Morgenausgabe Nr 97 • A 49 4y.Iahrgang WSchtNtlich 75 monatlich 3,25 Ü1 (baoon 87 Pf. monatlich für Aufteilung ins Smis) im voraus jafill Postbezug 3.87 M. einschließlich»OPf. ftjo'jeitungs- und 72 Pf. Poftbeftellae- bühren.Auslanbsabonncmen! 5.85 2'!. pro Monat; für Lünber mit ermäßig- lern Druckfachenvorto 4.66 M. Der„Soraatts* erscheint mocheutäg- lich zweimal. Eonntog» unb Montags einmal, die ülbenbausgabe für Berlin unb im Banbel mit bem Titel„Der Abeab", Illustrierte Eonntagsbeilazr .Volt unb Zeit" Nevttnev VvwsbSatt Sonnabend 27. Februar 1932 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf, Die ein) palt. Millimcterzcil« 30 Pf. Sicllamczeste 2.— M..itleiue Anzeigen" Das fettgebruckte WaN 20 Pf. lzulässigzmei setigebruüteWorte.jebes weitere Wort>0 Pf. ZlabaN lt. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeter- zeile 25 Pf. Familtenanzeigen Milli- meterzcile lk Pf. Anzeigenannahme im Hauptaefchäft Linbenftraße 3, wochentäglich von 8-/, bis l?.llhr. Der Verlag behält fichbaoRechl berAb- lchnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentraloegan der Sozialdemokratischen Vavtei DeuNGtands Revaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Rernlpi. Tön hoff(A T) 202— 291 Tclcgiamm-Adr. Lvzialdemofrai Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkontp: Berlin 37 öZS.— Bankkonto:»ankderÄrdettcr.Ängeltellren»n» Beamten. Lindenstr. S Dt B.n DlSe.-Gei.. Devositenk..J«ritlalemer S»r KS'Kü. An die Partei! Genossinnen und Genoffen! Der Versuch der Rechten, im Reichstag die Regierungsgewalk zu erobern, ist gescheitert. Ihren Ansturm auf die Reichspräsidentschaft abzuschlagen ist die nächste Aufgabe. Vier Kandidaten stehen am 13. März zur Wahl: Hitler, Duesterberg, Hindenburg und Thälmann. Von diesen Bewerbungen sind nur zwei ernst: Hitler und Hindenburg. Das deutsche Volk steht am 13. März vor der Frage, ob Hindenburg bleiben oder ob er durch Hitler erseht werden soll. Die Rechte hat vor sieben Iahren Hindenburg auf den Schild gehoben. Sie hoffte, er würde sein Amt parteiisch zu ihren Gunsten führen, seinen Eid verletzen und die Verfaffung brechen. Es war selbstverständlich, daß wir Sozialdemokraten einem Bewerber, auf den unsere schlimmsten Feinde solche Hoffnungen setzten, entschieden bekämpften. Hindenburg aber hat seine einstigen Anhänger enttäuscht. Weil er unparteiisch war und es bleiben will, weil er für einen Staatsstreich nicht zu haben ist, darum wollen sie ihn jetzt beseitigen. HjtlerstattHindenburg,das bedeutet: Chaos und Panik in Deutschland und ganz Europa, äußerste Verschärfung der Wirtschaftskrise und der Arbeitslosennok, höchste Gefahr blutiger Auseinander- sehungen im eigenen Volke und mit dem Ausland. Hitler st alt Hindenburg, das bedeutet: Sieg des reaktionärsten TeUs der Bourgeoisie über die fortgeschrittenen Teile des Bürger- tums und über die Arbeiterklaffe, Vernichtung aller staatsbürgerlichen Freiheiten, der Presse, der politischen, gewerkschaftlichen und Kultur- organisatwnen, verschärfte Ausbeutung und Lohnsklaverei. Gegen Hitler! Das ist die Losung des 13. März. Es gibt kein Ausweichen! Die Sozialdemokratische Partei will die Klarheit dieser Entscheidung nicht verdunkeln. Darum hat sie auf die Aufstellung einer Zählkandidawr im ersten Wahlgang verzichtet. Zum Zählen der Stimmen ist bei den nahen Wahlen zu den Länderparlamenten Gelegenheit genug. Bei Parlamentswahlen gilt jede Stimme. Bei der Reichspräsidenten- wähl dagegen fällt jede Stimme ins Leere, die für einen Zählkandidaten abgegeben wird. Hitler oder Hindenburg? Es gibt kein Drittes! Parkeigenossen! Für euch, die ihr politisch geschult seid, ergibt sich die Antwort auf diese Frage von selbst. Außerhalb unserer großen Organisation stehen aber gewaltige Massen, die noch der Aufklärung und der Aufrüttelung bedürfen. Auf sie kommt es an. Diesen Massen Führer zu sein ist jetzt eure Aufgabe! Jede Stimme, die gegen Hindenburg abgegeben wird, ist eine Stimme für Hitler. Jede Stimme, die Thälmann entrissen und Hindenburg zugeführt wird, ist ein Schlag gegen Hitler! Die Kommunisten, die für Thälmann werben, tun damit dasselbe, wie am 9. August vergangenen Jahres, als sie mit Hitlers SA. und Duester- bergs Stahlhelm gegen Otto Braun und Severing zum Volksentscheid antraten. Sie kämpfen für den reaktionärsten Teil der Bourgeoisie, gegen die fortgeschritteneren Teile des Bürgertums und gegen die Arbeiterklasse. Die Sozialdemokratie aber hat stets bei allen inneren Kämpfen des Bürgertums für den fortgeschrittenen oder gemäßigten Teil Partei genommen und ihren Angriff gegen die Reaktion gerichtet. Jetzt geht es um alles! Sieg des Faschismus ist namenlose Schande, unabsehbares Llnheil. Das darf nicht sein! Parteigenossen! Haltet die Augen offen, schützt euch vor Heber- raschungen, die eintreten können, wenn der Faschismus erkennt, daß er seine Ziele auf legalen Wegen nicht erreichen kann! Steht fest zur Eisernen Front! Setzt alle eure Kräfte ein, damit der entscheidende Schlag schon im ersten Wahlgang fällt! Befreit mit diesem einen Schlag das deutsche Volk von der faschistischen Bedrohung! Schlagt Hitler! Darum wählt Hindenburg! Der Parteivprstanö- Mißtrauen abgelehnt. Die Pläne der Faschisten im Reichstag gescheitert. Der Reichstag hat am Donnerstag die Miß- träne nsanträge gegen die Regierung Brüning mit 288 gegen 284 Stimmen abgelehnt. Die Mißtraucnsanträgc gegen die Minister Groc- ner und Dietrich wurden ebenfalls, und zwar mit noch größerer Stimmenmehrheit abgelehnt. Die sozialdemokratische Reichstagsfrak- tj o n hat geschlossen gegen die Mißtrauensanträge gestimmt. Sie hat dieselbe taktische Haltung eingenommen, wie nach jener Tagung des Reichstages, die unmittelbar auf die De- monstration der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und des Stahlhelms in Harzburg folgte. Damals war es die Absicht der sogenannten Harzburger Front, nach der Regierungsmacht im Reiche zu greifen. Auch damals hat sie versucht, durch Mißtrauensanträge gegen die Regierung Brüning den Weg freizumachen für eine Regierung des faschistischen Staatsstreiches. Zwischen damals und heute hat Uneinigkeit die Harzburger Front zerrissen, so daß heute beide Teile die Erklärung abgeben, daß die Harzburger Front nicht mehr besteht. Die eine Sturmwelle des faschistischen An- sturmcs ist abgeebbt, weil die sozialdemokratische Reichstags- fraktion durch ihre taktische Haltung von damals es ver- hindert hat, daß sie an die Macht kam. Diesmal stand die sozialdemokratische Reichstagsfraktion vor der g l c i ch e n F r a g e. Es ist kein Zweifel darüber, daß weder die Rede des Reichskanzlers noch vor allem die Erklärung Groeners über den Reichswehrerlaß Befriedigung in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hervorgerufen hat. Aber die Ablehnung eines Mißtrauens- a n t r a g e s gegen eine Regierung bedeutet noch lange nicht eine Vertrauenskundgebung für sie. Sie ist keineswegs als eine Gleichsetzung mit der Politik und den Absichten der Regierung zu bewerten. Sie bedeutet vielmehr eine taktische Fesselung der Regierung und vor allem die Durchkreuzung der Pläne jener, die mit Hilfe der Mißtrauens- antrage die Regierung werfen wollten, um sich selbst an ihre Stelle zu setzen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat den Faschis- mus nicht in den Sattel gesetzt! Es war die Absicht der Nationalsozialisten wie derer um Hugenberg, noch vor der Präsidentenwahl und der nachfolgenden Preußenwahl die Re- gierungsmaschine im Reich in die Hand zu bekommen. Sie wollten das, was ihnen an Stimmenmacht fehlt, ersetzen durch Regierungsmacht. Sie wollten an die Regierung, um den faschistischen Staatsstreich von dieser Stolle aus vorzubereiten und durchzuführen. Die faschistischen Pläne sind dabei auf den Widerstand des Teiles des Bürgertums gestoßen, der von Brüning und seinem Kabinett geführt wird. Das find die Kräfte des legalen Kapitalismus, die Kräfte des Bürgertums, das den Boden der Verfassung nicht verlassen will, well es im offenen Bürgerkrieg das Chaos, die Zertrümmerung aller wirtschaftlichen Grundlagen und auch der kapitalistischen Geuirdlagen befürchtet. Dieser Teil de» Bürgertums führt einen erbitterten Kampf gegen den offenen und brutalen Faschismus, der gewalttätig die Berfassung und die demokra- tischen Grundlagen des staatlichen Lebens zerschlagen will, weil diese zugleich die Grundlagen des Kampfes und des Auf- stiegs der Arbeiterklasse sind. Die sozialdemokratische Reichs- ragsfraktion hätke dem ossenen Faschismus in die Hände ge- spielt, wenn sie bei der Abstimmung über die Mißtrauens- anträgs feine Partei gegen die Parteien des legalen Kapitalis- mus ergriffen hätte. Die Haltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hat die Pläne des Faschismus, soweit sie im Parlament durch- gefichrt werden sollten, zerstört. Der nächste Akt des Kampfes wird sich bei der Reichspräsidentenwahl am 1?. März abspielen. Die Haltung der Sozial- demokratic in diesem Kampfe entspricht der Hallung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion im Parlament. Sic hat sich für die Kandidatur Hindenburg entschlossen, die alle Erfolgscussichten gegen den Kandidaten des Faschismus für sich hat. Für diesen nächsten Kampfakt gilt es nun die gesamte Kraft zusammenzufassen und einzusetzen! Oie Abstimmungen im Reichstag. Oer lltißlraueusaatrag gegen G r o e u e r wurde mit 305 gegen 250 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt, der Mißtrauens- „»trag gegen Reichsministcr Dietrich m>l 2at gegen 250 Stimmen bei l l Enthaltungen. Ein Antrag auf Auflösung de« Kedhstogs wurde mit 299 gegen 266 Stimmen abgelehnt. Die Frage, ob die Anträge gegen den Reichstags- Präsidenten zulässig seien, wurde mit 32t gegen 226 Stimmen bei einer Enthaltung verneint. Ein Antrag, die Reichsregiernng zu ersuchen, die Polizei- kostenznschüsse für Brannschweig zu sperren, wurde mit 232 gegen 162 Stimmen bei 43 Enthaltungen angenommen. Es stimmten dafür Sozialdemokralen, Kommunisten und Deutsche Staat»- parkei. ein großer TeU der Zentrumsfraktion enthielt sich der Stimme. Ein Antrag, die Reichsregiernng zu erjuchen, den Erlaß des Rcichswehrministers über den Eintritt in die Reichsmehr unverzüglich aufzuheben, wurde mil 226 gegen 173 Stimmen bei 3S Enthaltungen angenommen. Auch hier stimmten dafür Sozialdemokraten, Kommunisten und Staotspartci, während die Zcntrumsfraktion sich zum größten Teil der Stimme enthielt. Eine Entschließung, die von der Reichsregierung die Rückgängigmachung des erhöhten Rntterzolls fordert. wurde mit 204 gegen IS? Stimmen angenommen. Neue Flucht der Nazis. Mehrheit gegen Braunschweiger Polizeikosten und Reichswehrerlast. Der Fanag-Direktor Sauerbrey, der im Fooag-Prozeß zu vier Stohren Gefängnis verurteilt wurde, hat— wie uns aus Frankfurt gemeldet wird— auf Reoisionsanträge verzichtet und die Strafe angenommen. Ger hart Hauptmann wurde gestern von Bürgermeister Wolter in der City Hall in Rem Dorf empfangen Die gestrige Reichstagsdebatie,- über deren Anfang wir schon berichtet haben, brachte weiter eine Rede des Abg. Schulze-Stapen(Dnat.) gegen die Agrarpolitik der Regie- rung Brüning. Dann sprach Abg. Crispien(Soz.): Abg. Rosenberg hat heute wieder einen Ausspruch von mir über meine Stellung zu Deutschland erwähnt. Obgleich ich wiederholt klargestellt habe, daß meine Gegner ein Wort von mir aus dem Zusammenhang gerissen und im Sinne verfälscht für ihre demagogischen Zwecke mißbrauchen, kehrt die Verleumdung immer wieder Das oeranlaßt mich, abermals festzustellen, daß ich nichts gegen Deutschland gesagt habe, dessen wertvollster Bestandteil ja die arbeitenden Massen sind.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wir deutschen Sozialdemokraten stimmen übcrcin mit jenem Gedanken Jean Jaures, daß jede Zlalion ein Schahhans des menschlichen Genies und Fortschritts ist, und daß es dem Proletariat schlecht anstünde, diese kostbaren Gefäße menschlicher Kultur zu zertrümmern. Jean Jaures wurde, weil er für den Frieden wirkte, von entmenschten Nationalisten ermordet. Das Volk von Frankreich gab ihm die höchste Ehre durch die Beisetzung im Pantheon. Der für jeden anständigen Menschen eindeutige Sinn meiner Worte war. die wellgeschichtlichc Entwicklung aufzuzeigen, die zu einem immer engeren Zusammenhang der Dölker. der ver- schiedenen Staaken führt. So wie Deutschland aus einer Vielhell von kleinen Staatswesen geworden ist— im Mittelalter waren es ZS2—, sa wie es heute undenkbar ist, daß deutsche Freistaaten Krieg gegeneinander führen. was sogar noch 1866 der Fall gewesen ist, so wird eine Zeit kommen, wo die verschiedenen Staaten Europas sich in der höheren Einheit der„Vereinigten Staaten Europas" zusammenschließen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Ich frage mich, wo gerade die Nationalsozialisten die Vollmacht hernehmen, sich über mich zu entrüsten.(Sehr richtig! bei den Soz.) Etwa deshalb, weil ihr Führer Rosenberg ein Mann ist, der kein Vaterland mehr kennt, dos Rußland heißt? Etwa deshalb, weil der große Adolf Hitler in Brannschweig Regierungsral werden muß, weil er kein Vaterland mehr kenni, das Oesterreich heißt? (Sehr gut! bei den Soz.) Es wird den Nationalsozialisten nichts helfen: Weder Lug noch Trug, weder Mord noch Totschlag werden ihnen helfen(Glocke des Präsidenten)— die Nationalsozialisten werden enden, wo sie hingehören: auf dem Kehrichthaufen der Ge- schichte!(Lebhafter Beifall der Soz.) Abg. Dr. Rosenseld(SAP) versichert, ihm und seinen Freunden stehe Thälmann tausendmal näher als Hindenburg. Abg. Dr. Föhr-Baden(Z.) beantwortet die Naziangriffe auf die nationale Zuverlässigkeit des Zentrums. Das Zentrum lehn« einmütig ein Oft-Locarnö ab.(Wegen dauernden Störens werden die Hillerleute Dr. Ley und Florian je zweimal zur Ordnung ge- rufen.) Unter lauten Hört!-Hört!-Rusen zlliert Abg. Fö h r die Aeuße- rungen Adolf Hitlers zu ausländischen Pressevertretern, daß die Rationolsozialislen keineswegs die Wiederherstellung der allen deutschen Grenzen oder die Rückgabe aller Kolonien ver- langen. Hitler hat auch die deutschen Südttroler Italien preisgegeben«ad sich für ein Süd-Doearao ausgesprochen. Mg. Ducke(Wirtschp.) bestreitet die Behauptung, der Kanzler hatte die Stimmen der Wirtschastspartei am 16. Ottober 13Z1 fttr einen Scheck über ZstÜ 666 Mark für die Deutsche Mittelstandsbank gekauft. Auf unsere Bitte hat der Kanzler schriftlich bestätigt, daß an dieser Behauptung des Abg. Feder(RS.) kein wahres Wort, und daß sie in allen Teilen frei erfunden ist. Abg. Dr. Marx(Z,): Man will an Zitaten auch aus der Zeittrumspresse beweisen, das Zentrum hätte seinen Standpunkt gegenüber der Person Hindenburgs geändert. Diese Zitate sind� aus dem Zusammenhang gerissen und deshalb nicht beweiskräftig. Selbst wenn einzelne darunter richtig wären, könne man die Zentrums- partei nicht dafür verantwortlick, machen, die nicht die Hastung für alle Aeußerungen in ihren Blättern übernehmen kann. Das Zen- lrum steht zu Hindenburg, weil er Volkskandidot und nicht Kandidat einer Partei sei.(Beifall im Zentrum.) Lohnabzug für Verfchüttungsdauer? Zwischendurch erklärte Abg. Jadasch(Komm), er habe soeben ein Telegramm erhallen, wonach den bei dem Unglück aus der Karsten-Zentrumsgrube in Oberschlesien geretteten sieben Bergleuten die Auszahlung des tarifmäßigen Lohnes für die unter Tage zuge- brachte Zeit verweigert worden sei. Abg. Dr. kleiner(Dnat.) beanttagt u. a,, daß diese Entlohnung doch erfolgt und den geretteten Bergleuten ein ochtwöchiger Er- holungsurlaub gewährt wird. Ueber den Antrag wird später entschieden. Abg. Dr Everliug(Dnat.) redet über Bonzitratic, Bonzen- dämmerung, voni jämmerlichen, schmachvollen 9. November, vom Monarchismus der Dcutschnationalen und hofft, daß endlich jetzt der ihm so oerhaßten Demokratie der Garaus gemacht wird. Morgen neu! Morgen neu! „Sonntag- Vorwärts77 mit Wochenübersicht und„Volk und Zeit77(Tiefdruckbeilage) Dar„Sonntag- Vorwärts" ist in Borlin*um Proiso von IS Pf. pro Exemplar bof allon Händlern zu haben. Er kann aber auch im Abonnement zi/m Preise von nur 55 Pf. pro Monat frei Haus bezogen werden. Der„Sonntag Vorwärts" gibt unseren Freunden, die nicht mehr in der Lage sind, den Preis von 75 PI pro Woche für das volle Verwärts-Abonnement zu erübrigen, die MSgliehkelt, sich über die Politik der Partei und die sonstigen Ereignisse zu unterrichten. Wir bitten unsere loser, im Genossen- und Freundeskreise auf dies# Neuerung aufmerksam zu machen, für die auch viele politisch Interessierte gewonnen werden können. Abenne- mentsbestellungen nimmt jede Vorwärts. Ausgabestelle entgegen, sowie der Verlag des„Vorwärts", Berlin SW68, Lindenstr. 3 Fernruf A 7 Donhoff 292-97 Ein neuer Antrag Frick(NE.), den Finanzminister herbei- zurufen, wird abgelehnt. Diesmal enthalten sich die Kommunisten. da ihr Finonzredner ja schon gesprochen hat. Reichsfinanzminister Dietrich erscheint jetzt auf seinem Platz. Abg. Reinhardt(RS.) wirft der Republik vor, daß ihre Finanz- läge schlechter geworden ist, als man in den Jahren, da Deutschland die großen Anleihen bekam. Hot voraussehen können. Abg. Dr. Spahn(Dnat.) appelliert an den Reichskanzler, Hindenburg zum Verzicht auf die Kandidatur zu bewegen, daß der Feldmarschall nicht in den Partcienstteit gezogen wird. Reichsfinanzminister Dr. Oickrich antwortet auf die Krittt an der Bankensanierung: Die von mir widerlegten Angabendes Herrn Schacht worden nicht richtiger durch die Wiederholungen des Abg. Reinhardt.(Lebh. Beifall der Mitte.) Sie olle können unsere Bücher einsehen, die monatlich� glaUgestcllt werden.(Abg. Reinhardt: Warum erscheinen die«chatzanweisungen nicht darin?) Weil sie jedes halbe Jahr verbucht werden.(Stürmische Hellerkeit.) llcbri- gens sind Sie kaum der geeignete Ratgeber, denn Sie haben mir im Ausschuß mehrmals geraten, 866 Millionen mehr auszugeben. (Hört, hört!— Reinhardt schreit durchdringend immer wieder: Das ist nicht wahr!— Man schiebt ihn zum Präsidium hinauf, damit er sich zum Wort melde.) Abg. Ersing(Z.) kommt darauf zurück, daß er dem Abg. Spahn die Frage zugerufen hat, warum er vor dem Einzug der Franzosen Straßburg verlassen habe. Wir würden ihm das nicht Vorhallen, wenn er nicht so provozierend gegen Parteien gesprochen hätte, die hier seit langen Jahren polllische Aufbauarbeit geleistet haben. (Lärm rechts.) Wenn er gefragt hat, ob ich ihm gewünscht hätte, daß die Franzosen ihn als politischen Gegner gefangen setzten, so kann ich darauf nicht antworten, denn damals war Herr Spahn noch nicht unser politischer Gegner.(Große Heiterkeit.) Damit ist die Debatte beendet, es folgen persönliche Bemer- kungen. Abg. Frau Reese(Komm.): In einer Versammlung in der Fest- halle zu Plauen hat die Mutter einer Schwangeren mir diese Lumpen als Ausstattung der Wohlfahrt für ihre Tochter übergeben. Nachdem die KPD. sich der>sache angenommen hatte, versuchte man, die Lumpen zurückzuerhalten. Der Wohlfahrtsleiter ist ein Sozial- demokrat. Er wird in einer Plauener Versammlung Auskunst darüber geben können, welche schönen Dinge die Wohlfahrt ausgibt. Abg. Reinhardt(RS.) bestreitet, Mehrausgaben gefordert zu haben. Abg. Frau Starrmann-Hungcr(Soz.): Da mir der Letter des Plauener Wohlfahrtsamtes telephonisch die bereits mitgeteillen Aus- fünfte gegeben hat(Rufe der Komm.: Hat er Sie angelogen!), halte ich meine Angaben aufrecht. Darauf beginnen die Abstimmungen. Die Mißlraueasaulrägc gegen das Gesamttabiuctk werden wit 259 gegen 264 Stimmen abgelehnt. Die Mehrhett besteht aus den Sozialdemokraten, der Staatspartej, dem Zentrum, der Wirtschaft.'- partei. der Bayerischen Volkspartei, dem Bayerischen Bauernbund und den kleinen Gruppen der Rechten. Bon den 264 Opposition»- slunmen sind 74 kommunistttche und S Stimmen der SAP. Von der Deutschen Dolkspartei fehlten außer den beurlaubten Mit- gliedern auch die Abgg. Dr. C u r t l u s und von K a r d o r s f. Die Mißtrauensanträge gegen den Reichswehrminister G r o e» ner werden mit 366 gegen 350 Stimmen bei einer Enthaltung abgelohnt. Gegen diesen Antrag hat auch die Fraktion de» Landvolk» gestimmt. Fast, ebenso wird«in Mißtrauensantrag gegen den Reichsfinanzministsr Dr. Dietrich arledigt. Die Anträge, den Reichstag aufzulösen,«erden mit 299 gegen 228 Stimmen abgelehnt, nachdem Wg- vöbrich(Landvoll) erklärt hatte, seine Fraktion stimme dagegen, weil sie die Reichspräsidentenwahl nicht nach mehr politisieren wolle, und weil diese Debatte die Haltung der einzelnen Parteien bereits genügend dargelegt habe.(Heiterkeit.) Große Radauszene. Nun folgt der Antrag der 5>akenkreuzler, dem Reichstags- Präsidenten Löbe das Mißtrauen auszusprechen. sowie der Antrag der Deutschnotionalen, ihn zum Rücktritt oufzu- fordern. Abg. Koenen(Komm.): Wir lehnen den Antrag der Rational- sozialisten ab. In seiner Begründung heißt es, daß Löbe zum Bürgerkrieg aufgereizt habe. Das ist eine schlechte Komödie der Nazis, dieser Bürger kriegsgarde des Großkapitals. Die Hakenkreuzler erheben daraufhin ohrenbetäubenden Lärm. Sie schreien fortwährend„Raus", andere brummen in Ncbelhornweise oder pfeifen auf Schlüsseln. Koenen spricht weiter, ist ober nicht zu verstehen. Schließlich stimmen die Kommunisten die Internationale an, woraus Vizepräsident Esser die Sitzung unterbricht. Nach wenigen Minuten erösfuet er sie wieder und leitet die Ab- stimmung ein, wobei er offenbar vergessen hat, daß Abg. Koenen noch am Worte ist. Koenen spricht noch einige Sätze unter dem Toben der Rechten. vaan wird in namenilicher Abstimmung die Znläsfigkett der Anträge gegen den Präsidenten mit 321 gegen 226 Stimmen bei einer Enthaltung verneint. Nunmehr sollen die Anträge erledigt werden, die N o t o e r» ordnungen aufzuheben. Abg. Torgler(Komm.) beantragt, den kommunistischen Antrag auf Einstellung aller Zahlungen an das Ausland oorwcgzu- nehmen, damit sich d,e Nationalsozialisten dieser Abstimmung nicht entziehen können, da hinterher ihre«igenen Anträge kommen. Abg. Dr. Frick(Nsoz.) spricht gegen diesen Anttag und will zuerst über die Aushebung der Notverordnungen abgestimmt sehen. Zum großen Verdruß der Hitlerianer, der sich in Zurufen „Eiserne Front" zu entladen sucht, wird der Antrag Torgler mit Hilfe der Sozialdemokraten, der Stoatspartei und des Zentrums angenommen. Abg. Dr. Frick(Nsoz.) beantragt getrennte Abstimmung.(Der erste Absatz des kommunistischen Antrags verlangt Einstellung der Tributzahlungen, der zweite Absatz Verbot aller privaten Schuld- und Zinszahlungen an da» Ausland, und Bestrafung der Zuwider- Handlung als Kapitalflucht.) Abg. Torgler(Komm.) lehnt namens der Antragsteller die getrennte Abstimmung ab. womit sie gefallen ist. Wg. Dr. Frick(Nsoz.): Die Äonmrunisten glauben vergebens. uns in Verlegenheit setzen zu können. Unsere Haltung zur Tribut- frage ist immer klar gewesen. Wenn wir seinerzeit nicht für einen komntunistischen Demonstrationsantrag im Ausschuß gestimmt haben, so dürfen Sie uns ruhig überlassen, den Zettpunkt zu wählen, den wir für den richtigen hallen. Bei getrennter Abstimmung hätten wir für den ersten Absatz und gegen den zweiten gestimmt. Erklärungen gleichen Inhalts geben die Deutschnotwnolen und die Landvoltfraktwn ob. DerkommunistischeAntrag wird bei 168 Enthaltungen (Schimpftufe der Kommunisten gegen die Nazis, wie: Das Kreuz Adolf nimmt Llntern'chi. Wilhelm:„Großartig, großartig, Sie könnten mein leiblicher Sohn sein!" fitr Ehrenlegion ist euch gewiß! und Sprechchore Die Hülerparfe!— ist für Young-Skloverei) mit 368 gegen 170 Stimmen abgelehnt. Die Anträge der Zlügelpartelen. die Notverordnungen avfzn- heben. werden durch lleberweifung an den HaushattsauAschuK erledigt Dia Ablehnung eines nationalsozialistischen Antrag? auf Auf- Hebung der Versammlung?- und Redebcschränkungen wahrend der Wohlzeit gibt den Hakenkreuzlern Anlaß zum Lärm. Flucht der Nazis. Abg. Straßer(Nsoz.) kündigt unter großen! Lärm der Äommu- nisten den Auszug seiner Fraktion aus dem Reichs- tage an. Was hier getrieben werde, sei ein Affentheater. Unter kommunistischen ivprechchören:..Tribut- knechte" und„Die Hitlcrpartei ist für die Doung-Sklaverei" ziehen die Hillcrianer aus. Abg. Dr. Leicht(Bayer. Volkspartei): Straßor hat van einem Affentheater gesprochen. Ich konstatiere, daß jetzt keine Affen mehr hier sind.(Heiterkeit und Beifall.t Abg. Torgler lKomm.): Die Nazis wären am liebsten schon vor der Entscheidung über unseren Tributantrag davongelaufen. Dabei mußten sie aber Farbe bekennen. Abg. Sollmann(Soz.): In den letzten Tagen ist hier von einer Partei der Deser- teure gesprochen worden. Ich stelle fest, daß hier eine Partei desertiert ist. und zwar, um der Verantwortung vor dem deutschen Volk zu fliehen. Sie tonnte nicht flüchten vor der Eni- lcheidung über den Antrag wegen der sogenannten Tribute(Rufe rechts und äußerst links: Sogenannten?). Die Herren find desertiert wegen unseres Antrags auf Verstaatlichung der Vlonlanindustrie (Gelächter der Komm.), der die Bergwerke der demokratischen Volks- kontrolle unterstellen will. Die Verstaatlichung der Schwerindustrie. Die bereits verösfeutlichten programmatischen Anträge der Sozialdemokratischen Fraktion werden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Kommunistische Anträge werden abgelehnt, dar- unter solche auf Anschluß der Reichsregierung an die Abrüstungs- forderuna Litwinows und auf Austritt aus dem Völkerbund. Zu dem letzten Antrag erklären die Abgg. Gottheiner(Dnat.) und Dobrich (Larcbv.), daß sie zwar auch grundsätzlich dafür feien, ober wegen der Motivierung gegen den Antrag stimmen. Braunschweiger Polizeikostenzuschüsse sollen gesperrt werden. Ein kommunistischer Antrag auf Einstellung der Zahlung von Polizeikostenzuschüssen an die Länder wird abgelehnt, der gleiche Antrag gegen die Regierung von Braunschwcig aber mit 232 gegen 162 Stimmen bei 43 Enthaltungen angenommen. Weitere kommunistische Anträge werden unter dem Protest der Antragsteller durch Ausschußübcrweisung erledigt, Anträge der Nationalsozialisten auf Antrag Dittmann(Soz.) durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, weil die Antragsteller den Reichstag verlassen haben. Groeners Neichswehrerlaß soll aufgehoben werden. Ein kommunistischer Antrag, die Reichsregicrung um Auf- Hebung des bekannten Groever-Erlosses zu ersuchen, wird mit 226 gegen 173 Stimmen bei 38 Enthaltungen angenommen. Einige weitere KPD.-Anträge(Sozialpolitische Forde- r u n g e n) werden mit Hilfe der Sozialdemokratie angenommen. Gegen den Butterzoll. Ein Ersuchen an die Regierung, die Erhöhung de» Bwterzolls zurückzunehmen, für das auch die Sozialdemokraten stimmen, wird im Hammelsprung mit 704 gegen 187 Stimmen angenommen. Die weiteren Abstinnnungen ziehen sich bis nach S Uhr abends hin. Dann folgt ein kommunistischer Antrag, im Anschluß an das vormittags vom Abg. Iaddasch verlesene Telegramm, wo» nach die 7 Geretteten der Karsten-Zentrumsgrube in Beuthen um den Lohn für die Verschüttungszcit gebracht worden seien. Beichsarbeiisminister Siegerwald tellt die Auskunst der Preußischen Bergbehörde mit. wonach die Geretteten chren normalen Schichtlohn für alle Einsibließungstage, außer den 50 Mark, ferner von der Preußischen Reg. rung jeder 200 Mark, aus Privatspcnden weitere 100 Mark und zahlreiche Lebensmittel, endlich bezahlten Urlaub, nachher Beschäftigung mit leichterer Arbeit erholten. Es fei für die Geretteten wie für die Hinterbliebenen olles Mögliche geschehen. Abg. Huf« mann(soz.): Nach mir gewordener telephonischcr Mitteilung trifft das Telegramm nicht zu."fondern es ist die ganze Einschließungszeit bezahlt worden. Wir stimmen für die ersten drei Punkte dar kommunistischen Entschließung und beantragen, den Rest dem Sozialpolitischen Ausschuß zu überweisen. Es wird so beschlossen.— Die Einsprüche einiger Faschisten gegen Ordnungsrnotznabmen de» Präsidenten werden zurückgewiesen. Der Präsident schlägt vor, die Bestimmung der nächsten Sitzung ihm im Einvernehmen mit dein Äeltestenrat und der Regie- rung zu überlassen. Es wird so beschlossen, gegen 10 Uhr schließt die Sitzung. Wahltermin:-13. März. Auslegung der Stimmlisten vom 3.-6. März. Im Reichstag wurde am Freitag einmütig dem Vor- schlage des Reichsinnemninifters zugestimmt, als Wahltage für die Reichspräsidentenwahl den 13. März und den 10. April festzusetzen. Der Rcichsminister des Inuern hat durch Verordnung bestimmt, daß die Stimmlisten und Stimmkarteien für die Rcichspräsidentenwahl vom 3. bi«.«. März auszulegen sind. Di« Gemeindebehörde kann die Auslegnng schon früher beginnen lassen. Der Eid aus Weimar. Oer Herr Zlegierungtzrot hat ihn geschworen. Der Herr Rezierungsrot Adolf Hitler hat sich gestern nachmittag in der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin zum Dienstantritt gemeldet, und hat vor dem Gesandten von Baden den Diensteid gelaistet. Er hat also Treue zur republikanischen Vor» fassung von Weimar geschworen. Roch diesem Eid hat er „die Dienstgefchäft« übernommen". Leo Trotzki bat die tschechische Regierung um eine Einreise- bewillig ung nach der Tschechoslowakei ersucht. Die tschechische Regierung dürste diesem Ersuchen stattgeben, soweit Trotzki die Paß- oorschrifren ovdwingsmäßig erfüllt. Wie verlautet, beabsichtigt er, in T e p! i tz oder in P y st i a n AufertHull zu nehmen. Die pleite als letzte Hoffnung. Sie sozialdemokratischen Anträge und die Schwerindustrie. Die Gesetzentwürfe der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion zur Arbeitsbeschaffung und zur Verstaatlichung der Schwerindustrie sind den Schwerindustricllen in die Glieder gefahren. Ihr Organ, die DAZ., deklamiert dagegen: „Der Marxismus verspürt kein« besondere Lust, ausgerechnet einen so schlechtgehenden und dabei so riesigen Industriezweig, wie die deutsche Montanindustrie, in eigene Verantwortung zu übernehmen. Auch dieser Umstand weist daraus hin, in wie hohem Grade es sich bei diesem Gesetzentwurf um einen Agitationsantrag handelt. Usber die Sache selbst ist schon des öfteren so viel und so. Deutliches gesagt worden, daß es sich erübrigt, noch einmal den vollkommenen Ronfens dieses Sazialisic» rungsplancs ausführlich zu erweisen." Das klingt beinahe, als ob die Herren von Kohle und Eisen ihre Unternehmungen dem Staat schenken möchten, um aus ihrer Pleite herauszukommen! Rur Mut, meine Herren— der Marxismus scheut die Verantwortung nicht! Es ist noch nicht so sehr lange her. daß die B a n k f ü r st c n jeden Gedanken an das, was jetzt im Bankwesen ge- schehen ist, mit ähnlicher Handbemegung als„vollkommenen Nonsens eines Sozialisierungsplans" beiselte geschoben hätten! Wenn die Herren übrigens glauben, daß ihre tat- sächliche Pleite eine Garantie gegen Verstaatlichung ist— weil sie früher einmal die umstrittene These von der Sozialisicrung der Pleiten als Rettungsanker für sich gehört haben— so sind sie gründlich im Irrtum; denn die General- pleite des Kapitalismus ist der Zwang zu sozialistischen Ein- griffen!_. Oingeldeys Brockeusammlung. Die Äolksportei zerkrochi.— Wieviel Stücke? Die Abstimmungen im Reichstag haben zu einer weiteren Zersplitterung der Deutschen Volkspartei geführt. Die Frak- tion der Volkspartei hatte den Anwesenheitszwang für die Abstimmung für ihr Mißtrauensvotum gefordert. Die Ab- geordneten' Dr. Curtius und von Kardorff haben trotzdem an der Abstimmung nicht teilgenommen. Dazu teilt nun der Pressedienst der Deutschen Volkspartei mit: „Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volispartci trat nach dem Schluß der Plenarverhaudlungen zu einer kurzen S-itzung zu- sammen. Die Fraktion nahm davon Kenntnis, daß die Herren Ab- geordneten Dr. Curtius und von Kardorff an der Abstim- mung über den volksparteilichen Mißtrauensantrag nicht teilgenommen haben und dadurch in Folgewirkung des Fraktions- befchlusfes automatisch aus der Fraktion ausge- schieden sind." Wieder zwei weniger! Der Abgeordnete Hugo ist in- zwischen als Rettungskommissar ins Rheinland geschickt wor- den, weil dort die Organisationen der Bolkspartci zu Hugenberg überlaufen wollen, Der Abgeordnet« Dr. Curtius hat im übrigen die Orga- nisation der Volkspartei in Baden hinter sich. Wir fragen uns: Wen hat Herr Dingeldey noch hinter sich? Woraus besteht die Volkspartei noch? Hakenkreuzler als Tschechenspion. Llnier dem Verdacht der Wertspionage verhaftet. München, 26. Februar.(Eigenbericht.) Der Waffeiiringstudcnt Erich Kolaczik sind. ilig. an der Technischen Hochschule München, der bis Anfang dieses Soniesters Vorsitzender des Hakenkreuz-Asta dieser 5)lchschule war. wurde unter dem Verdacht der Werkspionage zu- gunsten der Tschechoslowakei verhaftet. Er verriet sich durch eine verloren« Aktenmappe, in der' Briefe an die tschechische Regierung und Pläne von der Gleisanlage des Münchener öhauptbohnhofs gefunden wurden._ Oer Maulkrieger. Oer Oberbandit und die Posaune von Jericho. Der Reichstag hat zwar die Mißtrauensanträgs gegen die Rcichsrcgierunz abgelehnt, aber der„Angriff" des Herrn Goebbels findet trotzdem, daß„das System" vernichtet sei. Fett über vier Spotten verkündet er über die ganze erste Seite hiraveg:.„V< r- nichtender Schlag gegen das System: Goebbels antwortet Brüning." Die Posaunen von Jericho waren Kindertro-mpetchen gegen das Maul von Josef Goebbels, des Ober- bandiis von Berlin. Die erste Seite des„Angriff" von gestern ist auch noch in anderer Hinsicht interessant. Sie enthält als A u f l a g e n a ch r i ch t d i e k u r z c R e d e G r o c n c r s, in der die Pöbcleien von Goebbels auf das schärfste zurückgewiesen und Goebbels bescheinigt wird, daß er den Krieg nur vom Hörensagen kennt. „Vereinfachte" Sozialpolitik. Beseitigung auf dem Verordnungswege. Der„Vorwärts" hat wiederholt auf die Vorlage hingewiesen, die der Reichsarbcitsminister dem Reichsrat hat zugehen lassen und die«ine Verordnung ist über eine angebliche Verbilligen g und Vereinfachung der Verwaltung der Reichs- an st alt. In Wirklichkeit oerbirgt sich dahinter die Beseiti- g u n g der letzten Reste der S e l b st v e r w a l t u n g und die Ber- wirklichung des bisher nie erreichten Ideals der Unternehmer, soweit die sogenannten Natstandsarbcitcr in Frage kommen: für die Festsetzung des Lohnes der Notstandsarbeitcr soll künftig allein der Direktor des zuständigen Landesarbeitsamts noch eigener Machlvollkommenheit entscheiden: Die bisher von den lln- ternehmsrn vergeblich ersehnte Verwirklichung des uneingeschränkten 5)err-im-House-Staiidpvnkts. Auf der gleichen Linie liegt der Versuch, die Ernennung der Facharbeiter der Arbeitsämter den Verwalwngsausschüsien zu entziehen. Was zur Folge haben würde, die Arbeitsämter mit Leuten zu besetzen, die von den sachlichen Bedürfnissen der Unter- nehmungen und von der Psychologie der Arbeitslosen keine Ahnung haben. Man will ja Voraussetzungen zur Anstellung schassen, die die wirklich geeigneten Fachkräfte von vornherein ausschließen. Auf derselben Linie liegt es schließlich, wenn man im Gegensatz zu einer Entscheidung des Oberversichcrungsamts die Nachzahlung der Beiträge— wenn der Unternehmer deren rechtzeitige Ab- führung versäumt hat— nicht mehr zulassen will. Damit wird einer großen Zahl von Versicherten unverschuldet der Anspruch auf Untcr- stützung entzogen, obwohl sie ihre Beiträge gezahlt haben. Eine sehr vereinfachte Sozialpolitik also, mit der die reaktiv- närsten Unternehmer vollauf zufrieden sein können. Wir müssen dazu erklären, daß eine derartige Beseitigung der e l e m« n- rarsten Grundlagen jeder Sozialpolitik auf dem Verordnungswege eine Ungeheuerlichkeit wäre. Der Roichsrat muß den Reichsarbeitsministcr auf den Weg der ordentlichen Gesetz- gebung verweisen. Oeuische leiten Chinas Abwehrkampf? japanische Srohungen. Der Sonderberichterstatter des Stockholmer„S v e n s k a Dagbladet" in Schanghai behauptet, daß etwa 5 0 ehe- malige deutsche Offiziere im äiinesischen öheeresdienst stehen und an dem Abwehrkampf der 19. Armee bei Schanghai hervorragenden Anteil nehmen. Sie seien auf eigene Faust noch China.gekommen. Der unerwartet erfolgreiche Widerstand der Chinesen werde allgemein auf diese deutschen Berater zurückgeführt, unter denen der Generalleutnant o. D. Wetzel, früherer Mitarbeiter Ludcndorffs, die entscheidende Rolle im chinesischen Hauptquartier spiele. Die Japaner drohten bereit?, sich an, dem Eigentum der deutschen Äaufleutc in Schanghai schadlos zu halten(!!), wenn die deutschen Offiziere ihre Tätigkeit nicht einstellten. Die deutsche Kaufmannschaft habe daher gegen diese Teilnahme deutscher Ossi- ziere am chinesischen Abwehrkampf Stellung genommen. japanischer Fliegerangriff auf chinesischen Flugplatz. London. 26. Februar.(Eigenbericht.) Ein japanisches Bonibengeschwader, bestehend aus 25 Flugzeugen, bewarf am Freitag die chinesische Flugstativn H a n k« w. einer 150 Kilometer südwestlich Schanghai gelegenen Stadt. E l f chinesische Flugzeuge wurden zerstört, drei, die sieh in der Luft gegen die Angreiser wandten, wurden abgeschossen. Die Japaner verloren ein Flugzeug. An der Front vor Schanghai behaupten die Japaner, den heiß umstrittenen Vorort Kiangwan von dem Gros der chinesischen Armee abgeschnitten zu haben. Die paln»schc Staatsbohii verfügte Ende v. I. über einen gestand von 5401 Lokomotiven, 12088 Personenwagen und 156 081 Güterwagen, Di« russische Regierung beabsichtigt, das russische Lufiverkehrsnetz im lausenden Jahr« bis airf 48 000 Kilometer auszudehnen. Kurs des Reichsarbeitsministers. Aach den Leistungsabbau, Abbau der Gelbstverwaltung. Für den Kurs, den der Reichsarbeitsmmister steuert, ist auch Mgcnder Vorgang bezeichnend. Im Rahmen der Etatsberatungen der Reichsanstolt spielte auch die Ernennung des stelloer- tretenden Präsidenten der Reichsanstalt eine große Rolle. Der Posten des Vizepräsidenten ist infolge der Umbesetzung in den führenden Stellen der Reichsanstalt freigeinordeu. Der Vorstand war fast geschlossen einig tn dem Wunsch, den bisherigen zuständi- gen Sachbearbeiter im Reichsarbeitsministertum, Beisiegel, an dieser Stelle zu sehen. Das R e i ch s a r b e i t s m i n l st e r i u m ober hatte anders beschlossen. Unter Berufung auf sein von der Meinung des Vorstandes unabhängiges Vorschlogsrecht hatte es sich für Ministerialrat P e ck e r t festgelegt. Die freigewerkschaftlichen Vertreter gaben, nach- dem ihr Einspruch gegen die ihres Erachtens sachlich nicht begründete Stellungnahme des Reichsarbeitsministers ergebnislos geblieben war, im Verwaltungsrat folgende Erklärung ab: „Die freigewerkschoftlichen Arbeitnehmeroertreter im Verwal- tungsrat der Reich-anstall erblicken in der Ernennung des cherrn Ministerialrats P e ck e r t zum stellvertretenden Präsidenten der Reichsanstalt keine geeignete Lösung dieser für die weitere Arbeit der Anstalt äußerst wichtigen Personalfrage, und zwar aus folgenden Gründen: l� Herr Peckert ist in- der Vergangenheit in den Aufgabengebieten der Reichsanstalt in keiner Weise führend hervorgetreten: die Reichsanstalt bedarf aber zur Vertretung des ersten Präsidenten eines Mannes, der auf Grund langer Erfahrungen in den schwieri- gen Fragen der Arbeltsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und auf Grund einer genauen Kenntnis der inneren Einrichtungen der Reichsanstalt tn der Lage ist, diesen wichtigen Arbeitsplatz vom Tage seines Amtsantritts an in jeder Beziehung auszufüllen. 2. Auch bei der gegenwärtigen Rechtslage, die dem Vorstand der Rcichsanstalt kein gesetzliches Recht zusichert, bei der Ernennung des stellvertretenden Präsidenten mitzuwirken, bedeutet es eine Mißachtung der Selbstverwaltung, wenn bei einer derartigen Ernennung der ausdrückliche Wunsch des Vor- st a n d e s ohne einleuchtende Gründe völlig unberücksichtigt bleibt. Der Vorstand der Reichsanstalt hat sich aber beinah� einmütig für die Ernennung des Herrn Ministerialrats Beistngel aus- gesprochen, bei dem er die für das Amt des stellvertretenden Prä- fidenten notwendigen Voraussetzungen als gegeben ansieht. Unter diesen Umständen muß für die Zukunft die unbedingt notwendige reibungslose Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand und dem stellvertretenden höchsten Beamten der Reichsanstalt ge- fährdct erscheinen. Die freigewerkschaftlichen Arbeitnehmeroertreter im Verwal- tungsrat der Reichsanstalt richten daher an den Herrn Reichs- arbeitsminister das dringende Ersuchen, von der Kandidatur des Herrn Peckert abzusehen und seinen Einfluß für die Ernennung des Herrn Beisiegel einsetzen zu wollen." Gegen die Ernennung des Herrn Peckert hatten sich auch die Vertreter der christlichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften ausgesprochen, und auch die Arbeitgeb er verbände nahmen gegen diese Ernennung Stellung. Nun hat sich noch der Reichs- r a t zu äußern. Iah« das Reichsbahnpersonal aus 592900 Köpfen befanden hätte, während für das Jahr 1332 nur 470 999 vorgesehen seien. Die Bahnunterhaltungsarbeiter und die Werkstättenarbeiter, gegenwärtig zusammen etwa 145 999 Köpfe, sind in dieser Aufstellung überhaupt nicht enthalten. Das Gesanitpersonal einschließlich der Aushilfs- und Zeitarbeiter bestand im Dezember 1931 aus 641 099 Köpfen. Das ständige Personal bestand aus 627 099 Köpfen. Wenn man nun Chwaleks Zahlen, die für 1932 ungefähr richtig sind, noch durch Sie unterschlagenen rund 145 099 Bahnunterhaltungs- und Werkstättenarbeiter ergänzt, dann kommt man für das Jahr 1932 aus 615 909 Köpfe gegen 627 900 im Jahre 1931. Die Differenz von 12 990 Köpfen ergibt sich aus dem natür- lichcn Abgang, der nicht ersetzt worden ist und im Durchschnitt ungefähr 4 Proz. beträgt. Entweder schreibt der Chwalek, der auch den Reichstag ziert, über Dinge, die er nicht kennt oder er schwindelt. Da Chwalek die Gesamtpersonalziffer bekannt sein muß, ist die Schlußsolgerung naheliegend. Der Einheitsv erbandder Eisenbahner Deutschlands wird nach wie vor alles daran setzen, seine Mitglieder gegen Eni- lassungen zu schützen. Das gleiche ist von den übrigen Gewerkschaften anzunehmen. Eugen Zunghans� Für die Eiserne Front! Kundgebung des Personals des Polizeipräsidiums. In einer machtvollen Kundgebung im Hackeschen Hof vollzogen gestern abend die Arbeiter und Angestellten des Ber- lincr Polizeipräsidiums ihren Anschluß an die Eiserne Front. Ueber 590 Männer und Frauen waren dem Ruf zur Bildung der Eisernen Front gefolgt. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand ein Referat des Bürgermeisters Genosien M i e l i tz über das Wesen und die Ziele des Nationalsozialismus. Mit treffenden Worten kenn- zeichnete er die Naziführer. Mit Beifallskundgebungen unterstrich die Versammlung die scharfe Kritik des Redners. An der iMer- nationalen Verbundenheit der Wirtschaft und an den ebenso inter- nationalen Krisenerscheinungen sührte Genosse Mielitz den Ver- sonmelten vor Augen, wie unsinnig die Versprechungen der Nazis sind, durch eine Aenderung des Regierungssystems in Deutschland eine Konjunkturbelebung herbeiführen zu wollen. An der Eisernen Front, diesem lebenden Schutzwall der Republik, werden sich die faschistischen Sturmgesellen den Schädel einrennen. Der Appell des Referenten für den Sieg der Eisernen Front mit dem Einsatz aller Kräfte zu wirken, fand begeisterte Zustlinmung. Die Ausführungen des Genossen Mielitz wurden durch einige an- feuernde Worte der Genossen T a b b e r t und Hildebrandt ergänzt. In dankenswerter Weife hatte sich der Mannerchor F r i e d r i ch s h a i n zur Verfügung gestellt, der die..Kundgebung durch den Vortrag von Arbciterkampsliedern wirkungsvoll um- rahmte.*..... Gegen die Spaltung. Im vollbejetzten großen Saal des Gewerkschaftshauses sprach gestern abend Genosse Ortmann vor den organisierten taubstum- men Arbeitern und Angestellten. Die Darlegungen des Redners wurden mit großem Beifall aufgenommen. An das Referat schloß sich eine äußerst angeregte Diskussion, in der sich die große Mehrheit für die Eiserne Front einsetzte. Als ein Kommunist in der bekannten Art gegen die Eiserne Front Propaganda zu machen vcrs'"Me, zwang ihn die Versammlung zum Abtreten. Die Parole der Er...,ien Front zur Niederwerfung des Faschismus fand begeisterte Zustimmung. Waisenhaus Gummelsburg. In einer glänzend verlaufenen Kundgebung des Personals des Waisenhauses Rummelsburg, das, soweit dienstfrei, voll- zählig erschienen war. referierte Geiwsse D r e s s e l am Mittwoch über die Eiserne Front. Trotz wiederholter Aufforderung meldeten sich Gegner nicht zum Wort. Die Versammlung endete mit einem einmütigen Bekenntnis zur Eisernen Front. Ein voller Erfolg. Bahnhof Kreuzberg der BVG. In einer gut besuchten Belegs chaftsversanmllung der Belegschaft des Bahnhofs Kreuzberg der-BVG. sprach am Dienstag Genosse Dressel über die Bildung der Eisernen Front. Gegner waren nicht vorhanden. Die Belegschaft bekundete chren Willen, eine Ham- merschast zu bilden, um die Eiserne Front zu verstärken. Friede im Versicherungsgewerbe. Vereinbarung der Vertragsparteien. Uns wixd mitgeteilt: Unter Würdigung der fchwte- rigcn Gesamtberhältnisse haben die Tariflicrtragspartcicn im Versicherungsgcwcrbc sich dahin verständigt, den Manteltarifvertrag bis zum 31. September 1932 und die geldlichen Leistungen bis zum 30. Juni 1932 zu verlängern. Damit sind die im Bersiche- rnngsgewerbe vorliegenden Streitigkeiten erledigt. Ueber den Ausgang der Berhandlunglen zwischen dem Zentralverband der Ange sie Ilten und dem Arbeitgeber- verband deutscher Versicherungsunternehmungen berichtete gestern abend Genosse B r i l l k e in einer Funktionär- tonferenz des ZdA. Die erfolgreiche Verhandlungsleitung wurde allgemein anerkannt und das Ergebnis widerspruchslos ge- b i ll.i g t. Es wurde besonders hervörgehobech daß der Abschluß das Ergebnis direkter Verhandlungen ist und eine s r e ie Vereinbarung darstellt, die ohne Zuhilfenahme der Schttchtungs- instanzen zustande kam. An den Funktionären und Mitgliedern liegt es nun, diesen Erfolg propagandistisch entsprechend auszuwerten. Dies allein ist eine Bürgschaft für die Zukunft. Entlassungen bei der Reichsbahn? Eine kommunistische Schwindelmeldung. In der„Roten Fahne" vom Freitag wird auf eine„Vorwärts"- Notiz vom 23. Februar Bezug genommen und daran die Be- hauptung geknüpst, daß 32 000 Eisenbahner mit Zustimmung der „Gewerkschaftsbürokratie" entlasten-»»'den sollen. Di« Entlassun- gen seien bereits in vollem Gange. Wie verhält es sich damit? Der Versasier Chwalek bringt«ine Aufstellung, wonach im Der Verband der Nahrungsmittel- und Getränkcarbeiter hat einen schweren Verlust erlitten. Am 26. Februar starb im Urban- krankenhaus der Gauleiter Genosse Eugen Junghans im 57. Lebensjahr. In dem Verstorbenen verliert die Organisation einen ihrer besten Mitarbeiter. Junghans erlernt« das Braugewerbe und trat bald nach seiner Lehre der Gewerkschaft beu Der Haß der Unternehmer trieb ihn bald aus seiner sächsischen Heimat. Er fand in Perlin seinen weiteren Mrkungskreis, wo er einige Jahre Vor- sitzender des Arbeitsausschusses bei Schultheiß war. Am 1. März 1929 wurde er zum Gauleiter für Brandenburg-Pommern berufen. Durch seine umsichtige Leitung und seine großen Kenntnisse baute er starke örtliche Organisationen aus und überspannte den Gau mit einem engmaschigen Netz von Tarifverträgen. In den Tagungen der Verbandskörperschaften wurden seine Vorschläge und seine Einstellung zu schwierigen Fragen beachtet und danach gehandelt. Viel zu früh mußte Iunghans scheiden. Eine tückische Krank- heit zehrte lange Zeit an dem rastlos und nimmermüden Kämpfer. Sein Werk wird ihm dauernd ein ehrendes Zlndenkcn sichern. Oie„nationalen Belange" des Kapitals. In der Textilindustrie des Rheinlandes sind Bestrebungen zur Abwanderung ins Ausland zu beob achten. Im Bezirk Krefeld hat. wie verlautet, ein Betrieb der Seidenindustrie bisher rund 50 Webstühle nach England verlegt. Dos ,,n..onale" Kapital. Wenn arbeitslose Fach- arbciter, die von den Unternehmern auf das Pflaster geworfen wurden, sich in: Ausland eine Existenz gründen wollen, werden ihnen die größten Schwierigkeiten gemacht. : i> i 1. 1 ,i - rra SPD'Metallarbeitcr! Montag, 29. Februar, 3ÖV> Ilftt, in den 6opf)icu«csfilfcn, Sophienstr. 17— 18, Versammlung aller SPD.-Melall- H arbciter. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Generalversammlung,.r 2. Sieutrml)! der Fraktionsleitung. Der Fraktwnsvorstand. f- SPD.-Genossen der Staatlichen Münze. Sonntag 8',z Uhr im L)actc. schen Hof. Rosenthaler Str. 40— 41, wichtige Fraktionsversammlung.| Tagesordnung;„Die Vedentung der bevorstehenden volitischcn � Entscheidungen". Referent Kgrl Dreisel. 2. Fraltionsangclegenhcitcn. f erfeficiueu aller»-p-llin ist Mlicht... Der SraUionsiiorstand. SPD.-Fraktion bei der AEG.-Hennigsdorf. Alle Genossen sind ver. pflichtet, die am Montag, 29. Februar, 10 Uhr. im Lokal Fehlkamm statt- fistdendc Frauenkundgeoung zu besuchen. Der Froktionsobmann. Freie Gewertfchafis-Zugend Berlin eilte. Sonnabend, 27. Februar, findet folgende Veranstaltung statt: lugdafen: Jugendheim Zlughafenstratze Sd(U-Bahn Voddiustragc). ledungsadend. �uaendnruppe des jZentralverbandes der Anaesiellten Heute übt der Singekreis von 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Tilsiter strafte 4. Verantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: G. Klingclhjjfcr; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schitowsti; Lokales und Sonstiges: Friä Karstadt; Anzeigen: Th. Glatte; sämtlich in Berlin. Perlag: Vorwärts-Verlag©. m. b. H., Verlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerci und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SB. 68. Lindenstrafte 3. Hierzu 2 Beilagen. Opel-Zulassungen im Vergleich mit den 4 nächstbesten Zulassungen. 1931 wurden dreimal soviel Opelwagen neuzuge« lassen wie Wagen irgend eines anderen Fabrikates. •. urteilssichere Käufer kauften OPEL mehr als dreimal soviel OPEL Wagen wie jedes andere Fabrikar, WEIL die Herstellung von Quaiitätswagen in der Großproduktion weniger kostet als bei der Fabrikation kleiner Mengen, Opel also Qualitätswagen zu niedrigeren Preisen verkgufen kann, WEIL Opel-Konstrukteuren Erfahrungen zur Seite stehen, die beim Bau von 20 Millionen Wagen erarbeitet wurden, WEIL Opel-Konstruktionen erprobt sind und Opelwagen im harten Dienst täglicher Gebrauchskilometer ihre Zuverlässigkeit bewiesen haben, WEIL Opelfahrern eine geschulte und am weitesten verzweigte Händler- und Kundendienstorganisation zur Verfügung steht, WEIL die wirtschaftliche Stärke der Opelwerke zum wirtschaftlichen Vorteil für Opelkäufer wird, denn: je Stärkerdas finanzielle Fundament, desto günstiger die Bezugskosten für Qualitätsmaterial, WEIL Opel auch in Zukunft Automobile bauen und das riesige, sicher fundierte Werk stets hinter seinen Wagen stehen wird. O IP E L Di# h«rabg#s#tzt#n PralMt 1,2 L»r. 4 ZyL von RmI 890aft. 1.8 Ur. 6 ZyL von RM 2 695 an. Preise ab Werk Rüssefs- hoiaq.M.BoquiB# Zohlunflttxvlingungoffl dyrds dia Ailgeasaia# fisensierunss-Oesollsdioft Meehen Sie eine Prebdfobrti Nr. 97* 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 27. Februar 4932 Die Brauereien schließen! Vorsorgliche Kündigung aller Berliner Brauereiarbeiter! Ter Bicrbohkott. der von dem unter tommunistiseher Führung stehenden„Nampfausschnß der Berliner Gast- Wirte" eingeleitet worden ist. hat eine austerordentlich ernste Wendung genommen. Ter Verein der Brauereien Berlins und Umgegend will seine gesamte Arbeiterschaft kündigen; er hat an, Freitagsrüh solgcnd« Bekanntmachung in den ihm an- geschlossenen Werken zum Aushang bringen lassen: „Seitens der Berliner Gastwirte-Organisationen ist mit dem gestrigen Tage für den Bezirk Grast-Berlin der Bierboykott erklärt worden. In Ausführung eines dadurch notwendig gewordenen gemeinsam gefaßten Beschlusses der Berliner Brauereien sehen wir uns zu unserem großen Bedauern gezwungen, vorsorglich unserer Arbeiterschaft mit Wirkung zum 4. März 1932 zu kündigen. Wir hoffen, daß es in Kürze gelingen wird, eine Aufhebung des Boy- tolts zu erreichen, so daß von einer Durchführung der oben ausgesprochenen Kündigung ganz oder teilweise'Abstand genommen werden kann." Dieser Bescheid der „vorsorglichen Kündigung" aller Berliner Brauereiorbeiter wurde ursprünglich den einzelnen Betriebsräten zugeleitet, die den Empfang dieses Schreibens unterschriftlich bestätigen sollten. Dies lehnten die Betriebsräte ab, zumal auch für sie die Kündigung Geltimg haben sollte, obwohl in derartigen Fällen die Betriebsver- tretungen den Schuß des§ 97 des Betriebsrätegcsetzes genießen. Auf allen Werken legten die Betriebsvertretungen sofort energischen Protest gegen dies« Kündigungsaktion der Brauerciunternehmcr ein. Außerdem ist die große TNehrzahl der Berliner Brauereien übereingekommen, vom heutigen Sonnabend ab ihre Betriebe zu schließen. Erst am Donnerstag komffiender Woche sollen die Betriebe wieder geöffnet werden. Hierzu ist zu bemerken, daß jeweils am Mittwoch die Brauereien ohnedies stilliegen, da gegenwärtig die fünftägige Arbeitswoche für die Produktion genügt. Für den ausfallenden Sonnabend, Montag und Dienstag erhalten die Brauereiarbeiter ihren Lohn weitergezahlt, sie find also praktisch beurlaubt. Diese llrlaubstage sollen dann auf den kommenden Sommer- Urlaub verrechnet werden. Die Brauereien glaubten diese folgenschweren Maßnahmen er- greifen zu müssen, da es wenig Zweck hat, die Bicrwagen ausfahren zu lassen,»eil sich die Gastwirte weigern, selbst früher bestelltes Bier den Slutscher» abzunehmen. Dagegen wird uns vom Zen- tralverband der Restaurant-, Hotel- und Cafe- Hausangestellten mitgeteilt, daß sich am Freitag die Zahl des gekündigten Gastwirtspersonals nicht erhöht ist. Trotzdem hat am Donnerstag die Berliner Generalversammlung dieses Verbandes eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß sie der Boykottbewegung der Gastwirte ablehnend gegenübersteht. Inzwischen sind die Gastwirte weiter am Werk, olle Möglichkeiten eines Bier- Vertriebs zu unterbinden. So hat der Verband der Fein kost- und Kolonial- warenhändler bekanntlich beschlossen, seine Mitgliedsfirnren anzuweisen, den Flaschenbierverkauf einzustellen. Diesem Beschluß haben sich die Milch» und Gemüsehändler gestern abend angeschlossen. Worum sich nun auch der Verband der Kon- tinenwirte mit einem Rundschreiben an seine Mitglieder wenoet, den Bierverkauf einzustellen, ist nicht recht ersichtlich. Die Sachlage bei den Kantinen kompliziert sich überdies, da die Kon- tinen teils selbständig verpachtet, teils von Beauftragten der Beleg- schaften verwaltet werden. Wie wir aus eine Umfrage hin erfahren, haben es sich die Belegschaften entscheidender Berliner Groß- betriebe gestern ganz energisch verbeten, daß in den unter ihrer Regie stehenden Kantinen, deren ausschließliche Träger die Arbeiter und Angc- stellten sind, außenstehende Unverantwortliche etwa einen Bierboykott provo- zieren. Denn bei der eigenartigen Entwicklung, die die reichlich wild begonnene Bierboykottbewegung jetzt nimmt, sind die Gastwirte draus und dran, sich alle Sympathien der Der- braocher zu verscherzen. so zugespitzt auch ihre wirtschaftliche Lag« im einzelnen sein mag. Die Bewegung der Gastwirte begann mit der Frontstellung gegen die Brauereien. Gestern, am zweiten Streiktagc, haben die Gast- wirte und die Brauereien bereits eine gemeinsam« Plattform be- zogen. Die ersten Opfer sind 7V0V Brauereiarbeiter, ein Teil des Gast Wirtspersonals und im weiteren Sinne die Verbraucher, die sich eine Flasche Wein nicht leisten können, sondern mit einem Glas Bier fürliebnehmen mußten. Kleinhandel mit Seefischen. Goerdeler bestimmt die Handelsspanne. Der Preiskommissar Goendeler hat jetzt auch die Preisbildung im Kleinhandel-chit fr i s che n. g e r ä u ch e r t e n und mar in ie r- ten Seefischen<4ner Nachprüfung unterzogen. Dds Ergebnis dieser Prüfung ist eine Verordnung vom 22. Februar, nach der der Aufschlag des Kleinhandels auf seine Einkaufspreise bei See- sifcheii— Kabeljau, Schellfisch, Heringe, Bücklinge, Sprotten, Flun- dem usw.— im Durchschnitt 15 P f. je Pfund beträgt, gleich» gültig, ob es sich um frisch« oder geräucherte Fische handelt. Niemals darf der Aufschlag 33 Proz. des Einkaufspreises überschreiten. Beim Verkauf von frischen Fischen darf der Ein- koufspreis zum Ausgleich des Verlust s aus Schwund und Ein- wiegen um 5 Proz. erhöht werden: werden frische Fische stückweise oder gereinigt snach Entfernung von Vordcrschnitt, Schwanz, Flossen usw.) verkauft, darf der Einkaufspreis um weitere 22 Proz. erhöht werden. Der Aufschlag von 33 Proz. des Ein- kaufspreises berechnet sich dann also von diesen erhöhten Ein- kaufspreisen. Im Kleinhandel mit Marinaden darf der Auf- schlag nicht höher als 33 Proz. des Einkaufspreises sein; er soll in der Regel 15 Pf. für ein« Literdose und 12 Pf. für eine Halb- literdose betragkü/ In Läden/ Schaufenstern und Verkaufsständen sind P rei so e-rz ei ch nisse auszuhängen, die Preise, Sorten und Qualitäten anzugeben haben. Die Preis« dürfen nur auf volle Pfennige aufgerundet werden. Damit ist ein für den Arbeiterhaushalt besonders wichtiges Gebiet unter Kontrolle gestellt worden. Haussvauen, achtet auf die Preise und auf di« Psennigrechnung! Villiger Sonnabend im Zoo. Am heutigen Sonnabend, 27. Februar, kostet der Eintritt in den Zoologischen Garten bereits von 12 Uhr mittags ab nur 50 Pf. für Erwachsene und 25 Pf. für Kinder bis zu 19 Jahren; dieselbe Ermäßigung gilt für das Aquarium. Billige Osterreinen; Festtagsriickfahrkarten vom 25. März bis 4. April. Aehnlich wie beim vergangenen Weihnachtsfest beabsichtigt die Deutsche Reichsbahn, auch zu Ostern Rückfahrkarten auszugeben. Die Benutzung der Festtagsrückfahrkarten soll diesmal auf sämtliche Verkehrsverbindungen innerhalb des Reichsbahnbereichs ausgedehnt werden, also nicht nur solche Stationen erfassen, für die Sonntagsrückfahrkarten vorgesehen sind. Ilm dos umständliche Lösen von Anschlußkarten zu vermeiden, werden für solche Verbindungen, die in den Festtage» viel benutzt werden, vo,, vornherein feste Kartei, ausgegeben iverden. Für alle übrigen Verbindungen werden Bl a n k o f a hr k a r t e n zur Verfügung gestellt. Es ist jedoch notwendig, in solchen Fällen recht- zeitig, spätestens am zweiten Tage vor Antritt der Fahrt, die Blankofcchrkarten bei den Fahrkartenausgaben oder MER.-Stcllcn zu lösen oder zu bestellen. Die Festtagsrückfahrkarten gelten vom 2 3. März bis zu m 4. April d. I., und zwar zur Hinfahrt an allen Tagen vom 23. März bis 28. März und zur Rückfahrt an ollen Tagen vom 24. März 12 Uhr bis 4. April. Die Rückfahrt muß spätestens am 4. April 24 Uhr beendet sein, v-, KD- und bbO-Züge sind gegc.i Zahlung des taristnäßigcnZuschlags sür die Benutzer der Festtags- rllckjahrkartcn freigegeben. Die ungenügende Mieisenkung. Meter fordern Mieterschuh und Arbeitsbeschaffung. Die Reichsorganisatüm der Mieter, Bund Deutscher Mieter- vereine e. V., Ätz Dresden, hat in diesen Tagen an den Reichs t a g und die Reichsregierung eine Entschließung gerichtet, in der folgende Hauptforderungen aufgestellt werden: Weitere Senkung der Mieten. Beseitigung aller Sonderzuschläge zur Miete. Mieterschutz für alle Wohn- und Gewerberäume in eincin sozialen Mietrecht, gerechte Erfassung der I n f l a t i o n s g e w i n n e des Althausbesitzes in der Hauszinssteuer, Verwendung der Haus zinssteuer für die Arbeitsbeschaffung zur Förderung einer gesunden Wohnungswirtschaft. Um dem Reichstag und der Reichsregierung zu zeigen, daß die Mieterschast hinter diesen Forderungen wirklich steht, hat die Bundes lcitung unter absichtlicher Ausschaltung von Großstädten, mit Aus »ahme der Stadt Dresden als Bundessitz, eine Unterschristensamm lung als besondere Willenskundgebung unter den Wahlberechtigten von 27 Gemeinden in den verschiedensten Reichsteilen veranstaltet. Sie hat ohne vorherige Vorbereitung das Ergebnis gehabt, daß innerhalb 19 Tagen 511 587 Unterschriften von Wahl- berechtigten geleistet wurden. Diese veranstaltete Stichprobe läßt er- kennnen, wie sich«ine Volksbefragung großen Stils über die Fragen der Wohnungswirtfchaft im Reiche auswirken würde. Am selben Tage haben sich gegen 999 Mietervereine mit den gleichen Forde- rungen an den Reichstag und die Reichsregierung gewendet. Neue Verstöße gegen Vevifenorönung. • Es ist- gelungen/ zwei�neüe Fälle von Verstößen gegen die Devifcnordnung aufzudecken. Iii dem Fall eines Ocstcrrcichers T o n n e r, der für einen Holländer Aktien in Höhe von 199 990 M. verkauft, aber den Erlös nicht auf Sperrkonto angelegt hat, wurden die Provisionen und erhebliche Vermögenswerte sicher- gestellt. Im zweiten Fall eines flüchtig gewordenen Prokuristen Scharl wurden Haftbefehl und Steckbrief erlassen: Sch. steht in dem Verdacht, durch dos im Prozeß Gutherz nicht gerade rühmlich bekannt gewordene Londoner Bankhaus Singer». F r i e d l ä n- der gleichfalls ausländische Wertpapiere in DeutschlanS verkauft und den Erlös statt auf Sperrkonto auf freies Jnlandkonto angelcgr zu haln-n. Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Verschleppte Magenkatarrhe und die Wirkungen der Schwarzbrotportionen vervollständigten diese märchenhafte Duftsinfonie. Auf dem Tisch, in einer Ecke der Zelle, blakte eine Petroleumlampe. Ein braunes Dunkel hing über der ganzen Zelle. Aus der dichten Finsternis der Ecken kamen saftige Schnarchlaute. Eine Gruppe von Häftlingen saß, die Hemden vor sich auf den Knien, am Tisch, aus den Nähten ihrer zer- riffenen graubraunen Hemden holten sie methodisch und fach- gemäß große Läuse heraus und warsen sie in die Lampe. Wenn eine Laus gegen das erhitzte Glas des Zylinders oder an den Docht geriet, dann gab es ein leises Knistern. Der ganze untere Teil des Zylinders war mit braunen Punkten bedeckt. Andere, die ihren Schlafplatz weiter weg van der Lanipe gefunden hatten, legten die Läufe auf ein Stückchen Papier und zerknickten sie mit dem Doumennagel. Am Tisch gab es ein halblautes Gespräch. „Diese Kursker braten die Läuse wie Fische. Ruinieren bloß die Lampe. Sieh doch, das ganze Glas haben sie ver- saut." „Gut, immer gib ihm! Habe ich vielleicht deine gebraten? Habe genug an meinen eigenen." „Warte nur, bis du noch Kursk kommst, da wirst du nickst mehr an deine Läuse denken. Da braten sie dich selbst." „Laß nur gut sein, mein Lieber, unsereinem kannst du mit Kursk nicht bange machen. Kursk kennen wir schon." In diesen wenigen Tagen hatte ich bereits mehr als ein- mal jenen mit Schauder ausgesprochenen Städtenamen ge- hört. Alle suchten einander mit dem Wort.Kursk" in Schrecken zu jagen und erschraken doch selbst beim Gedanken an Kurff. Es gibt schlimme und weniger schlimme Gefängnisse. In einem Gefängnis ist die Verpflegung gut, im anderen schlecht. Hier ist es kalt, dort warm. Hier ist es erlaubt, Geschenke vom Publikum anzunehmen, dort nicht. Hier zwingen sie einen zur Arbeit, dort nicht. Und jeder Neuling bekommt unterwegs von den Erfahrenen alles zu hören, was über jedes beliebige russische Gefängnis zu sagen ist. Wer wo Gefängnis- direktor ist, was für Leute die Gefängnisbeamten sind, wie oft dahin und dahin ein Transport in Marsch gesetzt wird, was man zu essen kriegt, wie die Strafzelle beschaffen ist und ob man was in die Fresse kriegt. Ebenso gut wissen sie mit den Begleitmannschasten Bc- scheid. Die Frage der Begleitinannschaften ist genau so wichtig. Ich hatte bereits erfahren, daß die Charkower Eskorte die aller unangenehmste war. Von ihr hatte mir ein Häftling erzählt, der trotz seiner Jugend schon allerhand Ersahrungen gesammelt hatte und in Dutzenden von Gesängnissen gewesen war. Von sich selbst berichtete er. er sei von Beruf ein so- genannter„kalter Schuster", den kein Meister annimmt, weil er„schwach im Frack" ist. Das bedeutete, wie er mir erktärte: „Nichts an Kluft außer Hemd und zerrissenen Hosen! Na, da will natürlich kein Meister ran. Und selber was anfangen, so mit Arbeiten, da gibt's nichts, Hab eben kein Arbeitszeug. Na, und fressen will man doch, da geht man eben kaufen." Unter diesem Wort„kaufen" versteht man ganz einfach „stehlen". Er war häufig geklappt worden, und da er keinen Paß hatte, wurde er auch jetzt wieder per Schub in seine Heimat befördert. Ucber Charkow war er unter der Obhut des Charkower Transportkommandos gebracht worden: dies halle sich durch sinnlose Grausamkest ausgezeichnet, hatte den Inhaftierten nicht einmal erlaubt, sich während der Fahrt von ihren Plätzen zu rühren oder aus dem Fenster zu sehen, und hatte überdies je zwei und zwei mit Hondketten aneinander gefesselt. Es war vorgekommen, daß die Begleitmannschaften einen Ge- fangencn mißhandelt hotten: er versuchte sich zu wehren, und sie erschossen ihn im Waggon„wegen Fluchtversuchs". Ein anderes Mal hatte einer während des Verladens wirklich eine verdächtige Bewegung gemacht, hotte sich hinter dem Waggon unsichtbar machen wollen, und die Leute von der Eskorte hatten daraufhin wahllos in die Menge der Häftlinge hineingeschossen und eine ganze Reihe von ihnen getötet und verwundet. Mißhandlungen während des Transports gehören zu den all- täglichen Vorkommnisien. „Warte nur ab, du wirst ganz bestimmt dem Charkowcr Kommando zugeteilt, da wirst du Augen machen!" Einstweilen aber hatte die fürchterliche schlaflose Nacht in der stinkenden Zelle des Kiewcr Gefängnisses noch kein Ende genommen. Mein Platz auf dem gemeinsamen Prit- schengestell war in nächster Nähe des Kübels. Je früher einer angekommen war, um so weiter entfernt von dem Kübel hatte er sich für die Nacht eingerichtet. Ein kleines zierliches Männchen mit Holbergrauten Bartstoppeln, wendig und gesprächig, zieht sein Hemd aus und klaubt sich die Läuse aus den Falten. Dann schraubt er den Brenner von der Lampe, hält sie in der linken Hand, tunkt mit der rechten ein zusammengedrehtes Stück Zeitungs- papier in das Petroleum und beschmiert damit seine Hemd- nähte. „Ja, was die Läuse sind, da bin ich sozusagen wie ein Professor! So eine Laus ist ein verfluchtes Tier... ja. Die gehen an mich, bei Gott, also schon mindestens Millionen- weise. Jawohl! Ich bin das schon lange gewöhnt. Aber wer es nicht gewöhnt ist, na, der hat eben nichts zu lachen. Diese Teufelsbestien lieben ja nichts so sehr wie die blanke Haut. Schmeißen sich auf frisches Blut wie die Raubtiere." Er kratzte sich mit allen fünf Fingern in den Achselhöhlen, gähnte, bekreuzte sich den Mund und fuhr fort:„Solange der Mensch in Bewegung ist, da versteckt sich die Laus in einer Falte, sitzt still, sagt keinen Ton. Da merkt man sie gar nicht. Aber setz dich erst mal hin, steh still oder lege dich nieder, da ist der Teufel los! Zum Kaputtgehen ist das. Aber dos Petroleum, das können wir nun mal nicht vertragen, davor laufen sie wie der Teufel vor Weihrauch. Wo es im Gefäng- nis genug Petroleum gibt, da ist es gut, da kann man sie ab schmieren und ruhig schlafen." Am Morgen wurden wir von einem Pfiff in die Höbe gerissen. Nach dem Appell bekamen wir kochendes Wasser und die Brotportion. Kein einziger hatte Zücker oder Tee. Ich war die Hälfte meines mitgenommenen Vorrats losgeworden, weil ich einige Male jedem meiner Leidensgefährten ein Stück Zucker gegeben hatte. An diesem Morgen ober, ich erkläre nachher, wieso, trank dennoch die ganze Zelle Tee und dazu noch mit Zucker,— eine große Seltenheit in einem Durch- gangsgefängnis, wo die überwiegende Mehrheit der Ein- gesperrten aus bettelarmen Tippelbrüdern besteht, die auch draußen in der Freiheit nicht immer genug zu essen gchobt haben. (Fortsetzung folgt.) Tödlicher Llnfall beim Röxe«. Nachdem Äölkner von Sabottke k. o. geschlagen. Im Berliner Spichernring gab ez am Freitag einen tödlichen Unfall in einem Boxkampf. Es standen sich im ch albschwer- gewicht die Berliner Sabottke und B ö l k n« r gegenüber. Völkner wurde mit einem Kinrchaken in der dritten Runde zu Boden geschlagen und schlug dabei hart mit dem chinter- topf auf. Er erhob sich bei neun wieder und stellte sich seinem Gegner zum Kampf. Sabottke trieb Völkner jetzt in eine Ringecke und deckte ihn dort mit einem Hagel von Schlägen zu. so daß Völkner stehend k. o. ging. Der Schiedsrichter verpaßte es, den Kampf abzubrechen. Me Sekundanten bemühten sich sofort um Välkner, brachten ihn in die Ringecke und versuchten, den Boxer wieder zum Leben zu erwecken. Schließlich mußte er ins Kranken- haus übergeführt werden, wo die Aerzte nur den inzwischen erfolgten Tod feststellen konnten, der wahrscheinlich durch Gehirnblutung eingetreten ist. Aachforschungen dienstlich verboien! Immer neue Enthüllungen im SNaret-prozeß. In der Rückschau auf die beiden letzten Tage des sich langsam abrollenden Sklarek-Prozesies verdient der Vorstoß des Verteidigers Sklareks, Dr. Pindar, am Donnerstag gegen Hossinann, der einen fast tragigrotesken Ausgang nahm, Beachtung. Und zwar fragte Pindar, ob es richtig sei, daß Hoffmann den Sklareks in'hrem Büro Kreditanträge in die Feder diktiert und ihnen Tps gegeben habe, nachdem für Hoffmann vorher ein erstklassiges Diner von Peltzer herilliergeholl worden sei. Hoffmann:„Ich habe im ganzen zweimal den Sklareks skizzenhafte Andeutungen über die Kreditanträge gegeben. Es soll sich dann, wie Hofsmann weiter ausführt, nicht um ein Diner, son- dern um eine Pastete gehandelt haben, die er in einem Nestau- rant essen wollte. Durch Sklareks liebenswürdiges Drängen ließ er sich schließlich breitschlagen, die Pastete bei Sklareks zu essen. Und die Pastete, von der Hoffmann sprach, und das Diner, von dem Pindar sprach, bewirkten es denn auch wieder, daß Hoffmann voll- kommen außer sich geriet, so daß der Vorsitzende eine Pause ein- treten lassen mußte. Nach Wiedereröffnung der Verhandlung hiell der Vorsitzende Hoffmann entgegen, daß er bisher bestritten habe, den Sklareks irgendwelche Direktiven für die Kreditanträge gegeben zu haben, daß er es aber jetzt wohl zugeben müsse. Willy Sklarek erklärte hierzu, daß Hoffmann ihm nicht nur Stichwort» angegeben, sondern die Kreditanträge völlig diktiert habe. Von Wichtigkest war dann noch die Aussage des Obermagistratsrats Dr. Müller, der juristischer Dezernent bei der Stadtbank ist und am LS. September 1929, nachdem die Reoisionsberichte über die Un- regelmäßigkeiten bei den Bezirksämtern vorlagen, von Hoffmann und Schmitt zu den Sklareks geschickt wurde, um die Unterlagen ein. zusehen. Der Zeuge bekundete, er habe von den beiden Direktoren den Sonderauftrag gehabt, mtt aller Vorsicht vorzugehen, da nach Ansicht der beiden nur ein Mißverständnis untergeordneter Organe vorläge. Die Sklareks ließen diese Unterlagen aber nicht einsehen, so daß- Obermagistratsrat Dr. Müller wieder unverrichteter Dinge zur Stadtbant zurückgehen mußte. Der Zeuge bestritt, bei dieser Revision bei den Sklareks Kaffee getrunken zu haben. Am gestrigen Freitag wurde hauptsächlich erörtert, auf welch» Weise dt» angeklagten Stadtbankdirektoren Schmitt und Hoff» mann die Revisionen bezüglich des Sklarek-Kredits zu verhindern suchten. Der Zeuge Rechnungsdirektor R e u m a n n bekundete, daß er am 25. September 1929 bei seiner Vernehmung von Ober- magistratsrat Dr. Brandes von der Hauptprüfungsstells ge» fragt worden sei, ob er Anhaltspunkte dafür habe, daß die beiden Direktoren Schmitt und hoffmana von den Sklareks bestochen worden seien. Er, der Zeuge, habe diesen Verdacht nicht direkt zurückgewiesen, weil er ja den freundschaftlichen Verkehr zwischen den Direktoren und den Sklareks gekannt habe. Er habe aber nicht angenommen, daß sie von dem Betrug gewußt hätten. Vors.: Wollte Direktor Schmitt die Aufklärung durch Obermagistratsrat Brandes ver- hindern? Zeuge: Verhindern ist wohl zuviel gesagt; Schmitt war wohl noch der Meinung, daß die Sklareks gute Leute sind, und er wollte die Verbindungen nicht stören. Rechnungsdirektor Neumann erwähnte ferner, daß Leo Sklarek in den kritischen Tagen, als die Revisionen schon im Gange maren, sich bei Hoffmann über die Einmischung der Unterorgane beschwerte und drohte, er würde jeden haftbar machen, der ihm seine Geschäfte störte. Leo Sklarek(den Zeugen anschreiend): Dies« Aussagen haben Sie sich ja hier zurechtgemacht. Zeuge: Nein, denn ich stehe unter meinem Eide. Auf Fragen von R.-A. Dr. Glogauer, des Ver» teldigers Direktors Schmitt, warum er denn dem Vorstand»on seinem Verdacht nicht in klarer Weise Mitteilung gemacht hätte, antwortete der Zeuge: Ich weiß nicht, welche Leschwörungsformela ich dem vorstand gegenüber noch anwenden sollte. Ich hatte doch schon alles gesagt Ich war über das Verhalten der Direktoren erschüttert, denn Schmitt hatte mir doch d i e n st l i ch verboten, daß weiter nachgeforscht wurde.(Bewegung.) Das Ltrieil im Kommunistenprozeß. Äie Verurteilten als Wertzeuge politischer Drahtzieher. Nach mehrstündiger Beratung verkündete das Schöffen» gericht Lichtenberg unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Köhler das Urteil in dem Prozeß gegen die„Grönland�-Kom- munisten wegen des beabsichtigten Ueberfalls auf die National» sozialisten. Die Angeklagten Schmach und W i e n r o d t, die teils schwer vorbestraft und teils als Leiter der Gruppe anzusehen sind, erhielten je 2 Jahre und 1 Monat, der Angeklagte Z i t t l a u 1 Jahr 9 Monate, der Angeklagte Friedrich 1 Jahr S Monate Gefängnis. Bei zwei weiteren Angeklagten erkannte das Gericht aus se 1 Jahr 4 Monate Gefängnis, bei dem Angeklagten Boß auf 1 Jahr 3 Monate und 1 Woche Gefängnis und bei den beiden übrigen Angeklagt«! auf je 1 Jahr 1 Monat Gefängnis. Das Gericht hatte die Angeklagten sämtlich des unerlaubten Waffenbesitzes und des unerlaubten Waffenerwerbs, sowie teilweis» noch anderer kleinerer Waffendelikte(§ 127) für schuldig«achtel. Die beiden am wenigsten bestrasten Angeklagte», wurden wegen chrer Jugend aus der Haft enttasien, während die übrigen weiter in Haft bls>b«n. Sämtlichen Angeklagten wurde die Untersuchungshaft angerechnet. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß es der Zweck der Bewaffnung und die Absicht der Gruppe war, einen Ueberfall auf die Nationalsozialisten zu verüben. Als strafmildernd sei anzusehen, daß die Angeklagten als Werkzeug« polittscher DrahAeher gehandelt hätten. Der Skandal um die Ev. Zentralbank Und die Rolle des Wehrkreispfarrers Irmer Schon der erste Verhandlungstag gegen den famosen Direktor der Evangelischen Zentralbank Friedrich Paul R u n k und dessen Bruder Adolf Ruuk enthüllte die skandalösen Zustände in der Evangelischen Zentralbank in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit. Die Evangelische Zentralbank sollte eine Genossenschaftsbank sein, war aber in Wirklichkeit alles andere als das. Die geschäfts- und weltfremden evangelischen Pfarrer aus den entlegensten Winkeln Deutschlands gaben der Bank ihre Ersparnisse im Vertrauen aus ihren Amtstollegen, den Wehrkreispfarrer Irmer, der im Aufsichtsrat saß, aber auch im Vertrauen auf den Namen Evangelische Zentralbank, und bekamen keinen Pfennig wieder. Acht Millionen Mark beträgt der Gesamt- verlust der Evangelischen Zentralbank, S Millionen davon waren Gelder von Pfarrern und ihren Gemeinden. Oer Herr Wehrfre'Spfarrer. Ein drastisches Beispiel dafür, mit welcher Skrupellosigkeit ge- arbeitet wurde, lieferte der Zeuge M. Er besaß Ersparnisse in Höhe von AM Mark, suchte nach einer sicheren Anlagemöglichkeit. Der Umstand, daß ein richtiger Wehrkreispfarrer dabei war, stärkte sein Berttauen besonders. Am 22. Juni, also zu einer Zeit, als die Bank mit Ausnahme von Schulden nichts mehr besaß, übergab er seine Sparkassenbücher dem Syndikus der Bank, Kiepsr: Ihr Geld legen wir auf Goldbasis an, es kann nie was passieren", sagte ihm dieser. Als im November die Hausbesitzerdank zusammenkrachte, schrieb M. einen oerzweifelten Brief an die Privatadresse des Pfarrers Irmer und erhiell von dem Herrn Wchrkreispfarrer keine Antwort. Ein zweiter Brief folgte.„,Es ist mein letztes Geld", heißt es darin, „ich bitte doch um Antwort". Im Namen des Pastors Irmer, der angeblich von der Devaheimanaeleaenbeit voll in Anspruch ae- nommen ist, erhält M. von der Zentralbank ein Schreiben: Es sei gar nichts zu befürchten: die Bank habe gar keine Verluste. Bitte nur keine Abhebungen. Sie würden es bereuen. Das war am 8. Dezember. Im Januar fliegt ein dritter Brie? in die Wohnung des Pfarrers Irmer. Jetzt erst bequemt dieser sich zur Antwort: „Ich bin seit Ende des Jahres aus der Bank ausgetreten, habe nichts mehr mit der Sache zu tun." Die sauer ersparten A)(K) Mark waren dahin. Alles in bester Ordnung, sagt Irmer. So ging es aber bereits seit Mai. Die Briefe wurden nur mit großer Verzögerung beantwortet. Geldüberweisungen wurden nicht mehr ausgeführt, der Aufsichtsrat Pfarrer Irmer wurde von seinen Amtskollegen bestürmt und gewarnt; er begnügte sich mit formalen Antworten, zeigte die kalte Schulter. Am 21. November 1931 schreibt ein Landpfarrer:„Die kleinste pommersche ländliche Sparkasse handelt korrekter als ihre Bank." Pfarrer Irmer antwortet:„Ihr Depot ist in Ordnung." In einem anderen Brief wird gewarnt: „Geehrter Herr Aufsichtsrat, ich habe feit langem kein Lebenszeichen von Ihrer Bank, ich warne Sie vor Ihrer Geschäftsführung. Die Zahlungsunfähigkeit der Bank steht fest. Mit christlichen Redewendungen ist die Sache nichl abgetan. Die Tatsachen werden verschleiert. Offenkundiger Betrug liegt vor. Ich kann keinen Pfennig von meinem Konto bekommen."—„Alles in bester Orb- nung", lautet der Bescheid. Das ist im November. Am 20. Januar kracht die Bank. Bankdirektor von Pfarrers Gnaden. Wie kam aber Pfarrer Inner in den Aufsichtsrat der Evan- gelischen Zentralbank und wieso wurde Friedrich Paul Runk zum Direktor dieser Bant ernannt? Pfarrer Irmer war schon Vorstands- Mitglied der Kredit-, Spar» und Häussrbank, die Friedrich Paul Runk gehörte: er kannte Runk als vortrefflichen Leiter von Bibelkreisen. Seinem Auftteten nach hielt er ihn für einen tüchtigen Bankfachmann. Daß Runk nur anderthalb Jahre Banklehrling gewesen war, wußte er nicht. Wenige Monate später machte er ihn aber zum Direktor der Evangelischen Zentralbank. Pfarrer Irmer hoffte aus ihr ein Geldinstitut für die Innere Mission zu schaffen. Vor Gericht erklärte er zwar, er arbeitete hier aus ideellen Gründen, ober er bezog je tausend Mark Tantieme bei Adolf Runks Terraingesellschaften, in die die Zentrc- dank etwa eine Million Mark hineingesteckt hatte, obgleich sie ai: Genossenschaftsbank sich mit derartigen Geldgeschäften überhaupt nicht befassen durfte, auch bezog er Provisionen bei den anderen Banken. Vom Depotgesetz verstand Pfarrer Inner ebensowenig wie sein Direktor. Ob ihm die gesamte Korrespondenz vorgelegt wurde. kann er nicht sagen. Die Bilanzen prüfte er nicht, da er ja nichts davon verstand. Kamen Beanstandungen, so holte er sich bei den Brüdern Runk Bescheid und begnügte sich mit deren Antworten. Er hatte zu ihnen volles Vertrauen. Es regten sich in ibm nicht die geringsten Zweifel:„Keine beruhigende Stimme des Herzens". Zu seiner Rechtfertigung führte er an, daß er ja auch die Einlagen seiner Verwandten und seiner KirchengMneinde, wie auch das Depot seiner Schwester nicht aus der Bank herausgezogen habe. Alle Warnungen fruchteten nichts. Weder die Beanstandungen der land- wirtschaftlichen Genossenschaft noch die Einwendungen des Presse- Verbandes des evangelischen Deutschlands. Die Brüder Runk sagten ihm, daß alles in Ordnung sei und da war schon für Wehrkreis- pfarrsr Irmer alles in Ordnung. Heute gelangt der Kompler Zentralausschuß der In- n e r e n Mission und D e v a h e i m zur Erörterung. Diese An- gelegenhett hat dem Reich eine Million Mark gekostet. Was sollen wir beginnen? Der Notschrei der Schulentlassenen S ch u l s ch l u ß. Jeder Junge, jedes Mädel will hinein ins praktische Leben und findet alle Türen verschlossenl 18 999 entlassene Berliner Volksschüler, 1599 Mittelschüler und 7999 höhere Schüler wollen einen Beruf erlernen; aber Lehrstellen lassen sich nicht aus der Erde stampfen, wenn sie nicht vorhanden sind und der Berufsberater, wie der Beamte auf der Berufsinnung muß die Berufsanwärter von einem Mal auf das andere Mal vertrösten. Da die Anforderungen nach Lehrlingen so unendlich gering sind, wird alles mögliche versucht, Stellen aussindig zu machen. So treten die Arbeitsämter an jene Betriebe heran, die ihre ausgelernten Lehrlinge jetzt enllassen, womit aber keineswegs gesagt ist, daß dieser Weg ein positives Resultat zeitigt: da ist einmal der Betrieb stark eingeschränkt worden, das andere Mal ist der Betrieb ganz eingestellt; sehr häufig liegt der Fall so, daß der Lehrling, dessen Stelle der neue Berufsanwärter einnehmen sollte, seine Lehrzeit schon vorzeitig beenden mußte— aus einer vierjährigen Lehrzett ward eine drei-, auch zweieinhalbjährige— woraus sich dann ein überaus starkes Kontingent der Lehrlinge ergibt, die chre Lehrzeit ftühzeitig abge» krochen haben. Stellenvermittlungen, die unter Umgehung der Arbeitsämter, hauptsächlich auf dem Jnseratenwege, erfolgen, haben fast stets und immer einen argen Haken; da wird erstens und in der Hauptsache feste am Lohn gedrückt und auch alle sonstigen tariflichen, gerade für den jugendlichen Arbeiter so sehr wichtigen sozialen Maß» nahmen werden gänzlich außer acht gelassen, dann wird sehr heftig mtt Bezahlung eines„Lehrgeldes" durch die Eltern operiert, die es sich oft unter den schwierigsten Umständen vom Munde ab- sparen, um nachher erleben zu müssen, daß der Herr Meister den Jungen unter irgendeinem nichtigen Vorwand vorzeitig wieder abschiebt. Ist die Zahl der neu hinzugekommenen Berufsanwärter groß, so ist die Ziffer jener Jugendlichen, die bereits kurze Zeit im Beruf standen und nun wieder vor dem Nichts stehen, geradezu beängsti- gend. Man ist gerade damit beschäftigt, statistisch genau festzustellen. wie hoch die Zahl der jugendlichen Erwerbslosen in Berlin ist. Das Elend unter der arbettsfähigen, arbeitsfreudigen Jugend ist unendlich groß. Zuchthaus, Zuchthaus...! Iugend auf Irrwegen.-!lnd so geht sie zugrunde. Die Raubüberfälle, Verbrechen einer oerirrten Jugend nehmen ttotz der harten Strafen nicht ab. Unmöglich, auch nur den ge» ringsten Tell der Raubprozesse, die fast täglich in Moabit statt- finden, zu registrieren. Zwei außerordentlich dreiste Raubüberfölle, die vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg ab- geurteilt wurden, verdienen aber besonders erwähnt zu werden. Auf der Anklagebank drei junge Burschen. W., S. und K- Di« beiden ersten mehrfach vorbsstraft, K. unbestraft. Es handelt sich um den Raubüberfall am hellsrlichten Tag« auf den Juwelier» laden Brodowskt in der Dreibund st raß« m Tempelhos. Am IL. Dezember kurz nach 11 Uhr fuhr ein« blau« Üimousln« vor, der Chauffeur blieb am Steuer, drei junge Leute stiegen aus, begaben sich in den Juwelierladen und ließen sich goldene Armband» uhren vorlegen. Zwei von ihnen zogen plötzlich zwei Revolver, hielten die Anwesenden in Schach, rafften etwa IS Armband» uhren und auch andere Schmucksach«! an sich, stürmten zum Wagen, gaben einig« Schreckschüsse ob und sausten davon. Eine >Frau hatte sich aber die Nummer des Wagens gemerkt. Sämtliche Angeklagten bestritten ihre Teilnahme an dem Ueberfall: sie wurden aber von Zeugen wiedererkannt. Das Gericht verurteilte W. zu fünf Jahren und neun Monaten Zuchthaus, S- zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis, K. zu drei Jahren Gefängnis. Und wieder standen drei jugendliche Angeklagte vor dem Richter: D., H. und G. Am 17. November vorigen Jahres drangen zwei junge Burschen in die Wohnung der 79iähngen Frau S- in der Franz-Körner-Straße in Britz ein, rissen die alte Frau zu Boden, forderten von ihr Geld, wurden aber verscheucht und fluch- teten. Auf der Straße wurden beide verhaftet. Auch den dritten Komplizen ereilte das Schicksal. Das Gericht verurteitte H. zu zwei Jahren neun Monaten Zuchthaus, D. zu einem Jahr drei Mo- naten Z u ch t h a u s und G. zu einem Jahr Gefängnis. Das Gericht hatte sich nicht die Ansicht der Verteidigung zu eigen gemacht, die jungen Leute vor dem Zuchthaus zu bewahren und es noch einmal mit dem Jugend g-fängnis zu versuchen. Wäre das Iugendgefängnis in diesem Falle nicht vielleicht doch besseramPlatze gewesen? Die Schu'farm Scharfensierg. Das Landerziehungshelm der Stadt Berlin im Tegeler See kann in diesem Jahre nach Enllassung der Abitu- rienten eine größere Zahl Schüler als in den letzten Jahren auf- nehmen. Es kommen dafür befähigte Schüler aus den zweiten und ersten Klassen der Gemeindeschulen und Schüler aus den Mittelklassen(Quarta bis Obertertia) der höheren Schulen in Betracht. Da für den Aufenthalt auf der Insel immer noch die alten Staffelsätze als Verpflegungszujchuß aufrechterhalten werden konnten, ist es jedem tüchtigen Berliner Jungen, der Lust hat, in der Inselgemeinschaft' bei fröhlicher und doch intensiver geistiger und körperlicher Arbeit heranzuwachsen, möglich, seinen Wunsch ersültt zu sehen. Der Verpflegungssatz beträgt 99 Pf. pro Tag und erhöht sich nach dem steuerlichen Einkommen der Eltern. Für Schulgeldbesreiung gelten dieselben Bestimmungen wie bei den anderen Berliner Schulen. Meldungen sind schriftlich oder besser mündlich an die Leitung der Schulfarm zu richten, die an den kam- menden Sonntagen den Eltern zur Verfügung steht. Goerdeler gegen Broipreiserhöhung. Eine energische Mahnung an die Berliner Bäcker. Wie die T e l e g r a p h e n» U y I o n zu der vom Berliner Bäckergewerbe beabsichtigten Brotpreiserhöhung um 2 Pf. für das 12S9-Gramm-Vrot ab kommenden Montag erfährt, ist der Reichs- kammissar für die Preisüberwachung der Uebsrzeugung, daß diese Erhöhung nicht gerechtfertigt ist und daß es den Bäckern bei der fallenden Tendenz der Roggen, und Roggenmchlpreise— insbesondere mit Rücksicht auf die Vorverkäufe von Russenroggen, die ab 1. März auf den Markt kommen und annähernd einen Monats- bedarf decken— möglich sein werde, den bisherigen Brotpreis zu hallen. Der Reichekommissar wird am heutigen Sonnabendvormittag inst den zuständigen Stellen verhandeln, um eine Brotpreiserhöhung für Berlin zu verhindern. Elfern« Frank RSnlgental. Sonntagnachmittog 4 Uhr Lokal Bxme Grotte in Räntgental. Redner: Bezirksverordnete? Perls und Schriftsteller Robert Breuer. Aus dem Siadigememdeausfchuß. Erhöhung der Taschengelder der Hospitaliten. Der Berliner Staötgemeindeausschuß hielt gestern «ine Sitzung ab. in der eine Reihe von Initiativanträgen der ver- schisdenen Parteien behandelt wurden, die an sich keine wesentliche Bedeutung hatten. Das Wichtigste sei hervorgehoben. Ein Antrag der Deutschnationalen beschwerte sich darüber, daß in einzelnen städtischen Werken Listen der Eisernen Front kursiert seien, unö ebenso beschwerten sich Nationalsozialisten über Liste» des Hindenburg-Aueschusses. Daß ein Druck aus die Beamten ausgeübt worden sei, wagten sie allerdings nicht zu behaupten, und so «rhiellen sie vom Genossen Burgemeister eine Abfuhr, die nicht von schlechten Ellern war. Mit der Unter st ützung derKom- mu nisten wurden die beiden Anträge, die ein« Mißbilligung dieser Dinge aussprachen, angenommen. Ein sozialdemokratischer von den Kommunisten unterstützter An- trag letr. Verlängerung der Dienstzeit des Pflege- personale in den städtischen Krankenhäusern wurde gegenstands- los. da Oberbürgermeister Sa hm erklärte, daß die Verfügung zurückgenommen und nicht durchgeführt werde. Der sozialdemo- kratische Antrag hat also eine gute Wirkung ausgeübt und dafür gesorgt, daß wieder Beruhigung eintritt. Ein Antrag betr. Weitersührung des Schiller- theaters, das ja bekanntlich ein städtisches Theater und nur an den preußischen Staat verpachtet ist, wurde einem Ausschuß über- wiesen: ebenso ein Antrag bezüglich Förderung und Ausbau der Blindenfürsorge. Mit sozialdemokratischer llnterstlltzung wurde ein Antrag angenommen, daß in Zukunft an die Insassen der Hospitäler als Taschengeld wieder der Satz gezahlt wird, der bis zum Dezember o. I. galt, nämlich 3 M., statt wie jetzt nur 1,50 M. Auch ein Anttag gegen die Schließung des Krankenhauses W a l d h a u s Buch wurde mit unseren Stimmen angenommen. Gedächtnisfeier für Glöntandforfcher Weaener. Die von dem Planetarium veranstallete Gedächtnisfeier für Alfred Wegener wurde stimmungsvoll eingelellet durch Brahmssche Musik(Andante sostenuto der C-Moll-Sinfonie Dp. 68). Dann schilderte der Direktor des astronomischen Recheninstituts der Universitätssternwarte. Professor 21: Kopfs, die wissenschaftlichen Leistungen und Verdienste Wegeners, wobei er seine Liebe zur Astronomie hervorhob, der sich Wegener schon in früher Jugend zu- gewandt hatte, und mit der ihn auch bei seinen späteren Arbeiten mannigfache Beziehungen verbanden. Auch die berühmte Verschie- bungstheorie der Kontinente von Wegener hat durch astronomische Messungen und Feststellungen bedeutsame Stützen erhalten.— Hier- auf gab Studienrat Dr. Ernst Sorge, ein Teilnehmer der letzten Grönland-Expedition Wegeners, einen durch zahlreiche Lichtbilder unterstützten anschaulichen Ueberblick über die Art und Ziele dieser Expedition und die Mittel und Wege chrer Durchführung, wobei der Expeditionsleiter Wegener in seinen besten Charaktereigen- schaften als Mensch und Kamerad vor den Hörern lebendig wurde, bis zu dem ergreifenden Ende in der grönländischen Eiswüste. Goethe u«d das Vo'kslied. In der Rheingau-Schule, Friedenau, versammelle Prof. Fritz I ö d e die zahlreiche Gefolgschaft der Offenen Singstunde diesmal zu einer kleinen Goeche-Gedentfeier. Leicht faßlich, wie der Meister seinen Schülern das Wesen des Volksgesanges überhaupt erklärte und erschloß, vermittelle Fritz Iöde den Hörern de�. großen Toten Erdgebundenheit, die Quelle, aller Kraft, die gerade im schlichten, kleinen Volkslied ihren stärksten Ausdruck findet. Der vier- stimmige Kanon„Vorspruch" leitete den Abend ein, dann folgten „Um Friede",„Schäfers Klagelied",„Das Veilchen" und noch viele andere Volkslieder mit Goctheschem Text. Immer wieder fesselt der ganze Aufbau dieser Sangesfreudigkeit, der nicht in einem schematischen, gedankenlosen Notenablesen wurzelt, Melodie und Wort prägen sich vielmehr dem Sänger sinngemäß ein, um dann als verstandener, mllempfundener Ausdruck gesanglichen Frohsinns wiedergegeben zu werden. Auf der einen Seite wird die natürliche Musikalität des musikalisch wenig begabten Menschen hervorgelockt. Auf der anderen Seite dringt die Phantasie in das Dichterwort ein: die Abkehr vom nüchternen Alltag, die Pflege eines gesunden, natür- lichen Frohsinns ist damit geschaffen. Immer größer wird die Gemeinde der Sangeslustigen, vom jungen, knapp der Kindheit ent- wachfenen Menschen bis zum Weißhaarigen sind sie alle vertreten. Eine gesundende Reaktion von der reingeschäftlichen modernen Musikindusttie. wir grellen an eleBen vorl Die Eiserne Front ruft! Montag, den 29. Februar: Schöneberg. 1914 Uhr, BUrgersaal des Rathauses Friedenau, Am Lauterplatz. Britz-Buckow. 19K Uhr, Beckers Gesellschaftshaus, Britz, Chausseestr. 97.— Lokal Lindenpark, Britz, Chausseesir. 18 (in der Nähe der Schule). Reinickendorf. 20 Uhr, Lokal Manthey, Rosenthal I, Hauptstr. 1. Dienstag, den 1. Mirz: Mitte. 1914 Uhr, Deutscher Hof, Luckauer Str. 15. Prenzlauer Berg und Friedrichshain. 1914 Uhr, Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23. Fahneneinmarsch, Tambourkorps und Bläserkorps des Reichsbanners. Rezitationen: Martha Tohn. Prenzlauer Berg. 19� Uhr, Schulaula, Gleimstr. 46. Steglitz. 20 Uhr, Parkrestaurant SOdende, Am Bahnhof Südende. Neukölln. 89. und 90. Abteilung. 1914 Uhr, in den Hohenstaufensälen Kottbusser Damm 76. Neukölln. 91. Abteilung. 1914 Uhr, Lokal Bergschloßhöhe, Karlsgartenstr. 6-11. Weißensee. 20 Uhr, Schloßpavillon, Berliner Allee 205-210. Mittwoch, den 2. März: Tiergarten. 19!� Uhr, Moabiter Gesellschaftshaus, WIclefstr. 24. Wedding. 19% Uhr, Pharussäle, Müllerstr. 142.— 1914 Uhr, in beiden Sälen der Atlantik-Festsäle. Behmstr. am Bahnhof. Gesundbrunnen.— 191-5 Uhr, Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. Kreuzberh. 19% Uhr, Kammersäle, Teltower Str. 1-4. Spandau. 20 Uhr, in der„Havelkrone"(früher Brauereiausschank Pichelsdorf). Zehlendorf. 20 Uhr, Lokal Lindenpark, Berliner Str. Ecke Gartenstr. Schöneberg. 1914 Uhr, Aula der Hohenzollemschule, Beiziger Straße. Neukölln. 92. und 93. Abteilung. 19% Uhr, Städtischer Saalbau, Bergstr. 147. Neukölln. 96., 97. und 98. Abteilung. 1914 Uhr, Aula der Oberrealschule, Emser Str. Treptow und Baumschulenweg. 19% Uhr, Im Spreegarten in Treptow. Pankow. 1914 Uhr, Lindners Konzerthaus, Breite Str. Donnerstag, den 3. Mä z: Mitte. 19% Uhr, Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40-41. Chartottenburg. 19% Uhr, Türkisches Zelt, Berliner Str. 53.— Edenpalast, Kaiser Friedrich-Str. 24. Wilmersdorf. 20 Uhr, Viktoriagarten, Wilhelmsaua 114-115. Tcmpelhof. 20 Uhr, Schulaula, Mariendorf, Kurfürstenstr. Köpenick. 108. und 108a. Abteilung. 20 Uhr, Stadttheater, Friedrichstr. 6. Lichtenberg. 20 Uhr, Schulaula, Schlichteallee. Efha. 16 Uhr, Lokal Tristram, Britz, BUrgerstraße 48/49. Redner: Karl Dressel. Oeffentliche Frauenkundgabung. 19% Uhr, im großen Saal des Lehrervereinshauses, Am Alexanderplatz. Es sprechen: Für die Sozialdemokratie: Johanna Reitze, M. d. R.; für die freien Gewerkschaften; Frieda Gladosch; für die freien Arbeitersportlerinnen: Aenne Wolter. Fahneneinmarsch der Genossinnen. Rezitationen: Martha John. Musik: Freie Sport- und Musikvereinigung. Freitag, den 4. März: Tiergarten. 8. Abteilung. 20 Uhr, Nationalhof, Bülowstr. 37. Friedrichshain. 20 Uhr, Schonerls Festsäle, Stralau, Kynaststr. Fahneneinmarsch, Tambourkorps, Bläserkorps des Reichsbanners Friedrichshain. Rezitationen; Martha John. Wannsee. 20 Uhr, Deutsche Eiche, Königstr Tempelhof. 20 Uhr, Lokal Lierse, Marienfelde, Berliner Str. Ecke Dorfstr. Neukölln. 94. und 95. Abteilung. 19% Uhr, Kindl-Brauerel, Her- mannstr. Grünau-Bohnsdorf. 19% Uhr, Gesellschaftshaus In Grünau. Reinickendorf. 20 Uhr, Lokal Eberhard, Wittenau, Lübarser Str. Sonnabend, den 5. März: Reinickendorf. 19 Uhr, Lokal Beck, Heiligensee, Straße 113 am Flugplatz. Mo Sag, den T.März: Tempelhof. 20 Uhr, Lokal Rohrmann, Lichtenrade, Kaiser-Fried- rlch-Str. Siedlung Lindenhof. 20 Uhr, Ledigenheim Eythstr. Dienstag, den 8. März: Tempelhof. 20 Uhr, Aula des Realgymnasiums, Kaiserin- Augusta-Str. Mahlsdorf. 20 Uhr, Lokal Anders, Bahnhofstf. 37. Adlershof und Alt-Glienicke-Falkenberg. 19% Uhr, Lokal Wöllstein, Adlershof, Blsmarckstr. 75. Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Alwin Brandes, M. d. R. Arthur Crlspien, M. d. R. Gustav Eckhardt. Dr. Otto Friedländer. Hans Gottfurcht. Gertrud Hanna, M. d. L. Dr. Theodor Haubach. Kurt Heinig, M. d R. Max Heydemann. Luise Kahler, M, d. L. Franz Künstler, M d. R. Erich Kuttner, M. d. L Siegfried Leo. Carl LItke, M. d. R. Dr. Richard Lohmann, M. d. U Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Georg Maderholz, M. d. L. Jockel Meier. Otto Meier, M. d. L. Dr. Richard Mischler. Dr Julius Moses, M. d. R. Stadtrat Otto Ortmann. Anton Reißner, M. d. R. Hermann Schlimme. Fritz Tarnow, M. d. R. Max Urich, Stadtverordneter. Hans Vogel, M. d. R., Parteivorsitzender. Mathilde Wurm, M. d. R. Mittwoch, den 9. Mä z: Telefunken. /T7% Uhr, Blüchersäle, Blücherstr. 61. Redner. Dr. Kurt LCwenstein, M. d. R. Botinnen der A.O.K., Berlin. 16.30 Uhr, im Speiseraum der A. O. Kr., Köpenicker Straße 80— 82. R e d ti e r: Luise Kähler, M. d. L. Männer und Frauen, bekämpft den Faschismus! SszaiisüMiK Hodisdmi&meiiisdiafö Heute, 10"- Cnr. Im Plcnarca&l des Keichswlrtschrifts- • rate« Bellevucstraße 15: Erste öffentliche Kundgebung Thema; Oer Soziallsmus als geistige Entscheidung Referepten: Prof. Radbrnch-Heidelbcrz, Prof. Helmann-Hamburs:. Prof. von Aster-GieOon und Prof. Loewe-Frankfurt a. M.— Die Veranstaltung wird umrahmt von Gesansdarbietunsen des ,, Junten Chors".— Elnlaü- karten zum Preise von 50 Pf. an der Abendkasse.(Kiarten für Erwerbslose und Studierende zum ermSOigten Preise ebenfalls/ an der Abendkasse.) Schulausstellung. Die L e b e n s g i n ich a f l s sch u l s Ntederfchönhausen, Bismarckstr. Z.T, veranstaltet in der Zeit vom 4. bis 8. März in ihren Räumen eixte Ausstellung von Schüler- arbellen aller Art. Daneben werden auch aufschlußreiche Statistiken gezeigt, die einen Einblick in die Umwelt des Kindes gewähren, aber auch die Eigenart der Schule erk�nnpn lassen. Die Ausstellung ist §eöffnet am 4., 3.. 7.. 8. März von 17 bis 21 Uhr, Sonntag, den . März, von 10 bis 17 Uhr. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold-. DefchSftsltrlle: Berlin E. t4. eebaftionftr. 87—38. Hof 2 St. ticbzitfishain(Sungbo): Sonhabenb, 27. Februar, ob 17 Uhr, bei ulch, Tilsiier Str. 27.— Treptow, Kamerabschaft Echiineweide- Johannisthal! Sonnabend, 27. Februar, 20 Uhr, Mitgliebernersammlung in der Bruckenklause.— Panlow fOtlanetein): Sonnabend, 27. Februar, 18 Uhr, tm Letal Mandel, Panlow, Galenus. Tcke Mendelstraße, Fiihrerbesprechung.— IS'hi Uhr engere Vorstands, und 20� Uhr erweitert« Vorstandssitzung ebendart. Sonntag, 28. Februar, 7 Uhr, Treffpuntt Pankebrilcke, Podbielsti. Ecke Linden. strahe.— Tieeaarteu(Ortsoerein)! Sonntag, 28. Februar, 10 Uhr, Appell des Eesarntortsvereins in den Arminlushallen, Bremer Stratze. Erscheinen Pflicht. — Wassersportabteilung, Zug Köpenick: Sonntag, 28. Februar 14 Uhr, Per. sammlung im Bootshaus. Mannschastsruderer um S Uhr zum Arbeitsdienst. — Lichtenberg sOrtsoerein): Sonntag, 28. Februar, Schnfo und Jnngba 8� Uhr Sportplatz Friedrichzselde. Technische llebungen.— Wasserspnrtabteilung, Zug Harel: Sonntag, 2». Februar, 11 Uhr, Bootshaus. Deutscher Schäferhund. Verband Berlin-Britz veranstaltet unter dem Motio „Schütze dich und deine Familie gegen llcderfall" am Mittwoch, 2. M, 20 Uhr, in Beckers Gesellschastshaus, Berlin-Britz, Chausseestr. 07, einen Werbe. abend. Es wird der deutsche Schäferhund in verschiedenen Arten vorgeführt. Freireligiöse Kemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Pappelallee IS, Vortrag des ferrn Dr. St. Sturm:„Goethes Dichtung als gesellschaflliche Erscheinung'. äste willkommen. 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Paul: Aber es ist doch in Hülle und Fülle zu tun! Der joviale Chef: So! In Hülle und Fülle ist zu tun? Na siehst du: Das Geschäft verträgt nicht, daß soviel zu tun ist. Die Wirtschaftslage ist eine derartige, daß der Krisenzustand nur durch radikale Sparmaßnahmen beseitigt werden kann. Ehe nicht jeder einzelne davon durchdrungen ist, daß kein Platz mehr für ihn ist im Produktionsprozeß, kann es auch nicht wieder auswärts gehen mit der Wirtschaft. Die Auftrage haben rapid nachgelassen. Wenn mir als letztes nicht die Großlieferung an das Warenhaus Altmann gc- blieben wäre, könnte ich noch heute den ganzen Laden zumachen. Ich muß von jedem Verständnis für die Eigenart der ökonomischen Struktur verlangen: am meisten aber von einem Angestellten wie dir, der an der Peripherie des Unternehmens steht. Wenn ich nicht an den Botenjungen spare: woran denn soll ich sparen?(Paul wankt ab.) Der joviale Chef(klingelt die Stenotypistin herein). Der jovial« Chef: Fräulein Häusler, Sie werden ahnen, warum ich Sie gerufen habe: ich muß Ihnen für den 15. kündigen. Frl. Häusler: Aber es ist doch genug zu tun. Ich habe jeden Tag ganze Stöße von Briefen zu erledigen. Ich habe mitunter sogar gedacht, daß noch«ine neue Stenotypistin eingestellt wird. Der joviale Chef: So! Ganze Stöße von Briefen liegen bei Ibnen herum! Da sehen Sie es ja: Mahnungen und Propa- ganda. Jeder Brief tostet. Der Unkostenctat muß aber radikal gesenkt werden. Wir arbeiten in Deutschland mit viel zu großem Spesen- aufwand. Denken Sie bloß an die sozialen Leistungen: Kranken- Versicherung, Arbeitslosenversicherung... Das erdrückt ein Unter- nehmen, das erdrosselt den Betrieb. Frl. Häusler: Aber wenn keine Propaganda mehr hinaus- geht, wird das Geschäft erst recht nicht gehen. Der joviale Chef: Besser heute ein schlechtgehendes Gc- schäft mit kleinstem Etat als ein gutgehendes mit großem. Die Wirtschaftslage ist«ine derartige, daß nur durch rücksichtsloseste Ein- sporungcn die notwendig« Produktionsoermindcrung aufrechterhalten werden kann. Es sind im letzten Jahr noch nicht einmal doppelt soviel abgebaut worden, als die Umfatzreduktion ausmacht, und wenn mir nicht die Großlieferung an das Warenhaus Altmonn geblieben wäre, könnte ich noch heute den Laden zumachen. Am meisten aber muß ich Einsicht von meinem Büropersonal verlangen, das Einblick in die Buchhaltung hat: Wenn ich nicht an den Stenotypistinnen spare, woran denn soll ich sparen?(Frl. Häuslev geht ab.) Der joviale Chef(klingelt einen Arbeiter herein). Derjovial« Chef: Sie werden sich denken kennen. Muller, warum ich Sie rufe. Ich muß Betriebseinschränkunge/> vornehmen und Sie entlassen. Damit die Produktion überhaupt in Gang ge- halten werden kann, ist es nötig, sie gehörig zu beschneid.: Di« Weltwirtschaft kann heute nur florieren, wenn der Persona/obbau energisch weitergetrieben wird. Wir müssen uns heute olle nach< der Deck« strecken. Sehen Sie, wenn mir die Großlieferung an ds' Warenhaus Altmann nicht geblieben wäre, dann könnte ich noch heute den ganzen Laden zumachen. M ü l l e r: So... da kann ich also nun nach acht Jahren gehen. Der joviale Chef: Acht Jahre sind Sie schon bei mir? Da können Sie sich ja immerhin damit trösten, daß Sie in dieser Zeit ganz schön hier hcrousgeschlcppt haben. Ich meine, wenn man die Löhne mal so nebeneinander legen würde... ein hübscher Pfennig Geld würde da herauskommen. Müller: Und ein noch hübscherer, wenn man das mal neben- einander legen würde, was in dieser Zeit Sie an mir verdient haben! Der joviale Chef: Sie dürfen mich nicht falsch verstehen, Müller Wir Unternehmer sind heute alle sozial gesinnt bis in die Knochen, aber aus unserer sozialen Gesinnung heraus verwerfen wir die Sozialgesetzgebung, weil sie uns kaputt macht. Sie sind doch ein vernünftiger Arbeiter: Meinen Sie, es macht mir Spaß, Sie entlassen zu müssen? Aber ein Betrieb ist nun mal kein Wohltätig- kc.tsinstitut. In der Wirtschast geht es hart auf hart. Pardon wird niemandem gegeben. Der Schwächere bleibt auf der Strecke und das ist gut so. Das ist Zuchtwahl, das ist Auslese, wenn Sie mal davon was sollten gehört haben. Dos ist der Kampf des Lebens und der gilt für jeden. Wenn ich nicht an den Arbeitern spare: woran denn soll ich sparen?(Müller geht ab.) Es klopft. Der joviale Chef: Herein! Ein Vertreter: Sie gestatten, mein Name ist Schulze. DerjovialeChef: Auch Sie, Herr Schulze werde ich leider entlassen müssen. Die Weltwirtschaftskrise zwingt zu entscheidenden Abwchrmaßnahmen. Der Produktionsprozeß kann nur durch radikale Entlassungen aufrechterhalten werden. Gerade von Ihnen muß ich Verständnis für die Loge erwarten: Wenn ich nicht an den... Der Vertreter: Sie irren sich in meiner Person, Herr Meier. Ich gehöre gar nicht zu Ihrem Haus. Ich komme von der Firma Altmann und habe den Auftrag, die gestern erteilte Lieferung zu annullieren. Der joviale Chef: Von Altmann kommen Sie und annullieren wollen Sie? Der Vertreter: Der Konsum hat außerordentlich nach- gelassen. Schokolade geht nicht mehr. Der joviale Chef: Meine auegezeichnete Ware geht nicht mehr? Der Vertreter: Unser Schokoladenpublikum setzt sich vor- n eh mlich aus kleinen Leuten zusammen: aus Botenjungen, Steno- typistinnen, Arbeitern. Aber diese Kreise haben kein Geld mehr. Der jovial« Chef: Kein Geld mehr, meine Schokolade zu kaufen? Vertreter: Natürlich nicht mehr. Es wird ja heute alles entlassen. Wo nia» hinhört, sind die Leute arbeitslos. Jeder muß init jedem Pfennig rechnen. Es langt nicht für das Nötigste, ge- schweige für Näschereien. Der jovial« Chef: Aber es gibt doch eine Soziolgesetz- gcbung! Die Arbeitslosen bekommen doch Unterstützung! Der Vertreter: Sie bekommen aber doch viel zu wenig. Der joviale Chef: Dann müssen sie eben mehr bekommen! Ich denke, wir leben in einein sozialen Staat! Das sind ja unglaub- liche Zustände, wenn sich die Menschen nicht einmal hin und wieder mehr ein Stück Schokolade leisten können( Der Vertreter: Die Wirtschaftskrise hat ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Die Eigenart der ökonomischen Struktur verlangt Abbau auf der ganzen Linie. Uns gegenüber ist Blumen- reich u. Oppcl. Dort sind erst gestern wieder 350 Arbeiterinnen ent- lassen worden. Wie oft sind welche von denen früher in den Arbeits- pausen zu uns herübergekommen und haben sich eine Tafel Schoko- lad« gekauft. Das hat jetzt gründlich aufgehört. Der joviale Chef: Entladungen..J. Entlajfungeu... Nichts als Entlassungen! Das ist ja allmählich schon der reinste Stumpfsinn. Eine Katastrophe, wie ein Unternehmen wie meines unter diesen blöden Entlassungen zu leiden hat. Schon dreiviertel meiner Belegschaft habe ich entlassen müssen: und immer geht das weiter mit dieser entsetzlichen Umsatzvernunderung: bloß well die Herren Industriellen keinen anderen Weg wissen als Arbeiter auf die Straße zu schmeißen. Der Vertreter: Wir entlassen ja auch. Morgen kriegen wieder fünfunddreißig Verkäuferinnen ihre Papiere. Der joviale Chef: Wovon soll ich denn eigentlich noch existieren? Ich bin Familienvater, habe Frau und drei Kinder und jetzt kommt Altmann daher und annulliert mir von einem Tag auf den anderen die Aufträge! Der Vertreter: Wir müssen von unseren Lieferanten Ver- ständnis für die Wirtschaftslage verlangen. Nur durch Abbau der Läger kann die Krise allmählich behoben werden. Der joviale Chef: Verständnis... Verständnis... Aber wer hat denn für mich Verständnis! Da arbeite ich nun seit acht Jahren mit Altmann zusammen nnd setzt wirS man fo mtr nichts dir nichts beiseite geschoben! Der Vertreter: Was meinen Sie, nnt wieviel Lieferanten wir schon gebrochen haben! Aber Wirtschaftsbeziehungen sind nun einmal keine Angelegenheit der Wohltätigkeit. Da geht es hart aus hart. Hier ist die Annullierung. Auf Wiedersehen!(Der Vertreter geht ab.) Der joviale Chef(geht ans Telephon und verbindet sich mit einer Nummer). Hier Meier! Herr Richter persönlich? Also hören Sie mal, Herr Richter: ich hatte gestern unter Vorbehalt hundert Sack Kakao und achtzig Sack Zucker bestellt. Diese Bestellung muß ich rückgängig machen. Wie? Wo ich acht Jahre Ihr Kunde bin? Bin ich gewesen, Herr Richter, Tut mir leid, ich muß meinen Betrieb stillegen. Wie? Entlassen müssen Sie dann? Glücklich. wer heute noch was zu entlassen hat! Eine Katastrophe für Sie? Sie sind sich bloß über die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge nicht im klaren, Herr Richter. Der ökonomischen Struktur ist mit Ent- lassungcn allein nicht gedient. Es müssen auch die Annullierungen der Bestellung hinzukommen. Auf Wiedersehen, 5)err Richter! Der joviale Chef(klingelt seinen Chauffeur herbei). Der joviale Chef: Franz: ist das Auto im Schuß? So. Na dann fahren wir los: Palasthotel! Zur Konferenz der Wirt- schaftsführcr! � Alfred Prügel: 3)CV 11*11 Jfd* Der Postbote ist ein junger Manu vom Lande, mit einen hübschen, frischen Gesicht, dem die Stadtluft noch nicht geschadet hat. Obgleich er jeden Tag viermal die neunzig Stufen in unserem Hause hinauf und herunter steigt, macht ihm die Mühe nicht vstl aus. Er behält immer sein freundliches Gesicht. Manchmal, wenn er aus der Haustür tritt, pfesst er etwas Lustiges vor sich hin, schiebt die volle Tasche mit einem Ruck auf die Seite und geht quer über die Straße ins nächste Haus. Er hat fast alle Nanicn seines Bestellbezirks im Kopfe, und auch die Leute kennen ihn. Sie sagen:„Unser Brief- träger..." In dem Worte„Uirser" liegt Zufriedenheit und Wohl- wollen. Sie haben ihn gern, und wenn sie ihm auf der Straße be- gegnen, nien sie ihm zu.„Na, Herr Postrat", sagt der dicke Gast- wirt an der Ecke und Nopft ihm aus die Schulter. Hin und wieder schenkt er ihm auch ein Glas Bier ein oder langt in die Zigarrenkiste. Andere Briefträger sind ernste, ältere Männer. Sic haben Bärte und Gesichter, die sie gern in dienstliche Falten legen. Sic haben auch schon ihre Dienstjahre am dem Buckel und ihr Gang ist gewichtig. Sie sink» sich ihres Amtes bewußt, und mit den Briese» und Zeitungen tragen sie auch ihre amtliche Würde aus. Unserem Briefträger steht die Würde nicht im Gesicht geschrieben— das macht ihn so sympachisch. Er sieht wirklich nicht aus wie ein Bs- amtcr, sondern nur wie ein junger Mann, den man aus Versehen in die blaue Postuniform gesteckt hat. In unserem Hause ist eine Plättanstalt. Ein kleiner Laden, in dem ein Mädchen den ganzen Tag am Bügeltische steht. Durch das Schaufenster kann man zusehen, wie unter ihren fleißigen und geschickten Fingern die Kragen und Oberhemden, die aus der Nachbar- schaft die jungen Männer zum Plätten bringen, ihre richtige Form wiedererhalten. Es ist ein Mädel, in dessen blonden Wuschelkops sich schon mancher verliebt hat. Neulich beobachtete ich einmal .--orgens unseren Briefträger. Er stand vor dem Schaufenster und ta<. als suchte er in der Tasche nach einem Briese. In Wirklichkeit sucht,.' er aber nur die. Augen des Mädchens, dos sich gleichgültig über dois Bügelets en'beugte, ohne sich una ihren Anbeter zu kümmern. Aber al.? er ging, sandte sie ihm einen langen Blick nach, der sie verriet. Nun geht der Briefträger nicht mehr an dem Laden vorbei, ohne hineinzusehen. Er wirbt um das Mädchen mit einer stillen Beharrlichkeit. Eines Morgans— es war ein Montag— kam plötzlich ein anderer Briefträgetr zu uns ins Haus. Es war ein älterer Mann. Cr hatte auch keine Unifonn an, sondern nur eine blaue Binde um den Arm. Ein Aushelscr also. Am Mittag sagte mir meine Wirtin als sie mir die Post ins Zinnner brachte:„Wissen Sie es schon? Unser Briefträger ist gestern mit dem Motorrad verunglückt. Sie haben ihn ins Krankenhaus gebracht, und nun liegt er ohne Be- sinnung. Aber das kommt von diesen verdammten Rädern. Wie? Na, das müssen Sie doch auch sagen- Wer hätte früher an so was gedacht. Der arme Mensch!" Sie schüttelte den Kops und ging zur Nachbarin. So wußte am Abend das ganze Haus schon von de.n Unglück, das unserem Briefträger widerfahren war.„Hoffentlich geht es noch einmal gut aus," redeten d'.e Frauen,„er war dock) immer so freundlich."—„Tja, die jungen Kerle, die können n-cht schnell genug fahren," sagte der Gastwirt an der Ecke. Er erzählte jedem Gaste von dem Unglück, und jedem anders, bis endlich einer zu ihm sagte:„Herr Rübsam, Sie sind ein Aufschneider." Als ich am Abend auf die Straße ging, fiel mein Blick auf die Plättanstalt. lieber dem Gesichte des Mädchens lag ein Schatten. Zufällig kam auch gerade der andere Postbote vorbei und blieb vor dem Loden stehen, um in dem Licht, das durch die Schousenfter- scheide siel, in seiner Tasche zu kramen. Als das Mädchen ihn er- blickte, kam es heraus und vertrat dem Briefträger den Weg. Sie wollte ihn wohl nach dem Verunglückten sragcn: man merkte es o» der Spannung in ihrem Gesichte. Aber plötzlich schien sie etwas daran zu hindern: vielleicht war es ihr peinlich. Sie sagte nur: „Haben Sie nicht einen Brief für uns?"—„Für iven?" entgegnelc der Briefträger— und ich ging weiter.— Die Tage darauf sragten die Leute im Hairse noch oft nach dem jungen Briefträger. Als sie erfuhren, daß er auf dem Wege der Besserung sei, vergaßen sie langsam den Fall über ihren Geschäfte» und Sorgen. Ein Vierteljahr verging, aber eines Tages war unser Briefträger wieder da. Es hatte sich nichts an ihm verändert: mir «in bißchen bloß war er im Krankenhaus geworden. Die Leute, die ihn sahen, sagten zu ihm:„Na, da sind Sie ja wieder. Sie haben ja eine ordentliche Portion Glück gehabt." Er nickte und lächelte. Einige Wochen vergingen.- Cines-Sonntags fuhr ich mit d«» Omnibus nach einem Vorort. Unterwegs überholte uns ein Motor- rad. Ich saß am Fechter und sah, wie es langsam achrückte. Da erkannte ich in dem Führer unseren Briefträger. Er strahlte über das ganze Gesicht, denn aus dem Soziussitz hockte niemand anderes als das Mädchen aus der Plättanstalt. Goethe als Patient Goetlze ist, wenn er krank war, nicht leicht zu behandeln gewesen, er hat große Anforderungen, an seine Aerzte gestellt, und zwar nicht nur an ihr Wissen und Köngen, sondern auch an ihre rein mensch- lichen Eigenschaften. Davon berichtet Dr. Hochstetter jetzt in der Medizinischen Wochenschrift. Göethc ist oft krank gewesen, von der gefährlichen Erkrankung an, die er sich in Leipzig zuzog und die mit einem starken Blutsturz einsetzt«: es war offenbar eine Lungen- btutung infolge von Tuberkulose, w-N-ei sich eiiw Halsgeschwulst bildete. Erst in Frankfurt wurde nnnn des Leidens Herr, indem eine Art Wunderdoktor eine Salzkur Anwandte.. Goethe hat diesen Chirurgen einen unerklärlichen.. schlau blickenden, freundlich sprechenden, übrigens abstrusen Mann gcnannl. Fast ein Menschen- alter lang blieb er dann von erchtr''en Erkrankungen verschont. Erst 1801 wurde er wieder ernsthast krank: es war offenbar ein Erysipel des Kopfes, und der Herzog Ucsj Hofrat Stark aus Jena herüberkommen. Tagelang hatte Goethe nicht sein völliges Bewußt- sein, erst Pyrmont hat ihn wieder ganz, geheilt. 1805/1806 litt er an Nierenkoliken, sehr wohl tat ihm damals die Karlsbader Kur. Aber ein gewisses Mißtrauen gegen die Aorzt« blieb zurück. Die schwere Erkrankung vom Febnyar 1823 verstärkt« seinen Unglauben an die ärztliche Kunst. Er meinte:„Treibt nur eure Künste! Das ist alles recht gut, aber ihr we rdet mich doch wohl nickst retten." Und als die Aerzte sich einmal leise miteinander beredeten, meinte er:„Da gehen die Jesuiten hin! Beraten können sie sich wohl, aber nicht roten und reüen!" Aber als es dann besser war, lobte er doch zu Charlotte von Schiller die konsequient« Behandlung seiner Aerzte, die 14 Tage auf einem Mittel bestanden hätten. Einmal, als der Leibarzt Hofrat Rehbein bei ihm war, solgt« ihm Goethe:„Ihr seid zu furchtsam mit euren Mitteln. Ihr schont mich zu sehr! Wen, man einen Kranken vor sich hat wie ich es bin„ muß man ein wenig napoleonisch mit ihm zu Werke gehen." Rehdeins Nachfolger beim Herzog und onch bei Goethe wurde Dr. Karl Vogel aus Lixgnitz, und ihn hat Goefh« nur gelobt:„Ohne ihn wäre Ich längst abgefahren. Vogel ist zutn Arzt wie geboren und überhaupt einer der genialsten Menschen, die mir je vor- gekommen sind." Vielleicht ist es seiner gute,/ Behandlung zuzuschreiben, daß Goethe jahrelang, bis in den Her-bst 1830, nicht mehr ernstlich krank war. Zwar Hai er gemeint:„Unser Leben kann sicherlich durch die Aerzte um keinen Tag verlängert werden, wir leben, so lange es Gott bestimmt hat. Aber«s icst ein großer Unter- schied, ob wir jämmerlich wie arme Hunde leipen oder wohl und frisch und darauf vermag ein kluger Arzt viel."� Vogel hat von ihm gejagt:„Krankheit hielt Goethe für das größte irdische liebet. Wenn Goethe sich in den letzten. S Jahren seines Leibens auffallend viel gesünder befand als selbst ein« kurze Zeit vo rher, so rührte dies zum großen Teil« gewiß mit daher, daß es mir bald gelang, seinem unangemessenen, eigenmächtigen Medizi nieren eist, Ende zu machen. Die Heitkunst und ihre echten Jünger schätzt« er ungeincin hoch. Er lachte es» medizinische Themata zum Gegenstand seiner Unterhaltung zu wählen. Er war ein sehr dankbarer und folgsamer Kranker. Gern ließ er sich in seinen Krankheiten den physiologischen Zu- sammenhang der Symptome»nd den Heilplan auseinandersetzen. Konsultationen mehrerer Aerzte betrachtete er mit mißtrauische!! Blicken und dachte darüber ungefähr wie Molicre." Nie vierte Stürbet Im Deutschen Museum steht«in neuer Apparat. Er hat drei Kurbeln. Mit der einen Kurbel stellst du dein Alter«in. Die zweit« Kurbel übermittelt der Maschine dein« Körperlänge. Jetzt ein Äreh noch' an der dritten Kurbel und— im Schlitz erscheint: So- undsoviel sollst du als normaler Mensch im Tage essen. Das heißt, genau genommen, eine Ziffer rückt ins Schlitzfeld. Die bedeutet Kalorien. Auf dem Kärtchen aber, oas der Apparat dir gleichfalls überreicht, wird mitgeteilt, je 100 Kalorien seien eine Semmel oder ein Quart Vollmilch oder so piel'Zucker und so weiter. So, nun weißt du: Wiegst du so viel und bist du so viel Zen- timcter lang— wieviel Semmeln, wieviel Milch und wieviel Zucker. wieviel Fleisch und wieviel Butter du im Tage zu dir zu nehmen hast, nicht weniger und nicht mehr, willst du als normal gewertet werden. Schade, schade, daß der Apparat nicht ganz vollkommen ist. Wäre«'vollkommen— aber laß es dir erzählen, was ich gestern vor dem Apparat erlebte. Koinint da ein Mensch herein und kurbelt einmal, kurbelt zwei- mal, kurbelt dreimal, liest und sucht und sucht. Den Museumsdiener macht die Suchern nervös:„Was suche» Sie, mein Herr?" „Die viert« Kurbel." „Vierte Kurbel? Gibt's nicht!" Schars schaut ihn der Fremde an:„Her mit deiner vierten Kurbel!" „Wenn ich Ihnen sage—" „Gestohlen hast du sie, die vierte Kurbel! Meinst, ich wüßte nicht, daß einem Manne wie eurem Herrn von Miller eine Kurbel mehr nur ein« Kleinigkeit bedeutet." „Das mag stimmen." „Göwten tust du sie uns nicht, du Lump! Auf der Stelle kur- bekst du mit der gestohlenen vierten Kurbel meine Semmeln, meine Milch, mein Fleisch her, das mir die drei anderen Kurbeln gräv oeroronet hoben!" Es gab eine Keilerei. Im Hinausgehen sah ich die zwei Arm- paare m den Lüften schlegeln. Sonderbar, der viert« Kurbelarm der Technik, der noch fehlt. erzeugt jetzt vier Kurbelarme, die sich gar vernichten wollten, statt gemeinsam Brot in dieser harten Zeit zu schaffen. Lieber Oskar Miller, dein grandioses technisches Museum hoch in Ehren, aber etwas scheint in demer Technik doch nicht gan<; zu slumnen. Fritz Müller, Paitenkircheo. 7kr. 97• 49 Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Eine willkürliche Brottenerung. Verantwortung der Bäcker und der Reichsregierung.- Gchluß mit dem Vrotpreisskandal. vorgestern versprach der Reichskanzler Brüning, dost die Reichsregicrung sich bemühen werde, den Brolpreis so zu hallen, wie er jchl ist. Die Reichsregierung sei auch in der Lage, durch Zuteilung von Getreide an bestimmte Orle und Mühlen dafür zu sorgen, dah der Brotpreis nicht weiter steigt. So die Theorie, die Praxis sieht anders aus.- G e st e r n beschlossen die Berliner Bäckermeister und Lrolfabrikanlen. den Brotpreis ab Montag um 2 Pf. und zwar von 45 auf 47 Pf. zu erhöhen. Die kurze Abwesenheit des Preiskommistars Goerdeler wird also von dem Bäckcrgewerbe benuht, um auf diese weise wiederum ihre verdienslsponne zu er- weitern, die anfangs des Zahres beschnitUu worden ist. Das Reichsernährungsminislerium nimmt zu dem Beschluß des väckergewcrbes in einer Mitteilung Stellung, in der es die beschlossene Brokpreiserhöhung als ungerechtfertigt bezeichnet. Die zugebilligte Brultoverdienstspanne der Bäcker sei wegen der Mehlpreiserhöhungen nur in den lehten Tagen ganz gering unterschritten worden. Gestern sei der Mehlpreis aber bereits wieder um l0 ps. gefallen. Die Roggenpreise seien von ihrem höchsten Stand, von 201 M. schon wieder auf 194 M. je Tonne gesenkt worden, so daß in den nächsten Tagen auch eine Senkung der Mehlpreise zu erwarten sei. Die Bäcker hätten also abwarten müssen, und nicht sofort den Brolpreis erhöhen dürfen. Dies ist die amtliche Stellungnahme. Zn der Tat liegt für den Beschluß des Bäckergewerbes. in dem jetzigen Augenblick den Brotpreis zu erhöhen, keinGrund vor. � Seil Anfang Februar Md"Sie Röggenmehlpreise nicht mehr wesentlich gestiegen, und eine kleine Preissenkung ist wegen der gesunkenen Roggenpreise zu erwarten. Es handelt sich also um nichts anderes, als daß die Bäcker jetzt versuchen, Ihre seinerzeit ver- ringerle Verdien st spanne wieder zu erhöhen. AberauchdieErklärungdesReichsernährungs- Ministeriums ist völlig unbefriedigend, warum ist denn überhaupt von der Regierung zugelassen worden, daß die Roggenpretse aus über 200 M. je Tonne gestiegen sind, wenn hier- durch die Gefahr einer Broloertcucrung akut wurde? Ts ist selbst- verständlich, daß bei der gesenkten Verdienstspanne des Bäcker- gewerbes dieses jetzt versucht, auch geringe Mehlpreissteigerungen durch Erhöhungen der Brotpreise aus die Verbraucher abzuwälzen. Ts liegt also eine durch nichts zu rechtfertigende Nachlässigkeit des Reichs- ernähruagsministeriums vor. Da es überflüssig ist. ein Wort darüber zu verlieren, daß eine Brotpreiserhöhuug völlig ausgeschlossen sein muß. hat die Reichsregicrung sofort mit den schärfsten Mitteln eiazugreisen. um die Brotpreissteigerung zu verhindern. Sie trägt die volle ver- antwortung für die Gestallung der Brotpreise, da ihr sämtliche Mittel zur Verfügung stehen, um den Brolpreis zu regulieren. wir fordern nachdrücklichst, daß hierzu sofort alles getan wird. Die Regierung hat die Bäckermeister zu veranlassen, die heraus- sehuog des Brvtpreises zu Unterlasten; fie hat ferner sofort durch verstärkten verkauf von Roggen einen schärferen Druck auf die Getreide- und'Mehlpreise auszuüben. Eine Erhöhung der Bröl-' preise darf unter keinen Umständen eintreten. Es muß ein Ende werden mit der dauernden Beunruhigung durch vrotpreisskandale. Staatsbank für Wohnungsbau. Die preußische Landespfandbriefanstali hat 90000 Wohnungen finanziert. Im Jahre 1g?l hat die Preußische Landespfandbriefanstalt— von chrem Kapital von 30,9 Mill. Mark sind 29,5 Mill. Mark im Besitz des Preußischen Staates— ihren Geschäftsbereich erheblich erweitern können. Das Institut hat die �Aufgabe, die Finanzierung des städtischen Wohnungsbaues— fei es durch direkte Beleihung der Bauten, sei es über die ftommunen— zu fördern. Obwohl ein Verkauf von festverzinslichen Papieren nach dem lZ. Juli kaum inehr möglich war, ist der Umlauf an begebenen Pfandbriefen und K o m m u n a l o b l i g a t i o n e n von 2 8 9. 7 M i l l. M a r k a u s 3 5 1. 9 M i l l. M a r k gestiegen(außer- dem befanden sich Ende 1931 Papiere im Nennbetrage von 8,3 Mill. Mark in eigenem BesitzV Dadurch war es möglich, die Darlehnsgewährung auszudehnen. Die Summen der gewährten.Hypothekendarlehen stieg von 250,4 auf 280,7 Mill. Mark, die in 22 605 Darlehen zur Finan- z l e r u.n g von 7 4679 Wohnungen begeben wurde. Nsn der Zahl der Darlehen entfielen 84 Proz. auf Hypotheken bis zu 10 000 Mark; nur vier Hypotheken lauteten über Beträge von mehr als 1,5 Mill. Mark. pon den 75 ooa finanzierten Wohnungen kamen SS proz. auf Kleinwohnungen («in bis drei Zimmer)-, die Mietausfälle rvaren bei kleinen Woh- nungen auch prozentual geringer als bei den großen. Kapital- ausfälle Hot dos Institut nicht erlitten, auch brauchten keine Grund- stücke in Zwangsversteigerungen übernommen zu werden: aber vom Zinsensoll in höhe von 21, l Mill. Mark blieben 2,3 Proz. rück- ständig. Die Summe der K a in in u n a l d a r l e h e n erhöhte sich von 54,1 auf 87,6 Mill. Mark. Unter den Kommunaldarlehen ist ein Posten von 30 Mill. Mark, der in 15 Darlehen an einen Pro- vinzioloerbond für seine Bauten begeben wurde-, die eni- sprechenden 30 Mill. Mark Obligationen sind von einem provinzialen .Kreditinstitut übernontmen worden Im übrigen sind durch die Kommunoldarlehen Neubauten von 16 422 Wohnungen sinan- ziert worden. Insgesamt wurden also über 90 000 Wohnungen finanziert. Sehr bcachtlick) ist, daß dar Zinsenrückstand viel g e- r i n g e r ist als bei den an Private oder Baugescllschaften begebenen Hypotheken; es sind vom Zinsensoll von 4,5 Mill. Mark nur 0,6 Proz. rückständig.— Die Ausdehnung des Geschäfts zeigt sich deutlich in den Zifscrn der Gewinn, und Verluslrechnung. Die Z i n s« n e i n n a h m e n für gewährte Darlehen(einschließlich der Unkostenbeiträge) stiegen von 21,6 auf 28,0 Mill. Mark, während I sonstige Einnahmen(aus Wertpapieren) von 2,2 auf 1,6 Mill. Mark zurückgingen. Es bleibt eine Mehreinnahme gegenüber dem Vorjahre von 5,8 Mill. Mark, der eine Erhöhung der für die aus- gegebenen Papiere zu zahlenden Zinsen um 5,3 Mill.(von 19,6 auf 24,9 Mill.) Mark gegenübersteht. Der erhöhte Reingewinn hätte die Zahlung der satzungsgcmäßen Dividende von 5 Proz. auf das etwas höhere Kapital erlaubt: man verteilt aber nur 4 Proz. Dividende, erhöhte dafür die Abschreibungen von 0.1 auf 0,26 Mill- Mark und den B o r t r a g auf neue Rechnung von 0,1 auf 0,3 Mill. Mark. Der Reserve wurden wieder eine Million Mark zugeführt. Der' Geschäftsbericht nimmt ausführlich zu den Problemen der Wohnungswirtschaft Stellung. Wenn auch die Einschrän- lung in der Gewährung von öffentlichen Mitteln für den Woh- nungsbau unberechtigterweise als zwangsläufig angesehen wird/ so wird doch betont, daß der Neubau von kleinen Wohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung stets der öffenklichen Förderung bedarf — gerade auch nach den Erfahrungen der Vorkriegszeit. Die Herabsetzung der Mieten, die-Wiederherstellung der Rentabilität in der Wohnungswirtschast wird als wichtigstes Problem bezeichnet. Zur Erreichung dieses Zieles aber die T i l g u n g s r a t e n aus die crststclligen Hypotheken(meistens 1 Proz.) zu senken— ein Vorschlag, der zuerst von Kahn-Frankfurt gemacht wurde—, hält man nicht für möglich. Man fordert den Ausbau der Bürg- l ch a f t s s i ch e r u n g für zweite Hypotheken, damit auf diesem Wege dem Wohnungsbau neues Kapital zufließen könne. 10S00 Wohnungen der Oentschen Wohn- stäiten-Hypothekenbank. Die Deutsche Wohnstättenhypochekenbank- Berlin ist das Hypochekcninstitut der Deutschen Bau und Bodenbank A.- G. Sie hat Z931 die Krcditkrise und die Stille am Pfandbrief- markt stärker zu spüren bekommen als die Preußische Landespfand- briesanstalt. Bei ihr ist der Umlauf an Pfandbriefen und Kommunal- obligationen um etwa l Proz. aus 39,5 Millionen Mark zurück- gegangen. Ende Dezember war ein Hypothekenbestand von 41,2 Mil- lionen vorhanden, durch den der Neubau von 1 0. 8 1 7 Woh- nungen finanziert worden ist-, Der Bestand an Kommunaldar- lehen bekiof sich auf 4,4 Millionen Mark. Zinsrückstände auf Kommunaldarlehen waren überhaupt nicht, auf Hypotheken in Höhe von 2 Proz. zu verzeichnen. Das Kapital von 7 Millionen Mark ist jetzt voll eingezahlt: Sonnabend- 27 Februar 1932 daran sind die Deutsche Bau- und Bodenbank(4 Millionen Mark), das R e i ch und eine Reihe von Ländern beteiligt. Es wird die zulässige H ö ch std i o i d e n d e von 5 Proz. verteilt. Die Bankguchaben sind von 4,2 auf 1,0 Millionen Mark zurück- gegangen, hauptsächlich weil die Länder ihre Guthaben(1,3 Millionen Mark) zurückzogen und die Schulden von 1,4 Millionen auf 0,08 Millionen Mark zurückgingen Die Deutsche Landesbankenzentrale. Die Deutsche Landesbankenzentralc das Ausgleichs- und Kapitalbeschaffungsinstitut für die deutschen öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten hat in den Tagen der Bankkrise vom 22. Juni bis 13. Juli nicht weniger als 69 Millionen Mark auszahlen müssen, so daß das Institut vorübergehend auf die Akzept- und Garantiebank zurückgreifen mutzte. Eine neue Aufgabe ergab sich im September mit der Börseneröffnung, als die Landesbanken- zentrale den angeschlossenen öffentlichen Realkreditanstalten L o m- bardkredite zur Befriedigung ihrer Gelübedürsnisse zur Ver- fügung stellen mußte. Die starke Beanspruchung der Landesbanken- zentrale geht aus zwei Bilanzziffern hervor: Die B a n k g u t- haben der Landesbankenzentrale gingen von 35,5 auf 7,8 Mil- lionen Mark zurück und aus der anderen Seite ermäßigten sich die Einlagen der Kreditinstitute von 54,0 auf 23,4 Millionen Mark. Aus dem etwas erhöhten Reingewinn<0.4 Millionen M.) wird auf das jetzt vollgezahlt« Kapitel von 5 Mill. M. eine Dividende von 5(im Vorjahr 8) Proz. verteilt. AEG-Amsatz stark gesunken. Hohe Verluste.- Deckung durch Reserven. Der Aufsichtsral der AEG. hal m seiner gestrigen Sitzung den Abschluß für dos am 30. September beendete Geschäftsjahr 1930/31 genehmig«. Daß die AEG. für das vergangene Krisenjahr be- krächlliche Verluste ausweisen würde, war nach den vorangegangenen Mitteilungen der Verwaltung bekannt. Ueberraschend ist jedoch die höhe des Zahresverlnstes. Allein von den offenen Reserven wurden zu seiner Deckung 19,3 Millionen entnommen. Da mit ziem- licher Sicherheit anzunehmen ist, daß vor der Inanspruchnahme des offenen Reservefonds in erheblich größerem Ilmsang stille R e- serven zur Verlustdeckung herangezogen wurden, muß der lal- sächliche Betriebsverlust bei der AEG. einen außerordentlichen Am- fang erreicht haben., Der Umsah, der noch im vorhergehenden Iahe 520 gegen 580 Millionen Myrk im letzten Lonjunkturjahr 1928/29 betrug, Ist auf 370 Millionen Mark gesunken. Der Amsahschwund in den letzten beiden Iahren beträgt 36,2 proz., entspricht also ziemlich genau der Geschöslsschrumpsung bei den betriebsmäßig ähnlich gc- lagerten Siemens- Schuckerl-Merken. In den Beteiligungen, die infolge der starken Expansionspolitik des Konzerns in den letzten beiden Iahren von 90,4 auf 142,3 Millionen Mark gestiegen waren, sollen nach der Verwallungsmitteilung auch heute noch st i l l e Reserven enthalten sein. Durch Einziehung von 15 Millionen Mark eigener Aktien wird das Stammkapital von 200 auf 165 Mil- lkonea Mark Herabgesehl. Nach. Verössentlichung des Geschäst-berich's kommen wir auf den Abschluß des Unternehmens noch zurück. Akiiengefchenke statt Dividende. Die privaten Eharlotlenburger Wasser- und Industnewerke A.-G.. deren Tarispolikik wiederholt scharfe Prolesie in der Oessent- lichkeit hervorgerufen hat. schließt das Geschäslsjahr 1931 mil einem Reingewinn von 3,84 gegen 4,93 Millionen Mark im Vorjahr ab. Diesmal sind aber vor Feststellung des Reingewinns über 218 000 gegen nur 52 807 M. im vorhergehenden Iahr abgeschrieben worden. Di« Gesellschaft hat also auch in dem letzten Krisenjahr große Gewinn« erzielt. Da die Auszahlung einer Dividende auf das Aktienkapital von 60 Millionen die flüssigen Mittel stark angreifen würde, hat die Verwaltung beschlossen, ihren Aktiauären statt einer Barditndende Genußscheine(Aktien ohne Stimmrecht) zu schenken, die einer Dividende von 7 Proz. entsprechen. Do für die Auezahlung dieser Dividende eine Summ« von 4,2 Millionen Mark notwendig wäre, werden in zwei gleich starken Serien A und B Genußscheine im entsprechenden Nennwert ausgegeben, wob-n Serie A aus den Gewinnen der folgenden fünf Jahre und Serie B aus den Gewinnen der folgenden zehn Jahr« getilgt werden sollen. Die Inhaber der Genußscheine Serie A können ihre Papiere zum Kurse von 80 Proz. auf Verlangen sofort einlösen lassen. Als Käufer dürfte ein Berliner Bankkonsortium in Frage kommen. Die Aktionäre, die ihre Gcnußscheine zu diesem Kurs einlösen, erhalten also ein« efsektive Dividende von 5,6 Proz. Sombarl über..Dle Zukunft des Kapitalismus". lieber das Thema„Die Zukunft des Kapitalismus" spricht am Montag, dem 29. Februar, abends 8 Uhr, im Herrenhaus Prof. Werner Sombart. Karten durch die Studiengesellschaft für Geld- und Äreditwirtschist, Berlin W 35, Potsdamer Str. 103a, und an der Abendkasse. Konsumvereine 1931. Jahresbilanz zunehmender Massenarmut. Wir haben kürzlich über die Entwicklung der Konsumvereine im dritten Quartal l9Zl berichtet. Jetzt gibt die„Konsumgenossen schaftliche Rundschau� die Ziffern für das ganze Kalenderjahr IWI bekannt Pie Ziffern zeigen die Stärke und Letstungskraft dar Konfuinoarsina, wie man es nicht anders erwarten kannte, aber sie sind auch ein erschütterndes'Bild der wachsenden Armut der Waffen und des ständigen Rückgangs ihrer Kaufkraft unter dem würgenden Druck der Krise. Die Zahl der Verein« ging von 975 auf 966 zurück. Durch Verschmelzungen wurde die Stoßkraft der einzelnen Vereine erhöht. Die Zahl dar Mitglieder sank nur geringfügig von 3 9Z0W9 auf 3 929099. Kaufkraftdrosielung und Preissenkung drückten aber den G e s a m t u m s a tz der Konsumvereine von 1212 auf 19-17 Millionen Mark, was einem Rückgang um 13,5 Proz. entspricht. Mengenmäßig ergibt sich aber noch eine Z u- nähme des llmsotzes, weil die durchschnittliche Preissenkung höher liegt. Die Not hat also die Treue der Mitglieder nicht oer- ringcrt. sondern gestärkt. Der Umsatzrückgang ist wertmäßig auch geringer, als etwa bei den Warenhäusern und beim Einzelhandel. Der Durchschnittsumsatz je Mitglied ist gegen- über 1939 von 397 auf 347 Mark gesunken. Spargelder mutzten abgehoben werden. Wer die Beunruhigung im Juli verstärkte die Abhebungen ebenfalls. Die Spareinlagen sanken infolgedessen von 496 auf 319 Millionen Fast 199 Millionen in kurzer Zeit bereits zur Rückzahlung bereitzustellen, war eine schwere Aufgabe für die genossenschaftliche Bantzentrale, aber die Aufgabe wurde gelöst. Sehr dringend ist jetzt die Erhöhung der Mitglieder- o n t e i l e geworden, um das Konsumvereinsvermögen und die Schlagkraft der Konsumvereine im Interesse der Gesamtmitgliedschaft zu stärken. Die Erhöhung dieser Anteile würde für die Mitglieder am erträglichsten sein durch das Stehenlasien von Rückvergütungen. Die Leistungskraft der eigenen Handels- und Produktionsbetriebe hat sich von neuem bewährt. Der Umsatz d e r G. E. G. ist zwar von 495 auf 423 Millionen gesunken. Der Anteil am gesamten Vereinsumsatz ist aber von 49,86 noch leicht aus 40,99 Proz. gestiegen. Der Umsatz der Produktivbetriebe hat sich auch absolut erhöht, nämlich von 137,6 auf 145,3 Mil- lionen Mark. Der Umsatzanteil dieser Produktiobetricbe am Gesamt- umsatz der Vereine ist sogar von 11,35 auf 13,87 Proz. gestiegen. Der Gesamtumsatz der Konsumgenossenschaften des Reichs- Verbandes Deutscher Konsumvereine Köln wird für 1951 mit 139,4 gegen 299,9 Millionen gemeldet. Auch hier ergab sich eine leichte mengenmäßige Umsatzsteigerung. Hausbesiherbank-Vergleich angenommen. Mit 73 und 33 proz. Mehrheit. Bei der Berliner Bank für Handel' und Grund- besitz haben nach dem nunmehr vorliegenden Wstimmungs- ergebnis 24 181 Gläubiger von den insgesamt 34 411 Gläubigern dem Berglcichsvorschlag zugestimmt, das sind 73 Proz., während im Gesetz für die Zsnnahme des Vergleichs nur die Zustimmung von 59 Proz. der Gläubiger(der Zahl nach) vorgesehen ist. Dem Betrags nach haben 48 959 999 Mark der Forderungen von ins- gesamt 58 975 999 Märt zugestimmt, dys sind 83 Proz. der Forde- rangen an Stelle der im Gesetz vorgesehenen mindestens 73 Proz. Verkündungstermin ist auf Sonnabend, den 27. Februar, 2 Uhr nachmittag», vorm Amtsgericht Berlin-Mitte festgesetzt. Das Gericht wird den Vergleich in diesem Termin bestätigen. Ruffentoggen. Im laufenden Erntejahr hat das Deutsche Reich aus Rußland rund 279 999 Tonnen Roggen gekauft. parieinachrichten für Groß-Berlin kiwendangen kür»le>e Nudril lind S», l t» SB SS. binden iuaß« 3 stets an das Beztrisietrrlartot J. Lot. 2 Trrvdeo rechts, zu richte» iZ. 6. 13. 33. 52. 03. 94. 98. 317. und 8. Kreis. Die juristische Sprechstunde findet om Lonnudend. 27. Fe druar, von 17—18 Uhr im Jugendheim Rosineilstr. t statt. Gelegenheit »um Kirchcnaustritt!____.. Kreis. Handztttelverbreitnng(Ginladung zum 2. Marz) am Sonnabend, '' n, ab 17 Uhr. oon den bekannten Stellen.— 128. Sit.: Die Beste zugestellt: 129. Sbt.: oon Ristmann abholen. >27. ftedruap, �SonmSienb'.' 27.~&ä>ni«t, 19H Uhr."im Rofenthaler Hof, Roienthaler Str. U— 12. Mitgiiederoersammlung.„Faschismus oder Demo- lratie", Referent Mar Brinizer.. Abt. Unserem Genossen Hermann Dieter zum 80. Geburtstag d>» besten Glückwstnfchc._... Abt..«-.«ute, Sonnabend. 27. Februar, Bestchtigung der Borwarls-Druckerel. Dresfpuult IWl Uhr Lindensir. 3, L Hof.— Sonntag, 28. Februar, be. tciUgen wir uns an dem Kabarettabend der 3ö. Abt. in den Andreas-Feft- lälen um 17 Uhr. Abt. Montag, 29. Februar, 20 Uhr, FunllionSrsitznng bei Wolter, Kaiferut. Augusta-Allee 52. if. Spute, i M der bekannten Stelle abgeholt werden. senntag. 28. Februar,"" II'- bei Schröder, Steinmeststr. 52. . tir« 105—139 bei Tristram, Bllrgerstr. 48— 49. «b Abt. Sennabend, 27. Februar, 17 Uhr, müssen die Handzettel von ............1 Stelle abgeholt werden. Abt. Sonntag. 28. Februar, S-H Uhr, Sitzung aller Ordner der Abteilung '' �' röder, Steinmetzstr. 52. enntag. 28. Februar, 9U Uhr, wichtige Flngblattoerbreiwng für die Bezirke 147— 153 im Versammlungsraum Hannemannstr. 40; für die Be» '.irre 1.35—4.39 bei Tristram, Bllrgerstr. 48— 49. Abt. Ginladungezettcl zur Versammlung am 3. März müssen von den Bezirlsfllhrern Eonnabend ab 18 Uhr bei dem Genossen Selchow, Karls» Hörster Strasse abgeholt werden. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Lerlin. Wocheuendkurius morgen, Sonntag, im.Laus der Jugend" ls!(Obdachlofenainl), Teupitzer Str. 39—43. Beginn 9 Uhr. " streu beea: Unsere sonntag?oeranstaltnng fällt morgen ans. All« Helfer beteiligen stch am Wochenendkurfus in Renlölln. M' 10.»reis(„Otto Brau»"): Treiipnnlt zur Sonntagsfahrt am 28. Februar um»18 Uhr am Bahnhof L>n!cl.Toms.Hlltte, Eingang Rlemeisterstrastc. Renlölln: Teilnahme am Wochenendlursus am Sonntag. Restfalkenhelfer um 9 Uhr, alle anderen Genossen um 11 Uhr. Mittagessen wird geliefert. RF.» Helfer nehmen em Mittwoch, 2. März, on der Versammlung der Iugendgrup?« dcr SAI. teil. Nach Möglichkeit auch Rote Falken. Di« Versammlung ist im Heini Kanner Strasse um 20 Uhr. Falkenrat: Montag 1718 Uhr Baracke. Gruppe Mahlsdori: Der Elternabend muss heute, Sonnabend, aussallen. Der spätere Termin wird noch bekanntgegeben. «erdodezirtz Pa-ksw: ZSio beteiligen UM an der Nerb'fci-, w K-I-b». Lokal jachminn, 19 Uhr. Serbe bezirt Weddiug: Baden Gerichtstrasse. Morgen, Sounlag, 2S. Iebruar. atz I: Treifpunkt 9 Ubr Rote Ecke._. .Bezirk Mitte: Kostümfest rn Bogels Festsiilen. Brücka-str. Beginn 19 Uhr. Eintritt 69 Vf., Erwerbslose 30 Vi.„„. Arbeitsacmeinschast Abraham iWirtschaftslehre): Die Arbertsf -" n»»«...'.TreffnunH-nr IT morgen. Sonntag, nach Klöfn-Schönebeck statt. Treffpunkt tzlt Rahnsdorf(Ausgang)._ ihrt findet Ii Bahnhof wekkeraussichlen für verlio. Veränderlich, zeitweise leichter Schneefall; am Tage Temperaturen zunächst bis etwas über 9dill steigend, dam, neuer Temperaturrückgang, mäßige nordöstliche Winde.— Für Deulschland. Im ganzen Reiche noch Neigung zu leichten Niederschlägen, im Süden Milderung, im Norden und Nord- osten neue Abkühlung. Gewdmauszug 5. Klasse 38. Preußisch-Süddeulsch« Staats» Lotierio. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesalleo, uud zwar ie einer auf die Lese gleicher Nummer in den beiden Ableilungen l und II Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 18. Abt. Am 24. Fchrnar ist unsere hockibeiagte Genossin Luise Noack, Wiesenstr. 7, verstorben, lieber 30 Jahre Mitglied dcr Partei, hat sie in der Kleinarbeit in hervorragender Weise ihre Pflicht getan. Wir werden ihr stet» ein ehrendes Andenken bewahreul Einäscherung am ivonnabend, 27. Februar, 1118 Uhr. Gerichtstrasse. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 97. Abt. Nach lanacm Ärankcnlager entschlief unser Genosse Otto M a t h i e- kaum sechziajähria. Di- sozialistische nnd gewerkschaftliche Be, wrgung uud vor allem seine Parteiabteilung verlieren einen unermüdlichen. stillen Arbeiter. Ehr« seinem Andenken! Die Trauerfeier findet am Sonn- abend. 27. Februar,'20 Uhr, im Krematorium Baumschulemveg statt. Um rege ''lO� Aot�'�nseie� Deuossiu Johanna Lossien, Selmholtzstr. 8, ist infolge eines Unglücksfalles verstorben. Ehre ihrem Andenken! Die Einäfche- rung findet am Dienstag, 1. März. 15 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung erwartet der Abteilnngsvorstand. il i SozialistischeArbeltmugendGroß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an da» gugendsekretariat Berlin SW 58. Lindenstrass' 2. vorn l Treppe rechts. ebruar, angekündigte FunktionZrverfammlung in der Aula der schule Kochstr. 13 stati. j..... über das Thema„Die damit, recht- Montag, 29. Febrnar. 1712 Ilhr, sipoet im Saal« der Hochschulbrau«rei W" Amrnmer Str. 81, � � �'"""" Tie sür Sonnabend, 27. findet erst am Mittwoch, 2. PeS�MWlMWDMWM zeitige Reserentenoe.rmittlung möglich ist. Montag Berlin N.. Der für de» perschoben. Weitere Probeauffuhruna des vom Genossen s für die Abendseiern am 1. Mai„Die ngsleiter haben gegen Bor. «binär oöräFchene Kursus mit den Kinderfreunten wird ">richt folgt. Heute. Sovabeud. 27. Februar. o�Bs.jherberge Rüdersdorf. Uhr Bahnhof Neukölln. 16. Ziehungstag 26. Febmar 1332 In der heutigen Bormittagsziehung würben Gewinne über 499 M. gezogen 2 Gewinne S0000 M. 147ZZ1 2«ewi-u.,- 2V000 W. 209127______. 10««Winne 5000 M. 120479 270877 271887 280218 385531 18««Winne tu 3000 M. 64555 66053 78052 169606 162374 168709 228062 265476 339270„ 63««Winne ,» 2000 M. 1072 103SS 22973 27769 23723 38674 40349 48391 52984 60301 78227 97356 1 12755 1 15393 1 22469 122SIO 127777 130730 191935 194477 200187 241493 249717 256956 284604 290167 305221 306597 324765 361102 366120 373113 393889398030 106 Sewina« ,n 1000 92. 1236 4661 11930 27500 31186 53143 64794 58785 63760 64649 67661 80808 96929 96954 98602 100209 104590 106196 118283 133850 164365 180438 183482 187508 190282200600 204610 205268 221757 232404 237385 239758 240587 243466 248439 255203 260005 260572 293525 310793 327313.335933 339964 344530 347913 362573 365419 365687 379969 381264 383414 387591 388857 1 90»ewimi« ,u 500 M. 7241 7623 6239 10701 13378 29550 3695S 39858 40909 44953 54645 54873 57499 63511 65226 66642 69312 69501 70756 76349 79853 80712 82660 87501 95551 96126 985S3 99379 102707 103673 105319 109724 116307 121551 138709 147065 149168 153602 154074 161194 162187 173457 185782 188277162238 192570 133271 201080 205030 207516 208574 203722 213151 212256 223513 225773 240733 252507 254732 256152 255566 265535270685 274546 278215 230233 28436? 284758 2SS422 230415 231639 234000 301 781 305157 307638 30S544 309267 315081 318773 322212 322549 329644 336086 336760 338016 346021 358548 359611 365659 371199 371356 376287 387687 387848 398493 In der heuligen Nachmiltagsziehung wurden Gewinn« üb» äOO M. gezogen' 4»«Winne M 10000 M. 182329 236751 8»«Winne ,n 5000 AI. 103706 170122 181839 359372 14».Winne IN 3000 M. 13606 104091 107452 124022 190898 274915 343513 36»ewlim« m 2000-m. 12156 82559 91090 101727 101815 127383 132551 134413 151297 187172 190213 193466 208643 240309 242471 242984 343657 381355 108 Gewinn«>a 1000 M. 6483 34167 36152 39193 40237 53061 65469 68051 68397 72816 79798 85711 92914 96120 96910 103426 104027 106061 108606 108266 129905 130495 137207 140426 160702162911 164216 171707 178945 182737 186454 189604 204936 207948265860 258435 273933 274601 276987 281061 290349 307139 308223 311781 312191 314651 324310 331967 346312 353712 357959 370569 378162 391648 146»«Winne m 500 HL 10030 13564 20847 22544 2512744355 45417 55618 S001S 64364 65353 73160 74660 76S21 80328 91SI9 94639 95776 95920 125302 135472 151010 153547 155113 163272 179319 186918 18960? 189769 190989 195316 196869 199318 212323 213955 363469 370243 37 Ii 39781 3 398036 lg 373306 376631 381426 389743 3S3S01 394880 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien fs zu 500090, 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000. 2 zu je 75000. 4 zu je 50000, 14 zu je 2S000. S4 zu je 10000. 228 zu je 50A 4 8 ,u je 3000, 1301 zu je 2000. 2680 zu je 10u0, 4358 ,u je 500. 12780 ,u je 400 Mark. Sonnabend, den 27. febroai staalsoper unter len Linden w yni Eine Nadit In Venedig SlutUtauspiilliaui lecstrnHßini' 20 Ohl Cyrano von bergerac Schiller-Theater Chorlolttnbnrg. 20 Uhi Die end ose Straße �CAiÄ £«<«<« 3■Eage EIMTH LORANO CHI COLLESNü MtTU«-3tlUrT«s»>. Tiliti. ay, Uhr 80 Pf. bis 4.- M Tiigl. 5 Uhr 40 Pf. bis S.» M Nähe Schlts. Bhf. Sl.Sn>.St«,2,MlsD. Tel.: E 7 Weichsel 4031 ,Jlc Bim von Ha*al" .Rose-Thealer Srsi« Fnittsrtii Sinti IN tsl. Wddnti k 1 Mi) 4 U.>>/» Ohr Prinz Helbusalent Operett.- voa Jeh. Stran t Wildmaiier, Morpan. Jankuhn. Lilien. Ewald. Sonnabend--»« Ohr Sonntag'sJ Uhi Kai aus der Kiste Sonnfflbltd.Valksliilbiie Kamps um Kilsdi Zun Betin m Sptisnug tuBOrftigec StbalkindM Reimshallen Theater tiiinbotl platx br.— Sonntags Z<'- Ohl zu kleinen preisen Stettiner SSnger Die neue Groteske VW Drleietikäsieillalles-! W'nJ«r ' Garten' B.1S Ohl Flora 3434 Raudien ertaubt ßelter-Famlllr-„Ca st". Hnsco n. sein Wclbstenlel. Willi. Bendow. 1» A'lisous nnd weitere Attraktionen Jounausnä u. Sonntag>s 2 vorstnllD. » n. 1 1li«llk. 4 nur Riehe Preise. »•'.obrCASINÜ-THEAlER�oh. Lothringer Slrafic 57. Nur noch bis 3. Mfirz Ehen uon heute and das bunte i-rugri-msu Freitag, den 4. März, zum 1. Male Oer Mann mit den zwei Frauen Gutschein l-4 Personen; Hai Ken su PL rauteuu l— Mark Sessel I.SU MarK. IGR.SCnAUSPIEUiAÜSTägl.8ü.fi B manns Slüdf.Oher Charlottenbur.; iistnarcksttaße 14 Sonr.abd. 27 Febr. Turnus Iii Anrang 20 Lhr Das Spitzentuch der KSnigin Ende gegen 22 Ohr ll8ütärJiEs meater 8 Uhr Vor JonneminieisaDg v Gerh.Haupimann Be�it: Max Heinhanlt. — Kleines ib.— Trappe 1931. TägL SlU Uhr Vis mausetatia l'reise 7S PI.— S M. Sonnt, nachm. 4 ü. haJbe Preise. Lessinfl-Tueater ragiich m uhi Morgen gehts uns gutl Grete Stoslielm Max Hanseu Orchester va'os Beta K REINHARDT IHSZEtilEf(ÜN6 K Senslac nsclim. 3 Uhr Müiti ffi'-.e I. Piltre szch Rgjtatjmui Berlins Berliner Iflis Trio N• H k B 1 1■. w Lahnau. 74/7&J -Theater in fler- Sireseraann.ir. T ä o 1 i c rr 8' i Uhr Udpoldin! Koastaatin üieo�of Lei» in In jeder Ehe... Theater am NnllendorlplsL «ejle: lltlm lailntgr. Pallas 7051 Täglich 8-/1 Uhr Stgs auch 4>/, Uhr Heute zum 113. Male Gasparone Iii. im Adiiralspalast Fäglich ü1'* ütli Der» tut pBs ErftI]! Käthe Dorsco Gustaf Gründgens in: L'seiott* tiggipitlv.!d!iarilRiiuiielu VoiKsDUtine Tbätii an Bülowulatz 8 Uhr Fährmann Henschei R�gic: K H. Martin Slaatl. Sdiillti-nieater 8 Uhr Die endlose StraOe metropoMheater Täglich 8>i< Uhr Ein Lied, der liehe Rieh. Tanber * Apnl chhlers Sonntag ä'.li Uhr Hedermaus f nserote tmjj vorwärts Ickern Erfolg! Schwerhörige Am 26 Februar starb im Urban-Krankenbause der Gauleiter unseres Verbandes, ELollege Engden Junghan» im Alter fon 57 Jahren. Kollege Junghans gehörte seit seiner frühesten Jugend der an, in der er für den kulturellen und materiellen ierufskollegen tatkräftig arbeitete. Wir werden diesem braven, tüchtigen und zuverlässige n Funktionärunseres Verbandes stets ein ehrendes Andenkenbewahren Berlin, den 26 Februar 1982 Der Vorstand des Verbandes der Rahrnngsmitiel- und Getränkearbeiter. Die Beerdigung findet statt am Montag, dem 29. Februar, auf dem Zentralfriedhof Friediiähsfelde. Bitren solon wieder mit dem ärztlich empfohlenen OBlfiläAL- AHDSTiH- SPPABAl um nenestem Hlelnhörer - Noch Besseres gibt es nichtl— Deo'.sdie Akustik Gesellsdiaft m. b. H. Aeltcste u. lührende Spezialfabrik Verkaut u. Vorführung; Mriin-uiiimepsdon. motzstr. 43 Berlin, Kioateratr. 4« nninickenaorl�ist, Brienzer Str. 4 Vcrl.Sie Hauptkatalog 16 kostenlos Auf Wunsch Zahlungserleichterung Heute entschlief sanft nü> kurzem schweren Leiden im Urban-Krankenhaus mein l ebet unver- geSlichet Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und GroSvater Eugen«Junghans m 57. Lebensjahre Berlin-Eichwalde, Hamburg, am 26. Februar 1932. Emma lungban« geh Ludwig. foul Laowtg und 6, au i>o>a geb Junghans und Familie, Hans Jangblnl und Fraa EUe geb. Junghans und Sohn, Frllz jonghan«. Walter Galla« und Fraa Gertrack geb. Junghans. Die Beerdigung findet Montag, den 39. Februar, nachmittags IV» Uhr, von der Leichenhalle des Z mraltriedhofes in Fnedtichsfelde aus sia'.t Oeofutier MetailaiDeiter-VertiaDil VerwaUanKnlelle Berlin Todesanzeige Den Mitgltedern Mit Nachricht, dass unser Kollege, der Schleifer August Iwvtimann geb 20 Februar 1878, am 24. jebtuat gestorben ist Cbre seioem Andenken! Dte Einäscherung findet am Sonnabend, dem 2? Februar. l7>/, Uhr, im »remarorium Wilmersdorf statt. Rege BcteUigung wird erwartet Die Ortsverwallnnv. Wir erfüllen hiermit die traurig» Pflichtanzuzergen. bass-htt•angestellt» unierer Kasse. Herr prietiriek LcliieK am 75. Februar 1082 im Alter von 58 Jahren versiordrn ist. Der Verschiedene hat 18 Jahre nach besten Krdsien im Dienste der Kasse gewirkt, wolür wir ihm dankeil, wie wir auch sein Andenken stet» in Ehren halten werden. Oer Vorstand dsr Ortikrtnkeakzni für dz; Mmrgevirtie zu Berlin. Unerwarlet verschied am Donner». tag, dem 25. Februar igrü. nach turrer Kramheu un er l eder Kollege u»0 Belrieosrarsoorsttzender, der stramen- ialicnangestelli« Friedrich Schieß m Aller von 58 Jahren. Durch iemen Tod verlieren wrr emen langsildiigen. autrirhtlgen Kollegen und Kümp er rür da» grosse glcl der lreien An- gestelltendcwegung Sein Andenken werden«>r stets in hohen Ehi en hallen »ie kelillieen ll«r onskraakepkasse >»r llss diüllleigeveids»4 uerim. Die Einüicheruag findet am D ens» tag. dem>. März 1882. IS.80 Uhr, im Krematorium Gerichtstrasse ftalt.