Morgenausgabe Nr. 93 A 47 49.Zahrgang Wöchentlich 75 Pf., monatlich 3,25 M (davon S7 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar.. Postbezug 3.S7 M. einschließlich Sv Ps. Pauzeitungs- und 72Pf.Postbestellge- biihren. Auslandsabonnement 5,35 M. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tem Truckfachenporto 4.65 Ii. Der..Vorwärts� erscheint Vochentög- lich zweimal, sonntags unb Montags einmal, die Abendausgabe für Berlm und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Zllnstriertc Sonntagsdeilag! «Bolk und Zeit" Aerlincr Volksblatt Donnerstag 25. Februar 1952 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 45 Pf. ?><• elulpatt MMimelerzeile 30 Pi Rrllamcjeile 2.- M. ,�let»e«n. jicweu" das fettgedruckte Wort 20 Pf. (zuläffigzwei fettgedrucktkWortc�fcd'a weitere Wort lO Pf. Nabalt lt. Tarif. Worte über lä Buchstaben»üblen für zwei Worte. Arbeitsmarlt Millüneter. »eil« 25 Pf. Famili-tianzcigen MiOi. meterzeile lk Pf. Au»eigenann-hoie im Hauptgeichaft Lindenftraste 3, wechenlägüch r>on s»/, bis>7 Ubr. Der Beriag behältfich dasRecht derÄb» lehnung nicht genehmer Anzeigen oorl Jentvalovsan der SozialdemoSraiifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 2 k�ernspr.. Dönhoff(A 7) 292—237. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Beilin. Vorwärts-Berlag G. m. b. H. Posljchtckkomo:Bcrlin375ZS.— Bankkonto: BankdcrArbeuer, Angestellte» und Beamten. Lindenstr. 3 Dt B.n.DiSoEef.. Depositenk., Jerulalemer Str. W Lö. Groenere Illusionen. Er schwört auf Hitlers Legalität— aber die Hitler- Fraktion schwört sie ab. Gewitterdrohend begann am Mittwo6> die zweite Sitzung dieser Reichstagsperiode. Präsident Löbe eröffnete mit einer Mahnung, die Redner nicht zu stören. Er kündigte Ausschlüsse an, wenn die Ruhestörungen sich fortsetzen sollten. Dem Genossen Dr. Breitscheid litten die Nationalsozialisten das Schicksal angedroht, ihn durch länucndc Gespräche, durch lautes Vorlesen und sogar durch Pfiffe um jede Aufmerksamkeit im Hause zu bringen. Der Anschlag mißlang. Breitscheid, obwohl durch zahllose Vcrsammlungsrcden stimm- lich ermüdet, setzte sich durch seine glänzenden Formulierun- gen. durch die Wärme seines Vortrages und durch ihren politischen Gel>alt ausgezeichnet durch. Der Kern seiner Rede war zu den Reparationen die Warnung, daß„Wir können nicht zahlen!"» umzuwandeln in ein„Wir wallen nicht zahlen!" Mit bitterer Schärfe nahm sich Breitscheid den Rcichswehrerlaß vor. Er hielt den Legalitätsglauben des Generals Schleicher und des Reichswehrministers das gegenteilige Urteil des Reichsgerichts vor. Groener hörte sich die Kritik des sozialdcmokrotischen Sprechers aufmerksam an. Lärmende Zwischenrufe der Kommunisten gab es, als Breit- scheid für die Reichspräsidentschaftswahl die Losung ausgab: „Nieder mit Hitler!" Wir würden den Kandidaten unterstützen, der die meiste Aussicht hat, die Mehrheit der Stimmen gegen die Faschisten zu erhalten. Die Kommunisten gäben die Losung aus:„Der Houptfeind ist die Sozialdemo- kratie". Dos ist im Zusammenhang mit der Aufstellung einer eigenen kom»u:nistisdemokrotisä>en Minister Preußen? entfernen, damit ein Rechtskabinett eingesetzt werde. Das alles ist deutlich genug. Die Arbeiter erkennen es in steigendem Maße, und die gewaltige Bewegung der Eisernen Aront mit ihren ungeheuren Kundgebungen beweist es. (Andauerndes Geschrei der Komm.) Wir wollen den Pürgerklneg mcht, wir wollen, daß die politische Auseinandersetzung aus dem parlamentarischen und demokratischen Wege eriolgi. Wir wollen die Meinungsfreiheit ausrechterhalten. Die Eiserne Front steht zu ihrer Verteidigung bereit, aber auch, wenn wir aus einen Kaden gedrängt werden, den wir nicht wünschen, zum Kampf auch aus diesem Boden. Wir sind gegen jede Diklatur. wir wollen den demokratischen Kampsboden erhalten, wir sind gegen jeden Appell an das Schwert und für die Herstellung des Vertrauens unter den Völkern. Wir sind gegen jede llnterdrückung der Arbeiterbewegung. Unser Kampf wird geiiihrt für Mcnschcnsreiheit und für Menschenwürde. gegen Vcrsklaoung und Tyrannei. Unser Motto und das der Eisernen Front ist das Dichterwort von E. M. Arndt:..Der Gott, der Eisen wachün ließ, der wollt« keine Knechte."(Brausender, langanhaltender Beifall der Soz.) Zieichswehrminister Groener: Mein Erlaß vom 29. Januar d. I. über die sogenannten Wehr- ncrbände und die Einstellung in die Reichswehr hat in einzelnen Lagern zu Mißdeutungen geführt, die klarzustellen sind. Der Bundcsführcr des Reichsbanners vchmarz-Rot-Gold..Herr Karl Höltermann, hat noch einer Aussprache über diesen Erlaß in seiner Dessauer Rede und in einem Brief an mich als das Ziel des Reichsbanners bezeichnet, dem Gerede voni Bürgerkrieg ein Ende zu machen. Er hat es abgelehnt, daß das Reichsbanner sich mit der Aufstellung illegaler polizeilicher Verbände befasse, ebenso wie daß es sich illegal in>t militärischen Organisationen beschästige. Wenn der neue 5)err Bundesfllhrer des Reichsbanners diese seine Richtlinien der Zurückhaltung bei der Leitung und den Einheiten seines Bundes durchzuführen in der Lage ist, so wird er der öffentlichen Ruhe dienen, zu deren Ausrcchterhaltiing im Falle der Not allein die gesetzlichen Machtmittel de? Staates berufen sind. In diesem Sinne habe ich Herrn höltermann geantwortet, daß ich seine loyale Erklärung ganz besonders begrüße und der noffnung Ausdruck gegeben, daß wir uns aus dcm Gebiete der körperlichen und geistigen Jugendertüchtignng finden werde» (Zuruf rechts: Alles in Butter!) Die Houptanyriffe gegen den Erlaß unterstellen einen Kurs- Aechsel des Reichswehrmmifters, anaebliche Bevorzugung der �otionalsoziollston und die Auslieferung der Reichswehr gn poluifcke EinMfle. An einen Frontwechsel denke ich nicht. Der Kurs der Reichswehr geht geradeäns auf das Wohl des Staates, ich kenne für diesen Äurs nur den Weg der Berfassung. Auf diesem Wege hin ich gewillt, die Machtmittel des Staates nötigenfalls ohne Zögern und rücksichtslos einzusetzen. Mein Standpunkt üher die Ein- itellung in die Wehrmacht ist im Grundsatz unverändert. Ich Hab« ihn mit den Worten des jetzigen Erlasses im März v. I. im Reichs- wg festgelegt unter lebhaftem Beifall seiner Mehrheit. Die praktische Anwenduag dieser Grundsätze gebietet jetzt die Einstellung in die Wehrmacht auch für Angehörige der NSDAP, freizugeben unter einschneidenden Sicheningen, aus die ich noch komme. Man wittert eine Vorleistung an die NSDAP, darin, Ich habe niemals meine Hnrtd zu einem politischen Geschäft aus dem Rücken �r Wehrmacht geboten. In dem„Leitfaden für den Unterricht" ist vorgeschrieben, daß die überparteiliche Stellung der Wehruracht zum gründlich verstandenen geistigen Besitz jedes Soldaten werden soll. Man wirft«ine solche Erziehungsarbeit auf lange Sicht nicht plötzlich um, indem man mit einer politischen Partei Geschäfte macht. Wohl ober geht eine Vorleistung der Führung der IkSVAP. meinem Erlatz voraus. Das ist der Verzicht aus jegliche Zer- sctznngsarbeit in der Wehrmacht seit Zahr und Tag. die wieder. Holl mir abgegebene Erklärung des Führers, datz er jeden �u- miderhandelnden rücksichtslos aus der Partei entfernen w>rd. Das Bekenntnis des Parteiführers zur Legalität wurde erstmals lichtbar bestätigt bei seinem Bruch mit dem radikalen Stennes-Flügel. Auch das Reichsgericht hat festgestellt, daß der Führer bestrebt ist, illegale Elemente aus seiner Partei auszuschließen. Diese Tatsachen haben mich bestimmt, das Elzrenrecht der Landesverteidigung auch den Angehörigen der NSDAP, nicht länger vorzuenthalten. Die Vesürchtungen, daß die Reichswehr damit der politischen Beeinflussung ausgeliefert werde, begreife ich nicht. Denn ein Reichswehnninister zerschlägt sich doch nicht die eigene hartgeschmiedete Waffe. Der Erlaß schließt grundsätzlich joden Bewerber aus, der erwiesenermaßen an Bestrebungen teilgenommen Hot, die aus Aenderung der Stoatsforin mit unerlaubten Mitteln gerichtet waren. Es ist in jedem Fall die Auskunft der Polizei ein- zuholen, und vor jeder Einstellung ist besonders sorgfältig zu prüien, ob durch die Ausnahme von vorher politisch tätig gewesenen Be- werbern nicht die überparteiliche und unpolitische Haltung der Wehr- nacht erschwert werden könnte. Mit solchen Bewerliern werden Protakolle ausgenommen, aus denen hervorgeht, daß sie mit dem Eintritt in die Wehrmacht jede derartige Bindung gelöst haben, Die Einstellung in die Wehrmacht ist also jedem Bewerber gegenüber, gleichgültig aus welchem Lager er kommt, mit solchen Sicherungen umgeben, daß die unverändert unpolitische Haltung gewährleistet ist. Außerdem werden alle ausgeschlossen, die den Reichspräsidenten l'sleidigt, im politischen Äanrpse Riche und Ordnung gestört oder ÜriegZdienstoerweigcnmg gepredigt haben. Damit glaube ich das Gefüge des Staates nicht zu erschüttern, sondern an einer wichtigen Stelle z» festigen, Die Reichswehr ist seit ihrer Bildung zielbewußt aus der Politik herausgeführt und in der geistigen Haltung nur aus den Staat, in der Arbeit nur auf die sachliche Leistung eingestellt worden. Daß dieses Ziel ganz erreicht ist, hat dieses hohe Haus bei der letzten Etatsberatung in beinahe geschlossener Einstimmigkeit erneut be» lundet. Dieses Gelinge« beruht wesentlich auf der getreue» Art der untersten Truppenverbände, wo jeder Führer Ordnung im Hause zu halten entschlossen ist. Ein solcher Geist läßt sich nicht erschüttern, wem» unter den zehn Retruten. die jedes Halde Jahr bei einer Kompagnie ein- gestellt werden, ein einzelner politischer Verführer etwa durch alle Sicherungen hindurchgeschlüpst wäre. Der Gegner oiürde aufgesogen oder in kurzer Zeit von dem gesunden »örper der WchMacht wieder ausgestoßen werden�, Abg. Dr. Bolz sZtr.) stellt die hetzerische und vergiftende Ärstik der Nazis an den Pranger und hält der Rechten ihren Abfall von hmdendurg vor, der vor sieben Jahren ihr Heros war. Diesen Leuten auch nach die Macht auszulieiern, wäre ein Unglück für Deutschland. Wir sind zur Zusammenarbeft mit jeder Partei bereit, die auf dem Boden der Verfassung ausbauende Arbeit leisten will. D/n das die Nationalsozialisten? fAntwortruie äußerst rechts: ,,Rein!"> Wir werden auf dem Boden der Verfassung und der Ztaatsauiorität kämpfen, dann wird für die Gegner hindenburgs der l,?. März zum Tag der schweren Niederlage werden.(Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Frhr. von Freylagh-Loringhoveu(Dnat.) sucht die Verderblichkeit des jetzigen Systems besonders an der Außenpolitik nachzuweisen und verbreitet sich über die oerhinderte Zollunion, die nicht vorwärtsgehende Abrüstung, die Reparationspolstick, den Memelfall uiw. Durch den russisch-polnischen Nicht- a n g ri f fs p a k t, den das Auswärtige Amt sogar freudig begrüßte, bat Polen die Hände gegen Deutschland freibekommen. Die Welt ioll wissen, daß auch ein wassenioses Deutschland mit der Kraft der Verzweiflung um sein Dasein ringen wird. Im Weltenbrand, der dann entfacht wird, wird Europa zugrunde gehen. Wir erheben Airklage gegen diese Regierung, die durch Schwäche und Ziellosigkeit es dahin hat kommen lassen. Wir wollen dieses System nicht mehr dulden, das uns immer Kiefer in die Knechtschaft hineingeführt hat. Der Sturz dieses Systems ist dos Ziel des Wahlkampfes, der jetzt beginnt. Es ist die tragische Schuld des Reichspräsidenten von hindenbuvg, daß er dieses System gestützt hat. Abg. Dr. Bredt(Wirrschastsp.) kommt durch sein« Beleuchtuna der faschistischen Denwgogie in laute Konflikte mit den National- sozialisten, von denen einige zur Ordnung gerufen werden, als sie mangels anderer Argumente behaupten, die Wirtschaftspartei habe ihre Abstimmung im Oktober verkauft. Abg. Gras Westarp(Boltskons.) protestiert dagegen, daß Goebbels das Wort Deserteure in einem Ateinzug mit der geschicht- lichen und vorbildlichen Persönlichkeit des Reichspräsidenten aus- gesprochen hat. Der Redner appelliert an die Nationalsozialisten, doch nicht der Jugend den letzten Rest von Ehrfurcht vor einer solchen Persönlichkeit aus dem herzen zu reißen. Sstenn die Nationalsozialisten, wie gestern Goebbels, erklären, als Opposition alles zu kritisieren, um selbst an die Macht zu kommen, so ist das kein Kampf gegen das System, sondern in diesem System, um es für sich selbst zu gewinnen. Diese Präsidentenwal, l ist aber zu gut, um in dieser Zeit der wich- llgsten außenpolitischen Entscheidungen dem. innerpolitischen Macht- kämpf zu dienen. Sie(nach rechts) führen durch Ihren Kampf gegen einen hindenburg dem Ausland nur die innerpolitische Zerrissenheit Deutschlands vor Augen.(Lebh. Bestall der Mitte.— Schimpfrufe der Nst>z.) Eine Sturmszene. Abg. Dr. weber-Potsdam(Etaatsp.) wendet sich erst gegen die lügenhafte Agitation der Nationalsozialisten in, Lande und kommt dann auf ihre Gewalttätigkeiten zu sprechen. Er führt u. o. die bestialische Ermordung des Landarbeiters Basiy in Bantau in Ober- Schlesien an und erörtert darauf die Ermordung eines ISjährizen Hitler-Jongen in Berlin-Moabit. Als der Redner hierbei ansführl, tbjährige gehörten überhaupt nicht in die Politik, dft hitler-partei aber habe zuletzt das Reckst, sich über Gewalttätigkeiten zu entrüsten, da sie mit dem pal! tischen Mord begonnen habe, sehen die Zkeckionatsozlalisten einen Eatrüstnagssturm in Szene, wobei sie offenbar den Zoraesausbruch der Sozialde'.nokraten vom Vortage über die Goebbelssä)« Redewendung von der„Part« der Deserteure" nachzuahmen suchen. Unter fortwährendem Schimpfen Her zur Eisemen Front! Ein Ruf an die Krauen. Frauen, wir rufen euch! Reiht euch ein in die kampjftont gegen den Faschismus, uaterstühi die Formationen der Eisernen Front. Frauen, eure Rechte als gleichberechtigte Staatsbürgerinnen sind durch die uationalsozialistischen Bllrgerkrtegshorden bedroht. Darum ihr Frauen und Mütter, ihr Arbeiterinnen vnd Auge- stellte, ihr sozialistischen Sportlerinnen: Reiht euch ein, kämpft mit in dem großen Cntscheiduagskampf, der den weg freimachen soll zum Kamps um Frieden, Arbeil und Brot. Der harte Kamps nms Dasein verschont auch die Frauen nicht. Wir erleben ihn als Arbeilerinnen, die unzureichend entlohnt werden. Wir erleben ihn als Kolleginnen unserer Arbeitsgenoste», denen die schlechtbezahlte Frauenarbeit dauernde Gefahr bedeutet. Wir erleben ihn als Arbeitslose mit niedriger llaterstühung. wir erleben ihn als Gallinnen und Mütter, die sich verzehren in Sorgen und Bangen um ihren Mann und um ihre Kinder. wir erleben ihn als Hausfrauen, die mit wenigen pseunigea die Ausgaben des Haushaltes bestreiten sollen und die verzweifelt vor gefüllten Lüden stehen mit ihren Gedanken an unlereroährte und hungernde 2lngehörige z« Hause, an kalte Oeszu, an Mann und Kinder ohne ganzes Schuhwerk, ohne warme Kleidung, ohne Freude und ohne Hoffnung. Diktatur und G c w a l t h c r r s ch a s t führen uns nicht heraus aus dem Elend. Das Geschrei nach Diktatur und Gewaltherrschaft hat die Arbeitslosigkeit und die Volksnot vergrößert. Sie wird weiter steigen, und steigern wird sich Bot und Verzweislung. wenn wir uns nicht ausrasten zu dem Willen, den Volksverderbern zurufen zu können: Wir haben es satt! hinweg mit euch! Die Eiserne Front ruft noch Heifern nnd Heise- rinnen. Wie nnterstiifccn den Rnf an die Frauen: Kämpft gemeinsam mit den Männern gegen den Faschismus! lluierstützt die Bestrebungen der Eisernen Front durch Propaganda in den Velriebco, in der Familie und in den Reihen eurer Bekannten und Freunde. Unterstützt soweit ihr könnt die Bestrebungen auch materiell. Frauen, zeigt den Willen zum Milhelseu bei der Abwehr von Diktatur und Gewalt, kämpft mit uns gegen die Verrohung des politischen Kampfes und der politischen Sitten, käiupst mit uns gegen die drohende Entrechtung der Frau, helft mit, die Volks- rechte zu erhalten. Zeigt euch wert der hohen Ausgaben, die ihr als gleichberechtigte volksgenosiinnen habt. Es gehl um eure und um des ganzen Volkes Existenz. Es geht um die Erhaltuug von Leben uvd Kultur. Es gehl um die Er- hallung der Errungenschaften der Arbeiterbewegung. Frauen, wir rufen euch! Aus zum Kampf gegen den Volks- betrug der Nazis, gegen Faschismus. Krieg und Not für Freiheit, Frieden und Brot! Frauenbüro der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Marie Zuchacz. Arbeiterinnenfekretariat des ADGD. Gertrud Hanna. Für die Frauen des AfA- Bundes. Johanna Sajdakowfki. Frauenausschuß der Fentralkommission für Arbeitersport. Hilda Snckcr. und Toben rücken die Nationalsozialisten gegen die Rednertribüne vor, Abg. Straher will sie, zurückhalten, weitere Faschisten kommen aus dem Wandelgang herein. Da der Redner bedroht zu werden scheint, eilen auch einige Sozialdemokraten und Staatsparteiler zu seinem Schutz herbei. Bizepräsident Esser bemüht sich Ruhe zu schasten und ruft den Abg. Dr.. Weber wegen des gegen eine Partei des Hauses gerichteten Vorwurfs, auf dem Wege des politischen Mordes vorangegangen zu sein, zur Ordnung. Die Hitler-Leule oerlangen aber, daß Weber diese Aeußerung zurücknähme und lassen ihn nicht weitersprechen. Vizepräsident Esser unterbricht schließlich die Sijzimg. Nach kurzer Zeit eröffnet Vizepräsident Esser die Sitzung wieder und teilt mit: Ich habe den Redner gebeten, seine Aeußerung zurück- zunehmen. Demgegenüber hat Dr. Weber die Absicht geäußert, diese Wendung historisch zu begründen. Aus memo Bitte hat er für heule daraus verzichtet.— Das Wort hat Abg. Dr. Simpfeudörfer(Chrfoz.): Die Bekämpfung der Wiederwohl hindenbures ist ein Akt der Treulosigkeit und U n dankbar kc it. außerdem eilte' alrtinattonale Handlung' und aus all' diesen Gründen eine untilgbare Schmach. Der Rodner weist dann den Mißbrauch des Wortes„national" durch die Naiiarialisten nach, die ihre Partei an stelle der Nation über sie stellen, die Durch utzung ihrer Parteiziele als allein national hin- stellen, dem verdientesten Wann der Ration den Dank versagen und die Treue brechen, ja, ihm die nationale Gesinnung absprechen, wenn er ihnen nicht zu Willen ist. Wir sind Gegner der Revolution von lglß. die die letzte Mög- lichkelt eines erträglichen Friedens zerstört und das undeutsche System der Masseicherrschast und des reinen parlainenlarismus gebracht hat. Aber mit unserem chrifttich religiösen Staatsbegrisf ist auch der natianaksozialistische Diktaturstaot mit Entrechtung ganzer Volks- schichten unvereinbar. Wir begrüßen es als eine Abkehr von dem nachrevolutionären System, daß die Regierung Brüning, von dem besonderen Vertrauen des Reichspräsidenten getragen, nicht direkt von den Parteien gebildet, mit voller Verantwortung handelt. Wir wünschen eine Befestigung dieses Systems, ob durch Ausbau des Art. 48 oder Aenderung des Art. 54 der Verfassung ist noch zu entscheiden. wir bekennen uns zum System hindenburg, der der Vorkämpfer der nationalen Befreiung ist. wie sich aus die Ablehnung einer Verlängerung des Moräiormirs und dos klare„Nein" des Kauzlers gegen jede weitere Reparationszahlung zeigt. Wir unterstützen die jetzige Regierung nur solang« sie den K unps gegen das Versaiüer System führt und die nötige Propaganda dafür im eigenen Volke macht, was übrigens verstärkt werden mutz. Jede Agitation, die das Ansehen der Regierung gegenüber den: Ausland herabsetzt, muß unterbunden werden. Wenn die Abrüstungskonferenz ergebnislos bleibt, hat Deutschland seine Wehrsreiheft wiedcrgew.m- neu. Was es damit macht, ist innerdeutsche Angelegenheit. Di« Arbeitslosensiedwng im Osten muß beschleunigt werden, jchon als dringende nationale Aufgabe. Wir fordern energischeres Vorgehen gegen den zunehmenden Schmutz lind Schund und gegen den politischen Terror. Mit hindenburg für das freie christliche Deutsch- land.(Bei' all in der Mitte.) Abg. Roseuberg(Nfoz.) kritisiert eingehend die Polenpolitik des Krick und der Deserteur. (Nach der bekannten Soldatenwelse.) Ich hakt' eine« Kamenabe». Kriegte selbst vom Krieg Dispens. Er rückte aus zum Streite, Da ging ich still beiseite Und blieb i« Pirmasens. Eine Kugel kam geflogen. Die traf de«„Deserteur".. Mir touut' beim ALteuschmieren Daheim niemals passieren Solch dämliches Malheur. So war ich nicht zugegen Als Zeuge seines End's. Könnt' ihm die Hand nicht geben, Denn ich— ich blieb am Leben Juchhe, in Pirnrasens! �onatben. — gewesenen Außenministers Dr. C u r t i u s, die gegen die Ent- deutschung nichts ausgerichtet imd dadurch Deutschland um Ansehen gebracht habe. Als von der L.nkcn die Faschisten an esudtirol er- innert werden, brechen sie in«chimpfen aus. Reyenderg spricht dann vom Meine l kons litt, der tleine Soisonftaal Litauen kümmere sich gleichfalls nicht um das große deutsche Reich. Durch einen Hurus von links, wo er denn 1918— 1922 gewesen sei, gerät Rosenberg in große Wut und antwortet erregt: Erstens ist das eine Lüge und zweitens geht Sie das nichts an!(heiterke-.t und weitere Zurufe links, auf die Rosenberg plötzlich antwortet: wollen Sie eine Ohrfeige haben?— Entrüstete Ruse links.) Präsident Löbe rügt die llirterbrechungen des Redners, rmt diesen wegen des Wortes„Lüge" zur Ondming und entzieht ihm wegen des Ohrfeigenaiigebots das Wort. Wiever großer Krach? Ülbg. Rosenberg verläßt die Tribüne, während sein«, Partei- genossen in«inen Proteslswrm ausbrechen. Im Lärm schließt der Präsident nach langem vergeblichen Läuten den Abg. Schaller(Rfoz.) von der Sitzung aus. ebenso den Abg. Sprenger(Rsoz.). Da dieser der Aufforderung nicht folgt, wird er aus zwei Sitzungstage aus- geschlossen. Der Lärm dauert in unverminderter Stärke fort, so dptz der Präsident die Sitzung unterbricht. Während dieser Pause, in der sich verschiedene Abgeordnete der Flügelparteien Zigaretten arizünden, scheint eine Beilegung des Zwischenkalls nicht geglüeft zu sein, denn es wird der Aeltestenrat auf IS Uhr einberufen. Nach fast 1 Mündiger Unterbrechung wird die Sitzung kurz nach 19 Uhr wieder eröffnet. Präsident Löbe: Das Stenogramm ergibt, daß Abg. heuck(Komm.) dt« Abg. Rosenberg zugerufen hat:„Sie waren 1918— 1922 Agent von Deterding!"(Sehr richtig äußerst links.) Ick, hatte diesen Zuruf nicht gehört und rufe jetzt den Abg. heuck zur Ordnung. Abg. Rosenberg hat erklärt, daß er sich dadurch beleidigt und nicht dagegen geschützt fühlte, dadurch habe er sich ,zu seiner Drohung hinreißen lassen. Da«r sie zurückgenommen hat, nehme ich auch meine Maßnahme zurück und werde ihm das Wort wieder erteilen.— 2lbg. Sprenger hat nur erklärt, daß er feine Drohung(mft der Faust. Red. d.„B.") nicht gegen den Präsidenten gemeint lzat. Ich muß ihm Glauben schenken und nehme seine Ausschließung zurück. Die Drohung soll ein anderer be- gangen haben, den ich n i ch t f e st st e l l e n kann.— Ich appelliere nochmals an alle, die Beschimpfungen und Drohungen zu Unterlasten, die gestern und heute haufenweise vorgekommen sind. Als nun Abg. Rosenberg wieder dos Wort nimmt, werden einige Kommunisten wegen beleidigender Zurufe mit Ordiumgsrufen bedacht. Abg. Rosenberg wirft der deutschen Gesandtschaft in Kowno Energielosigieit in der Vertretung der deutschen Interessen vor, dem „Vorwärts" Preisgabe deutscher"Interessen, Frankreich Abrüstungs- fabotage, während nur der italienische Faschismus ehrlich die Ab- rüstung fordere. Dann verliest er Zitate aus der Links- und Zentrumspresse von 1925 gegen die damalige Rechtskairdidatur hindenburgs. heute ist der„Völkische Beobachter" beschlagnahmt worden, weil er eine Hindenburg-Äarrikatur aus dem sozialdemokro- tischen.Karlsruher Volksfreund" von 192.5 abgedruckt hat. Es geht bei dieser Wahl um das Schicksal van<0 Millionen Deutschen, und nicht um einen greisen elirwürdigen Mann. Den Systemparteien e>eht es mir mn das Verbleiben des Z e n t r u m s k a n z l e r s. Sozialdemokratie und Zentrum wollen kein starkes Deutschland, sondern ein Pan-Europa unter Führung der römischen Kirche und der jüdischen hochnnanz.(Ein Nsoz. ruft: Weil sie dafür bezahlt sind! und wird zur Ordnung gerufen.) Das Zentrum trägt überhaupt Schuld daran, daß die Sozial- demokrotie entstehen konnte. (Stiirmlsche, anhaltende Heiterkeit und ironischer Beifall links.— Gleich darauf ein Ordnungsruf für Rosenberg wegen einer Be- schimpfung der Zentnims Partei.) Der neue Reichspräsident, dem Brüning seine Demission überreichen muß, wird Ztdoll Hitler heißen. (Beifall der Nsoz.— Heiterkeit links und in der Mitte.) Schlußgepläntel. Während der Rede des Ada. Dr. B r e d t(Wirtfchp.) haue Abg. Stubbendorf(Dnat.) veleidigende Zuruf« gemacht, auf die Brede und andere Wirrscha't- parteiler entsprechend" geantwortet hoben. Dasür erhält jetzt Dr. Bredt einen Ordnungsruf. Er teilt mit, von Stubbendors provoziert zu sein und erklärt, daß dies fein erster Ordnungsruf in Lljähriger Abgeordnetentätigkeit ist. Abg. Stubbendorfs(Dnat.) fordert die Wirtschaftsparteiler auf, die Beschuldigungen gegen ihn außerhalb der Immunität zu wiederholen, damit er klagen könne. Abg. Blollalh(Wirtfchp.) bekennt sich dazu, dem'Abg. Stubbendonf.Infamie"'zugerufen zu haben, und erhält dafür einen Ordnungsruf. Nach achtstündiger Sitzung wird die Wefterberotung um 20 Uhy auf Donnerstag. 12 Uhr, vertagt. Ouesterberg abgemeldet. Oer Harzburger existiert für die Nazis nicht mehr. Die Nazis künden ein«„neue Slngriftswelle" für den Berliner Osten an. In einer Anzahl von Bersannnwngen wollen sie erzählen über das Thema: Das Volk im Enlscheidungskampf.— wen will das Volk?— Hindeatmrg. Thälmann. Hitler?" Der Kandidat der Harzburger-Front-Freunde, D u e st e r b« r g, i't ganz abgemeldet. Don ihm sprechen die übrigen Frontireunde gar nicht mehr. Auch ein Zeichen der Zeit! Gipfel der Volkstümlichkeit. In einer Kneipe streiten ein K o z i und ein Nazi, welche liarttt die gröhcre Zugkraft habe. „Mensch", brüstet sich der Nazi,..wir brauchen bloß'ne öffentliche Versammlung einzuberufen, da ist der Sport- palast knüppeldicke voll.". „Is jamscht", prahlt der Kozi.„Wir berufen'ne Mitglie. derversammlung ein, und schon ist um 7 Uhr im Sportpalast kein Platz mehr." „Wat, Mitgliederversammlung", brüllt krebsrot vor Zorn der Nazi,„b« uns genügt'ne Funktionärversammlung, lim den Sportpalast voll zu machen." hier mengt sich der W irt in das Gespräch: „Meine Herren, ereifern Sie sich nicht. An unsere Wirt» schaftspartei des deutschen Mittelstandes reichen Sie nicht heran. Wir brauchen nur'ne G l ä u b i g e r v« r s a m m- lung einzuberufen, da reicht sogar die Messehalle nicht." Jonathair. 20 Milliarden geschenkt! s Den Kapitalisten von ihren allergetrevesten Kommunisten. Der. sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Breitscheid Hot in seiner großen Rede vom Mittwoch den Antrag erwähnt, de» die kommunistische Fraktion zur Streichung aller Zahlungen an dos Ausland eingebracht hat. Dieser Antrag, der von, IS. Februar 1932 datiert ist, also schon nach Ablauf der Karnevalszeit, hat in Absatz 2 folgenden Wortlaut: „2IDe privaten Schuldverpflichtungen an das kapitalistische Ausland werden annulliert, die weitere Zinszahlung für solche Verpflichtungen wird verboten und im Uebertretungssall als Kapitoloerschiebung bestraft." Was bedeutet dieser Antrag? Der Baseler Ausschuß Hot die private Verschuldung Deutschlands an das Ausland für Ende Juli 1931 auf 28 bis 30 Milliarden Mark geschätzt. Zieht man die Beträge ob, die bis zum Abschluß des Stillhalteabkommens zurück- gezahlt worden sind, und ferner die Anleihen, die von öffentlich- rechtlichen Körperschaften aufgenommen wurden, so ist der Betrag der Schuldverpflichtungen des deutschen Kapitals an das Ausland auf mindestens 20 Milliarden Mark zu berechnen. Diese gewaltige Summe wallen d i e Koni mu n ist e n dem privaten Kapital und vor allem dem Groß- kapital schenken! Zrech und feig. Das ist Goebbels, NeNamechef der Firma Hitler! Frech— das hat der körper- aber nicht maulbehinderte junge Mann am Dienstag im Reichstag, bewiesen, als er, der cheimkriegcr, die Sozialdemokratie als„Partei der Deserteure" beschimpjte. Feig— das beweist er gestern in dem von ihm heraus- gegebenen„Angriff". Dort schwätzt er seinen Lesern in„am Talmud geschulter" Spitzfindigkeit vor, er habe niemand gemeint: Dr. Goebbels sagt etwas von der„Partei der Deserteure".— Er hat niema nd dabei angesehen. Und wer fühlte sich automatisch getroffen? Die— Sozialdemokratie. Das ist gelogen wie gedruckt! Alle Abgeordneten und hunderte von Tribünenbesuchern waren Zeugen der Vorgänge. Sie alle konnten genau Oeobachten, wie der berussmäßige Reklame chef der Firma Hitler fast ausschließlich noch der äußersten Rechten, also zu seinen„Pg's" sprach, aber gerade bei der entscheidenden Stelle sich fast ruckartig herumdrehte und, auf die sozialdemokra- tische Fraktion mit ausgestrecktem Arm weisend, das demagogische Wort von der„Partei der Deserteure" heraus- schleuderte! Viele Hunderte haben das mit« riebt und mitangeschen. Aber der Held von vorgestern desertiert heute vor seiner eigenen Eourogc! Er will„ntemanden angesehen" und niemand gemeint haben! Freckz und feig! Jeder Zoll«in Hitler-Monn! Uebrigens hatte sich der Frechling Goebbels am Mittwoch zu Beginn der Reichstagssitzung„zur Geschäftsordnung" zu Wort gemeldet. Präsident Lobe machte ihn vorsorglich darauf ausmerksarn, daß im Rahmen von Geschästsordimngsdebatten natürlich keine persönlichen Bemerkungen gemacht werden dürfen. Wenn er eine persönliche Erklärung abgeben wolle, müsse er das zum Schluß der Sitzung tun. Am Schluß der Sitzung ober hatte der kleine Goebbels— nichts mehr, zu sagen!...�... V..,. Ein Wettbewerb. Die Schreiber des Herrn Hugenbsrg hoben bei der Bericht. «stattung über die gestrige Reichstagssitzung anscheinend unter sich einen Wettbewerb der Unanständigkeit veranstaltet. Ucberrafchenderweise ist aber der sonst auf diesem Gebiete weit über- legene Friedrich Hussong diesmal nicht als Sieger hervor- zeganzen, obwohl er auch diesmal im„fiokal-Anzeiger" ein« recht ansprechende Leistung vollbracht«. Sein anonymer Kollege vom „Tag" bringt es fertig. Wer die Red« unseres im Kriege ver- itümmelten Genossen Schumacher mit solzenden Worten zu be- richten: „Als daraus Dr. Schumacher(Soz.) van der„nationalen Politik" seiner Partei sprach, kam es zu stürmischem Gelächter und zu heftigsten Protestrusen auf der Rechten. Schumacher und seine Parteigenossen bemühten sich daraufhin um den Nach- weis ihres Heeresdienste s." Dissen giftigen Hohn Wer einen Kriegsam putiertcn kann nur«in Bursche fertig bringen, dem dieser Nachweis ebenso- wenig gelingen würde, wie dem annektionistischeu Kriegs- u n beschädigten Hussong. Die ebenfalls„nattomrle"„B ö r s e n z e i t u n g" hat es sich allerdings noch einfacher gemacht, indem sie den Namen Schumacher in ihren Berichten überhaupt nicht erwähnt. Hmderson für unsere Kinder Neuer Appell in Gens an die Menschlichkeit Genf, 24. Februar. sEigenbericht.) Die Gcueraldebalte der Abrüstuugskouferenz wurde am Mttwoch beendet. Die Konferenz nahm schließlich die Vor- schlage des allgemeinen Ausschusses einstimmig an. so dag nunmehr die Hauplcnlscheiduug bei dem großen politischen Ausschuß liegt, dem jeder Vorschlag der einzusetzenden Unter- kommisfionen erst unterbreitet werden muß. Henderson nahm am Schluß der Mittwochsitzung das Wort, um die Generaldebatte noch einmal zusammenzufassen. Er dankte der Versammlung sür das hohe Niveau der Diskusston und sprach die Hoffnung aus, daß der Geist sämtlicher Reden sich auch in der Arbeit fortsetzen werde. Es gebe natürlich»och Schwierigkeiten, Wer bei allen Arbeiten sei das Vertrauen so stark, daß weittragende und gute Ergebnisse erzielt werden könnten. Keine Konferenz der Welt- geschichte habe jemals soviel Hofsnungen der Völker getragen. Es gebe eine Gruppe, die auf der Konferenz nicht habe zu Worte kommen können und doch hänge von ihr die Zukunft der Mensch- hett ab. Die Kinder in der ganzen Welt hätten keinen Sprecher gehabt, aber für sie gerade sei der Erfolg der Arbeil am wichtigsten, wieviele Millionen Kinder seien von den Folgen aller Kriege vernichtet worden, welch eine furchtbare Verwundung der Kriegsgeneration in seelischer und körperlicher Beziehung sei vor aller Augen. Die Debatte habe eine Reihe vorhernchender Prinzipien über die Arbeit der Konferenz aufgezeigt, dauernd und vor ollem die feste Entschlossenheit, zu praktischen Ergebnissen zu kommen. Es sei dadurch eine hoffnungsvollere Atmosphäre in die Welt gekommen. Die Konscronz wisse, daß die Zerstörungen eines neuen Krieges wohl noch viel furchtbarer sein würden als die des vergangenen. Die Ereignisse des Fernen Ostens zeigten, daß die modernen Zerstörungswasfen entsetzlich seien. Das Verbot dieser Waffen und die Herabsetzung der bestehenden Vorbereitungen auf den Krieg müsse als Gemeingut der Ueberzeugung auf der Kon- ferenz festgestellt werden. Bei aller Achtung für den Konventionz- entwurs sei der Versuch zn weitgehend, ihn zur einzigen Grundlage der Arbeit zu machen. Das habe die Debatte deutlich gezeigt. Das Prinzip der budgetaren Leistungsbegrenzung sei so gut wie allgemein anerkannt. Darüber hinaus könnten die anderen Maßnohmen noch nicht al>gesehen werden, aber bei diesem Prinzip allein würden die Arbeiten nicht stehen bleiben können. Alle Redner hätten U-Boote, Flugzcugbombcn, chemische und bakteriologische Kriegführung abgelehnt. Desgleichen sei all- geniein anerkannt, daß jedes Abkommen, das aus der Konferenz schließlich erzielt werde, nur als erster Schritt zu gellen habe. Die Probleme der Sicherheit, der Kontrolle der Fabrilation und des Handels von Waffen und Munition seien so eng mit der Arbeit der Konferenz verbunden, daß sie ebenfalls gelöst werden müßten. Die Arbeit habe mit gutem Geist begonnen,' aber es sei erst der Anfang. Viel guter Wille gehöre dazu und«ine Entschlußfahig- keit verantwortlicher Regierungen, zu ihren Worten auch in Toten zu stehen. Dann werde diese Konferenz einen großen Schritt für die Befriedung der Menschheit bedeuten. Am Schluß der Rede Hendersons stimmte die Versammlung in einen starken und langanhaltcndcn Beisoll ein. Tardieu im Abrüstungsausschuß. Genf, 24. Februar. �Eigenbericht.) In dcr ersten Sitzung des'Allgemeinen Ausschusses der Ab- rüstungskonferenz erklärte der französische Ministerpräsident Tardieu am Mittwoch in Beantwortung der verbindlichen Rede des deutschen DelcgationsführerS Nadolny, daß Frankreich an de» Prinzipien des Konoentionsentwurfcs nicht rütteln lassen werde. Damit ist die Konferenz vor die Alternative gestellt, sich dem Willen der abrüstungsfeindlichen Rechtsyiehrheit Tardicus zu beugen oder a» ihren wichtigsten Aufgaben zu scheitern. Amerika gegen den Raubkrieg. China muß unverletzlich bleiben. Washington. 24. Februar. Die Form eines Schreibens an Senator Borah. den Bornbenben des Auswärtigen Ausschusses» hat Staats» sckrctär Stimson gewählt, um das Festhalten der USA. an dem Washingtoner Nennmächtepaft und damit an der Politik dcr O ffenen Tür in China und seiner territorialen und regiernngstechuischen Unabhängigkeit zu verkünden. Werde der Neunmächtepakt nicht befolgt, so seien die USA. an die vereinbarte Einschränkung des Linienschiff- banes und der Weiterbefestigung der Philippinen und der Insel Guarn nicht mehr gebunden. Stimson schreibt weiter u. a.: Di« medlichs Entwicklung des lOO-Millionen-Lolkes in China ist wesentlich für den Weltsrieden. und der Äellogg-Pakt, der sechs Jahre später von Japan und anderen unterzeichnet wurde, war eine weitere Sicherungsmaßnahme in dieser Hinsicht. Hotte man den Kellogg-Pakt loyal gehalten, so wäre die gegenwärtige Situation nicht entstanden. Wir haben am 7. Januar erklärt, daß wir das durch Zwang oder Ver- tragsverletzung erzielte neu« Abkommen nicht anerkennen wcvden, und, wenn die übrigen Määstc diesem Beispiel folgen, so wird das«ine wirksame Schranke gegen die Legalität einer derartig vollzogenen Tatsache schassen und, wie die Geschichte lehrt, schließlich zur W i e d e r h e r st c l. lung der Rechte und RechtStttel an China führen, die ihm etwa genommen werden sollten. Amerika und die übrigen Mächte hoben 1922 anerkannt, daß das chinesische Volk Ruhe brauche, um die schwere Aufgabe der Entwicklung des eigenen Landes durchsührsn zu können, und daß man angesichts dcr Eigenart der 6>inesische» Verhältnisse Geduld mit China haben müsse. Deswegen sind diese Betträge geschaffen worden, und Amerika wird sie nach wie vör stckner Pölkttk tzu gr u nd e legen. �: Codour Party fordert Intervention. loodon. 24- Februar.(EigeWericht.) Die Parlamentssraktion der Labour Party fordert in einem Manisest die Beendigung des Konflikts im Fernen Osten durch e n t- schieden« Handlungen dcr Mächte. Japan wird als verantwortlicher Friedensstörer bezeichnet. Naiionalsozialistische Meineidssabrik. SA.-Leute beim„Herausschwören" erwischt. Magdeburg. 24. Februar.(Eigen benäst.) Am 27. November vorigen Jahres veranstaltete das Reichs- baimer in Eickendorf bei Magdeburg eine Versammlung, in der ein Vortrag Über den Film„Im Westen nichts Neues" ver- anstallet wurde. Zur gleichen Zeit hielten die Nationalsozialisten in Eickenoors«inen„deutschen Tanzabend" ab, der osscWar arran- giert wurde, um der Reichsbannerveranstaltung Abbruch zu tun. Nach dcr Beendigung der beiden Beranftattungen kam es in Eicken- dvrf zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Reichs- bannerleuteii, die dadurch ausgelöst wurden, daß eine Anzahl Rcichsbannerleuke auf dem Wege zum Bahnhof von Nationalsozialiften überfallen wurden. Auch dcr Amtsoorsieher klingenskein wurde, als er einschreiten wollte, von den Vationalsozialiftcn niedergestochen und schwer verletzt. Wegen dieser Vorgänge stehen jetzt fünf Nationalsozialisten vor c«m erwei- terten Schössengericht in Magdeburg, das seine Verhandlung in Schönebeck abhält. Die Montagssitzung un Schönebecker Prozeß wegen dcr Blutnocht in Eickeitdorf enthüllte die Stellung dcr Nationalsozialisten zum Eide. Es konnte aufgedeckt werden, daß das Gericht„nach bestem Wissen und Gewissen" an- gelogen werden sollte. Der„tapfere" Sturmführcr Karp« hüte behauptet, in der Blutnacht von Eickendorf„nur eimnal aus kurze Zeit das Nazilokal verlassen" zu frifaen. um Anhänger seiner Partei nach Hause zu geleiten. Er sei nicht nur an keiner Schlägerei beteiligt, sondern auch in der fraglichen Zeit nicht in den Dorfstraßen gewesen. In der Tat aber ist er von verletzten und anderen Dorfbewohnern bei den Schlägereien erkannt worden. Die Nationalsozialisten G ä h m s, B e ck e r, W c h l i n g und L a n d- grober beschworen aber, daß Karpe. wie er ang'bt, zur Zelt der Schlägereien den Saal nicht verlassen Hobe. Insbesondere beschwor der Unterführer Gähms. daß er seinen Borgesetzten", den wegen Erpressung mit einem Jahr Gefängnis vor- bestraften'Stunnsührer Karpe, nicht aus den Augen gelassen habe. Diese Zeugen blieben bei dieser offenbar falschen Aussage. trotzdem ihnen an Hand ihrer früheren Aussagen die Unrichtigkeit nachgewiesen wurde. Dabei erklärt« der„Obermensch" des Dritten Reiches. Landgräber, daß er allerdings vor d«r Polizei anders ausgesagt habe, aber das sei sa doch ganz gleichgültig! Die Bombe platzte bei der Vernehmung des Notionok- sozialisten Gecrhardt. Zu seinem Glück blieb dieser Zeuge, nach den Erfahrungen, die das Gericht mit Land gröber gemacht hatte, u n- vereidigt. Slnch er gab die«ahlpräpar.iert« Darstel- lung. die ihm vermullich von Karpe und wohl auch von anderer Seite in den Mund gelegt worden war. Trotz Vorhaltungen, die auf Grund früherer Aussagen gemacht wurden, leugnet er hart- n ä ck i g. mit Karpe im Dorfe herumgegangen und an dcr Schlägerei beteiligt gewesen zu sein. Schließlich brach der verführte junge Mensch nnlcr der Alucht der Vorhaltungen von Rechtsanwalt Dr. Braun zusammen. Unter atemloser Spannung des gesamten Gerichtssaals gab er Nun die richtige Darstellung und belastete Karpe damit aufs schwerste. Nun gab es für Karpe keinen Ausweg mehr. Klein- laut gW er endlich zu, in die Schlägerei verwickelt gewesen zu sein. Er muhte auch einräumen, daß seine SA.-Kan»eraden Meineid geleistet hotten, erklärte jedoch zynisch, dos Gericht hätte den SA.- Leuten doch nicht vollständig geglaubt. Gleich darauf platzte die zweite Bombe. Dem Gecrhardt wurden sogar zwei Meineide zugedacht. Der zweite Meineid sollte zugunsten des Messerhelden Schmidt geleistet werden. Gcerhardt sollte aussogcn, nicht Schmidt, sondern dcr Nazi Pahlisch HWe die Messerstecherei ausgeführt. Er HW« das selbst gesehen. Damit Pohlisch dabei nicht in Ungelegen- heften komme, sollte die Sache so geschildert werden, als Hobe Pahlisch in Notwehr gegen vier Reichsbannerlcutc gehandelt. Gecrhardt erklärte jedoch nun trotz eindringlichen Zuredens des Schmidt, er Hab», derartiges nicht erlebt und wisse davon nichts! Der Plan der Nozioerteidigung ist zerbrachen und eine Mein- e i d s f a b r i k kam zum Vorschein. Oie Einzeichnungen für Hindenburg. 3 630 000 in zehn Tagen. Nachdem die Meldungen dcr an der Einzcichnungsaktion be- tcillgten Stellen nunmehr zum größten Teil vorliegen, stellt sich die Gesamtzahl der Einzeichnungen für die Volkskaudidatur Hinden- burgs auf über 3 030 000, davon wurden mehr als 3 Millionen Eintragungen von rund 1100 deutschen Zeitungen aufgebracht, die in rund 800 Städten die Cinzeichnungslisten zehn Tage lang aus- legten. Die Deutsch-Hannoversch« Partei hat eine Wahlparole für Hindenburg ausgegeben. Dirklich auf der Flucht erschossen wurden, wie letzchin sechs rumänische Auswanderer durch rumänische Soldaten, jetzt etwa 40 von 60 aus Sowjettußlond über den Dnsestr nach Rumänien flüchtende Bauern. Schafft Arbeit und nicht Arbeitslose Den Kurpfuschern muß endlich das Handwerk gelegt werden. (5s gehen wieder einmal allerlei irrsinnige Pläne um über eine„Reform" der Arbeitslosenversicherung. Die Zahl der Arbeitslosen, die zu betreuen sind, wächst von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr. Damit wachsen die öffentlichen L o st e n, wie immer sie auch verteilt werden. Die sogenannten Reformen. die durch die letzten Notverordnungen vorgenommen wurden, haben das gewollte Ergebnis gehabt, die Arbeitslosenversicherung unb die Krisenfürsorgc auf Kosten der Wohlfahrtspflege, dos heißt also aus Kosten der(gemeinden zu entlasten. Die Gemeinden brechen unter diesen Lasten zusammen. Da kommen nun einige superkluge Leute und wollen die Arbeits- losenversicherung wieder revidieren oder reformieren, wie sie das nennen, in der Hauptsache derarl, daß man die Gemeinden ent- lostet auf Kosten der Arbeitslosen. Das einzige wirkliche Problem, das durch alle bisherigen Kurpfuschereien nur noch schwieriger und schier unlösbar gcstallet worden ist, das Problem der Arbeitslosigkeit, wird von allen Vorschlägen, die berufene und unberufene Leute jetzt wieder einmal machen, nicht im geringsten berührt. Wohl hat die Reichsregierung durch ihre Notverordnungen vorgegeben, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Ein Blick auf die Graphik, die wir hier veröffentlichen, genügt, um aufzuzeigen, daß ÄRBEITSLOSE IM DEUTSCHEN REICH eo den Arbettsämtcbn diese Politik der Notoerordnungen die Arbeitslosigkeit nicht nur nicht eingeschränkt hat, sondern daß sie eine weitere ungeheuer- l i ch e Steigerung zur Folge hatte. Während 192!) der H ö ch st st a n d der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen etwas über 3 Millionen betrug und der niedrigste Stand rund 1 230 000, stieg die Höchstziffer im Jahre 1930 auf 4100 000, während die niedrigste Ziffer 2 633 000 betrug. Die Höchstziffer im Jahre 1930 lag aber nicht, wie das sonst in normalen Jahren der Fall zu sein pflegt, am Ausgang des Winters— damals betrug sie 3 366 000—, sondern am Jahresschluß. Inzwischen hatte im Mai 1930 die Lohnabbaupolilik des Reichsarbeitsministers eingesetzt. Die Wirkung dieser Politik läßt sich an der Linienführung der Arbeitslosenziffer im Jahre 1930 genau alllesen. Das Jahr 193l, das diese Lohnabbaupolitik systematisch erweiterte und zugleich auch den Abbau der übcrtariflichcn Löhne und Leistungszulagen brachte, zeichnet sich dadurch aus, daß die niedrigste Arbeitslosenzifser mit 3 954 000 um 1600 000 höher war als die höchste Arbeitslojenziffer am Winterausgang des Jahres 1930. Und dann kletterte die Arbeitslosenzifser in steilem Bogen bis zum Jahresschluß auf 5 700 000, um im Jahre 1932 nach dcm Inkrafttreten der Notverordnung vom L. Dezember. die alle Löhne und Gehälter um 10 bis 15 Proz. senkte, innerhalb von sieben Dachen aus die Rckordzifscrn von S 127 000 anzusteigen. Es ist heute unbejtrllten, daß diese Zahl die wirkliche A r b e i ts- l o s c u z i s s e r nicht vollkommen ausdrückt, weil viele Arbeitslose den weiten Weg zum Arbeitsamt scheuen angesichts der Aussichtslosigkeit, Arbeit zu bekommen und weil sie infolge der cinschränken- den Bestimmungen keinerlei Anspruch aus Unterstützung haben. Die wirkliche Zahl der Arbeitslosen dürfte heute zwischen G'A und 7 Millionen liegen. Alles was die Reichsregierung bisher getan hat. trug also nur dazu bei, die Arbeitslosigkeit zu verschärfen und das Problem der Unterstützung der Arbeitslosen schier unlösbar zu machen. Man hat gewiß den sogenannten freiwilligen Arbeitsdienst einge- richtet, man hat die Erwcrbsloscnsiedllingen zu schassen versucht. Alle diese und ähnliche Projekte sind nicht Arbcitsmarktpolitik. son- dern höchstens Traktätchenpolitik. Die 40-Stundeii-Woche, das heißt die vernünftige Dertellung der Arbeit, ist verzettelt und immer wieder hinausgeschoben worden, dis die Löhne auf einen so niedrigen Stand hcrabgcdrückt worden sind, daß ohne einen Lohn- Ausgleich die 40-Stunden-Woche die größten Härten bringen muß. lWobci wir freilich nicht verkennen, daß heute schon Hunderttausende ohne Lohnausgleich 40 Stunden und»och erheblich weniger verkürzt arbeiten.) Das Gebot der Stunde ist nicht ein geradezu aufreizend wirkender Versuch, nach neuen Ersparnißen bei der Arbeitslosenversicherung Ausschau zu halten, ein Versuch, der nur aus Kosten der Arbeitslosen und der ungeheuer überlasteten Arbeits- amtsangeftellten gemacht werden könnte. Das Gcbok der Stunde ist. sich endlich aufzurafjen und das Problem der Arbeitsbcschofsung in die Hand zu nehmen. Gewiß ist dieses Problem heute viel mehr als es vor einem Jahr der Fall gewesen wäre, in erster Linie eine Geld- und somit eine K r e d i t s r a g e. Aber wenn das Reich heute zur Banken- s a n i e r u n g 800 Millionen aufzutreiben in der Lage ist, so m u ß es die Möglichkeit finden, die Arbeitsbeschaffung ernsthaft in An- grifft zu nehmen. An Projekten und Vorschlägen fehlt es gewiß nicht. Ob man nun zunächst nach dem Vorschlag Lederers Arbeitslose für Arbeitslose arbeiten läßt, ein Vorschlag, bei dessen Verwirklichung die Krcditsragc ernsthaft nicht ins Gewicht fällt, ob man öffentliche Arbeiten unternimmt und den Wohnungsbau wieder in Gang bringt, womit der gesamten Wirtschaft ein Auftrieb ge- geben würde, auf jeden Fall muß dem rallosen Nichtstun ein Ende gesetzt werden. Man kann unmöglich die Dinge wie bisher weiter treiben losten! S'lSOOo Arbeitslose in Berlin Um Sv Prozent über dem Reichsdurchschnitt. Tic Lage des Arbcitsmarktcs im Bezirke des La»- dcsarbcitsamtes Brandenburg neigte während der Beriehtszeit st. bis t». Februar 1932) wieder st ä r k e r zur Verschlechterung. Tie Gesamtzahl der Arbeitsuchenden erhöhte sich um 19 99.» sBorberichk 3928) auf 872 194(853 229) Personen. Tavon entfielen auf Berlin 915 198(999 199), Brandenburg 237 927(235 849) und Grenzmark Posen-Westpreusicn 19 399(19 193). An Unterstiibnngsbeziehcru waren in der Zlrbeitsloscnverficherung 239 499(239 892) Per- soneu zu verzeichne«, davon in Berlin 141 711(142 492), Brandenburg 99 332(99 979) und Grenzmark Posen- Wcstpreuften 7393(7291). In der 8.risenfiirsorge betrugen die entsprechenden Zahle» für Berlin 154 879 (151594), Brandenburg 58 995(57 249), Grenzmark Posen-Westpreutzen 9994(5911) zusammen 218 975 (214 721) Personen. Wohlfahrtserwerbslose wurden am 31. Januar 1932 im Gebiete deS Landes- arbeitsamtcs Brandenburg 295 345 gezählt, davon allein in Berlin 21589 9. Tamit liegt Berlin sowohl mit der Zahl der Arbeitslosen wie der Wohlftchrtsnnter- stützten weit über dcm Reichsdnrchschnitt. Tie Arbeits- losenzahl übersteigt den Reichsdurchschnitt um rund fünfzig Prozent! preise und Löhne. Rene Gefahren— ernste Warnungen. Die Lebensmittelpreise steigen. Wenn dos so weiter geht, dann ist die ganze Prcissenkungsaktion der Reichs- rogierung für die Katze gewesen. Was die Regierung durch chren Preiskommistar gutmachen will, läßt sie durch chren Agrarminister wieder verderben. Auch ein so gemäßigter und so weit rechtsstehender Mann wie V a l t r u s ch, der zu den Jungdeutschen sich zählender chrislliche Gewerkschafter, hat von der Tribüne des Reichstags herab mit bc- sondcrem Nachdruck auf diese Gefahren hingewiesen. Die Regierung hat bei Erlaß der Vierten Notverordnung von der„schicksalhaften Verbundenheit von Löhnen und Preisen" gesprochen. Sie hat damals auch ein Ver- sprechen gegeben. Der Reichskanzler erklärte im Dezember in seinem Schreiben an die sozialdenwkraüsche Reichstagsfraktion: „Sollten heute noch nicht übersehbare Umstände eintreten. die diese Wechselbeziehungen zwischen Löhnen und Preisen wesentlich verändern, so wäre eine neue Lage cntstmiden. Ge- rade, um eine unerträgliche Schrumpfung der Kaufkraft des deutschen Volkes zu verhindern, hat die Rcichsregierung es als ihre Pflicht angeschen, darauf zu achten, daß" der jetzige Stand von Löhnen und Gehältern nur bei einem entsprechend tief gehaltenen Stande aller Preise aufrechterhalten bleiben kann." Die Arbeiterschaft muß gerade jetzt die Reichsregierung mit allem Nachdruck an ihr Versprechen erinnern: denn neben der lln- zulänglichkeit der Preissenkungsaktion machen sich auch auf der L o h n s e i t e immer wieder recht bedenkliche Erschein un- gen bemerkbar. Im Unternehmertum spielt man immer wieder mit dem Ge- danken, womöglich noch einmal die Löhne zu senken. Auch tauchen immer wieder Gerüchte auf, die von neuen, angeblich noch in diese»! Frühjahr kommenden Kürzungen der Beamtengchälter sprechen. Schließlich gibt auch die Haltung des Reichsarbeitsministeriums zu denken. Es hat z. B. die Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Löhne des Baugewerbes soeben abgelehnt. Warum? Sind dem Reichsarbeitsmirnstenum die Bauarbeiterlöhne immer noch zu hoch? Auch der Zeutralverband der christlichen Bauarbeiter ist der Aus- fassung, daß die Stellungnahme des Reichsarbeitsministeriums init den Erklärungen der letzten Nowcrordmtng nicht zu vereinbaren ist. Auf der Preis- wie am der Lohnfeito ist ein bergehohes Unrecht noch immer nicht beseitigt. Der Gesamtdurchschnitt der Lohnsenkung der Notoerordnung beträgt 12 Proz. Die Schätzung des Preiskom- miffars, daß die Lebenshaltungskosten bis Ende Januar nur um 6 bis 7 Proz. gefallen seien, ist zu hoch Sollen nun, bevor noch der Ausgleich zwischen Preis und Lohn gofchaffsn ist, auch noch neue Lohn- und Gehaltskürzungen und neue Preisftcigeningen eintreten? Unmöglich! Wir fagen mit Baltrufch:„Mit der Lohn- und Gehallsfenkung muh jetzt Schluß gemacht werden." Arbeiisdienstpflicht auf dem Papier« Lnd mit Papiergeit». Im Programm der Deutschen Welle unterhielten sich Walter M a s ch k«, der Jugendsekretär des ADGB., und Gotchard Sa ch s e n b e r g, Reichs tagsab geordneter der Wirtschaftspartci, über das Thema„A r b e i t s d i e n st p f l i ch t". Sachsenberg ver- suchte sehr geschickt seine Forderung nach Arbellsdienstpslicht schinack- Haft zu machen: er pries sie als Patentmedizin gegen ilrbeitslosig- keit und Wirtschaftsstanung. In einem kleinen einleitenden, aber höchst aufschlußreichen Satz bemerkte er allerdings, daß er in der Arbcitsdicnstpflicht einen unentbehrlichen, wenn auch unvollkommenen Ersatz für die allgemeine Wehrpflicht sehe In den Utopien der anschlichenden Ausführungen mag mancher Hörer den Satz vergessen haben, obwohl er die Grundlage für die gesamten Darlegungen Sachscnbergs abgibt! Er will durch sie zuerst rund eine halbe Million Jugendlicher erfaßt sehen. Alz Walter Maschle ihm vorhielt, daß, abgesehen von den hohen Kosten, die daraus dem Staat erwüchsen, durch den Arbeitsdienst ganze Arbeitsgebiete anderen Berufstätigen entzogen würden, die dadurch das Heer der Arbeitslosen vermehren mußten. erklärte Herr Sachsenberg solche Bedenken für unangebracht. Das würde sich im Laufe der Entwicklung schon ausgleichen.„Wahr- scheinlich" würden anderen Bernsen auch wieder neue Arbeitsgebiete erschlossen. Walter Maschke stellte diesen Darlegungen, die zahlenmäßigen Beweisen vorsichtig aus dem Wege gingen, einige Zahlen«nt, gegen. Er vermkes daxattf, daß die Erweiterung des StwmnarktM niemals 6 Millionen deutschen Arbeitslosen Brot geben könne: dazu sei nur eine gesunde internationale Wirtschaft imstande, die Deutsch- land den Platz offen lasse, den es seiner Natur nach auszufüllen berufen ist: als Bc r e del u n g s w e r k st a t t. Welche Rolle der Export für Deutschland selbst bei der gegenwärtigen katastrophalen Weltwirtschaftslage spielt, zeigt« Maschke an der Maschinenausfuhr. die zwar 1031 tmi 20 Proz. niedriger war als im Jahre 1026, aber 1026 zu den Jnlandskänfen an Maschinen im Verhältnis von 1: l stand, während 1031 dreiviertel oller produzierten Maschinen ins Ausland gingen. Selbstverständlich könne man sich heute nicht mit Abwarten bc- gntigen: die großzügig aufgestellten Arbeitsbcschaffungs- Programm« der freien Gewerkschaften weisen den Weg zu einer zweckmäßigen und sinnvollen nationalen Selbsthilfe. Die'Arbeiter lehnen es jedoch entrüstet al', durch Antarkicbcstrcbun- gen wieder auf das Kulturnioeau glücklich überwundener, Jahr- hunderte zurückliegender Etappen zurückgestoßen zu werden. Die Arbeitsdienstpflicht, die Herr Sachfenbcrg durch eine Steigcrung des Notenumlaufs um 4 Milliarde!t finanziert sehen will, wäre aber auch eine Bedrohung der deutschen Währung: der Arbeitswert der Dienstpflicht dürfte verhältnismäßig gering anzuschlagen sein, da, wie Wolter Maschke hervorhob, die Leistungen des einzelnen bei Zwangsarbeit wesentlich hinter den Normalleistungen zurückzubleiben pflegen. Die Arbeiier verachten Hitler. Verpuffte„Hib"-Aktion. Uns wird geschrieben: Die N2BO. der NSDAP, hatte duräi Verteilen von Handzetteln zu einer im Rahmen ihrer„Hib"-Aktion stattfindenden Kollektioversammlungen zum Dienstag nach Lichten- berg, Herzbergstraße, Lokal„Edeltanne", eingeladen. Schon dos Bertellcn der Handzettel löst« bei allen Arbeitern große Erregung aus, da sich die„Hib"ler-Kitaben direkt in den Fabrikeingängen postiert hatten und jedem die Blätter zusammengefaltet ziifteckten. Da von den Unternehmern gegen diese Burschen natürlich nichts unternommen wird, werden sich die Arbeiter selbst Helsen müssen. in dem sie die Sndclblätter der Nazis nickst abnehmen und die Zettclvertciler mit deutlichen Worten von den Fabrittoren wegjagen. Die Versammlung, die zu 17.15 Uhr angesetzt war und zu der UM 17.45 Uhr noch nicht ein Lichtenberger Arbeiter erschienen war, war damit erledigt und der Lächerlichkest ver- fallen. Die als Saalschutz aufgetretene SA. vertrieb sich bis 17.45 Uhr die Zeit mit Kartenspielen. Jedenfalls hoffte man noch auf Besuch, indem man sagte:„Die Betriebe von L. mästen ja noch kommen." Aber es kam niemand. Der SA.-Fuhrer war sehr enttäuscht und inachte seiner schlechten Laune in unzweideutigen Worten gegenüber seinen„Untergebenen" Luft. Er war wieder einmal um die Ehre gekommen, die Lichten- bcrger Betriebe erobert zu haben. Den Arbeitern geben wir den Rat, weiter so zu handeln. Gleichzeitig machen wir es den Arbeitern zu Pflicht, jede, auch die kleinste Spur von Nazizellen in den Bc- trieben sofort dem zuständigen Vertrauensmann zu melden, damit diesen Burschen das Handwerk gelegt werden kann. Unsere Parole ist: E i s c r n e F r o n t v o r a n I Gtärknng der Eisernen Front. Alz neue Kompfsormation schwenkten gestern die Handels- arbeller und Angestellten der Warenhäuser der Berliner E i t y in einer eindrucksvollen Kundgebung in den r in i n f ä l c n in die Eisern« Front ein. Trotz anstrengendsten„Dienstes am Kunden" hatten sich zahlreiche Verkäufer und Vcrkäüferinneu. eben falls auch eine beträchtliche Zahl von Handclsarbeitcrn eingefunden, die sich nicht wieder in eine Zeit zurückdrängen lassen wollen, wo man sie noch geringschätzig Hausdiener nannte. Mit treffenden Sätzen charakterisierte Reichstagsabgcordneter Genosse Dr. L ö w e n st e i n die Nationalsozialistische Partei als j den rat- und braunscheckigen Heerhaufen, der im Auftrage der ! reaktionärsten Unternehmer die deutsche Arbeiterbewegung ans Hakenkreuz schlagen will. Uneingeschränkte Zustimmung fand der l Referent mit dem Appell, der Eisernen Front unverbrüchliche Treue ! zu geloben. Die van einer glänzenden Kampfstimmung getragene Kundgebung wurde durch Darbietungen der Kapelle des Treptower Reichsbanners und der roten Rotte der SAJ.(Prenzlauer Berg) wirkungsvoll umrahmt. � Gewerkschaftlicher Rundsuntvortrag. Heute, Donnerstag, 17.50 bis 18.14 Uhr. spricht Genosse Carl Zeitz durch den Berliner Rund- funk über das Thema:„Der A r b e i t s l o j e und die Ar- b e it s ä m t e r." ■■.y, t-.U;■.. SPD. Zrattio» der Arbeiter und Angestellte« des Bezirksamts PanJtaro. Freitag IO'-ö Uhr im Lakal von Klinöt, Nirizcrschvnhayscil, Frirdensplatz, Versammlung. Tagesordnung: 1. Tie bevorstehenden[T Etatskilrzungcn und die damit verbundenen Arbeiterentlassungen. 2. Neuwahl des Fraktionsvorstandes, l!. Betriebsangelegenheiten. Es ist Pflicht einer jeden Genossin und eines jeden Genossen, zu dieser Per- �■ sammlung zu erscheinen. Die freigewerkschaftlich organisierten sowie sympathisierenden Kollegen sind ebenfalls eingeladen. Der Fraktionsvorstond. I. A.: W o d t k e. »Freie Gewerkschafts-Fugend Äerlin tcute, Donnerstag. 25. Februar, um Iflij Uhr. tagen die Gruppen: üdostcn: Jugendheim Reicheuberger Str. 66...Der Streik als Kampf- mittel.'�— Tempelhof: Jugendheim Lyzeum Germoniastr. 4— 6. Der Zugang erfolgt durch den Eingang Götzstrasie auf der Hinteren Seite der Schule. ..Kollege H. R. klagt vor dem Arbeitsgericht."— Moabit: Jugendheim Lehrter Straße 18—19.„Aus dem Leben eines Kumpels."— Staaten: Jugendheim 1.'. Volksschule, Gartenstadt. Kirchplaß, Endhaltestelle Autobus 81.„Bom Lächeln zum Lachen."— Schöahauser Tor: Jugendheim Tieckstr. l8...Die Burschen llber. treffen die Mädels."— Frankfurter ÄNce: Jugendheim Tilsiter Str. 4...Vom Koalitionsrecht und Koalitionsfreiheit."— Landsberger Platz: Jugendheim Diestelmenerftr. 5. Die Mädels sind„tüchtig".— Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Brettspielabcnd.— Neu-Lichtcoberg: Jugendheim Guntcrstr. 44. Wir plaudern unter uns.— Oftendc: Jugendheim Karlshorst. Treskowallec 44 (Kantschule). Wir lesen zwischen den Zeiten.— Gesundbrunnen: Jugendheim Note Schule, Goteuburgcr Str. 2. Die Mädels kommen zu Wort.— Schsue- weide. Iuaendheüu Lausener Str. 2(Rotes Zimmer). Bunter Abend.— Köpeniü: Jugendheim Grünauer Str. 5(Nähe Bhf. Spindlersfeld). Kurz- referate.— � Gewerkfchaftshaus: Jugendheim� Gewerkschaftshaus, Engel- ufer 24— 25. Saal 9. Unterhaltungsabend und Spiele.— Iugeudgruvve des Deutschen Bekleidungsarbeiteraerbaudes: Besichtiguug des Osram-Lichthaufes, Warschauer Platz 11—12. Treffen 19'> Uhr vor dem Hause.— Iugendyruppe des Deutschen Te�tilarbeiterverbandes: 19 Uhr Sitzungssaal der Ortsvcrwoltung. Engelufer 24—25. Musik- und Liederabend.— Iugendgruppe des Verbandes der Nahrungsmittel, und Getränkeardeitzr. Großer Sitzungssaal, Neue Schön. hauser Str. 4—5 III.„Das Sozialistengesetz." Iusienvaruppe des Zentrawerbandeec der Slnqestellten Heute, Donner-ttag, finden folgende Veranstaltungen statte Pantow- Aiedcrichönhauie»! Jugendheim Görichstr. 1t lgroßcs Zimmer)...lSao rmrde bisher durch die Notnerordnung geiinteri?" Referent Heinz Löwi.— Aorde«! Jugendheim Lortzingftr. tll. Aussoraäieabcnd:„Jugend von heule". Leitung: Eschbach.— Osten: Jugendheim der Zchnle Litauer Str. I«. Aus. lpracheabend i..Was geht in der Politik vor?" Leiter: Huhn.— Treptow: Iugcndhein, Ellenftr. Z(Kartenhaus). Vortrog:„Die Gewerkschaftsbewegung Amerikas". Aefercnt: Arebs.— Dir.,?rcie Angestelltenband. c.©. m. u. H." tag! heute von 20—22 Uhr im Verdandshaus. Verantwortlich für Politik: Victor Schiff: Wirtschaft: K. Slillgclhöfcr; Dewerkschaftsdewegung: Z. Stein«: Feuilleton: Dr.?»>>« SSilom-Ii: Lokales pnd Sonstiges: Frist Ztorftödt: Anzeigen: Th. Glocke: lomtlich in Vcrlw. Perlag: Vorwi>rts«Berlage:chunderl- jährigen Bestehens feiern. Das Jahr 1232 ist also hinsichllich Städtegründungen sehr fruchtbar gewesen. #- Beim holzsammeln gestorben. Im Spandauer Forst erlag der 64 Jahre alte arbeitslose Handwerker Max Mazenthien aus der Ackerstraße beim Holzsammeln im Jaaen 38 einem Herzschlag. M. wollte sich Holz zmn Heizen seiner Wohnungsöfen beschaffen und ist dabei verstorben. Tierschutz und Tierschutzverein. Eigenartige prattikeu einer Berliner Tierfthutzorgauisation „Schon seit Monaten werden schwerwiegende Vorwürfe von Mitgliedern des Berliner Allgemeinen Tierschutzvereins gegen den Vorstand dieses Vereins erhoben, in erster Linie gegen die Zustände in dem Tierheim dez Vereins an der Michaelb rücke� Mitglieder, die Ureit sind, ihr« Aussagen an Gerichtsstelle zu ver. treten, behaupten, datz die im cheim(zum Teil gegen Penston) untergebrachten Tiere unter der Pflege eines jetzt auf bas Drängen der Mitglieder endlich entlassenen Tie. Wärters dauernd hungern mutzten, so daß Tierfreunde selbst Nahrung für die armen Tiere aus eigenen Mitteln besorgten. Dieser Wärter hat auch ohne irgendwelche Vorkommnisse und Anleitung unter Verwendung völlig ungeeigneter Instrumente Kastrationen an eingelieferten Katern vor- g?nommen mit dem Erfolg, daß diese Tiere unter den gräglichsten Schmerzen eingingen. Auf die in den verschiedenen Gruppenversammlungen vorgebrachten Angaben und Beschwenden stand der Vorstand nie R-cde und Antwort, sondern verwies auf die im Februar stattfindende Generaloe- sammlung des Vereins, in welcher restlose Aufklärung erfolgen sollte. Die Generalversammlung hat nun stattgestlneen: sie war eine gl'tte Zugabe der Nichtigkeit der erhobenen Anschuldigungen und im � übrigen die lächerliche Karikatur einer Versammlung überhaupt, j Bo dem hatte der Vorstand noch ein anderes Stückchen ausgeheckt. Statutengemäh und fristgemäß eingebrackte Anträge, unter-! schrieben von etwa 6g bis 70 Mitgliedern, die ver-' langten: Ausschluß jenes Tierwärterz und Erstattung der Straf- anzeige, Einsetzung eir.er Kontrollkommission für das Tierheim und Einsetzung einer Revisionskommission zur Nachp üfung der Gc- schäftrsührung, insbesondere der Kassengebarung, benutzte der Bor- stand satzungswidrig dazu, fünfzehn der ihm besonders unangeneh- men Unterzeichner auszuschließen und diesen den Zu- tritt zur Generalversammlung zu verbieten. Die Auegeschlossenen, zum größten Teil erwerbslos, mußten sich erst eines Rechtsanwalts bedienen und die dafür notwendigen Gelder durch Sammlung auf- bringen, um durch eine einstweilig« Verfügung des Landgerichts I ihren Zutritt zu erzwingen. Und dann stieg die Generalversammlung. Der Vorstand hatte in der Zwischenzeit eifrig neue Mitglieder„geworben", die. wie eimge Mitglieder behaupten, mit Hakenkreuz geschmückt erschienen, um die Majoritätsverhälinisse zu„stabilisieren". Außerdem hatte er sich ein« Gruppe junger Männer gegen Bezahlung bestellt, die als Rausschmeißer in Aktion treten sollten. Sofort nach Eröffnung der Versammlung wurde von einem zum Vorstand gehörigen Herrn Nemnann der Antrag gestellt, die Versammlung zu vertaaen. da der Vorstand vergesse» hatte, für Türkont olle zu sorgen. Di« De- batt« über dessen Antrag wurde vom Vorstand bis Mitternacht künstlich ausgedehnt, in der Hoffnung, dadurch einem bestimmten Teil der Versammlungsteilnehmer die weitere Teilnahme zu verekeln. Wer von der auf Klarstellung drängenden Seite einen Zwischenruf machte, wuvd« von dem bezahlten Rollkommando auf Geheiß des Vorsitzenden gewaltsam aus dem Saale ent- f e r n t. Als einer der Redner, ein bekannter und tätiger Partei- genösse, in sachlicher Form gegen die Vertagung gesprochen hatte, wurde er von dem Vorstaudemltxlisd Neumann unter Ver- öchtlichmachung der Sozialdemokratischen Partei und aus schleierhaft«» Gründen auch der Konsumgenossenschaft be. schimpft, ohne daß der Vorsitzende Regierungsrat Thamm einsckritt, und dann ebenfalls aus dem Saal gewiesen. Angeekelt von diesem Treiben des Lorstaudss, verließ mit dem ausgewiesenen Genossen eine große Anzahl von Mitgliedern die Versammlung. Ein Anzahl warf ihre Mitgliedskarten dem Vorsitzenden vor die Füße. Die Versammlung nahm dann, stark gelichtet, ihren Fortgang, nur immer wieder unterbrochen durch die Maßnahmen des Vorsitzenden, für weitere Hinauswürfe das Rollkommando antreten zu lassen, das übrigens bereit war, für doppelte Bezahlung für die üsinausge- worfelten einzutreten, was jedoch abgelehnt wiwde. Nachts um Uhr wagte nach den zu Dutzenden erfolgten Rausschmissen endlich der Vo. stand, die Abstimmungen über von ihm«ingebrachte, die Rechte der Mitglieder weiter einschränkend« Anträge vorzuneh- men. weil«r sich nun seiner Sache sicher war. Trotzdem war dieser „Sieg" sehr klägsich. Mit rund 80 gegen 50 Stimmen ging er durchs Ziel. Daß die oben angeführten Anträge nicht zur Abstin»- mung gestellt wurden, ist selbstverständlich." Es scheint uns dringend notwendig, daß die in Frage kommen- den Behörden sich diesen„Tierschutz"-Verein einmal gründlich an- sehen. Paul Lritton. der ungemein beliebte Volkssänger aus dem Ensemble der Stettiner Sänner im Reichshallen-Theater. feierte am letzten Dienstag seinen 75. Geburtstag. Er trat an diesem wie an jedem Abend tm Rahmen des großen Programms auf und war der Genenstand zahlreicher Ehrungen aus Publikums- und Kollegen- kreisen. Herzlich« Ovationen wurden ihm den ganzen Abend über zgteil. Vortrag Pros. To««« verlegt. Infolge uiworbergesebener teckmischrr, Schwierigketten mnfc der für heute. Tonnerttag, den 2S. sZebruar, im i HerrenhanS. Leippger Sirahe 4, angclcüic Bortrog des Herrn Prof. Toegtn auf Donnerstag, den 17, März, 20 Uhr, verlegt werden. Bereits gelöste Karten behalten Gültigkeit. parieinachrichien für Groß-Berlin Sinteadunge» für dtef« Stade» lind B e e U a®ffi 68. Liodenltrah« 1. stet» na bat Ceilrttfctntntat t. Hot. t Treppen recht»,»» richte» Bczirkömictcrausschutz. Di« Richersprechftuude» bei de» Seooffc» Stube» I ollen bis aus weitere, ans. » Beginn aller Veranstaltungen lSlh Uhr. sosern keine besondere Zeitangabek ___ btdadil„Religisn—©ojtallsmu»— Kirche", Reh ÄSb«.®ni»maun.— Wi Uhr im Mulillaol der Srrhtm.tMjuI«, Wein- moiiurstraße. Außenpolitischer Abend:„O(ta(lentonflllt". R-ferutt Engel. der! Gras, M. d. R. Ewtritt Uci. 6. Kreil Kreinberg. Donnerstag. 2ä. Februar. 19 Uhr, FunktionSrinnenIibung bei Krüger, Grimmstr. l. Lksms Frorst! Unsere nächsten Veranstaltungen Donnerstag, den 25. Februar: Angestellte und Handelsarbeiter der Warenhiiuser KdW., Xauentzienstraße, Michels& Cie., lauentzlenstraße, Wool- worth, Tauentzienstrsße, Salamander, Tauentzienstraße, Stiller. Tauentzienstraße, Leiser, Tauentzienstraße: 19H Uhr, kleiner Saal der Spichernsäle, Spichernstr. 3 Redner: Clara Bohm-Schuch, MdR. Angestellte der Nat]anal-Reg.-ICasse: 16Js Uhr im„Thiemann- Eck", Ecke Thiema-instr. Referent- Dr. Otto Friedländer. Bernau: 20 Uhr, große öffentliche Kundgebung der Eisemen Front im Volkthaus„Bellevue", Wandiltzer Straße. Redner: Ernst Hellmann, MdL. Teltow: 20 Uhr, Im„Weißen Schwan" große öffentliche Frauenkundgebung. Referent in: Marie luchacz, MdR. Thema: Wir Frauen und die Eiserne Front. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Freita'*, den 26. Feb uar: Freigewerkschaftlich organisierte Taubstumme und deren Angehörige: 19 Uhr Im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24 25. Redner; Stadtrat Otto Ortmann. Arbeiter und Angestellte des Polizeipräsidiums Groß Berlin: 20 Uhr im Hackeschen Hof, Roserrthaler Straße 40 41. Redner; Bürgermeister Paul Mielltz. Angestellte und Arbeiter Im Walsenhaus Rummeisburg. 19M Uhr. Poczonlik, Hauplstr. 87. Karl Dressel. Oeflentllche Kundgebung der republikanischen, proletarischen Zugendvereine Köpenicks, 20 Uhr, im Stadttheater Köpenick. Thema: Jugend in dar„Eisernen Front". Redner: Brende- wühl, Gaujugendführer des Reichsbanners. Sprechchor— Gymnastik— Musik(Reichsbanner-Tambourkorps). Unkostenbeitrag 20 Pf. Wir stoßen vor! Wir greifen an! Der Kursus Reese findet heute nicht bei Will, Martin- statt, sondern im Lotal Hochgeschitrz, Mühlonstr. 9, tt. Kreta. Achtung! Luther.Str. 69, 20 Uhr. 8. Abt. Freitag. 26. Februar, 20 Uhr, Zusammenkunft iiingerer Parteimit. glteder im Heim Genthiner Str. 17.„Da» Srsurter und Heidelberger Pro- grauun", Referent 3. P. Rayer. 14. Abt. Die Arbeitslaseu haben(ich sofort bei den zuständigen Bezirks. fltbrcrn zu melden. 36. Abt. Freitag, 2«. Februar, im Frankfurter Hof, Frankfurter Alle, ZIZ, Mit- gliederoersammlung.„Die Partei und die Reichsprästdentenwahl". Ztas-reut Rodert Schmidt. N. d. R. 69. Abt. Freitag, 26. Februar, Funkriouärstbuug bei Srouuneck, Sanderitr. U>. »6. Abt. Freitag, 26. Februar, Funktwuärschung bei Laban, Dipperstr. 16— 19. 163. Abt. Heute, Dcun-r-wg. 25. Februar, gus-mmeulunft der jüngeren Partei. mitglieder im Jugendheim Oderschdnemeidc, Laus euer Str. 2. Aussprach« über„u»s«re Aufgabe» in der Partei". 139«. Abt. Freitag, 26, Februar. 20 Uhr, Funktianärschung au bekannter Stelle. Rrndfunkhärstu»»«. Freitag, 26. Februar, 20 Uhr, Bortragssaal im Partei. Haus, Lindenstr. 3. 2. Haf, 2 Tr. links, zulammensassend, Wertung und Schlubaussprache über die Rundfunkreihe„Weltanschauungen und Eigen- tum- unter Leitung van Dr. Ernst Fraenkcl. Sastkarten zu 25 Pf. am Saaleingang erhältlich. 5 rauenverallstalkungev. 99«. Abt. Freitag, 26. Februar, 20 Uhr, Fuuktionärinnensthung tu der Kalle am Hufeisen. vezlrksausschuh für Arbelkerwohlfahrt. 14. Kreis Reuläll». Ter Kursusabend am Freitag, 26. Februar, muh ausfallen. Es wird am Sanntag an dieser Stell« bekanntgegeben werden, wann der nächst« Abend stattfindet. Arbelksgemeiuschafl der kinderfreunde Groh-Berllu. Di« Reldnaor» skr die Teilnahm« au» Wocheoenblorsu» müssen nach heute in der Seschäftzstelle eingereicht werden. Kreuzberg: Die laufenden Monatspragramme sind umgcheud ab- zugeben. Lichtenderg-Rcu»ab-Rar»: Heut, 1914 Uhr Elternversammlung Ä mit dem Referat„Sozialistische Erziehung". * Weißcnsce: Die Helferauswcis« beider Abteilungen sind umgehend an den Kreisleiter abzugeben.— Hsheiischönhauseu: Filmnachmittag pünktlich 17 Uhr. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organifation� 30. Abt. Unser lieber Senasse Friedrich B a s e» e r ist am 22. Fe- bruar verstorben. Ehr« seinem Andenkenl Einäscherung Freitag, 26. Februar, nlh Uhr, Krematorium Gerichtstraße, große Halle. Rege Beteiligung erwartet der Abteilungsvarstand. 34. Abt. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Genosse Robert O b st, Boxhagener Str. 19, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Di- Einäscherung findet Donnerstag, 25. Februar, 19 Uhr, igt Krematorium Baum- schuleuweg stall. Um rege Beteiligung bittet der Vorstand. 79. Abt. Genosse Peter Z i rn n 0 I ist am 10. Februar»läßlich verstorben. Ehr« feinem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag. 96. Februar, 19 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 90. Abt. Am 22. Februar verstarb plötzlich unser treuer Genosse Richard Schuhmaa», Neukölln, Kaiser-Frledrlch-Slr. 237, im 57. Lebensjahre. Ehr« seinem Andenken! Li« Einäscherung findet am Freitag, 36. Februar, 1814 Uhr, im Krematorium Baum schuleuweg statt. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlm Eiuleudungen für dies- Rubrik nur an das Iugendsekretariat Berti» SW 63, Lindeustraß» 2. vorn l Treppe rechts. Abtelluirgileiter, reicht umgebend die Monatsprogramme ein, damit rechtzeitig« ReferentenoermiUIung niöglich ist. � t„., A» Sonnabend, 27. Februar, lindet rn der Aula der«chule Dieffcudach. straße 60— 6t eine Funitionärversamnilung statt, Genosse Engelbert Graf sprecht über das Thema.Jtederwindnng der Wirtschaftskrise". Beginn 19 vi Uhr. Zu. tritt nur mit Mttgliedsbuch. Pralctarischc» Oecheper der SAZ. Gesamtorchesterprob« heute um 1»V4 Uhr in der Karl. Marx. Schule, Kaiser. Frledtich.Stt. 208—210. Der Iii« de» 2«. Fedruar»»rgesrheue Kursus mit den KIndersreunden wird verschoben. Weitere Rachricht folgt. heute. Donnerstag. 25. Februar. 19M Uhr: d«»i Lortzingstraß«:„Das ist Sozialismus'-"- urger Str. 16:.Tagespolitik".— FaUplatz I: lui Strafvollzug".— Humaunpla»! Gleimstr. — Raidosten B: Danziger Str. 62: t0.Mtnut«n.2 Sorben Zialtenhurger „Roderiur(_ Abend.— Nordosten Was ist Sozialismus?"— Arnsmalder Platz II: .......'' So uucnd urger Str. 20; �■1 Mi 83—35: Humoristischer Danziger Str. 62: lO.MInuUn.Referate.— SchZeebauser 7:.J&tT. Weltkrieg".— Kollbusse« Tat: Urbonftr. 167:„Gest., hellen".- Skbweft-»! Lindeustt. 4:„TaaespolllU"- SchSnebera M: Haupd. straß, 15: Ausspracheabend.— gehlendors: Lese, und Liederabend,— Schi»«. weide 1* Semeinschasteadend.— Tegel: Schöneberger Str. 8: Semeinsamer ■Sdtni mll den jüngeren Parteigenossen— Beichholz: Fuuktionärversammlung, «crbedezirk Tiergarll»: Bochumer Str. Sd: SinZekreis, Werbe bezirk«edüinq: Halle Utrcchter Straße: Sprschchorprobe. «erbebezirk Osten: Litauer Str. 18: Lichtdilderabend über„Eng «erbebezirk Osten Aucrdach.Kursus, England" de» vcrbebezirl Kreuzberg: Erwerbslosenzufamminkunst um 15 Uhr Im Heim Lindenstr. 4. Werbebezirk Neukölln: Mädelkursus im Kugendheim Steinmetzstr. 114. Lisa Albrecht spricht Uder das Thema„Die Entwicklung der Arbeiterbewegung".— Spielgrupps probt im Jpzeudhcim Steinmetzstr. 114. Wcrbedezirk Preuttauer Berg: Tambourkorps: Ueben 20 Uhr Altersheim Danziger Str. 62. Instrumente mitbringen. Werbabezirl Pankow: Funltienärsitzuug fällt aus.— Sonnabend Beteiligung an der Werbefeier in Karow, Lokal Sachman», am Bahnhof. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Sold". GelchSitsstell,: Berlin C, t< Sebcstianstr 37—88 Kot 2 Zr Zchleudors sOrtsverein): Sonnabend, 27. Februar, 20 Uhr, Kuni gebung im Lindenpar?(kleiner Saal), Berliner Str. 8.— Schöne- d.ug.Fricdenau lörtsverein): Donnerstag. 25. Fedruar, Gcncralversammluv im Restaurant Pi:cadilll>, Ebcrsstr. 81. Mitalieosbuch legitimiert.— Weißer lre(Ortsvsiein): Freitag, 26. Fedruar, 20 Uhr, sämtliche aktiven Kamera�' in bekannter Turnhalle. Deutscher Arbeiter- Sängerbund. Sau Berlit: G-schäslssteüe: p. Schneider, Berlin TIQ. 55, Hulelandslr. o iMävucrchor Fricdrichshain. Achtung l Freitag, ZV Uhr, Mitwirkung b 'der Kundgebung der Arbeller und Angestellten des Polizeipräsidtuui Groß-Berlin im Packeschen Hof(großer Saal). Rosenthalcr Str. 40— 41. Cr scheinen ist Pflicht. Arbeiter- Samariter- Bund e. v.. Kolonne Bsrlii Scschästesttlle: S. 24, Gr. Hamburger Str. 20. Tel.: v t Norde» 83K Der diesjährige Bezirkstag findet am Sonntag, dem 28. Februar um 9 Uhr, im Eewerkschaftshaus, Engeluser 24—25, Saal 1, statt Unsere weltliche Schule veranstaltet am Donnerstag, 25. Februar, und Freitag, 26. Februar, um l9i£ Uhr, in der Schulaula Pank- Ecke Wicsenstraße einen vnternaticnalen Tanz: und Liederabend unter dem Titel„Hagcnbecks Bolkertchau" mit neuen Kostümen und Trachten, die von den Kindern größten- teils selber hergestellt worden sind und mit neuer Bühnendekaration. Dir Kinder laden euch hiermit herzlich ein. Eintrittspreis nur 20 Psi Karten bei Rektor Schmidt oder am Vorführungsabcnd, soweit dann noch Plätze verfüg- dar sind. D-ntlcher Friedenedund. Donnerstag, 25. Februar, 20 Uhr, im Begetori- fchen Restaurant, Kvthener Ett, 46(nahe Potsdamer Platz), ordentlichr Haupt. Versammlung, anschürend Diskussion über„Rußland, Ostasien und Böller- bund". Kurzschriftvereiu zu Ehartattenburg, e. V>(Einhellskurzschriftl. Jede» Montag und Donnerstag 19!,ä— 21ls Uhr: Anfänger-, Fortbilduugs.Redcschrist- lehrgänge. Ueberttagung der Einheitskurzschrift aus das Englische. Leidniz- Oberreatschule, Schillerstr. 125—127(nahe am Knie). Vereinigung der Freunde von Religion und Bölkersrieden. Sonntag. 28. Fe- bruar, 10 Udr, spricht Pfarrcr Bleicr in der Trinitatislirche, Eharlrttcnburg, Karl-August-Platz, über das Thema„Ehristentum und Gewaltanwendung". Am 8. März, um 10 Uhr, findet an derseiben Stelle die Einsegnung seinei Konsir- wanden statt. Freie Arbeitcr-Stenographenvereinigung Groß-Berlin. Fortschrittskurse in Reichseiicheitskurzschrist. Norden I: Jugendheim Willdenowstr. 5, Zimmer 4. 140—200 Silben Debattenschrift jeden Donnerstag lOz� Uhr.— Norden U: Ecmeindeschule Schulstr. 99. 50— 90 Silben jeden Montag 19'/) Uhr.— Nord- ostin: Gcmcindeschule Ecnefclderstr. 6. Ansängcrkursu« in Dcdattenschrift 100—150 Silben, Verkebrsschrift 60—100 Silben jcden Dienstag 1948 Uhr.— Neukölln: Karl-Marx-Echul«, Kailcr-Friedrich-Str. 209—210. 50—90 Silben jcdsn Dienstag, 140—220 Silben Dedattenschrift jeden Donnerstag, 100 bis 140 Silben ieden Freitag 19". Ubr.— Heute, 24. Februar, ordentliche General. Versammlung in Neukölln. Weichselstr. 8. Wichtige Tagesordnung! Anfragen sind zu richten an Artur Theissn. Borsitzender. Berlin-Tegel, Brunowstr. 47 1. ZorleIIett-�>«r ll-perantoknack. drapp« Centto: Freitag. 96. raSruar (B/t Uhr. im Mela!! arbeite r-Vnrlvindsh an a. Uniamtr. 83 85 fTiag. Eleaaser Stralle). Tenjo: Gramatiko.— Grunpc..Libercco": Freitag, 36. Februar. 17 bi 19 Uhr, Schule Danziger Straße. Temo: Lucka kaj laboro. Allgemeine Wetterlage. 24».F»bn4932.abds. 'wolkenSoSwG hwfer.G halb beäsekt •«Mflcig.CbededcheRegeruGrsupstn ine«,£Nabel111Gewtftet<§?iWniistille lieber ganz Deutschland hat sich jetzt eine östliche Luftströmung eingestellt. Die kalten Lustmasscn. die am Dienstag Ostpreußen überflutet hatten, haben daher nach Westen hin an Raum gewonnen. Am Mittwoch abend herrschte in ganz Deutschland östlich der Oder Frost, in Ostpreußen beobachtete man abends 13 Grad Kälte. Die Wetterlage ist jetzt wieder in rascher Umgestaltung begriffen. Ein am Dienstagabend am Skagerrat befindliches Tief ist schnell über die Nordsee und Ostfrantreich zur Adria gewandert; fortdauernder Druckanstieg nördlich und östlich von uns hat zur Ausbildung eines Hochdruckrückens geführt, der vom nordöstlichen Atlantik bis Süd- ruhland reicht. Obwohl siel) diese Hochdruckzone namentlich in ihrem mittleren Teil südwärts bewegt, werden wir zunächst doch noch aus ihrer Südseite ii« Bereiche östlicher Winde bleiben. Später kann ein kräftiges Minimum bei Spitzbergen Einfluß auf unser Wetter gewinnen. welteraussühlen für Berlin: Noch etwas kälter, zsitweilia oui- hetternd. mäßige östliche Winde.— Jüt Deulschlaud: Im Süden weiterhin triwe. vielfach leichte Schneesälle; in Mittel- und Westdeutschland weiterer leichter Temperaturriickgong ohne wesentliche Niederschläge: im Südosten mäßiger, im Nordosten stärkerer Frost und geringe Bewölkung. %x£kfiüäm von MAGGP Würze auch- l Auch auf andere MAG6l-£rzeuanIsse.wie MA6Gfs Suppen und MAGGI* Fleischbrühwürfel.gibt es Gutscheine Mam grman: �ößf QcbUfiSiflff Das ist eigentlich keine richtige Geschichte. Alle Leute, Redak- teure und Abonnenten, werden sagen, daß die Geschichte nicht spannend genug sei, daß ihr der ordentliche Schluß fehle, ja. daß sie nicht einmal einen richtigen Anfang habe. Ich kann nur erwidern, daß dafür die Geschichte den großen Vorzug hat, ganz und gor wahr zu sein, und daß alle Leute, Re- üakteure und Abonnenten, vieles aus ihr lernen können, wenn sie nur wollen. Aber einen richtigen Anfang, so in der Art: An einem strah- lend schönen Morgen erwachte Candida aus tiefem Schlummer und sprang leichten Fußes und leicht bekleidet in das Wohnzimmer, wo Ernst in früher Stunde bereits den Geburtstagstisch geoeckt und die entzückendsten Geschenke....—, einen solchen Ansang hat die Geschichte nicht. Sie muß eigentlich schon mit den Tagen vorher beginnen, an denen Ernst und Candida auf die Honorare warteten, die kommen sollten und nicht kamen. Bis dahin war Herr Borsch, der Geld- briesträger, jeden Tag erschienen und hatte seinen Segen in Ernst'? kleines Häuschen gebracht. Einmal fünfzig Mark, mal achtzig. Dann nur zwanzig oder gar nur sieben Mark 50. Man sieht, daß es sich um keinen Anfänger handelt, sondern um einen Arrivierten. Zu mir z. B. kommt Borsch viel seltener; trotzdem schlage ich mich durch, denn ich bin sparsam. Aber Ernst kann da? Geld nicht leiocn, und so gibt er es so schnell wie möglich wieder aus. Mal an einem Tage SO Mark, mal achtzig. Dann auch nur zwanzig oder gar bloß sieben Mark 50. Wenn Herr Borsch nicht kommt, wird auch nicht? ausgegeben. Dann leben Ernst und Candida von dem,„was im Hause ist", und nur für die kleine Ulrike, oie neun Monate alt ist, wird Milch geborgt. Zwei, auch drei Tage kann man sich so durchschlagen und auf Herrn Borsch warten. Das wäre nichts Besonderes und auch nichts allzu Schlimmes. Ein Unglück war nur, daß Candidas Geburtstag vor der Tür stand. Ein Geburtstag ohne Geld, ohne Geschenke, fast ohne Essen! Ohne Essen konnte man schließlich, nach Ernst? Anschauung, noch leben. Aber nicht ohne Feier! Nicht ohne die Möglichkeit, der kleinen Candida eine Freude machen zu können. Auch den letzten Vormittag vor Candidas Fest brachte Ernst im Garten zu, wo er auf Herrn Borsch warten konnte.. Aber Herr Borsch ging an Ernsts Häuschen vorüber und grüßte. Herr Borsch wußte, worauf Ernst wartete. Herr Borsch sah vielleicht, daß bald Candidas Geburtstag kam. Aber was sollte er bin? In der Nacht lief Ernst in den Park, der nahe seinem Häuschen liegt, und der berühmt ist ob seiner wunderschönen Blumen. Viel- leicht hätte Ernst nur wenige pflücken sollen. Aber ist es nicht doch verständlich, wenn er seinen, wenn er Candida? Kummer, wenn er die ganz« armselige Not einhüllen wollte in den riesigen Strauß weißer Rosen? Sogar die Polizeistreife, die Ernst beim Pflücken ertappte, hatte Mitleid, und aus dem Kommissariat, wo die Personalien festgestellt wurden, fragte der Ober- oder Hauptwacht- meister erschrocken:„Sind Sie der berühmte Ernst...?" Als er sich von dem Schrecken erholt hatte, daß„ein berühmter Schrift- steller" den Blumeiistrautz zu seiner Frau Geburtstag stehlen müßte. entließ er Ernst. Selbstverständlich nicht ohne sein Bedauern, daß die Geschichte nun einmal liefe, und den Trost, daß sie sich sanft und kalt erledigen würde. Und nicht ohne— das war die Haupt- jache— den Rosenstrauß mitzugeben. Betten gibt es nicht in Ernsts Wohnung. Jeder schläft auf seinem Sofa. Ernst im Arbeitszimmer unten. Candida oben auf der kleinen Chaiselongue im Zimmer mit Ulrike. Ulrike hat ein bezaubernd hübsches weißes Bettchcn, da? mit seinen vier großen hölzernen Rädern so aussieht, als ob der Zimmermann Josef es gebaut hat. Am ganz frühen Morgen schleicht sich Emst hinauf zu Candida, um heimlich die Rosen aufzubauen. Er hat sich das hübsch und poetisch, so wie Dichter einmal sind, ausgedacht, daß Candida in einem Meer weißer Rosen den Tag begrüßen müsse. Aber Condida war schon aufgestanden und im Begriff, Ulrike zu säubern, die sich während der Nacht vollständig eingedreckt hatte. Babys Gesicht war verschmiert; da? Bettchen gelb und schmutzig. Es roch unfeierlich im Zimmer. Für Liebe und Rosen war die Stunde bicht geeignet. Ernst konnte lediglich den Strauß auf den Tisch legen und irgendeinen netten Wunsch aus der Ferne an- bn ngen. Candida ist ein Kind. Ernst ist zehn Jahre älter als sie; aber das Kino in ihm ist mindestens noch um zehn Jahre kleiner als Candida und deshalb egoistischer und verträumter und spielerischer. Zlußerdcm ist Ernst ein Dichter. Wie immer nahm er es also übel, daß sein« Illusion gestört worden war, daß seine oeliebte Condida nicht sy, nicht genau so schön und zart im Augenblick aussah wie er und die Rosen verlangten. Ernst ließ den Strauß liegen und ging hinunter in sein Zimmer. Und wartete, halb.zornig, halb sehnsüchtig, daß Candida zu ihm käme. Oben hatte die Frau das Kind bald zurechtgemacht. Die Rosen waren in Gläser und Schalen gestellt; das Zimmer war aufgeräumt, die 5)aarc und das Bett geordnet. Candida sah jetzt so hübsch aus, so fein und zart, wie man als Frau und Mutter mit 20 Iahren aussehen kann. Candida wartete aus Ernst. Und ihr« Arm« waren bereit, ihn zu empfangen. Aber Ernst las unten schon die Post— sieben Rücksendungen. Keine Annahm«; einer der ganz wenigen Tage, wo tatsächlich keine Annahme kam. Ein paar Rechnungen. Die Miete war noch nicht gan,; bezahlt; die Gesellschaft erinnerte daran im eingeschriebenen Brief. Ein Verleger drohte mit Klage wegen eines Vorschusses, für den die Arbeit ausgeblieben war.— Die Post war unerfreu- lich, und Ernst freute sich, daß Candida sie nicht sah. Gleich schmolz auch schon der Kindergroll ob der zerstörten, so winzigen Illusion von vorhin. Ernst wollte hinaufgehen zu Candida. Es klingelte an der Haustür. Di« Möbelfirma Keller war mit einem Auto, zwei Männern und einem Gerichtsvollzieher erschienen. — Ernst, da? große, liebe Kind, es konnte Geld ausgeben, aber keine Rechnungen bezahlen. Es lag ihm einfach nicht. Und wenn man zehn Monate die Raten nicht bezahlt und.zu keinem Termin erscheint, dann kann es schon vorkommen, daß ein Geschäft seine Sachen wieder abholt. Ernst kannte den Gerichtsvollzieher gut. Aber was nützt das? Urteil bleibt Urteil.— Das kleine weiße Kinderbettchen mit den vier großen hölzernen Rädern wurde aus Candidas Zimmer ge- tragen. Dann der hübsche, schmal« Spiegel und die blaue Bank. Ernsts Chaiselongue, die aus demselben Geschäft geliefert worden war, durste nach einem Telephongespräch noch bleiben. Candida legte Ulrike vorläufig auf ihr Bett, um vom Speicher einen großen Waschkorb zu holen, der bis auf wsiteres aushelfen sollte. Ernst versuchte unterdessen mit einigen anderen Möbeln das Zimmer wieder wohnlich zu machen und die bedrückend dunklen leeren Flecke auf per Tapete zuzudecken. Aber er paßte nicht auf da? Kind auf. Ulrike siel von der Chaiselongue herunter auf den Fußboden. Das erstemal. Sie schrie sehr. Ernst bekam einen großen Schrecken. Da kam auch schon Candida wieder und sah, fast ganz verstört, das Kind auf dem Boden. Sie sagte zu Ernst, er hätte wirklich die zwei Mmutm aufpassen können. Ernst ging hinutrter in sein Zimmer und schloß sich ein. Er weinte beinahe vor Zorn und Scham. Candida blieb mit Ulrike im Zimmer oben und schloß sich ein. Sie weinte über den tollpatschigen, ungefügen, leichtsinnigen Ernst. Sie weinte darüber, daß nun schon Mittag geworden war und keiner, außer der kleinen Ulrike, heute etwas zu essen bekommen hatt«. Und Candida beschloß, bei irgendwelchen Nachbarn ein wenig Brot und Butter auszuborgen. Tee war vorhanden, und bald stand«in hübsch gedeckter, mit Brot und Butter und drei Tomaten beschickter Tisch im Wohn- zimmer. Schwieng war es, Ernst herbeizuholen. Und kaum hatte er den gedeckten Tisch gesehen, wollte«r wieder davon stürzen. Lieber wollte Ernst, daß sie hungerten, als am Geburtstag von Candida geborgtes Brot essen. Lieber überhaupt sterben. Ernst machte Candida Vorwürfe. Ernst wollte beinahe auf Candida schimpfen. Candida wollte gerade anfangen zu meinen, da kamen die Männer vom Elekttizitätswcrk. E? waren zwei Beamte; einer trug eine Mappe. Ernst und Candida haben eine Animosität gegen Männer mit Mappen. Wenn es etwas nützte, würden sie vor im Garten«ind Tafel airbringen: Bettlern und Hausierern und Männern mit Mop- pcn ist der Zutritt streng verboten! Diese Männer sperrten dos elektrische Licht. Es tat ihnen leid; besonders als sie von Candidas Geburtstag hörten, und daß Emst vom nächsten oder übernächsten Honorar bestimmt die Rechnung bezahlen würde. Aber der Mann sagte:„Herr Doktor, ich habe die Anweisung. Höchsten? können wir noch telephonisch anfragen." Die zwei Männer gingen mit Ernst zum nächsten Automaten und telephonierten. Das Büro war schon geschlossen. Di« Mämrer schraubten den Droht am Zähler los, holten zwei dicke Plomben aus der Tasche und eine Zange. Darm verabschiedeten sie sich mit je einem Händedruck für Emst und Candida. Candida weinte und ging in ihr Zimmer zu Ulrike, die nun gebadet und in den Korb zur Nachtruhe gelegt werden sollte. Ulrike schrie. Ernst ging in sein Zinnner, machte rasch sein Bett auf dem Divan. Aber er konnte nicht eimchlafen. So lag er stundenlang bis in die tiefe Nacht hinein wach. Im Dunkel ohne Licht. Oben lag Candida. lUrike schrie ohne Pause. Das unge- wohnte neue Lager hatte sie erschreckt. Stundenlang bis in die ticie Nacht wartete Candida, daß Ulrike einschliefe. Dann ging sie hinunter zu Ernst. Ilalhan Qurdus: Jugend von USA, in der Dirije Der amerikanische Babbit spricht nicht gern von Dingen, die ihm unangenehm sind. In den Handels- und Jndustrieklubs redet man nicht gern vom Arbeitslosenproblem. Man sonnt sich in Gedanken an die vergangene Prosperity und hat auch vielfach genügend Zeit und Geld, um auf eine neue Glanzzeit des Kapitalismus zu warten. Wenn ein Journalist an einen dieser Herren die Frage stellt: „Mr. T., wie hoch schätzen Sie die Zahl der Arbeitslosen in USA.?" Dann bekommt er schon seit einem Jahr die Antwort:„O, nicht so schlimm, ungefähr sechs Millionen." Der Senator von Wisconsin sagte aber, daß nach seiner sehr genauen Schätzung jetzt 17 Millionen Arbeitslose in den Vereinigten Staaten sind! 17 Millionen von keiner Seite versorgte, der furchtbarsten Not preisgegebene Menschen! Der Europäer faßt sich an den Kopf. Ist das dieses Amerika, von dem man in den illustrierten Blättern Bilder von Schönheits- konkurrenzen, Kußwettbewerbcn, an welchen selbst ofiizielle Vertreter von Prooinzregierunqen teilnehmen, sieht? Man sieht die omeri- konische Jugend tollste Streiche treiben. Sorglos, lachend und tobend vom Nichtstun, so zeigt man uns die amerikanische Jugend. So ist aber selbst die bürgerliche Jugend Amerikas nicht mehr. Die Krise hat den Charakter einer ganzen Generation in USA. voll- kommen verändert! Der unsoziale amerikanische„Boy-Studcnt", der sich nur für den Sport und das Vergnügen interessierte, der junge wohlhabende Amerikaner, dessen einzige Sorge war, ge- schmuggelten Schnaps zu bekommen, gehört der Vergangenheit an. Die Arbeiterjugend Amerikas war schon immer dieser Leere abge- neigt. Die Krise hat aber auch den Charakter der bürgerlichen Jugend revolutioniert. Ein ganz neuer Typ entsteht jetzt unter den jungen Amerikanern und Amerikanerinnen der bürgerlichen Gesell- schaft. Der Boden, auf dem diese Jugend stand, der goldene Dollar- boden, wankt. Die Jugend Amerikas sucht neue bessere Ideale, die nicht von den Kursschwankungen der Börse abhängig sind. Es ist sehr komisch, welchen Kreisen gerade diese Aenderung der Jugend unangenehm ist. Der sehr konservative und fromme Rektor einer großen ameri- konischen Universität sagte kürzlich:„Ich kenne unsere Boys nicht mehr. Die Sportplätze werden leerer, immer mehr bilden sich poli- tische und wirtschaftliche Debattierklubs. Die Krise hat unsere Jugend und ihren Sportgeist untergraben. Ich habe nichts dagegen, daß mehr gelesen wird, aber ich blicke mit großer Besorgnis auf den radikalen Geist, der in unserer Jugend jetzt herrscht. Früher tobten sich die Jungens aus, wurden dann aber treue Mitglieder unserer Gesellschaft, die das Vergangene heilig hielten. Heute grübeln sie, greisen ihre eigene Gesellschaft an und verlassen immer mehr den Boden der Tradition." So sprach der Rektor, der schon zwei Kapi- talistengcncrationen erzogen hatte. Große Leihbibliotheken in den Universitätsstädten der USA. müssen ihren ganzen Bestand ändern. Früher wurden nur die üblichen Magazinromane gelesen. Heute werden ernste politische und wirtschaftliche Werke von den Studenten verlangt. Man inter- essiert sich selbst für europäische Probleme. Nur wer den ameri- konischen Studenten kennt, weiß, was das bedeutet. Europa war früher ein leerer Raum. Selbst der Krieg hat keine Aenderung gebracht. Ein Bafeballergcbnis war»och immer wichtiger als das größte historische Ereignis in Europa. Heute werden von amerika- nischen Studenten, deren Väter nur ein Ideal, den Dollar, haben, Bücher verlangt und verschlungen, die soziale Probleme Europas schildern. Selbst das Unwahrscheinlichste ist geschehen: Es gibt in Amerika einen Konflikt zwischen der alten und neuen Generation des Bürgertums! Mit größter Empörung meldeten amerikanische Blätter, daß in der Hochburg der guien Gesellschaft der USA., in der weit- bekannten Horvard-Universität, unter den Studenten sozio- l i st i s ch e Klubs entdeckt worden sind. Diese Nachricht ist selbst den besten amerikanischen„Demokraten" in die Knochen gefahren. „Sozialismus in Harvard!" so lauteten die Schlagzeilen der Blätter. Und am größten wurde die Empörung, als man meldete, daß die Studenten vom Rektor nicht bekehrt werden konnten und daß ihnen ihr Ideal sehr ernst und keinessalls eine„Sportsochc" ist. Wutschnaubend erzählt ein Papa-Dollarmillionär, daß er sich schon seit einiger Zeit über den großen Geldvcrbrauch seines Sohn?-? auf der Universität gewundert habe, aber er dachte, der Junge spiele, und dos wäre ja nicht so schlimm! Aber nun muß er, der Vor- sitzende des Klubs der Schwerindustrie, erfahren, daß sein Solm für das Geld eine sozialistische Unioersitäts Zeitschrift erscheinen läßr und als Rcdper auf Arbeitervcrsammlungen schon bekannt ist. Bei Demonsttationen in Universitätsstädten treffen jetzt die Gummiknüppel der Polizisten nicht nur hungrige Arbeitslose, fon- der» auch Studenten, deren Väter noch mit Begeisterung solche Polizeiattacken vom sicheren Direktionszimmer aus beobachtet haben. Bei Streiks und allen Lohnkämpfen kann die Arbeiterschaft jetzt die Hilie der Studentenjugend beobachten, und Arbeiterführer bestätigen den guten Willen der bürgerlichen Jugend. Interessant ist es auch, daß die feudalen Kriegsschulen, in welchen die Stu denken während der Ferien in schönen Uniformen Krieg spielen konnten, jetzt leer stehen, nicht weil die Herren Papas kein Geld haben, sondern weil die Jugend diese Soldatenspiclcrei blöd findet. Ein anderer„Pädagoge" sagte: „Wenn dos so weiter geht, dann wird unser Land eine akademische Jugend erleben, wie sie Rußland im Jahre 1905 hatte!" „5)offcntlich", sagen wirklich demokratische fortschrittliche Ameri- kaner und hoffen von der neuen Jugend Amerikas den Kampf sür soziale Gerechtigkeit. 3)ie rierJlrlen der Itleniclienf reif erei Es ist bereits kürzlich von dem merkwürdigen Gelüst eines Amerikaners berichtet worden, der durchaus Meiychen fleisch essen wollte, natürlich nur zu wissensckzastlichen Zwecken. Dieser seltsame Forscher William B. Sco'orook hat dieses fein Verlangen an der oberen Elienbeinküste in Afrika befriedigt und zu diesem Zweck eine Expedition unternommen, bei der er längere Zeit mit den Ein- geborenen zusammenlebte und allerlei romantische Abenteuer durchmachte. Er schildert seine Erfahrungen in einem Buch, das jedenfalls eine glänzende erzählerische Leistung ist, wemi man auch an der Wahrheit mancher seiner Angaben zweifeln mag. Der Stamm, bei dem es ihm vergönnt war, an einer kannibalischen Mahlzeit teihunehmen, waren die Geres. Sie sind«in kriegerisches Volk, das auf einer höheren Kultursture steht als ihre Nachbarn. Viele Forscher stimmen ja darin überein, daß die Menschenfresserei erst auf einer gewissen Kulturstufe ausgeübt wird. Die Geres verspeisen nun durchaus nicht wahllos jedes Menschen- fleisch. Sie halten diese» Broten für den besten, den man erlangen kann, aber er muß lange kochen, weil er etwas ,zäh ist.„Ist das auch bei dem Fleisch der Kinder der Fall?" fragte der neugierige Seabrook. Die Geres erwiderten entrüstet:„Aber wir essen doch keine Kinder! Wir sind Männer und verspeisen nur dos Fleisch von Männern, die von uns im Kriege getötet wurden. Dieses Fleisch muß doch zu irgend etwas verwendet werden." Sie blicken mit Verachtting auf die Sekte der„Panther-Menschen" herab, die des Nachts als wilde Bestien vertleidct auf Beute ausgehen und mit ihren künstlichen Krallen ihre Opfer niederschlagen, ohne Rück- ficht auf Alter und Geschlecht. Diei« Menschen halten sie für Ver- breche r und liefern sie der französischen Verwaltung aus, unter der ihr Gebiet steht. Es gibt eben verschiedene Arten der Menschenfresserei, und der Amerikaner hat sich bemüht, diese Formen sorgfältig zu unter- scheiden. Da ist zunächst der„religiöse Kannibalismus", bei dem die Leiche eines Kindes oder einer Jungfrau als Opfermahlzeit den Göttern dargebrach und von den Opfernden verspeist wird. Die zweite Art ist der„magische Kannibalismus". Einzelne Mitglieder eines Stammes, besonders diejenigen, die sich der �saubere! widmen, oder in geheime Brauche«ingeführt werden, verzehren Herz, Leber oder Gehirn eines besonders tapferen und klugen Mannes, damit dessen Eigenschaften auf sie übergehen. Die dritte Form ist der „Kannibalismus aus Hunger", der sich bei den Naturvölkern findet, die sich auf keine andere Weise Fleisch oder dos notwendige Fett verschaffen können. Derartige Rückfälle in die Mcnjchenjresserei werden auch von zivilisierten Völkern während großer Hunger- katastrophen berichtet und sollen zum Beispiel in Rußland vor- gekommen sein. Die vierte Art ist der„natürlich Kannibalismus". Seabrook erklärt ihn daraus, daß Menschenfleisch gut schmeckt, und dieser Beweggrund schint bei den von ihm besuchen Geres eine Hauptrolle zu spielen. Der Amerikaner selbst wundert sich darüber, daß es Menschen gibt, die so„unmenschlich" sind, daß sie in ihrer Genußsucht selbst vor dem Verspeisen der eignen Gattung»ich Halr machn. Der Menschnleib als Sitz der Seele sollte uns doch heilig sein. Aber die Eingeborenen der Elfenbeinküste haben eben eine andere Auffassung. „Auch sie glauben", so berichtet Seabrook,„daß der Mensch eine Seele oder besser eine Lebenskraft sein eigen nennt. Aber s><: sind davon überzeugt, daß jedes Lebewesen eine solche Seele besitzt, und nicht nur die Tiere, sondern auch die Pflanzen, die Bäume, das Reiskorn usw. Wenn sie sich also vor der Verzehrung eines solchen Seelenbehältnisies scheuen wollten, dann müßten sie glatt ver- hungern, da sie ja nach ihrer Ansicht Seelenstoff mit jeder Nahrung aufnehmen. Sie können daher keinen Unterschied darin erblicken, ob sie Menschenfleisch oder Brot verzehren." Nur diejenigen Geres, deren Toten- oder Ahnengottheit der Mensch oder die großen Asfen, Gorilla und Schimpanse, sind, dürfen an den kannibalistischen Festen nicht teilnehmen, denn es ist streng verboten, seine Ahnen zu verspeisen. Der in seinem Wissensdurst unersättlich« Seabrook bat die Geres mit Fragen bestürmt:„Wie schmeckt denn das Fleisch? Ist es wahr, daß ein Menschenbraten dem Schweinebraten ähnlich ist, wie dies von einigen berichtet wird?" Die Geres zeigten ihre tiefe Entrüstung über diesen Vergleich mit dem Schwein; Menschen- fleisch schmecke ganz anders, aber auf alle Fragen erhielt er nur die Antwort:„Sehr gut!" „So mußte er denn schließlich doch sich selbst von diesem Geschmack überzeugen, und er schildert ausführlich, wie dies geschah. Er begnügte sich nicht mit den Mitteilungen eines sehr erfahrenen Gcrekoches, der ihm genaue Angaben über die Zubereitung dieser Speise machte, sondern als eines Tages«in Mann im Kampf getötet morden war und zum Festessen dienen sollte, nahm er an diesem Essen teil.„Ich hatte eine große Befriedigung", so schreibt er,„endlich selbst eine Sache erprobt zu haben, über die ich so viel gelesen hatte und die doch fast immer nur nach vagen Gerüchten und Vermutungen behandelt wurde. Ja, mich erfüllte sogar ein Gesühl des Stolzes, diese dem Weißen so sehr widersprechende Aus- gäbe von Anfang bis zum Ende durchgeführt zu haben; nun hatte ich endlich meine Neugierde befriedigt, die mich seit so langer Zeit plagte I" 5lr 93• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 25. Februar Gesundbeter im Gtahltrust. Vereinigte Stahlwerke zeigen 19 Millionen Verluste.- Es wird nicht saniert. Deutschland hat in diesen Tagen die große Bankensani e- r u n g erlebt. Ihr Wesen bestand darin, daß man die wirklich vor- handenen Verluste auch als Verluste ausgewiesen hat und daß man dann diese Verluste durch die Vernichtung eigener Dioidendenan- sprüche und Auflösung von Reserven aus der Welt geschafst Hot. Das war der erste Schritt zur Gesundung der deutschen Wirtschaft. Das Ausland hat bereits mit einer Erhöhung seines Vertrauens in Deutschland reagiert. Der zweite Schritt mußte die Industrie- s a n i e r u n g sein. Auch dort mußten die Verluste, die tatsächlich eingetreten sind, beseitigt werden, wenn das Vertrauen im Inland und im Ausland endgültig wieder hergestellt werden sollte. Nach der gestrigen Aufsichtsratssttzung haben die Vereinigten� Stahlwerke jetzt ihre Bilanz bekanntgegeben. Die Vereinigten Stahlwerke sind für Inland und Ausland neben dem IG.-Farben- trust das repräsentativste Unternehmen Deutschlands. Ihr Borstand und ihr Aufsichtsrat sind an der Bereinigung der Stahl-, werkebilanz vorübergegangen. Die erste und wichtigste Gelegenheit, die Derlustbercinigung auch in der Industrie durchzu- j führen, ist versäumt. Dabei wäre eine gründliche Bereinigung nirgends so notwendig gewesen wie gerode beim Ruhrstahltrust. worauf wir in früheren Veröffentlichungen schon immer wieder hin- gewiesen haben. Die Gewinnrechuung schiießk mit einem Verlust von rund lg Millionen Mark. Es wird ein R o h ü b e r s ch u ß für das am 3». September abge- schlofsene Geschäftsjahr von 151,37 gegen 262,21 Millionen ausgewiesen. Es ist wahrscheinlich, daß dieser Rohüberschuh in Wirk- lichkeit nicht erzielt worden ist(vergleiche auch die neue Verschuldung in der Bilanz), denn angesichts des mengen- und erlösmäßigen Ab- satzrückgangcs bis Ende September vorigen Jahres und angesichts der gestiegenen Zinslosten ist trotz des geringeren Lohnaufwandes ein oerhöttnismäßig so geringes Absinken des Rohüberschusses kaum wcchrscheinlich. Nach Abzug von Anleihezinsen(33,63 gegen 33,66 Millionen), sozialem Auswand(46.55 gegen 54,74 Millionen), und Steuern 51,13 gegen 61,77 Millionen) sowie nach Ab- schreibungcn(43,63 gegen 86,75 Millionen) ergibt sich ein Verlust von 18,91 Millionen Mark, um die die Reserven von 86,6 Millionen verringert werden sollen. Der Stahlverein hat in einem Jahre, in dem sein Umsah gewaltig zurückging, ein Teil seiner Anlagen sich endgültig als Ziehl- investitionen erwies und in dem er seine Anlagen noch weiter aus- Oer oberschlesische Montanstreit. prosessoren schuhen die Ballestrem-Lnteressen. Die von uns schon mehrfach gekennzeichneten Bemühungen der oberschlesijchen Montanindustriellen, auf Kosten des Steuerzahlers und des Reiches die von dem oberschlesische»„Wirtschaftsführer* in Grund und Boden gewirtschaftete Montanindustrie zu sanieren, nehmen immer groteskere Formen an. Man erinnert sich, daß unter der Führung des Reiches der Oberhüttenkonzern zinslos ZS Millioneu Mark erhalten hat und daß jetzt, nachdem der Dar- lehnsvertrag nicht eingehalten werden kann und die Konzerne finanziell vor dem Ruin stehen, zur wirtschaftlichen Bereinigung des gesamten oberschlesischen Kompleres eine Zusammenlegung der Oberhütten-, Barsig, und Balleftrem-Anlagen erfolgen soll, gleichzeitig aber auch eine finanzielle Bereinigung, um den zusammen- zulegenden Komplex wieder lebensfähig zu machen. Man erinnert sich auch, dag dos Reich und ebenso Preußen wie vor fünf Iahren so auch jetzt zu sinanzicllen Zugeständnissen bereit sind, um die oberschlesischen Arbeitsmöglichkeitcn zu erhalten. Man muh geradezu staunen, in welcher bedenkenlosen Weise da? oberschlesische Privatkopital jetzt sogar Universitäts- Professoren gegen die Interessen des Steuerzahlers und der Gesamcheit mobilisiert, um durch absolut unsachliche Darstellungen das im Reichshaushaltsausfchuh geprüfte oberschlesische Same- rungsprojekt zu torpedieren und dem Steuerzahler in einer Zeit, in der«r bei äußerster Rot nur neue Lasten und keine Erleichte- rungen zu erwarten hat, zu neuen Suboenstonierungen der ober- schlesischen Privatattionäre zu zwingen. Für Herrn Ballestrem, um den es sich in erster Linie handelt, lägt ausgerechnet in der„Ger- mania" Professor Götz-Briefs Angriffe gegen das Reich und Preußen vom Stapel, zu denen nur jemand fähig ist, der niemals ourch persönlichen Augenschein und genaues Studium des Materials sein« Sachkenntnis bereichert hat. Was Prof. Dr. Götz-Briefs in der„Germania" ausführt, steht sachlich im schärfsten Widerspruch zu den Fest- stellungen aller Sachverständigen und politisch auf einem Niveau, das gänzlich unatademifch, aber um so intercsscnten- mäßiger ist. Es heißt, daß in Oberschlesien jetzt der Versuch ge° macht werde, ein Stück„Staatssozialismus bzw. Staatskapitalismus zu Lasten der oberschlesischen Privatwirtschaft vorwärts zu treiben". Es sieht wahrlich so aus, als ob Prof. Götz Briefs sich auch schon der Auffassung verschrieben Hot, die Pros. Bonn von der Berliner Handelshochschule als die privatkapitalistische Neigung zum Kol- lektivbonkrott im Gegensatz zu dem dem Kapitalismus ge- mäßen Individualbankrott charakterisiert hat. I n Oberschlesien gebaut hat, sich mit Abschreibungen begnügt, die nur die halste derjenigen des Vorjahres ausmachen. Dabei waren schon die Ab-' schreibungcn im Vorjahr deshalb niedrig angesetzt, weil man eine Dividende von 4 Proz. verteilen wollte. Ja der Bilanz zeigt sich eine starke Zunahme der Schulden. Die langfristigen Verpflichtungen sind von 145,65 auf 159,53 Mit- lionen Mark g« st i e g e n. Die Bankschulden haben sich von 23,68 auf nicht weniger alz 71,55 Millionen Mark erhöht. Aber nicht> genug damst— es werden jetzt vom Stahlverein auch Akzept- Verpflichtungen zum ersten Male ausgewiesen, und zwar I gleich in dem riesigen Betrage von 38,25 Millionen Mark. Das ist in einem Jahr, in dem man— wenn sie überhaupt verdient worden sind— nur die halben Abschreibungen des Borjahres ausweist— eine neue Verschuldung im Betrage von fast 96 Mil- lionen Mark. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Bankgut- haben von 76,9 auf 46,86 Millionen Mark zurückgegangen sind, die laufenden Forderungen von 163,65 auf 145,69 Millionen, so daß bei erhöhten Anlageworten sich hier ein« westere Ver- schlechterung der Bilanz um 42 Millionen Mark ergibt. Dem steht bei den Warenschuldcn nur eine Verringerung um 24, nämlich von 157,65 auf 133,76 Millionen gegenüber, also eine Entlastung, die taum ins Gewicht fällt. Bei den Warenbeständen aber ist eine Erhöhung von 269,69 auf 284,26 Millionen eingetreten, was eins westere Verschlechterung der Bilanz darstellt. Der Wert der Anlagen erscheint mit 1477,91 Millionen noch um 38 Millionen Mark höher als im Vorjahr. Auf B e t e i l i- g u n g e n, die mit 291,46 Millionen ausgewiesen sind, und nur verringert erscheinen, weil die Aktien der Mitteldeutschen Stahlwerke an die Eharlottcnhütte übertragen wurden, scheint überhaupt keinerlei Abschreibung vorgenommen worden zu seilt. Alles, was die Bereinigten Stahlwerke als Sanierung-aktion durchführen, ist die Einziehung eines lächerlichen Be- träges eigener Aktien. Das Aktienkapital von 866 Mil- licnen Mark wird dadurch auf 775 Millionen Mark verringert. Von einer Sanierung, wie sie im Slahltrust notwendig gewesen wäre, ist also keine Rede, obwohl sich die Finanzlage des Trusts in oußerordenllich gefährlicher weise verschärft hat. Es ist keine Rede von ausreicheodeu Abschreibungen auf die Anlagen, bei den zum Teil wertlos gewordenen Beteiligungen hak man an der Heber- bewertnng festgehalten: die Verluste aus den Schwedenverlrägen abzuschreiben. hat man unterlassen. Der deutschen und der ausländischen ist eine Mißwirtschaft sondergleichen geirie- den worden. Di« oberschlesischen Wirtschafts- führer, die dafür verantwortlich sind, wollen die Aktionär« und die Banken von den finan- zielten Folgen dieser Mißwirtschaft freihalten. Ihnen ist jeder Sozialismus willkommen, der Vermögen der Allgemeinheit privatisiert und Schulden der Privaten sozialisiert. Pros. Götz-Briefs bringt es fertig, folgendes zu schreiben:„Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß eine Staatsbehörde dahin zielt, die Notlage der oberschlesischen Indu- strie zu benutzen, um Rechtssorderungen, die unter völlig anderen Voraussetzungen konstruiert worden sind, in swatssozialisti- scher bzw. staatskapstalistischer Absicht auszunutzen." Es wird also für richtig gehalten, daß man sich erst durch zinslos« Kredste sub- ventionieren läßt, daß man daraus eine userlose Mißwirtschaft aus- baut und daß man dann, wenn der Staat endlich Ordnung zu schassen bemüht ist— auch wenn es nicht anders möglich ist als um den Preis neuerOpfer— den Staat als moralisch minderwertigen Partner denunziert, der eine privatwirtschaslliche„Notlage" von Unterneh- mungen ausnützt. Es sehst wahrlich nur noch der Vorwurf der Leichenfledderei. Wie wenig das Urtell von Prof. Götz-Briefs vonSachlichkeitgetrübtist.das zeigen feine Ausführungen über den Verkauf der preußischen Malapane- und Gleiwitz-Werke. „Offenbar hat der preußisch« Bergsiskus hier„gedreht", in solchem Syndikusjargon spricht hier der Herr Universitätsprofesior.„er wollte sich durch Abstohung rentabel gestalten und er mutete der Privat- indusiric, d. h. Obcrhütten, zu, mit den Zuschußbetrieben fertig zu werden." Der Staat haste hier das sichtbarste Opfer gebracht, um die ober- schlesische industrielle Sanierung vorwärts zu treiben. Die Werke von Gleiwitz und Malapn« gehören zu den leistungsfähigsten in Oberschlesicn überhaupt. Der Oberhüttenkonzern hat noch nicht einen Pfennig für die Werke gezahlt und außerdem hat der Vertrag zu- gunsten von Oderhüttcn bei der Uebernahme ein« Verlustgarantie vorgesehen. Mit solchem„Sachverständnis" bringt es ei» deutscher Univer- sstätsprofessor fertig, für Interesienten einzutreten, die nichts im Augs haben als alle Risiken auf das Reich und die Steuerzahler abzu- wälzen und sich auf Kosten des Reiches und des Steuerzahlers zu bereichern. Oeffenstichkeik im gegenwärtigen Zeitpunkt einen derartigen Zahres- abschluh vorzulegen, ist skandalös. Statt der Verslüsiigung, die in strisenzeiten jede 3nduslriebilc.ni erfahren mühte, ist hier eine erschreckende ülliquidisierung eingetreten, wird hier auf eine Reichs- saniernag zur Bereicherung der Aktionäre Gewartet? Abschlüsse bei Flia. Die durch einen Jnteressengemeinschaftsvertrag verbundenen, von Her?» Flick(Eharlottcnhütte) beherrschten Gesellschaften Mitteldeutsche Stahlwerke A.-G., Riesa, und Eisen- werk-Gesellschaft Maximilianshütte, Rosenberg (Oberpfalz), schließen ihr erstes Gemeinschastsjahr 1336/31<1. Ok- tober bis 36. September) inst einem Reingewinn von nur 6,4 Mill. Mark ab, während sie im Vorjahre einen Uoberschuh von zusammen 4,4 Mill. Mark verzeichneten. Das erklärt sich vor allein daraus, daß Mtstelstohl den Hauptteil des Verlustes der Eisen- firma Schweitzer u. Oppler(12 Mill, Mark) abzubuchen hatte. Die Maxhütte hat ihre Abschreibungen von 1,5 aus 2,2 Mill. Mark erhöht. Mistelstahl hat chre Abschreibungen von 4,6 auf 3,6 Mill. Mark ermäßigt: hierfür waren die Bestimmungen des Gemeinschaftsoertrages maßgebend. Die Aktionäre von Mittelstahl(Kapital 56 Mill. Mark, davon die Hälfte bei der Max- hülle) gehen dieses Mol leer aus, da der geringe Reingewinn vor- gestagen wird. Die„freien" Aktionäre der Marhütte(Kapital 22,5 Mill. Mark) erhalten dagegen aus Grund eines Vertrages mst ihrem Großaktionär Charlottenhütte(besitzt 86 Proz. des Mar- Hütte-Kapstals) eine Dividende von SVs Pro;., die von d e r Charlottenhütte— sie verteilte 14 Proz. Dividende für das Geschäftsjahr 1936— ausgezahlt wird. Dividenden statt Arbeit. Bei Schubert& Salzer übersteigen Bankguthaben weit das Kapital.— Oie Arbeiter liegen auf der Straße. Der Abschluß der S ch u b c r t u. S a l z e r Zl.- G., Chemnitz, macht offenbar, wie maßlos übertrieben und letzten Endes kurzsichtig die Rationali sierungs- und Preispolitik bei vielen deutschen Unternehmen gewesen. Dieses Spezialuntsr- nehmen für Textilmaschinen hat in den wenigen Jahren guter Kon- junktur so phantastisch verdient, daß es nicht nur alle Maschinen und Anlagen völlig abschreiben konnte, sondern daß es jetzt nicht mehr weiß, wie es die Gewinne unterbringen soll. Die Leid- tragenden sind die Arbeiter— wären die Preise oll- gemein den Rationalisierungserfolgen entsprechend gesenkt worden, die Arbeitslosigkeit wäre heute bestimmt nicht so hoch. Nach Ankauf und Einziehung von 2,75 Mill. M. eigener Aktien beträgt das Kapital jetzt 16,5 Mill. M. D i e B a n k g u t h a b e n haben sich von 5,8 auf 21,6 Mill. M. erhöht, weil die Forderungen von 12,3 auf 4,1 Mill. M., die Wechsel- forderungen von 6,1 auf 6,69 Mill. M. und das Warenlager von 2,9 auf 6,9 Mill. M. zurückgingen und well die g c- ringe Produktion wenig Kapstal beanspruchte. Jetzt lassen sich die st i l l e n Reserven nicht länger verstecken. Nach einer Sonder- abschreibung von 6,9 Will. M. auf Grundstücke, nach einer »reuen Reservestellung von 2,5 Mill. M.„für spätere Verwendung" (nämlich Dividendenzahlungen!) wird ein Reingewinn von 2 Mill.(im Lorjahr 3 Mill.) M. ausgewiesen, aus dem 16(12) Prag. Dividende gezahlt werden. Bei mehr als 16 Mill. M. offenen, bei unbekannt hohen stillen Reserven und den Zinsen aus Bankguthaben werden die Akttonäre es noch lange„aushalten" können, selbst wenn auch nicht e i n Arbeiter mehr beschäftigt sein sollte. Textil-Gewinne und-Verluste. Avgsburger Kammgarn verteilt trotz starker Kursverluste 12 proz/ Dividende Daß die Lage der deutschen Textilindustrie keineswegs s o sch l e ch t ist, wie nach einigen Zusammenbrüchen(Nordwolle) vielfach angenommen wird, das zeigen die Abschlüsse zweier Augsburgcr Unternehmen, die bei vorsichtiger Finanz- und Einkaufspolltik für heutige Verhältnisse das Geschäftsjahr 1931 glänzend überstanden haben. Dos größte Wollunternehmen Süddeutschlands, die Augs- burger Kammgarnspinnerei A.-G., Augsburg, verteilt aus ihr Viermillionenkapital eine Divide irde von 12(im Vor- jähr 14) Proz., obwohl auf Abschreibung ihrer Essellen unter die Frewcrkehrskurse(!) ein Verlust von 6,32 Mill. M., und der Eni- wertung des Pfundes und der nordischen Währungen ein weiterer Verlust von 6,76 Mill. M. eintrat. Di« F i n a n z k r i s e hat auf dos Unternehmen nicht eingewirkt: Die Schulden von 1,3 Mill M. werden von den Bankguthaben von 2,9 Mill. M. weit übertroffen. Die Produktion des Jahres 1931 war noch höher alsdledesJahresl93 6. Die Rohwolle hat den niedrig- st e n Preisstand der letzten 166 Jahre erreicht. Die Aufträge am Ende des Jahres sicherten volle Beschäftigung aus mehrere Monate. Aehutich günstig ist der Abschluß der B a u m w o l l- F e i n- spinncrei Augsburg, die auf ihr 1,5-Millionen-Mark-Kapital wieder 7 Proz. Dividende verteilt, obwohl sie Verluste an Außen- ständen erlitt und �jypothetenschulden zurückzahlte. Daß infolge der scharfen Konkurrenz das„Recht auf den letzten Nutzen geopfert" sei. davon kann wohl bei solchem Resultat keine Rede sein. Die Be- schäftigung ist so hoch wie im Vorjahr. Dagegen hat die Kammgarnspinnerei Leipzig (Kapital 3 Mill. M.) im Jahre 1931 einen Verlust von 6,33 Mill. M. erlitten, zum Teil aus der Währungsentwertung, zum Teil I aus der Cntwertunz der R o h st o f f e; diese war bei der Augsburger Kammgarn gerade als g u n st i g e s Moment gewertet worden! Außerdem hat wohl die U m o r g a n i s a t i o n des Betriebes erheb- liche Kosten verursacht. Der Betrieb war voll beschäftigt; die Auf- träge zu Beginn des neuen Jahres reichten für zwei Monate. Bei Geraer Stricki,arnfabr>t sogar 16 Prozent. Die Geraer Strlckgarnfabrlk Gebrüder Felstkorn A.-G. Gera. weist für lSZl einen Reingewinn au-, der mit V.SS Millionen Mark um mehr als So P r o z. höher ist als der Reingewinn des Vorjahres lO.ZS Millionen Mark). Auf da» Kapital von zwei Millionen Mark wird wie im Vorjahre die hohe D'vidmde von IS proz. verteilt, nachdem 0,19 Millionen Mark mehr als im vor-| jähre in Reserve gestellt wurden, da man in Krisenzeilen schlecht 25 proz. Div'deude. die tatsächlich verdient wurden, ausschütten kauu. Die Textillöhnc stehen so ziemlich an unterster Stelle; sie sichern kaum uoch das Existeuzminimum. Tekefunken übernimmt LlStraphon. Die Telefunken-Gssellschaft für drahtlose Telegraphi« m. b. H., Berlin, hat von der zusammen» gebrochenen Deutschen Ultraphon A.-G. das Schallplatten-Matrizen- lqger der Marken„U l t r a p h o n" und„M u s i c a Sacra" für 0,4 Mill. M. gekauft. Die Telefunken begibt sich damit auf ein neues Geschäftsgebiet; sie wA Schallplatten produzieren und oertreiben. Der Betrieb der Ultraphon wurde zunächst von der Clausa- phon gepachtet und fortgeführt; diese wird so lange für Telefunken den Absatz von Schallplaten betreiben, bis Telefunken einen eigenen Berkaufsapparat aufgezogen hat. Gegen die handelspolitische Absperrung. Die Maschinenindvstrie im Januar. Im Januar hat der Inländische Auftragseingang bei der Maschinenindustrie noch weiter abgenommen. Das Aus- landsgeschäft war ebenfalls schlechter; die Anfragen des Aus- landes waren so schwach wie noch nie zuvor. Der Bericht des Vereins Dsutscher Mafchinenbau-Anstalten nimmt auch zu den Fragen der Handelspolitik Stel- l u n g. Angesichts des wachsenden Anteils Deutschlands an der Weltaussuhr stünden die deutschen Interessen schärfer als diejenigen irgendeines anderen Landes„im Gegensatz zu den immer hem- mungsloser um sich greifenden Tendenzen, die glauben, daß die Staaten grundsätzlich von einer Weiterentwicklung des Welthandels und der Weltwirtschaft sich abwenden und an ihrer Stelle outar- kische Selbständigkeit anstreben sollten. Selbstverständlich kann Deutschland nicht daraus verzichten, gegen die Angriff« auf seine Wellhandelsstellung und die Hemmungen, die seiner Ausfuhr bereitet werde», mit zweckmäßigen Gegenmaßnahme» zu antworten. Ilm so notwendiger fft es aber, sich dessen bewußt zu bleiben, daß es sich hier nicht etwa um einen Uebergang zu einem neuen oder gar höheren Wirtschaftssystem handelt, sondern um vor- übergehende Maßnahmen zur Abwehr von Notständen. Das Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik muß es sein, neben der Entwicklung des Binnenmarktes, für welch« bereits die Erhaltung der Kaufkraft der für den Export Beschäftigten von wesentlicher, leider oft vergessener Bedeutung ist, die Ausfuhr aufrechtzuerhalten und zu fördern." private Lebensversicherung im Jahre Nach der Statistik des Verbandes Deutscher Lebens- Versicherungsgesellschaften bestanden am Ende des Jahres 1921 bei 50 Gesellschaften 8.44 Mill. Versicherungen über 14,12 Milliarden Mark(Ende 1920 bei 52 Gesellschaften 8,13 Milll Lersicherungen über 14,32 Milliarden Mark). Auf die „groß e" Lsbensversscherung kamen Ende 1931 2,2 Mill. Versicherungen über 11,5 Milliarden M. und aus die„kleine" Lebens- Versicherung 6,2 Mill. Berficherungsn über 2.6 Milliarden Mark. An P r ä m i e n wurden im Jahrs 1931 Insgesamt 663,6 Mill. M. (im Lorjahr 669,8 Mill. M.) eingenommen. Ausgezahlt wurden an Versicherte und deren Hinterbliebene 303,5(224,5) Mill. Mrrk. Die K a p i t a l a n l a g« n zur Deckung der Verpflichtungen sind von 2,44 aus 2,66 Milliarden Mark gestiegen. ifeDiste MetallaHr-VsM Verwaltungsstelle Berlin Todesanzalscn Den MUgliidern«ur Nachrtchl. büß unier Kollege, der Bohrer Friedrich Basner aedoren 26 D»«euib«r 1877, am 22.sedruar gestorben Ift Die Einäscherung findet am Freitag. dem 26. Fe ruar l?e Eiltäscheriing findet am Sonn- abend, dem 27 Februar. 2» Uhr. im Nremaiorium Taumschuieuw-g, Kisj«. hoitfirahe, stall. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 15. Januar Narb unser Kollege, der Dlirtlcr Ernst Mentzel gebore» il. Mai 1888 Die Einäscherung hat bereit» statt- gründen. Ehre ihrem Au beule a vi« Ortevarrraltma». Für d e vielen Beweis- ler/ilicher Teilnahme anläßlich des Sinicheiden» unserer Tochter und Schwester Käthe sagen wir allen Freundeu und Be. kannten sowie den Mietern de« Sauses, tnsde andere dem Senosten Ariur Richter liit die trostreichen Worte unseren au'rlchligsten a'ant Familie Caeurv Trle'off. Di« U-nendeiießung findet am Miltwoch, 2 Märi, 16 Ilde, äui dem Zen.ratsriedho, F-iedrichsIelde statt Banh.a uag. Wir sagen allen, die stch mit«n» 'gemetn'am von un erer lieben, guten LtfrSsÄs verabschiedet haben, unseren herz- lichsten Dank Die trausrnde Familie GrQbler. Staats Theater Donnerstag, den 25. Fearnw staatsoper unter"en Linden 20 um Ein Maskenball StaitLSdiaiisoiiliuu» iSDdannnnaric 20 Uhr Cyrano von Bergerac Schiller-Theater Cbarlfutteoburg. 20 Uhr Die end.ose Straße Amt nodi wenige'Jaget kiut.s LORANO CON COLLEAKO MATJUfOALUTT isw. Tii»:.. S, Chr. 80 Pf. bis 4.- M Trifft. 3 Uhr 40 Pf. bis 2.-M > Nähe S«hles. Bhf. •it.: E7Welclif8l 4031? �'■o, Blume von Hawai" Theater im Nollendortplab rtegle: Hein S« Mar Pallas 7051 Täglich»!t UM ites auch 4>/< Uhi Hcuie zum in.. Male sasparone metropoi-liiesier Täglich 8"< Uhr Sin Lied der Liebe Annl Alil(-r« Adel. fc.nnirocU >'lrn»t Verebc. Sonntag Uhr Mederoiaus vuub, CAS1N0-THEA lERsv» m» Lothringer Strafte 37. •MnfniniiiHHiiiimMiiiiiiiiiiiiniiiiMuitMNtiNitNitimMnHniiii Nur noch bis 3. Marz Eben uon heule and das haute Frogr�mm Freitag, den 4. März, zum I.Male Der Mann mit den zwei Frauen Jutsehem l-4 Personen: Parkett 50 Pi. t-auteun 1— Mark. Sessel Uu Mark Keldisiiallen-Theater liönhoft platz S Chr.—-onma.'S Uhr za kleinen Preisen Stettiner Sänger Die neue Groteske UMeWiMM-! staai. Oper Char.ottenbur� äismafcksiraße 14. Dönnerst.. 25 Febr. Turnus In Onlan«; 1930 M Don Giovanni Ende gegen 23 uhr — Kleicoa Tn.—5 Truppe 1931. TiigL S>/«(Jhr Vis mauseiaKe preise 75 5i.— 3 M SonnL oactitD. 4 U. halbe preise. Ib. im Admiralspaiast rigliCh b*ii uhi Der heui groSe Erfeig! Käthe Dorsch GostafGrfindgens LseioM' Singspielv.EtodR'hinalre VoiKsoUline Tiieeter am GOlovelalz 8 Uhr Fnhrmann Henscbei Regie: K H. Martin Staat). Sdiillet-Tliealei 8 Uhr Die endlose Siraße Mnugimgl Rerfaurant Berlirrs www WiSME Amold&&0 z 0- ahn Ber eanpl. Base ßßlfle 106-14 Großes Bockbierfest und großes Schweineschlachten ö Kapellen» Beyr. Bedleaanr Besinn 7 Uhr taisdieiHetalWs-MaiiS Verve�vvSkmIlMeseri Frestan, den 26. Februar, ab ud» 7 Uhr. Shßiurg der Mittleren Ortsoerwaltuug wm? EIM LUSTI6ES SPIEL VOM HAUSDIENST 2 6. FEBRUAR 1932 KRIEGER-VEREiNSHAUS CHAUSSEESTRASSE 94 2 9. FEBRUAR 1032 PHARUS-SÄLE N6 5, MULLERSTRASSE 142 BEGINN: 19 30 UHR EINTRITT ffiB 1 VERL0SUN6I HAUSDIENST BERLINER STADT GASWERKE AKT-6ES Theater desWestens Tätlich 8*/« Uhr Prinz Heumsalem Operette vor Job. 5 traut WaldmOIler, Morgan. Jankuha. Lilien, Ewald. Sonnabend>»,4 Uhr Sonntag»63 Uhr HS! aus dsr Kiste Sonn ag 5 Uhr Dcrvoaeinanmer -Tüealßrln öer-s Stresenjannstr. TS 0 1 1 oh 8'.« Uhr UapnUint üonstaDfci Thmlar Lmis In In jeder Ehe... Rose-Tßeater 'roll» frjBlfurtsr Uraa« 135 Irl. 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Februar 1332 In der heutigen Bormitiagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 12 chetvlnn» Iii 3000 M. 1256 51409 90091 117553 150085 347027 53 enolnne in'SOOO SIT. 24549 51827 67523 78414 80173 83823 80835 108386 109658 122368 124735 136017 147152 147636 164294 157141 169334 173914 184322 193005 237189 273269 283700 306439 311212 313948 375S66 377071 386973 108»er Inn«»u 1000 M. 5368 6103 8703 13287 24323 38232 59350 640677208775794 86198 116081 121688 125372 126474 134855 138087 1 391 25 142284 148397 155203 155642 163937 168390 176391 208453 21 0446 215187 216822 234752 233783 237049 238282 239616 244800 252402 271979 278689 294376 298723 309090 319315 322540 323066 334033 347814 356593 360129 383308 368989 381149 382422 397193 398355 ISO Octalnrc«u 500«11. 222 1321 11262 16385 16852 20826 23040 26696 29773 34824 40313 4SI29 543SS 55242 63601 63662 67013 69455 6S672 72338 84272 89383 100358 106203 107444 1 13519 12338-4 141224 142444 142619 183590 169183 172383 172460 177440 180937 189192 196153 206994 209767 209929 211327 212546 218038 219566 223200 226198 229147 232830 235361 236371 239432 242813 243233 246272 246337 248214 266699 267472 267778 259518 274903 275970 280126 285202 292953 298791 300313 311673 312137 313319317933 321953 322051 325831 329840 323346 336233 339613 343439 247996 343354 350332 353301 359703 333779 367807 379827 385203 380995 389647 392539 395214 395233 397461 In der Heuligen Nachmittagszishung wurden Gewinne über iOO M. gezogen S m 50000 M. 31 9336 4 Mewunre ,» 5003 Ä!. 1 73091 330438 16«woinn»«n 3000 M. 17324 70572 222404 234304 277539 235329 387772 392192 40 ch-t-imi.»u 2000 M. 27330 41609 110638 112034 114047 113573 122801 142355 203014 221933 253219 258435 282318 QSSSES 312853 248774 363211 338359 389379 393813 82 anrtnne«a 1000 M. 3893 6029 14910 18355 25973 31334 51 1 72 55094 53951 64993 84320 113581 1 1943r 122174 1 Sil»? 126851 151030 163715 161694 162544 183351 186663 186970 209846 217633 223283 232012 233739 232933 234047 276057 276841 282890286659 283707 307510 323163 244041 3321 12 330347 390325 160«»toten« sa 500 M. 3273 21233 02481 24342 23019 26081 33183 34399 35527 47348 63356 61757 70139 75970 80952 81328 32390 87635 1051 39 107229 107737 110174 116527 118052 120237 12106» 1243Z6 129317 133069 133264 144022 146539 14S2I2 149199152486 1808 10 130322 167407 139180 1S937I 174404 175208 186232198436 218911 220568 222210 227909 232716 234154 234543 237087 2384 28 246627 265965 266503 271944 272839 281203 293738 301 6Ö9 306068 303573 303784 313103 313530 320404 323499 341423 343602 355359 381074 382491 366440 374140 375958 373017 333378 389903 39S&S8 Im Gewinnrade verblieben! 2 Prämien je zu 500000, 2 Gewinne zu je 500 XX), 2 zu je 200X)0, 3 zu je 100000. 2 zu je 7)000, 6 zu je 80000, 18 zu je 230 X), 9d zu je 1000Ü, 280 zu je 50 A 533 zu je 3)00, 1510 zu je 2000, 3103 zu je lOoÜ, 5�10 zu je 500, 14793 zu je 400 Mark. 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