Morgenausgabe Nr 99 A 50 49. Jahrgang WSch«ntI>ch 78 Pf. monatlich 8,98 Sl (davon 87 VI monatlich für Suftel» lunfl in» Sans) im v oran«, ad Idar. Poflbezug z»7 M.-inichii-ßlich so Pf. Po Zeitung»- und 72 Pf. Poitbestellae- bühren-Ausiandsadonnement»,S8 M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Druckfachenporto».68 M. Per„Vorwärts� erscheint wochentZg» sich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgabe für Perün »nd im Sandel mit dem Titel.Der Slbend*. Illustrierte Sonntagsbeilog» »Voll und Zeit'. W P. AerUner Soltsbla« GonniLg 28 Februar 1952 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 Z)f. Sie etuipali. Mtilimeterzeile 80 Pf. Siellameze le 2.- M„»lerne«n- {eigen" da» fettgedruckte Wo« 20 Pf. zulässtg zwei fettgedruckteWoNe.jede» weitere Wort>0 Pf. Rabatt it. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwe> Worte. Arbeitsmarlt Millimeter- geile 25 Pf. ffamilienanzeigen Milli- meterzelle IS Pf. Anzeigenannahme im Sauplgeschäfl Lindenftroße 3. wochentaglich von S>/, bis 17 Uhr. Der Beriaa behält sich dasRechi der Ab- lehnung ntchi genehmer Anzeigen»vrk Jentvawvsan der Soziawemokvaiikchen HSartsi Deutschlands Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 2 stcrnspr. Tonboii f» 7) S9S— AH Zelearamm-Sdi. Sozialdemokrat.?i«rlm Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Polllcheckkonio: Berlin 3? 536.— Bankkonto; Bankder Ärbeiter. ÄngelieUten und Beamten. Lindenstr. Z Dt B.u Dtdr.-Gef.. Depost»enk..ZeruiaIemerS»r KSK6. Von Cbert— zu Hitler? Gedanken zu Eberis Todestag. Heute vor sieben Jahren starb Friedrich Ebert, der erste Reichspräsident der deutschen Republik. Dieser Mann aus der Arbeiterklasse hatte seit dem Sturz der Monarchie mehr als sechs Jahre an der Spitze des Reiches gestanden. Nachdem er zwei Söhne auf dem Schlachtfeld hingegeben, hat er sich selbst im Dienste des deutschen Volkes verzehrt. Die Hetze, die gegen diesen Mann geführt wurde und der er schließliche erlag— weil er im Kampf gegen seine Ver- leumder eine längst notwendige Operation zu lange ver- schob— ist nur e i n Beispiel vom„Dank des Vaterlandes", den die deutsche Sozialdemokratie für ihre ungeheure nationale Leistung geerntet hat. Ihr Trost kann sein, daß sie nicht für das Baterland des nationalsozialistischen Ge- sindels kämpft, sondern für das Vaterland der Arbeit und des Sozialismus, das aus diesem Deutschland einmal werden soll. Ebert, der Sattlergeselle aus Herdelberg, der Führer der Sozialdemokratie, hat auf dem Platz, auf dem er in den letzten Jahren seines Lebens stand, seiner Klasse und seiner Partei Ehre gemacht. Er. der nie ein Demagoge gewesen, war auf dem Gipfel der Macht auch kein Emporkömmling. Mit schlichter Selbstverständlichkeit versah er sein Amt. Als er starb, trauerten Millionen, und auch die anständigen Gegner entblößten ihr Haupt.» Hat das deutsche Volk die Bedeutung Cberts verstanden? Rein! Denn als es galt, einen Nachfolger für ihn zu wählen, am 23. März 1925, entfielen auf Otto Braun, der der Berufenste war. Eberts Werk fortzuführen, nur 7,8 von 26,8 Millionen Stimmen, das heißt noch nicht dreißig vom Hundert! Braun verzichtete infolgedesien zugunsten eines Sammelkandidaten der bürgerlichen Mitte, des Dr. Wilhelm Marx, der dann— durch Thälmanns Sonderkandidatur— ziemlich knapp gegen Herrn von Hindenburg unterlag. Schon damals hatte sich gezeigt, daß das Bürgertum keine Persönlichkeit von mehr als Durchschnittsmaß besaß, die es dem Kandidaten der Reaktion hätte entgegenstellen können. Die ausgezeichneten Eigenschaften des Dr. Wilhelm Marx stehen außer Frage, und sicher ist er ein viel wertvollerer Mensch als mancher andere, für den die Reklametrommel ge- rührt wird. Auch heute noch könnte man ihn mit dem besten Gewissen für das höchste Amt in der Republik empfehlen— ob mit besserem Erfolg als vor sieben Jahren, steht frellich dahin.* In den sieben Jahren fest damals ist das Bürgertum d e r M i t t e an führenden Persönlichkeiten nicht reicher, son- dern ärmer geworden. Weder ist es geneigt, eine Persönlich- keit aus dem Loger der Sozialdemokratie auf den Schild zu heben— dazu ist die Sozialistenangst zu groß— noch kann es einen eigenen Kandidaten stellen, der über das Mittelmaß hinausragt. So wurde diesem Bürgertum der Entschluß Hindenburgs, sich zur Wahl zu stellen, ein wahres Geschenk des Himmels. * Das Bürgertum der Mitte kann freilich sagen, daß es bei dem reaktionärsten Teil der Bourgeoisie nicht besser aussieht. Denn geht es bei jenem tragisch zu. so ist es bei diesem schon mehr tragikomisch. Der reaktiv- närste Teil der Bourgeoisie hat in seinen eigenen Reihen keinen Mann, den er präsentieren kann. Also hat er einen seiner Klasse davongelaufenen Anstreicher aus Braunau mit einem geradezu phantastischen Aufwand von Geld und Reklame zum besten Deutschen hinaufgeschwindelt. Dieser nun— und das ist die Komik in der Tragik— ist nicht nur der jüngste„Parteibuchbeamte", er ist auch der echte Typ des„R e o o l u t i o n s g e w i n nl e r s". Dieser Adolf Hitler, der jetzt, wenn es nach dem Willen des Großkapitals geht. Reichspräsident werden soll, hätte es ohne den sogenann- tcn„Dolchstoß" vom 9. November nicht einmal zum Regie- rungsrat gebracht, der er soeben geworden ist. Nicht einmal Reserveoffizier hätte er werden können, die ganze bessere Ge- jellschaft hätte sorgfältig die Türen vor ihm verschlossen— und da er in die Arbesterbewegung, in der klassenmäßig sein Platz gewesen wäre, nach Charakter und geistiger Veran- lagung nicht paßte, wäre ihm nichts anderes übrig geblieben, als in irgendeinem gelben Werkverein ein gänzlich unbeachte- tes Dasein zu führen. Gerade er, Adolf Hitler, verdankt alles, was er ist, dem 3. November. Die Revolution von 1918 war die zwangsläufige Folge der militärischen Niederlage. Die Monarchie war nur noch ein Kadaver— er mußte sortgeräumt werden, damit für das Leben der Nation Platz geschaffen wurde. Deutschland kann nicht mehr existieren ohne republikanisch-demokratische Ver- fassung und ohne eine Politik, deren Ziel das friedliche Zu- sammenleben der Völker ist. kurz nicht ohne das, was das nationalsozialistische Schlagwörterbuch unter dem Namen „System" zusammenfaßt. Wir verteidigen das„System", aber wir sehen auch seine Schattenseiten. Wir sehen als ekelhaste Mißgeburt der demo- kratischen Entwicklung eine schamlose Demagogie. Wir sehen die skrupellosen Nutznießer des sogenannten„November- Verbrechens", die pomadisierten Parvenüs. Wir sind der Meinung, daß die Republik, die Demokratie, das ganze sogenannte„System" einer gründlichen Entlausung bedarf. Das„System" muß gereinigt werden von seinem übelsten Nebenprodukt, von der n a t i o n a l s o z i a l i st i- schen Bekoegung. Diese Reinigung vorzunehmen ist von heute in zwei Wochen Gelegenheit. Wir sind es Friedrich Ebert schuldig zu verhindern, daß ein Adolf Hitler auf seinem Stuhl Platz nimmt. Und wenn wir das nur verhindern können, in- dem wir Hindenburg wählen, dann wählen wir eben Hindenburg! Welcher Republikaner, welcher Sozialist, welcher klasjen- bewußte Arbeiter wünscht nicht, daß der Faschismus am 13. März eine entscheidende Niederlage erleidet?! Eine ent- scheidende Niederlage des Faschismus ist gleichbedeutend mit einem überwältigenden Sieg Hindenburgs im ersten Mahlgang. Also geht hin und werbt für Hindenburg! Und tut ihr es nicht aus Liebe. sotutesausHah! Kranzniederlegung der preußischen Staats- regierung am Grabe Eberls. Die preußische Staatsregierung hat am Grabe de» Reichs- Präsidenten Ebert an dessen heutigem Todestage, dem 2S. Icbruar. einen Kranz mit Schleife in den preußischen Farben niederlegen lasse«. Oer Krieg geht weiter! Die Japaner wollen ins Innere vordringen. London, 27. Februar. Wie Reuter aus Tokio erfährt, verlautet dort aus zuverlässiger Quelle, daß die japanischen Kommandanten in Schanghai sich entschlossen haben, angesichts der Tat» fache, daß chinesische Verstärkungen demnächst aus dem Äampfschauplah ankommen»verdeu, Kriegs- schiff« aus Yaugtsekiang einzusehen, um da- durch zu verhindern, daß der Strom von den Chinesen als Anfmarschroute für die Truppen, die die 1». Zlrmee unterstühen solle», verwendet wird. Granaten aus Tschapei. Die Trümmer brennen. Schanghai, 27. Februar. Die Einwohner wurden um 5 Uhr früh rauh aus dem Schlaf geweckt, als die japanische Artillerie von neuem das schwere Feuer auf einen Gebäudeblock inmitten Tfchapeis eröffnete, wo. wie die i Japaner annehmen, chinesisch« Truppen zusammengezogen sind. Die Folge der Beschießung war wiederum ein grotzerBrand: riesige Rauchschwaden und hohe Flammen steigen zum Himmel empor. Die chinesischen Batterien antworteten, und das Granatfeuer dauert mit unverminderter Stärk« fort. Neuer Ostbahnkonflikt ZNukden, 27. Februar. Der Chef der japanischen Armee in Mulden, H o n j o. hat das Kommando in Charbm angewiesen, für die Besörderung der Truppen nach Hailar-Tsitsikar 45 Wagen und 3 Lokomotiven anzufordern, da dort die Lage..nicht mehr sicher" sei. Die Ver- waltung der Ostbahn unter Führung des sowjctrussischcn In- genieurs Rudy hat dies den Japanern verweigert, da sie keinen Beschluß vom Aufsichtsrat habe. Die Japaner dringen auf ihre Forderung und erklären, daß sie keine Zeit hätten, den Beschluß des Aufsichtsrates abzuwarten. Kämpfe an der Ostbahn. In der Nähe von Jnanpo an der chinesischen Ostbahn sind schwere Kämpfe im Gange. Die Japaner wurden von de» chinesischen Truppen gezwungen, sich zurückzuziehen. Slm Sonnabend warfen japanische Flugzeuge über Futschau IS Bomben ab. die in einigen Teilen der Stadt Brandschaden verursachten. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet. Der Mandschureistaat von Japans Gnaden nennt sich Man- dschaukai. Hauptstadt ist Tschungtschang. Der chinesische Exkaiser Pusl als Präsident auf Lebenszelt» führt den Titel„Diktator" Tjchin Tschang. Preußen und die Mnlsterprasiöent unöLnnemnmisier spreche Am 2?. Sdbtuct fonb im preußischen ZNioisterinm des Innern eine Konferenz der preußischen Oberpräsidenleu und Regicrungs- präfidenleu unter der Leitung des Ministers des Innern S c v c r i a g statt. Zleben den höheren Beamten des Jallcaministerluais und anderer preußischer Ressoris nahmen auch Ministerpräsident Braun und die Staats minisker Steiger und Grimme daran teil. Die Beratungen wurden von Minister Severing mit. einer längeren Ansprache eröffaet. in der er»mch den einleitenden Vegrüßuugs- warten ungefähr folgendes ausführte: Mit Befriedigung kann ich feststellen, daß der Winter bis jetzt nlzne jede wesentliche Störung der iifferttlichen Ruhe und Sicherheit vergangen. Die täglichen Mordtaten und anderen Ausschreitungen beweisen, daß das nicht gar so leicht war. Wir sind zwar noch nicht über den Winter �anz hinweg, dem: noch liegen die Jden des März vor uns, und die Märztage werden ja auch den Höhepunkt der politischen Kämpfe mit sich bringen. Die Unterstützung und Versorgung der Erwerbslosen wird «mch die brennende Frage der Zukunft sein. Wir können heute noch bis Ende März einigermaßen klar sehen, welche Mittel uns zur Verfügung stehen, darüber hinaus aber tappen wir vorläufig noch im Ungewissen. Es ist der preußischen Staatsregiernng bekannt, daß die Reichsregierung sich mit der Frage beschäsligl. die Arbeilslosenversicherung und-unlersiühung zu vereinsachea. Ich fürchte, daß das nicht ohne neue Lasten für Länder und Ge- meinden gehen wird. Die Gemeinden aber können nicht nur keine neuen Lasten mehr ertragen, sondern sind schon heute außerstande, ihren Verpflichtungen gerecht zu werden. Ein Eingriff in die Höhe der Unterstützungen aber würde unsere Aufgabe, die Ruhe und Ordnung aufrechten erhalten, außerordentlich c r s ch we r e n. Ich glaube nicht, daß in den nächsten Monaten eine erhebliche Besserung der wirt- schastlichen Situation zu erwarten ist, von der eine bedeutende Ver- rnrgerung der Erwerbslosenzahl erhofft werden dürfte. Unser Augenmerk wird deswegen darauf gerichtet sein, den Gemeinden und damit auch den ärmsten Gemeindebürgern nach besten Kräften zu helfen. Das uinnittelbar vor uns liegende wichtigste politische Ereignis ist die Wahl des Zieichsprcisidenten. Die preußische Verwaltung wird und darf keine Wahlbecin- f l u s s u n g treiben. Es muß auch alles vermieden werden, was nachher mit einem Schein von Berechtigung als ein Grund zur Anfechtung der Wahl angeführt werden könnte. Nichtsdestoweniger aber ist die Haltung der preußischen Staatsrcgierung ganz klar und ciiÄeutig, und muß auch die Stellung der preußischen politischen Beamten bei der Reichspräsidentenwähl klar und eindeittig sein. Sie wird es ganz automatisch durch den Aufmarsch der Kandidaten und durch unsere Stellung zu den Parteien dqr Negation. Den fiaudidalcll der staalsfelndlichca Parteien der Nationalsozialisten und der Kommunisten darf kein Erfolg bcschieden sein! Und neben den Kandidaten dieser Parteien gibt es nur einen ernst- hasten Kandidaten für das höchste Amt, das das deutsche Volk zu vergeben hat, das ist der jetzige Reichspräsident von Hinden- bürg. Für die preußisch« Staatsregierung liegt gar kein Anlaß vor, ihre bisherige Haltung gegenüber den staatsfeindlich eingestellten Parteien der Nationalsozialisten und Koirnnumsten zu ändern. Zu den Parteien, die unverhüllt ihren Vernichtungs- willen dem heutigen Staat gegenüber zur Schau tragen und in Schrift und Rede sich dieses Vcrnichtungswillens rühmen, kann es keine andere Einstellung für die preußische Staatsrcgierung und preußische Beamte geben, als die bisherige ablehnende. Daran kann auch eine wirkliche oder schsinlKir andere Beurteilung einzelner Stellen der Reichsregisrnng nichts ändern. Deshalb ist es die Auf- fasfung der Staatsrcgierung, daß bei aller Wahrung der Partei- politischen Neutralität den Bestrebungen staatsfeind- licher Parteien auch im Kampf um den Reichs» Präsidentenposten entschieden entgegengetreten werden muß. Vor allem aber muß und wird es Ausgabe der preußischen Vcr- waltungsbehörden sein, in den kommenden Wochen erhöhter politischer Tätigkeit mit allen Mllcln den Versuchen terroristischer Beeinflussung der Wähler enlgegenzulreten. Gegen jede Terrormaßncchme muß um der Autorität des Staates willen bist aller Macht vorgegangen werden. Dabei nmß das Interesse des Staates in allen Zweifelsfragen richwng- und ausschlaggebend sein. Selbstverständlich soll besonders fai der Zeit des Wahlkampfcs ein« kleinliche Handhabung der polizeilichen Befugnisse gegenüber Bcrscmvmlurigcn und Pressepolemiken unter- Heute neu! Heute neu! „Sonntag- Vorwärts" mit Wochenübersicht Präsidentenwahl. ii vor den Ober- und Regierungspräsidenien. bleiben. Das heißt jedoch nicht, Verleumdern irr Presse und Per- sammlungcn Freibriese ausstellen. Ich bittcjSic daher, von drr Möglichkeit, Verleumdungen der Reichs- und Staatsregierung in der Presse durch AuflagevonDcrichtigungcn entgegenzutreten. weitgehenden Gebrauch zu machen. Die radikalen Parteien sind in der Wahl ihrer Mittel völlig skrupellos. Sie mögen deshalb wissen, daß jeder Verleumdung in chrer Presse sofort entgegnet werden wird. Ich werde durch einen Runderlaß den Ausschank von Branntwein usw. für den 12. und 13. März verbieten, damit nicht zu der schon durch die politisch- Tätigkeit gesteigerten Erregung auch noch eine durch Alkoholgenuß verstärkte Gereiztheit politischer Gegner hinzukommt. Der Tag der Wahl des Reichspräfldcuten ist ein Schicksalslag för das deutsche Volk. Er muß zu einem Tag des Sieges der Der- nunjt und des willens zum Ausbau werde u. Dafür sehen wir alle Kräfte ein. Dann wird der 13. Würz der Ansang vom Ende der Phrase und des Abenkeucrs sein. Ministerpräsident Braun gegen die geistige Brunnenvergistung. An die Ausführungen des Ministers schloß sich eine rege Au?» spräche, in deren Verlauf auch Ministerpräsident Braun das Wort ergriff und u. a. zur Frage der Pressenotoerordnung ausführte: Die Bevölkerung ist heute durch die lastende Wirtschaftsnot politisch krank und jeder tollen Lüge leicht zugänglich. Deshalb sind die Folgen geistiger Brunnenvergistung in den Versammlungen in kleinen Orten und in der Presse auf dem Lande besonders schlimm. Ich stehe deshalb auf dem Standpunkt, daß es weniger aus Zeitungsverbole ankommt als daraus. auch in der Presse der radikalen Parteien der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelscn. Deshalb müssen m. E. die vcrwol- tungebehördcu vom Recht der Roiverordnung, in den gegnerischen Zeitungen Erwiderungen und Richtigstellungen gegenüber verleumderischen Anrissen zu bringen, ausgiebig Gebrauch machen. Am Schluß der Aussprache faßte der Innenministcr noch ein- mal das Ergebnis der Konferenz dahin zusammen, daß aus allen Ausführungen sich die Gewißheit ergeben habe, daß die kommenden politisch bewegten Wochen die preußische Verwaltung wohl vorbereitet siiGen werden. Wahlaufrufe für Hindenvurg. Der Chrichlich-Soziale Volksdienst und der Vorstand des Ge- somtverbandes der christlichen Gewerkschaften veröffentlichen Ausrufe für die. Wiederwohl Hindenburgs. Mordanklage gegen Nazis! Wegen der Bluttat im Kreise Kreuzburg. Breslau. 27. Februar. Wegen der überaus rohen Ermordung des Land- a r b c i t e r s B a s s y in LZnnkau im obersöhlsfischcu Kreise Krenzbnrg ist jetzt gegen 15 Mitglieder der Ratio- nalsozialistischen Partei die Voruntersuchung wegen Landfriedensbrnchs und wegen gemeinschaft- lichcn Mordes eröffnet wortzen. Mehrere der 2ln- geschuldigten, die sich in Untersuchungshaft befinden, haben bereits ein Geständnis abgelegt. Ein GA.-Waffenlieferani verhastei. Wastenversorgung von Kitlers SA. im großen! Worms. 27. Februar. tEigeubertcht.j Die Landesrriminalbolizei gibt bekannt, daß der Uhr- macher Alfred Hack in Ofthofen bei Worms, der seit 1930 einen Handel mit Waffen betreibt, in kurzer Zeit mehr als 100 Pistolen bezogen und gesetzwidrig an Nazis abgesetzt hat. . Schon seit einiger Zeit ließen gewisse Vorfälle ans ungesetzlichen Waffenhandel größeren Umfanges schließen. Aber erst ein Einzelfall lenkte die Aufmerksamkeit aus Hack. Eine Durchsuchung seiner Wohnung und Geschäftsräume, eine Prüfung seiner Bücher und Rückfragen bei den Liofcrunzsfirmen führten zu dem vorläufigen Ergebnis, daß Sl) Abnehmer, darunter S Großabnehmer. festgestellt und überführt werden konnten. Es wurden bei ihnen etwa Sv Pistolen und mehr als 1000 Schuß Munition gesunden und beschlagnahmt. Zur Durchführung der Ermittlungen wurden, da die Abnehmer teilweise bei Durchsuchungen und Ausgrabungen Wider- stand leisteten, zahlreiche Personen festgenommen. Die Großabnehmer sind in Worms, Westhofen und Gau Obernheim aus- findig gemacht worden. Die Einzelabnehmer, sämtlich Mit- glleder der Hitler-Partei, darunter einige SA.-Führer und SA.- Leute, wohnen in zwölf verschiedenen Orten Rhein- Hessens, ferner in Ludwigshafen, Heckenstein a. d. Bergstraße und Frankfurt a. M. Harzburger Liquidau'on. Homerischs Redegefechte der verunemigtcn Bmidestzeuoffen. Im„Reich smart" nimmt sich Graf E. Reventlow die bisherigen Bundesgenossen von.Harzburg vor, Stahl- Helm und Deutschnationale. Er hält ihnen und der Harz- burger Front die folgende Grabrede: „WasGottgeschieden hat, das soll der Mensch nicht zusammenbringen" sagte der Herausgeber des „Reichswart" auf dem Harzburger Volksfest zu einem begeisterten Deutschnationalen. Die Sonderkandidatur des Stahlhelm dürfte wohl den Schlußstrich unter diese„Front" gezagen haben, die eine wirkliche Front nie gewesen ist, auch nicht sei» konnte. Zart ausgedrückt: es wäre weit besser gewesen, wenn der Harzburger Rummel niemals stattgefunden hätte und man sich auf ein gelegentliches Zusammengehen van Fall zu Fall ohne alle schönen Gefühle beschränkt hätte. Die Sonder- kandidatur der vereinigten DNDP. und Stahlhelm ist politisch eine Groteske, ein Unsinn, der, wenn er irgendwie wirken sollte. nur Schaden anrichten könnte." Nach Harzburo hieß es: ein Hundsfott, wer spaltet! Die Spaltung ist perfert. Wer sich die Jacke vom Hundsfott an- zuziehen hat, können Stahlhelm und NSDAP, untereinander ausmachen. Mit der ganzen Zügellosigseit der reinen Demagogen Unter der Ueberfchrift.Harzburg oder Hitler?" nimmt der Stahlhelm-Pressedienst zu dem Aufruf des ostpreußischen Gauleiters der NSDAP., Koch, Stellung, in dem es hieß:„Es gibt kein H a r z b u r g mehr." Das sei ein Irrtum, der um so mehr der Berichtigung bedürfe, als er offenbar auch bei dem Zentralorgan der NSDAP., dem in München erscheinenden„Völ- tischen Beobachter", geteilt werde. Richtig sei, daß die nalionaisoziaiisttsche Führung sich mit dem Enischluh zur Aufstellung einer Parleikandidalur von Harzburg losgesagt habe, und daß nationalsozialistische Unterführer mit der ganzen Zügellosigkeit der reinen Demagogen nunmehr zu beschimpfen begönnen, was sie vor kurzem ihrem Publikum noch als höchst löblich priesen... Es wird sich zeigen, daß zwischen Parlamentswahlen und einer Rcichspräfidentenwahl ein sehr wesentlicher Unterschied ist. Die Zahl der Menschen, die Adolf Hitler als einen verdienstvollen Propheten des Nationalsozialismus betrachten, ist zweifellos sehr groß Die Zahl derer jedoch, die in ihm den deulschea Messias erblicken, dürfte kleiner sein als die Zahl feiner organisierten 'Anhänger. Rur die letzteren aber werden eine bedingungslose Hitler- Diktatur für Deutschland wünschen. Die anderen aber werden mit uns der Ansicht sein, daß die Wahl des Reichspräsidenten keine Ge- legenheit ist, Stimmen abzureagieren, sondern eine sehr sorgfältige Prüfung der Persönlichkeit erfordert, dje sieben Jahre lang das Schicksal des Reiches entscheidend bestimmen soll." Zurück zu Wilhelm. Die„Kreuzzeitung", die schon früher Hitler beigebracht hat, daß, wer zum Trommeln taugt, deshalb noch nicht rcgie- rungsfähig fei, hält den Nazis den folgenden Dortrag: „Ihre Siegeszuversicht in Ehren, so ganz sicher scheint es uns doch nicht, ob sie allein den heutigen Staat erobern können. Auch möchten wir bezvOiseln, daß sie, falls ihnen dies gelingen sollte, auch dann imstande wären, d i e F ü h r u n g des Dritten Reiches ohne jegliche Hilfe zu übernehmen und vor allem auch sicher in der Hand zu behalten. Auch dieses Dritte Reich wird nicht ohne Zusammenhang min- der Ver- gangsnheit errichtet werden. Es muß, wenn es lebenskräftig fein ioll. historisch aufgebaut sein, d. h. an die durch die No- vember-Revolution unterbrocheve En t w i ck l u n g Preußen-Deutschlands wieder anknüpfen. Weiter dürste— das kann man wohl ahn« Unbefcheidenhett aussprechen— die politische stoatsbildende Erfahrung, die die Deichschnationalen von ihrem konservativen Ursprung her besitzen, und die durch den Geist des Bundes der Frontsoldaten in ethischer Beziehung noch wesentlich gestärkt wird, kaum entbehrt werden könnyi." Die wollen nicht.Hitler, sondern Wilhelm haben und drohen den Nazis mit dem Motto: Ganz ohne Fürsten geht die Ehose nicht! Im übrigen haben sie beide den Bären noch nicht erlegt, um dessen Fell sie streiten. Kleine Begriffsverwechsluttg. Im„Reichswart", dem Blatt des nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Grafen Neventlow, entdeckt ein gewisser Fritz von Trutzschler, daß in Deutschland die Protestanten von den Katholiken bedrückt werden, woraus er deklamiert: ..Wir Evangelischen haben nicht mehr das Vertrauen, daß die Zustände unter einem Herrn Reichspräsidenten von seinem Sö. bis zu seinem 92. Lebensjahre anders werden können. Wir hakten die Miederwahl Hindenburgs für ein Unglück. Wir wollen «inen Reichspräsiden ten, unter dem der Protestantismus, di« gesamte prote st antische Kultur, die ihr geschichtlich zukommende, volle Berücksichtigung findet." Deshalb macht er Reklame für den katholischen Hitler gegen den Prolestanten Hindenburg! Nie Note Lügenfahne. Wie KpO.> Schwindel fabriziert wird. Die..Rote Fahne" bringt heute eine neue Lüge. Sie behauptet, Genosse Aufhäuser hätte im Reichstag eine Erwerbslosendelegation mit den Worten abgewiesen./ ..Ausgerechnet durch mich wollt ihr das vermitteln? Ihr seid wohl verrückt geworden." In Wirtlichtett l>andelte es sich um einen der bekannten Ver- suche der kommunistischen Reichstagssraktton von e r s ch w i nde l- ren Erwerbslose ndelegatio neu sozialdemokrattsche Ab- geordnete auszufragen, um sie am folgenden Tage in der„Roien Fahne" verunglimpfen zu können. Diesmal war es der R e i ch s t a g s a b g e o r d n e t e Schröder-Merseburg, der mit einem seiner Parteigenossen zu dem Genossen Aufhäuser ging und höhnisch fragte, ob er die Forderungen der Erwerbslosen übermitteln dürfe. Daraus hat der Genosse Aufhäuser den Finger an die eigene Stirn gelegt und geont- wartet: ..Ick, müßte verrückt sein, mir ausgerechnet von Ihnen, Herr Schröder. Erwerbslosenforderungen übermitteln zu lassen." Mit Erwerbslosen hat Genosse Aushäuser an diesem Tage über- Haupt nicht verhandelt. Zm Sejm zu Warschau oerlachten die Pilsudskisten alle Anklagen der Opposition und tobten gegen ihr« Kritik. Di« ganz« Opposition verließ dann den Saal, Sozialisten und Bauern mit dem Reoolu- tionslied„Wenn das Volt zum Kampfe.. lkutsäiösterreichstch« Wohlfahrtsgegenseikigkeit für Hilfsbedürftig« ist»wischen beiden Regierungen vereinbart worden. und„Voile und Zeit"(Tiefdruckbeilage) Dar„Sonntag-Vorwort*" ist in Berlin zum Preise von 15 Pf. pro Exemplar bei allen Händlern zu haben. Er kann aber auch Im Abonnement zum Preise von nur 55 Pf. pro Monat frei Haus bezogen weiden. Der„Sonntag-VorwSrts" gibt unseren Freunden, die nicht mehr in der Lage sind, den Preis von 75 Pf. pro Wocha für das volle Vorwärts-Abonnomont zu erübrigen, die Möglichkeit, sich Uber die Politik d«r Partei und die sonstigen Ereignisse zu unterrichten. Wir bitton unsere loser, im Genossen- und Freundeskreise auf diese Neuerung aufmerksam zu raachen, für die euch viele polltisch Interessierte gewonnen worden können. Abenne- mentsbesiellungen nimmt Jede Yervrärts-Ausgabestelle entgegen, sowie der Verlag des„Vorwärts�, Berlin SW68, Lindenstr. 3 Fernruf A 7 Dönhoff 292-97 Hiiler im Sportpalast. Er will alle Folgen des 9. November beseitigen! Sich selber auch? Im Sportpalost sprach gestern Goebbels, bis gegen ?410 Uhr Hitler kam. Goebbels begrüßte ihn mit dem statt badingungsweisen Treuegelöbnis, die Nationalsozialisten ständen zu ihrem Führer, weil er zu i h n e n st e h e. An dem Tag, an dem er das nicht mehr tut, ist also die nächste Meuterei fällig. Dann hielt Hitler eine Rede, in der er immer wiederHolle, daß er„den 9. November mit allen seinen Folgeerscheinungen beseitigen" wolle. Wenn es ihm damit Ernst ist, muß er zunächst einmal sich selber besclligen, denn er ist selber auch eine Folgeerscheinung des 9. November. Hitlers Rede wurde nach den Tennishallen in Wllmersdorf übertragen,«pät nachmittags wurde entdeckt, daß in dem Kabel- brunnen in der Brandsnburgijchen Straße nahe der Tennisholl« das betreffende Tekephvnkabel angezapft worden war und oaß von hier aus eine Leitung durch das nahegelegene Üaubengelände bis an euren Zaun in der Westfälischen Straße gelegt worden war. Man löste die Verbindung sofort. Eine polizeilich« Untersuchung ist im Gange. Emigkeit der Harzburger Front. Trotzdem noch Reichswehrerlaß? Ein neues Llrieil des Disziplinarhofes: Beamter darf nicht Aationatfozialist fein! Dar D i fz ipli na r h a f für die n ich tr ich tarlich an Beamten hat im Disziplinarverfahren gegen einen höheren Polizeioffizier erneut den Grundsatz ausgestellt, daß das offene Bekenntnis des P o l i z e i o f f i Z ie r s zur NSDAP,«in Dienstvergehen sei, denn— so heißt es in dem Urteil—„der Angeschuldigte ist damit für eine Parle! eingetreten, welche den Umsturz der besiehenden republikanisch-parlamentarischen Stoalsform nötigenfalls mit Gewalt erstrebt". Diesen Standpunkt hat der DiszipUnarhof, wie er inr Urteil feststellt, bereits in einer hoch st richterlichen Entscheidung vorn 9. März�931 vertrete ir; er hat such dabei in Ueder- einstimmung mit der Rechtsprechung des Reichs- gerichts befunden, dessen 4. Strassenat in seiner Entscheidung vom lll. Februar 1931 entsprechendes ausgeführt hat. „Von dieser Rechtsprechung— so heißt es weiter—, die seitdem in zahlreichen Entscheidungen ständig aufrecht erhalten worden ist, abzugehen, besteht kein Anlaß. Wenn in neuerer Zeit nach den für die NSDAP, erfolgreichen Wahlen in der Parteipresse dieser Partei und den Acußerungen ihrer Führer von „legale n" Wegen gesprochen wird, auf denen ihr Ziel, das „Dritte Reich", verwirklicht werden soll, so Handell es sich hierbei nur um«ine Verschleierung des wahren Zieles, näm- lich der gewaltsamen Beseitigung der bestehenden Staatsfarm. Dies ergibt sich übrigens schon aus der lalsachc. daß die voll- kommen ftrosf militärisch gegliederten und ausgebildeten „Sturm".Ableilungcu bestehen geblieben sind. Der Disziplinorhof befindet sich auch insoweit in Uebereinstim- mung mit der Recht spreckzung des Reichsgerichts (4. Strafsenat), welches in seiner Entscheidung vom 30. September 193J betreffend das Verbot der nationalsozialistischen Tageszeitung „NSZ. Rheinfront" vom 14. September 1931 seine frühere Feststellung der gewaltsamen Ziele der NSDAP, ausrecht erhalten und mit Bezug auf die in der verbotenen Zeitung betonte Borsolgung der Ziele der Partei„auf streng legalem Wege" folgendes erklärt hat: ..... Wenn das Ziel des bewaffneten Aufstandes in dem Artikel nicht so offen proklamiert wird, wie z. B. in den kommu- nistischen Agitationsschriften, so ist zu beachten, daß heute von der Presse aus der Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen heraus sehr oft eine vorsichtig verschleierte Ausdruckswcise gewählt wird. die es ermöglichen soll, das Gesetz zu umgeben, ohne dabei auf die vom Gesetz verbotenen Handlungen zu verzichten und ohne die Leser im unklaren darüber zu lassen, was der wahre Sinn der verschleierten Ausführungen sein soll." Mit Recht hat sonach der Staatsministcrialbeschluß vom 25. Juni 1930 die NSDAP, als eine Organisation, deren Ziel der gewaltsame Umsturz der bestehenden Staatsordnung ist, bezeichnet. Ein Staatsbeamter aber, der sich offen als Anhänger dieser Partei zu erkennen gibt, offen für diese eintritt, wie es der Angeschuldigte getan hat, begeht ein Dienstvergehen. Demnach verletzt ein Beamter, der, wie der Auge- schuldigte, offen für eine Partei eintritt, welche den Umsturz der bestehenden Staatsordnung, nötigenfalls im Wege der Gewall erstrebt, die Treue p flicht, die aus seinem Anstellungsverhältnis gegenüber dem Staat in seiner verfassungsmäßigen Form als eine der grundlegendsten Amtspflichten entspringt. Er begeht damit ein Dienstvergehen gegen§ 2 Absatz 1 Ziffer 1 des Disziplinargesetzes vom 21. Juli 1852. Gleichzeitig liegt ein Verstoß gegen Ziffer 2 der genannten Gesetzcsvorschrift(Vertrauenswürdigkeit) vor. Uner- heblich ist hierbei, ob der Beamte selbst alle Ziele der Partei billigt. wenn er, wie hier, für die Partei als solche eintritt und sie damit fördert.. -!- Das Urteil des Difziplinarhofes sowie die Rechtsprechung des Reichsgerichts stehen in offenem Gegensatz zu dem Reichs mehr erlaß Groeners. Der Reichstag hat am Freitag beschlossen, die Regierung zu beauftragen, den Reichswehrerlaß unverzüglich aufzuheben. Dieser Beschluß wurde mit 226 gegen 173 Stimmen bei 38 Ent- hastungen gefaßt. Es stimmten für diesen Beschluß Sozial- demokratcn, Kommunisten, die Mehrheit der Staatsparteilcr und ein Zentrumsabgeordneter. Sechzehn Zentrumsabgeord- nete enthielten sich der Stimme, ebenso die Fraktion der Bayerischen Volkspartei. Das R c i ch s w c h r m i n i st c r i u m läßt nun erklären, daß zur Zeit keine Veranlassung bestehe, on dem Reichswehrerlaß etwas zu ändern. Das Rcichswehrministerium hat also weder aus den Reiäistagsdebatten noch aus dem Bc- schluß des Reichstags gelernt. Es hält fest an der These, daß man als Mitglied der NSDAP. Rcichswehrangehöriger wer- den könne— während nach Lage der Rechtsprechung die B c a m t e n c i g e n s 6? a f t mit der Zugehörigkeit zu dieser Partei nicht vereinbar ist. Die Debatten im Reichstag. die Flegeleien von Goebbels gegen Hiirdrnburg sind seitdem von den Nazis in Presse und Wort vertieft und verbreitert worden— aber das Rcichsmehrministcrium hält sich die Augen zu. Wie lange noch? Gegen die Nazi-Hetzer. Polizeipräsident Grzesinski will durchgreifen. Der Berliner Polizeipräsident hat gestern den»Angriff" aus sechs Tage verboten. Er hat zugleich an dle NSDAP, das folgende Schreiben gerichlei: In letzter Zell sind durch die nationalsozialistischen Abgeordneten vnd durch Versammlungsredner der NSDAP. Teile der Be- völkerung mehrfach öffentlich des Landcsver- rats bezichtigt und dadurch auf das schwerste beleidigt worden. Soeben habe ich mich veranlaßt gesehen, ihre Parteizellung für Berlin„Der Angriff" wegen einer Z!«rsammlungsanküv.digung mit dem Thema„Der Kandidat Crispiens" auf. sechs Tage zu verbieten, weil mit dieser Bezeichnung der Herr Reichspräsident von Hindendurg getroffen werden sollte. Es ist hier, wie immer wieder die in sinnentstellender Form wieder- gegebene Aeußerung des Abgeordneten Crispien „Ich kenne kein Vaterland, das Deutschland heißt", nunmehr auch zur Kennzeichnung des Herrn Reichspräsidenten verwandt worden. Die direkte oder indirekte Bezeichnung als Landesverräter gegenüber Staatsbürgern und ganzen Testen des deutschen Volkes ist eine Aeußerung der Mißachtung und verfolgt den Zweck, zu kränken und Deutsche als der Achtung des deutschen Volkes unwürdig hinzustellen. Ich bin nicht gewillt, diese Form des politischen Kampfes von der nunmehr auch der von allen Kreisen des deutschen Volkes als Kandidat für die Reichspräsi- dcntenwahl proklamierte Herr Reichspräsident von Hindendurg be- troffen worden ist, in meinem Amtsbereich weiterhin zu dulden und werde dieser Methode entgegentreten. Sie ist ge- eignet, die ohnehin schon bedrohte öffentliche Ruhe und Sicherheit zu schädigen. In Zukunft werde ich daher sowohl Presseerzeugnisse verbieten, wie auch öffentliche Versammlungen auflösen lassen, in denen deutsche Staatsbürger gemeinhin östent- iich durch Bezeichnung als Landesverräter mittelbar oder unmittelbar grob beschimpft oder böswillig verächtlich gemacht werden. Es gibt genügend Methoden, mit denen für ein politisches Ziel geworben werden kann, ohne daß man den politischen Gegner oder Repräsen- tanten des Deutschen Reiches und seiner Länder beschimpft. Eine gewesene pariei. Die Deutsche Dolkspartei läuft auseinander. Der Reichstagswahlkreis Baden der Deutschen Volks- Partei hat an den Spitzenkandidaten der DVP., den früheren Außenminister Dr. Curtius. folgendes Telegramm gesandt: Wahlkreis Baden steht nach wie vor hinter Ihnen und bstligt Ihre gestrige Hallung bei der Abstimmung. Es geht heiter zu in der Volksparteil Zwei Ad- geordnete— Curtius und Kardorfs— machten bei den Abstimmungen im Reichstag nicht mit, acht Abgeord- nete waren beurlaubt, und nur der Rest ging unentwegt mit Dingeldey. Im Lande aber kracht es. namentlich im Westen, wenn auch die Pressestelle der Volkspartei den folgenden „Siegesbericht" veröffentlicht: „Der Wahlkreisoorsitzende und der Haupt- gcschäftsführex der Deutschen Volkspartei des Wahlkreises Westfalen-Süd haben ohne Kenntnis der Partei Verhandlungen mit Herrn Abgeordneten Hilgenberg geführt, um die Parteiorganisation der Deutschen Voll sparte: zur Deutsch- nationalen Volkspartei überzuführen. Arn Freitag- nachinlltag fanden Sitzungen der zuständigen Körperschaften des Wahlkreises, des ge.jchaftsfichrende» Ausschusses und des Gesamt- vorstände?, in Dortmund statt. Der Vorsitzende H c m b e ck legte einen fe r t igen Plan zur Heber führung der DVP. in die D N B P. vor und überraschte damit die zahlreich vor- sammelten Vertrauensleute. Noch sehr langen und stürmischen Aus- cinandersetzungen, in denen für den Parteivorstand der Gesamt Partei die Abgeordneten Dr. Hugo undStendel sprachen, unter- lag der Vorschlag des Wablkrcisvorsitzenden insofern, alz die Versammlung die geforderte Entscheidung ablehnie und mit starker Mehrheit eine Vertagung auf zwei Wochen beschloß. 'In einer innerhalb dieser Zeit stattfindenden Versammlung wird der Parteiführer. Abgeordneter Dingeldey, Gelegenheit nehmen, vor dem Wohlkreisvcrband Westfalen-Süd zu sprechen. Der Anschlag -Ulf die Parteiorganisation der DVP. des Wahlkreises dürste somit an dem festen Willen der überwiegenden Mehrheit der Vertreter gescheitert sein." Das ist ein merkwürdiger Siegesbericht! Die Mitglieder wollen es sich noch 14 Tage überlegen, ob sie zu Hugenberg überlaufen— damit ist Dingeldey schon zufrieden. Bescheiden- hxit ist eine Zier..._ Keine Lösung in Memel. Truhpräsiöent gegen konventionstreve Mehrheii. Mit der Begründung, daß der Abg. G udb a von der deutsche« MÄrheit des Mcmcllandtages dem„Kriegs- gouverneur" Merkys erklärt siabe. die Mehrheit bleibe bei ihrem Protest gegen die Absetzung des Präsidenten Böttcher, hat Merktzö den litauischen Schulrettor Simai- tiS zum Präsidenten ernannt und mtt der Bildung eines Landesdirektoriums beauftragt, * Hierzu meldet das„Memelcr Dampfboot", daß disser Rektor Simmat(deutsche Schreibweise für Simaitis) sich nicht an dlc� Führer der Mehrhellsparteicn gewandt hat, um über die Rcgierungs- bichung zu verhandeln, dagegen zwei Pcrsönlichkellen, die den Mehr- hestsparteien angehören oder ihnen nahestehen, aufgefordert hat, in die Regierung einzutreten. Die Hallung dieser Beiden wird vor allem daroon abhängen, welch? Großlitauer der Gouverneur außer Simmat noch in der Regierung sehen will. Wie weiter vcr- lautet, will man in das neue Direktorium To l i f ch u s hinein- nehmen, was für die Mehrheitspartcicn völlig unerträglich wäre.. Wahlreform mausetot. Äom iAenat aboelehnt. Paris. 27. Februar.(ErgenberuHt.) Im Senat wurde am Freitag dos in der Wahlreformoorlage enthallsna Frauenwahlrecht und die Wahlpflicht mit der Begründung abgelehnt, daß«5 praktisch umvbglich sei, diese beiden Reformen bei den bevorstehenden Kaminerwahlen durchzu- führen. Dst Abschaffung des zweiten Mahlganges Mab« mit simtlifj«? 193 Stümuev abgelehnt, Deutsche und französische Rüstung. Sozialist widerlegt Verdächtigungen. Poris, 27. Februar.(Eigenbericht.) In der Kammer kritisierte der sozialistische Abg. Chousset die Militär aus gaben Frankreichs. Nach dem Bericht- «rstatter seien für das Heer, die Marine und dos Militärflugwesen im ganzen 9'/- Milliarden Franken sür das 9 Monate umsasjendc Finanzjahr' 1932 vorgesehen. Wenn man aber die in anderen Budgets versteckten Militärausgaben berücksichttge, komm« man zu 1?� Milliarden, was für ein ganzes Iahresbudget 161� Milliarden badeute. Danach haben sich die Militärcwsgaben gegenüber dem Vorjahr um l"i Milliarden erhöht. Der D-richt-rstatt-r erhob Vorbehalte. Chousset:„Der Minister bestreitet sie aber nicht." Minister Pietri:„Bitte um Verzechung. Di« Regierung hpt dem Völkerbund Ziffern übermittelt, die von den Ihrigen ab- weichen und die die richtigen sind." Ebmisset führte weiter aus. daß die Millläraurgaben Front- reichs gegenüber der Vortriegszell bedeutend höher geworden seien. Die Truppen seien 730 000 Mann stark g«g«nüb«r SOOOOO vor dem Kriege. Der Minist«? rief dazwischen, daß dies« Zahlen nicht zv* treffen. Frankrcik habe zur Zeit 543000 Mann, woraus Chousset einwarf, daß di« Zunahme der Zahl der O f f i zi e r« und Unter- 0 f f i z i e r e auch ein Zunehmen der Waimschaftsb-ständc beweise. Der Redner widcrlegke dann die Angaben des Bcrichtrrstalers über die dculjchcn TNilliärouegabe». Dieser hotte in zwei Artikeln des„Matin" behauptet, daß Deutsch- land heute achtmal mehr für eine Armee ausgebe, die offiziell ochtniol kleiner sei als vor dem Krieg. Chousset erklärte, die Heercsausgabcn Deutschlands hätten sich 1913 auf 2 233 OVO 000 Goldfrattkon belaufen, das französische Heeresbudgct auf 1472000 000. Nach den amtlichen Dokumenten und den Angaben des Marschall Foch im Jahre 1927 sei Deutschland wirklich entwaffnet.(Zuruf des nationalistischen'Abg. de Lafteyrie: „Seit 1927 haben sich die Dinge geändert!") Heute gebe Deutschland gemäß den dem Völkerbund gemachten Ziffern mir Milliarden Papierfranks für ein Heer von 250 000 Mann einschlich- lich der Schupo au?. Gegenüber den kriegstechnischen Möglichkeiten der Zukunft sei überhaupt lein« Landesverteidigung mehr wirksam. Di? einzige Rettung sei die 0 l l g c m e 1 n e- Ab r ü st u n g. Man müsse hosten, daß die französische Regierung in Genf den größten Bersöh- mmgswillen zeigen werd«. wir grellen an- wir sioßen von Die Eiserne Front ruft! Sozialismus als geistig« Entscheidung� ErösfnvngSlundgebllng der(Sozialistischen Hochfchul- gemeiaschast. Im übirsüllten Saal des Reichswirtschaftsrats trat gestern die Sozialistische Hochjchulgemeinschaft mit einer Kundgebung„Der Sozialismus als geistige Entscheidung" vor die Oejfentlichkeit. Der„Junge Chor" gab dem Abend die künstlerische Umrahmung. Als erster Redner sprach Prof. Radbruch-Heidelberg über Willen und Ziel der Sozialistischen Hochschulgemeinschast.©dne Richtlinien merden demnächst bei uns erscheinen. Die Sozialistische Hoch- schulgemeinschast wirbt für Ausbreitung sozialistischen Geistes im Hochschullebe», für Förderung der sozialistischen Studenten und für Bef.uchlung der Wissenschaft durch den Sozialismus. Prof. Heimann-Hamburg sprach über ,.S o z i a l i s- mus als Erkenntnis und Bekenntnis". Sozialismus ist die lebendige Erkenntnis der geschichtlichen Vorgänge und der soziologischen und politischen Tatsachenwelt. Diese Erkenntnis führt vom Ursprung auf das Ziel hin und fetzt als erstes Erfordernis Wirklichkeitssinn voraus. Der Geist ist als Subjekt und Objekt nichts Feststehendes. Ziel ist, die Freiheit der Person mit der Harmonie des sozialen Lebens in Einklang zu bringen. Die Wirklichkeit aber zeigt die Vernichtung der Person durch die Dämonie des Erwerbes. Die Wucht des Kapitals tötete die Selbständigkeit des Handwerkers und des Kaufmanns und führte zur Enteignung und Entwurzelung von Schichten, die am Bürgerlichen feschielten, obwohl sie die Bürgerlichkeit bereits ein- gebüßt haben. Aus Einzelarbeit ist Kollektivarbeit geworden. Zlber die Rechtsformen der Vergangenheit blieben unverändert, während Sinn und Tatbestand sich umgekehrt hatten. Die nur noch scheinbare Verfügungsgewalt war in Wahrheit ans Großkapital übergegangen. Seine Macht führte statt zu einer Belebung zu einer Verödung der Arbeit und zu einer Bedrohung der nackten Existenz von Arbeiter- fchaft und Bürgertum. Diese Erkenntnis führt zur Forderung nach einer Eemeinwirtschafi des Gemeineigentums in Gerechtigkeit und Geborgenheit, die durch Planmäßigkeit Krisen verhütet. Wirklich- keitssinn hat diese Zusammenhänge gesehen. Die Erkenntnis aber führt zu dem Bekenntnis, aus neuem Sinn heraus zu leben, um diese Ausveutungswelt abzulösen. Das läßt die Schmerzen einer Uebergangszeit ertragen. So fordert Rotwendigkeitslehre Bekenntnis, die nur durch produktives Schaffen verwirklicht werden kann. Prof. von Aster-Gießen begann mit einem Rückblick auf die Geschichte des Sozialismus, über die Utopien der französischen Revolution und der Renaislance bis zum Urchristenium und Plato. Der Sozialismus ist so alt wie die Ideale der Freiheit und Gerechtigkeit. Gewiß ist die Befreiung des Menschen aus körperlicher und seelischer Rot wichtige Vorbedingung. Der freie Mensch kann aber nie Knecht irgendeiner Idee sein und nie blindes Werkzeug eines Ma nnes, der ihm rausch- artig Gefühl« suggeriert.(Stürmische Zustiunimng.) Er würde zu seelischer und geistiger Verkrüppelung gelangen. Wer an die eigene Freiheit glaubt, muß auch an die Freiheit der anderen glauben, wer dir Knechtschaft der anderen will, ist selber eine Knechtsnatur. Fichte, zu Unrecht von den sogenannten Ratio- nalen beansprucht, verlangt die Achtung vor der Rechtssphäre des anderen, und der Mensch ist nicht frei, ohne diese Achtung zu üben. Falschverstandener Sozialismus macht den einzelnen zum willenlosen Werkzeug eines irgendwie gedachten Ganzen Volk ist die frei- wollende Gemeinschaft aller Einzelnen. Machttrieb geht immer zusammen mit einem Unterwerfungs trieb unter die Macht: der Mensch wird z um Sklaven der Macht. Vor dem Kriege erlebten wir eine Vergötzung der Macht, das Vismarcksche Zeitalter gab uns Treitschke und Bernhardt. Heute wird gedankenlos nachgeschwatzt, was in der Vergangenheit gepredigt wurde und uns die Hölle brachte. Plato, Spinoza und Kant leiten mit Recht Freiheit und Gerechtigkeit auf die Vernunft zurück. Heute verwirft man die Dernunf und betet einen Methos der Ration an. Wenn die Vernunft in den Papierkorb geworfen werden soll, dann wollen wir die Wissenschaft und die Zukunft der Hoch- schulen eben dorthin werfen(Anhallende Zustimmung.) Wenn wir als Sozialisten so die Dinge sehen, dann kommt die weitere Frage: wie ist der Sozialismus möglich? Drei Vorbedingungen sind klar: die organisatorische Einheitsfront aller Schaffenden, die Völker- Verständigung und die Erfüllung der Führer mit der Kenntnis der Geschichte. Pros. Loewe-Franksurt sprach über das Verhältnis von Sozialismus und Hochschule. Die Arbeiterschaft stellt heute kaum 6 Proz. der Studentenschaft. Die Hochschule soll keine Genies züchten, sondern den guten Durchschnitt pflegen. Hierdurch unter- scheidet sick) der Sozialismus vom Liberalismus. Heute sehen wir aber, daß der Durchschnitt recht schlecht ist. Wir wissen wohl, daß die Radaustudenten nur«inen kleinen Teil der Studentenschaft bilden, und wir freuen uns, daß die Abgefperrchcit der Studenten- fchaft von Kampf und Leben nachgelassen hat. Der Geist muß sich durch den Dlick auf die Wirklichkett verlebendigen. Die Tafeln des MQirisg, den 29. Februar: Schttneberg. 19� Uhr, BOrgersaal des Rathauses Friedenau, Am Lauterplatz Britz-Buckow. 19!.- Uhr, Beckers Gessllschaftshaus, Britz, Chausseestr. 97.— lokal Lindenpark. Britz, Chausseestr. 18 (in der Nähe der Schule). Reinickendorf. 20 Uhr, Lokal Manthey, Rosenthal I, Hauptstr. 1. Dier stacr, den 1. Härz: Mitte, 19� Uhr, Deutscher Hof, Luckauer Str. 15. Prenzlauer Berg und Friedrichshain. 19lz Uhr, Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23. Fahneneinmarsch, Tambourkorps und Bläserkorps des Reichsbanners. Rezitationen; Martha John. Prenzlauer Berg. 19'A Uhr, Schulaula, Glelmstr. 46. Steglitz. 20 Uhr, Parkrestaurant Südende, Am Bahnhof Südsnde. Neukölln. 89. und 90. Abteilung. 19 A Uhr, in den Hohenstaufensälen Kottbusser Damm 76. Neukölln. 91. Abteilung. 19A Uhr, lokal Bergschloßhöhe, Karlsgartenstr. 6-11. Weißensee. 20 Uhr, Schloßpavillon, Berliner Allee 205-210. Mittwoch, den 2. März: Tiergarten. 193- Uhr, Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. Wedding. 1932 Uhr, Pharussäle, Müllerstr. 142.— 193- Uhr, in beiden Sälen der Atlantik-Festsäle. Behmstr. am Bahnhof. Gesundbrunnen.— 19A Uhr, Sv/inemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. Kreuzberg. 19% Uhr, Kammersäle, Teltower Str. 1-4. Spandau. 20 Uhr, in der„Havelkrone"(früher Brauereiausschank Pichelsdorf). Zehlendorf. 20 Uhr, lokal Lindenpark, Berliner Str. Ecke Gartenstr. Sehöneberg. 193- Uhr, Aula der Hohenzollernschule, Beiziger Straße. Neukölln. 92. und 95. Abteilung. 19% Uhr, Städtischer Saalbau, Bergstr. 147. Neukölln. 96L, 97. und 98. Abteilung. 193- Uhr, Aula der Obor- realschule. Emser Str. Treptow und Baumschulenweg. 19% Uhr, im Spreegarten In Treptow. Pankow. 193- Uhr, Lindners Konzerthaus, Breite Str. Donnerstag, den 3. März: Milte. 1932 Uhr, Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40-41. Charlottenburg. 19% Uhr, Türkisches Zelt, Berliner Str. 53.— Edanpalast, Kaiser- Friedrlch-Str. 24. Wilmersdorf. 20 Uhr, Viktoriagarten, Wilhelmsaue 114-115. Tempelhof. 20 Uhr, Schulaula, Mariendorf, Kurfürstenstr. Köpenick. 108. und 108a. Abteilung. 20 Uhr, Stadttheater, Friedrichstr. 6. klassischen Humanismus, die den Akademiker allein in das Dach- ftübchen des Geistes oerwiesen, sind zerschlagen, es fehlen aber die neuen Tafeln, lins ist letztes Ziel die Emanzipation des Menschen. Hierfür aber brauchen wir freies Kompffcld für eigenen Einsatz, das heißt radikale Lehrfreihelt. Dann ist uns der Sieg sicher, denn der Geist steht links.(Stürmischer Beifall.) Prof. Radbruch schloß die Kundgebung mit den Zeilen des Arbeiterliedes:„Des Geistes Licht, des Wissens Macht, dem ganzen Volke sei's gegeben Das ist das Ziel, das wir erstreben!" Aus der Aazi-Reklamefabrik. Adolf Hitler mit Schaulelpferdavgen. Hannover. 27. Februar.(Eigenbericht.) Uns steht heute das vertrauliche Rundschreiben Nr. 2 der Nationalsozialistischen Arbetterpartei, Gau Südhannoocr-Braunschweig, zur Verfügung. Daraus entnehmen wir, daß die Reichspropaganda- lcitung der Nazis vier Bildplakate herausbringt, dre im Wahlkampf gegen Hindenburg verwandt werden sollen. Das erste Plakat erscheint unter dem Titel„Schluß setzt", von Mioelnir eni- warfen, und stellt einen Mann dar, der eine Kette zerbricht mit schreiender roter Farbe nach dem Motto: Von roten Ketten macht euch srei allein die Deutsche Volkspartel Wir kennen dieses Plakat ja von früher! Weiter ist die Veröffentlichung eines Elends- plakats vorgesehen. Eines dieser Bildplakate wird den Ober- O s a s Hitler persönlich zeigen, allerdings nicht sein wahres Ge- ficht, sondern mit Napoleonlocke und Schaukelpferdaugen, als Held (Ichfenberg. 20 Uhr, Schulaula, Schlichteallee. Efha. 16 Uhr, Lokal Tristram, Britz, Bürgerstraße 48/49. R« d n eri Karl Dressel. Freitag, den 4. März: Tiergarten. 8. Abteilung. 20 Uhr, Nationalhof, Bülowstr. 37. Friedrichshain. 20 Uhr, Schonerts Festsäle, Stralau, Kynaststr. Fahneneinmarsch, Tambourkorps, Bläserkorps des Reichsbanners Friedrichshain. Rezitationen; Martha John. Wannsee. 20 Uhr, Deutsche Eiche, Könlgstr Tempethof. 20 Uhr, Lokal Lierse, Marienfelde, Berliner Str. 54 Ecke Lankwitzer Str. Neukölln. 94. und 95. Abteilung. 1934 Uhr, Kindl-Brauerel, Her- mannstr. Grünau-Bohnsdorf. 19% Uhr, Gesellschaftshaus in Grünau. Reinickendorf. 20 Uhr, Lokal Eberhard, Wittenau, Lübarser Str. Sonnabend, den 5. März: Reinickendorf. 19 Uhr, Lokal Beck, Heiligensee, Straße 115 am Flugplatz. Montag, den 7. März: Tempelhof. 20 Uhr, Lokal Rohrmann, Lichtenrade, Hilbertstr. 17. Siedlung Undenhof. 20 Uhr, Ledigenheim Eythslr. Dienstag, den 8. März: Tempelhof. 20 Uhr, Aula des Realgymnasiums, Kaiserin- Augusta-Str. Mahlsdorf. 20 Uhr, Lokal Anders, Bahnhofstr. 37. Adlershol und Alt-CIienicke-Falkenberg. 1934 Uhr, Lokal Wöllstein, Adlershof, Bismarckstr. 75. Redner: Siegfried AufhSuser, M. d. R. Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Alwin Brandes, M. d. R. Arthur Crlspien, M. d. R. Gustav Eckhardt. Albert Falkenberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. Dr. Otto Friedländer. Hans Gottfurcht. Gertrud Hanna, M. d. L Dr. Theodor Haubach. Kurt Heinig, M. d. R. Max Heydemann. Luise Kahler, M. d. L- Georg Klaußner, M. d. L Franz Künstler, M. d. R. Erleb Kultner, M. d. L Siegfried Leo. Carl Litke, M. d R. Dr. Richard Lohmann, M. d. I. Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R- Georg Maderholz, M. d. L Jockel Meier. Otto Meier, M. d. L. Dr. Richard Mischler. Dr. Julius Moses, M. d. R. Stadtrat Otto Ortmann. Anton Reißner, M. d. R. Hermann Schlimme. Fritz Tarnow, M. d. R. Max Urlch, Stadtverordneter. Hsns Vogel, M. d. R-, Parteivorsitzender. Mathilde Wurm, M. d. R. Mittwocir, den S. Ms z: Teiefunken. 1734 Uhr] Blüchersäle, Blüchersir. 61. Redner! Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Botinnen der A.O.K., Berlin. 16.30 Uhr, im Speiseraum der A. O. K., Köpenicker Straße 80— 82. Redner: Luise Kahler, M. d. L frisiert. Ein anderes Plakat ist eine gedruckte Photomontag«. Die andere Hälfte des Plakats soll zwölf Köpfe von„Marxisten" bringen, in verzerrter Darstellung. Darüber steht als Text:„Wir wählen Hindenburg." Die untere Hälfte bringt zwölf Photographien von nationalsozialistischen Abgeordneten. Diese letzten zwölf Nazibilder werden auf Heldenwiene und mit Blitzaugen retuschiert und de- kommen als Text:„Wir wählen den Adolf Hitler." Als abschrecken- des Beispiel wollen die Nationalsozialisten neben den sozialistischen Führern auch einige prominent« jüdische Bankdirektoren mit Haken- nase und durch technische Entstellung verzerrten Gesichtern bringen. Theodor Müller gestorben. In Breslau ist der früher« preußische Landtagsabgeordnet« Genosie Theodor Müller kurz vor Vollendung seines 61. Lebensjahres verstorben. Genosie Müller war mehrere Jahre Redakteur der Breslauer„Voltswacht" und später Parteisekretär der dortigen Organisation. Seit ISIS lebt« er als freier Schriftsteller. Er hat sich besonders oerdient gemacht durch seine Abhandlungen aus der schlesischen Parteigeschichte. Dem Landtag gehörte er von 1919 bis 1928 an. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage- Verantwortlich für Politik: Biet« Schill; Wirtschaft: ft. itlingelhöfer; Sewerkschastooewegunz: 3. Steinet; Feuilleton: Dr. Iol>» Lchilowoki; Lokale- lind Sonstiaes: Friz ttarftädt; Anzeigen: Th. Slocke; niBUlich in Verliu. Verlaa: Vorwarts-Verlag Ä. m. b. H., Berlin. Druck: Voewiirto.Buelidruckere! und Verlagsanstalt Paul Einger u. Co„ Berlin ED. 68. Lindenflraße ii. Hierzu S Beilage». Msnnsr und Frauen, bekämpft den Faschismus! SJUSONEBOFFNir DIE NEUEN FRUHJAHRSSTOFFE DAMEN-HUTE T upf an, die grosseModa' V o I I v o i I e bedruckt, moderne Punktmuster, ca. 100 cm Imussellne— bedruckt, neue Punkt- fl V 5 < s t e r B mmm Wol bedrit�w.,,>/ o u er» c und W ü r f e t m u> Crepe de Chine— telne Seide, ca. 100 cm. 45 neueste Punktm uste r Flamengo- Wolle mit Kunstseide. moderne Punkim uate r borgen Eröffnung der grossen Sardinen- und f sppich- Ausstellung m zweiten Steck Fleur romaine reine Wolle, der einfarbige 95 Modestoff für Kleider, 130 cm Jmmmm Reinwollene Frühjahrs- mantelstoffe angüsch gan uateri, HO em H?emWW Shetland-Diagonal reine Wolle, für � FrOh/a hrsmantel. 140 cm breit Agfa-Travis- Foulard beaondera gute Qua-_ ! ilät, gross» Muster- 95 auswehl, SO em breit\Jfwkmm, Crepe mongole reine Saide, sebwan una 9 5 moderne Farben, ea. 100 em tSmmemm Crepe marocain reine Seide, gute' Xle Ida rwe re, moderne Farben, em breit Jugendliche Glocke aus schma em italienischem_ Strohgefiechi, fesch§ 9 O garniert, mit Strohschleife B tmmm Elegante Glocke besonders iesch? 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Und es war, als fingen plötzlidi alle Puppen an zu tanzen. Wenn es nidit so bitter ernst wäre, wenn die Berliner Hausfrauen nicht jeden Grosdien dreimal umdrehen müßten, ehe sie ihn ausgeben, dann wäre es ein crgötzlidics Bild zuzusehen, wie die Interessentenhaufen lebendig wurden, als sie glaubten, in dem Amtszimmer des Preiskommissars wäre zum letztenmal das Lidit erlosdicn. Vorneweg kam die Berliner Mildmotierungs- Kommission gerannt und wußte nidit, wie schnell sie den Milchpreis um 4 Pf. pro Liter erhöhen sollte. Diditauf folgten die Buitcrhändlcr, die erfanden jeden Tag etwas Neues, warum der Butlerpreis senkrecht in die Höhe kletterte. Nädistens wird ein Wolkenbruch in Patagonien daran sdmld sein. Hinterher kam der Troß der übrigen Interessenten, einer zeigte mit Fingern auf den anderen und schob jenem die Schuld zu, nur die armen Hausfrauen müssen morgen das Brot um zwei Pfennige teurer bezahlen. Und prustend kamen zum Schluß die Kartoffelhändler hinterdrein und erhöhten zu guter Letzt noch den Zentnerpreis für die Kartoffeln um 20 Pfennige. Verklungen scheint das Märchen vom Preisabbau. Wenn der Reis in Berlin um 2 Pfennige im Preise steigt, sagen die Hausfrauen gar nidit s. Beim Zucker würden sie beiläufig den Kaufmann fragen:„Schon wieder teurer, was ist denn los?" Bei den Kartoffeln jedoch verstehen sie keinen Spaß. Dazu ist die Kartoffel zu wichtig geworden.„Was gibt es heute?" fragt der Mann, und die Frau antwortet;„Idi habe kein Geld mehr, ich werde Kartoffelsuppe kochen. Aber eine Bockwurst dazu kann ich nicht holen."—„Und was gibt es morgen?" fragt der Erwerbslose, dessen Frau nur die Achseln zuckt und ihm sagl: ,Jdi kann nidifs einholen, ich werde von den letzten Kartoffeln Puffer backen." So ist der Kartoffelpuffer wieder zur Rettung für Hunderttausende von Berliner Familien geworden. Gradmesser für schlechte Zeiten. Schatten des Äriegcs steigen wieder auf. Man saß in der kalten Küche, weil es keine Kohlen gab, die Fenster waren steif gefroren. Damals wurden jeden Tag Puffer gebacken. Anfangs der Woche von Kartoffeln, Ende der Woche von Kohlrüben. Schmalz, das war eine ferne Sage und fo schmorte der Puffcrteig in Rüböl. Ein Schauer kann einen überlaufen, wenn man nur daran denkt. Und in jenen Tagen haben sich Millionen geschworen: nie inehr essen wir Puffer. Nein, es war auch zu schlimm. Nicht einmal den Löffel Mehl gab es, um den Teig anzurühren, das wurde mit auf der Kaffeemühle zermahlcncn Graupen gemacht. Nie wieder diese Zeiten. Fünf Jahre long hatten diese Schwüre gehalten. 1923 wurden schon wieder fleißig Puffer gebacken und er ist bis auf den heutigen Tag geblieben. 3c schlechter die Zeiten, desto mehr werden Puffer gegessen. Heute gibt es eine gewichtige Pufferkücheuinduftrie. Man muß sich das einmal vorstellen: eine große Pufferküche in einer guten Nerkchrsstraße verbraucht Tag für Tag zehn Zentner Kartoffeln. Drei Frauen stehen abwechselnd von früh um 9 Uhr bis nachts üm 3 Uhr vor den großen Bratblechen und backen Puffer. Und vier, fünf Kellner schleppen unausgesetzt die fertigen, dampfenden Puffer zu den Tischen der Gäste. Das Grammophon spielt:„Komm mit nach Aaraszdin, dort wollen wir glücklich sein" und als Begleit- mufik klappern die Messer auf den Pufsertellcrn. Sie haben alle den Weg in die Puffcrküchcn gefunden: Chauffeure, Arbeitslose, Botcnjungcn, Reisende, Verkäuferinnen wie Kontoristinnen. Es reicht eben- nicht mehr für ein Mittagessen im Restaurant. Zwei Puffer, manchmal sogar drei, kosten 25 Pfennige, Zucker steht auf dem Tisch, und wer es sich leisten kann, bestellt sich eine Tasse Kaffee für 15 Pfennige noch dazu. So essen Tausende Berliner heute zu TNittag. Obwohl das Pufferbackcn zu keiner Stunde aussetzt, fragten wir, wann die Zeit des Hauptgeschäfts wäre. Antwort: Zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags. Da haben wir es. Unmittelbar nach Büroschluß. Dann gehen die Arbeiterinnen und Stenotypistinnen schnurstracks in die Pufferküche. Ist das nicht erschütternd: mit der Verschärfung der 5lrise mußten die Puffcrwirte die Puffer dicker machen, um ihre Stammgäste auch satt zu kriegen? Kartoffelpuffer gegen Bockwurst. Zwischendurch wurde ein erbitterter kookurrenzkomps zwischen der Bockwurst und dem Kartosfelpusser ausgesochten. Um in diesem Kampf überhaupt bestehen zu rönnen, mußten die Bockwürste nach und nach im Preise herabgesetzt werden. Vor einem Jahr noch kosteten die sogenannten„Wiener" bei den Wurstmaxen auf der Straße 25 Pfennige das Paar. Diese Zeiten sind vorbei. Mit einem Preis von 19, ja mitunter von 5 Pfennigen machte der Kartoffelpuffer fein lockendes Angebot. Schnell, sehr schnell war der Kamps entschieden. Mehr und mehr verschwanden die Wurstmaxen aus dem Strahenbild und wo heute noch heiße„Wiener" feilgeboten werden, haben sie sich im Preis dem der Kartoffelpuffer angepaßt. Wie im großen der Kartoffelverbrauch gegenüber dem Fleischoer- brauch siegte, behielt der Kartoffelpuffer gegenüber der Bockwurst die Oberhand. Ei» jeder Rummelplatz Hot seine Pufscrdiclc. Und jede Puffer- diele hat ihre Kundschaft. Zahllose alleinstehende Erwerbslose jeden Allers erhalten, da sie auch früher nur in geringem Lohn standen, lediglich 7, 9 oder 11 Mark Unterstützung in der Woche. Von diesem Geld geht noch die Miete für die Schlafstelle ab. Bleiben kaum genügend Groschen für das tägliche Brot übrig. Natürlich könnten sich diese Erwerbslosen in ihrer Wohnung etwas kochen. Aber mit den Schlafstellen ist es so eine Sache, man hat dem Schlafburschen ein Bett vermietet, aber nicht die Küche. Und wenn ihm selbst die Küche zur Verfügung stände, dann hat der Mann noch kein Reibe- eisen, keine» Napf, keinen Löffel, keine Bratpfanne. Er müßte sich Kartoffeln kaufen, Mehl, Salz, Zwiebeln, Eier, Fett, nun, wer macht dos? Ganz abgesehen davon, daß so ein alleinstehender Mann dann zwölf, fünfzehn Puffer hintereinander essen müßte. Deshalb gehen die Arbeitslosen schnell zu einer der fliegenden Pusserdielen und begnügen sich mit zwei Puffern für zwei Groschen. Diese Ueberlegungen waren die Existenzgrundlage verschiedener Händler, die einst zum Beispiel im Scheunenvicrtel auf kleinen Berlin bleibt ohne Bier Verschärfung der Situation— Aber Potsdam macht nicht mit Ter der R e i ch s r e g i e r u n g, unter dem TruÄ des B ierLo h kott s nicht»ueiter über die beabsichtigte E'rmäßigung der Biersteuer zu verhandeln, hat bis auf weiteres die Situation noch um einige Grade verschärft. Tic Berliner G a st tü i r t e haben nämlich auf einer Presscbesprechung am Sonnabendnachmittag zu diesem Schritt der Reichs regierung bereits eine Antwort erteilt. Bon einem Vertreter der Lokalkommission der Gastwirtsvereinigungen Groß-Berlins wurde erklärt, daß trohdeu» der Kauchf lveitergcführt werde. Man wolle sich von jedem Terror fernhalten, aber olle gesetz- ljch zur Verfügung stehenden Maßnahmen für ein Gelingen der Boykottbewegung in Anwendung bringen. Diese Erklärung kommt wohl nicht übcrrraschcnd, sie hört sich aber aus dem Mund des Vor- sitzenden der Lokalkominission gesprochen, recht eigenartig an. Denn noch am Mittwochabend legte dieselbe Lokalkommission den Funktio- nären der Berliner Gastwirte eine Entschließung vor, in der ge- fordert wurde, von einem Bierboykott in Berlin Abstand zu nehmen. Im übrigen wird bekannt, daß der Deutsche Gastwirleverband, die Spitzeuorgauisation des deutschen Gastwirtsgewerbes, es ablehne, für den Berliner Bier- boykott verantwortlich gemacht zu werden, da er ihn weder empfohlen, noch gebilligt habe. Auch der Wirtschaft-- parteiliche Reichstagsabgcordnetc Köster ist bemüht, nicht alle Brücken zur Reichsrcgicrung abbrechen zu lassen. Er äußerte sich auf der Presscbcsprcchung am Sonnabend sogar dahingehend, daß man der Reichsregierung nicht zumuten könne, unter dem Druck des Boykotts zu verhandeln. Inzwischen kommt aus Potsdam die Meldung, daß die dortigen Gastwirte auf einer Vollversammlung beschlossen haben, Potsdam nicht in den Bierboykott einzubcziehen. Durch diesen Be- schluß ist die Lage der Gastwirte von N o w a w e s, die bereits seit drei Tagen kein Bier mehr ausschänken, sehr schwierig geworden, da die Potsdamer Gaststätten natürlich von den Nowawescr Ein- wohnern-sehr leicht erreicht werden können. Auch die Besprechung beim Oberbürgermeister Dr. Sah m ist nicht im Sinne der Gastwirte und Brauereivertreter verlaufen. Der Oberbürgermeister, dem eine Delegation die Forderungen der Gast- wirte auf Steuersenkung vortrug, antwortete, daß er einmal nicht die zuständige Stelle für derartige Fragen sei, zum anderen sei die Stadt Berlin nicht in der Lage, die ihr zugebilligten Steuern, besonders die Getränkesteuer fallen zu lassen oder die Gemeindebier- und die Vergnügungssteuer zu ermäßigen. Dr. Sahm sagte dies iin Hinblick auf die ungeheure Zahl der Erwerbslosen, die die Stadt Berlin auf dem Wohlfahrtswege zu versorgen hat. Er er- klärte sich schließlich bereit, die Forderungen der Gastwirte dem Magistrat zu unterbreiten. Das Beispiel des Bierboykotts beginnt Schule zu machen! In Hamburg wird neben dem Bierboykott ein so sogenanter Licht- st r e i k durchgeführt, der bereits auf Mannheim übergegriffen hat. Es sind Bestrebungen im Gange, einen derartigen Lichtstreik auch in Berlin zu inszenieren. So wird ani Montag das„Reichskartell des selbständigen Mittelstandes" zusamnientreten, um über einen eventuellen Lichtstreik endgültige Beschlüsse zu fassen. Der Lichtstreik soll den Zweck haben, eine weitgehende Ermäßigung der«Berliner Stromtarife zu erzwingen. . Die Mittelständler würden sich übrigens, wen» sie solchen Stimmungen Raum geben, als überaus k u r z s i ch t i tz zeigen. Der Mittelstand lebt vom Umso tz. Seine Basis ist die gesunde Saus- krost der breiten Berbrauchcrmassen. Durch die von dem unter radikales Führung stehende»„Kampfausschuß der Gastwirte" an gezettelten Bierstreik, dem sich anfänglich die Lokalkominission der Gastwirtsinnungen noch entgegen stemmte, sind bereits 7999 Brauereiarbeiter zum 4. März gekündigt. Ein Lichtstreik würde zuerst nur die Kündigung Hunderter von Elektrizitätsarbeitern, Elek trotechnikern und Installateuren zur Folge haben. Diese Arbeiter schichten würden sofort als Käufer ausfallen. Und es dürste wohl nicht die Absicht des Mittelstandes sein, mit Gewalt den Umsatz zu senken. kettfedern xrsu...... Pfd. 57 Pf. weiß....... 95 Pf. dauniger Rupf„ 3.60 gerissene Federn 1.85 sehrdaun.Ware � 5.30 Fertige Inlette Oberbett Klucn (nurot Xcstreifc' rot oder roeroa• t• 7�5*160 •cht tfirkhcli-ro«.. 11 50 2� Stand Betten frturot Inlett, mit»reuen Federn, 1 Oberbett, 1 Unterbett, 4 4 05 1 Kieeen. zusemmen».,*' Fertiges Oberbett blau-{old Inlett, Indanthren v. feder- dicht, mit waichcn Chinas. OA'iO Entenfedern. 130 X 200... Ueberlaken Linon, m. Klöppel- u. Säumchen- O 05 sarnierunx. ca. 150X250...w Oberbettbezug Dimiti, jtum Knöpfen. Oyc ca. 130 X 200......•. «Kissenbezug mit Stickerai-Einsatz �75 u. Ansatz, ca. 80 X 80 b• a � I Bettlaken kräftiger Dow las, A 75 ca. 140X210...*..• b•• Barchentlaken Jacquardhandtuch Reinleinen. In schönen"yQ Daasins, 48X100...../ 7 Pf. Schlafdecke waiß, mit farbiger Kante,<4 85 1 40 X 1 90• Steppdecke kunstacldener Damast, Rucks. Q80 Satin. 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Eigentlich müßten die Berliner Pufferwirte sammeln und dem fjerrn Franz Drake, der vor numnehr 200 Iahren die Kartoffel nach Deutschland brachte, ein Denkmal setzen. Das müßte dann auf dem chausoogtei« platz stehen. Und morgens, mittags und abends müßten die Unter- nehmsr sich den Kartosfelmann ansehen. Es scheint vollbracht: zwischen dem Epittelmarkt und Hennigsdorf ist der Kartoffelpuffer zum beinahe wichtigsten Instrument für die tägliche Reproduktion der Arbeitskraft geworden. Kohlengrube explodiert! Dreißig Bergleute vermißt. New Bork. 27. Febrwar. In Pocahontas(Virgiuial wurde die Sohlen- grübe Voiffevain durch eine schwere Explosion zum groß- ten Teil zerstört. 30 Bergleute werden vermißt. Die Ursache der Explosion konnte noch nicht festgestellt werden. Die Washingtoner Bergbaubehörden haben im Laufe des Tages bereits mehrere Eisenbahnwagen mit Hilfsmaterial an die Unglücksstätte abgesandt. Rauhüberfall am Magdeburger plah. Banditen in der Autodroschke.— 3000 Mark erbeutet. Em verwegener Bandikenstreich wurde gestern am hellen Tage In der Lühowstraße, unweit des Magdeburger Platzes, verübt. Zwei bewaffnete Männer drangen ln das Zigarrengefchäft von Ra- gowfki ein und raubten mit vorgehaltener Pistole etwa Z000 M. Mit der Deute entkamen die Täter in einer Autodroschke. Kurz vor 17 Uhr betraten zwei Männer unter der Maske von harmlosen Kunden cen Laden. Plötzlich zogen die vermeintlichen Käufer Pistolen hervor und zwangen mit schußbereiten Waffen den Inhaber, die Hände hochzuheben. Während sich einer der Bau- diten an der Tür postierte, ging der Komplice auf die Ladenkasse zu, raubt« die Tageseinnahme und«ine Brieftasche, in der sich etwa 3000 M. Papiergeld befanden. Dann ergriffen die Räuber noch mehrere Pakete Tal akwaren und liefen mit der Beute auf die Straß«. Dort sprangen sie in ein« Autodroschke und rasten davon. Nach den bis- herigen polizeilichen Ermittlungen ist die Autodroschke von den Ban- diten zweifellos zu dem Raubüberfall irgendwo gestohlen war. den. Die Nachforschungen haben noch zu keinem Ergebnis geführt. Riesenbrand in Bremen. Großes Lagerhavs bis auf die Grundmauern niedergebrannt Bremen. 27. Februar. Im Lagerhaus der deutschen Drogisten-Cinkaufsgenossenschaft Bremen entstand heute abend aus bisher ungeklärter Ursache ein Brand, der an den leicht brennenden Materialien reiche Nahrung fand. In kurzer Zeit stand das ganz« Haus bis zum Dachstuhl in Flammen, die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die be- nachbarten Lagerhäuser zu schützen. Gegen 22 Uhr war es der Wehr gelungen, den Brand zu lokalisieren. Das Lagerhaus ist bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Borsicht, das Eis hält nicht! Die Verwaltung der märkischen Wasserstraßen we'st darauf hin. daß bei dem zur Zeil herrschenden wechs.l von Frost und Tauwetter vor dem Betreten der Eisslächeu gewarnt werde» muß. DI« Seen sowie Streifen an den Ufern und Buchten der Havel und Spree sind zwar mit Eis bedeckt; das Eis ist aber zum Teil schwach und nicht genügend lragsähig. Schiebung mit dem Elefantenbaby Wie Nun, der Elefant in das Leben von Sowjetangestellten eingriff Nuri, das famose Elefantenjunge im gleichlautenden, von der bekannten Forschungsreisenden Lola Kreuzberg gedrehten Film. hat sich bestimmt nicht träumen lassen, daß es eines Tages im Leben des Leiters der Kino- und Photoabteilung der Eowjethandelsvertre- tung in B-ilin, Zöhrer, und d«ssen Referenten Ron in eine verhängnisvolle Rolle spielen würde. Ein raffiniertes Betrugsspiel, von diesen beiden mit filmischer Gewandtheit durchgeführt, brachte ihnen gestern vor dem Schöffengericht Berlin-MiUe je zwei Monate Gefängnis wegen Untreu« in Tateinheit mit Betrug ein. Dem Kommunisten Zöhrer genügten anfcheinend nicht feine Ein- nahmen in Höhe von 4000 M. monallich: er beschloß, sich auf Kosten des Sowkino zu bereichern. Im Januar 1920 bot Lola Kreuzberg durch den Terrafilm der Kino- und Photoabteilung der Handelsvertretung(Kinotorg) ihren Film„Nuri, der Elefant" an. Der Kinotorg erklärte sich be- reit, den Film nach Moskau zur Ansicht zu sch'cken. Sollte die Tsrrafilmgesellfchaft 7 Wochen nach Eintreffen des Nurifllms in Moskau keinen Bescheid erhalten, so sollte das Geschäft als zer. schlagen gelten. Erst im Februar schrieb der Kinotorg, also Herr Zöhrer, nach Mockau, daß der Film für 1 00 0 Dollar zu er- werten sei; und erst Ende M a j traf der Film in Moskau ein. Seit den ersten Verhandlungen waren 5 Monate vergangen. Am 21. Juni erhielt Frau Lola Kreuzberg die Nachricht, daß die Moskauer Zen- für den Film verboten habe, an demselben Tage schrieb Zöhrer nach Moskau einen Brief, in dem er bat, die Erledigung der An- gelegenheit zu beschleunigen, um Unannehmlichkeiten mit der Terrafilmgesellschoft aus dem Wege zu gehen, habe er den Bertrag abgeschlossen. Wie reimte sich nun dieser Brief mit dem angeblichen Verbot des Films in Moskau zusammen? Das ergibt sich aus dem Fol- genden: In Wirklichkeit hatte der Kinotorg aus Moskau die tele- graphische Mitteilung erhalten, daß Nuri zur Zensur ge- gangen sei; Zöhrer zweifelt« also keinen Augenblick daran, daß Schwierigkeiten überhaupt nicht entstehen würden. Eben deshalb meldete sich unmittelbar nach dem 21. Juni bei Lola Kreuzbcrg ein Herr Montana und Erklärte sich bereit, trotz des angeblichen Filmverbots in Rußland den Nurifllm für 200 Dollar zu erwerben. Die Erlaubnis würde er schon erhalten. Das Geschäft wurde für 5 Jahr« abzeschlossen, und am 24. Juni war der Film bereits von Kinotorg, d. h. von demselben Herrn Zöhrer. für 2000 Dollar er- worden. Sowkino in Moskau hatte aber von diesem A schluß keine blasse Ahnung. Am 6. Juli bekam Herr Zöhrer den Bescheid. daß der Film von der Moskauer Zensur genehmigt sei; am 12. Juli schrieb er darauf nach Moskau, daß er den Film für 2000 Dollar er- warben habe. Was, schrieb man ihm zurück, er sollt« doch für 1000 Dollar gekauft werden! Das war ein Mißverständnis, antwor- tete man ihm aus Berlin, wir hatten im Februar statt 2000 Dollar versehentlich 1000 geschrieben. Zur selben Zeit aber traf Herr S. Lola Kreuzbergs Vertreter, der von dem Erwerb des Nurifalms durch Herrn Zöhrer unter Umgehung von Lola Kreuzberg erfahren hatte. Herrn Montana auf der Shaße, machte ihm heftige Vorwürfe wegen des algekarteten Spiels und drohte mit einer Anzeige, worauf Herr Montana sich bereit erklärte, weitere 300 Dollar zu zahlen und davon sprach, daß auch andere an der Sache beteiligt seien. Die 300 Dollar blieben ungezählt, Montana hatte kein Geld. Die „anderen" konnten aber nur Zöhrer und Ronin gewefen sein. Montana ist inzwischen zu Grabe getragen worden, gegen seine beiden Spießgesellen erstattete die Sowjethandelzvertretung Straf- anzeige wegen Betrugs, allerdings erst, nachdem sie im Zu- sammenhang mit dem Krach des Derussafilms fristlos entlassen worden waren. Nuri, der Elefant, wartderi mit großem Erfolg auf der Lein- wand durch Rußlands Kinos. Die Herren Zöhrer und Ronin wer- den aber, falls die zweite Instanz das erste Urteil nicht aufhebt, aus je zwei Monat« ins Gefängnis wandern. Explosion im Hotel. Drei Schwerverletzte.- Eine Mauer eingestürzt. Kalkowih, 27. Februar. Im Hotel Bristol in Szczyrk bei Bielitz ereignete sich eine folgenschwere Explosion. Der zwölfjährige Sohn des Hotelbesitzers hatte in der Hoteltüche ohne Wissen des Kochs einen Behäller mit fünf Liter Rohöl zum Aufwärmen auf die Herdplatte gestellt. Die Dämpfe explodierten plötzlich, so daß der Knabe, seine 2Zjährlge Schwester und der Hotelkoch schwer verletzt wurden. Alle drei haben erhebliche Brandwunden erlitten und mußten in das Krankenhaus überführt werden. Die Explosion war so stark, daß eine Mauer des Hotels einstürzte und sämtliche Fensterscheiben in Trümmer gingen. Der Gäste bemächtigte sich eine Panik. Während der all- gemeinen Aufregung gelang es zwei Dieben, erhebliche Beute zu machen. Ein Schadenfeuer konnte durch die Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt werden._ Ausdehnung der Hackebeil-Affäre. Die Affäre des ehemaligen Generaldirektors der Hackebeil A.-G., Guido Hackebeil, steint jetzt eine weitere Ausdehnung zu nehmen. Hackebeil war bekanntlich auf Grund einer Strafanzeige des ehemaligen Direktors der JG>Farben, Dr. Weidlich, in Haft genommen worden. Jetzt sind bei der Staatsanwaltschaft gegen Dr. Weidlich zwei Strafanzeigen eingegangen, die ihm Betrug und Untreue vorwerfen. Die Anzeige gegen Dr. Weidlich geht von dem letzten Aufsichts- ratsvorsitzenden der Guido Hackebeil A.-G., dem Berliner Rechts- anmalt und Notar Dr. W ö st e n d i e ck, aus, der allerdings nur die letzten zwei Monate dem Konzern angehört hat. Dr. Wösten- dieck hat nur eine kurze Anzeige an die Staatsanwaltschaft gerichtet, m der er sich auf die Mitteilungen beruft, die ihm von dem letzteu Borstand der Hackebeil A.-G., Dr. Brühl, auf Grund der Altem gemacht worden sind. Die zweite Anzeige geht von der Leitung der Allgemeinen Deutschen Kreditanstalt in Leipzig aus. Gegen Weidlich wird in den Strafanzeigen der Vorwurf erhoben, daß er in dem sogenannten Einsiedel-Komplex mitgewirkt habe, in dem Hackebell die Unterschlagung von über 400000 Mark zur Last gelegt wird. Im anderen Fall handell es sich um den Erwerb der Papierfabrik Köttewitz, wobei Dr. Weidlich sich der Untreue gegenüber der Hackebeil A.-G. schuldig gemacht haben fall. Die Märzmieie ln Verlin. Das Zentralwohnungsamt teill mit: Die gesetzliche Miete für den Monat März beträgt in Berlin unverändert III Proz. und. wenn der Mieter die Schönheitsreparaturen übernommen hat, 107 Proz. der„reinen Friedensmiete"; sie ermäßigt sich bei Umlage des Wassergeldes auf 103 bzw. 104 Proz. Zu diesen festen Sätzen kommt wie bisher eine Grundvermögenssteuerumlage, die für die einzelnen Rauminhaber des Hauses nach dem Verhältnis der„reinen Friedensmieten" zu berechnen ist. Den gesetzlichen Bestimmungen entspricht es nicht, wenn der Vermieter— wie es vielfach üblich ist—, an Stelle des im einzelnen zu berechnenden Umlagebetrages für die Grundvermögenssteuer einen Mietzuschlag in Höhe von 12)4 Proz. der„reinen Friedensmiete" erhebt; die Umlage der Grundvermögenssteuer ergibt oft einen erheblich anderen Betrag als einen Zuschlag von 12% Proz. Die nächste Stadlverordneleaoersammlung wird am kommenden Donnerstag, dem 3. März 1932. abgehalten werden. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die 2. Beratung der neuen Orts- fatzung. Beginn der Beratungen um 16.45 Uhr. /Zus ctsm Russischen.übertragen von Werner Oergengruen. Ein alter, von allen anerkannter Landstreicher, der den größten Teil seines Lebens hinter Gefängnismauern verbracht hatte, ein amüsanter Erzähler und Witzbold, der allen Dingen skeptisch gegenüberstand und sich über alle Dinge lustig machte. hockte mit untergeschlagenen Beinen auf der Pritsche und sagte:„Ach, und draußen habt ihr wohl chinesischen Tee mit Zucker geschleckt? Kinder, Leute wie euch, hätte man ja in keine Teestube hereingelassen! Aber natürlich, ihr seid ja alles feine Herren, müßt richtigen Tee haben!" Mir gab er gute Ratschläge und Hinweise, wie ich es mit der Kollegialität halten sollte: „Sei nur nicht zu spendabel, mein Junge! Hundert Reisetage wirst du mit deinem Kram auskommen müssen, Bruder. Mit den sieben Kopeken, die der Zar täglich aus- wirft, kannst du dir nicht den Bauch vollschlagen. Da kann man schon eher schlapp machen." Als ich antwortete, man könnte doch nicht gut essen und trinken, wenn rings um einen herum Hungrige hocken und einem die Bissen in den Mund zählen, erklärte er lehrhaft: „Alle kannst du sie doch nicht durchfüttern. Ich bm von Cherson unterwegs: keinem einzigen habe ich einen Bissen abgegeben. Und ich tu es auch weiter nicht. Wundere dich nicht, daß ich einen so großen Sack habe. Ich muß bis Tobolsk, und dann noch sechshundert Werst zu Fuß." Dieser Mann war ein richtiger Landstreicher, das heißt einer, der seinen eigentlichen Namen und seine Vergangenheit verschwieg. Diese Situation wird im Polizeijargon gewöhn- lich als„Paßlosigkeit" bezeichnet und gegen Landstreicher dieser Art richtete sich oft der nicht unbegrünvdie Verdacht aller möglichen Kapitalverbrechen. Diese„Paßlosigkeit" wurde mit fünf Jahren Arrestant-nkompagnie und an- schließender Ansiedlung in Sibirien bestraft. Landstreicher der genannten Kategorie gingen mit vollem Bewußtsein auf diese Art der Bestrafung aus: das heißt: die Strafe, die ihnen im Falle des Bekanntwerdens ihres eigent- lichen Namens drohte, wäre eine viel härtere gewesen als die, die sie wegen Landstreicherei und Paßlosigkeit zu gewärtigen hatten. Bevor aber einer wegen Paßlosigkeit verurteilt werden konnte, wurde er monatelang, manchmal jahrelang, in ganz Rußland herumgekarrt, um identifiziert zu werden. Daher kannten diese Leute alle russischen Gefängnisse, darum fühlten sie sich im Gefängnis wie zu Hause, schleppten bis zu zwanzig Pfund Zucker mit sich herum, dazu pfundweise Tee und Tabak, eine Menge Wäsche und außerdem verstanden sie es mit großer Gewandtheit, ihr Geld vor den Begleitmann» schaften zu verstecken: denn der Besitz von Geldmitteln war im Gefänanis und auf dem Transport streng verboten. Im Gefängnis waren diese Landstreicher die„großen Kanonen". Sie genossen eine beträchtliche Autorität bei den Mitgefangenen und sogar beim Gefängnispersonal. Die Arrestanten pflegten init einem ehrerbietigen Scherz zu sagen:„Respekt, Bengels, Klappe auf. alter Tippelbruder will Tee trinken",— und darunter verstanden sie die Situa- tion. in der ein Landstreicher den Kraoen seiner Hemdbluse aufknöpft und sich den Schweiß von der Stirn wischt. Bevor es wieder auf die Reise aing. versorgten sich die Landstreicher im Gefängnis beim„SchmierhuNen" mit allem Rötinen. Diese S�mierbullen waren eine Institution, die in manchen Gefängnissen nach und nack ihren ursprünglichen Sinn einaebüßt hatte. In früheren Zeiten handelte es sich um eine interne Gsfanaenenunt�nehmung. die kür eine be- � stimmte Z'it von einer Gruppe ehemalmer Schicksalsgefährten newissen Arrestanten pachtweise üh'rlassen worden war. Der Schm'erbulle hatte in einer der Zellen eine halb legale Per- kank-stelle, wo es gewöhnlich Zucker, Tee, Tnbuk. Herinae, Weihhrot und mih-nter sooar Schn-'ps nab. Außerdem h-elt der Schmierbulle Spielkarten zur Verfücnincr fün deren Benutzung er, wie in einem Klub, eine gewisse Summe nro Spiel oder auch eine Tantieme vom Umsatz erhob. Die Schmierbullen nahmen auch Vad-einri'htungen in Pacht und sselerten den Badegästen a»a»n Banadluriq Badebedien'Mg. S-ile, Balss'drudher und Vnderuten. Sie verdienten f"r Ge- sänanisverhästnisse oroße S"mmen»nd lebten, ehenlalls für Gefängn'sverhältn'sse, wi» Gott in I-nmkreich. Dastir waren sie verpflichtet, alte Gefängniskunden, die ein»n langen Transport vor sich hatten, fei es in ein anderes Gefängnis, fei es na-h Sthtrien zur Ansiedlung, mit allem zu versorgen, was sie- unterwegs brauchten. Ein alter Tippelbruder, ehemaliger Schmierbulle und große Kanone dieser Art war Iwan„ohne Gedächtnis", wie er offiziell bezeichnet wurde, und das also war mein neuer Freund, mein Lehrmeister und Ratgeber. Ruhig, nie sein Gleichgewicht verlierend, mit angenehm ausgeglichenen Be- wegungen, ohne die sonst bei Arrestanten so häufige zwecklose Hast, machte er den Eindruck eines gutmütigen und leut- seligen Professors inmitten eines jungen, laut durcheinander- summenden Auditoriums. Fast den ganzen Tag hockte er auf der Pritsche, ohne sich vom Fleck zu rühren: er sah mit untergeschlagenen Beinen, drehte sich langsam eine Zigarette, machte hier und da eine der Bemerkungen, mit denen er der Reihe nach alle Häst- linge durchhechelte, imitierte ihre Sprechweise, jagte sie mit Schilderungen bevorstehender Schrecknisse in Angst, schall sie, daß sie es nicht verstanden hatten, sich praktisch einzurichten. sich Mittel zu beschaffen und allerlei Vorsorge für die Reise zu treffen und dergleichen mehr. Während des Tages ließ man uns zum Hol, sägen auf den Hof. Ich schloß mich mit Freuden den paar Leuten an, die sich freiwillig zur Arbeit meldeten. Nach der Stickluft der Zelle,— im Laufe der Nacht hatte ich es freilich fertig be- kommen, mich ein wenig„einzuriechen"—, erschien mir die frostklare, reine und durchsichtige Luft wie ein Labsal, wie ein Glas kalten Wassers zur Zeit sommerlicher Dürre. Ich sägte Holz, ruhte mich aus und sägte von neuem, um nur so lange wie irgend möglich im Freien sein zu können. Aher diese Freude war viel zu früh zu Ende, und es hieß: wieder zurück in die Zelle mit chrem Tabakqualm und ihren ätzenden Ausdünstungen. Um die Lampe herum hatte sich schon ein Kreis von Ge- fangenen gesammelt, und einer von ihnen erzählte zum hun- dertsten Male: „Wir sind bei Nowochopersk zu Hause... nachher mußten wir wegziehen... also, wie das schon ist, wir leben zusam- msn, die ganze Familie. Der Bruder, was der älteste ist, kommt auf Urlaub, so von seinem Dienst, und irgend jemand erzähst ihm, der Vater hat sich an seine Frau herangemacht. Na, er also mit dem Beil auf ihn... ich auf ihn! Na ja..." Diese Geschichte hatte er schon unzählige Male mst seiner eintönigen, gleichgültigen Stimme vorgetragen. Ich ging zu dem alten Landstreicher, weil ick dachte, er würde zu diesem Thema irgendeine treffende Bemerkung, vielleicht irgendeinen Spaß von sich geben. (Fortsetzung folgt.) GoIdMUmiffl bleibt imvereiWl. Ebenso Siau$ und Reinhardt.— Drei Tage Gutachten. 3m Schullheiß-Vahenhofer. Prozeh steht man un- mittelbar vor Schluß der Beweisaufnahme. Am Montag werden noch einige Zeugen vernommen, dann folgen die Plädoyers der Staatsanwälte. Drei Sihungstage waren von den Gutachten der Sachverständigen ausgefüllt. Die sechs Herren waren unter- einander nicht ganz einig: es kam zu heftigen Auseinandsrfehungen zwischen der Verteidigung und den Sachverständigen. Sahen- elleubogen versuchte, die Vorwürfe gegen ihn iu längeren Aus- führungen zu entkräften. Das Gericht hat beschlossen, die Bank- direktoreu Stauh, Goldschmidt. Reinhardt und die Schultheih-Virektoren v. Zalkenhayn und Tänzer unver- e i d i g t zu lassen, weil sie der Teilnahme an den Strafteten verdächtig erscheinen. Es gab da manches günstige Urteil; schlecht schnitt Katzen- cllenbogen im Gutachten des letzten Sachverständigen, des Universitätsprofessors Prion ab. Dieser meinte klipp und kar: Es war unzulässig, daß Forderungen, die nicht ganz liquide schienen, gegen Schulden aufgerechnet wurden. Solche Forderungen mußten selbstverständlich abgeschrieben werden. Vorgänge, wie die hier ge- rügten, waren geeignet, die deutsche Wirtschaft und das Aktien- wesen zu diskreditieren. Besonders im Hinblick auf das Ausland entstünden aus derartigen Dingen für die deutsche Volkswirtschaft erheblicher Schaden. Ueber das Rechnungswesen der O st w e r k e sagte der Sachverständige, daß sie den Eindruck erweckten, als wären sie den Anforderungen, die man einem solchen Unternehmen stellen müsse, nicht gewachsen. Die Revisionskommission habe ihre Pflichten in gröblich st er Weise verletzt. Unverständlich sei es, daß die Berichte der Kommission nicht an den Vorsitzenden des Aufsichts- rats und nicht an das Vier-Männer-Präsidium gegangen seien. Ganz besonders schlimm sei es aber, daß die Revisionskommission sich mit den Erklärungen der revidierten Leitung zufrieden gegeben und die Beanstandungen außer acht gelassen habe. Rechtsanwalt Professor Dr. Alsberg stellte übrigens unter allgemeiner Heiter- keit fest, daß die Schultheiß-Aktien im Verlaufe des Prozesses um das Doppelte gestiegen seien. Haussuchung bei Max Gklarek. Korrespondenzen und Rechnungen beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft l hat während des Sklarek-Pro- z e s s e s, und zwar besonders in der letzten Zeit, Mitteilungen darüber erhalten, daß der Gesundheitszustand Max Sklareks nicht so ungünstig sei, wie es von ihm dargestellt werde, daß er im Hause herumgehen und auch sprechen könne, was er bisher bestritten habe. Außerdem waren Hinweise auf Briefe und sonstiges Material gekommen, die über das Leben der drei Brüder nach dem Zu- sammenbruch angeblich Aufschluß geben sollten. Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin einen Gerichts- beschluß, auf Grund dessen am gestrigen Sonnabend eine über- raschende Aktion einsetzte. Staalsanwaltschaftsrat Dr. Weißen- b e r g, der neben Oberstaatsanwalt Freiherr v. Steinäcker die Anklage un Sklarek-Prozeß vertritt, erschien in Begleitung des Kriminalkommissars P o s s e h l sowie des medizinischen Sachver- ständigen Professor Ring leb gestern morgen plötzlich in der Wohnung am Kaiserdamm, in der Rtax Sklarek ahnungslos anr Frühstückstisch saß. Er wurde sofort von Professor Rmgleb einer gründlichen Untersuchung unterzogen, und dabei wurde festgestellt, daß tatsächlich eine schwere Herz- und Nierenerkrankung vorliegt, die bestenfalls eine beschränkte Vernehmungsfähigkeit im Haus« ge- statte. Während dieser ärztlichen Tätigkeit wurde die Wohnung Mar Sklareks durchsucht und dabei ein Briefwechsel zwischen ihm und seinen Brüdern sowie mit anderen jetzigen Angeklagten des Stlarek-Prozesses, ferner bezahlte Rechnungen über erhebliche Be- träge beschlagnahmt, und zwar stammte dieses ganze Material aus der Zeit nach dem Zusammenbruch des Sklarekschen Unternehmens. Weitere Haussuchungen fanden bei Berwandten von Max Sklarek statt, wo nichts gefunden wurde. Innere Mission und Zentralbank. Wie Oevaheim nicht gerettet wurde. 3m Cenlralbankprozeh kam gestern der Komplex Cenlralaus.schuß für 3nnere Mission und Central- dank zur Sprache. Der Angeklagte Adolf R u n ck schilderte in aller Ausführlichkeit, wie die Centralbank für den Ceutralausschuh für önnere Mission einsprang und was daraus für die Evangelische Centralbank und das Reich entstand. Das Reich verlor an der Sache eine ZNilllo Mark. Der Central- ousfchuß für 3nnere Mission hatte für Dcvaheim gegenüber der Dresdener Bant und der Baukreditbauk A.-G. eine selbstschuldnerische Bürgschaft in höhe von.5 Millionen übernommen. Räch dem Zu- sammenbruch des Devaheim-üonzerns wurde der Centratausschuß von den beiden Banken bedrängt. Die Rotgcmeinschast für 3nnere Mission und der Centraiausschuß leiteten eine Hilfsaktion ein, zu der der Pfarrer Beutet und Adolf R u n ck hinzugezogen wurden. Man versuchte Auslandsgclder herbeizuschaffen, unternahm zu diesem Zweck Auslaudsreiseu. Es wurde nichts daraus. Zur Führung weiterer Verhandlungen mit den Reichsbehördea wurde Adolf Runck zum alleiuigen Bevollmächtigten ernannt. Das mar am 1. August 1331. Es gelang ihm, die Centralbank zu veranlassen. trotzdem sie sich in Zahlungsfckzwierigkeiten befand, die Verpflichtung des Ceulralausschuffes gegenüber der Dresdener Bank nnd der Bau- kreditbank A.-G. zu übernehmen. Der Vorfitzende wundert sich, daß der Angeklagte Paul Runck darauf eingegangen sel, da er sich als Direktor der Genossenschaftsbank dadurch eigeullich strafbar ge- macht habe. Es fei auch unverständlich, daß die Terraingcfellfchast von Adolf Runck, die mit der Sache nichts zn tun gehabt habe, belastet werden sollte. Adolf Runck verteidigt sich mit der Erklärung. daß sonst der Centralausschuß iu Konkurs gegangen wäre. Nachlese zur Rüflwoche. Naziüberfal! vor Gericht. Am 4. Februar waren vor dem Bahnhof Bellevue etwa fünf Reichsbannerleute mit Verteilen von Flugblättern beschäftigt, zehn weitere Reichsbannerleute sorgten für ihren Schutz. In der Flens- burger Straße befand sich das Rüstlokal. Der Zeitungshändler des „Angriff" fühlte sich wohl aus feinem schlechten Gewissen heraus bedroht. Als sich zu ihm zwei Gesinnungsgenossen gesellten, unter anderm der den Lesern des„Vorwärts" sattsam bekannte Student Martin, der glückliche Finder der drei Revolver im Kleinen Tier- garten, da beschlossen die drei Nazis, die Hohenzollernsäle um„Hilfe" anzurufen. Fünfzehn SA.-Leute machten sich unter Führung des Sturmführers Makulat sofort auf den Weg. Beim Saalausgang wurden sie von der Polizei auf Waffen untersucht, einer von den Beamten hörte davon reden, daß am Bahnhof Bellevue etwas los sei. Er machte davon seinem Hauptmann Mitteilung, dieser ordnete an, daß zehn Poltzeibeamte auf einem Wagen den SA.-Leuten folgten. Die fünfzehn Mann unter Führung Makulats holten in den Spreehallen wettere Unterstützung, sie bekamen unterwegs auch sonst Zuzug und hatten schließlich etwa 40 bis S0 Mann beisammen. Von den Spreehallen ging es im L a u f s ch r i t t zum Bahnhof Bellevue, die Reichsbannerleute hörten das Gejohle, der Gruppenführer Henke erteilte den Befehl:„Alles zurück". Schon waren aber die Nazis zur Stelle, man rief„Schlagt die Hunde to tl", es wurde aus die Reichsbannerleute eingeschlagen, die sich selbstver- stäMich tüchtig wehrten, aber gegen die große Uebermacht kaum angekommen wären. In diesem Augenblick erschien das Polizeiauto, die Beamten stürmten mit ihren Knüppeln dazwischen, vier Nazis konnten festgenommen werden, darunter der Sturmführer Makulat und der Igjährige SA.-Mann Pfennig, ferner der 22jährige A g u r s k i, der einen Reichsbannermann mit einem Koppel, und der Igjährige SA.-Mann Schulz, der mit der Faust geschlagen hatte. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte war nur Agurski g e- ständig, alle anderen leugneten die ihnen zur Last gelegten Hand- lungen. Die Anklage wegen Landsriedensbruchs wurde von der Staatsanwaltschaft fallen gelassen, wegen gemeinsamer schwerer Körperverletzung beantragte er gegen zwei der Angeklagten je sechs Monate, gegen weitere zwei je zwei Monate. Dos Gericht ver- urtellte bloß Agurski wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Moniten Gefängnis und sprach die übrigen Angeklagten frei: Ihre Täterschaft, sagte die Urteilsbegründung, sei nicht erwiesen... Räuber im Gpie�kasino. Rem$ ott. 27. Februar. 3m Seebad Miami fFlorida) wurde ein verwegener Raub- Überfall aus das exklusive Spielkasino Cmbassyklub ver- übt. Die Bandileu erlauzlen, als Gäsle verkleidet, Eintritt und riefen zur Zeit des größten Hochbetriebs um 2 Uhr nachts deu be- stürzten Gästen zu:»Hände hoch!" 3n der Küche des Spietkasinos befanden sich jedoch mehrere Pol'zisten beim Essen, die herbeigerufen wurden und das Feuer auf die Baaditeu eröffneten. Dabei wurde der Landenführcr sofort ersch offen, während drei andere Lur- schen verwundet wurden. Einem Räuber ist es gelungen, zu enk- kommen, obwohl er einen Mundschuß erhallen halte. Die Privilegien der Ko�e�icker Fischer. Ein alter Leser des„Vorwärts" schreibt uns: Der Angler-Appell vom 2(3. v. M. an unseren Anglerkollegen Dr. Goerdeler war mir aus der Seele gesprochen. Es dürfte die Allgemeinheit aber auch interessieren zu wissen, welch gutes Ge- schäst die Käpenicker Fischerinnung und chre Mitglieder mit dem Verkauf der Angelkarten machen. Di« Fischerei üben die Käpenicker Fischer aus aus Grund eines uralten Privilegs, das den alten Äietzer Fischern und ihren direkten Nachkommen für Spree und Dahme unentgeltlich zusteht. Dies Privileg sichert ihnen außer- dem nach die Erhebung von Abgaben für alle Stege und Pfähl« der Wasseranlieger an den Ufern im ganzen Fischreoier per Köpenicker. Kleinfischer müssen von ihren Gerechtsamen ab- pachten zu verhältnismäßig Hoheit Preisen. Nur für die Groß- ftscherei soll von den Köpenickern eine Extraabgobe erhoben werden, die aber nicht nur reichlich gedeckt wird durch die vielen Hunderte von Angelkarten i 20 M., von deren Ertrag ein Ueberschuß von vielen taufenden Mark übrigbleibt zur Vertetlung an die Privile- gierten. 2IIso weg mit den alten, schwer mißbrauchten Vorrechten einer früheren Zeit. Tempelhof dem Rohrpostnetz angeschlossen. Das Postamt in V e r l i n- T e m p e l h o f hat Anschluß an die Berliner Stadtrohrpost erhalten. Die Schalterdienststunben für den Rohrpostverkehr sind, wie bei den übrigen Berliner Rohr- postanstalten, für das Sommerhalbjahr(l.Aprll bis 30. September) aus die Zeit von 7— 21 Uhr und für das Winterhalbjahr(1. Oktober bis 31. März) auf di« Zeit von 8—21 Uhr festgesetzt. Kontraditliirische Dieputatisu über politische Prozesse. Einen Interessenten Abend oerenswiiet die Deutsche Liga sitr Menschenrechte am Montag, 29. Februar, im Hinblick auf die letzten Urteile in politischen Prczcsson lKnrsitrsicn. dämm. Urteil des Senats gegen zwei republikanische Studenten, Reichsgericht). Di, lontradittorische Disputation wird geführt: von dem Ankläger(Oberstaats. anwalt Dr. Köhler), dem Richter(Landgerichtadircktor Eiegert), den Vertei- digern(Dr. Alfred Apfel, Dr. Eirnther Erzimek, Zustizrat Dr. Wcrthauer), den 1 Journalisten(Dr. Karl Misch, Dr. Rudolf Olden, Ernst Ottwald) und einigen Angeklagten. Die Veranstaltung findet im Langenbeck-Birchow-Haeis. Berlin NW.«, Luisenstr. 58(nahe Karlplatz), statt,«arten an der Abendkasse.> BczirftsMssdwft für Arbcucrwefeliabrl SoBna&end, den 19. Iffirz, 16 Epr. im Sainaossaal ftledenac. am laolerpiatz: Generaiversammloog der ArdeilerwotiilaSBrl Tascsordnung; 1. Jahresbericht; 2. Kassenbericjit; 3. Bericht der Revisoren; 4. Vorstandswahl: 5. Wahl der Revisoren.— II, Teil: Referat des Genossen Stadtrat W u t z k y'..WohifahrtspBegö In der Krise".— Aussprache.— Stimmberechtigte Mitglieder der Generalversammlung: a) der engere Bezirksausschuß: b) die Revisoren; c) die Kreisleiter(innen) und deren Stellvertreter; d) �us jeder Abteilung zwei gewählte Delegierte; e) je ein Vertreter der angeschlossenen Organisationen u. die Mitglied, der zentralen Wohlfahrtsdeputation u. des Verwaltungsaussehusses des Landesjugendamts. Ins Meer getrieben. IVO russische Fischer treiben auf einer Eisscholle. R e V a l, 27. Februar. lOl) sowjetrussisch« Fischer sind, wie die russische Ge- sandtschaft in Reval den estländischeu SZehürden mitteilte, während des letzten Sturmes aus einer Eisscholle in den Finnischen Meerbusen abgetrieben worden. Da die Fischer bisher weder an der estländischen noch an der finnischen llüste gesichtet worden sind, ist man in größter Sorg« um ihr Schicksal. Die estländische Regierung hat sich bereit erklärt, Fliegerhilfe zu leisten. Ehrung der Alien! Die 128. Abtellung in Pankow-Süd veranstaltete zur Ehrung der Parteigenossen, die2S Jahre und länger derPartei angehören und zur Einführung der neuen Mit- g l i e d e r ein geselliges Beisammensein. Genosse August Niemann ging in seinem Referat auf die Zeit vor 50 Jahren ein, um damit den jetzt notwendigen Kampf gegen den Faschismus zu betonen. Nach Verteilung der Ehrennadel an die alten, treuen Parteigenossen meldete sich ein Jubilar, Genosse Dr. K a n t o r o w i c z, um dar- zulegen, wie es in der Partei auefoh. als er ihr vor 42 Jahren als junger Mediziner beitrat. Die Darlegung des alten Kämpfers, namentlich die anschauliche Schilderung der p o l i t i s ch e n Recht- losTgkeit tu den..80ltzer Jahren des vorigen�. Lahr- Hunderts machte auf die Versammlung einen tiefen Eindruck. Seine Aufforderung, die Rückkehr dieser politischen Rechtlosigkeit der arbeitenden Menschheit aus dem alten autokratischen Staat mit allen Mitteln zu verhindern, löste allseitig begeisterte Zustimmung aus. Dieser Abend wird allen Beteiligten unvergeßlich sein, jedenfalls hat die Kampfstimmung gegen die drohenden faschistischen Gewalten einen neuen Auftrieb erhalten. Gprengstoffunglück in der Grube. Zwei Tote, ein Schwerverletzter. Oberhausco. 27. Februar. Am Freitag erciguele sich aus der Zeche Osterfeld der Guic-Hoffnungs-Hütke bei eiuer Spreaguug ein schweres Explostonsunglück, bei dem zwei Bergleuie deu Tod fanden und ein weiterer schwer verletzt wurde. Eine nach dem Unfall vorgenommene Untersuchung durch den Betriebssührer und den Belriebsralsvorsitzenden ergab, daß der mit Sprengstoff gefüllte Spreng st offbchälter des Schießmeisters die Explosion ver- ursacht hat. Professor Di-, med. Rautheuberg, öeffen Konflikt mit dem Stubenrauch-Krankenhaue des Kreises Teltow vor etwa l'A Jahren auch durch das Eingreifen der organisierten Aerzteschaft großes Aussehen erregt hat, hat ein neues Betätigungs- feld gefunden. Das Oberlinhaus in Nowawes, das tis- her nur eine orthopädische-chirurgische Klinik besaß, hat für Pro- fessor Rauthenberg eine Abteilung für inner« Krank- heilen eingerichtet. Die neue Abteilung wird am 1. März er- öffnet. Im Institut für Texualwisseuschast hält am Montag, dem L9. Februar, abends 8 Uhr, im Ernst-Haeckel-Saal(In den Zelten La, Eingang Garten- portal) Dr. Felix Abraham einen Vortrag mit Llchtdildern über die„Eni- si e h u n g und Entwicklung des Menschen"(Zeugung— Ge- bnrt). Untostenbeitrag 40 Pf., Erwerbslose die Hätsle. j&�säasa: Regierung» Kwischeuhanöel und Direkt-Gefchäste Seit einiger Zeit hört man von Regierungsseite immer und immer wieder, daß man allerschärfste Maßnahmen ergreifen wird, um einen allgemeinen Preisabbau zu erzwingen Was ist aber bisher orreicht worden? Nach den Angaben des Herrn Pre>skommtssars ist die Lebenshaltung 6� Proz. billiger geworden, während die Löhne und Gehälter um 10 bis IS Proz. abgebaut würden. Um einigermaßen emon Ausglolch zwischen dem'Reallohn und der Lebenshaltung zu erreichen, gibt es daher nur einen Weg. nämlich die restlose Ausschaltung de? verteuernden Zwischenhandels. Em Iplche» Unternehmen ist die allseitig bekannte Herrenkleideriabrik Wagner. Aiexanderslr. 22, am Bahnhos Jannowltzbrück«. Ganz besonder» m einer Zeit wie der heutigen, in welcher eine schärfe Kalkulation da» wichtigste ist. hat diese Fabrik, weil si« ihre Waren selbst erzeugt und dem Kon- sumenten direkt zuführt, vielen anderen Firmen gegenüber«inen großen Vorsprunp. Die scharf« Kalkulation gestattet oucy keine Einheitspreise Mehr. Wäre es sonst zu erklären, wie es dieser Fabrik Möglich ist, z. B. einen Anzug aus Aachener Kammgarn, garantiert rein« Schurwolle, mit 2 Hosen schon für Mk. 47.— zu verkau°«n, oder«inen 4tsiligen Evortanzug mit langer Hose und Knickerbocker, ebenfalls garantiert reine Schurwolle, sogar schon für Mk. 40,—? Unter reiner Schur- wolle ist das Wollhaar zu verstehen, daß direkt von der Haut durch Abscheren gewonnen ist. Also, schön einmal g eb r a u ch t e Mollhanre sind natürlich keine Schurwolle. Der teuerste Anzug oder Mantel kostet sogar nur Mk. 73,—. In dieser Preislage werden nur besonders feine und edle Stoif- qualitaten verwondel, wie sie sonst säst nur der Maßschneider verarbeitet. Hier liegt also die größte Ueberraschung, weil heute noch fertige Anzüge und Mäntel mit Mk. 100,— und sogar noch teurer angeboten werden. Die Erzeugnisse der Härronkleiderfabrik Wagner sind so vollendet, daß sie das Auesehen der feinen Maßkleidung haben Selbst Herren mit gehobenen Ansprüchen können ohne weitere» ein Kleidungsstück der Horrentleiderfadrik Wagner tragen, ohne daß deshalb ihr gepslegte» Aeußeres darunter leidet. Dissgü gilt auch besonders tür sogenannte schwierige Figuren, seien e» kprsZulente oder überschlanke Herren Wer unter der Riesenauswahl trotzdem nicht» nach seiusn Wünschen tindet. hat Gelegenheit, sich ein K'eidunasstück nach leinen Maßen mit Linnrobe aniertiqen zu lassen. Diese Abteilung wird von einem der besten Zuschneider Berlins geleitet, der 20 Jahre in einem der ersten Maßgeschäste Unter den Linden gearbeitet hat. und trotzdem erhöht die Extra- Ansertigluig den Preis eines fertigen Anzuges oder Mantels nur um Mk. 10,—. Foigsnoer Hinweis ist besonders zu beachten Die Herrenkleiderfabrik Wagner unterhält in Berlin keine Filiale und hat auch kein ostenss Ladengeschäft Der Verkauf direkt an den Verbraucher iindet einzig und allein nur in der Fabrik. Aleranderstr. 22. meich am B"bnhoi Lannawitz- brücke statt. Tausende zählen zur zufriedenen Kundschaft der Herrenkleiderfabrtt Waaner. Zahllose Anerkennungsschreiben beweisen immer wieder die außerordentliche Leistungsfähigkeit dieser Fabrik. Leder sollte dieses Unternehmen unverbindlich besuchen, um sich von den Vorteilen de» Direkt Verkaufs und der Ausschaltung des Zwischenhandels an Ort und Stella selbst zu überzeugen. WERTHEIM Leipziger Str.(Versa nd-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz AümgeMMMMeWäfä-Angefak Geme/nschaltsfahrien zur Leipziger Messe Fahrkarten-Verkauf hat begonnen Reisebüro Wertheim Kunstseide m. Baumwolle, bedruckt, neue Oes- 7 C tu sins..... Meter»»"• �fghalaine Wolle m. Kunstseide, schwere Kleiderware, ca. n 96 cm... Meter 2.90 Damenhut mit Blumen-Unter- M garnierung flr«5v Damenmantel moderne Ulsteriorm, neuartig. Noppenstoff, ganz ge- 7 A«O füttert ÄW-JW Nachmittags•Kleid a. Flamenga, mit römisch gestreift. 4Q CA Kunstseide garn.» � Damenstrümpfe künstliche Waschseide, feinmaschige oder Bemberg-Silber- Q r Stempel* J Damenhemd mit Stickerei und Motiv 1.10 Gardinen Decken Teppiche Gardinen Gewebt Tüll 100 cm breit, Mtr. 0.98 A DD ICO cm breit, Meter wbww Etamine Phantasiegeweba, fi 150 cm breit, Meter~ Kunstseide n 7A bedr., Blumenmu&t., Mir,"•#%J Voile?nÄr. 0.85 Vorhangsfoff n n< 82 cm breit, Meter TülUHalbsfore, cn gewebt X.3V Halbsfore Gitterstoff m. Ha ndfflef- ß 30 fufj und kunsts. 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Der von uns als ebenso unsachlich wie un- verantwortlich charakterisierten Philippika des Prof. Goetz Briefs hat der Oberbedarf-Konzern eine Vertagung der Beschlußfassung über das Sanierungsprojekt folgen lasien mit der Absicht, mit den Reichsstcllen und möglichst mit dem Reichskanzler Brüning persönlich noch einmal zu verhandeln. Die Absicht der Sabotage einer notwendigen Aktion und eines neuen Raubzuges auf Reich und Preußen steht diesem Beschluß auf der Stirn. Den Herren scheint es selbstverständlich, daß der Staat noch auf inehr als die neuen zehn Millionen— neben den schweren Opfern in der Ver- gangenheit— verzichten und vor ollem jeder Kontrolle entsagen soll. Man muß wirklich die Kühnheit dieser»bwrschlesischen Herp schafton bewundern. Die 4 Millionen Aktien, die die oberschlesischcn Industrie führer erhalten sollen, sind privatwirtschafllich gesehen ohne- hin ein Geschenk: denn der Oberhütten-Konzern ist so gut wie voll- ständig pleite und wäre ohne öffentliche Hilfe längst ausgeweidet worden. Schon 1926 haben Reich und Preußen enorme Lasten auf sich genommen. Aus den damals gewährten Kredüen besteht ein uneingeschränktes Pfandeigentum des Staates. .Haben sich die Herren schon eimnal überlegt,, ob sie jemals einen privaten Gläubiger gesunden hätten, der über solche Opfer, wie sie der Steuerzahler schon auf- sich genommen hat, auch nur ver- handelt hätte? Die 5)erren bringen es aber fertig, auch noch jede Kontrolle des Staates abwehren zu wollen, wenn der Staat neue Opfer bringt wie bei der jetzigen Sanierung. Dabei steht es fest, daß Reich und Preußen schon 1926 den schwersten Fehler damit begangen haben, daß sie auf eine ausreichende Kontrolle verzichteten. sonst wäre solche absolut ruinöse Expansion und solche zum Himmel schreiende Mißwirtschaft, wie wir sie in Oberschlcsien haben, über- Haupt nicht möglich gewesen. Man muß sich auch fragen, was die Herren in persönlichen Verhandlungen mit dem Reichskanzler erreichen wollen. Auch der Reichskanzler ist wie die übrigen staallichen Behörden durch den einstimmigen(!) Beschluß des Hanshaltungsaus- schusses des Reichstages, daß die oberschlcsische Sanierung nicht von neuem einseitig aus Kosten des Reiches und nicht ohne Kontrolle durchgeführt werden darf, an eine feste Richtlinie gc- Kunden. Man muß wahrlich schon vermuten, daß die oberschlcsischen Herrschasten auf krummen Wegen gehen und politische Reserven ein- setzen wollen, die das Luht der Oeffentlichkeit zu scheuen haben. Wir fordern klaren ehrlichen Kurs in Ober- fchlesien und eine schleunige, die Interessen des Staates nach kaufmännischen Grundsätzen wah- rende Entscheidung. Krumme Wege beim Ärotpreis Altgemein 20 pruzeutige Roggenausmahiung angeordnet. Der Prciskommissar hat mit Wirkung vom 1. März für sämtliche Mühlen angeordnet, daß der Roggen zu lOProz. aus- gemahlen werden muß. Damit soll eine verbilllgung gegenüber bOprozentigem Roggeumehl um 2 Mark je Doppelzentner herbeigeführt werden. Ferner ist angeordnet worden, daß mit sofortiger Wirkung jede Erhöhung des Sleinverkousspreises für Lrot unter Zlamhaftmachung von Gründen der örtlichen Polizei- behörde zu melden ist, wobei die Durchführung der Er- HLHung erst drei Tage nach erfolgter Anmeldung ftaitsinden darf. Zu diesen Maßnahmen wird von maßgeblicher Seite, also jeden- falls vom Reichsernährungsministerium, dem WTB.-Handelsdienst ein Kommentar gegeben, zu dem einiges zu sagen ist. Der Behaup- tung kann man zustimmen, daß die Absicht der Brotpreiscrhöhung, wie sie die Bäcker haben, deshalb nicht gerechtfertigt ist. weil dem jetzigen Roggenpreis ein niedrigerer Mehlpreis entsprechen inüßte, und well tatsächlich der Preis für Roggenmehl weiter zurückgeht. Auch gestern ist die Berliner lltoticrung um weitere 39 Pf. gc- funken. Im merkwürdigen Widerspruch steht aber dann die Bs- h au p tung, daß die deutschen Roggenvorräte unter Einrechnung der Bestände der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft ausreichend seien, und demgegenüber die Tatsache, daß der Preiskommissar allgemein für Deutschland eine höhere Ausmahlung anordnet. Eilt- weder haben wir ausreichende Borräte, dann ist eine höhere Aus- mahlung überflüssig. Oder die höhere Ausmahlung ist nötig, dann kann die Behauptung mit den Vorräten nicht stimmen. Man muß sich aber auch fragen, weshalb überhaupt eine höhere Ausmahlung angeordnet wird. Für Berlin bedeutet die höhere Ausmahlung kaum eine Acnderung. denn hier dürften 79 Proz. üblich sein. In West- und Süddeutschland aber, wo man zum Brot neben dem Roggen Weizen nimmt, ist die höhere Aus- Mahlung eine Verschlechterung des Brotes. Die Reichz- rcgierung ist aber durch Gesetz verpflichtet, zu einem bestimmten Preis das k o n s u m ü b l i ch e Brot zu gewährleisten. Sie hat also gar kein Recht, eine Verschlechterung des Brotes anzuordnen, gleichviel, wo dos in Deutschland durchzuführen ist. Es ist deshalb grundsätzlich dagegen zu pro- testieren, daß hier, offenbar auf Schieles Veranlassung, wieder ein krummer statt des gesetzlichen geraden Weges gegangen wird, der stärkeren Roggenimport nahelegt. Ein krummer Weg nämlich, der den Konsumenten schädigt. Daß Herr Schiele sein Prestige nicht vor dem deutschen Volk, sondern vor seinem großagrarischen Anhang wahren will, wird für die Reichsregierung zu einer immer tolleren moralischen Belastung. Schiele ireibt das prsischermomeier. Äer Großhandelsindex zum drittenmal gestiegen. Zn der Woche zum 24. Februar hat sich der Groszhandclsinder wieder, wenn auch nur le'cht, erhöht. Er ist von Ivo(das ist der Vorkriegsstand) aus l00,l gestiegen. Die Steigerung ist gewiß nicht groß. Zlber einmal haben wir jetzt drei Wochen hintereinander öndexsleigcrungen. und die Preissenkung hat überhaupt nusgehört. Zum anderen ist auch seht wieder allein die Prcieentwickiuvg bei den inländischen Agrarstoffen an der Erhöhung schuld. Auch in der letzten Woche sind die Preise für Vicherzcug- nisse(Dulter!) wieder um nicht weniger als Z,S Proz. gestiegen. Futtermittel und pslanzl'che Nahrungsmittel hoben sich ebenfalls erhöht. Die ganze Preissteigerung ist Sckziele zu danken, dein Ge- famtintercsssn außerhalb seines Ressorts, d. h. außerhalb der Groß- agrarfürsorge schnuppe sind und schnuppe bleiben. Der Zndex der Zlgrarskofse ist um 0 6 aus 95,7 Proz. gestiegen. Kolonialwaren, die vom Weltmarkt abhängig sind, hoben sich um 9.7 aus 99L Pro;, erhöht. Industrielle Rohsiosfe und halbwaren sind um 9.1 aus 9t.Z Proz. gesunken und die Prc-se für industrielle Fertigwaren haben sich um 9.4 aus 121,4 Proz. gesenkt. Die Der- billigunaen aus anderen Gebieten sind durch die Verteuerung bei den Agrarslofsen mehr als aufgehoben worden! Stockendes Nealkrediigefchast. Nettoabfah 1931 auf ein Viertel des Vorjahres gesunken. Der Bericht von 193 Realkreditanstaltcn für den Monat Dezember zeigt, daß die Gesthäflsstockung bei den Hypothekenbanken unvermindert anhält. Der Rückfluß von Pfandbriefen und kommunalen Schuldverschreibungen war auch im Berichtsmonat wieder stärker als der Neuabsatz. Der G e s a m t u m l a u f an Pfandbriefen und kommunalen Schuldverschreibungen ging gegenüber Ende November zum Jahres- ende 1981 von 12 311 aus 12 448 Millionen Mark zurück, während der Gesamtumlauf zum Jahresende 1939 12124 Millionen betrug. Die Gesamtsumme des Bestandes an Hypotheken, Kommunaldor- lchen und sonstigen Schuldverschreibungen betrug Ende Dezember 14 616 Millionen Mark, von denen rmid 12 Milliarden auf das Neu- geschäft und der Nest ans Aufwertungspapiere entfallen. Der Ncttoabsatz km ganzen Jahr 1931 betrug im Itcalkreditgeschäft nur 423 gegen 1674 Millionen im vorhergehenden Jahr, worin sich die außerordentlich starke Schrumpfung dieses Geschäftszweiges in der Kredittrise des letzten Jahres widerspiegelt. (r'„eK wie cws dtem�? yhnen Pra3en�e neue Modte Sie ist HerrllcH schön, voller �LVaSJerlsVls�e Beispiele. (Bitte beachten Slcjicsondcr� auch die f der Salsonl) Gleich anr» Anfang o 01« st noc» kühl Ist. tut der reinwollene, ganz gefütterte Raglan aus kamelhaar- artlger Ware«n reiener Steppe rei gute Dienste. Und dieser mollige Mantel kostet, n Dazu die lOS« Kappe in Kra- genformausMo- teled- Geflecht Der erste Frühlingsbote— ein reizendes Flamengo Kleid— bringt das kurze Bolero, fesche kunstseid. 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Die Kommission, die ihr Enlslchc« den gegenseitigen Besuchen der deuk- scheu und französischen ZNinisler verdankt, hotte sich als Ziel ihrer Zlrbeit eine Belebung des Handelsverkehrs und einen Ausbau der allgemeinen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden großen Aachbarländern gesteckt. Die französische Handelspolitik der letzten Tlionate zwingt aber zu der Frage, ob die von Frankreich angewandten handelspolitischen Blethoden und Ziele nicht das Gegen- teil im Auge haben. Wie die Wirtschaftspolitik der meisten Länder ist auch diejenige Frankreichs seit dem Sommer vergangenen Jahres vom Protektiv- ilismus beherrscht. Zuerst setzte die Schutzzoll- und Absperrungs- bcwcgung in der Landwirtschast ein, um sich dann schnell auf die Industrie auszudehnen. Aeben den bevorstehenden Wahlen sind es tieferliegende ökono- mische Gründe, die die französische Regierung auf den weg des radikalen Protektionismus trieben. Sehr aufschlußreich ist in dieser Beziehung eine Kammerrede des ch a n d c l s m i n i st e r s R 0 l l l n. Dieser erklärte schon im August vergangenen Jahres, daß die Regierung zwischen zwei Wegen zu wählen hätte: Der eine führe über eine liberale Handels- Politik zu einer Berbilligung der Lebenshaltung, der andere schütze die heimische Wirtschaft durch Zölle oder Kontingente, welche aller- dings die Lebenshaltung verteuerten. Die Regierung sei entschlossen, den zweiten Weg zu gehen. Dos heißt mit anderen Worten, daß Frankreich die wachse ndenWirkungenderWirtschasts- t r i s e durch Absperrung gegen die Außenwelt einzudämmen versucht. Dabei verstricken aber die verantwortlichen Regierungs- stellen die Handelspolitik in einen unlösbaren Widerspruch mit der Währungs- und Kreditpolitik des Landes. Solange Frank- reich fortfährt, den Gold ström der Welt in feine Schatzkammer zu lenken'und seine Wirtschafts- Politik auf die Erhaltung eines hohen Preis- Niveaus abstellt, kann es nicht erwarten, daß der ausländische Waren ström, der über seine Grenzen drängt, zum Versiegen kommt. Das hohe Preisniveau des französischen Marktes, das sich von den sinkenden Preisen des Auslandes immer schärfer distanziert, bildet im Gegenteil eine natür- liche Anziehungskraft für die Einfuhr fremder Waren und auf der anderen Seite der Handelsbilanz zugleich eine schwere Fessel für eine Belebung der Ausfuhr. Die Verhältnisse in Frankreich sind somit ähnlich gelagert wie in der Schweiz und daher gleichen sich auch die Handels- politischen Bemühungen der beiden Länder, mit Hilse des Kontin- gentsystems die Einfuhr zu drosieln. Zu welchem gefährlichen Radikalismus sich die Absperrungs- pläne bestimmter französischer Regierungskreise versteigen, erhellt ein Artikel des„Echo de Paris" vom 23. November 1931, der sich auf Erklärungen des damaligen Landwirtschaftsmimsters Tardieu beruft. In diesem Artikel wird gefordert, daß die Regierung einen Schutzdamm gegen das englische und deutsche Dum- ping(!) aufrichten und der Tendenz zur Preissenkung entgegen- wirken müsse. Zollherabsetzung bringe bei steigender Einfuhr ein weiteres Sinken der Preise mit sich, verstärke die Arbeitslosigkeit und verschlechtere die Handelsbilanz. Als Ausweg aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten wird eine allgemeine scharfe Kontingentierung der Einfuhr vorgeschlagen, die nur soviel Waren nach Frankreich hinein- lasse, wie die nationalen Industrien nötig hätten. Diese Kon- tingcntierung, so fügt„Echo de Paris" offenherzig hinzu, bildet auch das 5)auptziel der deutsch- französischen Wirtschaftsverhandlungenl Inzwischen ist dieses„Ziel" der deutsch-französischen Wirtschafts- Verhandlungen, welches das„Echo de Paris" im offensichtlichen Gegensatz zu den offiziellen französischen Erklärungen bereits Ende November propagierte, von den Franzosen nahezu erreicht worden. Die Kontingentierung marschiert in beunruhigendem Tempo. Seit Anfang Dezember sind in den Verhandlungen zwischen den einzelnen deutschen und französischen Jndustriegruppen Einfuhc- tontingente für rund ein Dutzend industrieller deutscher Fertig- sabrikate festgesetzt worden, die zwangsläufig zu einer scharfen Be- schneidung des deutschen Exports nach Frankreich führen müssen. Im Juli vergangenen Jahres begann die Politik der Kontingen- tierung nüt der Einfuhrbeschränkung für Kohle und Koks, um weitere Maßnahmen dieser Art bis zum November nach sich zu ziehen. Die Kontingentierungen, die Frankreich in der Zeit vom Juli bis November auf autonomem Wege, also ohne mit den davon be- trosfenen Ländern in Verhandlungen zu treten, festsetzte, sind außer- ordentlich scharf und haben zum Teil die Wirkung einer völligen Einfuhrsperre gehabt. Die Unterzeichnung der für die deutschen Exportindustricn so ungünstigen Äontingentsabkommen läßt sich auch nur unter dem Druck dieser vorangegangenen scharfen Einfuhrsperren Frankreichs verstehen, da die deutschen Unterhändler bei einem negativen Ausgang der Verhandlungen auf einseitige und noch robustere Absperrungsmaßnahmen Frankreichs gefaßt sein mußten. Auf dem Verordnungswege hat Frankreich folgende Kontingente seit dem Sommer 1931 eingeführt: I. Für Kohle und Koks, 2.„ Holz und Holzfabrikate, 3.„ Wein, 4.„ Vieh, Fleisch, Milch und Molkereiprodukte, 5.„ Seefische jeder Art. In deü Verhandlungen zwischen den deutschen und französischen Jndustriegruppen wurden bisher E i n f u h r k 0 n t l n- gcnte bei folgenden deutschen Warengr Uppen festgesetzt: 1. Für Porzellanwaren. 2.„ Eisen- und Stahlwaren(Schloßindustrie), 3. ,. elektrotechnische Maschinen und Apparate, 4.„ Hohlglas und optische Fabrikate, 3.„ Emaillewaren, ». ,. Funkgeräte. 7. ,. Möbel, 8.„ Spielwaren, 9.„ Gasherde, 10.„ Forken, Eisenhakcn usw. Außerdem wurden von Frankreich sür die Einfuhr wichtiger landwirtschaftlicher Werkzeuge, wie Sensen und Sicheln, Kontingente verordnet, da hier eine Verständigung nicht zustande kam. Die gegenwärtig wichtigsten Verhandlungen betreffen die Kontingen- tierung der S ch u h e i n f u h r, die von den französischen In- dustricllen auf ein Drittel der bisherigen Einfuhr gefordert wird. Zum Teil sind auch die ausgehandelten Kontingentsbestim- mungen außerordentlich hart, so z. B. bei der Einfuhr von Emaille- waren, die auf ein Drittel der Einfuhr von 1939 gedrückt wurde, zum Teil konnten besonders rigorose Forderungen der Franzosen abgebremst werden..So. sollte bei der Kontingentsfestsetzung für Hohlglas und optische Fabrikate der Jahresdurchschnitt der Einfuhr von 1927/29 zugrunde gelegt werden, was jedoch einen glatten Vcr- stoß gegen die Meistbegünstigung bedeutet hätte, da der Handels- vertrag zwischen Deutschland und Frankreich erst im August 1927 zustande kam. Aber auch der als Richtschnur genommene Einfuhr- durchschnitt 1928/29 für Glas und optische Waren bedeutet eine starke Einfuhrschrumpsung, da 1939 dieser Export nach Frankreich erst einen Aufschwung nahm. Wenn von französischer Seite versucht wird, die rücksichtslose Kontingentspolitit mit der Notwendigkeit einer Besserung der stark passiven Handelsbilanz zu begründen, so hat Deutschland ein dringen- des Interesse auf die Gefahren hinzuweisen, die diese zielbewußte Aushöhlung des deutsch-französischen Handelsvertrages durch Frankreich in sich trägt. Frankreich kann sich bei seinem vorgehen auf keinerlei zollpolitische Rechtsgrundlagen berufen. Die sogenannte Katastrophenklausel im deutsch-französischen Handels- vertrag sieht im�„für außerordentliche Zwangslagen" eine vorüber- gehende Einfuhrbeschränkung vor, die aber nicht„als willkürliches Mittel zum Schutz der Lan'desproduktion oder als Diskriminierung zum Nachteil des anderen Landes angewendet werden dürfe". Also auch wenn sich Frankreich— was nicht der Fall ist— in einer „außerordentlichen Zwangslage" befände, gäbe ihm diese noch nicht das Recht zu Maßnahmen, wie sie in den letzten Monaten gegen Deutschland angewendet wurden. Offenbar verkennt man in Frank- reich die Rückwirkungen, die das Ignorieren deutscher Exportinteresicn in Deutschland haben muß. Auch ist die in Frankreich viel verbreitete An- ficht falsch, daß nur Deutschland von dem Handels- vertrag profitiert habe. Nach der deutschen Statistik ergab die deutsch-französischc Handelsbilanz ohne deutsche Reparation?- licferungen: 1928 einen Ausfuhrüberschuß Frankreichs von SS9 Mill. M. 1929„,„ Frankreichs, 255,» 1939„„„ Deutschlands„ 165,» Im Jahre 1931 dürste der deutsche Exportüberschuß erheblich über 299 Mill. Mark liegen, aber andererseits ist der Anteil Frankreichs an der deutschen Gesamteinfuhr von 1929 bis 1931 auf etwa 5,7 gegen 4,8 Proz. gestiegen! Frankreich hat also seinen relativen Anteil am deutschen Markt in den letzten zwei Jahren um reichlich 18 Proz. erhöhen können. Die Dinge liegen also uichk so, daß nur auf deutscher Seile ein Znleresse an der sorgsamen Behandlung des deutsch- französischen Handelsvertrags vorhanden ist, und man würde auf französischer Seile gut beraten sein, wenn man mit der systematischen Aushöhlung des deulsch-französischeu Handelsvertrages Schluß machen würde. Sonst verliert dieses für beide Länder wichtige Ab- kommen jeden Sinn. Der französische Wirlschaflssührer de p e y e r- i m h 0 f f, ein einflußreiches Blilglied der sranzösischeu Delegation hol zu Beginn der deulsch-frauzösischen Verhandlungen erklärt, es gelle das Bewuhlseiu der Solidarität zwischen Deutsch- land und Frankreich zu wecken. Die von Frankreich bisher verfolgte Linie aber führt— gerade wir aktiven Förderer der Verständigung müssen das aussprechen— nicht zur wirtschaftlichen Solidarität, sondern zur Isolierung. Natürlich versäumen wir dabei nicht. auch die deutschen Verantwortlichen zu ermahnen, hin- sichtlich der Pflege eines ehrlichen Handelsverlragsgeistes kein schlechtes Beispiel zu geben. Die handelspolitische Führung im Reichswirtschaflsminslerium hat nicht mehr jene Festigteil und Sicherheil gegenüber Znleressenlen und zweiselhaslen Experimenten. die für Deutschland heule notwendiger sind als je. Lohndruck und Ausbeutung. \ Aus dem Geschäftsbericht des Stahltrustes. Der Rheinisch-Westfälische Montantruft(Vereinigte Stahlwerke A.-G., Düsseldorf), dessen Verlustabschtiiß wir bereits besprochen haben, hat jetzt seinen Jahresbericht für das am 39. September abgelaufene Geschäftsjahr 1939/31»eröffentlicht. Dieser Bericht der Verwaltung ist in mehrfacher Hinsicht auf» schlußreich. Wie kaum bei einem zweften Unternehmen in Deutsch» land kommen in der Betriebsentwicklung des Stahltrusts die furcht» baren Wirkungen der Krise auf die Arbeiter und Angestellten in der Jahresübersicht zum Ausdruck. Zieht man zum Vergleich noch die vorhergegangenen Jahre seit der Gründung des Stahltrusts im Frühjahr 1926 heran, so offenbart sich schon bis zum September 1931, also noch einige Monate vor der sür die Arbeitnehmer här- testen Notverordnuirg der Regierung, eine außerordentlich scharfe Kluft zwischen steigenden Leistungen und sin- kenden Verdien st en der Arbeitnehmer. So ist das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Arbeiters seit dem letzten Konjunkturjahr 1928/29 von 2565 auf 2436 Mark bis September 1939 und auf 2185 wark im Durchschnitt des letzten Jahres zurückgegangen.. Also vor dem ungeheuerlichen Lohnabbau sür die Berg- und Hüttenarbeiter aus Grund der Dezember-Notverordnung waren im Laufe der beiden letzten Jahre die essekliven Verdieustc bei der Belegschaft des Stahl- trusls um fast 15 Prozent gesunken. Diese Einkommcnsverluste sind sowohl durch den Lohnabbau bis zum Herbst 1931 wie auch durch die Kurzarbeit hervor- gerufen worden. Die ungeheure Härte des im Dezember verordneten Lohnabbaus kommt darin zum Ausdruck, daß infolge der mästen- haften Kurzarbeit das Durchschnittseinkommen der Stahltrust- arbeiter im Geschäftsjahr 1939/31 bereits um mehr als 8 Pro- z e n t unter dem Jahreseinkommen des Betriebsjahres 1926/27 lag. Diesen Lohnverlusten der Arbefter steht auf der anderen Seite, besonders bei den Bergarbeitern, ein ständiges Anwachsen der Leistungen gegenüber. Die Schichtleistung je Kopf erhöhte sich in den Zechen des Stahltrusts von 1926 bis 1939 von 1179 bis auf 1327 Kilo. Für die beiden letzten Geschäftsjahre hat die Verwaltung auf die Bekanntgabe der Schichtleistungen verzichtet, weil sie offen- bar den Eindruck, den diese steigenden Leistungen bei gleichzeitigem Lohnabbau auf die Oefsentlichkeit machen mußte, scheute. Man kann aber aus dem Jahresbericht des Reichskohlenverbandes entnehmen, daß in den beiden letzten Jahren eine weitere Steigerung der Schichtleistung im Ruhrgebiet um annähernd 11 Prozent erreicht wurde, so daß seit 1926 die Schichtleistung je Kops in den Zechcnbetrieben des Stahltrusts von 1179 bis auf etwa 1465 Kilo- gramm gewachsen ist. So ist auch die Kohlenförderung im letzten Jahr gegenüber der 5iochkonjunttur im Jahre 1926/27 nur um 29 Prozent gefallen, während in dem gleichen Zeitabschnitt die Zahl der beschäftigten Bergorbeiter von über 93 999 bis auf rund 49999 Mann, also um 48 Prozent, abgebaut wurde. Die katastrophale Produktionsschrumpfung in der Schwer- industrie, die nicht zum wenigsten auf die verhängnisvolle Wirt- schaftspolitik der bei der Regierung allzu einflußreichen Montan- industriellen zurückzufahren ist, prägt sich bei der Entwicklung der Gesamtbelegschaft in den letzten fünf Betriebsjahren darin aus. daß diese von rund 199 999 bis auf 119 799 Mann zurück- g e g a n g e n ist. preise im Filmgewerbe. Das unzulängliche preisdittat. Die verordneten Preisherabsetzungen im Filmgewerbc, durch die die Eintrittspreise der Kinas ermäßigt und die Qualität deut- scher Filme erhalten werden soll, hat kaum Durchgreifendes sür eine wirkliche Berbilligung geleistet. Di« Rohfilmpreste wurden um 5 Proz. gesenkt, Lie Ateliermieten um 19 Proz., die Gagenkost?» — durch Initiative der Filmindustrie— um 29 Proz., aber die Lizenzen nur um 6% unddie TonhcrstcIIungstostcu n u r u in 7,5 Proz. Dadurch haben sich zwar die Gesamtgestehungs- kosten eines Films um 19 Proz. vermindert, aber der Anteil eer Lizenz- und Tonherftellungskosten ist nun von 33/6 auf 34,5 Proz. d«r Gesamtherstellungskosten eines FUms gestiegen, so daß«ine vernünftige Preissenkung imr zu erzielen ist, wenn man den Lizenzen und Tonherstellungskosten weit energischer zu Leibe geht als bislzer. Man hat übersehen, daß die Gewinnbeteiligung, die die T 0 b i s von den Filmherstellern verlangt, auch eine versteckte Lizenz ist, die ebenso berücksichtigt werden muß wie die Kopierlizetiz, die es in Amerika nicht gibt. Während der amerikanische Durchschnittsfilm mit etwa 4 Proz. Lizenzen belastet ist, noch der deutsche Fllm immer noch 13 Proz. tragen, obgleich die Verwertungsmöglichkeiten im umgekehrten Vechältnis stehen. Ohne der Tobis Unrecht zu tun, können die Lizenzen um Kopicrlizenz und Gewinnbeteiligung heruntergesetzt werden, was 6 Proz. der Gefanitkosten einsparen würde. Etwa 8 Proz. der Gesamtherstellungskosten könnten bei der Tonherstellung noch«ingespart werden, wenn swtt des Tobis- Monopols freie Konkurrenz bestände. Auch die seit Dezember ge- senkten Sätze sind noch bei weitem zu hoch, was sich an Hand der Preise, die die Klangfilm für ihre Aufnohmeapparaturen ver- langt, ohne weiteres nachkalkulieren läßt. Werden die Lizenzen und Tonherstellungskosten um die vorher angeführten Beträge gesenkt, so könnten mit dem gleichen vorhan- denen Kapital etwa 15 bis29 Filme mehr gedreht werden, was für eine beträchtliche Anzahl von Personen neue B e r d i 1 n st- Möglichkeit und Arbeit beoeuten würde, und schon allein aus diesem Grunde wird es notwendig sein, daß der Preiskommissar von der Möglichkeit Gebrauch niacht, die Lizenzen und Tonherstel- lungskosten nochmals cingeheno zu überprüfen. EfSKICr Leipziger Str. Allgemeine Wetterlage. lieber Mittele�opa hat sich jetzt ein strenger östlicher Luftstrom eingestellt, der uns kalte Luftmassen aus Polen und Rußland zu- führt. Am Sonnabendabend herrschte in ganz Deutschland Frost. Es kam dabei im Westen noch zu leichten Schneefällen. Ein ausgedehntes Hoch über dem nördlichen Europa kräftigt sich noch erheblich. Es wird am Sonntag unsere Wetterlage bestimmen. Ein Wolkenfeld über Polen dürfte sich aus den Südosten des Reiches beschränken, da die Luftzufuhr jetzt mehr aus nordöstlichen Gegenden erfolgen dürfte. LZetteraussichten für Berlin: Trocken und vielfach heiter, an- haltender Frost, lebhafte Ostwinde.— Für Deutschland: Im Südosten zunehmende Bewölkung, später Neigung zu Schneefällen, im übrigen Reiche meist heiter. Ueberall Frost. Oestliche Winde. IWSozialMcheMejterl'ugendGroß-Verlm Einsendungen sllr diese Rubrik nur nn das Jugendselretnrint Berlin(533 68, Lindenstratze 2, vorn X Treppe rechts. Am Mithnoch, I. ZHärz, findet in der Äuln der Schule Kochstr. IS eine gunklioniirversainmlung statt. Beginn pünktlich 2» Uhr. Engelbert Traf spricht i ber das Thema„Die Uebcriviiioung der Wirtschaftskrise". Zutritt nur mit Mitgliedsbuch._„ Montag, 28. Februar, X7Zi Uhr, findet, im Saale der Hochschulbrauerei, —----- f-- vom Genossen Fried. X. Mai„Die Eiserne Borzeigunz des Mit Heute. Sonntag. 28. Februar. Es Hanptstr. IS:„Alt.Berlin".— R», dosten I: FunktionLrverfanun. lu-g beim Genossen Müller, Pastcurstr. S7.— Kalltsche» Tor: Wir üben heute von X6— 20 Uhr im Heim Borltslr. IX.— Tempelhof: Treffpunkt zur Fahrt nach Sernau 7M Uhr Bhf. Tempelhof.— Schdneweide l und II: Laufener Str. 2. IN Uhr:„Bon Wilhelm dem ll. und Adolf dem l.".— Reukölln M: Ziethen. s:raße 58: Tranen. Abend.— Eharlottenburg-Rord: Funktloniirversammlung bei der Genossin Krüger, Köbelstr. Sä.— Friedrichihagen: Frictrichsrr. 87: Lieder- abend.— Lichte>: borg. Roed: Kabarettabend, Gunlersir. ti. Werbebezirl Mitte: Kostümkesi In Bogels Fcstsiilen, Brückenstr, 2. Beginn 19 Uhr. Eintritt 60 Pf., Erwerbslose 30 Pf. Werbtbeslrk Schöneberg: Fiimabcnd im Jugendheim Hauptsir. Xö um 18 und 20 Uhr. Referat:„Chaplin, ein Klassenkömpfcr"! anschließend Film:.Karriere". Unlosicubeitrag M Pf. Schüler und Erwerbslose 13 Pf. Werbebezirk Reinickendorf: Wittenau, Haupt n.. 18(neue Schule). Bilduuga. kursu«. Thema:„Was ist Faschismus?" Beginn 10 Uhr. Referent Genosse Cicbold. Werbebezirk Beddivg: Willdenowstr. 6. Miialiederversammlung um 19',v Uhr. 3ul. Dledcrich spricht über den„Konflikt zwlsä>cn China und Japan". ZNorgen. ZNontag, WS Uhr. Hallesch«» Tot: Aorckstr. Ii! Wir beteiligen uns am Fraueiiaheud.— Schölle. weide I:„Wir und"die Kommuuisteu", I.— Moabit I: Lichtbildervortrag:„Die Schweiz".— Hansa: Bochumcr Str. 8d:„Tagespolitik".— Moabit II: Lehrter Straße 18—18:„Erste Hilfe bei Unglücksfällen".— Sportpalast: Genthiner Straße 17:„Die politische Lage".— Gesundbrunnen II: Schönstedtstr. X: Ilcbungsadend.— Arnswaldcr Platz: Rastcnburger Str. 10:„Preußen, und Acilbspräsidcntcnwahl".— Falkplatz I: Eonnenburger Etr. 20: Zcitungsfchau.— Falkplatz IX: Eonnenburger Etr. 20:„Jugendarbeit der Gewerkschaften".— �------....------—------ ssortorstr. Monatsende.— Rat! und Mittwoch aus. Werbebezirl«edding: Tambourkorps: Der Uebunosabend fällt am Montag ans. Nächster Uebungsabend am 7. Biärz. Wcrbcbezirk Lichtenberg: Basteln sür Sie Ausstellung(Federn, Kohlen). -Ii «erbebezirk Prenzlaner Berg: Dienstag singen wir auf der Kundgebung bei Partei in der Schulaula sleimstratz«, XSii Uhr. Alle Eruppeaveranstaltungen {allen aus. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, den 28. Februar 1932. C.U: PunktTNinasttV, 7: Ans Bremen: Frülikonrert. 8: rar den Landwirt. 8.88: Morienfeler. AnschlleBend Olockeatdint des Berliner Doms. 10.05: Wettcrs-orbcrsate. II: Orjelkonrert 11.80; Clternstnndc. 12: Miltagskonrert. U: Kinderstuude. 14.30; Volkslieder. H.lBj Mexikanische 5cballplatlcn. 15.20: Hermann Kesser liest eltene Dlchtunscn. 15.48: Aus- schnilt aus dem Rusby-Splel vom Sportpalast Cicbkamp. 16.15: Ans dem croBen Schauspielhaus:„Isoilmanns F.rrählunscn" s-on Offenbach. 2. und 3. Akt 18.15: Als Spion in Kurdistan tefanren.>8.40: Konrcrt. 19.30: Taecsglossen. 19.55: Sportnachrichten. Montag, den 29. Februar 1932. 6.30: Funfcgyranaslik. Anschließend Frflhkonzert. 11.30: Millagskonrert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 15.20: „Als ich so alt war wie du"(Maria Kamp). 15.40: Kanu Kundenwerbung dem Qcschäftsmann helfen? 16.05: Die alten Leute. 16.30: Konzert 17.05: Opernarien. 17.30; Jugcndatunde. 17.50: UnterbaUungsmusik. 18.65: Die Funkstunde teilt mit 19: Die Stimme zum Tag. 19.10: Rettet das deutsche Provinztheater. 19.35: Max Brod liest eigene Prosa. 20:„Die Jahreszeiten" von Joseph Haydn. 22.15: Welter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.35: Zeitberichte. Danach Tanzmusik. Dienstag, den 1. März 1932. 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frflhkonzert. 11.15: Mittagskonzcrt 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Die islamische Frau in Recht und Sitte. 15.40: Deutsche Ortsnamen im Auslande. 16.05: Zum Goethe-Jahr. 16,30: Altdeutsche nnd piattdentsche Lieder. 17: Doktor Ueberau erzählt 17.20: Bflcherstunde. 17.30: Unterhaltende Kammermusik. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. I8.5Ä Die Funk-Stünde teilt mit 19: Stimme zum Tag. 19.10: Strafprozesse der Wirtschalt. 19.35: Programm der Aktuellen Abteilung. 20.05: Aus Frankfurt a. M.: Franz Völker singt 22.15: Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. Mittwoch, den 2. März 1932. 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frflhkonzert. 9: Von der Denlschcn Weile: Schulfunk. 11.15: Schallplattenkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln; Konzert. 15.20: Der Panama-Kanal und seine Gcscblcbte. 15.40; Rationalisierung der Parlamentsarbcit. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Unlerbaitungsmusik. 17.45: Jugendstunde. 18.05: Die Internationale Zusammenarbeit der Geistesarbeiter. 18.25: Das Leben Haydns.'18.55: Die Funkstunde teilt mit 19: Stimme zum Tag. 19.10: Von der bildenden Kunst. 19.25: Orchesterkonzert 20.10: Dichterschicksale; Matthlas Claudins. 21.10: Tages- nnd Sportnachrichten. 21.20: Konzert. 21.35: Schottische Fantasie von Bruch. 22.10: Polltische Zeitnngsachau. Danach Tanzmusik. Donnerstag, den 3. März 1932. 6.30: Funkgvmnastifc. Anschließend Frflhkonzert 9: Aus Königsberg: Schulfunk. II. 15: Schallplattenkonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Aua Köln: Konzert. 15.20: Heldentum der alternden Frau. 13.40: Auf den Höhen und in den Schluchten des Balkans. 16.05: Wieweit können Zuverlässigkeit nnd Vertrauenswürdigkeit ans der Handschrift eines Menschen ermittelt werden? 16.30: Violine nnd Violonceii. 17.10: Heitere Lieder. 17.30: „Robert Koch." Zur Entdeckung des Tuberkel-Bazillus am 24. März 1882. 17.55: Schüler nntcrhalten sich mit Walter von Molo Ober seinen List-Roman: „Ein Deutscher ohne Deutschland." 18.30; Mitteilungen des Arbeitsamts. 18.35: Klaviermusik. 19.05: Die Funkstunde teilt Mit 19.15: Stimme zum Tag. 19.20: Tanzabend. 21: Tages- nnd Sportnachrichten. 21.10: UrauffOhrang:„Giganten der Landstraße." Ein Hörspiel von Oltohelnz Jahn. 22.30: Welter-, Tagesund Sportnachrichten, Anschließend Stunde für die soziale Radiohilfe. Danach Konzert Freitag, den L März 1932. 6.30: Fnnfcgymnastik. Anschließend Frühkonzert. IL15: Mittagakonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Aus Köln: Konzert 15.20: Das Problem der Masse. 15.10: Jugendstunde. 16.05: 20 Berliner Hallensport- feste. 16.30; Ans Leipzig: Variationen Ober Volkslieder. 17.30; Das neue Buch. 17.40: Lustige Lieder aus den österreichischen Alpen. 10: Zum Zyklus „Einheit und Bedeutung der Epoche von 1789 bis 1815." 18.30: Die Warenhäuser in der Krise. 18.55: Die Funkstunde teilt mit 19: Stimme zum Tag. 19.10: Aus Magdeburg: Unterhaltungsmusik. 20: Ans Washington; Worüber man In Amerika spricht 20.20: Geschichten erzählen. 21.20: Franz-Schreker- Konzert 22.30: Wetter-. Tages- nnd Sportnachrichten. Anschließend Unter- baltnngs- und Tanzmusik. 24: Kabarett- nnd Schlagerabend. Sonnabend, den 5. Marz 1932. 6.50: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 11.15: Schaliplallco- konrert 12s Robert-Koch-Ehrung. 14: Ans Köln: Konzert 15.20: Jugendstunde. 15.40: Aus den Amängcn der Photographie. 16.05: Untorbaitungs- musik. Ais Einlage: Zehn Minuten Film. 18.15: Für den Siedler und Kleingärtner. 18.30: Rechtsfragen des Tages. 18.55: Die Funkstunde teilt mit 19: Stimme zum Tag 19.10: Violinmusik. 19.35: Die Erzählung der Woche. 20: Aus Köln: Bunter Abend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrldilcn. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, den 28. Februar 1932. Ab 6.45; Ueberi ragung aus Berlin. 13: Aus Hamburg: Konzert, 14.30: Wertung des Mannesaltcrs. 15: Dichterstunde. 15.30; Vom Wandel der Nächstenliebe. 15.45: Uebertragung aus Berlin. 18.15: Junge Generation spricht 19: Zigeunerweisen. 20.! Funk-Potpourri. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend aus Kilzbübei In Tirol: Akademische Ski» Meisterschaft von Oesterreich 1932. Danach Tanzmusik. Montag, den 29. Februar 1932. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmiltagskonzert. 47.30: Die angelsächsischen Mächte Im Kampf nm die Vormacht 18; Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.25: Aktuelle Stunde. 18.45: Vorschau auf das Märzprogramm. 18.55: Weiterbericht für die Landwirlscbaft 19: Der Reichs- Kommissar für Preisüberwachung, Dr. Ooerdcler, spricht 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Deufschiandscndcr: Großes Marine-Konzert. 22t Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend ans Leipzig; Unterhaltungsmusik. Dienstag, den 1. März 1932. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Die soziale Lage im in- dustrieiien Betrieb und ihre Lösung. 18: Das humanistische Gymnasium nnd die Gegenwart 18.30: Gespräche Ober Musik. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.20: Kann Arbeitszeitverkürzung der Arbeitslosigkeit steuern? 20.05; Deuiscblandsender; Uebertragung aus Berlin. 22.30: Aus Hamburg; Spätkonzert. Mittwodi, den 2. März 1932. 16; Wie schafft sich die Schule eine Sammlung zur Heimatkunde? 16.30: Aus Königsborg; Nachmittagskonzert 17.30: Universalreich. Großmacht nnd Kleinstaat in der Weltgeschichte. 18: Der nationale Charakter der Völker im Spiegel ihrer Musik. 18.30: Stellung und Befugnisse des Staatsoberhauptes in den Republiken. 18.55: Wetterbericht für die Landwlrtschait 19: Wirtschaftlicher Wunderglaube. 19.30: Neuerscheinungen auf dem Gebiete des Beamtenrechts. 21.10: Wilhelm Conrad Gomoll liest seine Novelle„Dardan, der Glückliche". 20: Deutschiandscnder: Aus Hamburg:„Drei Wiener Walzer", Kurzoperette von Job. Strauß. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.35: Programm des Berliner Senders. Donnerstag, den 3. März 1932. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Eupcn Malmedy im Gange der Geschichte. 18: Querschnitt durch Zeitschriften 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.30: Dcotschlandsettder; Uebertragung ans Berlin. 20.45: Aus Köln; Sinfoniekonzert. 22.15: Politische Zei- tungsseban. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, den 4. März 1932. 16; Pädagogiseber Funk. 16.30: Ans Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Wie werden wir bauen? 18: Voikswirtschaftsfunk. 18.30: Hausmusik. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerztc. 19.30: Der arbeitende Mensch in der bildenden Kunst. 20; Deutsch. landsender; Aus Washington: Worüber man In Amerika spricht. 20.20: Aus Stuttgart: Konzert. 21: Aus Breslau: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand(Urgötz). 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Ans Leipzig: Rlchard-Wetz-Stunde. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, den 5. März 1932. 16; Der Unterhaltungsromau. 16.30: Ans Hamburg: Nachmittagskonzert, 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Viertelstunde Funktechnik. 18.05: Deutsch für Deutsche. 1830: Uebertragung aus Berlin. 18.55: Wetter- beliebt für die Landwirtschaft 19: Englisch für Anfäuger. 19.30: Stille Stunde. 20.20: Bflcherstunde. 20.18: Deatschlandsender: Aus Wien: Wiener Operetten. 22.15: Welter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Salamander-Fußarzl. Unserem Zeitatter verdanken wir die Konstruktion des orthopädischem Schuhes. Die Salamander- Schuhfabrik nennt den von ihr hergestellten Gesundheitsschuh � „Salamander-Futzarzt". Wer an empfindlichen Füßen leidet, sollte nur„Salamander-Fußarzt" tragen. Die Konstruktion dieses idealen Schuhes berücksichtigt alle erdenklichen Fußbeschwerden. 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Von den vor dem Arbeitsgericht in Oldenburg stehenden Parteien war der Konzern deutscher Linoleumwerke der Beklagte und der Syndikus der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, Professor Dr. D u r st h o s f, der klagende Arbeit- nehmer. Dr. Dursthoff war vertraglich aus Lebenszeit bzw. bei Dienst- Unfähigkeit mit Pension angestellt. Da der Konzern seine Preis- iiberwachungsstelle in Oldenburg aufgab, sollte auch der cherr Pro- sessar abgebaut, d. h. pensioniert werden. Da er jedoch nicht dienst- unfähig war, hatte er auf Weiterzahlung des Gehalts von jährlich ZlZ Soo Mark nebst 5000 Mark garantierter Tantieme geklagt. Diese erste Klage im September t93i endete mit einem Vergleich, wonach das Gehalt für 1932 weitergezahlt werden und ab 1933 die Pensionierung mit jährlich 12 999 Mark eintreten sollte. Die neue Klage, die jetzt vor dem Arbeitsgericht Oldenburg ver- handelt wurde, drehte sich darum, ob auf Grund der Notverordnung für 1932 Gehaltsabzüge gemacht oder aber das volle Gehalt gezahlt werden soll. Da der Ausgang der Klage hier weniger interessiert als die Verhandlung selbst, sei vorweg bemerkt, daß der Kläger sich einen monatlichen Gehaltsabzug von 599 Mark ge- »allen lasten muß, er also„nur"' noch 2999 Mark monallich in diesem Jahre bekommt, seine Pension jedoch von der Nowerord- nung unberührt bleibt, also 1999 Mark monatlich ab 1933 beträgt. Bei der Gehaltskürzung hatte der Konzern sich neben der Not- Verordnung auch daraus berufen, daß die Ungunst der Wirtschaft- lichen Verhältniste auch den Linoleumkonzern getroffen habe und deshalb alle Angestellte sich einen Abzug vom Gehalt gefallen lassen müssen. Der Richter hatte der Gesellschaft aufgegeben, einen Nachweis über cie Gehaltszahlung der Vorstandsmitglieder und Direktoren nebst deren Kürzungen herzugeben, um so unter Würdigung der Stellung Dr. Dursthosss beurteilen zu können, ob für ihn eine Kürzung in Frage kommt. Hier versagte die Auskunft. Dennoch ergab sich. daß die Generaldirektoren Gesamtbezüge von 599 999 Mark und höher im Zohr erhallen. lieber die Kürzungen der Direktorengehälter wurden Angaben ge- macht, die zwischen 23,39, 37 und 44 Proz. gegenüber den Gehältern von 1927 liegen und bis zu 69 und 65 Proz. der Gehälter von 1939 betragen. Die Erörterung der höchsten Gehälter schien dem Konzern sehr peinlich, auch Dr. Durschoff, der Andeutungen machte, hielt sich durch Schwelgepflicht für gebunden. Bei den Angestellten ist in verschieden abgestuften Graden das Geholt gekürzt, so bei einem Monatsgehalt und 499 Mark 5 Proz., 491 bis 1999 Mark 19 Proz., bis 1959 Mark 11 Proz., 1159 Mark 13 Proz.. 1299 Mark 14 Proz., über 1299 bis 2999 Mark 15 Proz., über. 2999 Mark Monatsgehalt 29 Proz. rückwirkend auf 1. Juli 1931. Interessant war die Feststellung, daß der Konzern acht Varstandsmilglirder, zwei Direktoren und drei General, direktoreu besaß: zu den Generaldirektoren ist ein Engländer bei dem Konzern- Zusammenschluß mit herübergenommen, da der Konzern in- t e r n a t i o n a l ist und alle Produktionsländer umfaßt. Interestant gestaltete sich die Erörterung der Frage über die wirl- schaftlichen Verhältnisse des Konzerns, wobei die Vertreter des Kon- zerns darauf hinwiesen, daß auch heute die Gesellschaft mit jedem Pfennig zu rechnen habe. Dr. Durschoff wollte diese Notloge nicht gelten lassen. Er schildert den Werdegang der velmenhorster tinoleumwerke seit 1915 und die Gründung des Konzerns 1926, dem in Deutschland alle Betriebe bis auf zwei kleine angeschlosten seien. Bei dieser Gelegenheit sei auch die Linoleum-Wirtschaftsstelle eingerichtet war- den, der Dr. Durschoff vorgestanden habe. Die Zentrale des Konzerns fei B i e t i g h e i m. Die Stellung Dursthoffs sei die eines Direktors gewesen, sein Gehalt gegenüber gleichartiger Stellung kein übermäßig hohes. Da die wiederholten Vergleichsvorschläge des Gerichts zu keiner Einigung führten, ging Dr. Durschoff zeitweise aus der sich auferlegten Reserve heraus, besonders gegenüber der Bemerkung der Konzernverwaltung, daß man sich auch in w i r t- schaftlicher Not befände. Die Erörterung der Bilanz von 1928 bis 1939 ergab«in glänzendes Geschäft. Kelue Industrie habe so guk abgeschnitten wie die Cinolram- industrie, die infolge des fast restlosen Zusammenschlustes kotostal hohe Preise habe nehmen können. Di« Stillegung von Betrieben sei doch de- absichtigt gewesen und habe mit dem Gang des Geschätts nichts zu tun. Die Schließung des Werkes Delmenhorst sei mit Absicht er- folgt. Di« Rohstoffe hätten rückläufig« Tendenz, Leinöl ist im Preis von 63 bis 199 M. auf 25 M. 1931 gefallen, während der Friedenepreis 45 bis 59 M. betrug. Wenn die Umsätze zurückgegangen seien, so deshalb, weil die Preise zu hoch lagen; erst jetzt ist man mit den Preisen heruntergegangen. 33 Proz. Dividende hätten verteilt werden können, wenn man nicht die Aktien verwässert und hohe Abschreibungen gemacht hätte. Es war ein typisches Bild der Wirtschaftsführung, das hier vor dem Arbeitsgericht— nicht vollständig— aufgerollt wurde. Die Arbeiterschaft in Delmenhorst ist schon durch den Zusammenbruchdes Nord wolle» Konzerns schwer betroffen worden, sie wurde durch d»e über- flüssig« Stillegung des Linoleumwerkes wiederum geschädigt. Die Aussage von Prof. Dr. D u r st h o s s über diese Stillegung ist ein Beweis dafür, daß sie nicht unbedingt notwendig war. Das trifft auf eine Reih« der ununterbrochenen Still- l e g u n g e n zu, von denen bei fach- und sachkundiger gewisten- haster Nachprüfung nianche vormieden werden konnten und damit für viele deutsche Arbeiter die Not der Arbeitslosigkeit. Das Treiben der Konzerne muß im Interesse der Wirtschaft, wie im öffentlichen Allgemeinintereste, schärfer und dauernd beob- achtet werden. Die Gewerkschastseroberung. Methoden und Spekulationen der?iGO. Nach dem Rezept von Cout läßt einer der RGO.-Gewerk- schaftsjeind, keinen■ Zweifel mehr darüber,„daß der Vorstoß der RGO. innerhalb der Gewertschaftsoerbände zur Gewinnung und Eroberung der unteren Gewerkschaftspositwnen immer erfolg- reicher durchgeführt wird... Nach einer unvollständigen Auf- ftellung wurden 45 Ortsoerrvalwngen bisher erobert. Jedoch meldet die Jndujttiegruppe Bau der RGO. 36 ganz oder testweis« eroberte Zahlstellen der Baugewerksverbänüe." Es erübrigt.sich, diesen„Eroberungen" hier nachzugehen, zumal Herr Erich Auer selber darauf hinweist, daß das eigentlich nicht allzuviel ist, denn der Metallarbeiterverband allein habe an die 699 Ortsoerwaltungen. „Die Organisation der Oppositionsbewegung geht nicht in dem Tempo vor sich, wie das angesichts der Situation möglich und nst- wendig wäre. Die Manöoeriertätigkeit und die Stärke des streik- brecherischen Gewerkschaftsapparats und die Wichtigkett der inner- gewerkschaftlichen Arbeit wird nur zu oft unterschätzt." Da» suggeriert die KPD. ihren Mitläufern nun schon seit über einem Jahrzehnt. Sie Hilst sich über ihren geringen Erfolg damit hinweg,„daß ein erheblicher Teil der Parleimilglieder und der Mit- glieder' revolutionärer Massenorganisationen(aus dem Papier! D. R.) gewerkschafllich überhaupt nicht mehr organisiert sind, weder in der RGO. noch in den rejormistischen Verbänden und natürlich dort auch kein« revolutionäre Oppositionsarbeit leisten." „Der V. RGJ.-Kongrcß hat mit Recht die Losung:„Hinein in die Gewerkschaftenl" aufgehoben. Das schließt jedoch die Hinein- dirigierung von Kommunisten in die Masten-Gewerkschaftsverbände mit dem Auftrag zur Organisierung der Oppositionsarbeit keineswegs aus." Nach einem Absatz, der durch die übliche Beschtnipfung der Ge- werkschaften die Provokateurmethode vernebeln soll, kommt die Spekulation auf die Krisenlage der Gewerkschaften. Die steigenden finanziellen Schwierigkeiten der Verbände,..die sich äußern im Abbau der ilnterslützungen, Verlängerung der Anwartfchaftsdauer, Einstellung der Sonderunterstützungen und auch Abbau des Apparats", bedeuten den Beginn der Vernichtung der Unter stütz n ngseinrichtungen. „Die Tatsachen— Begleiterscheinungen der Krise— sind Sprengpuloer für die Gewerkschaftsverbände. Die Hoffnungen von Millionen fett Jahrzehnten beitragzahlenden Mitgliedern auf wohlerworbene Rechte werden vernichtet." Der schuftigste Unternehme rknecht könnte das nicht bester machen als der„Revolutionär" Auer in der„Roten Fahne", der dann den täglichen Anbiederungsversuch macht:„Gewerkschafter, wir reichen euch die Hand." Kommunalbeamte in der Eisernen Front Am Freitag fand im Verbandshaus des Gesamtoerbandes eine stark besuchte Delcgiertenversammlung der Reichsgewerkschaft deutscher Kommunalbeamten und Angestellten im Ge- samtverland statt, in der Genoste Soldes in einem Referat über die beamtenpolitische Lage auch zur Bildung einer Hammer- schaft der Kommunalbeamten aufforderte. Nach einer regen Aussprach«, in der Einzelheiten der Bildung von Hammer- schaften besprochen wurden, fand folgende Entschließung Annahme: „In der Erkenntnis, daß ein Sieg des Faschismus in Deutsch- land zu einer völligen Entrechtung der Beamten führen und sie zu willenlosen Handlangern des zufälligen Diktators degradieren würde, begrüßen die in der Reichsgewerkschaft deutscher Kommunalbeam- ten und Angestellten organisierten Kommunalbeamten der Stadt Berlin die Bildung der Eisernen Fronst zur Bekämpfung von Reaktion und Faschismus und zur Erhaltung von Demokratie und Re- publik. Die Delegiertenversammlung der R. d. K. fordert die repu- blikanische Berliner Kommunalbeamtenschaft auf. sich restlos in die von den freien Gewerkschaften gebildeten Hommerjchaften einzugliedern und Schüller an Schulter mit den Arbeitern und Angestell- ten der städtischen Betriebe und Verwaltungen den nationalsozialisti- schen Terror zu brechen und die Bürgerkriegspropaganda zu schlagen." posthammerschast Charlottenburg. Auch unter der Beamtenschaft hat die Eisern« Front starke Unterstützung gesunden. So hat sich in C h a r- l o t t e n b u r g eine Po st Hammer schaft gebildet, die einen Aufruf erläßt, in dem es heißt: Di« tägliche Erfahrung in Verwaltung und Betrieb lehrt die Beamten leider, daß nicht diejenigen, die ihrem Eide getreu, mit Bewußtsein und Hingabe dem republikanischen Volksstaat dienen, den Schutz dieses Staates genießen, sondern daß diejenigen Teile der Beamtenschaft, die mehr, oder minder osjen den republi- konische n Bo l sssta a t bekämpfe.», bespötteln oder gor verächtlich machen, an(Einfluß und Rückhalt gewinnen.. Aus un- serer Pflicht heraus und aus innerster. Uebsrzeugung sind wir ent- jchlosten, die republikanische Verfassung des Deutscheu Reichs mit allen Kräften zu verteidigen und sie vor jedein Angriff, woher er auch komme, zu schützen. Zur Bekräftigung dessen fordern wir alle republikanischen Beamten aus. sich unserer Post- hammerschaft republikanischer Beamten in Charlollenburg anzu- schließen. Von den Unterzeichneten des Austufs seien genannt: Oberpost- direktor P l e g e r, Major d. R. a. D., Oberpostsekretär Erich Fischer. Postschaffner Fritz Körb er. Postschaffner Franz Liese. Postschafsner Fritz Neubauer, Hilfspoftschaffner E. Fischer. Die Geschäftsstelle der Hammerschaft, die ZustimmungserNärun- gen entgegennimmt, befindet sich bei Erich Fischer, Charlotten- bürg 2, Guerickestr. 31a, P o st h e i m st S t t e >"-7-rn-," I ini/vae i/ioiio> QcuoÄKifiila /MoiMßel ist deutsches Edel- Fabrikat hoher Klasse, einzig in seinen vorzüglichen Passformen und vollendet durch seine Präzisionsarbeit— also ein guter, ein dankbarer Schuh. Seit 50 Jahren ist Rheinberger Namen und Begriff für echte deutsche Qualitätl Neue Modeschöpfungen für die verwöhnte Dame können heute auch schon für wenig Geld gekauft werden. clclg£icK Sifitga�vonhieuheUm! Denken Sie auch an unsere Total- Ausverkä ufe TAUENTZI EN STRASSE 19a und FRIEüRiCHSTRASSE 75, Wie die Mzis Betriebe erobern. Oer Lleberfall auf die Aewag-Aelegfchast. Zu unserem Bericht unter der Ueberschrift:„Mit Messern und Schlagringen" am Freitag wird uns aus der SPD.-Frattion der „Bewag" geschrieben: Während die Verteilung von Zotteln vor Betrieben der Bewag verhältnismäßig harmlos vor sich ging— ausgenommen beim Werk Kopenhagener Straße—, erfolgte nach der Riesenkund- gebung der Bewag-Belegschaft für die Cisem« Front am 17. Februar ein Massenongriff der Nazis auf das Verwaltungsgebäude Schiff- bauerdamm bzw. Luisenstraße. Tagtäglich sammelten sich größere Trupps von Hakenkreuz lern vor diesem Betrieb an und versuchten, ihre Zettelchen loszuwerden. Dabei mürben die Pförtner in der gröblichsten Art beschimpft und tätlich a n g e g r i f f en. Die Arbeiter, die achtlos an den Zctteloerteilern vorbeigingen und die Zettel nicht abnahmen, wurden deshalb ebenfalls tätlich angegriffen und beschimpft, so daß es notwendig war, die Hilf« der Polizei in Anspruch zu nehmen. Sobald Polizei erschien, türmten die Nazis. In der Zeit vom 19. bis 24. Februar hielten sich die„rauhen" Brüder nahezu tagtäglich in Trupps bis zu •Ii) Mann vor dem Betriebe auf. Die Bewag befand sich beinahe im Belagerungszustand. Die Hauptaktion wurde in der Versammlung am 25. Februar vollbracht. Die öffentliche Versammlung für die Bewag-Betriebe war einberufen mit der Tagesordnung: ,,3) er Verrat der Gewerkschaften. Was bringt uns der neue Tarif?" und war unterzeichnet von der Sektion Stettincr Bahnhof der National- sozialistischen Partei. Da weite Kreise der Belegschaft ein Interesse daran hatten, zu hören, worin der Verrat der Gewerkschaften be- stehen soll, waren etwa 150 Mann der Belegschaft erschienen. Von den betriebsfremden Nazis waren etwa 40 Mann erschienen. Als der Referent erklärte, wer seine Worte nicht anhören wolle, der solle das Lokal verlassen, und der Versammlungsleiter, ebenfalls ein Betriebsfremder, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen drohte, begannen die Versammlungsteilnehmer, soweit sie zur Bewag gehörten, das Lokal zu oerlassen. Beim Verlassen des Bersamm- lungsraumes zeigte es sich, daß die Nazis alles zum Angriff vorbereitet hatten. Denn die Bewag-Angchörigen mußten e i n von Nazis gebildetes Spalier passieren. Ein Faust- schlag, den ein Kollege erhielt, und ein Pfiff waren das Zeichen zum Angriff. Obgleich im eigentlichen Versamm- lungsraum von den Kollegen nichts verzehrt worden war, flogen plötzlich Bierseidel nach vorn. Ebenso wurde mit Stühlen gearbeitet. Die'Schaufensterscheibe des Lokals wurde nicht von außen, sondern durch ein von innen geworfe- nes Bierseidel zerschlagen. Die Glasscherben flogen mit dem Bierglas auf die Straße. Ein auf der Straße stehender Kollege der Bewag wurde durch das Bierglas an der Hand getroffen und verletzt. Ein im Lokal anwesender Nazi hat dort telephonisch Ler- stärkung hsrbeigerufen, auch die„Bürokutis" sollton mitkommen. Nach Verlassen des Lokals zeigte sich, daß verschiedene Haus« f l u r e der umliegenden Häuser mit Stoßtrupps gefüllt waren. Der Eindruck, den die Versammlungsteilnehmer von dem ganzen strolchmäßigen Treiben der Nazis gewonnen haben, war ein recht ekelhafter Vorgeschmack vom„Dritten Reich". Eroberung der städtischen Betriebe in Buch. Zum 25. Februar hatten die Nazis eine Versammlung für das Personal der städtischen Betriebe einberufen, das gegenwärtig in Stärke von 1600 Köpfen beschäftigt ist. Doch m der Versammlung war davon niemand zu finden, weil die Angestellten für ibr« freie Zeit bessere Verwendung haben. Außer einigen Hospita- liten waren nur Nazis erschienen, die weder in Buch wohnen, noch dort beschäftigt sind. Dafür waren unsere Bucher Parteigenossen auf dem Posten. Der Nazireferent suchte vergeblich Stimmung zu machen. Auch die Unterstützung, die er bei seinem Parteigenosieu B e r n d t vom Rathaus fand, konnte an dem Fiasko nichts ändern. In der Diskussion zeigten zwei seit Jahrzehnten im Kranken- pslcgeberuf tätige Genossen, daß das Pflegepersonal nicht erst auf die Nazis gewartet hat, um seine Lage zu verbessern. Die Herr» schaften sind zu spät gekommen. Der Gesamtverband und die Sozialdemokratie haben dafür gesorgt, daß das Krankenpflege» personal sich von der„Gesinde"-Stufe der Vorkriegszeit zu freie» 'Angestellten aufschwingen konnte. Die Aufforderung des Genossen Falkner, sich dem Ge» samtvcrband und den Betriebsfraktionen der SPD. anzu« chlisßen. fand stürmischen Beifall in der— Nazioersammlung. Die Zcllenbauer zogen betrübt von bannen. Oer Moskauer Rundfunk berichtei. Vom Streit bei Ullstein. Ein russisch sprechender Genosse schreibt uns: Wie die so- genannten Arbciterdelegationcn das russische Proletariat mit schauer- lichen Berichten aus ihren Heimatländern„objektiv" informieren, ist ziemlich bekannt. Neuerdings verdanken mir auch dem Rund- funk einen Eiillllick in die Berichterstattungsmethoden der Moskauer. Am Dienstag, dem 23. Februar 1932 sendete Radio Moskau seinen Zuhörern nach einem englischen Sprachkursus auch Bericht« und Mitteilungen aus aller Herren Länder. Di« Kämpfe in Schanghai ivurde» besprochen, die Stellungnahme der englischen Regierung zu ihnen und so weiter. Auch Deutschland fehlte in dem Neigen nicht. Da fafelle der Ansager von bevorstehenden revolutionäre» Kämpfen unter Führung der KPD." als Folge der anschwellenden'Arbeitslosigkeit, die bereits eine Höh« von über zehn Millionen erreicht habe. Dann aber berichtete er über dqn— in den ersten I a n u o r t a g c n inszenierten— Streik Im größten Zeitung-konzern Europas, bei der Firma Ullstein, wo die Belegschaft„geschlossen" gegen die Diktatur Brüning, Notverordnung und Hindenburg gekämpft habe. Noch sei es der„Streikbrucharganifation" des graphischen Hilfsarbeiter» Verbandes und ihrer sozialsaschistischen Führung gelungen, den heroisch geführten Komps niederzuschlagen, aber schon Hollen die Belegschaften im Buchdruckgewerbe unter Führung der RGO. zu neuen Schlägen aus." Es folgten dann Nachrichten für die rote Armee, abwechselnd van einem Ansager und einer Ansagerin vorgetragen, ein Bortrag über die„Leningrader Universllätsverhällmsse", ein technischer Bericht aus den Betrieben.„Karl Marx", nachher musikalisch« Beiträge, die aus Wunsch einzeln angeführt werden könnten. Ueber den Verlaus des wilden Streiks bei Ullstein, der van einzelnen unverantwortlichen RGO.-Aichängern angezettekt wurde und infolgedessen scheitern mußte, brauchen wir kein Wort mehr ga verlieren. Darüber ist seinerzeit ausführlich sowohl im„Vorwärts" als auch in der graphischen Gewerkschaftspresse berichtet worden. In Moskau scheint man derartige Streikmärchen, selbst wenn st» wochenlang zurückliegen, recht notwendig zu gebrauchen, um die russischen Arbeiter in Stimmung zu Holle«. ftn«o»»s.__________ um 19-", unr. sopmansaia. m.mmr. SPfc-meiaiiamenen lang aiMe sro�suiiamnar. Tagasoranung: i.«auunsimmss zqp eanarai. lang.- A üemus&i der Franiomlemmg. dar FraKtioasrnreumi. Ersatzkassen als Arbeitgeber. Die Zuschrift, die wir mit dieser Ueberschrift in Nr. 87 des „Vorwärts" veröffentlichten, hat uns eine Beschwerde und eine Zustimmung eingebracht. Zu der Beschwerde sei bemerkt, daß wir keineswegs die Absicht hatten, alle Ersatzkassen in einen Topf zu werfen. Wenn der Angestelltenrat der Kranken- und Sterbe- lasse für das Deutsche Reich(Lichterselder Ersatzkasse) sich dagegen wehrt, daß diese Kasse etwa mit der K a u f m ä n n i s ch e n Krankenkasse zu Halle hinsichtlich der Behandlung der An- gestellten gleichgestellt wird, so ist das begreiflich. Er existieren in Deutschland noch verschiedene aus Berufskrankenkassen hervorge- gangene Ersatzkassen, die in der Arbeiterbewegung einen guten Rnf haben. Das zweite Schreiben bestätigt, daß bei der Verwaltung Berlin der Kaufmännischen Krankenkasse in Halle die Angestellten tariflich niedriger eingruppiert sind und einige überhaupt nicht nach Tarif bezahlt werden. Der Versuch, eine Betriebsvertretung zu wählen, wurde damit beantwortet:„Sie wollen eine Betriebsverkrelung wählen? Die brauchen Sie nichl. wenn Sie etwas haben wollen, dann kommen Sie zu mir." „Wer sollte bei der großen Arbeitslosigkeit da noch den Mut haben, sich in die Betriebsvertretung wählen zu lassen?" heißt es in der Zuschrift. Obwohl wir diesen Standpunkt nicht gutheißen. erscheint es uns dennoch notwendig, durch öffentliche Kritik auf solche Mängel hinzuweisen, damit sie abgestellt werden. „Militärmusik und Erwerbslosigkeit." 3300 Berufsmusiker in Berlin sind arbeitslos. Der Deutsche Musiker-Verband, Ortsverwaltung Berlin, schreibt uns: In Nr. 83 des„Berliner Lokal-Anzeiger" brachte Herr Di- rektor Amman vom Zoologischen Garten einen Aufsatz, worin er behauptete, daß das Honorar der Militärkapellen im allgemeinen erheblich unter dem gleichwertiger Zivilkapellen liege. Ferner, daß die Ausschaltung der Militärkapellen die Er- werbslosigkeit nicht mindern, sondern nachteilig auf ihre zahlen- mäßige Entwicklung einwirken würde. Hierzu sei bemerkt: Mit der Bchauptung, daß die Mili» tärkapellen billiger seien als gleichwertige Zioilkapellen, hat Herr Direktor Amman den neun Berliner Militärkapellen be- stimmt«inen sehr schlechten Dienst erwiesen. Den Militärkapellen ist nämlich vom Reichswehrministerium ausdrücklich unter- sagt, unter den Tarifsätzen der Zivilmusiker zu konzertieren. Herr Direktor Amman hat fiir sein« Behaup- tung, daß Militärkapellen trotzdem gleichwertige Zivllkapellcn unterbieten, sicherlich auch Beweise. Wir fragen daher den Herrn Reichswehrminister, ob er bereit ist, diese Angabe nachzu- prüfen und die Militärkapellmeister, die billiger als Zwilkapellen konzertieren, zur Verantwortung zu ziehen. Di« weitere Behauptung ober, daß die Ausschaltung'der Mili- tärkapellen die Erwerbslosigkeit nicht mindern werde, ist finnlos. Im vergangenen Sommer spielten in den Berliner Etablissements allwöchentlich 23 Militärkapellen. Wenn statt diesen 23 MMartapellen in der kommenden Sommersakson 23 Zkvkk» kapellen verpflichtet werden, dann bedeutet das doch ohne weiteres eine Verminderung der Erwerbslosigkeit der Musiker. Man komme nicht mit der Ausrede, da» Publikum verlange Militärkapelleu! Das Publikum verlangt Musik und will zum größten Test an den militärischen Drill nicht mehr erinnert werden. Wir fordern nach wie vor grundsätzliches Verbot fub die Militärkapellen, den Ziollberufsmustkern das Brot zu nehmen. 2» Verlin sind 5300 Serufsmuflker arbeitslos. Nicht nur der Staat, auch das Publikum dürste daran interessiert sein, daß Errverbslosenunterstützung an arbeitslose Musiker gezahlt wird, die nicht mehr arbeitslos sein würden, wenn der Herr Reichswehr- minister den Militärkapellen das entgeltliche Musizieren untersagen würde._ Llrabstimmuug im Buchdruckerkonflikt. Die Belegschaft der Firma Elsner und die Maschinensetzer der „Berliner Börsen-Zeitung" werden heute, Sonntag, in einer Be- triebsversammlung durch Urabstimmung über Annahme oder Ablehnung des von dem Schlichter Gewerberat Körner empfohlenen Vergleichs entscheiden. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächst- Wirtschaft»p°litlsch- Ausspracheabend ist am Dienstag, 1. März, um 19 Uhr, im Saal 3 bzw. Saal 5 des Gewerkschaft-Hauses, Enaef- ufer 2«— 25. Das Thema de» Abend» lautet„Der Aufbau des deutschen tkedi'- Iqsiem»-. Leiter de» Abends ist der Genosse Meudelsohu von der For» schuugsstelle für Wirtschastspolitik._ w._„ Zutritt haben alle freigewerkschaftlich organisierten Nallege» und Aollc» ginnen ohne vorherige Anmeldung. Hörerbeitraz wird nicht-rhobeil. Deutscher Belleidunqsarbeiterverband, Filiale Berlin. Herrenmahschneidem Branchcuversammlung Montag 19 Uhr im Eewerkschaftshaus, Engelufcr 24—25. Tagesordnung: l. Neuwahl der Delegierten zur Generalversammlung. 2. Bericht itber die örtlichen Tarifvcrhandlungcn. 3. Andere Brancheuangelegenheiten. Pflicht aller Branchenangehörigcn ist es, zu erscheinen. Nur Mitglieder obiger Branche, welche mit ihren Beiträgen uicht über t Wochen im Rückstände find, haben Zutritt. Die B rauche ata mm isstou. Gewerkfchafts-IugenS Verlin Heute, Sanntaz, finden folgende Beranstaltungen statt:„Was bedeutet uns heute noch Goethe in der Musik?" Portrag von Professor Sesten- r dcrg mit musiialischen Beiträgen um 20 Uhr Aula des Cäcilien. Lyzeums, Berlin-Lichtenberg, Rathausstr. 8. Kostenbeitrag 39 Pf.— Jugendgeuppe des Perbaude» der Nahrungsmittel» uud Geträntearbciter: Fahrt Tiefen' •fensee— Straus» QlUlUitL wU.— Referent E. Kuba. Iuaendarvppe des?enlralverbandes der Anoefiettiea Morgen. Montag, finden folgende Beranstaltui • Jugendheim Turnier Ecke Eeostrasie. Wir lesen tatt: Wedding: __„____________________________.„kämpf um Kitsch".— Gciuudbruuueu: Jugeubheim Pank» Eck« Wiesenstraße sweltllchc Schule). Bor. trag:„Reiseerlebuisse in Amerika", Referent: Krebs.— Nordost II: Juaenbhciiii Jugendheim(Rathaus). Fahrtenabend.— Urban: Jugendheim Sobrecht. Ecke Sanderstraße. Lichtbildervortrag:„Unsere Jugendtage", Referent Heilbruiin. »?■•.».' t";. Veibilligungs Aktion! Das Gebot der Stunde für uns ist: Anpassung sämtlicher Preise an das veränderte Einkommen breitester Käuferschichten. Die Einkommensminderung, die heute jeden trifft, muß durch die denkbar niedrigsten Preise wettgemacht werden. Was wir durch unseren Großeinkauf im Anschluß an einen der größten Einkaufs-Konxerne Deutschlands erreicht— soll diese„Verbilligungs-Aktion" der gesamten Bevölkerung eindeutig vor Augen führen. Vergleichen Sie Preis um Preis, Ware um Ware, Qualität um Qualität!— und dann entscheiden Sie sich für den Weg, den Ihr verkleinertes Portemonnaie Ihnen gebietet!— Morgen gehts los! »KAUPHAUe« JOSEPH BLN.SCHONEBERG. HAUPT STR. 163. etnjcaDungen fäx Diele StuBctt ftafi Betlio«SB 68, Li-de-strsß, 3. Narieinachnchten�Mfür Groß-Verlm stets!> Uhr Sitzung des AbteUungsvorstonds.. 124, Abt. 15 Uhr im Eitzungszimnutr de» Eenossenschaftshausk», Melanchthon» s'raße 0.5. Zusammenkunft der erwerbslosen Parleimitglieder. 17 Uhr. 2. Portrag des Genossen Dr. Norbert Warp: Das wahre Gesicht des Nationalsozialisnnls. Krlevie Alpenberge. SO Uhr Z-Hlabend bei kUemmer,.Aspenschlößchen. Senosse Ernst Schultz spricht über„Die Eiserne Front. Freitag, 4. März. 1. Keei». Zusammenkunft der erwerbslosen Parteimitglieder im Erwerb." losenheim Garionstr. 5 flinker Eingang Siadtbadj ab 15 Uhr. Tage». politische Fragen. R-ferenr Mar Hevi-emariii. 3. Kreis Albesterwohlfahrt. 13-/. Ubr im Heim Tilsiter Str. 4/5. zwangl-ier llnt-rhaltungs>, Spiel, und Lefeabend. 7. Kreis. Im Iugeirdheim Rofinenstr. 4, Bildungsau-, chußsitzung mit den Maifeier. Delegier, e». � �„ 26. Abt. Zusammenlunft der jüngeren Parteimitglreder bei Reche, Metzer Straße 26. Grundlagen des Morxismuo. Rejerent S. P. Mayer. Voranzeige! 2. Kreis. Achtung. Abteilungsleiter! Die Sreisvertreierversemmwnz findet am 8. März. 19-/» Uhr, Armiuiushallen, Bremer Str. 73, statt. Frauenveraustaltungen. L Kreis. Mit Rücksicht auf unsere Frauenabende fällt der Fraueutunus am Rlonlag. 22. Fe>>ruar. aus. Der nächst« KurfuoabenD findet cm 7. März statt.. 2 Krei». Der Bortrcgscbend der Genossin Mathilde Wurm, M. d. 3L, am Montag, 29. Februar, kann nicht stattsindeit. Dasür beteiligen sich die kbenosiennen am Frauenabend der 13. Abteilung in der Patzenhofer Brauerei, Turwsir. 23. Bortrag der Genofstn Käthe Kern: Unser Kampf die Adrtisti�ng... � o. ttreis. Älle Eenossinnen beteUlnen sich 22. Abt Wegen der öffentlichen Frauenkundgebirng am 3. Marz im Lehrer, v-reinshaus fallt unser Frauenabend aus. Die Genossinnen beteiligen sich restlos an der Kundgebung. 74. Akt. 30 Uhr bei Schnorre, Berliner Str. 35 Ecke Winfiädstraße: Das Kamvfjahr 1932 nnd die Aufgaben der Frauen. Referenttn Dr. Hilde Wegscheider. M. d. L. 86. Abt. Der Frauenabend fällt zugunsten der Fraucnkmidgebung im Lehrer- nereinshaus am Alexanderplatz aus. 163. Abt. 15 Uhr Besichtigung des Frauengefängnisses in der Barnimstrotze für die vorgemerkten Genossinnen. 163. Abt. Zur Fraucnkundgebung im Lehrervereinsbaus treffen wir uns zur gemeinsamen Fahrt pünktlich 19 Uhr Bahnhof Adlershof. 136. Abt. Der Diskutieradend fällt zugunsten der zentralen Frauenkundgebung im Lehrervereinshaus am Alexanderplatz aus. Treffpunkt zur gemein. kamen Fahri 18'/» Uhr am Teebad. 138. Abt. Donnerstag fahren wir geschlossen zur Frauenkimdgelmng nach dem Lehrervereinshaus Alexanderplatz. Treffpunkt 18.03 Uhr Endhaltestelle des Autobus. Freitag. 4. März. 84.»bt. 20 Uhr bei Lehmann, Kaifer.Wilhelm.Slr. 2g/A: Unser Kampf Ulli die Abrüstung. Referentin Genossin Frcudcutlwl. Bezirksansschuh für Arbeiterwohlfahrt. 1. Kreis Mitte, 7». Abt. Donnerstag, 3. Mörz. 20 Uhr, bei Seirau, Pflug- fttaße 1, Sitzung der Helfer der Arbeiterwohlfahrt. Referat des Gcnosseu Fürsorger Mendclsohn über: Wohlfahrtspflege in der Krise. 11. Krei» Schöneberg. Dienstag, 1. März, 20 Uhr, Rathaus Schöneberg, Zimmer 144, Sitzung der Arbeiterwohlfahrt. Genosse Stadtrat Peters spricht über: Jugendwohlfahrt in der Krise. Alle Mitglieder der Wohlfahrt»- iommissionen. sowie Helfer der AW. sind dazu eingeladen. 14. Krei» Neukölln. Donnerstag, 3. März. 19-1- Uhr, im Raihaus Reukölln. Berliner Straße, Zimmer 137, Kursus der Arbeiterwohlfahrt. Genosse H-inzmann ,'vrlcht im Anschluß an den Bortrag der Genossin Äurgaß über: Die Tätigkeit im Verein der Berliner Sefanocnenfllrsorge. Alle ehre». amtlichen Helfer der AW.. Mitglieder der Wohlfahrtskammissionen, sowie die Bezirksvorsteher sind eingeladen.— Da nochmals in befchrönkter Zahl ganz kurz« Zeit für die Winterhilfe Anträge ausgenommen werden, bitten wir Auskunft einzuholen im Parteibüro, Fuldastraße. 18. Kreis Weißens«. Dienstag, 1. März, im Restaurant zum Pfcrdcmarlt, Weißcnfec, Schönstr. 78/79, Generaloerfammlung der Arbeiterwohlfahrt. Alle Helferfinnen) und Wohlfahrtspflcgerfinncn) sind dazu eingeladen. Sozialistische SiudentenschafL Freitag, 4. Mörz, 20 Uhr, Bund. Prof. Denlckc spricht über: Reichs- präfldentenwahl. Für alle Genossen der Sektion Universität Pflichtvcranstaltung, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Verlin. Prenzlauer Berg: Donnerstag. 20-» Uhr, Danziger Str. 62, | Baracke 3. Helferarbeitsgcmeinlchaft Uber„Psychologie des Kindes". £ Abt. Freiheit und Hermann Müller: Heute 13-» Uhr Bhf. Schön» baufer Allee Treffpunkt der Helfer zum Kursus. Montag 17 Uhr /cini Gleimstr. 33— 35 gemeinsame Friedrich-Ebert-Gedächtnisscicr. ..... reitag Spielgcmcinschaft. Sonnabend 15 Uhr Hochbahnhof Nord, -■l- ring Treffpunkt zur Helfcrfahrt»ach Tiefcnscc. Renkölln: Falkenrat, Rot- und Iungfalkenobleute morgen 17% Uhr in der Baracke. Rote Falkenhelfer nehmen am Mittwoch 20 Uhr an der Pcrsammluug der Jüngerengruppen der SAI. Kanner Straße teil. Helferschulungskursu.' Donnerstag 20 Uhr Karl-Marx-Schule. Abt. Lichtkämpfer: Elternverfammlung Freftag. 4 März, 20 Uhr. Baracke Gangboferftraße. kreis Steglitz, Akt. Stt'""~---------- tag 18 Uhr:„Ter Rote F" lesen„Zäpfel Kern".____ IWWWWWWWWWWWWIWWWWU.. I Abt. Llchterfelde: Oberrealschulc Ringstr. 3. Rote Falken: Mittwoch l/ Uhr: .Was bedeutet die Eiserne Front?" Iungkakken: Freitag 17 Uhr: Kampflieder. All«: Donnerstag 18% Uhr Schwimmen Hallenbad Stabilo. 26. Krei» Zleinickeubork: Sonnabend, 5., und Sonntag, 6. März, geineinsame Fahrt der Roten Falken mit der SAI. nach Brieselang. Kosten und Zeit werden vom Werbebcztrk bekanntgegeben. Sterbetafel der Groß-berliner Partei-Organisation 4- Abt. Unser» Eenvistn Emma To s ch ist verstorben. Ehre ihrem An- denkin! EraaschernPg Montag, 39. Fbbruar, 19 Uhr, in Baumschul- nweg. Um rctze Bcktelligung w-rß gebeten, ?4». Abt. Am Dlcknztaa, 23. Februar, verstarb plötzlich infolge eines Un- falle? uns« Genosse Harbett Wt-ibJfand, Sohn unseres Abteilnngz, kofsseper», im noch nicht vollendeun A. Lebensjahre. Ehre feinem Andenken! Die Einäscherung wird noch bekanntqegehen. 26. Abt. Am Donnerstag verstarb unser langjähriger Genosse Friedrich Schieß im Alter von 58 Jahren. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung findet am Dienstag, 1. März, 18 lh Uhr, im Krematorium Eerichtstroß« statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 37. Abt. Am 26. Februar starb im Krankenhaus Urban uiiser langjähriger Genosse Eugen Innghans, Kochhaniiftr. 13, nach schwerem Leiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, 29. Februar, nni jtz'h, Uhr. von der Leichenhalle des Zentralfricdhofes Friedrichsfcldc aus statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold". S° f ch ä I t»»- l l-: Berlin S, 14. Sebaftionftt. 37-38, Hof 2 Tr. Mitte: Dienstag, l. März. 18-6 Uhr, Saalschutz, Deutscher Hof, Luckoucr Straße.— Zricdrichshain: Montag, 29. Februar, Iungho, 29 Uhr im bekannten Jugendheim, Mittwoch, 2. Mitzrz. 19% Uhr, Bortrupp, Jugendheim Ebertystr. 12 fSaai).— Krcuzbcrg! Dienstag, l. Alärz, 20 Uhr, Mugliederverfammlungen: Zug I bei Scehak, Willibald-Alcris-Sir. 5t Zug lV bei Gründler, gimmerftt. SO; Zug VI bei Wolf, Graefestr. 26. Mittwoch. 2, März, 20 Uhr. Mitgliederversammlungen: Zug ,, hei Krepp, Planuser 75—76; verein), I..Kameradschaft Montag, 20% Uhr, Kameradschastsoersaminlung bei Schmidt, Wielefstraße. Republikanische Rednervereinigung. Montag, 20 Uhr. Vortragsabend mit Diskussion im„Alten Askznier", Anhaltstr. 11. Es spricht Frau Fricdland Uber „Wandlungen in England" und, Versammlung strafte 104.. Reichsbund der Krieasbefchädigtev, Kriegsteilnehmer und Kriegerhiuter- blieben«», Ortsgruppe Obcrsprec. Versammlüng am 1. März, 20 Uhr, Im Restaurant„Zum Krüger", Berlin. Riedcrschöncweidc. Berliner Str. 110, Ecke Fennstraße. Religiös« Gesellschaft der Freunde(Ouäkci), Prinz-Loui«. Ferdinand. Eft. 3. Schweigend« Andacht 10 Uhr Sonntags.— Pazifist: Iitformatiansabeud jeden letzten Donnerstag im Monat. Berband ehem. Palizeibeamten Preußen», e. P tVrppt. Mitgliederverfamin. lung am Dienstag. März. 20 Uhr, in der Bockbraucrei, Fidicinstr. 2—3. Die.Zukunft des Kapitalismus, lieber biclcs Tbema spricht am Montag, 2!!. Februar, abends 8 Ubr, im Herrenhaus, Professor Dr. Wcriflr Sombari. Karten durch die Studicngesellschoft für Geld, und Krebitwirt- schaft(Berlin W. 35, Potsdamer Sir. 10Sa) und an der Abendkasse. (HC " /. �tt/> ygurtteM***® gg ��LandashußGr Leinen- und Oeblldweberei sirftfflM Soaderhaus für Ulnen. Wische. BrtaUoitlattvnsoa ür. 20*22• ltdrwrtzteiulanuo 227 1 Mslor BßWßrwfind k»vw- M Zj. 1 KfldifliilKiiidlndi ,erei»s.mitfar- 1 PässßübrosßQ Kll03l8si6evs? � uo,» trok». Ölruilentouim. l'.40 diso» ötie.feji, c» 48/100 cm».. Kl o. um Vslei.cienBes-Spitze 1 Böslsnöfl'ter«.« 0.45,"" 1"8ler°i. I T,ASo».rf 1 S.DDBDfllDQ.DUl halbleinenes\ol im. ca.»i ci» bieit......... I läfitlGIDd 10 r Knaben oder Ja.quardseaehe. ra 48/100 cm«.e 1 MÜllSCbBOlfil dekoriert I Uailclien, ana eutem Wische-•.e ab?epaaet, gesinint u gebindert 0,45. " I iDamßn-Tasctienlfldier-.e.� �.2 �°'°'° ��'" I CrStUDSS)alS(i)6D'4rSasel-4 0,43 mit farbiger Hikel kante, in».e I va�BsllllB iiumin. od Emaille M I HerreB-KBiij£itß 0.45................ v.« z Hallee�clier ÄÄ km, i ■'SgB""1"*'"*«'SÄSÖBB*....... m mr'aagsl»!�*?°.« ZWfÄS.'��: I Meter eioinrliiO. ff ollsto«. K 1 Ben en-üolerhose �k.iarbis., zllldeed-odloch7ei�°'e'u. Vt'i'8e,i.�Vedar�,»!r. t'ardvllaosv. v,?»F o........... u.�ij gewebe,extrasros8,ca�2/ll0cni. ii ne 1 Meter RippeDsamlDrackmn.«., 0.95 1 HerTBi-Hasahheind........ 0.95.e,„ a'% 1 CenHlnehanlltnel.«hw«» l PallT OSMll pilStlllte! wl,... 3 02�0-1� totBlM MabO, ] FrOtlieruBQfltllCu Qnalil&t... 0,95 File u»pa tleilemohl» OrÄ>-42 0,95 Uli, färb. gor HiheUante und»«r /u,.hthnmrf.• u.,.. ux farbig. 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Dcr Redakteur emer großen Wochenschrift, der mir sonst wohl- wollend gesinnt ist und meine Arbeiten gern akzeptiert, gab mir diese Arbeit leicht oerstimmt zurück. „0," sagte ich überrascht,„gefällt Ihnen diese Arbeit nicht?" Er spielte nervös mit dem Bleistift, der in einer versilberten Hülle steckte, und lächelt« dann: „Ein Redakteur und zerrissene Strümpfe! Noch dazu ein Feüilleton-Redakteur! Ein Kollege von mir! Können Sie sich vor- stellen, daß ich.. Ah, unglaublich!" Ich war verlegen. Wies auf die besonderen Umstände, in denen sich der Redakteur meiner Geschichte befand.„Es wäre doch immer- hin möglich..." stotterte ich. „Machen Sie einen anderen Mann daraus, meinetwegen einen Schornsteinfeger. Dann will ich die Arbeit gern bringen, da sie sonst gut geschrieben ist," sagte er nicht sehr freundlich, nicht so freundlich wie sonst, und wandte sich einen: anderen Manuskript zu, das in die Setzerei sollte. Ich stand noch unschlüssig da.„Verzeihung!" wollte ich sagen, „warum soll denn nun ausgerechnet ein Schornsteinfeger zerrissene Strümpfe tragen? Warum finden Sie es bei diesem ehrenwerten Manne nicht so unglauMich? Ich möchte protestieren. Außerdem kann ich Ihnen verraten, daß meine Geschichte nicht erdacht ist. Sie hat sich so zugetragen. Der Redakteur, von dein ich spreche, ist ein Freund von mir. Er hat es mir erzählt.. Ich wollte es sagen, habe es aber nicht getan. Ich ärgerte mich plötzlich über den Redakteur und schlug die Tür hinter mir zu, wie wohl noch nie ein freier Mitarbeiter die Tür eines Redaktions- Zimmers zugeschlagen hat. Dann ging ich in eine andere Redaktion. Dort war der Feuilleton-Redaktour aber gerade außer dem Hause. Darum ließ ich die Arbeit mit einem Zettel zurück. Wenn die Arbeit nun also in diesen Spallen erscheint, ohne daß ich aus dem Kollegen, dem Feuilleton-Redakteur, einen Schornsteinfeger machen mußte, zeigt die Redaktion ein beachtenswertes Maß von Großmut und — zzumor. Die Arbeit. Ein gutgstleideter Herr stand nachdenklich an der Straßen- kreuzung, und es sah so aus, als wüßte er nicht recht, nach welcher Richtung er sich wenden sollte. Hatte er sich endlich eirtschlosien, nach rechts abzubiegen, gab der Verkehrsschupo gerade den dort haltenden Wagen das Zeichen zur Durchfahrt. Wandte sich der Herr geradeaus, begannen sich auch hier die Autos in Bewegung zu setzen. Wie auf einem Filmstreifen rasten die Fahrzeuge an seinen kurz- sichtigen Augen vorüber. Endlich erwachte er mit der Feststellung, daß der Damm frei war. Der Schupo gab nur gewohnheitsmäßig einem Wägelchen, das von einem alten Manne mit einem Hund ge- zogen wurde, das Zeichen zur Durchfahrt. Der Herr aber nahm dieses Zeichen als eine persönliche Aufforderung und ging in der vom Schupo angedeuteten Richtung weiter. Der Kanal, an dem er schon eine Viertelstunde entlanggegangen war, begleitete ihn wieder. Obstkähne hielten am Kai, und große Tafeln winkten dem Spaziergänger, hinunterzukommcn und einen Korb Aepfel für einen Spottpreis zu erhandeln. Tatsächlich hätte der Herr gern in einen Apfel gebissen, aber er setzte seinen Weg fort, in einem müden Fatalismus, als wäre es gleich, wo und wie der Weg enden würde. Es war der Feuilleton-Redakteur Dr. Siegel, der hier am Kanal entlang ging. Er kam aus dcr Innenstadt, wo er in einem Verlags- haus die Nachricht empfangen hatte, daß die Redattionsstelle anderweitig besetzt worden war. Auch Feuilleton-Redakteure und Dok- toren der Philosophie hat die Wirtschaftskrise nicht verschont. Und L«ute, die mit einem ZW-Mcrk-Monatsgehalt anfingen, sollen heute »alt zehn Mark wöchentlich auskommen. Dr. Siegel gehörte leider nicht zu den Glücklicheren, die mit Hilfe eines Bankkontos das „standesgemäße" Leben weiter fortführen konnten, er hatte im Gegen- teil noch eine beträchtliche Schuldenlast als Andenken einer besseren Zeit abzutragen. Kein Wunder, wenn der abgebaute Feuilleton-Redakteur Dr. Siegel nicht wußte, ob er die Straße rechts oder geradeaus wählen sollte. Im Grunde war alles gleich. Im Grunde war die Situation so: alle Quellen waren erschöpft. Die Mutter konnte von ihrer Pension nichts mehr entbehren. Freunde und Kollegen, die noch in unge kündigten Stellungen saßen, hatten wohl im Anfang geholfen. Später beantworteten sie dringende Bitten mit den: gutgemeinten Vorschlag, ihnen Motorradfkizzen und Segels portnotizen für die Unterhaltungsbeilage einzusenden. Und wenn er sich wirklich hin- setzte— mit knurrenden: Magen manchmal— und den Freuichcn und Kollegen Motorrads tizzen und Segelsportnovellen einschickte, dann fanden sie meistens die Pointe zu wenig originell oder man merkte sie schon zu früh oder ein ähnlicher Beitrag war erst kürzlich gebracht worden... „Ich halte es nicht mehr aus!" dachte Dr. Siegel, als er eins Stunde gelaufen mar. Dcr Kanal hatte plötzlich breitere Ufer be- kommen. Der stille Lauf erweiterte sich zu einem kleinen Hafen, in dem Lastkähne, schwere Hebevorrichtungen und sandschippcnde Männer agierten. Die Silhoueltc eines wuchtigen Turmes lag zitternd auf dem Wasserspiegel. Die Sonne warf Reflexe von Bäumen und Brücken in den Kanal, dcr hier wie ein Teich war mit waldumstandenen Usern. Ueber die Brücke zog, in der Kurve kreischend, eine gelbe Straßenbahn. Die Luft war warn:. Bon leuchtenden Dächern stiegen Tmeben in den klaren Borfrühlings- Himmel. „Ich Halle es nicht mehr aus!" wiederholte nach ein paar Schritten Dr. Siegel.„Diese neue Absage hat mir den letzten Mut genommen. Ich bin am Ende meiner Kraft." Er blieb am Geländer des Kanals stehen und sah in die Tiefe. Ein dumpfer Wunsch war in ihm. sich über das Geländer zu schwingen und damit alle Pro- bleme seines Daseins zu läsen. „Es ist das beste!" sagte er sich. Und es sah beinahe so aus, als würde sich der Herr jetzt wirklich über das Geländer schwingen. Er beugte sich sehr weit hinüber und schien das Gleichgewicht zu verlieren. Aber er fiel nicht hinunter. Krampfhaft hielt er sich fest„Nein!" sagte er.„Nein!" Dem Doktor Siegel war nämlich eingefallen, daß seine Strümpfe zerrissen waren. Heute morgen beim Anziehen hatte er es bemerkt. Am linken Strumpf befand sich das Loch in der Hacke, am rechten an den Zehen. Da er schnell fort muhte, hatte er die Strünrpse nicht mehr gewechselt. „Fatal!" dachte jetzt der Aeschet Dr. Siegel. Er stellte sich vor, wie man ihn aus den: Wasser zog, seine Kleider nach Papieren untersuchte und die Löcher in den Strümpfen entdeckte. Er war zwar eben bereit gewesen, sich das Leben zu nehmen, aber sein Mut war doch nicht groß genug, um der Nachwell zu offenbaren, daß der Feuilleton-Redakteur Dr. Siegel mit zerrissenen Socken in den Tod gcgangei: war. Niedergeschlagen verließ er die Stelle, an der seine Sorgen ein rasches Ende genammen hätten, wenn er sich nicht im letzten Augen- blick seiner defekten Strümpfe erinnert hätte. Die Hacke schmerzte, als er zu 5)ause ankam. Und wir wissen nicht, ob Dr. Siegel nur nach Hause gegangen war, um sich neue Strümpfe anzuziehen»nd dam: seine Absicht endgültig auszuführen. Darüber konnte er sechst kaum genaue Auskunft geben. Er erzählle aber später, als er in einer neuen Stellung genügend Geld verdiente, um immer einwand- freie Strümpfe zu tragen, gern von diesen Minuten an: Kanal. Zu Hause angekommen, fand Dr. Siegel nämlich einen eingeschriebenen Brief vor. der hundert Mark enthielt und die Aufforderung eines alten Freundes, sofort nach G., einer Stadt von 50 000 Einwohnern, zu kommen, wo er ihm dank Beziehungen die Stelle eines Lokal- und Feuilleton-Redakteurs besorgt hatte. Stellen Sie sich vor, welch ein Glück es war, daß Dr. Siegel an jenein Tage die Strümpfe nicht gewechselt hatte! Nachschrift für den Leser. Nicht war, Sie finden doch auch, daß es nicht nötig war. aus den: Feuilleton-Redakteur einen Schornsteinfeger zu machen? Ich halle recht, die Tür des Rsdaktionszimmers so zuzuknallen. Schließ- lich hat mir diese Geschichte auch ein Redakteur erzähll. Wir wollen nicht so boshaft sein, und ihm die defekten Strümpfe„nachtragen". Wir wollen uns freuen, daß er die Stelle in G. noch annehmen konnte. SdUh töode'Hebelong: UfliljflOII Sie war gar nicht einmal selbst auf die Idee gekommen, aber sie führte sie aus. Irgendein liebevoller Vater unter der Reisegesellschaft draußen in Versailles Halle, als sie durch den Park schritten, gesagt: Ich werde mir einen Kastanienschößling mit nach Hause nehmen und in meinen Koffer packen, ich glaube, er wird sich hallen, wenn ich ihn in feuchtes Moos lege und Pergamentpapier herumwickle; mein Junge soll einen Kastanienbaun: aus Bersailles haben! Sie fand diesen Einfall sehr hübsch und eignete sich ihn an. Ein kleines Kastanienpflänzchen wurde olsa in feuchtes Moos uird Pergamentpapier gepackt und machte die Reise von Frankreich nach Dänemark im Koffer mit. Das heißt, es wird ein ewig ungelöstes Rätsel bleiben, ob es wirklich so weit gelangte, oder wo es eigentlich abhanden kam. Vielleicht hatte irgendein Zollbeamter den feuchten Kloß zu fasten bekommen und ihn fallen lasten. Bielleicht halle auch das eine oder das andere Hotelmädchen ihn mit einem Schreckcnsschrei von sich geschleudert. Sie wußte es nicht. Wußte nur, daß«r fort war, als sie zu Hause eintraf. Das alles wäre schließlich zu verschmerzen gewesen, hätte sie nicht vorher ihrem Freunde geschrieben, sie würde ihm ein richtiges kleines Kastanienbäumchen aus Versailles mitbringen! Sie konnte ihn nicht so inlltäuschen. Hätte es sich um«inen Schlips, ein Paar Handschuhe oder sonst was Praktisches geheuchelt, würde sie es ihm ruhig erklärt haben:„Sie sind gestohlen worden oder ich habe sie wohl liegen lasten", hätte sie gesagt und ihm irgeich etwas anderes zum Ersatz geschenkt. Aber«in Kastanienbaum aus Bersailles— und wenn noch so klein, kann niemals durch etwas anderes ersetzt werden, dachte sie. Also mußte sie sich einen neuen verschaffen. Und das tat sie auch. Aus einer, ziemlich an dcr Peripherie der Stadt gelegenen Gärtnerei. Ganz so klein, wie das ursprüngliche Bäumchen, das ja eigent- lich nur ein« keimende Kastanie gewesen war, war dieses ja nun nicht. Es war aber das unscheinbarste, das sie halle auftreiben können und entsprach am besten der Beschreibung, die sie ihrem Freunde brieflich davon gemacht hatte:„Ein kleiner, blasser, schwacher Stengel, mit ein paar zarten Blättchen oben an der Spitze." Ihr Freund war begeistert.„Nein, daß du wirklich diesen graßen Baum in deinem Koffer unterbringen konntest, ohne daß er gelitten hat!" sagte er. Großer Baum war nun eine wahnsinnige Uebcrtreibung, doch sie stieß sich nicht weiter daran, da sie in der Tat diesen Kastanien- bäum weder in ihrem Koffer gehabt halle, noch hätte haben können. Das Bäumchen wuchs und gedieh, nein, nicht gleich.„Es ist, als ob es sich gleichsam erst„akklimatisieren" müßte", nMinte dcr Freund. Als„akklimatisieren" sagte, sprach sie schnell von etwas anderem. Dann mußte er plötzüch verreisen und sie bekam das Bäumchen in Pflege. Doch nun wollte es das Unglück— das Pflänzchen gedieh mit einmal nickst mehr. Sie hielt es naß und sie hielt es trocken, sie stellte es in die Sonne und sie brachte es in den Schallen— es war alles umsonst, das Bäumchcn ging langsam aber sicher ein. Während ihre eigenen Pflanzen wie Immer wuchsen. und sie fast sehen konnte, wie rasch es damll ging. Es half nichts— sie mußte einen neuen Baum herbeischaffen, den dritten also. Denn jetzt war„dcr Kastaniertbaum aus Versailles" schon so etwa wie eme Ehrensache geworden! Aber bevor sie noch ihren Plan ausführen konnte, traf dcr Freund wieder ein. Er stand gerade und betrachtet« das dürre Kaslanieirbäumchen, als sie hereinkam. Die Tränen traten ihr in die Augen, ja, sie weinte wirklich: ahex es gefck)äh vor Wut und Aarger.'daß er so unvermutet ge- kommen war, bevor sie ihren �Plan mit der Anschaffung einer neuen kleinen Kastanie ausführen konnte. Doch eine Frau darf sich nie anmerken lassen, daß sie aus einem anderen Grunde als der reinsten, tiefften Traurigkell weint. Und als dcr auss Zärtlichste sie tröstete, wurde sie allmählich ruhiger und lächelte nur schwermütig. „Aber nun muß ich dir etwas gestehen," sagte er,„etwas, das ich keinem eigentlich zu verraten beschlossen Halle; doch ich kann es nicht ertragen, daß du dir die Geschichte mll der Kastanie so zu Herzen nimmst: Die Pflanze hier ist gar nickst das von dir mitgebrachte Bäumchcn aus Versailles." Sie war fast sprachlos vor Erstaunen, vermochte sich jedoch so- weit zu sammeln, um in einen: ziemlich kriegerischen Ton zu fragen: „Wie meinst du das eigentlich?" Er wurde ganz rot.„Ich habe ihn nämlich selber gekauft. Der richtige Baum aus Bersailles verwelkte ein paar Tage nachdem du ihn mir geschenkt hattest und da kaufte ich diesen hier, damit du dich nicht ärgern solltest. Aber weshalb siehst du mich so an, bist du böse?" Nein, böse wäre sie nicht, nur ein bißchen enttäuscht, daß es niemand und nichts auf dieser Well gäbe, worauf man sich völlig verlassen, an das inan blind und fest glauben könnte, meinte sie. Da zog er sie in seine Arn:« und stiisterte warn: und mit ehr- licher Ueberzeugung:„Ja doch, das gibt's... dich!" Und das glaubte sie ihm! (Berechtigte Ucbcrtragung aus dem Dänischen von F. E. Bogel.) Für den ersten ,, Vierer" eine„Lande-Auslese" Für den ersten blanken deutschen Reichs-Vierer, den Sie in Händen haben, sollten Sie eine Lande-Auslese zu 4 Rfg. kaufen und rauchen! Dann werden Sie den Sinn dieser neuen Münze erfassen. Dies wird Ihnen beweisen, dass man heute für einen Vierer schon das bekommt, was früher noch 5 Pfg. kostete; Deutschlands meistgerauchte 4 Pfg.-Zigarette Lande- Auslese, früher 5 Pfg., jetzt für einen Vierer und doch Qualität. In jeder Schachtel ein Stickereimotiv — selbstverständlich indanthren gefärbt {[ jeder S( — selbstve imm AUSLESE� Zigaretten, köstlich bis zum letzten Zug Lande Preis Cold 5 Pfg.* Lande Ohne 5 Pfg.* Lande's Kolleg 6 Pfg. Stiim milller Marienkirchen: Ein Schalter ist ein kleiner, viereckiger Ausschnitt in einer Bank, die auch nicht groß zu sein braucht. Uno dennoch fängt sich in dem Schalterausschnitt manchmal viertelstundenweise höchstes Glück und höchster Kummer, das ganze große Leben also. Ich war damals Schalterbeamter einer Mittelbank. Sie war von chaus aus solide. Der neue Leiter aber wollte über Nacht ein Großer werden, brach auf der Messerschneide einer wilden Spekula- tion in die Gefilde der Großbanken ein und unterlag. Gerüchte liefen um. Wir waren längst bankrott, hielten uns jsdoch noch eine Weile an der Unbelehrbarkeit einer alten Kundschaft über Wasser. Bis dies Wasser schließlich so hoch stieg— möglich auch, das Wasser selbst blieb unbewegt, derweil wir sanken—, daß wir Schalterleute täglich unseren Dienst damit antraten, daß wir ein- ander zunickten:„Heute wird die Glocke unseres Generaldirektors an die sieben Schalter schrillen: Mittschiffs Leck, alle Schotten zu!" Ein gerammtes Schiff vermag sich dadurch noch zu retten. Banken bilden flch's nur«in. Geschlossens Schotten eines Schiffes pflegen dicht zu halten, durch geschlossene Bankschalter aber stürzt das Wasser noch mit höherem Druck, alz wenn sie offen wären. Ein Herr mit Frühschoppenstimmung trat lässig an meinen Schalter. Ich kannte ihn. In jungen Jahren merkt man sich leicht all« Kunden: gar den entmündigten Sohn eines Großindustriellen, dem sein Vater gestern das gewohnte Iahresfirum von zehntauseno Mark bei uns angewiesen hatte, die der Sohn in Raten abzuheben pflegte. „Wieviel, Herr Königer?� Er schob mir wortlos ein« vorher unterschriebene Quittung zu. lOOM M. stand darauf, mit Zahlen. Ich zögerte:„Eigentlich. Herr König«, mühte die Summ« in Buchstaben wiederholt wenden." „Können Sie ja machen", paffte er seine Zigarre, ohne auf das Formular zu sehen. Ich zählte zehn braune Tausender auf. Nachlässig nahm er einen.„Was sollen die anderen?" näselte«r. „Sie schrieben Zehntausend." „Schrieb ich? Ich dachte Tausend. Na, man kann sich in den Nullen irren." Er sah mich unverschämt cm. So etwa: Du bist ja auch nur eine Null. „Ich wende also neuntausend Mark stornieren. Herr Königer." „S— stornieren? Was ist denn das?" „Eine Rückbuchung machen, zu den zehntausend Mark im Soll neuntausend Mark im Haben Ihres Kontos fügen." „Also zweimal? Nicht der Mühe wert. Dann lassen wir's." Er schob die neun Tausender zusammen, faltete sie, und warf sie, oberflächlich zielend, in die aufgeklappte Brieftasche:„'n Morg'n!" Ich sah ihm nach. Er ließ sich Zest. Durch das große Fenster sah er auf die Straße. Großstadtbrausen ließ die Scheiben leise klirren. In den rückwärts gekreuzten Dandyhänden schwang ein dünner Stock mit Silbergriff.„Wenn nun unsere Schalter plötzlich denken", mußte ich denken,„den Seinen schenkt's der Herr im...?" „Bittschön, Herr, san S' net bees.. Das alte Weiblein stockte. Es war die Dienstmagd Anastasia Pfenninger. die seil vielen Jahren ihr Erspartes an den Schalter brachte. Für die alten Tag«. „Mso gell, Sie san net bees...." „Aber liebes Fräulein Pfenniger, weshalb denn?" ------„Weil— no ja, d' Leut reoen allerhand,-uM> mel Nachbar, der Herr Grantinger— wissen S', der die zwoa Milchladen hat—, also der Herr Grantinger sagt:„Sicher is ni? auf der Wett." Ich sah verstohlen um: Der Prokurist schien tief beschäftigt. „Daß i's recht sag: Ganz sicher, hat er g'sagt, is nix." „Stimmt, Fräulein Pfenninger." Net amal a Bank, Herr?" forschte sie. Ich nickte. „Net amal enker Bank, Herr?" Ich sah mich wieder um: Ob Brillengläser eines beschäftigten Prokuristen um die Ecke sehen können? „Net amal enker Bank, Herr?" wiederholte sie bekümmert, fast flehend. Ich nickte ernst. Ich schlug ein Kontokorrent auf. Ich zählte zusammen. Ich sagte halblaut:„Viertausendsechshundertfünfund- achtzig Mark, Fräulein Pfenninger. Soll ich...?" Jetzt stockte ich, nickte sie? Sehr langsam nickte sie, wie einer, der nichts weiß von feinem eigenen Nicken. So eilfertig hatte ich noch nie das Geld ausgezählt:„Stimmt's, Fräulein Pfenninger?" „San S' net bees, aber wenn Sie's nomal zähl n tasten?" Ich zählte es ihr zum zweiten Male vor, ganz langsam. Sie Nickte wieder. Sie war nicht mehr bekümmert. Sie sagte ganz vergnügt, indem sie mit ihren beiden alten Händen nach meiner jungen faßte:„Also entschuldigen S' halt, jetzt Hab' i's selber g'sehn. Herr Grantinger, wer i sag'n, schämen S' Jhna mit Ihrer Mißtrauigkeit..." Sie sagt« w<�>rhoftig Mißtrauigkeit. Das Volk mag's besser wissen als die Schriftgelehrten, ob trauen und trauern aus derselben Wurzel stammen. Beinahe herrisch schob ich ihr das Geld zu, tat ich. als hätte ich es eilig, andere zu bedienen. „Na, na", erglänzte ihr altes Gesicht,„jetzt Hab i's selber g'sehn, daß alls no da is—, nemma S' es nur wieder, Herr—, pfüad Good und san S' net bees, Herr, gell?" „Fräulein Pfenninger", rief ich unwillkürlich,„bitte, bitte, nehmen Sie....!" Sie hörte nicht mehr. Mir war. als müßte ich ihr nachstürzen, als müßte ich das Geld mit Gewalt in die Fallentasche des arbeit-zerschlissenen Rockes stecken. Aber da funkelten auf einmal die Brillengläser neben mir. Mich traf ein kühler Blick. Eine herrische Gestalt schob sich vor den Schaller. Graf Pank- heim.„Blödsinnig begütert", pflegten wir unter uns beizusetzen, wenn von ihm die Rede war. Er unterhiell in allen Banken Konten. Das bei uns war in der letzten Zell durch einen Zufall aus Null gesunken. Er hielt ein Bündel Banknoten in der Hand.„Einzahlen!" schnarrte er.„Quittung schreiben— bißchen fix— habe Elle." «Sehr wohl, Herr Graf, wieviel...?" Jim SchaUer Rrrr— die große Glocke schrillte. Mir klang's, als tosten Wolkenbrüche durch die Schalterhalle: Mittschiffs Leck, die Schotten zu!" Links von mir knallt« ein Schaller. Rechts von mir knallte ein Schalter. Zu. In meinem Rücken scholl's:„Können Sie nicht hören. Mensch?" Auch mein Schalter knallte zu. Das Publikum war ab, geschlossen. Die Angestellten waren unter sich. Wir sahen uns nicht an. Wir sahen nur nach der großen Schrillglocke unter dem Oberlicht. Sie schrillte längst nicht mehr. Aber uns war. als be- weg« sich ihr Hammer immer noch, fieberhaft, unaufhaltsam: bankrott, bankrott, bankrott.... An meinem Schalter klopfte es von draußen:„Wag ist denn das für«ine Wirtschaft? Bormittags elf Uhr schließen! Meinen Sie, ich trage meine Siebentausend nochmal— wie— was sagen Sie?" Ich sah durch einen Spall hinaus. Neben ihm stand ein auf- geregter Mann mit einer Zeitung und deutete auf eine große lieber- schrist. „Ach so. bankrott?— Na ja— schön." „Da haben Sie noch Glück gehabt." „Glück? Was verstehen Sie unter Glück...." „Na, wenn das kein Glück isk, Herr— Herr..." Bedauere. Beabsichttge nicht, mich vorzustellen." Leute von der Straß« sah ich durch die Tür stürze«:„Uns«! Geld!— Bankrott!— Unser Geld!" Graf Pankheim hob das Augenglas:„Plebs!" Im Hinausgehen stieß er aus den Mann mit der Frühschoppen- stimmung. Sie begrüßten sich. Sie lachten. Sie stiegen die Treppe hinab. Ich schaute durch ein Seitenfenster auf die Straße. Dort gingen sie. Sie lachten noch immer. Vor ihnen her ging eine Alle. Sie lächelte auch. Mir war, als sähe ich die Lippen sich bewegen: „Also san S' net bees, Herr...." Plötzlich war es mir, als wären es der Pankheim zwei dort unten, drei der Königer. Und jetzt— waren«s nicht fünf von jeder Sorte, die da lachten? Und rain— Ströme von Lachenden zogen untergefaßt durch die Straßen. Auch di« Dienstmagd Pfen- ninger hatte sich vermehrt. Mehr noch als die anderen, viel mehr. Ganze Prozessionen Pfenningers. lächelnd« Pfenningers querten die Straßen. Auf einmal wußte ich es. Wußte es für mein ganzes Leben: die Welt ist aufgeteill und wind es bleiben, in lachende Da- vongekommen« und lächelnde Betrogene. Die Direktionstür schlug zu. Der Prokurist kam aus dem Zimmer des Generaldirektors.„Meine Herren", sagte er beherrscht. „ich werde dafür sorgen, daß Sie Ihre Stelle und Gehalt für dieses Jahr noch vom Konkursamt zugesprochen kriegen— Sie alle, meine Herren— Sie auegenommen." „Ich?" stammelte ich. „Ja, Sie. Sie haben versucht, die Konkursmasse um vier. taujendsechshundertfünsundachtzig Mark zu schädigen." 9tans Stauer: Vieine ölfenltiche&ernSpvecliiteUe Im Telephonbuch bin ich als Besitzer eines Fernsprechers ver- merkt, aber das Telephoirbuch gibt die Wahrheit nur unvollkommen wieder: Der Fernsprecher ist Gemeineigentum. Er gehört nicht mir, sondern mehreren Bewohnern der umliegenden Häuser, unter be- sonderer Bevorzugung meiner Hausgenossen. Es hat sich unter diesen Umständen ein lebhafter Verkehr in meiner Wohnung eist- wickelt, der gegen neun Uhr morgens, wenn ich noch im Bett liege, beginnt, und erst in den späten Abendstunden endet. Als meine zahlreiche Tekephonkundschaft sich das erstemal meines Apparates. der längst der ihre geworden ist, bediente, richtete sie unter schmeichlerischem Lächeln die hösliche Frage an mich:„Dars ich viel- leicht einmal telephonieren?" Schmeichlerisches Lachen und Höflich- kell sind geblieben, aber die Frage selbst lautet fest langem:„Ich darf doch mal telephonieren!", und wenn sie gegenüber der früheren Formel auch nur minimal abweicht, so hat sie mit einer Frage lediglich noch den Tonfall gemeinsam: im übrigen ist sie durchaus rhetorisch gemeint und nicht als die Erforschung einer Geneigtheit, sondern als die Feststellung eines Gewohnheitsrechtes aufzufassen, das sich herausgebildet hat. Das Telephon steht auf meinem Schreibtisch und dieser ist mit mancherlei Papieren übersät, mit Privat- und Geschäftsbriesen, Zustellungsurkunden, Zahlungsbefehlen, Klageandrohungen, die sich in der Eil« nicht mehr zusammenraffen lassen: aber das ist auch nicht nötig: Aus den schielenden Blicken, die meine Telephonierer aus die papierenen Enthülle r meiner finanziellen Berhällnisse und privaten Verbindungen werfen, ist unschwer zu erkennen, daß sie diese Art Lektüre, keineswegs verschmähen, sondern als durchaus willkommene Komplettierung ihres Wissens betrachten. Nach dem Telephonat bekomme ich zehn Pfennig auf den Tisch gelegt. Dividiere ich die Anzahl der monatlich geführten Gespräche durch die Kosten, die der Besitz des Telephons mir monatlich verursacht, so komme ich auf einen weit höhere» Preis für das einzelne Gespräch, aber ich habe es längst aufgegeben, die Bewohner meines Hauses davon zu überzeugen, daß ich keinerlei Vortell aus dem Zehnpfennigstück ziehe, das sie mir zudenken. Sie bxingen nicht gerade mit Worten zum Ausdruck, daß ich mich an ihnen bereichere, aber sie lassen sich doch deutlich anmerken, daß sie in mir einen Ausbeuter sehen, der unter nichtigen Vorwänden das Telephonmonopol, das er rundum besitzt, zu schäbigen Erpressungen mißbraucht und mit mühelos ver- dientem Geld« sich ein sorgenfreies Leben verschafft. Sie hatten es unter diesen Umständen für selbstverständlich, daß ich einen Teil meiner Schuld dadurch abzutragen versuche, daß ich sie an den Apparat hole, wenn sie telephonisch begehrt werden. Aber wenn mein Telephon es auch mit sich bringt, daß der Teppich meines Arbeitszimmers abgetreten, die Ruhe meiner Woh- nung vernichtet, meinen Beinen viel Lauferei zugemutet wird: feine Oeffentlichkeit bringt auch Vorteile: Ich darf das Fenster geöffnet halten, wenn ich den Lautsprecher angestellt habe und nach 10 Uhr noch in meiner Wohnung tanzen. Niemand bringt mir seine Miß- stimmung darüber zum Ausdruck. Man will es nicht gern mit mir oerderben. Man denkt sich Situationen aus, nächtliche Ueb erfülle zum Beispiel, bei denen die Bersagung des Telephons zu einem Schickfalsschlag werden tonnte. Allerdings ist zu sagen, daß ich auf den Lautsprecher pfeife und mir einen Teufel aus dem Tanzen, gar aus dem nächtlichen, mache: Aber was tut man nicht alles' für das Bewußtsein, � die Hergäbe seines Telephons an den Empfang einer Gegenleistung geknüpft zu haben! a£eUgenöiiiiche ZDokiorarbeUen Vor mir liegen die Dissertationen einiger Politiker unserer Zeit, und wenn es auch wahr ist, daß Stresemann eine Persönlichkeit wurde trotz seiner Doktorarbell über Flaschenbier, ein wenig gibt doch die Lektüre dieser Schriften, ja schon der Themen, Aufschluß über das wahre Wesen, über Wert und Scheinwert dieser Männer. Nicht immer erkennt man an diesen manchmal reichlich grotesken Erst- lingen die berüchtigte„Klaue des Löwen". Sehr oft spürt man nichts anderes als eine gehörige Portion Eitelkeit und dilettierender Wissenschaftlichkell, die schon auf manchen späteren Weg oder Irr- weg ihres Verfaffers hinweisen. Alfred Hugenberg untersuchte 1888 als„Referendar in Hannooer" die„Befiedelung der norddeutschen Moore". Wer sich etwa vermessen will, diese Arbeit durchzulesen, fei hiermit gewarnt, er kommt nicht über Seite 2 hinaus. Der Schulmeister Josef W i r t h schreibt als braver Mathematiker„lieber die Elementarteiler einer homogenen Substitution". Titel und Inhalt dieser Schrift stick» für den Laien dunkel und verworren, ebenso wie mancher spätere staatsmännische Weg dieses Pollliters, der auf Selle 30 seiner Arbeit ahnungsvoll eine Kolonne von Nullen errechnet. Und nun kommt an die Reihe Horace Greely Hjalmar Schacht, der — auch später kein glücklicher Mann der Praxis— über„den theoretischen Gehalt des englischen Merkantilismus" doziert. Otto G e ß l e r, der ewige Kandidat, wähll ein Thema, das heute aktuell wäre:„Die budgetrechtliche Bedeutung der Staatsausgaben nach bayerischem Staatsrecht." Rudolf B r e i t s ch e i d holt weit aus. Ihn interessierte 1839 noch„Die Landpolitik in den australischen Kolonien". Brüning hat erst im zweiten Kricgsjahr den Doktor- Hut erworben mit einer Abhandlung über„die wirtschaftliche, ge- setzliche und finanzielle Lage der englischen Eisenbahnen". Heute hat er andere Sorgen. Reichsbankpräsident Hans Luther be- handelt das wunderliche Th»na:„Die Zuständigkeit des Bundesrats zur Entscheidung von Thronstreitigkeiten innerhalb des Deutschen Reiches." Des Inflationskanzlers Wilhelm C u n o s Doktorarbeit wirkt wie ein Symbol seiner späteren Berufung:„Uebergang der Gefahr bei Gallungsschulden." Wilhelm Külz fchien 1900 noch militärischen Ehrgeiz gehabt zu haben. Seine Doktorschrist heißt: „Die Feststellung der Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres rechtswissenschaftlich dargestellt." Zuletzt sei Paul Josef Goebbels nicht vergessen. Er, der Sohn des Standesbeamten Kaspar Goebbels und seiner Ehefrau Philomena geb. Prayon(!) aus Düren, hat bei— Friedrich Gundolf(Gundelfinger!) in Heidelberg am LI- April 1922 promoviert. Ihm war es vorbehalten, den trotzdem unbekannt gebliebenen Dichter„Wilhelm von Schütz als Dramatiker" zu entdecken, und damit, wie er glaubte,„einen Beitrag zur Geschichte des Dramas der romantischen Schule" geliefert zu haben._ Dr. Willy Blumenthal. SSeim heiligen Stahn des SSuddha Die Abgeordneten der kürzlich in London abgeschlossenen Birma- Konferenz erhielten auf ihrer Rückreise von dem Gouverneur von Ceylon die Erlaubnis, den heiligen Zahn des Buddha zu Kandy zu besichtigen. Diese Reliquie ist eins der größten Heiligtümer der Well, das von allen Buddhisten verehrt wird. Millionen von An- hängern der Lehre Buddhas aus allen Teilen der Welt pilgern zu dem„Tempel des Zahnes", in dem dieser angebliche Ueberrest des Religionsstifters, eingeschlossen in den Innersten von sieben kost- baren Kästen, bewahrt wird. Aber nur wenige dieser Pilger haben den Vorzug genossen, die Reliquie zu sehen, denn es wird ihnen nicht gestattet, näher als drei Meter an den heiligen Schrein her- anzutreten. Wie ein Teilnehmer der jüngsten Besichtigung erzählt, wird man durch ein dunkles Treppengewirr, das erfüllt ist von dem betäubenden Duft der tausendfältigen Blumenspenden, im Gänse- marsch bis zum obersten Stockwerk des Tempelbaus geführt.. Hier tritt man durch eine goldene Pforte in einen kleinen Raum ohne Fenster. In der Mitte erhebt sich ein großer goldener Schrein, in dem sich sechs andere mit Juwelen besetzte Kästen befinden,.und. in dem innersten ruht der heilige Zahn in einer goldenen Lotosblüte. Drei buddhistische Mönche halten bei dem Schrein Wache, und jeder Pilger tritt bis auf drei Meter heran, beugt das Knie, berührt mit seiner Stirn zum Zeichen der Verehrung den Boden und wird dann aus dem Raum herausgeführt, um einem anderen Pilger Platz zu machen. Solche Besuche sind nur zu gewissen Zeiten ge- stattet, und die Ankündigung wird in allen buddhistischen Ländern mit großem Eifer aufgenommen. Zahlreiche Pilger rüsten sich zur Fahrt, und in langen Reihen stehen sie vor dem Tempel, Manchmal müssen diese Verehrer des Zahnes zwei Tage und noch länger in Reih und Glied warten, bis sie zu dem Schrein vorgedrungen sind. Den Zahn zu sehen, wird nur wenigen Auserwählten erlaubt. Die Berührung ist noch niemals gestattet worden. Als der verstorbene König Chulalankorng von Siam Kandy besuchte, um seine tost- baren Gaben dem Zahne darzubringen, wurde ihm seine Bitte, die Reliquie berühren zu dürfen, abgeschlagen, und er verließ wütend den Tempel und die Insel mit sämtlichen Geschenken, die er mit- gebracht. Dem heiligen Zahn Buddhas werden übernatürliche Kräfte zugesprochen: so glaubt man z. B., daß Ceylon, solange er sich auf der Insel befindet, von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen verschont bleiben wird. Was macht am meisten OZrm? De, Messungen, die 24 Stunden hintereinander auf Veranlassung des Berliner Heinrich-Hertz-Insti- tutes für Schwingungsforschung auf dem Potsdamer Platz in Berlin vorgenommen wurden, wurde festgestellt, daß das lauteste aller Geräusche das Knattern eines Motorrad?» ist. Aber der gesamte Berkehr am Potsdamer Platz'ist nicht lmtt»r als der Lärm in einem Rechensaal des Pastlcheck-'mtcs, in weV'em 230 Reckienmafchinen arbeiten, und wesentlich leiser als der Radau in der Untergrundbahn, der den höchsten am Potsdamer Platz ge- messenen Tageswert noch übertrifft. ?» den Filma'ellers in Hollywood sind im Laufe der legten fünfeinhalb Jahre Sö Menschen getötet und 10 794 oerletzt worden. Unfälle ereignen sich etwa fünfzehn täglich. PER/ISmN�TEPPIC� Iqes.eescn. reine wolle m. Haod«ronie, gelreue Copien [von Parser-TeoBichen ca IGcrdinenstaffe Allraumöardine Hunsheiaeindonftren AOC bednjcttcai30crnbrtMfcyf49y n mg, volle ichalDryte, Dlwcndedcen ...... iÜHPWil ! doppeiseit-sciwe' 1 Plujchgei'eSe.fer. ) sera.fnoa.Mu5f. I Boucie-Läuferstoffe_-- �-, ÄX- Äj35|pE RÜSTAN-TEPPICH E! 6a"• Bhh 0�5 fleuch- rptn x�K�SASMAWAt W�MG M�WSS l.ONcj�cZU§- Ooi-clinsn M't Volon» in volan �»»sukrungsn und Faiben« auch weiß, bis 70 cm breit•••••••••••••■•••••••••«« Mtr. Pt> Halbstores mit Fransen« halibaie Gitterstoffe mit Einsatz und Fransen, weiß und ecru, ca. 200 cm hoch............. Mtr. Fi. Rollo-Köper 130 cm breit« weiß eKenbein und cremetai big. schwere Qualität, Mtr. Pf. M 68 98 Plüsch-Vorlagen schwere Velour- Qualität, med und Ptrsei-Muster. Größe l00x5C f Rips-Teppiche nur medurn» Deisim, KaltoarM Jute Guwub«. Groß« es. 200 x 300 13,75 GrfiO« ca. 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IZtd Ahr. len Sihur gsiaal de« verberndsbaul».. cin enstr. 8Z 83 «Ifen», exeiuw. meuois«;.. Karussell- und Bodrw«rk»dr«der, Schraubendreh" Ruadschl-iser, Elnricht r, Aulomaieneiurtchter, Rohrle-'er und Ro/rlegerhets vkoo'ag. de» 20. Zkebruar. nad ro b Ahr. in Ewald» Eereins fcaus, Ltalitzer Slrasje 126 Brap.öscn-VcrsaK;smanö aller COrtlcr. Monicore, Kronen. ttb ouoi und.Kica-pner, Monlltrtr nnc» und Bronxieierinne» Tagesordnung! 1. Berickfk 2. Branckenangelegendeiien. S Derichiedenes. Ohne lliaig iedsduch lein?,utritt Zahlreicher tciudi wird«mattet- CUnslog, ben 1. Mckrz. udsnvs 2 Adr. im Dertaudsdaas, Loa» U. EliSsser Str. rS«». Eiug.». vrLi!«!'k�-VerkSMn:>vris S-llcHlremooiicre v. Keller Tagesordnung: 1. Dranckmangeiegenheiten. L. Berichiedene». lfl!»e il, iigiiedsduch kein Zutritt. Das Erscheinen oller Kollegen in d eser Lersauunlung ist Pflicht. »cktuvst»aitllnüi kr. rcZ!« Cer KasAineB'. anlo-, Motoren sdüosser und BCEBralt rsAloiser Die Vrb«it»lof«aversomm!uug ffndel diesmal am MUlwoch. dem 2. Mörz 1932 im v.rbaadshausr, Linien- sirosj. 83/83, an chilehend an die Wahl- lörreroerfammlung statt. In Zukunst finden die Brancken-Ter- sawmlungen illr die arb« laloien Kollegen rege mäßig srden ersten Donnersiag im A.onal um 2 Uhr im Berdandshailse stall SAtEcS. 16. BezItUI S e Vertrancn.wöuurr-Qouferanz de» 10. S.jlcl» finde! umstchntedaidcr nicht am M»i!roch. dem 2. Mär», sondern Donnerstag, den 3. März, Lokal von Sachs«, Lindower Siraße ZS. statt. VI« Ortsverwallung. Gesenkte Fes mieten! Helle, bonniße w» b s 3*/» Z mmerwot'nungcn mr allem Komfort auch Geschä tsiäden) in versch edenen Stadtteilen vermietet billitz die HetiRStätteR-ccscHschan„Primus" m. ü.h. De i.n-�rinickcncio' t-O.« Berner Strafe 31«. Gute Aboag- und Straßenb�hnverbindunpfcn! 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Zutritt haben nur diesemgen Milglieder. die im Berdandfiduch die Beruss- tezeichnung haben.!llr weiche die Beriammiungen embentten sind Ohne Mitgliedsbuch»od Ardeiksloseakorl« kein Zukrlk«. ACHTVHGl Wir vermieten Ii/,, bis di-VKImmerwolfnungct» in schönster tage von Berlin Korden, AM GOETHEPARK Beste Verbindung mit U-Bahn Bahnhof SeestraBe, Elektrische Bahn und Autobus. Die Wohnungen sind äul'erst geräumig mit Bad, elektrischem Licht Ofenheizung, Balkon resp. Loggien versehen. r/2-ainmßrwoJn. v.RM 58.- bis RM 83.75 2-ZlmmerwohD. v. RM 70.- aufwärts 21'2-ZiißiDerwGhn. v. RM 70.- bis RM 78.- 3- u. 3'/--„ V. RM7K.- bis RM 180- 4'/2-ZilUliierwgb!t. v. RM 98.- bis RM 110.- Keinerlei Nebenabgaben i VermlrtanK-büro: SanstharstrnOe 31 Oe.chäfCKBtanden t wochentägl v 10-7 Chr Sonntags v.«1-3 Uhr Telepliom Wedtlin«; 3041. Vcrm'etnud.bOro und I.UtBosv>t73H H.aptverw.UangsbOro Fraoike'sdie Grmidslötksverwaitnng C>. in.». Ii. BERLIN W 35, AM KARLSBAD 16 WdSiWlMW mit«O!>!W Bifteö. 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Februar 1932 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2»«rinn« ,n 25000 M. 27531 2»«ciitnuu 10000 W. 23515 4»-Winne|u 5000 W. 132415 391683 22 Searinn«»> 3000 M. 632 36342 61057 S9333 93755 126133 190129 283801 359190 386854 390671 52»ewinn,>. 2000 M. 24046 32500 66583 72358 85900 100308 1 09391 180273 182049 183026 164022 186914 168129 193127205702 212992 221100 230001 283444 278871 234844 286130 299416335760 367502 379740 133««nrinnuu 1000 At. 7444 11346 11371 12569 14804 25828 23929 47265 56030 60627 66427 7 171 7 72655 75292 78505 90595 90736 99691 102016 105326 107430 109031 118361 117305 13584.3 137564 144613 147302 152160 175659 181229 181618 182931 184226 184912 197497 200800 208859 225955 231093 236414 239448 242592 243629 244739 252534 256270 259713 264570 282416 285479315477 317188 324915 329147 330609 342240 346575 349294 357832 358366 362615 364002 376456 377149 383296 389777 394935 152»«toinn« tu 500 M. 2137 9236 13234 17084 19825 35368 35660 38655 41304 43338 43634 57908 63761 66005 66710 67006 74390 7481885617 110296 130054 130370 132006 139924 140904 1 5671 3 169899 160725 173654 178536 186637 194657 196187 199585205239 305333 208030 203392 207041 226957 235683 239107 339336 240801 249640 251033 253891 255524 239394 269221 269313 274696 874918 287387 287851 293535 298037 298471 299044 301725 303664 31 2337 319431 335429 337879 358045 362803 366592 370444 371457 374049 385973 386136 396753 397054 397063 3r der Heuligen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 Dl. gezogen 2»enrinn» m 25000-n. 192035 2»«orinne su 10000 M. 321521 8 S-h-ina- m 5000 M. 235926 333275 394974 396936 14 s««itir.- iu 3000 W. 79649 82101 109623 110038 161973 193353 220331 38«-Winne ,u 3000 Dl. 39486 103833 144120 152426 158293 138974 168970 165425 185621 205427 213683 233454 302685 318944 323135 369601 377055 392535 ---»10t 72®ei 118997 I 18:408 1 Gewinn, 1000 M. 43079 62266 66558 70855 80742 87 - 142968 145022 154290 155987 172569 176505 178531 186 .................................. S 268370— 191095 199600 230533 232994 236708 2561 274764 279341 2302/8 291 163 305087 344090 350 389197 398773 309001 118®«»mn« ,n 500 M. 19598 28615 29099 35285 39064 83472 71288 112698 125398 135837 141260 168549 160048 160322 172030177764 188522 188005 194939 197349 217870 223020 223510 231 128 237233 250502 257884 263037 2S6123 267536 267809 268691 272176 274773 277929 282286 289263 289440 291893 293397 295484 303866 316958 S22382 330354 337861 339230 343560 347822 353931 366033 373661 377025 377747 378298 384940 386584 392074 397886 Im©eminnrabe verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 3 E?» -winne zu je 200' 100, 8 zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000. 4 zu je 50000, 10 zu je 25030, SO zu je 10000. 216 zu je SOoO. 432 zu je 8000, 12 0 zu je 2000. 2172 zu je 1000. 4066 zu je 500, 117öS zu je 400 Mark. Bettköjier grau potgestreift federdichl 120cm breit Mtr. 1.45 80 cm breit. 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Februar unser lieber Kollege, der Gauleiter e Eugen Junghans Wir verlieren in dem Verstorbenen einen guten Kollegen, der in nimmermüder Arbeit seine reichen Erlahrungen in den Dienst unseres Verbandes stellte. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten Die Gauleitung des Gaues III Berlin Die Ortsgruppen- und aezirksleitung Berlin Die Beerdigung lindet am Montag, dem 29. Februar, I 3«/, Uhr (mittags Vit Uhr) von der Leichenhalle des Zentraliriedhoies m Friedrichs elde aus statt. Am Mittwoch, bent 21. Februar, abenb« 7 Uhr, starb nach langen, schweren Leiben mein innigstgeiiebler Mann unb guter Papa, mein lieber Eahn Faul Unglaube Im Alter von 35 Jahren. Dies zeigt tiefbetrübt an im Namen bcr trauern ben Kintrrbliebenen Marie Unglanbe gev,«ummer. Einäicherung am 1. März, nndnn. Z Uhr. im Krematorium Gericht kiraße Danksagung Für bic beim Ableben uii|ttct lieben Tochter unb Schweftcr Hilda Urban erwiesene Teilnahme lagen mir allen Genossen tmb Genassinnen der SAJ. unb der 132 /133. Abt. unleren herz» lichsten Dank. Familie Paul Urban V u ch h o I z. Deülsctier Metallaibeiter-Veriiand Verwaltangssiellc Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern nur Nachricht, daß unser Kollege, der Schleifu Hans EckeU geb. 3 Oltobct 187L am 24. Februar gestorben ist Die Einäscherung sin bei am Man- tag, bem 2« Februar. Ig Uhr, im Kre- matorium Derichlsirabe Üalt. Rege Beteiligung wirb erwarte!. Nachruf. Am 22 Februar starb unser Kollege bcr Echlostcr Karl Schmidt geb. 21. Mai 1331. Die Beerbigung hat bereits statt- gefunden. Ehre ihrem Anbenken!■ Ol, Ortvrerwallung. li Am 26. Februar verstarb im Alter von 39 fahren nach schwer er Krankheit unser lieber Kollege und Mitarbeiter, der Zeitungsfahrer Fritz Naujokat Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. Das Personal des Vorwärts-Verlages Am Donnerstag, dem 25 Februar, T/t Uhr vormittags, verschied nach kurzem schweien Leiden mein innigstgciiebter, herzensguter, treusorgender Vater, der Krankenkassenangestelile Friedrich Schieß im A ter von 58 Jahren Dies zeigt tielbetrübt an mit der Bitte um sti e Teilnahme Waller Schieg als Sohn. B c r 1 i n N 58, Schlieman nstr 45 z. Zt. bei Herrn Geoig Müller. Sellerstr. 15a, III Die Einäscherung rindet Dienstag, den 1 März, 18Vi Uhr, im Krematorium Gerichtstiaße stait Allen Genossen, die uns in unserem großen Schmerz um den Verlust unseres geliebten Mannes und Vaters, des Siadlverordnelen Rechhanwali Dr.sieglriedWelnDerg ihre wohltuende Teilnahme bewiesen haben, danken wir von ganzem Herzen. In tiefster Trauer Frieda Weinberg geb. HirsA Rudolf Weinberg. Berlin C2, Klosterstr. 65/67. \fenn wir Sie sprechen könnten würden Sie onbedlnst Ihren Bedarf Im Herren- und Damen-Sfoffen bei ans decken. Verltagea Sie sofort Mwetotw Lehmann A a««niy Sprambarg I. L. 230 bbttM iKWundliiia ail mw ruttaM. Am 23 Februar, 21 Uhr. entschlief laust nach langem Leiben unlcre derziensguie Mutter. Schwieger- unb Großmutter, Schwägerin unb Taute Chrlstiae Kittelmaan geb. Kergel im 7g. Lebensiahre Sie salgte uuierem tieben Vater nach oier Wochen in ben Tab. Im Namen ber Hinterbliebenen Geschwister Kitlelmann. Die Einäscherung iindet am Diene- ta'. bem t. März s1» Uhr. im stre- maiorium Baum'chulenweg stau Danhsagung. Für bie uns so ehrenbe Anteil- nähme an unserem Ichwcren Bertufte sprechen wir au> biesein Wege allen Voiwanbten. Freunden uns Be» tannlen, insbesondere dem Deutschen Baugcwerksbunb, ber Sazialbemo- iratischen Partei, bcr Wohlsahrts- iommisflon des 237. Bezirks, ben Mietern des Hauses Preutlauer Allee 26 sowie, dem Herrn Rcbue« des Deutichen Freibcnkerverbanbcs unseren allerherzlichsten Dank aus Elite Korlbe und Kinder. UNZEN kauft BALL— Berlin UNZEN handlung WIIhblmttrbBa 44 Elm 1,,'� Betten is,hÄ Kinderb., PoUtor, ChalseL, an joden. Teils, Cctolos frei. Ei»enmöbalfabrik Suhl(ThärJ innunoskrankenkasse d. luvellere, Gold- u. silberschmiede(Zvanes-) Innuna zu Berlin. Bekanntmachung. Am Moutaa, dem 7. März 1332, abends V.-ti Uhr, findet im Lotai von Schulze. tieriin S 11. Stallschretbcrstrahe ö. eine außerorbentiichc Ausschußsibung statt, zu bcr hiermit eingeladen wirb. Tagesordnung: i. Beriefen der Nieberlchrift von bcr letzten Sitzung 2. Ea-ungsändsrnng 3. Berschiebenes. Oer Vorstand: Max Rost Hugo Hertz Borfitzenber Schtistlührer Anserale im $ Vorworts ichern Erfolg! Preltabbau! Reellste Qejugsquelle! Neue Gänsefedern wie ooa ber Dons gcruplt. mit Vellen Daunen, bopv. gereinigt, Pfb Z.— RI., bieleiben, belle Qualität. 3.50, nur ll. Federn Halbdaunen 4.40, n.t. Daunen 0.25, gercinigte. gerifs Federn u> Daunen 3.50 u. 4.50. hochpa. 3.76, aller- leinste 1.—, la Bollbaunin 9.— unb 10.—. 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Sie reiht sich geschlossen ein in die Eiserne Front, um gemein- sam, Schulter an Schulter, mit den Aelteren für ein freiheitliches, soziales Deutschland zu kämpfen. In Köpenick hatten sich die Jungbannerformationen des Reichsbanners Schruarz-Rot-Gold, die Jungen und Mädel der Sozialistischen Arbeiterjugend und der freien Gewerkschaftsjugend sowie die Iiigendmitglicder des Arbeiter- turnoereins„Eiche" zu einer Jugendkundgebung gegen den Faschis- mus im Stadttheater Köpenick zusammengeschlossen. Die ganze Ver- anstaltung war allein von der Jugend für die Jugend gestaltet worden. Die Zusammenstellung und die Abwicklung des Progranuns zeugten von der Hingabe und dem leidenschaftlichen Eifer, mit denen alle ans Werk gegangen waren. Die Leitung der Kundgebung hatte der Jungbannermann Paul Hasche in Händen. Darbietungen des Reichsbannertambourkorps unter Leitung seines Dirigenten S ch ö tz a u wechsellen ab mit Rezitationen, Sprcchchorvorträgen und gymnastischen Darbietungen, die von den Jugendmitglicdcrn des Turnvereins„Eiche" ausgeführt wurden. Der Gaujugendführer des Reichsbanners, Rudolf B r c n d c- mühl, begann seine Rede mit der Feststellung, daß Josef Goebbels, der am Tage vorher in dem gleichen Saal wieder einmal von den vernichtenden Schlägen gegen das„System" gesprochen hatte, im Reichstage eine neue parlamentarische Schlappe hat einstecken müssen. Durch die Entscheidung der sozialdemokratischen Reichstags- frattion sei für die nächste Schlacht gegen den Faschismus, für de» Reichspräsidentenwahlkampf die Parole der großen Arbeiterpartei gegeben. Sie heiße: Wir wählen Hindenburg, um Hitler zu schlagen. Goebbels habe in seiner zynischen Frechheit ge- wagt, die sozialdemokratischen Kriegsteilnehmer, deren Leiber in den Schützengräben verbluteten, als er ruhig und sicher in seinem Studierzimmer saß und die Hunderttausende, die, wie der sozial- demokratische Reichstagsabgeordnete Frank, im Felde gefallen sind, als Deserteure zu beschimpfen.(Stürmische Pfuil-Rufe.) Wir jungen Menschen sind frühzeitig vom Leben hart angefaßt worden, und haben sehr bald lernen müssen, die Dinge real zu sehen. Wir wollen die eifrigsten Trommler der Republik in dem großen Ent- scheidungskampf für die Erhaltung der demokratischen Staatsform. für die Schaffung des sozialen Volksstaats sein. Einer für alle. alle für einen, ist die Losung! Hinan— vorwärts— hinan, und dos große, das Werk ist getan! Das von der Versammlung begeistert angestimmte llampslicd von der jungen Garde des Proletariats beschloß die Kmidgebung. Berlins Gommerfchau entsteht. »Sonne, Lvfi und Haus für Alle!" im Werden. In aller sich am Kaiserdawm eine weiteste Kreise T■' Raße interessierende Veranstaltung, die >öw,■ i 1Ö32„Sonne, Luft und 5?aus für g wird in der Zeit vom 14. Mai bis ■- i-'.m behandeln, die gerade im gegenwärtigen Zeit- oou weitgehender B'�cutung sind. So zeigt zunächst die wruppe„Das wachsende haus" den Interessenten, wie man sich für 2 Süll Mark ein Sommer und Winter bewohnbares kleines Kernhaus schaffen kann, um später nach Vedürstns und Vermögen eine oder zwei Altbauten organisch hinzuzufügen. Nicht weniger als 30 fix und fertige, bewohnbare Anbau häufer werden in den Stadien ihrer Entwicklung auf dem Ausftellungs- Freigelände errichtet. In einer zweiten Gruppe wird die ebenso zeitgemäße wie wich- tige Frage des Kleingartens behandelt. Auch hier begnügt man sich nicht mit Darstellungen, Tafeln oder Bildern. Man führt 2 2 Kleingärten, einen jeden rund 3 0v Quadrat- meter groß. aus. Jeder Garten birgt außerdem das dem Charakter der Anlage entsprechende Gartenhaus. Hier wird man zum Teil völlig neue Typen von Gartenhäusern sehen, deren montagefertigen Einzelteile schon von 140 Mark an zu läufcn sind. Die Kleingärten, deren beste Pflege nach Beendigung der Ausstellung prämiiert wird, werden von Mitgliedern der lüein- garten-Vereine bewirtschaftet. So wird man sehen Gemüsegärten, Obstgärten, Blumengärten, Gärten für Kinderreiche, Gärten für Tierliebhaber usw. Diese Gärte» werden sich um eine große Spielwiese gruppieren, auf der die Klcingarten-Vcrcinc und Jugendorganisationen während der Dauer der Ausstellung Spiele und Bewegungsvorführnngen zeigen. In den sechs Hallen rund um den Funkturin endlich wird die Abteilung „Das Wochenende" mit den Gruppen„Woche n- ende der Frau" und„Parzelle und Haus" untergebracht sein. In dieser letzten Gruppe werden neben 6 ausgeführten Parzellen-Häusern(Wochenendhäusern) die Besucher praktische Borschläge zur Errichtung von Wochen- «ndhä usern unter Verwendung vorhandener, normalisierter Konstruktionsteile sinde». Wesentlich ist, daß man bei allen Dar- bietungen der großen Berliner Sommerschau neben dem eigentlichen Ausstellungsobjekt den genauen Preis und die Beschaffungsmöglich. keit verzeichnet finden wird. Das Haus zur««Grauen Laus ** 55 Die Geschichte einer Mietkaserne Es gibt Häuser, die ihren besonderen Namen habe». Wir wollen eines besuchen, das den Namen„Grans Laus" führt. Hier ist unschwer zu erraten, was es mit diesem Spitznamen für eine Bewandtnis hat. Eine jener Mietkasernen der Millionenstadt, wo die Häuser am dichtesten stehen und die Straßen am engsten sind, wo Staub und Dreck und Lärm die Stelle von Licht, Luft und Sonne vertreten. Hier wohnen die Menschen beinahe auf- statt nebeneinander, hier ist der Begriff„Arbeit" lange zum Fremd- wart geworden, denn da ist nicht nur einer, sondern da gibt es eine ganze Reihe, die seit 1928 die Hände in den Schoß legten. Ein Haus mit 60 Mietparteien. Die„Graue Laus", ein Haus in einer der Seitenstraße» des Berliner Ostens, könnte für den Hauswirt eine wahre Gold- grübe sein, weim... Da hausen also in zwei vierstöckigen Quer- gcbäuden pro Stockwerk sechs Parteien, insgcsanu 4S Familien. Dazu lonnnen die Bewohner des vierstöckigen Vorderhauses, das sind nach einmal ap die zehn oder zwölf Parteien. Alles in allem bll M i e t p a r t c i e n, die Untermictcr und Kinder nickst mit eingerechnet. Bei aller geschickten Raumnutzung— auf sechs Parteien kommen beispielsweise bloß zwei Klosetts, und es gibt im Haus weder Boden- noch Kellerräume— fehlt fortwährend irgendwo eine Monatsmiete und abwechselnd müssen Haupt- oder Untermieter räumen: nach dem unerbittlichen Gang der Dinge zahlt naturgemäß erst mal der Uniermieter dem Hauptinletcr keine Miete, so daß es mit der von diesem beabsichtigten Mietentlastung wieder einmal Essig ist. Es ist ein unlösbares Rechenexempel, wie von der stets im Sinken begriffenen Unterstützung der selbst zu bestreitende Mieteanteil herausgcwirtschaftet werden soll, und so ist auch m der ftrsusn im Kampf I Cegen Faschismus und Bürgerkrieg! Für die„Eiserne Front" Am Donnerstag, dem 3 Märr, um 19 Uhr, im großen Saal des ,, Lehrervereinshauses" am Alexanderplatz Ceffentl. Frauenkundgebung Es sprechen: Für die Sozialdemokratie Genossin Johanna Reitze, MdR.- Für die freen Gewerkschaften Genossin Frida Gladosch- Fürdie Freien Arbeitersportierinnen Genossin Aenne Wolter Fahneneinmarsch der Genossinnen— Rezitationen: Genossin Martha John— Musik: Freie Sport- und Musikvereinigung „Grauen Laus" ein ständiges Kommen und Gchen, wenngleich gerade hier der Hauswirt so lange wie möglich ein Auge zudrückt. Aber was zu viel ist und zu lange währt, das mutz eben mal geändert werden, und so trat der Mann eines schönen. Sprechtages mit einer siebcnköpfigen Schuldnergruppe an der Wohlsahrtsstelle an und schüttete sein hauswirtlichcs Herz aus: Stühle, die nachts aus dem Fenster hängen. Das, was sich hier Wohnung nennt, besteht aus einem großen und einem kleinen Zimmer, wovon das kleine vermietet wird und das große nebst Küche der zahlreichen Familie als Wahn-, Eß- und Schlafzimmer dient Nun ist die Bellenfrage hinsichtlich Anzahl und Zlufftellungsmöglichkeit ein unlösbares Problem: daß einer für sich allein ein Bett besäße, kommt natürlich überhaupt nicht in Frage; es teilen sich zwei, drei und noch mehr in den Besitz einer Bettstatt Dann müssen zur Nacht die Möbel vollkommen nmgc- räumt werden, und es bleibt vielfach nichts anderes übrig, als die Stühle wegen Raummangels nachts aus dem Fenster zu hängen. Da liegt jetzt ein Antrag von Paul K. aus dem dritten Stock im Qucrgebäuöe vor, auf dem zu lesen steht:„Meine Frau erwartet jetzt in diesen Tagen das fünfte Kind, wir haben keine Bett- stelle und keine Bettwäsche, nicht ein Stück Kinderzeug, nichts." Und als der Prüfer hinkommt, da ist alles noch viel ärger, als er es sich vorgestellt hat, und es muß schleunigst geholfen werden. Der Mann ist zwei Jahre arbeitslos, körperlich elend, wiegt ganze SlZ Pfund, die Frau noch elender. Nicht Freude, sondern Verzweiflung herrscht über den reichlichen Kindersegen. De? Mann tobt und schreit:„Komm mir man ja»ich wieder mit solch nein Jöhr." Der Zehnjährige kreischt:„Dem kleen Aas wolln ma man jleich den Hals umdrehn, Vata, wir ham ja selbst nischt zu fressen." Die Frau und Mutter, Trägerin aller Sorge und allen Leides, ist verzweifelt: sie ist nicht nur seelisch, sondern auch körper- lich vollkommen herunter, Schutzmittel versagen bei ihr schon... Wenn der Frühling kommt.... Jeder Mensch hat seinen eigenen Frühling, und in der„Grauen Laus" sieht er so aus: Da zieht in den Februartagen der Gänse- s ch l ä ch t e r aus dem Laden unten setner Wege und überläßt sein Revier dem E i s f r i tz e n, der wiederum seine Existenz durch kräftiges Bemalen der Schaufensterscheibe dem werten Publikum kund und zu wissen tut: dies allerdings in einer Zeit, wo uns das Baronieter noch allerlei lleberrafchungen unter dem Gefrierpunkt zu bieten hat. Dami macht sich in den wärmer werdenden Tagen die Gegenwart des H e r i n g s h ä n d l« r s bzw. seiner Ware recht unangenehm bemerkbar, well die im Hof aufgestellten Tonnen mit der Heringslake einen penetranten Geruch verbreiten.„Einfach nicht auszuhalten" würden die Menschen aus Berlin WW. stöhnen, aber die Sinnes- und sonstigen Organe der Bewohner der„Grauen Laus" find widerstandsfähiger! Gevering bei den Polizeioffizieren. In der„Gesellschaft der Freunde" in der Potsdamer Straße hielt die Bereinigung der Polizeioffiziere Preußens in Anwesenheit zahlreicher Delegierter ihren diesjährigen Bertretertag ab, zu dem auch der preußische Jiiiicnminister S e v e r i n g mit zahlreichen Herren des Ministeriums erschienen war. Der Vorsitzende der Vereinigung, Oberst a. D. D i l l e n b u r g, beschäftigte sich in seiner Begrüßungsairsprache zunächst kurz mit den außenpolitischen Tagesfragen, um dann bei der Behandlung der innerpolitischen Probleme auf die Stellung der Schutzpolizei ein- zugehen. Das Handeln der Polizei als der Hüterin der V e r- f a s s u n g sei unverbrüchlich sestgelegt, sie weise alle verfassungs- widrigen Einflüsterungen, woher sie auch kämen, ab, und an ihrer Verfassungstreue könne kein Zweifel bestehen. Der Vor- sitzende gedachte dann der am Bülowplatz erschossenen Polizeihaupt- icutc Anlauf und Lenk, zu deren Ehren sich die Bersamm- luiig von den Plätzen erhob. Innenminister S e v e r i n g betonte, daß das letzte Jahr zwar zwischen ihm und der Bereluiguiiz Meinungsverschiedenheiten gebracht habe, daß aber über diese in- lernen Uystiinmigteiten hinweg erfreulicherweise Einigkeit zwischen dem Ministerium und der Polizei herrsche. Aus die außenpolitischen Aeußerungen des Vorsitzenden eingehend, erklärte der Minister, es herrschen wohl keine Meinungsverschiedenheiten darüber, dotz Deutschland die Tribuwcrpslichtungen in den nächsten Jahren nicht erfüllen könne. Was die Äriegsschuldlüge betreffe, so sei es not- wendig, erst einmal den anderen beizubringen, daß Deutschland nicht die Allcinschnld am Kriege trage. Was die von dem Vor- sitzenden vorgebrachten Wünsche und Anregungen betreffe, so sagte der Minister eine Prüfung der einzelnen Vorschläge zu. Verzeichnis der Doitscheckkullden. Die Verzeichnisse der Post- scheckkmiden im Deutschen Reich werden in nächster Zeit noch dem Stande vom 1. Januar 1932 erscheinen. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen, die auch über die Preis« Auskunft er. kellen. Postscheckkunden erhallen die Verzeichnisse auf Wunsch von ihrem Postscheckamt unter Abbuchung des Preises von ihrem Konto; sie können sich auch den regelmäßigen Bezug durch einmalige Bestellung bei ihrem Postscheckaint sichern. Mit den acht TNusikkorps des Standortes Groß- Berlin findet unter Leitung des Heeresmustkinspizienten Schmidt am Sonntag, dem 6. März, vormittags 11.13 Uhr, im Zirkus Busch ein großes Militärkonzert statt. Es kommen Werke von Mendelssohn, Haydn und Strauß zum Vortrag. Briefkasten der Zteoakiwn. B. B. 2». Wenn kein Ehevertrag geschlossen wird, so blähen Mann und Fron Eigenütmer Ihres Vermögens. Dem Mann steht jedoch die Verwaltung und Nutzniestnng des Vermögens der Frau zn.— Partelgeuoste leg?. 1. 2er Rest der Strafe ist ebenfalls zu verbllsten. Z. In Ihrem Falle wird vom Bohl- fahrtsamt ein eheöhnlichcs Verhältnis angenommen. Äus diesem Grunde ist die IlnIerstUstung herabgesetzt worden. Gegen die Änrzung tonnen Sie Ein- snruch erheben. Der Einspruch ist an das Wohlfahrtsamt zu richlen. Totalausverlaus wegen Ausgabe der Geschäftsräume veranstaltet das bc. tonnte Gardine», und Teppichhaus Weiningcr u. Eo., Große Frontfurser Strotze 104(Untergrnndbahnhof wtrausbcrger Platz). Es lammen die gesamten Bestände in Nünstiergardinen, Hatbstorcs, Vcttdcacn, Tischdeete». DiwandeScn. tteppiche, Läuferstoffe, ferner Bettwäsche, Inlette, Laien, Handtücher usw. züln tretl bis zu dl) Proz. herabgesetzten Proisen zum Pcrtauf. Die belannt« Wall, und Scideniirma Gutmann- Etage erweitert ihr Ge» Anzeige In vorliegender Nummer. Der grötzte Umzugstcrmin aller gelten steht uns t» Niirze bcoor, und recht. zeitig für die, welche ihr« Wohnung nett und gsmütiich herrichten wollen, bringt die Firma Werthcrni in ihren vier Berliner Häusern eine» großen Vor. iouf von Gardinon, Teppichen und Möhelstossezi. Wie schon der Erfolg dos Invcntur.Ausverkcouks zeigte, ist Werthcim in diesen Artilel» sehr leisiungs- iShlg. Mit diesem Gardinen, uvd Tevpich-Vertauf, der übrigens durch die q» boten« gooße Auswahl ein hochintereffantes Bild von der immer wachsenden Leijtungsfähwkeit der dentschen Industrie gibt, vesbtndet Wertheim«ine Reihe besonders billiger März. Angebote in anderen Waren. Der Hinweis in unserem heutigen Inseratenteil, daß hierfür sensationell niedrige Preise angesetzt wurden. sagt wirtlich nicht zuviel, uich deshalb empfiehlt sich pcriövliche Prüfung der Wertheimfchen März. Angebote ganz besonders. Wenn Wu einmal nicht mehr da tein wirst- wenn ste heiraten möchte, aber das Geld kür die Äussteuer kehlt- und auch die Mutter ihr nicht Helten kann: I,0w- ISSämmm.. neue Gardine— Ö nze Zimmer ß •" 6 jEine neue t- juncJdfsgan�jL...... ' ktneu I Ihre Wohnung kann eine Auffrischung sicher gut gebrauchen. Fischer& Wolff /eröffnet am 29. 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