Erscheinttäglich außerSvnntags. Zugleich Adendauigade de«.Vorwirtj' Bejogtore!« für beide Ausgaben 7SPf. pro Woche, 3,25 ÜR. uro Mbuai (bauen 87 Bf. monatlich für Zustellung ins Hau«) im ooraus lahibar. Bostdezug 3,97 M. einschließlich M Pf. Posticltungs- und 72 Pf. Postbestellgebüdrcn. SpJUcuiigaße ,jl/bu>wf46 Anieigenprel«! Tie elnsvaltlge MMlmct-rieil- 30 Pf. Rcklameicilc 2.— M. Ermäßigungen nach Tarif. PoNfchelklrnto: Vorwärls-Lcrlag G.m.b.H., Berlin Kr. 37 538.- Der Verla, behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anjetzen»er1 Redaktion und Ervedltton: Berlin SWS8, Lindenstr 3 Fernsprechern Sönbcif(A 7) 292— 297 BERLIN Donnerstag 25. Zebruar 1932 10 Pf. Ar. 94 B 42 49. Jahrgang Am Kreitag Abstimmung Brüning-Z�ede im Reichstag— Volkspartei beurlaubt mehrere Nazis ihren festgenommenen Kumpanen heimlich gefolgt und hatten auf die Scheiden des Reviers ein Steinbombardement er- öffnet. Der Rädelsführer dieser Fcnsterstürmer konnte nach längerer Verfolgung am Wittenbergplatz gefaßt werden. ÄomGendarmzurKanalisation Beförderungsstationen eines Parteibuchbeamten. Tie heutige Sitzung des Reichstags eröffnete Prä- sident L ö b e mit der Bitte, sich auf jeden Fall darauf ein- zurichten, daß morgen die Abstimmungen er- folgen können. Das sei wegen der Einhaltung der Fristen und der Vorbereitungen der Länder für die Prä- sidentenwahl dringend notwendig. Der Präsident kündigt an. daß deshalb auch heute abend die Sitzung länger dauern und die morgig« Sitzung schon um ly Uhr beginnen werde. Er bittet ferner durch die Vermeidung von Zwischenfällen dazu beizutragen, daß die VerHand- lungen nicht verschleppt werden. Der Präsident teilt ferner mit. daß er den Abg. Dr. Schneider(D. Vp.) auf drei Tage und den Abg. D. Kahl fD. VP.) auf sieben Tage beurlaubt habe. (Hört, hört!) � In der Fortsetzung der Aussprache über die Präsi- dentenwahl spricht zunächst Abg. Leicht(Batzer. Vp.). Als Abg. Dr. Leicht von der„sogenannten nationalen Opposition" spricht, protestiert die Rechte. Darauf sagt Dr. Leicht: Sie haben sich doch so genannt, also sind Sie so genannt. (Kroße Heiterkeit.) Es kommt aber nicht darauf an, wie man sich nennt, sondern was man ist. Und national ist es am wenigsten, uns und andere gemäßigte Parteien, die so viel für Vaterland und Nation gearbeitet haben, als nicht national zu bezeichnen. Die Parole des Reichspräsidenten„Freiheit und Gleichberech- t i g u n g für Deutschland" mußte die nationale Parole sein. (Beifall der Mitte.— Gelächter und Hohnrufe rechts.) Der Redner bespricht dann die mangelnde Energie des Völkerbundes sowohl in der Abrüstung wie in China und in Memel. Nach unseren Erfahrungen mit der Abrüstung haben wir wohl gut daran getan, mit dem Zoll- abbau voranzugehen. Die innere Einigung ist nicht durch Terror herbeizuführen. Der Revolver ist ein Instrument, das sehr wenig dazu geeignet ist, jemandem eine andere politische lleberzeugung beizubringen. Fordern wir Abrüstung, so müßte die inner« Abrüstung vorangehen. Als Dr. Leicht sagt, jeder Mensch müsse bestürztseinüber die Zunahme der Arbeitslosigkeit, ertönt lautes Lachen von den Nazis, was der Redner unterstreicht, um dann gegen die Zurufe der Faschisten hinzuzusügen: Es ist ein verbrechen. die Arbeitslosigkeit zum Hetzen zu benutzen! Wer behauptet, die Regierung Brüning sei an der Arbeitslosigkeit schuld, dem muß man mildernde Umstände zubilligen. Im Anschluß daran erzählt Dr. Leicht von einem Mann auf der Straßenbahn in Berlin, der ihn fragte, ob dieses System, diese Regierung nicht beseitigt werden müsse, die nicht das Sandstreuen bei Glatteis sichere(Stürmische Heiterkeit.) Alle Währungsexperi- m e n t e lehnt der Redner ab, ebenso den Aberglauben an das Dritte Reich oder andere Wunderkuren, und schließt mit einem Appell, Hindenburg zu wählen.(Beifall in der Mitte.) Gegen 13 Uhr ergriff Reichskanzler Dr. Nrüning das Wort, um zunächst auf die Bemerkungen einiger Redner über die Außenpolitik zu antworten. Er hob dabei hervor, daß in der gegenwärtigen Zeit auch die außenpolitische Situation un- gemein rasch wechselt. Dann wanote er sich gegen die Kritik der Rechten an seinem Austreten in Genf, um dem Mißoerstehen der „nationalen Opposition" das volle Verständnis entgegenzustellen, das die Haltung der deutschen Delegation in Genf im Auslande gefunden hat. Nach einigen Worten über die schwerwiegenden Er- eignisse in O st a s i e n. wobei der Kanzler die Zuversicht aussprach. daß es doch noch gelingen werde, den Frieden wieder herzustellen. kam er auf die M e m e l f r a g e. Hier wandte er sich gegen das Verlangen vorzeitig Vcr- geltungsmaßnahmen gegen Litaun« zu treffen. Die litauische Re- gierung müsse jetzt nach dem Rücktritt des Präsidenten Böttcher— der übrigens aus freier Initiative und nicht auf reichsdeutfche Ein- Wirkung erfolgt ist— chr« Zusage erfüllen, den verfassungsmäßigen Zustand wiederherzustellen. Unter dauernden lärmenden und zum Teil unwürdig-ulkhaften Zurufen der Nationalsozialisten erwidert der Reichskanzler auf die Bs- Häuptling Rosenbergs, daß unter dem Personal der deutschen Gesandtschaft in Kowno fast die Hülste litauische Statsangehörige seien Dazu sagt der Reichskanzler: Unter den Angestellten ist eine Dolmetscherin, die als Reichs- angehörige geboren wurde und einen sogenannten Ratten geheiratet hat. Börsentempel wieder offen. Biel Publikum und wenig Geschäft. Die' R ö r s e in der Rurgslraße ist heute zum erstenmal seil September wieder geöffnet worden. Es war sehr viel Publikum erschienen, und man sah auch alle führenden Vertreter der Großbanken. Offenbar war aber die Neugierde größer als die Absicht und die Möglichkeit. Geschäfte durchzuführen. In den einzelnen Papieren wird ziemlich viel gehandelt, aber es werden nur sehr kleine Umsähe gemacht. Es sieht so aus, als ob man die Lage erst einmal abwarten wollte. Reichsbankaktien und auch Schultheiß zogen um 1 bis 2 Proz. an. Pfandbriese waren eher gesucht als angeboten: auch Kommunalobligationen waren fester. Das Geschäft vollzieht sich so, daß auch in der Rurgslraße jetzt Kurse nur„gesprochen" und nicht notiert werden. Nach wie vor bleibt ja eine Veröffentlichung von Kursen verboten. Zm allgemeinen ist man optimistisch. Man hosst auch, daß es bald wieder zu einer regulären Börse kommen wird. (Stürmische, lang anhaltende Heiterkeit auf Kosten des Balten Rofenberg.) Ferner ist da ein baltischer Pförtner und ein baltischer Hilss- böte. Alle diese Balten waren früher russische und sind jetzt litauische Staatsangehörige.(Andauernde Heiterkeit— gegen die lärmenden Nationalsozialisten verhängt Präsident Löbe einige Ordnungsrufe.) Zum russifch-polnischen Nichtangriffspakt stellt der Reichskanzler fest, daß bei einem Angriff Polens aus einen dritten Staat Rußland gemäß Artikel 2 dieses Vertrages seine Hand- lungsfreiheit zurückgewinnt. Es besteht also kein Anlaß, so wie der Abg. von Freytag-Loringhoven zu behaupten, daß Polen nun die Hände gegen Deutschland freibekommen hätte. Darauf betont der Reichskanzler, daß der Gedanke der österreichifch-deut- fchen Zollunion durch die wirtschaftliche Entwicklung seither immer mehr gerechtfertigt worden ist und die Finanzkommission des Völkerbundes bereits, entgegen früherer Theorie, die Lebens- Unfähigkeit eines auf seinen heutigen Umfang beschränkten Oester- reich anerkannt hat. An allen Maßnahmen, die auf Grund dieses Gutachtens erfolgen, ist die Reichsregierung bereit, teilzunehmen. Ueber den Ausgang der Abrüstungskonferenz kann man heute noch kein Urteil fällen.- Aber ein Mitglied dieses Hauses, das hier meine Rede auf der Abrüstungskonferenz verdammte, hat dem Vertreter einer amerikanischen Zeitung erklärt, daß mein vestehen ans der Gleichberechtigung für Deutschland ihm und seinen Parteifreunden angenehm war. (Lebhaftes Hört, hört! und Beifall in der Mitte und links, an- dauernde lärmende Zurufe der 5iakenkreuzler. Als Präsident Löbe einen dieser Störenfriede zur Ordnung ruft und erklärt, er werde doch von niemandem provoziert und könne daher ruhig sein, ant- wartet der Hitlermann unter schallender Heiterkeit des ganzen Hauses, der Verkehrsminister habe ihn provoziert.) Der Reichskanzler hält dann dem Abg. v. F r e y t a g- Lortnghoven vor, daß er in seiner Rede Fragen gestellt' hat, von denen er wissen mußte, daß die Regierung nicht öffentlich darauf antworten kann, weil die diplomatische Tradition und die Vertraulichkeit der Verhandlungen dem entgegenstehen.(Hört, hört! links und in der Mitte.) Aber er beoauere, die Rechte dadurch enttäuschen zu müssen, daß er aus die schwersten dieser Vorwürfe doch antworte. Nun geht der Reichskanzler auf die Reparationsfrage ein. Bei Rodaktionsschluß dauert die Rede Dr. Brünings noch an. Steinwürfe gegen Polizeirevier. Nazi-Terror in der Augsburger Straße. Eine Gruppe von zehn bis zwölf Nationalsozia- listen verübte heute gegen 4 Uhr früh in der Augsburger Straße einen beispiellosen Terror. Passanten wurden überfallen und zum Teil schwer mißhandelt. Die Rowdys konnten schließlich von einer Polizeistreise gestellt und festgenommen werden. Als die Täter auf dem zuständigen Revier gerade vernommen werden sollten, wurden plötzlich die Fensterscheiben der Polizeiwache durch zahlreiche Steinwürf« zertrümmert. Wie sich herausstellte, waren Gendarmeriekommissar in Hildburghausen. 3. Februar: Die thüringische Staatsregierung hat der Reichs- regierung Dokumente übermittelt, nach denen der frühere thllrtn- gische Staatsminister Dr. Lrick im Juni 1930 unter Umgehung seiner Ministerkollegen Adolf Hitler zum Gendarmeriekommissar in Hildburghausen ernannt habe. 4. Februar: Adolf Hitler läßt erklären, Frick habe ohne sein Wissen gehandelt. Er hätte eine Einbürgerung aus diesem Wege abgelehnt.(Der Führer:„Es geschieht in der Partei nichts ohne mein Wissen und gegen meinen Willen!") Von zuständiger Seite wird festgestellt, daß Hitler seit Kriegs- ende noch nie einen Einbürgerungsantrag gestellt, also nie den Versuch gemacht hat, auf„legale" Art deutscher Staatsbürger zu werden. S. Februar: Es wird bekannt, daß Hildburghausen als Sitz der thüringischen Landesirrenanstalt den Spitznamen„Rappels- darf" führt. Das thüringische Staatsministermm gibt sein Bedauern be- könnt über die„versteckte und unwürdige Art, mit der durch den damaligen Innenminister(Frick) die Anstellung Hitlers versucht worden sei". Kunstprofessor in Weimar. 6. Februar: Man erfährt, daß schon vor Juni 1939 Staatsminister Dr. Frick-Pirmasens bemüht war, Adolf Hitler durch Ernennung zum Professor an der staatlichen Kunst- Hochschule in Weimar die deutsche Staatsängehörigkeit zu ver- schaffen. Der Plan scheiterte am Widerstand des thüringischen Finanzministers. Logiergast im Kaiserhof. 9. Februar: Hitler hat wieder einmal im Kaiserhos in Berlin Quartier bezogen und verkündet auf einem SA.-?lppell im Sportpalast, daß bei der Bekanntgabe der Entschlüsse zur Reichs- Präsidentenwahl„eine Millionenpartei vor Begeisterung a u s s ch r e i e n werde". 19. Februar: Der thüringische Staatsminister Baum ver- öffentlicht eine Erklärung über die„nichtloyale Handlung des Ministers Frick" in Sachen Hitler. Professor für Pädagogik in Braunschweig. 12. Februar: Der Plan, Hitler durch den braunschweigi- fchen Minister Klagges zum Professor an der technischen Hochschule in Braunschweig zu machen, wird bekannt. 14 Februar: Ausgerechnet Pädagogik" soll Hitlers „Lehrfach" sein. 15. Februar: Meldungen über eine vollzogene Ernennung Hitlers zum Professor für angewandte Pädagogik in Braunschweig bewahrheiten sich nicht. 1 7. F e b r u a r: Die Professur soll steigen, steigt aber nicht. 18. Februar: Thüringische Sozialdemokratie bean- tragt mit Erfolg*Un t e r su ch u n g s au s sch u ß gegen Frick. ?ieich6präsidentschast6kandidat. 2 2. Februar: Goebbels proklamiert im Berliner Sport- palast Hitler zum Reichspräsidenten. Staatsminister in Braunschweig. 2 3. Februar: 5iitler soll als Nachfolger von Klagges Staatsmini st er in Braunschweig werden. Attache in Berlin. 2 4. Februar: Hitler soll nicht Minister, sondern Attache für besondere Zwecke bei der klaggestanischen Gesandtschast in Berlin werden. Bei der Kanalisation gelandet. 2 5. Februar: Im Haushaltsausschuh des Braunschweigi- schen Landtags haben die Regierungsparteien einen planmäßigen Posten als K a n a l i s a t i o n s r a t(im Landeskultur- und Ver- messungsamt) für Hitler freigemacht damit er als U n t e r g e b e- ner des Ge sandten Boden in Berlin amtieren kann. Die amtliche Ernennung soll heute nachmittag bekanntgegeben werden. 2 6. Februar:?????????? Bier-Boykott beginnt 12000 Berliner Gastwirte wollen sich beieiligen Ossenberg spricht deutsch. Er versucht wenigstens, sich zu bessern. Aus dem Reichstag wird uns geschrieben: Genosse Dr. Schumacher hat gestern im Reichstag die Zu- zishuitg eines Dolmetschers empfohlen, weil die Sprache des natio- nalfozialistischen Abgeordneten Rosenberg unverständlich sei. Gerechterweise wird man zugeben müssen, daß Schumacher etwas übertrieben hat. Es ist richtig: Als Roferrberg im Herbst 1930 in den Reichstag kam, sprach er eine Sprache, die er für Deutsch hielt, während andere stritten, ob es Lettisch oder Estnisch sei. Seitdem hat er aber ganz hübsche Fortschritt« im Deutschen gemacht, und wenn man sich«in wenig Mühe gibt, kann man ihn auch verstehen. Rosenberg ist aber, wie sich bei anderer Gelegenheit zeigte, ein recht reizbarer Herr, und als sich Schumacher einen Scherz erlaubte, fuhr er ihn an:„Gehen Sie nach Galizien und mauscheln Sie!" Das war nun auch wieder verkehrt, denn Genosse Schumacher ist im Vergleich zu Rosenberg, dessen ugrisch-finnisch« Abstammung mit stark slawischen Einschlag in jedeni Gesichtsmuskel sichtbar ist, gc- radezu nordisch-germanischer Edeltyp. Außerdem— was sie nur immer mit Galizien haben? Unter den Sozialisten, die man in Europa kennt, gab es nur einen, der aus Galizien stammte: unseren oerehrten und leider schon verstorbenen Genossen Dia- m a n d. Dieser aber— vom intellektuellen und moralischen Niveau gar nicht zu reden—„mauschelte" nicht im mindesten, sondern sprach ein viel besseres Deutsch als der Nationaliozialist Rosenberg. Rundfunk und Reichstag. Keine Uebertrogunq der Kanzler-�ede. Die Reichsrundsunk-Gesellschost war an den Reichstagspräsiden- ten Lobe mit dem Dorschlag herangetreten, die heute zu er- wartende Rede des Reichskanzlers Dr. Brüning durch Rundfunk zu verbreiten. Der Aeltestenrat des Reichstags sollt« sich heute vormittag vor Beginn der Sitzung mit dieser Angelegenheit befassen. Inzwischen hat aber der Reichskanzler selbst darum ersucht, von 'der Verbreitung seiner Rede durch Rundfunk abzusehen. In- folgedessen ist die Sitzung des Aeltestenrats wieder abgesagt worden. „Es gibt kein Harzburg mehr." Bei Adolfens wird man deutlich. Die Gauleitung O st p r e u ß e n der NSDAP, oerbreitet ein Flugblatt mit Richtlinien zur Reichspräsidenten- wähl. In einem Aufruf, der die Unterschrift des Gauleiters Koch trägt, heißt es u. a.: Die deutsche Schicksalswende bricht an. Sie wird nicht halt machen vor Sahm-Ausschüssen,„eisernen" Hetzreden oder„auchnationalen" Sonderkandidaturen. Die Geschichte wird nicht still stehen der Deutschnationalen Volkspartei oder dem Stahlhelm zuliebe. Es g�bt kein Harzburg mehr. Die Fronten sind klar." Die„Königsberger Allgemeine Zeitung" schreibt dazu, bei dem parteiamtlichen Charakter dieses Aufrufs sei anzunehmen, daß er in vollem Einverständnis mit der zentralen Führung der NSDAP, erlassen worden sei. Um so b e- merkenswerter sei die außerordentlich scharfe Sprache gegen- über den bisherigen Verbündeten in der Harzburger Front. Wir finden das gar nicht so„bemerkenswert". Die Hitler-Leute sind gewohnt, auf jeden loszuschlagen. Besonders, natürlich auf die- je.iigen, die ihnen die Steigbügel halten und— wie im Reichs- tag— getreulich hinter ihnen hertrotteln. Die Harzburger sind wirklich bei Adolf abgemeldet. Wenn er erst das Küchsnthal- Potent über seine Anstellung beim Vermessungsamt in der Tasche hat, wird er den Harzburgcr Seldte-Leuten noch einiges an Liebens- Würdigkeiten vermessen lassen. Des können sie gewiß sein... Zörner in der Dunkelkammer. Sin Nazi-präsident will nicht beobachtet werben. Braunschweig. 23. Februar.(Eigenbericht.) In der heutigen Sitzung des Haushaltsausschusses des Broun- schweigischen Landtags sollte das Kapitel„Landtag" behandelt werden. Der Nazipräsident Zörner hatte dem Berichterstatter, dem sozialdemokratischen Vizepräsidenten Riete, jedoch d i e Akten und sonstigen Unterlagen vorenthalten. In der Sitzung sebst verlangte der Nazipräsident, dessen Prä- sidialausgoben anscheinend das Lichtder Oeffent- lichkeit zu scheuen haben, die Vertraulichkeit der Sitzung. Hiergegen protestierten die sozialdemokratischen Abgeordneten: sie wurden jedoch von der bürgerlich-nationalsozialistischen Mehrheit überstimmt. Ein Staatsanwalt. (Kingreisen ber Aufsichtsbehörde gegen eine Llngehörigkeit Am 27. Oktober 1931 wurde vor dem Schöffengericht in K o t t b u s eine Strafsache gegen mehrere Mitglieder des Reichs- banners Schwarz-Rot-Gokd verhandelt, weil dies« sich gegen einen Ueberfall der Nationalsozialisten zur Wehr gesetzt hatten. Als hier- bei ein völlig unbeteiligter Zeuge vernommen wurde, dessen Aussage aber eine erhebliche Entlastung der Angeklagten und eine Belastung der Ncitionalsozialisten bedeutet, erklärte der Vertreter der Staats- auwaltschast, Staatsanwaltschaftsrat I a c o b s e n, daß diesem Zeugen kein Glaube zu schenken sei. Das ergäbe sich daraus, daß er den Eid in der weltlichen Form geleistet habe. Daraus sei zu ersehen, daß seine Sympathien nach links gingen. Wegen dieses Verhaltens des Staatsanwalts wurde die Repu- blikanifctM Beschwerdestelle Berlin bei dem Generalstaatsamvalt beim Kommergericht, Herrn Dr. Wiechmann, vorstellig, der nunmehr amt- lich mitteilt, daß er„den Sachverhalt geprüft und das Crforder- liche veranlaßt habe". Leider wird nicht gesagt, worin„das Erforderliche" bestanden hat. Vom Löwen zerfleischt. Schwerer Llnfall im Stettiner Zentralhallen-Barietä. Stettin, 25. Februar. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der gestrigen Abendvorstellung des Zenkralhallenvarletes, wo ein Wärter, der unmittelbar vor dem Auftreten eines Löwendompteurs den aus die Bühne gebrachten käsig belral. von zwei Löwen angefallen und zu Boden gerissen wurde. Bevor es gelang, die Tiere von dem Unglücklichen abzubringen, war er so schwer verletzt worden, daß er sofort ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Ein Löwe mußte, um den am Boden Liegenden befreien zu können, von einem polizeibcamken erschossen werden. 3n Berlin hat heute srüh der Bierboykott der Gastwirke be- gönnen, dem sich neben rund 12 000 Schankstätten auch zahlreiche Großbetriebe angeschlossen haben. So sind die Bahn- hofswirlschasten, denen die Reichsbahn ihr Verhalten anheim- I gestellt hatte, und die A s ch i n g e r A.- G. der sonderbaren Aktion gleichfalls beigetreten. Eine Schließung der Gaststätten ist keinesfalls beabsichkigl. Den Kunden wird lediglich kein Bier ausgeschenkt, stall dessen werden Schoppenweine, Selterwasser. Fleischbrühe und Kafsee angeboten. Der Streik soll sich allerdings erst am Sonnabend voll auswirken, nachdem die Gaslwirkschaslen ihre Biervorräte ausgeschenkt haben werden. Die Gastwirte sind angeblich entschlossen durchzuhalten. Die Brauereien haben, wie alltäglich, Bier ausfahren lasten. Erst gegen mittag, wenn sich der Absah übersehen läßt, ist die Stellungnahme der Brauereien zu erwarten. -i- Der geschäftsführende Ausschuß des D e u t s ch e n G a st w i r t e- Verbandes ist heute zusammengetreten, um zu der durch den Berliner Bierstreik geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Der Aus- schliß stellte sich auf den Standpunkt, daß der Deutsche Gastwirtever- band als Reichsorganisation keine Veranlassung habe, aus dem Borgehen der Berliner Gastwirte irgendwelche Folgerungen für das Reich zu ziehen. Der Verband lehnt es also ab, einen Bierstreik für das ganze Reich zu propagieren. Am heutigen Bormittag zeigte die Boykottbewegung der Berliner Gastwirte noch ein durch- aus uneinheitliches Bild. Soweit sich ein Ueberblick gewinnen ließ, wird der Boykott besonders in den Außenbezirken Nazi als Verleumder. OreiMonate Gefängnis wegen Beleidigung des Eisenbahner- führers Scheffel. Um in der Arbeiterschaft Stützpunkte und bessere Ausbreitungsmöglichkeiten zu bekommen, sollen in den Betrieben Nazizellen ge- bildet werden. Da die Schaffung solcher Zellen aber nicht so leicht ist, als einen politisch nicht geschulten Mittelstand zum Hakenkreuz zufammenzutrommeln, werden die Führer der Arbeiterschaft in der gemeinsten Weise verleumdet. Zu dieser Kampfeeart hatte auch der Nazifllhrer Nikolaus in Stendal feine Zuflucht genommen. In einem Flugblatt hatte er den Vorsitzenden des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands, den Reichstagsabgeordneten Schefsel. des Betruges. der Lüge und des Verrats an der Arbeiterschaft beschuldigt. Der- artige Verleumdungen sollen aber nach den Vorschriften der Vierten Notverordnung vom 8. Dezember 1931 jetzt schwerer bestraft werden als früher. Insbesondere soll das geschehen, wenn der Beleidigt« eine im öftentlichen Leben stehende Person ist und die Beleidigung öffentlich behauptet oder verbreitet and geeignet ist, den Beleidigten des Vertrauens unwürdig erscheinen zu lasten, dessen er für seinöffent- liches Wirken bedarf. Diese Bestimmung aus der Notverordnung trifft auch für die meisten Partei- und Gewertschastssekretore zu. Daraus Bezug nehmend, erstattete Genosse Scheffel Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Der Staatsanwall erhob öffentliche Anklage, und vier Wochen später verurteille das Schöffen- gericht den Nazirnann wegen übler Nachrede zu der gesetzlichen Mindest st rase von drei Monaten Gefängnis. Die Verurteilung mag dem Bestraften und seinesgleichen eine Warnung sein. Noch sind die Vertrauensleute der Arbeiterschaft nicht oogeffrei und noch lassen sie nicht Schitrdlüder mit sich treiben. Abflauen der Kämpfe bei Schanghai. Auf beiden Seiten neue Verstärkungen im Anmarsch. Nach einer Meldung aus Schanghai verstärken die Chinesen die Verteidigungsanlagen in T s ch a p e i, wo das Maschinengewehr- und Geschützseuer am Mittwoch etwas nachgelassen hatte. Der rechte Flügel der japanischen Armee, der durch die chinesische Gegenofsen- sive am Dienstag aufgehalten worden war, ist am Mittwoch longsam südwestlich des Dorfes Miao-Tfchitschen vorgerückt. Eine neue chinesische Armee ist durch die Bereinigung mehrerer Truppen- verbände verschiedener Divisionen unter dem Befehl des Generals Tschangffchintsung gebildet worden. 2000 Kadetten der Militärschule von Nanking sind in Ncintau eingetroffen und sollen auf die Truppen der neuen Armee oerteilt werden. Für Donnerstag wird auch das Eintreffen einer neuen japanischen Armee in Schanghai erwartet. General Ma ermordet? Reuter oerzeichnet aus Nanking da» Gerücht, daß.in C h a r b i n der chinesische General Ma von einem Chinesen ermordet worden sei. Eine Bestätigung dieser aus etwas kompliziertem Wege verbreiteten Meldung bleibt abzuwarten. General Ma hatte sich neuerdings als Werkzeug Japans in der Mandschurei entpuppt, nachdem er lange Zeit den Anschein erweckt hatte, als wäre er der Führer des nationalen Widerstandes gegen die Eroberer. Neun Angeklagte— neun piflolen. Kommunistischer„Laubenkolonieschuh" für Grönland. Bor dem Schöffengericht Lichtenberg stehen neun Kommuni st en im Alter von 20 bis 30 Jahren, die am 22. Ja- nuar, zwei Tage nach den Vorgängen in der Kolonie Felseneck, auf dem Gelände der Laubenkolonie Grönland, samtlich mit Schußwaffen ausgerüstet, festgenommen wurden. Die Anklage, die auf„Bildung bewaffneter Haufen" und auf „unbefugten Waffenbesitz" lautet, nimmt an, daß es sich um kommu- nistische„Einheiten" handele, die zu einem Ueberfall auf National- sozialisten beordert waren. In Hohenschönhausen fand nämlich in Verbindung mit den Borgängen in Felseneck eine von Kommunisten einberufene Versammlung statt, zu der auch Nationalsozia- listen geladen waren. Mehrere Angeklagte haben in der Vor- untevsuchung im Sinne der Anklage ausgesagt und ihre Führer und Genossen schwer belastet. Schenkt man diesen Aussagen Glauben, so war man von zwei Sammelstellen aus zu der Kolonie Grönland marschiert und hatte sich hier in einer Laube zusammengesunden. Von einem bewaffneten Radfahrer war Marschorder gekommen, alle neun Mann erhielten von einem der Mitangeklagten Waffen aus- gehändigt, die auf Befehl geladen und entsichert wurden, und dann ging es unter Führung des Angeklagten Voß los. Auf dem Weg« zum Steuerhaus wurden alle neun von der Polizei über- durchgeführt. Dagegen sind die Altberliner Arbeiterviertel, wie der Norden und der Osten, schon erheblich geringer an der Boykottbewegung beteiligt. In der Berliner Innenstadt schließ- lich ist von der Bewegung vorläufig so gut wie nichts zu be- merken. Auf Grund dieser uneinheitlichen Lage gab es heute Bormittag ganze Straßenzüg« in Graß-Berlin, die sich restlos der Bewegung angeschlosten, und dann auch wieder ganze Stadtviertel, die sich bis zur Stunde am Boykott noch nicht beteiligen. Mitunter gibt es Straßenecken, an denen ein Gastwirt das zum Boykott auf- fordernde Plakat ausgehängt hat, sein gegenüberliegender Nachbar aber unbeteiligt ist. Die Gastwirte, die sich bisher dem Streik noch nicht anoeschlossen haben, stehen der Bewegung allerdings nicht ablehnend gegenüber. Sie nehmen vielmehr eine noch abwartende Haltung ein. Es spiegelt sich hier das Bild wieder, das die gestern abgehaltene Funktionärversammlung der 12 000 Berliner Gaitwirte bot. Auch hier wollte die Organisationsleitung vor der Hand noch eine ob- wartende Haltung einnehmen. Heute nachmittag finden B c- zirksversammlungen der Gastwirte statt, auf denen man zu einer einheitlichen Stellungnahme im Sinne einer strikten Durchführung des Boykotts kommen will. Wie wir erfahren, wollen die Gastwirte sich auch nicht auf einen Kampf gegen die Steuern allein beschränken. Neben dem Abbau der Bier-, der Getränkeverzehr- und der Vergnügungssteuer svll der Kampf ausgedehnt werden für eine Herabsetzung der Grund- gebühren für die Fernsprechanschlüste und für eine Herabsetzung des Stromtarifs der Berliner Elektrizitätswerke. r a f ch t und festgenommen. Bei etwa vier fand man Pistolen, fünf entsicherte und geladene Schußwaffen lagen un- mittelbar neben den Festgenommenen hinter dem Zaun. In der Verhandlung gaben die Angeklagten wenig einleuchtende Erklärungen ab: sie wollen aus dem Arbeitsamt oder sonstwo ganz zufällig erfahren haten, daß ftlr den 22. Januar in Grönland ein Laubenkolonieschutz beabsichtigt sei; die Waffen haben sie zufällig erworben. Mehrere Angeklagt« sind vielfach, zum Teil wegen schwerer Delikte vorbestraft. Jedenfalls erscheint das Unternehmen der bewaffneten Kommunisten äußerst fragwürdig und ist nur ge- eignet, Wasser aus die Mühlen der Nationaksogialtsten zu schütten. Tendenzprozeß bei Wien. Gemeindefunktionäre unter Anklage. Wien, 24. Februar.(Eigenbericht). Nach oierzehntägiger Verhandlung sind einig« führende Mit- glieder der sozialdemokratischen Stadtverwaltung von Schwechat zu Freiheitsstrafen zwischen 14 Tagen Arrest und 10 Monaten schweren Kerkers verurteilt worden: zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Schwechat ist eine Industriestadt östlich von Wien mit einer wett überwiegenden Arbeiterbeoölkerung und sie hat dem- entsprechend eine sozialdemokratische Zweidrittelmehrheit im Gemeinderat, die auch die leitenden Funktionäre stellte. Vor einige Zeit wurde der Staatsanwaltschaft bekannt, daß U n r e g e l- Mäßigkeiten vorgekommen waren. Es handette sich in der Hauptfache darum, daß Arbeiterorganisationen Gemeindemittel teils bar, teils durch Lieferung von Sachen zugewendet worden waren. Obgleich es nur geringe Beträge waren, hat die Staatsanwaltlchaft alle nur möglichen Belastungsmomente hervorgesucht und heran- gezogen und mit einer Energie die Anklage vertrelea, wie sie gxgen Groß- schieber und Schwerkorruplionislen niemals angewendet worden ist; ging es doch gegen„Marxisten". Den größten Teil der Anklagepunkte hat die Staalsanwattschaft schon am Sonnabend zurückziehen müssen. Uebriggeblieben ist, daß Bürgermeister W« i n h o f e r etwas altes Bauholz für einen privaten Hausbau verwendet hat und daß er zwei Strafanzeigen nicht weitergeleitet hat. Davon war die eine gegen seinen Sohn gerichtet, die zweite gegen einen Betriebsrat, der Geld unterschlagen hatte und der sich, als dies aufgedeckt wurde, umbringen wollte. Der Bürgermeister hat ihn davon abgehalten und mit ihm vereinbart, daß er den Schaden gutmache. Sechs Jahre lang hat dieser Betriebsrat 30 Schilling monatlich abgezahlt. Als jetzt die Untersuchung eingeleitet wurde, hat er Selbstmord begangen. Was das Bauholz anbelangt, so hat Weinhofer sich glaubhaft dahin verantwortet, daß er angenommen habe, diese Arbett werde nach Feierabend ausgeführt und man werde ihm die Kosten in Rechnung stellen. Er hat der Gemeinde diese Aus- gaben nach der Haussuchung bei ihm erstattet. Das Urteil rechnet ihm als mildernd an, daß er 13 Jahre lang einwandfrei f ü r die Gemeinde gearbeitet hat. Tatsache ist, daß unter der sozial- demokratischen Verwaltung Schwechat aus einem vernachlässigten Dorf zu einer modernen Stadt geworden ist. Der Hauptfehler war, daß die Anstellung eines gelernten Buchhalters unterlassen und daß nicht die Genehmigung des Gemeinderats für die Ausgaben und Leistungen eingeholt worden ist, die mit Zweidrittelmehrheit erteilt worden wäre. Die sozialdemokratische Organisation Schwechat und der niederösterreichische Landesparleivorstand haben folgende Beschlüsse gefaßt: Weinhofer wird nicht nur seiner öffentlichen Aemter, sondern auch seiner Parteifunktionen enthoben. Cr hat bereits vor dem Urteilsspruch sein Landtagsmandat niedergelegt. Gegen Weinhofer und die übrigen Angeklagten wird das ehrengerichtliche Verfahren im Sinne des Parteistatuts eingeleitet. Der bisherige Vizebürgermeifter Tiefe n dach er(der die höchste Strafe erhalten hat) und ein zweiter Verurteilter können nach dem Parteistatut der Partei nicht angehören und werden daher aus der Partei aus- geschlossen. Es wird festgestellt, daß schon o m Beginn der Untersuchung gegen die Schwechater Funktionäre die Partei be- schlössen hat, gegen jeden der Beschuldigten, deren Schuld im Prozeß erwiesen werden sollte, im Sinne des Parteistatuts vor- zugehen. Von vornherein stand fest, daß die Anschuldigungen der Anklageschrift gegen die Parteiorganisation zusammenbrechen werden. Diese Erwartung hat der Urteilsspruch vollinhaltlich bestätigt. Vortrag des Preiskommistars im Rnndfunk. Der Preis- kommisiar Dr. Goerdeler hält am 29. Februar in der Zeit von 18.23 bis 18.43 Uhr einen Vortrag über die Deuffche Welle Königs- Wusterhausen. I Neuer Amnefiiemmmei. Die Lieblingsbeschäftigung der Kommunisten. Der Rechtsrmsschuß des Preußischen Landtags beriet am Diens- tag den kommunistischen Amnestieantrag. Dieser, ein rein demagogisches Machwerk, oerlangt völlige Straffrei- h e i t für„alle im Interesse der Arbeiterklasse begangenen Gesetzes- Verletzungen", und zwar im besonderen für alle Handlungen aus politischen Beweggründen, sür alle Handwagen aus wirtschaftlicher Notlage, für alle Meutereien in Strafanstalten usw. usw., außerdem noch für alle Handlungen, die mit den genannten„in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang" stehen. Aus der Begründung durch den kommunistischen Abgeordneten O b u ch ging hervor, daß dieser Antrag nur Straffreiheit sür verurteilte Kommunisten bezweckt. Für die Sozialdemokratie erklärte Genosse K u t t n e r, daß der Antrag, wenn man ihn wörtlich nimmt, sich gegen die Kommu- nisten richtet: denn ihre Handlungen sind ja nicht im Interesse der Arbeiterklasse begangen, sondern laufen dem Interesse der Arbeiterklasse direkt zuwider, wie die Spaltung der Gewerkschaften und die Zerstörung der Konsumvereine beweisen. Im übrigen gibt e? keine Garantie dafür, daß nicht die Gerichte die Worte„im Inter- esse der Arbeiterklasse begangene Gesetzesoerletzungen" auf die Nationalsozialisten oder sonstige Reaktionäre anwenden. Die ungeheure Zahl der politischen Gewalttaten macht zur Zeit jode Amnestie unmöglich. Sicherlich würden nicht halb so viel« politisch« Geburt des nationalen Kandidaten Modest Mussorgsky „Boris Godunow" im Rundfunk .Es sind leider zwei geworden../ Nöorde vorkommen, wenn nicht die Täter darauf spekulierten, daß ihnen die Gegenseitigkeitsoersicherung Kozi-Nazi Amnestie ver- schaffen würde. Die Sozialdemokratie verkennt nicht die Hörten der Notverordnungen. Aber hier kann nur durch Einzelbegnadigungen Remedur geschaffen werden. Deswegen hat die Sozialdemokratie einen Antrag eingebracht, der das Ministermm ersucht, im Wege der Einzelbegnadigung besonder« Härten auszu- gleichen, die sich aus der Anwendung der neuen Strafbestlm- mungen ergeben. Hierbei sollen besonders d i e Fälle wohlwollend behandelt werden, in denen die Täter zum Schutze der Re- publik, zum Schutz« ihrer staatsbürgerlichen Rechte, zum Schutze von Leib und Leben oder zum Schutze ihres oder ihrer Organisationen Eigentum das zulässige Maß der Notwehr überschritten haben. In der weiteren Diskusston sprachen sich die Vertreter aller bürgerlichen Parteien angesichts der ungeheuren Zunahm« der Ge- walttätigkeiten gegen ein« Amnestie aus. Genosse Gehrmann erinnerte daran, wie die Kommunisten die Arbeiter geradezu i n strafbare Handlungen hineingehetzt haben, wie beim russischen Seemanns st reik. Die Ueberfälle auf solche or- ganisierten Arbeiter, die sich nach den Bestimmungen der Gewerk- schaften richten, durch Anhänger der RGO. sind ganz gewiß nicht als Taten zu bezeichnen, die im Interesse der Arbeiterklasse begangen sind Ein Vertreter des Justizministeriums gab die Erklärung ab, daß für die Staatsregierung eine Amnestie jetzt nicht in Frag« käme. Im übrigen sei das Justizministerium bereits jetzt bestrebt, im Sinne des sozialdemokratischen Antrags Härten im Wege der Einzelbegna- digung auszugleichen. In der Abstimmung wurde der kommunistische Antrag g e- gen di» Stimmen der Kommuni st en abgelehnt, der sozialdemokratische Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Demokraten. Oarmstädter Razitheater. Blamagen serienweise. Darmstadl. 24. Februar.(Eigenbericht.) Im Hessischen Landtag wurde am Mittwoch ein national- sozialistischer Antrag, über den sozialdemokratischen Innenminister Leuschner di« Gehaltssperre zu verhängen, mit den Stim- den der Nazis und Kozis angenommen. Der Beschluß bleibt aller- bings ohne praktische Folgen, da er verfassungswidrig ist. Gegen den Justizminister Kirnberger(Z.) wurde im Zu- sammenhang mit der Freisprechung des Nationalsozialisten Stier in der Großgerauer Arbeitermordaffäre ein kommunistischer Miß- trauensantrag unter Stimmenthaltung aller übrigen Parteien an- genommen. Während der Debatte hierüber beschuldigte Abg. Golm der kommunistischen Opposition den Naziabgeordneten Dr. B e st, sich eines Mordversuchs an einem separatistischen Redakteur in Mainz gerühmt zu haben. Best gab das zu mit der Einschrän- kung, er habe sich nur identifiziert mit den ihm befreundeten Per- jonen, die den Redakteur„umlegen" wollten, was allerdings miß- glückt fei. Unter allgemeinem Hollo des Hauses zogen die Nazis schließlich ihren Antrag auf Einsetzung eines Untersuchung s- ausschusses zum„Mordanschlag auf den Abg. Butt- l« r" zurück. Der Abg. G a l m der kommunistischen Opposition macht« sich jedoch den Antrag zu eigen, so daß di« parlamentarische l'ntersuchung dieses Selbstoerstümmelungsfalles doch noch durch» gc nihrt werden dürste. Mussorgsky ist nun über fünfzig Jahre tot. Als er starb, als er in unglaublicher, in erschütternder Armut und Einsamkeit ver- ! löschte wie irgendein Namenloser, wie einer der„Erniedrigten und Beleidigten", denen sein leidenschaftliches Interesse immer gegolten hatte, da waren di« spärlichen Erfolge seines Lebens längst vorbei. Es waren die Tage vergessen, an denen dem Schöpfer des„Boris Godunow" alles zugejubelt hatte, was in Rußland freiheitlich und revolutionär gesinnt war, es wußten nur wenige Freunde noch um sein Werk, und auch die verstanden es kaum. Nichts vermag dies besser zu erweisen als die Art, wie Rimsky Korsakoff seine Werke— unzweifelhaft in lauterster Absicht— redigierte: in der Annahme, Mussorgsky wäre ungeschickt im Formalen, ein ungelenker Har- moniker und ein schlechter Instrumentator gewesen, änderte er, was zu ändern war. um seinem, Rimskys, westeuropäischen Ideal unver- bindlicher Glätte möglichst nahezukommen. Er merkte nicht, wie sehr dies Mussorgskys Wollen und Müssen widersprach, wie wenig ihm all dies gemäß war: die braven Zweivierteltakte statt wechseln- der rhythmischer Gestaltung voll packender Intensität, die belanglose Allerweltsharmonik statt der kühnen und hinreißenden Harmonie- folgen Mussorgskys, die schulmäßig„gut" geführten Bässe statt der eigentümlichen Parallelen, der kraftvollen Rückungen und feierlichen Orgelpunkte. Rimsky konnte wohl nicht anders, als all dies durch die Brille zeitgebundener Aesthctik zu sehen, d. h. das Neue nicht zu sehen: wir aber, denen die Erkenntnis der Größe dieses Mannes immer mehr ausgegangen ist. wir haben die Pflicht, uns auf die ursprüngliche, unverfälschte Fassung jener Werke zu besinnen. Wenn nun die Fupkstunde die deutsche Uraufführung der Urfassung des„Boris Godunow", der bedeutendsten dramatischen Arbeit Mussorgskys(vielleicht der bedeutendsten russischen Partitur überhaupt) unter der Direktion des Russen Malko für morgen abend ankündigt, ist dies ein musikalisches Ereignis ersten Ranges. Der Text zum„Boris Godunow" entstammt Puschkins gleich- namigem Drama(wenn Mussorgsky ihn auch vielfach abgeändert und mit Zusätzen versehen hat), das ein dunkles und eigentümliches Kapitel der russischen Geschichte, die Zeit der Wirren zu Anfang des 17. Jahrhunderts, behandelt. Mussorgsky bezeichnet seinen Boris als musikalisches Volksdrama; es geht ihm nicht um Heroenkult, große Historie, psychologische Entwicklung interessanter Eharaktere: noch viel weniger— was man seinerzeit am wenigsten verstand— um die landläufigen dramatischen und lyrischen Situa- tionen einer Oper(weder der in Wahnsinn endende Usurpator Godunow, noch sein Gegenspieler, der falsche Demetrius, sind ihm Helden im üblichen Sinn)— sein Interesse, sein Herz, seine Arbeit gehört dem Volk, der namenlosen Masse, die beherrscht wird und eigent- lich doch herrscht, die Schicksal erleidet und eigentlich das Schicksal ist. Von hier aus, von der Masse aus, sieht Mussorgsky die Ge- schichte, sieht sie im Gegensatz zu fast oll seinen Zeitgenossen im heutigen, in unserem, im sozialistischen Sinn: di- Helden, di« So- listen des Weltgeschehens, sind ihm Funktionen und Ausstrahlungen der Massen und ihrer Bewegung, diese aber sind dos Wichtige und Es war nur konsequent, wenn er so zu tiefst Neues nicht mit den herkömmlichen Mitteln gestalten wollte, wenn er(noch seinen eigenen Worten) mit heißem Drang noch neuen Ufern der noch uferlosen Kunst auszog: wenn er mit Mitteln arbeitete, die voll großartiger Primitivität, voll primitiver Großartigkeit sind, wenn er von einem Naturalismus in der Musik träumte, den es in ihr gar nicht geben kann. Ungelchrt, ein Dilettant, ein Stümper im schulmäßigen Sinn, erreichte er in der Glut der Empfindung und in der schlafwandelnden Sicherheit des Genies doch, was er wollte die denkbar stärkste Verklammerung von Kunst und Leben, die nur einem Künstler gelingen kann(nie hatten wir solche nötiger als heute), dem das Leben wichtiger ist als die Kunst, die Masse, der Mensch, der Kamerad wichtiger als das eigene, noch so köstliche Ich. Seine Musik weist in vielen Zügen eine eigentümliche Statik aus, die zur Dynamik, zu den Schwellungen, Spannungen, Ent- ladungc» der romantischen Musik in scharfem Gegensatz steht: sich heute allerdings in der neuen Musik wiederfindet. Die russische Kirchenmusik, das slawische Volks- und Tanzlied sind ihre Ele- mente: die aber durchaus nicht(wie bei Tschaikowsky etwa) um- gedeutet und eingeschmolzen werden, sondern in ihrer ganzen unge- Heuren und ursprünglichen Intensität zur Auswirkung kommen. Um auf ein Beispiel hinzuweisen, sei hier an seine— jedem Ar- beitersänger bekannte—„S o n n e n h y m n e"(eigentlich„Zarenhymne") aus dem„Boris Godunow" erinnert: ein herrliches Stück — eins von vielen!— voll gewaltiger Kraft und großartiger Wir- kung: übrigens ein mit feierlichen Akkorden harmonisiertes russisches Volksliedthema. Mussorgsky hat auf die Musikentwicklung— sowohl auf den Impressionismus, wie die„Neue M u f i k". man denke nur an Debussy oder Strawinfky— großen Einfluß ausgeübt. Mag es an diesem Einfluß liegen oder daran, daß die Musik Zwangs- läufig einen Weg geht, den er in mehr als einem Sinn als erster ging: wir begreifen ihn heute erst ganz, trotzdem er vor mehr als fünfzig Jahren schon in legendärer Verlassenheit starb. Schicksals- genösse zuletzt und Bruder aller Erniedrigten und Beleidigten, oller Mühseligen und Beladenen: Künder der ewigen Kraft des Volkes und damit auch Prophet seiner künftigen Freiheit. .AriioW Walter. Ali-Berliner Graphiker. Ausstellung in der Kunsthochschule. Die Akademie für Bildende Kunst in der Hardenbergstraße stellt Graphik von Künstlern zwischen 17SV und 1850 aus, die zum Kreise der Berliner Akademie gehört haben. Pro- fessor Bruno Paul erwähnte in seiner Einführungsrede, daß dies gewissermaßen der Beitrag der Hochschule zum Gedächtnis der hun- dertsten Wiederkehr von Goethes Todestag darstelle. Dos mag passieren. Nur sollte man dann nicht ganz vergessen, auf welch ge- spanntem Fuß eigentlich der große Gefeierte mft dem künstlerischen Genius des„verwegenen Menschenschlages" gelebt hat, wie Goethe die Berliner nannte, und daß er den unhezweifelbaren Realismus in den Werken der ausgestellten Künstler mit intensiver Abneigung be- trachtet hat. Aber dos kümmert uns nicht viel angesichts der ausgezeichneten Sammlung graphischer Blätter, die hier«ine wichtige Zeitwende illustrieren. Sie führen aus der dumpfen Getstigkeft des unterdrückten Kleinbürgers, wie wir sie bei C h o d o w i e ck i finden, aus den Kreisen der geistreichen Hofkünstler Friedrichs, wie K n o b e l s- d o r f f oder Rode, bis zum volleMfalteten Selbstbewußtsein des Bürgers von 1850, den Menzel ebenso glanzvoll repräsentiert wie den gleichzeitig frisch aufblühenden Byzantinismus gegenüber den Hohenzollern. Zwischen beiden Polen sieht man den eigentlichen Höhepunkt dep Entfaltung deutschen Geistes zur napoleonischen Zeit: die herrliche Naturwahrheit Gottsried S ch a d o w s ,Jt. W. Kolbes und Franz Krügers, die Romantik von Schinkel und Blechen. Und dann den zahmen, etwas spießigen Humor der Dörbeck, Hosemann und S ch r ö d t e r. Alles in vortrefflichen Radierungen und Lithographien, die ein lebendiges Spiegelbild jener merkwürdig zwiegeteilten Epoche abgeben. Die Blätter stammen aus der schönen Sammlung von Tho- was Graf. p- f- „Ben Hur" als Tonfilm. llfa-pavillon. Der„berühmteste", der„teuerste" usw. amerikanische swmme Film„Ben Hur", der noch einem ebenso„berühmten" Drama und Roman bearbettet ist, wird von seinen Unternehmern aufs neue auf den Markt gebracht. Man gibt ihn jetzt als Tonfilm aus, obwohl nur eine Musik dazu nachsynchronisiert ist und einige Geräusche ein- gesägt sind. Im übrigen ist es der alt- Film, und es ist ein wahres Glück, daß wir vor jedem gesprochenen Dialog bewahrt bleiben. Denn es wäre fürchterlich, wenn diese historischen Puppen, die im Grunde doch nur Amerikaner von heute sind, auch noch reden würden. Der Film hat seinerzeit Aussehen erregt durch die ungeheure Ent- sastung von Menschenmassen und durch ein« für eine halbe Million Dollar inszenierte Seeschlacht. Dieser Pomp läßt uns heut« kalt. Aber das Wagenrennen mit Vierergespannen in dem ungchsuren Zirkus ist auch heute noch eine unerreichte spannende Nummer. Ramon R o v a r r o feiert hi-r seinen Triumph. Die übrig« Hand- lung ist freilich ein fast ebenso unerreichter Edelkitsch voll süßlicher Sentimentalität mit unerträglich ausgedehnten Szenen. Das Milieu ist jüdisch-römisch zur Zell Christi. Die Psychologie ist von be- neidenswerter Anspruchslosigkeit. Die heineingewsbene Christus- Handlung ist zum Teil nach bekannten Kunstwerken gestellt. Eimge Bilder sind übertrieben koloriert. Man staunt, daß man einmal solche Mittel zu einem so geringen Endeffekt ausgewandt hat. Aber aus diesem nur in allem Aeußer- lichen großen stummen Film sehnt man sich trotzdem kaum nach dem modernen Operettenkiffch des Tonfilms. r. Ein berühmtes deutsches washington-vild. Die bekannteste Darstellung Washingtons, dessen 200. Geburtstag jetzt von der ganzen West gefeiert wird, ist das Gemälde des Deutsch-Amerikaners E manuel Leutze„Washington fährt über den Delaware", das 1851 für den Kongreßsaal des Kapitals in Washington gemall wurde. Das Bild, das jahrzehntelang das beliebteste Werk deutscher Kunst in Amerika war, kam dann in das Rew-Yorkcr Metropolitan-Museum, ist chann aber aus dem Museum entfernt worden. Wie Dr. Post in „Kunst und Künstler" mitteill, ist die Oesfentlichkeft darüber entrüstet. und der neue Präsident des Museums hat die Wiederaufstellung des Werkes zugesagt. Bon dem Bild, das auch in Deutschland sehr be- rühmt wurde, befindet sich übrigens eine eigenhändige Wiederholuna in der Bremer Kunsthallo. Dem absoluten Rull-Punkt nähergekommens Dieser Tage konnte auf dem naturwissenschaftlichen Laboratorium in Leiden die Grenze »er bisher erreichten niedrigsten Temperatur um ein beträchtliches herabgedrückt werden. Es gelang Professor K e« s o m, eine Tempc- ratur zu erreichen, die nur noch 0.71 Grad über dem absoluten Null- Punkt liegt. Professor Keesom ging auf die Weise vor, daß er die Dämpfe von flüssigem Helium, das sich in einem doppelwandigen Glasbehälter von 5 Kubikzentimetern befand, der wiederum fast ganz oon flüssigem Helium umgeben war, mit großer Schnelligkeit, weg- saugen ließ. Das dazu benutzt« Pumpaggregat befitzt eine Saug- kapazüat von 675 Liter Helwm in der Sekunde. Am 13. Oktober 1321 war es Professor Keesom bereits geglückt,«ine Temperatur von 0,82 Grad Kelvin zu erreichen. Karl Rlays gg. Geburlstag. Das Andenken des vor 20 Iahren oerstorbenen Schriftstellers Karl May wurde an seinem 30. Geburts» tage am 25. Februar durch zwei besondere Ehrungen gefeiert. Die erzgebirgische Stadt Hohenftein.Ernstthal dehnte die Karl- May- Straße aus, so daß nunmehr auch das Geburtshaus des Erzählers darin liegt. Desgjeichen hat die Stadt Radebeul bei Dresden die Straße, in der sich Karl Mays Sterbchaus und das Wildwest-Block- Haus nebst dem Karl-May-Museum befinden, in Karl-May. Straße umbenannt. 100 000 Dollar sür die Münchencr Kunstausstellung. Das neu et- richtete Kunstausstellungsgebäude in München hat von dem Deutsch- Amerikaner Koempel eine Stiftung von 100 000 Dollar zur Durchführung großzügiger Ausstellungen erhalten. Die Ausstellung„Ergebnisse des neuen Zeichen- und Werk- anterrichts an höheren Schulen" im Lichthos des Musiums, Prinz- Älbrecht-Str. 7, wird bis zum 6. März verlängert. Sic ist täglich saußer Dienstags) von 3 bis 3 Uhr geöffnet. In der Kamera findet Freitag die Uraussührung der neubearbeiteten Tonsassuna des Lon-Chaneh-Films„Der Glöckner von N o t r e Dame" statt. Haydu-Feler. Zum 200. Geburtstage von Josef Hahdn veranstaltet das Philharmonische Orchester zwei Hayhn-Abende. am 28. Februar und 0. Mörz, 8 Uhr.?lm 2. Abend: Die Jahreszeiten. Dr. Cohn-Wiener berichtet Sonnabend, 8 Uhr. auf Einladung der Volksbühne im Kunslgcwerbemuscui» zum zweitenmal über seine Studien sohlten im Orient. Ter Vortrag wird durch Lichtbilder und Sckiallplattcn erläutert. Ein nette*„Schülerbuch". Nationalistische Hetze gegen die Republik. Der Hauptlohrer Wirbitzky hat ein Buch mit dem Titel„Heimat- treu" 1331 herausgegeben, welches zur Anschaffung sür Schüler- büchereien bestimmt sein sollte. In diesem Werk wird unter dem Deckmantel der Erinnerung an die schweren A b st i m m u n g s- zeit«» in Oberschlesien ein« bösartige Hetze gegen die freiheitliche Ebtwicklnng Deutschlands betrieben. So heißt es u. a.: „Freiheft! jauchzt der Arbeiter: denn er streikt und feiert für Geld, während die Lokomotiven und Offen kalt dastehen.... Freiheit! Süße Freiheit! Goldene Frffheit! Deinetwegen wirft man sein liebes teures Vaterland vor die Füße der Feinde!" Da diffes Buch bereits in pommerschen Schulen Eingang gefunden hatte, wandte sich die Republikanische Beschwerdestelle Berlin an die preußische Unterrichtsoerwaltung und erfährt nunmehr, daß der Kultusminister in einem besonderen Erlaß die nachgeordneten Behörden darauf hingewiesen hat, daß das genannte Buch' Schülerbüchereien nicht�geeignet" sff. Lehrlingsmangel? ständiger Rückgang der'Zahl der Handwerkslehrlinge. Der Deutsche Handwerks- und Gelperbekammertag hat neue Erhebungen über die im Jahre 1330 vorhandenen Lehrlinge im Handwerk angestellt. Danach waren am 31. Dezember 1333 ins- gesamt 6 3 3 3 3 5 Handwerkslehrlinge vorhanden, und zwar 628 555 männliche und 73 783 weibliche Lehrlinge. Von der Gesamtzahl entfielen 4 4 I 2 2 3 a u f P r e u ß e n. 73 638 auf Bayern, 58 551 auf Sachsen, der Rest auf die übrigen Länder. Von rund 733 333 Lehrlingen standen 453 333 bei Innung?- und rund 153 333 bei Nichtinramgsmltgtiedern in der Lehre. Das Uebergewicht der Jnnungslehrlinge war besonders stark in Preußen, Sachsen, in den Hansestädten und verschiedenen kleineren Ländern. Gegenüber den vorangehenden Jahren hat die Zahl der Handwerkslehrlinge ständig abgenommen, der Rückgang betrug im Vergleich zum Jahre 1326 3,3 Proz. Ein Lehrlingsmangel fei jedoch bisher im Handwerk nicht zu verzeichnen. Es hätte nur noch gefehlt, daß man wie sonst über Lehrlings- inangel klagte, anstatt zuzugeben, daß ein ganz bedeutendes Ueber- angebot an Lehrkrästen vorhanden ist. �Vormarsch in den Betrieben." Ein Bombenerfolg der Nazis. Die Firma Jpath beschäftigt 44 Angestellte. 2ki der Wahl des Angestelltenrats stimmten davon 28 für d i e Nazi- liste. Dieser Liste war nur eine Gegenliste gegenübergestellt wor- den, um die gemeinsame Gegnerschaft gegen die Nationalsozialisten zum Ausdruck zu bringen. Der nicht gerade welterschütternde Erfolg der Nazis wurde auf der ersten Seit« des„Völkischen Beobachters' am Mittwoch als „Neuer B e t r i e b s r a t- s i e g" austrompetet: „Bei der Jpath fanden in den letzten Tagen Betriebsrats- wählen statt, die notwendig geworden waren, weil bei dieser Firma bisher noch kein Angestelltenrat vorhanden war. Dos Ergebnis ist für uns Nationalsozialisten eine abermalige Bestätigung unseres Vormarsches in den Betrieben. Es lautet: Nationale Sozialisten 2 Sitze, unpolitisch« Liste 1 Sitz. Eine marxistische Liste kam über- liaupt nicht mehr zur Kandidatur." Aus dieser Meldung spricht eine rührende Bescheiden- heit der Nazis bei ihrer„Hib"-Aktion. Immerhin— auch der geringste Erfolg der Nazis ist für die Gewerkschaften kein Vorteil. In den Betrieben gilt es, den Anfängen zu wehren. Der Bergarbeiterkampf in Polen. Maffenverhaftungen im Oombrowaer Streikgebiet. kattowih, 25. Februar. Die Lage im Dombrowaer Streikrevier hat sich wenig geändert. Die Polizei hat in Czeladz über 133 Personen ver- haftet, die sich an den Kundgebungen beteiligt hatten. Die Opfer der Kämpfe mit der Polizei sollen heute Mittwoch beerdigt werden. Um alle Kundgebungen zu verhindern, sind wett» gehende Maßnahmen getroffen worden. Auf einzelnen Gruben hat die Belegschaft das Grubengelände nicht verlassen und ließ sich von den Familienangehörigen ver- pflegen. Die Gewerkschaften sind weiter bemüht, den Streik auch auf das oberschlesifche Revier zu übertragen. Am Sonntag soll noch einmal«in Kongreß der Betriebsräte stattfinden, auf dem versucht werden soll, den Streik auszudehnen. England will ratifizieren. Nicht das Washingtoner— das Genfer Abkommen. London, 25. Februar. Im Parlament erklärte der Direktor für den Be r g b a u, F o o t, am Dienstag, die Regierung stehe dem internationalen Abkommen über die Arbeitszeit im Kohlenbergbau wohlwollend gegen- über. Einige seiner Bestimmungen würfen für die britischen Kohlen- gruben gewisse Fragen auf, die noch zur Beratung stünden. Sobald diese Punkte klargestellt seien, würde die Regierung das Ab- kommen ratifizieren, vorausgesetzt, daß die anderen sechs beteiligten Staaten gleichzeitig ratifizierten. Di« Regierung stehe auf dem Standpunkt, daß die Frage der gleichzeitigen Ratifizierung geklärt sein müsse, ehe die übrigen Schwierigkeiten erörtert werden könnten. Die Vorbehalte sind zweifellos geeignet, um einer überstürzten Ratifizierung durch alle sieben Staaten vorzubeugen. Achtung, Buchdrucker! In der Provinzpresse werden durch eine Chiffre-Anzeige für eine Berliner Zeitung und Zeitschriftendruckerei bestens bewährte Hand- und Maschinensetzer, Stereotypeure, Flach- sowie Rotationsdrucker in Dauerstellung gesucht. Je nach Sparte 13 Prozent über Tarif. Anscheinend handelt es sich um einen der am übertariflichen Lohnabbau beteiligten Großbetriebe. Wir er- suchen deshalb alle Verbandsmitglieder, vor Konditionsan- nähme unbedingt Erkundigungen beim Berliner Gauvor- stand, Engelufer 24/25, Zimmer 13, einzuziehen. Berliner Gauvorstand. Wetterbericht. Für Berlin und Umgegend: Nach kalter, ziem- lich klarer Nacht Temperaturen am Tage über Null steigend und meist stark bewölkt. Keine erheblichen Niederschläge, mäßige Winde aus nördlicher Richtung.— Für Deutschland: Im Süden kaltes Wetter mit einzelnen Schneefällen. Im übrigen Reiche am Tage leichte Milderung und stark bewölkt. Wesentliche Niederschläge nur im Nordwesten. Neranlwortl. sUr die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Verlin SW 68. Lindenftr. 3 Hierzu 1 Beilage. Tltealet. Ltdtlsptele usw| Si&af» 1% Thealer Donnerstag, den 25. Febrnar staatsoper unter den Linden 20 Uhr Ein Maskenball StaatlSdiaisiiitlliaDs jendarmenmarki. 20 Uhr Cyrano von ßergerac Schiller-Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die endiose Straße Nähe Schles. Bhf. 5l.iP5,St0S.2,5iai6U. Tel.: E 7 Weichsei 4031 „Die Blome von Hawal" VoiKsbtthne Theater am BülowDlatl 8 Uhr Fabrmann Henschel Regie: K. H. Martin Staat!. Sdiiller- Theater 8 Uhr Die endlose Straße siam. Oper Charloiicnbur: Bismarckstialie J4. Donnerst., 25 Febr. Turnus In Anfang 19.30 Uht Don Giovanni Ende gegen 23 Uhr Rose- Tlieater jroBe frenkferler Strali 131 Irl. Weidisil E 7 3427 S'lt Uhr Der Bettelstudent Theater am Nollendorfplab Regie: Hein: Sailenbun Pallas 7051 Täglich 8>/. Uhr Stgs. auch 49« Uht Heute zum III. Male Gasparone mstropoi-lheater Täglich 89« Uhr Ein Lied der Liebe Anni Ahlers Adel. Sandrock Kni9t Vereben Sonntag 41/2 Uhr Fledermaus — Kleines in.-n Truppe 1931. Tägl. 3'/« Uhr Die mausetaiie Preise 75 Pf.— 5 M. Sonnt, nachm. 4 U. halbe Preise. »v.uhr CASINO-TBEAIER»'/« Uhr Lothringer Strafe 37, Nur noch bis 3. MSrz Ehen won beute and das bunte Prog;ramni Freilag, den 4. März, zum I. Male Der Mann mit den zwei Frauen Juischein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt., Fauteuil 1.— Mark. Sessel 1.50 Mark. Schwerhörige Hören soior; wiener mit dem ärztlich empfohlenen OBIfilNU- aiiDSTli!- APPABAT mit nenestem ifieinhörer: — Noch Besseres gibt es nichtl— Dealsdie Akustik Gesellschaft ra. b. B. Aelteste u. führende Spczialfabrik Verkauf u. Vorführung; Beriin-Uliimersdori, moizstr. 43 neriln, Kiosterstr. 44 ReinicMnnorl-ost, srienzer Str. 4 Verl.Sie Hauptkatalog 16 kostenlos: Auf Wunsch Zahlungserleichterung ero&-e>estillaSiM Sunt weißen Hirsch XIUerBlraße 106,£cfce£7rliizenslra$e FrülistacKstiibe-- Mittagstisch 40 Pt. Willy Seidlitz Karl arunne �-Jbtjäggr föezivfc Horden- Cften maiernutte Berlin G.m.b.H. (ORMALS MALEREIQENOS8 ENSCH AFT GEGRÜNDET 19U N 018, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR. E 4 ALEXANDER 5628—30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Neu eröffnet! Neu eröffnet! BcsiauraRi WiUielm Sdinorre Bln.-ZeMendoit Berliner Edie Wlnlrledsira�e Angenehmer Familienaufenthalt, gepflegte Biere, solide Preise Friedrichshagener Baugenossenschaft £.E M.B.H. Hoch- u. Tiefbau FQrnnjn��rsedrichshagenjBö2��jn�6526 � j 97 BERLIN-FRIEDRICHSHAGEN• KLUTSTR. 8 Willy Hanka"""" Billig Brunnenstrabe 1Z1— 122 gilt Kartoffel-Kontor G. m.b.H.. NW 40, Helfleslr. 30.- Hansa 4848. liefen Speisekartoffeln für GroB-Verbraucher, Kantinen u. Behörden !S tn der GcBomtauflagc des«Vorwärts* sind besonders wlrksan and trotzdem sehr billig) Greif Camembert Kauft Porzellan im Konsum-Warenhaus die liilirende Harke Erhältlich in allen Lebensmittel- and Feinkostgeschäften alousie- Fabrik Seil 1910 |241 Ernst Garf, Inh. E.& J. Gart SO. 38. Oritzer Str. 7. Tel. F 1 Uoriizpl. 3070 Genossen: Dnlersiflizt Bore eigenen Beiriebe! Deckt Euren Bedarf a Urnen u,Grabdenkmälern nur in d. .tninrnntlhntifl B.i«.lnp«zlg. 8. m. h. H, Baumichulenweg, ll!inillcllllullc, Kiefnolz.tr., gegsndb.r dem Krematorium. Tel.: F3, Oberspree 1685. Lieferung nach allen Friedhöfen in Groß-Berlin. Bitte tuf die Firm aditen. Sonntags gedffnet. Iniit stiirh- Gerichtstr. 46, gegenüber Kremat. JcIM dUUl. Seestr. 59, gegenüb. Urnenfriedhof Neander-Bad Neanderstraße 12 24-25» IBählers Ballhaus Tiftgiida Clcirchras Wiiwenball « Hosenthaier Str. 11-12 3Säle,6Vereinsziinmer .n Versantmlonaen nnd i csllldihellen vorn: Farn uien-Besianram nnd grober niiiagsiiscti ein„�Betten isä Kinderb., Polster, Chaisel., an Jeden. Teils. Katalog freL Elsenmöbelfabrik Suhl(ThilrJ A.Janiszewski Buchdruckerei und Verlag G.m.b.H. Elisabeth-Ufer 28 bis 29 Tel: Sammeinr Moritzplatz 5471 empfiehlt sich den Gewerkschaften zur Herstellung aller Arten Drucksachen in vornehmster Ausstat ung bei billigster Preisberechnung Husiker-Festsaie Inhaber: P. Schönherr, Kaiser-Wilhelm-Str. 31 Empfehle meine Säle, Vereinszimmer zu Festlichkeiten und Versammlungen Kornau flsiend Tägl. geöffnet/ Boxhagener Str.17 Paul Mielner Etsenwarenhandiung KöpenicH.schioßstr.ia Tel.: F. 4 sammelnnmmer 2505. Weddingplatz, Müllerstraße 174 Prenzlauer Allee 204 Restaurant A.Pnhst Stargarder Str., Ecke Lychener Str. Verkehrs!.k«I der Partei and Reichsbanners I. Andermann Ges. in. b. H. 1134. Memelei Str. 50. Fenispr. Rönigstadt 3290 9t EiergroBhandel am Import WWWWMY Export BS Uta» *5 haus oe* poreu wautatilmI QrünUrafle 23i2/i ZHöpenick am Schloflplalss is AB««]« a a« Dealsdie Hodiseelisdierei RwfiUal*«* Bremen' Cuxhaven A.G. Brannenstr. Oä und Reinickendorfer Str. 47- Moabit, Huttensir. 3— Charlottenburg, Reichsstr.99- Schmargendorf. Berkaer Straße 4- Wilmersdorf. Berliner Straße 39 Täglich frische Fische- billigste Tagespreise fekK" BP r�ss! Vorwirts"- Leser, kauft bei unseren Inserenten! 9« föeilage Donnerstag, 25. Februar 1932 VprMmö Jugmö, Schule und Politik G«e Auseinandersetzung mit Groener/ von Kurt Vor dem Kriege... Vor dem Kriege gab es eine pädagogische Zeitung, die der rechtsgerichtete pädagogische Reformer Berthold Otto heraus- gab. Sie hieß„Der Hauslehrer" und unterrichtete Schul-! linder, die 10-, 12- und 14jährigen, über die p o l i t i f ch e n Z u- � sammcnhänge und Probleme ihrer Zeit. Das wurde damals ganz allgemein als eine begrüßenswerte pädagogische Tat angesehen. Berthold Otto war kein Sozialdemokrat, sondern ein konser- vativer, ein monarchisch und hohenzollerisch gesinnter Mann. Sein politischer„Hauslehrer" war daher kein politisches Problem der Re- gierungsftellen. Heute. Der Problemkreis„Jugend, Schule, Politik" ist heute aktuell geworden. Ein jeder, der dieses Problem aus der Wirklichkeit unseres gesellschafllichen Lebens heraus beobachtet hat, wird zu- geben, daß extreme Lösungen, ein radikales Entweder-Oder, nicht gefunden werden können. Niemand wird die blutrünstigen und phrasenhaften Flugblätter der Nazis für geeignete Jugendliteratur halten und das Ein- exerzieren des Rassenhasses, des Terrors und der G e- waltmaßnahmen in der Schule und auch außerhalb der Schule für erträglich halten. Wenn ein kommunistisches Schulecho davon spricht, daß die Lehrer sich„den Dreck um das Leben der Arbeiterkinder kümmern", wenn schon Zehnjährige für Reden gegen den Sozialfaschismus und für den Schulstreik gedrillt werden, dann gehört solch pädagogischer Unfug und derartige poli- tische Berbildung ganz sicher weder in die Schule hinein, noch wird ein verantwortungsbewußter Mensch sie in der Jugendbewegung dulden wollen. Es gibt einen zwar nicht absolut abgrenzbaren, aber doch relativ sicher zu umschreibenden Legalitätsraum für Politik und Schule. Unsere Schulen sind im überragenden Maße öffentliche Schulen, durch Verfassung und Gesetze geschützte Einrichtungen der Allgemeinheit. Man kann daher von allen, die in der Schule leben, von Lehrern sowie von Schülern, die Respektierung dieses Zustandes schlechthin verlangen. Unsere Schulen haben politisch für die R e p u b l i k zu er- ziehen, sie haben den Geist der Völkerversöhnung und die Achtung vor jeder ehrlichen Anschauung zu pflegen. Wenn nur diese drei Fundamente in allen Schulen sicher gebaut wären, dann wäre schon manches, was heute an politischen Gefahren in der öffentlichen Schule vorhanden ist, gebannt. Wer wollte aus der Erfahrung unserer Schulen heraus behaupten, daß hier seitens Lehrer und Leitungen alles geschehen sei!? Roch nicht einmal die Lehrbücher, vor allen Dingen die Geschichtsbücher, sind nach dieser Richtung hin einwandfrei. Wenn nationalsozialistische und monarchistische Treibereien nicht nur ge- duldet, sondern gelegentlich sogar gefördert werden, dann werden allerdings diese Fundaments unseres öffentlichen Schulwesens er- schllttert. Gewiß sind auch hier und dort von den Kommunisten Verwirrungen in unsere Schulen getragen worden, hat man auch hier und dort Ersatzrevolutionen mit Schulkindern zu machen ver- sucht. Aber das ist schließlich auf wenige Schulen beschränkt ge- blieben und auch dort mit Recht bekämpft worden. Um den legalen Raum in unseren öffentlichen Schulen zu sichern, dazu bedarf es überhaupt keiner neuen gesetzlichen Anstren- gung. Dazu ist nur nötig, daß mit eisernerHand überall da durchgegriffen wird, wo dieser legale Boden verlassen wird. Wir hoffen, daß auch Herr G r o e n e r energisch gegen Herrn K l a g g e s in Braunschweig vorgehen wird, wenn er den ver- fassungswidrigen Ungeist der Hitlerbewegung in dem braunschweig- scheu Schulwesen pflegen will, daß er das ebenso energisch machen wird, wie S e v e r i n g und W i r t h gegen die Hahpädagogik Fricks vorgegangen sind. Hände tuen von der Jugend?! Doch mit dieser Legalitätsfrage ist das Problem ganz bestimmt nicht gelöst. Selbst wenn man Groeners Wunsch folgen würde und die politischen Parteien sich nicht um Jugend und Schülerschaft kümmern würden, würde damit die politische Beeinflussung auf- hören? Es gibt Leute, die der Meinung sind, die Herabsetzung des W a h l a l t e r s sei die Ursache der Politisierung der Jugend. Es ist merkwürdig, daß das zumeist auch die Leute sind, die vor- her schon Gegner des jetzigen Wahlrechts waren. Die politische Verwilderung in manchen Teilen unserer Jugend ist für sie nur ein billiger Vorwand für reaktionäre Machenschaften Auch Herr G r o e n e r erwähnte in seinem Briefe das Wahlalter. Aber sollte Herr Groener und die anderen nicht eine Tatsache zum Nachdenken zwingen: sind es nicht dieselben Kreise, die Terror und Gewalt predigen und üben, ob sie Harzburger Paraden abhalten, ob sie im Wahlkampf stehen oder ob sie an den Universitäten, in den höheren Schulen oder in den Jugendverbänden ihre Haßsaat ausstreuen? Die Rathenau-Mörder reichten mit ihren Spuren in höhere und Hochschulen hinein, wie jugendliche Gewalttaten immer wieder auf diese Kreise zurückgehen. Der Erlaß von Herrn Groener, der die National- so zi allsten für die Reichswehr legalisierte, ermutigt auch die terroristische Verhetzung in der Jugend und in den Schulen. In der Erziehung, auch in der politischen Erziehung, ist immer noch das Vorbild entscheidend gewesen. Herr Groener fordert von den politischen Parteien: Hände weg von der Jugend, aber er hindert— um es ganz vorsichtig auszudrücken— nicht, daß in der von ihm protegierten Jugenderziehung, in den Wehr- sportorganisationen. nationalistischer und nationalsozia- listischer Geist gepflegt wird. Ist der Grat Helldorf etwa das Musterbild eines unpolitischen, verfassungsmäßigen Jugenderziehers? Herr Groener sehe sich einmal mit der gleichen Liebe die poli- tische Erziehungsarbeit an, die in unserer Arbeiterjugend geleistet wird. Er wird uns dann zugeben müssen, daß bei uns der Wille zum sozialen Ausbau und die Verantwortung für politisches Wollen und Handeln außerordentlich ernst fundiert ist. Nicht das Wahlrecht, sondern die wirtschaftliche und gesellfchaft- l i ch e Lage ist ee, die die Menschen politisiert. Man kann nicht daran vorbeigehen, daß der Prozeß der Politisierung alle erfaßt hat. Schon an das Ohr des jungen Kindes dringt das ganze Repertoire politischer Agitation, beunruhigt und stört, regt an und enthuflas- miert. Die Millionenarbeitslosigkeit ist nicht nur eine statistische Angelegenheit, sondern setzt sich um in Not und Unsicher- heit für alle. Wenn der Vierzehnjährige keine Lehrstelle bekommt, wenn der Siebzehnjährige keine wirtschaftliche Zukunft sieht, und wenn all diese Tatsachen nicht einzelne wenige betreffen sondern wenn sie ganz allgemein Tatbestand unseres wirtschaftlichen Daseins sind, dann kann man nicht die Jugend damit festigen, daß man ihr von„echter Menschlichkeit und tiefftem Gerechtigkeitssinn" etwas vor- erzählt. Die Sprache der Tatsachen ist härter und rauher, so rauh, daß„das Streben nach innerer Harmonie des Geistes" wie eine Verhöhnung des tatsächlichen Schicksals empfunden wird. Haben unsere Schüler auf den höheren Schulen nicht reichlich viel von diesen Idealismen in der klassischen Literatur gelesen, haben sie nicht genügend Sprüche in Aufsätzen oerarbeitet? Und doch sind sie jene vandalierende Jugend auf den Universi- täten geworden. Oder vielleicht sind sie es gerade geworden, weil f i e n i ch t p o l i t i fch e r z o g e n w o r d e n sind? Di« Frnge der Politischen Erziehung. Politische Erziehung ist eben etwas ganz anderes als der Flug- fand aus den Hetzwllsten der Nazis und Kozis. Wenn das Leben notwendigerweise so stark politisiert ist, dann kann man die politische Entwicklung der heranwachsenden Jugend nicht dem Zufall über- lassen. Der Zufall macht aus der Jugend Opfer für politische Draht- zieher. Das deutsche Volk leidet ganz bestimmt nicht an einem Ueber- maß politischer Erziehung. Aber, so höre ich schon die Einwände, wie kann denn die Schule politisch erziehen? Soll eine politische Ueber- zeugung zwangsmäßig in allen Schulen gelehrt werden? Nichts wäre törichter als solche Forderung, Auch politische Ueberzeugungen haben letzten Endes ihre Unterlagen in der klassengegliederten Gesell- schast. Diese Klassengliederung hebt man nicht aus, indem man über sie diskutiert. Was die Schule tun kann und allein tun kann, ist, daß sie das heranwachsende Geschlecht zwingt, von der aufgenommenen Phrase zum Nachdenken zu kommen, von der Parole zur Wirklichkeit vorzudringen. Das politische Irren ist nicht das Unglück unserer Zeit, sondern daß die Lösung der Irrtümer anstatt im Kopfe, in der brachialen Gewalt sich durchzusetzen versucht. Natürlich soll nicht der Lehrer der öffentlichen Schule die Auf- gäbe haben, die Kinder für irgendeine Partei zu erziehen. Ist er ein richtiger Lehrer und ein Führer für die Jugend, so hat er eine Ueberzeugung, und diese Ueberzeugung ist fundiert in seinem Er- kennen und äußert sich in seiner Gesamthaltung, Die agitatorische Kraft, die vom überzeugten Menschen ausgeht, kann man auch dem Lehrer nicht nehmen, aber er wäre kein Lehrer, kein Erzieher, wenn er nicht gleichzeitig die stärksie innere Duldsamkeit vor dem echten Wachstum der Jugend haben würde. Sittliche Verwurzelung! Was heute an der politischen Meinung und Wertbildung der nationalsozialistischen und kommunistischen Iugendbeeinflussung uns so stark erschüttert, ist nicht nur der Mangel an objektiver Er- kenntnis, sondern vor allem der Mangel an sittlicher Verwurzelung. Wir können heute in unseren Schulen keine politischen Dogmen mehr lehren. Nicht nur die Wirtschaft ist wider- spruchsvoll, auch unser Urteilen und Werten ist es geworden, Darum muh die Schule für Ringen um neue Lebens- und Gefells ch astswerte offen fein, darum muß die Schule mehr fein als die Unter- richtsanftalt von gestern. Aber auch die politischen Parteien können nicht darauj.. zichten, sich um die Jugend zu kümmern. Die politischen Parteien mögen es können, die nur ein loses Gefüge für heute und morgen sind Die politischen Parteien können es nicht, deren Gestaltungswille von einer geschichtlichen Aufgabe, von einer gesellschaftlichen Natur- Notwendigkeit bestimmt wird. Der überzeugte Sozialist ist nicht Sozialdemokrat für sich, sondern fühlt sich als der Träger des politischen Kampfes und des gesellschaftlichen Auf- b a u e s. Wie könnte er darauf verzichten, Pionier dieser seiner Lebensausgabe zu sein. Politik ist im Grunde genommen das Hinaus- wachsen des einzelnen aus der Enge seines egozentrischen. Lebens- kreises In früheren Zeiten war politisches Denken und Handeln das Vorrecht weniger Herrschender. Heute ist Politik allgemeine Notwendigkeit geworden, heute bedeutet politische Erziehung das Hineinwachsen, das Hcimischwerden in der werdenden Gesellschaft unserer Zeit. Auf diese Aufgaben können und wollen wir nicht verzichten. Eigentlich ist sie die Kardinalauiaabe all unserer öttent- lichen Schulen. Wir wissen, daß unsere öffentlichen Schulen heule noch nicht die Weite und Gesellschaftsverbundenheit haben, die notwendig ist, um aus ihnen Wachstumsstätten der werdende» Gesellschaft zu machen. Darum sind unsere sozialistische Kinder- wie Jugcndbewe- gung notwendig und lebendig. Dennoch aber können und werden wir nicht darauf verzichten, sorgfältig darauf zu achten, daß die öffentlichen Schulen ihren legalen Lebcnsraum nicht mißbrauchen. Dennoch werden wir nicht aufhören, auf Lehrer und Lehre, auf Schule und Schülerschaft so zu wirken, daß in diesem Rahmen politisches Wachstum, politisches Verwurzeltfein und politische Verantwortung lebendig werden. In der Zerrissenheit unserer Zeit, in der Spannung, die in Wirtschaft und Gesellschaft so leidenschaftlich geworden ist,, ist die Gefahr des politischen Miß- brauch? in den Schulen wie in der Jugenderziehung ganz sicher gegeben. Doch der Mißbrauch wird um so schlimmer, wenn Schule und Jugend scheinbar legal von der Politik ferngehalten werden, um in dem Sumpfe illegaler Romantik um s o üppiger ins Unkraut zu schießen. Man kann Feierjahre für Reparationen einlegen. man kann aber nicht auf politische Erziehung verzichten, wenn das Leben alles und alle politisiert, VauvoU der Zutunfr. Der Gedanke des Ministers Groener, die Parteien zum Verzicht auf politische Jugenderziehung zu bringen, ist eine Flucht aus dem wirklich brandenden Leven in den schützen- den Hafen seiner eigenen Tradition. Auch Herr Groener ist polittsch in der Schule erzogen worden. Diese politische Erziehung war einseitig und selbstverständlich, weil die Ideologie des Obrigkeitsstaates sie so selbstverständlich ausübte, das man gar nicht merkte, wie einseitig und wie politisch diese Erziehung war, Die Schule soll ganz sicher nicht in der Einseitigkeit dieser politischen Erziehung stecken bleiben. Eine öffentliche Schule, die Funktionäre für irgendeine Partei erzieht, hat ihren Zweck verfehlt. Wer die Erziehungsaufgabe der Schule durch Terror und Gewalt hindern will, wer die Schule mißbrauchen will für Parolen des Augenblicks und taktische Manöver, der muh mit aller Energie in seine Schranken zurückgewiesen werden. Wer aber das Leben un- serer Gegenwart hineinströmen läßt in Schule und Jugend, wer mit der Jugend klärt und ringt, wer der Jugend hilft, über Aufschrei und Augenblicksnot hinauszukommen und sich zu fühlen als B a u o o l k der Z u k u n f t, der erfüllt nur eine Ausgabe, die zwar schikanös eingeschränkt, aber niemals auf die Dauer gehindert werden kann. Darum schützt die Jugend vor politischem Mißbrauch durch gründliche politische Erziehung! Dr. Maria Faßbenöer: Vericht über einen Roman Was ist Zeit?--- Morgen— Mittag-- Abend-- Sonntag-- Montag-- Tage-- zwei—— drei-- fünf Tage-- Sie können vorübergehen-- mechanisch-- gewohnheitsmäßig. Aufstehen—— Schlafengehen—— dazwischen Arbeit, Menschen-- Pflichten-- Alltag--. Erst Montag, schon Freitag. Nichts hat sich geändert--- man ist fünf Tage älter geworden, nichts ist geschehen. Aber irgend einmal im Leben werden sünf Tage zu einer un- endlich langen Zeit-- Montag ist man noch der Alte—-— Freitag ein anderer. In fünf Tagen rückte das Leben dicht an dicht heran. In fünf Tagen meißelte das Leben mit seiner spitzen Schärfe an deinem Schicksal.—— Nur fünf Tage und es war eine lange lange Zeit. Der Arzt Tomas lebt ein arbeitsreiches, anspruchsloses Leben, wie viele, viele andere. Für ein Zuhause, für eine schöne Frau tagein, tagaus, Tomas war zufrieden, er machte sich keine Ge- danken. Das Leben klappte irgendwie. Eines Tages geht ihm die Frau fort. Da hört auf einmal die Ordnung auf. Das Gebäude zwischen Morgen und Abend, zwischen Montag und Sonnabend stürzt in sich zusammen. Enttäuscht, oerzweifelt und unzurechnungsfähig vor Schmerz befindet sich Tomas auf einmal auf einem großen luxuriösen Ozean- j Kämpfer, auf dem auch seine Frau mit dem Geliebten sich befindet. In dieser schwimmenden Stadt zwischen zwei Kontinenten zieht an Tomas in fünf Tagen intensiv und eindringlich das Leben vorüber. Das Leben in seiner mannigfachen Gestalt in Dingen und Menschen verkörpert, das Leben mit seinem Oben und Unten, mit seinem Kampf um Geld. Ruhm und Liebe--- aus dieser schwimmenden kleinen Welt vollzieht sich in fünf Tagen in der bis dahin zufriedenen, kampflosen Seele des Arztes eine ungeheure Wandlung In seine verkrampfte im Schmerz verbohrte Seele dringt das Licht der Erkenntnis des wirklichen Lebens mit seiner Wette, seinem Kampf, seinen Aufgaben-- sein eigenes Leid, feine Leidenschaft und seine Qualen und eine verlorene Liebe vereint sich mit dem großen Strom des Leides und der Leidenschaften aller, aller, die mtt ihm wissend und unwissend den aufreibenden Kampf um das bißchen Leben führen. Und als Tomas nach fünf Tagen in New Park angelangt vor der Erfüllung des Zieles seiner Reise steht, dann will er es nicht mehr, dann ist das Ziel feiner Reife ein anderes geworden--- er ein anderer. -i-, Die Wienerin G i n a K a u s erzählt uns das alles in ihrem neuen Roman„Die U e b e r f a h r t", bei Knorr und Hirth in München erschienen. Dichterisch einfach und interessant ist das Leben auf diesem Schiff geschildert. Wie flüchtig gezeichnete Schatten ziehen an uns die Menschen vorbei, aber wir erfassen sie, wir kennen sie, wir leben mit ihnen. Uns gehen all die kleinen und großen Schicksale nahe, aber am tiefsten bleibt in unserem Bewußtsein die Tatsache, daß weder Luxus und Geld, noch Schönheit und Macht imstande sind, die Fäulnis einer-herrschenden Klasse zu decken. Leer, aus- geleiert und inhaltlos ist das Leben all dieser reichen Schmarotzer in ihren Luxuskabinen, Spielsälen und Bars. Alle miteinander, jung und alt, schön und häßlich, können nur Mitleid erregen, keiner beneidet sie um ihr Geld, oder man muß schon so sein wie die arme kleine Milll Lensch, das arme Proletariermädchen aus Posen, die ihr ganzes Glück in Reichtum und schönen Kleidern sieht. Schade, daß die Arme nicht so edlen Charakter hat wie die Barm, esse Mergentheim, die zwar arm, aber„adelig", also doch nicht imstande ist, sich zu verkaufen. Schade, daß sich ein so süßlicher Kitsch von edlen verarmten Baronessen in diesem Roman eingeschlichen hat. Und unwillkürlich müssen wir fragen, ob die kleine Milli Lensch nicht anders geworden wäre, wenn die sozialen Verhältnisse, in denen sie aufgewachsen ist, anders gewesen wären. Befremdend wirkt beim Lesen dieses Buches die Tatsache, daß unter all den Menschen, die an uns vorbeiziehen, unter all den mannigfaltigsten Typen, der Typ des klassenbewußten Arbeiters fehlt. Vielleicht wäre er auch auf dem Symbolischen Schiff zu finden gewesen, vielleicht bei den Maschinen und Lagerräumen, vielleicht unter den Matrosen, oder sonst irgendwo, wo gearbeitet wird. während die anderen in ihren Luruskabinen das Geld vergeuden und ihre ewigen Ferien fortsetzen. Vielleicht hätte ein solcher Mensch der Arbeit und der Zukunft etwas Farbe und Freude in dieses trübe Bild gebracht und dem Leser den bitteren Geschmack, der ihm nach der Lektüre übrig blieb, erspart. Es ist aber leider sehr schwer, aus der Perspektive der ersten Klasse diejenigen zu sehen die hinter den Maschinen stehen und die in den unsichtbar-" Räumen das Schiff über den Ozean lenken. Der Film im Arbeitersport Mä�lidikeiten seiner Verwendung An dem propagandistischen Wert des Films gehen natürlich auch die Arbeitersportler nicht vorbei; es gibt vom Arbeitersport eine ganze Reche guter Filme, die durchaus werbend wirken. Leider sind alle diese Filme entweder Berichte über große sportliche Ereignisse oder kleine Bildstreifen irgendwelcher Sonderabteilungen; es fehlt der Spielfilm, der auch auf Andersdenkende, noch Unbeeinflußte Eindruck macht. Es ist natürlich leicht, in der Wirtschaftskrise gute Spielfilme, womöglich noch im Tonfilmoersahren hergestellt, zu fordern, aber an die Herstellung ist im Moment nicht zu denken; die Arbeiter- sporller haben andere, wichtigere Sorgen. Da die Zentralproduktion von Arbeitersportfilmen nicht möglich ist, so gehen einzelne Sport- organisationen dazu über, für ihren Zweck kleine Werbefilme zu drehen. Gewiß gibt man sich dabei die größte Mühe, meistens stehen auch Fachleute zur Verfügung, so daß nur wenige Prozent des Filmstreifens Ausschuß sind, aber bei diesem Sparen an allen Ecken kann nichts Vernünftiges herauskommen.-Diese Kurzfilme von drei- bis vierhundert Metern Länge können auf keinen Fall mit den großen Sportfilmen konkurrieren, weder in der Einstellung, noch im Schnitt, im Manuskript oder in der Regie. Um einen Film, der an sich unzulänglich ist, zu verbessern, werden meterweise Land- schaften und Stimmungsbilder hineingeklebt, der Film wird länger, ober nicht besser. Möglich, daß alle mithelfenden Vereinsmitglieder den FUm recht nett finden, aber überzeugen wird er keinen Außen- stehenden. Trotzdem soll anerkannt werden, daß diese Arbeit der Arbeiter- sporller Pionierarbeit für den notwendigen kommenden Film über den Arbeitersport ist. Es wird mit solchen Filmen gezeigt, wie dringend notwendig eine solche Arbeit ist. Aber den vielen selbstfilmenden Vereinen sei ein Weg emp- fohlen. Die Vereinsfilme existieren meist nur in einer Kopie, d. h. von dem gedrehten Regatw wird nur ein Positivfllm hergestellt. Es ist nun aber nicht notwendig, Normalfilmstreifen zu verdrehen, Schmalfilm genügt durchaus. Wenn man ganz sicher gehen will, so dreht man nicht auf Umkehrsllm, sondern auf Negativschmal- film, so daß man im Notfall weitere Kopien herstellen lassen kann. Abgesehen von den ganz erheblichen Ersparnisien, dürfen Schmal- filme überall vorgeführt werden— wenigstens im Bereich des Berliner Polizeipräsidiums; ein besonderes Schmalfllmgesetz liegt dem Reichstag bereits längere Zeit vor, es dürft« sicher ange- nommen werden. Schmalfilm ist schwer trennbar und schwer entflammbar, so daß für die Vorführung von Schmalfilmen die gleichen Bestimmungen gellen wie sür die anderen Lichtbildvorsührapparate. Bei der Verwendung von Schmalfilmen kann dank der Ersparnis besieres geleistet werden, als es bei Normalfilmen möglich ist, vorausgesetzt, daß es am Gelde liegt und nicht an den Köpfen. Jedenfalls sollten Arbeitersportler bei kleineren, internen Filmen sich des Schmalfilms bedienen, den Normalfilm jedoch für die Groß- filme reservieren, der hoffenllich recht bald die Bedeutung der Großmacht Arbeitersport auch wirklich zeigt. Ein Jubiläum 25 Jahre Arbeitersport in Zehlcndort Als vor 25 Jahren, im Februar 1907, sich einige Turner in Zehlendorf zusammentaten, um einen Arbeiter-Turn- verein zu gründen, hallen sie es in Zehlendorf besonders schwer, süx ihre Idee zu werben. Sie hätten es sich bestimmt nicht träumen lassen, daß der Arbeller-Turnverein am Ende«es Gründungsjahres schon 72 Mllglieder zählen würde. Ein weiterer Beweis der zähen Arbeit, die geleistet wurde, ist die Gründung einer„Damen-Riege" im Jahre 1909 mill 18 Turnerinnen. Die Schikanen der Behörden führten in der Folg« auch bei dem jungen Verein zu häufigem Lokalwechfel, zum Iugendturnverbot und anderen Belästigungen. Di« leitenden Funktionäre konnten ein Lied vom strammen„Preußengeist"' singen. Dazu kam ein weiteres. Die Parteifunktionäre sahen in den Genossen, die sich jenseits der Parteigrenze im Arbeitersport betätigten, unliebsame Außenseller. Dessen ungeachtet haben die ihren Strang gezogen und ihrer Joee neue Kämpfer zugeführt. Dann kam das glor- reich« Stahlbad und ließ nur ein ganz kleines Häuflein Mitglieder .zurück. Bon denen allen, die hinauszogen, kamen acht Genossen nicht zurück. Nach dem Kriege mußt« neu aufgebaut werden; es folgten wieder Jahre harter Arbeit. Auch an dieser Stelle allen denen Dank, die sich damals selbstlos zur Verfügung gestellt haben. Von den Gründern des Vereins ist leider nur noch der Ge- nofse Otto Fehlberg ununterbrochen Mitglied des Vereins. Einige von den Allen, die noch Mitglieder in Brudervereinen sind, haben ihre Teilnahme am 2 5. Stiftungsfest am 27. Februar im Lindenpark in Zehlendorf zugesagt. All« Freund« und Gönner. im besonderen ober die Zehlendorfer Parteigenossen, sind herzlich willkommen. 25 dahre bundestreuer Arbeitersport in Schoneberg. Am 27. Februar gehört der Arbeller-Sportverein Schöneberg-Friedenau «7 dem Arbeiter-Turn- und Sportbund 25 Jahre an. Wenn auch in der Zwischenzeit durch die Spaltung eine vorübergehende Schwächung eintrat, so kann jetzt am Jubiläumstage freudig fest- gestellt werden, daß die damalige Mitgliedsziffer längst überschrillen ist. Der Dundesgedanke lebt in Schöneberg, und um ihn recht zum Ausdruck zu bringen, veranstaltet am 5. März der Verein im Schub«rt-Saal. Bülowstraße 104. 20 Uhr eine 26-Jahr-Feier. in der ein Querschnitt aus dem Uebungsbetrieb gegeben wird. Wir weisen alle Freunde und Gönner der Arbeitersportbewegung dar- auf hin und empfehlen den Besuch. Aus dem DAKB. Die Bezirksriegen der Arbcitcrkegler ermittelt Der Schlußkompf zur Feststellung der Bezirksriege des Gaues Berlin-Brandenburg im Deutschen Arbeiter-Kegler- Bund fand dieser Tag« im Keglerheim Sawade in Spandau statt und ging für die aus den drei Vortrefien festgestellten 30 besten Kegler über 200 Kugeln(50 Kugeln je Bahn). Die Einzelergebnisse der 12 Besten sind folgende: I. Schmidt(flnotlc) 1445 Holz: 2. Wittstock lBrandenburg) 1437 Hol»: 3. Knaack(R. M.) 142k Holz: 4. Wieland(R. M.l 1425 Holz: 5. Gen» lltrei wez 25) 1418 Holz; 6. Ragaschewski(Frei weg 25) 1417 Holz; 7. Schick lFrci Hol,) 1417 Hol,; 8. W. Madel l Freie Schw.) 1408 Hol,: g. Thiele(Frei Hol») Krause tN. M.) 14»« Holz; 11. Schröder lBrandenburg) 1405 Holz; 12.«chonfeld lFrei Holz) 140» Holz.— Äußer Wertung schob Gau- i�ißender«arl Schilling 1442 Hol,. Di- AeVn-r.B-zirlsriegc besteht somit l- Mr« weg 25) 3484 Hol»; 8. Rogaschcwsli lFrei weg 25) 3470 Hol,;' 0. Sielos lBorwart») 3488 Holz: 10. Wieland lR. M.) 34«2 Holz.— D>° z-hner.Ersatzriege setzt sich zusammen aus den«vortgcnossen: 1. Holzhittter lKnorle): 2. Stoppe(Brandenburg): 3. Thiele lFrei Holz): 4. A. Krause(9t M.): 5. Buch(R. M.s:«. W. Madel(Freie Schw.): 7. Ki-lsblock(Knorke); 8. Riß. mann(Freie Schw.): 9. Stiller(Frei Holz): 10. Kämnitz(Hohe Kante). Der Abschluß der Bezirksriegenkampse, mit bestem Kampfes- willen und in musterhafter Disziplin durchgeführt, zeigt«, daß im Deutschen Arbeiter-Kegler Bund der Kegelsport eine gesund« Pfleg. stötte hat, weshalb es immer wieder angebracht erscheint, daraus hin- zuweisen, daß es unbedingte Pflicht aller Arbellerkegler ist, soweit sie sich noch nicht organisiert haben oder sich in gegnerischen Verbänden befinden, den Anschluß an den Deutschen Arbeiter-Kegler- Bund zu vollziehen. Zur Stärkung der Hundertschaften der Arbellerfporller in der Eiserne Front müssen auch die Arbeiterkegler ihre Mannen stellen. Auskünste erteilt Karl Schilling, Spandau, Zeppelinstr. 20a (Spandau C 7 2237). Campbell fährt über 400 Stundenkilometer Als bessere Wetterverhältnisse eingetreten waren, startet« Sir Malcolm Campbell am Strande van Daytona Beach(Florida) zu einem offiziellen Angriff auf seinen mit rund 395 Stundenkilometer| gehaltenen Geschwindigkeitsweltrekord. Das Unternehmen Campbell's war von bestem Erfolge begleitet, es gelang ihm. seinen eigenen Rekord auf 408,047 Stundenkilometer für zwei Fahrten zu verbessern. Arbeiter-Eishockey Deutsche Spieler in Lettland Das Eishockeyspiel hat sich auch in Arbeitersporttreisen schnell durchgesetzt Eine führend« Haltung hat der lettische Arbesterschutz, und Sportbund übernommen: Riga allein verfügt über 1? erstklassige Mannschaften, die im lebhaften Sportverkehr stehen. Einer Einladung des lettischen Arbeiterschutz- und Sportbunde» Folge leistend, startete«ine tampsstorte Mannschaft aus Königs» b e r g in drei Kämpfen gegen die besten Mannschaften Lettlands. Nach einem überaus günstigen Abschneiden(1: 2) im ersten Länder- spiel, kämpften die Deutschen am Montag in Riga gegen eine verstärkte Stafset Das zweite Spiel, das großes Können und großartige Kampfizenen bracht«, endete für Deutschland 2:0. In L i b a u traf dann das etwas ermüdete Tram zum zweiten Male auf die Ländernrannschaft, unterlag aber diesmal mit 0:2 Toren. Die Aufnahme unserer Spprtler war recht herzlich und sehr schnell erspielten sie sich die Zuneigung der Zuschauer. An Leiswngsfähigkest ist der lettische Arbesterschutz- und Sport- bund den bürgerlichen Bereinen west überlegen. Dos konnte man nicht nur im Eishockey feststellen, da» beweisen auch Namen, wie Rutsik, Dimse und andere mehr, die bei den Arbestersportlern ihr« Ausbildung und in der Folgezest große Erfolge genossen. Jetzt sind diese Leute bei den Bürgerlichen große Kanonen. Einer Wirde erwischt! »Arnateur'faSballer ließ sich bezahlen Die von der Sportpresse oft gerügten Verstöße gegen den Begriff des Amateurs werden von der Leitung des bürgerlichen Deutschen Fußball-Bundes immer wieder als Einzel- erfcheinungen registriert Eine dieser„Einzelerscheinungen� hat jetzt endlich einmal ihre Vergeltung gefunden. Die Spruchkammer des Westdeutschen Spiel-Derbandes fällte in der Angelegenhest des Spielers Klepper folgenden Spruch:„Betrifft Anzeige des FE. Nordstern, Bafel, durch den Schweizerischen Fußball, und Athletik- Berband über den DFB. gegen Spieler Klepper(Münster 08) Die Verhandlung hat ergeben, daß Klepper anläßlich seines Vereins- Wechsels nach Nordstern, Bafel, unberechtigte geldliche Forderungen gestellt und nicht unbedeutend« Bezüge entgegen- genommen hat. Die Art seines Handelns Nordstern gegenüber ist eines deutschen Sports mannes unwürdig und als Verstoß gegen die Amoteurbestimmungen um so schwerer zu»er- urteilen. Außerdem ist die Nichtabführung der vom Verein Münster 08 vorschußweise erhaltenen Gelder anläßlich des Spiels der WSV.-Mannschast in Luxemburg mst dem Standpunkt eines Amateurs nicht vereinbar. Klepper wird ab Eröffnung des Ber- fahrens(9. Februar 1932) auf ein Jahr aus dem WSV. aus- geschlossen." Sowest das Urteil! Uns scheint, daß man mst der Verurteilung des Gelder nehmenden Spielers nicht die Verstöße gegen die Ama- teurbestimmungen oerhindern wird. Schuldig sind in jedem Falle die Vereine, die Spieler durch Geldongebote zu ziehen versuchen. Man hat nichts davon gehört, daß schon einmal gegen derartige unfaire Praktiken im Deutschen Fuhball-Bund eingeschritten worden sei. Dübbers boxt mit Nefz�er Das Programm für den heutigen Boxkampfabend in der B c rliner Tennishall« mußte geändert werden, da die bel- gifche Milstärbehörde die dem Leichtgewichtler Steyaert bereits erteilte Urlaubegenehnügung zurückgezogen hat. An Stelle von Steyaert wurde nun der gute Münchner Phil N e f z g e r als Geg- ner für Meister Franz Dübbers im Hauptkampf oerpflichtet Ein weiterer Großkampfabend geht am kommenden Montag im Pariser Sportpalast vor sich mit der Begegnung Ear- nera-Pierre Charles als Augnummer. Jeff Dickson will noch viel Geld mst Conera in Europa verdienen und man braucht durchaus kein Prophet zu fein, wenn man einen neuen Sieg des italienischen Riesen voraussagt. Daran wird auch der Belgier, der gewiß über ein sehr solides Können verfügt, kaum etwas ändern können. Am gleichen Abend gehen auch wieder die beiden deut- fchen Professionals Neufel und Riethdorf in den Ring. Während Riechdorfs Partner noch nicht bekannt ist, hat Neufel den asten Dänen Sören Petersen als Gegner erhalten. Ein neuer Erfolg des Bochumer Schwergewichtlers ist mit ziemlicher Sicher- heit zu erwarten. Krcisfcst-Vorbcrcitungen großen ArbeUerfportoeranstaltungen erfordert auch das diesjährige K r e i s f e st des 1. Kreises, das am S. und 10. Juli in Luckenwalde stattfindet, gründliche Vorbereitungen. Fanden vor acht Tagen am Festort die ersten Besprechungen und«ine vorläufige Programmaufftellnng statt, so waren dieser Tage Kreis- und Bc- ztrtstechniker in Schöneberg ntriamroeü, um vntar Benutzung hrt vorliegenden Materiols die Einübung der Kreisfestübungen in den einzelnen Bundesvereinen vorzubereiten. Kreistechniker Gradtk« lestete die Männer-Festübungen, während die Bezirkstechnikerin Stellmacher die Frauen-Festübungen bearbeitete. Eingeleitet wurde die Zusammenkunft der Technischen Lester und Leiterinnen durch ein Referat des Uebungsleiters Dübell-Zeitz:„Vorbeugende und ausgleichende Gymnastik." Daran schlössen sich praktische Hebungen(Ausschnitte ans dem Orthopädischen Turnen) aller Anwesenden. Als Abschluß wurde noch eine knappe Stunde der „Modernen Festkultur" gewidmet Kreistechniker Gradtke verstand es, in aller Kürze durch Beispiele von Ausdruck und Bewegung die Teilnehmer für das Gebiet des Sprech-Bewegungschors zu inter- essteren._ Hallenfest der 3000 Arn Sonntag am Kaiserdarom Das große 8. Berliner H a l l e n fp o r t f e st der Arbeiter- jportler am Sonntag. 28. Februar, in den Ausstellungshallen am Kaiferdamm hat ein bisher unerreichtes Meldergebnis gehabt. Es starten 2361 Stafettenläufer und 371 Einzelkämpfer. Wegen der zu befürchtenden Ueberlaftung mußten über 400 Einzelmeldungen zurückgewiesen werden. Es beteiligen sich 73 Vereine aus dem Gebiet des 1. Kreises im ATuSB. und acht Vereine von auswärts. Unter diesen befinden sich die besten Vereine aus Leipzig, Dresden, Stettin, Kottbus, Guben, Brandenburg, Rathenow und Luckenwalde. Das Fest findet, wie angekündigt, von 16 bis 20 Uhr statt. Die Vorkämpfe beginnen bereits um 10.50 Uhr. Neben dem leichtathletischen Programm kommen 10 erstklassige Schaunummern zur Borführung. Moderne Gymnastik noch Musik, Sprechchor, Bewegungschor, Turnen, Mcdizinballfpiele, Handball. Kindervorführungen, artistische Gymnastik und vieles ander« wird den Massencharakter der Arbeitersportbewegung wirkungsvoll demonstrieren. Während der ganzen Veranstaltung konzertiert ein großes Orchester. Di« Arbeiterschaft Berlins ist freundlichst jmi- geladen: Platz ist genug vorhanden, die Hall« hat über 10 000 Sig- plätze. Der Eintrittspreis beträgt für numeriert« Plätze 1 M., olle anderen Plätze 50 Pf.__ Oslerskifahrt ins Riesengebirge Allen fkilaufenden Arbeitersportlern bietet sich eine billige Ge- legenheit zur Ausübung des weißen Sports. Die Wintersport- Abteilung des Touristenvereins„Die Naturfreunde" führt zu Ostern eine vier- bzw. zehntägig« S k i f a h r t nach dem R i e f e n g e- b i r g e durch. Die Abfahrt erfolgt Gründonnerstag abends, die Rückkehr bei der viertägigen Tour am zweiten Osterfeiertag nochU, bei der zehntägigen am Sonntag, 3. April nachts. Teilnahmsgebühr einschließlich Bahnfahrt. Quartier in Betten, erstes Frühstück und Hauptmahlzeit für vier Tage 36 M., für die Zehntagetour 68 M. Der Quartierbeschassung wegen sind baldig« Anmeldungen sehr er- wünsckst. Die Teilnehmerzusammenkumt. gleichzeitig letzter An- meldetermin ist am 16. März in der Geschäftsstelle der Naturfreund.'. Berlin N. 24. Johannisstr. 14/15, Fernsprecher v 1 Norden 4177. Wir möchten bei dieser Gelegenheit noch einmal aus das Neiseteil- nehmertreffen am ö. März aufmerksam machen und bitten, die Be- rechiigungskarten in der Geschäftsstelle abzuholen, da sonst ander- weitig darüber verfügt werden müßte. Omppe Oft s. SSV. IStmeiBfamez Hew-ab-r» W mbljeim Temeelh�. Götz. Ecke Derberastr�r. 30;"„SerualUät un6(Soctf'. Referent: Dr. Mener-Brainvitz.— mvppc Msaöit Heim Quitzowstr. 115. 20 Uhr Lichtbildervortrag:„Die Bogel der deut. schen Heimat". HevebAttioasgruppe Schwarz'Rot-Gold Potsdam e. V. Freitag, 56. Fe- bruar, 20 llhr. Moaatsversammlang im Restaurant ,Lur Finausklause", Schöne- berg, Mühlenstr. 8. � Freie Sport- und Musdoereilliguag Verl!», Abteilung Spielleute. Frettaq, 26. Februar, llebungsstunde mit Instrumenten im Lokal Scholz, Dirrkfenftr. I. Anschließend Abteilungsversammlung. Sämtliches Abtellungsürventar rit dem Zeugwart zur Kontrolle vorzulegen. Sonntag, 28. Februar, Antreten zum 5zouensportfest, Stellplatz vor der Südtreppe. Antreten 13 Uhr in Bundes» lleidung. Tourifte-vereu,„Die Raturtrroad«-, Ortegrnpp« Berlin. Freitag, 26. Fe. brnar. 20 Uhr. Schule Weliuneisterstr. 18—17, Bildungslonfereuz. Sherna: Riichsts Beranstallungen. Arbeitei-Schmime,. Verein Heia« c. V. Morgen. Freitag, 2«. Februar. Bor- ftonNfifcuna bei Sachse, Lwdower Straße. Reigclllchloimmcrinr.cn, 1. Kreit. Die Reigenvrobe zum Städtelampf Bien. Berlin findet nicht am 8. März, sondern bereit, am 1. Marz im Stadtbad Mitte statt. Alle Reigenschwimmerinnen treten an, da ein«»er evtl. ein«4er Steigen clibt wird. Treffpunkt 19(4 Uhr Im Vorraum de» Stattbad«». Zum Häven.» ~ nntag, sportfest am Kaiferdamm treffen sich all« Dassersportlerinnen Sonntag, 28. Februar, zum Einmarsch der Sportler um 1441 Udr am Eingang. Teilnehmerkarten zum Preise von 50 Pf. sind bei den Bezirksletterinnen am Eingang zu haben. Rote Hofe, weißes Hemd sowie roter Badeanzug sind mitzubringen. m �„(TM,, a» T__ 1 1__.i«-7-, t._____ OA zruvpe Humboldthain: Pank. Ecke Wiefenstrasie. Au» dem Reich der Technik (Epi).— Treptow: Elsenstr. 3. Soziologische Faktoren und Kunst.— Bineta- plah-Schönbauser Vorstadt: Lortzivg. Eck» Graunstraße. Justiz und Klasteustaat. — Südost: Ranteusfelstr. 7. Lesestunde.— Photo, Osten: Frankfurter Ailce 307. Wettbewerb mit Innenaufnahmen.— Photo, Neukölln: Bergstr.?».— Montag, 23. Februar, 2« Uhr. Photegcmeinschast: Iohannisstr. 15. Photographie im Gebirge(Dr. Raphael).— Malgemeinschaft: Manteuffclstr. 7.— Fahrten: Fuhrersektion. Spandauer Stabtforst— Hennigsdorf. Treffpunkt 9 Uhr Bahn. Hof Spandau-West.— Norden. Zepernick— Wandlitzsce. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Donnerstag, 25. Februar. Berlin. 16.05 Prof. Dr. Panl HUdehrtjidt: Wer soll Lehrer werden? 16.30 Leipri«: Konzert 17.30 Karl May zum 90. Geburtstag(Sprecher; Erat* Laurenze!. 17.50 Karl Zeitz: Der Arbeitslose und die Arbeitsämter. 18.15 Willi Eehse liest eigene Erzählungen. 18.40 Ing. Joachim Boeiimer; Eine Viertelstunde Teclmilt. 18.55 Die Eunhstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 MitteUungen des Arbeitsamtes. 19.15 Blasorcbesterkonzert 20.30 Frankfurt: Reichssendung: Rhein-mainisches Land. Eine Hörbilderfolge. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Kdnigswusterbansen. 16.00 Heinrieb Schneider; Staatsbürgerliche Bildung der Landjugend. 16.30 Leipzig; Konzeit 17.30 Meyer-Eckhardt: Die Antike nod wir. 18 00 Dr. Hans Slkorski. Der Lebensraum des deutschen Akademikers. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Wattor für die Landwirtschaft. 19.00 Rittergutsbesitzer von Rieb, hosen: Wie kann die Frfibjahrsbeslelluug verbilligt werden? 19.30 Blasorchesterkonzert. 21.00 Tages- and Sportnachrichten. 21.15 Prof. Dr. A. Hübner: Goethe und die deutsche Sprache.