Tlr-L 1932 Nr. 99 49. Iahrgang D«„Somltag.Borwärts» erscheint jeden Sonntag mit btt illustrierte» Beilage„Boll und gelt". Monatsbezug öd Pf. in Berlin frei Haus einschließlich 9 Pf. Zustell. gebühren, im voraus zahlbar. Post. bezog monatlich öö Pf.(ein schließ. lich 8 Pf. Postzeitungsgebühre») und 6 Pf. Postbestellgebühren. Die volle Ausgabe des„Borwiirts" erscheint wcchentaglich zweimal. Sonntag» und Montags einmal. Das Abonnement lostet wöchentlich 7S Pf., monatlich z»Z M. in Berlin frei Hau», auswärts zuzüglich 7Z Pf. Postbestellgebühren. «Sonntag- mit Mochettübevficht 28. Februar 1.9)2 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die einfpalt. Millimeterzeile Zü Pf. Rellamezeile Z,— M.„Ztleine Au- zeigen" das fettgedruckte Wort 2l> Ps. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weiter« Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über lö Buch- staben zählen für zwei Worte. Ar- bcitsmarlt Millimeterzeile 2S Pl. Familien» Anzeigen Mtllimeterzeil e 15 Pf. 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Die Hetze, die gegen diesen Mann geführt wurde und der cr schlicßliche erlag— weil er im Kamps gegen seine Ver- leumder eine längst notwendige Operation zu lange ver- schob— ist nur e i n Beispiel vom„Dank des Baterlandes". den die deutsche Sozialdemokratie für ihre ungeheure nationale Leistung geerntet hat. Ihr Trost kann sein. daß sie nicht für das Vaterland des nationalsozialistischen Ge- sindels kämpft, sondern für das Vaterland der Arbeit und ,des Sozialismus, das aus diesem Deutschland einmal werden soll. Ebert, der Sattlergeselle aus Herdelberg, der Führer der Sozialdemokratie, hat auf dem Platz, mif dem er in den letzten Jahren seines Lebens stand, seiner Klasse und seiner Partei Ehre gemacht. Er. der nie ein Demagoge gewesen. war auf dem Gipfel der Macht auch � kein Emporkoimnling: Mit schlichter Selbstverständlichkeit versah er sein Amt. Als er starb, trauerten Millionen, und auch die anständigen Gegner entblößten ihr Haupt. * Hat das deutsche Volk die Bedeutung Eberls verstanden? Nein! Denn als es galt, einen Nachfolger für ihn zu wählen. oni 29. März 1925. entfielen auf Otto Braun, der der Veruienfte mar. Eberts Werk fortzuführen, nur 7,8 von 26.8 Millionen Stimmen, das heißt noch nicht dreißig vom Hundert! Braun verzichtete infolgedessen zugunsten eines Sammelkandidaten der bürgerlichen Mitte, des Dr. Wllhelm Marx, der dann— durch Thölmanns Sonderkandi- dotur— ziemlich knapp gegen Herrn von Hindenburg unterlag. Schon damals hatte sich gezeigt, daß das Bürgertum keine Persönlichkeit von mehr als Durchfchnittsmaß befaß, die es dem Kandidaten der Reaktion hätte entgegenstellen können. Die ausgezeichneten Eigenschaften des Dr. Wilhelm Marx stehen außer Frage, und sicher ist er ein viel wertvollerer Mensch als mancher andere, für den die Reklametrommel ge- rührt wird. Auch heute noch könnte man ihn mit dem besten Gewisien für das höchste Amt in der Republik empfehlen— ob mit besierem Erfolg als vor sieben Jahren, steht frellich dahin. In den sieben Jahren seit damals ist das B ü r g e r t u m d e r M i t t e an führenden Persönlichkeiten nicht reicher, son- dern ärmer geworden. Weder ist es geneigt, eine Persönlich- lest aus dem Lager der Sozialdemokratie auf den Schild zu heben— dazu ist die Sozialistenangst zu groß— noch kann es einen eigenen Kandidaten stellen, der über das Mittelmaß hinausragt. So wurde diesem Bürgertum der Entschluß H'mdenburgs, sich zur Wahl zu stellen, ein wahres Geschenk des Himmels. * Das Bürgertum der Mitte kann freilich sagen, daß es bei dem reaktionärsten Teil der Bourgeoisie nicht bester aussieht. Denn geht es bei jenem tragisch zu, so ist es bei diesem schon mehr tragikomisch. Der reaktio- närste Teil der Bourgeoisie hat in seinen eigenen Rechen keinen Mann, den er präsentieren kann. Also hat er eilten seiner Klasie davongelaufenen Anstreicher aus Braunau mit einem geradezu phantastischen Aufwand von Geld und Reklame zum besten Deutschen hinaufgeschwindelt. Dieser nun— und das ist die Komik in der Tragik— ist nicht nur der jüngste„Parteibuchbeamte", er ist auch der echte Typ des„Revolutionsgew innlers". Dieser Adolf Hitler, der jetzt, wenn es nach dem Willen des Großkapitals geht, Reichspräsident werden soll, hätte es ohne den fogenann- ten„Dolchstoß" vom 9. November nicht einmal zum Regie- rungsrat gebracht, der er soeben geworden ist. Nicht einmal Reserveoffizier hätte er werden können, die gpnze bessere Gc- ssllschaft hätte sorgfältig die Türen vor ihm verschlosien— und da er in die Arbeiterbewegung, in der klasienmäßig sein Platz gewesen wäre, nach Charakter und geistiger Beran- lagung nicht paßte, wäre ihm nichts anderes übrig geblieben, als in irgendeinem gelben Werkverein ein gänzlich unbeachte- tes Dasein zu führen. Gerade er, Adolf Hitler, verdankt alles, was er ist. dem 9. November. ' Die Revolution von 1918 war die zwangsläufige Folge der militärischen Niederlage. Die Monorchie war nur noch ein Kadaver— er mußte fortgeräumt werden, damit für das Leben der Nation Platz geschaffen wurde. Deutschland kann nicht mehr existieren ohne republikanisch-demokratische Ver- fosiung und ohne eine Politik, deren Ziel das friedliche Zu- sammenleben der Völker ist. kurz nicht ohne das, was das nationalsozialistische Schlagwörterbuch unter dem Namen „System" zusammenfaßt. Wir verteidigen das„System", aber wir sehen auch seine Schattenseiten. Wir sehen als ekelhafte Mißgeburt der demo- kratischen Entwicklung eine schamlose Demagogie. Wir sehen die skrupellosen Nutznießer des sogenannten„November- Verbrechens", die pomadisierten Parvenüs. Wir sind der Meinung, daß die Republik, die Demokratie, das ganze so- genannte„System" einer gründlichen Entlausung bedarf. Das„System" muß gereinigt werden von seinem Übelsten Nebenprodukt, von der n a t i o n a l s o z i a l i st i- schen Bewegung. Diese Reinigung vorzunehmen ist von heute in zwei Wochen Gelegenheit. Wir sind es Friedrich Ebert schuldig zu oerhindern, daß ein Adolf Hitler auf seinem Stuhl Platz nimmt. Und wenn wir das nur verhindern können, in- dem wir Hindenburg wählen, dann wählen wir eben Hindenburg! Welcher Republikaner, welcher Sozialist, welcher klasien- bewußte Arbeiter wünscht nicht, daß der Faschismus am 13. März eine entscheidende Niederlage erleidet?! Eine ent- scheidende Niederlage des Faschismus ist gleichbedeutend mit einem überwältigenden Sieg Hindenburgs im ersten Wahl- gang. Also geht hin und werbt für Hindenburg! Und tut ihr es nicht aus Liebe, sotutesausHaß! Kranzniederlegung der preußischen Staate- regierung am Grabe Eberls. Die preußische Skaalsregierung hat am Grabe des Reillis- präfldeuteo Eberl an dessen heutigem Todestage, dein Z8. Februar. einen Kranz mit Schleife>n den preußischen Farben niederlegen lasten. Oer Krieg geht weiter! Die Japaner wollen ins Innere vordringen. L o n d»«, 27. Februar. Wie Reuter aus Tokio erfährt, verlautet dort aus zuverlässiger O-uelle, daß die japanische« Kommandanten in Schanghai sich entschlossen haben, angesichts der Tat- fache, daß chinesische Verstärkungen demnächst ans dem Kampfschauplah ankommen werden. Kriegs- schisse auf Yangtsekiang einzusehen, um da- durch zu verhindern, daß der Strom von den Chinese» als Awfmarschronte für die Truppen, die die IN. Armee nnterstiihen sollen, verwendet wird. Granaten auf Tschapei. Sie Trümmer brennen. Schanghai, 27. Februar. Di« Einwohner wurden um 5 Uhr früh rauh aus dem Schlaf geweckt, als die japanische Artillerie von neuem das schwere Feuer aus einen Gebäudeblock inmitten Tschapeis»rösinete, wo. wie die Japaner annehmen, chineftfche Truppen zusammengezogen sind. Die Folge der Beschjeßung war wiederum ein g r o ß e r B r a n d: riesige Rauchschwaden und hohe Flannnen steigen zum Himmel empor. Di« chinesischen Batterien antworteten, und das Granatseuer dauert mit imoermmderter Stärke fort. Neuer Ostbahnkonflikt ZNukden. 27. Februar. Der Chef der japanischen Armee in Mulden, H o n j o. hat das Kommando in Charbm angewiesen, für die Beförderung der Truppen nach Hailar-Tsitsikar 43 Wagen und 3 Lokomotiven an- zufordern, da dort die Lage„nicht mehr sicher" sei. Die Ver- waltung der Ostbahn unter Führung des sowjetrussischen In- genieurs Rudy hat dies den Japanern verweigert, da sie keinen Beschluß vom Aussichtsrat habe. Die Japaner dringen auf ihre Forderung und erklären, daß sie keine Zeit hätten, den Beschluß des Aufsichtsrates abzuwarten. Kämpfe an der Ostbahn. In der Nähe von Jnanpo an der chinesischen Ostdahn sind schwere Kämpfe im Gange. Die Japaner wurden von den chinesischen Truppen gezwungen, sich zurückzuziehen. Am Sonnabend warfen japanische Flugzeuge über Futschau 13 Bomben ab, die in einigen Teilen der Stadt Brandschaden verursachten. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet. Der Mandfchureistaat von Japans Gnaden nennt sich Man- d s ch a u k a i. Hauptstadt ist Tjchungtschang. Der chinesische Exkaiser Puji als Präsident aus Lebenszeit, führt den Titel„Diktator": Tschtn Tschang. Preußen und die Präsidentenwahl. Ministerpräsident und Innenminister sprechen vor den Ober- und Regierungspräsidenten. Harzburger Liquidation. Homer; fttze Reöegei echte der veruneinigten Bundesgenossen. Im„Reichsmart" nimmt sich vsmber-Revolution unterbrochene Entwicklung Preußen-Deutschlands wieder anknüpfen. Weiter dürfte— das kann man wohl ohne Unbescheidenheit aussprechen— die politische staatsbildende Erfahrung, die die Deutschnationalen von ihrem konservativen Ursprung her besitzen, unö die durch den Geist des Bundes der Frontssldaten in ethischer Beziehung noch wesentlich gestärkt wird, kaum entbehrt werden können." Die wollen nicht Hitler, sondern Wilhelm haben und drohen den Nazis mit dem Motto: Ganz ohne Fürsten geht die Chose nicht! Im übrigen haben sie beide den Bären noch nicht erlegt, um dessen Fell sie streiten. Kleine Begriffsverwechslung. Im„Reichswart", dem Blatt des nationalsoziakistischen Reich?- tagsabgeordneten Grafen Reventlow, entdeckt ein gewisser Fritz von Trutzschler, daß in Deutschland die Protestanten von den Katholiken bedrückt werden, worauf er deklamiert: ..Wir Evangelischen hasten nicht mehr das Bertpauen, daß die Zustände umer einem Herrn Reichspräsidenten von seinem BS. bis zu seinem 92. Lebensjahre anders werden können. Wir hallen die Wiederwahl Hindenburgs für ein Unglück. Wir wollen eine» Reichspräsiden t«n, unter dem der Protestantismus, die gesamte protestantische Kultur, die ihr geschichtlich zukommende, volle Berücksichtigung findet." Deshall, macht er Reklame für den katholischen Hitler gegen den Protestanten Hmdenburg! Die Rote Lügenfahne. Wie KpO.' Schwindel fabriziert wird. Die..Rote Fahne" bringt heute eine neu« Lüge. Sie behauptet, Genosse Aufhäpscr Hölle im Reichstag eine Erwerbslofendelegation mit den Worten abgewiesen. „Ausgerechnet durch mich wollt ihr das vermitteln? Ihr seid wohl verrucht geworden." In Wirklichkeit handelte es sich um einen der bekannten Ber- suche der kommunistischen Reichstagsfraktion von«rschwindel. t e n Erwerbslofendelegation an soziavemakratisch« Ab- geordnete auszufragen, um sie am folgenden Tage in der„Roten Fahne" verunglimpfen zu können. Diesmal war es der Reichstagsabgeordnete S ch r ö d e r- M e r s s b u r g, der mit einem seiner Parteigenossen zu dem Genosse» Aushäuser ging und höhnisch fragt«, ob er di« Forderungen der Erwerbslosen übermitteln dürfe. Darauf hat der Genosse Aufhäuser den Finger an die eigene Stirn gelegt und geant- wartet: „Ich müßte verrückt sein, mir ausgerechnet von Ihnen, Herr ■Schröder. Crwerbslosenfprderungen übermitteln zu lassen." Mit Erwerbslosen hat Genosse Aufhäuser an diesem Tage über- Haupt nicht verhandell. 3m Sejm zu Warschau verlachten die Pilsudskisten all« Anklagen der Opposition und tobten gegen ihre Kritik. Die ganze Opposition verlieh dann den Saal, Sozialisten und Bauern mit dem Reoolu- ümul.-ed„Wemz das Volk zum Kampfe-- D/u f[chö f£ erreich' f che wohlfuhrteaegenseikigkclt für Hilfsbedürftig« ist zwischen beiden Regierungen vereinbart wovden. Am 27. Februar fand Im preußischen Ministerium des Innern eine Konferenz der preußischen Oberpräsideuten und Regterungs- Präsidenten unter der Leitung des Mnisters des Innern Sevcrtug statt. Rebe« den höheren Beamten des Znveumiaisteriums und anderer preußischer Ressorts nahm« auch Mtaisterprüsident Braun und die Slaatsmlnister Steiger und Grimme dar«, teil. Die Verataugen wurden von Blinifler Severlng mit einer längeren Ansprache eröfsuet. in der er nach den einleitenden Begrüßung». warte» ungefähr folgeades ausführte: Mit Befriedigung kann ich feststellen, daß der Winter bis jetzt ohne jede wesentliche Störung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit vergangen. Die täglichen Mordtaten und anderen Ausschreitunzen beweisen, daß das nicht gar so leicht war. Wir sind zwar noch nicht Über den Winter ganz hinweg, denn noch liegen die Iden des März vor uns, und die Märztage weiden ja auch den Höhepunkt der politischen Kämpfe mit sich bringen. Die Unterstützung und Versorgung der Erwerbslosen wird auch die brennende Frage der Zukunft sein. Wir können heute noch bis Ende März einigermaßen klar sehen, welch« Mittel uns zur Verfügung stehen, darüber hinaus aber tappen wir vorläufig noch im Ungewissen. Es ist der preußischen Staatsregierung bekannt, daß die Reichsregicrung sich mit der Frage beschäsligl, die Arbeitslosenversicherung und-Unterstützung zu vereiusacheu. Ich fürchte, daß das nicht ohne neue Lasten für Länder und Gemeinden gehen wird. Die Gemeinden aber können nicht nur keine neuen Lasten mehr ertragen, sondern sind schon heute außerstande, ihren Verpflichtungen gerecht zu werden. Ein Eingriff in die Höhe der Unterstützungen aber würde unsere Aufgabe, die Ruhe und Ordnung aufrecht zu er- halten, außerordentlich erschweren. Ich glaub« nicht, daß in den nächsten Monaten eine erhebliche Besserung der wirt- schaftlichen Situation zu erwarten ist, von der eine bedeutend« Ber- ringerung der Erwerbslosenzahl erhofft werden dürfte. Unser Augenmerk wird deswegen darauf gerichtet fein, den Gemeinden und damit auch den ärmsten Gemeindebürgern nach besten Kräften zu helfen. Das umnillelbaroor uiw liegende wichtigste politische Ereignis ist die Wahl des Reichspräsidenten. Die preußische Verwaltung wird und darf keine Wahlbeein- f l u s s u n g treiben. Es muh auch alles vermieden werden, was nachher mit einem Schein von Berechtigung als ein Grund zur Anfechtung der Wahl angeführt werden könnte. Nichtsdestoweniger aber ist die Haltung der preußischen Staatsregierunz ganz klar und eindeutig, und muß auch die Stellung der preußischen politischen Beamten bei der Reichsprasidentenwahl klar und eindeutig sein. Sie wird es ganz automatisch durch den Aufmarsch der Kandidaten und durch unsere Stellung zu den Parteien der Negation. Den Kandidaten der staatsfeindlich?» Parteien der National- sofialislen und der Kommunisten darf kein Erfolg beschieden sein! Und neben den Kandidaten dieser Parteien gibt es nur einen ernst- hosten Kandidaten für das höchste Amt, das das deutsche Volk zu vergeben hat, das ist der jetzige Reichspräsident von Hinden- bürg. Für die preußische Staatsregierung liegt gar kein Anlaß oor, ihre bisherige Hallunz gegenüber den staatsfeindlich eingestellten Parteien der NÄronalsosialisten und Kommunisten zu ändern. Zu den Parteien, die unverhüllt ihren Vernichtungs» willen dem heutigen Staat gegenüber zur Schau tragen und in Schrift und Rede sich dieses Vermchtungsipillens rühmen, kann es keine andere Einstellung für die preußische Staatsregierung und preußische Beamte gebe n, alsdiebisherigeablehnende. Daran kann auch eins wirkliche oder scheinbar andere Beurteilung einzelner Stellen der Reichsregierung nichts ändern. Deshalb ist es die Auf- sossung der Staatsregierung, daß bei aller Wahrung der parteipolitischen Neutralität den Bestrebungen staatsseind- licher Parteien auch im Kampf um den Reichs« Präsidentenposten entschieden entgegengetreten werden muß. Vor allem aber muß und wird es Aufgabe der preußischen Per- waltun gsbehörden fein, in den kommenden Wochen erhöhter politischer Tätigkeit mit ollen Mitteln den versuchen terroristischer Beeinflussung der Wähler entgegenzutreten. Gegen jede Terrormaßnahme muß um der Autorität des Staates willen mit aller Macht vorgegangen werden. Dabei muß das Interesse des Staates in allen Zweifelsfragen richtung- und ausschlaggebend sein. Selbstverständlich soll besonders in her Zeit des Wahlkampfez eine kleinliche Handhabung der polizeilichen Be- fugnisfe gegenüber Versammlungen und Pressspolemiken unter- Heuts neu! Heute neu! „Sonntag-Vorwärts'7 mit Wochenübersicht und„Volk und Zeit7'(Tiefdruckbeilqge) Dar„Sonntag-Vorwtzrt»" ist in Bnrün tum Preis« von 15 Pf. pro Exemplar bei allen Händlern xu haben. Er kann aber auch im Abonnement zum Preise von nur 55 Pf. pro Monat frei Haus bezogen werden. Der„Senntag-VerwSrts" gibt unseren Freunden, die nicht mehr in der Lage sind, den Preis von 75 Pf. pro Woche fUr das volle Verwürts-Abennement zu erübrigen, die Möglichkeit, sich Uber die Politik der Partei und die sonstigen Ereignisse xu unterrichten. Wir bitten unsere loser, im Genossen- und Freundeskreise auf diese Neuerung aufmerksam zu machen, für die auch viele politisch Interessierte gewonnen werden können. Abonne- mentsbesteilunaen nimmt Jede Vorw8rts,Ausga bestelle entgegen, sowie der Verlag des„Vorwärts", Berlin SW68, Undenstr.3 Fernruf A7 Dönhoff 292*97 bleiben. Das heißt jedoch nicht, Verleumdern in Press« und Vsr- jamnMngen Freibriefe ausstellen. Ich bitte Sie daher, von ivr Möglichkeit. Verleumdungen der Reichs- und Stoatsregierung in her Presse durch Auflagevon Berichtigungen emgegeirzutrüen. weitgehenden Gebrauch zu machen. Die radikalen Parteien sind in der Wahl ihrer Mittel völlig skrupellos. Sie mögen deshalb wissen, daß jeder Verleumdung in chrer Presse sofort entgegnet werden wird. Ich werde durch«inen RunjZerlaß den Ausschank vop Branntwein usw. für den 12. und 13. März verbieten, damit nicht zu der schon durch die potstiiche Tätigkeit gesteigerten Erregung auch noch eine durch AUolzolgenuß verstärkte Gereiztheit politischer Gegner hinzukonunt. Oer Tag der Wahl des Reichspröstdevlen ist etn Lchickfoilslog für das deutsche Volk. Er muß zu einem Tag des Sieges dar Per- nunft und des Willens zum Aufbau werden. Dafür letzeo wir alle Kräfte ein. Daun wird der 13. März der Anfang vom Ende der Phrase und des Abenteuers fein. Ministerpräsident Braun gegen die geistige Ärunnenvergistung. An die Ausführungen des Ministers schloß sich eine rege Aus- sprach«, in deren Verlauf auch Ministerpräsident V ra u n das Wort ergriff und u. a. zur Frage der Pressenowerordnung ausführte: Die Bevölkerung ist heute durch die lastende Wirtschaftsnot' politisch krank und jeder tollen Lüge leicht zugänglich. Desliald sind die Folgen geistiger Lrunnenoergiftung in den Versammlungen in kleinen Orten und in der Press« auf dem Lande besonders schlimm. Ich stehe deshalb auf dem Standpunkt, daß es weniger aus Zeitung» verbäte ankommt als darauf, auch in der Presse der radikalen Parteien der Wahrheit zum Durchbruch zu verHelsen. Deshalb müssen m. E. die Verwaltungsbehörden vom Recht der Notverordnung, iu den gegnerischen Zeitungen Erwiderungen und Richtigstellungen gegenüber verleumderischen Anrisseu zu bringen, ausgiebig Gebrauch machen. Am Schluß der Aussprache faßte der Innenminister noch ein- mal das Ergebnis der Konferenz dahin zusammen, daß aus allen Ausführungen sich die Gewißheit ergeben habe, daß di« kommenden politisch bewegten Wochen die preußisch« Verwaltung wohl vor- bereitet finden werden. Wahlaufrufe für Hinöenvurg. Der Chrichlich-Soziale Volksdienst und der Vorstand des Ee- jamtverbandes der christlichen Gewerkschaften veröffentlichen Auf- rufe für die Wiederwahl Hindenburgs. Mordanklage gegen Nazis! Wegen der Aluttat im Kreise Kreuzborg.* Breslau, 27. Februar. Wegen der überaus rohen Ermordung des Land- arbeitcrsBaffh in Bankan im oberschlesifchen Kreise Creuzburg ist jetzt gegen IS Sstitgliederder Ratio- nalsozialistischen Partei die Boruntersuchung wegen Landfrtedenbbrnchs und wegen gemeinfchaft» lichen MordeS eröffnet worden. Mehrer« der An- geschuldigten, die sich In Untersuchungshaft befinden. haben bereits ein Geständnis abgelegt. Gin GA.sWaffenlieferani verhastei. Waffenversorgung von Aitlers öSl. im großen? Worms, 27. Februar.(Eigenbericht.) Tie Landeskrimlnalbolizei gibt bekannt, daß der Uhr- macher Alfred Hack in Osthofen bei Worms, der seit 1930 einen Handel mit Waffe» betreibt, in knrtzer Zeit mehr als IVO Pistolen bezogen und gesetzwidrig an Nazis abgesetzt hat. Schon seit einiger Zeit ließen gewisse Vorfälle auf ungesetzlichen Waffenhandel größeren Umfanges schließen. Wer erst ein Einzelfall lenkte die Aufmerksamkeit auf Hack. Em« Durchsuchung seiner Wohnung und Geschäftsräume, eine Prüfung feiner Bücher und Rückfragen bei den Lieferungsfirmen führten zu dem vorläufigen Ergebnis, daß 50 Abnehmer, darunter 5 Großabnehmer. festgestellt und überführt werden tonnten Es wurden bei ihnen etwa 50 Pistolen und mehr als 1000 Schuß Munition gefunden und beschlagnahmt. Zur Durchführung der Ermittlungen wurden, da die Wnelzmer teilweise bei Durchsuchungen und Ausgrabungen Wider- stand leistete�, zahlreich« Personen festgenommen. Die Großabnehmer sind in Worms, Westhofen und Gau Obernbeim ausfindig gemacht worden. Die Einzsiabnchmer, sämtlich Mit- zliederderHitler-Partei, darunter einige S A.- F st h r« r und SA.-Leute, wohnen in zwölf verschiedenen Orten Rhein- Hessens, ferner in Äudwigshafen, Heckenstein a. d. Bergstraße und Frankfurt a. M. Hitler im Sportpalast« (St will olle Folgen des 9. November beseitigen? Sich selber auch? Im Sportpalast sprach gestern Goebbels, bis gegen ?;i10 Uhr Hitler kam. Goebbels begrüßte ihn mit dem stark b-sdingungsweifen Treuegelöbnis, die Nationalsozialisten ständen zu ihrem Führer, weil er zu ihnen stehe. An oem Tag, an dem er das nicht mehr tut, ist aljo die nächst« Meuterei fällig. Dann hielt Hitler eine Rede, in der er immer wiederholte, daß er ,chen 9. November mit allen seinen Folgeerscheinungen besesti- gen" wolle. Wenn es ihm damit Ernst ist, muß er zunächst eiiwal sich selber beseitigen, denn er ist selber auch eine Folgeerscheinung des 9. Nooeinber.» Hitlers Rede wurde nach den Tennishallen in Wmnersdorf übertragen,«spät nachmittags wurde entdeckt, daß in dem Kabel- brunnen in der Brandenburgischen Straße nahe der Tennishalle das betreffend« Telephonkadel angezapft worden war und daß von hier aus ein« Leitung durch das nahegelegene Laubenzelände bis an einen Zaun in der Westfälischen«trage gelegt worden war. Man löste die Verbindung sofort. Eine polizeilich« Untersuchung ist im Gange., Einigkeit der Harzburger Krönt. Trotzdem noch Reichswehrerlaß? Ein neues Llrteil des Oisziplinarhofes: Beamter darf nicht Nationalsozialist sein! Der Disziplinarhof für die nicht richterlichen Beamten üat im Disziplinarverfahren gegen einen höheren Polizcioffizier erneut den Grundsatz aufgestellt, daß das offene Bekenntnis des Polizeioffiziers zur NSDAP,«in Dienst vergehen fei. denn— so heißt e» in dem llrteil—„der Angeschuldigte ist damit für eine Partei eingetreten, welche den Umsturz der bestehenden republikanisch-parlamentarischen Staatsform nötigenfalls mit Oeroclt erstrebN.""-------------- Diesen Standpunkt hat der Diiziplmarhof. un« er im Urteil feststellt. bereits in einer höchstrichterlichen Entscheidung v o m. 9. Marz 1 931 vertreten:»rhatfich dabei in U« der> «inftimmung mit der Aschtfprechung des Reichsgericht? befunden, dessen 4. Strafsenat in seiner Entscheidung vom 19. Februar 1931 entsprechendes ausgeführt Hot. „Von dieser Rechtsprechung— so heißt es weiter—, die seitdem in zahlreichen Entscheidungen ständig aufrecht erhalten worden ist, abzugehen, besteht kein Anlaß. Denn in neuerer Zeit nach den für die NSDAP, erfolgreichen Wahlen in der Parteipressa dieser Partei und den Aeußerungen ihrer Führer von „legalen" Wegen gesprochen wird, ouf denen ihr Ziel, dos „Dritte Reich", verwirklicht werden soll, so handelt es sich hierbei nur um eine Verschleierung de» wahren Zieles, näm- lich der gewaltsamen Beseitigung der bestehenden Staatsform. Dies ergibt sich übrigcus schon aus der Taksache, daß die vollkommen straff militärisch gegliederten und ausgebildeten „Sturm-.Zlbteiluagcn bestehen geblieben sind. Der Disziplinarhof befindet sich auch insoweit in llebereinstim- mung mit der Rechtsprechung des Reichsgerichts 14. Strafsenat), welches in ssiner Entscheidung vom 30. September 1931 betreffend das Verbot der nationalsoziolistischen Tageszeitung „NSZ. Rheinfront" vom 14. September 1931 seine früher« Feststellung der gewaltsamen Ziele der NSDAP, ausrecht erhalten und mit Bezug auf die in der verbotenen Zeitung betont« Verfolgung der Ziele der Partei„auf streng legalem Wege' folgendes erklärt hat: ..... Wenn da? Ziel des bewaffneten Aufftandes in dem Artikel nicht so offen proklamiert wird, wie z. B. in den kommu- nistischen Agitationsschriften, so ist zu beachten, daß heute von der Presse aus der Äeniünis der gesetzlichen Bestimmungen heraus sehr oft eine vorsichtig verschleiert« Ausorucksweis« gewählt wird. die es ermöglichen soll, das Gesetz zu umgehen, ohne dabei aus die oom Gesetz verbotenen Handlungen zu verzichten und ohne die Leser\m unklaren darüber zu lassen, was der wahre Smn der verschleierten Ausführungen sein soll" Mit Recht hat sonach der Stoatsministerialhcschluß vom 2S. Juni 1930 die NSDAP, als«in« Organisation, deren Ziel der gewaltsame Umsturz der bestehenden Staatsordnung ist, bezeichnet. El« Staatsbeamter aber, der sich offen als Anhänger dieser Partei zu erkennen gibt, offen für diese eintritt, wie es der Angeschuldigte getan hat. begeht ein Dienstvergehen. Demnach verletzt ein Beamter, der, wie der Än'ge- schuldigt«. offen für ein« Part« i eintritt, wclch� den Umsturz der bestehenden Staatsordnung, nötigenfalls im Wege der Gemalt erstrebt», hie L�.euepfllcht, die aus feinem Anstellungsverhaltnis gegenüber dem Staat in feiner verfassungsmäßigen Form als«ine d«r grundlegendsten Amtspflichten entspringt. Er begeht damit ein Dienstvergehen gegen§ 2 Absatz 1 Ziffer 1 de? Disziplinargesetzes vom 21. Juli 1852. Gleichzeitig liegt ein Verstoß gegen Ziffer 2 der genannten Gesetzesvorschrift(Vertrauenswürdigkeit) vor. Unex- heblich ist hierbei, ob der Beamte selbst alle Ziele der Partei billigt. wenn er, wie hier, für die Partei als solche eintritt und sie damit fördert.. Das Urteil des Dtsziplinarhofes somie die Rechtsprechung des Reichsgerichts stehen in offenem Gegensatz zu dem Reichswehrerlatz Grneners. Der Reichstag hat am Freitag beschlossen, die Regierung zu beauftragen, den Reichswehrerlaß unverzüglich aufzuheben. Dieser Beschluß wurde mit 226 gegen 173 Stimmen bei 36 Cnt- Haltungen gefaßt Es stimmten für diesen Beschluß Sozio!-- demokraten, Kommunisten, die Mehrheit der Staatsparteilcr und ein Zentrumsabgeordneter. Sechzehn Zentrumsabgeord- nete enthielten sich der Stimme, ebenso die Fraktion der Bayerischen Volkspartei. Das Reich s wehr mini st eriu in läßt nun erklären. daß zur Zeit keine Veranlassung bestehe, an dem Reichswehrerloß etwas zu ändern- Das Reichswehrministsriunt hat also weder aus den Reichstagsdebatten noch aus dem Be- schlug des Reichstags gelernt. Es hält fest an der These, daß man als Mitglied der NSDAP. Reichswehrangehörigcr wer- den könne— während nach Lage der Rechtsprechung die Beamteneigenschaft mit der Zugehörigkeit zu dieser Partei n i ch t o e re i n b a r ist. Die Debatten im Reichst og, die Flegeleien von Goebbels gegen Hiu-denburg sind seitdem von den Nazis in Presse und Wort vertieft und verbreitert worden~ aber das Reichswshrmin isterium hält sich die Augen zu. Wie lange noch? Gegen die Razi-Hetzer. Polizeipräsident Grzesiaski will durchgreifen. Der Berliner Polizeipräsident hat gestern den„Angriff" aus sechs Tage verboten. Er hat zugleich an die NSDAP, dos folgende Schreiben gerichtet: In letzter Zeit sind durch die nationalsozialistischen Abgeordneten vnd durch Versammlungeredner der NSDAP. Teile der Be» oölkerung mehrfach öffentlich des Landesver- rats bezichtigt und dadurch auf das schwerste beleidigt worden. Soeben Hab« ich mich veranlaßt gesehen, ihr« Parteizeitung für Berlin„Der Angriff" wegen einer Bersammlungsantündigung mit d«m Thema.Der Kandidat Crispiens" auf sechs Tag« zu verbieten, weil mit dieser Bezeichnung der cherr Reichspräsident von chindenburg getroffen werden sollte. Es ist hier, wie immer wieder die in sinnentstellender Form wieder- gegebene Aeußerung des Abgeordneten Crispien ..Ich lenn« kein Vaterland, das Deutschland heißt", nunmehr auch zur Kennzeichnung des Herrn Reichspräsidenten verwandt worden. Die direkte oder indirekte Bezeichnung als Landesverräter gegenüber Staatsbürgern und ganzen Teilen des deutschen Volkes ist eine Aeußerung der Mißachtung und verfolgt den Zweck, zu kränken und Deutsche als der Achtung des deutschen Volkes unwürdig hinzustellen. Ich bin nicht gewillt, diese Form des politischen Kampfes von der nunmehr auch der van ollen Kreisen des deutschen Volkes als Kandidat für die Reichspräsi- dcntcnwahl proklamierte Herr Reichspräsident von Hindenburg be- troffen worden ist, in meinem Amtsbereich weiterhin zu dulden und werde dieser Methode entgegentreten. Sie ist ge- eignet, die ohnehin schon bedrohte öffentliche Ruhe und Sicherheit zu schädigen. In Zukunft werde ich daher sowohl Presseerzeugnissc verbieten, wie auch öffentlich« Versammlungen auflösen lassen, in denen deutsche Staatsbürger gemeinhin öffent- iich durch Bezeichnung als Landesverräter mittelbar oder unmittelbar grob beschimpft oder böswillig verächtlich gemacht werden. Es gibt genügend Methoden, mit denen für ein politisches Ziel geworben werden kann, ohne daß man den politischen Gegner oder Rcpräsen- tonten des Deutschen Reiches und seiner Länder beschimpft. Eine gewesene Partei. Die Deutsche Äolkspartei laust auseinander. Der Reichstagswahlkreis Baden der Deutschen Volks- Partei hat an den Spitzenkandidaten der DBP., den früheren Außenminister Dr. Curtius, folgendes Telegramm gesandt-: Wahlkreis Baden steht nach wie vor hinter Ihnen und billigt Ihre gestrig« Haltung bei der Abstimmung. Es geht heiter zu in der Volkspartei! Zwei Ab- geordnete— Curtius und Kardorff— machten bei den Abstimmungen im Reichstag nicht mit. acht Äbgeord- nete waren beurlaubt, und nur der Rest ging unentwegt mit Dingeldey. Im Lande aber kracht es, namentlich im Westen, wenn auch die Pressestelle der Volkspartei den folgenden „Siegesbericht" veröffentlicht: „Der Wahlfrsisoorsi-tzende und der Haupt- gcschästssührer der Deutschen Volkspartei des Wahl- treises Westfalen-Süd haben ohne Kenntnis der Partei Lechandlungen mit Herrn Abgeordneten Hugenberg geführt, um die Parteiorganisation der Deutschen Volkspartsi zur Deutsch- nationalen Volkspartei überzuführen. Am Freitag- nachmütag fanden Sitzungen der zuständigen Körperschaften des Wahlkreis«?, des gelchäftssiihrenden Ausschusses und des Gesamtvorstandes, in Dortwund statt. Der Lorsitzende Hcmbeck legte einen fertigenPlanzurUebersührungderDVP. in die DNBPs ovr und überraschte damit die zahlreich vcr- i.imm-lten Dertrouenslevt«. Nach sehr langen und stürmischen Aus- cinandersetzungen. in denen für den Parteivorstand der Gesamt partü die Ab g« ordneten Dr. Hugo und St-ndel sprachen, unterlag der Vorschlag de.» Wahlkreisoorsitzenden insofern, als die 'Versammlung die geforderte Entscheidung ablehnte und mit starker Mehrheit eine Vertagung auf zwei Wachen beschloß. In einer innerhalb dieser Zeit stattfindenden Versammlung wird der Parteiführer, Abgeordneter Dingeldey, Gelegenheit nehmen, vor dem Wahlkreisverband Westfalsn-Süd zu sprechen. Der Anschlag aus die Parteiorganisation der DVP. des Wahlkreises dürste sonnt an dem festen Willen der überwiegenden Mehrheit der Vertreter gescheitert sein." Das ist ein merkwürdiger Siegesberickt! Die Mitglieder wollen es sich noch 14 Tage überlegen, ob sie zu Hugenborg überlaufen—■ damit ist Dingeldey schon zufrieden. Bescheiden- heit ist eine Zier... Keine Lösung in Memel. Trvtzpröfldent gegen konveukionsireu« Mehrheit. Mit der Begxüutzusg. daß dar Abg. Gubba von der deutsch«« Mehrheit des Mcmellandtages dem„Kriegs- nouverneur" Merkhtz erklärt habe, die Mehrheit bleib« bei ihrem Ppptrft gegen die Absetzung des Präsideute» Böttcher, hat MerkhK den litauische» Schulrektor Simai- titz ,»« Präfideute»«rnaunt«ad»tt der Bildung eines Landesdirrktortumö beauftragt. • Hierzu meldet das„Memeler Damptboot", daß dieser Rektor Simmat(deutsche Schreibwers« für Srmaüis) sich nicht an die Führer der Wehrhaitspnrteien gewandt hat. um über hie Regierungsbildung zu vcchartbeln. dagegen zwei Persönlichkeiten, die de« Mehr- heitsparteien angehören oder ihnen nahestehen, aufgefordert hat. in die Regierung einzutreten. Die Haltung dieser Beiden wird vor allem davon abhängen, welche Großlitaucr der Gouverneur außer Simmat noch in der Regierung sehen will. Wie weiter ver- lautet, will man in das ncne Direktorium T o l i j ch u s hinein« nahmen, was für die Mehrheitspartcien völlig unerträglich wäre. Wahlreform mausetot. Aom Senat abgelehnt. Paris. 27. Februar.(Sigenherichi.) Im Senat wurde am Freitag das in der Wahlreformoorloge emhalt«« Frauenwahlrecht und die Wahlpflicht mit der Begründung abgelehnt, daß e« praktisch unmöglich sei. diese beiden Reformen bei den bevorstehenden Kammerwahlen durchzu- 'ühren. Die Abschaffung des zweiten Wahlganges wurde mit fäwtliK»» 123 Stimmen abgelehnt Deutsche und französische Rüstung. Sozialist widerlegt Aerdächtiguagen. Pari». 27. Februar.(Eigenbericht.) In der Kommer kritisiert« der sozialistische Abg. Chousfet die Militörausgaben Frankreichs. Nach dem Bericht. «rstatter seien für daz Heer, di« Marin« und das MUitSriiugwcs-n im ganzen Sie Milliarden Franken für das 9 Monate umfassende Finanzjahr' 1932 vorgesehen. Wenn man ober die in anderen Budgets versteckten Mllitärausgaben berücksichtige, komm« man zu 12K Milliarden, was für ein ganzes Iahresbudget 1614 MU- liarden babeute. Danach haben sich die Mllitärausgaben gegenüber dem Vorjahr um l�i Milliarden erhöht. Der Berichterstatter erhob Vorbehalte. Ehouffet:..Dcr Minister bestreitet sie ober nicht.". Minister Pietri:„Bitte um Verzeihung. Die Regierung hat dem Völkerbund Ziffern übermittelt, die von den Ihrigen ab- weichen und die die richtigen sind." Chousfet führt« weiter au?, daß die Militörausgaben Frank- reichz gegenüber der Vorkriegszeit bedeutend höher geworden feien. Di« Truppen feien 730 099 Wann stark gegenüber 600000 vor dam Krieg«. Der Minister rief dazwischen, daß diese Zahle» nicht zp. treffen. Frankreik habe zur Zeit 543000 Mann, woraus Chousiet cinwars, daß d>« Zunahme der Zahl der' O f f i zi« r« und Unter- offizier« auch ein Zunehmen der Maimlchaftsbeständc beweise. Der Redoer mtderlegle dann die Angaben des Penchkerstater-i über die deutschen MililSrauezaben. Dieser hatte in zwei Artikeln des„Matm" behauptet, daß Deutsch- land heut« achtmal mehr für eine Armee ausgebe, oic offiziell achtmal kleiner sei als vor dem Krieg. Chousfet erklärte, di« Heeresausgaben Deutschlands hätten sich 1913 auf 2 233 000 00» Goldsranken belaufen, das französische Heeresbudget ouf 1 47A 000 000. Nach den amtlichen Dokumenten und den Angaben des Marschall Fach im Jahre 1927 sei Deutschland wirklich entwaffnet.(Zuruf des nationalistischen Abg. de Laster, rk; „Seit 1927 hiben sich die Dinge geändert!") Heute gebe Deutsch- land gemäß den dem Völkerbund gemachten Ziffern nur iS: MU- liarden Papierfranks für ein Heer van 230 000 Mann e i n s ch l i e ß- l i ch der Schupo au». Gegenüber den kriegstechnischen Möglichkeiten der Zukunft sei überhaupt keine Landes oerteidignng mehr wirksam. Die einzige Rettung sei die a l l g e m e i n« Abrüstung. Man müsse hoffen, daß di« französische Regierung in Genf den größten Berjöh- nungswlllen zeigen werde. Wir grellen an- Wir stoSen von Die Eiserne Front ruft! Sozialismus als geistige Cnischeidung. Erösfnungskundgebung der Sozialistischen Hochschul- gememschast. Im überfüllten Saal des Reichswirtfchastsrats trat gestern die Sozialistische �ochschulgemeinschaft mit einer Äiuidgebung„Der Sozialismus als geistig« Entscheidung" vor die Oefsentlichkeit. Der„Junge Chor" gab dem Abend die künstlerische Umrahmung. Ais erster Redner sprach Prof. Radbruch-Heidelberg über Willen und Ziel der Sozialistischen Hochschulgcmeinschast. Sänc Richtlinien irerden demnächst bei uns erscheinen. Die Sozialistische Hoch- schulgcmemschast wirbt für Ausbreitung sozialistischen Geistes im Hochichu lieben, für Förderung der sozialistischen Studenten und für Befnichtung der Wissenschaft durch den Sozialtsmus. Prof. Heimo nn- Hamburg sprach über„Sozialismus als Erkenntnis und Pekenntnis". Sozialismus ist die lebendige Erkenntnis der geschichtlichen Vorgänge und der soziologische» uird politischen Tatsachenwelt. Diese Erkenntnis führt vom Ursprung aus das Ziel hin und setzt als erstes Erfordernis Wirklichkeitssinn voraus. Der Geist ist als Subjekt und Objekt nichts Feststehendes. Ziel ist, die Freiheit der Person mit der Harmonie des sozialen Lebens in Einklang zu bringen. Die Wirklichkeit aber zeigt die Vernichtung der Person durch die Dämonie des Erwerbes. Die Wucht des Kapitals tötete die Selbständigkeit des Handwerkers und des Kaufmanns und führte zur Enteignung und Entwurzelung von Schichten, die an» Bürgerlichen scsthiclten, obwohl st« die Bürgerlichkest bereits ein- gebüßt haben. Aus Einzelarbcit ift Kollektioarbeit geworden. Aber die Rechtsformen der Vergangenheit blieben unverändert, während Sinn und Tatbestand sich umgekehrt hatten. Die nur noch scheinbare AersügungsgewaU war in Wahrhest ans Großkapital übergegangen. Seine Macht führte statt zu einer Belebung zu einer Verödung der Arbeit und zu einer Bedrohung der nackten Existenz von Arbeiter- schaft und Bürgertum. Diese Erkenntnis führt zur Forderung nach einer Gemeinwirtschaft des Gemeine igentunrs in Gerechtigkeit und Geborgenheit, die durch Planmäßigkeit Krisen verhütet. Wirklich- keitssinn hat diese Zusammenhänge gesehen. Die Erkenntnis aber führt zu dem Bekenntnis, aus neuem Sinn heraus zu leben, um diese Ausveutungswelt abzulösen. Das läßt die Schmerzen einer llebergangszeit ertrage»». So fordert lftotwendigkeitslehre Bekenntnis, die nur dutch produktives Schaffen verwirklicht werden kann. Prof. von Aster-Gießen begann mit einem Rückblick auf die Geschichte des Sozialisums, über die Utopien der sranzösifchen Revolution und der Renaissance bis zum Urchristenium und Plato. Der Sozialismus ist so alt wie die Ideale der Freiheit und Gerechtig- keit. Gewiß ist die Befreiung des Menschen aus körperlicher und seelischer Not wichtige Vorbedingung. Der freie Mensch kann aber nie Knecht irgendeiner Idee sein und nie blindes Werkzeug eines Mannes, der ihm rausch- artig Gefühle suggeriert.(Stürmische Zustiummng.) Er würde zu seelischer ui»d geistiger Berkrüppelung gelangen. Wer an die eigene Freiheit glaubt, muß auch an die Freiheit der anderen glauben, wer die Knechtschaft der anderen will, ist selber «ine Kr»echtsi,atur. Fichte, zu Unrecht von den sogenannten Ratio- nalcn beanspn»cht, verlangt die Achtung vor der Rechtssphäre des anderen, unld der Mensch ist nicht frei, ohne diese Achtung zu üben. Falschverstairdener Sozialismus macht den einzelnen zum willenlosen Werkzeug eines irgendwie gedachten Gaiizei» Volk ist die frei- wollende Gemeinschaft oller Einzelnen. Machtttseh Kächts immer zusammen mit einem Ubterwerstu'ngstritb unter die Macht: der Mensch wird zum Sklaven der Macht. Vor dem Kriege erlebten nnr eine Vergötzung der Macht, das Bismarcksche Zeitalter gab uns Treitschke und Bernhardi. Heute wiiM gedankenlos nachgeschwatzt, ivas in der Vergangenheit gepredigt wurde iiiid uns die Hölle brachte. Plato. Spinoza ui»d Kant leiten mit Recht Freiheit und Gerechtigkeit auf die Vernunft zurück. Honte oerwirft man die Vernunf und betet einen Methos der Nation an. Wenn die Vernunft«n den Papierkorb geworfen werden soll, dann wollen wir die Wissenschaft und die Zukunft der Hoch- schulen eben dorthin werfen(Anhaltende Zustimmung.) Wenn wir als Sozialisten so die Dinzc sehen, dorm kommt die weitere Frage: rorc ist der Sozialismus möglich? Drei Vorbedingungen sind klar: die organisatorische CinheitsfroM aller Schaffenden, die Völkerverständigung und die Erfüllung der Führer mit der Kenntnis der Geschichte. Prof. Loewe-Franksurt sprach über das Verhältnis von Sozialismus und Hochschule. Die Arbeiterschaft stellt heute ka»m» b Proz. der Studentenschaft. Die Hochschule soll keine Genies züchten, sondern den guten Durchschnitt pflegen. Hiertmrch unterscheidet sich der Sozialismus vom Liberalismus. Heute sehen wir ober, daß der Durchschmtt recht schlecht ist. Wir wissen wohl, daß die Radaustudenten nur einen kleinen Teil der Studentenschaft bilden, und wir freuen uns, daß die Abgejperrchest der Studenten- schaft van Kampf und Leben»»achgelassen hat. Der Geist trruß sich durch den Blick auf die Wirklichkeit verlebendigen. Die Tafeln des »tontsg, den 29. Februar: Schfincberg. 19% Uhr, Bürgersaal des Rathauses Friedenau, Arn Lauterplatz. Britz-Buckow. 19% Uhr, Beckers Gesellschaftshaus, Britz, Chausseestr. 97.— Lokal Lindenpark, Britz, Chausseestr, 18 (in der Nähe der Schule). Reinickendorf. 20 Uhr, Lokel Manthcy, Rosenlhal I. Hauptstr. 1. Dienstag, den 1. März: Mitte. 19% Uhr, Deutscher Hof, Luckauer Str. 15. Prenzlauer Berg und Friedrichshain. 19% Uhr, Saalbau Friedrichshain, Arn Friedrichshain 16-23. Fahneneinmarsch, Tambourkorps und Bläserkorps des Reichsbanners. Rezitationen; Martha 2ohn. Prenzlauer Berg. 19% Uhr, Schulaula, Gieimstr. 46. Steglitz. 20 Uhr, Parkrestaurant Südende, Am Bahnhof Südende. Neukölln. 89. und 90. Abteilung. 19% Uhr, in den Hohenstaufensälen Kotlbusser Damm 76. Neukölln. 91. Abteilung. 19% Uhr, Lokal Bergschloßhöhe, Kerlsgartenstr. 6-11. Wei&enses. 20 Uhr, Schloßpavillon, Berliner Allee 205-210. Mittwoch, den 2. März: Tiergarten. 19% Uhr, Moabiter Gesellschaftshaus, Wlclefstr. 24. Wedding. 19Mi Uhr, Pharussöle, MUllerstr. 142.— 19% Uhr, in beiden Sälen der Atlantik-Festsäle, Behmstr. am Bahnhof. Gesundbrunnen.— 19% Uhr, Sv/inemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. Kreuzberg. 19%> Uhr, Kammersäle, Teltower Str. 1-4. Spandau. 20 Uhr, in der„Havelktone"(früher Brauerolaus- schank Pichelsdorf). Zehlcndorf. 20 Uhr, Lokal Lindenpark. Berliner Str. Ecke Gartenstr. Schöneberg. 19% Uhr, Aula der Hohenzolletnschule, Beiziger Straße. Neukölln. 92. und 93. Abteilung. 19si Uhr, Städtischer Saalbau, Bergslr. 147. Neukölln. 96.. 97. und 98. Abteilung. 19% Uhr, Aula der Oberrealschule, Emser Str. Treptow und Baumschulenweg. 19% Uhr, im Spreegarten in Treptow. Pankow. 19% Uhr, Lindners Konzerthaus, Breite Str. Donnerstag, den 3. März: Mitte. 19% Uhr, Hackescher Hof, Rosenihaler Str. 40-41. Charlottenburg. 19% Uhr, Türkisches Zelt, Berliner Str. 53.— Edenpalast, Kaiser-Frledrlch-Str. 24. Wilmersdorf. 20 Uhr, Viktorlagarten, Wilhelmsaue 114-115. Tempelhof. 20 Uhr, Schulaula, Mariendorf, Kurfürstenstr. Köpenick. 103. und 108a. Abteilung. 20 Uhr, Stadttheater, Friedrichstr. 6. klassischen Humanismus, die den Akademiker allein in das Dach- stübchen des Geistes verwiesen, sind zerschlagen, es fehlen aber die tWiK» Tafeln. Uns ist letztes Ziel die Emanzipation des Menschen. Hierfür aber brauchen wir freies Kampffekd für eigenen Einsatz, das heißt radikale Lehrfreiheit. Dann ist uns der Sieg sicher, denn der Geist steht links.(Stürmischer Beifall.) Pros. Radbruch schloß die Kuitdgebung mit den Zeilen des Arbeiterliedes-«„Des Geistes Licht, des Wissens Macht, dem ganzen Volke sei's gegeben Das ist das Ziel, das wir erstreben!" Aus der Aazi-�eklamefabrik. Adolf Hitler Mit Schaukelpferdaugen. Hat» iiover, 27. Februar.(Eigenbericht.) Uns steht helUe das vertrauliche Rundschreiben Nr. 2 der Ratio- nalsozialistischen Arbeiterpartei, Gau Südhan nover-Braunschweig, zur Verfügung. Daraus entnehme» wir, daß die Reichspropaganda- lcitung der Nazis vier Bildplakate herausbringt, die iin Wohlkamps gegen Hindenburg verwandt werden sollen. Das erste Plakat erscheint unter dem Titel„Schluß jetzt", von Mioelnir ent- warfen, und stellt einen Mai»n dar, der eine Kette zerbricht, mit schreiender roter Farbe nach dem Motto: Von roten Ketten inncht euch frei allein die Deutsche Volkspartei. Wir kennen dieses Plakat ja von früher! Weiter ist die Veröffentlichung eines Elends- �plakats vorgesehen. Eines dieser Bildplakate wird den Ober- O s a s Hitler persönlich zeigen, allerdings nicht sein wahres Gc- sicht, sondern mit Napoleonlock« ui»d Schaukelpferdaugen, als Held Lichtenberg. 20 Uhr, Schulaula, Schlichteallee. Efha. 16 Uhr, Lokal Tristram, Britz, Bürgerstraße 48/49. Redner: Karl Dressel. Freitag, den 4. März: Tiergarten. 8. Abteilung. 20 Uhr, Nationalhof, Bülowstr. 37 Friedrichshain. 20 Uhr, Schonerls Festsäle, Stralau, Kynaststr. Fahneneinmarsch, Tambourkorps, Bläserkorps des Reichsbanners Friedrichshain. Rezitationen: Martha lohn. Wannsee. 20 Uhr, Deutsche Eiche, Königstr Tempelhof. 20 Uhr, Lokal Lierse, Marienfalde, Berliner Str. 54 Ecke Lenkwitzer Str. Neukölln. 94. und 95. Abteilung. 19% Uhr, Kindl-Brauerei, Her- mannstr. Grünau-Bohnsdorf. 19% Uhr, Gesellschaftsbaus In Grünau. Reinickendorf. 20 Uhr, Lokal Eberhard, Wittenau, Lübarser Str. Sonnabend, den S. März: Reinickendorf. 19 Uhr, Lokal Beck, Heiligensee, Straße 115 am Flugplatz. Montag, den T.März; Tompeihof. 20 Uhr, Lokal Rohrmann, Lichtenrade, Hilbertstr. T9. Siedlung Lindenhof. 20 Uhr, Ledigenheim Eythstr. Dienstag, den 8. März: Tompeihof. 20 Uhr, Aula des Realgymnasiums, Kaiserin- Augusta-Str. Mahlsdorf. 20 Uhr, lokal Anders, Bahnhofstr. 37. Adlershof und Alt-Glienicke-Falkenberg. 19% Uhr, Lokal Wöllstein, Adlershof, Bismarckstr. 75. Redner; Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Alwin Brandes, M. d. R. Arthur Crispien, M. d. R. Gustav Eckhardt. Albert Falkenberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Beamlenbundes. Dr. Otto Friedländer. Hans Gottfurcht Gertrud Hanna, M. d. L Dr. Theodor Haubach. Kurt Heinig, M. d. R. Max Heydemann. Luise Kähler, M. d. L. Georg Klsußner, M. d. L Franz Künstler, M. d. R. Erich Kutlner, M. d. L Siegfried Leo. Carl Litke, M. d R. Dr. Richard Lohmann, M. d. L Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Georg Maderholz, M. d. L Jockel Meier. Otto Meier, M. d. L Dr. Richard Mischler. Dr. Julius Moses, M. d. R. Stadtrat Otto Ortmann. Anton Relßner, M. d. R. Hermann Schlimme. Fritz Tarnow, M. d. R. Max Urich, Stadtverordneter. Hans Vogel, M. d. R., Parteivorsitzender. Mathilde Wurm. M. d. R. Mittwoch, den 9. März: Telefunken. 17% Uhr, Blüchersäle, Blücherstr. 61. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Botinnen der A. O. K„ Berlin. 1630 Uhr, Im Speiseraum der A. O. K., Köpenicker Straße 80— 82. Redner: Luise Kähler, M. d. L frisiert Ei» anderes Plakat.ist eine gedruckte Photomontag«. Die' andere Hälfte des Plakats soll zwölf Köpfe von„Marxisteir" bringen, in verzerrter Darstellung. Darüber steht als Text:„Wir wählen Hindenburg.'" Die untere Hälfte bringt zwölf Photographien von nationalsozialistischen Abgeordneten. Diese letzten zwölf Nozibilder werden auf Heldenmiene und mit Blitzaugen retuschiert und be- koinmen als Text:„Wir wählen den Adolf Hiller." Als abschrecken- des Beispiel wollen die Nationalsozialisten neben den sozialistischen Führern auch einige prominente jüdische Bankdirektoren mit Hakennase und durch technische Entstellung verzerrten Gesichtern bringen. Theodor Müller gestorben. In Breslau ist der früher« preußische Landtagsabgeordnete Genosse Theodor Müller kurz vor Vollendung seines 61. Lebensjahres verstorben. Genosse Müller war mehrere Jahre Redakteur der Breslau«:„Volkswacht" und später Parteisekretär der dortigen Organisation. Seit 1913 lebte er als freier Schriftsteller. Er hat sich besonders verdient gemacht durch seine Abhandlungen aus der fchlesischen Parteigeschichte. Dem Land- tag gehörte er von 1919 bis 1928 an. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. VerontwortlüS für Politik:»ictor Schiff! Qirtschoft:«. an-gelhsfu: (Sc»ftrftiioftj6cro«g)inn:?. SUIntt; Feuilleton:®». Z»h» Schikowsli; Lokales und Sonftiaes: ikriA Sorstsdt: Anzeiocn: Th. Sloit«: itenlich In Berlin. Verlag: Borivilrts.Derlog Ui. in. b. H., Berlin. Druck: Dorwllrrs.Buchdruckerei unll Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SB. 69, Linlleustraße S. Hierzu 5 Beilagen. Männer und Frauen, bekämpft den Faschismus! Tupfen/die grosseModa V o II v o i I e_ • 190 m| mmmm bedruckt, modern P u n ktm usta r, ca. 100 cm Wollmusseline_ bedruckt, neue Punkt' B V 5 u n d W ü r f e! m u s t e r Ihm Crepe de Chine Ä telne Se/ce, ca. 100 cm, 45 neueste P u n ktm ust e r\Jwmm F I o m enge» Wolle mit Kunstseide, moderne Punktm utter Morgen Eröffnung der grossen Gardinen- und T"jppich- Ausstellung im zweiten Stock Fortscfzu ngdei Möbel S ond erschau »Die Klein- u. Grosswohnung« GEGRUNDIT Fleur romaine reine Wolle, der einfarbige 95 Modeetoff fOr Kleider. 130 em Meemmm Reinwollene Frühjahrs- mantelstoffe sj englisch gemustert. 140 em l&memm Shetland-Diagonal reine Wolle, für den 80 FrOhjahrsmantef, 140 cm breit Agfa-Travis- Foulard basondare gute Qua- Utit, grosse Muster- 95 aus wähl. 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Auf jeden Fall ist es seine Sache, wann Dr. Goerdeler nach. Leipzig fährt. Nur ein paar naseweise Leute, die davon Wind bekommen hatten, eilten sofort durch alle Gassen und raunten es jedem ins Ohr: Goerdeler ist weg! Und es war, als fingen plölzlidi alle Puppen an zu tanzen. Wenn es nicht so bitter ernst wäre, wenn die Berliner Hausfrauen nidit jeden Grosdien dreimal umdrehen müßten, ehe sie ihn ausgeben, dann wäre es ein ergötzliches Bild zuzusehen, wie die Interessenlenhaüfen lebendig wurden, als sie glaubten, in dem Amtszimmer des Preiskommissars wäre zum letztenmal das Lidit erlosdien. Vorneweg kam die Berliner Mildmolierungs-Kommission gerannt und wußte nicht, wie sdincll sie den Mildi preis um 4 Pf. pro Liter erhöhen sollte. Diditauf folgten die Butterhändler, die erfanden jeden Tag etwas Neues, warum der Butterpreis senkredit in die Höhe kletterte. Nächstens wird ein Wolkenbrudi in Palagonien daran sdmld sein. Hinterher kam der Troß der übrigen Interessenten, einer zeigte mit Fingern auf den anderen und sdiob jenem die Sdmld zu, nur die armen Hausfrauen müssen morgen das Brot um zwei Pfennige teurer bezahlen. Und prustend kamen zum Sdduß die Karloff elhündler hinterdrein und erhöhten zu guter Letzt nodi den Zentnerpreis für die Kartoffeln um 20 Pfennige. Verklungen scheint das Märchen oom Preisabbau. Wenn der Reis in Berlin um 2 Pfennige im Preise steigt, sagen die Hausfrauen gar nidils. Heim Zucker würden sie beiläufig den Kaufmann fragen:„Schon wieder teurer, was ist denn los?" Bei den Kartoffeln jedodi. oerstehen sie keinen Spaß. Dazu ist die Kartoffel zu wichtig geworden.„Was gibt es heule?" fragt der Mann, und die Frau antwortet:„Idi habe kein Geld mehr, idi werde Kartoffelsuppe kochen. Aber eine Bockwurst dazu kann ich nicht holen."—„Und was gibt es morgen?" fragt der Erwerbslose, dessen Frau nur die Achseln zuckt und ihm sagt:„Ich kann nidds einholen. idi werde von den letzten Kartoffeln Puffer backen." So ist der Kartoffelpuffer wieder zur Rettung für Hunderttausende von Berliner Familien geworden. Gradmesser für schlechte Zeiten. Schatten des Krieges steigen wieder auf. Man faß in der kalten Küche, weil es keine Kohlen gab. die Fenster waren steif gefroren. Damals wurden jkk>en Tag Puffer gebacken. Anfangs der Woche von Kartoffeln, Ende der Woche von Kohlrüben. Schmalz, das war eine ferne Sage und so schmorte der Pusferteig in Rüböl. Ein Schauer kann einen überlaufen, wenn man nur daran denkt. Und in jenen Tagen haben sich Millionen geschworen: nie mehr essen wir Puffer. Nein, es war auch zu schlimm. Nicht einmal den Löffel Mehl gab es, um den Teig anzurühren, das wurde mit auf der Kaffeemühle zerniahlenen Graupen gemacht. Nie wieder diese Zeiten. Fünf Jahre lang hallen diese Schwüre gehalten. 192-? wurden schon wieder fleißig Puffer gebacken und er ist bis auf den heutigen Tag geblieben. 3c schlechter die Zeiten, desto mehr werden Puffer gegessen. Heute gibt es eine gewichtige Pufferküchenindustrie. Man muß sich das einmal vorstellen: eine große Pufferküche in einer guten Derrchrsstraßc verbraucht Tag für Tag zehn Zentner kartofseln. Drei FrauiP. stehcif abwechselnd� von früh um 9 Uhr bis-nachts um 3 Uhr i>or' den großen Bratblechen und backen Puffer.- Und vier, z'ünf Kellner schleppen- unausgesetzt die fertigen, dampfenden Püffer-zu den- Tischen der Gäste. Das Grammophon spielt:„Komm mit nach Baraszdm, dort wollen wir glücklich sein" und als Bcgleit- mustk klappern die Messer auf den Puffertellern. Sie haben alle den Weg in die Pufferküchen gefunden: Chauffeure, Arbeitslose, Boll-njungen, Reisende, Verkäuferinnen wie Kontoristinnen. Es reicht eben nicht mehr für ein Mittagessen im Restaurant. Zwei Puffer, manchmal fogar drei, kosten 25 Pfennige, Zucker steht auf dem Tisch, und wer es sich leisten tonn, bestellt sich eine Tasse Kaffee für 1a Pfennige noch dazu. So essen Tausende Berliner heute zu Blittog. Obwohl das Puffcrbacken zu keiner Stunde aussetzt, fragten wir, wann die Zeit des Hauptgeschäfts wäre. Antwort: Zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags. Da haben wir es. Unmittelbar nach Büroschluß. Dann gehen die Arbeiterinnen und Stenotypistinnen schnurstracks in die Pufferküchc. Zst das nicht erschütternd: mit der Verschärfung der Krise mußten die Pufserwirtc die Pufscr dicker Niachen, um ihre Stammgäste auch satt zu kriegen? Kartoffelpuffer gegen Nockwurff. Zwischendurch wurde ein erbitterter Sonkurrenzkampf zwischen der Bockwurst und dem kartosselpusser ausgesochlen. Um in diesem Kampf überhaupt bestehen zu können, mußten die Bockwürste nach und nach im Preise herabgesetzt werden. Bor einem Jahr noch kosteten die sogenannten„Wiener" bei den Wurslmaxen auf der Straße 23 Pfennige das Paar. Diese Zeiten sind vorbei. Mit einem Preis von 1l), ja mitunter von 5 Pfennigen machte der Kartoffelpusfer sein lockendes Angebot. Schnell, sehr schnell war der Kampf.entschieden. Mehr und mehr verschwanden die Wurstmaxen aus dem Straßenbild und wo heute noch heiße„Wiener" feilgeboten werden haben sie sich im Preis dem der Kartoffelpuffer angepaßt. Wie im großen der Kartoffelverbrauch gegenüber dem Fleischver- brauch siegte, behielt der Kartoffelpuffer gegenüber der Bockwurst die Oberhand. Ein jeder Rummelplatz hat seine Pufferdiele. Und jede Pusser- diele hat ihre Kundschaft. Zahllose allcinsteheude Erwerbslose jeden Alters erhalten, da sie auch früher nur in geringem Lohn standen, lediglich 7, 9 oder 11 Mark Unterstützung in der Woche. Von diesem Geld geht noch die Miete für die Schlafstelle ab. Bleiben kaum genügend Groschen für das tägliche Brot übrig. Natürlich könnten sich diese Erwerbslosen in ihrer Wohnung etwas kochen. Aber mit den Schlafstellen ist es so eine Sache, man hat dem Schlafburschen ein Bett vermietet, aber nicht die Küche. Und wenn ihm selbst die Küche zur Verfügung stände, dann hat der Mann noch kein Reibe- eisen, keinen Napf, keinen Löffel, keine Bratpfanne. Er müßte sich Kartofseln kaufen, Mehl, Salz, Zwiebeln, Eier, Fett, nun, wer macht das? Ganz abgesehen davon, daß so ein alleinstehender Mann dann zwölf, fünfzehn Puffer hintereinander essen müßte. Deshalb gehen die Arbeitslosen schnell zu einer der fliegenden Pufferdielen und begnügen sich mit zwei Puffern für zwei Groschen Diese Ueberlegungen waren die Existenzgrundlage verschiedener Händler, die einst zum Beispiel im Scheuncnvicrtel auf kleinen Berlin bleibt ohne Bier Verschärfung der Situation— Aber Potsdam macht nicht mit Dxr Entschluß der:» c i ch s regicrung. unter dem Trück des B i er boy ko ttö nicht weiter über: die beabsichtigte Ermäßigung der Biersteuer zu verhandeln, hat bis auf weiteres die Situation noch um einige Grade verschärft. Tic Berliner VZ a st w i r t c haben nämlich auf einer Pressebesprcchung am Sonnabendnachmittag zu diesem Schritt der Neichsregierung bereits eine Antwort erteilt. Bon einem Vertreter der Lokalkommission der Gastwjrtsvereinigungen Groß-Berlins wurde erklärt, daß troßdcut der Kampf weitergeführt werde. Man wolle sich von jedem Terror fernhalten, aber alle gesctz- lich zur Verfügung stehenden Maßnahmen für ein Gelingen der Boykottbewegung in Anwendung bringen. Diese Erklärung kommt wohl nicht übcrrraschend, sie hört sich aber aus dem Mund des Vor- sitzenden der Lokalkommission gesprochen, recht eigenartig an. Denn noch am Mittwochabend legte dieselbe Lokalkommission den Funktio- nären der Berliner Gastwirte eine Entschließung vor, in der ge- fordert wurde, von einem Bicrboykott in Berlin Abstand zu nehmen. Im übrigen wird bekannt, daß der Deutsche Gastwirleverbond, die Spihenorganisotion des deutschen Gastwirlsgewerbes, es ablehne, für den Berliner Bier- boykott verantwortlich gemacht zu werden, da er ihn weder empfohlen, noch gebilligt habe. Auch der Wirtschaft-- parteiliche Reichstagsabgeordnete Köster ist bemüht, nicht alle Brücken zur Reichsregicrung abbrechen zu lassen. Er äußerte sich aus der Presscbesprechung am Sonnabend sogar dahingehend, daß man der Reichsregicrung nicht zumuten könne, unter dem Druck des Boykotts zu verhandeln. Inzwischen kommt aus Potsdam die Meldung, daß die dortigen Gastwirte auf einer Vollversammlung beschlossen haben, Potsdam nicht in den Bierboykott einzubeziehen. Durch diesen Be- schluß ist die Lage der Gastwirte von Nowawes, die bereits seit drei Tagen kein Bier mehr ausschänken, sehr schwierig geworden, da die Pötsdgincr GäWattdti-näiürfich von den Nowaweser Ein tvdh'nerit sehr leicht erreiM werden' können. Auch' die' Besprechung' beim vverbürgcrmeister Dr. S a h in'ist nicht im Sinne der Gastwirte und Brauercivertreter verlaufen. Der Oberbürgermeister, deni eine Delegation die Forderungen der Gast wirte auf Steuersenkung vortrug, antwortete, daß'er einmal nicht die zuständige Stelle für derartige Fragen sei, zum anderen sei die Stadt Berlin nicht in der Lage, die ihr zugebilligten Steuern. besonders die Getränkcsteucr fallen zu lassen oder die Gemeindebier- und die Vergnügungssteuer zu ermäßigen. Dr. Sahm sagte dies im Hinblick auf die ungeheure Zahl der Erwerbslosen, die die Stadt Berlin auf dem Wohlfahrtswegc zu versorge» hat. Er er tlärte sich schließlich bereit, die Forderungen der Gastwirte dem Magistrat zu unterbreiten. Das Beispiel des Bicrboytötts beginnt Schule zu machen! I» Hamburg wird neben dem Bierboykott ein so sogenanter Licht- st r e i k durchgeführt, der bereits auf Mannheim übergegriffen hat. Es sind Bestrebungen im Gange, einen derartigen Lichtstreik auch in Berlin zu inszenieren. So wird am Montag das„Reichskartcll des selbständigen Mittelstandes" zusammentreten, um über einen eventuellen Lichtstreik endgültige Beschlüsse zu fgssen. Der Lichtstreit soll den Zweck haben, eine weitgehende Ermäßigung der Berliner Stromtarife zu erzwingen. Die Mittclständler würden sich übrigens, wenn sie solchen Stimmungen Raum geben, als'überaus kurzsichtig zeigen. Der Mittelstand lebt � vom Umsatz. Seine Basis ist die gesunde kaus- lrast der breiten Derbrouchermossen. Durch die von dem unter radikaler Führung stehenden„Kampfausschuß der Gastwirte" angezettelten Vierstrcik, dem sich anfänglich die Lokalkommission der Gastwirtsinnungcn noch entgegen stemmte, sind bereits 700» Brauereiarbeitcr zum 4. März gekündigt. Ein Lichtstreik würde zuerst nur die 51ündigung Hunderter von Elektrizitätsarbeitern, Eick trotechnikern und Installateuren zur Folge haben. Diese Arbeitcr- schichten würden sofort als Käufer ausfallen. Und es dürfte wohl nicht die Absicht des Mittelstandes fein, init Gewalt den Umsatz zu senken. vettfedern grau...... Pfd. 57 Pf. weiß....... 95 Pf. dauniger Rupf 3.60 gerissene Federn 1.85 sehrdaun.Ware 5.30 Fertige Inlette Oberbett Kissen ....... 3�0 lio rot otfer rotro«.•. 7�5 �80 echt türkisch-rot•. 3� Stand Betten tnurot Inlett, mit frsuen F«A##ee30�I Wagen ihre frischgebackenen Puffer feilhielten. Seitdem aber dort di» Neubauten stehen, ist die Uhr dieser Pufferbäcker abgelaufen. �hr Erbe haben die großen Pufferkuchen der Berliner Innenstadt angetreten. Der Puffer ist so gut wie salonfähig geworden. Dabei ernährt das Pufferbacken seinen Mann. Eigentlich muhten die Berliner Pufferwirte sammeln und dem Herrn Franz Drake, der vor nunmehr 2 Als ich antwortete, man könnte doch nicht gut essen und trinken, wenn rings um einen herum Hungrige hocken und einem die Bissen in den Mund zählen, erklärte er lehrhaft: „Me kannst du sie doch nicht durchfüttern. Ich bin von Cherson unterwegs: keinem einzigen habe ich einen Bissen abgegeben. Und ich tu es auch weiter nicht. Wundere dich nicht, daß ich einen so großen Sack habe. Ich muß bis Tobolsk. und dann noch sechshundert Werst zu Fuß." Dieser Mann war ein richtiger Landstreicher, das heißt einer, der seinen eigentlichen Namen und seine Vergangenheit oerschwieg. Diese Situation wird im Polizeijaraon gewöbn» lich als„Paßlosigkeit" bezeichnet und gegen Landstreicher dieser Art richtete sich oft der nicht unbegründete Verdacht aller möglichen Kapitalverbrechen. Diese„Paßlosigkeit" wurde' mit fünf- Jahren Arrestant-nkompagnie und an» schließender Ansiedlung in Sibirien bestraft. Landstreicher der genannten Kategorie gingen mit vollem Bewußtsein auf diese Art der Bestrafung aus; das heißt: die Strafe, die ihnen im Falle des Bekanntwerdens ihres eigentlichen Namens drohte, wäre eine viel härtere gewesen als die. die sie»vegen Landstreicherei und Paßlosigkeit zu gewärtigen hatten. Bevor aber einer wegen Paßlosigkeit verurtellt werden konnte, wurde er monatelang, manchmal jahrelang, in ganz Rußland herumgekarrt. um identifiziert zu werden. Daher kannten diese Leute alle russischen Gefängnisse, darum fühlten sie sich im Gefängnis wie zu Hause, schleppten bis zu zwanzig Pfund Zucker mit sich herum, dazu pfundweise Tee und Tabak, eine Menge Wäsche und außerdem verstanden sie es mit großer Gewandtheit, ihr Geld vor den Begleitmann- schaften zu verstecken; denn der Besitz von Geldmitteln war im Gefänonis und auf dem Transport streng verboten. Im Gefängnis waren diese Landstrei-ber die„großen Kanonen". Sie genossen eine beträcktliche Autorität bei den Mitgefangenen und sogar beim Gefängnispersonal. Die Arrestant»n pflegten mit einem ehrerbietigen Scherz zu saoen:„Respekt. Bengels. Klappe auf. alter Tippelbruder will Tee trinken",— und darunter verstanden sie die Situa- tion. in der ein Landstreicher den Kranen seine«- Hemdbluse aufknöpft und sich den Scbweiß von der Stirn wischt. Bevor es wieder auf die Reise ging, versorgten sich die Landstreicher im Gefängnis beim„Schmierbussen" mit allem Nötioen. Diese S�mierbullen waren eine Institution, die in manchen Gefängnissen nach und nach idren ursprünglicden Sinn eingebüßt batte. In früberen Zeiten bandelte es sich um eine interne Gefanoenenunternebmuno. die für eine be- stimmte Znt von einer Gruppe ehemaliger Schicksalsaefährten oewisien Arrestanten pachtweise üb-rlasien worden war. Der Söbm'erbulle hatte in einer der Zellen eine baib legale Der- kwts-stelle, wo es gewöhnlich Zucker, Tee. Tabak, Herinae, Weißbrot und mitunter sogar Schnaps gab. A"ßerdem b'elt der Schmierbulle Spillkarten zur Berfüauna. für deren Be- w'.tznng er, wie in einem Klub, eine gewiss« Summe vro Spiel oder auch eine Tantieme vom Umsatz erdob. Die Scbmierb'tllen nahm-n auch VaWinribtungsn in Nacht und steuerten den Ba�egässen a»a«n Bcir'atssunq Badeb�'»n"ng, K-kse, Balts�'r"t'ber und Bach-ruten. Sie verdienten i"r Ge- sänanisverhässnisse aroße S-mmen"nd lebten.«Walls für 1 Gefängn'anerdästnisse, vss» Gott in Frankreich. Da'ür waren sse verpflichtet, alte Gesängnisk'mden. die ein-n langen | Transport vor sich hotten, fei es in ein anderes Gefängnis, | sei es nach Sibirien zur Ansiedlung, mit allem zu versorgen, I was sie unterwegs brauchten. Ein alter Tippelbruder, ehemaliger Schmierbulle und große Kanone dieser Art war Iwan„ohne Gedächtnis", wie er offiziell bezeichnet wurde, und das also war mein neuer Freund, mein Lehrmeister und Ratgeber. Ruhig, nie sein Gleichgewicht verlierend, mit angenehm ausgeglichenen Be- wegungen, ohne die sonst bei Arresta»»ten so häufige zwecklose Hast, machte er den Eindruck eines gutmütigen und leut- seligen Professors inmitten eines jungen, laut durcheinander- summenden Auditoriums. Fast den ganzen Tag hockte er auf der Pritsche, obne sich vom Fleck zu rühren: er saß mit untergeschlagenen Beinen, drehte sich langsam eine Zigarette, machte hier und da eine der Bemerkungen, mit denen er der Reihe nach alle Häft- linge durchhechelte, imitierte ibre Sprechweise, sagte sie mit Schilderungen bevorstehender Schrecknisse in Angst, schalt sie, daß sie es nicht verstanden hatten, sich praktisch einzuriHten, sich Mittel zu beschaffen und allerlei Vorsorge für die Reise zu treffen und dergleichen mehr. Während des Tages ließ man uns zum Holzsägen aus den Hof. Ich schloß mich mit Freuden den paar Leuten an. die sich freiwillig zur Arbeit meldeten. Nach der Stickluft der Zelle,— im Laufe der Nacht hatte ich es freilich fertig be- kommen, mich ein wenig„einzuriechen"—, erschien mir die frostklare, reine und durchsichtige Luft wie ein Labsal, wie ein Glas kalten Wassers zur Zeit sommerlicher Dürre. Ich sägte Holz, ruhte mich aus und sägte von neuem, um nur so lange wie irgend möglich im Freien sein zu können. A�er diese Freude war viel zu früh zu Ende, und es hieß: wieder zurück in die Zelle mit chrem Tabakqualm und ihren ätzenden Ausdünstungen. Um die Lampe herum hatte sich schon ein Kreis von Ge- fangenen gesammelt, und einer von ihnen erzählte zum hun- dertsten Male: „Wir sind bei Nowochopersk zu Hause... nachher mußten wir wegziehen... also, wie das schon ist, wir leben zusam- men, die ganie Familie. Der Bruder, was der Weste ist, kommt auf Urlaub, so von seinem Dienst, und irgend jemand erzählt ibm, der Bater hat sich an seine Frau herangemacht. Na, er also mtt dem Bell auf ibn... ich auf llm! Na ja..." Diese Geschichte hatte er schon unzählige Male mtt seiner eintönigen, gleichgültigen Stimme vorgetragen. Ich ging zu dem Wen Landstreicher, weil ich dachte, er würde zu diesem Thema irgendeine treffende Bemerkung, vielleicht irgendeinen Spaß von sich geben. (Fortsetzung folgt.) Nachlese zur ZMtvoche. Naziüberfall vor Gericht. Am 4. Februar waren vor dem Bahnhof Belletme etwa fünf Reichsbannerleute mit Verteilen von Flugblättern beschäftigt, zehn weitere Reichsbannerleute sorgten für ihren Schutz. In der Flens- burger Straße befand sich das Rüftlokal. Der Zeitungshändler des „2lngriff" fühlte sich wohl aus seinem schlechten Gewissen heraus bedroht. Als sich zu ihm zwei Gesinnungsgenossen gesellten, unter andcrm der den Lesern des„Vorwärts" sattsam bekannte Student Martin, der glückliche Finder der drei Revolver im Kleinen Tier- garten, da beschlossen die drei Nazis, die chohenzollernsäle um.chilfe" anzurufen. Fünfzehn SA.-Leute machten sich unter Führung des Sturmführers Makulat sofort auf den Weg. Beim Saalausggng wurden sie von der Polizei auf Waffen untersucht, einer von den Beamten hörte davon reden, daß am Bahnhof Bellevue etwas los sei. Er machte davon seinem Hauptmann Mitteilung, dieser ordnete an, daß zehn Polizeibeamte auf einem Wagen den SA.-Leuten folgten. Die fünfzehn Mann unter Führung Makulats holten in den Spreehallen weitere Unterstützung, sie bekamen unterwegs auch sonst Zuzug und hatten schließlich etwa 40 bis SO Mann beisainmsn. Von den Spreehallen ging es im L a u f s ch r i t t zum Bahnhof Bellevue, hie Reichsbannerleute hörten das Gejohle, der Gruppenführer Henke erteilte den Befehl:„Alles zurück". Schon waren aber die Nazis zur Stelle, man rief„Schlagt die Hunde tot!", es wurde auf die Reichsbannerleute eingeschlagen, die sich selbstver- ständlich tüchtig wehrten, aber gegen die große Uebermacht kaum angekommen wären. In diesem Augenblick erschien das Polizeiauto, die Beamten stürmten mit ihren Knüppeln dazwischen, vier Nazis konnten festgenommen werden, darunter der Sturmführer Makulat und der ISjährige SA.-Mann Pfennig, ferner der 2Zjährige A g u r s k i, der einen Reichsbannermann mit einem Koppel, und der ISjährige SA.-Mann Schulz, der mit der Faust geschlagen hatte. Vor dem Schöffengericht Berltn-Mitte war nur Agurski ge- st ä n d i g, alle anderen leugneten die ihnen zur Last gelegten Hand- lungen. Die Anklage wegen Landfriedensbruchs wurde von der Staatsanwaltschaft fallen gelassen, wegen gemeinsamer schwerer Körperverletzung beantragte er gegen zwei der Angeklagten je sechs Monate, gegen weitere zwei je zwei Monate. Das Gericht ver- urtellte bloß Agurski wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis und sprach die übrigen Angeklagten frei: Ihre Täterschaft, sagte die Urteilsbegründung, sei nicht erwiesen... Goldsdinddl bleibt unvereidigt. Ebenso Stauf; und Reinhardt.— Drei Tage Gutachten. Im Schultheiß-Pahenhoser-prozeß sieht man uu- mittelbar vor Schluß der Beweisaufnahme. Am Montag werden noch einige Zeugen vernommen, dann folgen die Plädoyers der Staatsanwälte. Drei Sitzungslage waren von den Gutachten der Sachverständigen ausgefüllt. Die sechs Herren waren untereinander nicht ganz einig: es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Verteidigung und den Sachverständigen. Sahen- ellenbogen versuchte, die vorwürfe gegen ihn in längeren Aus- führungen zu enlkrästen. Das Gericht hat bescblossen, die Bank- direktoren Stauß. Goldschmidt, Reinhardt und die Schullheih-Direkloren n. Zalkenhayn und Tänzer unver- eidigt zu lasten, weil sie der Teilnahme au den Straftaten ver- dächlig erscheinen. Es gab da maixlies günstige Urteil: schlecht schnitt Katzen- elleriboaen im Gutachten des letzten Sachverständige», des Unwersitätsprofessors Prion ab. Dieser meinte klipp und kar: Es war unzulässig, daß Forderungen, die nicht ganz liquide schienen, gegen Schulden aufgerechnet wurden. Solche Forderungen mußten selbstverständlich abgeschrieben werden. Vorgänge, wie die hier ge- rügten, waren geeignet, die deutsche Wirtschast und das Aktien- wesen zu diskreditieren. Besonders im Hinblick auf das Ausland entstünden aus derartigen Dingen für die deutsche Volkswirtschaft erheblicher Schaden. Ueber das Rechnungswesen der O st w e r k e sagte der Sachverständige, daß sie den Eindruck erweckten, als wären sie den Anforderungen, die man einem solchen Unternehmen stellen müsse, nicht gewachsen. Die Reoisianskonrmission habe ihre Pflichten in gröblichster Weise verletzt. Unverständlich sei es, daß die Berichte der Kommission nicht an den Borsitzenden des Aufsichts- rats und nicht an das Vier-Männer-Präsidium gegangen seien. Ganz besonders schlimm sei es aber, daß die Revisionskommission sich mit den Erklärungen der revidierten Leitung zufrieden gegeben und die Beanstandungen außer acht gelassen habe. Rechtsanwalt Professor Dr. Alsberg stellte übrigens unter allgemeiner Heiter- keit fest, daß die Schultheiß-Aktien im Verlaufe des Prozesses um das Doppelte g e st i e g e n seien. raschendc Aktion einsetzte. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weihen- b e r g, der neben Oderstaatsanwalt Freiherr v Steinäcker die Anklage im Sklarek-Prozeh vertritt, erschien in Begleitung des Kriminalkommissars P o j s e h l sowie des medizinischen Sachver- ständigen Professor Ringleb gestern morgen plötzlich in der Wohnung am Koiserdamm, in der Mar Sklarek ahnungslos ani Frühstückstisch saß. Er wurde josort von Professor Ringleb einer gründlichen Untersuchung unterzogen, und dabei wurde festgestellt, daß tatsächlich eine schwere Herz- und Nierencrkrankung vorliegt, die bestenfalls eine beschränkte Vernehnmnasfähigkeit im Hause ge- statte. Während dieser ärztlichen Tätigkeit wurde die Wohnung Max Sklareks durchsucht und dabei ein Briefwechsel zwischen ihm und seinen Brüden, sowie mit anderen jetzigen Angeklagten des Sklarck-Prozesses, ferner bezahlte Rechnungen über erhebliche Be- träge beschlagnahmt, und zwar stammte dieses ganze Material aus der Zeit nach dem Zusammenbruch des Sklarekschen Unternehmens. Weitere Haussuchungen fanden bei Verwandten von Max Sklarek statt, wo nichts gefunden wurde. Räuber im EpieTasino. New"Q ott, 27. Februar. 3m Seebad Miami(Florida) wurde ein verwegener Raub- Überfall auf das exklusive Spielkasiuo Embassyklub verübt. Die Banditen erlangten, ats Gäste verkleidet, Eintritt und riefen zur Zeit des größten Hochbetriebs um Z Uhr nachts den be- ftürzteu Gästen zu:»Hönde hoch!" 3o der Küche des Spielkasinos befanden sich jedoch mehrere Pol'zisteu beim Essen, die herbeigerufen wurden und das Feuer auf die Banditen eröffneten. Dabei wurde der Baudenführcr sofort erschossen, während drei andere Bur- scheu verwundet wurden. Einem Räuber ist es gelungen, zu ent- kommen, obwohl er einen ZUundschuß erhalten hatte. Die Privilegien der KSse dicker Fischer. Ein oller Leser des„Vorwärts" schreibt uns: Der Angler-Appell vom 26. v. M. an unseren Anglerkollegen Dr. Goerdeler war mir aus der Seele gesprochen. Es dürste die Allgemeinhell aber"»ch interessieren zu wissen, welch gutes Ge- schüft die Köpenicker Fischerinnung und ihre Mitglieder mll dem Verkauf der Angelkarten machen. Di« Fischerei üben die Köpenicker Fischer aus auf Grund eines urollen Privilegs, das den allen Kietzer Fischern und ihren direkten Rachkonunen für Spree und Dahme unentgelllich zusteht. Dies Privileg sichert ihnen außer- dem noch die Erhebung von Abgaben für alle Stege und Pfähl« der Wal'eranlieger an den Ufern im ganzen Fischrevier der Köpenicker. Kleinfischer müssen von ihren Gerechtsamen ab- pachten zu verhältnismäßig hohen Preisen. Rur für die Grpß- sischerci soll von den Köpenickern eine Extraabgabe erhoben werden, die aber nicht nur reichlich gedrckt wird durch die vielen Hunderte von Angelkarten s 20 M., von deren Ertrag ein Ueberschuß von vielen lausenden Mark übrigbleibt zur Verteilung an die Privile- gierten. Also weg mit den allen, schwer mißbrauchten Vorrechten einer früheren Zeit. Tempelhof dem Rohrpostuetz angeschlossen. Das Postamt in Berlin-Tempelhos hat Anschluß ün die Berliner Stadtrohrpost erhallen. Die Schalterdienststunden für den Nohrpostoerkehr sind, wie bei den übrigen Berliner Rohr- postanstalten, für das Sommerhalbjahr(l. April bis 30. September) auf die Zell von 7—21 Uhr und für das Winterhalbjahr(1. Oktober bis ZI. März) auf die Zeit von 8—21 Uhr festgesetzt. lUuteadiltokUch« Sispulatua übe» pilitisch« Prozege. Einen lnterellanien Abend vceanstaUel die iEeutfcfje Lixa für Menschenrechte am Montag, 20. Februar, Im Hinblick auf die lebten Urteile in politischen Prczessen sttursürsten. domm. Urteil de» Senat» gegen zwei republitantsche Studenten, Reichsgericht). Die konrradiltorische Disputation wird gefllhrtt von dem Ankläger lOberstaats- anmalt Dr. Wähler), dem Richter lSandgerichtsdirektor Siegelt), den Bertei-' digern(Dr. Alkred Apfel, Dr. Sünther Erzimek, Iustptrat Dr. Werthauer), den Journalisten(Dr. Karl Misch, Dr. Rudolf Olden, Ernst Ottwald) und einigen, Attgeklagtut. Die Veranstaltung findet Im Langenbeck-Birchon'-Hauo. Berlin I SiW.«, Luisenstr. SS(nahe«arlplatz), statt,«arten an der Abendkasse.> Haussuchung bei Max Sklarek. Korrespondenzen und Rechnungen beschlagnahmt. Die Skaatsanwallschast I hat während des Sklarek-Pro- z e s s e s, und zwar besonders in der letzten Zeit, Mitteilungen darüber erhallen, daß der Gesundheitszustand Max Sklareks nicht so ungünstig sei, wie es von ihm dargestellt werde, daß er im Hause herumgehen und auch sprechen könne, was er bisher bestritten habe. Außerdem waren Hinweise auf Briefe und sonstiges Maieriai gekommen, die über das Leben der drei Brüder noch dem Zu- samnienbruch angeblich Aufschluß aeben sollten. Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin einen Gerichts- beschluß, aus Grund dessen am gestrigen Sonnabend eine über- Innere Mission und Ceniralbank. Wie Oevaheim nicht gerettet wurde. 3m Eenlralbaukprozeß kam gestern der Komplex Tentralausschuß für 3nuere Mission und E e n t r o l- baut zur Sprache. Der Angeklagte Adolf R u n ck schilderte in aller Ausführlichkeit, wie die Ecntralbank für den Eentralavsschuß für 3tillere Mission einsprang und was daraus für die Evangelische Ecntralbank und das Reich entstand. Das Reich verlor au der Sache eine Millio Mark. Der Ecutral- ausschuß für 3nnece Mission hatte für Dcvaheim gegenüber der Dresdener Bank und der Baukreditbank A.-G. eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Höhe von 5 Millionen übernommen. Nach dem Zu- sammenbruch des Devaheim-Konzerns wurde der Eentralausschuß von den beiden Banken bedrängt. Die Rokgemelnschaft für 3nn?re Mission und der Eentralausschuß leiteten eine Hilfsaktion ein, zu der der Pfarrer Beutel und Adolf Runck hinzugezogen wurden. Man versuchte Auslandsgclder herbeizuschaffen, unteruahm zu diesem Zweck Auslandsreisen. Es wurde nichts daraus. Zur Führung weiterer Verhandlungen mit den Reichsbehördeu wurde Adolf Runck zum alleinigen Bevollmächtigten ernannt. Das war am t. August 1331. Es gclaug ihm, die Ecntralbank zu veranlassen, trotzdem sie sich in Zahlungsschwierigkeiten befand, die Verpflichtung des Eentralausschusses gegenüber der Dresdener Bank und der Bau- kredilbank A.-G. zu übernehmen. Der Vorsitzende wundert sich. daß der Angeklagte Paul Runck darauf eingegangen sei, da er sich als Direktor der Genossenschaftsbank dadurch eigentlich strafbar ge- macht habe. Es sei auch unverständlich, daß die Terraingesellschast von Adolf Ruuck, die mit der Sache nichts zu tun gehabt habe. belastet werden sollte. Adosf Runck verteidigt sich mit' der Erklärung. daß sonst der Eentralausschuß in Konkurs gegangen wäre. BezlUnaussiftitö tttr ArbdfcrwtfeHaftrt Sonnabend, den 19. ttärx. ld Hör. im Balitanssaal frledenao, am Laulerplatz: Gencraiversammlong der ArbeUerwoMfatirl Tagesordnung: 1. Jahresbericht; 2. Kassenbericht; 3. Bericht der Revisoren; 4. Vorstandswah); 5. Wahl der Revisoren.— II. Teil; Referat des Genossen Stadtrat W u t z k y•Wohlfahrtspflege in der Krise".— Aus- spfadje.— Stimmberechtigte Mitglieder der Generalversammlung:, a) der engere Bezirksausschuß; b) die Revisoren; c) die Kreisleiter(lnnen) und deren Stellvertreter; d) aus jeder Abteilung zwei gewählte Delegierte; c) je ein Vertreter der angeschlossenen Organisationen u» die Mitglied, der zentralen Wohliahrtsdcputation u. des Verwaltungsausschusses des Landesjugeudamts. Ins Meer getrieben. tOO russische Fischer treiben auf einer Eisscholle. R e v a l, 27. Februar. Iva sowjetrussisclze Fischer sind, wie die russische Ge- saudtschaft tu Renal de» estläudischeu Aehörden mitteilte, während des letzten Sturmes auf einer Eisscholle in den Finnischen Meerbusen abgetrieben worden. Da die Fischer bisher weder an der estländischea noch an der finnischen Küste gesichtet worden sind, ist man in größter Sorge um ihr Schicksal. Die estländische Regierung hat sich bereit erklärt, Fliegerhllfe zu leisten. Ehrung der Alien! Die 12S. Abteilung in Pankow-Sltd veranstaltete zur Ehrung der Parteigenossen, die 25 Jahre und länger derPartei angehören und zur Einführung der neuen Mit- glteder ein geselliges Beisammensein. Genosse August Niemann ging in seinem Referat auf die Zell vor 50 Jahren ein, um damit den jetzt notwendigen Kampf gegen den Faschismus zu betonen. Nach Verteilung der Ehrennadel an die allen, treuen Parteigenossen meldete sich ein Jubilar, Genosse Dr. Kantorowicz, um dar- zulegen, wie es in der Partei aussah, als er ihr vor 42 Jahren als junger Mediziner beitrat. Die Darlegung des allen Kämpfers, namentlich die. anschauliche Schilderung der politischen Recht- losigkeit in den LOiger Jahren des vorigen Jahr- Hunderts machte auf die Versammlung einen tiefen Eindruck. Seine Aufforderung, die Rückkehr dieser politischen Rechtlosigkeit der arbellenden Menschheit aus dem alten ouwkratischen Staat mit allen Mitteln zu verhindern, löste allseitig begeisterte Zustimmung aus. Dieser Abend wird allen Beteiligten unvergeßlich sein, jedenfalls hat die Kampfstimmung gegen die drohenden faschistischen Gewalten einen neuen Austrieb erhallen. Gprengstoffunglück in der Grube. Zwei Tote, ein Schwerverletzter. Oberhausen. 27. Februar. Am Freitag ereignete sich aus der Zeche Osterfeld der Gute-Hofsauags-Hütte bei einer Sprengung ein schweres Explosionsunglück, bei dem zwei Bergleute den Tod fanden und ein weiterer schwer verletzt wurde. Eine noch dem Anfall vorgenomineue Untersuchung durch den Bclriebssührer und den Vetrlebsralsvorsihendea ergab, daß der mll Sprengstoff gefüllte Spreng st ofsbehälter des Schießmeisters die Explosion ver- ursacht hat. Professor E>r. med. Rauthenbcrg, dessen Konflikt mit dem Stuben rauch- Krankenhaus des Kreises Teltow vor etwa 1ZH Jahren auch durch das Eingreisen der organisierten Acr-tejchaft großes Aussehen erregt hat, hat ein neues Betätigungsfeld gefunden. Das Oberlinhaus in Rowawes, das tis- her nur eine orthopädische-chirurgifche Klinik besaß, hat für Pro- fessor Ranthenberg eine Abteilung für inner« Krank» Helten eingerichtet. Die neue Abteilung wird am 1. März er- öffnet. Im Institut sllr Sexiialwissenschast hält am Montass. dem 29. Jcdruar, abends 8 Uhr, im Ernit-Haeckel-Saal(In den Zelten da, Einpang Gortcu- pvrtalt Dr. Felix Abraham einen Vortrag mit Liclitblldern über die„Ent- siebung und Entwicklung des Mens ehe»"(Zeugung— Gc- burt). Unkostenbetuag 40 Pf., Erwerbslose die Hülste. •ffabaiQändunz Regierung, Fwifchenhanöel unö -Geschäfte Seit einiger Zeit hört man von Regierungsseite immer und immer wieder, daß man allerschärsste Maßnahmen ergreifen wird, um emen allgemeinen Preisabbau zu erzwingen Was ist aber bisher erreicht worden? Nach den Angaben des Herrn Preiskommissars ist pie Lebenshaltung 6�, Proz. bissiger geworden, während die Löhne und GeHäller um 10 bis 15 Proz. abgebaut wurden. Um einigermaßen einen Ausgleich zwischen dem Reallohn und der Lebenebaltung zu erreichen, gibt es daher nur«men Weg. nämlich die restlose Ausschaltung des verteuernden Zwischenhandel». G,n solche» Unternehmen ijt die alljeitig betaniste Herrenkleideriabrit Wagner, Alexanderstr. 22. am Bahnhos Iannowltzbrücke. Ganz besonders m einer Zeit wie der heutigen, in welcher eine scharfe Kalkulation da» wichtigste ist hat diese Fabrik, wen sie ihre Waren sekbst erzeugt und dem Kon- sumenten direkt zuführt, vielen anderen Firmen gegenüber einen großen Vorsprunp. Die scharfe Kalkulation gestattet auch keine Einheitspreise mehr. Wäre es sonst zu erklären, wie es dieser Fabrik möglich ist. z. B einen Anzug aus Aachener Kammgarn, garantiert rein« Schurwolle, mit Z Hosen schon für Mk. 47,— zu oerkairen. oder einen heiligen Svortanzug mit langer Hose und Knickerbocker, ebenfalls garantiert reine Schurwolle, sogar schon für Mk. 40,—? Unter reiner Schur- wolle ist das Wollhaar zu verstehen, daß direkt von der Haut durch Abscheren gewonnen ist Also, schon einmal.p e.b r.a u ch t..e Wollhaare sind naturlich keine Schurwolle. Der teuerste Anzug oder Mantel kostet sogar nur Mk 73,—. In dieser Preislage werden nur besonders feine und edle e-toff- qualstäien oerwendet, wie sie sonst fast nur der Maßschneider verarbeitet. Hier liegt also die größte lleberrajchung, weil heute noch fertige Anzüge und Mäntel mit Mk. 100,— und sogar noch teurer angeboten werden. Die Erzeugnisse der Herrenkleiderfobrik Wagner sind so vollendet, daß sie das Aussehen der feinen Maßkleidung hoben Selbst Herren mit gehobenen Ansprüchen können ohne weiteres ein Kleidungsstück der Herrenkleidersabrtk Wagner trogen, ohne daß deshalb ihr gepflegte» Aeußeres darunter leidet. Dieses gill auch besonders für sogenannte schwierige Figuren, seien es korpulente oder überschlanke Herren. Wer unter der Riesenauswohl trotzdem nicht» nach seinen Wünschen iindet. Hot Gelegenbelt. sich ein K'eiduntisstück nach seinen Maßen mit An"robe an'ertiq«» zu lassen. Diese Abteilung wird von einem der besten Zuschneider Berlins geleitet, der 20 Jahre tn einem der ersten Maßgeschäste Unter den Linden gearbeitet hat. und trotzdem erhöht die Extra- Anfertigung den Preis eine» fertigen Anzuges oder Mantels nur um Mi. 10,—. Folgender Hinweis ist besonders zu beachten Die Herrenkleidersabrik Wagner unterhäll in Beriin keine Filiale und hat auch kein oikenes Ladenoeschäst Der Verkauf direkt an den Verbraucher iindet einzig und ollein nur in der Fabrik. Alergnderstr. 22. aieich cm V--bnho» Jonnnwitz- brücke statt. Tausende zählen zur zufriedenen Kundschaft der Herrenkleidersabrik Waaner. Zahllose Anerkennungsschreiben beweisen immer wieder die außerordentliche Leistungsfähigkeit dieser Fabrik Jeder sollte dieses Unternehmen unverbindlich besuchen, um sich von den Vorteilen de» Direkt-vertauss und der Ausschaltung des Zwischenhandels an Ort und Stell* selb ft zu überzeugen. WERTHEIM Leipziger Str.(Versa nd-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Mmmnm/cMkke Mä/vz- Angefak Gemeinschalisfahrien zur Leipziger Messe Fahrkarten-Verkauf hat begonnen Reisebüro Werthelm ÄKÄg Kunstseide m. Baumwolle, bedruckt, neue Oes- 7 C im sins.,... Meter• � Afghalaine Wolle m. Kunstseide, schwere Kleiderware, ca. Ä 96 cm... Meter 2«90 Damenhuf mif Blumen-Unter- M garnierung Damenmanfel moderne Ulslerform, neuartig. Noppenstoff, ganz ge-*) A ef\ füttert Nadimitfags- Kleid a. 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Meter■ � Bezugsfofff Phantasiegewebe, d moderne Muster, Meter e*�� Bezugstoff mit Kunstseid.-Effekten � SeK ca. 130 cm, Meter 3.30 Steppdecken Satin MU''» 8.75 Damast Kunstsd�,« Rückseite Salin 14.85 Kunstseide Rückseite Satin, Füllung SHberwoiie Rückseite Satin, 00 Diwandecken Diwandecke K rn Phantasiegewebe Diwandecke« modern gemustert Tischdecke dazu passend 5,25 Diwandecke Cobelingewebe fd A 1 C mit Kunstseide IW.A� Tischdecke dazu passend 6.50 Diwandecke 47 nn handwebartig■ Tisdldedce dazu passend 7.20 Schlafdecken Baumwolle* Ar weiche Qualit., hell meliert Wollgemischf, hellbraun, Sfreifenkante Kamelhaarfarbig 4.85 Kamelhaar mit Wolle SO.»« Läuferstoffe Kokoslaüfer 4 Ar buntgestreift, Meter 4 a� A Haargarn-Boucle, gestreift» Meter»»vA Jacquard-BouclH» gemus!ert. 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C»? und SOO Verwaltungsstellen im Reich Nr. 99• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnkog. 28. Februar 4932 Klarer Kurs in Oberschlesien? Gegen die Znieressenten- und professorensaboiage. Di« für die oberschlefische Monianindustrie aus sozialen und volkswirtschaftlichen Gründen so dringend notwendige Sanierung ist durch einen Beschluß des Aufsichtsrats des Oberbodarf-Konzcrns wieder ins Stoßen gekommen. Der von uns als ebenso unsachlich wie un- verantwortlich charakterisierten Philippika des Prof. Goeg Briefs hat der Oberbedarf-Äonzcrn eine Vertagung der Beschlußfassung über das Sanierungsprojekt folgen lasien mit der Absicht, mit den Reichsstellen und möglichst mit dem Reichskanzler Brüning persönlich iwch einmal zu verhandeln. Die Absicht der Sabotage einer notwendigen Aktion und eines neuen Raubzuges auf Reich j und Preußen steht diesem Beschluß auf der Stirn. Den Herren i scheint es selbstverständlich, daß der Staat noch auf mehr als die neuen zehn Millionen— neben den schweren Opfern in der Der- gangenheit— verzichten und vor allem jeder Kontrolle entsagen soll. Man muß wirklich die Kühnheit dieser oberschlesischcn Herr- fchaften bewundern. Die 4 Millionen Aktien, die die oberschlesischen Industrieführer erhalten sollen, sind privatwirtschaftlich gesehen ohne- hin ein Geschenk: denn der Oberhütten-Äonzern ist so gut wie voll- ständig pleite und wäre ohne öffentliche Hilfe längst ausgeweidet worden. Schon 1926 haben Reich und Preußen enorme Lasten auf sich genommen. Aus den damals gewährten Krediten besteht ein uneingeschränktes Pfandeigentum des Staates. Haben sich die Herren schon einmal überlegt,, ob sie jemals einen privaten Gläubiger gefunden hätten, der über solche Opfer, wie sie der Steuerzahler schon auf sich genommen hat,, auch nur verhandelt hätte? Die Herren bringen es aber fertig, auch noch jede Kontrolle des Staates abwehren zu wollen, wenn der Staat neue Opfer bringt wie bei der jetzigen Sanierung. Dabei steht es fest, daß Reich und Preußen schon 19Z6 den schwersten Fehler damit begangen haben, daß sie aus eine ausreichende Kontrolle verzichteten. sonst wäre solche absolut ruinöse Expansion und solch« zum Himmel schreiende Mißwirtschaft, wie wir sie in Oberschlesien haben, über- Haupt nicht möglich gewesen. Man muß sich auch fragen, was die Herren in persönlichen Verhandlungen mir dem Reichskanzler erreichen wollen. Auch der Reichskanzler ist wie die übrigen staallichen Behörden durch den einstimmigen(!) Beschluß des 5iaushaltungsaus- schusses des Reichstages, daß die oberschlefische Sanierung nicht von neuem einseitig auf Kosten des Reiches und nicht ohne Kontrolle durchgeführt werden därf, an eine feste Richtlinie ge- Kunden. Man muh wahrlich schon vermuten, daß die oberschlesischen Herrschaften auf krummen Wegen gehen und politische Reserven ein- setzen wollen, die dos Lucht der Oeifentlichkeit zu scheuen haben. Wir fordern, klaren ehrlichen Kurs in Ober- fchlesien und eine schleunige, die Interessen des Staates nach kaufmännischen Grundsätzen wah- rende Entscheidung. Krumme Wege beim Brotpreis Allgemein Iv prozentige Roggenousmahlung angeordnet. Der Preiskommisjar hat mit Wirkung vom t. März für sämtliche Mühleo augeordncl, daß der Roggen zu 70Proj. ans- gcmahlcu werden muß. Damit soll eine Verbilliguvg gegenüber blZprozcntigem Roggenmehl um 2 Mark je Doppelzentner herbeigeführt werden. Ferner ist aogeordnet worden, daß mit sofortiger Wirkung jede Erhöhung des kleinverkausspreises für Brot unter Ramhastmachung von Gründen der örtlichen Polizeibehörde zu melden ist. wobei die Dnrchsührung der Erhöhung erst drei Tage nach erfolgter Anmeldung stattfinden darf. Zu diesen Maßnahmen wird von maßgeblicher Seite, also jeden- falls vom Reichsernährungsministerium, dem WTB.-Handelsdienst ein Kommentar gegeben, zu dem einiges zu sagen ist. Der Bchaup- tung kann man zustimmen, daß die Absicht der Brotpreiserhöhung, wie sie die Bäcker haben, deshalb nicht gerechtfertigt ist. weil dem jetzigen Roggcnpreis ein niedrigerer Mehlpreis entsprechen müßte, und weil tatsächlich der Preis für Roggenmehl weiter zurückgeht. Auch gestern ist die Berliner Notierung um weitere Ä) Pf. ge- funken. Im merkwürdigen Widerspruch steht aber dann die B e- h o u p t u n g, daß die deutschen Roggenvorräte unter Einrechnung der Bestände der Deutsche» Getreidchandclsgesellschaft ausreichend seien, und demgegenüber die T a t s a ch«, daß der Preiskommissar allgemein für Deutschland eine höhere Ausmahlung anordnet. Eni- weder haben wir ausreichende Vorräte, dann ist eine höhere Aus- mahlunz überflüssig. Oder die höhere Ausmahlung ist nötig, dann kann die Behauptung mit den Vorräten nicht stimmen. Man muh sich aber auch fragen, weshalb überhaupt eine höhere Ausmahlung angeordnet wird. Für Berlin bedeutet die höhere-kusmahlung kaum ein« Aendenmg, denn hier dürften 70 Proz. üblich sein. In West- und Süddeutschlond aber, wo man zum Brot neben dem Roggen Weizen nimmt, ist die hoher« Aus- Mahlung eine Verschlechterung des Brotes. Die Reichs- regierung ist aber durch Gesetz oerpflickztet, zu einem bestimmten Preis das t o n s u m ü b l i ch e Brot zu gewährleisten. Sie hat also gar kein Recht, eiye Verschlechterung des Brotes anzuordnen, gleichviel, mo dos in Deutichlond durchzuführen ist. Es lfl deshalb grundsätzlich dagegen zu pro« : testieren, daß hier, offenbar auf Schieles Vsranlasiung. wieder ein krummer statt des gesttzlichen geraden Weges gegangen wird. ! der stärkeren Rognznimporr nahelegt. Ein krummer W:g nämlich, i der den Konsumenten schädigt. Daß Herr Schiele sein Prestige nicht vor dem deiuschen Volk, sondern vor seinem großagrcwischen Anhang wahren will, wird für die Reichsregierung zu einer immer tollereu moralischen Belastung. Schiele treibi das preisthermomeier. Ser Großhandelsindex zum drittenmal gestiegen. Zn der Woche zum 24. Februar hak sich der Großhandelsindex wieder, wcvn auch nur lc'chk, erhöht. Er ist von 100(das ist der Vorkriegsstand) aus lOO.t gestiegen. Die Steigerung ist gewiß ni-HI groß. Aber einmal haben wir seht drei Wochen hintereinander dadexsteigerungen, und die Preissentuug hat überhaupt ausgehörl. Zum anderen ist auch seht wieder allein die Preisentwicklung bei den inländischen Azrarstossen an der Erhöhung schuld. Auch in der letzten Woche sind die Preise für Vieherzrug- nisse(Buttert) wieder um nicht weniger als Z.S Proz. gestiegen. Futtermittel und psloazl'chc Rahrungsmitlcl haben sich cbensall? er- höhl. Die ganze Preissteigerung ist Schiele zu danken, dem Gc- jamtinteressen außerhalb seines Ressorts, d. h. außerhalb der Groß- agrarfürsorge schnuppe sind und schnuppe bleiben. Der Index der Agrarsiosse ist um 0 6 aus 95,7 Proz. gestiegen. lrolouialwaren, die vorn Weltnmrkt abhängig sind, haben sich um 0,7 aus 90.9 Proz. erhöht. Znduflrielle Rohstoffe und haibwaren sind um O.t aus 91,3 Proz. gesunken und die pre'se für industrielle Fertigwaren haben sich um 0,4 aus 121,4 Proz. gesenkt. Die Ver- billlgungen aus anderen Gebieten sind durch die Verteuerung bei den Agrarstotfen mehr als aufgehoben worden! Stockendes Realkreditgeschäst. Nettoabsah 1951 auf ein Viertel des Vorjahres gesunken. Der Bericht von 103 Realkreditanstalten für den Monat Dezember zeigt, daß die Geschöstsstockung bei den.Hypotheken- kanten ixnvcrmnüjert anhält. Der Rückfluß von Pfandbriefen und kommunalen Schuldverschreibungen war auch im Berichtsmono! wieder stärker als der Neuabsatz. Der Gesomtumlaus an Pfandbriefen und kommunalen Schuldverschreibungen ging gegenüber Ende November zum Jahres- ende 19Z1 von 12 511 auf 12 448 Millionen Mark zurück, während der Gcsamtunüauf zum Jahresende 1950 12 124 Millionen betrug. Die Gesamtsumme des Bestandes an Hypotheken, Kommunaldar- lchen und sonstigen Schuldverschreibungen betrug Ende Dezember 14 616 Millionen Mark, von denen rund 12 Milliarden auf das Neu- geschäft und der Rest aus Aufwertungspapiere eiitsolle». Der Netto absatz im ganzen Jahr 1951 betrug im Realkrcditgeschäfi nur 425 gegen 1674 Millionen im vorhergehenden Jahr, worin sich d'- außerordentlich störte Schrumpfung dieses Geschäftszweiges in der Kredttkrii« des letzten Jahres widerspiegelt. rö0 präleo+iert 0» M C*"veb kühl ist. tut der reinwollene. ganz gefüt- terte Raglan aus kamelhaarartiger Ware m reicher Steppe rei gute Dien ste. Und die ser mollige Man tel kostet, nur] 21 5 Dazu die sOSc Kappe in Kragenform ausMe- teled- Geflecht Dei* erste FrOh- llngsbote— ein reizendes Flamengo Kleid— bringt das kurze Bolero, fesche kunstseid. Marocainstrei- fen. ein Falten» räckchen und— den bezaubernden Preis von Das ist die neuste Form, aus Pe- dallne-Gcflecht. ach Ick garniert sie ist ner'llcv'chön, voUer chsTraktcristische Be.sple.e- (Bitte"eachten Siebesonde rs ÄmÄdeiSalsont) Aber"atü;..cHw S|eo Uote'rbUcK d'e B'O«® �o»en Ihre Klei- der M00®' kennen lernen, X« Äen"'" Gericht �stehen würde. Aber wie""d wo?- Oh. eo einfach— kedidrock von Wort und BUd verboten> Die obigen Angebote«tehen tbnen«6 Monteg*»>r Verfögung! 0ranlemtr.40 Am OraBlcaplatt Chausseettr.ll 3 Könlgrtraße 33 Bataa Stattinar Bahnhof Am Batmbok AlnandtrpUtz — Schriftliche Bestellungen können leider nicht berücksichtigt Werden f Frankreichs falsche Front. Die zunehmende Aushöhlung des deutsch-französischen Handelsvertrages. Die Verhandlungen der deulsch-srauzösischeu Mrlschaslskom- mijfion ziehen sich seht bereits länger als ei» Vierteljahr hin. Die Kommission, die ihr Entstehen den gegenseitigen Besuchen der deut- schen und französischen Minister verdankt, halte sich als Ziel ihrer Arbeil eine Belebung des Handelsverkehrs und einen Ausbau der allgemeinen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden grohen Zlachbarländer» gesteckt. Die französische Handelspolitik der letzten Monate zwingt aber zu der Frage, ob die von Frankreich ange- wandten handelspolitischen Methoden und Ziele nicht das Gegen- teil im Auge haben. Wie die Wirtschaftspolitik der meisten Länder ist auch diejenige Frankreichs seit dem Sommer vergangenen Jahres vom Protektiv- nismus beherrscht. Zuerst setzte die Schutzzoll- und Wsperrungs- bewegung in der Landwirtschaft ein, um sich dann schnell ans die Industrie auszudehnen. Beben den bevorstehenden Wahlen sind es tieferliegende ökono- mische Gründe, die die französische Regierung auf den Weg des radikalen Vroteklionismus trieben. Sehr aufschlußreich ist in dieser Beziehung eine Kammerrede des chandelsministers R o l l> n. Dieser erklärte schon im August vergangenen Jahres, daß die Regierung zwischen zwei Wegen zu wählen hätte: Der eine führe über eine liberale Handels- Politik zu einer Berbilligung der Levenshaltung, der andere schütze die heimische Wirtschaft durch Zölle oder Kontingente, welche aller- dings die Lebenshaltung verteuerten. Die Regierung fei entschlossen, den zweiten Weg zu gehen. Das heißt mit anderen Worten, daß Frankreich die wachsenden Wirkungen der Wirtschafts- trise durch Absperrung gegen die Außenwelt einzudämmen versucht. Dabei verstricken aber die verantwortlichen Regierungs- stellen die Handelspolitik in einen unlösbaren Widerspruch mit der Währung?- und Kreditpolitik des Landes. Solange Frank- reich fortfährt, den Goldstrom der Welt in seine Schatzkam in er zu lenken und seine Wirtschafts- Politik auf die Erhaltung eines hohen Preis- Niveaus abstellt, kann es nicht erwarten, daß der ausländische Waren st rom, der über seine Grenzen drängt, zum Versiegen kommt. Das hohe Preisniveau des französischen Marktes, das sich von den sinkenden Preisen des Auslandes immer schärfer distanziert, bildet im Gegenteil eine natür- liche Anziehungskraft für die Einfuhr fremder Waren und auf der anderen Seite der Handelsbilanz zugleich eine schwere Fessel jllr eine Belebung der Aussuhr. Die Verhältnisse in Frankreich sind somit ähnlich gelagert wie»* der Schweiz und daher gleichen sich auch die Handels- politischen Bemühungen der beiden Länder, mit Hilfe des Kontin- gentsystems die Einfuhr zu drosseln. Zu welchem gefährlichen Radikalismus sich die Absperrung?- plane bestimmter französischer Regicrungskreise versteigen, erhellt ein Artikel des„Echo de Paris" vom 23. November 1331, der sich auf Erklärungen des damaligen Landwirtschaftsministers Tardieu beruft. In diesem Artikel wird gefordert, daß die Regierung einen Schutzdamm gegen das englische und deutsche Dum- ping(!) aufrichten und der Tendenz zur Preissenkung entgegen- wirken müsse. Zollherabsctzung bringe bei steigender Einfuhr ein weiteres Sinken der Preise mit sich, verstärke die Arbeitslosigkeit und verschlechtere die Handelsbilanz. Als Ausweg aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten wird eine allgemeine scharfe Kontingentierung, der Einsuhr vorgeschlagen, die nur soviel Waren nach Frankreich hinein- lasse, wie die nationalen Industrien nötig hätten. Diese Kon- tingentierung, so fügt„Echo de Paris" offenherzig hinzu, bildet auch das Hauptziel der deutsch- französischen Wirtschaftsoerhandlungen! Inzwischen ist dieses„Ziel" der deutsch-französischen Wirtschafts- Verhandlungen, welches das„Echo de Paris" im offensichtlichen Gegensatz zu den offiziellen französischen Erklärungen bereits Ende November propagierte, von den Franzosen nahezu erreicht worden. Die Kontingentierung marschiert in beunruhigendem Tempo. Seit Anfang Dezember sind in den Verhandlungen zwischen den einzelnen deutschen und französischen Jndustricgruppen Einfuhr- tontingente für rund ein Dutzend industrieller deutscher Fertig- fabrikate festgesetzt worden, die zwangsläufig zu einer scharfen Bc- schneidung des deutschen Exports nach Frankreich führen müssen. Im Juli vergangenen Jahres begann die Politik der Kontingen- tierung mit der Einfuhrbeschränkung für Kohle und Koks, um weitere Maßnahmen dieser Art bis zum November nach sich zu ziehen. Die Kontingentierungen, die Frankreich in der Zeit vom Juii bis November auf autonomem Wege, also ohne mit den davon be- troffenen Ländern in Verhandlungen zu treten, festsetzte, sind außer- ordentlich scharf und haben zum Teil die Wirkung einer völligen Einfuhrsperre gehabt. Die Unterzeichnung der für die deutschen Exportindustrien so ungünstigen Kontingentsabkommen läßt sich auch nur unter dem Druck dieser vorangegangenen scharfen Einfuhrsperren Frankreichs verstehen, da die deutschen Unterhändler bei einem negativen Ausgang der Verhandlungen auf einseitige und noch robustere Abspcrrungsmaßnahmen Frankreichs gefaßt sein mußten. Aus dem Verordnungswege hat Frankreich folgende Kontingente feit dem Sommer 1931 eingeführt: 1. Für Kohle und Koks, 2.„ 5)olz und holzfabrikatc, 3.„ Wein, ck.„ Vieh, Fleisch, Milch und Molkereiprodukte, 3.„ Seefische jeder Art. In den Verhandlungen zwischen den deutschen und französischen Jndustriegruppen wurden bisher Einfuhrkontin- gcnte bei folgenden deutschen Warengruppen festgesetzt: 1. Für Porzellanwaren. 2.„ Eisen- und Stahlwaren(Schloßindustrie). 3.„ elektrotechnische Maschinen und Apparate, 4.„ Hohlglas und optische Fabrikate, S.„ Cmaillewarcn, 6. ,. Funkgeräte, 7.„ Möbel, 8.„ Spielwaren, 9.„ Gasherde, 10.„ Forken, Eisenhakcn usw. Außerdem wurden von Frankreich für die Einfuhr wichtiger landwirtschaftlicher Werkzeuge, wie Sensen und Sicheln, Kontingente verordnet, da hier eine Verständigung nicht zustande kam. Die gegenwärtig wichtigsten Verhandlungen betreffen die Kontingen- tierung der S ch u h e i n f u h r, die von den französischen In- dustriellen auf ein Drittel der bisherigen Einfuhr gefordert wird. Zum Teil sind auch die ausgehandelten Kontingentsbestim- mungen außerordentlich hart, so z. B. bei der Einfuhr von Emaille- waren, die auf ein Drittel der Einfuhr von 1339 gedrückt wurde, zum Teil konnten besonders rigorose Forderungen der Franzosen abgebremst werden. So sollte bei der Kontingentssestsetzung für Hohlglas und optische Fabrikate der Jahresdurchschnitt der Einfuhr von 1327/29 zugrunde gelegt werden, was jedoch einen glatten Ver- stoß gegen die Meistbegünstigung bedeutet hätte, da der Handels- vertrag zwischen Deutschland und Frankreich erst im August 1327 zustande kam. Aber auch der als Richtschnur genommene Einsuhr- durchschnitt 1923/29 für Glas und optische Waren bedeutet eine starke Einfuhrschrumpfung, da 1939 dieser Export nach Frankreich erst einen Aufschwung nahm. Wenn von französischer Seite versucht wird, die rücksichtslose Kontingcntspolitik mit der Notwendigkeit einer Besserung der stark passiven 5zandelsbilanz zu begründen, so hat Deutschland ein dringen- des Interesse auf die Gefahren hinzuweisen, die diese zielbewußte Aushöhlung des deukfch-französischen Handels- Vertrages durch Frankreich in sich trägt. Frankreich kann sich bei seinem Vorgehen auf keinerlei zollpolitische Rechtsgrundlagen berufen. Die sogenannte Katastrophenklausel im deutsch-französischen Handels- vertrag sieht nur„sür außerordentliche Zwangslagen" eine vorüber- gehende Einfuhrbeschränkung vor, die aber nicht„als willkürliches Mittel zum Schutz der Landesprodukiion oder als Diskriminierung zum Nachteil des anderen Landes abgewendet werden dürfe". Also auch wenn sich Frankreich— was nicht der Fall ist—- in einer „außerordentlichen Zwangslage" befände, gäbe ihm diese noch nicht das Recht zu Maßnähmen, wie sie in den letzten Monaten gegen Deutschland angewendet wurden. Offenbar verkennt man in Frank- reich die Rückwirkungen, die das Ignorieren deutscher Exportinteressen in Deutschland haben muß. Auch ist die in Frankreich viel verbreitete An- ficht falsch, daß nur Deutschland von dem Handels- vertrag profitiert habe. Nach der deutschen Statistik ergab die deutsch-französische Handelsbilanz ohne deutsche Reparations- licferungen: 1928 einen Ausfuhrüberschuß Frankreichs von 359 Mill. M. 1329..„ Frankreichs„ 235.„ 1939„ Deutschlands„ 165,„ Im Jahre 1931 dürste der deutsche Exportüberschuß erheblich über 299 Mill. Mark liegen, aber andererseits ist der Anteil Frankreichs an der deutschen Gesamteinfuhr von 1929 bis 1331 auf etwa 5,7 gegen 4,8 Proz. gestiegen! Frankreich hat also seinen relativen Anteil am deutschen Markt in den letzten zwei Jahren um reichlich 18 Proz. erhöhen können. Die Dinge liegen also nicht so. daß uur auf deutscher Seite ein Interesse an der sorgsamen Behandlung des deutsch- französischen Handelsverkrags vorhanden ist, und man würde auf französischer Seile gut beraten sein, wenn man mit der systematischen Aushöhlung des deutsch-französischen Handelsvertrages Schluß machen würde. Sonst verliert dieses für beide Länder wichtige Ab- kommen jeden Sinn. Der französische Wirtschaftssührer de P e y e r- i m h o f s. ein einflußreiches Milglied der srauzöjischen Delegation hat zu Beginn der deulsch-frauzösischen Verhandlungen erklärt, ca gelte das Bewußtsein der Solidarität zwischen Deutsch- land und Frankreich zu wecken. Die vou Frankreich bisher verfolgte Liuie aber führt— gerade wir aktiven Förderer der Verständigung müssen das aussprechen— nicht zur wirtschaftlichen Solidarität, sondern zur Isolierung. Natürlich versäumen wir dabei nicht. auch die deutschen Verantwortlichen zu ermahnen, hin- sichtlich der pflege eines ehrlichen handelsvertragsgeisles kein schlechtes Beispiel zu geben. Die handelspolitische Führung im Reichswirtschaftsminslerium hat nicht mehr jene Festigkeit und Sicherheit gegenüber Interessenten und zweiselhasten Experimenten, die für Deutschland heule notwendiger sind als je. Lohndruck und Ausbeutung. Aus dem GeschästSbericht des Gtahltrustes. Der Rheinisch-Westsälischc Montantrust(Vereinigte Stahlwerke A.-G., Düsseldorf), dessen Verlustabschluß wir bereits besprochen haben, hat jetzt seinen Jahresbericht für das am 39. September abgelaufene Geschäftsjahr 1939/31 veröffentlicht. Dieser Bericht der Verwaltung ist in mehrfacher Hinsicht auf- schlußreich. Wie kaum bei einem zweiten Unternehmen in Deutsch- land kommen in der Betriebsentwicklung des Stahltrusts die furcht- baren Wirkungen der Krise aus die Arbeiter und Angestellten in der Iahresllbersicht zum Ausdruck. Zieht man zuin' Vergleich noch die vorhergegangenen Jahre seit der Grüisdung Stahltrusts im Frühjahr 1926 heran, so offenbart sich schon bis zum September 1331, also noch einige Monate vor der für die Arbeitnehmer här- testen Notverordnung der Regierung, eine außerordcnllich scharfe Kluft zwischen steigenden Leistungen und sin- tcndcn Verdien st en der Arbeitnehmer. So ist das durchschnittliche Iahreseinkommen eines Arbeiters seil dem letzten Sonjunklursahr 1928/29 von 2565 aus 2436 Mark bis September 1930 und auf 21SS Mark im Durchschnitt des letzten Iahres zurückgegangen.. Also vor dem ungeheuerlichen Lohnabbau für die Berg- und Hüttenarbeiter aus Grund der Dezember-Bolverordnung waren im Laufe der beiden letzten Iahre die essektiven Verdienste bei der Belegschaft des Stahl- lrusts um fast 15 Prozent gesunken. Diese Einkommensverluste sind sowohl durch den Lohnabbau bis zum Herbst 1931 wie auch durch die Kurzarbeit hervor- gerufen worden. Die ungeheure Härte des im Dezember oerordneten Lohnabbaus kommt darin zum Ausdruck, daß infolge der Massen- haften Kurzarbeit das Durchschnittseinkommen der Stahltrust- arbeiter im Geschäftsjahr 1939/31 bereits um mehr als 8 Pro- zent unter dem Jahreseinkommen des Bctriebsjahres 1926/27 lag. Diesen Lohnverlusten der Arbeiter steht auf der anderen Seite, besonders bei den Bergarbeitern, ein ständiges Anwachsen der Leistungen gegenüber. Die Schichtleistung je Kopf erhöhte sich in den Zechen des Stahltrusts von 1926 bis 1339 von 1179 bis auf 1327 Kllo. Für die beiden letzten Geschäftsjahre hat die Verwaltung auf die Bekanntgabe der Schichtleistungen verzichtet, weil sie offen- bar den Eindruck, den diese steigenden Leistungen bei gleichzeitigem Lohnabbau auf die Oeffentlichkcit machen mußte, scheute. Man kann aber aus dem Jahresbericht des Reichskohlenverbandes entnehmen, daß in den beiden letzten Jahren eine weitere Steigerung der Schichtlei st ung im Ruhrgebiet um annähernd 11 Prozent erreicht wurde, so daß seit 1926 die Schichtleistung je Kopf in den Zechenbctrieben des Stahltrujts von 1179 bis auf etwa 1465 Kilo- gramm gewachsen ist. So ist auch die Kohlenförderung im letzten Jahr gegenüber der Hochkonjunktur im Jahre 1926/27 nur um 29 Prozent gefallen, während in dem gleichen Zeitabschnitt die Zahl der beschäftigten Bergarbeiter von über 93 999 bis auf rund 49 999 Mann, also um 48 Prozent, abgebaut wurde. Die katastrophale Produktionsschrumpsung in der Schwer- industrie, die nicht zuni wenigsten auf die verhängnisvolle Wirt- schaftspolitck der bei der Regierung allzu einflußreichen Montan- industriellen zurückzufahren ist. prägt sich bei der Entwicklung der Gesamtbelegschaft in den letzten fünf Betriebsjahren darin aus, daß diese von rund 199999 bis auf 119799 Mann zurück- g e g a n g e n ist. : preise im Filmgewerbe. Das unzulängliche Preisdiktat. Die verordneten Preisherabsetzungen im Filmgcwerbe, durch die die Eintrittspreise der Kinos ermäßigt und die Qualität deut- scher Fllm« erhalten werden soll, hat kaum Durchgreifendes für eine wirklich« Berbilligung geleistet. Die Rohfilmprerse wurden um 5 Proz. gesenkt, Li« Ateliermieten um 19 Proz., die Gagenkosten — durch Initiative der Filmindustrie— um 29 Proz., aber die Lizenzen nurumb?) unddie Tonher st cllungsko st en n u r u m 7,3 P r o z. Dadurch haben sich zwar die Gesamtgesiehungs- kosten eines Films um 19 Proz. vermindert, aber der Anteil der Lizenz- und Tonherstellungskosten ist nun von 33!/; auf 34,5 Proz. der Gesamtherstellungskosten eines FUms gestiegen, so daß«ine vernünftige Preissenkung nur zu erzielen ist, wenn man den Lizenzen und Tonherstellungskosten weit energischer zu Leibe geht als bisher. Man hat übersehen, daß die Gewinnbeteiligung, die die T o b i s von den Filmherstellern verlangt, auch eine versteckte Lizenz ist, die ebenso berücksichtigt werden muß wie die Kopierlizenz, die es in Amerika nicht gibt. Während der amerikanische Durchschnittsfilm mit etwa 4 Proz. Lizenzen belastet ist, muß der deutsche Film immer noch 13 Proz. tragen, obgleich die Vcrwertungsmöglichkeiten im umgekehrten Verhältnis stehen. Ohne der Tobis Unrecht zu tun. können die Lizenzen um Kopierlizenz und Gewinnbeteiligung heruntergesetzt wenden, was 6 Proz. der Gefamtkosten einsparen würde. Etwa 8 Proz. der Gesamtherstellungskosten könnten bei der Tonherstellung noch eingespart werden, wenn statt des Tobis- Monopols freie Konkurrenz bestände. Auch die feit Dezember ge- senkten Sätze sind noch bei weitem zu hoch, was sich an Hand der Preise, die die Klangfilm für ihre Aufnahineapparaturen ver- langt, ohne weiteres nachkaltulieren läßt. Werden die Lizenzen und Tonherstellnngskosten um die vorher angeführten Beträge gesenkt, so könnten mit dein gleichen vorhan- denen Kapital etwa 13 bis 29 Filme mehr gedreht werden. was für eine beträchtliche Anzahl von Personen neue Verdienst- Möglichkeit und Arbeit beoeuten würde, und schon allein aus diesem Grunde wird es notwendig sein, daß der Preiskommissar von der Möglichkeit Gelrauch macht, die Lizenzen und Tonherstel- lungskosten nochmals eingehend zu überprüfen. Et3(|C � Leipziger Str. Allgemeine Wetterlage. 2�. FebH932/abds Owelksnlo&O heirtr.CJhaibltedookl wsflog�bedeckt'RegeaAGraapsln ,=m»l,yGewiHet@WwfatiH« lieber Mitteleuropa hat sich jetzt ein strenger östlicher Luftstrom eingestellt, der uns kalte Luftmassen aus Polen und Rußland zu- führt. Am Sonnabendabend herrschte in ganz Deutschland Frost. Es kam dabei im Westen noch zu leichten Schneefällen. Ein ausgedehntes Hoch über dem nördlichen Europa kräftigt sich noch erheblich. Es wird am Sonntag unsere Wetterlage bestimmen. Ein Wolkenfeld über Polen dürfte sich auf den Südosten des Reiches beschränken, da die Luftzufuhr jetzt mehr aus nordöstlichen Gegenden erfolgen dürfte. wette raus sichten für Verlin: Trocken� und vielfach heiter, an- haltender Frost, lebhafte Ostwinde.— Für Deutschland: Im Süd- osten zunehmende Bewölkung, später Neigung zu Schneefällen, im iibrigen Reiche meist heiter'. Ueberall Frost. Oeftliche Winde. W SoziMWeMettm'ugendGroß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur W.Abend,— CH-rl-tt-nbnrg.Slord: Funltioniiroersammlung bei tcr Genossin Krllocr, Eöbelstr. Le.— Friedrichshagen: Friedrichstr. 87: Lieder. ebend.— Lichtenberg, Rord: Kabarettabend, Sunterftr. 4t. IS llhr. Eintritt SS Pf., Erwerd-Iosc 30 Pf. «erbe bezirk Sichöneberg: Filmabend im Jugendheim Hauptstr. IS um 18 und 2d Uhr. Referat:„Chaplin, ein ttlaffcnkiinipier": anschließend Film:.Karriere lostenbeitrag M Pf. Schüler und Erwerbslose lä Pf, Werb«be,iil Reinickendorf: Wittenau. Haupu'ir. 18 lneue Schule). Bildungs. lursus. Thema:„Was ist Faschismus?" Beginn ll) Uhr. Referent Genosse Siebold. Werbebezlrk Wcdding: Willdenowstr. 8. Mitgliederversammlung um ISlb Uhr. 3u(. Diedcrich spricht über den„Konflikt zwischen China und Japan". Morgen. ZNonkag, 13>- llhr. Hallesches Tor:?>orckstr. 11: Wir beteiligen uns am Frauenabend.— Schöne. weide I:„Sir und die Kommunisten", I.— Moabit I: Lichtbildervortrag:„Die Schweiz".— Hansa: Bochumer Str. 8b:„Tagespolitik".— Moabit II: Lehrter Straße 18—19:„Erste spilft bei Unglückssälen".— Sportpalast: Gcnthiirer Straße 17:„Die politische Lage".— Scsuudb-uanen II: Echönstedtstr. 1: llcbungsabend.— Aruswaldee Plag: Rastenbueger Str. 18:„Preußen, und Reichspräsidentenwahl".— Falkplatz I: Eounenburgcr Str. 20: Z-iwngssch-u.— Falkplatz N: Sonnenburgcr Str. 20:„Jugendarbeit der Sewerlschasten".— Knmannplatz: Eleimstr. 23—83:„Staatsauffaffung des Sozialismus.— siord. osten ll: Danzigcr Str.«2: lV.Minuten-Reseratc.— Schönhauser Vorstadt: " inde.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4: Lustiges g: Gruststr. 16: Brettspiele.— J»ha»ni,th»l: Sonnenburgcr Str. 20: Eingestünde.— Luisenstodt: Wassertorstr. Monatsende.— Baumschulenweg: Gruststr. 16: Brettspiele.— I._______ Rathaus: Heimabend.— Friedrich« selbe: Sunterftr. 44:„Unsere Segner". Werbebezirk Schiaeberg: Tambourlorps: Uebungsabend fällt an: Montag und Mittwoch aus. Werbebezirk Wcbbing: Tambourkorvs: Der Uebungsabend fällt am Montag aus. Nächster Uebungsabend au: 7. März. Scrbebezirk Lichtenberg: Basteln für die Ausstellung(Federn, Kohlen). nt Berbebczirk Prenzlauer Berg: Dienstag stngcn wir auf der Kundgebung der Partei in der Echulaula Gleimstraßc, 1S!� Uhr. Alle Gruppenveranstaltungen fallen aus. >VoeIlenproKrsmm des Berliner Rundfunks. Sonntag, den 28. Februar 1932. 6.48: ssunkLympastik. 7; Aus Bremen: FtOhkouzert. S: Für den Landwirt. 8Ji: Morgenfeier. AnscüIieBend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.08: Wettervorhersage. Iis Orgelkourert. 11.30: CItgrnstnndc. 12: HUtUgskonsert. 14: Kinderslunde. 1430; Volkslieder. 14.48; Mesikanlscbe Schallplatlen. IS.3Ü: Hermann Kesser liest eigene Dichtungen. 15.48: Ausschnitt aus dem Rugby-Spiel vom Sportpalast Eichkamp. 16.15: Aus dem großen Schauspielhaus:„Hofitnanns Erzählungeu'* von Offeobacb. 2. und 3. Akt. IS.U: Als Spion in Kurdistan gefangen. 18.40: Konzerl, 15.30; Tagesglossen, 10.58: Sportnachrlchlen. Montag, den 29. Februar 1932. 6.30: Funkcymnastik. Anschließend FrüUkonzert. 11.30; Mittaffskonzert. 12.30: Wettennelduns:cn für den Landwirt 14: Aus Köln; Konzert 15.20: „Als ich so alt war wie du"(Maria Kamp). 15.40; Kann Kundeuwcrbung dem Geschäftsmann helfen? 16.05; Die alten Leute. 16.30: Konzert 17.05: Opernarien. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Unterhaltungsmusik. 18.55; Die Funkstunde teilt mit. 19: Die Stimme zum Tag. 19.10: Rettet das doutsclie Provinztlieatcr. 19.35: Max Brod liest eigene Prosa. 20:„Die Jahreszeiten" von Joseph Haydn. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.35: Zcll- beriebte. Danach Tanzmusik. Dienstag, den 1. März 1932. 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühfconzcrt. 11.15: Miltagskonrert. 13.80; Die Viertelstunde für den Landwirt<4: Aus Köln: Konzert 18.20: Die islamiscüe Frau in Recht und Sitte. 15.40: Deutsche Ortsnamen im Auslände. 16.05: Zum Goethe-Jahr. 16.38: Alldeutsche uud plattdeutsche Lieder. >7: Doktor Ueberall erzählt 17.20: Bücherstuude. 17.50: Unterhaltende Kammermusik. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.58: Die Funk-Stuude teilt mit 19: Stimme zum Tag. 19.10: Strafprozesse der Wirtschaft 19.35: Programm der Aktuellen Abteilung. 20.05: Aus Frankfurt a. M.: Franz Völker singt 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, den 2. März 1932. 6.30; Fnnkgynmaslik. Anschließend Frülikonzert. 9: Von der Deutschen Weile; Schulfunk. 11.15: Schallplattenkonzert 12.38: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Der Panama-Kanal und seine Geschichte. 15.40: Rationalisierung der Parlamentsarbeit 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Unterhaltungsmusik. 17.45: Jugendstunde. 18.05: Die internationale Zusammenarbeit der Geislesarbeiter. 18.25: Das Leben Haydns.'18.55; Die Funkstunde teilt mit 19: Stimme zum Tag. 19.10: Von der bildenden Kunst. 19.25: Orchesterkonrert 20.10: Dicbferschicksale: Matthias Claudius. 21.10: Tages- und Sportnachrichten. 21.20: Konzert 21.35: Schottische Fantasie von Bruch. 22.10: Politische Zeitungsschau. Danach Tanzmusik. Donnerstag, den 3. März 1932. 4.30: Fnnkgvmnastik. Anschließend Frülikonzert. 9: Aus Königsberg: Schulfunk. 11.15: Schallplattenkonzert 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Heldentum der alternden Frau. 15.40: Auf den Höhen und in den Schluchten des Balkans. 14.05: Wieweit können Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit aus der Handschrift eines Menschen ermittelt werden? 16.30: Violine und Violoncell. 17.10: Heitere Lieder. 17.30: „Robert Koch." Zur Entdeckung des Tuberkel-Bazillus am 24. März 1882. 17.55: Schüler unterhalten sich mit Walter von Molo Ober seinen List-Roman: „Ein Deutscher ohne Deutschland." 18.30: Mitteilungen des Arbeitsamts. 18.35: Klaviermusik. 19.05: Die Funkstande teilt mit. 19.10: Stimme zum Tag. 19.20: Tanzabetid. 21: Tages- uud Sportnachrichten. 21.10: Uraufführung:„Giganten itr Landstraße." Ein Hörspiel von Ottoheinz Jahn. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Stunde für die soziale Radiobllfe. Danach Konzert. Freitag, den 4 März 1933. 6.30: Fnnkgymnastik. Anschließend Frühkonzert- 11.15: MitlagskonzerL 12.30: Wettermeldungen für den Laadwirt, 14: Aus Köln: Konzert. 15.20: Das Problem der Masse. 15.40; Jugendstunde. 16.05: 20 Berliner Haliensport- feste. 16.30: Aus Leipzig: Variationen über Volkslieder. 17.30: Das neue Buch. 17.40: Lustige Lieder aus den österreichischen Alpen. 18: Zum Zyklus „Einheit und Bedeutung der Epoche von 1789 bis 1818" 18J0: Die Warenhäuser>u der Krise. 18.58: Die Funkstuude teilt mir. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Aus Magdeburg; UnterbaitungsmusJkc 20: Aus Washington: Worüber mau in Amerika spricht 20.20: Geschichten erzählen. 21.201 Franz-Schrekcr- Konzert 22.30: Wetter-. Tages- und Lportoach richten. Anschließend Unter- haJtnngs- und Tanzmusik. 24: Kabarett- und Scbiagerabend. Sonnabend, den 3. März 1932. 6.30: Funkgyrnnastik. Auscblicßeud Frtthkouzert. 11.15: Schallplattenkonzert 12: Robert-Koch-Ebrung. 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Jugendstunde. 15.40: Aus den Anfängen der Photographie. 16.05: Unterhaltungsmusik. Ais Einlage: Zehn Minuten Film. 18.15: Für den Siedler und Kleingärtner. 18.30: Rechtsfragen des Tages. 18.55: Die Funkstunde teilt mit. 19: Stimme zum Tag 19.10: Vtoltnmusik. 19.35: Die Erzählung der Woche. 30: Aus Köln: Bunter Abend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonutag, den 28. Februar 1932. Ab 6.45; UeberlraguDg aus Berlin. 13: Aus Hamburs: Konzert- 14.30: Wertung des Mannesalters. 13: Dichterstunde. 15.30; Vom Wandel der Nächstenliebe. 15.45: Ucbertraguns aus Berlin. 18.15; Junge Generation spricht. 19; Zlgeunerweisen. 20.: Funk-Potpourri, 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend aus Kitzbühel in Tirol: Akademische Ski- meisterscüaft von Oesterreich 1932. Danach Tanzmusik. Montag, den 29. Februar 1932. 16: Pädagogischor Funk. 16.30: Aus Berlin: NachmitlagskonzcrL 17.30: Die angelsächsischen Mächte im Kampf um die Vormacht. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.26: Aktuelle Stunde. 18.45: Vorschau auf das März- Programm. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Der Reichs- kommissar für Preisüberwachung, Dr. Goerdeler. spricht. 19.36: Stunde des Landwirts. 20: Deutschlandscnder: Großes Marine-Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend aus Leipzig; Unterhaltungsmusik. Dienstag, den 1. März 1932. I6.30i Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.38: Die soziale Lage Im industriellen Betrieb und ihre Lösung. 18: Das humanistische Gymnasium und die Gegenwart. 18.30: Gespräche über Musik. 18.58: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30: Kann Arbeitszeil- vcrkürznpg der Arbeitslosigkeit steuern? 20.05: Deatscblaodsendcr: Uebcrtra- gung aus Berlin. 22.30: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwodi, den 2. März 1932, 16: Wie schafit sich die Schule eine Sammlung zur Heimatkunde? 16.30: Aus Königsberg: Nachmittagskonzert. 17.30: Universalreicb. Großmacht und Kleinstaat In der Weltgeschichte. 18: Der nationale Charakter der Völker im Spiegel ihrer Musik. 18.30: Stellung und Befugnisse des Siaatsoberbauptes in den Republiken. 18.56: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Wirtschaftlicher Wunderglaube. 19.30: Neuerscheinungen suf dem Gebiete des Beamten» rechts. 21.10: Wilhelm Conrad Oomotl liest seine Novelle„Dardan. der Glückliche". 20: Deutschlandsender: Aus Hamburg;„Drei Wiener Walzer", Kurzoperette von Job. Strauß. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.35: Programm des Berliner Senders. Donnerstag, den 3. März 1932. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Euren Maimcdy im Gange der Geschichte. 18: Querschnitt durch Zeitschriften 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.30: Dcutscblandsender: lieber» tragung aus Berlin. 20.45: Aus Köln: Sinfoniekonzert. 22.15: Politische Zeitungsschau Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Freitag, den 4 März 1932. 16: Pädagogischer Fuuk. le.JO: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Wie werden wir bauen? 18: Voikswlrtscbaitsfunk. 18.30; Hausmusik. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19,30: Der arbeitende Mensch in der bildenden Kunst. 20: Deutsch» landsender: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht 20.20: Ans Stuttgart: Konzert. 21: Aus Breslau: Geschichte Gottfriedens von Berlicbingen mit der eisernen Hand(Urgötz). 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus Leipzig; Richard-Wetz-Stunde. Anschließend Ucbertrngung aus Berlin. Sonnabend, den 5. März 1932. 16: Der Untarbaltungsroniaii. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Viertelstunde Funktechnik. 18.08: Deutsch für Deutsche. 1830: Uebcrtragung ans Berlin. 1835: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stille Stunde. 20.20: Bücherstunde. 20.18: Deutsch landsender: Aus Wieu: Wiener Operetten. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebcrtragung aus Berlin. Sasontanbcc-Jugarzf. Unserem Zeitalter verdanken wir die Konstruktion des orthopädischem Schuhes. Die Salamander- Schuhfabrik nennt den von ihr hergestellten Gesundheitsschuh „Salamander-Futzorzt". Wer an empfindlichen Füßen leidet, sollte nur„Salamander-Fußarzt" tragen. Die Konstruktion dieses idealen Schuhes berücksichtigt alle erdenklichen Fußbeschwerden. Dabei unter- scheidet sich�der«chuh� äußerlich in nichts von dem normalen eleganten Salamander�schuh.„Salamander-Fußarzt" bedeutet: Erlösung von quälenden Fußbeschwerden. lNochmal„Perfekle Köchin!�. Der Hausdienst der Gasag ladet wieder zu seinen Vorträgen ein, die praktische Winke für sparsamen Gasverbrauch und für Behandlung der oerfchiedenen Gasgeräte aeben und Fragen neuzeitlicher Kochmechoden klären. Das Spick der letzten Veranstaltung, das deren Erfolg begründetet„Perfekte Köchin wird gesucht!� erlebt seine Wiederholung am Montag. dem 29. F e b r u a r, um 19,39 Uhr, in„P h a r u S- S ä l e", N 65, Müllerstr. 142. Für den Umzug bringt die Firma ch.Iosephu.Eo., Neukölln, Berlinder Str. 51—55, Sensationsangebote. Die Wteilun- qen Gardinen, Teppiche, Dekorationen, Polster- und Kleinmöbel, Betten und Bettstellen, sowie Wirtschastsworen weitteifern unter- einander mit hervorragenden Angeboten. 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Da der Konzern seine Preis- übcrwachungsstelle in Oldenburg aufgab, sollte auch der Herr Pro- sejsor abgebaut, d. h. pensioniert werden. Da er jedoch nicht dienst- unfähig war, hatte er auf Weiterzahlung de« Gehalts von jährlich 30 000 Mark nebst 5000 Mark garantierter Tantieme geklagt. Diese erste Klag« im September 1S3l endete mit einem Vergleich, wonach das Gehalt für 1032 weitergezahlt werden und ab 1933 die Pensionierung mit jährlich 12000 Mark«intreten sollte. Die neue Klage, die jetzt vor dem Arbeitsgericht Oldenburg ver- handelt wurde, drehte sich darum, ob auf Grund der Notverordnung für 1932 Gehaltsabzüge gemacht oder aber das volle Gehalt gezahlt werden soll. Da der Ausgang der Klage hier weniger interessiert als die Verhandlung selbst, sei vorweg bemerkt, daß der Kläger sich einen monatlichen Gehaltsabzug von S00 Mark ge- fallen lassen muh, er also..nur' noch 2000 Mark monatlich in diesem Jahre bekommt, seine Pension jedoch von der Notverord- nung unberührt bleibt, also 1000 Mark monatlich ab 1933 beträgt. Bei der Gehaltskürzung hatte der Konzern sich neben der Not- Verordnung auch darauf berufen, daß die Ungunst der Wirtschaft- lichen Verhältnisse auch den Linoleumkonzern getroffen habe und deslialb alle Angestellte sich einen Abzug vom Gehalt gefallen lassen müssen. Der Richter hatte der Gesellschaft aufgegeben,«inen Nach- weis über die Gehaltszahlung der Vorstandsmitglieder und Direktoren nebst deren Kürzungen herzugeben, um so unter Würdigung der Stellung Dr. Dursthofss beurtellen zu können, ob für ihn eine Kürzung in Frage kommt. Hier versagt« die Auskunft. Dennoch ergab sich. dah die Generaldirektoren Gesamlbezüge von 500 000 Mark und höher im Zahr erhalten. Heber die Kürzungen der Direktorengehälter wurden Angaben ge- macht, die zwischen 23.30. 87 und 44 Proz. gegenüber den Gehältern von 1927 Legen und bis zu 60 und 65 Proz. der Gehälter van 1930 betragen. Die Erörterung der höchsten Gehälter schien dem Konzern sehr peinlich, auch Dr. Durschoff, der Andeutungen macht«, hielt sich durch Schwelgepflicht für gebunden. Bei den Angestellten ist in verschieden abgestuften Graden das Gehalt gekürzt, so bei einem Monatsgehast und 400 Mark 5 Proz., 401 bis 1000 Mark 10 Proz., bis 1050 Mark 11 Proz., 1150 Mark I Z Proz.. 1200 Mark 14 Proz., über 1200 bis, 2000 Mark 15 Proz.. über 2000 Mark Monatsgehast 20 Proz. rültwirkend auf- l. Äuli 1931. Interessant war die Feststellung, dah der Konzern acht vorstandsmilglleder, zwei Direktoren und drei General- direktoreu besaß: zu den Generaldirektoren ist ein Engländer bei dem Konzern- zusammenschluh mst herübergenommen, da der Konzern in- ternationol ist und alle Produktionsländer umsaht. Interessant gestaltet« sich die Erörterung der Frage über die wirt- schostlicheu Verhältnisse des Konzern», wobei die Vertreter des Kon- zerns darauf hinwiesen, dah auch heute die Gesellschaft mit jedem Pfennig zu rechnen habe. Dr. Durschoff wollte diese Nollage nicht gellen lassen. Er schildert den Werdegang der velmenhorster tinoleumwerke seit 1915 und die Gründung des Konzerns 1926, dem in Deutschland all« Betriebe bis auf zwei kleine angeschlossen seien Bei dieser Gelegenheit sei auch die Linoleum-Wirtschastsstelle eingerichtet wor- den, der Dr. Durschoff vorgestanden habe. Die Zentral« des Konzerns sei B i e t i g h e i m. Die Stellung Durschoffs sei die eines Direktors gewesen, sein Gehalt gegenüber gleichartiger Stellung kein übermäßig hohes. Da die wiederhollsn Dergleichsvorfchläge des Gerichts zu keiner Einigung führten ging Dr. Durschoff zeitweise aus der sich auferlegten Reserve heraus, besonders gegenüber der Bemerkung der Konzernverwaltung, dah man sich auch in wirt- schaftlicher Not befände. Die Erörterung der Bilanz von 1928 bis 1930 ergab ein glänzendes Geschäft. kein« Zndustrie habe so gut abgeschnillen wie die Linoleumindustrie. die infolge des fast restlosen Zusammenschlusses kolossal hohe Preise habe nehmen können. Di« Stillegung von Betrieben sei doch be- absichtigt gewesen und habe mit dem Gang des Geschäfts nichts zu tun. Die Schließung des Werkes Delmenhorst sei mit Absicht er- folgt. Di« Nohstosfe hätten rückläufige Tendenz, Leinöl ist im Preis von 63 bis 109 M. auf 25 M. 1931 gefallen, während der Friedenspreis 45 bis 50 M. betrug. Wenn die Umsätze zurückgegangen seien, so deshalb, weil die Preise zu hoch lagen; erst jetzt ist man mst den Preisen heruntergegangey. 33 Proz. Dividende hätten verteilt werden können, wenn man nicht die Aktien verwässert und hohe Abschreibungen gemacht hätte. Es war ein typisches Bild der Wirtschaftsführung, das hier vor dem Arbeitsgericht— nicht vollständig— aufgerollt wurde. Die Arbeiterschaft in Delmenhorst ist schon durch den Zusammenbruch des Nordwolle- Konzerns schwer betroffen worden, sie wurde durch die über- flüssige Stillegung des Linoleumwerkes wiederum geschädigt. Die Aussage von Pros. Dr. D u r st h o s f über diese Stillegung ist«in Beweis dafür, dah sie nicht mrbedingt notwendig war. Das ttisft aus eine Reihe der ununterbrochenen Still- legungen zu, von denen bei sack), und sachkundiger gewissen- hafter Nachprüfung manche vermieden werden konnten und damst für viele deutsche Arbeiter die Not der Arbeitslosigkeit. Das Treiben der Konzerne muh im Interesse der Wirtschast, wie im öffenllichen Allgemeininteresse, schärfer und dauernd beob- achtet werden. Oie Gewerkschastseroberung. Methoden und(Spekulationen der TiGO. Nach dem Rezept von Couö läht einer der RGO.-Gewerk- schoftsseinde keinen Zweifel mehr darüber, ,chah der Vorstoß der NGO. innerhalb der Gewertschaftsoerbände zur Gewinnung und Eroberung der unteren Gewerkjchajtspositionen immer erfolg- reicher durchgeführt wird... Nach einer unvollständigen Auf- stellung wurden 45 Ortsoerwaltungen bisher erobert. Jedoch meldet die IrchtArstgrubpe Bau der NGO. 36 ganz oder� teilweise erobert« Zahlstekten der Bau�ewerksoerbäiche/'': Es erübrigt sich, diesen„Eroberungen' hier nachzugehen, zumal Herr Erich Auer selber darauf hinweist, daß das eigentlich nicht allzuviel ist, denn der Metallarbeiterverband allein habe an die 600 Ortsverwaltungen. „Die Organisation der Oppositionobewegung geht nicht in dem Tempo vor sich, wie das angesichts der Situation möglich und not- wendig wäre. Die Manöveriertätigkeit und die Stärke des streik- brecherischen Gewerkschaftsapparats und die Wichtigkest der inner- gewerkschaftlichen Arbest wird nur zu oft unterschätzt.' Das suggeriert die KPD. ihren Mitläufern nun schon fest über einem Jahrzehnt. Sie hilft sich über ihren geringen Erfolg damit hinweg,„dah ein erheblicher Teil der Parteimitglieder und der Mit- glieder revolutionärer Massenorganisationen sauf dem Papier! D. R.) gewerkschaftlich überhaupt nicht mehr organisiert sind, weder in der RGO. noch in den reformistischen Verbänden und natürlich dort auch keine revolutionäre Oppositionsarbeit leisten.' „Der V. RGJ.-Kongreh hat mit Recht die Losung:„Hinein in die Gewerkschaften!' ausgehoben. Das schließt jedoch die Hinein- dirigierung von Kommunisten in die Massen-Gewerkschaftsoerbände mit dem Auftrag zur Organisierung der Oppositionsarbett keineswegs aus.' Nach einem Absatz, der durch die übliche Beschimpfung der Ge- werkschaften die Provokateurmethode vernebeln soll, kommt die Spekulation auf die Krisenlage der Gewerkschaften. Die steigenden finanziellen Schwierigkeiten der Verbände,..die sich äußern im Abbau der Unterstutzungen, Verlängerung der Anwartschaftsdauer. Einstellung der Sonderunterstützungen und auch Abbau des Apparats', bedeuten den Beginn der Vernichtung der U n t e r st ü tz u n g s e i n r i ch t u n g c n. „Die Tatsachen— Begleiterscheinungen der Krise— sind Sprengpulver für die Gewerkschaftsoerbände. Die Hoffnungen von Millionen feit Jahrzehnten beitragzahlenden Mstgliedern auf wohlerworbene Rechte werden vernichtet.' Der schuftigste Unternehmerknecht könnte das nicht besser machen als der„Revolutionär' Auer in der„Roten Fahne', der dann den täglichen Anbiederungsversuch macht:„Gewerkschafter, wir reichen euch die Hand.' Kommunalbeamte in der Eisernen Front Am Freitag fand im Berbandshaus des Gesamtverbandes eine stark besuchte Delegiertenversammlung der Reichsgewerkschast deutscher Kommunalbeamt«» und Angestellten im Ge- samtverland statt, in der Genosse Soldes in einem Referat über die beamtenpolitische Lage auch zur Bildung einer Hammer- s cha f t der Kommunalbeamten aufforderte. Nach einer regen Aussprach«, in der Einzelheiten der Bildung von Hammer- schaften besprochen wurden, fand folgende Entschließung Annahme: „In der Erkenntnis, daß ein Sieg des Faschismus in Deutsch- land zu einer völligen Entrechtung der Beamten führen und sie zu willenlosen Handlangern des zufälligen Diktators degradieren würde, b e g r ü ß c n die in der Reichsgewerkschast deutscher Kommunalbeam- ten und Angestellten organisierten Kommunalbeamten der Stadt Berlin die Bildung der Eisernen Front zur Bekämpfung von Reak- tion und Faschiemus und zur Erhalwng von Demokratie und Ne- publik. Die Delegiertenversammlung der R. d.� K. fordert die repu- blikanische Berliner Kommunalbeamtenschaft auf, sich restlos in die von den freien Gewerkschaften gebildeten Hammerschaften einzu- gliedern und Schulter an Schulter mit den Arbeitern und Ange stell- ten der städtischen Betriebe und Verwaltungen den nationalsozialistischen Terror zu brechen und die Bürgerkriegspropaganda zu schlagen.' posthammerschast Charlotienburg. Auch unter der Beamtenschast hat die Eiserne Front starke Unterstützung gefunden. So hat sich in C h a r- l o t t e n b u r g eine Posthammerschast gebildet, die einen Aufruf«rläht, in dem es heißt: Die tägliche Erfahrung in Verwaltung und Betrieb lehrt die Beamten leider daß nicht diejenigen, die chrem Eide getreu, mit Bewußtsein und Hingabe dem republikanischen Volksstaat dienen, dLy daß diejenigen Teiles der Bcäiytenschask. die wehr oder' iniyder offen den republj? k a n i sch e n Bolksstaatbe kämpfen, bespötteln oder gar verächtlich machen, an Einsluh und Rückhalt gewinnen.. Aus un- serer Pflicht heraus und aus innerster Ueberzeugung sind wir entschlossen, die republikanische Verfassung des Deutschen Reichs mit allen Kräften zu verteidigen und sie vor jedem Angriff, woher er auch komme, zu schützen. Zur Bekräftigung dessen fordern wir alle republikanischen Beamten auf, sict, unserer Post- hammerschaft republikanischer Beamten in Charlottenburg anzu- schliehen. Von den Unterzeichneten des Aufrufs seien genannt: Obcrpost- direktor P l e g e r, Major d. R. a. D., Oberpostsekretär Erich Fischer, Postschaffner Fritz Körb er, Postschaffner Franz Liese. Postschaffner Fritz Neubauer, Hilsspostschasfner E. Fischer. Die Geschäsisstelle der Hammcrschast, die Zustimmungserklärun- gen entgegennimmt, befindet sich bei Erich Fischer, Charlotten- bürg 2, Guerickestr. 31n, P o st h e i m st ä t t e. Wie die Aazis Beiriebe erobern. Oer Lleberfall auf die Vevag-Delegschafi. Zu unserem Bericht unter der Ueberschrist:„Mit Messern und Schlagringen" am Freitag wird uns aus der SPD.�Fraftian der „Bewag" geschrieben: Während die Verteilung von Zetteln vor Betrieben der Bewag verhältnismäßig harmlos vor sich ging— ausgenmnmen beim Werk Kopenhagener Straße—, ersolgte nach der Riesenkundgebung der Bewag-Belegschast für die Eisern« Front am 17. Februar ein Mossenangnfs der Nazis auf das Verwaltungsgebäude Schiff- bauerdamm bzw. Lursenstraße. Tagtäglich sammelten sich größere Trupps von chakenkreuzlern vor diasem Betrieb an und versuchtsn, ihre Zettelchen loszuwerden. Dabei wurden die Pförtner in dar gröblichsten Art beschimpft und tatlich angegriffen. Die Arbeiter, die achtlos an den Zettelverteilern vorbeigingen und die Zettel nicht abnahmen, wurden deshalb ebenfalls tätlich angegriffen und beschimpft, so daß es notwendig war, die Hilf« der Polizei in Anspruch zu nehmen. Sobald Polizei erschien, nlrmton die Nazis. In der Zett vom IS. bis 24. Februar hielten sich die„rauhen" Brüder nahezu tagtäglich in Trupps bis zu 40 Mann vor dem Betriebe auf. Die Bewag befand sich beinahe im Belagerungszustand. Die Hauptaktion wurde in der Versammlung am 25. Februar vollbracht. Die öffentliche Versammlung für die Bewag-Betriebe war einberufen mit der Tagesordnung: ,Ler Verrat der Gewerkschaften. Was bringt uns der neue Tarif?" und war unterzeichnet von der Sektion Stettiner Bahnhof der National- sozialistischen Partei. Da weite Kreise der Belegschaft«in Interesse daran l)atten, zu hören, worin der Verrat der Gewerkschaften b«- stehen soll, waren etwa ISO Mann der Belegschaft erschienen. Von den betriebsfremden sftozis waren etwa 40 Mann erschienen. Als der Referent erklärte, wer feine Worte nicht anhören wolle, der solle das Lokal verlasien, und der Versammlungsletter, ebenfalls ein Betriebsfremder, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen drohte, begannen die Versammlungsteilnehmer, soweit sie zur Bewag gehörten, das Lokal zu verlassen. Beim Verlassen des Versamm- lnngsraumes zeigte es sich, daß die Nazis alles zum Angriff vorbereitet hatten. Denn die Bewag-Angehörigen mußten e i n von Nazis gebildetes Spalier passieren. Ein F o u st- schlag, den ein Kollege erhielt, und ein Pfiff waren das Zeichen zum Angriff. Obgleich im eigenttichen Versamm- lungsraum von den Kollegen nichts verzehrt worden war. flogen plötzlich Bierseidel nach vorn. Ebenso wurde mit Stühlen gearbeitet. Die'S ch a u f e n st e r 1 che i b e des Lokals wurde nicht von außen, sondern durch ein von innen geworfe- nes V i e r s e i d e l zerschlagen. Die Glasscherben slogen mit dem Bierglas auf die Straße. Ein auf der Straße stehender Kollege der Bewag wurde durch das Bierglas an der Hand getroffen und verletzt. Ein im Lokal anwesender Nazi hat dort telephonisch Der- st ä r k u n g herbeigeruien, auch die„Bürokulis" sollten mttkommen. Nach Verlassen des Lokals zeigte sich, daß verschiedene Haus- f l u r e der umliegenden Häuser mit Stoßtrupps gefüllt waren. Der Emdruek, den die Berfammlungstellnehmer von dem ganzen ftrolchmäßigcn Treiben der Nazis gewonnen haben, war ein recht ekelhafter Vorgeschmack vom„Dritten Reich". Eroberung der städtischen Betriebe in Buch. Zum 25, Februar hatten die Nazis eine Versammlung für das -Personal der städtischen Betriebe«inberufen, das gegemoärttg in Stärke von 1SOO Köpfen beschäftigt ist. Doch in der Versammlung war davon niemand zu finden, well die Angestellten für ibre st eis Zett besser« Berwendung haben. Außer einigen Hofpita- llten waren nur Nazis erschienen, die weder in Buch wohne», noch dort beschäftigt sind. Dafür waren unsere Bucher Parteigenossen auf d«m Posten. Der Naztteferent suchte vergeblich Stimmung zu machen. Auch die Unterstützung, die. er bei seinem Parteigenossen B« r n d t vom Rathaus fand, konnte an dem Fiasko nichts ändern. In der Diskussion zeigten zwei seit Jahrzehnten im Kranken« pslegeberus tätige Genossen, daß das Pflegepersonal nicht erst auf die Nazis gewartet hat, um seine Lage zu verbessern. Di« Herr- schaften sind zu spät gekommen. Der Gesamtverband und die Sozialdemokratie haben dafür gesorgt, daß das Krankenpflege» personal sich von der„Gesinde"-Swse der.Vorkriegszett zu steie» Angestellten auffchwingen konnte. Die Aufforderung des Genossen Falkner, sich dem G e> somtvorband und den Battiebsfraktionen der SPD. anzu- chließen. fand stürmischen Beifall in der— Naziversammlung. Di« Zcllenbauer zogen betrübt von bannen. Der Moskauer Aundfuvk berichtet. Vom Streik bei Lllistcin. Ein russisch sprechender Genosse schreibt uns: Wie die so- genannten Arlniterdelcgationen das nsssifchs Proletariat mtt schauer- lichin Berichten aus ihren Heimatländern.wbjektiv" informieren. ist ziemlich bekannt: Neuerdings verdanken wir auch dem Rund» funk einen Einblick in die Berichtcrstnttungsmcthoden der Moskauer. An, Dienstag, dem 23. Februar 193? sendete Radio Moskau seinen Zuhörern nach einem englischen Sprachkursus auch Bericht« und Mitteilungen aus oller Herren Länder. Di« Kämpfe in Schanghai wurden besprochen, die Stellungnahm« der englischen Regierung zu ihnen und so wetter. Auch Deutschland fehlte in dem Reigen nicht. Da fasell« der Ansager von bevorstehenden revolutionären Kämpfen unter Führung der KPD." als Folge der anschwellenden Arbeitslosigkeit, die bsretts eine Höhe von über zehn Millionen erreicht habe. Dann aber berichtet« er über ixm— in den ersten Januartagen inszenierten— Streik im größte« Zeitungskonzern Europas, bei der Firma Ullstein, wo die Belegschaft„geschlossen" gegen die Diktatur Brüning, Notperordnung und Hindeich urg gekämpft habe. Noch sei es der„Stwkbnuchorganisatioi," de? graphischen Hilfsarboiter- verbandes uich ihrer sozialfaschistijchen Führung gelungen, d«n h'roisch geführten KaniD nuderzuschlagen, aber schon hotten die Bclegichosten im Buchdruckgewerbe uitter Führung der RGO. zu neuen Schlägen aus." Es folgten dann Nachrichten für die rote Armee, abwechselnd von einem Ansager und einer Anjägerin vorgetragen, ein Vortrag über die �ieningrader Unioersitätsverhältniffe".«in technischer Bericht aus d-n Betrieben.„Karl Marx", nachher musikalisch« Beiträge, die auf Wunsch einzeln angeführt werden kömsten. Heber den Verlaus des wildsn Sttetts bei Ullstein, dar von einzelnen unverantwortlichen RGO.-Aichängern angezettett wurde und infolgedessen scheitern mußte, brauchen wir kein Wort mehr zu verlieren. Darüber ist seinerzeit ausführlich sowohl un„Vorwärts" als auch in der graphischen Gewarkschaftsprsfla berichtet morden. In Moskau scheint man. derartige Streik märchen, selbst wenn fi» wochenlang zurückliegen, recht notwendig zu gebrauchen, um di« rulsfischen Arbetter in Stimmung zu halten. sro.- Mola»s p Bv nsN ihm euer SPD-Kenner ton er. TssMoranung; 1. smioas nehme rur tonerei. wmmmlong.-.2. Mtwani der Frakiiutsieitung. Der Fraiitiwswpuand, Ersahkassen als Arbeitgeber. Di« Zuschrift, die wir mtt dieser Ueberschrist in Rr. 87 des „Vorwärts" veröffentlichten, hat uns eine Beschwerde und eine Zustimmung eingebracht. Zu der Beschwerde sei bemerkt, daß wir keineswegs die Absicht hatten, alle Ersatzkossen in«inen Topf zu werfen. Wenn der Angestelltenrat der Kranken- und Sterbe- kass« für das Deutsche Reich(Lichterfelder Ersatzkasse) sich dagegen wehrt, daß diese Kasse etwa mtt der Kaufmännischen Krankenkasse zu Halle hinsschllich her Behandlung der Angestellten gleichgestellt wird, so ist das begreiflich. Er existieren in Deutschland noch verschiedene aus Berufskrankenkasssn hervorge- gangen« Ersatzkassen, die in der Arbetterbcwegung einen guten Ruf haben. Das zwette Schreiben bestätigt, daß bei der Verwaltung Berlin der Kaufmännischen Krankenkasse in Halle die Angestellten tariflich niedriger eingruppiert sind und einige überhaupt nicht nach Tarif bezahll werden. Der Versuch, eine Betriebsoertretung zu wählen, wurde damit beantwortet:„Sie wolle« eine Betriebsoertretung wählen? Die brauchen Sie nicht. Wenn Sie etwas haben wollen, dann kommen Sie zu mir." „Wer sollte bei der großen Arbettslossgkett da noch den Mut haben, sich in die Betriebsoertretung wählen zu lassen?" heißt es in der Zuschrift. Obwohl wir diesen Standpunkt nicht gutheißen. erscheint es uns dennoch notwendig, durch öffentliche Kritik auf solche Mängel hinzuweisen, damit sie abgestellt werden. „Miliiärmusik und Erwerbslosigkeii." zzvo Äerufsmusiter in Berlin sind arbeitslos!. Der Deutsche Musiker-Verband, Ortsverwaltung Berlin, schreibt uns: In Nr. 83 des„Berliner Lokal-Anzeiger" brachte Herr Di- rektor Ammön vom Zoologischen Garten einen Aufsatz, worin er behauptete, daß das Honorar der Militärkapellen im allgemeinen erheblich unter dem gleichwertiger Zioilkapellen liege. Ferner, daß die Ausschaltung der Militärkapellen die Er- werbslostgkett nicht mindern, sondern nachteilig auf ihre zahlen- mäßige Entwicklung einwirken würde. Hierzu sei bemerkt: Mtt der Behauptung, daß die Mili- tärkapellen billiger seien als gleichwertige Zioilkapellen. hat Herr Direktor Ammon den neun Berliner Militärkapellen be- stimmt«inen sehr schlechten Dienst erwiesen. Den Militärkapellen ist nämlich vom Reichswehrministerium ausdrücklich unter- sagt, unter den Tarifsätzen der Zivilmusiker zu konzertieren. Herr Direktor Amman hat für seine Behaup- hing, daß Militärkapellen trotzdem gleichwertige Zioilkapellen unterbieten, sicherlich auch Beweise. Wir fragen dahsr den Herrn Reichswehrminister, ob er berett ist, diese Angabe nachzu- prüfen und die Milttärkapellmeistor, die billiger als Zwilkapellen konzertieren, zur Verantwortung zu ziehen. Di« weitere Behauptung aber, daß die Ausschaltung der Mili- tärkapellen die Erwerbslosigkett nicht mindern werde, ist sinnlos. Im vergangenen Sommer spielten in den Berliner Etablissements allwöchentlich 2 3 Militärkapellen. Wenn statt diesen 23 Milttarkapellen in der kommenden Sommersaffou 23 5l»ile kapellen verpflichtet werden, dann bedeutet das doch ohne weiteres ein« Verminderung der Erwerbslosigkett der Musiker. Man komme nicht mtt der Ausrede, da» Publikum oerlange Militär kapelleul Das Publikum verlangt Musik und will zum größten Teiü an den militärischen Drill nicht mehr erinnert werden. Wir fordern nach wie vor grundsätzliches Verbot für di« Militärkapellen, den Zivilberufsmusikern das Brot zu nehmen. 3n Berlin sind 3300 Bernfsmuflker arbeitslos. Nicht nur der Staat, auch das Publikum dürfte daran interessiert fem, daß Erwerbslosenunterstützung an arbettslose Musiker gezahlt wird, die nicht mehr arbeitslos fein würden, wenn der Herr Reichswehr, minister den Militärkapellen das entgeltliche Musizieren untersagen würde._ Ltrabstimmuug im Buchdruckerkonflikt. Die Belegschaft der Firma Elsner und die Maschinensetzer der „Berliner Börsen-Zeitung" werden heute, Sonntag, in einer Bc- ttiebsversammlung durch Urabstimmung über Annahme oder Ablehnung des von dem Schlichter Gewerberat Körner empfohlenen Vergleichs entscheiden. Berliner GcwertschaftSschnle. Der nächst- Sirtlch-ftrp-Misch- Au»spr ist-m« i» II«t a g. 1. März, am IS tlhr, im Sani 3 bzw. Saal 5 des S-werkschaftshaases, Enarl- attr 24—24. Da, Tb-ma des Abend» l-aUt„Der«nfban bc dentsche» Nr-di«. systo»-. L«lter de Äb«nds ist d-r S-n-sse M-nd-Isoh- van dar Fvr. fdjang»st-lle fiir Wirtschaftspolitik.._„ Zutritt haben alle fr-ig-w-rkfchaftlich organrn-rten Soll-g-» und stelle» ginne» ohne vorherig« Anmeldung. HSrerbeitrag wird nicht-rhobitl. SPD.. Fraktion bei der AeS.'H-naigsdors. All« Son-st-n find v-r. sJ pflichtet, di« Frau-nkundg-bung Montag, 2g. �Februar, � 1« Uhr, im Lokal Fehlkamm zu besuchen. ---— bei ll-Ba! icn. Der Fraktkoasobmava. SPD..Fiaitu>il b-r U-Baba. Morgen, Montag, 10 Uhr, und 2V Uhr, im steglrrheim d-r«amm-rfäl-. T-lt°w°r Str. 1—4, Fraktionso-rfamm. lang aller Genossinnen und Genossen. Neuwahl des Borstandes und der Funktionäre. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. SPD.-Fraktia» beim Aschiager-stonzer». Dienstag, I. März, lTz4 Uhr, Versammlung im Eigungszimmer des Nahrungsmittel» und Getränke. arbciteroerbandes. Wichtige Tagesordnung. Deutscher Bekleibunnsarbeiterverbaab, Filiale Verli». Herrenmahschneider: Branchcnversammlung Montag IS Uhr im Gewerkschaftshaus, Cngeluser 24—?.'. Tagesordnung: 1. Neuwahl der Delegierten zur Generalversammlung. 2. Bericht über die örtlichen Tarifvcrhandlungen. 3. Andere Branchenangelcgenheilen. Pflicht aller Branchenangehöiigen ist e», zu erscheinen. Nur Mitglieder obiger Branche, welche mit ihren Beiträgen nicht über 4 Wochen im Rll-tstande sind, haben Zutritt. Die Braachettlommisston. »�reie GewerkfchafiS-Iugenö Berlin Heute, Sonntag, finden falgeude Veranstaltungen statte„Was bedeutet uns heute noch Goethe in der Mufik?" Vortrag von �Professor steilen. berg mit musikalische:'. Beiträgen um 20 Uhr Aula des ckäcflien.Ltizeums, Berlin-Lichienberg, Rathausstr. 3.- stostenbe>traa 30 Pf.— Ingeadqrupp« des Verbandes der Nahrungemittel-»ab Geträntearoeiter: Fahrt Tiefensce— Etraus. Äeferent Ii. Stube. Ioaendaruppe des Zeutralverbandes der Zlosestellten Margen, Wontag, finden folgend« Beranstaltuimo» statt: Sebbing: Iugmidheim Turrner(Säe£ erst tagt. Wir lesen.Fkamps um stitsch".— ,. 10. Zimr___________.________,_______ Refereiit: Mo eller.— Weißens««: Bugendheim PistöriuSstr. 24. Vortrag:.L'r die NSDAP,«ine Arbeitervartei?�, Referent Löwi.— Beiß:. Stiidtifchr: Jugendheim(Rathaus). Fahrtenabend.— Urban: Sugendheim Höbrecht. Gäc Sanderftraße. Lichtbildervortrag:„Unsere Jugend tage", Referent Hellbrunil. 3>fo oroßt VerbflUgungs Aktion! Das Gebot der Stunde für uns ist: Anpassung sämtlicher Preise an das veränderte Einkommen breitester Käuferschichten. Die Ein» kummensminderung, die heute jeden trifft, muß durch die denkbar niedrigsten Preise wettgemacht werden. Was wir durch unseren . Großeinkauf im Anschluß an einen der größten Einkaufs- Konzerne Deutschlands erreicht— soll diese„Verbilligungs-Aktion" der gesamten Bevölkerung eindeutig vor Augen führen. Vergleichen Sie Preis um Preis, Ware um Ware, Qualität um Qualität!— und dann entscheiden Sie sich für den Weg, den Ihr verkleinertes Portemonnaie Ihnen gebietet!— Morgen gehts los! »KAUFHAUS« *— BLN.9CHÖNEBER6. HAUPT ST&.163, ttaieaiimgai fSt diel, Sfaloa ftab S e t Ii« e®«8, CiabtttaoSt 3. G partemachnchtenjM�für Grsß-Berlm ftet» ta tws 9«gi£t(fe(zetsztat 2. H-i.; ttwxn mSfU. ju rich»e» Beginn aller Veranstaltnagen 1S� Nbr. sofern keine besondere Zeitangabe: Zlloakag. 29. Februar. 2rei». �Ule beteiligen sich an der?unltiopärsihung findet nicht arn 2g. Februar, sondern am l. März. 19V, Uhr, Tempelhof. Dorfstr.«2. statt. II. Zrei». Zreisnertreterperscmuiluna im Ileinen Saal des Stadttheaters. Fried richstr.«. Bericht. Peuwahl. Mitgliedsbuch und Äreisvertreterhart« sind am Eingang norzuzeigen. Eine Stunde vor der Zreisvertreter- Versammlung rireisvorstandssihung im Vereius�iunner des Stadttheater». 1». Zrei». HSV, Uhr Vorstand ssttzung, 20 Uhr Zreisdelegiertenversammlung an bekannter Stelle. Bericht der Obleute, Neuwahl. 31. Abt. Achtung. Bezirlsführerl Kur Zundgebung am 1. März muß«in» aeladen werden. <8. Abt. 18V, Uhr Abrechnung der Bezirlsfilhrer bei»eller, Fürstenstr. l. 98. Abt. 20 Ilhr Abteilungsoersammlunz bil Beutel, Kaiser- ssriedrich-Str.«L. Vortrag de»«cnossen Frist Scholz über Klein, und Arbeitslosensiedlung. 8z. Abt. Mitgliederversammlung Birkenwäldchen. Mantcuffelstr. 11/12. Bortrag de« Eenosten Iürgenfen. M. d. L. Thema: Di- bevorstehenden Wahlen. Nach der Mitgliederversammlung findet-in« Besprechung mit den Kreis- Vertreter», die sämtlich zur Stelle sein müssen, statt. 88. Abt. Kandzetielverteilunz. Ausgabe 18 Uhr bei Sörlist, Chausleestr. 19.- 92. und 98. Abt. Achtung, Bezirkzsührer! 1« bis 19 Uhr bei Wolfs. Kaiser. Friedrich. Str. 173, LandzetW abholen. 94. Abt. Kusommenkuost der jüngeren Parteimitgliader bei SchrSder. Stein- »3. AbS?.' Dir Bezirksführer stellen sich al« Ordner zu der an, l. März im Karlsgarten stattfindendcu Kundgebung ein und erhalten dart Handzettel. 124. Abt. Montag außerordentliche Funktionärfistung im Lokal Nordstern. Dienstag,!. ZNärz. 4. Kreis. Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Altersheim, Danziger Strohe 02.>7 Uhr. Indien. Rcferentin Genossin üchulze-Säoernitz. S. Kreis Arbeiterwohlfahrt. fjufammenfuaft der erwerbslosen Parteimitglieder im Seiu, Tilstter Sit. 4'5. 15 Uhr. Politisch» Information. Referent Gott- lieb Rees«. Den Unterhaltungsteil beftreitet unfer Srwerbslofep-Orchester. 14. Kreis. 1b Uhr im Jugendheim»anner Str. 42. Di« ruffifche Reoolution und die europäifche Arbeiterschaft. Referent Dr. Salornon Schwarz. 19. Krei». 18 Ahr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder an be- ianntei Stelle. Reierent Paul Bernstein. 188. Abt. 20 Uhr bei Blockwkst, Parkstraße Eck« Herrenhausstiahe. Funktionär. 188.«It. �Funktionärversammlung bei Förster. Flemmingstr. 11. 114. Abt. Kasammenkunft der jüngercn Parteimitglieder In der Bibliothak Weichselstr. 28. Diskussion über Tagespolitik. Referent Kurt Pohl». Mittwoch. 2. März. 13.»rei«. Kreisdelegierieupersammlung bei Gohlke. Mariendors, Ehaussee- 14.«enlill». Außerordentliche Ästung der Bezirksoerordnetenfraktion mit Bllrgerdeputierten im Rathaus, Zimmer 137. Bortrag über die neue Ortsfastüng. Referent Stadtverordneter Rodini on. 8. Abt. Zufammenlunft der jüngeren Parteimitglieder bei Dobrohlaw, Swine» münder Straße 11. Geschichte des Sozialismus. Referent Genosse Wendicke. 11. Abt. Der Abend der jüngeren Parteimitglieder fällt aus. Dafür Beteili- gung an der Kundgebung der„Eisernen Front" im Sefellfchaftshaus Wiclefstraße. 18. Abt. 20 Uhr bei Omandt. Moltkestr. ZI. Fmiitionarssstung. 33. Abt. Musitabend politische Satire bei Wertalla..Hohenlohessr.-t, ZI Abt. IS Uhr Sitzung des Abtailungsvorstavdes bei Jamin! 20 Uhr Funk. tionärsistung dortselbfb �_ 91 Ätt. 20 ISr Zusammenkunft der jüngeren Partelmitglieder bei Palm. Mainzer Str. 15.18..St« diskutiere ich mit meinem Gegner?" Referent Dr. Du'hsrd Su&iid. 97. Abi Jüngere Parteigenossen! Uufer Seimabend lallt aus. Wir sind um l8V, Uhr in der Aula der Schul« Ewfer Straße. 188. Abi Aus Anlaß der Trauerseier für die Genossin Johanna Lostin om Dienstag findet die Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder am Mittwoch. 2. März, von 15 bis 18 Uhr. im bekannten Lokal statt. Es be- teiltoen sich alle Parteimitglieder an der«undgebuug der Eisernen Front im Spreeaarten. 188». Abt. Sitzung des Ahtoilunzsvorstands und aller Funktionär« bel Klose, Mohlodorfer Str. 1. 117. Abt. l« Ubr gusanunentuvft der erweibUlofen PartotmUglieder an b«. kannter Stelle..___ 134. Abt, Zuiomwenkuirft der jüngeien Partlimitalieder bei Sonnet, Schönower Ecke Pasf.flraße.. Erfurter bi, Hoidelberg« Programm. Referent Seooss« 148. äU. i» Ilhr Dorstandssistung mit TeziokstfiZhrern. beim Genossen Lehmann. vouasrskag. 3. März. ». Zrei» Arheiterbilhvogsfchvle. Letzter Abend Kursus Schräder im Heim Tilstter Hrr. 4'5 7. Zrei. 1.) Uhr Heiterer Rachmittag für die erwerbslosen Parte, Mitglieder an bickannter Stell». 12. Zrei». 17 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Speise- räum der Schule Steglitz. Friesenftraßr. Arbeitsdteoftp flicht. Referent Richard Joachim. 12. Abt. 20 Ilhr Zusammenkunft der jün"eren Parteimitglieder bei Schmidt, W-clekftr. 17. Vom Ursprung der Religion. Referentin Susanne Räder. Großmann. 22. Abi Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglleder bei Borkowski. Brüsseler Str. 48. Die Reichsoräiidentenw-Hl. Referent Dr. Gerhard Lüchow. 83. Abt. 19V i Uhr Fu nktio trärversainmlun g bei Losak. Bepmestr. 8, vorher 19 Ilhr Sitzung des Abteilungeporftands. � 124. Abt. 15 Uhr im Sitzlingsziiümer des E«nossenscha,!shaufes, M-lapchtf on- ftraße 83. Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder. 17 Uhr. 2. Bortraa de» Genossen Dr. Norbert Morx: Das wahr« Gesicht des Nationalsozialismus. Kolonie Li per berge. 20 Uhr Zahlabend bei Klemmer, Alpenschläßchen. Genosse Ernst Schultz spricht über„Die Eifern« Front. Freilag. 4. März. 1..»reiz. Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitgliader im Erwerb?. losenheim Gartanstr. 5 flinker Einaanz Stadtbad) ab 15 Uhr. Tage«- oalitisch« Fvaen. Refcranr Mar Kendemann. v 5.»sei»«rb-iterw-hlf-brt. 15-, Uhr im Heim TilfUer Str. 4/5. zwangloser Unterhaltung»-. Hvirl. und Lefeabend. 7.»reis. Im Jugendheim Rvstncnftr. 4. Dildungsausschußsttzung mit den Maifeier-Daleglerten..„,. 28. Abt. Zufawmenkunft der jüngeren Parteimitzlieder bei Reche. Mester Straße 28. Grundlagen des Marztsmuz. Referent s. P. Maper. Voranzeige: «. strai». Achtung. Abteilungsleiter I Die Lreisvertreterversammlung findet am 8. Mär». 19-' Uhr. Arminiushallen. Bremer Str. 73. statt. Krauenverausta!tungen. 1 Krei» Mit Rücksicht auf unser« Fpauenabend« fällt der Fpauenkursu» am Montag. 29. Februar, aus. Der nächste Kurfuoabend findet am 7. Mar» 2 Kraii. Der Boriragsabend der Genossin Mathilde Wurm. M. d. R., am Montag. 29. Februar, kann nicht stattfinden. Dafür beteilige» sich M« Eenofimnen am Frauenaren d der 18. Ab leih, na In der Pastenhofer »ranerei. Turmstr. 2b. Bortrag der Genossin Käthe Kern: Unser Kampf 5. Srci»� Ah« �Genossinnen beteiligen sich an der Gedächtnisfeier für unsere Borlämpserin Margarete Wengels am Montag, 29. Februar. Treffpunkt Wu Uhr am Eingang de- Sr«U>hofe» Friedr.ä�ietde. 8. Krei». Voranzeige! Montag, 7. Marz, 19-ai Uhr, Frauenlundgebung im Orpheuw. Hasenheid«. Genossin Lore Agnes spricht über das Thema: 3000 Arbeiierspomor marschieren heule Sonntag, den 28. Februar 1932, um 16 Uhr, bei dem großen Hallensportfest in den AusstelfunsshaSlsn am Kaiser- dämm. An den sportlichen Wettkämpfen sind beteiligt: Leipzig, Dresden, Stettin, Kottbus, Guben, Brandenburg, Rathenow, Luckenwalde und Berlin. Konzert/ Großes Schauprogramm! 10000 Sitzplätze von 50 Pfennig bis 1 Mark Alle Genossen und Genossinnen unterstälzen die Sportlerl Frauen im Kampf. Außerdem wirken mit Martha Zohn, Rczitationen, und der Sprechchor der Frcidcnkerjugend. Karten zu 30 Pf. find bei allen Frauenabrndleiterinnen. bei Keufner, Hogclbergerftr. 30a, zu haben. 29. Kreis. Dienstag', l. März, 30 Uhr, Kreisfunttionitrinnensistung in Tegel. Schöneberger Str. 3. Montag, 29. Februar. 3. Abt. Im Gewerkschastshaus, Saal 5, Genossin Pollack: Kameradschaftsehe. 7. Abt. In der Reuen Ressource,(Lartenftr. 0. Vortrag des Genossen Rettor Eoedtte: Unsere weltliche Schule im Bezirk Mitte-Rord. 8. Abt. Bei Rückert. Steinmetzstr. Z8a: Arbeiterhaushalt und Preisabbau. Referentin Marie Knnert, M. d. R. 13. Abt. In der Patzenhoser Brauerei, Turmstr. ZZ: Unser Kampf um die Abrüstung. Rcferrntin Käthe Kern. 14. Abi In der Schule Putbusscr Str. 3: Das Kampfjahr 1932 und die Aufgaben der Frauen. Referent Mar Gillmcifter. 15. Abt. Franenwerbeabcad im Lokal Mosch. Vrunnenftr. 149. Rofik. An» sprach«. Mitwirkung bei ArbeUcr-Laien-Spieler. Anschließend Tan,. 18. Abt. Bei Lcuschner, Ackerftr. 110: Das Kampfjahr 1933 und die Auf. gaben der Frauen. Referent Bernhard Krüger. 17. Abt. Bei Klinge, Scllerstr. 14: Das Äampfiahr 1992 und die Aufgaban der Frauen. Referrnttir Susanne Ruder-Sroßmann. 18. Abt. Be! öachfc, Lfndower Str. 28: Die Geschichte unserer roten Föhne. Referentin Elvira Krüger. 19. Abt In der Schule Eothenburger Straße. Vortrag der Genossin Dr. L-vp. 24. Abt. Bei Winzer. Wmsstr. 4«: Die Ausgabe» der grauen in der Preis. senkungsaktiov. Rcferentin Luise Käbier. ZU d. L. 24a. Abt. Bei Wenzke, Carmen.Snlva.Str. Zl: Arbeiterhaushalt— Preis. abbau— Lohnpolitik. Referent Dr. Hans Adler. 25. Abt. Bei Schmidt, Kniprode. Ecke Künsche Straße: Friedrich Giert. Referent Stadtrat Horlitz. 28. Abt. Im Lolal Reche. Metzer Str. 28: Leben und Arbeit rn Sowiet- rußla:id. Referent Dr. Sawmon Schwarz. 27. Abt. Im Sportrestourant Eantianstraße: Wohlfahrt und Winterhilf«. Referent Stadtrat Rosemanu. 32. Abt. Bei Schmidt, Fruchtstr. 38». 2. Abend: Revolutwn der Eh«. Refe- rcntrn Elfe Steinkühler. 35. Abt. Statt des Frauenabanbs am 29. Februar findet am Sonntag, der von ___________________________________________ leferent»otadt- rat Wermuch. 38. Abt. In der Paßenhofgr Brauerei, Landsberger Allee Z4f2ö: Das Kampf. jähr 1932 und die Aufgaben der Frauen. Referent Max Hevdenrann. 49. Abt. Bei Förster, Dreihundssr. tl: Die Frau der neuen Generation. Reierentin Paula Kurgast. Außerdem Mitwirlung der SAI. 41. Abt. 20 Ubr bci Erdmann, Belle-Allianc«. Ecke Bergmann sieasic: Einhole- koob— Wirtschaftskrise— Konsum. Referent Genosse LLrkel. 44. Abt. Bei Ewalt, Skalister Str. 126: Das Kampfiahr 1932 und die Auf. gaben der Frauen. Refmiu Dr. Julius Mose». M. d» R. 48. Abt. Bei EhwtUowsli. Wränget,'tr. 87 Ecke Taborfwaß!: SeziehungSfragen einst und jetzt. Referent Diibslm Mieihke. 47. Abt. 20 Uhr tn der schul«. Waldemarftr. 77: Di« Aufgaben der Frauen in der Preisfenkungsaktion. Refarentilt Bruno Malonn». 48. Abt. Bei Buschmann(früher Testlaffs. Rttterstr. 93: Aicheiterchaushalit und Preisabbau. Referentin Dora Bergas. 51. Abt. Bci Schellbach, Konigin-Elifaboth.Str. 8, Bunter Wend. 53. Abt. Bei Hampel. Uieuau. Ecke Eickrngenitraßo: Das Kampfiahr 1932 und die Aufgaben der Frausn. Referentin Gertrud Hanna. Vi. d. L. 87. Abt. 20 Uhr im Lokal Wurzbacher Bahnhofsrestäurant Grunewald: Unser Kawpi um die Abrüstung. Referent Paul Bernstein. 89. bis 72. Abt. 20 Uhr hei Kulka. Lauenhurger Str. 21: Die politische Situation. Reierentin Klara Bohm-Schnch. M. d. R. 73. Abt. Die Genossinnen beteiligen sich am Frauennbeitd bei Kulka. Lauen. burger Sir. 21, Bortrag der Genossin Klara Böhm. Schucks. M. d. R.: Di- politische Lage. 79». Abt. 20 Uhr im bekannten Lokal Film, und Vortragsabend. 82. Abt 20 Ubr bei Sidcllqase. Abornstr. lue: Die Stellung der Frau in Vergangenheit und Gegenwart. Referentin Margarete Schenkalowiki. 8». Abt. Bei Gcomn:»ck. Saoderstr. 10: Unsere Vorkampfer— unsere Vor- kämpferinnen. Referent August Riemann. »2. Abt. Bei Echoiidt, Kaifer-nriedricks- Eck« Eldestraße: Wege aus der Wirt, schastslrife— Arbeitsbeschaffungsprogramrn. Refcrentin Dr. Erna Magnus. 93. Abt. Lm Jugendheim Kanner Str. 42: Born Volkslied zum Ehonfon. Vortrag des Gendsscn Dr. Bolfgang Herberth unter Vorführung von Schall. platten. 95. Abt. Bei Friedersdorf, Ziigerstr. 3, Lichtbildervortrag des Genossen Oswald Zienau über Sowjetrußland. »7. Abt. Bei Kutzii. Hermann, Ecke Letneftraße, Haitcrrr Abend. Vortragends Margarete Fichtner.- »3. Abt. Bei Teich, Klwsebackstr, 135; Streifzüge durch den Orrent. Referenttn Erna Büstng.- � 990. Abt Der Frouenabend wird vom 29. Februar auf den 7. Marz ver. schoben, 3iobere.Mitteilung erfolgt noch. Am 3. März beteiligen wir uns geschlossen an der Frauenkundgedung im Lehrarveretnshaus. Trefspunkt 1S>: Uhr am Duschkrug. 191. Abt. Erweiterter Frauenabend bei Georg», ffrllher«» Rennbahnlokak, am Bahnhof Treptow: Aroeiterhaushalt— Wirtschaftskrise— Konsum. Rese. reut Genosse Karl Muhaelis. 192. Abt. Bei Saß, Baunischulenstr. 72: Das Kampfjahr 1932 und die Auf. gaben der Frauen. Referent Albert Fallend erg. 102. Abt.«sA.Hof. In Neu-TivoU. Neue Srugallee 35: Rechtsstellung des unehelicheu Kinde«. Referentin Dorothea Burckhardt. 193. Abt. Bei Trpmpter, Frischen. Ecke Luiscnstraße: Was ist Sozialismus? Referent Soülieb Rcese. 114. Abt. Bei Hostel. Wühlisch. Ecke Gabriel.Max.Ltraße. Lichtbilderoortrag des Genossen Dr. Georg Lilwenstein: Krantheiten der arbertenden Frau. 11«. Ab» 30 Ilhr bci Barst. Mallendorif. Ecke Rittergvtstraße: Da, Kamps. iahr 1932 urd die Ausgaben der Frauen. Referent Dr. Eberlein. 127. Abt. Der Frauenabend am 29. Februar fällt zugunsten der öffentliche» Kundgebung am 1. März im Schloßpaoillon in Weißens»«. Berliner 'Allee Z05—210, aus. 132. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle:„Arb-Iterhausholt und Preisabbau. Referentin Helen« Schmist, M. d. 2. 139, Abt. Im Jugendheim Schöneherger Str. 9: Der Kampf um die Ah. rüstung. Referent Genosse Franz Josef Furtwöngler Dienstag, t. Närz. 91. Abf. Der Frau, nahend fällt au». Di» Senofsiunen beteiligen sich gc. schlössen an der öffentlichen Kundgebung der Abteilung am Dienstag. 2. März, in Bergschloßhöhe, lurrlszartenstraße. Ml Abt. Bei P-gel. Zeogatstr. 5«: und SeMaweratunz. Referent Dr. Georg Löwenstein. � 1492. Abt. Der Kraue.nabend muß vom 1. auf den 7. Stürz verlegt merdm. Näheres wird»och bekanntgegeben. Mittwoch. 2. März. ?l. Abt. Bei«roll. Utrechter Str. 21- Einholekord— WirtschakÄriie— Konsum. Nefsrent Genosss Schreiber. 9?. Abt. Im Versnmmlunflskeller, Hemnemannftr. 40:'Dat? SampfjaHr 10d2 und die Aufcrabcu der ssrauen. Referent Hans Bciuer. tW. Abt« 20 tllir im Stadtlheater> 84. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Kaiser-Wilhclm.Str. 29/31: Unser Kampf uui die Abrüstung. Referentin Genossin Freudemhal. Dezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. I. Krei» Mitte, 7. Abt. Donnerstag, 8. März, 20 Uhr, bei Beirau. Pflug- straße 1, Sitzung der Helfer der Arbeiterwohlfahrt. Referat des Genossen Fürsorger Mendclsohn über: Wohlfahrtspflege in der Krise. II. Krei« Schöneberg. Dienstag, 1. Mörz, 20 Uhr. Rathaus Schönebarg. Zimmer 144, Sitzung der Arbeiterwohlfahrt. Genosse Stadtrat Peters spricht über: Iugcndwohlfahrt in der Krise. Alle Mitglieder der Wohlfahrt»- kommissioncn. sowie Helfer der AW. sind dazu eingeladen. 14. Krei» Neukölln. Donnerstag. 8. März. 19V: Uhr, im Rathaus Neukölln. Berliner Straße, Zimmer 137, Kursus der Arbeiterwohlfahrt. Genosse Heinzmann spricht im Anschluß an den Bortrag der Genossin Kurgaß übet: Die Tätigkeit im Verein der Berliner Defaupcnenfürsorge.. Alle ehren- amtlichen Helfer der BW., Mitglieder der Wohlfahrtslammissionen, sowie die Bezirksporsteher sind eingeladen.— Da nochmals in beschränkter Zahl ganz kurze Zeit für die Winterhilfe Antrage ausgenommen Wrdrn. bitten wir Auskunft einzuholen im Parteibüro. Fuldassroße. 18. Kreis Wcißenfce. Dienstag, 1. März, im Restaurant, zum Pferdemartr, Beißenfee. Schönstr. 78/79, Generalversammlung der ÄrbeiterWohlfakrt. Alle Hclfersinnen) und Wohlfahrtspslegcrsinncn) sind dazu eingeladen. Sozialistische Studeutenschast. Freitag, 4. März, 20 Ilhr, Bund. Prof. Denlck,? spricht ftWri Reich'- prästdenteuwahl. Für alle Genossen der Settion Universität Pflichlveranstaltung, Arbeitsgemeinschaft der Siaderfreundc Groß-Berlia. Prenzlauer Berg: Donnerstag. 29:; Uhr. Danziger Sit. 82. si Baracke 3, Lelfcrarbcilsgemeinfchaft über„Pfnchologie des Kindes. z Abt. Freiheit und Hermann Müller: Heute 1314 Uhr Bhf. Schön- S Käufer Allee Treffpunkt der Helfer zum Kursus. Montag 17 Uhr IM" Heim Gleimstr. 33— 35 gemeinsame Friedrich. Ebert-Gedächlnisfoie:. tf&l Freitag Spiclgcmeinfchaft. Sonnabend 15' Uhr Hochdahnhof Nord- um tinn Trcffpunlt zur Helferfahrt nach Tiefenfee, Neukölln: Falkcnrat. Rot- und Jungfaltcnobleute morgen 17'4 Uhr in der Baracke. Rote Falkenhelfer nehmen am Mittwoch 20 Uhr a» der Versammln:»? der Jüngere ngruvpen der EÄJ. Kanner Straße teil. Helferschuluugaknrius Domterstag 20 Uhr Karl-Marx-Schnkc. Abt. Lsihtlämpfer: EUernorrsammlnng Freitag, 4. März. 20 Uhr, Baracke Kanahoferstraß». Kreis Steglitz, Abt. Steglitz: Jugendheim Albreckitsir. 47. Roic Fallen: Frei- tag ltzUhr:„Der Rot« Fall« ael)t in di» Lehre". Iunginlten: Dienstag 17 Ubr: Wir Uten„Zäpfel Kern". Alle: Monings 20 Uhr Schwimmen Stadtbad Bergstraße. Abt. Ltchtttfeld«: Oberrcalfchltle Rinoftr. 3, Rote Falken: Mittwoch 17 Uhr: „Was bedeutet die Eiserne Front?" Iungfalken: Freitoq 17 Uhr: Pämpflicdc:, All«: Donnerstag 1344 Uhr Schwimmen Hallenbad Stabila, 29. Krei» Reivickeuborf: Sonnabend, 5.. und Sonntag, 6. März, gcmeinfaiiie Fahrt der Roten Falken mit der SA 3. nach Briefciang. Koste» und Zeit werden vom Werbebeztrk ockonntgegeben. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei-Organisation 4. Abt. Unsere Genossin Emma Tosch ist verstorben. Ehre ihrem An- denke»! Einäschern tza Montag, 29. Februar. 19 Uhr,.tu Jaumichuleutpeg. Um reg, Beteiligvtg wtrd gebeten. 24-. Abt. Am Dienstag, 28. Februar, verstarb Plötz lich infolge eines Un- falles unser Genosse Herbert Wendland. Sohn rinseres Abtetlungs. kafsierer», im noch nicht vollenbeten 2l. Lebensjochre. Ehre feinem Andenken! Di« Einäscherung wird noch bekanntgegeben. Um rege Beteiligung wird gebeten. 37. Abt. Am 2t>. Februar starb in: Kronkenhaus Urban unser langjähriger Genosse Eugen Lungdans, Kechbannftr, 15. nach schwerem Leiden. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, 29. Februar, um lStd Uhr, von der Leichenhalle des gentralfricthofcs Frie.mchsfclde aus siatt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen G Rcichsdouner..Schwarz-Rot-Sold". S c f ch ä f t s f!« l i e: Berlin 6. 14, Schaftionftr, 37—38, Hof 2 Tr. Mitte: Dienstag, 1. Mörz, 18>ch Ubr, Saalschutz, Deutscher Hof, Luckouer Straße.— Friedrichshai»: Montag, 29, Februar, Lungbo, 20 Uhr im dekannten Lugendheim. Mittwoch, 2. März, 19Sj Uhr, Bortruvu, Luacndbeim Ebeltystr. 12 sSoal).— Srcnzbcrg: Dienstag, 1. März, 29 Uhr. Mrigliederverfammlungen: Zug l bci Sechak, Killibald-Alepis-Str, 5: Zug IV .«4 A. D 1—. �. 74�.A* D' T sk\3,olt/ SS»>-s s e 4 e-' f/\ Ii r 4 r.rawiiT bei Gründler, Zimmerfir. 30; Zug 51 bei Wolf, Grasfestr,»>. Mittivrip-. 2. März. 20 Ilhr, Mitgliedrrpetfommlungiur: Zug II bei Krepp, PfanuVr 75—15: Zug UI bei Stahl, Warfenburgstr. 11; Lug VII Reichenberger Sof, Reichenberger Straße 147: Zug 5' II? bei Siedcntopi, ülluskauer Str. 35.— Stegtitz tOrtsvere.n für Etegirtz, Lichtcrfeldc und Lanlwitz): Montag, 29. Februar, 29 Uhr, Mit- eiftetK« l-e,»(tSAtziTn i ♦» COH««ffn, fÄW»« kuz Ctlofeir.i�_ aliedeeverfammlupg bei Sefiulz, Steglitz, Birkhuichitr. 90. Referat.— Lichten- oerg tLungba): Dienstag, 1, März. 20 Uhr, bei Slöber, Lung. Ecke Odcrltrasse. Reuwahl des Lungba. Führers, Vortrag Kam. Bischoff.— Tiergarten<2r verein), 1, Kameradschaft: Montag, 20re Uhr, Kameradschaftooersammlupg bü Schmidt, Wiclefstraße,____ Republikanisch- Nelurerpereiriigung. Montag, 20 Uhr, Voriraasabend t Diskussion im„Alten Ilskonier", Anhaltstr, 11. Es spricht Frau Frtcdlanb üb „Wandlungen in Gnalond", Ring-«ud Sch»tzvcrbo»>! geschädigter Anslandstzeutscher, Solo»ia1deutfcher und VeÄräpgter, e. V. sGeschäilsiielle: Berltn-Schöneberg, Klixstr. 31. Riovai, verfommlung am 1. März, 20 Uhr, im Schubect-Saal, Berlin W., Bülpm straße 194. Rcichsbvnd her Krieasbefchäbigte», Krieg-, tcrlnehmer und Kriegerhinter- bliebe»«», Ortsgruppe Oberfprc«. TerfammluNg am 1. Marz, 20 U!>r, t», Reftarlrant„Zum Krüger", Berlin-Riederfchöntweidc, Berliner Str. 110. Ecke Fennftraße, Religlöfe Sefelllchaft der Freunde lOuaker), Prinz-Louis-Ferdinand-Str, Schweigend« Andacht 10 Ubr Sonntags,— Pazifist: Lnfornmtionsabcno jeden letzten Donnerstag im Monat. Verband ehem. Poli-eih«amt?» Preußena, c. V iBepp). Mitgliedcroerfamm- lung am Dienstag, 1. März, 20 Ubr, in der Bockbraucrei, Fidünnstr, 2—3. Die ijilkmlit deck Zlapitalickmuck. lieber dieses Tbema spricht qui Montag, SS. Februar, abend» 8 Uhr, im Hcrrenhauck, Projcsfor Dt. Werner Soinbart..starten durch die Studiengefellschaft für Geld, und streditchirt- schast(Berlin W, N, Potsdamer Str. lOZ») und an der Abendkasse. m mm MW w 1 Meter Beidervand..- vu>«. �rux». vlr»!>>«»«o>«i»>> V,»I t Bözleelisüer ei« 0,45 I TaOäemd»r Knaben oder Mädctien, aas gutem Wäsche- a jg f. Stoff. Linjfe ca. 4u— 5'Cin V«W II i Ers(IiDds)&ild>eo�XuM 0.45 ?• I Berree-XeizkitB.0,45 ; l Dsmen-CntenlebsdilOeteT... fein gewfiki..............."«w i Danien-Hendtbefl Mn e* �|- 1 KfldienhaDdtndi»eu�.muiar- bigen Streifen, ca. 46/100 cm.* abgepaust, gesäumt a. g« bäm eit l i SiQäentldSdiQCtl halbleinene« Jd.quardgewehe,< a 48/14)0 cm. i abgepaset, gesäumt n. gebänden l ODameo-TasäeotQdier»ei«. mit farbiger Häkelkante, in- j danthrenfarbig................. I 1 Paar Daaiea-StHe, echt ägypiiscb Mako........... I IPaarBema-Iaqflardsoden, Strapazieiquaiität........... I 1 PäSSSükTOfiBD kanstseidener Hii-s, mit Valenciennes-Spitze.. 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Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Gonntag, 28. Februar 1932 R. st. tieubert: Diuriofe SteUung Einleitung. Der Re!>akteur einer großen Wochenschrist, der mir sonst wohlwollen!» gesinnt ist und meine Arbeiten gern akzeptiert, gab mir diese Arbeit leicht verstnnmt zurück. „0," sagte ich überrascht,„gefällt Ihnen diese Arbeit nicht?" Er spielte nervös mit dein Bleistift, der in einer versilberten Hülle steckte, und lächelte dann: „Ein Redakteur und zerrissene Strumpfe! Nock) dazu ein Feuilleton-Redakteur! Ein Äollege von mir! Können Sie sich vor- stellen, daß ich.. Ah, unglaublich!" Ich war verlegen. Wies auf die besonderen Umstände, in denen sich der Redakteur meiner Geschichte befand.„Es wäre doch immer- hin möglich..." stotterte ich. „Machen Sie einen anderen Mann daraus, meinetwegen einen Schornsteinfeger. Dann will ich die Arbeit gern bringen, da sie sonst gut geschrieben ist," sagte er nicht sehr freundlich, nicht so sreundllch wie sonst, und wandte sich einem anderen Manuskript zu, das in die Setzerei sollte. Ich stand noch unschlüssig da.„Verzeihung!" wollte ich sagen, „warum soll denn nun ausgerechnet ein Schornsteinfeger zerrissene Strüinpfe tragen? Warum finden Sie es bei diesem ehrenwerten Manne nicht so unglaublich? Ich möchte protestieren. Außerdem kann ich Ihnen verraten, daß meine Geschichte nicht erdacht ist. Sie hat sich so zugetragen. Der Redakteur, von dem ick) spreche, ist ein Freund von mir. Er hat es mir erzählt.. Ich wollte es sagen, habe es aber nicht getan. Ich ärgerte mich plötzlich über den Redakteur und schlug die Tür hinter mir zu, wie wohl noch nie«in freier Mitarbeiter die Tür eines Redakttons- zimmers zugeschlagen hat. Dann ging ich in eine andere Redaktion. Dort war der Feuilleton-Redakteur aber gerade außer dem Haufe. Darum ließ ich die Arbest mit einem Zettel zurück. Wenn die Arbeit nun also in diesen Spallen erscheint, ohne daß ich aus dem Kollegen, den, Feuilleton-Redakteur, einen Schornsteinfeger niachen niußte, zeigt die Richaktion ein beachtenswertes Maß von Großmut und — Humor. Die Arbeit. Ein gittgokleidcter Herr stand nachdenklich an der Straßen- kreuzung, und es sah so aus, als wüßte«r nicht recht, nach welcher Richtung er sich wenden sollte. Hatte er sich endlich entschlossen, nach rechts abzubiegen, gab der Verkehrsschupo gerade den dort hallenden Wagen das Zeichen zur Durchfahrt. Wandte sich der Herr geradeaus, begannen sich auch hier die Autos in Bewegung zu setzen. Wie auf einem Filmstreifen rasten die Fahrzeuge an seinen kurz- sichtigen Augen vorüber. Endlich erwachte er mit der Feststellung, daß der Dannn frei war. Der Schupo gab nur gewohnheitsmäßig einem Wägelchen, das von einem allen Manne mit einem Hund gezogen wurde, das Zeichen zur Durchfahrt. Der Herr aber nahm dieses Zeichen als e'm« perfönLche Aufforderung und ging in der vom Schupo angedeuteten Richtung wellcr. Der Kanal, an dem er schon eine Viertelstunde cntlauggegangen war. begleitete ihn wieder. Obstkähne hielten am Kai, und große Tafeln winkten dem Spaziergänger, hinunterzukommcn und einen Korb Aepfel für einen Spottpreis zu erhandeln. Tatsächlich hätte der Herr gern in einen Apfel gebissen, aber er setzte seinen Weg fort, in einem müden Fatalismus, als wäre es gleich, wo und wie der Wog enden würde. Es war der Feuilleton-Redakteur Dr. Siegel, der hier an, Kanal entlang ging. Er kam aus der Innenstadt, wo er in einem Verlagshaus die Nachricht empfangen hatte, daß die Redaktionsstelle ander- weitig besetzt worden war.'Auch Feuillewn-Redatteure und Doktoren der Philosophie hat die Wirtschaftskrise nicht verschont. Und v-ute, die mit einem 4vy-Mark-Monatsgel)oll anfingen, sollen heute mit zehn Mark wöchentlich auskomme». Dr. Siegel gehörte leider nicht zu den Glücklicheren, die mit Hilfe eines Bankkontos das „standesgemäße" Leben weiter fortführen konnten, er hatte im Gegenteil noch eine beträchtliche Schuldonlast als Andenken einer besseren Zeit abzutragen. Kein Wunder, wenn der abgebaute Feuilleton-Redakteur Dr. Siegel nicht wußte, ob er die Sttoße rechts oder geradeaus wählen sollte. Im Grunde war alles gleich. Im Grunde war die Situation so: alle Quellen waren erschöpft. Die Mutter konnte von ihrer Penston nichts mehr entbehren. Freunde und Kollegen, die noch in ungekündigten Stellungen saßen, hatten wohl im Ansang geholfen. Später beantworteten sie dringende Bitten mit dem gutgemeinten Borschlag, ihnen Motorradskizzen und Segelsportnotizen für die Unterhallungsbellage einzusenden. Und wenn er sich wirklich hinsetzte— mit knurrendem Magen manchmal— und den Freunde» und Kollegen Motorradskizzen und Segelfportnovellen einschickte, dann fanden sie meistens die Pointe zu wenig originell oder man merkte sie schon zu früh oder ein ähnlicher Beitrag war erst kürzlich gebracht worden... „Ich halte es nicht mehr aus!" dachte Dr. Siegel, öls er eine Stunde gelaufen war. Der Kanal hatte plötzlich breitere Ufer be- kommen. Der stille Lauf erweiterte sich zu einem kleinen Hasen, in dem Lastkähne, schwere Hebevorrichtungen und sandschippeade Männer agierten. Die Silhouette eines wuchtigen Turmes lag zitternd auf dem Wasserspiegel. Die Sonne warf Reflexe von Bäumen und Brücken in den Kanal, der hier wie ein Teich war mit waldumstandencn Usern, lieber die Brücke zog. in der Kurve kreischend, eine gelbe Straßenbahn. Die Lust war warm. Von leuchtenden Dächern stiegen Tauben in den klaren Vorfrühlings- Himmel. „Ich Halle es nicht mehr aus!" wiederholte nach ein paar Schritten Dr. Siegel.„Diese neue Absage hat mir den letzten Mut genommen. Ich bin am Ende meiner Kraft." Er blieb am Geländer des Kanals stehen und sah in die Tiefe. Ein dumpfer Wunsch war in ihm, sich über das Geländer zu schwingen und damit alle Pro- bleme seines Daseins zu lösen. „Es ist das beste!" sagte er sich. Und es sah beinahe so aus, als würde sich der Herr jetzt wirklich über das Geländer schwingen. Er beugte sich sehr weit hinüber und schien das Gleichgewicht zu verlieren. Aber er fiel nicht hinunter. Krampfhaft hielt er sich fest„Nein!" sagte er.„Nein!" Dem Doktor Siegel war nämlich eingeiallen, daß seine Strümpfe zerrissen waren. Heute morgen beim Anziehen hatte er es bemerkt. Am linken Strumpf befand sich das Loch in der Hacke, am rechten an den Zehen. Da er schnell fort muhte, hatte er die Strüiitpf« nicht mehr gewechselt. „Fatal!" dachte jetzt der Aesthet Dr. Siegel. Er stellte sich vor, wie man ihn aus dem Wasser zog, seine Kleider nach Papieren untersuchte und die Löcher in den Strümpfen entdeckte. Er war zwar eben bereit gewesen, sich das Leben zu nehmen, aber sein Mut war doch nicht groß genug, um der Nachwelt zu ostenbaren, daß der Feuilleton-Redakteur Dr. Siegel mit zerrissenen Socken in den Tod gegangen war. Niedergeschlagen verließ er die Stelle, an der seine Sorgen ein rasches Ende genommen hätten, wenn er sich nicht im letzten Augen- blick seiner defekten Strümpfe erinnert hätte. Die--Hacke schmerzte, als er zu Haufe ankam. Und wir wissen nicht, ob' Dr. Siegel nur nach Hause gegangen war, um sich neue Strümpfe anzuzielzen und dann seine Absicht endgültig auszuführen. Darüber konnte er selbst kaum genaue Auskunft geben. Er erzählle aber später, als er in einer neuen Stellung genügend Geld verdiente, um immer einwand- freie Strümpfe zu tragen, gern von diesen Mimllen am Kanal. Zu Hause angekommen, fand Dr. Siegel nämlich einen eingeschriebenen Brief vor, der hundert Mark enthielt und die Aufforderung eines alten Freundes, sofort nach G., einer Stadt von 30 000 Einwohnern. zu kommen, wo er ihm dank Beziehungen die Stelle eines Lokal-. und Feuilleton-Redakteurs besorgt hatte. Stellen Sie sich vor, welch ein Glück es mar, daß Dr, Siegel an jenem Tage die Strümpfe nicht gewechselt hatte! Nachschrift für den Leser. Nicht war, Sie finden doch auch, daß es nicht nötig war. aus dem Feuilleton-Redakteur einen Schornsteinfeger zu machen? Ich hatte recht, die Tür des Rsdaitionszimmers so zuzuknallen. Schließ- lich hat mir diese Geschichte auch ein Redakteur erzähll. Wir wollen nicht so boshaft sein, und ihm die defekten Strümpfe„nachtragen". Wir wollen uns freuen, daß er die Stelle in G. noch annehmen konnte. Sdith Stode-flebelong:*J tili Ott Sie war gar nickst einmal selbst aus die Idee gekommen, aber sie führte sie aus. Irgendein liebevoller Dater unter der Reisegesellschaft draußen in Versailles hotte, als sie durch den Part schritten, gesagt: Ich werde mir einen Kastanienschößling mit nach Hause nehmen ixnd in meinen Koffer packen, ich glaube, er wird sich halten, wenn ich ihn in feuchtes Moos lege und Pergamcntpapier herumwickle; mein Junge soll einen Äastanienbaum aus Versailles haben! Sie fand diesen Einsall sehr hübsch und eignete sich ihn an. Ein kleines Kaftanienpflänzchen wurde also in feuchtes Moos und Pergamentpapier gepackt und machte die Reise von Fraittreich nach Dänemark im Koffer mit. Das heißt, es wird ein ewig ungelöstes Rätsel bleiben, ob es wirklich so weit gelangte, oder wo es eigentlich abhanden kam. Vielleicht hatte irgendein Zollbeamter den feuchten Kloß zu fasten bekommen und ihn fallen lasten. Vielleicht hatte auch das eine oder das andere Hotelmädchen ihn mit einem Schrcckensschrei von sich geschleudert. Sie wußte es nicht. Wußte nur, daß er fort war, als sie zu Hause eintraf. Das alles wäre schließlich zu verschmerzen gewesen, hätte sie nicht vorher ihrem Freunde geschrieben, sie würde ihm ein richtiges kleines Kastanicnbäuinchen aus Versailles mitbringen! Sie konnte ihn nicht so enttäuschen. Hätte es sich um einen Schlips, ein Paar Handschuhe oder sonst was Praktisches gehandelt, würde sie es ihm ruhig erklärt haben:„Sie sind gestohlen worden oder ich habe sie wohl liegen lassen", hätte sie gesagt und ihm irgend etwas anderes zum Ersatz geschenkt. Aber ein Kastanienbaum aus Versailles— und wenn noch so klein, kann niemals durch etwas anderes ersetzt werden, dachte sie. Also mußte sie sich einen neuen verschasten. Und das tat sie auch. Aus einer, ziemlich an der Peripherie der Stadt gelegenen Gärtnerei. Ganz so klein, wie das ursprüngliche Bäumchen, das ja cigcnt- lich nur eine keimende Kastanie gewesen war, war dieses ja nun nicht. Es war aber das unscheinbarste, das sie hatte austreiben können und entsprach am besten der Beschreibung, die sie ihrem Freunde brieflich davon gemacht hatte:„Ein kleiner, blasser, schwacher Stengel, mit ein paar zarten Blättchen oben an der Spitze." Ihr Freund war begeistert.„Nein, daß du wirklich diesen großen Baum in deinem Koster unterbringen konntest, ohne daß er gelitten hat!" sagte er. Großer Baum war nun eine wahnsinnige Uebcrtreibung, doch sie stieß sich nicht weiter daran, da sie in der Tat diesen Kaslaineii- bäum weder in ihrem Koffer gehabt hatte, noch hätte haben können. Das Bäumchen wuchs und gedieh, nein, nicht gleich„Es ist. als ob es sich gleichsam erst„akklimatisieren" müßte", meinte der Freund. Als„akklimatisieren" sagte, sprach sie schnell von etwas anderem. Dann mußte er plötzlich verreisen und sie bekam das Bäumchen in Pflege. Doch nun wollte es dos Unglück— das Pflänzchen gedieh mit einmal nicht mehr. Sie hielt es nah und sie hielt es trocken, sie stellte es in die Sonne und sie brachte es in den Schatten— es war olles umsonst, das Bäumchen ging langsam aber sicher ein. Während ihre eigenen Pflanzen wie immer wuchsen, und sie fast sehen konnte, wie rasch es damit ging. Es half nichts— sie mußte einen neuen Baum herbcischassen, den dritten also. Denn jetzt war„der Kastanienbaum aus Der- sailles" schon so etwa wie eine Ehrensache geworden! Aber bevor sie noch ihren Plan ausführen konnte, traf der Freund wieder ein. Er stand gerade und betrachtete das dürre Kastaniendäumchen, als sie hereinkam. Die-Tränen traten ihr in die Augen, ja, sie weinte wirklich; aber es geschah vor Wut.und. Aerger, daß er so unvermutet ge- kommen war, bevor sie ihren Plan mit der Anschaffung einer neuen kleinen Kastanie ausführen konnte. Doch eine Frau darf sich nie anmerken lassen, daß sie aus einem anderen Grunde als der reinsten, tiefsten Traurigkeit weint. Und als der aufs Zärtlichste sie tröstete, wiirde sie allmählich ruhiger und lächelte nur schwermütig. „Aber nun muß ich dir etwas gestehen," sagte er,„etwas, das ich keinem eigentlich zu verraten beschlossen hatte; doch ich kann es nicht ertragen, daß du dir die Geschichte mit der Kastanie so zu Herzen nimmst: Die Pflanze hier ist gar nicht das von dir mitgebrachte Bäumchcn aus Versailles." Sie war fast sprachlos vor Erstaunen, vermochte sich jedoch so. weit zu sammeln, um in eine», ziemlich kriegerischen Ton zu fragen: „Wie meinst du das eigentlich?" Er wurde ganz rot.„Ich habe ihn nämlich selber gekauft. Der richtige Baum aus Versailles verwelkte ein paar Tage nachdem du ihn mir geschentt hattest und da kaufte ich diesen hier, damit du dich nicht ärgern solltest. Aber weshalb siehst du mich so an, bist du böse?"-- Nein, böse wäre sie nicht, nur ein bißchen enttäuscht, daß es niemand und nichts auf dieser Welt gäbe, worauf man sich völlig verlassen, an dos man blind und fest glauben könnte, meinte sie. Da zog er sie in seine Arme und flüsterte warm und mit ehr- licher Ueberzeugung:„Ja doch, das gibt's... dich!" Und das glaubte sie i h in! (Berechtigte Ucbertragung aus dem Dänischen von F. E. Bogel.) Für den ersten„ Vierer eine ,, Lande-Auslese Für den ersten blanken deutschen Reichs-Vierer, den Sie in Händen haben, sollten Sie eine Lande-Auslese zu 4 Pfg. kaufen und rauchen l Dann werden Sie den Sinn dieser neuen Münze erfassen. Dies wird Ihnen beweisen, dass man heute für einen Vierer schon das bekommt, was früher noch 5 Pfg. kostete: Deutschlands meistgerauchte 4 Pfg.- Zigarette Lande- Auslese, früher 5 Pfg., jetzt für einen Vierer und doch Qualität. ff In jeder Schachtel ein Stickereimotiv Vw— selbstverständlich indanthren gefärbt L/tfNDE AUSLESE® Zigaretten, köstlich bis zum letzten Zug Lande Preis Gold 5 Pfg.* Lande Ohne 5 Pfg.» Lande's Kolleg 6 Pfg. griiSB Jtlüller&artenkJrehen:«/f VM SciflSHUßtl* Em Schalt«? ist ein llemer, viereckiger Ausschnitt in einer Vank, die auch nicht groß zu sein braucht. Und dennoch fängt sich in dem Schalleraueschnitt manchmal viWt«llt»nd«nwcise höchstes Glück und höchster Kummer, das ganze gnvtze Leben also. Ich war damals Schalterbeamter einer Mittelbank. Sie war van Haus aus solide. Der neue Leiter aber wollte über Nacht ein (Broß«r werden, brach auf der Messerschneide einer wilden Spekulation in die Gefilde der Großdanken ein und unterlag. Gerüchte liefen um. Wir waren längst bankrott, hielten uns jedoch noch eine Weile an der Unbelehrbarkeit einer alten Kundschaft über Wasser. Bis dies Wasser schließlich so hoch stieg— möglich auch. das Wasser selbst blieb unbewegt, derweil wir sanken—, daß wir Schalterleute täglich unseren Dienst damit antraten, daß wir ein- ander zunickten:„Haute wird die Glocke unseres Generaldirektors cm die sieben Schalter schrillen: Mittschiffs Leck, alle Schotten zu!" Ein gerammtes Schiff vermag sich dadurch noch zu retten. Banken bilden sich's nur«in. Geschlossene Schotten eines Schiffes pflegen dicht zu hallen, durch geschchflene Bankschalter aber stürzt das Wasser noch mit höh«rem Druck, als wenn sie offen wären. Ein Herr mit Frühschoppenstimmimg trat lässig an meinen Schalter. Ich kannte chn. In jungen Jahren markt man sich l«icht alle Kujükm: gar den entmündigten Sohn eines Großindustriellen, dem fein Vater gestern das gewohnte Jahresfixum von zehntauseno Mark bei uns angewiesen hatte, die der Sohn in Raten abzuheben pflegte. „Wieviel, Herr Königer?" Er schob mir wortlos eine vorhqr unterschriebene Quittung zu. 10 000 M. stand darauf, mll Zahlen. Ich zögerte:„Eigentlich, Herr Königer, müßte die Summe in Buchstal en wiederholt werden." „Können S'e ja machen", paffte er seine Zigarre, ohne auf das Formular zu sehen. Ich zählt« zehn braune Tausender auf. Nachlässig nahm er einen.„Was sollen die anderen?" näselte er. „Sie schrieben Zehntausend." „Schrieb ich? Ich dachte Tausend. Na, man kann sich in den Nullen irren." Er sah mich unverschämt an. So etwa: Du bist ja auch mir «in« Null. „Ich wende also neuntausend Mark stornieren, Herr Königer." „S— stornieren? Was ist denn das?"' „Eine Rückbuchung machen, zu den zehntausend Mark im Soll neuntausend Mark im Haben Ihres Kontos fügen." „Also zweimal? Nicht der Mühe wert. Dann lassen wir's." Er schob die neun Tausender zusammen, fallet« sie, und warf sie, oberflächlich zielend, in die aufgeklappte Brieftasche:„'n Morg'n!" Ich sah ihm nach. Er ließ sich Zell. Durch das große Fenster sah er auf die Straße. Großstadtbrausen ließ die Scheiben leise klirren. In den rückwärts gekreuzten Dandyhänden schwang ein dünner Stock mit Silbergrisf.„Wenn nun unsere Schalter plötzlich denken", mußte ich dent«n,„den Seinen schenkt's Oer Herr im...?" „Bittschön, Herr, san S' net bees.. Das alt« Weiblein stockte. Es war die Dienstmagd Anastasw Pfenninger, die fett vielen Jahren ihr Erspartes an den Schalter brachte. Für die allen Tage. „Mjo gell, Sie san net bees. l.." „Aber liebes Fräulein Pfenniger, weshalb denn?" „Weil— no ja, d' Leut reden allerhand, und mei Nachbar, der Herr Grontinger— wissen S', der die zwoa Milchladen hat—, also der Herr Grantinger sagt:„Sicher is nix auf der Welt." Ich sah verstohlen um: Der Prokurist schien tief beschäftigt. „Daß i's recht sag: Ganz sicher, hat er g'sagt, is nix." „Stimmt. Fräulein Psenninger." Net amal a Bank, Herr?" forschte sie. Ich nickte. f „Net amal enker Bank, Herr?" Ich sah mich wieder um:.Ob Brillengläser eines beschäftigten Prokuristen um die Ecke sehen können? „Net amal enker Bank, Herr?" wiederHolle sie bekümmert, fast flehend. Ich nickte ernst. Ich schlug«in Kontokorrent auf. Ich zählle .prsammen. Ich sagte halblaut:„Biertauscndsechshundcrtsünfunb- achtzig Mark, Fräulein Pfenninger. Soll ich...?" Jetzt stockte ich, nickte sie? Sehr langsam nickte sie, wie einer, der nicht? weiß von seinem eigenen Nicken. So eilfertig l)atte ich noch nie das Geld aufgezählt:„Stimmt's, Fräulein Pfenninger?" „San S' net bees, aber wenn Sie's nomal zähl'n taaten?" Ich zählte es ihr zum zweiten Mals vor. ganz langsam. Sie nickte wieder. Sie war nicht mehr bekümmert. Sie sagte ganz vergnügt, indem sie mit ihren beiden alten Händen nach meiner jungen faßte:„Also entschuldigen S' hall, jetzt Hab' i's selber g'sehiu Herr Grantinger, wer i sag'n, schämen S' Ihna mit Ihrer Mißtrauigkett...." Sie sagt« wahrhaftig Mißtrauigkeit. Das Volk mag's besser wissen als die. Schriftgelehrtcn, ob trauen und trauern aus derselben Wurzel stammen. Beinahe herrisch schob ich ihr das Geld zu, tat ich, als hätte ich es eilig, andere zu bedienen. „Na, na", erglänzte ihr altes Gesicht,„jetzt l)ab i's selber g'sehn, daß alls no da is—, nemma S' es nur wieder, Herr—, pfliad Good und san S' net bees, Herr, gell?" „Fräulein Pfenninger",.rief ich. unwillkürlich,„bitte, bitte, nehmen Sie....!" Sie hörte nicht mehr. Mir war, als müßte ich ihr' Nachstützen, als müßte' ich das Geld mll Gewalt in die Fallentasche des arbeitszerschlisjenen Rockes stecken. Wer da funkelten auf einmal die Brillengläser neben mir. Mich traf ein kühler Blick. Eine herrische Gestalt schob sich vor den Schalter. Gras Pank- heim.„Blödsinnig begütert", pflegten wir unter uns beizusetzen, wenn von ihm die Rede war. Er unterhiell in allen Banken Konten. Das bei uns war in der letzten Zeit durch einen Zufall auf Null gesunken. Er hielt«in Bündel Banknoten in der Hand.„Einzahlen!" schnarrte er,„Quittung schreiben— bißchen fix— habe Elle." „Sehr wohl, Herr Graf, wieviel...?" Rrrr— die große Glocke schrillte. Mir klang's, als tosten Wolkenbrüche durch die Schalterhall«: Mittschiffs Leck, die Schotten zu!" Links von mir knallte ein Schotter. Rechts von mir knallte ei» Schaller. Zu. In meinem Rücken scholl's:„Können Sie nicht hören, Mensch?" Auch mein Schalter knallte zu. Das Publikum war ab- geschlossen. Die Angestellten waren unter sich. Wir sahen uns nicht am Wir sahen nur nach der großen Schrillglocke unter dem Oberlicht. Sie schrillte längst nicht mehr. Aber uns war, als be- weg« sich ihr Hammer immer noch, fieberhaft, unaufhallsam: bankrott, bankrott, bankrott.... An meinem Schalter klopfte«s von draußen:„Was ist denn dos für eine Wirtschaft? Bormittags elf Uhr schließen! Meinen Sie, ich trage meine Siebentausend nochmal— wie— was sagen Sie?" Ich sah durch«inen Spalt hinaus. Neben ihm stand ein auf- geregter Mann mit einer Zeitung und deutete auf«me große lieber- schrlfi. „Ach so, bankrott?— Na ja— schön." „Da haben Sie noch Glück gehabt." „Glück? Was verstehen Sie unter Glück... „Na, wenn das kein Glück ist, Herr— Herr..." Bedauere. Beabsichtige nicht, mich vorzustellen." Leute vo» der Straße sah ich durch die Tür stürzen:„Unser Geld!— Bankrott!— Unser Geld!" Graf Pantheim hob das Augenglas:„Plebs!" Im Hinausgehen stieß er auf den Mann mit der Frühschoppen- stimmung. Sie iegrüßten sich, Sie lachten. Sie stiegen die Treppe hinab. Ich schaute durch ein Seitenfenster aus die Straße. Dort gingen sie. Sie lochten noch immer. Dor ihnen her ging ein« Alt«. Sie lächelte auch. Mir war, als sähe ich die Lippen sich bewegen: „Also san S' net bees, Herr...." Plötzlich war es mir, als wären es der Pantheim zwei dort untem drei der Königer. Und jetzt— waren es nicht fünf von jeder Sorte, die da lachten? Und nun— Ström« von Lachenden zogen untergefaßt durch die Straßen. Auch die Dienstmagd Pfen- ninger hatte sich oermehrt. Mehr noch als die anderen, viel mehr. Ganze Prozessionen Pfenningers, lächelnde Pfenningers querten Lie Straßem Auf einmal wußte ich es. Wußte es für mein ganzes Leben: die Welt ist aufgeteill und wind es bleiben, in lachende Davongekommene und lächelnde Betrogen«. Di« Direktionstür schlug zu. Der Prokurist kam aus dem Zinnner des Generaldirektors.„Meine Herren", sagte er beherrscht, „ich werde öasür sorgen, daß Sie Ihre Stelle und GeHall für dieses Jahr noch vom Konkursamt zugesprochen kriegen— Sie alle, meine Herren— Sie ausgenommen." „Ich?" stammelle ich. „Ja, Sie. Sie haben versucht, die Konkursmasse um vier- tausendsechshundertfünsundachtzig Matt zu schädigen." JfnnH Sauen. llleine ölfenlliche ScrnfprediUeUe Im Telephonbuch bin ich als Besitzer eines Fernsprechers ver- merkt, aber das Telephonbuch gibt die Wahrheit nur unvollkommen wieder: Der Fernsprecher ist Gemeineigentum. Er gehört nicht mir, sondern mehreren Bewohnern der umliegenden Häuser, unter besonderer Bevorzugung meiner.Hausgenossen. Es hat sich unter diesen Umständen ein lebhafter Verkehr in meiner Wohnung ent- wickelt, der gegen neun Uhr morgens, wenn ich noch im Bett liege, beginnt, und erst in den späten Abendstunden endet. Als meine zahlreiche Telephonkundschaft sich das erstemal meines Apparates, der längst der ihre geworden ist, bediente, richtete sie unter schmeichlerischem Lächeln die hösliche Frage an mich:„Darf ich viel- leicht einmal telephonieren?" Schmeichlerisches Lochen und Höflich- kell sind geblieben, aber dt« Frage selbst lautet seit langem:„Ich dar? doch mal telephonieren!", und wenn sie gegenüber der früheren Formel auch nur minimal abweicht, so hat sie mll einer Frage lediglich noch den Tonfall gemeinsam: im übrigen ist- sie durchaus rhetorisch gemeint und nicht als die Erforschung einer Geneigtheit, sondern als die Feststellung eines Gewohnheitsrechtes aufzufassen, das sich herausgebildet hat. Das Telephon steht auf meinem Schreibtisch und dieser ist mit mancherlei Papieren übersät, mit Privat- und Geschäftsbriefen. Zustellungsurkunden, Zahlungsbefehlen, Klageoichrohungen, die sich in der Elle nicht mehr, zusammenraffen lassen: aber das ist auch nicht nötig: Aus den schielenden Blicken, die meine Telephonierer aus die papierenen Enthüller meiner finanziellen Verhältnisse und privaten Verbindungen werfen, ist unschwer zu erkennen, daß sie diese Art Lektüre keineswegs verschmähen.' sondern als-durchaus willkommene Komplettierung. ihres Wissens betrachten.,. Nach dem Telephonat bekomme ich zehn Pfennig auf den Tisch gelegt. Dividiere ich die Anzahl der monatlich geführten Gespräche durch die Kosten, die der Besstz des Telephons mir monallich verursacht, so komme ich auf einen weit höheren Preis für das einzeln« Gespräch, aber ich habe es längst aufgegeben, die Bewohner meines Hauses davon zu überzeugen, daß ich keinerlei Vorteil aus dem Zehnpfennigstück ziehe, das sie mir zudenken. Sie bringen nicht gerade mit Worten zum Ausdruck, daß ich mich an ihnen bereichere, aber sie lassen sich doch deutlich anmerken, daß sie in mir einen Ausbeuter sehen, der unter nichtigen Vorwänden das Telephonmonopol, das er rundum besitzt, zu schäbigen Erpressungen mißbraucht und mtt mühelos ver- dientem Gelds sich«in sorgensreies Leben verschasft. Sie halten es unter diesen Umständen für selbstverständlich, daß ich«inen Teil meiner Schuld dadurch abzutragen versuche, daß ich sie an den Apparat hole, wenn sie telephonisch begehrt werden. Wer wenn mein Telephon es auch mit sich bringt, daß der Teppich meines Arbeitszimmers abgetreten, die Ruhe meiner Woh- nung vernichtet, meinen Beinen viel Lauferei zugemutet wird: seine Oeffenllichkeit bringt auch Vorteil«: Ich darf das Fenster geöffnet hallen, wenn ich den Lautsprecher angestellt habe und nach 10 Uhr noch in meiner Wohnung tanzen. Niemand bringt mir sein« Miß- stimmung darüber zum Ausdruck. Man will es nicht gern mit mir verderben. Man denkt sich Situationen aus, nächtliche Ueberfälle zum Beispiel, bei denen die Versagung des Telephons zu einem Schicksalsschlag werden könnte. Allerdings ist zu sagen, daß ich auf den Lautsprecher pfeife und mir einen Teufel aus dem Tanzen, gar aus dem nächtlichen, mache: Aber was tut man nicht alles für das Bewußtsein, die Hergäbe seines Telephons an den Empfang einer Gegenleistung geknüpft zu haben!_ aBeiigenöffifche 3)oMorarbeiten Vor mir liegen die Dissertationen einiger Politiker unserer Zeit, und wenn es auch wahr ist, daß Stresemann eine Persönlichkeit wurde trotz seiner Doktorarbell über Flaschenbier, ein wenig gibt doch die Lektüre dieser Schriften, ja schon der Themen, Aufschluß über das wahre Wesen, über Wert und Scheinwert dieser Männer. Nicht immer erkennt man an diesen manchmal reichlich grotesken Erst- lingen die berüchtigte„Klaue des Löwen". Sehr oft spürt man nichts anderes als eine gehörige Portion Eitelkeit und dilettierender Wissenschafilichkell, die schon auf manchen späteren Weg oder Irr- weg ihres Verfassers hinweisen. Alfred Hugenberg untersuchte 1888 als„Referendar in Hannover" die„Besiedelung der norddeutschen Moore". Wer sich etwa vermessen will, diese Arbeit durchzulesen, sei hiermit gewarnt, er kommt nicht über Seite 2 � hinaus. Der Schulmeister Josef W i r t h schreibt als braver Mathematiker„Ueber die Elemantarteiler einer homogenen Substitution". Titel und Jnhall dieser Schrift sind für den Laien dunkÄ und verworren, ebenso wie mancher spätere staatsmännische Weg dieses Polittkers, der auf Seit« 20 seiner Arbeit ahnungsvoll eine Kolonne von Nullen errechnet. Und nun kommt an die Reihe Horace Greely Hjalmar Schacht, der — auch später kein glücklicher Mann der Praxis— über„den theoretischen Gehalt des englischen Merkantilismus" doziert. Otto G e ß l e r, der ewige Kandidat, wähll ein Thema, das heute aktuell wäre:„Die budgetrechtlichc Bedeutung der Staatsausgaben nach bayerischem Staatsrecht." Rudolf B r e i t s ch e i d holt well aus. Ihn interessierte 1899 noch„Die Landpolitik in den australischen Kolonien". B r ü n i n g hat erst im zweiten Kriegsjahr den Doktor- Hut erworben mit einer Abhandlung über„die wirtschaflliche, ge- setzliche und finanzielle Lage der englischen Eisenbahnen". Heute hat er andere Sorgen. Reichsbantpräsident Hans Luther be- handelt das wunderliche Thema:„Die Zuständigkeit des Bundesrats zur Entscheidung von Thronstreitigkeiten innerhalb des Deutschen Reiches." Des Inflationskanzlers Wilhelm Cunos Doktorarbeit wirkt wie ein Symbol seiner späteren Berufung:„Uebcrgang der Gefahr bei Gattungsschulden." Wilhelm Külz schien 1990 noch militärischen Ehrgeiz gehabt zu haben. Seine Doktorschrift heißt: „Di- Feststellung der Friedenspräsenzstärte des deutschen Heeres rechtswissenschaftlich dargestellt." Zuletzt sei Paul Josef Goebbels nicht vergessen. Er, der Sohn des Standesbeamten Kaspar Goebbels und seiner Ehefrau Philomena geb. Prayon(!) aus Düren, hat bei— Friedrich Gundolf(Gundelfinger!) in Heidelberg am 21. April 1922 promoviert. Ihm war es vorbehalten, den trotzdem unbekannt gebliebenen Dichter„Wilhelm von Schütz als Dramatiker" zu entdecken, und damit, wie er glaubte,„einen Beitrag zur Geschichte des Dramas der romantischen Schule" geliefert zu haben. Dr. Willy Blrnnentha!. Sßeim heiligen SBahn des Buddha Die Abgeordneten der kürzlich in London abgeschlossenen Birma- Konferenz erhielten aus ihrer Rückreise von dem Gouverneur von Ceylon die Erlaubnis, den heiligen Zahn des Buddha zu Kondy zu besichtigen. Diese Reliquie ist eins der größten Heiligtümer der Well, das von allen Buddhisten verehrt wird. Millionen von An- hängern der Lehre Buddhas aus allen Teilen der Welt pilgern zu dem„Tempel des Zahnes�, in dem dieser angebliche Ueberrest des Religionsstifters, eingeschlossen in den Innersten von sieben kostbaren Kästen, bewahrt wird. Aber nur wenige dieser Pilger haben den Vorzug genossen, die Reliquie zu sehen, denn e» wird ihnen nicht gestattet, näher als drei Meter an den heiligen Schrein her- anzutreten. Wie ein Teilnehmer der jüngsten Besichtigung erzählt. wird man durch«in dunkles Treppengewirr. das erfüllt ist von peni betäubenden Duft der tausendfältigen Blumenspenden, im Gänse- marsch bis zum obersten Stockwerl des Tempelbaus geführt. Hier tritt man durch eine goldene Pforte in einen kleinen Raum ohne Fenster. In der Mitte erhebt sich ein großer goldener Schrein, in dem sich sechs andere mit Juwelen besetzte Kästen befinden, und in dem innersten ruht der hellige Zahn in einer goldenen Lotosblüte. Drei buddhistische Mönche halten bei dem Schrein Wache, und jeder Pilger tritt bis auf drei Meter heran, beugt das Knie, berührt mll seiner Stirn zum Zeichen der Verehrung den Boden und wird dann aus dem Raum herausgeführt, um einem anderen PUger Platz zu machen. Solche Besuche sind nur zu gewissen Zeiten ge- stattet, und die Ankündigung wird in allen buddhistischen Ländern mit großem Eifer aufgenommen. Zahlreiche Pilger rüsten sich zur Fahrt, und in langen Reihen stehen sie vor dem Tempel. Manchmal müssen diele Verehrer des Zahnes zwei Tage und noch länger in Reih und Glied warten, bis sie zu dem Schrein vorgedrungen sind. Den Zahn zu sehen, wird nur wenigen Auserwählten erlaubt. Die Berührung ist noch niemals gestattet worden. Als der verstorbene König Chulalankorng von Slam Kandy besucht«, um seine tost- baren Gaben dem Zahne darzubrinaen, wurde ihm seine Bitte, die Reliquie berühren zu dürfen, abqeschlaqen, und er verließ wütend den Tempel und die Insel nill sämtlichen Geschenken, die er mit- gebracht. Dem heiligen Zahn Buddhas werden übernatürliche Kräfte zugesprochen: so glaubt man z. B., daß Ceylon, solange er sich aus der Insel befindet, von Erdbeben und' anderen Naturkatastrophen verschont bleiben wird. Was macht am meisten färm? Bei Messunaen. d>e?4 Stunden hintereinander auf Veranlassung des Bei-kiner Heinrich-Heri>-?>nlti- tutes für Schwingungsforschunq auf dem Potsdamer Platz in Berlin vorgenommen wurden, wurde festgestellt, daß das l a u t e st e aller Geräusche das Knattern eines Mntorrade« ist. Aber der gesamte Verkehr am Potsdamer Platz ist nicht lauter als der Lärm in einem Rechensaal des Postscheckamtes, in welchem 239 Rechenmaschinen arbeiten, und wesentlich leiser als der Radau in der Untergrundbahn, der den höchsten am Potsdamer Plag gemessenen Tageswert noch übertrifft. Tu den Mma'eller» in Hollywood sind im Laufe der legten fünfeinhalb Jahre SS Menschen getötet und 19 794 verletzt worden. Unfälle«reignen sich etwa fünfzehn täglich. |qes.Qescfv reine Wolfe m.Hondfraaje, gelreue Copien 1 [von Derser-IeoDicben --KW» ca ?oo» 320 1 F ca 5JW i 3301 SäardinensMfc Allraum-GardincT 1 Kunstseide, indanihren AOC geioesch, 2 Plü gel, 1 Quert:. OtV» t | hedrjdfcM-tiOcfn kmz, volle Sdialfote Divrandecken �fnur Sparujauerstr.� I oopKis«it40»ei 1 Ptuschaewei-Per» 1 ser ü.mod.Musf. 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Cinl.nflr, 83 85 eitexfonttratttons-, A«to, Maschinen, Bon». Schwarzbiech» und Äarofserir schiofser. Hl/lliirii.N». III. Vonner.to». vra 3. UtSr, miltazs 12"3 Ahr. im .4Z3ai;ilDi per III Sitzungssaal tes vordaadatiauie». ein anstr. 83/85 «Nsen», MrtaU-, Steoolnec. karnsseU- und i'ohrmcrfsbtehet, Schraubendreher, iZiundschiriser, Einricht r, Au>»m»>eallr.83 85! tabier,»ohrer. Stoßrr. Sräser. SchntttardeUer, WaIza>?rlarblU«r. Sola, nnd Uberarbeittr. Mechaniker, Opliter. Uhrmacher. Bertzeuzmacher, Scharsschleiser, Arbeiterinnen. Tagesordnung: Beratung der Antröge und Wahl der Selegierten zur Generalversammlung am 14. Mörz 1932. Zutritt haben nur dieiemqen Mitglieder, die im Berbandkduch die»eruse beieichnung haben, illr weiche die Verioinmiungen«inberu'en sind Ohne Mikgliedsbuch und«rdeikslol.atar»» kein Zutritt. moa'oa. den 20. Zk.bruar. nad m 5 Ahr. in«lmoid» Seteina hau». Skaiitzer Sirofcc 126 Brtiufttn-VerstimnSurfS .Utr Gürtler, Mociccr«, Kronen. ich otirr nnd-Klempner, Montierer enen und Eron z:ci r rinne r Tagesordnung: I. Ber/ch, i.»ranchenangelegenheilen. 3»erichiedene». vbne Ü.Ug»edeiu» Ii>n Znlritl gahireicher j-emch wird eiwariet. vieuatag, den 1. marz. adenb» i Adr. im Aertand-Hauo, Saoi II, SUSHer Str. t6 18, Ging, t Br an er er- Vem in mlBD o d. EldtfrcmcnUiire u. BeUer Tagesordnung: 1. Bianchinangelexenhetten. S.>Uer chieden»». fccue i its iiedsduch lern Zutritt. Da» Erscheinen aller Arllegen tu d«ser D«sammlui:g ist Pflicht Aditung! AditunS! Br« röie ücr Kasdiineo'. fluio-, ttoforen- *(Blosser ond seraroti isdilosser Die Ardeitslosenuersammlung sinket dlksmai am Ulttlmach. dem 2. mar] 1S32 im Verbandshause, Lirieu- strah« SS 83. an chnehend an die Wahb lörperoermmmiung statt In Zukiinlt hnden die Branchen-»«?. sairmiunge»!tir die arde isio'en Kollegen rege mnhig s-den ersten Donnerslog im Mona, um 2 Uhr im Derdandshause stall Adtfnnd. 10. BczliKl D e Orttraueasmanacr.Aoafetcn] des 16. Bezirk» findet umstllntehaider n-cht am Mulnach, dem 2. Mdrs, lendern Donnerstag, den 3. marz. m Saka1 von Dach>«, Lindow« Slrahe 2«, statt. 0!» OrtsverwaKunii. Gesenkte Fes mieten! Helle, sonnipe iVib 8 3Vi Z ntmciWO"nungen rru suem Komfort auch Qeschi ts äden) in versch edenen Stadtteilen vermietet bjllia die Kosrnstätten-ssseiisctiaft ,.ppimus"m. D.H. ftet hn-llrinickeaclosi-O.» ßerner iiraSc 31a. Qute Ahoag- und StraBenb�hnverbindunÄenl Neubauwohnungen L ii'/i nnd 3 Zimmer Nähe U-Bahnh. VineiasnaBe u. am Sehloßoark Pankow 3'/» Zimmer: Küche, Bad mit Kiesenbekleidung Auikunit: Baugetrllachaft SOd-Oit m. b. H. Pankow, Doiomitenstraße 64. Te'elon: Pankow 1129 I ACHTUNG! Wir vermieten V/r bis■iVi-KiMinierwobnuiigcn in schönster Lage von Berlin forden, AM GOETHEPARK Beste Verbindung mit U-Bahn Bahnhof Seestraße, Elektrische Bahn und Autobus. Die Wohnungen sind aui-ersi geräumig mit Bad, elektrischem Licht Ofenheizung, Balkon resp. 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Februar 1933 3n der heutigen Bormittagsziehung wurden Gewinne über 409 M. gezogen z Gewinn« ,n 2S000 M. 27531 2 Gewinne i» f oovo M. 23515 4 Gewinn« flu 5000 M. 132415 391 G83 22 Gewinn«»« 3000 TO. 632 38342 61057 89333 93755 138138 190129 283801 359130 386854 390871 52 Gewinn,>« 2000 M. 24046 32500 86583 72358 85300 100308 103391 160278 162043 183026 184022 166914 188126 193127205702 212992 221100 230001 263444 278671 284344 286130 299416339760 367502 379740 133 Gewinn« flN 1000 M. 7444 11346 11371 12559 14804 29929 47265 56630 60627 66427 71 71 7 72655 75292 78505 90736 99691 102016 105326 107430 109031 116261 117802 137534 144513 147302 152160 1 7565S 181229 181618 182981 164912 197497 200800 205859 225956 231093 236414 239443 2,-------------------------------- 23828 90995 13584$ 184226 242592 315477 358366 «0 99 205229 240801 274918 312887 374049 243629 244739 262534 256270 259713 264670 282416 285479 3)7186 324915 329147 330609 342240 346576 349294 357832 332615 364002 376456 377149 303295 339777 394535 152 Gewinne au 500 M. 2137 9236 13234 17084 10825 25368 38655 41304 42238 42634 57908 62751 65005 66710 67006 74618 85617 110296 130054 130370 132006 139924 140994 159899 160726 173654 178536 188637 104637 198187 199563 205333 206030 206392 207041 226957 235683 239107 239336 249640 251033 253691 266524 239394 269221 269313 274686 287287 287851 293535 298037 298471 29S044 301725 303684 §19431 335429 337879 368045 362803 363592 370444 371457 385973 386136 396753 397034 3970S2 In der Heuligen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2»-Winne in 25000 M. 182035 2 Gewinne ,» 10000 M. 321521 6««Winne flu 5000 Al. 235926 333273 394974 305036 14».Winne flu 3000 M. 70649 82101 109826 110038 161873 193552 220331 36 Gewinne an 2000 fflt. 39486 105833 144120 162426 155295 158974 159370 165425 185621 205427 21 3665 223454 302895 316944 333135 369601 377065 392535 72(äctetn.te an 1000 M. 48079 52266 66558 70366 80742 87199 116997 142988 145022 154290 153937 172569 176605 178381 185154 186408 191093 199600 230333 232994 236798 253639 256370 272574 274764 279341 230278 291163 300087 344090 350334 360136 38732» 389197 398773 309001 118 Gewinne au 500 fflt. 19598 28615 29099 35265 39064 53472 71288 112698 125398 135837 141260 168549 160048 160322 172030 177764 ■tseua i SSO' 30502; J005 194939 197349 217870 223020 223510 23112S 207684 263037 236123 237633 267809 253991 272176 1.3 7236 174771 316958 373861 25061 WS»___ H____ WSWS»WWW WWW»____ 277929 282280 239263 289440 291893 293397 295484 30386 322382 330354 337661 339230 343500 347822 353931 36603 377025 377747 373293 384940 386634 392074 397866 Im Gewinnrade verblieben: 3 Prämien je zu SOtXXX), 3 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 76000, 4 zu je 60000, 10 zu je 250.30, 80 zu je 10000, 210 zu. je öOuO, 432 zu je 3000. IL 0 zu je 2000, 2472 zu je 1000. 4086 zu je 600. 11702 zu je 400 Morl. I -"•"• ntrffiiwt'itiiiiii Kiinsttaldcne Steppdecke, färtinlUilrüBo 160x210 cm, mit ddPO gewaschcaer Füliung....... I I Rauchtisch mit rein. Messingplatte, üestett aus Eiche, ra t Utas- 4000 schrank.. I O Moderner Bücherichrank Eiche fnrniert, nach Wunsch<9750 gebeizt....................•)( Nachttischlampe, Messing vernickelt, m. 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Februar unser lieber Kollege, der Gauleiter Eugen Junghans Wir verlieren in dem Verstorbenen einen guten Kollegen, der in nimmermüder Arbeit seine reichen Enahrungen in den Dienst unseres Verbandes stellte. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten Dia Qauleitung des Gaues III Berlin Die Ortsgruppen- und Sezirksleitung Berlin Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. Februar, 1 3V« Uhr (mittags IVs Uhr) von der Leichenhalle des Zentraliricdholcs m Friedrichs elde aus statt. Am Mittwoch, dem 24. Februar, abends 7 Uhr, starb nach langen, schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann und guter Papa, mein lieber Sohn Paul Unglaube im Alter von 3S Jahren. Sic« zeig! tiefbetrübt an im Namen der trauernden k>tnterbltebenen MUriß Unslaube geb. Kummer Etnätchernng am I.Märit, naibm. 2 Uhr. im Krematorium Gerichthrahe Danksagung Für die beim Abteben unlcrct lieben Tochter unb Schwester Hilda Urban erroirlene Teilnahme lagen mir allen ffienolfcn unb(Bcnofiinncn der SAJ. unb ber 132/133 Abi. unteren herz- tichsten Sank. Familie Paul Urban Buch h o iL Oeutsdier Metallarbeiler-Vemaoii Vcrwaliungssielle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern Aur Nachrid)!, bast unser Kollege, ber Schieifer Hans Eekelt geb. 3 Oflober 1371, am 24. Februar gestorben ist Die Emäscherung ttudet am Man. tag, dem 2ü Februar, 13 Uhr, im Kre- malortum Dertchtstraße statt. . Rege Brleiligung wird erwartet. Wachruf. Am 22 Februar starb unsrr Kollege ber Schtosscr Karl Schmidt geb. 21. Mai 1834. Sic Beerdigung Hot bereit« statt- gesunden. SHre ihrem Anbcnlcn! Die OrtiTCrwallunp. Am 26. Februar verstarb im Alter von 39 labren nach schweier Krankheit unser lieber Kollege und Mitarbeiter, der Zeitungsfahrcr Fritz Naujokat Wir werden ihm bewahren. in treues Andenken Das Personal des Vorwärts-Verlages Am Donnerstag, dem 25 Februar.?>/, Uhr vormittags, verschied nach kurzem schweren Le den mein innig-tgeiiebter. herzensguter, treusorgender Vater, der Krankenkassenangesteme Friedrich Schieß im A tcr von 58 Jahren Dies zeigt tiefbetrübt an mit der Bitte um sti c Teilnahme Waller Schieß als Sohn. B c r I i n N 58, Schliemannstr 45 z. Zt. bei Herrn Georg Müller. Sellerstr. 15a, III Die Einäscherung tindet Dienstag, den I März, 18',': Uhr, im Krematorium GerichtstiaBe statt Allen Genossen, die uns in unserem großen Schmerz um den Verlust unseres geliebtou Mannes und Vaters, des Sfadiverordneten Rechtsanwalt Dr. Sieglried Weinberg ihre wohltuende Teilnahme bewiesen haben, danken wir von ganzem Herzen. In tiefster Trauer Frieda Weinberg geb. Hirsd. Rudolf Weinberg. Berlin C2, Klosterstr. 65/67. \{enn wir Sie sprechen könnten würden Sie anbedingt ihren Bedarf in Herren- und Damen-Stoffen bei uns decken. Verlangen S!««ofort Manter. Lehmann& A««iny Spremberg i. L, 230 Acfletta ruehver�ar.dhat» mit Am*23 Februar. 21 Uhr. entschlief ianft nach langem Leiden unsere herzensgute Mutter. Schwieger- und Großmutter, Schwägerin und Tante Ldristiiik klttelmsgz geb. Kcrgci tm 79. Lebensjahre. Sit folgte unserem beben Bater nach vier Wochen w den Tob. Im Ziamen der Hinterbliebenen GesdiwUter Kiltelmann. Sic CinäfdiiTimg ftnbcl am Diens. 10', dem>. Märg. lill'z Uhe. im Kre- mgtortum Banm diulenweg statt Danksagung. Für die uns so ehrende Anteil» nähme an unserrm schiveren Berlusta sprechen wir aut biesetn Wege allen Vettvanbten, Freunden und Br» fannten, tnsbesonbere dem Seutschrn Baugewetkobunb, ber Soua demo- fratdchen Partei, ber Wohbahrts- fommisston des 237. Bewirf», den Mietern de, Hanfrs Prentlaner Allee 26 sowie brm Kerrn Nebne» des Scuüchen �Freibenferberbanbos unteren allerherzltchsten Sank aus Elise Korfbe und Kinder. UNZEN kauft BALL—'Berlin UNZEN hanaiung WllhelmstraO-> 44 innunoskrankenhasse d. luwclierc, Gold- u. Sllbersctimiede(Zwanns-) Innuno zu Berlin. Vekannimachung. Am Montag, dem 7. Marz 1932, abends >,':8 Uhe. habet, im Lofat oon Schulte. tieritn S 14, Stallschretberftrahe b, etne augerordentltche Ausschußsibung statt, zu der hiermit eingeladen wirb. Tagesordnung: I. Perlesen der Nieberschrist von ber letzten Sitzung 2. Sa ungsänderung 3. Verschtedenes. Der Vorslsad; Max N oft Hugo Hertz Vorsitzender Echristtührec IMu™- „______ Betten SS» Kinderb.. Polster, ChaUel., an jeden. Teils, Katalog frei. Eigen möhglfabrüc Suhl(ThÜR) Inserate Preisabbau! 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 28. Aebruar 4932 Lugend in vorderster Front. Kundgebung aller republikanifch-proletarifchen Lugend- verbände in Köpenick. Die rspublikanische Jugend hat die Forderung der Stunde noch Konzentration aller Abwehrkräste gegen den Faschismus erkannt. Sic reiht sich geschlossen ein in die Eiserne Front, um gemein- som, Schulter an Schulter, mit den Aeltercn für ein freiheitliches. soziales Deutschland zu kämpfen. In Köpenick hatten sich die Imigbannerformationen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, die Inngen und Mädel der Sozialistischen Arbeiterjugend und der freien Gewerkschaftsjugend sowie die Iugendmitglieder des Arbeiter- turnvereins„Eiche* zu einer Jugendkundgebung gegen den Faschis- mus im Stadttheater Köpenick zusammengeschlossen. Die ganze Ber- anstaltung war allein von der Jugend für die Jugend gestaltet worden. Die Zusammenstellung und die Abwicklung des Programm- zeugten von der Hingabe und dem leidenschafllichcn Eifer, mii denen alle ans Werk gegangen waren. Die Leitung der Kundgebung hatte der Jungbannermann Paul Hasche in Händen. Darbietungen des Reichsbannertambourkorps unter Leitung seines Dirigenten S ch ö tz a u wechselten ab mit Rezitationen, Sprcchchoroorträgen und gymnastischen Darbietungen, die von den Iugendmitglicdcrn des Turnvereins„Eiche" ausgesührt wurden. Der Gaujngeirdsührer des Reichsbanners, Rudolf B r e n d e- mühl, begann seine Rede mit der Feststellung, daß Josef Goebbels, der am Tage vorher in dem gleichen Saal wieder einmal von den vernichtenden Schlägen gegen das„System* gesprochen hatte, im Reichstage eine neue parlamentarische Schlappe hat einstecken Müssen. Durch die Entscheidung der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion sei für die nächste Schlacht gegen den Faschismus, für den Rcichspräsidentenwahlkampf die Parole der großen Arbeiterpartei gegeben. Sie heiße: Wir wählen Hindcnburg, um Hitler zu schlagen. Goebbels habe in feiner zynischen Frechheit ge- wagt, die sozialdemokratischen Kriegsteilnehmer, deren Leiber in den Schützengräben verbluteten, als er ruhig und sicher in feinem Studierzimmer saß und die Hunderttausende, die, wie der sozial- demokratische Reichstagsabgeordnete Frank, im Felde gefallen sind. als Deserteure zu beschimpfen.(Stürmische Pfm!-Rufe.) Wir jungen Menschen sind frühzestig vom Leben hart angefaßt worden, und haben sehr bald lernen müssen, die Dinge real zu sehen. Wir wollen die eifrigsten Tronunler der Republik in dem großen Ent- scheidungskampf für die Erhaltung der demokratischen Stoatsform. für die Schaffung des sozialen Volksstaats sein. Einer für alle, alle für einen, ist die Losung! Hinan— vorwärts— hinan, und das große, das Werk ist getan! Das von der Versammlung begeistert angestimmte Kampilied von der jungen Gart« des Proletariats beschloß die Kundgebung, Das Haus zur„Grauen Laus a ** Die Geschichte einer Mietkaserne Berlins Gommerschau enistehi. „Sonve, Lost und Haus für Alle!' im Werden. In aller Stille bereitet sich am Äaiserdamm«ine weiteste Kreise der ll' w'korung in hohem Maße interessierende Veranstaltung, die große Verliner Sommcrschau 1932„Sonne. Lust und Haus für Alle" vor. Diese Ausstellung wird in der Zeit vom 14. Mai bis 7. August Themen behandeln, die gerade im gegenwärtigen Zeit- punkt von weitgehender V'deutung sind. So zeigt zunächst die Gruppe„Das wachsende Haus" den Interessenten, wie man sich für 2 899 Mark«in Sommer und Winter bewohnbares kleines Kernhaus schaffen kann, um später nach Bedürfnis und Vermögen eine oder zwei Anbauten organisch hinzuzufügen. Nicht weniger als 39 fix und fertige, bewohnbare Anbau Häuser werden in den Stadien ihrer Entwicklung aus dem Ausstellungs- Freigelände errichtet. In einer zweiten Gruppe wird die ebenso zeitgemäße wie wich- tige Frage des Kleingartens behandelt. Auch hier begnügt man sich nicht mit Darstellungen, Tafeln oder Bildern. Man führt 22 Kleingärten,«inen jeden rund 399 Quadrat- meter groß, aus. Jeder Garten birgt außerdem das dem Charakter der Anlage entsprechende Gartenhaus. Hier wird man zum Teil völlig neue Typen von Gartenhäusern sehen, deren montagefertigen Einzelteile schon von 149 Mark an zu laufen sind. Die Kleingärten, deren beste Pflege nach Beendigung der Ausstellung prämiiert wird, werden von Mitgliedern der Klein- gartcn-Vereine bewirtschaftet. So wird man sehen Gemüsegärten. Obstgärten, Blumengärten, Gärten für Kinderreiche. Gärten für Tierliebhaber usw. Diese Gärten werden sich um«ine große Spielwiese gruppieren, auf der die Kleingarten-Vereine und Jugendorganisationen während der Dauer der Ausstellung Spiele und Bewegungsvorführungen zeigen. In den sechs Hallen rund um den Funkturm endlich wird die Abtellung „Das Wochenende* mit den Gruppen„W o ch e n- ende der Frau* und„Parzelle und 5) aus* untergebracht sein. In dieser letzten Gruppe werden neben 6 ausgeführten Parzellen-Häusern(Wochenendhäusern) die Besucher praktische Vorschläge zur Errichtung von Wochen- «ndhäusern unter Verwendung vorhandener, normalisierter Konstruktionsteilc finden. Wesentlich ist, daß man bei allen Dar- bietnngen der großen Berliner Sommerschau neben dem eigentlichen Ausstellungsab'jell den genauen Preis und die Betchaffungsmöglich. keit verzeichnet finden wird. Es gibt Häuser, die ihren besonderen Namen haben. Wir wollen eines besuchen, das den Namen„Graue Laus* führt. Hier ist uchchmer zu erraten, was es mit diesem Spitznamen für eine Bewandtnis hat. Eine jener Mietkasernen der Millionenstadt, wo die Häuser am dichtesten stehen und die Siraßen am engsten sind, wo Staub und Dreck und Lärm die Stelle von Licht, Luft und Sonne vertreten. Hier wohnen die Menschen beinahe aus- statt nebeneinandsr, hier ist der Begriff„Slrbeit" lange zum Fremdwort geworden, denn da ist nicht nur einer, sondern da gibt es eine ganze Reihe, die feit 1928 die Hände in den Schoß legten. Ein Haus mit 60 Mietparteien. Di«„Graue Laus*, ein Haus in einer der Seitenstraßen des Berliner Ostens, könnte für den Hanswirt eine wahre Gold- grübe fein, wenn... Da hausen also in zwei vierstöckigen Quer- gcbäudcn pro Stockwerk sechs Parteien, insgesamt 48 Familien. Dazu kommen die Bewohner des vierstöckigen Vorderhauses, das sind noch eimnal an die zehn oder zwölf Parteien. Alles in allem 6 9 M i e t p a r t c i o n, die Untermieter und Kinder nicht mit eingerechnet. Bei aller geschickten Raunmutznng— auf sechs Parteien kommen beispielsweise bloß zwei Klosetts, und es gibt im Haus weder Boden- noch Kellerräumc— fehlt sortwöhrend irgendwo eine Monatsmiete und abwechselnd müssen Haupt- oder Unter- Mieter räumen: nach dem unerbittlichen Gang der Dinge zahlt naturgemäß erst mal der Untermieter dem Hauptmieter keine Miete, so daß es mst der von diesem beabsichtigten Mietentlastung wieder einmal Esiig ist. Es ist ein unlösbares Rechenexempcl. wie pon der stets im Sinken begriffenen Unterstützung der selbst zu bestrestends Mieteanteil herausgewirtschaftet werden soll, und so ist auch i» der prsuvn im Ksmpk! Cegen Faschismus und BQrserkriegt Für die„Eiserne Front" Am Donnerstag, dem 3 März, um 1915 Obr, im großen Saal des„Lehrervereinshauses" am Alexanderplatz Ceffentl. Frauenkundgebung Es sprechen: Für die Sozialdemokratie Genossin Johanna Reitze, MdR.- Für die fre en Gewerkschaften Genossin FrldaGladosch- Fürdie Freien Arbeitersportierinnen Genossin Aenne Wolter Fshneneinmarsch der Genossinnen— Rezitationen; Genossin Martha John— Musik: Freie Sport- und Musikvereinigung „Grauen Laus* ein ständiges Kommen und Gehen, wenngleich gerade hier der Hauswirt so lange wie möglich ein Auge zudrückt. Aber was zu viel ist und zu lange währt, das muß eben mal geändert werden, und so trat der Mann eines schönen Sprechtages mit einer sieben köpf igen Schuldnergruppe an der Wahlfahrtsstelle an und schüttete sein hauswirtliches Herz aus: Stühle, die nachts aus dem Fenster hängen. Das, was sich hier Wohnung nennt, bestAzt aus einem großen und einem kleinen Zimmer, wovon dos kleine vermietet wird und das große nebst Küche der zahlreichen Familie als Wohn-, Eß- und Schlafzimmer dient. Nun ist die Bettenfrage hinsichtlich Anzahl und Aufftellungsmöglichkest ein unlösbares Problem: daß einer für{ich allein ein Bett besäße, koimnt natürlich überhaupt nicht in Frage: es tellen sich zwei, drei und noch mehr In den Besitz einer Bettstatt. Dann müssen zur Nacht die Möbel vollkommen umge- räumt werden, und es bleibt vielfach nichts anderes übrig, als die Slühle wegen Raummangels nachts aus dem Fenster zu hängen. Da liegt jetzt ein Antrag von Paul K. aus dem dritten Stock im Ouergebäude vor, auf dem zu lesen steht:„Meine Frau erwartet jetzt in diesen Tagen das fünfte Kind, wir haben keine Bett- stelle und keine Bettwäsche, nicht ein Stück Kinderzeng, nichts.* lind als der Prisser hinkommt, da ist alles noch viel ärger, als er es sich vorgestellt hat, und es nmß schleunigst geholfen werden. Der Mann ist zwei Jahre arbeitslos, körperlich elend, wiegt, ganze 99 Pfund, die Frau noch elender. Nicht Freude, sondern Berzweiflung herrscht über den reichlichen Kindersegen. Der Mann tobt und schreit:„Komm mir man ja nich wieder mit solch nem Jöhr." Der Zehnjährige kreischt:„Dem kleen Aas molln ma man jleich den Hals umdrchn, Vota, wir Horn ja selbst nischt zu iressen.* Die Frau und Multer, Trägerin aller Sorge und allen Leides, ist verzweifelt: sie ist nicht nur seelisch, sondern auch körpcr- sich vollkommen herunter, Schutzmittel versagen bei ihr schon.,. Wenn der Frühling kommt... Jeder Mensch hat seinen eigenen Frühling, und in der„Grauen ! Laus* sieht er so aus: Da zielst in den Fcbruarwgen der Gänse- s d) l ä ch t e r aus dem Laden unten seiner Wege und überläßt sein Revier den, E i s f r i tz c n, der wiederum seine Existenz durch lröftiges Bemalen der Schau iensterfcheibe dem vierten Publikum tund und zu wissen tut: dies allerdings in einer Zeit, wo uns dos j Barometer noch allerlei Ueberrasd?uugcn Ulster dem Gefrierpunkt zu bieten hat. Dann macht sich in den wärmer werdenden Tagen die Gegenwart des Heringshändlers bzw. seiner Ware recht unangenehm bemerkbar, well die im Hof aufgestellten Tonnen mit der Heriirgslake einen penetranten Geruch verbreiten.„Einfach nicht ausznhalten* würden die Menschen ans Berlin WW.. stöhnen, ober die Sinnes- und sonstigen Organe der Bewohner der„Grauen Laus* sind widerstandsfähiger! Severins bei den polizeioffizieren. In der„Gefcllschiit der Freunde* in der Potsdamer Straße hielt die Bereinigung der Polizeiossizicre Preußens in Anwesenheit zahlreicher Delegierter ihren diesjährigen Vcrtretertag ab. zu dem auch der preußische Innenminister S c v c r i n g mit zahlreichen Herren des Ministeriums erschienen war. Der Vorsitzende der Vereinigung. Oberst a.D. Dillenburg, beschäftigte sich in seiner Begrüßungsansprache zunächst kurz mit den außenpolitischen Tagesfragen, um dann bei der Vchairdlung der innerpolitischen Probleme auf die Stellung der Schutzpolizei ein- zugehen. Las Handeln der Polizei als der Hüterin der Ver- f a s f u n g sei unverbrüchlich festgelegt, sie. weise alle veksassungs- widrigen Einflüsterungen, woher sie auch kämen, ab, und an ihrer Verfassungstreue köime kein Zweifel bestehen. Der Vor- sitzende gedachte dann der am Bülowplatz erschossenen Polizeihaupt- lente Anlauf und Lenk, zu deren Ehren sich die Versamm- lung von den Plätzen erhob. Innenminister S e o e r i n g betont.', daß das letzte Jahr zwar zwischen ihm und der Bereinigung Meinungsverschiedenheiten gebracht habe, daß aber über diese in- terncn Ilnstimmigkeitcn hinweg erfreulicherweise Einigkeit zwischen dem Ministerium und der Polizei herrsche. Aus die außcnpolitisdicn 'Aeußerungen des Vorsitzenden eingehend, erklärte der Mliuster, es herrsdzen wohl keine Meiiumgsverschicdenheiten darüber, daß Deutschland die Tributverpslichtungcn in den nächsten Jalzren nicht erfüllen könne. Was die Kriegsschuldlüge betreffe, so sei es not. wendig, erst einmal den anderen beizubringen, daß Deutschland nicht die Allcinschnld am Kriege trage. Was die von dem Bor- sitzenden vorgebrachten Wünsche und Anregungen betreffe, so sagte der Minister eine Prüfung der einzelnen Vorschläge zu. Verzeichnis der poslscheckklmdem Die Verzeichnisse der Post- scheckkunoen im Deutschen Reich werden in nächster Zeit nych dem Stande vom 1. Januar 1932 erscheinen. Bestellungen nehmen alle Poswnstalten entgegen, die mich über die Preise Auskunft er» teilen. Postscheckkunden erhallen die Berzeichnisse auf Wunsch von ihrem Pastscheckamt unter Abbuchung des Preises von ihrem Konto: sie können sich auch den regelmäßigen Bezug durd) cimnalige Bestellung bei ihrem Postjdieckanit sichern. Ml den acht Musikkarps des Slandortes Groh-verlin findet unter Leitung dcs Hcereemusikinspizientcn S dz m i d i am Sonntag. dem 6. März, vormittags 11.15 Uhr, im Zirkus Busch ein großes Militärkonzert statt. Es kommen Werke von Mendelssohn, Hayon und Strauß z�im Vortrag. Briefkasten derZtevaktion. 35. 35. 2(1. Wenn kein e-lieoertrag geschlosse» wird, so blridrn Mari« und Frau Eigentümer ihres Bcrmögens. Dem Wann steht jedoch die'Lerwoltung und Zlugui-hung des Permdgens der Frau zu.— Partcigc»»Isc tM7. 1. Der Rest der Strafe ist ebenfalls zu vcrbtißen. 2. 2n Ihrem Falle wird vom Roh?« tahrtsamt ein chcithnlichcs Berhitltnis angenommen. Äus diesem Grunde ist die Unterstützung herabgesetzt worden. Gegen die»ürzung können Sie Ein- soruch erheben. Der Einspruch ist an das Wohlfahrtsamt zu richten. Zatalausocrtaus wegen Aufoubc der GeschLftsrijunie veranstaltet da» bekannte Gardinen- und Teppichhaus:5öeininocr tt. Eo.. Groye Fronrturier Sreatzc UN sUntergrundbahnhof Etrousbcrger istlatzl. Es kommen bie g-fanit-» gestände, in Äiinstlergardineu, Haibstores, Bettdecken, Tischdecken. Diwandeckcn. Teppiche, Lönferstoffe. ferner BÜtmäscho, Lnlcttr, Laken, Handtücher usw. zum Seil bis zu dN Proz. herabgesetzte» Preisen zum Perkauf. Die bekannt« Wall- und Seibensirma Gntmanns Etage erweitert ihr Ge- «chättshaus iii der Taucntzienfir. IB. Ecke Rürubergcr Stranc, und löst gleich- zeitig die Filiale in der Leipziger Straße auf. 31nläßlich dieler Auflösung lnv. ginnt in der nöchfteu Woche ein Toialausvcrkaus. Wir verweisen aus die Anzeige in vorliegender Rümmer. Der größte llming-termi» aller Zeiten steht uns in Mlrzc bevor, und recht» zeitig fütz die, welche ihre Wohnung nett und geinütlich Herrichten wollen, dringt die Firma Werthclm in ihren vier Berliner Hänsern einen großen Per- kauf von Gärdinen, Teppichen und PUjbeistofsen. Bie schon der Erfclg des Inoentur-Ausverkaufs zeigte, ist Äertheim in diesen Artikeln sehr leistungs- fähig. Mit diesem Gardinen, und Teppich.Pcrkauf, der tibrigens durch die gr. bsiene große Ausmohl ein hochintriessaiUe» Bild von der immer wachsenden ti!,ist>ingsfähigkeit der deutschen ündulrri« gibt, verbindet Werthcim civc Reihe besonder-, hiUiccr Würz Angebote in anderen Waren. Der Hinweis in unsere!» heutigen Inseratenteil..daß Hiersur sensationell niedrige. Preise, angesetzt wurden, sogt wir/llch nicht zuviel, und deshalb empfiehlt sich persönliche Prüfung de« Werlheimsche» Rärz.Angebote ganz besonder,. wenn Du einmal nicht mehr da lein wirst- wenn lie heiraten möchte, aber das Geld kür die Aussteuer kehlt- und auch die Mutter ihr nicht hellen kann: du&a£S-(VUtkfaAhMi&mma! ESI Ubarschrlftuvor) SO W., textwort 10?k.»»»»«'— 30?i, IOOOOW©r»«25-s. AnnoHn— jMfcine neue GaK/ihe— fhncj das genze Zimmer ist neu hre Wohnung konn eine Auffrischung sicher gut gebrauchen. Fischer& Wolff �vJ�eröffnet am 29. 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