BERLIN Mittag 29. Zebruar 1932 10 Pf. AM 00 B 50 49. Zahrgang Erscheint täglich außer Sonntags. M M££ MmtiaenpreU:®it ttnftaittgc cd Zoglei» Abcndau«zabc dc«.Borwärtt' Bcjogsprci« für 1§ä I>> ä> W ßt i#• Reklame, eile 2.-M. Ermäßigongen na» e-ite Auigadco 7ä Pf. vra W°»e. S.Zä M. pro Mona! yk a ä#// Mfa*.. M m Borwarls-L-rlag G. m. b. H.. Berlin Rr. im ooraus«.UM J~l.1 Jt ä£ f% 1 LfJlL tT JjJl JTf JMvVJL bchall ttch das R-»l der Ablehnung nichl g> »-»Idar. P o a b e,» g I.s? M. eins»ließli» so Pf. Posticitung». t H f-C€M4yi< f€�1 j/KJU&O§ 9 F SAir iLÄSf V%3 Redaktion und Ervedtltvn: Berll und 72 Pf. Pcstbc»ellgcdü»ren./ 5e t n fp r t» c t: Söndoff(A: Großfeuer im Altersheim Zwölf Hofpitaliten umgekommen �tlltmeterjeile SV'Vf.. Tarif. Postscheckkonto: 27 536.- Der Verlag mehmer Anzeigen vor In GW 68. Lindenstr. 3 0 292— 297. Ritter Adolf Hitler umjammert Hindenburg— und fälscht den fozialistischen Ausruf Stockholm, 29. Februar. Durch einen Brand wurde heute früh eine Alters- derkorgungsanstalt in Svaerdsjoe in der Provinz Talekarlien vernichtet. Das Feuer entstand kurz nach 3 Uhr und griff mit ungeheurer Schnelligkeit um sich. Mehrere Insassen der Anstalt muhten sich durch die Fenster retten. Elf Personen wurden vom Rauch erstickt und eine Person verbrannte. Die Ursache der Katastrophe ist noch nicht geklärt. Panik beim Wohnungsbrand. Mehrere Hausbewohner verletzt. Ein nächtliches Jeuer, das in der Parterrewohnung des Hauses Friedrich st rahe 30 in Jriedrichshagen zum Ausbruch kam, rief unter den Bewohnern des zweistöckigen Gebäudes eine regelrechte Panik hervor. In der Nacht zum Sonntag ertönten gegen 3 Uhr plötzlich laute Nufe:„Feuer— Feuert" Aus den Fenstern der Parterrewohnung Friedrichstratze 30 schlugen die hellen Flammen empor, nur mit dem Notwendigsten bekleidet eilte die Wohnungsinhaberin, eine allein- stehende Frau, ins Frei«. Die Hilferufe hatten in Sekunden das ganz« Haus alarmiert. Das Treppenhaus war aber bereits derart verqualmt, dah den Mietern der beiden oberen Stock- werke der Rückweg ins Freie abgeschnitten war. Bis zum Erscheinen der alarmierten Feuerwehr hatte die Situation derart bedrohliche Formen angenommen, daß mehrer- Bewohner aus dem ersten Stockwerk in die liefe sprangen. Dabei erlitten eine Frau Sch. und ihr Sohn schwere Knochenbrüche. Zwei klein« Kinder, die durch Rauchgase bereits betäubt waren, konnten durch Feuerwehr- leute, die mit Rauchschutzmasken in das völlig verqualmte Gebäude «ingedrungen waren, gerettet werden. Die von dem Feuer betroffene Wohnung brannte völlig aus. Die Feuerwehr hatte nahezu zwei Stunden zu tun, um den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Die Entstehungsursache konnte bisher nicht festgestellt werden. Brotpreiserhöhung verboten. Berliner Bäcker protestieren. Ter Reichstommissar für Preisüberwachung Dr. Eoerdeler hat gestern eine Erhöhung des Brotpeiseü untersagt. Der llleinverkaufspreis für Brot im Gewicht von mindestens 500 Gamm, zu dessen Herstellung mehr als 30 Proz. Mahlerzeugnisse des Roggens ver- wendet werden, darf nicht über den Stand der lehtvergangenen Woche erhöht werden. Zu- Widerhandlungen werden mit Geldstraf« geahndet. Diese Anordnung tritt mit der Bekanntgabe in der Funkstunde Berlin am 28. Februar in Kraft. Das Berliner Bäckergewerbe protestiert dagegen, daß diese Berfügung ergangen sei, ohne die Vertreter des Gewerbes zu hören und ohne daß gleiche Zwangsmaßnahmen gegen den Mehlhandel ergriffen würden. Heute nachmittag wird eine Gesamtsitzung sämtlicher Vertrauensleute des Zweckverbandes, der Brotfabrikanten in den Germania-Sälen stattfinden, in der zu dem Vorgehen Stellung genommen werden soll. Außerdem ist für Mittwochnachmittag nach dem gleichen Ort eine P r o t e st- kundgebung einberufen worden. Die Vertreter des Bäcker- gewcrbes wollen heute versuchen, neue Verhandlungen mit Dr. Goerdeler herbeizuführen. Todessiurz aus dem V-Zug. Auf der Fahrt nach Westfalen verunglückt. Unweit der Station Erkner ereignete sich in den späten Abendstunden des Sonntags ein schwerer Unglücksfall. Der M Jahre alte Obermeister Nikolaus Demple, der für die Ularienhütte in Westfalen in Ostdeutschland aus Montage gearbeitet hatte, befand sich mit dem D-Zug 56 aus Jnsterburg auf der heimfahrt. Aus noch ungeklärter Ursache stürzte D. aus dem Zug. Er wurde tot neben den Schienen aufgefunden. Ein Zweiter ungeklärter Todesfall auf den Schienen beschäftigt die Kriminalpolizei. Zwischen den Stationen Grunewald und Nikolassee wurde heute früh der 33jähr!ge Post- Hilfsschaffner Robert Schubert tot ausaefuiülcn. Der Kopf war vom Rumpf zetrennt. Der Fuchz, der den Hühnern Vegetarismus predigt, ist«in alter Witz der deutschen Tierfabel. Adolf Hitler, der in einem larmoyan- ten Brief an den Reichspräsidenten sich über mangelnde Ritetrlichkeit im Wahlkampf beschwert, übertrumpft den Fuchs um ein erhebliches. Hitler schreit nach Ritterlichkeit. Er hat es weiß Gott nötig. Sein eigener Brief liefert die besten Beispiele. Daß dieser Brief im Kaiserhof— unter einem Luxushotel tut es Hitler nicht— zunächst den Vertretern der Auslands- Bearbeitung der Wähler. nicht gegen uns. presse, und zwar vier Stunden früher übergeben wurde als dem Reichspräsidenten selber, schon das ist bezeichnend für die „Ritterlichkeit" des Mannes, der in dem Briefe schreibt: „Diese Methode, das Ausland gegen die freie politische Meinungsentscheidung mobil machen zu wollen, weise ich e n t- rüstet zurück." Dieses Sätzlein des Briefes, mit dem Herr Hitler zunächst— da z Ausland gegen die jreie politische Meinungsentjcheidung mobil machen wollte, ist aber noch nach anderer Seite hin charakte- riftisch. Es verdankt seine Entstehung einer— literarischen Fälschung! Adolf, der Ritter, behauptet nämlich in seinem Briefe an Hindenburg, daß der Aufruf des sozialdemokratischen Porteivorstandes„Schlagt Hitler"(oergl.„Vorwärts" vom 27. Februar) das Ausland mobilisiere, weil dieser Aufruf folgenden Satz enthält: .„Hitler statt Hindenburg, das bedeutet: Chaos und Panik in Deutschland und ganz Europa, äußerste Verschärfung der Wirt- schaftskrise und der Arbeitslosennot, höchste Gefahr bluti- ger Auseinandersetz ling im eigenen Volk und mit dem Ausland." Dieser Satz richtet sich, wie jeder sieht, keineswegs an oas Aus- land, sondern an die deutschen Wähler und Wählerin- nen. Ihnen wind vor Augen geführt, daß mit der Wahl Hitlers zum Reichspräsidenten neue Kriegsgefahr heraufbeschworen würde. Nicht das Ausland, sondern der deutsch« Wähler wcrd aufgefordert, am lZ. März diese Kriegsgefahr zu verhindern, indem er nicht Hitter, sondern Hindenburg seine Stimme gibt! Hillers Behauptung, daß gegen feine Wahl der sozialdemokratische Ausruf das Ausland mobilisiere, erweist sich als glatte demagogische Fälschung! Aber ist es nicht grotesk, wenn der Führer gerade der Partei an die Ritterlichkeit appelliert, deren vorzüglich st es Kampf. mittel durch all die Jahre die systematisch betriebene schmutzigste Verleumdung ist?! Es ist die»ationaljo-ia- listische Presse, die auch nach rechtskräftigen Verurtei- l u n g e n der Verleumder unentwegt die alten Lügen gegen sie Sozialdemokraten abdruckt. Zehn und zwanzig rechtskräftige Ver- urteilungen verhindern nicht, dah die Naziagitatoren landauf land- ab mit der Lüge agitieren, daß der„Vorwärts" von Jakob G o l d f ch m i d t mit 800 000 M. bestochen worden sei. Zehn rechts- kräftige Verurteilungen verhindern nicht, daß immer wieder in der Nazipresse die Lüge gegen Genossen Hilferding auftaucht, er habe für 120 000 M. Aufsichtsratstantiemen einem großen Higa- rettenkonzern 10 Millionen Mark Steuerschuloe» erlassen. Der von A bis Z gefälschte angebliche„Slufruf der Volksbeauftragten vom 9. November"(die Volks- beauftragten wurden überhaupt erst am 10. November gewählt) spielt in der nationalsozialistischen Agitatton eine gewaltig« Rolle. Oder soll man die Ritterlichkeit der Nazis in ihren blutigen Kampfmethoden suchen? Entsprangen die Ueberfälle am Kurfürsten- dämm gegen wehrlose Passanten, vie Mißhandlung von Frauen und Kriegsbeschädigten einem Gefühl der Ritterlichkeit? Ist das syst:- matische feige Leugnen vor Gericht ritterlich? Ist es ritter- lich, wenn in der Universität die sozialistischen Studenten von zehnfacher Uebermacht angefallen und sogar Studentinnen geschlagen werden?— Wir erinnern an die viehische Bluttat in B a n k a u, wo ein bereits durch Revolverschüsse schwer verwun- deter Landarbeiter von 15 SA.-Leuten vor den Augen seiner jammernden Frau zu Tode geschlagen und getreten wurde. Boll endete Ritterlichkeit! Die Hunderte von Uebersällen auf alleingehende Reichsbannerkameraden oder kleine Gruppen nach der Methode „Zwanzig ggen einen", auch sie zeugen von einem wahrhaft„ritter- lichen" Geiste. Wenn jetzt der Führer dieses politischen Banditismus, wenn Adolf Hitler den Reichspräsidenten anwinselt, daß man ihm nicht ritterlich genug begegne, so wirkt dieses heuchlerische Gehab: nur widerlich, und der jammernde Ritter Adolf erscheint als der vollendete Ritter von der traurige,, Gestalt! »» Vor uns liegt ein nationalsozialistisches Werbeflugblatt, das die Frage„Wen sollen wir wählen" solgendermahen beantwortet: Nicht Hindenburg, denn er hat den Poung-Plan unter- schrieben, der heute unser Volk zum Lastträger und Spielbnll des internationalen Finanzkapitals macht! Nicht Hinvenburg, denn das bedeulet: Fortbestehen der heutigen Not, weitere Ausplünderung der Arbeiter, Beamten und Angestellten, Mord und Terror, alles geschah unier Reichspräsident von hindenburg. Wem« der Osaf der SA. Hinvenburg für Mord und Terror verantwortlich macht, so ist das— lver zweifelt daran?— ein Gipfel an„Ritterlichkeit". Mtterlichkeiien in Adolfs Razibanditen schlagen Polizeibeamten nieper. Hamburg, 20. Februar. lEigenbericht.) Fn ber Nacht zun» Montag wurde ein unbekannter Mann von einem Nationalsozialisten schwer mißhandelt. Ein Polizcibeamter- der herbeieilte, wurde darauf von dem Nationalsozialisten mit Unterstützung inzwischen herbeigekommener Personen, die das Abzeichen der NSDAP, trugen, angegriffen. Der Beamte wurde zu Boden gerissen, getreten und geschlagen. Trotz- dem der Beamte dann in höchster Notwehr einen Schuß abgab, ließ der nationalsozialistische Hauptangreifer nicht von ihm ab, so daß der Beamte, immer noch am Boden liegend, einen zweiten Schuß abgeben mußte, der den Täter traf. Dieser, ein 24jähriger aktiver Nationalsoziali st, erlitt einen Bauchschuß. Er starb bald nach seiner Einlieserung in einem Kranken- Haus. Es wurden sieben Mitglieder der NSDAP., die sich aktiv an dem Vorgang beteiligt hatten, festgenom,," Der mißhandelte Polizeibeamtc ist dienstunfähig. Eisern die Kroni... Massenaufmarsch im Bayerischen Walde. weiden(Oberpsalz), 2g. Februar. sEigenbecichi.) wie zündend die Parole der Eisernen Front bis in die leizlen Dörfer und Siedlungen gewirkt hat, das zeigte sich am Sonnlag- nachmittag in einer Kundgebung am Fuhe des Bayerischen Waldes in der Stadt weiden(Oberpsalz). Obwohl tieser Schnee lag und lo Grad Kälte herrschten, waren die Landbewohner aus weitem Umkreis auf Lastaulos. Schlitten und Skiern bis zu S0 KUometer weit herbeigeeilt, um der Rede des Reichstagspräsidenken Löbe beizuwohnen. Da die beiden größten Säle der Stadt überfüllt waren, mußten über 1000 Leute, die zum Teil bis von der tschechischen Grenze hergekommen waren. leider insotge polizeilicher Absperrung abgewiesen werden. Als der Vorsitzende der Versammlung dem Genossen Löbe den Dank dafür aussprach, daß er den Landbewohneru und den in zer- t' reuten Siedlungen hausenden durch den Rundfunk die Möglichkeit des AnHörens der Kanzlerrede mit all den unglaublichen Unterbrechungen gegeben habe, brach die versamm- lung. die auch sonst ein großer Erfolg war. in stürmischen Bei- lall aus. Hamburg. 29. Februar.(Eigenbericht.) In Hamburg ist am Sonntag die Rll st wache der Eifer- » e n Front abgeschlossen worden. Eine erste Gesamtzählung ergab, daß sich 121 116 Personen in die Eisernen Bücher eingetragen haben. Es stehen noch einige Listen aus, so daß damit zu rechnen ist, daß sich 125 699 Männer und Frauen in Hamburg mit ihrem Namen zum aktiven Kampf gegen den Faschismus bekannt haben. Mii Dynamit ins Dritte)Uich! Adolfs getreue Leibgarde. Zweibrücken. 29. Februar.(Eigenbericht.) Bor deni hiesigen Schwurgericht standen zwei Anhänger der Nationalsozialisten, David Ruf und Karl H e i n tz. wegen Rück- lalldiebstahls und Verbrechen gegen das Spreng- st o f f g e s e tz. Ruf erhielt 3 Jahre Zuchthaus und Heing 1 S Monate. Sie hatten zahlreiche Einbrüche unternommen und dabei gefährliche Sprengstoffe gestohlen. In einem Fall erbeuteten sie 19 Rollen Ammonit, 19 Sprengkapseln und 4 Meter Zündschnur. Im Frühjahr vorigen Jahres wurde auch dem Vor- sitzenden der Nazipartei Dr. Ramm eine Bombe in den Garten geworfen. Der Verdacht lenkte sich bald auf Anhänger Hit- l c r s, weil augenscheinlich ein Racheakt vorlag. Der zweite Bürger- meister Mann wurde nämlich vom Gauleiter Bürckel seines Amtes als Ortsvorsitzender enthoben, well er ösfenllich angeschuldigt war, eine Unterschlagung in Höhe von 899 M. begangen zu haben. Neu eingesetzt wurde daraus Dr. Ramm, wodurch eine Spaltung entstand, in deren Verlauf zahlreiche Ausschließungen erfolgten, die zugleich auch schwere gegenseitige Beschuldigungen wegen Meineid, Separa- tismus und Sprengstoffvergehen mit sich brachten. So kam es auch zu dem Geständnis der beiden jetzt Verurteilten. Ein Gerichts- beamter Hahn, der im Zusammenhang mit der Ausdeckung von Sprengstoffverbrechen schon einmal oerhaftet war, aber wieder frei- gelassen wurde, ist nun vorgestern aufs neue festgenommen forden. Einen Blick in die Zustände am hiesigen Amtsgericht ge- währt vielleicht die Tatsache, daß dort neben dem Verhafteten n och ein Gerichts sekretär sitzt, der wegen Landfriedens- bruch, den er mit einer hiesigen SA.-Abteilung in Lemberg be- gangen hat, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt ist. Ludwigslust, 29. Februar.(Eigenbericht.) Der Führer der Nationalsozialistischen Partei, Ortsgruppe Eldena, Kaufmann Prosch, hat als Leiter einer Filiale eines Mühlenwerkes Veruntreuungen in Höhe von etwa 29999 Mark begangen. Als ihm der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, verschwand er plötzlich nach Hamburg. Nachdem darauf ein Steckbrief gegen ihn erlassen wurde, stellte er sich nunmehr der Staatsanwaltschaft. Er wurde sofort in Haft genommen. Die Unterschlagungen beging Prosch, obwohl er ein recht gutes Gehalt bezog. Hilfsaktion für deutsche Kinder. Bon der Quä'ker-Akiion gefordert. Philadelphia, 29. Februar. Robert Taylor, der 1929/21 Leiter des Transportwesens der Ouäkerhilfe für Deutschland war, ersuchte den Präsidenten Hoooer in einem Schreiben, einen Teil der angeblich nicht ver- brauchten Gelder der American Relief Administration dem America Jnends Seroice Committee zu überweisen, damit diese Gelder zur Unter st ützung unterernährter deutscher Kinder oerwendet werden könnten. Chauffeurmord vor Gericht. Oos Quartett der Mörder. Der Chauffeur ist wehrlos seinen Mördern ausgeliefert. Er kann sich weder den Fahrgast wählen, noch das Fahrziel; jetzt weniger denn je— auch er steht im stärksten Existenzkampf, ihm muß jeder Fahrgast und jedes Fahrziel recht fein. Was hinter seinem Rücken geschieht, sieht er nicht. Das alles wußten die Mörder des Chauffeurs Pohl ganz genau, als sie ihn am 7. No- oember vorigen Jahres veranloßten, nach B u ch h o l z zu fahren. Heute stehen sie vor dem Landgericht III: der 2SiährIge Arbeiter Paul Rahrbach und der 2liährige Bäcker Hermann lvillslock unter der Anklage des Mordes? diese beiden und der 2ljährige Feilen- Hauer Senz außerdem unter der Anklage, drei weitere Morde verabredet zu haben, und der 2Zsährlge krasldroschkenfahrer Engel wegen Begünstigung. Wer von den beiden, Rohrbach oder Wittstock, der U r- Heber des Mordplanes an Pohl gewesen, wer die tödlichen Schüsse abgegeben, wer die Leiche des meuchlings Ermordeten in den Graben geschleift und seine Taschen durchsucht hat, läßt sich jetzt noch nicht sagen. Sie belasten einander gegenseitig. Soviel steht aber fest: der erste Anstoß zu den Raub- und Mord- Plänen ging anscheinend von Rohrbach aus, der arbeitslos war. Wittstock war afs Streckenarbeiter an der Reichsbahn beschäftigt. Nachdem der erste Versuch im Oktober, den Bäckermeister Wahse auf dem Weg« von Schönerlinde nach Buchholz zu erschießen und zu berauben, mißglückt war, freundete sich Rohrbach dem Chauffeur Engel an und veranlaßt« ihn, Wittstock und Senz zur Buchholzer Chaussee zu fahren, in der Hoffnung, daß es diesmal gelingen würde, dem Bäckermeister Wahse die Tasche mit dem einkassiierten Geld zu rauben. Auch diesmal wurde nichts daraus. Weitere Ver- 9 Das britische Flaggschi Nach einer Neutermeldung verhandeln auf dam britischen Flaggschiff Vertreter Chinas und Japans über die Einstellnug der Feindseligkeiten. Der britische Admiral Kelly hat diese Besprechung veranlaßt und wohnt ihr bei. Japan soll neutral« Zonen vorschlagen, ohne jedoch die Zurück- ziehung seiner Truppen aus Schanghai anzubieten. Es ist klar, daß es ein sehr großes Zugeständnis der Chinesen wäre, die jetzt Mwehrerfolge zu verzeichnen hatten und deren Verstärkungen im Anmarsch sind, das weitere Verbleiben der gegen alles Recht nach Schanghai geschickten japanischen Truppen zu dulden Nur die Aussicht auf Dauerfrieden und starke Unterstützung der Großmächte für die Forderung, Chinas Unverletzlichkeit durchzusetzen, kann China veranlassen, darauf einzugehen. Die Einberufung der Vollversammlung des Völker- bundes mff den 4. März dürfte die Friedensversuche angeregt haben. Noch keine Waffenruhe. Schanghai, 2S. Februar. Tie Japaner haben heute vormittag einen Durch- bruchsversuch an der Tschapei-Front eingeleitet. Nach mehrstündiger Artillerievorbereitung setzte sich um 9.30 Uhr die Infanterie, unterstützt von Tanks, dem Schnellfeuer der Artillerie und den Bomben» angriffen der Flugzeuge, in Bewegung. Während die internationale Niederlassung, die in strahlendem Sonnenschein liegt, ei« verhältnismäßig ruhiges Bild betet, ist die Luft erfüllt von dem Knattern der Maschinen- gewehre und dem Donner der Geschütze. Trotz des heftige« Geschützfeuers und der ständigen Bombenwürfe ans der Luft halten die chinesischen Truppe« tapfer stand und antworteten mit Grabenmörseru und Maschinengewehren. Beherzte L'ute springen auch aus der Deckung hervor, laufen den Japaner« entgegen abredungen hielt Engel nicht ein, er wollte mit der Sache nichts zu tun haben. Unterdes versuchten sich die übrigen drei an verschiedenen anderen Plänen. Zweimal lauerten sie dem Polier auf, der den Streckenarbeitern den Lohn auszahlt. Dann erwählten sie wieder den Onkel des Angeklagten Wittstock zum Opfer ihrer Rauhüber- fälle. Alle diese Unternehmungen mißlangen aber. Am 7. Novem- ber machten sie sich wieder an Engel heran, der mit seiner Taxe an der Badstraf.- stand. Er weigerte sich, mitzumachen und sie nach Buchholz zu fahren, um hier dem Bäckermeister Wahse aufzulauern. Jetzt mieteten sie den Wagen des Chauffeurs Pohl, nachdem sie vorher ihr Geld teils vertrunken, teils im Klno ausgegeben hatten, fragten ihn nach dem Fahrpreis nach Büchholz/ wiegten ..ihn in Sicherheit, indem sie ihm eine Zigarette„Dicke Pgril: gaben, und fuhren los. Kurz-vor Buchholz ließen sie ihn hallen unter dem Borwänd, bezahlen zu wellen, stiegen aus, auch der Chauffeur verließ den Wagen; gleich darauf krachten zwei Schüsse. Um 3.13 Uhr stieß eine Droschke auf die herrenlose beleuchtete Autodroschke IA 31 192. Neben der Droschke war eine groß« Blut- lache, eine Schleifspur führte zum Chausseerand, im Graben lag die Leiche des Chauffeurs mit einer Gesichts- und einer Brustverletzung. Als Engel in der Zeitung von dem Mord las, der ungefähr an der Stelle passiert war, an dem der Ueberfoll auf den Bäckermeister Wahse stattfinden sollte, meldete er sich sofort bei der Polizei. Es wurde festgestellt, daß Rohrbach die Zigaretten- marke„Dicke Pari" raucht. Die Mörder wurden festgenommen. Ein jeder belastet auch heute vor Gericht den anderen. Lleberfall im Ziefiaurani. Räuberbande in Heiligensee. Ein frecher Raubüberfall ist am Sounlagabend in der hennigsdorfer Straße 17 in Heiligensee verübl worden. Drei Räuber drangen in das Restaurant von Paul Schweißer ein. bedrohten sämtliche Anwesenden mit der Pistole und plünderten dann den Besitzer sowie seine Ange- stellten aus. Einer der Räuber konnte bei einem zweiten Ueberfoll in Rosenlhal festgenommen werden. Gegen d'A Uhr abends befanden sich in dem Lokal des 62 Jahre alten Gastwirtes Schmeißer außer ihm noch zwei Gäste, seine Wirt- schafterin und ein Hausmädchen. Plötzlich wurde die Tür auf- gerissen und drei junge Männer, von denen der eine eine schwarze Tuchmaske trug, traten ein. Sie zogen sofort Pistolen und hielten die erschreckten Leute im Lokal in Schach. Mit dem Ruf: „Hände hoch oder wir schießen!" forderte sie die Anwesenden auf, still zu sein. Einer der Burschen trat jetzt an den Telephonapparat heran und durchtrennte mit einem Schnitt die Leitungsschnur. Ein anderer der Räuber war inzwischen hinter den Ladentisch getreten und hatte die Kasse geplündert, in der er etwa 159 M. vorfand. Einer der Räuber blieb jetzt im Laden stehen und bewachte die Ueberfallenen, während die beiden anderen das Hausmädchen in die Mitte nahmen und mit ihr nach hinten in die Wohnräume gingen. Hier mußte ihnen das Mädchen alle Schränke usw. zeigen, die die Burschen aufrissen und auf ihren Inhalt untersuchten. Dabei fanden sie in großen Mengen Lebensmittel und Tafelsllber, die sie an sich nahmen. In der Kammer der Wirtschafterin des Restaurateurs fanden sie versteckt noch 45 M. Oer aefaßie Räuber gesteht. Noch in der Nacht wurde der gefaßte Räuber, der Zander heißt, von den Beamten des Raubdezernats abgeholt und von Kam- missar Fähnrich einem Kreuzverhör unterzogen. Er mußte zu- geben, daß er den Ueberfoll in Rosenthal ausgeführt hatte. Seine zwei anderen Komplicen will er nicht kennen Im weiteren Ber- lauf des Verhörs gestand er schließlich auch, den Raubüberfall auf das Restaurant von Paul Schweißer in der Henningsdorfsr Straße 17 in H e i l i g e n f e e am Sonnabendabend ausgeführt zu haben. Er behauptet, daß er am Bahnhof Wedding in einem Loiale zwei Männer kennengelernt habe, die ihn verschiedentlich zu Kneipfahrten mitgenommen hallen. Am Sonnabend hallen sie sich wieder am Stettiner Bahnhof getroffen. Von ihnen sei auch der Vorschlag gemacht worden, das Restaurant von Schmeißer zu be- rauben. Ihm selbst sei die Gegend gut bekannt, denn er habe sich in Affen und werfen Handgranaten gegen die anrollen- den Tanks. General in Zivil verhastet. Schanghai. 29. Februar. Di« japanische Polizei in Schanghai hat am Sonntag elloa 59 Meter vom japanischen Hauptquartier entfernt einen Chinesen in Zivil verhaftet. Es wurde festgestellt, daß er ein chinesischer Divisionskommandeur ist, der in ZiviMeidung nach Schanghai gekommen war. Der General behauptet, in Schanghai Verwandte besuchen zu wollen, die Japaner dagegen, der General habe Spionage treiben und Anschläge gegen die japanischen Truppen organisieren wollen. Der General wird vor ein Kriegsgericht gestellt. Rußland gestattet japanischen Vormarsch. Moskau, 29. Februar.(Amtsich.) Der japanische Botschafter Hirota erklärt« dem stellv. Außen- kommissar Karachan, besondere Umstände hätten die Japanregierung gezwungen, Truppen nach der östlichen Linie der Ostbahn zu entsenden. Wegen Unruhen in Charbin und anderen Städten hätten die dort lebenden etwa 29 999 Japaner die Regierung um Schutz gebeten. Aus diesem Grunde würden japanische Truppen bis zum Bahnhof Jmjenpo(etwa 199 KUometer Mich Charbins) und nötigenfalls bis zum Bahnhof Tschailin entsandt werden. Das japanische Oberkommando in Mukden sei angewiesen, die sowjetrussischen Rechte zu achten, da Japan lediglich seine Staatsangehörigen schützen wolle. Karachan antwortete, daß die Sowjetregierung die russischen Behörden der Ostbahn angewiesen habe, die Befördung japanischer Truppen bis zum Bahnhof in Jmjenpo oder bis Tschailin zu g c- st a t t e n, obwohl dtese Truppenbeförderung im Widerspruch zu dem russisch-japanischen Vertrag von 1925 stehe, der beide Staaten oerpflichtet, den Vertrag von Portsmouth anzuerkennen. Sowjetrußland ersucht Japan um Aufklärung, ob Japan diesen Ver- trag in der Frage der Truppenbeförderung und auch in der Frage von Truppenzusammenzie Hungen Japans an der russisch- koreanischen Grenze, von denen die Sowjetregierung einwand- frei Kenntnis erhalten habe, erfüllen wolle. den ganzen Sommer über mit einem Faltboot auf der Havel in jener Gegend umhergetrieben. Zu ihnen hätten sich noch andere Burschen gesellt, und gemeinsam wären sie nach Heiligensee hinaus- gefahren. Im Laufe des Tages werden die verschiedenen Zeugen der beiden Ueberfälie herbeiaeholt, um dem Burschen ae�enüber- gestellt zu werden. Eine Reihe von Beamten ist nach Reinickendorf entsandt, um nach den anderen Räubern zu fahnden. Das Mädchen„Marra". Reue Geheimnisse um die ermordete Mathilde Rolland,. Bei der Ankers uchung in der Mordassäre Rolland hat es sich er- geben, daß sich bisher nur die nächsten Bekannten des Mädchen?, die» ü fast täglich mit ihr zu wn hallen, bei der Polizei meldeten, nicht aber die jungen Männer, die Malhilde R. am Sonntag vor S Tagen aus- suchten. Inzwischen haben sich neue Rätsel um die Ermordete ergeben, die bis zum April vorigen Jahres unangemeldet in Berlin in der Steinmetz- und Sulmstraße gewohnt Halle und sich„MarrcT nannte. Sie war aus München nach Berlin gekommen und gab sich hier Männern gegenüber, deren Bekannlschafl sie zwischen Lülowbogea und Poledamer Brücke suchte, als Ungarin aus. Am Sonntag vor acht Tagen waren in dem Hause Kaiser- Friedrich-Straße 197 drei junge Männer gewesen, die sich nach Mathilde Rolland erkundigten. Der eine von ihnen muß etwa gegen 19 Uhr vormittags, der zweite gegen 3 Uhr und der dritte gegen 4 Uhr erschienen sein. Allen drei würbe von der Schwiegertochter der verstorbenen Wirtin mitgeteilt, daß die Rolland nach der Friedelstraß« verzogen sei. Die Besucher Nr. 2 und 3 wurden noch gebeten, Frl. Rolland auszurichten, daß sie d e Wohnungsschlüssel zurückbringen und sich auch gleichzeitig einen Brief abholen solle. Einer der jungen Männer muß bei der Rolland ge- wesen sein. Später oerließ sie auch das Haus und kam mit einer Freundin und deren Begleiter zurück. Ein andere Mann stand vor dem Haus, der sie begrüßte und mit dem sie hinaufging. Das war etwa gegen 4.29 bis 4.39 Uhr. Der Besucher Nr. 2 oder 3 hat die Bestellung aus der Kaiser-Friedrich-Sttaße ausgerichtet, denn Mathilde R. trat auf den Balkon und rief dem Manne, der sie mit- begleitet hatte, zu, daß er nach der Kaiser-Friedrich-Straße gehen und dort die Schlüssel abgeben und einen Brief holen solle. Die Schlüssel warf sie hinunter. Gegen 5 Uhr muß dieser Mann wieder zurückgekommen sein und den Brief abgegeben haben. Zweifellos war das Mädchen krankhaft veranlagt. Auf allen ihren Stellen, wo sie ordentlich arbeitete, wird sie sehr gelobt und als eine selten tüchtige Kraft geschildert. Im Gegensatz dazu stehen ihre lügenhaften Erzählungen, die oft groteske Formen an- genommen haben. So erzählte sie einmal, daß sie mit dem Fall- j ch i r m a b g e st ü r zt sei und sich dabei die Verletzungen zugezogen habe. Die Männer, die die Bekanntschaft der Rolland gemacht hoben, werden dringend gebeten, sich bei der Mordkommission, Zimmer 256, Apparat 434, zu melden. Es wird ihnen strengste Dis- kretion zugesichert._ 100 Jifcher aus Elsnot gereitet. R e v a l. 29. Februar. wie aus Rarva gemeldet wird, gelang es der somjclrussischen Rettungsexpedition, hundert russische Fischer zu rellcn, die sich seil mehreren Tagen aus einer treibenden Eisscholle im Finnischen Meerbusen befanden. Russisch« Militärsirg- zeuge sichteten am Sonnabend, etwa 50 Kilometer vom Strand enl- serut, die Eisscholle mit den Fischern und warfen Lebensmittel ab. Bei der Rettung waren die unglücklichen Fischer halb erfroren. ver Brandenburgische Provlnttallandlag wählt« am Sonntag an Stelle des Genossen Stadtrat Hänchen(Guben) den deutsch- nationalen Oberbürgermeister Rauscher(Potsdam) zum Vor- sitzenden. Die Deutschs Volkspartei enthielt sich bei allen Wahlen der Stimme, so daß die Rechte, bestehend aus Deutschnationalen, Wirffchaftspartei und Nationalsozialisten, die Mehrheit hatte. Stellvertretende Vorsitzenden wurden Bürgermeister Thurow-Zehdenick (Soz.) und Landwirt Krüger-Hoppenrade(Wirffchaftspartei). Dämmerung t Von Fell Kurz vor Ausbruch der französischen Revolution schrieb B e a u- m a r ch a i s die Komödien„Der Barbier von Sevilla" und„Die Hochzeit des Figaro". Auf der Bühne sah das Publikum die eigenen Nöte und Sorgen, erlebte die eigenen Spannungen. Figaro, Barbier und Kammerdiener, wurde zum Sprachrohr für die Wünsche und Sehnsüchte eines unterdrückten, aber finanziell und kulturell aus- steigenden Bürgertums. Das große Zeitproblem, die Differenz zwischen Adel und Bürger, erhielt künsllerische Form und ungeheure Stoßkraft. Beaumarchais gestaltete das zentrale Interesse der Masse. Er wußte, um welchen Rotationspunkt in diesem entscheidenden Augenblick alles Leben in Frankreich schwang. Es entstand das Zeitdrama. Das Bürgertum kommt zu Macht. Einfluß und Kapital. Die alte, puritanische Moral verschwindet. Lebensformen, geheiligt durch die Tradition, zersetzen sich. Wertmaßsrcibe verlieren ihre Gültigkeit. Die Halbweltdame verachtet und angebetet, erscheint als eine hassenswerte Macht, als verführerischer, seelenloser Dämon, der ohne Liebe die Männer ausbeutet, und plötzlich entdeckt der jüngere Alexander Dumas hinter der glänzenden Fassade das heulende Elend.„Die Kameliendame" erlebt sofort eine Serie von 300 Ausführungen, und Verdi umkleidet sie mit den süßesten und schmerz- vollsten Melodien. Das Zeitdrama erhält den Charakter der Oper, und„La Traviata" wirkt heute noch unverstaubt wie am ersten Tag. Unter der leuchtenden Oberfläche einer aufsteigenden Gesellschaft revoltieren Kräfte, die die Konvention ersticken möchte. Die Natur- Wissenschaften mit ihren Entdeckungen zeigen, daß das alte Weltbild übermalt werden muß. Die Frau besinnt sich auf ihre Individualität und der Proletarier meldet seine Rechte an. Noch immer erschüttert die offiziellen Hoftheater der jambische Schritt Wallensteinscher Kürassiere, aber Ibsen schreibt„Nora" und„Gespenster" und steht im Mittelpunkt der Diskussion. Das Theater wird von neuem zur Tribüne, und das Tendenzdrama, das in der künstlerischen Be- urteilung ein paar Stufen unter dem Kunstdrama mit dem Ewig- keitszug rangiert, erlebt die stärksten Erfolg«. Dumas, Sardou, Ibsen und Sudermann merken es an den Abrechnungen. Den Problemen der Zeit im Drama Nachdruck zu verlachen, ist die Forderung nach dem Kriege, und sogenannte Zeitstücke über- schwemmen die Theater und verschwinden ohne Spur Das Zeitstück wird allmählich aber sicher aus dem Repertoire verdrängt. Neben Lustspielen, Detektivstücken und Tanzoperetten. also neben dem üblichen Amüsierbetrieb, stehen Aufführungen älterer Stücke, und Autoren notieren wieder, die in einer früheren Generation ver- wurzeht sind. Warum dieser Umschwung? Griffen Beaumarchais oder Ibsen nach aktuellen Themen, so vergaßen sie darüber nicht die rein künstlerisch formalen Fragen. Ibsens Dramen sind, technisch gesehen, hervorragend gebaut. Die Spannung liegt nicht nur im Stofflichen, sondern vielmehr in der seelischen Reaktion der Menschen. Der Stoff gewinnt in der Er- lebnisfähigkeit der Menschen Gestalt, er wird geradezu sublimiert. es Zeitdramas Scherret Es geht um persönliche Schicksale, die ihren Stempel von den Zeit- ideen erhalten. Selbst bei Dumas, der nur Aufrisse von Menschen gibt, rangiert die Handlung an zweiter Stelle. Anders aber liegen die Dinge im modernen Zeitstück, gleichgültig, ob es von Toller, Friedrich Wolf oder Alfred Herzog stammt. Man wählt einen Fall aus. Irgend etwas soll demonstriert werden. In einer Gerichtsakte findet man vielleicht das Sujet für ein Theaterstück, das gewisse Unzulänglichkeiten im Prozeßverfahren aufdeckt. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen aber nicht die Menschen mit ihren Verknüpfungen wie bei A>sen oder Dumas. Interessierte früher der Stoff in seiner Auswirkung auf die mit ihm verbundenen Menschen, so sind jetzt die Menschen als geschlossene Individualitäten entwertet nnd bilden nur Exponenten der Hand- lung. Die Abrundung der Figur, die innere Entwicklung, die man sogar bei Dumas findet, sind nicht vorhanden. Alles, was außerhalb der direkten äußeren Handlung liegt, wird amputiert. Das Zeitstück ist nichts weiter als ein dramatisierter Leitartikel oder Tagesbericht und hat in dieser Eigenschaft eine in der Zeit eingeengte Wirkung. Neue Ereignisse, neue Problemstellungen oerwischen das Interesse, das allein dem Reiz und der Aktualität des Stoffes gilt. Eine rein menschliche Anteilnahme an dem Schicksal der handelnden Personen fehlt und muß fehlen, da diese Personen kein Eigenleben führen. Ibsens Oswald und der Figaro des Beaumarchais sind dagegen in erster Linie Persönlichkeiten und daneben vertreten sie auch eine Tendenz. Man kommt also aus„Rose Bernd" und„Fuhrmann Henschel" zurück. Die künstlerische Form hebt einen aktuellen Stoff aus der Ver- gänglichkeit, mag dieser Stoff auch an der Peripherie der Zeit- Probleme liegen. Fehlt die Form, die Durchdringung, die Gruppie- rung, so bleibt das Ganze eine Skizze, deren Lebensdauer beschränkt ist. Die Dramen Credäs, Wolfs und Herzogs legen dafür Zeugnis ab. Beaumarchais schrieb die große Zeitkomödie und stieß ins Zentrum vor. Dumas und Ibsen, in einer gefestigten Epoche lebend, begnügten sich mit einer Gesellschaftskritik, die bestimmte Auswüchse angriff, aber die Grundlagen unerschüttert liest Und in derselben Art, allerdings ohne die gleiche künstlerische Qualifikation, arbeiten die meisten modernen Zeitdramatiker. Was aber vor einigen Jahren von Belang war, hat heute an Gewicht eingebüßt. Resarmierung der Ehescheidung, Abtreibungsparagraph, gerichtliche Fehlurteile, an sich wichtige Dinge, rücken in den Hintergrund gegenüber der Tat- fache der wirtschaftlichen und politischen Katastrophen, die die Welt bedrohen. Der Ruf der Millionen Arbeitslosen hat das Gehör für andere Zeitgeräusche abgestumpft. Im Theater will man sich in dieser verzweifelten Situation amüsieren und vergessen, oder mensch- liche Schicksale erleben. Das Zeitdrama, das wieder breite Resonanz findet, muß an den Lebensnero des Publikums packen. Es fehlt bisher das Zeitstück von der Arbeitslosigkeit, von der wirtschaftlichen Krise und Verzweiflung und des daraus entstehenden politischen Desperadotums. Die Grundlage der Gesellschaft schwankt, und gegen diese Grundlage müssen sich die Angriffe richten. Die Agrarreform im Osten. Schlange-Schöningeo will Landarbeiter ansiedeln. Auf der Tagung der Gesellschaft für innere Kolonisation, in deren Mittelpunkt das Siedlungsproblem des Ostens stand, setzte sich heute Schlange-Schöningen nachdrücklich für eine grundlegende Agrarreform im Osten ein. Als erster Redner wies Geheimrat S e r i n g. der Vater des Reichssiedlungsgesetzes von 1919, daraus hin, daß in absehbarer Zeit im deutschen Osten etwa ein Viertel der gesamten Fläche des Groß- grundbesitzes für landwirtschaftliche Zwecke frei würde. Dies wäre ungefähr eine Million Hektar. Damit würde die im Reichssiedlungs- gesetz niedergelegte Forderung, ein Drittel des östlichen Großgrundbesitzes für bäuerliche Siedlungen freizumachen, annähernd erfüllt. Sering glaubt für die Zukunft an eine internationale Hebung der Getreidepreise, womit sich eine Revision der deutschen Getreidezoll- Politik anbahne. Reichsminister Schlange-Schöningen erklärte, daß seine agrarpolitische Aufgabe mit der Durchführung der Umschuldung im Osten keineswegs erfüt fei. Diese Tätigkeit sei im Grunde nichts als eine A u f r ä u m u n g s a r b e i t. um die fast unlösbar ge- wordene Verstrickung in der ostdeutschen Wirtschaft zu entwirren. Zu einer Gesundung aber sei mehr nötig. Das große Ziel, das sich die Reichsregierung setzen müsse, sei jene große grund- sätzliche Agrarreform, die das östliche Land auf eine neue Lebensgrundlage stellt. Für die Durchführung dieser Reform stellte der Minister fünf Grundsätze auf: Zunächst müsse das H a ß m o t i v ausgeschaltet werden, Gegensätze zwischen Groß- und Kleinbetrieb dürfen diese Arbeit nicht stören. Was brauchbar und lebensfähig ist, muß erhalten bleiben. Zweitens sei eine vordringliche Aufgabe, eine Verdrängung der durch die Aufteilung der großen Güter arbeitslos gewordenen Landarbeiter zu verhindern. Diese Landarbeiter müßten vielmehr aus dem Boden, den sie schon bisher bearbeitet haben, angesiedelt werden. Mit zu dem besten Siedlermaterial gehören die nachgeborenen Bauernsöhne des Ostens und auf diese Menschen mühte gleichfalls in starkem Umfang zurückgegriffen werden. Ferner muß der Zug vom Westen nach dem Osten nach dem Prinzip der landsmannschaftlichen Siedlung gefördert werden. Land und Menschen sind in Deutschland im Ueberfluß vor- standen. Was uns fehlt, ist das Kapital. Dieser Mangel muß durch finnvolle Zweckmäßigkeit' ersetzt werden. Darum weg mit der Ueberbürokratie und dem toten Schematismus, denn die Forderungen dieser abnormen Zeit können nur durch außergewöhnliche Maßnahmen gelöst werden. Ouesierberg gegen Heimkrieger-Gchwah Sogar derSiahlhelmer wehrt sich geg-aOeseurteur»G?rede Köln, 28. Februar.(Eigenbericht.) Am Sonntagabend sprach Oberstleutnant Duesterberg, der Kandidat der Deutschnationalen und des Stahlhelms, in der großen Messehalle in Köln. Aus seiner Rede sind folgende Stellen besonders bemerkenswert: ..Als Slndenburg 1925 in eine Machtstellung kam. wie sie der deutsche Kaiser nicht gehabt hat. da hofften wir auf eine Wandlung." Hier bestätigt also der eine„nationale" Kandidat, daß die na- tionale Opposition gehofst hatte, Hindenburg ivürde sein Amt«nt° gegen seinem Eid aus die Weimarer Verfassung im Sinne der Reaktion ausüben.- Dogegen war Duesterberg ehrlich ge- nug, anzuerkennen, daß die Sozialdemokraten im Felde ihre P f l i cht erfüllt haben. Er sagte: „Wir im Stahlhelm wissen, daß der deutsche Arbeiter, gleich- gültig welcher Partei er angehört, vor dem Feind» seine Pflicht hervorragend erfüllt hat. Ich habe selbst ein Bataillon mit viel Industrie-Ersatz geführt, das sicherlich zahlreiche Sozialdemokraten enthielt. Ich habe es in schwersten Stunden erlebt und alle haben vorbildlich ihre Pflicht Mtan. Es ist Stahl- Helm-Standpunkt, daß jeder Deutsche, der vor dem Feinde mit der Waffe seine Pflicht getan hat, gleichgültig wo er heute politisch steht, für das deutsche Vaterland mehr geleistet hat, als alle, die nur am Schreibtisch, also mit Tinte statt mit Blut kämpften oder mit dem Munde in Versammlungen vaterländische Pflicht predigen. Soll nach einem Weltkrieg mit zwei Millionen Toten, mit sechs Millionen Ver- wundsten das Wort über die Tat siegen?" Hier sprach einer, der trotz aller Gegnerschaft gegen die Sozial- demokratie, eben weil er mit draußen war. nicht wagen kann, die sozialdemokratischen Frontsoldaten so dumm zu verleumden, wie die Goebbels, Frick und Konsorten, die Trabanten des „ritterlichen" Adolfs, Reichsrats von Parteibuchs Gnaden. Nichts Neues im Vierkrieg. Einigungsverhanvlungen hinter den Kulifse«. Die Lage im Berliner B'.erboykott ist unverändert. Hinter den Kulissen ist man allerdings bemüht, einen Ausweg aus der stark oersaheren Situation zu suchen. Der Entschluß der Reichsreg'erung, unter dem Druck des Bierboykotts mit den Gast- wirten nicht zu verhandeln, hat doch eine tiefere Wirkung ausgelöst, als sich anfänglich übersehen ließ. Es macht auch die Sache der Gast- wirtc nicht besser, daß sie in zwei getrennten Gruppen marschieren. Die h'nter dem kommunistisch-nationalsozialistischen Kampfaurschuß stehenden Wirte werfen den gemäßigten Elementen in der Lokal- kommission bereits Sabotage des Kampfes vor. In einem Falle ist es sogar schon zu Tällichkeiten zwischen beiden Gruppen gekommen. Die Spitzenorganisation der Ga st wirte, der Deutsche Gastwirte-Verband, will jetzt an die politischen Parteien herantreten, um den in Aussicht gestellten Gesetzentwurf des Reichs- sinanzministeriums, der eine Herabsetzung der Biersteuer vorsah. nicht weiter zu gefährden.__ Lappo auf dem Marsch. putschv/ohong in Zinnland. Heljiugfors. 29. Februar. Bewaffnete Lappo-Abteilungen störten in der Ortschaft Maent- faole in Südfinnland eine sozial! st ische Versammlung, indem sie das Gebäude umzingelten und in die Luft schössen. Die Lappo-Abteilungen halten die Ortschaft besetzt. Die Lappo- 'Leitung mobilisierte am Sonntag in verschiedenen Gemeinden meh- rere tausend Anhänger und verlangt den Rücktritt des Innenmini st«rs und des Departements-Präfekten sowie die Auflösung aller sozialistischen Organisationen. Die Regierung berät. Gerüchten zufolge erwägen die Lappo-An- Hänger nach Helsingfors zu marschieren, um einen Druck aus die Regierung auszuüben. Militär und Polizei sind in Alarmbereitschaft. Re- fervisteu und Urlauber wurden einberufen. Güdarabische Kultur entdeckt. Vor einigen Monaten trat der junge Berliner Musikhistoriker Hans H elf ritz eine Forschungsreise nach dem Land Hadra- m a u t an. Hädramaut ist eines der wenigen allen Weißen streng verschlossenen: unabhängigen Fürstentümer Südarabiens. Helsritz lernte aber zufällig den Sultan von Makalla kennen, der ihn zu sich einlud. Trotzdem er unter dem Schutze des Sultans reiste, schrieb er schon in seinem ersten Bericht von gefährlichen Abenteuern mit Räuberbeduinen. Einmal haben ihn sogar die von ihm ge- drungenen einheimischen Reisebegleiter übersallen, so daß er tagelang in Todesgefahr schwebte und nur mit Mühe und Not sein Leben retten konnte. Seine Reise führt ihn auch durch ein Gebiet zwischen Hadramaut und Jemen, in dem sich Beduinen befinden, die als Msnschenfresser gelten. Seit mehr als zwei Monaten liegen aber keine Nachrichten mehr von Helfritz vor. Nachforschungen werden durch den völligen Mangel an postalischen Eimichtungen äußerst erschwert. Außerdem befinden sich in Hadramaut keine Ver- tretungen zivilisierter Staaten, die ihm unter Umständen Hilfe bringen könnten. Hoffentlich ist es Helfritz, der die arabischen Dialekte völlig beherrscht und schon in vielen Fällen hervorragende Geistes- gegenwart bewiesen hat, gelungen, allen Gefahren zu entgehen. Die bisherigen Forschungsergebnisse, die Helfritz übersenden konnte, wirken als außerordentlich überraschende Offenbarung einer uns bis jetzt völlig unbekannten Kultur. In Gegenden, die wir uns bisher als tote Wüste dachten, sah He'intz Städte mit reich entwickel- tem Leben, er filmte märchenhaste Paläste, Häuser bis zu zehn Stockwerken hoch, die eine uns neue Architektur zeigen von einer herrlichen Geschlossenheit des Stils, Mauern, deren eigen- artige Linienführung an babylonische Vorbilder eriimern. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß Helsritz der Wissenschaft eine neue hochentwickelte Kultur erschlossen hat. „Die Gesellschaft für Erdkunde", der Berichte und Bilder vorgelegen haben, bestätigt die außerordentliche Bedeutung, die der Forsckunasreise von Hisfritz zukommt. 3S Jahre long hat kein einziger Weißer in das Hinterland Hadramauts dringen können. Und vor 35 Iahren waren es im ganzen zwei Europäer, die aber nur bis zu den Städten Terim und Schibam gelangt sind. Heliritz aber hat Städte gesehen, von deren Existenz wir bis jetzt nichts ahnten. Bor allem bringt er in seinen Photographien Anschauunzs- Material einer unbekannten Kultur mit, das es bisher in dieser Art aus naheliegenden Gründen nicht geben konnte. Um so mehr müssen wir hoffen, daß es dem jungen Berliner Forscher bei seinen so bedeutsamen Forschungen gelingen wird, allen Gefahren glücklich zu entgelten und wir bald wieder Nachricht von ihm erhallen._ Kein Kaust und keine Käuste. „Egmont" als Soethe-Zestfpiel. Das Staatliche Schauspielhaus will Goethes Cr- innerungstag mit einer Faustaufführung feiern(so hieß es). Aber sein einziger Faust, Werner K r a u ß. muß in der Serie des Deutschen Theaters zu Ehren Hauptmanns weiterspielen und außerdem ist er mit einem Film beschäftigt Da kann er doch den Faust nicht spielen. und schon ging das freilich bestrittene Gerücht, den Faust, der auf den 26. März festgesetzt war, auf den Herbst zu verschieben(immer noch zu Ehren Goethes).- Zu den Mitteilungen, die über die Verschiebung der„Faust- Aufführung im Staatstheater verbreitet wurden, teilt der Amtliche Preußische'Pressedienst mit. daß in der Tat Schwierigkeiten dadurch entstanden, daß Werner Krauß. der die Titelrolle spielen sollte. auf Grund eines ärMchen Atteste« zur Zell von den Proben befreit bleiben muß. Werner Krauß ist auf Wunsch Hauptmanns für die Hauptrolle tn seinem neuen Stück vom 1ö. Februar bis 24. März an die Reinhardt-Bühnen vom Staatstheater beurlaubt worden. Kultusminister Grimme hat sich über die so entstandenen Schwierig- kellen Vortrag halten lassen. Das Ergebnis ist, daß an dem in Aussicht genommenen Datum der im Staatlichen Schauspielhaus stattfindenden Goecher-Feier festgehallen wird. An die Stelle der „Faust"-Aufführung trill die Inszenierung des„Cgmont" durch Jürgen Fehling. Man wird das Gefühl nicht los, daß unsere Staatstheater(Oper wie Schauspielhaus) zwar viel Geld kosten, aber nicht das leisten, wozu sie da sind. Es gibt viele Entschuldigungen dafür. Aber schließlich engagiert man nicht alle gangbaren Kavellmeister, damit sie mit dem Ruhm der Berliner Stellung im Ausland Geschäfte machen, und holt sich nicht Werner Krauß heran, damit er bei der Konkurrenz spiele. Wir haben keinen Faust im Staatstheater. aber leider auch keine Fäuste! Bons Godunow im Nundfunk. Der Leningrader Dirigent Nikolai Andrejewitfch Malko, der die deutsche Uraufführung der ursprünglichen Fassung des Mussorkskyfchen Meisterwerkes leitete, war— wie immer— insbesondere um die Mikrophongerechtigkeit des Klangbildes außer- ordentlich bemüht. Im großen Senderaum selbst, der gleichzeitig ein Konzertsaal ist, in den die Funkstunde eingeladen hatte, war der Gesamteindruck eher deprimierend al» erfreulich, da ja Klang- stärke, Klangverbindung sowie Verhältnis von Chor, Orchester und Solisten zueinander weder für diesen Raum, noch die Zuhörer in chm. sondern für den Lautsprecher bestimmt waren: in dem denn auch(dieses das Wichtige) die„richtige" Klangmischung ertönte. Theodor Scheid! war ein ausgezeichneter, immer größer werden- der Boris; für Grigorij und Marina setzten Josef Schmidt und Karin C a r l s s o n ihre schönen Stimmen ein. Für die überaus sorgfältige Regie war Bronsgeest verantwortlich, die Chöre, die manches zu wünschen übrig ließen, waren von Maximilian A l b r e ch t einstudiert. Im großen und ganzen war es eine not- wendige und dankenswerte Leistung der Funkstunde, /X, ZV, Die Zukunft des Schillertheaters. Die Schillertheater-Aktien- gefellschaft teilt mit, daß sie in ihrer Aufsichtsratssitzung beschlossen bat, eine Entscheidung erst dann zu treffen, wenn die schwebenden Verhandlungen mit dem Magistrat zu einem endgültigen Ergebnis geführt haben. Sie legt aber Wert darauf, gegenüber irrigen Pressemeldungen schon heute zu betonen, daß ihr leitender Geüchts- punkt, das Schillerthcater im Sinn ihrer Satzungen und im Geiste seiner Begründer als eine künstlerisch ernsthafte, volkstümliche Schaufpielbühne weiterzuführen, von allen bisherigen Bewerbern anerkannt und geteilt wird. Die Hauptfache ist. daß diese Tendenzen vertraglich gesichert werden, lOOmal..Hofsmanns Erzählungen". Am Sonnabend wurden Offenbachs„Hoffmanns Erzählungen" in der Inszenierung von Max Reinhardt zum lOO. Maie im Großen Schauspielhaus aufgeführt. Ueber 300 000 Menschen haben die Inszenierung der Offenbach-Oper jetzt besucht Lon Ehaney. der große Filmdarsteller, dessen Todestag sich jetzt zum erstenmal jährt, wird in der K a m e r a geehrt durch den Film. der seine Bedeutung zuerst erwies: den Glöckner von Notre- dame. Viktor Hugos romantifch-bszarre Geschichte fesselt immer noch besonders durch Lon Chaneys großartige Chärakteristik. Die synchronisierte Vertonung ist kaum eine Bereicherung. Rundfunk der Woche Rundfunkfinanzen In der vergangenen Woche sprach der Direktor der Reichsrund- funkgesellschaft Dr. Kurt Magnus m einem Vortrag, der von alten deutschen Sendern übernommen wurde, über die Verwendung der Rundfunkgebühren. Wir sind auf den Inhalt der Ausführungen schon kurz eingegangen: es sich jedoch einige kritische Bemerkungen nachzutragen. Tatsache ist, daß Deutschland heute das grüßte man kann wohl sagen angeschwollenste Rundfunkbudget hat. Das macht seine Ueber- sichtlichkeit für den Hörer auü) so schwer. Mit Prozentzahlen und Sammelangaben lassen sich manche unangenehmen Zahlen ganz ge- fällig umschreiben. Herr Dr. Magnus wandte sich auch diesmal wieder gegen die Behauptung, daß Deutschland die höchsten Rund- funkgebühren der Welt habe. In vielen anderen Ländern seien sie g e st a f f e l t, und der Besitzer eines Röhrengerätes zahle weit mehr als in Deutschland, in dem heute fast ausschließlich mit Röhrengeräten empfangen werde. In dieser Rechnung ist nur ein kleiner logischer Fehler: man schafft sich nämlich in Deutschland hauptsächlich darum allgemein Röhrengeräte an, w e i l die Gebühren dafür nicht höher als für Detcktorapparate sind. Der Hörer hat damit größere Auswahl? Auch das ist ein Einwand, der nur bs- grenzte Ällltigkeit hat. Das kleine Röhrengerät empfängt praktisch auch nur wenige Sender. Mit einigen guten Großsendern wären auch die Detektorapparate im Reiche leicht zu versorgen, und es wäre nur eine Frage der Programmgestaltung, ob die Hörer damit zufrieden wären. Unsere sehr zahlreichen deutschen Sender sind ja überhaupt mehr eine oerwaltungstechnische, als eine Programm- technische Angelegenheit. Die meisten größeren Sendungen werden heute in weitgehendstem Maße ausgetauscht, so daß die große Anzahl der Sender nicht mehr Menschen vor dem Mikrophon beschäftigt, als es eine wesentlich lleinere Anzahl auch täte. Wenn also st a t t einiger Sender nur Verteilungsstellen unterhalten würden, so wäre das weder für die Hörerschaft, noch für die aus- übenden Künstler und Bortragenden ein Schaden. Auch die kleinen und mittleren Angestellten würden für solche Stellen wie bisher gebraucht werden. Rur von den teilweise phantastisch hoch bezahlten „leitenden" Posten könnte ein guter Teil eingespart werden. Ueber diese hochbezahlten Posten ließ der Bortrag von Dr. Magnus sich leider nicht sehr deutlich aus. Von den gesamten Rundfunkeinnahmen entfallen ohne München 17 Millionen auf die Programmausgaben. Herr Dr. Magnus zählte zwar auf, welche Zahl von Angestellten bis 300 Mark, bis SOO Mark, bis 1000 Mark und über 1000 Mark Gehalt bekommt: leider verzichtete er auf die viel interessantere Angabe, welchen Betragdiese Gehälter über 1000 Mark ausmachen, und sagte nur, daß sie ent- sprechend der Notoerordnung gesenkt worden seien. Deshalb müssen wir uns hier mit der Feststellung begnügen, daß im vergange- nen Jahre siebzehn Persönlichkeiten des deutschen RundfunksGehälterbezogen.diehöherwarcnals die Bezüge eines Reichsministers: sieben davon oerdienten sogar mehr als der Reichskanzler. Die Gehälter für die Direktoren— deren Besoldung nicht in den Pro- grammkosten einbegriffen ist— schwankten zwischen 80 000 und 100 000 Mark: der Berliner Jntendantenposten war mit 60 000 Mark dotiert, die der nächstgeordneten Ressortleiter mit 48 000 Mark. Wie sehen diese Gehälter heute aus? Die sehr verschwommenen An- gaben von Herrn Dr. Magnus lassen kaum die Annahme zu, daß hier Senkungen in ausreichendem Maße durchgegriffen haben.- Dafür versuchte der Direktor der Reichsrundsunkgesellschaft d> e Senkung der Ho n o r a r e zu erklären. Diese Senkung ist zweifellos in vielen Fällen berechtigt. Allerdings ist sie unseres Wissens völlig schematisch nach einem einheitlichen Prozentsatz vor- genommen worden, obwohl es angebracht gewesen wäre, Leuten, die für ein belangloses, wenige Minuten dauerndes Interview mit einer mehr oder weniger berühmten Persönlichkeit Summen von über 200 Mark erhielten, dieses Einkommen sehr viel stärker zu be- schneiden als das der„Kleinverdiener". Herr Dr. Magnus sagte, daß diese Honorarkürzungen verwendet werden, um mehr Menschen vor dem Mikrophon zu beschäftigen, um also mehr Menschen Ver- dienstmöglichkeit zu geben. Es hat allerdings für den Hörer, der den ausgiebigen Programmaustausch der Sender überblickt, kaum den Anschein, als sei einer bemerkenswert größeren Zahl in dieser Notzeit eine Betätigung vor dem Mikrophon geboten worden. Vor allem aber scheint auf diesem wichtigen Gebiet nicht systematisch durchgegriffen worden zu sein. B e r l i n hat nur für Programmkosten jährlich über 4 Millionen zur Verfügung, das heißt täglich 11000 Mark. Läßt sich dafür wirklich nicht mehr bieten als das bisher übliche? Ließen sich diese 11 000 Mark nicht etwas stärker in Geistigkeit umsetzen anstatt in Routine? Es ist z. B. bekannt geworden, daß die Auf- führung von Grabbes„Napoleon" über SOOO Mark kostete, was anscheinend die Durchschnittssumme für derartige Auf- sührungen darstellt, bei denen der künstlerische Grundstoff tantiemen- frei ist Dabei wird immer geklagt, daß die Mittel für ausreichende Proben nicht vorhanden seien. Mit etwas weniger technischem Klamauk und etwas weniger„Geräuschmusik" ließe sich der Pro- grammapparat sicher ganz beträchtlich verbilligen, und kein Hörer hätte etwas dagegen, besonders, wenn statt des heute beliebten bombastischen Nebenhers eine zentrale Geistigkeit im Sende- Programm spürbar würde. Kein Hörer hätte wahrscheinlich auch dagegen Bedenken, wenn der Rundfunk für künstlerische Leistungen — nicht aber für berühmte Namen— gelegentlich größere Beträge auswürfe, um das zu fördern, was unter den heutigen Berhält- nissen nicht recht gedeihen kann: wirkliche Rundsunkkunst. Die wichtigste Frage im Augenblick ist sür die meisten Hörer begreiflicherweise allerdings die: können die Rundfunk- gebühren gesenkt werden? Herr Dr. Kurt Magnus ver- neinte sie. öO Pfennige im Monat— das hieße ein Jahresverlust von 22 Millionen. Zu dieser Feststellung kann man vielleicht sinn- gemäß ergänzen, daß, wenn die Hörerzahl weiter wächst, eine Ge- bührensenkung noch unmöglicher sei, da ja der dadurch entstehende Verlust naturgemäß sich ebenfalls erhöht. Aber da diese Logik dem einfachen Hörer schwer eingehen dürfte, so sei für ihn noch einmal festgestellt: Deutschland hat das höchste Rundfunk- budget aller europäischen Staaten. In Amerika liegen die Verhältnisse ganz anders, deshalb kann es hier nicht in Betracht gezogen werden. Außerdem zahlt man in den Vereinigten Staaten überhaupt keine Gebühren, da die Kosten sür die Rundfunk- sendung von der Reklame aufgebracht werden. Die Reklame durch den Rundfunk fehlt ja auch in Deutschland nicht. Welche Be- träge dafür vereinnahmt und wofür sie verwendet werden, verschwieg der Vortrag von Dr. Magnus leider. 280 000 Invalide, Alte und Arbeitslose sind insgesamt von Rundfunkgebühren befreit. Wir haben heute, einschließlich der nicht eingetragenen Arbeitslosen, gegen 7 Millionen Erwerbslose, von denen also etwa 6,8 Millionen, wenn sie teil haben wollen an dem „unentbehrlichen Kulturgut"— und das ist der Rundfunk heute, wenn man das Wort„Kultur" auch manchmal ein bißchen leise sprechen muß—, monatlich sich 2 Mark abhungern müssen. Und in den Familien der Kurzarbeiter und der kleinen Angestellten macht man diesen Betrag im Monat auch nicht leichter flüssig. Können die Rundfunkgebühren gesenkt werden? Sie müssen gesenkt werden! Teg. Enispannung im Buchdruckerkonfliki. Sem Vergleichsvorschlag wurde zugestimmt. Die Gesamtbelegschaft der Firma Elsner und die Maschinen- setzer der„Berliner Börsenzeitung" haben in ihren Versammlungen am Sonntag dem Vergleichsvorschlag zugestimmt— den Gewerberat Körner gemacht hat—, wonach die zum 26. Februar ausgesprochenen Kündigungen von beiden Seiten zurückgenommen und in den Betrieben bis zum 7. März über eins Neufestsetzung der Leistungszulagen verhandelt werden soll. Die zwischen den Betriebsvertretungen und den Betriebs- leitungen geführten Cinigungsverhandlungen bei den Firmen G r e o e(„Deutsche Allgemeine Zeitung") und„Deutschs Tageszeitung" haben zu einem annehmbaren Ergebnis geführt. Beide Firmen hatten ultimativ eine Kürzung der übertariflichen Verdienste um 50 Proz. gefordert. Bei der Firma Greve wurde eine Kürzung um 12V-.> Proz. und bei der„Deutschen Tageszeitung" eine solche um 15 Proz. vereinbart. Die Kürzungen treten bei der Firma Greve jedoch erst ein, wenn die übertariflichen Zulagen mehr als 3 Mark über dem Tariflohn liegen, bei der„Deutschen Tages- zeitung" erst bei einem übcrtariflichen Verdienst von mehr als 4 M. Bei der Firma Selle-Eysler sollen bis Ende dieser Woche Verhandtungen wegen einer vorübergehenden Arbeitszeitverkürzung geführt werden. Diese Firma hat keinen Abbau der üßertariflichen Verdienste gefordert, sondern Entlassungen wegen Ar- beitsmangel angekündigt. Bei Scherl hat sich die Betriebsleitung und die Belegschaft dem Vergleichsvorschlag angeschlossen, so daß noch in dieser Woche Einigungsverhandlungen geführt werden müssen. Ein offener Konflikt besteht nur bei der Firma Langen- s ch e i d t, wo die Arbeit seit Sonnabend ruht. Verhandlungen zur Beilegung dieses Konfliktes sind bis jetzt noch nicht festgesetzt. Verhandlungen im Gpediiionsgewerbe. NGO. sprengt Gewertschastsversammlung. Vom Gesamtverband unü dem Zentralverband der Angestellten war zu Sonntagvormittag nach dem Gewerkschastshaus eine Ver- sammlung aller Arbeiter und Angestellten des Berliner S p e d i- tionsgewerbes einberufen worden, die zu oen Auswirkungen des sogenannten Schenker-Vertrags und des Parallelver- trags mit den Auftragsspediteuren Stellung nehmen sollte. Infolge eines von RGO.-Leuten inszenierten Tumults konnte die Versammlung nicht ordnungsgemäß zu Ente geführt werden. Nach einem inspruktiven Referat des Genossen B r ey e r über diese Bahn- spaditionsverträge sollte durch die Diskussion klargestellt werden, wiche Auswirkungen der Abschluß dieser Verträge, oie am 1. März wirksam werden sollen, für die Arbeiter und Angestellten des Ver- liner Speditionsgewerbes hat. Durch die Auflösung des Verbandes Berliner Spediteure und die Gründung der Berliner Rollfuhr- gesellschaft herrscht in den Speditionsbetrieben ein heilloses Durcheinander. Ein Teil der Speditionsfirmen, die an dieser Roll- suhrgesellschast beteiligt sind, hat Stillegungsanträg« ge- stellt, anscheinend zu dem Zweck, nur einen Teil der Stammbeleg- schaft in die neue Gesellschaft und dann auch zu neuen Arbeits- bsdingungen übernehmen zu wollen. In anderen Betrieben wieder- um hat man Personalkündigungen in Aussicht gestellt, oder von den bereits gekündigten Angestellten verlangt, sich vor- läufig mit eintägiger Kündigungsfrist weiterbeschäftigen zu lassen. Alle diese Fragen konnten jedoch nicht geklärt werden, weil einige RGO.-Helden die Diskussion planmäßig zum Heruntereißen der Gewerkschaften mißbrauchten. Als einem Angestellten, der die Diskussion auf ein sachliches Niveau zurückführen wollte, durch a n- dauerndes Lärmen und Pfeifen eines oerhältnismäßig geringen Teils der Versammlungsbesucher das Reden unmöglich gemacht wurde, nmßte die Versammlung geschlossen werden. Ueber einen Vorschlag des Genossen O r t m a n n, die Organi- sation zu beauftragen, mit den Spediteuren unverzüglich Ver- h a n o l u n g e n zur Sicherung des Arbeitsplatzes und der Arbeits- bedingungen der Arbeiter und Angestellten aufzunehmen, konnte demzufolge nicht entschieden werden. Ungeachtet dieses skandalösen Vorganges werden die Organisationen heut« Verhandlun- gen mit den Spediteuren aufnehmen, um hinsichtlich der Erhaltung der Adbeitsbcdingungen und des Arbeitsplatzes Klarheit zu schassen Wahlerfolg der Meiallarbeiier. Gegen einen gelben Werkverein. Bei den Arbeiterratswahlen der Humbold-Deutz-Mo. torenwerke A.-G. in K ö l n, Werk Kalk, gingen von 886 Wahl- berechtigten 90 Proz. zur Wahl. Es erhielten von 655 gültigen Stimmen der Deutsche Metallarbeiterverband 329 (5 Sitze und 1 Ersatzmann), der Christliche Metallarbeiteroerband 177 Stimmen(2 Sitze und 1 Ersatzmann) und der gelb« Werk- verein 149 Stimen(2 Sitze). Das Ergebnis ist deshalb besonders bemerkenswert, weil nach der Aussperrung im November vorigen Jahres über 200-Mit- g lieber des Deutschen Metallarbeiterverbandes, darunter auch alle bisherigen Arbeiterratsmitglieder, nicht wieder eingestellt wurden, und weil die Firma unter stärkstem Druck einen gelben Werkverein mit 240 Mitgliedern auf die Beine gebracht hat. Von den Gelben haben jedoch ungefähr 100 Mitglieder die eigene Liste nicht gewählt, ein Zeichen, daß der Werkverein nur ein Produkt oes Unternehmerterrors ist. Der Erfolg der Wahl ist ein schöner Sieg der Gewerk- s ch a f t e n, von denen der Deutsche Metallarbeiterverband die a b- solute Mehrheit im Arbeiterrat erhalten hat. Die RGO. hatte keine Liste aufgestellt._ Die Zahl der Arbeitslosen in den vereinigten Staaten Nord- amerikas berechnet der Gewerkschaftsbund auf 8,3 Millionen im Februar. Das sind zwei Millionen mehr als oie Schätzungen des Bundesagrarministeriums. Die Aussichten auf ein« Besserung im Frühjahr werden als ungünstig betrachtet. Wieviele Millionen müssen noch hinzukommen, bis der amerikanische Gewerkschaftsbund Arbeitslosenversicherung fordert? welter sür Berlin: Wieder etwas Bewölkungszunahme, sonst wenig Aenderung.— Für Deutschland: Im Süden heiter und nachts sehr kalt, im Norden etwas bewölkter, sonst wenig Aenderung. Im Noidosten Milderung des Frostes, zeitweise trübe und leichte Schnee- fälle. A-lontax, den 29. Februar 1932. Berlin. 16.05 Peter Flamm; Die alten Leute. 16.30 l. Scariatti: Fünf Sonaten: E-Dur, A-MoII, C-Dnr, G-Dur, F-Dur. 2. Strawinsky: Serenade(Lydia Holtmann-Behrendt, Flure». 17.05 Opernarien. 17.30 C. Z. Kloetzel: Ali und die Karawane. 17.50 Unterhaltungsmusik. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 15.00 Die Stimme zum Tas. 19.10 Hans Meißner: Rettet das deutsche Provinztheater! 19.35 Mas Brod liest eigene Prosa. 20.00„Die Jahreszeiten" von Joseph Haydn. Berliner Funkorchester. Dir.: Prof. Georg Schumann. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.35 Zeitbericht: Was wird aus der Mandschurei?(Bearbeitet von Actualis, . Frankfurt a. M.) Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Prof. Paul Oestreich; Das Gesicht der Pädagogischen Zeitschrift. 17.30 Prof. Dr. Rcichwein: Die angelsachsischen Machte im Kampf um die Vormacht. 18.00 Dr. Herbert Just: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.25 Bruno Wolff: Wieder Börse. 18.45 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Der Reichskommissar für Preisüberwachung. 19.30 Oberförster Hannccke: Die Interessen der bäuerlichen Waldbesitzer. 20.00 Konzert. SJetantmortl. für btc ätebattion: Rich. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H„ Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Veriagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 08. Lindenstr. ß. Hierzu 1 Beilage. Ihealet Ltdtlsptele usw Sfädf.Oper Charlottenburg Bismarckstraße 34 Montag, 29. Febr. Volksvorstellung Kein Kartenverkauf Anfang 20 Uhr Die verkauile Braut Ende gegen 23 Uhr VoiKsülltine Theater am BQIowplatr 8 Uhr Fuhrmann Henschel Regie: K. H. Martin Staatl. SdiilSer- Theater 8 Uhr Die endlose Straße Staatsoper Unter den Linden - Uhr Boheme Winter -Garten- 8.15 Uhr flora 3434 Rautta eilauhl Reiter-Famlll« ,,Ca8i4i. Hii�o u. sein Weibsteufel. Willi. Bendow. O Allisons und weiiere Attrakffoncn Reidisliaiien-Tiieafer UOnta off platz 8 Uhr.— ionmaes 3»/, Uhr zu kleinen Preisen Stettiner Sänger \»jl Die neue Groteske � �Di'.Weieiskäslieiltalles-! «NN« Jbmpngf Rgstaimirf Berlins '"Hlrill »v.uhr CASINO-IHEAIER»1/. uh. Lothringer Strafe 37, nitiiiiiiiiiiiiiuiiMiiiiiMiiiiiiiiniiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiniii Nur noch bis 3. März Elten»on heule und das bunte Progsramui Freitag, den 4. März, zum I. Male Der Mann mit den zwei Frauen Jutschein l-4 Personen: Parkett 50 Pi. Fauieuil t.— Mark. Sessel 1.50 Mark Berliner Ulh'TriO N e U k A 1 1 0. LahzuU. 74/76J Ilieater 8 Uhr Vor v. Gerh.Haopimann Regie: Max Relnharilt. Theater desWestens Täglich 8'/. Uhr Prinz Hethusaiem Operette von Job. Strauß Waldmüller, Morgan, Jankuhn Lilien. Ewald. lilfiPl Theater i.noiiendorf platz Regie: Heinz Sa.tenburj Pallas 7051 Wegen Vorbereitung geschlossen Freitag, 4 Mfirz 7i; Uhr Premiere: SiTrauMerWi I eHing- Theater Täglich 8'/« Uhr Morgen gehts uns gut I Grete Husheim -Tlax Hansen Orchester Dajos Bela rineaferln fler- Stresemannstr. Täglich 8�4 Uhr leapoldiiie Romtentin TMor Laos in In jeder Ehe... Di. im Admiralspalast Täglich 81/« Uhr Der neue groBe Erfolg! Käthe Dorsch Gustaf Grfindgens in; Lfselott' Siagsoie! v.Etord Hünnake — Kleine« ni.— i Truppe 1931. Tügl. 8lJi Uhr Die Mausefalle Preise 75 Pf.— 5 M. Sonnt, nachm. 4 U. halbe Preise. inetropoi-Theater Täglich 8>/. Uhr Ein Lied der Liebe Anni Ablers Adel. Handrock Krust Verebes Alexandsrplatz Naua Könj5Gtr.43 □ SDeucÄscfcöern jetzt noch billiger! Muster und Prrislistr gratis. 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Kleine Szenen aus dem Kampf um Marokko In©cnf tagt die Abrüstungskonferenz. Währenddes tobt im Fernen Osten der Krieg, und die Aktien der Kriegsrüstungsindustrie steigen. Tas Geschäft lohnt, der Krieg im Osten ist weit! Haben wir schon vergessen, was Krieg heißt? Ramön I. Sender zeigt ihn uns in seinem Roman„I man, Kamps um Marokko"(Nebersetzung aus dem Spanischen, Verlag der Bücherkreis, Berlin). vi. Vor dem Stacheldraht. Aus der Tiefe der Nacht und dennoch aus großer Nähe kommt ein leises Klagen, das bewußt gedämpft wird. Viance fragt:„Hallo, wer da?" „Nicht schießen, Kamerad! Ist hier Annual?" „Wer da?" „Hilfe!— Ist hier Annual?" „Wachhabender!" Es dauert einige Zeit, bis der Unteroffizier erscheint. Der Mann draußen glaubt sich verlassen und ruft:„Um eurer Mutter willen. Kameraden! Ich bin von der ersten Kompanie, drittes Bataillon, Cerinjola. Ich bin zweimal getroffen, sie haben mir ein Bein zerschossen.— Ist hier Annual?" „Nein, hier ist R." Der Unteroffizier hat geantwortet. Der Verwundete seufzt und beginnt dann zu fluchen. Man sieht nicht-: dichte Schatten liegen über dem Draht. Ein Offizier lehnt sich über den Wall:„Was ist los?" Der Verwundete wiederholt:„Ich habe zwei Schüsse. Ich bin von der ersten Kompanie, die ihr abgelöst habt.— Das ist hier nicht Annual? Helliges Kreuz!" „Ist die Ablösung nach Annual gekommen?" „Keine Ahnung! Habt ihr's nicht gesehen? Ich bin mit am besten weggekommen." „Kerl!" bemerkt der Offizier,„du sprichst mit dem Adjutanten!" „Zu Befehl!— Also: nein, Herr Leutnant! Der Kommandant ist gefallen und..." „Schön, schön, ich will nichts mehr wissen. Hast du dein Ge- wehr noch?" „Ich habe drei mitgebracht!" „Dann hast du deine Pflicht getan. Nimm die Schlösser raus und wirf sie rüber! Paß auf, daß sie über den Wall fliegen!" Der Befehl stammt aus der Gewißheit, daß bald die Marokkaner vor dem Draht erscheinen und die Gewehre mitnehmen könnten. Für den Verwundeten ist es das Todesurteil. Er hat einen Augenblick nachgedacht: nun bittet er angstvoll: „Herr Leutnant, ich soll in drei Monaten entlassen werden!" „Was soll das heißen?" „Wenn ich geheilt werde, Herr Leutnant, bin ich gerettet." Schweigen. Dann fügt der Soldat heiser hinzu:„Herr Leut- r'Wnt, fäTTjab nicht verdient, hier wie ein Hund zu verrecken." I verbiete dirMeiterzusprechen!" � Der Verwundete antwortet mit veränderter Stimme:„Zu Befehl!" Schüsse ganz nahe. Der Mann schweigt und drückt sich gegen die Erde. Dann ruft er leise:„Achtung! Hier sind die Schlösserl An einem hängt meine Erkennungsmarke. Sie kann vielleicht— mit ihrer Erlaubnis, Herr Leutnant— an meinen Unteroffizier geschickt werden. Cr wird dann nach Hause schreiben." Der Unteroffizier ist unten in der Ebene gefallen: der Mann denkt nicht daran. Der Leutnant duckt sich, damit ihm keines von den Schlössern an den Kopf fliegt. Eins fällt weit hinten am Krankenbau nieder, das zweite in eine Patrouille, die gerade da- herkommt. Das dritte bleibt draußen liegen. Dann legt der Ver- wundcte den Kopf auf die Erde, um auszuruhen. Die Erkennung?- marke aus Aluminium in der Größe eines Fünfccntimostllckes kam mit dem ersten Schloß. Der Leutnant liest 177241. Er schreibt die Nummer in ein kleines Notizbuch und wirft die Marke weg. Sie hängt an einer schweißgeschwärzten Schnur. Der Wahnsinnige. � Im Abschnitt Süd, bei den Maschinengewehrnestern, tönt die Mitternacht von tausend unbestimmten Geräuschen. Weiter unten, im 5l'rankenbau, wacht Gelärm auf. Der Loko, der Verrückte, hat einen Anfall. Er springt auf und rennt, unzusammenhängendes Zeug brüllend, davon. In einer Laubhütte spielen Offiziere Karten: auch der Kommandant ist da und schreibt an seinen täglichen vier- zehn Briefen für seine Verehrerinnen. Er ist Witwer und verlangt nach Liebe. Neben ihm sitzt der Oberstleutnant unsere- Bataillons, ein langer, hagerer, gemütlicher Spießbürger, Der Loko bläst den Infanterieruf: Antreten!„Tararitaaa! Taratitiii!— He, der Oberst schreibt Meldungen!" Es folgen ein paar nicht wiederzugebende Sätze, dann scheint er den Faden seiner Gedanken gefunden zu haben. „Wir müssen unsere Kakibrocken durch die Berge schleppen, und ihr sauft derweil kühles Bier und spielt Karten! Der Oberst schreibt Meldungen:„Erstes Bataillon, vierte Kompanie: Ich teste Euer Hochwohlgeborenen mit, daß der Hauptmann genannter Kompanie doppelte Pension verdient, weil sie ihm fünfzig Leute abgeschossen haben.— Orden und Kreuze her!— Schützenfeuer!— Sprungweise zurück! Natürlich, wie die Grashüpfer!— Wart! Die Tante schickt dir'n Kuchen und'n Brief auf rosa Glanzpapier.— Schweinebande: meine Hosen sind ausgedient, meine Läuse ver- langen neue: es zieht durch die Löcher! Einen Posten in der Festung willst«? Kostet vierhundert Duros, Rabatt gibt's nicht.— In die Schreibstube kommste bloß, wenn du dir einen Domherrn zum Vater ausgesucht hast!— Lazarett? Nichts für unsereinen! Lazarett gibt's nur für feine, reiche Vürgersöhne! Kehrt, marsch!— Ss! Päng! Da fliegt dir ne Wespe an die Feldflasche! Wenn du denkst, du hast dir Wasser für den Rückmarsch aufgehoben, bist du angeschmiert. Es rutscht dir in die Schuhe!" Dieser Mitternachtsprediger ist der Geist der Gerechtigkeit im Lager. Gerechtigkeit ist hier Wahnsinn.— Schüsse auf allen Seiten. „Feuer!" schreit der Loko.„Gib ihm Saures! Rrrap! RrrapI — Kein Schwein kommt mir davon! Rrrap! RrrapI" . Ein Offizier regt sich auf:„Stopft dem Kerl das Maul! Wann schafft ihr ihn endlich in die Festung?" „Festung?" lacht der Loko.„Erst zahlste vierhundert Duros, dann bringen sie dich hin." „Wenn er nicht sofort Ruhe hält, komm ich mit dem Knüppel!" brüllt der Offizier, der den Spitznamen Kaminoneta, d. h. kleines Lastauto hat. „Kaminoneta heißt du? Wie das zu dir paßt! Den Namen bast du seit der Schweinerei bei Annual: da kamst du schneller als die Autos in die Festung zurück. Wie hast du das bloß fertig- gekriegt? Du solltest doch an der Front sein? Schwindel nicht erst!" Der Offizier springt wütend auf. Seine Kameraden, denen er reichlich unsympathisch ist, halten ihn mit Mühe zurück und machen ihm lachend klar, daß es ungerecht wäre, den Kranken zu prügeln. Kamioneta läßt sich nicht beruhigen. Endlich kommt ein Militärarzt und verbürgt sich dafür, daß der Loko bald schlafen wird. „Es ist ein armer Kerl", fügt er hinzu,„hat einen Klaps und obendrein Gasvergiftung. Am S. Juli trieb der Wind Gaswolken bei Tizzi Asa rückwärts: fast alle Leute vom Blockhaus an der Bahn haben was abgekriegt." Durch die Finsternis vor der Laubhütte marschiert die Ronde. Ein Horchposten meldet dem Unteroffizier ernst und verhalten: „Nichts Neues!" Es klingt, als komme die Stimme aus weiter Ferne. Ich gehe wieder am Krankenbau vorüber Den Loko hat man zur Ruhe gebracht. Außer ihm sind noch zwei Wahnsinnige da. Einer exerziert den ganzen Tag am Bau entlang: er läßt den Kopf dabei hängen und geht so krumm, daß er nur mit großen Sprüngen Gleichgewicht halten kann. Wenn er halt oder kehrt macht, brüllt er unartikulierte Laute,— Kommandos. Ich kann diese Besessenhest nicht mit ansehen, ohne daß verzweifelter Wider- spruch in mir laut wird.— Der andere, ein schweigsamer, zurück- haltender, schüchterner Mann, belästigt niemand. Er späht eifrig nach allen Seiten und hält beständig ein halbvolles Töpfchen mit Wasser in der Hand. Bei Nacht steht es in Reichnähe neben ihm. Steigt er aus dem Bett, um eins der häufigen Bedürfnisse Geistes- kranker zu befriedigen, so muß er es unbedingt mitnehmen. Er läßt es nicht eher von sich, als bis er sich wieder niedergelegt hat. Das Sonderbare ist, daß er das Wasser nicht austrinkt, sondern nur alle halbe Minute in fieberhafter Unruhe nachsieht, ob es noch da ist. Durstwahnsinn! Auf der Flucht. Viance sieht auf die Leichen, als ob sie ihn nichts angingen, sondern eine urgewöhnliche Naturerscheinung wären. Die Sonne geißelt seinen Rücken: er benutzt das Gewehr als Stock und geht mit bloßem Kopf weiter. Wo hat er die Mütze verloren? Cr fühlt sich plötzlich greisenhaft alt: das drückt ihn fast zu Boden, Gewohn- heitsmäßig beobachtet er alle Vorsichtsmaßregeln, studiert leden Schatten, nutzt jede Geländedeckung, Er klärt den Weg aus einen Kilometer im voraus auf. Da sitzt jemand aus einem Stein neben einer Klettenstaude. Bewaffnet? Nein! Sieht aus wie ein Soldat. Seine ruhige Haltung bestätigt, daß keine Gefahr droht. Als er heran ist, erhebt sich der Soldat und weist ihm eine ungeladene Pistole, Seine Augen tränen, seine Alpargata ist blutig. Er reicht ihm eine Feldslasche, die mit bitterer Flüssigkeit fast bis zum Rand gefüllt ist. Viance trinkt mit Genuß, „Kein Harn!" „Nein. Bier," Viance sieht ihn erstaunt an. Der Mann trägt eine schmutzige, stellenweise verfärbte Soldatenmütze, aber seine Hosen haben einen tadellosen Schnitt. „Von welchem Bataillon bist du?" „Ich bin Offizier." „Zu Befehl!— Ich komme von R. Wo soll ich mich melden?" Der Offizier zuckt die Achseln: dann stammelt er:„Wo du Lust hast! Es ist ganz gleich." Viance bemerkt den zerschmetterten Fuß des Offiziers. Der Mann wird nicht viel wiegen. „Ich nehme Sie auf den Rücken, solange es geht." „Auf keinen Fall! Du bist auch verwundet. Ich gehe selbst oder warte, bis sie von Drius kommen," Mit unglaublicher Schnelligkeit rast auf der Straße, wie ein Gespenst, ein Kraftwagen heran und bremst. Viance läuft ihm entgegen: der Offizier hinkt langsam hinterher, einen schwachen Hoffnungsstrahl in den Augen. Viance springt aufs Trittbrett: „Befehl, Herr Kommandant!" Ein höherer Offizier, noch jung, mit verschlossenem, beinahe unheilverkündendem Gesicht, daneben zwei andere Offiziere mit ärgerlichen Mienen. Der Kommandant fragt mit einer Handbewegung: Viance erkühnt sich:„Dritte Kompanie,. zweites Bataillon. Ich komme von R." Sie unterbrechen ihn mit einem neuen Wink: die Schüsse kommen näher. „Was ist hier los? Woher kommen die Schüsse? Wo ist General S.?" „Seine Exzellenz haben sich erschossen." Der Fahrer wird ungeduldig. Der Kommandant und die Offiziere fassen die Pistolen beim Lauf. Viance hält sich am Rande der Karosserie fest und stottert etwas Sinnloses. Der Kommandant sagt:„Na ja! schon gut!" und gibt ihm einen Stoß, während der Wagen anfährt, Viance fleht mit den Augen, stammelt:„Neben dem Fahrer ist noch Platz. Ich habe drei Schüsse, Herr Kommandant!" Der stößt ihn nochmals vor die Brust: als er bemerkt, daß Viance immer noch auf dem Trittbrett steht, schlägt er ihm mit dem Pistolenkolben wütend auf die Finger. Der verwundete Offizier flucht hinter dem Kraftwagen her. Viance läßt los und fällt der Länge nach auf die Straße: ein Finger ist gebrochen. Der Wagen saust davon, das Dröhnen des Motors verhallt. Der Offizier reißt Viance in Wut und Verzwetf- lung das Gewehr aus der Hand und feuert dreimal hinter dem Wagen her, der daraufhin die Fahrt noch mehr beschleunigt Viance versucht die Finger zu bewegen, verlangt sein Gewehr zurück, zuckt die Achseln und geht. Er denkt:„Der Kommandant haut ab und fährt nach Hause. Ich seh nicht ein, warum ich meine Zeit mit dem Idioten hier verschwenden soll!" e Buch ITlalaparle: 3)er Slaalsiireich Im Verlag E. P. Tal, Wien, erscheint unter dem Titel„Der S t a a t s st r e i ch" ein Buch des italienischen Faschisten C u r z i o Mal aparte, das wir hier schon nach dem Erscheinen der fran- zösischen Originalausgabe gewürdigt haben. Aber trotzdem ist es noch einmal angebracht, an Malapartes Urteil über den deutschen Faschismus zu erinnern:„Trotz seinem schlagenden Wahlerfolg ist Hitler noch weit davon entfernt, das Deutschland Weimars in den Händen zu haben. Die Kräfte des Proletariats sind noch unan- getastet: diese ungeheure Arbeitermasse, der einzige furchtbare Feind der nationalsozialistischen Revolution ist stärker als je, ausrecht, un- verletzt, bereit, bis zum Ende die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen." Die Chancen des deutschen Faschismus haben sich seit der Niederschrift dieser Sätze nicht gebessert. J. P. M. MERCEDES-BENZ TYP 170 UND TYP STUTTGART beweisen ihre unbestrittene Ueberlegenheit im Alltagsgebrauch Beim A.D A C. Winterfahrbarkeitswettbewerb 19.-21. Februar belegen unter ausgesucht schwierigen Bedingungen: Anlassen nach 16-stündigem Parken bei 14—18 Grad Kälte, Schneefahrbarkeitsprüfung querfeldein über Sturzäcker, Streckenfahrt und Bergpröfung auf ca. 170/oiger vereister Steigung, Gelände-Höhenfahrt querfeldein über verschneiten Berghang zwei Mercedes-Benz, Typ Stuttgart und Typ 170, die ersten beiden Plätze. Beide Wagen durchfahren als einzige von 21 Teilnehmern die schwierige Bergstrecke ohne fremde Hilfe, beide Wagen bewältigen als einzige von allen Teilnehmern die Gelände-Höhenfahrt. Ein unter den schwierigsten Bedingungen erbrachter Qualitätsbeweis nicht nur für unseren bewährten Typ Stuttgart, sondern insbesondere auch für unseren neuen Typ 170, der auch in diesem öffentlichen Wettbewerb einen vollen Erfolg errungen hat. PREISE: Typ 170: 4 sitziger Innenlenker RM 4400.— ab Werk. Typ Stuttgart 200: 4-5 sitziger Innenlenker RM 5980.— ab Werk Typ Stuttgart 260: 4-5 sitziger Innenlenker RM 7180.— ab Werk DAIMLER-BENZ A.-G., BERLIN-CHARLOTTENBURG 2, SALZUFER 2-3 [AN DER CHARLOTTENBURGER BRÜCKE] Verkaufsetel len: Berlin-Charlottenburg, Salzufer 2-3, Fernruf; Sammelnummer C 9 Tiergarten 5031.— Unter den Linden 50-51, Fernruf: A2 Flora 2113.— Budapester Straße 9, Fernruf; BB Barbarossa 6777.— Vertretungen: Berlin-Halensee: Werthelrn Automobil-Qes„ W 9, CicerostraBe 17, Fernruf: H 1 Pfalxburg 8932. 1 Das Sportfest am Kaiserdamm Zehntausend Zuschauer/ Fabelhafte Kämpfe der dreitausend Arbeitersportler Die Berliner Arbeitersportler haben in der Veranstaltung von Hallensportfesten nun schon einige Tradition. Aus kleinsten Anfängen heraus— beim ersten dieser winterlichen Feste im Jahre l92l in der Zentralturnhalle Prinzenstraße gab man sich über- triebenen Hoffnungen nicht hin— haben sich die Hallensportfeste zu einer Sache der Arbeitersporller entwickelt, an der die gesamte Ar- beiterschaft Berlins lebhaftesten Anteil nimmt. Als der Sprung aus den städtischen Turnhallen in den Sportpalast gewagt wurde, waren der Stimmen gar viele, die ein Fiasko voraussagten, well man wegen der Füllung dieses Riesenraumes einige Bedenken hatte. Je mehr sich jedoch die Arbcitersportler bewußt an die Seite der anderen Organisationen der Arbeiterschaft stellten, um so reger wurde auch das Interesse und der Sportpalast sah allemal eine begeisterte Zuschauerschar, die Kopf an Kopf Tribünen und Ränge füllte. Was man aber gestern in der ungeheuren neuen A u k o h a l l e am Kaiserdamm bewundern konnte, stellte doch alles bisher Dagewesene in den Hintergrund. Die halle bietet ptah für 10 000 Zuschauer und alle Plähe waren gestern beseht. Darüber hinaus mußten viele der Erschienenen mit einem Stehplatz vorlieb nehmen, und sie taten es um so lieber, als sie wirklich aus Interesse an der Sache, und nicht einem Demonstrationsbesehl folgend, gekommen waren. Das ist nämlich die Praxis bei den Sportlern aus dem kom- munistischen Lager, die allemal einen Generalstabsbefehl aus dem Karl-Liebknecht-Haus erwirken, um schließlich erleben zu müssen, daß, wie bei chrem Hallensportfest an derselben Stätte vor acht Tagen kaum 2000 sogenannte Zuschauer anwesend waren. Das Organisationstalent der leitenden Leute unserer Arbeiter- sporller bewährte sich gestern bei dem über vier Stunden währenden Fest auf das beste. Auf die Minute genau wurden die einzelnen Konkurrenzen, so wie sie im Programm angegeben waren, abge- wickelt. Als während des Einmarsches der 3000 teilnehmenden Ar- beitersportler der Borsitzende des 1. Kreises, Genosse Reichert, das Wort ergriff, konnte er die enge Verbundenheit der Arbeiter- sportler mit der Sozialdemokratischen Partei, den Gewerkschaften und dem Reichsbanner im Kampf gegen den Faschismus unter tosendem Beifall feststellen. Ein kurzes Kommando— im Augenblick war die gewaltige Heersäule aus dem Parkett verschwunden und die ersten Konkurrenzen begannen. Noch einmal erlebte das Haus eine Ueberraschung. Ganz un- programmäßig, aber dafür um so schöner wirkend, marschierten, geführt von einer lieben, kleinen Sportlerin, die 150 auswär- tigen Teilnehmer in die Arena, stellten sich in geschlossener Formation inmitten des großen Ovals auf und verabschiedeten sich hier von ihren Berliner Genossen. Sie werden mit Freude gehört haben, was der Kreissportwart, Genosse L e u t l o f f, chnen sagte, daß nämlich die Berliner Kreisleitung aus dem Ueberfchuß des Festes eine Zubuße an diejenigen auswärtigen TeUnehmer geben wird, die trotz eigener wirtschaftlicher Not sich das Fahrgeld nach Berlin vom Munde abdarbten, nur um hier mit ihren Berliner Genossen in friedlichem Wettkamps beisammensein zu können. Und das war schließlich der große Unterschied zwischen den Festen unserer Arbeitersportler und denen aus dem bürgerlichen Lager, hier muß man sich oft genug damit abgeben, daß Sport- stars Geschäfte mit ihrer antrainierten Kunst machen— die Arbeitersporller gestern in der AutoHalle am Saiserdamm haben nicht nur keinen Pfennig Entschädigung für Ihre aktive Teilnahme erholten, sondern sie haben sogar noch ihr Eintrittsgeld bezahll! Der sport�ieke Verlauf Technisch gesehen, haben die Arbeitersportler gestern eine hohe Leistung vollbracht. Bon 10.50 Uhr vormittags bis 8.30 Uhr abends wurde ein aus Minuten abgestimmtes Programm mit peinlichster Pünktlichkeit abgewickelt. Man kam sich vor wie in einem gut- geleiteten Theater, bei dem aus Gongschlag die Darsteller eingesetzt werden. Und das alles mit der riesigen Zahl von 3000 aktiv Teil- nehmenden. Diese großartige Leistung konnte selbstverständlich nur unter einheitlichster Zusammenarbeit aller Teilnehmer und Funk- tionäre vollbracht werden. Wir möchten nicht versäumen, dem oer- antwortlichen Leiter, allen Kampfrichtern und den Teilnehmern das beste Zeugnis auszustellen. Es lag Tempo in der Beranstaltung, das die Zuschauer bis zum Schluß in Spannung hielt. Mit einem Masienstart im 2000-Meter-Mannschaftslauf, den die Freie Turner- schaft Groß-Berlin-Mitte gewann, setzte das Vorprogramm ein. Schnell war alles eingespielt. Der Lauf B der 2000-Meter-Strecke sah Luckenwalde vor Eiche-Leipzig in Front. Die folgenden Endläufc der unteren Mannschaften brachten nun durchweg spannende Kämpfe, deren Resultate aus der untenstehenden Zusammenstellung ersichtlich sind. Aus den Vorläufen sonderten sich die Besten für die Endläufe. Hervorzuheben ist die starke Besetzung der Hürdenläufe. die eine große Zahl guter Hürdler präsentierte. Ferner war bei den älteren Svortlern sowie bei den Kindern eine äußerst aktive Beteiligung festzustellen. Die Meldungen wurden fast restlos erfüllt. Mit dem Glockenschlag 4 Uhr setzte vor überfülltem Hause mit der Sondervorführung der Kinder das Hauptprogramm ein. Die Kleinen wurden dann durch den Einmarsch der 3000 abgelöst. In Vierundzwanziger-Reihen schob sich unter Vorantritt der 150 Gäste aus dem Reich die riesige Säule in die Arena. Hoch flatterten die Sturmfahnen. ASV. Neukölln und Volkssport Neukölln unterstrichen mit einem Sprechchor aus 200 Kehlen die kurze Ansprache des Kreisoorsttzenden Reichert. Werdegesang nach der Melodie des alten Kampfliedes„Wer schafft das Gold zu Tage", und in wenigen Minuten war die Arena für die Wettkämvfe frei. Die Jugend vom ASV. Neukölln landete in der 5 X 2 0 0- M e t e r- Stafette den ersten Erfolg. Im Anschluß gewann Eiche-Leipzig knapp vor ASC. und Ostring den 2000-Meter-Hauptlaus nach spannendem Endkampf. Die Schöneberger warteten sodann mit einer Arbeits-Gymnastik-Vorführung auf. Die folgenden 70-ZTIeler-Läuse der Sprinter erzeugten die gewohnte Spannung und Nervosität. Bei der Jugend gewinnen Hanisch-Südost und Geiseler ASE. Von den Jugeird- Sportlerinnen stellten Nagel-Süden und die Olympiasicgerin im Dreikamps Krüger-Dresden die Sieger. Den.�-Lauf der Sport- lerinnen holte sich Dumke-Oftring. Von den Alterssportlern waren in der Jahresklasse 31— 35 der Vundessportlehrcr Tbees- Leipzig, bei der Klasse über 36.Kreissportwart Leutloff ASV. Neu- kölln die S/bnellsten. Die Sportlerläufe belegten in de» C-. B- und -Klassen Grothusen-Norden I, Riemer-Stettin und Heldt-ASE. Reichen Beifall ernteten daraus die Alterssporller mit ihren„jugend- frischen" Medizinball-Spielen. Wieder folgt interessanter Kampf in der 4x400-Meter-Staffel der �-Klasse. ASC. landet vor Stettin und Ostring. Die Läufe der Sporllerinnen holten sich in drei Läufen Volkssport-Wedding, einmal gewann Lichtenberg und der Einladungslauf der kleinen Olympischen Staffel fiel an Dresden. Großkampf gab es ferner in der 20 X 1 Runde der �-Klasse. Leider kamen hier Vorwärts-Leipzig, Moabit und Volkssport- Wedding durch den Sturz ihrer Läufer um den Erfolg ihres Könnens: mit 50 Meter Verlust wurden sie von der Spitze rer- drängt. ASC. hätte wohl auch sonst gewonnen, aber das Rennen wäre interessanter geworden. Das ist nun einmal Hallenunglück, wogegen nichts zu machen ist. Aehnlich ging es Not-W:iß als Favoriten in der B-Klasse. Hier gewannen die gutlausenden ASV.- Neuköllner. Auch die Favoriten des Hürdenlaufes hatten Pech. Bolze-ASV. Neukölln schlug den Sieger des Cndlaufes im Vorlauf, mußte aber wegen Reißens zweier Hürden ausscheiden. Müller- Rot-Weiß.stürzte, an der Spitze liegend, im Endlauf der Sportler. Das Beste aus den Sondervorführungen war das Turnen an acht Barren, die Sportgymnastik von Süden und die Frauenvorführung von Volkssport-Wedding. Der Berliner Bewegungschor würde in größerer Zahl eindrucksvoller wirken. Als eine Meisterleistung ist das R e v u e- E.h o r w e r k der FTGB. mit der Musikbegleitung aus der Over.Zamva" besonders hervorzuheben. Ueberwältigender Eindruck dieser Massenbewegung mit den Arbeitsübungen und der Dokumentierung des Willens der Arbeiterklasse zum Aufstieg. Ein herrlicher Ausklong des 8. Berliner Hallensportfestes der Arbeitersporller. Resultate 70'SUlet>8aafts: Ssacni 14—16 Satte: 1. Hanisch(60.) Sei-; 2. Schenk(ftönenitf) 8,8 Sei.; 8. Stein gradsr(Brandenburg). 17—18 Sab«: 1. Geisel«(ÄST.) 8,7 Sek.; 2. Schillbach 8,8 Sek.; 3. Werner(ASB. Neukälln) 8.3 Sek.— 7l).Meter.Laus-n: Spartletinnen 14—11 Sah«: 1. Nagel(Süden) 13,1 Sek.; 2. ssrede(Meabii) 10.2 Sek.: 8. Raggeto(Moabit) 10,5 Sek. 17 bis 18 Sah«: 1. Srüger(Dresden) 9 Sek.: 2. Stolzenburg(V.. Neukölln) 10 Sek.: •ARBEITER. TUSSBALL Wolfersdorf Mcisicr im 4. Bezirk Auf dem Platz in Luckenwalde, hui, wie pfiff der Wind so kalte! So könnte man das Lind von den frechgewordenen Römern variieren. Auf dem Platz der Luckenwalder Turnerschaft standen sich gestern die Mannschaften aus Schäneberg und Wolters- d o r f zum Entscheidungsspiel um die Bezirtsmeisterschaft gegenüber. Um es gleich zu sagen: Von Meistc�lefftungen hat man auf beiden Seiten wenig oder gar nichts gesehen. Der scharfe Wind ließ es zu irgendeiner Kombination auch gar nicht kommen. Weshalb dieses Treffen nach Luckenwalde angesetzt wurde, wird ewiges Geheimnis der Bezirksleitung bleiben. In Berlin hätte man mit bedeutend mehr Zuschauern rechnen können. Die Woltersdorfer, gegen den Wind, dafür aber die Sonne im Rücken spielend, hatten Anstoß. Beide Mannschaften spielten sehr zerfahren. Wohl kamen die Woltersdorfer einigemal recht gefährlich nach vorn, weiter als bis zur Ecke reichte es aber nicht. Trotz der Mithilfe durch den Wind konnten die Schöneberger nie Anspruch auf Gefährlichkeit chrer Angriffe erheben. Da kam den Wolters- dorfern in der 30. Minute ein Elfmeter zur Hilfe, der auch glatt verwandelt wurde. Schon zwei Minuten später erhiellen sie wieder einen Elfmeter zugesprochen, der aber knapp neben das Tor ging. Nach dem Wechsel zunächst vertelltes Spiel. Dann kamen die Schöne- berger mächtig auf. Immer wieder belagerten sie das Tor ihres Gegners, ahne jedoch erfolgreich sein zu können. Die Woltersdorfer dagegen waren mehr vom Glück begünstigt. Einen gut vorgelegten Ball nahm Linksaußen auf, schoß aufs Tor, doch konnte der Tor- wart abwehren. Den zu kurz abgewehrten Ball schoß dann der Halbrechte zum zweiten Tor ein. Die Schöneberger gaben sich aber noch nicht geschlagen. Immer wieder oersuchten sie ihr Glück in schnellen Läufen, der notwendige Torschuß fehlt« aber im entscheiden- den Augenblick. Endlich brachte in der 23. Minute Haldlinks eine gute Vorlag« zum ersten und auch letzten Treffer an. Die Wollers- dorfer verteidigten ihren knappen Vcrsprung mit großer Energie. Mit 2: 1 blieben sie dann auch weniger verdienter als glücklicher Sieger. Eintracht-Reinickendorf, der neue Kreismeister, war nicht wenig erstaunt, als es im gestrigen Treffen mit Pankow bei der Pause 2: 0 für Pankow hieß. Doch dann setzten sich die Reinickendorfer mehr und mehr durch. Bald lautete das Resultat auch 2: 2. Durch einen Elfmeter gingen sie sogar mit 3: 2 in Führung, konnten es aber nicht oerhindern, daß die Pankower kurz vor dem Abpfiff doch noch den Ausgleich erzwingen tonnten. Mit 3: 3 teilten sich die Mannschaften in die Ehren des Tages.— Baumschulenweg konnte gegen Lichtenberg II mit 6: 4 gewinnen.— Luckenwalde V spielte gegen die zweite Abteilung unentschieden 4: 4, während sich'die zwellen Mannschaften mit einem 0: 12-Eraebnis trennten.— Hoppe- garten fpielle gegen Minerva 2: 2 mit beiden Mannschaften.— Mit 6: 1 schlug Baumschulenweg 2 die Lichtenberger.— Hansa 31 spielle gegen den neuen Bundesverein Nord, der sich überraschenderweise als außerordentlich spielstark entpuppte. Vor mehr als 3000 Zu- schauern konnten die Nordleute bis zur Pause mit 2:1 in Führung gehen. Erst nach dem Wechsel gelang es den Hanseaten, den Aus- gleich zu erringen.— Adler 08 konnte gegen Butab nur knapp mit 3: 1 gewinnen.— Weißensee schlug den Bezirksmeister des ersten Bezirks Nsrmannia sicher mit 3:1.— Adler 3 geoen Butab 3 9:2.— Weißense« 2 gegen Normannia 2 1:4.— Adler Jugend gegen Staaken 0:6.— Eintracht gegen Lichtenberg I 0:3-— Adler Schüler gegen Hansa 0: 2. BrandeiiKurcische E'ssdinel'aufmeisferschaft Auf dem Plötzensee bei Berlin gelangte am Sonntag die Mei st erschuft des Brandenburgischen Eisschnell- laufverbandes im Schnellauf in drei Strecken über 500, 1500 und 5000 Meter zum Austrag. Der deutsche Meister B a r w a (BEB.) zeigte sich in allen drei Strecken, von denen die beiden längeren mit Massenstart ausgetragen wurden, seinen Gegnern weit überlegen und siegte im Gesamtergebnis mit 3 Punkten vor Seelicke (BEC.) mit 8. Lötsch(BSC.) mit 9 und Müller(SC.) mit 11 Punkten. Einzelergebnisse: 500 Meter: 1. Barwa 48.0: 2. Müller und Seelicke je 51,8. 1500 Meter: 1. Barwa 2:36,4: 2. Seelicke 2:43,1: 3. Lötsch 2:43,2. 5 00 0 Meter: 1. Barwa 9:39,9: 2. Lötsch 10:14,9: 3. Hermann(BSV. 92) 10:1?: 4. Seelicke. 3. Bluster(Reinickendorf) 10,2 Sel. Heber 18 Söhre: 1. Dumte(Oftrlng) 3,8 Sek.; 2. Sandte(Rot-Weiß) 3.S Sek.: 3. Stockmann(ÄSV. Wedding) 10,1 Sek.— lO-Meter-Lausen: Ältersspartler über 85 Sah«: 1. Leutloft(ASV. Neukölln) 8,3 Sek.: 2. Mitha(Lichtenberg) knapp; 3. Grell(Rosenthal).— BUerssportler 31—33 Sah«: 1. Theer(Leipzig) 8,7 Sek.; 2. Brandstätt«(Moabit) 8,8 Sek.: 3. Friedrich(V.-Wedding) 8,8 Sek.— 70 Meter Sportler: itlaste<0: 1. Grot- husen(Nordring I) 8,7 Sek.: 2. Krüger(Norden I) 8,8 Sek.; 3. Schrad«(Rauls- darf) 3,0 Sek. itlaste ö! 1. Riemer(Stettin) 8,5-Sek.: 2. Blümel(Süden) 8,6 Sek.: 3. Junker(Luckenwalde) 8,7 Sek. glaste 5: 1. Heidt(AST.) 8,3 Sek.: 2. Franke(Ostring) 8,4 Sek.— 60 Meter Hürden: Jugend: 1. Dahn(AST.) 9,5 Sek.; 2. Steingräb«(Brandenburg) 9.3 Sek.; 3. Steffen(Köpenick).— 60 Meter Hürden: Sportler: 1. Süttner(Dresden) 9,3 Set.; 2. Zain(ASC.) 9,6 Sek.: 3. Franke(Oftring) 9,8 Sek.— 800. Meter-Laufen: Sugenb: 1. Scharf («..Neukölln) 2:16,1 Min.: 2. Prost«(Leipzig) 2:16,3 Min.; 3 Hauser(ASB. Neukölln).— 200a.Meter>Man»schastsfan?e»: Laus C: 1. FTGB.-Mitte 6:49,7 Mtn.; 2. Spandau 6:53,6 Min.; 3. Freie Schwimm« Zehlendorf 7:12,3 Min. Lauf 0: 1. Luckenwalde 6:32 Min.: 2. Eiche(Leipzig II) 6:32.1 Min.; 3. Wildau 6:37 Min.«auf 5: 1. Eiche(Leipzig) 6:04,7 Min.: 2. ASE. 6:12 Min.; 3. Dies. den 6:12.7 Min.— Staietten: Sportler: Lauf A, 4 x 400 Meter: 1. ASE. 3:43.7 Min.; 2. Stettin 3:43,4 Min.: 3. Oftring. Brustweite. Lauf V: 1. AST. II 3:49,6 Min.: 2. Stettin II 3:49,6; 3. AST. IN.— 10x1 Rund«: 1. AST. II 4:39,9 Min.: 2. Moabit 4:40,6 Min.: 8. AST. IN 4:423 Min.— 20x1 Runde: 1. AST. 8:47,7 Min.: 2. Dresden-Stettin 8:50,9 Min.: 3. Vorwärts(Leipzig) 8:54 Min.— Slaflc B: vlnmpifche Bta'ette, 1 Mannschaften: 1. Rot. Weist 4:01,7 Min.; 2. ASB. Wedding 4:06.5 Min.: 3. ASB. Neukölln 4:07,5 Min. 2. Mannschaften: 1. B.-Neukölln 4:05,5 Min.; 2. Luckenwalde 4:08.5 Min.; 3. ASB. Neukölln 4:08.5 Min. 3. Mannschaften: 1. ASB. Neukölln 4:12,1 Min.: 2. Rot-Weist 4:14,9 Min. 4. Mannschaften: 1. Rot-Weist 4:14 9 Min.; 2. ASB. Neukölln.— 10x1 Runde. 1. Mannschaften: 1. ASB. Neukölln; 2. Volkssoort Ncukölln: 3. ASB. Weddinq. 2. Mannschaften: 1. Schöneberg 4:40.7 Min: 2. Röt-Woist 4:41,7 Min.; 3. ASB. Neukölln 4:42,6 Min.—«laste C: Schwede-- stafrtte: Lauf\: 1. Osten 2:22.2 Min.; 2.«aulsdork 2:23 9 Min.; 3.«an;« (Guben) 2:24 Min. Lauf B: 1. Nordring 2:22,4 Min.: 2. Mahlsdorf 2:24,8 Min.: 3. Pankow 2:24 9 Min. Lauf O: I. Wilmersdorf 2:25,6 Min.; 2. Teilen 2:27,7 Min.: 3. Kleingärtner 2:27,9 Min. llnt-re Mannschaften: 1. Nordrinq 2:26,2 Min.: 2. Nowawes 2:26.9 Min.; 3. Osten 2:292 Min.—«laste 6 10x1 Runde. Lauf At 3. Nordring 4:32,2 Min.: 2. Osten 4:32,2 Min; 3. Nordest 4:35 Min. Lauf C: 1. Osten 4:44.5 Min.; 2. Nowawes 4:48.5.— Eoud-rfuart n 19X1 Runde: 1. Teltow 4:40,3 M'n.: 2. Fichte 4:42,2 Min.; S.«leingärtn« Tharl-cktenburg 4:43,8 Min.— Alt-r-tportl« 4xH Runde: 1. Brandenburg 54:3 Min.: 2. AST. 54:7 M'N.: 3. AGB. Neukölln.54:9 Min.— Sportl-rinne!,. «lein« Olnmm-che Staff-I: Lauf A; 1. Volkssport Wedding 62.1 Sek.; 2. Luck-u. walde 63.5 Sek.: 3. Schönow 64,7 Sek. Lau« B: 1. Lichtenberg 61.2 Sei.; 2. Roseutdal 64 6 Sek.; 8. Wilmersdorf 65 Set. sinfad-ng: 1. Dresden 60,6 Sek.; 2. Ret. Weist 61.5 Sek.: 3. AST. 6'.8 Sek.— lOxZH Runde: Lank A: 1. Volks fport Weddina 2:28 5 Min.: 2. ASV. Weddln» 2:32.7 Min.: 3. Eiche(«ören-ck) 2:82,8 Min. 8«"f B: 1. Bol-sfpcrt Weddinq n 2:40 2 Min.: 2. Volkssport Neu. kölln II 2:45.2 Min.: 3 AST. U 2:48.5 Min.— 5X1 Runde Sugeud: Sauf n ASV. Neukölln 2:16 4 Min.: 2. Nordring 2:18.2 Min. Lauf Bt 1. Süd-u IX 2:24,7 Min.: 2. Tegel II 2:24,8 M'n.: 3. Pankow m 2:26,7 Min.— Sinder. staietten: Mädchen 1. Lauf: 1.«..W-dding 1:10.2 Min.: 2. B. Neuiö�n 1:18.7 Min. 2. Lauf: 1. Bohn-dorf 1:12,8 Min.: 2. Moabit, Brustbreite: 3. Wilwer«. dorf 1:17 Min.—«naben 1. Lauf: 1. W'Idau 65.1 Sek.: 2. Eb-rrlottenburg 65,9 Sek; 3. Sa andern. 2. Louf: I. Volkssport Weddinq 59,1 Sek.; 2. Fichte 67,8 Sek.: 3. Moabit 68,5 Sek. 3. Lauf: 1. Volkssport Wedding«5,4 Sek.; 2. AST. 68,8 Sek.; 3. Südost 68.5 Sek. Oer Tod des Boxers Unlenucfaung durch Boxsportbehorde Die Boxsportbehörde Deutschlands beschäftigte sich am Sonn- abend mit dem tragischen Vorfall im Spichernring, bei dem der Berufsboxer Völkner der Tod fand. Aus dem offiziellen Protokoll dieser Sitzung, der auch Beamte der Kriminalpolizei beiwohnten, entnehmen wir u. a.: „Es wurde festgestellt, daß Ring und Handschuhe vorschrifts- mäßig waren, daß die Kampfesführung nicht zu bemängeln war. und daß es sich bei dem Tod Völkners um einen unglücklichen Zufall handelt, dessen Ursache eine Gehirnblutung gewesen ist. Die Punktwertung verzeichnete bis zum tragischen Ende einen halben Punkt Dorsprung für den Verunglückten. Die Bemühungen der Aerzte mit künstlicher Atmung und Herzmassage führten zu keinem Erfolg. Die betz der Sitzung anwesenden Vertreter der Boxsport- behörde und des Verbandes Deutscher Faustkämpfer konnton ein Verschulden nach keiner Seite hin feststellen." Nuropa-RundtkuS 1952. Der internationale Wettbewerb für Leichtflugzeuge, den der Aero-Club von Deutschland in der Zeit vom 11. bis 28. August zur Durchführung bringt, zerfällt bekanntlich in zwei Teile, die t e ch- Nischen Prüfungen in Verlin sowie den anschließenden Rund- f l u g durch ganz Europa, der am 18. August beginnt. Auf Wunsch der Italiener sind noch zwei Wendemarken auf den Etappen Agram— Picenza und Turin— Cannes eingeschoben worden. Die Gesamt- strecke des Europa-Rundfluges beträgt 7359,1 KUom«ter, die in drei Grohetappen eingeteilt ist. Die endgültige Streckenfüh r u n g lautet nunmehr wie folgt: 1. Etappe: Berlin-Tempelhof — Warschau— Krakau— Prag— Brünn— Wien— Agram— Wendemarke Postumia— Vicenza— Rimini— Rom(2497,8 Kilometer). 2. Etappe: Rom— Florenz— Bellinzona— Turin— Wendemarke Albenga— Wendemarke Jmperia— Cannes— Lyon— St. Gallen— Stuttgart— Bonn— Paris(2460,4 Kilometer). 3. Etappe: Paris— Deauville— Rotterdam— Dortmund— Hamburg— Kopenhagen— Laholms Bucht— Göteborg — Laholms Bucht— Kopenhagen— Hamburg— Berlin-Staaken. Arbeite reishockeyfpieler. Heute abend 20% Uhr spielen im Volkspart Mariendorf Oftring II gegen Vollsfport-Neukälln, gleich- zeitig Training aller Einzelspieler. Kampfrichter zum Sreiswellurneu der ArbeUersporkler. Der Serien-Wettkampf-Ausschuß übernimmt im Einvernehmen mit der technischen Leitung die Einteilung pnd Besetzung der Gerätekampf- gerichte. Zu diesem Zweck und zur Borbesprechunq aller w'clitiaen Fragen ist zum 2. März, 19.30 Uhr, in der Geschäftsstelle, Elfaffer Straße 86/88. eine gemeinsame Sitzung angesetzt. Alle KR.-Genossen müssen pünktlich zur Stelle sein; auch die nicht besonders gemeldeten. Fahrgeld wird an alle Sitzungsteilnehmer erstattet! Etwaige Wünsche und Vorschläge der Teilnehmer und Gemeldeten zum Weit- turnen mögen zur Sitzung vorgebracht werden und nicht erst beim Wettkampf. krastverkehrsschau aus der 3. Verliner Auto- und Motorradmesse. Die in den Tagen vom 4. bis 8. März auf dem Ausftellungs- gelände am Kaiferdamm stattfindende 3 Berliner Auto- und Motor- radmesse wird bereichert durch die erstmalige Angliederung einer Kraftverkehrsschau, die das Thema Berkehrsregelung,-erziehung und Unfallverhütung behandelt. Weiterhin gibt die Deutsche Ver- kehr-wacht E. V. einen anschaulichen Einblick in ihre Arbeiten. Der Automobil Club von Deutschland(AoD.) und der Allgemeine Deutsche Automobil-Club(ADAC.) werden sich ebenso wie die„Aha" Autohilfe ausstellungsmäßig beteiligen. Weiterhin ist die Bor- führung der beiden Tonfilme„Der gläserne Motor" und„B8" in Aussicht genommen. Freie Schwimmer Geost-Berlin e. V. Donnerstoq, 3, März, 20 Uhr, El'äffet Strafte«6—88, Hauptausfchuftsttzung mit Techniker, Schriftführer. Safsierer. Reviforenodmann der Gruppen. Um 18 Uhr Borstandsnftung am feilen Tage Neue Schönhauser Str. 4— 5.— Zur Frauenkundgebung der Partei am gleichen T'ge 19 Uhr im Lehrerpereinshaus, Alexanderplatz, treten alle weiblichen Mit- glieder an. Rugrnfchwimmerinnen. 1.«r-i«. Die Reigenprobe zum Städtekampf Wien- Berlin»indet nicht am 8. März, sondern bereits am 1. März im Stadtbad Mitte statt. Alle Reigenschwimmerinnen treten an, da ein 60er evtl, ein 64er Reigen geübt wird. Treffpunkt 19)4 Uhr im Borraum des Stadtbades.