwendung seiner oielgerühmten Dämonie. Er sst kein bäuerischer Willensmensch. nicht das große Tier mit seinen Ilrinstinkten, sondern eher«in ver- feinerter Nervenmensch mit großer suggestiver Gewalt und der Lust am Spiel mll den Frauen. In den letzten Szenen, da er vom Fürsten Jussupoff zur Strecke gebracht wird, aber sowohl dem Grst wie den Revoloerschüssen lange widersteht, gewinnt er seine ganze Größe: das lange, schmal« Gesicht nimmt visionären Ausdruck an, die Augen versetzen den übrigens wenig russischen Fürsten in Angst und verbreiten Entsetzen um sich. Aber der ganze Rasputin wird uns nicht klar, es fehlt an der psychologischen Vertiefung. Alle anderen Figuren verblassen daneben, sie sind fast gar nicht herausgearbeitet und dienen nur als Hintergrund. Die Musik untermalt kräftig die Borgänge.__ r. Eine Kartothek für �Millionen Karten. Zur raschen und übersichllichen Bearbeitung von iX Millionen Ausweisblöttern ist bei der Zentralsozialversicherungs-Anstall in Prag ein neues Kartotheksystem eingeführt worden, über das Dr.' Schmidt-Frisdländer in„Reclams Universum" berichtet. Zu der Anstatt gehören 244 Millionen Personen, von denen Karten gesichrt werden. Im ganzen hat die Anstalt 444 Millionen Aus- weisblätter aufzubewahren und zu verabreichen. Diese Menge würde, ein Blatt aufs andere gelegt, sich zu einer Säule von 3000 Metern Höh« auftürmen. Aller dieser Schwierigkellen ist man nun durch eine Stahl-Kartothek Herr geworden, die eigens zu diesem Zweck angelegt wurde und jetzt fertiggestellt ist. Di« Kartothek, di« aus Stahl besteht, beansprucht einen ver- hältnismäßig geringen Raum, ist Übersichtlich, unbedingt zuverlässig und ermöglicht ein sehr schnelles Arbeiten: sie befindet sich an den beiden Längsseiten eines Saales mll Oberlicht. Je 340 Schubladen von 3 Metern Tiefe, die aus Stahl lisch bestehen, bilden einen Kortothekblock. und vier solcher Blöcke sind auf jeder Delle, so daß also im ganzen acht Blöcke mll 2720 Schubladen vorhanden sind. Jeder dieser 3 Meter hohen Blöcke wird nun mit Hllfe eines be- wsglichen Arbeits st uhles bedient. Durch einen Druck auf einem Knopf kann der auf dem Stuhl sitzende Beamte nach Belieben in waagerechter oder senkrechter Richtung am Block«nt» lang oder hinauf oder hinunterfahren, ja, er kann sich sogar in schräger Richtung bewegen. Visher ist das Material nach den Namen der Versicherten geordnet: neuerdings geht man zum Ziffern, fystem über. Nach der früheren Art der Registrierung würde man für di« 444 Millionen Blätter ein« Fläch« von 1730 Quadratmetern gebraucht haben, während jetzt alles bequem in einem Raum unter- gebracht sst. Max Adalbert als Hasenklein. Im Komödienhaus, das zur Zett von der Gastdirektion Lippschütz verwaltet wird, spielt jetzt Max Adalbert die Titel- rolle in„Hasenklein kann nichts dafür". Die polttifche Parodie dieses amüsanten Schwanks sst nicht gerade neu und tiefgründig— manches könnte aus Freytags„Journalisten" stammen— aber der kleine Schneidermeister, den der grotesk Zufall auf den Platz des Ministerpräsidenten führt, bietet die Möglichkell zur Entfaltung großer SchauspieUunft. Adalbert gibt ihn als ein erwachsenes „enkant terridle", das sich in feiner gesstigen Armut nicht vorstellen kann, wie sein Verhallen auf ander« wirkt. So bekommt der ver- bockte Spießer, der in jeder Situation nur das ihn rein persäillich Betreffende begreift, durch Adollert noch eine besonder« Not« von tapsiger Grobheit. Den Höhepunkt erreicht Adalbert, wenn ihn im Taumel des Erfolges der Größenwahn packt. Dann sieht man statt Adalbert einen gewissen A d o l f an oer Spitze des Dritten Reiches vor sich. K"-. Eine französische Goelhe-ZNedaille. Zur Feier des 100. Ge- burtstoges Goethes stellt die Pariser Münze ein« Medaille her, die von R. Benard nach dem berühmten Medaillon von David d'Angers geschaffen wird. Die Rückseite der Medaille wird zwei verschieden« Fassungen zeigen. In der einen ist die Begegnung zwischen Faust und Helena dargestellt, während die andere, die für die Straßburger Goethe-Feier bestimmt ist, eine Szene aus der Sttaßburger Zett des Dichters bringt. Auch zwei andere Gedächtnismedaillen werden in der Pariser Münze jetzt hergestellt, ein« zum Gedächtnis Washingtons und eine zum Gedächtnis Spinozas, dessen 300. Geburtstag gefeiert wird. Generalmusikdirektor Kleiber wurde für die Staaisoper auf weitere drei Jahre verpflichtet. Ein Goelhe-Ailm wird unter der künstlerischen Oberleitung des Reichskunstwarts Dr. Redslob und unter Regie van Eberhard Fro- wein, der gemeinsam mit Dr. Redslob das Buch schrieb, gedreht. Im Museum für Raturlundc spricht Mittwoch, 6 Nbr. Professor Moser über den Elbestrand: 8 Uhr Proscssor P a p p e n b e im über selbstötige Melanismen im Fischkärpcr. In der Urania spricht Mittwach, 8.15 Ubr. im Robert-Schumann- Saal Dr. Biehle über„Wunder der W e n s ch°» st i m m c" Prosessor Georg Schumann veranstaltet am 24. Februar und li. Mars im Saal der Singakademie zwei Kammerumsikabende. bei denen das Klingler-Ouartett und Mitglieder der Staatskapelle mitwirken. Di« Jüdisch« Kltinkmlstbühn«„SImchl" wird Donnerstag im Logen- ! in der Äleiststraße eroftnet. Für die fübrenden Rollen ist Hcünv battss—____„ Lebwann verpflichtet. Die Regie sübrt Michael Rasumnv. Riddd Impekoven tanzt das„Neue Programm" Donnerstag und Sonnabend um 8 Ubr im Beetboven-Saal. Ote Reichsbahngesellschast verurteilt. Wegen unberechtigter personalentlasiungen. Die Ortsgruppe Frarrkfurt a. M. des Einheitsverbandes der Eisenbahner führt seit Oktober vorigen Jahres einen Kampf gegen die Frankfurter Reichsbahndirektion. Trotz der zentralen Verein- barungen mit der Reichsbahn-Hauptverwaltung zur Streckung der Arbeit und zur Vermeidung von Entlassungen hat die Frankfurter Direktion auf Grund einer telegraphischen Anordnung des Prä- sidenten Dr Rofer zum 1. November 1331 180 Arbeiler entlassen. Die Arbeitszeitpolitit der Reichsbahn ist bekannt. Ein Teil des Personals hat S4 Stunden und länger Dien st, ander« Teile sind seit Monaten gezwungen, bei 48stündiger Arbeitszeit und kärg- tichstem Lohn monatlich drei Feierschichten zu machen. Seit zwei Jahren hat die Arbeiterschaft der Reichsbahn groß« Opf«r gebracht und bringt sie heute noch, um 33 333 bis 43 333 Ka- meraden vor der Entlassung zu schützen. Trotzdem die Entlassungen in Frankfurt a. M., die den Einheitsoerband der Eisenbahner veranlagten, das Ar- beitsgericht zur Entscheidung anzurufen. Für etwa 83 sreigewerk- schaftlich organisierte Eisenbahner wurde Klage beim Frank- furter Arbeitsgericht eingereicht, das in einigen Einzel- fällen, unter Zurückhaltung aller übrigen, die Reichsbahn zur Wiederein st ellung oder Abfindung mit größeren Geld- betrögen verurteilte. Die Reichsbahn hat gegen diese Urteile Berufung beim Landesarbettsgericht eingelegt, während der Einheitsver- band der Eisenbahner, als Erwiderung auf die Berufung der Reichs- bahn, Anschlußberufung mit dem Antrag einlegte, in Ab- änderung des erstinstanzlichen Urteils, die Abgangsentschädi- g u n g auf das Doppelte, nach dem höchstzulässigen Maß, z u e r- höhen. Das Landesarbeitsgericht hat in seiner Sitzung vom 11. Februar 1932 unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Aschaffenburg die Berufungen der Reichsbahn kostenpflichtig zurückgewiesen und sie außerdem verurteilt, gemäß der eingelegten An- schlußberufung eine um die Hälfte höhere Abgangsentschädigung als im ersten Urteil vorgesehen zu zahlen. Die Urteile sind endgüllig und damit rechtskräftig. Die E iitfchädi gun gssumme n betragen 43 833 bis 53 333 M., die die Frankfurter Direktion ersparen konnte, wenn sie die Arbeiter nicht aufs Pflaster geworfen hätte. Das Urteil besagt, daß die Reichsbahngefellschaft verpflichtet ist, bevor sie zu größeren Entlassungen schreitet, auch für d i e Personole Feierschichten oder kürzere Dienst, und Arbeitszeit durchzuführen, für die bisher keine Feierschichten vereinbart wurden, die aber noch eine verhältnismäßig lange Arbeitszeit von 54 und mehr Stunden zu leisten verpflichtet werden. Sonderleistungen werden nicht gekürzt. Der völlig falschen Rechtsansicht vieler Unternehmer, daß sie auf Grund der Notverordnung berechtigt seien, auch Pensionen und andere außertarifliche Sonderleistungen im gleichen Maße wie die Löhne und Gehälter zu kürzen, trat das Arbeitsgericht Verlin unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Dr. Freund ent- gegen. Eine Buchdruckerei hatte sich verpflichtet, einem früheren Werk- meister, der 44 Jahre bei ihr tätig gewesen war, einen Zuschuß zur Altersrente in höhe von monatlich 23 M. zu zahlen. Anfang dieses Jahres teilte sie ihm mit, daß sie diese Zuwendung um 12,75 Proz., wie die Löhne und Gehälter der bei ihr beschäftigten Arbeitnehmer, auf Grund der Notverordnung kürze und brachte 2,55 M. in Abzug. Der Verband klagte nun für ihn die Differenz ein, die er auch zugesprochen erhielt mit der Begründung, daß die Stotoerordnung nur eine Kürzung der tariflichen Löhne und Gehälter, nicht aber von solchen Leistungen vorsehe, die ganz außerhalb jeden Tarifs im Wege freier Vereinbarung gewährt werden. Diese könnten nur auf Grund gütlicher Vereinbarung zwischen den Parteien herabgesetzt werden. eBuA Zwei polilifche ffiomane Heinz Pol hat mit seinem Buche„Patrioten"(Agis- Verlag, Berlin-Wien) einen historischen Roman aus Deutschlands jüngster Vergangenheit geschrieben. Einen Roman um die rheinische Schwerindustrie, um die Männer, die dies« Wirtschaftsmacht ver- körpern, um ihre Interessen und Einflüsse auf die innere und äußere Politik des Reiches, um die nationalen Phrasen nach außen, mit denen sie sich auf ihren Tagungen als Patrioten dokumentieren und um die materiellen und ideologischen Realitäten, die für ihr handeln allein maßgebend sind. An der Gestalt eines jungen Menschen aus einer alten Offiziersfamilie, der als Leutnant den Krieg mitge- macht hat, der während der Revolution noch militärischer Aben- teurer, in der Inflation aber schon soweit Zivilist ist, daß er Börsen- geschäfte tätigt, wird das Spiel zwischen Wirtschaft und Politik auf- gedeckt, hier ist die Lehrtendenz des Romans geschickt mit dem Aufstieg dieses entwurzelten Militaristen verbunden, der erkennt, daß sich die Machtverhältnisse im Nachkriegsdeutfchland zugunsten der Wirtschaft verschoben haben: sein individuelles hineinwachsen in diesen Wirtschaftskörper durch politische Intrige, Verschleierungs- taktik und Rücksichtslosigkeit ist zugleich ein Deutlichwerden, ein Be- wußtmachungsprozeß der kapitalistischen Wirtschaftsorganisation. Man kann allerdings bei dieser Art von Romanen mit dem Ein- wand kommen, daß sich die Grenze zwischen tatsächlichem und ftktioem Geschehen zu sehr verwischt und der Leser dauernd im Zweifel ist darüber, was ist nun wirkliche Handlung und was er- fundene? Ein Einwand, den man auch bei den letzten Büchern von Ilja Ehrenberg, von dem Heinz Pol eine Menge gelernt hat, machen kann. Aber es kommt hier nicht so sehr auf die naturgetreue Nach- formung wirklichen Geschehens an. sondern auf den Versuch, mit den Mitteln des Romans«inen politischen Stoff lebendig zu machen. Erich Herrmanns Roman„Theo T a ß T r i l l"(Verlag Volksmacht Breslau) versucht, die Phrasenhaftigkeit, d4n geistigen Leerlauf und die heldische Geste unserer deutschen Faschisten aus der Lebenshaltung des Vorkriegsfpießbürgers abzuleiten, aus seiner Bereitschaft zum Untertan, seiner wilhelminischen Protzigkeit und seinem Gefühl für Fassade und Kulisse. Es ist der Roman eilicr Ideologie. Herrmanns Spott und Satire sitzen, solange sie sich auf Zustände im kaiserlichen Deutschland beziehen, auf den Typus des„Untertans", den Heinrich Mann schon so plastisch und ab- schreckend gestaltet hat. Man trifft aber die heutige Nazibewegung ganz und gar nicht an der Wurzel, es führt sogar zu einer Unter- schätzung der faschistischen Gefahr, wenn man dafür«inen Witzblatt- Helden mit einer Vorkriegsideologie hinstellt und, indem man variiert:„Deutschland lache!", den faschistischen Spuk erledigt glaubt. herrmann wollte mit seinem Theo Tag Trill einen Typ schaffen, ein Gegenstück zum Eulenspiegel, einen Helden mit negativem Vor- zeichen, der in Deutschland, trotz aller wirtschaftlichen Umwälzun- gen, nicht auszurotten ist. Daß dieser Typ nun aber gewissermaßen ewigen Kurswert haben soll, ist falsch: sein Dasein beweift nur, daß wir uns heute wieder in einer Epoche wirtschaftlicher und geistiger Reaktion befinden, an welche dieser Typ gebunden ist. Und gerade. daß herrmann diese Dinge nicht berücksichtigt, das macht sein Buch gegen den Schluß schwach, das sonst eine gute Satire gegen deutsche Kleinstädterei und gegen das Bier-Deutfchtum'am Stammtisch ist. L.?epper. is.os 17.30 17.50 13.20 18.45 18.50 19.00 19.30 20.00 20.15 20.45 22.15 16.30 17.30 13.00 15.30 18.55 20.15 20.50 Dienstag, 23. Februar. Berlin. Goethe-Balladen in vergessenen Kompositionen. Doktor Ueberall erzählt. Bücherstunde.„Der bedrohte Osten."(Am Mikrophon: Prof. Dr. Otto Hoetzsch.) Unterhaltungsmusik. Die Funkstunde teilt mit... Stimme zum Tag. Dr. Kurt Magnus: Vom Rundfunk. Funk-Porträt. Prokofieff. Sprecher: H. H. Stuckenschmidt. Am Flügel: der Komponist. Reichsminister Dr. Stegerwald; Die Winterhilfe. Reichssendung. Breslau: Haydn-Sinfonie Q-Dur. Leopold Jeßner: Zum Tode Heinz Lipmanns.„Anligone" von Sophokles. Für den Rundfunk sprachlich und szenisch bearbeitet von Heinz Lip- mann. Regie: Alfred Braun. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhausen. Leipzig: Konzert. Dr. Viktor Meyer-Eckhardt: Die Antike und wir. Ob.-Landw.-Rat Dr Thoering: Der deutsche Weinbau. Muckermann: Die Eugenik und der Aufgang des Abendlandes. Wetter für die Landwirtschaft. Walter Maschke, Gotthard Sachsenberg: Arbeitsdienstpflicht? Mühlacker: Wiederholung der Reichssendung„Schwaben". Verantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein. Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch» druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. mmM Potsdamer Straße 38 lilebeskommando mit Dolly KKaaw, Gustav Fröhlich Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7, 9 Uhr Rheinstraße 14 JfcL) 3 lustige Tage! Ich heirate meinen Mann mit Sr.ökc Szakall, Trude Berliner, Ik» Sj m W. 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Viktoria und ihr HBunar mit Friede! �chu�ter, M. Dohnen, Ivan Petrovich, Gretl Theimer W. 5. 7. 9 Uhr Tarmstraße 12 Dnrchlancht amüsiert sich mit Dien Deyers, Gg. Alexander, Trudo Dcrlincr W. 5. 7.' 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (l'us.agc) Kamoraducliatt mit Alexander Granach, F. Kampers, E. Busch Für Jugendliche freigegeben! Den ganzen Tag ge6ffnet.— Stg. ab 3 Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margaretenstr. Der schönste Mann im Staate mit S- Arno, B. A. Roberts, Dissi Arna.€am. Spiro, ilugo Fischer- Koppe Für Jugendliche freigegeben! W. 5.13, 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.13 Uhr > Frledrlctistadt M Die Kamera SM Täglich 3.30, 6.10, 8.50 Uhr Tonwoche: Niemandsland— liaehcndes Leben Moabit A Ln/ Wochenl. ab 6 Uhr firiusnor Sonnlags ab 5 Uhr Pcrleberger Str. 29 2 Tonfilme: Die Muttor der Kompagnie mit Weiß Ferdl— Wien, du Stadt der Lieder, mit Max Bansen, S. Arno, Ch. Ander Welt-Kino Alt-Moabit 99. W 6.45 u 9.05 U, S. 3. 5, 7, 9 Uhr Kriminaltonfilm: Di© Pranke mit Gharl. Susa, Hans Bchmann— Tonbcipro�r.— Tonwoche € Charlottenburg Kant-Lichtspiele Kontstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Verlängert! Fräulein, falsch verbunden mit Magda Schneider, J. Riemann, Trude Berliner, Jose IVcdorn W. 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Charlotlenburg, Wilmersdorfer Str 53/54 Der gr. Luslspielcrfolg! Frilulein, falsch verbunden, mit Magda Schneider* J. Riemann, Trude Berliner, Jose Wedorn W. 5, 7, 9 Uhr Beginn tägl. 5, 7. 9 Uhr £rcc< Stg. 3 Uhr Jugendvorstell Potsdamer Str 50 Der Hochtourist mit O. Wali- burff, M. Ehrlich— Tonbeipr. W Stcgllt» B Titania-Palast s�e so,«j. Steglitz, Schloßslr. 5. EckcGulsmuthsstr. Großes Tonlustspiel: Es wird schon wieder besser... mit Dolly Haas, Hein?: Rühmann u. a.— Tonfilmbcipro�ramm Südwesten I Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W abS�.So abS'/iU lOOnroz. Tonfilm: Die sonnlschc Fliege mit Sabo, Schulz— Irr- wegu de» Leuenc, Ki iminaltonf. NC .Elysium Süden Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7, 9 Uhr, Sonntags ab 4H Uhr Schön Ist die Manöverzelt— Der Herr Finanzdirektor mit M. Adalbert MariendorF J Franziskaner JTu�vVm GeorßenstraOe(Ecke■ Frledrichstraße) 9. 12 3. 8. 9 Uhr: Jede Frau hat etwas... f Tonfilm mit Trude Berliner u. a. 10.30, 1.30. 4.30. 7.30, 10.30 Uhr: Eine Razzia in Paris mit Albert Pr�fean und Annabella Ifeiieste Tonbild-Iteportage Schlüter-Theater fn Schlöterslr. 17. S. 3 U Jgd.-Vorst. Der Hochtourist mit O. Wallburg:— Dann schon lieber Ecbertran mit Alfred Braun Atrium Beba-Palast Kai.erallce, Ecke Berliner Straße Wochcnt. 7. 9*4 U. Sonnt. 5. 7. VA U. Uraufführ.I DI© verliebte Firma mit A. Ahlers. E. Deyers, E. Stecket, E. Verebes. W. Fink, G. Fröhlich— Tonfilmbeipr. W Schöneberg pl Titania Schöneberg Hauptstr. 49 W. 5. 7. 9 Uhr S 3. 5. 7. 9 Uhr Gr. Doppelprogramm! Der Schle- mihl mit Curt Bois— Daf* Ende von Haradu— Jugendi. Zutritt! A Ihn*** km Wbch. 5. 7. 9 Uhr /unamora Sonnt. 3. 5 7. 9 Uhr Hauptstr. 30-— Variete, Tonfilm Die Uebesfiliale m. A. Ahlers,' J. Riemann—- Tonkabarett— Beiprogr.— Bühne; 6 Boldis Ayf!*« Hariendorfer W.6.30, OIT. Ifla-Ll Tonlichtspiele So. ab 5 U. Chausseesir. 305. X 27, Die Spionin, mit Marlene Dietrich.— Tonfilmbciprogrr. Bühne: ImkoTonfilm-Orchester, Tanzpaar Eilo und Inge Herbst fCttvfiilTQp � 7, 9 Uhr n.ar/ursi stg. 5,7,9 uhr Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Sonnlag 3 Uhr: Jugendvorstcllung Mein Freund, der Millionär, m. Herrn. Thimig:— Tonbeiprogr. Tttin IS Täglich 5, 7. 9 Uhr 1 IVOll Stgs. 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Str. 97 Großtonfilm: Der Straßensän�er mit M. Chevalier— Der Kampf um die Mandschurei Neukölln Mercedes-Palast w 9 ü- Filmeck Südosten W Am Görlitzer Bahnhof W ab BMs. Stgs. ab 3 Hermann Thiemig in dem Tonfilmschwank | Mein Freund, der Millionär Ferner: Fritz Schulz, Maria Paudler in dem musikal. Tonfilm: Einer Frau muß man all�s verzeihen Hermannstr. 212 Nur Dienstag! S. ab 3 U. Holzapfel weiß alles mit F. Brcssart— Bühne: Frcro mit Ensemble— Miltw., Donnerst, wegen Umbau geschlossen. Freitag: Bühnengastspiel Hallo 1 032, Ausst.-Revue. 12 Bilder— Film: Der unbekannte Gast W. ab 6.30 Stgs. ab 3 Luisen-Theater Reichen berger Str. 34. Sexual-Aufklärungsfilra: Diebe, ein Xaturgresetz (Jugendi. verboten) Ferner Tonfilmschwank: Die spanische Fliege mit Fritz Schulz, Oskar Sabo Primus-Palast sLVVs v. Am Hermannplatz ürtanstr 72'76 Holzapfel weiß alles mit Felix Brcssart— Bühne; Frero Ensemble, Musik-Tanz Kukuk Wochcnt. 6.45, 9 Uhr Sonntgs. 3, 5. 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 Der große Afrika-Tonfilm; Trader Horn— Tonfilmbciprofframm Bühnenschau Friedenau 3 Kronen-Lichtspiele Rheinstr 65. Sbd. Stg. ab 5 Uhr Emil und die Detektive mit Fritz Rasp, K. Uaack— Ton- belprogramm— Jugendi. Zutritt! Wocht 6.45. 9 Uhr tXCelSlOT Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Kaiser-Friedrich-Slraße 191 Stürme der Leidenschaft mit Emil tlanninffs, Anna Stcn — Tonbeiprogramm Stern, Hermannstraße 49 Wocht. 6.30, 9 Uhr. Stg. 3, 5. 7. 9 Uhr Großtonfilm: Hinter den roten Mauern von Lichterfelde mit Alb. Basscrmann— Mal was anderes, der gehorchende Film i Stella-Palast SJ;?.'? S: Köpenicker Straße 12—14 Eine Revue in 12 Bildern Hallo 1032 (30 Mitwirkende) Dazu im Filmteil der Großtonfilm Ehe mit beschrankter Haftung: mit Charlotte Susa Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Wo. 4.30, 6. 7.30, 9 Die spanische Fliege m. Oskar Sabo, Fr. Schulz, Roberts— Niemandsland Neue Philharmonie Köpenicker Str 96 Der Storch streikt mit S. Arno Beiprogramm— Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt > Baumstnulenwcg"b Lichtspielhaus �Tb fu. Baumschulenw. 78. Stg. 2 U: Jug.-V. Marys Start In die Ehe mit Jenny Jugo— Das Lied vom alten Markt— Tonwochc " Prenzlauer isabu Allee 56 W. 5.15. 7. 9.15, Stgs. 3.15, 5. 7.15. 9.15 Ehe mit beschränkter Haftung: mit Charl. Susa.— Bühne: Da|os Bcla mit seinem Künstler- Orchester.— Emelkatonwoche Flo ra-Lichtspiele Wochentaps 5.30, 7, 8.30 Uhr, Sonntags 3. 4.30, 6, 7.15, 8.45 Uhr 2 Tonfilme: Der TerlOn�te Ado- Inr mit FritK Scholz— Wo die WelOensee UnvmnrtZ/s Wochent. 7 n 9 ü. narmome �nnt. 5. 7. 9 u. Langhansstr. 23. Nur 3 Tage! Mein Leopold nvt M. Adalbert, L. EngrlUrh. Tlil- mig. Fröhlich. Ii. Paulnen— Tonbcipgramm— Tonwoche Friedrichsfelde 3 Wolga f ließt.. € Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wocht." ab 6.30. Sonnabd. 5, Stg. 3 Uhr Die Liebesfiliale mit Anny Ahlers, Joh. Riemann, Lotte Xcumann, Westcrmeier Auf der Bühne: drei gr. Varicte-Attrakioncn Luna-Palast sSSt-isühr Gr Frankfurter Str. 121 Tonwochc Ntürmc der Leidenschaft mit Emil Jannings, Anna Sten.— Bühne: Gustl Beer Schwarzer Adler W. 5. 7, ca. 9 Uhr Allee 99 S. 3. 5. 7, 9 Uhr Verlängert; Ronny mit Käthe v. BTagy, W Fritsch.— Tonwochenschau. — Bühnenschau Viktoria-Theater Ä 3au5 Frankfurter Allee 48. Des gr. Erfolges weg. bis Donn. verl.; Mädchen in Uniform, die größte Filmüberraschung der Saison Ab Freitag: Der große Jannings- Film: Stürme der Leidenschaft Frankenburg»"hnc Gr. Frankfurter Str. 74 W. 5. 7. 9 U. S. 3 U.: Jugendvorst. Berlin Alexanderplatz mit H. George— Tonwoche— Tonbeiprogr.— Bühnenschau € Zentrum Treptow-Sternwarte Dienstag 8 Uhr: Die Wundersveit der Sterne— Donnerstag 8 Uhr: Bund um die Dcrnina, Filmvortrag Babylon, am Bälowplatz W. 5 Uhr Stg. 2.30 Uhr: Jug.-V. Ehe mit beschränkter Haftung mit Charlotte Susa— Yvonne m t Greta Garbo M Wcu»i!cmenberq M Kosmos-Lichtspiele LOckstr. 70. Wo. 5. 7, ca. 9 So. 5, 7. ca. 9 Uhr Gr. Tonlustspiel; Der Hochtonrist mit O. Wallbuig— Tonkoburett mit Slecckr. Auto usw. Jf*„ p..„- 1 Frl.. Sbd-, Stg. ab 5, hmo DUSCH sonst Leginn 6 Uhr Alt-Friedrichsfelde 3 Arm wie eine Kirchenmani mit ftrete Monheim, Hörblger— Tonbclprocramm— Tonwochc A fU Müilerslraße 136. Alnamora Ecke ScestraOe W. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr Vorck mit Werner Kraus— Tonbeiprogr.— Jugend!. Zutritt! Phcrus-Lichtspiele MüUcrstr. 142 Täglich 5. 7. 9 U. Gr. Tonoperette: Ronny mit Küthe v. Nagy, W. Fritsch. Wallbur«: Tonkabarett mit Maria Xey, llörbigcr, Da|os Bcla � Kelnlekendorf-O««"b Beba-Lichtspiele Residenzstr. 124 W 6.45 u. 8.45 Uhr Stg. 5, 7, 9 Uhr 3 Uhr: Jugendvorst. Va banque mit Lil Dagover, Gust. Gründgens, Verebes— Gutes Beiprogramm S Pankow � Palast-Theater wsJ: VTS Brcile Str. 21a. 2 Großtonfilme: Meine Frau, die Hochstaplerin m- H. Rühmann. Käthe v. Nagy— Der Greifer mit Hans Albers TtnnlS Wochenl 7. 9 V I IVOll Sbd. u. Sonnt. 5U Berliner Slraße 27 2 Großtonfilme: Ronny mit Küthe v. BTagry, Willy Fritsch.— Der Held von Kalifornien.— Beiprogramm ■ Teg«. B Filmpalast Tegel Wochenl 6. Sonnt 4.15 U. Sonntags 2 Uhr: Jugendvorstellung Der ver|ün{rte Adolar mit Fr. Schulz. G. Alexander— To i- beiprogramm— Tonwoche U Mennlgsdorf � Fi/mnn/nef Beg w 6 830 ühr riimpaiasi stgs. 4�, ev*. w, u. Berliner Str. 59 Tongroßfilm: Berlin Alexander platz mit H. George, M. Bard Beiprogramm— Tonwoche i föelloge Dienstag, 23. Februar 1932 SprAbmiö SfutJamgaße-dei IbvärA Kampf der Tuberkulose! Zugleich ein Xaehwort zum Lübecker Prozeß/ Ton stadtarzt Dr. Drncker Einer der Anwälte, die im Lübecker Prozeß die unglücklichen Eltern der geimpften Kinder vertraten, sprach in seinem Plädoyer vom Bankrott der Heilkunde. Es gäbe nicht nur nichts gegen die Tuberkulofe-Krankheit, im vorliegenden Falle sei die medizinische Wissenschaft sogar noch zur Mörderin geworden. Auch wenn man von dieser Aeuherung streicht, was lediglich der rheto- rifchen Wirkung wegen gesagt worden ist, bleibt immer noch genug Falsches und Irreführendes. Nicht die ärztliche Wissenschaft, sondern drei Aerzte haben versagt. Nicht die Wissenschaft hat getötet, sondern die Fahrlässigkeit und Unvorsichtigkeit, das u n w i s s e n- s ch a f t l i ch e Vorgehen mehrerer Mediziner. Wären die Herren Deycke, Altstaedt und Klotz gründlicher und gewissenhafter gewesen, dann hätte sich die Katastrophe nicht ereignet. Dann hätten sie die Warnung des Reichsgesundheitsamtes nicht einfach in den Wind geschlagen, dann hätten sie den Impfstoff nach den Regeln der Wissen- schaft verwahrt und Tierversuche zur Prüfung der Bakterienkultur vor der Ausgabe eingeschaltet. Richtig ist allerdings, daß der enttäuscht sein muß, der von Impfungen die Ausrottung der Tuberkulose erwartet hat. Bis heute ist der Beweis noch nicht erbracht, daß in ihrer Lebenskraft geschwächte oder abgetötete Tuberkelbazillen eine Giftsestigkeit des menschlichen Organismus herbeiführen, die Tuberkulose also verhüten oder heilen könnten. Die I m p f b a k t e r i o l o g i e hat vorläufig noch keine wesenlliche Hilfe im Kamps gegen die Tuberkulose ge- leistet. Durch den Lübecker Prozeß ist sie nun bei den Laien um ihren ganzen Kredit gekommen. Es besteht die Gefahr, daß dieses Mißtrauen noch auf andere medizinische Mahnahmen übertragen wird und schließlich den Tuberkulösen dazu verleitet, auch eine wert- volle Heilbehandlung abzulehnen. So dürfen sich aber die Lübecker Vorgänge in keinem Falle auswirken! In der letzten Zeit ist es ge- lungen, durch eine mehr chirurgische Technik den tuberku- lösen Prozeh günstig zu beeinflussen. Die erkrankte Lunge wird ruhiggestellt, sei es durch Gaseinblasen, durch Nervenschnitt oder durch operative Verkleinerung des Brustkorbes, und damit werden gute Vorbedingungen für eine Ausheilung der Tuberkulose ge- schassen. Das Verfahren ist bereits vieltausendfach erprobt und hat sich als sehr nützlich erwiesen. Darüber gibt es in der Wissenschast keine Meinungsverschiedenheit. Es wäre grundverkehrt, unter dem Eindruck der Lübecker Katastrophe den wirklich großen Fortschritt zu beargwöhnen. Die Leidtragenden würden nur die Kranken sein. Nicht nur das Lübecker Experiment, sondern die heute wieder beliebte medizinische Betrachtungsweise läßt leicht vergessen, daß wirksamer als alle Arzneien, Impfstoffe und chirurgische Eingriffe immer noch die soziale und sozialhygienische Bekätupfung der—, Tuberkwlose. ist. Freilich, die Anwciümng dieser Methode stößt jetzt auf gewaltige Schwierigkeiten wirtschaftlicher und auch politischer Art. Man wendet darum gern den Blick von diesen Dingen und vertieft sich lieber in die rein medizinische Seite des Problems, wobei man nicht mit den Nöten der Gegenwart sich auseinanderzusetzen braucht. Trotz allem: die Tuberkulose wurzelt in der M a s s e n a r m u t, sie wächst mit der Verelendung des Volkes und geht zurück, wenn die leibliche Existenz der breiten Schichten gesichert ist. So stieg die Tuberkulose- Sterblichkeit während des Krieges steil an. weil es an der notwen- digsten Nahrung fehlte: so nahmen die Todesfälle in der darauf- folgenden Zeit wieder ab, weil die unbemittelte Bevölkerung vor einer chronischen Unterernährung wieder besser geschützt werden konnte. In den letzten Jahren hat die Tuberkulose-Sterblichkeit in Deutschland einen so niedrigen Stand erreicht wie noch nie vorher In B e r l i n ist sie im Jahre 1930 auf fast die Hülste der Vorkriegs- zeit gesunken. Spricht diese Tatsache nicht gegen die soziale Bedingt- heit der Tuberkulose? Müßte nicht in einer Zeit, wo Millionen im Volke erwerbslos sind, gerade die„Prolctarierkrantheit" sich üppig entwickeln? Wer mit diesem Argument die Abhängigkeit der Tuber- kulose von der wirtschaftlichen Lage der Massen in Zweifel zieht, übersieht doch, daß bis in die jüngste Zeit hinein das Reich und die Gemeinden die Notleidenden wenigstens vor dem Hunger bewahrt haben. Gewiß mußten viele sich Entbehrungen aus- erlegen, aber im allgemeinen reichten die Mittel gerade noch zur Erhaltung des Kräftebestandes aus. Das ist die Auswirkung t»er Vrwerbslosenfürsorge und Sozial- Versicherung, der kommunalen Wohlfahrtspflege und des Lohnkampfes der lKetvcrkschaften. Heute ist die Lage eine ganz andere geworden. Die Notverordnungen haben die Lebenshaltung der Arbeitenden und Arbeitslosen erheblich verschlechtert, und die verarmten Gemeinden sehen sich gezwungen, die Unterstützung immer mehr zu verringern. Jetzt ist der Hunger wieder in zahllosen Proletarierfamilien täglicher Gast, jetzt zer- mürbt wieder der Mangel an Nährstoffen, Mineralsalzen und Vita- minen die Widerstandsfähigkeit gegen die Tuberkulose. Fachärzte melden bereits, daß öfter als früher gutartige, zur Vernarbung neigende Tuberkulofeerkrankungen aufflackern und nunmehr un- günstig verlaufen. Die Zahl der ansteckenden Lungentuberku- losen nimmt wieder zu:— für den Sozialhygieniker eine natürliche Erscheinung. Je geringer die Kaufkraft der Massen, je teurer Brot, Butter, Gemüse und Obst, um so häufiger die Tuberkulosel Tie Gefahr, daß die schnell fortschreitende Proletari- sierung des Volkes eine erneute Ausbreitung der endlich eingedämmten Tuberkulose zur Folge haben wird, ist darum so groß, weil jetzt auch Sicherungen, die die Gesundheitsfürsorge gegen das Umsichgreifen der Proletarierkrankheit eingeschaltet hatte, beseitigt sind, oder in Zukunft beseitigt werden. Unzweifelhaft hat neben den sozialen Maßnahmen die plan- mäßige Tuberkulosefürsorge der Gemeinden, der Landesversicherungsanstalten und der Krankenkasien viel zum Ab- sinken der Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit beigetragen. Durch die nachgehende Betreuung gelang es der Fürsorgestelle nicht selten, den Ansteckungsherd in der Familie trotz der Wohnungsnot zu isolieren/ bereits erfolgte Ansteckungen frühzeitig zu erkennen und s die Erkrankten einer geordneten Behandlung zuzuführen. Man braucht nur in den vom Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose erstatteten Bericht über das Jahr 1939 hinein- zusehen, um eine Vorstellung von dieser ungeheuer werwollen Ar- best zu gewinnen. In Deutschland waren in 1360 Fürsorgestellen 2181 Aerzte und 1052 Fürsorgerinnen tätig. Rund 1 363 000 körper- liche Untersuchungen, 796 000 Röntgenuntersuchungen und 1 391 000 Wohnungsbesuche wurden ausgeführt. Der Bericht zeigt auch, daß diese Fürjorgearbeit dringend notwendig ist und vor allem des Aus- baues bedarf. Von den betreuten Tuberkulösen hauste fast ein Viertel in hygienisch nicht einwandfreien Wohnungen, und 1181 Offentuberkulöse. hatten nicht einmal ein Bett für sich allein! Sie brachten also ihre Schlafgenosien jede Nacht buchstäblich in Lebensgefahr. Solche Zustände sind nicht nur eine Kulturschande, sie bedrohen die Volksgesundheit im höchsten Maße. Sie müssen durch eine Intensivierung der Fürsorge un- bedingt beseitigt werden. Aber die Tuberkulosefürsorge wird abgebaut! Schon im Jahre 1930 ging die Zahl der Fürsorgerinnen um 33 zurück und die , Zahl der Wohnungsbesuche um mehr als 100 000. Wie wird erst der ! Bericht über das Krisenjahr 1931 aussallen! Selbst die Berliner � st ä d t i s ch e Verwaltung, die sich die Bekämpfung der Tuber- i kulose besonders angelegen fein läßt, hat auch aus diesem Gebiete j gespart: die Mittel für die Verschickung in Heilstätten, für Woh- nungs- und Ernährungsfürsorge sind ganz berträchtlich verkürzt worden. Nun ist beabsichtigt, auch die Säuglings- und Schulkinderfürsorge einzuschränken! Diese Maßnahme bedeutet letzten Endes auch eine Hemmung des Kampfes gegen die Tuberkulose. Wie sollen tuberkulöse Ansteckungen und Erkrankungen verhütet und, falls sie zustandegekommcn sind, im allerersten Stadium erkannt werden, wenn Reihenuntersuchungen und Wohnungsbesuche vermindert, Aerzte und Fürsorger abgebaut werden! Es wird gegenwärtig den städtischen Verwaltungen wie den Trägern der Sozialversicherung schwer fallen, die Mittel für eine großzügige Tuberkulose-Fü�orge aufzubringen. Aber die Ausgaben für diesen Zweck, wie überhaupt in der Gesundheitsfürsorge, lohnen sich reichlich. Sie bewahren viele vor jahrelangem Siechtum und vermeiden damit weit größere Aufwendungen. ÜhuMei* tili«! Ineiio�iii! Anmerkungen zn einer Broselinre/ Ton Maria Kriseke In nationalsozialistischen Versammlungen und Flugschristen wird neuerdings unter Hinweis auf russische Experiment«, die auf eine gewaltsame Zertrümmerung der Familie hinausgehen, die Stel- lung des Marxismus zum Familienproblem stark angegriffen. Es gibt eine nattonalsozialistische Broschüre, die die Ueberjchrift trägt: „Der rote Krieg Mutter oder Genossin?* Die faschistische Auffassung ist die, daß die Frau, wenn sie ihre mütterliche Aufgab« voll erfüllen will, nur Mutter sein könne unter Ausschluß aller anderen I n t e r e ss e n s g e- biete. Jodes Geschlecht hat auf Grund seiner körperlichen An- lagen auch ein« bestimmte geistige Prägung. Diese Eignung sei bei der Frau so, daß ihr andere Aufgaben als Haus- und Kinderpflege nicht lägen. Wenn die Frau beruflich oder politisch sich betätige, so begäbe sie sich ihres eigensten Reizes und werde eine unerfreu- liche Zwittererscheinung. Di« einseitig« Beschränkung aus die Mutterschaft, die der Na- tionalsozialismus verlangt, ist eine praktische Unmöglich- k ei t. Die Frau ist nicht freiwillig in die Kontore gegangen. Sie ist hineingezogen worden. Di« Berufsarbeit hat die Frau erobert, nicht umgekehrt sie den Beruf. Sehr viele Ehen würden heute ungeschlossen bleiben, wenn die Frau nicht den Willen hätte, wenig- stens im Anfang— so denkt das junge Mädchen— mitzuarbeiten. In Wahrheit zwingt auch dort, wo sie zunächst nicht daran gedacht hat, später die Not der Kinder die Frau, sich nach einem Erwerb umzusehen. ES ist heute schon für sehr viele Familien eine voll- kommene Illusion, wenn angenommen wird, daß das Existenzminimum für die Familie vom Mann allein aufgebracht wird. Namentlich ist die Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse ein Zwang in den Beruf hinein. Der arbeitslos« Mann kann die Familie nicht ernähren, und da bleibt der Frau kein« ander« Wahl, als sich nach Arbeit umzusehen. An den Arbeitsämtern ist das Angebot weib- licher Kräfte in wirtschaftlichen Notzeiten am größten. Zweifellos ist es ein Schaden für die Kinder, wenn die Mutter durch Erwerbs- arbeit ihnen entzogen ist, aber ein noch viel größerer Schaden ist es, wenn der Mutter die Mitarbeit unmöglich gemacht wird und die Kinder hungern, frieren, in elendesten Wohnlöchern aufwachsen müssen. Gerade weil die Frau mütterlich fichlt und für ihre Kinder «in gewisses Kulturniveau ersehnt, greift sie zur Mitarbeit. Mütterlichkeit bedeutet für die Frau von heut« nicht mehr, daß sie, wie es der Faschismus verlangt, einem Kinde nach dem anderen das Leben gibt. Der geistig wenig entwickelten Frau vergangener Kulturepochen konnte es genug sein, Milchspenderin und Versorgerin des Klein- kindes zu sein. Das Kind konnte kaum laufen, da war das Neu- geborene schon wieder da, dem sich naturgemäß der Mutter Wärm« und Opfersreudigkeit in erster Linie zuwandte Die Kinder lösten sich früh von ihr. Unter den Nomaden st ämmen Nord- afrikas mit bis zu 90 Proz. Kindersterblichkeit ist das vier- bis fünfjährige Mädchen bereits die kleine gehetzte Dienenn der Mutter, der diese die lästigsten Arbeiten und die Ve- treuung der jüngeren Geschwister zuschiebt. Ihrer Zärtlichkeit ist es schon mit drei Iahren entrückt. Heute beansprucht jedes Kind viel länger die Sorgfalt der Mutter. Sie möchte ihm geistig etwas bedeuten, an seiner Entwicklung teilnehmen. Das Schwergewicht der mütterlichen Aufgabe ist darum in ein« später« Zeit verschoben. Es ist in die Entwicklungsjahre gerückt, wo das Kind die Mutter am nöttgsten hat. Di« Mütterlichkeit der Frau von heute kann sich darum nicht mehr in der Zahl ihrer Kinder auedrücken. Zu einer unerträglichen Oual wird aufgezwungen«, erschöpfte und gefährdete Mutterschaft, für die alle wirtschastlichen Voraussetzungen fehlen. Wenn 6 Millionen arbeitslos find, so ist es gewissen- los, ungehemmte Fruchtbarkeit zu fordern, wie das der Faschismus tat, als er am 12. März 1930 dem Reichstag den Antrag unterbreitete. mit Zuchthaus zu bestrafen,„wer es unternimmt, die natürliche Fruchtbarkeit des deutschen Volkes zum Schaden der Nation künst- lich zu hemmen*. Da» tun natürlich all« die Familien, die nicht zehn, zwölf oder mehr Kinder haben. Sehr gern führen auch nationalistische Sprecherinnen aus, in der modernen Zell werde die Hausarbeit, die noch nicht mecha- nistisch, seelenlos, sondern Arbeit für den lebendigen Menschen sei, gering geachtet gegenüber der beruflichen Arbeft. In der früheren Zeit geschah das wohl nicht, als es dem Manne noch möglich war, sich einzubilden, daß er seine Frau erhielt«, die ihm die Wirtschaft führte und ihm sehr oft nur«ine Dienerin ersetzte! Aber wir müssen es uns klar machen, groß« Frauenmassen haben sich durch Abgabe des Stimmzettels für den Faschismus ent- schieden. Es ist nicht anzunehmen, daß alle diese Frauen ganz ahnungslos nur Mitläufer sind. Wenn eine Bewegung in solchem Ausmaße auftritt, so müssen dafür tiefere Beweggründe vorliegen. Die Frau ist heute bereit, das, was sie auf dem Wege zur Selbständigkeit nach dem Krieg« errungen hat aufzugeben, sie will sich des Rechtes über ihren Körper wieder völlig berauben lassen, sie ist gewillt, sich wieder unter die Vormundschaft des Mannes zu begeben. Das alles geschieht vornehmlich, weil sie an die Legende von der Versorgung in der Ehe glaubt, die der Faschismus verheißt. Di« nwchte es haben, wie es die Frau im Proletariat zwar ni«, die Frau im Bürgertum ober früher noch sehr viel öfter als heute gehabt hat, sie möchte den sicheren Schutz der Familie ge- nießen. Wo es wirklich so war, war es das Leichter«, das Be- quemere, denn der Frau blieb auf diese Wesse der unmittelbare Lebenskampf erspart. Wenn auch die Frau in ihrem Haushalt in keiner Weife faulenzt, selbst dann, wenn sie sehr oft mehr arbeitet als der im Berufstrott dahingehende Mann, sie stand doch in man- cher Beziehung an der windgeschützten Seite. Ihr blieb die Oual erspart, unter Abhängigkeit arbeiten zu müssen, der Will- kür des Vorgesetzten ausgeliefert zu fein, immer in Gefahr zu stehen, die Arbeit zu verlieren und damit die Cxistenzmüglichkeit: nur in- direkt trug sie dies« gedrückte Lage mit. Zu Hause herrscht sehr oft sie, da hat ihr niemand etwas zu sagen, niemand bemängelt ihre Arbeit, sie kann sich zeitweilig immer Erleichterungen verschaffen. Was bedeuten ihr, die so lange unpolitisch war, im Vergleich mit dieser relativen Sicherheit staatsbürgerliche Rechte, deren Auswir- kung sie'zudem nicht überblickt. Es wurde auch bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Frau, weil alle Einrichtungen noch unmodern sind, unter der dreifachen Belastung von Haus- frauentum, Mutterschaft und Beruf oft allzu beschwert ist. Politssche Entscheidungen sind in Krisenzeiten schwierig, auch der Mann ersehnt ja den Führer, der ihm die Verantwortung ab. nimmt. Aber es ist Lug und Trug, daß der Natioualsozialis- mus die Erfüllung alter Ideale bringen könnte! Er kann es so wenig, wie er die Postkutschcnzeit zurück- bringen kann. Er kann weder bewirken, daß Ehen früher und mehr geschlossen werden, noch daß der Frauenüberschuß schwindet, noch daß die Männer soviel verdienen, daß die Familie eine auskömmlich« Exi- ftenz hat, er kann nicht garantieren, daß die Frau den sie ver- sorgenden Mann zeitlebens behält, der Mann kann früh sterben und die Frau muß wieder in den Beruf hinein, er kann auch nicht die Ehen stabiler machen. Di« Zahl der Ehescheidungen nimmt auch bei uns täglich zu. Ebensowenig kann er bewirken. daß die Fruchtbarkeit des deutschen Volkes für die einzelne Familie zur Wohltat wir». Ganz zu schweigen davon, daß die Politik, die bisher der Mann allein geführt hat, der Frau für ihr« besonderen fraulichen Bedürfniss« Garantien gäbe. Sie hat die Rüstungen und den Krieg gebracht, dem die Mütter ihre Kinder opfern mußten. In Militär st aaten haben Frauen niemals glorreiche Zeiten gehabt. Die Sittengeschichte des Krieges ist eine Ge- schichte der dauernden Vergewaltigung der Frau Darum kein« Illusionen! Es kann uns nichts geschenkt werden. In Krisenzeiten muß man all« Energien spielen lassen, um sich zu behaupten, nur so dienen wir in Wahrheit uns und unseren Kindern, sind wir wirklich die Mütter, die unsere Zeit braucht. Die Mütter, die mit Mann und Kindern zusammen den Existenzkampf wie den politischen Kampf führen. Nicht Mutter o de r Genossin, sondern Mutter und Genossin! Die Kommunisten. die es ja lieben, unter falscher Flagge zu segeln, haben einen neuen Laden ausgemacht. Sie lassen von einem Komitee wert- tätiger Frauen zu Frau«noersammlungen einladen. Zu den Veranstaltungen, die nicht unter einem Decknamen stattfinden, stellen sich offenbar nicht mehr genügend Teilnehmer ein. Aber auch die Tarnkappe soll ihnen nichts nützen! 2X2= 4 Komitee erwerbstätiger Frauen= KVT.' Der disziplinierte Verkehr Polizeipräsident Grzesinski spricht über Paris und Berlin In der„Vereinigung kraftfahrender Journa- listen" sprach Polizeipräsident Grzesinski über feine Eindrücke und über die Berkehrsverhältnisfe in Paris. Ausgehend von der großen Kolonialausstellung, die ohne An- legung besonderer Zu- und Abfahrtsstraße einen täglichen Massen- ström von 300- bis 600 000 Besuchexn hatte, schilderte er die Wohn- Verhältnisse der breiten Schichten der Bevölkerung, die einfach ent- setzlich seien. Von der Krise ist im inneren Stadtgebiet, wo sich ja der eigentliche Verkehr abspielt, so gut wie nichts zu merken. Deutschland sei in seinen Verkehrsmitteln und seinem Verkehrs- wefen durch den Krieg zurückgeblieben. Die Polizeiverwaltungen und die Stadtverwaltungen haben sehr viel hinzugelernt und vieles Versäumte nachholen müssen. Ein Massenverkehr ist eben nur möglich, wenn seder aus jeden Rücksicht nimmt. Kaum in einer anderen Stadt der Welt ist die Verkehrsdisziplin so gering wie in Berlin. Am wenigsten Disziplin besäßen die Fuß- ganzer. An vielen gefährlichen Stellen mußten für sie extra Ge- länder gebaut werden, damit sie endlich lernen, wo und wie man über den Fahrdamm zu gehen habe. Und da ihnen dies in der ersten Zeit nicht bchagte, krochen sie vielfach unter dem Geländer hinweg. Der Fußgänger in Paris dagegen übt mehr Disziplin. Die Fahrgeschwindigkeit der Kraftfahrzeuge ist dort nicht begrenzt. Der Verkehr wickle sich in Paris reibungsloser, gleichmäßiger, weniger stockend und daher schneller ab als in Berlin. Der Redner oerbreitete sich dann über das dortige Vorfahrtrecht und über das System der Einbahnstraßen, die bei Dunkelheit durch Blinkfeuer gekennzeichnet sind. Eine Einführung solcher Blinkfeuer käme aber für Berlin wegen der hohen Kosten zur Zeit nicht in Frage. Das Vorfahrt- recht wird in Berlin jedenfalls auch neu geregelt werden müssen. Interessant war, daß in Paris von nachts 1 Uhr bis morgens 5% Uhr ein chupverbot besteht! die Auws müssen an den Kreu- zungen eben langsam fahren. Sie verständigen sich mit den aus den Seitonstraßen etwa kommenden Wagen durch Blinkzeichen mit den Scheinwerfern. Auch über die Lärmbekämpfung käme man in Berlin nicht mehr, herum, und sie müsse ernsllich in Angriff ge- nommen werden Eine Lärmquelle, so meinte der Redner, sei zweifellos der Betrieb der Motorräder, deren Geknatter von dem eines Maschinengewehrs kaum zu unterscheiden ist. Verkehrsreiche Straßen für langsam fahrende Fahrzeuge zu sperren, sei in Berlin zur ZeU nicht nötig. An Hand zahlreicher L ichwilder und Statistiken zog der Vor- tragende einen Vergleich zwischen Berlin und Paris. Während es in Berlin 108 671 Kraftfahrzeuge gwt, sind es in Paris 172 430. Und während in Berlin im letzten Jahre 466 tödliche Verkehrsunfälle zu oerzeichnen waren, hatte Paris 639 Tote. Auch über die Zahl und die Tätigkeit der Berliner und Pariser Polizei sprach Genosse Grzesinski in launiger Weise. Auf seine Schutzpolizei lasse er nichts kommen. Denn während in Paris 1800 Beamte den Verkehrsdienst versehen, müsse er in Berlin mit 300 auskommen Schon daraus könne man den schweren Dienst der Beamten ersehen. Während die Pariser über ein gut ausgebautes Untergrundbahnnetz verfügten, das aber nur bis zum Rande der Innenstadt führe, und dahinter sich die schon eingangs erwähnten entsetzlichen Wohnstätten der proletarischen Bevölkerung befinden, habe Berlin sein Untergrundbahnnetz bis in die Außenbezirke oer- legt. Und während Paris seine Außenbezirke noch nicht erschlossen habe, hat Berlin in den Außenbezirken großzügige und vorbildliche Wohnsiedlungen erstehen lassen. Einen Vergleich mit Paris können wir auf alle Fälle aushalten. Mit einem Appell an Fahrer und Fußgänger, aufeinander Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig zu verstehen, schloß der Redner seinen interessanten Vortag. Internationale Nalurfreundearbeit Berichte aus Oesterreich, der Tschechoslowakei und Frankreich Die internationale Krise de» Kapitalismus wirkt sich auch in der Tätigkeit der Arbeitersportoerbände international aus. Davon zeugen Berichte, die uns jetzt aus der Naturfreundearbeit verschiedener Länder bekannt werden. So sahen nach langem stetigen Ausstieg die österreichischen lliaturfreunde im letzten Jahre einen kleinen Rückgang in der Mit- gliederziffer, die aber immer noch fast 83 000 erreicht. Dem ent- gegen steht nach den Berichten von der letzten Reichsversammlung eine gesunde Verbreitung der Arbeit. Besonders lebendig ist die Phowarbeit geworden. In Wien bestehen allein 13 Photosektwnen. Die Stommgruppe feierte kürzlich ihr 28jähriges Jubiläum. Drei zu dieser Zeit veranstaltete Photoausstellungen mit über 300 vor- züglichen Phows fanden lebhaften Zuspruch. Sehr erweitert wurde auch die Jugendarbeit. Es mußte ein besonderer Jugendreferent. der Mitglied der Reichsleitung ist, bestellt werden. Dasselbe gilt für den Wintersport. Auch beginnt man jetzt mit der Bildung von Sektionen für Natur- und Volkskunde. Trotz der Krise tonnte im Alpengebiet der Naturfreundeheim- bau weiter gefördert werden. So entstanden allein neue Heime am Eibl in Oberosterreich(St. Posten), am Winterleitenfee(Juden- bürg) und in der Koschutta(Kärnten). Im Tennengebirge und im Gebiet der Tiroler Grenzstadt Kufftein wurde die Errichtung zweier Schutzhäuser in Angriff genommen. Die tschechischen Naturfreunde konnten von besonderen Fortschritten im Wintersport berichten. Während noch 1924 in 80 Ortsgruppen mit rund 7000 Mitgliedern nur 21 Wintersport- sektwnen mit 284 MUgliedern wirkten, sind es jetzt in 100 Orts- gruppen mit 10 000 Mitgliedern 56 Wintersportsektionen mit 1350 Mitgliedern. Die Zahl der Wintersportfahrten und der Teilnehmer daran hat sich verzehnfacht. Die tschechische Naturfreundebewegung stützte sich bisher auf die sudetendeutschen Gebiete des Nordens und Ostens. Jetzt ist auch im Böhmer Wald die erste Ortsgruppe in Neuern entstanden. Mit besonderer Freude müssen alle Arbeitersportler aber die ständigen Fortschritte der französischen Natur freurdebewegung erfüllen Schon wieder wurden zwei neue Ortsgruppen in Hüningen und Florange gegründet. Seit Januar erscheint hier auch ein neues, umfangreiches Naturfreundeblatt in französischer und deutscher Sprache, sowie in Esperanto, der„L'arni de U Nature", „Wir marschieren l'' Ein gelungenes Fest Unter diesem Motto veranstastete der Bezirk Reinickendorf- Ost der Freien Turnerschaft Äroß-Berlin gestern in der Turnhalle Barner Straß« und auf den anliegenden Sportplätzen einen großen W e r b e t a g. Unterstützt wurden die Turner vom Fußballklub Hansa 31, dem Fußballoerein Butab, der FTGB.-Südosten und der Freien'Musckvereinigung. Schon vom frühen Vormittag an herrscht« auf den Sportplätzen ein reger Betrieb: die Fußballer und die Hand- ballspieler zeigten hier ihr Können. Den Schluß bildeten dann am Nachmittag die Vorführungen in der Halle. Der Vorsitzende hob in seiner Ansprache hervor, daß nicht Einzelleistungen. das Heran- bilden von„Kanonen" das Ziel der freien Turner sei, sondern durch die Wucht der Masse wollen sie überzeugen. Freie Menschen in einem freien Staat zu erziehen, soll die Aufgabe sein. Wenn wir heute zugleich der Opfer des Weltkrieges gedenken, dann wollen wir ge- loben, daß nie wieder ein solches Völkermorden zustande kommt. In bunter Reihenfolge wickeste sich dann ein Ausschnitt aus dem Turnbstrieb ab. Den Freiübungen der Schülerinnen und Schüler folgten Geräteturnen der Erwachsenen. Eine schöne Leistung voll- brachte ein Reinickendorfer, der beim Hochsprung die beachtliche Höhe van 1,70 Meter erreichte. Ein Kopfballspiel der Hansa-Fußball- spieler, das mit dem Resultat von 32: 29 Punkten für die.VMann- fchast endete, bracht« manch heitere Situation. Sehr gut war auch der Kindersprechchor, der in dem Ruf:„Kommt zu uns" ausklang. Ein wirkungsvoll vorgetragener Prolog und das Kampflied„Brüder, zur Sonne, zur Freihest" beschloß den Abend. Bemerkt sei noch, daß sich die Halle als fast zu klein für diese Veranstastung erwies. In drangvoll fürchterlicher Enge umsäumten mehr als 400 inter- essierte Zuschauer den Jnnenraum. Resultate der Spiele: Fußball: Hansa 31 gegen Butab im Klub- kämpf 4:2 für Hansa.— Handball: Südost gegen Reinickendorf: Männer 3: 2, Frauen 4: 0 und Schüler 0: 3. �SV.-R.oMVeih gegen ASV.-Weddinrt 86: 77 In der Werbung für das große Berliner Hallenfest der Arbeitecsportler oeranstalleten die Nordvereine Rot-Weiß und ASV. Wedding einen Hallenwettkampf. An dem Kampf waren 80 Sportler, Sportlerinnen und Jugendliche beteiligt, deren Leistungen nach Punkten bewertet wurden. Nach allgemeiner Gymnastik zeigte man zunächst zehn Minuten Ilebungsbetrieb. An Geräten, mit Bällen und Kugeln, sowie in Sprung- und Startübungen gab es lebhafte Tätigkest. Einige Sportlerinnen zeigten ganz gute Fertigkeit im Hürdenlaufen, einem bisher bei den Frauen wenig geübten Gebiet. Bei dem Gemein- fchaftstraining wäre jedoch die Teilnahme beider Vereine wünfchens- wert gewesen. Sodann begannen die Wettkämpfe. Beim Startkampf mühten, in dieser Weise durchgeführt, die Regeln oerschärst werden, um die vielen Fehlstarts zu verhindern. An Stelle der Wurfkonkurrenzen mit dem Medizlnball würden Ballftafellen belebender wirken. Die weniger eingeweihten Zuschauer werden dabei mehr interessiert, was ja bei einer Werbeveranstaltung nötig ist. Zuichauer wollen durch laufende Resullatverkündung Einblick in den Aand des Kampfes haben. Bei den Stafetten wurde dann auch das Versäumte nachgeholl und so wußte jeder sofort, wie die Rennen standen. Die Veranstaster gaben sich mit dem Fest jedoch alle Mühe, sogar eine Lautsprecheranlage stand zur Verfügung. Der Kampf endete mit 86: 77 Punkten für Rot-Weiß. mn Arbeitersponier marschieren auf am Sonnlag, dem 28. Februar 1932, um 16 Uhr, bei dem großen Hallensportfest in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm. An den sportlichen Wettkämpfen sind beteiligt: Leipzig, Dresden, Stettin, Kottbus, Guben, Brandenburg, Rathenow, Luckenwalde und Berlin. Konzert/ Großes Schauprogramm! 10000 Sitzplätze von 50 Pfennig bis 1 Mark. Berlins Eiserne Front ist herzlich eingeladen I Gegen den Blulterror! Einigung in der Eisernen Front 3n den letzten zwei Zahren haben die Terrorbande« der Nationalsozialisten Z4btutigeUebersätteausArbelter. sporiter, Zerstörungen an Heimen und Einrichtungen begangen und täglich mehren sich die Fälle. 1500 Gewalttaten von Nazis gegen Arbeiter und Arbeiterorganisationen einschließlich des Reichsbanners mit insgesamt 62 Toten und 3200 Schwer- v n b Leichtverletzte bei der angegriffenen Arbeiterschaft sind die erschütternden Llutopser von nur zwei Zähren. Sie sind gleichzertia schwache Vorzeichen von dem. was die Arbeiterschaft �zu erwarten hätte, wenn die Nazis im Reiche einmal zur Macht kämen. Die Nazis selbst lassen keinen Zweifel über chre Absichten. Alle Arbellerrechte und sozialen Errungenschaften würden beselligt. So die gesamte Sozialoersicherung, die durch den famosen Sparzwang ersetzt werden soll. Krüppel(auch Kriegskrüppel). Sieche und Schwache hällen die Pflicht zum Selbstmord oder würden amtlich gemordet. Auflösung aller Parlamente und der Ersatz durch blutigst- Diktatur, rücksichtsloseste Parteiwirtschast im Reiche, in den Staaten und Gemeinden. Zerschmetterung aller anderen Parteien und der Gewerkschaften, natürlich auch der gesellschafllichen Arbeiterorgani- sationen. Dies und vieles andere Schlimme versprechen die Nazis und würden es halten, wenn die Arbeiterschaft nicht wäre. Warum wurden die Nazis so stark und so frech? Weil die Arbeiterschaft zu gutmütig, zu gleichgültig und zu zerrissen war. Aber die gemeinsame Gefahr schweißt zusammen. Der Ruf zur Eisernen Front fand allseitigen Widerhall. 3n dieser Einsicht hat die Zeutralkommission für Sport und Körperpflege und deren Verbände einhellig den Beitritt zur Eisernen Front beschlossen. Auch die Bundesvorstands- sitzung des Arbeiler-Turn- und Sparlbnudes gab einstimmig ihre begeisterte Zustimmung und alle Tagungen der Kreise und Bezirle auch. Die Arbeilersportler Deutschlands stehen und fallen mit der Eiserneu Zroutl Die norwegischen Arbeitcrboxcr Im dritten Kampf holte» sich die Gäste aus Norwegen den ersten Sieg gegen Verein für Volkssport Braunschweig mit 13: 1 Punkten. Auch die nachfolgenden Kämpfe waren für die Nor- weger erfolgreich. In Helmstedt siegten die Norweger gegen Boxsteund« 1929 mit 10:2 Punkten vor 1200 Gästen und in Vernburg gegen Gut-Krast 1893 vor 1300 Gästen mit 8: 6 Punkten. Ordnerdienst zum Hallensportfest Zum Hallensportfest der Arbellersportler am 28. Februar werden über 100 Ordner benötigt. Alle abkömmlichen Alterssportler müssen sich zur Verfügung stellen. Die Leitung ist dem Genossen Paul Graes, Eckertstraße 13, und Walter Heintzel, Clmstrahe 33», übertragen. Die Vereine werden hiermit aufgerufen, alle verfügbaren Genossen, namentlich und unter Angabe der Adresse des ver- antwortlichen Vereinsobmanns, bis zum 25. Februar an oben- stehende Leiter zu melden. Die Kreisleitung rechnet damit, daß auch die allen Kämpen am 28. Februar wieder in vorderster Reihe zum Gelingen des großen Hallenfestes beitragen werden. flnrtlieim fpotgeft. Ztet-Beiß. Alle Mitglied««scheine» Donnerstag, so Uhr, im Su. Donnenburg« Str. 20, zur letzten Besprechung für da» Hollen. rade» find stet» willloointen. Al» Däste gleiche Badepreise. Bezirke lartell Fried richohaia. Sartellschung Montag, 2g. Februar, W4 Uhr. Boxhagener Str. 114. Dportpladeinteilung und Materialauogabc für unsere i g. April im Sermaniapalast. Februar, 17% Uhr. am Anhalter Bahn- Mittwoch, Zt. Februar, acktbaden mit Gnmnastil rm Dtadtbad Ba«waldstratze.— Mark. Sessel iL» Mark. PhWMyl jResfaurant Berlins 3„ ü 6.15 Ulu Flora 3434 Ranto nlauM Keiter- Familie a» t-. Hagia n. sein Weibstenfel. Willi. Bendow. 9 AUIftons and weitere Attraktionen Berllaer JJlIiTrio II■ II k 0 1 1 B, Laimatt. 74i75j Reidtslialleii-Tiieafer l>önhoff platz 8 Ubr. Soontass 3*/« issir zi< hlelneo Pi eisen Stettiner Sänger Nur noch kurze Zeit «So'n Reinfall!-