BERLIN Zreltag 2ö. Februar 1932 10 Pf. 96 B 45 49. Lahrgang CrfcbtiBt 1 4« Ii<6 cuter 6e««ta«<.§§££»»,««»»,« N, rtnftaitis. amnimturicfl«»»i. S»»K«b*b«iieaM«»»r W.S»r»ärM'«.,,«,»».i« si, i 4M/£% M■£ // i•• R-tl«»..«!. M Srn.-»>»m.gk-»°-d l-r» t.I«, 7»�°»W°-d.. Z.�M� o.« X-'* i � g*£j/.\ J g» WW mlm Bomirtlw rr�g S nu b«..«tvta Wr 37-£,r (torcm»f. vgnttKdi für iuftrUnng Inf»..«> in m»f\fa£* J§ M\ SW£y gfSSJ W/>1 MfWMiV�V�lZA Urt»"'«ü üfl» Wtdit«rr Adlrd»»», m°dl-rnrdm-r AnjNsr»°«r� V»ade«»i ü.97 R. rioschttrüUld SV Pf. PoNtritmigt �1« W» �>4 99 J S»6tflte»»ad Sr vedil>«»«rrltu i£TO88. ülnboifh J «B» 73»f. DoßbefltBgttüürt*./ � ff* 9((«f r r rdi e c:©inloft(A 7) 392—29" C Nie Krauen zum ilA.März Eindruckvoller Appell der Sozialdemokratie im Reichstag Die sozialdemokratische ReichstagSsraktion hat Freitagvormittag kurz vor Beginn der Plenartagung eine kurze Sitzung abgehalten. Es wurde beschlossen. gegen sämtliche Mifttrauensanträge z« stimmen. Die Fraktion schloß sich dabei der Aussasiung ihres Vorsitzenden Dr. Breitscheid an, wonach zwar die A u S» führungen des Reichskanzlers nnd des Reichs- Wehrministers über den Reichswehrerlah die Sozialdemokratie nicht besriedigen könnten, daß es aber in der gegenwärtigen Situation ein schwerer politi- scher Fehler sein würde, wenn die Sozialdemokratie eine Regierungskrise herbeiführe und damit die Geschäfte der sogenannten nationalen Opposition besorgen helfe. Die sozialdemokratische Fraktion wird deshalb ein» stimmig gegen sämtliche M i ßt ra u e n sa n- träge stimmen. Bis auf den schwer erkrankte» Abg. Limbertz ist die sozialdemokratisch« Fraktion in der heutigen Sitzung des Reichstags vollzählig der- sammelt. »» » Di« heutig« Reichstagssitzung begann schon um 10 Uhr. Der deutschnational« Abg. Gollheiner beschwerte sich darüber, dag «ntgegen einer Antündigunz der Reichsregierung die gestrige Kanzler- rede durch den Rundfunk nicht sofort verbreitet worden sei, son- dern erst mehrere Stunden später ihre Schallplattenaufnahme Präsident Lobe erledigt diese Beschwerde mit der Erklärung, daß die Reichsregierung gar nichts damit zu tun habe. sondern«r als Präsident die GenehmiguiH zur Sendung der Schall- plattenaufnahm« gegeben habe. Schon seit längerer Zeit werden die gesamten Plenarver Handlungen auf Schall- platten aufgenommen, die ins Archiv der Funkstund« kommen und mit Genehmigung des Reichstagspräsidenten, die in jedem Falle eingeholt wird, in das Rundfunkprogramm eingefügt werden. Abg. Rosenberg sNsoz.) hält nun an Stelle seiner verunglückten persönlichen Bemerkung von gestern ein« Rede gegen den Reichs- kanzl«r. well dieser von sogenannten Balten und songenannten Memel- deutschen gesprochen habe.(Das letztere hat übrigens der Reichs- kanzler gar nicht getan.) Rosenberg behauptet daß Brüning damit die Lage der Auslandsdeutschen weiter verschlechtert habe, an deren ungünstiger Situation überhaupt das Zentrum schuld sei. E n Zwischenspiel. Dann beantragt Frick(Nsoz.), daß der Reichsfinanzminister Dietrich herbeigerufen werd«, weil der Hitlermann Reinhardt ihn angreifen wolle. Der Kommunist Torgler erklärt, daß fein« Partei für diesen Antrag stimme in der Boraussetzung, daß der Minister dann auch während der nächsten Kommunistenrede anwesend bleib«.(Mit- leidige Heiterkeit) Die Abstimmung bleibt zweifelhaft. Es muß deshalb Aus- zählung durch Hammelsprung erfolgen. Während der Auszählung erschien Dietrich und nahm am Mi- Nistertisch Platz. Die Auszählung ergibt die Ablehnung des Antrages mit 210 gegen 180 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Dietrich macht nach der Derkündung ihres Ergebnisse»«ine höfliche Verbeugung gegen die Rechte und verläßt den Saal wieder. Wutentbrannt läuft Reinhordt zu Frick. der zunächst ganz ver. dattert dasteht. Dann läßt er Reinhardt von der Rednerliste streichen. Abg. Bausch(Chrsoz. Volk-d.) entlarpt die heuchlerische Gemein- heit der nationalsozialistischen Agitation und wirft scharfe Lichter auf hie Unvereinbarkeit ihrer Redensarten im Reichstag und chrer verleumderischen Hetze im Lande. Die Stimme der Krauen. Darauf verliest Genossin Zuchacz folgende Erklärung: Die sozialdemokraiische Rclchsl-vsfrakllan würde es nicht für richtig halten, wenn diese ve'.allc Über die bevorstehende Reichs. prSsldenlcowahl zuende ginge, ohne daß sich in ihr auch die Stimme der Zranen de» deutschen Volke» hören ließe. Filarie Juchoca, die heute im Reichstag eine eindrucksvolle Rede für den Frieden. gegen die faschistischen Kriegstreiber hielt Die Frauen wollen kein« Verschärfung der Mristhoflsnot durch krakischen Partei das gleiche Bürgerrecht verliehen worden ist, haben die Pflicht, sich ta einer Schicksalsstunde Deulfchland, dieses Rechis würdig zu zeigen. Die Frauen— ich spreche für die Frauen de» werkiätigen Volke, nnd. wie ich hoffe, für die Mehrheit der deutschen Frauen über- Haupt— die Frauen wollen keinen Bürgerkrieg! Die Frauen wollen keinen Völkertrieg! Die Friuen wollen keine Verschärfung der Mirlschastsnot durch innen- und außenpolitische Abenteuert Die Frauen— ich hoffe damit wieder für die große Mehrheit zu sprechen— durchschauen die Hohlheil einer polilik, die sich als besonders männlich gibt, obwohl sie nur von siurzsichiigkeli. Eitel- keit und Renommiersucht dikiiert ist. Dieser poliilk, der naiionalisozlallstlschen Politik, mit allen Kräften entgegenzutreten, zwingt uns unsere Liebe zu unserem Volk und unserem Laad. Es ist genug de» Elend»! E» ist genug des Vlulsi Mit Abschan und Entsetzen wenden wir Franca nn» ab von jenen Bildern der Verrohung, der Verwilderung, die sich heute täglich darbieten und an denen es leider auch in diesem Hause nicht fehlt, wir erheben als Mütter Anklage gegen die Volksverderber, die heule unsere Söhne — Deutsche gegen Deutsche— zum Brudermord anstiften und die sich nicht scheuen werden, sie morgen in einen neuen völkerver- nichlenden Krieg hineinzutreiben. Eine Frau, die da» alles nicht will, kann bei der bevorstehenden Reichspräsideaienwahl weder einem Rechisradikalen noch einem Kommunisten, weder einem Hiller noch einem vuesterberg und einem Ihölmann ihre Stimme geben! Die Frauen müssen bei dieser Wahl, die für das Schicksal de» deutschen Volke» enlscheidead sein kann, auf viele Iahre hinaus, den Kampf aufnehmen. Für Frieden und Frelheiit Für Zrauenrechi und Franenmürdet Segen den Todfeind, den Faschismus! (Lebhafter anhaltender Beifall der Sozialdemokraten. Gegenrufe der Kommunisten.) Abg. Dr. Ranbauer(Komm.) dankt dem Reichskanzler, der mit seiner gestrigen Red« die sozialdemokratische„Politik des kleineren Hebele" widerlegt habe, indem er die Regierungsfähigkelt der Faschisten anerkannt und seine Bereitwilligkeit erklärt habe, ihnen die Regierung zu übergeben, wenn sie nur nicht untereinander uneinig wären. Das Regime Brüning, als Schutz des Faschismus hinzu- stellen sei«In Schwindel. Die ganze Finanzpolitik de» Reiches dient dem verbrecherischen Finanzkapital, dem wieder 800 Millionen Mari zur Sanierung gegeben wurden. Was aber gibt man schwangeren Frauen zur Aussteuer für die Entbindung?(Abg. Frau Reese- Komm, legt aus den Tisch des Hauses ein— wie der Redner sagt— dreckiges„Laken und ein paar lumpige Windeln" nieder.) Nach finanzkritischen Ausführungen spricht der Redner wer die Anträge der Sozialdemokraten. Da» Reichsbanner leiste freiwilligen Ar« beitsdienst den Kapitalisten, und die Arbeitsbeschaffungspläne von Breitscheid bis Hitler wollten planmäßige Inflation Das Projett Wagemann stehe in Verbindung mit dem JG.-Farben-Minjster Warmbold. Der freigewerkschaftliche WTB.-Plan sei gletchsall« inflationistisch. Oer Mordgeist in der NSOAp. Abg. Dr. Weber(Staatsp.) bringt nun die Beweise für die Mordpropaganda der Hakenkreuzler, an deren Vorbringung er vor drei Tagen durch die Hitlerleute gehindert worden war. Er verweist zunächst auf Urkunden, die er auf den Tisch des Hauses niedergelegt hat und beginnt darauf mit der Erwähnung der Ermordung Erzberger» und Raihenau». Die Hitlerfraktion, besonders Dr. Frick, schreien, daß sie damit nichts zu tun hätten. Der Redner stellt aber die unleugbaren Zusammenhänge mit der rechtsradikalen Propaganda und auch die Zugehörigkeit der Täter zu rechtsradikalen Verbänden fest (Aus den Zurufen der Hakenkreuzler scheint auch eine Rechtfertigung dieser Ministermorde herauszuklingen, da man da» Wort„Tribute" vernimmt) Der Redner führt dann die bestialisch« Er mar- dung eine» pommerschen Landarbeiter» im Jahre 1020 vor, der«inen Waffentransport an die Polizei verraten haben soll. ver vom Landgericht Stettin zu 5 Jahren Gefängnis verur- leilie Täler ist 1927 aus der RSDAp. ausgeschlosseo worden. heuie aber wieder Mitglied dieser Partei und sogar ihrer Reichsiag»frakiion. i Stürmische Hörl!-Hört!-Rufe link».) Als weitere Beweise für die unaufhörliche Mordpropaganda der Hitlerparten führt der Redner einen Artikel de»„Angriff" vom I.Juli 1931,„Selbsthilfe gegen Kommunisten", vor, der damit schließt. daß da» rote Mordpack mit Handgranaten und Maschinen- gewehren von der Straße zn vertreiben sei. Am 22. Oktober 1929 hat der Hitlerporteiredner Techow in einer Versammlung in Neuhaus in gleichem Sinne gesprochen. Am IS. Januar 1931 hat Abg. Dr. Goebbels im Kriegervereins- haus in Berlin allerhand Gewalttaten aufgezählt, um dann zu schließen:„Ich fordere nicht dazu auf, aber was der einzelne fut können wir nicht kontrollieren." sJn den Dienstvorschriften der SA. sind Anweisungen zum Auseinandertreiben marxistischer Haufen mit blutigen Schädeln gegeben. Ein Sturmlied der SA. lautet u. a.: Wenn der SturmMer voraus uns fliegt, Dann hat er frohen Mut, Und wenn das Judenblut vom Messer spritzt, Dann gehts nochmal so gut. Es ist darin weiter eine Mordandrohung gegen Severstig und Genossen enthalten und der Schlußrefrain lautet: Blut muß fließen Knüppelhageldick. Wir pfeifen auf die Freiheit Der Judenrepublik. Der Redner hält diese Vemelfe besonder» dem Reichswehrminister zur richtigen Erkenntnis der NSDAP, vor und fchsießl mit der Auf- fordernng an die Reichsregierung und da» Bürgertum, dem Umfich- greisen radikalistischer Verwüstung entgegenzutreten.(Beifall links.) . Regierungsrat Hitler. Weimarer Verfassung beschworen. Adolf"Hitler hat heute mittag um 2 Uhr in Berlin als R«- gierungsrat der braunfchweigifchen Regierung den B e a m t« n- eid geleistet » Die Eidesformel, die durch die Verordnung des braunfchweigifchen Staatsministcriums vom 31. Oktober 1919 festgefetzt ist, lautet: „Ich schwöre Treue der Reichs- und Landesverfassung. Gehör- fam den Gesetzen, und gewissenhafte Erfüllung metner Amt». pflichten." Herr Regierung srat Hitler hat danrit mm erstenmal die Treue zur republikanischen Reichsverfassung von Weimar beschworen. Da ihn niemand gezwungen hat, braunschweigscher Beamter zu werden, handelt es sich um einen freiwillig geleisteten Eid.__________ Reichstag im Rundfunk. Ärümngrede von Schallplatten übertragen. Der Rundfunk hat gestern abend von 7.30 Uhr vis 9 Uhr die Rede des Reichskanzlers im Reichstag auf alle deutschen Sender übertragen. Die Rede war auf Schallplotten aufgenommen worden und wurde von den Platten reproduziert. Die Uebertragung gab ein außerordentlich eindrucksvolles Bild einer stürmischen Reichstagssitzung, in der heftig und erbittert ge- kämpft wird. Aazi-Mißtrauen gegen Lobe. Ein kindisches Spiel. Der A e l t c st c n r a t des Rei6)stags beschäftigte sich am Don- nerstag spät abends in einer mehr als einstündigen Sitzung mit der Frage, ob ein Mißtrauensantrag gegen den Reichstags- Präsidenten, wie er von den Nationalsozialisten eingebracht worden ist, nach der Geschäftsordnung überhaupt zu- lässig ist. Die Zulässigkeit eines solchen Antrags wurde jedoch nur von den Antragstellern selbst behauptet. Alle anderen Parteien, also auch die Kommunisten mrd die Dcutschnationalen, gaben der Auffassung Ausdruck, daß weder ein Mihtrauensantrag gegen den Reichstogspräsidenten noch dessen Abberufung möglich ist, da seine Wahl und die des Präsidiums jeweils für die ganze Legis- laturperiode vorgesehen ist. Der Aeltestenrat faßte jedoch keine Beschlüsse. Er überließ viel- mehr auf Wunsch des Rcichstagspräsidentcn Löbe, der eine schnelle Entscheidung verlangte, die Beschlußfassung dem Reichstag selbst. Der nationalsozialistische Mtßtraucnsantrag wurde daher auf die Tagesordnung der Freitagsitzung gestellt und wird noch Erledigung der großen politischen Aussprache mit zur Abstimmung kommen. Zwang bei den„Liberalen". Die Volkspartei droht Ausschloß an. In der Deutschen Volksparici gärt«s wieder«mnal. Die nolkspartelliche Fraktionsmehrheit hat gegen das Kabinett Brüning ein Mißtrauensvotum eingebracht. Sie ist über diesen Beschluß am. Donnerstagabend noch dadurch hinausgegangen, daß für die heutige Abstimmung nicht nur Fraktionszwang, sondern auch A n we se n he i t s z w a n g ge- fordert und beschlossen wurde. Ein Teil der volksparteilichen Abgeordneten Hot jedoch van vornherein erklärt, daß er, wie bei früheren Zlbstimmungen, keineswegs gegen Brü n i n g st i m m e n werde, r würde jedoch der Fraktionsmehrheit dadurch entgegenkommen, daß er den Sitzungssaal verlassen oder eine Enthaltungsstimm« abgeben wende. Trotzdem blieb die Fraktionsmehrheit bei ihrem Be- schluß, ja, sie ging darüber noch hinaus durch die Feststellung, daß jeder heute unentschuldigt fehlende oolksportei- liche Abgeordnete sich dadurä) automatisch aus der Fraktion ausschließt, so daß die Möglichkeit einer Spal- tung der Deutschen Volkspartei in uinn ittelbarer Näh« gerückt ist. Dank vom Hause Klagges. Zur Mannentreue bei der Schiebung. Braunschlveig. 20. Februar.(Eigenbericht.) Aus einer„Siegesfeier" zu Ehren des neuesten mtionalsozia- listischen Parteibuchbcamtcn Adolf chitler in Braun schweig be- dankt« sich Klagges bei den bürgerlichen Parteien für ihre loyale Mithilfe kci der Einbürgerungsschiebung. Ein« h i st o r i s ch e Entscheidung sei gefallen. Hitler stehe nunmehr der Weg zur Präsidentschast offen.(Damit bestätigte der Nazi- minister, daß es sich entgegen den amtlichen Versicherungen um eins Scheintätigkeit Hitlers bei der Berliner Gesandtschaft honpeln wird). Wenn die Regierungsbeteiligung der?totional° sozialistcn, so fuhr Klagges weiter fort, keinen anderen Erfolg zu verzeichnen gehabt hätte, als den. Hitler das Staatsbürgerrecht zu verschaffen, so sei allein durch diese Tatsache die Rot- wendigkcit der Rcgierungsbeteiligung erwiesen. Die jetzig« Regiemngskoalition stehe„feste denn je". Klagges ver- sicherte, daß«r seinen Posten behaupten werde. Japan wjtt Ausländer erschießen. Wenn sie im chinesischen Militärdienst stehen. Tokio, ZS. Februar. Im Hinblick auf Meldungen, daß mehrere amerikanische Flieger in der chinesischen Armee kämpfen, haben die japanischen Mililärbehördeu erklärt, daß alle am Kamps gegen Zapan beteiligten Ausländer, die in chinesischer Uniform ausgegrifsen würden, erschossen werden sollen. Die japanischen Behörden schätzen die Zahl der Ausländer in chinesischen Kriegsdiensten ans etwa 2000. Diese Drohung stellt völkerrechtlich eine Ungeheuerlichkeit dar. Nie ist es einem kriegführenden Staat emgefallen, eine solche Drohung auszusprechen. Es fei daran erinnert, daß sich während des Weltkrieges Tausend« von Nichtfranzosen freiwillig zum Heeres- dienst in Frankreich gemeldet haben und es fielen natürlich auch manche von ihnen in Gefangenschaft. Sie wurden dann s e l b st- verständlich wie die anderen Gefangenen behandelt. Wenn auch in geringerer Zahl, haben ebenfalls in den Heeren der Zentralmächts Ausländer gedient, denen in feindlicher Gefangenschaft kein Haar gekrümmt worden ist. Was die Japaner jetzt ankündigen lassen, ist eine glatte Mord- d r o h u n g. Werden sich die Fremdmächte auch noch diese Heraus- fordcrung bieten lassen? Japan hätte höchstens das Recht, eine solche Drohung gegen e i g e n e Staatsangehörige im chinesischen Heeresdienst— falls es selche gibt— auszusprechen: das allerdings wäre kein Ztovum. Aber die Bezugnahme auf amerikanisehe Flieger läßt keinen Zweifel daran, wie er gemeint ist. Aus der Ankündigung spricht die Furcht. daß sich teils aus Not, teils aus Abenteuerlust, tells aus Idealismus und Sympathie für das Überfallene Ehina Taufende von Europäern und Amerikanern zum chinesischen Heer melden könnten, insbesondere Flieger und Offiziere, die mit den modernsten Waffen vertraut sind. Oos Hin- und Her bei Schanghai. London, 25. Februar.(Eigenbericht.) Die chinesischen Truppn unternahmen am Donnerstag- nachmittag gegen die um Schanghai verbarrikadierten Japaner einen überraschenden Gegenstoß, so daß es ihnen gelang, den japanischen Erfolg vom Vormittag wieder wettzumachen und den Japanern das erobert« Gelände zu entreißen. I Bierboykott gegen Stenerfiskus Auch Flaschenbierverkauf soll eingestellt werden Die Boykollbewegung der Berliner Gastwirte hat heule noch an Ausdehnung zugenommen. Während gestern die Bewegung in der Hauptsache von den kleineren Gastwirten gelragen war. haben sich heute auch die G r o ß d e st i l l a l i o n e a fast restlos dem Boykott angeschlossen. Somit dürsten von den 16 009 Bcr- liner Gastwirleu sich rund drei Bierlel an der Antisteucrbewegung beteiligen. Die Berliner Brauereien haben unter diesen Umständen daraus verzichtet, ihre Bierwagen ausfahren zu lassen, da die Gastwirte schon seit Mittwochabend den Brauereien kein Bier mehr abnehmen. Die Schankwirts beschränken sich darauf, ihre Biervorrätc auszuverkaufen. Allerdings scheint man sich dabei nicht an die Parole der Lokalkommission zu halten, nur noch die in den Apparaten befindlichen Bierinengcn auszuschänkcn. Auch die in den Kellern stehenden Fässer sollen geleert werden. Es macht« heute vormittag kein« besonderen Schwierigkeiten, in den verschiedenen Stadtvierteln Bier zu erhallen. Mit dam Verband der Feinkost- und Kolonial- warenhändler sind die Gastwirte wegen des Flaschen- bierverkaufs zu einer schnellen Einigung gekommen. Dieser Verband hat am Donnerstagabend auf einer Borstandssitzung be- schlössen, seine Mitglieder anzuweisen, den Flasckenbierver- kauf einzustellen und den Brauereien keine Bierläston mehr abzunehmen. Mit den Milchhandlungen und Grünkramgeschäften wird ebenfalls eine Einigung angestrebt. Im übrigen hat die am Mittwoch reichlich überstürzt eingeleitete Boykollbewegung der Berliner Gastwirte eine interessante Wendung genommen. Der ursprünglich mit der Fronistellung gegen die Brauereien unternommene Kampf scheint jetzt gemeinsam von den Gastwirten und den Brauerele» gegen den Steuerfiskus geführt zu wdrden. Um hierzu eine cinhallliche Plattform dieser beiden Gruppen zu schaffen, treten heute nach- mittag die Vertreter beider Organisationen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen._ Brot wird teurer! Senkongsaktton wird zum Kindergespött. Das Bäckergewerbe, die Bäckermeister und die Brolsabrikanlen teilen mit:..Die preise für Boggeumehl sind trotz der ständigen- Versprechungen der amtlichen Stellen nicht wieder gefallen, sondern ständig weiter gestiegen und liegen um mehr als 2 Mark höher für einen Sack Mehl— 100 Kilogramm als am Ansang des Iahres. In dem gleichen Zeilraum sind die weizenmehlpreise sogar um 5 Mark pro l00 Silogramm gestiegen. Nachdem unsere Mitglieder mehr als sechs Wochen die Kosten der Mchloerteuerung trotz schwerster Opfer selbst getragen haben. und nach Lage des Setreidemarktes in absehbarer Zeil kein Rück- gang des Mehlpreises zu erwarten steht, sind unsere Mitglieder gezwungen, denVrolpreisumZps. sürdasl250-Gramm. Brak zu erhöhen. Es ist selbstverständlich, daß bei entsprechend gesenkten Mehl- preisen auch der Brotpreis heruntergesetzt wird." Nach diesem Be- schluß der Bäcker, der bekannllich nicht unerwartet kommt, wird also ab Montag das lZSO-Gramm-Brot in Berlin nicht mehr 45. sondern 47 Pf. kosten. Vorspiel zum Devaheim-Prozeß Gebrüder Runk von der Ev. Zeniralbank vor Gericht Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte begann heute morgen die Verhandlung gegen die Evangelische Zcn- tralbank— in gewissem Sinne ein Vorspiel zum Dcvaheim- Prozeß. Die Brüder Pa u l R u n k, 36 Jahre alt, und Adolf R u n k, 38 Jahre alt, der erster« Aufsichtsratsmitglied der Evangelischen Zentralbank, der letztere Berater und Bevollmächtigter der Bank, sind angeklagt wegen Depotocrbrechcns, Bilanzverschleierung und Betrug rcsp. wegen Beihilfe zu diesen Verbrechen. Die Evangelisch« Zentralbank wurde im Novcnibcr 1923 gegründet, ihre 660 Ge- nosseiischafllcr waren in der Hauptsache Geistliche und deren Gemeinde. Sie besaßen insgesamt 2337 Genossenschaftsanteil« von je 300 Mark. Die Bank führte etwa 6000 Konten und hatte mit Hilfe zweier verschleierter Tochtergesellschaften, der B e r» kehrsbank A.-G. und der Deutschen Privatbank A.-G., etwa 2 bis 3 Millionen Mark in industriellen Unternehmungen in- vestiert. Paul Runk, der in der letzten Zell alleiniges Borstands- Mitglied war, nahm es mit feinen Verpflichtungen nicht sehr genau. Nachdem bereits im Juli 1931 die Zahlungsunfähigkeit der Bank feststand, verkaufte und lombardierte er eine große Anzahl von Effekten, die sich in dem Depot der Bank befanden, gleichzeitig wurde den Kunden erklärt, daß ihre Depots vo l l st ä n d i g seien. Man nahm Austräge für Esfektenkäufe entgegen, schickte den Kun- den Ausführungsonzeigen mit gleichzeitiger Belastung chrer Konten, dachte aber gor nicht daran, die Effekten anzuschasscn: das Geld dazu war überhaupt nicht vorhanden. Schließlich der dem Angeklagten Adolf Runk zur Last ge- legte Betrug, der mit dem Zusammenbruch des D e v a h e i m- Konzerns in Verbindung steht. Der Zcntrolausschuß für Innere Mission Halle gegenüber der Dresdner Bank und der Brau-Crcdit- A.-G. die selbstschuldnerische Bürgschaft für einen Kredit von un- geführ 5 Millionen übernommen, welchen diese beiden Banken an die Deutsche Evangelische Heimstätten G. m. b. H.(Deoaheim) zur Zwischenfinanzicrung von Bauvorhaben zur Verfügung gestellt hatte. Nach dem Zusammenbruch des Devaheim-Konzerns wurde der Zentralausschuß für Innere Mission in Höhe von 2.3 Millionen in Anspruch genommen. Die Banken drängten auf Zahlung der Rcstsunune. Die Bemühungen, iin Auslande Geld zu verschaffen, blieben erfolglos. Adolf Runk wurde darauf bevollmächtigt, die er- forderlichen Verhandlungen zur Herbeischafsung von Mitteln zu führen. Er erklärte, daß die Zentralbank die Verpflichtung des Zeillralausschusses übernehmen würde. Er erhielt unter Mitwir- kung des Reiches zur Abdeckung dieser Berpflichtungeu 1500 000 Mark, verwendete ober eine Million davon nicht zur Begleichung der Schuld an dle Dresdener Bank, sondern um die Kundenschulden seiner Bank zu bezahlen.. So war da- Reich um 1 Million Mark gebracht worden. Die Berhondlung dürfte mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen. Beide Angektugton find verhältnismäßig stich-ins Bankfach gc- kommen: der ättere Adolf Runk hat in Heidelberg National- ökoiwmie studiert. Er ist von beiden der intelligentere und ziel- bewußtere: der jüngere Paul Runk macht dagegen«inen un» fertigen Eindruck. Er zeigt sich vollkommen unorientiert in den Operationen der Zentralbank, kann die elementarsten Fragen des Vorsitzenden nicht beantworten, weiß auch nicht, wie hoch das Ka- pllol war. über das die Zentralbank bei ihrer Gründung verfügen konnte. Jedenfalls war es minimal. Die Genossenschaftsanteile wurden zum größten Teil g e st u n d e t und sind heute noch nicht bezahlt. Von 6Sl Genossenschaftlern waren 471 Pfarrer. Die Si» tuotion wird gewissermaßen schlaglichtartig beleuchtet durch die Tat- fache, daß dem Angeklagten Paul Runk sogar das Depotgcsetz nicht bekannt war. Die VertzvNdlung ist mit der Erörterung verschiedener Einzelhcllen ausgefüllt. Die Hauptzcugcn kommen erst morgen. plausibler Grund „Warum wird denn der aus der Deutschnationalen Partei herauSgewolsen?" „pfi— er hat Hindenborg hochleben lassen.� i>»s»»W»«tK»u»«ro»AWiii■nii»——a—■■au Wieder Winier! 3« Ostpreußen und Oberbayern starke Kälte. Die Hofsnungen auf eine stäneig« Milderung sind durch den neuen Kälteeinbruch wieder einmal zunichte geworden. Während am Mittwoch in Verlin noch 5 bis 6 Grad Wärme gemessen wur- den, ging da-- Thermometer in der vergangenen Nacht fast ebenso tief unter den Zlllllpunkt herunter. Zunächst hat es den Zlnschein, daß die Kälte etwas nachlassen wird» denn aus Skandinavien nähern sich etwas milder« Lust- schichten, die heute früh bereits Bornholm erreicht hatten. Do die über unserem Gebiet lagernden Lustschichten wesentlich kälter sind, führt Sic langsam südwärts vordringend« Lust, die in ihrem Bereich etwa 1 Grad Killte hat, zur Wolkenbildung. In vi«ien Gegenden des Reichs sind bereits leichte Schneefälle zu verzeichnen. In O st Preußen ist sogar viel Schnee gesollcn. Die Tem- peraturen in Ostpreußen und Schlesien liegen zwischen 8 und 9 Grad Kälie. Oberboycrn meldet heut« früh gleichfalls 9 bis 10 Grad Kälte. Für Sonnabend ist wieder mit langsam aufheiterndem Himmel zu rechnen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß der Wind auf Nordost zu drehen scheint, daß die Temperaturen gleichzeitig lang- jam sinken werten. Märchen eines Mädchens. Die Aufklärung der Mordaffäre sehr erschwert. I« weiter die Morduntersuchung zur Ausklärung des Mädchen- mordcs in Neukölln fortschreitet, desto mehr wird das Lügen- gewebe, dos die Mathilde Rolland mn sich gesponnen hat, zerrissen. Es steht jetzt fest, daß sie nie ein Kind gehabt hat, trotzdem sie allen Leuten davon erzählte. Festgestellt ist auch, daß sie über- h�aupt nicht Artistin gewesen ist und niemals«inen Sturz am Trapez erlitten hat. Ihre Erzählungen dienten nur ldazu, um sie bei den Männern interessant zu machen. Das Mädchen hatte eine auffallend« Hasenscharte, die das Gesicht etwas verunziert«: sie erklärt« sie mit dem Sturz vom Trapez. In Wirklichkeit hatte sie dieses Zeichen schon von Geburt an. Der Reichewehrsoidat in Kolberg war nie mit ihr verlobt und hotte ihr nie einen Trauring geschenkt. Zweifellos hatte sie sich den Ring ollein gekauft, um die Verlobung mit dem Reichswehrsoldaten glaub- hast zu machen. Der Soldat hatte sie in Wirklichkeit nur ein- oder zweimal gesehen. Die Photos, die sie im Trikot zeigen, sind ge- stellt« Ausnahmen. Für die Untersuchung ergeben sich daher immer w-ue Schwierigkeiten. Es muß jedesmal erst nachgeprüft werden. ob die Erzählungen, die sie ausgestreut h�rtte, auch wahr oder er- logen sind. Inzwischen hat die Mordkommission die Fahndung nach dem Unbekannten fortgesetzt, bisher jedoch ohne Erfolg. Das Publi- kum ist durch die bekannten großen Movdplakate. die heute früh an den Litfassäulen erschienen, zur Mitarbeit aufgefordert worden. Bezirkeausschuß für Arbeiterwohlfahrk. 3. kreis. Heute, Frei- tag, 19.30 Uhr. Mitgliederversammlung im Ledigenheim. Schönstedt- straße 1. 5. Stock. Jahresbericht und Neuwahl des Kreisausschusses. Einlaß nur mit Parteimstglledsbuch und Acheiterwohlfahrtauswest. Knegsbeschädigie und Roiverordnung. Schwierigkeiten der Invalidenversicherung. Im Reichstag traten der Sazialpolitische. Ausschuß und der Ausschuß für Kriegsbeschädigtenfragen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, um mehrere Petitionen zu beraten, die sich aus die Auswirkung der Vierten Notverordnung auf die Kriegs- beschädigten beziehen. Ministcrialdircktor(3 r i c f c r(Reichsarbeitsministcrium) führte dazu aus: Der Notoerordnung vom 8. Dezcinber gingen Erwar- tungen und Befürchtungen voraus. Eine Gruppe hatte er- martet, daß die Renten astgemein gekürzt werden, ein« andere Gruppe hatte die Kürzungen befürchtet. Die Notverordnung ließ die Höhe der Renten unberührt, so daß sich jene Erwartung nicht erfüllt hat und diese Befürchtung gegenstandslos geworden ist. Die Bcrordnung wendet sich im allgemeinen gegen die Häufung von Renten, gegen die Uebcrocrjicherung von Hinterbliebenen und gegen das Zusammentreffen von Invaliden- reuten mit Unfall- und Versorgungsrcnten. Diese Maßnahme schien eher vertretbar als die allgemeine Kürzung. Die Beitrags- einnahmen in der Invalidenversicherung sind seit l!)Z9 von Jahr zu Jahr um zehn Millionen Reichsmark im Monat zurückgegangen, der Januar 1932 brachte nur 56 Millionen Reichsmark. Dagegen steigt der Rcntenaufwand in der- selben Versicherung von Jahr zu Jahr un, rund siebzig Millionen Reichsmark. Daraus ergeben sich außerordentliche Schwierigkeiten jewells zum Ersten des Monats, die zur Zahlung notwendigen Rentcnmsttsl aufzubringen, well die Forderungen und die Hypo- (j uebbels TifUeuksirfe In Homburg ziert noch immer die Mauern das Plakat, das wir oben wiedergeben. Es ist deutlich genug. Der Sicherheit halber ober sei der wesentliche Wortlaut der Ankündigung noch einmal wiederholt: 3)r. Goebbels der mutige TorkSmpfrr der nationolfo»J«lffHfrh«t Bewegung, der behannle. Oberbandil roii SBerlin rerfo'-gl und gequBII— Uüind rerbolen,»her doch nirhl toi fprfrfil am Mcnxlag. dem 9. Okiober 19?8. obds. 8"Uhr, bei Hagebiel, gr. Saal, in einer majfenrertammlung. Als der Abg. Lille(Soz.) gestern im Reichstag den„Ehrentitel" wiederholte, den die Homburger Nazis ihrem Reichsreklameches össentlich gegeben haben, mußte er sich auf Verlangen Fricks zur Ordnung rufen lassen! thekcn der Versicherung eingefroren sind und die Wertpapiere un- gewöhnlich niedrig im Kurs stehen. Eine Beitragserhöhung ver- trägt die Wirtschaft nicht. So schmerzlich die Bestimmungen im einzelnen sind, so kommt es doch wohl auf die Gesamtheit der Ver- bältnisse an. Die Hauptsache ist die Erhaltung der Invaliden- Versicherung. Die Redner der sozialdemokratischen Fraktion, Genossin Schröder und Genosse Oerie ch,_ stellten sich demgegenüber auf den Standpunkt, daß diese Schwierigkeiten auch durch die Bestimmungen der Notverordnung nicht behoben seien. daß aber die vorgesehenen und bereits eingetretenen Verschlechte. rungen ungeheure Härten für die Betroffenen dar- stellen. Die sozialdemokratische Fraktion sei der Anficht, daß die Reichsregierung in derselben Weise, wie sie für die Wirtschaft�Hilss- maßnahmen ergreife, sie auch die Verpflichtung habe, der wozial- Versicherung über die von ihr nicht oerschuldeten finanziellen Schmie- rigkciten hinwegzuhelfen. Genosse K a r st e n trat für die Schaffung eines Unterausschusses ein, der nach Wegen suchen solle, um die Bestimmungen der Vierten Notverordnung in erträglicher Weise abzuändern." Die Redner der sozialdemokratischen Fraktion wiesen bei dieser Gelegenheit auf die von der Sozialdemokratie ge- stellten Anträge hin, die an anderer Stelle ausführlich wiedergegeben werden. Es wurde beschlossen, je einen Unterausschuß des Kriegsbeschädigten- und des Sozialpolitischen Ausschusses einzusetzen, die in der allerkürzesten Zeit -ine gründliche Vorberatung der durch das Parlament zu fassenden Beschlüsse vornehmen soll. hindenburgs Bruder gestorben. In Lübeck ist am Donnerstag der letzte Bruder des Reichspräsidenten, Bernhard von Hindenburg, im Alter von 74 Iahren gestorben Der„Londvolkkomps" auf drei wocheu verboten. Der Ober- Präsident der Provinz Schleswig-Holstein hat die in Itzehoe heraus- gegebene Wochenschrift„Der Landvolkkampf" auf die Dauer von drei Wochen, und zwar vom 25. Februar ms einschließlich 16. März, verboten. Anlaß zu d-ui Verbot gab der in der Nummer 5 der Zeitschrift erschienene Artikel„Bauer, nutze deine Machst'. Daß dos Schiller-Theater mit Ablauf dieser Spielzeit aufhört, eine Filiale des Staatlichen Schauspielhauses zu sein, kann kaum noch bezweifelt werden. Daran wird auch der vom Landtag an- genommene volksparteilichc Antrag nichts ändern, in dem das preußische Staatsministerium ersucht wird, nochmal zu prüfen, ob nicht von der Aufgabe des Staatstheaterdctriebs im Schiller-Theater Abstand genommen werden könne. Diese Situation hat gerade i» den letzten Tagen heftige Er- örterungen in der Presse ausgelöst. Wie bei der Behandlung von Theatersragen üblich, ist dabei wieder eine Fülle von Unrichtigkeiten zutage getreten. Schon hat sich auch wieder dos Cliquenwesen be- merkbar gemacht, das bei jeder Entscheidung über Berliner Theater- fragen eine Rolle spielt. Mit oft sehr anfechtbaren Mitteln wird versucht, irgendeine Kandidatur zu managen oder im Interesse dieser Kandidatur eine andere zu Fall zu bringen. Der Kampf der letzten Tage wogte besonders um die Frage, ob Fritz Hirsch, vor einigen Iahren eine wertvolle Kraft im Ensemble Ießncrs, zuletzt Leiter �ciner Opercttenbühne in Holland, als geeigneter Mann für die Leitung des Schiller-Theaters gelten könne. Wer oerfügt überhaupt zur Zeit über das Schiller- Theater? Das 5)aus gehört der S t a d t B e r l i ru Sie Hot es aber nie selbst bewirtschaftet, sondern es wurde von vornherein der Schiller-Theater- A.-G- überlassen. Diese gab es dann uor einigen Iahren an den Staat in Unterpacht. Soweit ersichtlich. gilt der Pachtvertrag zwischen Stadt und Schiller-Theoter-A.-G. auch noch weiter, da die Pächterin vor drei Iahren von einem Options- recht Gebrauch gemacht hat und eine spätere Aufkündigung der Pacht von der Stadt nicht anerkannt wurde. Indessen scheint das Verhältnis zwischen Stadt und A.-G. insofern noch nicht ganz ge- klärt, als weiterhin Differenzen über die Höhe der von der Schiller- Theoter>A.°G. zu zahlenden Pochtsumme bestehen. In jedem Fall kann die Schiller-Theoter-A.-G. nicht ganz selbschcrrlich über dos Haus ver- fügen. Ein« neuerliche Weiterverpachtung würde(wie eigentlich selbstverständlich) der Zustimmung der Stadt bedürfen. Ebenso hat die Stadt das Recht, bei einer künftigen Bewirtschaftung des Hauses durch die Schillcr-Theater-A.-G. selbst über die Person des künst- lerischen Leiters mit zu entscheiden. Die Nachricht, daß diese Entscheidung bereits zugunsten des oben genannten Fritz Hirsch gefallen sei, war falsch. Richtig ober scheint zu sein, daß bei der Schiller-Theater-A.-G. Bedenken bestehen, einen sozusagen bereits in Berlin akkreditierten Theatermann zum Leiter des Hauses zu machen. Man will osfenbar im Schiller-Theater einen vom Berliner Cliquenwesen unbeeinflußten, nicht auf moderne Regie- erpcrimcnte eingestellten. solid-volkstümUchcn Theaterbctricb, man fürchtet, daß die Theaterlieblinge der Berliner Presse keine Garantie für einen solchen Betrieb bieten könnten, daß bei ihrer Verpflichtung auch das finanzielle Risiko zu groß werden würde, und man hält deshalb nach einem Mann Ausschau, der nicht schon so vom Ehr- geiz des Berliner Stardirektors besessen ist. Dieser Standpunkt der Die Zukunft des Schiller-Theaters Stadi und Volksbühne Schiller-Theater-A.-G. ist zumindest verständlich. Man könnte es nur begrüßen, wenn dos Schiller-Theater sich im Berliner Theater- leben eine nicht auf Sensotwnen und Extravaganzen gerichtete Sonderstellung zu schaffen suchte. Aber freilich: es müßte Vorsorge getroffen werden, daß das Schiller-Theater weder ein reines Unter- Haltungstheater noch ein Vorstodtinstitut wird. Die Leiter der Schiller-Theoter-A.-G. hoben die Pflicht, einen Mann an die Spitze der Bühne zu stellen, der wirtschaftlich zuverlässig ist und seinen eigenen Weg zu gehen bemüht ist, der aber auch olle Gewähr für ein künstlerisch wertvolles Programm bietst Einen solchen Mann zu finden, ist sicherlich nicht leicht. Und man wird sich auch darauf gefaßt machen müssen, daß er von vornherein ssofern er nicht bereits mit den„maßgebenden" Herren der Berliner Presse verschwistert und verschwägert ist), zunächst auf den schroffsten Widerspruch des größten Teils der hauptstädtischen Zestungcn stößt. Der Spektakel bei der falschen Nachricht von der Berufung des Herrn Hirsch(van dem deshalb freilich noch nicht gesagt werden soll, daß er der richtig« Mann wäre) konnte einen Vorgeschmack davon geben.-> Durch die Bewerbung des derzestigen künstlerischen Oesters der Berliner Volksbühne. Karl Heiz Martin, ist die Frage aufge» warfen worden, ob nicht eine engere Verbindung zwischen Schiller- Theater und Volksbühne hergestellt werden könnte. Ein« solche Verbindung hätte manches für sich. Wenn freilich manche Blätter — vielleicht um die Kandidatur Martin zu stützen— es so hingestellt hoben, als sei die Existenz der Volksbühne davon abhängig, daß der künftige Direktor des Schiller-Theaters die Versorgung des Hauses der Volksbühne mit Vorstellungen übernehme, so ist das, gelinde gesagt, sehr töricht. Selbstverständlich ist die Volksbühne auch in der Lage, ihren Betrieb ohne Verbindung mit dem Schiller- Theater weiterzuführen Und wenn die Kombination Schiller- Theater— Volksbühne so aussehen sollte, wie es noch Mitteilungen der„BZ." im Plane Martins liegt, daß dos Haus am Bülowplatz nämlich im wefenllichen jene Stück« erhält, die im Schiller-Theater bereits abgespielt wurden, dann würde die Verbindung mit dem Schiller-Theater für die Volksbühne olles andere als ein Vortell fein. Wir glauben zu wissen, daß auch in der Leitung der Volks- bühne niemand daran denkt, auf solche Pläne einzugehen. Vor- aussetzung für ein Zusammengehen mit dem Schiller-Theater müßte für die Volksbühne sein, daß der Charlottenburger Kontrahent der Volksbühne durchaus ihren Rang als führendes Theater sichert. daß er künstlerisch zuverlässig ist und daß er— auch das spielt natürlich eine Rolle— finanziell alle Sicherheit bietet, un? die beiden Betrieb« mindestens ein bis zwei Jahre hindurch vor Krisen zu be- wahren. Sollte es bei dieser Sachlage nicht zweckmäßig sein, daß Stadt, Schiller-Theater und Volksbühne rechtzeitig miteinander Fühlung nehmen, um die Möglichkeiten eines gemein- famen Vorgehens auch bei der Bestimmung des künftigen Leiters des Schiller-Theaters zu erörtern? l?. U. Chor- und Orchesterkonzerte. Händel, Haydn, prokofiew. Vielleicht hätte es sich— bei aller durch das Datum seines 290. Geburtstages ausgelösten Begeisterung für Haydn— doch vermeiden lassen, die„Jahreszeiten" binnen 48 Stunden zweimal auf- zuführen. Es ist dies nur«ins der zahllosen Beispiele des voll- kommenen und beklagenswerten Wangels einer dringend not- wendigen Organisation des Berliner Konzertlebens: die Nachfrage nach Konzerten, deren Sinken mit Schrecken festgestellt zu werden pflegt, wird durchaus nicht günstig beeinflußt, wefin es in eurer Woche nichts als Kammermusikkonzertc gibt J 5. Bach: Polonaise— Bourrte Menuett— Badlnerle 2. Hindcl: Sarabande, i Couperin- Allemande. i Tele- mann: Gavotte— Courante— Porlane. 5. Galuppl: Allemande— Marcla. 6. Leclalr. Tanzstücke aus Violinkonzerten. 7 Hindel; Musette. 8. Rosenmüller: Pavane 9 Förster: Marsch.(Neues Bach-Orchester.) 17.30 Schüler unterhalten sich(Lu." Dr, Wilhelm Hoffmann). 18.10 Das neue Buch, loset Maria Frank:„Volk im Fieber".(Sieben-Stäbe- Verlar. Berlin.)(Am Mikrophon: Dr. Harald Braun.) 18,30 Dr. Paul Rohrbach. München: Das Problem Indien. 18.45 Die Funk-Stunde teilt mit... 18.50 Stimme zum Tas. 19.00 Tecmuslk 19.55 Mltteilunren des Arbeitsamtes. 20.00 Deutsche Urauiltthranr der Urfassunz„Boris Qodnnow", Oper in vier Auizüren mit Prolor. Musik von Modest Mussorgsky. In den Pausen Tages- und Sportnachrichten. AnschlleBend Tanz- und Unterhaltungsmusik. KönigsvnstethaeseE. 16.00 Ob.-Stud.-Dir Dr. Richard Schade: Neuphilologen. 17.30 Dr. W. Helder; Osteibische Kleinstadt. 18.00 Bürgermeister Dr. Fritz Elsas Die städtischen Verkehrstarile. 18.30 Mersmann: Hören musikalischer Formen. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Vortrag füt Tierärzte 19.30 Erika Dernburg und Hans Brockmann: Arbelt nnd Dichtung. welter für Berlin und Umgebung: Zeitweise heiter, nachts leichter bis mäßiger Frost. Am Tage Temperaturen bis über Null steigend. Mäßige nordöstliche Wind«.— Für Deutschland: Im Osten noch vielfach bewölkt, vereinzelt leichte Schneefälle. In Mitteldeutsch- land zeitweise heiter. Togeetemperaturen um Rull. Im Westen und Süden D.'wölkungszunohme und Milderung des Frostes, im Alpen- vorland vereinzelt Schneefälle. ..Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei Vtranttnorll»ür btr Arbattion:»ich. Bernstein. Berlin: Anzeigen: TV Olstfc. Berlin Berl in: Borwört« Verleg tb m b. H. Berlin. Druck: Bormärl» Buch. hzuckettl unh Berlagnanstnll Paul Singer k Co. Berlin Sffi 68. Lindenstr. 3. Kierzn I Beilage. PROGRAMM ör die Zeit vom 26. bis 29. FebniAr K I N O-T A F E L PROGRAMM 'Or die Zet' vom 20. bis 29. Februar ESEJßJ Pot:damer Stra Be 38 IHaun brnocht kein Geld mit II RQhmann, Il-Moncr, IdaWant, Kart uerron Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr S. 8, 5. 7. 0 Uhr Moabit Arta:hof Perlebenter Str 7 Tonfilme: Die Fledermeaa mit Ondr»—„apan, China Wochent. ab 8 Uhr Sonnlaes ab 5 Uhr & Rheinstraße 14 Der Haaptinann v- Ilax Adalbert mit (An der Kais-Eirhe) KSpenlck W. Jugendliche 5. 7. 9 Uhr haben Zutritt S. 3. S. 7. 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Der»tele der 3. Kompagnie m Heinz Rühniann— Auße-dem: Fannc dich kurz m K. Lilien W 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5. 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Man braucht kein Geld mit H. Rtthmann, II. Moser, IdaWQst, Kort Gerron Jugendliche habet Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Pasnapel MtOrme der Leidennehatt mit Emil Jannlncn, Anna Sten Den ganzen Tag geMlnetl Sonntag 3. 5. 7, 9 Uhr j W ••tan Primas-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Mamsretenstr. Der nehfinnte Mann Im Staate mit S. Arno, R. A. Roberto, Hanl Arna Cam. Spiro. Hngo FUcber-KOppe Für Jugendliche freigegeben! W 5.15, 7.15. 9.15 Uhr S. 3.15. 5.15. 7.15. 9.15 Uhr Unter der Unden 14 Täglich 3, 5, 7. 9 Uhr Tonfilm. D. Glßcknee ▼. Motre Ponte— Stg. UH vorm. von Sucbum Ann» C nnd die Mandaehureet W 8.45 D 9 05 U, S. 3. 5. 7. 9 Uhr Welt-Kino Alt Moabit 99. Tonfilra-Lustsn'el: Mein Freund, der Millionär, tn H. Tbimlg— Tonbelprogr.— Tonwoche Kant Licht'piele Kantslr 54 la-i der WilmersdoHer Str) Lügen auf Rügen mit Maria Solveg, O. Wallbarg, Roberts W. 5, 7. 9 Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Zeli Germania-Palast (■.harlotlenhum. WUmersdorfer Str 53,54 Duster Keaton spricht deutsch in Casanova wider Willen— Bü.: Inhlandorf-Mitta M Beginn lägt 5. 7, 9 Uhr Stg 3 Uhr Jngendvorttell Potsdamer Str 50 Ronny m. Küthe ▼. Nagy, W. Frltaeh— Gut. tön Belprogr. ■»taallt« M Titania-Palast s�Ve'.jo.au. Steglitz. SchloDstr 5. EckeGutsmnthsalr Großtonf: Unter falsch. Flagge m Frühlieh, Kayßler, Wangel, Loos, Temary, Susa— Ton- fllmbelprogranun /- Varlendorfer W.6.30, 9U. ma-ht Tonlichtspiole So. ab 5 U. Chausseesir. 305. Hein Freund, der Mllllonir, m. U. Thlmlg— Tonbeiprogr. 3 große Bühnen-Attraktionen Sfnr/firtf W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. o. 7. 9 Uhr Aur'UrSl Die Kamera Schlüter-Theater Ä u Schlüterstr. 17 S. 3 U Jgd.-Vorst. Vorek mit Werner Kranß— Ton. Belprogr. Jugendliche haben Zutritt Atrium Kai-erallee. Ecke Berliner StraBs Wochent. 7. 914 U. Sonnt. 5, 7. 9*4 ü. Urauffdhr.f Die verliebte Firma mit A. Ahlers. L. Dejers. L. Steckel. B. Verebes. W. Fink, G. Fröhlich— Tontllmbeipr. Toem>cinof�_J w 7. 9 Uhr Stg. 5, 7. 9 Uhr Dorfstraße 22 Ecke Berliner Straße Sonntag 3 Uhr: Jugend Vorstellung Madame hat Ausgang m. Liane Haid— Tonbpr— Tonwoche 7. 9 Uhr Sic- 4 Uhr: Jucendvorslell Titania Schöneberg Hauplstr 49 W 5 7 9 Uhr S 3. 5. 7. 9 Uhr Es wird schon wieder besser mi| Dolly Haas, II. Rühmann Tonbeiprogr.- Juaendl. Zutritt! Titln Ii füglich 5. ilVOlt sie- 3 Uhr Berliner Str. 97. Tonlnstsplel: Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart— Tonbelpr.— Tonw. Mercedes-Palast v. Mcrmannstr 212 Bühnengastspiel: Hailoh, 1 932 Die gratid. Ausstattungsrevue. 12 Bild Wunderjazz-Corps de ballet, Jazz- komüdlanten, 30 Milw.— Filmteil: Der nnbekante Gast m. Sr.oke Szakall, Hilde Hlldebrand SO« Film-Palast Kammersäle Teltower Str 1 W ab5tü. So ab3\bU 2 Tonfilme: Früuleln falsch verbünd. m M. Schneider— Die Nacht ohne Pause, mit S. Arno Nordostan S Od an Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7. 9 Uhr. Sonntags ab 4H Uhr Tonoperetie: Ronny mit Küthe r. \agy, W. Frltaeh— 4. Tonkab. Filmeck Am Gürlllzer Bahnhof W ab 6H. Stss ab 3 Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart Bühnengastspiel: Efim Schachmeister nnd seine 14 Solisten W ab 6 30 Stgs. ah 3 Lana-Palast Luisen-Theater Reichfnberger Str 34 Zwei Tonfilme; Mein Freund, der MIHIonür, mit Hermann Thlmlg— Es gibt eine Frau die dich niemals vergißt..._,... m. lii Dagever, iv. fetftub Schwarzer Adler W. 5. 7. ca 9 Uhr /TZ-aJ-.»" Prenzlauer „Li, Slam Allee 56 W 5.15, 7. 9.15. Stgs 3.15. 5. 7.15. 9.15 Früuleln, falsch verbunden, mit M. Schneider, Riemann— Bü.; Gnstl Beer u sein Ensemble — Emelkatonwoeho Flora-Lxhtspiele h�Xfr Wochentags 5�0, 7, 8.30 Uhr, Sonntags 3, 4.30, 6, 7.1 S, 8 45 Uhr 2 Tonfilme; X Ä7 mU Jlarl. Dietrich— 2 himmelblaue Augen mit Herrn. Thtmftgr Osten German ia-Palast Franklurter Allee 314 Wocht. ab 6.30. Sonnabd. 5, Stg. 3 Uhr Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart Tonfllmbelprogramm Bühnengastspiel Frero mit seiner Prachtscbau schöner Frauen. Musik — Gesang— Tanz. 17 Mitwirkende. WniOansa« Harmonie Wochent 7 n 9 N Sonnt. 5, 7, 9 U, Langhansslr 23 2 Tonfilme: Die Mutter der Kompagnie mit W. F-rdl— Männer am Lucia mit Liane Held �Prtadpjchafdld«�� Kino Busch a&n�»� AilrFriedrichsfelde 3 Reserve hat Ruh mit F. Kompers Lucio Englisch-- Großes Tonbeiprogr.— Tonwoche ■""-n■ Alhambra �Äol38 W 5. 7. 9 Uhr St«. 3. 5. 7. 9 Uh» IHan braucht kein Geld mit II* Uühntann— Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt Woch 5 Uhr Sonnt ab 3 Uhx Gr Frankfurter Str 131 Tonwoehe Ehe m. beschränkter Haftung; mit Chorl. Susa— Bühne: Gastspiel der Kapelle D»|o» Belü Primus-Palast sLn3*.! u' Am Hermannpiatz Urtsi.slr 72176 Unter falscher Flagge ra Ch. Snsa— Große Bühneaschau— Beiprogramm oabelprogr.— Jugendl Alfen Alhambra Franziskaner Tageskino ab 9 Uhr vorm leorasnuraBe'Ecke Fnedrtchstraßel Tonlilm-Doppelprooramv! 9. 12 3 6 9 Uhr: Jeder tragt nach Erika nvt Lya Maro, R. A. Roberts, W. Janssen. B- Verebes n. a Dajos Bela und sein Orchester 19.30, 1 JU. 4 30. 7.30, tOJO Uhr: Kadetten (Hintsr den roten Mauern. von Uchlerfelde .Veuesle Tonbild-Reportage Hauptstr. 30. Woch. 5. 7. 9 Uhr Sonnl 3. s s o n,'r — Varletd, Tonfilm Der weiße Ranseh mit Lent Riefenstahl IL Achneider—' Leutnant warst du einst bei den Husaren mM M. Christians 'Bühne: Jevaro Trio Wochent. 6 45, 9 Uhr Sonntga 3. 5. 7. 9 U. Kotlbusaer Damm 92 Atürroe der Leldutsehaft mit Emil Jannlngs, Anna Sten — Tonbeiprogramm Frlndnnnu Kronen Lichtspiele �uSr Rheinsir 65. Sbd. Stg. ab 5 Uhr Es wird schon wieder besser mit Dolly Haas Rühniann— Beiprogramm—. Jugendl. ZutritU Excelsior Stella-Palast W, Vt g: Köpenicker Straße 13—14 Tonfllm-Sehauspiel; Mädchen In Uniform Die 10 Hauptdarstellerinnen allabendlich auf der Bühne Bghnengastspiel: Ben Berlin und sein Tonfilm-Orchester Deutsch-Amerik. Theater Kfipenicker Str. 68 W 4.30, 6, 7.15, 9 Der Stolx der 3. Kompagnie mit Heina Rühmann— Tabu Sonntag H3 Uhr: Jugendvonteilung. Frankf Allee 99 S. 3. 5. 7. 9 Uhr Stürme der Leidenschaft mit Emil Jannlngs, Anna Sten— Belprogr.— Auf der Bühne: Gastspiel Sorga Pharus- Lichtspiele Müllerstr 142 Täglich 5. 7. 9 U. 3 GroStonfilme: Der Pechvogel m. Roberts, E. Sturm, I Wüst — Durchlaucht amüsiert sich mit Llen Beyers, 6. Alexander Viktoria-Theater s�abs'u Frankfurter Allee 48 Der große Emil-Jannings-Tonfilm: Störme der LcIdenAchafc Neue Philharmonie Kdpenirker Str 96 Die FBrsterchrlstl mit Irene Eisinger. F. Richter— T«» belprogranun— BtthnenacT M Baumscnulanwaa b Wocht. 6 45, 9 Uhr Soppt. 3, 5, 7, 9 Uhr Kaiser-Frledrlcb-S(raße 191 Mädchen In Uniform. Bmllla Lucka und 0 Darstellerinnen anwea- Stern, Hermannstraße 49 Wocht. S.?0. 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr GroStonfilra; Viktoria nnd Ihr Husar mit Frledl Schuster. M. Bohnen— Auf der Bühne: Der Britzer Mandolinenklnk Lichtspielhaus w�d Baumschulen« 78. Stg. 2 u: Jug.-V. Solang noch ein Walzor von Strano erklingt m. Paadler— Mein Freund, der Millionär, mit U. Thlmlg— Tonwoche Treptow-Sternwarte Sonnabend 8, Sonnlag 4, 6, 8 Uhr: Amerika von heute(Filmvortrag von Obering. Dreyer) Frankenburg Bohn« Gr Frankfurter Str. 74 W. 5, 7. 9 U S. 3 ü.: Jugendvorst. Die Liebcsfillale mit Anny Ablers— Tonbeiprogr- Tonwoche— Bühnenschau m inneruw 1 Babylon, am Bälowplatz W 5 Uhr Stg. 2.30 Uhr: Jug.-V. Der verlangte Adolar mit H Moser Ferner. Das Ende vpn Maradu, Tonfilm � Neu-llchtenaerg> Kosmos- Lichtspiele LOckstr. 70. Wo. 5, 7. ca. 9 So. 5. 7, ca. 9 Uhr GroOtonfilm: Der Draufgänger mit H. Albers, Gerda Maurus — Tonbeiprogr.— Tonwoche Beba- Lichtspiele Resldciustr 124 W 6.45 u 8.4,5 Uhr Stg. 5. 7. 9 Uhr 3 Uhr: JugepdvorsL Der brave Sünder m Pallon- bergr, D. Haan. H. Röhmann—> To n b e i pr o gsramm Pankow Palast-Theater 5 7. 9 Breite Str 21a 3 GrpOtonfilroe: Es wird schon wieder besser mit Dolly Haas Yvonne mit Greta Garbo Tin*!! Wochen 1 t> f l IVO II Sbd. u. Sonnt 5 U Berliner SlraBe 27 Kadetten. Hinter den roten Mauern von Lichlertelde. mit Bassermaun — Die Affen von Suehnm Jugendliche haben Zutritt ■■ Filmpalast Tegel Wochen 6. sannt 4 14 U Sonntags 2 Uhr: Jugend Vorstellung Die spanische Fliege mit R. A- Reherts. Fritz Schulz— Ton- belprogranun— Tonwoche Hennigsdorf Filmpalast lS ih.oÄo' Berliner Str. 59 TongroOfilra; Ronny reit Käthe t. Tfagy, W. Fritsch— Gut. Ton- beiprogramm— Tonwoche (Beilage Freitag, 26. Februar 1932 LprÄbpnö %aJoiiigaße Ja ibtväfk Würmer machen Menschen blind Ueberraschende Forschungen der Zoologen/ Von Dr. Günther Hecht In einem Vortrag wurde berichtet, dajj Lettow-Vorbeck im Kriege ein geplantes größeres Unternehmen aufgeben mußte, weil ein entscheidender Teil der notwendigen Träger vom gefürchteten Medinawurm befallen und auf Wochen nicht voll feliöiensifähig war. Die Leute hatten aus stehenden Urwaldgewässern getrunken und dabei kleine, nur wenige Millimeter große Krebschen mit- geschluckt. In diesen Krebschen befancen sich die Larven des Mckina» wurmes, die im Magen frei wurden und sich nach einigen Monaten zum geschlechtsrcifen, etwa Sg Zentimeter langen Wurm ent- w'ckelten. Das laichreife Weibchen kriecht dann unter der l)aut des Beines herab in den Fuß, wo sich eine offene Wunde bildet, durch die jeweils die Eier immer dann entleert werden, wenn der Träger in Wasser tritt. Nur mit großer Mühe und in langen Wochen gelingt es. den äußerst lästigen Parasiten, der oft genug schwere Allgemeinerkrankungen hervorruft, durch allmähliches Ausrollen auf ein Stäbchen aus dem Fuß und Bein herauszuziehen. Während dieser Medinawurm in vielen Fällen nur sehr lästig wird, ist das fürchterlich« Wirken eines anderen Wurmes, der Onchocerca, um so grauenvoller: der Wurm macht blindl Als vor einigen Iahren in den Urwäldern Guatemalas und Südmexikos neu« Kaffeepflanzungen angelegt wurden. erkrankten plötzlich zahlreiche Arbeiter und Angestellte, auch mehrere Deutsche, an den Augen: es gab tiefe Rötungen und Schwellungen, und nach einigen bangen Tagen steten Brennens und Zuckens in den Augen erlosch das Augenlicht. Es war erschütternd, wie Plötzlich große starke Männer mit Kopfschmerzen und Schindelansällen zu- sammenbrachen und nach wenigen Tagen des Siechtums völlig er- blindeten. Bald fetzt« eine Flucht der noch sehenden Arbeiter ein aus Furcht, es könnte auch sie der geheimnisvolle, grauenerregende Fluch treffen. Denn seit die Deutschen an den Küsten Mittel- omerikas saßen, hatten die Eingeborenen davon geflüstert, daß tief im wilden Innern einige Indianer st ämm» seit Jahr- Hunderten blind seien. Erst seit einigen Jahren kennen wir den Erreger dieser Massenerblindungen. Es ist ein etwa 20 bis 40 Zentimeter langer, haardünner Wurm namens Oncdocerca coecutiens, der sich gern unter der Kopfhaut einkapselt und durch seine Ausschei» düngen auf die Sehnerven unaufhaltsam einwirkt, bis der Seh- nerv keine Reize mehr weiterleitet und der Mensch somit erblindet. So grauenhaft das Wirken dieses Blindheit erregenden Wurme» ist, so wunderbar ist die Tatsache, daß der Sehnero nicht zer- st ö r t wird, sondern nur die Reiz« nicht weitergibt. Eines Tages nämlich untersuchte der Arzt Dr. Nobles(Guatemala) einen schon fast erblindeten Indianerjungen und fand unter der Kopfheit kleine Knötchen, in denen je ein langer, eng zusammengeringelter Wurm lag. Den nahm er heraus. Wer be- schreibt.die Ueberraschung des Arztes, als der Junge nach einigen Tagen geheilt davonspringen konnte! cheute wissen wir, daß die Larven des Wurmes, die im Blut des Menschen kreisen, von zwei Millimeter großen Kriebelmücken beim B�utaussaugen mit ausgenommen und auf andere Menschen übertragen werden. Im Körper kriechen sie zuerst umher und kapseln sich dann unter der Kopshaut ein. Auch in Europa verbrestet ist die sogenannt« Tunnel- oder Bergwerkskrankheit. Ueberall dort, wo tn Bergwerken und Tunnelstollen die Arbeiter im Hochsommer barfuß gehen, stellen sich nach kurzer Zeit äußerst unangenehme juckende Fußgeschwllre ein. die den Befallenen meist arbeitsunfähig machen. Beim Bau des Simplontunnels war der größte Teil der im Sommer barfuß oder mit nacktem Oberkörper arbeitenden italienischen Ar- beiter tage- und wochenlang dienstunfähig. Bisher glaubte man. der Erreger dieser Tunnelkrantheit sei ein kleiner Wurm, der sogenannte Hakenwurm, besten Larven im Schlamm und in Pfützen, vor allem der Erdhöhlen und Stollen, leben und durch die Haut in den Menschen eindringen. Sorgfältige Unter- suchungen ergaben jedoch, daß der Hakenwurm so gut wie ganz als Täter ausschaltet. Die Erreger sind anscheinend Bakterien oder Pilze(ähnlich der Bartflechte). Aufgeklärt ist jetzt auch der Badeausschlag. In manchen stehenden Gewässern bekommen Badende einen stark juckenden Hautausschlag. Man vennuetet« lange Zeit, daß es sich um«ine Art Ueberempfindlichkeit gegen Staub von Pflanzenpollen handle. Erst >ctzt hat man nachgewiesen, daß die zahlreichen äußerst juckenden Pünktchen auf der Haut durch winzige Würmerlarven hervorgerufen werden, die sich aus dem Wasser in die Haut bohren. Diese oft massenhaft auftretenden Erkrankungen scheinen nichts Schlimmeres zu hinterlassen. Viele unserer Haustiere leiden sehr unter parasitischen Würmern, die oft erheblich den Schlachtwert mindern. Schweine zum Beispiel werden oft zu vielen taufenden vom Schweine- nierenwurm befallen, der sich in den Nieren und der Leber, in der Lunge und der Milz aufhält und diese Körperteile allmäh- lich zu einer blutigen und faserigen Masse zerfetzt. Erst seit kurzem kennt man den Lebenstreislauf des Nierenwurms. Man weiß, daß die Wurmlarven praktisch nur durch die Mundöffnung beim Wühlen im kotdurchsetzten Boden eindringen, und man beobachtete, daß die mit dem Kot abgehenden Eier und die sich entwickelnden iungen Larven schr empfindlich sind. Deshalb kann man jetzt die Krankheit wirkungsvoll bekämpfen: man entfernt sorgfältig den Kot und ver- brennt ihm und mit einem Schlag ist die Epidemie praktisch ver- schwunden. Millionenwerte sind so durch die Arbeit der Zoologen erhalten worden. Auch Schafe und Ziegen sind oft von zahllosen Faden- würmern bewohnt. Die Schafe beherbergen etwa l b Arten von Fadenwürmern, die vielfach bis zu zwei Drittel aller Tiere einer Herd« befallen und sie mehr oder weniger empfindlich schädigen. Auch hier dringen die Würmcrlaroen meist durch die Mundöffnung ein. Die jungen Larven können sich auch durch die Haut einbohren und sogar mit Staub eingeatmet werden. Selbst Menschen erkrankten erheblich. Seit zwei Jahren weiß man, wie die Larven der Würmer sich entwickeln, daß sie und die Eier gegen chemische Desinfektionsmittel höchst unempfind- ! i ch sind und daß man der von ihnen verursachten Seuche nur durch sofortiges Verbrennen des Kotes von allen Huftieren uifd Wiederkäuern wirksam begegnen kann. Aber parasitische Würmer sind nicht nur unsere Feind«, jon- dern auch tüchtige Bundesgenossen: in manchen Gegenden wird der in Milch stehende H a s e r nicht selten fast vernichtet durch die Maden der H a f e r f l i e g e. Nun wurde ein Wurm ent- deckt, der in die Fliegen und in ihre Maden hineinkriecht und sie zeugungsunfähig macht. Zur Zeit sind Versuche im Gang, ob man diesen Wurm nicht künstlich zur Bekämpfung dert Haferfliege ein- setzen kann, vielleicht durch Ueber st reuung des Hafer- selbes mit Million en von Würmerlarven. Prak- tisch brauchbare Ergebnisse sind noch nicht erreicht, obwohl 5 bis ls Proz. aller Haferfliegen durch den Wurm unfruchtbar werden. Etwas weller sind wir mit einem zweiten wichtigen Bundesgencssen, einem kleinen Fadenwurm, der die Eier des die Forsten ver- wüstenden Strobusrllsselkäsers unfruchtbar macht und die jungen Käserlarven zum Absterben bringt. Millionenwerte sind e», die der Rüsselkäfer durch Zerstörung der Strobuskiefer(Weimuts- kieser) vernichtet, Millionenwerte kann der kleine Wurm uns erhalten, wenn es gelingt, ihn wirksam ein- zusetzen. Unsere Kulturpflanzen werden gleichfalls durch jolche Para- fiten erheblich bedroht. Am bekanntesten und gefürchtetsten ist das Rübenälchen, das oft genug die ganze Ernte großer Rüben- selber vernichtet. An seiner Bekämpfung wird seit langem ge- arbeitet, aber nur erst wenige Jahre kennen wir seinen Lebenskreis- lauf so genau, daß wir hoffen dürfen, unseren Landwirten tatsäch- lich wirkungsvolle Bekämpjungsmaßnahmen angeben zu können Müssen wir sterben? Neue Forschungen über das Problem des Alterns/ Von Dr. H. F ebmann Wie steht es mit dem Menschen, weshalb müssen wir sterben? Müssen wir überhaupt st erben? Wir könnten diese Frag« beantworten, wenn wir wüßten, was alt werden eigentlich ist. Noch immer bemühen sich die Biologen um das Problem der Verjüngung und noch immer ist die Frage durchaus ungeklärt, ob nicht doch vielleicht altern ein umkehr- barer Prckzeh ist. Der natürliche Tod, der sogenannte Allers- tod, ist ja nur der Abschluß des Alterns. Wenn z. B. der Nachweis erbracht worden wäre, daß die Lebe- wesen regelmäßig den G« h i r n t o d sterben, der durch allmähliche Degene.ation des Zentralnervensystems verursacht wird, so hätten wir damit«ine erste Antwort aus die Frage, weshalb wir nicht unsterblich sind, ungeklärt wäre dann aber immer noch das Pro- blem, weshalb altert nun da« Zentralnervensystem und die Ant- wort darauf müßte lauten, weil die einzelnen Nervenzellen allem. Wenn wir also wüßten, weshalb die einzelnen Zellen des Organis- mus alt werden, dann hätten wir auch das große Rätsel des Todes gelöst. Daß einzeln« Zellen, ja ganze Organ« noch lang« nach dem Tod de«.Gesamtorganismus" für sich allein weiter leben können. das ist durch zahlreiche Experimente bewiesen worden. Man kann das Herz, auch wenn es schon viele Stunden aufgehört hat zu schla- Unsichtbare Feinde... Oer neueste 5tand der Bazillenforschung/ Von Dr. L Albert Vor 50 Iahren. im Jahre 1882. gelang Robert Koch die Entdeckung des Tuberkelbazillus. Damit war die große Epoche der Bakterienfoifchung begründet, die ganze medizinische Forschung wunde revolutioniert. Robert Kochs Technik ermöglichte es, bei einer ganzen Reihe von Insektionskrankheiten, Milzbrand. Diphtherie. Pest usw. Kleinlebewesen zu finden. welche als Ursache der Erkrankung und damit auch als Uebertiäger gelten konnten. Es gelang dann weiterhin auch, diese Erreger außechalb des lebenden Organismus auf Nährboden zu züchten und in Reinkultur darzustellen. Aus diese Weise ließen sich Bakterien in ihrer Entwicklung beobachten und ihr Verhalten im kranken Körper und vamit auch die Bekämpfung-möglichteiten ableiten. Zahllose solch« Balte ien. von denen di« kleinsten etwa »A«*, Millimeter lang sind, hat die Forschung inzwischen entdeckt. Aber für viele, sehr verbreitete Jnsektion-krankheiten. wie Pockm. Tollwut Mascrn sowie die gefürchtet« Maul- und Klauenseuche, wurde noch kein sichtbares Kleinlebewesen nachgewiesen. Für über 100 Insektionskrankheiten mußten andere Ursachen als Bakterien gesucht werden. Bei manchen dieser Krankheiten fand man«in oder gar mehrere Mikroben, di« zunächst als Krankheitserreger angesehen wur- den. Als man ai er den Versuch macht«, dl« Krankheilsstofs« durch sehr undurchlässige Filter, sogenannte Hartsilter, zu geben, stellte sich heraus, daß die sichtbaren Bakterien in diesem Filter zurückge- halten wurden, und daß dennoch die filtrierte Flüssigkeit weiter krankheitserregend Mitte. Alle Versuche, in diesen Frl- traten Kleinlebewesen aufzusin>d«n. mißlangen auch bei Derwen- dung stärkster Mikroskop«. Der Feind blieb unsichtbar. Die Biologen L ö f f l e r und Frosch, die zum erstenmal an der Maul- und Klauenseuche das Vorhandensein solcher unsichtbaren Erreger nachwiesen, gaben ihnen den Namen.filtrierbares und unsichtbares Virus' und von da an teilte man die Infektionskrank- hellen in solch««in, die durch«inen sichtbaren und die durch einen unsichtbaren Erreger hervorgerufen wenden. Was aber dieses Virus eigentlich ist. ob es Lebewesen von un- vorstellt arer Kleinheit flno oder ob es sich um ein anorganisch«« Gift handell oder ob hier vielleicht fermentähnNch« Stoffe(Ferment gleich Gärungsstoff) wirksam werden, das ist ganz ungeklärt. Es ist der Biologi« gelungen, das Virus künstlich zu züchten, indem man bestimmte Gewebe empfänglicher Tiere bei Temperaturen von 30— 37 Grad mit solchen Virus impft«. Es ließ sich dann eine Vermehrung des Virus feststellen, doch war zur Vermehrung immer das Vorhandensein lebender Zellen nötig. Wie klein die Virusteilchen, ganz gleich, ob sie nun der leben- den oder der toten Natur angehören, sein müssen, das haben Ver- such« mit dem Virus der Maul- und Klauenseuche gezeigt. Durch eine besondere Filtrationsmethod« konnte bewiesen werden, baß der Erreger der Maul und Klauenseuche eine Größe von etwa zwei bis drei Zehntausend st el Millimeter haben muß. Das würde etwa iedeuten, caß er kleiner als eine L i ch t w e l l e ist. Daraus geht schon hervor, wie schwierig e« ist, Körper von so unsichtbarer Kleinheit sichtbar zu machen. Bicher wissen wir noch nicht, wie klein ein Körper sein darf, den wir lebend erkennen können. Aber zweifellos sträubt sich die menschlich« Phantasie dagegen,«inen so komplizierten Begiisf wie Sebendigreit mit so unvorstellbarer Kleinheit in Verbindung zu bringen. Andererseits gibt es natürlich auch Argumente, die für die Lebendigkeit dieser allerrleinsten Kcankheitserveger sprechen. So läßt sich z. L. für das Virus des Gelbfiebers nachweisen, baß es im Blut der Stechmück«. durch di« e, Lbertragen wird, ein« gewiss« Entwicklung durchmacht, so daß die Mücke erst nach 10 bi» 12 Tagen ihre feits anstecken kann. Man könnt« diese Erscheinung allerdings auch dann erklären, wenn man das Virus als einen fermentähnlichsn Stoff anspricht. Die Chemie hat sich denn auch t«müht. mll Hilf« der Methoden der Fermentchemie dem Virus zu L«ibe zu rücken. Es hat sich dabei herausgestellt, daß bei chemischer Reinigung de» Krankheit«. stoffes dieser außerordentlich leickst zersetzt wurde, und dies« Emp- findlichkeit spricht offenbar dafür, daß es sich hier nicht um eine chemische Verbindung handelt. Andererseits konnte man aus einem als Krankheitserreger völlig unwirksamen Gemisch von Virus und Serum durch gewisse chemische Methoden das Virus in wirksamer Form zurückgewinnen. Was wieder dafür spräche, daß es sich doch nicht um einen lebenden Erreger handelt. Wichtiger aber als die Frage, wie nun der Feind eigentlich aussieht, ist die ander«, wie er sich wirksam bekämpfen läßt. Und in dieser Richtung hat die medizinische Forschung zweisel- los in den letzten Jahrzehnten gute Erfolg« erzielen können. gen, dazu veranlassen, feinen lebendigen Rhythmus wieder auszu- nehmen, ja man kann aus einem toten Tier Teile des Herzens herausschneiden, eintiocknen und nach Tagen mit Hilf« gewisser Nährsubstanzen wieder aufquellen lassen und das Herz wird wieder „lebendig'. Die Frage, wann ist ein Lebewesen tot, läßt sich also nicht so einfach beantworten, dmn wir wissen immer noch nichck. genau, was eigentlich„tot' ist. Wir wissen, daß in einem so komplizierten Organismus wie dem menschlichen Körper z. B. die verschiedenen Zell«noaltungen ganz speziellen Aufgaben dienen. Sie haben die Ardrit-teilung tn vollkommenster Weis« durchgeführt, es gibt jpezlfifch« Nervenzellen, Muskelzellen. Darmzellen usw. Man könnte also annehmen,� daß diese Arbeitsteilung die Ursache des Allerns ist, da die Zelle dadurch einseitig und zur Erfüllung der allgemeinen Leiensfunktionen, d. h. zur dauernden Erhaltung des Lebens untauglich wird. Wie jedoch Hämmerling kürzlich in den„Naturwissenschaften' ausführte, ist es zwar richtig, daß alle differenzierten Zellen, so lange sie im Organismus bleiben, zu- gründe gehen, dagegen Ist es keineswegs bewiesen, daß die Zellen wegen ih«r Spezialisierung altern und sterben. Man hat den ZZersuch gemacht, Gewebeteile aus einem bereits fe.tigcn Organis- mus herauszunehmen und in einer Nährlösung weiter wachsen zu lassen und es hat sich dabei gezeigt, daß auch die spezialisierten Zellen außerhalb des Organismus scheinbor unbegrenzt weiterleben. So hat C a r r e l vor 20 Jahren ein Stück aus dem Herzen«ines Huhns herausgeschnitten, das heute noch„leben- dig' ist und das sich sogar oermehrt, ohne daß die geringsten An- zeichen eines Alterns nachzuweisen wären. Dieses Stückchen Herz ist heut« dreimal so alt. als ein Huhn normalerweise werden kann. Ein anderer Forscher, Eb«ling. hat«in noch weit komplizierteres Zellsystem außerhalb des Organismus gezüchtet, und zwar ent- stammt dieses der Iris eines Tieres. Während I8monatiger Züch- tungsdauer hat diese» Stückchen Iris unvermindert die normale Augenfarl« seines einstigen Trägers produziert. Solche und andere Gewebezüchtungsexperimente haben also das sehr wichtige Ergebnis gebracht, daß es möglich ist, auch sehr spezialisieite Gewebe im Iugendstadium unbeschränkt bei Wachstum und Vermehrung zu halten. Man kann also junges Gewebe jung«rhalten, und es müßte noch erforscht werden, ob sich alle Gewebezellen verjüngen lassen. E» gibt Anschauungen, die das Altern, der Zelle damit in Ver- bindung bringen, daß sie sich in einem gewissen Stadium nicht mehr teilen. Expeiimentell läßt sich aber nachweisen, daß unter gewissen Voraussetzungen viele Zellarten wieder«rneut zur Teilung angereizt wevd«n können, so daß also bei ihnen nicht die Teilung»- sähigkeit, sondern nur der Teilungsimpuls erloschen zu sein scheint— alleidings gilt das nur für einzelne Zellarten, fertige Nervenzellen z. B. haben sich tieher nie zu neuer Vermehrung bringen lassen Weshalb die Zellen aufhören, sich zu teilen und ob ihr Altern damit zusammenhängt, da« blieb allerdings fraglich. Di« Keimzelle galt lang« Zeit als der Träger der Unsterb- lichkeit, und die Wissenschaft glaubte, die Sterblichkeit der Körper- z«llen dm ewig lebenden, nie alternden Keimzellen gegenüberstellen zu müssen. Aber auch diese Anschauung läßt sich nicht halten, denn die ungeschlechtliche Vermehrung gewisser Tier« be. weist, daß auch ander« als dl« Keimzellen unbeschränkte Lebens- dauer hatxn können. So hat z. B. Professor Goetzfch mit einem kleinen Güßwasserpolypen Experiment« gemacht, der sich im all- gemeinen durch Knospung vermehrte. Er tonnte ihn durch genaue Dosierung der Nahrung jahrelang am Leben erhallen, ohne daß die geringste Alterserscheinung zu l«merken war und ohne, daß er sich oermehrt hätte. Dieser kleine Polyp läßt sich also scheinbar experimentell zu einem unsterblichen Lebewesen machen. Was Ist also der Tod? Wir wissen es zwar immer noch nicht. ad«r die Wissenschaft Ist doch wenigstens auf d«m W?g«. da, Ge- heimnis des Leben» und der Unsterblichkeit zu enträtseln. Immer wieder aber wird die Qcbensforschung auf die Zell« als den Träger aller Geheimnisse verwiesen. Hier liegen die Rätsel, nach deren Lösung di« Menschheit seit Jahrtausenden sucht. Arbciter-Fufj- und Handball Schoneberg oder Wollersdorf? Srr vierte Bezirk im ersten Kreis des Arbeiter-Turn- nnd Sportdundes, der die Vereine im Enden Berlins mit Umgebung umfaßt, ist mit seinen Spielen jetzt auch fertig. Am kämmenden Sonntag findet in Luckenwalde das Schlußspiel um die B e- z i r k s m c i st e r s ch a s t zwischen Schönederg und Wolters- darf statt. Die Schöneberger haben sich erst vor«inigen Wochen die Meisterschaft der Nordgrupp« geholt. Nur knapp konnten sie gegen Wilmersdorf mit 2: l gewinnen. Die Woltersdorfcr ver- fügen über eine äußerst schnelle Mannschaft, die den Schönebcrgern nur wenig Aussicht auf Erfolg gibt. Trotzdem kann es doch anders kommen, als man denkt. Ausdauer und Energie besitzen die Schöne- berger, es fehlt nur im entscheidenden Moment der sichere Tor- schliß, möglich, daß sie sich diesen in den letzten Spielen angeeignet haben. Das Spiel findet auf dem Turnplatz in der Hetzhcide fwtt und beginnt um 15 Uhr. Einen interessanten Kampf wird es auch auf dem Exerzierplatz in der Schönhauser Allee geben. Hier stehen sich der neugegnündete Berein Nord und Hansa 31 gegenüber. Man darf gespannt sein, wie die Nordlcute in ihrem ersten Treffen gegen die sehr spiel- starken Hanseaten abschneiden werden. Allen Interessenten der Arbeiter-Fußballbewegung kann der Besuch dieses Spieles nur emp- fohlen werden.— In der Kifsingeirftraß« in Pankow spielen Adler l>8 und Butab mit je drei Männermannschaften. Die Techniker werden hier zeigen, daß sie am letzten Sonntag nur reichlich Pech litten, als sie gegen Hansa so hoch verloren.— In Reinickendorf, Scharnweberftraße, stehen sich Eintracht- Rcinickcn- darf, der neue Berliner und Kreismcister, und die Sportvereinigung Pankow gegenüber. Der Meister will seine Mormschaft für die kommenden Meisterschaftsspiele im Training holten, so daß auch hier ein interessantes Spiel gezeigt werden wird.— Aus dem Sportplatz in der Kynaststraße am Bahnhof Strolau-Rummelsburg spielt Lichtenberg I gegen Potsdam mit zw« Monnschaiten, während S ü d o st und Britz 88 sich aus dem Normonnenplatz in Lichtenberg gegenüberstehen werden. In beiden Spielen sollten die Gäst« die Siegenden sein. Weitere Spiele: Paumschulenweg gegen Lichtenberg 2 im_ Plontererald.— Honsg 01!I gegen Minerva in Neinickenborf, Linbauer Straße.— Zteuruvpin gegen grobe Stände.— Deutich-Buiterhauien gegen E'che.Bobnsdorl.— Hoppe- ga>!en gegen Minerva LS.— Storlow gegen tISB. Neukölln.— Zriedersdori gegen Bocker 30.— Stolqenbrodt gegen ZSB. Neukölln 2.— Alt. Stahnsdorf gegen Storkow L.— HerHelöe gegen Kagel.— Werltee gegen Kogel ll.— Elstal gegen Werder.— Eintrachl.Dalqow gegen Elstal 2. Zweite Moonschaftev: Südost aegc» Britz M.— Lichtenberg 1 gegen Pots» dam.— Lichtenberg I z gegen Stoolcn.— Hansa 3 gegen Minerva 3.— Eintracht gegen Pankow.— Adler 08 gegen Butab.— ZdA. gegen Wacker 3». — Neuruppin gegen Frohe Stunde.— Baumschulenweg gegen Lichtenberg 2.— Adler S gegen Putab— Echülcrmannschaften: Hania Zl gegen Adler 08. Beginn»er Spiele: Erste Männcrmannschaiten IZ Uhr:»weite Männer- mannschastcn 13, 13 Uhr; Jugend- und Schülcrmannschaften 10 Uhr. Handball. 35a die Handballer sich auf dem großen Hallensportfest in den Ausstellungshollen am Kaiserdamm als Stafettenläufer betätigen, sieht das Programm der Handballspiele sehr mager aus. Die wenigen angesetzten Spiele finden durchweg in den Bormittagsswnden statt, denn ob 13 Uhr besteht Spiclverbot. Es spielen unter: Be»irk»i laste vstc»: FT. Erkner gearn FTKB. Stralau um II Uhr am Piimeritzsro. NU. Borwärl? gegen FSB. Schwciifterne um 10 Ubr Nor. manncnplatz.— Freie Kanu-Union gegen RB. Vorwärts 2 um O.lZ Uhr Platz Sadowa.— Rudervcreinigunq I!NZ gegen FTlhB., Kanu, um 10 Uhr Platz Wuhlheide.— Frei- Faltbootfahrer gegen FTSB.. Kanu 2, um 11 Uhr Platz Wuhlhcide.— KB. Undine gegen FTGB., Ruderbezirk, um 0 Uhr Nor- manuenplab.-___. Beztrksllast« Norden: FTSB. Neinickendor'-Ost gegen F«. Pankow um 10 Uhr Plötz Bcrner Straße.— Falke gegen FTSB. Buch um 12 Uhr Platz dunafernheide. Be.-irisllast- Bestell I F?. Potsdam gegen FTKB. r-randau Z um 10 Ubr in Potsdam, am Lustschiffhasen.— FS. Charloltenburg gegen FTSB. Baum- schulenweg um II Uhr Platz Iungsernheide. Berirksllaffe Sude»: FTGV. Friedenau 2 gegen Sportllub 30 ll um 10.10 Ubr Platz Homuthstraße.— ASS. Schwimmer 2 gegen FTGB. Weste» um 11 Uhr Platz Rubensstraße. Das glbts nur einmal! Sonntag: Hallenspoiifest am Kaiserdamm. Beim Hallensportfcst der Arbeitersporller am kommenden Sonn- tag um 16 Uhr in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm kommen die neuesten Fonnen der Leibesübungen in großen Massenvor- führungen unter Musikbegleitung zur Darstellung. Eine riesige Kindcrschor bringt als Einleitung lustige Ballspiele. In der Gym- nastik wird man von Männer» und Frauen der Vereine Schömberg und Volkssport-Wedding großartige Einftudierungen zu sehen bo- tommen. Die Kreismcistcrklasse der Frauen zeigt lustige Tänze, während die Freie Turncrschast Groß-Berlin mit ihrer Abteilung Süden artistische G>? m n a st i k sowie ein Revue-Ehor- werk bringt. Die Zllierssportler treten mit Mcdizinballmassen- spielen an die Oesfentlichkcit und die Turner werben an acht Barren gleichzeitig für die wieder im Kommen befindliche Turnkunst. Zwischen den Bczirksmonnschastcn des 2. und 4. Kreisbczirks kommt ein erstklassiges Handballspiel zur Austragung. 231X1 Stafettcnloufer geben in vielen Stafetten einen Einblick in den Stand der L e i ch t o t h l c t i k. Wie immer werden die Aus- tlagungcn der Stafettcngroßkämpfe rege Teilnahme und Begeisterung der Zuschauer auslösen. Besonders die A-SInffc wird in der 4X400- Meter Stafette, in den Zkbnäl 1 Runde und im 20I)!)-Meter-Manli- schastsloufe», mit der besten Besetzung aus Leipzig, Dresden, Stettin und anderen Städten, die spannendsten Kämpfe des Winters bringen. Aber auch olle anderen Leistungsklassen haben sehr gleichwertige Besetzungen, so daß es schwer fällt, die Sieger voraus zu bestimmen. Auch die Hürden- und Kurzstreckenläufe haben stärkste Besetzung aufzuweisen. Die Berliner A-Klasse hat in B o i g t m a n n und Krüger- Leipzig,- R a s ch ick- Kottbus, G r ü n t h a l und H ö w- l e r- Stettin eine schwer schlagbore Konkurrenz. Bei den Mittel- strecklcrn stellen die Gebrüder Wagner- Leipzig, Fülle, Birk- holz, Langenach- Stettin und M i t t a g- Dresden neben den Berliner Vertretern beste Klasse dar. Die Freunde der Leichtathletik düiftcn also vollauf auf ihre Kosten kommen. Die Ausstellungshalle am Kaiscrdomm ist in einer Minute vom Stadtbohnhof Witzlebcn sowie vom U-Bahnhof Koiserdamm zu erreichen Es sind JOOOO Sitzplätze vorhanden. Ab 1.3.30 Uhr ist Konzert. Die Eintrittspreise betragen 30 Pf. und 1 M. Arbeiter Berlins! Seht euch den Großausmarsch eurer Sportler an! Erscheint in Massen und dokumentiert eure Bcrbundcnheit mit der großen Front aller Arbeitersportlcr. Voxtumier der Schwergewichte In der Tennisballe Zu den Boxringen im Sportpalast und in den Spichernsälen ist jetzt ein neuer gekommen-, Sabri Mahir hat, offenbar um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, in der T e n n i s h a l l e in Wilmersdoif einen neuen Laden eröffnet und gestern acht Schwer- gewichte meist unbekannten Namens herausgestellt. Der Besuch war sehr schwach— bald wird man erfahren, daß man auf dem besten Wege ist, den Handel mit Berussboxern zu übersetzen. Acht Schwergewichte standen, wie gesagt, bereit.- sie mußten zunächst'Ausschcidungskämpfc über je vier Runden bestreiten. Ucber diese kurze Distanz ging es überaus lebhaft zu. wenn auch der Wille meist großer mar als das boxerische Können. Der Kolner 'Adolf Polt schlug Scholz-Brcslou sicher nach Punkten, Willi Müller- Düsseldorf hatte durch seine beherzten Angriffe gegen Arno Kölblin- Berlin zum Schluß einen knappen Punktvorsprung, und der Ber- l'.ncr Knöpnadcl schlug den Ärcfcldcr Ostcrmeier überlegen noch Punkten. Im vierten Ausscheidungskomps mußte Swort-Wilhelms- Häven gegen den Kätner Homer schon in der ersten Runde viel ein- stecken, so daß er in der zweiten Runde aufgab. Für die Ent- j ch e i d u n g am 31. März qualifizierten sich die beiden Kölner Pott und H o w e r. Erstere kam allerdings nur mit Hilfe der Punktrichter ins Finale, denn Knöpnadcl war klar überlegen. Hower dagegen gewann auch seinen Zweiten Kampf über Müller-Mffel- dorf oerdient nach Punkten. Zwischen diesen Schwergewichtsbe- gegnungen zeigte Lcichtocwichtmcistcr Franz D ü b b- r s- Köln auch gegen Phil N c s z g e r- München wieder sein großartiges Können. Der in fabelhaft schnellem Tempo durchgeführte Kampf sah den Kölner durchweg überlegen. Dementsprechend hoch siel dann auch sein Punktsieg ans. Deutsch-französischer Boxabend. Das Hauptinteresse beim deutsch-französischen Länderkampf der Prosessional-Boxer am 1. März im Sportpalost gilt der Be- gcgnung zwischen Hein Domgörgen und dem Franzosen Bes. neux. Der Kölner ist der technisch reifste deutsch« Boxer, er hat ast bewies«-», daß er zur internationalen Cxtraklasse gehört. Erst im vergangenen Jahre erolerte er sich in einem Berliner Ring die Würde eines Europameisters, die er ungeschlagen abgab. Er trifft in Besneur auf einen starken Gegner, der gerade in seinen letzten Kämpfen wieder bewiesen hat, daß er in Höchstform ist. Das ge> naue Programm für den Borkampstog lautet: Paul Vogel gegen Vauclard- Paris: Harry Stein gegen Di Cca-Pnris: Walter Heinisch gegen Sandor-Paris: Hein Domgörgen gegen Besneux-Pans: Gustav Eder gegen Girardin-Paris. Beginn der Kämpfe 2014 Uhr. Preise der Plätze von 2 M. an. Der rasende Engländer. Wie Campbell 430 Slundcnkilorncler fuhr. Sozusagen auf'Anhieb ist dem bekannten englischen Automobil- rcnnfahrer Sir Malcolm Campbell der große Wurf, den ob- lolutcn Gcschwindigkeits- Weltrekord auf über 400 Stundenkilometer zu oerbessern, gelungen. Nach tagclangcm Warten hotte sich dos Wetterin Daytona Beoch in Florida endlich aufgeklärt und die erst? günstige Gelegenheit benutzte Campbell, um mit seinem Ucberrcnnwagen..Blauer Bogel' zur Weltrekordfahrt zu starten. Taufende von Zuschauern verfolgten auf dem meilenweit ebenen Strande das Unternehmen des wagemutigen Engländers. Eben noch ein kleiner Punkt in weiter Ferne brauste der Rennwagen mit unheimlicher Geschwindigkeit heran und eine Sekunde später mar der Spuk wieder verschwunden. 4 3 0,1 1 2 St ündenkilo» mctcr yeigten die elektrischen Zeitmessungsapparote'an, in 13"/>« Sekunden hotte der„Blaue Vogel" die abgesteckte Kilometerstreck« durchrast. Man diskutierte noch eifrig diese phantastische Leistung o!z das Rennungtüm von neuem heroimahtc. diesmal auf der Rückfahrt. Gespanns wartet« man auf das Ergebnis der Zeit- Messung. Es waren diesmal nur 388,337 Stundenkilometer, der starke Gegenwind hatte die Fahrt merklich gehemmt und die Kiw- moterzeit von war fast um eineinhalb Sekunden langsamer als bei der ersten Fahrt mit dem Wind im Rücken. Aus beiden Fahrten zusammen ergab sich ein Durchschnitt von 408,047 Stundenkilometer. Cambcll war es gelungen, seinen vor Jahresfrist an gleicher Stelle mit 396,040 Stundenkilometer auf- gestellten Weltrekord noch um rund 12 Stundenkilometer zu ver- bessern. Trotz des Erfolges ist der tollkühne Engländer noch nicht zu- frieden. Wenn der heftige Wind nachgelösten Hot, will Eampell noch einmal sein Gluck versuchen und er hofft, dann auf eine» Durchschnitt von annähernd 430 Stundenkilometer zu kommen. Wer wird Bingermeister? Heul« abcrb fällt die Entscheidung um die Meisterschaft im Manns chaftsringen i:cs 4. Kreises(Bcrlin-Vranden- burgl des Arbeiter-Alhletenbundcs im Strand schloß Tegel. Es stehen sich die beiden Mannschaften der A-Klast'e van der Freien Sportvereinigung Tegel und Alt-W«döing 83 gegenüber. Eine Vor- aussage zu machen ist schwer, denn beide Mannschaften sind gleichwertig. Vor diesem Kamps finden fünf Einladungskämpse im Boxen statt: die Gegner sind aus Lichtenberg-Friedrichsfeldc, Alt- Wedding, Rasemhol, Teltow und Tegel zusammengestellt. Nach den Ringkämpfen werden djc besten Berliner Gewichtheber einen Zweikainpf austragen. Beginn der Boxkämpfe 20 Uhr, des Meister- schaftslompfcs 21 Uhr. Eintritt 30 Pf., Erwerbslose 23 Pf.. Kleiner Sport von überall Sonja fjrnie darf wieder starten. Das vor einigen Togen über die Weltmcistcrin im Eistunstlaujen, Sonja k>cnie, verhängte Start- verbot ist bereits wieder ausgehoben worden. Anscheinend haben also die vom Internationalen und vom Norwegischen Eisloufverband angestellten Untersuchungen, ob Vater Herne für das Austreten seiner Tochter in Ottawa zu hohe geldliche Forderungen gestellt Hot. nichts Positives ergeben.— Etwas anderes hatte man auch nicht erwartet. der kommunistischen Zeitung„Bot Sport" vom 22. Februar wurde bchauplct, daß sich bei dem letzten Hallensportfcst der Kam- mumsten am 3000--Metcr-Mannsckastsla.uf auch der im Bund befind- liche ASV. Wedding mit einer Mannschaft beteiligt habe. Hierzu wird vom Borstand des ASV. Wedding mitgeteilt, daß die genannte Mannschaft nicht Mitglied im ASV. Wcdding ist. Arbeiter-Eishockey. Die am Mittwoch ausgefallenen Eishockey- spiele der kombinierten Anfänglrinonnschosten werden morgen, Sonnabend, im Valkspark Mariendorf. günstige Witterung voraus- gesetzt, nachgeholt. Spieler, die noch keiner Mannschaft zugeteilt sind, werden ersucht, ebenfalls zu erscheinen. Die nächste Fahrt der Führerseklion des Touristenvereins„Die Naturfreunde" findet Sonntag, 28. Februar, statt. Treffpunkt ist 9 Uhr am Bahnhof Spandail-West. Die Wanderung führt von Sfvindaii durch die Spandau er Stadl sorst zum Niederncuendorser Kanal und über Niederneuendorf nach Hennigsdorf bzw. Heiligen- sce. Fahrgeld etwa 30 Pf. Führer Damnitz. Gäste herzlich will- kommen. Kampsriilster und Ordner zum hallensest. Alle Kampfrichter und Ordncroblcute müssen spätestens um 1 0 II hr in der Arena sein. Alle gcn.eldctcn Ordner erscheinen bis 12 Uhr am Eingang beim Ko'üroll- ob mann. Unbedingte Pünktlichkeit ist Pflicht jedes Funktionärs. Umkleideraum„Blauer Saal" im 1. Rang. Leutlosf. Zum 3. Male„Wien— Berlin" Zum dritten Male stehen sich am 12. und 13. März die Arbeitcrjchwimmer aus Wien und Berlin im Wettkampf gegenüber. Der größte Schwimmverein der Welt. Wien, wird wie Berlin mit 24 Mann den Städtekampf bestrcsten. Ausgetragen werden die Kämpfe Sonnabend. 1-2. März,� im Stadtbad Wedding, Gerichtstraß«, um 20 Uhr. und Sonntag. 13. März, um 19 Uhr, im Lunabad. An beiden Tagen werden alle Schwimmarten uorgeführt. Reigenschwimmen und Waiserballspielc vervollständigen das Programm. Während am ersten Festtag beide Mannschaften nur Kürsprünge zeigen, werden am Sonntag Pflicht- sprünge die Zuschauer in Spannung halten. Im Springen von, lO-Mcter-Turm kämpfen erprobte Springer um den Sieg. Die Eintrittspreise sind den heutigen Verhältnissen angepaßt. Vor- nerkaus in der Sportzenlraic, Rönigsberger«tr. 6, sowie bei ollen Schwimmvcreincn des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und«port- bund.____ Arbeitervereine werben Der Ruderocrein Eollcgia Hot seinen vollen Uebungs- betrieb wieder aufgenommen. Di« Uebungsabende finden Sonnabends in der Ruderanlage Tiergarten statt. Bei günstiger Witterung wird der Betrieb ins Bootshaus in Gatow verlegt. Interessenten können sich Freitag? bei Thunack. Eharlotteubnrg. Wielandstr. 4, und Sonnabends in der Ruderanlage melden. Ein Eintrittsgeld wird während der Wintermonatc nicht erhoben, der Beitrog ist den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend herab- gesetzt worden. Der„ASV. wcdding" Hot am Donnerstag eine Kinder- abteilung ins Leben gerufen. Die Weddinger Arbeiterschaft. die gewillt ist. ihre Kinder im sozialistischen Sinne Sport treiben zu lassen, wird gebeten, sie zu den Ucbungsstunden zu senden. Gepflegt wird Turnen. Leichtathletik. Gymnastik und Spiele. Die Ucbungszciten sind an jedem Montag und Donnerstag in der Turn- Holle Lütticher Straße von 18—20 Uhr. Die anderen Abteilungen des Vereins üben: Männ-r: i-dcn Dniislag ob 20 Uhr in bin PiiinboIIc Lütticher Str. 4; ifbrn Dcnner-to,, ob 19'. Upr in der Tur'challe Lüitichcr Str. 47— 41.— Fronen: ieb-n D>rn»!oq und Tionnerstoa ab 20 Uhr in de: Turnbollr Lütticher Stroße 4.— Jnq-nd: feden Dien,toq ob l»>b Ubr i» bei Turnbolle Lütticher Stroxe 47—40: jeden Frcitao ob 20 Ubr in der Tnrnbolle Lütticher Str. 4.— Hockcyabt-ilnng: Sitzung grcitogs. 20 Uhr, Lafol Swinemünder Str. 64. Der Berliner Arbeilcr Sporlverein Pralcs bittet uns um Be- kanntgabe seiner Uebungszeitcn: Srnppe vfte»: Mannerattcraobteilnng jede» Freitag»an 20 Uhr Halle Friedenln. 3t: Frauen jeden Mittwoch nan 20 Uhr Holle Friedensn. 31; Tugend und Männer jeden Dienstag und Freitag von 20 Uhr Halle Gubener Siroße 53; Iungnrädchen jeden Dienstag und Donnerstag von 20 Uhr Holle Woldemarltr. 77-, Kinder jeden Dienstag und Freitag van 10 Uhr Halle cbuben-r Str..<3.— Srnwe Keddivg: Männer, und Frouenaltersabteilunq jeden Dienstag von 20 Ubr Halle Antonstr. 35—10; Tugend männlich una weiblich jeden Freitag van 20 Uhr Halle Antonltr. 36— 40; stüider jede» Dievs. tag und Freitag von 13 Uhr»ntorc Halle Lüniäicr Str. 4.— chruvve Norden: Kindcr jeden Mittwach und Freitag va» 18 Uhr Halle Sannendurger Str. 20. Dollssport Nenkölln. Britz. Treffvuiilt zun: Sollensportkest Sonntag, 14 Uhr, Bahnhof Aenfiilln. Bettkämpfer Ii Uhr U-Aohnhof Hermannplan luntercr Pahnsteig). 2. Fugend, und Flingmädchenabteilung übt ab März jeden Donnerstag ab 20 Uhr in der Halle Chauffeestr. 137 in Britz. Neuausnahmen jederzeit. BSV. Neukölln, Sportabteilung. Heute. Freitag, letzte» Training und Gene- rolprobe zum Hallenfest»m 20 Uhr' in der Turnhalic Weisestr. 20. Sonntag Treffpunkt 9 Uhr Bahnhaf Hermannslraße. Zltealec. LtJiispiele usw ---- vi.TA* Sinais Thealer Freitag, den 26. Februar staatsoper unter den Linden 20 Uhr Die Hugenotten StntlSduiisüiilluui begfimniiinil. 20 Uhr Cjrano von Bergerac Schiller-Theater Charloltenburg. 20 Uhr Die endlose Straße StädloOper Cbarlottenburg Sismarcksuaße 34. Fteitag. 26. Febr. Turnus Iii Anfang 19.30 Uhr iVianon Ende geg. 22.30 Uhr plrAZA Nüba Schi« 5hf. SiJ-s.JllstS.tzisu, Tsl.; E7W!iclistl4<81 Jüe Bilme Hawal" Rose-Theater irot« fnulfirttr StnB« 13? Iii. Riidnil E 7 3427 SV, Uhr öer BetleMeDi »»»» VolttsDUbne Tiitalu an lülonplalz 8 Uhr Fuhrmann Henschei Regie: K. H. Martin Staill. Sdiilltr-ÜKilii 8 Uhr Die endlose Straße hwwwwd Beite fMer Charloticostr. 90-93. Sonnab u. Sig.SUhr Dastnsemble ilfoliisiiilhiie Kampf um Kilsdi Zum Butra fei Speisung bedliriliger Sdulkioder Win�j» »Garten- 8.15 Dbr flora 3434 RauiM n'dubt soiuiabend u. Sonniao j« i Torsiello. 4u. 8.1 S Uhr. 4 um Slelsc Preise Rvlter-FniuiM«.„Cadl". Hajco a.»ein Wolbstrnfel. « Alllsons. Willi. Bendon Georg Hard. Ann!£ Ruth utw. Auktion abfreitag,täglichll-7lJhr egen Toulaufgabc der bekannten Firma Jt LI CS M O SKR. Kosentbaler StraBe 14, nahe Weinmeisterstraße(U-Bahn; Dsmen-Winter' and Sommer'Mäntet, Kostüme Regenmäntel, Kleider, Morgenröcke, Blusen Diesjährige Frühjahrsmoden— Eimelabgabe Rudolf Harms Aukt,on.wr. Marlin Cohn Charl.. 5� SehUtrcumtraBe 0a I Slofle, Fa&rlKabfälle lür Leib- und Beflwasdie isarassi VarkMifdcl, Mir, MiuwMng-»-3»»---- Kleid«, und„id.n.toff.«n«, drt Mechanische Felnweberei Adlershof A.-6.g!L-,'a'rr,!2t''a!y!,?2;