Morg«nausgab« Dienstag Vi?«u# � VT ü« B M MMs| M W M WM?Mi �. Auswärts 15 Pf. ins Staus) im D traus zahlbar. BMW I: IKj WA Hl L.{■ BW HB GS Bh BH J.- IS I Bastdezug Z.»7 M. einschließiiq svPf. idH j H| W) �B �B �B �B t C--- 4/ Va zeiwngs- unb 72 Pf. Pastbeftellge. MAeW! t�WS BB DB H| BW BW HB BS Ew HB Wv Hg DB I jfr Sie eint DO IL tDfinimelcrjt tle 80 Itühren.t3uslant)sabanncment s.estn. HB9B< I! HB i Ht 1H BS BB BS W> MB— � BB DH! X: ReNameze l» 2. M.„kleine An- pro äRonat; für Cänittr mit ernaitta. ▼r$H I DH W WD DB HI MB WM BB WI flH DB zetaen" das fettgedruckie Wort 20 PI tem Druckiachemtarlo».SS M. BH I l> WD t H|H Hfl. Vulasngzweifettaedru-ricWane.jedr- » I BW H.. MSSSk,-tfrTn*- nf Tff- JBX BS �Vr/WX w-ii-r- Sa«>0 PI. Rabati iL Tar-, * H BBl �HH\ ZW X'■ Worte Uder lb Buchstaben»«hlen ._.. � � �Hv f/ BBLV yy DW»wet Wone Arbeitsmarit MiUim-tn. «er.Ban-Sn-' erschetn, wochentZz. HD»> // EB jelle 25 Ps Famili-nant-ig-n Milli- lich zweimal. Sonntags und Montag« meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme ÄÄ'Äars; U~»» s.9r«'S'Ärfi"K -«asaw"'""•öwlltlö? V vIb»PMII( xssssssssssssis* Jentvakorgan der GozialdemoSraiiMen Vavtti Deutstblands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr 3 K-inivr. Töndoli{h 7) 292—297 Telegramm.Adi. So-iasbemokrin Beilin Am IS. März wird mit der Reichspräsideutenwahl die große Schlacht für Voltsrechte gegen Tiktatur geschlagen. Alle Gliedernngen der Eisernen Front gehe« in diese« Nampf mit dem festen Willen, schon im ersten Wahlgang den Sieg zu erringen. Tie politische Führnng der Eiserne« Front hat das Ziel bestimmt: Weder ein Hitler noch ein Tuesterberg darf Reichspräsident werden. Aach nicht mit Hilfe der Moskauer Gewalthaber, die mit der Kandidatur Thal- mann ein Sprungbrett für Hitler stellen. Mag sich Thälmaun»eoch so sehr bücke», auch über seinen Rücke» hinweg darf Hitler de» Stuhl Friedrich Eberls nicht er- reiche«! Weil Hi»de»b«rs de» Eid auf die Verfassung nicht uur geschworen, sonder» auch gehalten hat, weil er verfassungsmäßig sein Amt versah— darum will man Dorwarts-Verlaa G. m. b. H. ihn vom Platze stoßen. Der Weg z» Staatsstreich und Verfassungsbruch soll freigemacht werden. Eiserne Front! Jetzt gilt es zn kämpfen! Hitler mnß geschlagen werden! Schlagt Hitler und die faschistische Front zerbricht! Die Eiserne Front kämpft! Sie diskutiert nicht. Jetzt gM es. in eiserner Disziplin der Führnng zu folge»». Sieg ist die Parole! Sieg unserer Sache, nicht eines Namens. Hi,Lde»Lbnrg ist nicht ei« Mann der Eisernen Fro»»t! Aber Hindenburg steht gegen Hitler. Jede Stimme für Hindenburg ist ein Sch!ag gegen Hitler! Jede Stimme für Thälmann ist eine Stimme für Hitler! Darum entscheidet sich die Eiserne Front für Hi»Ldcuburg und kämpft gegen Hitler. Eiserne Front! Vorwärts zum Angriff! Am 13. März wird Hitler geschlage»». Postlch-lkkomo: Berlin Z7 536.— Bankkonto Bankder arb-itc». llngellkUien und Vcamten. Lindenstr. 3 Dl? u DiSt-Gel.. Devosilenk, Zeruiolkniet Sn 65 66. Arbeitslose für Arbeitslose Das Hilfswert der Notgemeinfchast Berlin, Ln Berlin ist in diesem Winter der Not ein H i l f s- werkderArbeitslosen für die Arbeitslosen erstanden, das höchste Beachtung und stärkste Förderung verdient. Frankfurt am Main, die Stadt, die sich rühmen darf, schon so oft in den vielfältigsten Problemen moderner Kommunal- Politik wegweisend gewesen zu sein, hatte das Beispiel gegeben. In den Kreisen der Frankfurter Arbeiterbewegung war zuerst der Gedanke aufgetaucht, die Gefahr des Hungers für Tausende von Menschen dadurch abzuwehren, daß man an die Schaffung einer Art genossenschaftlicher Kücheneinrichtung ging. In drei der größten Ar- beitersiedlungen wurden Erwerbslosenküchen eingerichtet, die von den Arbeitslosen und ihren Frauen völlig unentgeltlich bewirtschaftet werden. Nachdem der Versuch als geglückt bezeichnet werden konnte, gingen auch andere Stadtbezirke daran, ähnliche Küchen ins Leben zu rufen. Die Siedler schloffen sich zu diesem Zweck zu einem Verein zusammen, in dem jedes Mitglied sich zur Leistung eines bestimmten Monatsbeitrages verpflichtete, um die finanzielle Grundlage für die Weiterführung der Küchen zu gewährleisten. Es wurde größter Wert aus eine besonders gute Zubereitung des Essens gelegt, das für 10 Pf. an alle Arbeitslosen, die sich um Berücksichtigung bemüht hatten, unabhängig selbstverständ- lich von ihrer politischen Zugehörigkeit, ausgegeben wurde. Der Herstellungspreis des Essens— da alle Arbeit von den Erwerbslosen unentgeltlich geleistet wird, kommen nur die Materialkosten in Frage— beträgt ungefähr 25 Pf. Die notwendigen Zuschußmittel wurden neben den Mitglieds- beitragen der Siedler durch Spenden aufgebracht. Die Er- kcnntnis der Notwendigkeit und der Verpflichtung, alles zu tun, um Volksgenossen vor dem Schlimmsten zu bewahren, und die Gewißheit, daß jede Mark und jeder Groschen unge- schmälert dem Küchensonds zugute kommt, führte zu einer starken Gebcfreudigkeit. In Frankfurt a. M. werden durch das Hilfswerk jetzt täglich annähernd 25 000 Menschen mit gutem Essen versorgt. Als der„V o r w ä r t s" vor einigen Monaten Ernst Kahn, einen der Hauptförderer der Frankfurter gemein- nützigen Einrichtung, aufforderte, in cinein Artikel die Or- ganisierung des Hilfswerks und die mit den Erwerbslosen- küchen gemachten Erfahrungen zu schildern, sollte das der Anstoß zur Schaffung ähnlicher Erwerbslosenheime in Berlin sein. Heute kann festgestellt werden, daß die Anregung auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Sozialdemokratische und auch bürgerliche Kommunalpolitiker erkannten den hohen Wert der Frankfurter Einrichtung, und so wurde kurze Zeit nach dem Erscheinen des Artikels die Notgemeinschaft Berlin zur Errichtung von Heimen und Küchen für Erwerbslose gegründet. In dem Vorstand der Not- gemeinschaft sitzen heute Anhänger der verschiedenen Partei- richtungen und Konfessionen. Alle Beteiligten waren sich von vornherein darüber klar, daß der Plan mit Erfolg nur durch- geführt werden kann, wenn völlige Ueberparteilichkeit und Neutralität in den Fragen der Religion und der Welt- anschauung geübt wird. Auch in den Heimen ist Ueberparteilichkeit oberstes Gebot. Anfangs folgte man in Berlin bei dem Aufbau der Küchen dem Frankfurter Beispiel, später beschritt man neue Wege und baute das Hilfswerk, den Anregungen der Er- werbslosen in sehr glücklicher Weise folgend, weiter aus. Man richtete nicht nur Erwerbslosenküchen ein, sondern schuf durch die Arbeit von Erwerbslosen wohnliche Heime, die bc- sonders alleinstehenden Jugendlichen und den alten Leuten die meist fehlende oder nur in primitiver Weise vorhandene Wohnstätte ersetzen sollen. Das erste Heim dieser Art ent- stand in Baumschulenweg. Eine Berliner Großbank stellte die Räume zur Verfügung, andere Firmen und Privat- leute lieferten das notwendige Mobiliar, und die Arbeitslosen, die sich zu einer örtlichen Gemeinschaft zusammengeschlossen hatten, ließen aus oerräucherten Büroräumen helle, freund- liche Wohnstuben werden. Der Maler, der Tischler, der Klempner, und nicht zuletzt der Radiobasller traten in Fun'tion. Jede Altersgruppe bekam ihr eigenes Zimmer. die Jungen sollten unter sich sein können, die Aelteren er- hielten ihre gemittliche Stube, ein Arbei-tsroum für die Frauen mit Nähmaschinen wurde geschaffen, und als Glanzstück des Heimes konnte man sogar ein besonderes Musikzimmer ein» richten. Die Räume sind jeden Tag geöffnet und allen Ar- beitslosen zugänglich. Durch das Entgegenkommen des Be- zirtsamts war es möglich, eine moderne, kürzlich stillgelegte Berlin, de» 1. Mär, ISIS. Die Reichskampfleitung der Eiserneu Front. Waffenstillstand Japan— China? Mitteilungen im Völkerbundsrat. Senf, 29. Februar. sEigeaberichi.) Die Eiustelluug der Feiadsellgkeite« vor S ch a n g h a i fleht uumiltelbor bevor. Verhandlungen zwischen den chinesischen und japauislheu Oberbefehlshabern an Lord des engllschev Admiralschiffes haben zur vorläufigen Anerkennung des Prinzips der Zurückziehung der belderseiiigen Truppen und der Errichtung einer ventralen Zone geführt. Der Völkerbundsrat hat diesen Vereinbarungen den Vorschlag einer Konferenz aller inlerefflerten Möchte in Schanghai hinzugefügt, für dessen Annahme die gröhke wahr- fcheialichkell besteht. Aus Antrag des englischen Außenministers Sir John Simon fand am Montagnachmittag eine außerordentliche Ratssitzung statt, in der Simon mitteilte, daß er von seiner Regierung eine wichtige Mitteilung erhalten habe Am Sonntagnachmittag habe aus Ein- ladung des britischen Admirals ZUily an Bord seines Flaggschisses wegen der Einstellung der Feindseligkeiten eine Zusammenkunft stattgefunden. Zwischen den chinesischen Vertretern Wcllington-Äoo und General Wang sowie den japanischen Oberbefehlshabern Ad- miral Nomura und Admiral lvtntsuoka sei in freundschaftlicher Weise die gegenseitige Zurückziehung der Truppen im Prinzip vereinbart worden. E» bleibe noch die technische Frage offen sür die Kon- trolle der neutralen Zone und der Räumung durch die anderen Mächte. Das Ergebnis sei den Regierungen in Nanking und Tokio unterbreitet worden. Paul Boncour begrüßte die Mitteilung und unterbreitete dem Rat ein« Entschließung, die folgenden Plan vorsieht: 1. Soforkig« Einberufung einer Konferenz von Vertretern sämtlicher inleressicrteu INächle tu Schanghai zur endgültigen Einstellung der Zeindsel'gkeiteu und Wiedererrichtung des Friedens In der Schaughai-Zoue. 2. Grundfrage der Aussprache fei. daß a) Zapau weder po- Mische noch lerriloriale Absichleu noch die Absich« habe, eine lopauische Konzession in Schanghai eiozurichleu oder anderweitig die ausschließlichen Znleresien Japans zu begünstigen, b) daß China an der Souscrenz teilnehme unter der voraussehuug der Sicherheit und Unversehrlheit der inlernationalen Zone. Z. voraussehung für den Zusammeniritt der Konferenz sei eine Regelung zur raschesten Einstellung aller Kampshandlungeu. zn der die übrigen in Schanghai vertretenen Mächte jede Unter- stützuug leihen solle»». 4. Dieser Vorschlag gelle nur der sosorligeu Wiederherstellung des Fried?»»s in der Schanghai-Zone, ohne der tjaltung des Völkerbundes oder einer anderen Mach» gegenüber der chinesisch- japanischen Angelegenheit vorzugreifen. Italien. England, Frankreich und Deutschland äußerten sich zu der Entschließung Boncour» zustimmend. In ausfallend entgegen- kommender Form erklärte Sato-Japan. er sei leider noch nicht zu Mitteilungen über Details aus Schanghai autorisiert. Sobald er darüber Instruktionen habe, werde er sie mitteilen Den Plan des Rates nehme er an. vorbehaltlich der Zustimmung seiner Regie- rung. der er sofort Kenntnis davon geben werde. Javan sei zu jeder Zusammenarbeit bereit und auch zu einer Round-Table-Kon fsrenz der Mächt« in Schanghai Es Hab« keine Absicht, eine japanische Konzesston zu errichten oder sonst aus der Giwation Nutzen zu ziehen. Z)en-China teilt« die Zustimmung seiner Regierung zu dem Bor- schlag des englischen Admirals Kelly mit und dankte dem Rat für seinen Vorschlag, den er begrüßte. Wiederaufnahme der Beziehungen Nankinq-Moskau R a n k l n g, 29. Februar. Der Außenausschuß der chinesischen Rationalregierung hat be- schlössen, die seit 1929 abgebrochenen Beziehungen zur Sowjetunion wiederaufzunehmen. Die Diktatur in polen. Ein neuer Schlag gegen die Arbeiterschaft in Vorbereitung. Warschau. 29. Februar.(Eigenbericht.» Die polnische Diktalurregierung bereitet einen neuen Schlag gegen die Arbeikerfchasl vor. Zn einem am Monwg abgehaltenen Ministerrat wurden mehrere Gesetzentwürfe angenommen, die eine weitgehende Zerstörung der sozialpolilischeu Erruugenschasten Polens bedeuten. Au Stelle der bisher voneinander unabhängigen Angestelllenoersichc- rung, Unfallversicherung und Krankenkassen soll eine gemeinsame Sozialoersicherungsanstall lrelen. Die Versichernngsiasten für die Unteruehlner sollen bedeutend gesenkt werden. Um diese Maßnahme jedoch als Reform zu verschleiern, wird die Anslall auch die bisher fehlende Alters- und Znoalldenverflcherung in sehr kleinem Umfang wil übernehmen. Ferner wird in Zukunft nicht mehr die gesetzliche Verpflichtung für die Unleruehmer bestehen, den Urlaub der Arbeiter und ihre lleberstuudeu im bisherigen Umfang zu bezahlen. Auch der sog?nannlc englische Sonnabend, der sechsstündige Arbeitstag. wieder abgeschafft. Alle Gefehesprodukle dürften von der Re- gierungsmehrheil im Sejm ohne weit eres angenommen werden. I- Neue Zollrüstung für Deutschland. Ein Obertarif neben dem allgemeinen Zolltarif. Aus Grund der im Dezember erkeilten Ermächkiguug hak die Reichsregierung die Einführung eines Oberlanfs beschlossen. Der Obertatts gilt für waren, die aus Ländern stammen, mit denen das Deutsche Reich nicht in einem haudelsverlraglicheu Verhalt als steht oder welche die deutschen waren ungüu- sliger behandeln als die waren eir»es drillen Landes. Die Lau- der. auf deren Boden» und Gewerbserzcugnisse der Oberlarif anzuwenden ist. werden durch besondere Verordnung bestimmt. Der von der Regierung grundsätzlich beschlossene Obertarif wird allgemein höhere Sätze neben den jetzigen Zolltorifsätzen vor- sehen, so daß«in Doppeltarif für die Einfuhr entsteht. Man spricht von einer Verdoppelung der Zollsätze für den Obertaris. In Wirk- samkeit tritt der Obertoris nur gegenüber Ländern, mit denen kein Handelsocrt. igsverhältnis besteht. Das gilt für Kanada und Australien, aber auch für Polen. Der Obertaris ist als Druckmittel gedacht, entweder um zu Handelsverträgen zu kommen oder um einer schlechteren Behandlung der demschen Ausfuhr vorzubeugen. Aus dieser Maßnahme ist mich setzt ein« Versteifimg der protettio- nistischen Tendenzen in Deutschland zu befürchten. Das Druck» mittel darf deshalb wirklich nur vorbeugend angewandt»Verden.. Wir schlagen Hitler! Volksküche für die Zubereitung des Essens— es werden in diesem Heim täglich 200 Portionen ausgegeben— wieder in Vetrieb zu setzen. Die Arbeitslosen können das Essen ent- weder gleich im Heim zu sich nehmen oder es in Behältern nach Hause tragen. In ähnlicher Weise entstanden Heime aus dem W e d d i n g in der Uferstraße und in der Siedlung„Freie Scholle" in Te g e l. Für die Weddinger Arbeitslosen waren die Voraussetzungen für die Schcssnng des Heims nicht so günstig wie in den anderen Bezirken. Die Räumliclikeiten sind nicht die besten und müssen zudem noch teuer bezahlt werden. Gerade aus dem Wedding aber gingen die Arbeits- losen mit besonderem Eifer an die Arbeit, und sie richteten sich sogar im Keller eine eigene Tischlerwerkstatt ein, in der setzt unter der Leitung eines arbeitslosen Tischler- Meisters geschickte Hände nützliches Hausgerät schaffen, an dem es in jedem Arbeitslosenhaushalt an allen Ecken und Enden fehlt. Auch sonst herrscht in dem Weddinger Heim ein äußerst reges Leben. Der Heimleiter, ein arbeitsloser Metallarbeiter, hat für jeden Tag an einigen Stunden des Nachmittags besondere Kurse und Vorträge angesetzt, die ge- rade von den Jugendlichen sehr stark besucht werden. Ein arbeitsloser Lehrer erteilt englischen Unterricht, es gibt einen Zeichenkursus, Vorträge über die mannigfaltigsten Gebiete werden gehalten und mehrmals in der Woche sind Musik- darbietungen mit Rezitationen angesetzt. Die jungen Männer haben schon eine eigene Sportgemeinschaft gegründet, eine Maßnahme, die sofort von den anderen Heimen nach- geahmt wurde und bereits dazu geführt hat, daß die Not- gemeinschaftcn unter sich einen Fußballmatch ausgetragen haben. Eine außergewöhnliche Stellung unter den bisher be- stehenden vier Erwerbslosenheimen nimmt das Haus ein, das die Arbeitslosen des Bezirks F r i e d r i ch s h a i n sich für ihre Zwecke umbauen. Was hier unter den Händen der Er- werbslosen entstanden ist, oerdient höchste Anerkennung. Auf dem Hofe des Grundstücks Frankfurter Allee 206 nimmt die ganze Hälfte ein langgestreckter zweistöckiger Bau ein, der auf den ersten Blick in der Architektur wie ein modernes Laubenganghaus wirkt. Im ersten Stockwerk des Hauses zieht sich vor den Eingängen zu den einzelnen Räumen ein breiter Laubengang hin, der von den Arbeitslosen im Sommer zu einer Liegehalle umgebaut werden soll. Verwundert stellt man fest, daß eine große breite Rampe direkt vom Hof zu dem Gang im ersten Stock hinaufführt. Das Haus gehört der Berliner Berkehrsgesellschaft, und hier waren früher, als die Pferdebahn und der Pferdeomnibus noch durch Berlin trotteten, die Pferde untergebracht. Das Haus mit großen, lichten Räumen stand nun leer, bis die Arbeitslosen kamen und aus den Pferdeställen wohnliche, anheimelnde Räume mit Sofanischen, Skatecken und geruhsamen Plätzen für die Schachspieler erstehen ließen. Mit besonderem Stolz führen die Arbeitslosen den Gast durch die Räume, und wer es nicht wüßte, würde kaum glauben, daß hier früher Pferde von schwerer Arbeit ausruhten. Das Heim Friedrichshain wird noch dauernd vergrößert. In diesen Tagen werden zwei neue große Hallen fertiggestellt sein. Hier wird kein Mittagessen verabfolgt, dafür erhält jeder Arbeitslose kosten- los Nachmittagskaffee und zwei belegte Brötchen. Nach In- bstriebnahms der neuen Räume werden hier jeden Tag über 400 Arbeitslose einen warmen Platz bei Gesellschaftsspielen und Radiomusik finden. Das große Haus bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Werkstätten einzurichten, in denen die Arbeitslosen sich für ihren eigenen Bedarf kleine Haushaltungsgegen stände herstellen können. Man hat schon einige Werkstätten eingerichtet und hoffte jetzt, von einer großen Genossenschaft zehn Hobelbänke zu erhalten. Fleißiges Hämmern verrät, daß die alle Schmiede auch wieder in Gang gekommen ist. Die Fried richshainer Arbeitslosen wollen den Versuch machen, Bedarfsgegenstände in größeren Mengen herzustellen, die dann unter den einzelnen Arbeits- losen ausgetauscht werden sollen. Schuster, Schneider, Tischler und Schmiedemeister wollen sich auf diese Art unter- einander helfen. In den Arbeitslosenwerkstätten können dann auch dringende Reparaturen an Schuhzeug und Kleidern vor- genommen werden. Das ganze Haus in den Dienll der Ar- bsitslosenhilfe zu stellen ist das Ziel, das den Friedrichs- hainer Erwerbslosen vorschwebt. Die Notgemeinschaft hat die Geldfrage bisher so ge- löst, daß jede Arbeitslosengemeinschaft bestrebt sein muß, in dem eigenen Bezirk die notwendigen Mittel herbeizuschaffen. Wo das nicht möglich ist, greift stützend die Zentralstelle ein. Das Hilfswerk wird von der kommunalen Fürsorge selbst- verständlich nicht berührt, hat es sich doch gerade zur Auf- gäbe gestellt, dort einzugreifen, wo die HUfe der schwer be» lasteten Gemeinde bei weitem nicht mehr ausreicht, nämlich bei den alleinstehenden, langfristig arbellslosen Jugendlichen und den sich durchhungernden alten Leuten. Die Notgemein- schaft stellt auch keine Konkurrenz zur Berliner Winter- Hilfe dar: ihre Aufgabe ist und muß weitergestellt sein als die der Winterhilfe, die ja ihre segensreiche Tätigkeit mit dem Beginn des Frühjahrs wieder«instellt. Alles, was bisher von den Arbeitslosen für ihre gleichfalls erwerbslosen Käme- raden geschaffen wurde, soll nur ein erster Anfang sein. Das Hilfswerk soll so ausgebaut werden, daß kein Bezirk in Berlin ohne eine Heimstätte für die Arbeitslosen ist. Dazu aber braucht man Geld. Die Bedeutung dieser neuartigen Bestrebungen soll nicht überschätzt, aber auch nicht unterschätzt werden. Sie sind kein Unioersalheilmittel, aber eines von den Mitteln, mit denen geholfen werden kann. Daß von ihnen nicht nur materielle, sondern auch seelische Wirkungen ausgehen, macht sie beson- ders wertvoll. Areibkeikende Treue. Die.Itot« Fahne" leitet« am Sonntag einen Moskauer Bericht über Aeußerungen eines alten Bolschsmiks folgendermaßen ein:„Mit der Versicherung unverbindlicher Treue zur Sache des Kommunismus geben wir..." Unser kolle- gialee Beileid dem armen Teufel, der sich hier eine sichere Flug- aussicht eröffnet hat. GchlagtHitler im ersienWahlgangl Breiischeid über Präsidentenwahl- Erster Wahlgaug muß Entscheidung bringen Auf dem Kreisvertretertag der Spandauer Sozialdemokraten. der unter Leitung des Kreisleiters Adolf Guth tagte, sprach Rudolf B r e i t f ch e i d über die polltische Lage. In einer groß» angelegten Rede begründete Breitscheid die Notwendigkeit der ! Konzentrierung aller Kräfte in diesem Augenblick auf den einen Punkt: Fernhaltung des Faschismus von der Machtergreifung. Zur Reichspräsidentenwahl erklärte er: Nach reiflichem Ueberlegen sind Parteiausschuß, Parteivorstand und Reichstagsfraktion zu dem Entschluß gekommen, schon für den ersten Wahlgang die Parole für den Kandidaten auszugeben, der am meisten Aussicht hat, den Kandidaten des Faschismus zu schlagen. Hitler muß schon im ersten Wahlgang entscheidend aufs Haupt geschlagen werden. Wir müssen das Opfer auf uns nehmen, für einen Mann zu stimmen, dessen Weltanschauung von der unsrigen weit entfernt ist. der aber, und das hat unseren Entschluß erleichtert, in den sieben Jahren seiner Amtszeit alles getan hat, um den auf die Verfassung geleisteten Eid bis zum letzten zu halten. Wir könuen anerkenuen. daß ylndenburg seine Pflicht gewissenhaft erfüllt hat. Wir setzen unsere Kraft ein, um dem Bannerträger des Faschismus sine Niederlage zu bereiten. Der Aufruf der Partei, für Hindenburg zu stimmen, ist ein Appell an die politische Einsicht und ein Appell an politische und parteipolitische Disziplin. Die einstigen Freunde Hindenburgs stehen heute gegen ihn. Sie vergeben es>ym nicht, daß er seinen Eid gehalten hat. Deshalb wird der Mann, der vor sieben Jahren als Retter gepriesen wurde, jetzt zum alten Eisen geworfen. Hätte Hindenburg die vielfach an ihn herangetragenen Wünsche der Reaktion erfüllt, so würde er von den Harz- burgern wieder als der Heros gefeiert werden. Hindenburg hat sich all diesen Einflüsterungen verschlossen. Er hat auch die R' gterung Brüning im Amte gehalten. Die Sozial- demokratie hat den Sturz dieser Regierung verhindert, nicht etwa weil sie in diesem Kabinett das Ideal erblickt, sondern aus dem gleichen Grunde heraus, aus dem sie in den vorhergegangenen Jahren die Tl.lerierungspalitik getrieben hat. Und sie werde das Kabinett Brüning nicht eher stürzen können, ehe die Gewißheit besteht, daß an die Stelle des Bisherigen etwas Besseres gesetzt werden kann. Wir müssen erreichen, daß Hitler schon im ersten Wahlgang geschlagen w.rd. Dann hat der Nationalsozialismus eine Niederlage erlitten. von der er sich nicht so leicht erholen wird.(Langanhaltender Beifall.) Bezsichnsnd für die Art, wie die Nationalsozialisten den Wahl- kämpf führen, war die Verteilung eines Flugblattes in Spandau, das an der Spitze die große Ueberschrist„Proletarische Einheitsfront" trug und aus den ersten Blick als ein kommunistisches Flug- blatt wirken muhte. Breitscheid kemizeichnete die hinterhältige, heuchlerische und lügenhafte Kampfesweise der Nationalsozialisten, und sagte dann bei der Behandlung der Rolle, die die K o m m u- nisten im Wahlkampfe spielen:„Zeder, der seine Stimm« für Thülmann gibt, gibt sie, ob gewollt oder ungewollt, so wie die Dinge sich entwickelt haben, für Hitler ab!" Vor sieben Jahren haben die Kommunisten an ihrer Zählkandidatur gleichfalls sestge- halten und durch diese Hilfe Herrn Hindenburg zum Siege verholfen. Kommt es zum zweiten Wahlgang, so zweifeln wir nicht daran, daß die Kommunisten ihre Kandidatur aufrecht erhalten und sich da- mit in den Dienst der schwärzesten Reaktion stellen werden. Die Delegierten, die den Ausführungen des Redners mit dem größten Interesse gefolgt waren, dankten durch starken Beifall. Oer preußische Krisenetat. Rückgang der Reichsüberweisungen/ Starker AuefaN an Steuereinnahmen. Trotz Anspannung aller Kräfte verbleibt im preußischen Etat für das Jahr 1932 ein Loch von!00 Millionen Mark. Man hat eine Zeillang daran gedacht, dieses Defizit durch Steuererhöhung— in Frage kam u. a. die Einführung der Schlachtsteuer, zu der Bayern und andere Länder bereits gegriffen haben— aus der Welt zu schaffen. Das Reich befürchtete aber durch neue Steuern eine Störung seiner Preissenkungsbestrebungen. Aus diesen Ileberlegimgen heraus sind Verhandlungen zwischen Reich und Preußen eingelellet, die zum Ziel haben, daß Preu- ßen der Betrag von 100 Millionen Mark aus Reichsmitteln zur Verfügung gestellt wird. Die Berhandlungen stehen vor dem Abschluß. Preußen wird dem Reich dafür seine Siedlungsfmanzierungsinstitute abtreten, vor allem die Siedlungsban? und die Landesrentenbank. Wichtig ist, daß bei Durchführung dieser Aktion die Gefahr einer nochmaligen Beamlengehaltsseukung wegfällt. Das setzt natürlich voraus, daß die Finanzoerhältniss« in Deutschland nicht abermals in so unheilvoller Weise erschüttert werden— und Erschütterungen könnten aus einer Komplizierung unseres politischen Lebens kommen— wie im vorigen Sommer. Der preußisch« Fi» nanzminister Dr. Klepper hat dies« Auffassung am Montag noch einmal in eindeutiger Weise unterstrichen. Die Dinge liegen hin- sichllich der Gehaltspolstik in Preußen so, daß zu einem wei» teren Gehaltsabbau nicht gegriffen zu werden braucht, wenn man den Etat in der vorliegenden Form verab- schiedet. Der Etat Preußens ist ein ausgesprochener Srlsenelat, der besonders darunter leidel, daß da» Reich in koojuuklurjahrea keine Reserven ansammelle, die seht den Ländern und Ge- melnden zur Verfügung zu stellen wären. Da sich die Erhöhung der Einnahmen, also der Steuern, ver- bietet bzw. nicht möglich ist. kommt sür den E ta ts a u s g le i ch nur die Ausgabendrosselung in Frage. Insbesondere macht sich der Ausfall bei den Reichsüberwsisungssteuern be- merkbar. Die Einnahmen haben sich im preußischen Staat für das Jahr 1332 insgesamt um 402.7 Millionen Mark vor- schlechtert. Der Ausfall bei den Reichsüberweisungssteuern stellt sich auf 238,4 Millionen Mark. Er ist also größer als in den Jahren 1930 und 1931 zusammen. Die preußischen Steuern und Abgaben werden wahrscheinlich einen Ausfall von 60B Millionen Mark aufweisen, und zwar 16,7 Millionen Mark bei der Hauszins- steuer, 33 Millionen Mark bei der Grundoermögenssteuer. 6 Mll- lionen Mark bei der Stempelsteuer und 2.7 Millionen Mark bei den Verwaltungsgebühren. Der Rest verteilt sich auf kleine Posten. Die übrigen Einnahmen der allgemeinen Finanzoerwaltung sind um 27,6 Millionen Mark geringer zu schätzen, da ein wesentlicher Teil der Wirtschaftsgesellschaften der Staatskasse keine Gewinne zuführen wird. Dagegen haben sich die Ausgaben um 7SL Millionen Mark gesteigert. Die Steigerung beruht in erster Linie darauf, daß man 42 Millionen Mark, die bisher aus Anleihen bestritten wurden, über den Etat aufbringen muß. Die Erhöhung bei den persönlichen Ausgaben erfordert 10,3 Millionen Mark. Sie beruht auf Bergütungen an abgebaute Studien- assessoren, denen 80 Prozent ihrer Bezüge weiter gezahlt werden müssen, ferner auf der notwendigen Einstellung neuer Anwärter bei der Justiz- und Katastsrvsrwaltung. Für die Erhöhung der sachlichen Ausgaben sind Ä,6 Millionen Mark aufzubringen. Da- von entfallen 13,4 Millionen Mark aus die Staatsschuld. Die preußischen Landtagswahlen erfordern die Aufwendung von 1,6 Millionen Mark. I n e g e f a mt hat sich der preußische Etat 1932 gegenüber dem Jahre 1931 um 478,6 Millionen Mark verschlechtert. Dies« Summe konnte nur in geringfügigem Maß« bei der Justiz durch Einnahmen aus den Notariatsgebühren um 2 MU- lionen Mark gedrückt worden. Für die Deckung der restlichen 476,6 Millionen Mark war man darauf angewiesen, die Ausgaben zu drosseln. Trotz der erheblichen Kürzungen des Vorjahres wurden die der Bemessung der Fonds zugrunde zu legenden Bscschnungs- fakwrsn um 13 bis 30 Prozent(bei den Dispositions- und dis- positionsähnlichen Fonds um 50 Prozent, und bei den einmaligen Ausgaben sogar um zwei Drittel) gekürzt. So erzielte man bei den persönlichen Ausgaben, die stark von den Rotverordnungen beeinflußt sind, eine Ersparnis von 207,2 Millionen Mark und bei den sächlichen Ausgaben eine Ersparnis von 64,7 Millionen Mark. W«'t«r find die Bauunterhaltungsfonds, die noch 1930 mit 1.8 Proz. heruntergesetzt waren, aus 0.3 Proz. ermäßigt worden. In Verbindung mit der Preissenkung beträgt die Er- sparnis hier lö Millionen Mark. Die vorgenommenen Sachabstriche erbringen 32,1 Millionen Mark. Zu der Aufstellung des Etats bemerkt Finanzmmlster Dr Klepper, daß er den Weg, die Wirtschaft durch Subventionen und Steuerermäßigungen anzukurbeln, wodurch das Defizit im Etat angeblich ausgeglichen werde, nicht für gangbar halt«. Notwendig sei Selbstverwaltung, die auch unt ausreichende finanzielle Basis habe. In diesem Zusammenhang hält der Minister, außerhalb de» Rahmens der vielgenannten Reichs- reform, ein« Verwaltungs» und Finanzresorm für nötig, die die Selbstverwaltung finanziell unterbaut. » Der preußisch« Finanzminisler Dr. Klepper fuhrt« zu dem Haushallsplan nach im einzelnen folgende- aus: Besonders starke Abstrichs mußten bei dem staatlichen Wohnungsbau und bei den Ausgaben für die ländliche Siedlung vorgenommen werden. Die Siedlung stellt zweifellos eins der vordringlichsten und wichtig« stsn Aufgaben der Agrarpolttik dar. aber trotzdem mußten auch diese Ausgaben dem Rahmen d«r Staatseinnahmen angepaßt werden. Zur Entwicklungslmie der Staatsfinanzen erklärte der Minister so- dann, daß diese der wirtschaftlichen Entwicklung ent- gegengesetzt zu verlaufen habe, nämlich so, daß in Zellen guter Konjunktur weniger ausgegeben und mehr Gelder aufgespeichert werden sollten, um sür die Ansprüche der Krise finanziell gewappnet zu sein. Daß man in der Lergangenhett in entgegengesetzter Rick)- tunz gearbeitet habe, sei vielleicht der grundlegende Fehler der Staatsfinanzpolitik gewesen. Das Schlagwort einer A n k u r b e- lung der Wirtschaft durch finanzpolitische Maßnahmen habe weite Kreise erfaßt. Vielfach werde die Meinung vertreten, es müßt« durch Milderung der öfsentlichen Lasten ein Konjunkturreiz ausgeübt und auf dem Wege protekttonistischer Maßnahmen eine Heber- Windung der Krise erreicht werden. Dr. Klepper glaubt, daß eine innenwirtschastliche Konjunkturbelebung aus diesem Weg« nicht zu erreichen ist. Es gebe kein Beispiel in der Wirtschaftsgeschichte, daß Krisen durch finanzpolitisch« Maßnahmen vsrurfacht oder auch beseitigt worden seien. Wer Hai Zaures ermordei? Rationaisozialisiischer Irrflan. Genosse Scheidsmann hat dieser Tage die folgende Mitteilung erhallen: „In einer Versammlung zu Bexhövede(Unterweser) führte der natwnalsozialistische Redner Ahrend u. a. au»: Scheide- mann, der«in Interesse am Ausbruch des Krieges hatte, und Müller trafen sich 1914 mit Vanderoeld« m Belgien und reisten dann nach Frankreich: hier trafen st« mit Innres in einem Cafö zusammen. Als Jaures wörtlich sagt«:„Der Wellkrieg kommt nicht, morgen will ich der Welt sagen, wie es ist", ist er von Scheidemann und Müller ermordet worden und Scheidemann in die Arm« gefallen." Das ist„ritterliche Mechode"! Es fehlt nur noch der Hinwies, daß Hindenburg der Kandidat dieser Mörder ist! Agitation mit Gklarek. Sie„Deutsche Zeitung" ag tiert gegen Hindenburg. Die„Deursche Zeitung' beschäftigt sich auf der erste» Seit« mit der 16-Zimmer-Wohnung von Max Sklarel. Warum auf der ersten Sette? Wegen de» letzten Satzes! Der lautet: „Uns kann keiner", sagen die Sklarekz auch heute noch. Daß das anders werde, dafür muß der 13. März sorgen. Also: Hüidenburz ist an Sklarets lö-Ziinmer-Wchnuiig schuld! Uns wundert solche Ssmeüchsit von dieser Sette nicht: denn es sst dieselbe Gemeinhett, die von denselben Leuten fett Iahren gegen un» geübt worden ist. Schacher um die Volkspartei. Öas starke Lateresse des Herrn Hugerberg. In der Deutschen Dolkspartei wackeln die Fundamente des Hauses. Dingeldsys Oppositianelur?, sein Bemühen, es der Schwerindustrie mit starkem Rechtskurs recht zu machen, stößt die besten Männer und Organisationen vor den Kops. Der Wahlkreis Baden steht mit Curtius gegen die Reichstagsfraktion, die Berliner Organisation der Deutschen Volkspartei hält zu Kardorsf. In Westsalen-Süd hat die Schwerindustrie die Karten auf» gedeckt. Sie wollte die Organisation der Deutschen Volkspartei ohne weitere- in die Hugenberg-Partei überführen. Der Vorsitzende H e m b e ck und der Generalsekretär Schütz hatten alles abgemacht, Mandats und Parteifunktionärstellen für sich und ihre Leute aus- gehandelt, und gerade am Tage der Abstimmungen im Reichstag sollte die Bombe in einer Sitzung des GeschSstssührenden Ausschusses platzen In der Sitzung wurde der Plan besonders von den Ver- tretern der Schwerindustrie mit stürmischem Beifall begrüßt, während, wie ein volksparteilicher Bericht feststellt...sich aus der anderen Seite heftiger Widerstand zeigte und der größte Teil der Versammlung vor Ueberraschung nicht wußte, was er mit den Wahlvorschlägen des Vorsitzenden, der das volle Vertrauen des Wahlkreisvorstandes besaß, machen sollte" Diese Schiebung ist mißlungen. Danach trat der Bergwerks» direktor 5> u e ck. ein früherer Reichstagsabgeordneter der Deutschen Bolkzpartei in Gelsenkirchen, aus der Partei aus— der Plan, die Volkspartei an Hugenberg zu verkaufen, sollte also im ganzen Westen durchgeführt werden. Elegisch schreibt die„Nationalliberale Korre» fpondenz": „Am allertrübsten ist es mit den Motiven, die heute klar zutage liegen, bestellt. Auf der einen Seite das größere Ver» langen der Großindustrie, die Parteien zusammenzu- schmelzen und dieses Ziel gegebenenfalls auch durch sinan» ziellen Druck zu erreichen, aus der anderen Seite das starke Interesse der Geschäftsführer des Wahlkreises, allerdings mit er- freulichen Ausnahmen, im neuen Gebilde die vermeintlich sichere materielle Basis zu finden. Drittens das starke Interesse des Herrn Hugenberg. eine wohlgefestigte Parteiorgani- sation zu gewinnen und durch den Einbruch in die Deutsche Volks- parte! zerstörend aus das Gesamtgefüge der Partei zu wirken." Da wird zu erkennen gegeben, daß die Schwerindustrie sich so sehr als Besitzerin der DVP. fühlt, daß sie glaubt, sie wie«ine Konzernfirma vorschachern zu können. Die letzten Kräfte des Libe- ralismus in der Volkspartei wehren sich dagegen— nur kann man Herrn Dingeldey nicht gerade als Führer dabei ansehen! Krach in der Berliner Oraan'sation. Die Pressestelle in der Deutschen Dolkspartei teilt mit: Der feit einigen Tagen eingeleitete Uebertritt einiger bisheriger Vor- fiandsmitglieder des Wahlkreises 2 Berlin der Deut- Ichen Volkspartei unter Führung des Stadtverordneten F a l tz zu den D e u t s ch n a t t o n a l e u ist am Montagabend er- folgt. Faltz hatte die Sitzung de» Reichsaueschusses der Partei unter dem Unwillen aller Teilnehmer verlassen müssen, well er die Hmdenburg-Parole ablehnte. Die in der Erklärung der Ausgetre- tenen erwähnten Motiv« sind nur Vorwände. Die Wahlkreis- organisation der Deutschen Volkspartei erleidet durch diesen Schritt keinen Verlust Ein« Versammlung führender Vertrauens- lsute der Partei hat bereits getagt und die Wahltreisleitung einem provisorischen Bor st and unter Vorsitz de» Ministe- rialrats Htldebrand übertragen Eine Vertretertagung des zweiten Wahlkreises wird sofort einberufen und endgültig eine neue Führung wählen. Die Klingel-Oingel-Klirrpartei Das war der Rechtsanwalt Dingeldey. Der schuf die Klingel-Dingel-Klirrpartei Di« war. ach. so welch wie Marzipan. Und brüchiger noch als Porzellan. Ei weih... Die Klingel-Dingel-Klirrpartei. Und als zur Abstimmung Lobe geklingelt, Da war schon das Ding auseinandergedingelt: Uebertritt rechts, zur Linken Ausschluß. In der Mitte hockte ein Häuflein Ausschuß. Entzwei! Di« Klingel-Dingel-Klirrpartei. Die Herren vom großen Portemonnaie Die schlugen sich rechts in die Büsche— o weh! Dingeldey blieb, daß einsam er sterbe. Das Ganze nennt sich: Stresemanns Erbe... Vorbei!— Vorbei! Di« Klingel-Dingel-Klirrpartei Jonathan. Hitler schreibt an Hindenburg. „Vor allem bitte ich mir eine ritterliche Kampfesweise aus!" Lappo-Vutsch in Finnland. Regierung seht sich zur Wehr. Oer Stahlhelm kennt Hitler. Befürchtung eines Verbotes.— Sie erwarten die Diktatur Der Sauführer des Leipziger Stahlhelms. Dr. P a ch». sprach im Leipziger Zoologischen Garten über„Stahlhelm und Reichspräsldentenwahl". Besonders interessant war Pachez Begründung dafür, daß der Stahlhelm nicht Hitler wählen könne. Nach verschiedenen anderen Motivierungen erklärte nämlich Pache zum Schluß: „Wir wissen, daß Hitler, wenn er zum Reichspräsidenten ge- wählt worden ist, die Eingliederung des Stahlhelm» in seine SA. verlangen wird. Venn wir dies ablehnen, würde Hiller den Stahlhelm auflosen!" Demgegenüber sollen die Stimmen für Duesterberg das Zünglein an der Waage für den„sicher" kommenden zweiten Wahlgang sein, für den man dann sein« Bedingungen stellen könne. Wetttennen im Londoner Hafen. Vor dem Inkrafttreten der neoen engt schon Schnelle. Der Londoner Hasen bot vorgestern ein für einen Sonntag außergewöhnliches Bild. Zahlreich« mit Waren aller Art gefüllt« Schiffe«Uten, gleichsam wie in einem Wettrennen, den Docks zu, um ihr« Waren noch zollfrei ausladen zu können Obwohl viel« Schiffs durch starten Wind und hohen Seegang aufgehalten werden, waren bis in die späten Nachmittagzswnden über 60 Schiffe in die Docks eingelaufen. Heute tritt nämlich die allgemeine zehn- prazentige Zollerhöhung in Kraft. Krau Gandhi wurde gestern in Bombay au» der Hast e n t- lassen. Helsingfors, 29. Februar. Die sinuiscke Regierung hat heule abend aus Grund de» Gesetze» zum Schutze der Republik die Ausgabe ge- druckt« Nachrichten, Mitteilungen durch Telephon, Radio und Tele- aramme unter Sonlrolle gestellt. Auch Haussuchungen und Fest- nahmen ans bloßen verdacht hin sind gestattet. An» dem Lager der Aus ständischen in Mänlsälä sind keine neuen Nachrichten eiugelrosfea. Zu helsingfors ist alles ruhig. Die Anfahrtswege werden militärisch überwacht. Die Lappo-Zeikung „Ajausaoa" behauptet, daß ein Marsch nach helsingfors nicht beabsichtigt sei, da Lappo dort nichts zu suchen hätte. Augenblicklich ist noch nnbekannt. o b die Regierung ihre militärischen Machtmittel gegen die Aoffkändlschea einsetzen wird. Helsingfors. 29. Februar. Die Aufftandsdewsgunz ni-nmt ernste Formen an. Die heute in Hämeenlinna versammelten Führer der Lappo. Bewegung haben, wie verlautet, beschlossen, die AlSuksälä- Männer zu unlerslützen. Sie verlangen die Auflösung aller sozialistischen Organisationen nvd haben au die Re- gierung ein Telegramm gerichtet, das sie auffordert, zurückzutreten. Dieselben Phrasen w'e bei uns. Helsingfors. 29. Februar. Der Vertreter der Finnischen Telegraphenagentur hatte heut« eine Unterredung mit einem der Führer der Mäntsälä-Männer, der erklärt«, man fordere nur die gänzliche Ausrottung des Marxismus und an Stelle der bisherigen Regierung eine starke Herrschaft, die imstande sei, diese Aufgabe zu erfüllen. Die Mäntsälä-Männer hätten am Sonntag ihre Ziele und Forderungen dem Präsidenten der Republik bekanntgegeben. Die Lappo-Bewegung ist ausgesprochen f a s ch i- st i s ch. Sie rekrutiert sich hauptsächlich in reaktionären Aauernkreisen. hat aber auch einigen Anhang im städtischen Kleinbürgertum Scheinbar richtete sie sich ursprünglich nur gegen die Kommunisten, denen vorgeworfen wurde, daß sie als Werkzeuge Moskaus Finnland an Rußland verraten wollen. In Wirklichkeit richtete sie sich auch gegen die So- zialdemokraten und sogar gegen das demokratische Bürger- tum. So wurden demokratische Politiker, wie der frühere demokratische Staatspräsident Stahlbcrg, im Hoch- sommer und Herbst 1930. als die Bewegung ihren Höhepunkt erreichte, gewaltsam entführt. Die Regierung Soinhufud zeigte gegenüber den Lappo- leuten eine bedenkliche Schwäche und'gab ihrem �Verlangen nach, durch eine Parlamentsauflösunz und Reuwahlen eine Verfassungsänderung herbeizuführen, durch die eine völlige Vernichtung der kommunistischen Bewegung ermög- licht wurde. Im neuen Finnischen Reichstag, der Anfang Ol- tober IllZsi gewählt wurde, kam eine ganz knappe Zweidrittel- Mehrheit des gesamten Bürgertums zustande, die diese Ver- fassungsänderungen beschloß. Indessen verfügt die Sozial- demokratische Partei über die meisten Mandats, näm- lich 63 von 200, und an ihrer Stärke scheiterten bisher alle westergehenden Pläne der finnischen Faschisten Die Parolen, unter denen der neue Lappo-Putsch in Szene gesetzt worden ist—.Lampf dem System".„Aus- rostung des Marxismus"—, könnten ebenlog'st von Hitler stammen. Wenn die Regierung nur ein Mindestmaß von Energie entfallet, müßte es für sie ein Leichtes sein, dem Spuk ein für allemal ein Ende zu bereiten. Aber frühere Erfahrungen sprechen leider dafür, daß das regierende Bürgertum sich mit der Verhinderung der schlimmsten politi- schen Ausschreitungen begnügen wird, anstatt das friedliche Land von diesen gewalltätigen Unruhestiftern endgültig zu befreien. Was hat da geknackt? Warum Oeutschnaiionale Ltutersuchungsausschüsse verlangen Der 20. Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages hielt am Freitag ein« zehnstündige Sitzung ab, die sich mit der verkrachten Bank für deutsche Beamte E. G. mb. H. be- schäftigte. Es stellte sich heraus, daß die Direktoren der Bank, Josef unü Alois Weber, gedeckt durch den mehr als llind vertrauen- den Aufsichtsratsvorsitzenden, Po st rat Rotscheid, eine furchi- bare Luderwirtschast in der Bank getrieben und die Einlagen von 16000 Beamten in wüsten Spekulationen vergeudet haben. Dos war jedoch nicht der Zweck, zu den, die d e u t s ch n a t i o n a l e n Antragsteller diese Untersuchung gefordert hasten. Sie wollten nämlich nachweisen, daß alles nur gekommen sei. weil das preu- ßisch« Handelsministerium nicht«ingegnffen habe. In dieser Beziehung verlies jedoch die Untersuchung völlig negativ. da ein Rechtsgrund für«in solches Eingreifen des Handelsministeriums überhaupt nicht bestand. In Wi.klichkcit sollte der deutsch- nationale Antrag Hilsestelbrng für ein« Anzahl prozcisier'-nde Be- omtengläudiger bieten, die jetzt bestrebt sind, den preußischen Staat zur Deckung der Verluste heranzuziehen, die durch die Unfähigkeit der LanNeitung und der Aufsichteorgane entstanden sind In dieser Beziehung war ew verlesener Brief des BeutschnaHonalen Abgeordneten B o r ck. des Berichterstatters für den Fall der Beamtenbank, außerordentlich aufschlußreich Anfang Juni 1931 sollt« eine Besprechung der Gläubiger der Beamtenbank im Handels. Ministerium stattfinden. Alz Vertreter dieser Gläubigergrupp» hasten sich der Syndikus Dr. M s y« r und der Rechtsanwalt Morel! bei dem Ministerialrat Neufeld angemeldet. Der Zweck der Besprechung war. den preußischen Staat zu einer wenigstens teikweifen Deckung des Schadens zu veranlaflen. Kurz vor dem Erscheinen dieser Herren schrieb nun der deutschnational« Abgeordnete B o r ck den erwähnten Brief an Ministerialrat Reu- seid, in dem es wörtlich heißt: „Ich wäre außerordentlich dankbar, wenn ich nach der Ve- sprechung auch von Ihnen eine kurze M'tieilung bekomme« könnte, ob Sie auf Grund der Rücksprache an einen gütlichen vergleich mit den Herren d« Bank glauben. Ich muß ossen zugeben, daß es mir nicht sehr erwünscht erscheinen würde, die skrilkigen Anfsossunzen. die nun einmal an mehrere Fraktionen de» Landtags herangetragen sind, etwa durch einen Unter- suchungsausschuß aufklären zu lassen. V'r haben bisher von einer derartigen parlamentarischen Maßnahme Abstand ge- nommen. weil tatsächlich der Landlag technisch sehr schwer eine« weiteren Untersuchungsausschuß durchführen kann." Den Deutschnatianalen war die Verlesung dieses Briefes außer- ovdenstich peinlich, sie suchten durch geschäftsordnungsmößige Be- denken sie zu verhindern oder wenigstens in nichtösseistliche Sitzung zu oerlegen Der Sinn des Briefes spiegelt sich am besten m der Bemerkung eine» sozialdemokratischen Abgeordneten nach der Ver- lesung:„Also oerdanken wir diesen ganzen Unter- suchungsausschuß nur dem Umstand, daß der preußische Staat nichts gezahlt hat" Es ist in der Tat mehr als auffällig, daß der Brief des Abgeordneten Borck un- miltelbar im Anschluß an den Wunsch, daß der preußische Staat eine durch nichts gerechtfertigte Zahlung an die Ve- anstenbank im Dergleichswege leisten solle, von einem geplanten und bisher aus„technischen Gründen" nicht durchgeführten Unter» suchungsausschuß redet. Nachtigall, ich hör' dir lau senk Wie Kommunisten Streiks führen. Warum der Streik bei Käß verloren ging. In einem Artikel:„Warum der Streik bei Käß verloren ging' polemisiert die„Rote Fahne' gegen unsere sachliche Darstellung, um sich dann solgenden Entschuldigungszettel auszustellen: „Es muß allerdings gejagt werden, daß es durch die ungc- niigende Wachsamkeit der Erwerbslosenausschüsse in der Beuchstraße und auch der Streikenden selbst dem Unter- nehmer gelungen war, SO Streikbrecher in den Betrieb zu bringen.' Mit diesem Eingeständnis schlägt das Blatt seine eigene Polemik tot, so daß wir uns damit nicht mehr beschäftigen brauchen. Rekapr- tulieren wir die Vorgänge: Am g. Februar abends beschloß die Belegschaft nach Feststellung des Versammlungsleiters, passive Resistenz zu üben. Die „Rote Fahne" schreibt am 10. Februar früh:„Streikbeschluß bei Käß." Die NGO. hatte zwischen Abend und Morgen aus der passiven Resistenz einen Streik gemacht. Daraus hatte sie es ab- gesehen. Nachdem sich in den ersten Tagen herausstellte,„daß das Streik- lokal zu nahe an dem Betrieb' gelegen war", erfolgte die Usber- siedlung nach„Walterchens Ball-Lokal". Der„proletarischen Musik" folgten die„Aufklärungs"vorträge der KPD. Viele, sehr viele sahen einen Streik zum erstenmal. Sie hatten sich etwas anderes darunter vorgestellt. Die Belegschaft glaubte an einen wirtschaftlichen Kampf, aber sehr schnell erkannte sie die politischen Tölpel und die gewerkschaftlichen Nullen. Daß die Streikenden zu irgendeinem anderen armen Teufel als Kostgänger ver- mittelt werden würden, damit hatten sie nicht gerechnet. Wie die S a m m e l l i st e n der REO., die für die Ullstein- Arbeiter gedruckt und mit der Firma Käß überklebt waren, von chren eigenen Funktionären eingeschätzt wurden, geht daraus her- vor, daß sie nach dem Streik zu Dutzenden unbenutzt im Betriebe umherliegen, insbesondere aber daraus, daß es einige Schreier für ratsamer hielten, am Tage der Lohnzahlung, und zwar während des Streits, die Firma um Vor- schuß anzugehen. Also ein Streik mit finanzieller Unterstützung der bestreikten Firma! Und dann der Schlußakt: 25 Kindsköpfe saßen am Mittwoch, dem 17. Februar, und warteten in Walterchens Ballsaal aus die Er- öffnung der um 10 Uhr einberufenen Versammlung. Der E i n- b erufer aber stand bereits um 9 Uhr bei Käß am Bügeltisch und arbeitete am Ausbau des Kapitalismus! Und die Oberleitung ließ die 25 sitzen. Sie stand vor der Firma und ermunterte die Belegschaft zur Arbeitsaufnahme. Natürlich zur Niederringung der kapitalistischen Wirtschaft. Das alles sah und fühlte die Belegschaft! Im übrigen können wir das Urteil über den Streik ruhig der Arbeiterschaft überlasten. Das Verkriechen hinter andere und das Abschieben der Schuld auf die Verführten ist das Eingeständnis hundertprozentiger Unfähigkeit und Verant- wortungslosigkeitl Der Konflikt bei Scherl. Einigung oder Kampf? Das technische Personal der Firma Scherl G. m. b. f). hielt am Sonntag im Saalbau Friedrichshain eine Belegschaftsvcrsammlung ab. Ueber 90 Prozent der Beschäftigten waren anwesend. Nach eingehender Diskusston wurde folgende Entschließung e i n st i m- m i g angenommen: „Die am Sonntag, dem 28. Februar, tagende Betriebsver- sammlung fordert von der Geschäftsleitung die Z u r ü ck z i e- h u n g der Abbauförderung des übertariflichen Leistungslohnes. Die Betriebsversammlung erklärt, daß nach einem tariflichen Lohnabbau von 18'/< Prozent im letzten Jahre ein weiterer Ab- bau des übertariflichen Leistungslohnes nicht mehr tragbar ist. Sie ist weiter der Auffassung, daß der geforderte Abbau auch nicht durch die betriebliche Lage des Geschäfts gerechtfertigt ist. Die Versammlung ist gewillt und entschlossen, der Abbaufordcrung dar Firma den vollen und geschlossenen Widerstand entgegenzusetzen. Sie fordert nachdrücklichst die end- gültige Zurücknahme der ausgesprochenen Kündi- g il n g c n Die Versammlung spricht weiter dem Arbeiterrat für seine Haltung das volle Vertrauen aus." Wie wir weiter dazu erfahren, hat die Firmenleitung im Laufe der Verhandlungen ihre ursprüngliche Forderung nicht ausrecht- erhalten, fondern wesentlich mäßigere Angebote gemacht Sie hat aber die Kündigung der 36 Personen aufrechterhalten, wenn auch um acht Tage verlängert. Diese Aufrechterhaltung einer Kampfmaßnahme verschärft aber die Sachlage und verhindert eine Verständigung Verhandlungen im Speditionsgewerbe. Ein vorläufiges Ergebnis. Gestern wurden zwischen dem Gesamtverband, dem Zentralverband der Ange st eilten und den führenden Personen der neu gegründeten Berliner Rollfuhr G. m. b. H. Verhandlungen geführt. Sie hallen zum Ziel, die Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie die We i t e r b e s ch ä f t i- g u n g der Arbeiter und Angestellten zu sichern, die bei Speditions- firmen beschäftigt sind, soweit diese an dem sogenannten Schenker- Vertrag beteiligt sind. Die Verhandlungen haben zu einem vor» läufigen Ergebnis geführt, zu dem heute um 19 Uhr die im Gesamtverband organisierten Cpeditionsarbciter in einer Bollversammlung in den Residcnzfestsälen Stellung nehmen. Diese Verhandlungen versucht die KPD. zu benutzen, um auf Kosten der Arbeiter und Angestellten eine politische Aktion zugunsten des russischen Reitergenerals daraus zu machen. Die„Welt am Abend' veröffentlicht deshalb einen Artikel, gespickt mit lächerlichen Behauptungen. Von angeblich 10 000 Be- schöftigten sollen 8000 enllosten und nur Arbeiter und Angestellte unter 20 Jahren eingestellt werden. Das sind Phantasien aus dem Bierkeller. Und wenn das Blatt schließlich sagt, die Belegschaften sollen mll der RGO. den Kampf führen, so sind wir barmherzig genug, die Offizier« und Unteroffi- ziere des russischen Reitergenerals darüber aufzuklären, daß weder sie noch ihre Vertreter aus der Russischen Handelsvertretung dabei etwas zu bestellen haben. Künftig wird man eben bei Versamm- lungen des Speditionspcrsonals die Saalkontrolle aus- ü b e n. Unorganisierte, berufsfremde, verantwortungslose Elemente werden nicht mehr Klamauk machen, weil in Gewerkschaftsversamm- lungen nur die sich ihrer Verantwortung bewußten Organisierten zugelasten werden. Differenzen in der Maßschneiderei. Entscheidung durch ein Zentralschiedsgericht. Bei dem letzten Abschluß des Reichstarifvertrages für das Maßschneidergewerbe war durch Schiedsspruch festgelegt worden, daß über die strittigen örtlichen Positionen in den einzelnen Tariforten noch verhandelt werden sollte. Strittig ge- blieben war für Berlin vor allem die Bezahlung der Arbeiten der Tarifklasse la, der örtliche Tarif für Aenderungen und Repara- turen, sowie verschiedene Positionen, die nicht im Reichstarifvertrag, sondern nur für Berlin festgesetzt waren. Ueber diese strittigen Punkte ist setzt zwischen den Berliner Vertragsparteien verhandelt worden. Eine Verständigung wurde erzielt über den Aende« rungs- und Reparaturtarif, bei dem bei allen Arbeitszeiten ein Abzug von 12� Prozent erfolgt. Eine Verständigung wurde nicht erzielt über die Bezahlung der Arbeiten der Tarif- klasse la, über die Ueberstundenzuschläze, die sogenannte Kumpan- schaftsarbeit und über einzelne örtliche Positionen. Ueber diese Streitpunkte soll Anfang März durch ein unparteiisches Zentralschiedsgericht endgültig entschieden werden, wobei auch die Streitfragen anderer Tariforte beigelegt werden sollen. � Ueber den Verlauf dieser örtlichen Verhandlungen berichtete am Montagabend in einer Versammlung der im Deutschen Beklei- dungsarbeiter-Verband organisierten Berliner Herrenmaßschneider, der Branchenleiter Genoste F a u st m a n n. Da die Situation noch nicht völlig geklärt ist, faßte die Versammlung kein« Beschlüsse. Zu dem endgültigen Abschluß der Tarisbewegung wird eine neue Branchenversammlung Stellung nehmen. Bilanz der Schuhmacher. Die RGO zurückg> schlagen. Der Zentralverband der Schuhmacher lZahlstelle Berlin) hielt seine. Iahrcsgeneralversammlung dieser Tage im Gewerkschaftshaus ab. H ö r tz streifte in seinein Geschäftsbericht die wirtschafllich« Lage in der Schuhindustlie und im Handwerk. In der Berliner Schuhindustrie wurden im Oktober 1931 noch 53 Betriebe mit 1852 Beschäftigten gezählt, gegen 75 Betriebe mit 2279 Beschäftigten im Oktober 1930;«in Rückgang um 3314 Proz. Die Zahl der Arbeits- losen schwankt zwischen 3000 und 4000. Di« frei« Gewerkschaft tonnte sich in den Schuhfabriken gut behaupten und in den mechanischen Reparaturwerkstätten ihre Position beträchtlich verlessern. Der Einfluß der RGO. ist so- wohl in den Fabriken wie auch in den Werkstätten so stark zu- rückgegangen, daß er kaum mehr der Beachtung wert ist. Hierzu hat der im Januar 1931 von der RGO. geführte Streik bei s Seiler beigetragen, d«, wie üblich,»ach wenigen Tagen zufauBW«» gebrochen ist. Die Versammlungs- und Verhandlungstätigkeit war sehr reg«. Bei den Betriebsrätewahlen hat es sich gezeigt, daß nach wie vor die Massen der Aibeiterschaft zu den freien Betriebsräten stehen. B ö h l« r erläuterte den Kassenbericht. Die Einnahmen für die Hauptkvsie betrugen 51 757 M., die Ausgaben allein für Unter- stützungen 27 335,63 M.. darunter Streikunterstützung für die Mit- glieder bei Leiser 1703,20 M. Die Lokalkass« hatte 1197,58 M. mehr Ausgaben als Einnahmen. Der Mitgliederbestand konnte an- nähernd aufrechterhalten werden: er betrug am Ende des Jahres 1500. In der Diekussion wurden die Ausführungen der Berich?- erstatter unterstrichen. Einige RGO.-Freunde, die sich durch unsach- liche Zwischenrufe bemerkbar gemacht hatten, waren inzwischen ver- sturnnü. Zur Neuwahl waren drei Listen eingereicht. Die alte Ortsoerwaltung wurde mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt._ Goethe-Feier der GewerkfchaKsjugend. Der junge Mensch von heute steht in einer Welt, in der die Entwicklung des Individuums unterbunden ist, weil die Entwick- lung der Gemeinschaft unterbunden ist. Die Einzelinteressen haben sich in großen Zentren gestaut, zwischen denen der proletarische Mensch, das heißt jeder geistig oder körverlich Schaffende, zerrieben zu werden droht. Die sozialistische Weltanschauung hat gerade darum heute für den jungen Menschen so ungeheure Bedeutung ge- wonnen, well sie als weltumfassende antikapitalistiscke Gemein- schaftsbewegung den Ausstieg des einzelnen durch den Ausstieg der Masse, den Aufstieg der Masse durch die Hächstentfoltung des einzelnen fördert. Der Sozialismus hätte nicht seine unerschütterliche Lebenskraft, wenn er nur eine klug errechnete Wirtschaftstheorie wäre____ Er ist eine Kulturmacht, die die gesamte Lcbensgestaitung erfaßt. Deshalb lehnt er die Kulturgüter der bürgerlichen Welt nicht ab, sondern er versucht vielmehr, die aus dem Geist vergan- gener Epochen geborenen Werte von den Maßstäben kirchlicher, aristokratischer oder kleinbürgerlicher Weltanschauungen au befreien und sie aus dem Besitz einer kleinen Klasse in den Besstz der All- gemeinheit überzuführen. Aus dieser Erkenntnis heraus hatte die Freie Gswerkschafts- fugend Berlin«ine kleine Goetl)e°Feier veranstaltet, die nicht, wie so viele der in diesem Jahr auf der Tagesordnung stehenden bür- gerlichen Goethe-Feiern eine hochachtungsvolle Verbeugung vor der eigenen Bildung darstellte, sondern die im Gegenteil die Frage auf- warf: Hot die proletarische Jugend heute noch ein Verhältnis zu Goethes Lyrik? Professor Leo K e st e n b e r g, der aus diesem Gesichtswinkel Goethe-Gedichte und ihre Vertonungen beleuchtete, zeigte seinen jungen Zuhörern, daß aus der geistigen Kraft und der menschlichen Größe des Dichters zwar Werke von scheinbar rein individualistischer Prägung hervorgegangen sind, die aber in Wahrheit überindividua- listisch sind, well sie Allgemeingültigkeit haben. Ida Harth zur Nieden sang eine Reihe von Goethe-Dich- tungen in der Vertonung von Franz Schubert. Der Beifall, den die Zuhörer am Schluß des gehaltvollen Abends spendeten, war sehr groß. KZ SPZV-FritZtiim i»iw Bezirt-amt Sttccsb» ta. Donn-rstoq. 20 Ufit, bei Ewald, Stalikn Str. 126...Währungsproblrm und Wirtschaftskrise.» Rcsercirt: Dr. Alfred Braunthal. Äcrmans Geisa». Kcnte, IStZ Uhr, im Lokal„gum Mohre»». Serusalemer Str. 9, wichtige Zusammenkunft bctr. Hammerschaften. Pctriebsv»r''ammlu»a der Enaelhardt-Aranrrei. Abt. Pankow. Am Mitt. wach, dem 2. März, aormittogs O'i tlhr, im Lokal Wiener, Pankow, Berliner Strohe. Tagesordnung:-Stellungnahme zu de» Ällndigungen der Braiwrei- arbeiter. Der Betriebsrat. Kreie Gewerkfcbafts-�uaend Verlin teilte, Dienstag, lS'4 Uhr, tagen die Gruppen: Gewerifchaftsbaus: lugendheim Gewerkschaftshaus, Enaeluser 24—25, Saal 11. Seimde- fprechung, Brettspielabend.— Stcglid: Jugendheim sslemmingstr. l4k. SeimMprechung, Kleinigkeiten.— Moabit: Jugendheim Bremer Str. 69—70. Hcimbesprcchuny und politisch« Zeitungsschan.— Spantan-Wilhelmstabt! Iu. aendheim Sporrvlab, Secbnrger Strohe. Ä-imobend. Berbondsbuchkontrollc.— Pankow: Jugendheim Äissinaenstr. 48, Zimmer 5. Seimbesprechung. Lieder- abend.— Tr-ptow: Jugendheim Elsenstr. 8 sam Bahnhof Treptow). Heim- besprechung. Neuwahl.— isranksurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 48. Seimbesprechung.— Lanbsberqer PI-h: Jugendheim Landsberger Str. 50. S-imbesprcchung.— Lichtenbero: Jugendheim Doltcstr. 22. Heimbespre-Hung. Berbandsbuchkonirolle.— Nen-Lichtenberq: Jugendheim Guntcrstr. 44. Seim- (Besprechung.— Ostende: Jugendheim Karlshorst, Treskowallee 44 tKant.Sckiule). — Wodding: Jugendheim Willdenomstr. 5. 2 Treppen. Zimmer II Helm- besprechung. Berbandsbuckikontrolle. Anschtiehend Liederobend.— Säwaewcibc: Jugendheim Hasfelwerderstrahe(Mädchenschule, im Keller). Seimbesprechung. — Ablcrshof: Jugendheim Adlershof, Bismarckstr. I. Heimbesprechung. .�uoenvorvppe des?enährigeu Wächter Paul Rohrbach und den ZZjährigen Bäcker Hermann Witt. stock wegen gemeinschaftlichen Mordes und mehrerer weiierer ge- planter Verbrechen aus 8 1 des Republikschuhgefehes zum Tode und zu je drei Iahren sechs Monaten Zuchthaus sowie zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Ferner wurde der ZSjährigc Fleischhauer Erwin Senz wegen Teilnahme an den Verabredungen zu Gewalttätigkeiten gegen Leib und Leben auf Grund des 8 1 de» Republikschuhgefehes zu einem Iahr sechs Monaleu Zucht- Haus und süns Iahren Ehrverlust verurteilt. Der Kraftdroschken- sührer Engel wurde freigesprochen. Selbst aus den schrecklichen Bluttaten der letzten Zeit, Taten der Not, der sittlichen Verwilderung und seelischer Vcr- wirrung, hebt sich der Mord am Chauffeur Pohl am 7. November vorigen Jahres auf der Buchholzer Chaussee durch seine ganz be- sondere Sinnlosigkeit hervor. Das Verbrechen war begangen worden, ohne daß die Täter vorher auch nur den leisesten Versuch ge- macht hätten, sich davon zu überzeugen, ob ihnen überhaupt irgend- welche Beute winkt. Man war von vornherein darauf ausgegangen, den Chauffeur zu erschießen, und hatte den Plan nach allen Regeln der Totschlagskunst ausgeführt. Es ist die Vermutung ausgesprochen worden, daß die Mörder es in diesem Falle überhaupt nicht am' Geld abgesehen hatten: ste wollten sich bloß in den Besitz des Führerscheins setzen, um hinterher ein Auto zu stehlen und mit diesem einen lohnenden Raub zu begehen. Dann hätte die Tot für sie selbstverständlich„S i n n" gehabt. Nachdem alle ihre sorg- jam durchdachten Pläne mißlungen waren, und der Chauffeur Engel sich an diesem Abend geweigert balle, sie zu sahreu. waren sie nicht mehr fähig, ihre Ungeduld zu zähmen. Unglaublich aber, wie diese drei jungen Leute— Rohrbach und Wittstock nur geringfügig vor- bestraft, Senz gänzlich unbestraft— wochenlang mit Rairbplänen umgingen und Wittstock selbst seinen leiblichen Onkel nicht verschonen wollte. Und der unbestrafte Chauffeur Engel? Aon seiner ersten erzwungenen Fahrt zur Buchholzer Chaussee int Oktober, als der Bäckermeister Wahse beraubt werden sollte, wußte er. daß seine Fahr- gaste einen Revolver besaßen und es mit dem Raube ernst ineinte». Aus Furcht vor den Uebellätern wagte er es aber nicht, zur Polizei zu gehen. So Halle Wittstock vielleicht nicht ganz unrecht, alz er ihm im Gerichtssaal zurief: Sie sind am Tode schuld, Sie hätten die Tot verhindern können, wenn Sie zur Polizei gegangen wären.. Juwelier Wiese schuldlos. Auf Kosten der Siaatskaffe freigesprochen. Gegen den Juwelier Wiese, bekannt unter dem Namen„Trau- rwA-Wese?.. t&ä, wie.«rinnsrlich, ein Versahren wegen gewerbsmäßiger Hs�eref eingeleitet wördeit.-Es wären in Leipzig und- Dresden zahlreiche Villeneinirüche verübt worden, bei denen den Einbrechern viel Gold und Silber in die Hände fiel. Diese Wertgegenständ« wurden zum Teil von einen, gewissen Schönherr, der sich als Krüger ausgab, an Wiese verkauft.' Roch Entdeckung der Täter wurde auch Wiese in Haft genommen. Er wurde aber bald daraus auf Antrag von Rechtsanwalt Walter Bahn vom Amtsgericht Leipzig im Haftprüfungstermin ohne Kaution freigelassen. Jetzt fand vor dem Großen Schöffengericht Leipzig eine zweitägige Verhandlung statt. Gegen die beiden Ein- brecher und den Hehler Schönherr wurde auf hohe Zuchthausstraseu erkannt, dagegen wurde Wiese von der Anklage der Hehlerei a n- Kosten der Staatskasse freigesprochen. Berliner in Böhmen verhastei. Reichenberg in Böhmen, 29. Februar. Der Berliner Ärankenkastenangestellte Arnold Karl Sch. ver- brachte in G a b l o n z seinen Urlaub und besuchte eine Bar. Dort kam es in später Stunde zu einem Streit, in den Sch. ganz unnötig eingriff und in dessen Verlause er nicht nur das Land, sondern auch die Sudetendeutschen arg beschimpft«. Er wurde daher nach dem Schutzgesetz verhaftet und vor dem Kreisgericht Reichenberg zu3WochenunbedtngtemArrcst verurteilt, wobei 23 Tage Untersuchungshaft voll ang«r«chnet wurden. M€ Haussudiung bei Mas Shiarek. Oberbürgermeister Dr. Sahm rügt die Verteidigung. Die heul'ge Verhandlung des Sklarek-Prozesses wurde mit längeren Erklärungen eingeleitet, die sich aus einen Brief des Oberbürgermeisters Dr. Sahm an den Varsihenden und ans die am Sonnabend von der Staatsanwaltschaft veranlagte Haus- suchung Max Sklareks bezogen. Der Vorfigende gab zunächst den Brief bei Oberbürgermeisters bekannt, in dem gerügt wurde, dag Rechtsanwalt Dr. Pindar m der legten Verhandlung bei der � Vernehmung des � Stadtbankbeamten B a n c z u s, als dieser die Frage bejahte, daß er noch m der Haupt- prüsungzstelle beschäftigt sei, erwidert:„Ra, dann danke ich schön." Diese Krjtik eines geschätzten Beamten, der Anwartschaft auf Be- sördcrung habe, erachte er, der Oterbürgermeister, als sachlich für u«-zulässig und über die Befugnisse der Berteidigung hin- ausgehend. Oberbürgermeister Dr. Sahm lege gegen dies« Äeuße- vung schär f ft e Verwahrung ein, da die Person des Beamten in der Ocffentlichteit bloßgestellt worden sei.. Nach diesen Erörterungen erhob sich Rechtsanwalt Dr. Julius Meyer I, der Verteidiger Max Sklareks, und verlangte Auskunft über die am Sonnabend durchgeführte Haussuchung. Di« Haus- suchung, die sich auch auf die Person und das Krankenzimmer er- streckt hat, ist mit äußerster Rülffichtslofigkeit vorgenommen worden. 16 Kriminalbeamte mit zwei Staatsanwälten und einem Arzt sind in das Haus eingedrungen, allein sechs Personen in dos Krankenzimmer des schwerkranken Max Sklarek. Dieser wurde aus dem Bett geholt, seine Frau aus dem Zimmer gewiesen und seinem Sohn, einem. Primaner, der geg«n die mittelalterlichen Methoden protestierte, wurde gedroht, ihn zur Wach« zu bringen, wenn er nicht ruhig sei. Der Arzt hat sich bei der Untersuchung nicht als Mediziner, sondern als Gehilfe des Staatsanwalts gezeigt. Mar Sklarek ist durch mehrere berühmte Aerzte attestiert worden, daß«r schwer krank ist. Prof. Ringleb dagegen vertritt den Standpunkt. daß er beschränkt vernehmungsfähig ist. Ich kearstrag« deshalb. Prof. Ringleb hier als Zeugen zu vernehmen und den anderen Aerzten gegenüberzustellen. Mit dem Ableben Max Sklareks i st t ä g l i ch z u r e ch n e n. Er weiß gar nicht mehr, was um ihn vorgeht und er hat bei der Haussuchung Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weißenberg gar nicht mehr erkannt. i«! Die Nachmittagsverhandlung wurde völlig mit der Ber- nehmung des Zeugen, Stadtamtmann Bandczus, ausgefüllt, der schilderte, wie Direktor Schröder nach der Auf- deckung der Unregelmäßigkeiten bei zwei Bezirksämtern zu den Sklareks hingeschickt wurde, um zu revidieren und mit dem Ergebnis zurückkam, daß alles in Ordnung fei. Die Sklareks hatten ihm nämlich die extra zu diesem Zweck gefälschten Bücher vorgelegt. Schröder berichtete dann, wie der Zeuge weiter bekundete, in einer Besprechung mit den Direktoren hosfmann und Schmitt. daß alles in Ordnung sei, worauf Direktor Schmitt das sofort unterstrichen und gesagt habe:„Wenn alles in Ordnung ist, dann geht es nicht an, daß Sie in so scharfer Form gegen unseren besten Kunden vorgehen." Rechnungsdirektor Neumann habe die Vor- iegung der Originalrechnungen verlangt und auch Bandczus war für eine weitere Aufklärung, hoffmann habe aber zu chm gesagt: „Sie greifen ja nach Schlangen." Vors.: Schmitt stellte also einlach fest, die Sache ist in Ordnung und man schlief weiter. Das ist doch haarsträubend. Als Sie weiter nachforschen wollten, fuhr Ihnen hoffmann in die Parade. Der Vorsitzende fragte dann den Zeugen, warum er seine Ermittlungen, die den Verdacht auf die Sklareks schon sehr erkennen ließen, nicht Obermagistratsrat Dr. Brandes von der hauptprüsungsstelle bei dessen Prüfung mitgeteilt habe, und fragte Bandczus: Wollten Sie die Sache etwa allein auf- decken, weil Sie den Lorbeerkranz sahen? Bandczus: Ich habe keinen Lorbeerkranz bekommen, sondern einen N e r vp n- Zusammenbruch. Im weiteren Verlauf der Verhandlung schob Leo Sklarek dann. die Schuld für einzelne Vorgänge auf Max Sklarek. Berlins neues Arbeiisami. Das Riesenhaus in der Sonnenallee. Am gestrigen Montag ist das neue Arbeitsamt in Neukölln, Sonnenallee, eröffnet worden, vorläufig ist das gesamte Arbeitsamt Südost in das neue Gebäude ge- zogen, und wahrscheinlich wird in den nächsten Wochen das Arbeilsamt Süd auch noch hineinziehen. Das neue Arbeiteamtsgebäude liegt inmitten einer völlig un- bebauten Gegend. Ein riesiger Komplex, der über zwanzig Häuser Straßenfronk zählt. Im Keller des Gebäudes befinden sich die Umkleideräume. für das Personal,«inige Werkswohnungen, eine Kantine und verschicdene Stempelstellen. Zu«bener Erde ist die Krankenkasse, die Unterstützungskosse, und hier werden wahrschein- lich in nächster Zeit noch einige Focharbcirsoermittlungen hin- kommen. Im zweiten.Stock ist di« gesamte. Arbeitslosenversicherung nntergel rächt und zwischen den«inzclnen Äersichcrungsabteilungen sitzcy auch gleich, die Arbeitsoermittler. Die Verwaltung und die Berufsberatung teilen sich in den dritten Stack. VoMufig geht bei der Arbeit alles noch ein wenig durchein- ander, was za kein Wunder ist, wenn man bedenkt, daß das Amt über 30 000 Unterstützte betreut und mit mehreren hunderttausend Akten umgezogen ist. Drehtüren und Glasscheiben sind die Haupt- sächlichsten Merkmale für den theoretisch sehr gut durchkochten Bau. Ob sich alles.llteue bewähren wird, muß erst die Praxis lehren. Gefängnis sür Klanle. Vom Schöffengericht Berlin-Mitte wurde aip Montac, der berüchtigte Berliner Weilkonzernschwindler Klaute wegen Betruges, schwerer Urkundenfälschung und Ver- gehens gegen das Rennweltgeseg zu neun Monater, Gefängnis und lOO M. Geldstrafe oerurteilt. Klante ist bereits achtmal auf diesen, Gebiet vorbestraft. Todessturz einer Siebzehnjährigen. Auf dem Fahrdamm nochmals überfahren! Ein grausiger.Vorfall spielte sich gestern mittag in der Teupitzer Straße 96 ab. Dort stürzte sich aus noch unbe- kamiten Gründen die 17 Jahre alte Erika Strobsl aus dem 4.Stockwerk der elterlichen Wohnung auf die Straße hinab. Die jugendliche Selbstmörderin landete mit zerschmetterten Gliedern auf dem Fahrdamm. Im selben Augenblick passierte ein Lastauto die Stelle und die Räder des schweren Fahrzeuges gingen über die Unglückliche hinweg. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Naziführer im Warenhaus. Gestern nachmittag erschien in der Antigiutötenabteilung bei W e r t h e i m hoher Besuch. Der persönliche Adjutant von Adolf Hitler I., der früher« Hauptmann und jetzig« nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete G ö r i n g, erschien als kunstverständiger Käufer. Zuerst hätte man befürchten können, daß er seiner national- sozialtstischen Truppe, die tie„jüdischen" Warenhäuser durch das Emwerien der Scheiben erstürmt, sn persönlicher Tapferkeit zu weit vorausgestürmt sei. Der Obernazi Göhring aber hatte nur Kultur- bedürfnissc, er wollte zusammen mit einem Freund billige Antiqui- täten einkaufen. So blieb der„jüdische" Warenhausbetrieb Wert- heim zum Glück noch einmal von dem Schicksal verschont, das ihm schon immer angedroht wurde. Im Gegenteil, Herr Gähring be- nahm sich, da er nicht im Reichstag, sondern in einem Warenhaus war, durchaus manierlich. Hell Hitler! in Sachsen und fest 1738 in Preußen. Rur hat das nicht mehr Fnmz Drake bewirkr. Denn Drake ist bereits 1396 von einer Fahrt nach Westindien nicht mehr zurückgekehrt. Elf Jahre früher hatte er die Kartoffel in England eingeführt. Er hätte noch älter als Methusalem sein müssen, um sie auch nach Preußen zu bringen. Damit entfällt die ganze schöne Geschichte, die sich in den Lesebüchern der Schuljugend um Franz Drake und die Kartoffel rankt. Es er- scheint also nicht mehr angebracht, daß die Kartvsselhändler Drake ein Denkmal errichten._ Raubüberfall in Charloiienburg. Bote niedergeschlagen.- 800 Mark geraubt. Im Flur des Hauses Schloß st raße S3 in Charlotten- bürg wurde am frühen Montagnachmittag der 22 Jahre alte Bote Erich Wilk von zwei jungen Burschen überfallen. Die Täter raubten eine Geldtasche, in der sich etwa 800 Mark befanden und suchten mit ihrer Beut« das Weite. Bon den Räubern fehlt bisher jede Spur. Will ist bei der Lebensmittelgroßhandlung Später am Char- lottenburger Ufer 2 angestellt. Am Mantagvormittag besuchte er aus seinem Fahrrad mehrere Kunden und kassierte Rechnungen im Gesamtbetrage von 800 Mark ein. Bevor d-r junge Mann in das Geschäft zurückkehrte, um abzurechnen, fuhr er nach Hause, um Mittag zu essen. Als W. einige Zell später wieder hinunterging, um sich auf sein Fahrrad zu setzen, wurde er im Flur von zwei jüngeren Burschen überfallen und nieder- geboxt. Die Banditen schnitten dem Ueberfallenen die Geldtasche ab und flüchteten. Der ganze Vorgang spielte sich so überraschend ab. daß W. nicht einmal eine genaue Beschreibung der Täter geben konnte. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Nachforschungen auf- genommen._ Einlösung verfallener Fleischbezugsscheine Der R e i ch s a r b e i t s m i n i st.e r hat genehmigt, daß die verspätet eingereichten Abschnitte des 1.(rosa) und 2.(grau) M e i ch s- sleisch-Bezugsscheins nachträglich eingelöst werden. Die Einlösung darf nur erfolgen, wenn der Antrag bis spätestens Ende Februar eingereicht worden ist. Die Einlösung wird in Berlin vom Landeswohliahrts- und Jugendamt durchgeführt auf Grund von Sammelanträgen, die durch den Bezirksoerein des Deutschen Fleischeroerbandes und die Konsumgenossenschaft einzu- reichen sind. Anträge einzelner Verkaufsstellen können nicht berücksichtigt werden. Auch diejenigen Fleischverkaufsstellen, die nichr dein Deutschen Fleischerocrband angeschlossen sind, müssen chrc verfallenen Abschnttte durch diesen einreichen lassen. Die beide., Abschnitts des 3. Reichsfleisch-Bezugsscheins(braun) werden in der Zeit vom 21. März bis 26. März 1932 in den gleichen Einlösungsstellen wie bisher angenommen. Ein neuer Erdstoß in Oberfchlesten. Beukhen. 29. Februar. Im oberschlesischen Industrierevier wurde heute um 10.24 Uhr ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt, der zu den wildesten Gc- rüchten über ein neues Unglück auf der Karsten-Zentrum-Grube Anlaß gab, die sich aber glücklicherweise nicht bestätigten. Die Erd- bewegung beschränkte sich aus das oberschlesische Industriegebiet. „Der rettende Puffer". In einer Schüchnotiz zu dein Artikel „Der rettende Puffer" hieß es, daß vor zwei mindert Jahren der engliscke Seefahrer Franz Drake die Kartoffel noch Deutichland gebracht habe. Hiervon ist soviel richtig, daß die Kartoffel tatsächlich erst seit 200 Jahren in Deutschland angebaut wird. Genau fett 1717 Zuchthausstrafe um nichts. Wegen Amts Unterschlagung und Unterdrückung amtlich anvertrauter Urkunden wurde der Postaushelfer H. vom Schöffengericht Berlin-Mitle zu einem Iah r Zuchthttus und 20 M. Geldstrafe verurteilt. Gegen ihn richtete sich schon lange der Ver- dacht, daß er Briefe beiseite schasse. Er wurde beobachtet und auf frischer Tat abgefaßt. H. hatte Briefe von der Stcnipelmaichine zum Sortierraum zu bringen und hatte auf diesem Wege einen Brief an sich gebracht, den er heimlich öffnete. Es war aber nichts darin. Als er merkte, daß er beobachtet wurde, zer- knitterte er den Brief und warf ihn in einen Papierkorb. Die Firma Hermann Tieh teilt uns mit. daß im Gegensatz zu der Mttteilung eines Berliner Abendblattes das 50jährige Geschästsjubiläum der Firma erst im Monat April stattfindet. �us dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Ja, mein Junge, der Kerl aus Nowochopersk hängt dir mahl um Halse heraus? Aber was er erzählt, das hat schon seine Richtigkeit. Das kommt auf dem Lande häufig vor. Da find die allen Kerle noch munterer wie die Bullen! Kaum ist der Sohn aus dem Haufe,— nichts wie über die Schwiegcr- wchter her! Und so ein Frauenzimmer hat naürlich Angst, sich gegen den Alten zu sperren. Da kaMntt es dann ebenso. Kannst in jedem Dorf nachfragen, überall wird man die die- selbe Geschite erzählen. Ich habe lange in Sibirien gelebt, da gibt es das in jede in Haus«." Auf dem Korridor schrie eine Kommandostimme:„An- treten zum Appell!" Wir stellten uns in zwei Gliedern auf. In die Zelle kam der diensthabende Inspektor, hinter ihm der Gruppen- aufseher. Sie musterten flüchtig die Gefangenen und ent- fernten sich wieder, ohne eine Frage gestellt oder ein Wort gesprochen zu haben. Irgend jemand äußerte sich anerkennend über die Zu- stände im Gefängnis. „Hier läßt es sich aushalten, man kam, nicht klagen. Schleifen tun sie einen nicht, und anschreien sür nichts und wieder nichts auch nicht. „Meinetwegen, schreien sie also einen nicht an. Aber da- für geben sie einem nichts zu fressen. Mein Brot habe ich schon am Bormittag verdrückt, jetzt kann ich wieder bis morgen lauern." „Was denkst du denn überhaupt? Kriegst Brot, sag Dankeschön! Wart nur. am Sonnabend kriegst du was ge- schenkt, ein Milchweißbrot." „Wißt ihr, Kinder, in Sibirien gibt es anständig zu fressen! Zu Mittag Mischmasch mit Brat, in die Suppe ge- brockt, mtb Hirsebrei, bei Sott!" Warum erst Sibirien? In Samara gibt es nach der Kohlsuppe unter allen Umständen Erbsen." „Stinnnt, ich bin selbst in Samara gewesen." „Ach, ihr init eurer Fresserei! Wartet nur ab, bis ihr nach Kursk kommt. Da werdet ihr schon eure Grütze kriegen!" Das Wort Kursk dämpfte den Eifer des Gesprächs. Es fiel mir ein, daß ja in Kursk der Gouverneur Muratom resi- dierte, ein wütender Erzreaktionär, der den ganzen reaktiv- nären Abschaum des Gouvernements um sich zu sammeln pflegte. Was aber der eine Häftling vorhin vom Sonnabend- gefchenk gesagt hatte, däs war keineswegs in die leere Luft geredet. Schon sell vielen Jahren fand sich im Kiewer Durch- gangsgefängnis jedesmal bei Abgang eines Transports ein aller Mann ein und verteilte große Milchweißbrote an die Gefangenen. Jeder bekam eins für sich. Ich kam nicht ganz dahinter, wer dieser alle Mann war und warum er sich ge- rade diese Form der Wohltätigkeit ausgesucht hatte: aber aus allem, was über ihn geredet wurde, ließ sich ungefähr ent- nehmen, daß er einen Sohn hatte, der entweder im Gesäugnis saß oder im Gefängnis gestorben war. Und darum wandte der Alle alle seine Her.�nsgüte und wohlwollende Fürsorge den Gefangenen zu uitd versorgte sie regelmäßig mit diesem schneeweißen Gebäck. Nachdem das neue Begleitkommando uns im Geschäfts- zimmer des Kiewer Gefängnisses übernommen hatte, wurden wir auf den Hof geführt. Einige Gefangene brachten von der Straße her Körbe mit appetitlich duftenden Weißbroten her- an. Hinter ihnett erschien ein kleiner, grauhaariger alter Mann. Sein ruhiges und gütiges Gesicht sah blaß und kränk- lich aus. Er trat an einen der Körbe und begann die Milch- Weißbrote zu verteilen. Als ich an die Reihe kam. sah er mich freundlich an, und ob ihn nun meine Jugend rührte oder mein Soldatenmantel,— jedenfalls nahm er geschwind zwei Milchweißbrote aus dem Korbe und drückte sie mir in die Hände. Die anderen machten sich über diese Szene lustig. Die Augen im blatternarbigen, breitgebauten Gesicht des allen Tippelbruders lächellen pfiffig und gutmütig. -„Host Glück gehabt, mein Junge, er gibt einem sellen zwei Stück. Das ist so ein Gotiesmann, will mit ein paar Groschen für seine Seele sorgen,— sür hundert Milchweiß- brole will er ins Paradies." Drei Tage vor-unserem Abtransport aus Kiew kamen ein paar Neue aus anderen Zellen zu uns. Unter ihnen war ein rothaariger und dicker Mensch namens Burstein. Er wurde von Stadt zu Stadt geschleppt, überall dahin, wo � er seine ausgefallenen Dinger gedreht hatte. Er hatte gefälschte Medikamente aller Sorten und Bezeichnungen verkauft. In Schachteln. Flaschen, Tuben, in allen möglichen Berpackungen hatte er den Leuten weiß Gott was für einen Dreck ange- hängt, nur keine Arznei. Als er mir davon erzählte, sah er mir gerade ins Ge- sicht und gestikulierte lebhaft mit den Händen: „Glauben Sie mir als einem Ehrenmann, alle niein? Arzneien sind gewesen unschädlich! Warum will man mich bloß verknacken? Was habe ich denn getan, möchte ich Sie fragen?" Er schien fest davon überzeugt, daß ein Kranker nur darum eine Arznei einnimmt, damit sie ihm keinen gesund- heitlichen Schaden zufügt. „Von meiner Arznei ist noch keiner gestorben, so wahr als.ich bin gesund und möchte wiedersehen meine Kinder! Ich bitte Sie, warum verknackt man mich? Das möchte ich doch fragen!" Burstcin war redselig. Er kannte einen Haufen russischer Sprichwörter und Redensarten, kohlte sie aber so durcheinander, daß sie völlig absurd wirkten und nur Gelächter her- vorriefen. Als der alte Mann in Kiew mir die zwei Milch- weißbrote gab, sagte Burstein:„Na. schließlich gibt ja auch ä schlechter Fisch seine paar Flocken Wolle, als man pflegt zu sagen." Als mich später in der Eisenbahn eine Migräne packte, da geriet Burstein in redlichen Zorn: „Denken Sie doch, wie ärgerlich! Mein Leben lang habe ich immer mit mir herumgeschleppt ä ganze Kollektion Medi- kamente, und ausgerechnet jetzt habe ich nichts bei der Hand!" Ich antwortete schwach:'„Was sollte ich denn mit Ihren Medikamenten, wenn sie doch gefälscht sind?" „Glauben Sie mir als einem Ehrenmann, die hätten Ihnen bestimmt nicht geschadet!" Ein paar interessante Dialoge gab es zwischen Burstein und dem alten Tippelbruder: „Ein komischer Kerl bist du, Jude! Hättest du mit richti- gem Rhizinusöl geschachert oder sagen mir meinetwegen mit Nitroglyzerin oder mit dänischen Königstropfen, da süßest du bei dir zu Hause und kein Hohn krähte danach! Aber du mußt ausgerechnet zerriebene Ziegelsteine verschärfen!" „Was reden Sie da? � Sie verstehen ja nichts von Ge- schäften. Glauben Sie denn, man kann etwas verdienen mst richtigen Medikamenten?(Fortsetzung folgt.) eiBteabnngen füc Ottfe Sufcrft flnb eerlia SS 68, Lwdeaftratz« 8. parieinachrichien�M�für Groß-Verlin stet»«b da»®ejtrf»fefietartaJ I. Hof, 2 Treppen recht», jn richten BczirkÄmieterausschuß Grotz-Berlin. SprechflBndeB In WohBBBg-BBgelegeBheiteB werden in der SprechstBBd« de» „Borwärt»-' BBd bei foljeabtB Scoossen abnehBlten: P-ttloch,«. Sä. Burg». doristr. it, 1. Buigong, täglich auf} er Sonnabends oon 17 bis 18 llbr. Lange, 91. 113, lleckermLnder Str. 13, täglich anhe« Sonnabends»on 18 bis 18 llbr. Most, RO. ZZ, Srrllstr. 38, täglich außer Sonnabends von 16 bis 17 llbr Hirthe, v. 11.', Sienr Babnhvjstr 32, nur Montags»on IS bis 20 llbr Schriftliche An- krage» sind nnr an den Porsitzenden des Bnskchnsies, den Scnosic» Angnst Pattloch, Berlin A. 6Z, Bnrgsdorfstr. 3, zn richten. Beginn aller Veranstaltungen 19% Nkr. sofern keine besondere Zeitangabe! 3.»reis. 12. Zablgrnppe des Deutschen Freidealerverbandes. Mittwoch, 2. März, lS>z Uhr, Funktionärsitzung bei»asiube, Rcvalcr Str. 10. Be- ftimmtes Erscheinen aller Funktionäre Pflicht. heute, Dienstag. 1. März: 3.»reis. IS llbr Kreisocrtreterverfammlung in der Hochfchulbrguerei, Am- rumer Ecke Scestraßc. 12.»reis. Di- für Donnerstag, 3. März, vorgesehene Zusaminenkunkt aller erwerbslosen Parteigenossen im Speiseraum der Bolisschule Frielenstraüe findet heute von lö bis 18 Uhr statt, da uns der Raum am 3. März nicht zur Perfllgung steht. Der nächste llebungsabend für alle am Sprechchor interessierte Genossinnen und Genossen ist wieder am Donnerstag, dein 3. März, 20 Uhr. im Jugendheim Steglitz, Albrcchtsir. 17», am Stadtpark. 13»reis. 3n Temvelhof, Dorfsir. 12, Fraktionssitzung. 31. Abt. Alle Mitglieder beteiligen sich an der Kundgebung im Saalbau Fried- richshain. Fahnen um 181,; Uhr im Speisssaal. 81. Abt. Die Parteimitglieder' beteiligen sich geschlossen an der Kreiskund- gebunq der Eisernen Front um 20 llhr im Parirestaurant Cudcndc. 81. Abt. Die Bezirksfllhrer können ab heute abend die Handzettel zur Kund- gebung vom Genossen Riedel, Allerstr. 37, abholen. , RnnbsnnlhSrstnndc. 19.03 Uhr im Portragssaal des Parteihauses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen links. Diskussion des Arbeitgebervertrcters Dr. Erb- niann mit dem christlichen Gewerkschafter Dr. Röhr über?.Kann Arbeitszeitverkürzung die Arbeitslosigkeit mildern?" Aussprocheleitung Genosse Schliestedt. Karten und Unkostenbeitrag von 10 Pf am Eaaleingang. Morgen, Mittwoch, 2. März: 7. Kreis. Di» Fortsetzung der Kreisvertreterversammlung findet nicht am Mittwoch, dem 2.7 sondern am Sonntag, dem«. März, lUl Uhr, im Tür. kischen Zelt, Berliner Str. 33, statt. Bericht der Kommissionen, Anträge zum Bezirksparteitoa. 3. Abt. Bei Borlik, scbastianstr. 38, Zusammenkunft der jüngeren Partei- Mitglieder. 11. und IS. Abt. Die Parteimitglieder beteiligen sich geschlossen an der äffent» lichen Kundgebung im Swiuemiinder Gesellschnftshaus. 18. Abt. Die Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder fällt aus, dafür beteiligen wir uns geschlossen an der Kundgebung in den Atlantiksälen. 28. Abt. 20 llhr bei Bartelt, Wärther Str. 19. assoemeincr Disknssionsabcnd. Leiter: Genosse K. P, Mover:„Sozialistische Weltanschauung". 36, Abt. Bei Bukch Funktieuärsitzung. 10. Abt. Sämtliche Genossen beteiligen sich an der Veranstaltung in den Kommersälen, Teltower Str. l— 1. 82. Abt. 20 Uhr Funttiouärsitzunq bei Tchellhafe. Ahornstr. 13a. Dir machen ferner auf die Dicnstaotnudgehung im Parkrestaurant Südendc aufmerksam und bitten um rege Beieiliaunq. 83. Abt. 20 llbr bei Omondt, Moltkcstr. 31. Funktionärntzung. 84. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Kaifer-Wilhelm-Str. 29—31, wichtige Funk- tionärsitzuna. 90. Abt. 20 llhr Zusommenkuns! der jüngeren Parteimitglieder bei Jahn, Fulda. Ecke Weserstrasie.„Der Rcichsprästdent in der Reichsoerfassung." Rererent: Dr. Rudolf Abrabam. 98. Abt. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder in der Sannemann. sirasic 10 fKellerl.„Proaramme und Ziele der politischen Parisien Deutsch. londs." Referent: Dr. Günther Scheele. 98-. Abt.«rohsiebluna»ritz. 20 Uhr in der Halle. Politische Tagessragen. Re- scrent: Genosse Stein?». 113. Abt. 20 llbr F'inksfvnärsitzung bei Stöber. 1<8. Abt. Dichtiqe Funktionärsitzuna on bekannter Stelle. 131. Abt. Die Parteimitglieder beteiligen sich restlos on der Kundgebung bei Lindner, 110a. Abt. 20 Uhr Funkt ionärsitznng in„West". Donnerstag. Z. März: 12. Kreis. Die Zusammenkunft der erwerbslosen ParteimitaNeder wird auf den 1. März oerfch�ben. Roheres siehe heute unter dem I. März. 17. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Klinge, Ecllerstr. 11.„Die Entstehung des Lebens." Referent: Genosse Dr. Doutert. 39. Abt. 20 Uhr bei Bartulch, Fricdenftr, 88. Funkiionärkonkcrenz. 93. Abt. Pünktlich llssj Uhr in de: Schule Kopistraße wichtige Funktionär- sitzung,. 127. Abt. Be-irk„»riß« Tavbe". Sieblnng der Kinberreiissen. 20 Uhr bei Rutzki, Dingklstädier S'.r, 9' M'tgliederversainmlung.„SPD. und Präsidenten- wohl." Referent: I. P. Mayer. s 10. Kreis gehle uborf. Kursus Genosse Mönchen„Kommunistisches Manifest und die Gegenwart" fällt Mittwoch wegen äfsentlicher Versammlung im Lin- denpark aus. Fortsetzung 9. März ginnowaldschule, Hörer können noch teilnehmen. .?rauenveranstaliungen. 6. Kreil. Karten iür§ie ssrauenkundgebung am 7. März sind zu habe» bei ollen Fraueuobendlciterinnen, bei Keuiner, Hagclberger Str. 20», bei Krüger. Grimnistr, l, und bei Mcner, Lindenstr. 2. 108a. Abt. Die Genossinnen tresfen sich Mittwoch. 2. März, ISlh Uhr, Bohn- hok Köpenick, zur Besichtigung der Krebsousstellung. 121. Abt. Zur Frauenkundgebung im Lehrervereinshaus am Aleranderplatz am Donnorstag dem 3. Marz, trefsen sich die Genossinnen 18% Uhr Bahnsteig Karlshorst. Besondere Einladungen ergehen nicht. Arbelierbildunasschule. Zegtralkurlue Friedrich Olk:„Die schraib« ich an mein« Zeitung?" findet wie bisher am Dienstag statt. Der»nriu« Dr. Gort and fällt hevt» ans. Nächster Kurfusahend am Dien». lag, dem 8. März. Arbeitsgemeiuschaft der kinderfreunde Grofz-Bsrlm. Der MustNnrsn, fSiugckreis�zakauflöten) fällt heute wegen Per- ! Hinderung der Leiter aus. Flöten kommen Freitag, U. März. 20 Uhr, bei Rudi Barthel, uleukälln, Echinkestr. 23 zusammen >>, fll-Bahn Schönlein strotze, Wedbiog. hicgen Verhinderung dr» Leiters mutz die Uebung». �. stunde der Musikgruppe ausfallen. ''' Fricdrichshain. Heut«, ltbsi llhr, sind alle Helfer Eingang Saal- bau Friedrichshain. Ausgabe sehr wichtigen Materials, Mittwoch, i8 Uhr, 2>rlista»zabend Litauer Str. 18— Abt. Landsberger Platz. Mittwoch loa« Uhr. Elternversammlung mit Lichtbildern Tiektelmeverstr, 3— R. Eharlvttenburg. Der Kreisvcrsammluvg wegen kommen wir am Donners. tag, dem 1. März, bereits um 19 Uhr zusammen. Es wird gebeten, datz alle unbedingt pünktlich find. Wir greifen an- Wir sto6en vor! Die Eiserne Front ruft! Dienstag, den 1. März; Mitte. 19% Uhr, Deutscher Hof, Lucitauer Str. 15. Prenzlauer Berg und Friedriehshain. 19% Uhr, Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23. Fahneneinmarsch, lam- bourkorps und Bläserkorps des Reichsbanners. Rezitationen; Martha siohn. Prenzlauer Berg. 19% Uhr, Schulaula, Gleimstr. 46. Steglitz. 20 Uhr, Parkrestaurant Südende, Am Bahnhof Südende. Neukölln. 89. und 90. Abteilung. 19% Uhr, in den Hohenstaufensälen Kottbusser Damm 76. Neukölln. 91. Abteilung. 19% Uhr, Lokal Bergschloßhöhe, Karlsgartenstr. 6-11. Weißensee. 20 Uhr, Schloßpavillon, Berliner Allee 205-210. Mittwoch, den 2. März: Tiergarten. 19% Uhr, Moabitef Gesellschaftshaus, Wiciefstr. 24. Wedding. 19%- Uhr, Pharussäle, Müllerstr. 142.— 19% Uhr, in beiden Sälen der Atlantik-Festsäle, Behmstr. am Bahnhof. Gesundbrunnen.— 19% Uhr, Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. Kreuzberg. 19% Uhr, Kammersäle, Teltower Str. 1-4. Spandau. 20 Uhr, in der„Havelkrone"(früher Brauereiausschank Pichelsdorf). Zehlendorf. 20 Uhr, Lokal Lindenpark, Berliner Str. Ecke Gartenstr. Schöneberg. 19% Uhr, Aula der Hohenzolletnschule, Belzrger Straße. Neukölln. 92. und 93. Abteilung. 19',4 Uhr, Städtischer Saalbau, Bergstr. 147. Neukölln. 96., 97. und 98. Abteilung. 19% Uhr, Aula der Oberrealschule, Emser Str. Treptow und Baumtchulenweg. 19!4 Uhr, im Spreegarten in Treptow.. Pankow. 19% Uhr, Lindners Konzerthaus, Breite Str. Männerl Frauen I bekämpft den Faschismus! Kreis Weitzensee. Arbeitsgemeinschaft der Helfer fällt heute aus. Wir be. teiligen uns alle an der Kundgebung der Eisernen Front. Donnerstag, 8. März, Helfcrsitzung bei Siegfried Kalfcr, Am Faulen See 3, 20 Uhr. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 21s. Abt. Die Einäscherung unseres Genossen Herbert Weudland findet am Mittwoch, dem 2. März, 19 Uhr, im Krematorium Gerichtstrotze statt. Um zahl- reiche Beteiligung bittet der Vorstand. fl Sozialistische ArbeiterWend Groß-Verlm Einsendungen kür diese Rubrik nur an das Iugends-kretariat Berlin SW 63 Lindenstraße 2. vorn l Treppe rechts Am Mittwoch, dem 2. Marz, findet in der Aula der Schule Kochstr. 13 eine Funktionärversammlung statt. Beginn pünktlich 20 Uhr. Engelbert Graf spricht über das Thema:„Ucberwindung der Wirtschaftskrise". Zutritt nur mit Mit« gliedsbuch. Unser Jahresbericht ISÄl ist im Sekretariat zum Preise von IV Pf. zu haben. Mitgliederversammlungen heute Dienstag, 13% Uhr: Artonaplatz: Elifabethtirchstr.>9.— Gewerkichastshnns: Käpenicker Str. 92. — Rosenthnler Porstabt: Tieckstr. 18.— Zentrum: Waisenstr. 18.— Brunnrnplatz: Pantstr. 20—22(Schule).— Gesundbrunnen I: Gotenburaer Stratze 2.— Gesunbbrnnnen N: Koloniestr. 8.— Huwboldtbain: Putbusser Stratzr 3.— Norden: Lortzingstratze.— Schillcrpart: Schöningstratze fSchule). — Kcdbing: Willdenowstr. 3.— Hasenbeibe: Wosscrtorstr. 1.— Süden: Porck- siratze 11.— Eharlotteub'irg-Nord:— Neukölln I; Sander. Ecke Hobrechtstratzc. — Neukölln II:. Sleinmetzsir. 91.— Renkölln IN: Zietbenstr. 38.— Neukölln IV: Kanner Siratze.— Neukölln 1 1: Trevtower Str. 93—96.— Neukölln Vit: Karl. Marr-Schule.- Rculölln IUI: Rsstli-Schule, um 19 Uhr anichlietzend gehen wir zur Kundgebung der Eisernen Front.— Renkölln IX: Schierkestr. 41.— Renkill» X: Bergstr. 29.— Neukölln XI: Flughafenstr. 68.— Köpenick!: Grünauer Str. 3.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 15.— Lichtenberg. Rordv-est: Dossestr. 22.— Reinckendorf-Oft: Lindauer Str. 1,— Tegel: Heimabend fällt nuo.— Wittenau: Sauptstr. 13.— Karo«: Frundsbergstr. 9.— Niederschön. Hansen: Lindenstr. 17.— Pankow I und ll: Görschstr. 11. 8- -Steglitz: Mitgliederversammlung fällt aus. Wir beiciligcn uns an der Kundgeduua der Eisernen Front im Partxestaurant Südende. Treffpunkt llltzz Uhr Ring. Ecke Albrechtstratze.— Källnitcher Park: Wir beteiligen uns an der Kundgebung der Eisernen Front im Deutschen Hos, Lnckauer Str. 13. — Spandau:, Lindenufer l. Uebungsabcnd.— Beddivg.Rorb: Turiner Ecke See. stratze, Bub und' Mädel.— Köpeuicker Viertel: Manteuffelstr. 7. Faschismus in Italien.— Ssidwesteu: Lindenstr. 1. Arbeitsgemeinschaft.— Charlottenbnrg: Turnen in der Schule Pestalozzistratze.— Treptow: Elienstr. 3. Sckiallvlatten. abend.— Bobnsdorf: Wachtelftr. 1. Funktionärversammlung.— Lichtenberg. Rard: Sunterstr. 11. Funktionärsitzung.— Pankow III: Kiisingenslr. 18. Ar. beilsgemeinschast. STG. Reinickendori: Schöneberger Sir 3. 1712 llbr Spielabend. Werbebozirk Prenzlauer Perg: Wir singen aus der Kundgebung der Partei tn der Aula Glcimilratze. Alle Gruppcnveransialtungen fallen ans. Wrrbebczirk Schöneberg: Mitgliederversammlung im Heim Hauptstr. 13. MrA�dettenvoMlsIir» Berlin Am �fontnir.«lern 7- llär* 108*2. 20 IThr. Im Ratfaann STenklll'n BcrMiier Sfrnßc. IlexIrksverordnctPiiAanl Funktionär-Konferenz Gen Hcgawe vom Landesarbe t�amt Bran�enburo spitcbi über; „Freiwilliger Arbeitsdienst.'* Schriftliche Einladunaen er ehen an die Kreis und Abte lungsieitungen Jedoch bat jeder Funk'ionär, der im Besitze der blauen Funktionärkarle der Arbe terwoh fahrt 1932 ist, Zutritt mit dem gleich autenden M tg iedsb tch der r'artei Vorträge, Vereine und Versammlungen £%% Reichsbanner„Schwarz-Rot-Goid". GeichSstsstelle: Berlin S. 14. Eedastionftr. 37—38 Hat 2 Tr Wedding(Ortsverein). Jeden Dienstag 19 Uhr Badeabend im Stadt» • bad Gerichtstratze. Für Erwerbslose freier Eintritt.— Fricdrichshain < Kameradschaft Frankfurt). Mittwoch, 2. März, Kameradschaftoversammlung bei Wittschuh, Petersburger Str. 3, 20 Uhr fReferat).— Neukölln-Britz(Bortrupp). Mittwoch, l9zh Uhr, Heimabend im Jugendheim Bergstr. 29.— Pankow(Orto. verein). Mittwoch, 2. März, fämtl. Kam. sind bei der Kundgebung der Eisernen Front ab 19 llhr anwesend.— Reinickendors-Ost(Kam.). Mittwoch, 2. Marz, Kameradschaftsversammlung bei Kasten, Winterftr. ll.— Treptow. Mittwoch, 2. März, 19 llhr, Spreegarten Treptow. Sämtliche Schufo», Staso. und Iüngba. Kameraden mit Fahnen und Wimpeln. Musik, und Tambourkorps. Bolkschor Harmonie Edarlottenbueg. Die Uebungsftundr des Frauenchors am Donnerstag fällt aus. Freitag, 1. Mar:, Generalprobe mit Orchester gemci». sam mit Bolkschor Moabit in den Arminiushallen, Bremer Stratze. Erscheinen aller'Mitglieder ist notwendig. Alle Chorbüchcr sind mitzubringen. Zentkalverband der Arbeiteinvaliden und Witwen Dcutichlands. Gau Grotz- Berlin. Geschäftsstelle: Berlin W. 37, Blllowstr. 19. Dienstag, 1. März. Fried- richshagen: Stadtthcater, Friedrichftr. 112, 16 Uhr.— Friedenau: LeM N'th- kirch, Steglitz, Holsteinische Str. 13, 18 Uhr.- Mittwoch. 2. März. Reinickcn. dorf.Ost: Lokal Klähn, Rcstdenzstr. 3l, 18 Ubr.— Schöneberg: Lokal Grotz, Kaiser-Friedrich-Str. 9, 17 Ubr.— Oberlchönewcide: Lokal Pereinsklaufe, Frischen» Ecke Luisenstratze, 18 Uhr.— Prenzlauer Berg I: L'lal Gliche, Kopcn» Hagener Str. 71, 16 Uhr,— Eharlottenburg: Lokal Beanstübl K"rfürstcnftratze Ecke Kurfürstendamm, 19 Uhr.— Wedding II: Lokal BUrgcrbrä". Demminer Ecke Grauenstratze, 17 Uhr.— Bohnsdorf: Lokal Heimönn Waltersderfcr Stratze Ivo 13 llhr. Poli-ci-Sport-Berein Berlin e. B.. Abteilung Einh-itskurrlchriti Regel» mätzige Ucbungsabende, auch für Zivile, alle Toae autz-r Sennobcnd«' im Polizeiichnlaebäude, Hannoveriche Str. 28—30. 2. Stock. Zimmer 10. Beginn 19 lh llhr. Anfänger-, Fortbildungs- und Redeichriftkurie. Wetter für VerNn: Zeitweise zunehmende Bewölkunci. keine nennenswerten Niederschläge, etwas milder.— Für Dmkschland: Im östlichen Deutschland vöri'berqedende Bewölkungsiunahme. aber nirgends Niederschläge von Bedeutung, im übrigen Reiche trocken und heiter bei Tagestemperaturen über Null.. Kultur und Karikakur. Leicht wird Kultur zur Karikatur. Bc- trachtet man die Bilder nur, die manchmal in den Warenbüllsn liegen, wird man es nur zu bald wegkriegten, wie da manch llnheil angestistet, das alles Kunstgefichl vernichtet. Echtester Kunst ein lachend Leben hat„Dergmann-Klasse" uns gegeden. Der beige- packten Bilder Reigen läßt höher die Gefühle steigen und zeigt wie schillernde Karikatur aus Künstlerhand emporführt zu Kultur, Aich eine stilisierte Stickerei in Farben, hochmodern, ist immer noch dabei! Gewinnauszug 5. Klasse Z3. Prei-blsch-Süddeulsche Staats-Letlerie. Ohne Gewähr Nachdruck verholen Auf sede gezegene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen» und zwar je einer aus die Lese gleicher Nummer In den beiden Abteilungen l und II 18. Ziehungstag 2g. Februar 1932 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen t0 Beteiune ,v 5000 M. 13595 158001 228857 292581 378035 12 Öeüjinn« ,u 3000 911. 40183 54261 235633 289190 316107 336961 54«ewivn» ,v 2000 M. 15607 13139 76894 78230 793<3 95336 106769 124065 128752 145871 148726 159565 161867 174934162364 162731 192495 193827 215365 221419 234233 241627 244513 267459 394064 341124 369535 120 Gewinns ,u 1000 M. 2607 4546 14356 14663 15258 21671 26747 61540 68942 63597 72105 73202 84263 92156 93276 99463 99677 113341 122333 124483 123516 134458 143955 188387 189203 133197 227752 223871 235711 240370 241337 246471 267594 263218 273241 273333 276698 287070 300039 307080 330399 331690 334290 336665 344407 343641 350302 351565 352671 360792 331360 3S2299 363611 364060 371767 377156 364503 391063 392653 396783 254 Gewinne ,u 500 M. 2055 13220 34392 33492 40758 43066 45068 32647 55633 65960 68566 70695 74058 76136 78935 79449 83101 37170 88783 91058 93602 95229 97779 100332 102642 103360 103378 107413 110570 113433 115818 117239 119441 121508 131709133003 133235 135828 136186 137367 139010 140291 142653 144493145643 146509 147029 147119 149933 150088 150101 154121 155558160830 161503 167418 172257 173083 174923 186001 189711 190983 194062 197170 197691 203176 203497 209544 215291 219068 220335 230898 233133 239833 239994 242974 243199 243975 244130 244728 246502 247477 262235 263042 266327 267861 274906 275288 280508284125 284139 285524 289437 291659 300528 301610 302543 306411 307616 311336 313650 314930 315478 317678 320389 322663 330060 335786 338269 340590 344623 345610 346201 350939 357994 364056 366437 366855 371104 372735 373880 378061 378261 378762 391613 395764 395811 In der Heuligen Nachmittagszichung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn« ,u 5000 M. Z65776 14 Gewinns ,n 3000 M. 51599 183713 163340 260535 348297 373010 389401 42 Gewinn->n 2000 M. 8432 38356 43485 64412 103318 119038 142163 157762 162637 175651 201137 247776 262202 222105322645 333469 361072 376439 330448 391886 396734 64 Gewinn. 1000 M. 5450 10413 23686 36743 46167 50153 52342 57016 57534 59013 70961 80607 91421 132946 147903 156332 157633 189741 200477 208416 217173 223176 250950 265217 269193 273214 276495 276820 284699 288460 291814 297423 321 165 335017 346024 357420 359232 365147 355756 37292) 396145 398237 143 Gewinne ,» 500 Di. 2028 2234 3460 5374 12304 15070 16162 17321 19645 20948 30016 37594 41642 41733 46635 62512 62682 63384 68853 63205 69922 71734 85764 90633 92427 97337 97462 107805 103500 124067 124138 132336 143923 147903 154540 157994 159576 160758 161239 165305 168433 101588 198521 203639215166 234808 236454 248592 251876 260135 270480 275838 276981 278126 281472 282616 286297 291049 293245 294703 295713 297569 304332 313661 319546 323673 326282 325698 329838 339676 340807 343401 355979 370638 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500(XK>, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 000000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 500(0, 10 zu je 25000, 80 zu je 10000, 204 zu ie 5000, 406 zu je 3000, 1174 zu je 2000. 2268 zu je 1000. 3686 zu je 500. 10798 zu je 400 Mark. itihk&h 1930er Ensheimer Rheinwein 0.55 1930er Laubenheimer Berg 0.80 1930er Ingeiheimer Rotwein 0.69 Wermut Corso........ 0.98 Der Wein für Magen und Nerven Tarragona.....ganzer LHer 1.15 Malaga golden*....... 1.30 Apfelwein.......... 0.30 Johannisbeerwein süß..0.60 Süsser Dessertwein Fruchtsekt exd. Steuer..... 1.00 Weinbrand-Verschnitt.•. 2.75 Edel-Liköre........ ab 2.85 Echter Weinbrand...... 3.50 Feiner alter Preise exd. Glae 6(Hf THifpiTStfalML 9wan Steilbvd: 3 Sie hatte ihn auf einer Bank in den Anlagen kennengelernt, als er mit hungrigen' Blicken Las Frühstück eines spielenden Kindes mu schlang. Et war Schauspieler, ahn« Engagement, sein Selbst- be wuschsein litt sehr unter seinen unglücklichen Derhültnissen Ge- legentlich kam er an einem Sonntagoormittag noch auf die Bühne und während einer Nachtvorstellung auf's Kabarettpodium. Sie bedauerte fein Unglück, aber um seinen Berus— der ihr um vieles bydeutender als der eigene erschien: sie mar Bedienerin in einem Mittagstisch—, um feinen Berus bewunderte sie chn. Geradezu erhöht kam sie sich vor, weil sie ihn vorm Hunger beschützen konnte. Ihm selber bot sich kein anderer Ausweg, er griff gierig zu. Mit- unter dachte er auch: Eigentlich ist sie beinah« schön. Die Umstände fügten es. daß sie einander heirateten, und wenig später wurde ihnen ein Kind geboren, ein Mädchen. Der Vater war noch immer ohne Engagement, aber durch ein« merkwürdig« Aehnlichkeit mit einem gleichfalls stellungslosen Schauspieler gelang es ihm, die Aufmerksamkeit eines Kabarettdirektors und späterhin des Publikums auf sich zu lenken. Eine Zeitlang sprachen Üe Leute in den Cafis von den phänomenalen Doppelgängern Paul und Max. Ihre Chansons, ihre Duette wurden mit Beifall ausgezeich- net, und die Nummer hielt sich zwei Monats lang im Programm. Dadurch ging es der kleinen Familie etwas besser, aber gut war es nicht. Und auch, als die wirtschaftlichen Zustände sich besser- ten— durch den Tod der Inhaberin des Mittagstisches war das kleine Unternehmen, mangels einer Jnteressentin aus der Familie. der Vchieneiin zugefallen—, das Mißverhältnis zwischen den Ehe- leuten, das gleich im Anfang, nein, schon vor der Eh«, in Erschei- nung getreten war. wirkte sich, je länger sie nebeneinander lebten. um so nachhaltiger aus. Sie gehörten— so schien es— nicht zu- sammen. Wenn Paul— der Gatte— es auch liebte, in Pantoffeln durch die Wohnung zu schluifen, so beanspruchte er von seiner Lebenspartnerin Anna, wenn sie ihm gefallen sollte, doch«in ge- wisses Maß von WeUläufigkeit, einen gewissen Duft von Verfeinerung, ein wenig von dem Pudergeruch, den er von seinen Bekannt- schasten d«r gewöhnt war. Sie aber«ahnte nicht im Traum, daß dergleichen von ihr stillschwelgend erwartet wurde, daß sie in dieser Beziehung etwas schuldig blieb. Sie achtet« darauf, daß sie immer hübsch gekleidet war, wenn sie bei einer der übrigens seltenen Ge- legenheiten mit Paul zusammen ausging. Ihr Instinkt ließ sie nie auf den Godanken kommen, durch«in Hilfsmittel des Toiletten- tifches, etwa der Gesichtsfarbe nachzuhelfen. In ihren Mädchen- fahren hatte ein reizender Schmelz über ihrer Gestalt und über ihrem Wesen gelegen, eine kleine Zutat von Koketterie, die nichts anderes ist. als die Blüte am Strauch. Daß jene Zeit vorüler war, hatte sie niemals bedacht. Die Arbeit hatte ihre Hände hart gemacht und die. Sorge hatte Falten in ihre Stirn gezogen. Ihn langweilte dies Leben. Die Abende, die er im Cafe zu verbringen pflegte, schafften eine Abwechslung. Aber mit der Zeit wurde das Cafä für ihn, was für einen Angestellten das Büro ist. Es war der immer gleiche Weg und der immer gleiche Ablauf. Das Eigentliche, wonach jeder Mensch sich sehnt, das Erlebnis, die Erschütterung, fehlt« in seinem Leben. Und sogar das Mittel der meisten Leute, sich die Erschütterung durch Theaterbesuch« zu ver- schaffen, stand ihm nicht zur Verfügung: Weil ihm nämlich dos, was von der Bühne her kam, auf keinen Fall mehr zu erregen vermochte. Er sah nur die Maschinerie, den Apparat— dos„wve es gemacht ist*. Nüchtern war das Dasein. ....'Sehnlich mißvergnügt p,ir. Pguh.'.«ar.ßön Kppp«lgSn«r.Max, nur daß seine Scranlagüng- ihn in seelischen Notlagen wenig-c aus sich heran», als vielmehr tn sich hineintrieb. Wohl besuchte auch er das Casö, er saß gewöhnlich mit Paul am selben Tisch, aber er sprach wenig und sein Blick war holbgeschlossen, der Mund herunter- gezogen, unausgesetzt zeichnete er auf die Marmorplatte. Man sah ihm an. wie er dacht«. Dazu kam. daß«in« Zuneigung zu einer jungen Dame— zu der Paul sich aler auch hingezogen suhlte— ihn vor den anderen, ober vor allem vor sich selber, in eine komische Beleuchtung setzte. Die Doppelgänger auch als Liebhaber Doppel- gänger! Ein junger Künstler fertigt« eine Karikatur an: Paul und Max als ein Ochsengespann vor einer Equipage, in der Lilli saß'. Sie war launenhaft. Halbwelt, geschminkt bis zur Verlarvung. ober eben durch dies« kultiviert« Unnatur fühlten sich die Beiden, die nach Erleben und Welt hungerten, an sie gefesselt. Sie besaß ein Auto und hotte Beziehungen, sie erhielt Angebote für den Film— und so bildete sie sür Paul und Max eine Art von Brücke zu dem Traumland, dem sie so nah« waren und dos so schwer zu er- reichen war. Maxens Abhängigkeit von Lillis Reichtum und von ihren Launen, die immer wiederholten Enttäuschungen, das tat seine' zer- mürbend« Arbeit an ihm. Als Jüngling hatte er ernsthaft mit einer großen Zukunft gerechnet, und nun— wenige Iah'« waren seitdem vergangen— sah er sich in dieser entwürdigenden Lage. Sobald Lilli sich in anregender Gesellschaft iefand, vergaß, nein, übersah sie ihn. Cr besaß kein Mittel um sich Vagegen zu ver- wahren, um sich zur Gellung zu bringen. Andererseits wußte er nicht, woher den Mut nehmen, um sich unabhängig zu machen. Ja. er war so hilflos, daß er mit Schrecken an den Tag dacht«, wenn er. durch«ine Laune Lillis gezwungen, wieder aus eigenen Beinen würde stehen müssen, in einem Leben, das ihm keine Ge- kegenheit zu Arbeit in seinem Berus, keine Gelegenheit zum Ber- dienen gab. Mit den Jahren war ihm der jugeirdliche Schwung, der Hindernisse im Sprung nimmt, abhanden gekommen. Woran lag das? Er hätte ein Beamter, ein Kaufmannsgehllfe sein mögen, der Tag für Tag an seine Arbeit geht, am Moncklsende sein Geld zum Lebe» erhält, mit einfachen, ganz und gar nicht künstlerischen Menschen Umgang lzat, und nicht in Eaf�s und Kabaretts bis eins oder zwei in der Nacht herumsitzt, um dort übersehen zu werden und sein« Nervenkraft zu verlieren: ein ganz einfacher Mann. ja. der abends ein schönes Buch liest und zufrieden mit dem oergange- nen, neugierig auf den kommenden Tag. vor Mitternacht einschläft. Zwischendurch empfand er regelrechte Scham wegen solcher oerzag- ier Gedanken. Bor allem sagte er sich dann, daß es l«ileibe nicht etwa der künstlerisch« Beruf war, der sein zermürbendes Leben bodingi«! auch in einem bürgerlichen Beruf hätten ihn in dieser Zeit Strecken völligen Leerlaufs aus dem Tempo gebracht. In jedem Beruf gab es ein« Armee von Stellungslosen, zweifellos erging es vielen von ihnen— je nach Maß der inneren Kraft-- ähnlich oder genau so. Das vei fluchte Gefühl des Uberflüssigseins. Ihm zu entrinnen ist noch weit schwerer, als dem Hunger selbst. Daß er sich so gänzlich überflussig suhlt«, ja. das war wohl sein Unglück. Sogar, wenn er gelegentlich selber auf dem Podium stand. schien es ihm, als ob dieser ganze Berus, dem er sich verschrieben hatte, überflüssig wäre. War es wirklich so wichtig, schmausende und trinkende Herren und Damen zum Lachen anzuregen? Er hatte ganz vergessen, daß es immerhin eine dankenswerte Aufgabe ist, Menschen mit Humor zu erfreuen, eine Ausgabe, die'' in der Oekonomie de, Weltlauss durchaus ihre Berechtigung hat. Aber war das verwunderlicb? Mußte er nicht in seiner Lag? die? Pulli- tum verachten, das sich, dem Elend in der Well zum Troß, von zweifelhaften Witzen zum Lachen bringen ließ? Er verachtete sich selber, weil es sein Geschäft war. an dieser Erheiterung der An- geheiterten mitzuwirken, dazu für ein lausiges Geld, für«inen winzigen Anteil am Kassenbestand des Abends, von dem er sich gerade— oder noch nicht einmal— die Schuhe flicken lassen konnte Und dabei hatte er noch Grund, für solchen gelegentlichen Verdienst dankbar zu sein. Er dachte oft an sein« Cllern, die in einer kleinen sächsischen Stadt als unauffällige Bürger lebten. Der Vater war Schneider. Hatten sie ihm zu solchem Ende mst dem Aufwand ihre- winzigen Vermögens gut erzogen? War er chnen davongelaufen, um so zu enden? Sie waren alt. Und er saß herum, tat so, als� wäre er mit sich selber zufrieden, und nahm die Witze zur Kenntnis, die man betreffs der Aehnlichkest zwischen ihm und Paul— und betreffs der Abhängigkest beider von Lilli zum Besten gab. Er war peinlich darauf bedacht, daß niemand ihm seine Gedanken und Gefühle an- merken sollte. Und heimlich beneidete er Paul wegen des ge- rmgeren Matzes von Unglück— denn Paul hat« immerhin fein Kind, feine Frau, durch sie ein— wenn auch geringes— Existenz. Minimum, seine Wohnung. Er aber?— Mit der Zeit ging ihm alle natürliche Sicherheit verloren, er faßte immer neue phantastische Pläne, um durch nütz- liche Bekanntschaften sein« Loge zu oerbessern. Mit der Zest merkte er, daß die Fruchtlosigkeit seiner Versuche ihren inneren Grund hatte, nämlich in der Mutlosigkeit und Ermattung, die immer mehr Besitz von ihm nahmen. Alle Bemühungen, seinen innerlichen Zu- stand ,zu verbergen, konnten nichts helfen— im Gegenteil, sie ver- schlimmerten seinen Zustand und seine Lage: die Menschen sahen ihm trotzdem an, was in ihm vorging— ein Lächeln genügte eben nicht mehr, um darüber hinwegzutäuschen: und diese Entdeckmig, daß alle Anspannung, seine Müdigkell zu verbergen, nutzlos war und ihn geradezu der Lächerlichkeit preisgab, führte zu einer noch tieferen Lebensqual. Lillis gute Beziehungen hatten ihr zu einem Filmengagement nach Paris verholfen. Eine junge Parisierin, die ihren Vertrag schon fest in der Handtasche zu hoben glaubte, erhielt die überraschend« Nachricht, daß sie leider nicht die geeignete Darstellerin für die be- treffende Roll« sei und daß man sich im Bedarfsfall wieder an sie wenden würde. Die junge Pariserin hatte wahrscheinlich das größere Talent— aber ihre.Beziehungen' waren nicht so groß wie Lillis. Lilli spielte ein« reiche, vielumworbene Dam« in diesem Tonfilm, der später in den großen Lichtspielhäusern wie in den Vorstadt- theatern überall in der Welt mit Vergnügen vom Publikum auf- genommen werden sollte. Dabei hätten viele, die sich im Kino von ihr fesseln ließen, im Leben nur einen Blick der Verachtung fvr sie übrig gehabt—.kandierte Puppe' hätten sie gesagt und oerächrlich gelächelt, aber nicht bewundert. Es sei«in« merkwürdige Tat- fache, daß die Menschen dasienige. was sie im Leben am abscheu- lichsten finden, aus dem Becher der sogenannten.Kunst mit Enthv- siasmus schlürfen. Lillis Name, der sich übrigens zweckentsprechend in Lilian um- gezvandelt hatte, besah nun Klang und Marktwert Wie ein Laus- ieuer ging die Kunde von ihrem Erfolg unter ihren Bekannten in Berlin herum und mancher von ihnen knüpfte sein« geheimen Hofs« nungen daran. Paris.... Paul und Max hätten keine Doppel» gänger zu sein brauchen, um in diesem Fall« die gleichen Empfin- düngen zu haben. Der Unterschied war nur der, daß Paul sich abwartend verhallen und seine Wünsche vorerst nur durch Briefe vortragen konnte— während Max, von seiner quälenden Ungeduld nach Arbell, Geldverdienst, Erfolg getrieben, las Geschick zu zwin- gen versucht«, ittlem er sich unter Aufbietung aller seiner Kräfte das Reisegeld oerschafste, um sich dann sogleich mit seinem Pah in der Tasche auf die Fahrt nach Paris zu begeben. Paul mar eben vorsichtiger Natur— übrigens, dies ist kein Verdienst, seine Umstände erlaubten es ihm, vorsichtig zu fein Es hätte ihm nicht schlecht behagt, ohne Risiko nach Paris— und durch Lillis.Beziehungen' in ein Filmengagement himmzukontmen. Er betrachtete Max als die Taube, die er— wie Noah— zur Arche hinausflattern'ließ, um mit ihrer Hilf« feststellen zu lassen, wie das Wetter draußen stünde. Von Max hatte er sich einen Bericht über Lilli versprechen lassen, ihren Einfluß auf maßgebende Filmkreise betreffend. Es erschien ihm leicht möglich und leicht verständlich, daß sie in ihrem neuen Milieu für die alten Bekanntschaften nicht mehr recht zu sprechen wäre. Durch eine Unterstützung für die Reil« halle er Max oerpflichtet und konnte nun auf Nachrichten warten. Seine Frau war in diesen Wochen mst dem Kinde in ihrer Heimat im Harz. Die Wirtschaft hatte sie einer Nachbarin über- lassen. Das Kind, wenn es mit der Mutter in die nahen Berg- wälder ging, wußte nicht, weshalb die Mutter.oft still stand und vor sich hin sann und seufzt«..Siehst du.' sagt« Anna einmal zu dem Kinde,.chies ist meine Heimat, nicht die grauen Straßen, nicht die atembeklemmenken Häuser. Diese Bäume kenne ich ganz genau, jeden einzelnen, als ob«s meine Verwandten wären' Oft empfand das Kind, daß sein« Mutter mit der Großmutter heimlich« Sachen sprach, die es nicht hören sollte. Die dunkelnden Nachmittagestunden in dem kleinen Haus« ihrer Mutter lösten Annas Zunge, sie«rzählls von den Berhällnissen, unter denen sie fast von Beginn ihrer Ehe litt, von der Fremdheit in Gedanken und Empfin- düngen, von der Flucht ihres Mannes aus der Familie in das Cafe zu den Freunden, von ihrem Unglück, an dem sie sich nicht die Schuld zuschreiben konnte— aber ihm auch nicht— und endlich von ihrem Glück, dem Kinde.(Schluß folgt.) Äc*: Warnt als Wann der ItillenjehaH Wir kennen Mo rat als den Revolutionär, den Herausgeber des.Ami du peuple', den Pamphletisten, und kennen ihn als den Deputierten im Konvent. Wir wissen, wie die in leidenschaftlicher Sprache gehallenen Pamphlet«, die«r, messt oersolgt, oersteckt in Kellerwohnungen schreiben mußte, einen großen Einfluß auf das Pariser Boll und den Gang der Revolution ausgeübt hohen. Weniger bekannt ist Marats Bedeutung als Philosoph, als Physiker und als Mediziner.■. Jean Paul Marat war von Geburt nicht Fränzos«, er'ifl in Boudry am Neuchäteler See—«in Gebiet, das damals unter preußischer Hohett stand— am 24. Mai 1744 geboren. Sein Vater stammte aus Sardinien, war nach Genf eingewandert und hatte dort den calvlnistsschen Glauben angenommen. Die Mitttsr Marats war die Tochter eines französischen Protestanten, der die Kunst des Perückenmachers betrieb Eigentlich lautete der Familien- nawe Maro, das J" hängte der jüngere Marat später nach fran- zösischer Ichreibweise seinem Namen an. Usber seine Jugendzell Ichreibt Marat selbst in seinem.Journal de la Republique franqoise'(Nachfolge des.Ami du peupl«') u. a.: er habe das außerordentliche Glück einer sorgsamen Erziehung genossen. Mit großem Eifer habe er sich seinen Studien gewidmet. Einen starten Drang nach Ruhm habe er von frühestem Alter an in sich>;«- spürt, er habe alles getan, diese Mitgab« der Natur, das„glimmende Feuer unter dar Asche' zu pflegen. Seine natürlichsten Gaben charaktervoll geformt zu haben, habe er seiner Mutter zu danken. Geistige Arbell sei stets«in« absolute Notwendigkeit für ihn ge- wesen, selbst in Zellen von Krankheit. In Bordeaux studierte Marat Medizin, Literatur, Philosophie und Politik. Später kam er nach Paris, ging von dort nach Dublin und London. Hier in England halle Marat große pekurnäre Schwierigkeiten zu bestehen. Er soll sogar in Neweastle einmal wegen kleiner Schulden im Schuldgefängnis gesessen haben. Der englische Sozialist B e l f o r t B a x, der über Marat ein großes Werk herausgegeben hat, zieht diese Erzählung stark in Zweifel, denn es sei positiv erwiesen, daß Marat um 1776 in London als Arzt praktiziert habe, ilebrigens müsse bemerkt werden, daß im 18. Jahrhundert es das Los vieler ehrenwerter Leute gewesen ist, von ihren Gläubigern selbst woge» geringer Schulden ins Schuldgefängnis gebracht zu werden. Bereits in England hat Marat mehrer« philosophisch� Werk« herausgegeben. Sein erstes Buch erschien 177.? und hatte nach damaligem Gebrauch«inen langen Tllel, wie folgt:„Ein philv'o- phisches Essay über den Menschen, oder die Prinzipien und die Gesetz« des Einflusses der Seele auf den Körper und des Körpers auf die Seele.' Das Werk, das in englischer Sprache, die Marat vollkommen beherrschte, geschrieben war, umfaßte zwei Bände. Zwei Jahre später gab er dasselbe in französischer Sprache heraus. Marat war Delst wie Rousseau und glaubte wie dieser an den „Gott der Natur", der..außerhalb der Maschine' die Natur regu- liere wie die Seele den Körper, nur war Marat weniger sentimental und verfügte über mehr Logik und größere philosophische Kennt- nisse als sein kerühmter ZeitgeWpsse. Das oben bezeichnete Wert wurde von Voltaire abfällig krllisiert. was Marat lange Zeit sehr schmerzte. In-Paris gab sich Marat eifrigen Studien über die Elettrizi.ät hin: diesen Studien entsprangen mehrere Werk«. Das Buch„Die Entdeckung Mr. Marats über Feuer, Elektrizität und Licht" fand die ehrende Anerkennung der sranzöfischen Akademie o«r Wissenschaften. Diesem folgte zwei Jahre später„Untersuchungen über Elektrizität', ein Werk von 466 Seiten. Alle diese Werke blieben nicht ohne Erfolg. Marat wurde aufgefordert, Borlesungen über Optik zu halten. Das letztgenannte Werk ist übrigens auch ins Deutsche übertragen und von Goethe lobend anerkannt worden. 1784 gab Marat ein Wert über Optik heraus und 1788 folgte die Uebersetzung von Newtons„Optik" Marat befand sich in wesentlichen Punkten mit Newton in Wider- spruch, und so versah er dieses Werk mit Noten, die seine eigenen Anschauungen enthielten. Di« Autorschaft des Uebersetzers wurde so streng geheim gehalten, daß der Verleger Bauzee dem König erklärte, der Autor der Ueiersetzung sei ihm nicht b'annt. Dies Buch wurde mit der höchsten Anerkennung der iaadernie der Wissenschaften beehrt. Kurz daraus erschien sein letztes Wissenschaft- liches Werk:„Reue Entdeckungen über Licht." Marat hatte noch mehr Arbellen in Vorberellung, jedoch man stand am Vorabend der Revolution, in die sich Marat mll vollem Eifer, hineinstürzte. Die. Veröffentlichung seiner.Manuskripte unter- blied.�'iWßlche-'Sttllunq'Marut unter dett Männern der Wissen» schaft einnahm, geht daraus hervor, daß ihm«inmal der Direktor» posten der Akademie der Wissenschaften zu Madrid angeboten wurde:«in gleiches Anerbieten war ihm auch von Rußland ge- macht. Das Doktordiplom hatte er von der schottischen Universität Saint Andrews erhalten. In früheren Iahren hatte der junge Marat auch eine Anzahl medizinischer Schriften herausgegeben. Qibt es dlrokodilslränen? Daß das Weinen wie das Lachen ein Vorrecht des Menschen sei, ist oft behauptet worden, und der Mensch dürfte eigentlich stolz sein aus die„Gabe der Tränen", die ihm eine gütige Natur zur Erleichterung seines Schmerzes verliehen. Aber von einem Tier hat man immer wieder behauptet, daß es ein besonderer Künstler des Weinens sei, und den Menschen sogar darin übertreffe, daß es imstande ist, seine„Wasserwerke" auch ohne besonderen Grund spielen zu lassen. Jahrhunderte hindurch hat man das Krokodil als einen großen Heuchler verleumdet, der mit seinen Tränen Mitleid erregen wolle, ohne es zu verdienen, und so sind die„Krpkodlls- tränen" sprichwörtlich geworden. Die Zoologen haben schon immer einen berechtigten Zweifel an der Wahrheit dieser Geschichte ge- hegt, aber keiner hatte bisher Pen bündigen Beweis dasür dringen können, daß die Krokodilsträne ins Reich der Fabel gehöre. Nun endlich ist ein unerschrockener Gelehrter aufgetreten, der. von heißem Wissensdrang bcseell, dem Problem auf den Grund gegangen ist. In der englischen ärztlichen Fachzeitschrift„Lancet" berichtet Lindsay Johnson über seine Versuche mll Krokodilen und seine Ergebnisse in bezug auf ihre Fähigkeit zu weinen und Tränen zü vergießen. Mit einer starken Mischung aus Zwiebelsaft und Solz bewaffnet, deren Reizung keine Tränendrüse widerstehen kann, hat er sich den Reptilien genaht und ihre Augen damit behandelt Nicht nur Heuchler, die ihre Tränendrüsen nach Belieben in Tätigkeit setzen, sondern jedes des Weinens überhaupt fähige Wesen hätte daraufhin wahr« Wasserbäche aus den Augen strömen lassen Müssen. Aber die Augen der Krokodile blieben trocken, kein Tropfen zeigte sich, und so hält es der Engländer sür vollkommen erwiesen, daß Krokodile nicht weinen, weil sie ganz unfähig sind, Tränen zu ver- gießen. Da sie mit dem feuchten Element in so nahe Berührung kommen, so mag es aus einiger Entfernung so aussehen, wie wen» das Wasser, das ihnen aus den Augenhöhlen läuft. Tränen dar- stelle, aber es ist nur Wasser, nichts anderes Wen» Babys schon bald nach ihrer Geburt ohne jeden besonderen Unterricht von dem Menschenrecht des Weinen» reichlich Gebrauch machen, so verdanken sie dies der Uebung zahlloser Generationen von Vorsahren. die durch lange schmerzliche Erfahrungen allmählich dazu gelangt sind. chren Kummer durch Tränensluten fortzuschwemmen. Das gleich- mutige, den Stürmen des Daseins weniger ausgesetzte Krokodil hat solchen„Trost der Tränen" nicht nötig... Der älteste Saum der Erde, ver größte und älteste Baum der Erde befindet sich im amerrkamschen Sequoia-Nationalpark und heißt „General-Sherman-Sequoia-Baum": mehr als IE» Messungen, die vor kurzem durchgerührt wurden, ergaben, daß er derzeit eine Höh- von 81,61 Meter und am Boden einen Umfang von'26 �4 Metern hat. Ein zweiter, ebenso bekannter Baum, der in Kalifornien „General-Grant-Laum" genannt wird, ist unten breite-- hat aber nur 96 Vroz. des Rauminhalt» des"General-Sherman-Baums". Er ist wahrscheinlich älter als jener, del'en Alter auf zumindest 4000. von manchen Forschern sogar auf 5000 Jahre geschätzt wird. 3Ir. iOi* 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts VienStag, 1. März 1932 m Geprelltes Arbeitsvolk. Lohn- und Gehattsabbau nur zur Hälfte ausgeglichen /Kebruarindex-122,Sproz« Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten betrug im Durchschnitt de» Monat» Februar 122,3 proz. gegenüber 124,5 Proz. im Durchschnitt de» Monat» ?anuar und 130,4 proz. im Durchschnitt Dezember 1331. 3m Januar wurden durch die Mietensenkuag und einer Reihe anderer Dreissentungsmahnahmen die Lebenzhaltungskoften aoch um 4.5 proz. gesenkt. 3m Februar stl der Rückgang mit 1.S proz. noch wesentlich schwächer. Da der Fcbruarindex ein Durchschnitlsindex ist, konnte es fraglich fein, ob diese Ziffer die gegenwärtige Preislage am Ende de» Monats widerspiegelt. Das Statistische Rc'.chsamt stellt aber selbst fest, dah In der zweiten Hälfte des Monats— durch die starken Preiserhöhungen für Milch und Butter— sogar eine Verteuerung der Lebenshaltung um % proz. festzustellen wart Insgesamt ist feit Dezember die Reichsindexzisser um etwa b'i proz. zurückgegangen. Selbst wenn man die im Dezember eingetretene Preissenkung, die nur zum Teil aus da, Konto des Preisabbaues zum Ausgleich der Lohu- und Gehaltsfeukuug kommt ir.it ciubegreist, ergibt sich für dle Monate Dezember. Januar und Februar eine Senkung der Lebenshaltullgskosten um insgesamt nur 7 Ii proz. Dem sieht eine wesentlich stärkere Senkung der Löhne gegenüber. Mau kann annehmen, dah im Durchschnitt die Löhne uod Au- ocslellleuzc Hölter durch die vierte Rotverordnung eine Senkuug um durchschalllllch 12 proz. erfahren haben, verückflchtigl man, dah der Lcbenshalwngsindex, der nur die Altwohnungen berück- sichligl, ein« stärkere Mietenverbilligung an? weist al« sie der Mirklichkeik entspricht, so kommt man zu dem Ergebnis, dah der Lohn- und Gehaltsabbau nur etwa die Hälfte durch Verbilllgung der Lebenshaltung ausge. glichen wurde. La» bedeutet, dah entgegen den Zusicherungen der Regierung ein« fühlbare wettere Senkung der Maffeukaufkraft eiugetreteu ist. Diese höchst uozuläugliche pilanz de» Preisabbaus ist zum erheblichen Teil durch die Agrar- und Zollpoltllk der Relchs- regteruug verschuldet, aber auch durch die uugenügende Aklivilät de» Preiskommissars. Die Regierung hat bisher keinerlei Austalteu getroffen, offensichtlich überhöhle Agrarpreife wie zum Beispiel für Getreide und Zucker aus ein erträgliches Riveau herobzudrückeo, hat aber stall besten sogar noch durch die Zollpolllik starke preis- erhöhungen für Milch und Butter mindestens gefördert. 3st nun das bisherige Fiasko des Lohnansglelche» der Regierung wirklich da» warnuugszeichen dafür, dah mll der bisherigen Vertenerungspolitik Schlnh gemacht werden moh? Bis- her merkt man nichts davon. Der Preisanpastunsprozeh darf ober nicht durch Regierunasmahnahmeu gehemmt werden, wie es in den letzten Ivochen geschehen ist. sonst bleibt kein anderer weg, als der Reichsregierung mit dem erforderlichen Rachdrnck zu doknmen- lierea, dah die„ andere Lage" bereit, da Ist. die Brüning am 12. Dezember mit dem Versprechen anerkannt hat, dah die Realkanskrafl der Verbraucher durch die Lohn, und Gehalt»- kürzuageu nicht gesenkt werden darf. höchst bedenkNch ist die gestrige Rundfunkrede Goer- delers. nach der der preiskommiffar feine Hauptarbeit offeubar als abgeschlossen anfleht. Goerdcler meinte, dah jetzt veruhigung im Wirtschaftsleben nötig fei. dah deshalb nur auf dem Gebiet der Tarife noch einige» geschehen könne und dah man weitere Preisanpastangen jetzt de« Gesehen de» Markte» überlasten miiste. Sagt da» Goerdeler im EtaverstSndoi» mit dem Reichskanzler? Soll man den Schluß ziehen, dah Reichskanzler nnd Reicheregierung jetzt selbst da» RStige zur Erfüllung der Voraussetzungen der vierten Rotverordnuug onteruehweu werden? hier ist eine Klärung notwendig. Der Llnfug der eigenen Aktien. Wird mau aus den traurigen Erfahrungen die Lehren ziehen? Die SainevunzsbLanzen der deutschen Großbanken zeigen, daß diese im Laufe des letzten Jahres in weit größerem Umfange eigene Aktien zurückgetauft lzaben, als man angenommen hatte. Sie find zumeist eingezagen worden, d. h. die Vilanzziffern ermäßigten sich auf beiden Seiten um den gleichen Betrag, da die Aktien durch- weg zu IW) Proz. verbucht waren. Die Rolle der eigenen Aktien bei der Sanierung stt bisher wenig beachtet worden, obwohl hier ein Schulsall für die Notwendigkeit gegeben ist, daß der Aktlenrückkauf z j verbieten ist.' Vielfach sind die Gläubiger einer Gesellschaft nur im Vertrauen auf die Höh« des Kapitals in Geschäftsoerbindung mit einer Gesell- schast getreten: denn zwischen dem Risiko des Unternehmens und den Gläubigern steht stets das Aktienkapital(das Risiko der Aktionäre). Und gerade deshalb hat der Gesetzgeber eine Verminderung des Aktienkapitals bewußt erschwert: das Handelsgesetzbuch halle den Kauf eigener Aktien(das ist tatsächlich eine Verminderung des Kapitals!) verboten, woran sich allerdings niemand infolge lascher Rechtsprechung gehalten hat. Und einer sormalen Herabsetzung des Kapitals muh die Benachrichtigung aller Gläubiger und der Ablauf eines Sperrjcchres vorausgehen. Dies« Gläubigerschutzbestimmungen sind vorübergehend bis zum 30. Juni 1932 außer Kraft gefetzt worden, um aus besonderen Gründen die notwendigen Kapllacherabsetzungen (das formale Eingeständnis von Verlusten!) zu erleichtern. Nirgends ist die Funktion des Kapitals als Haftsumme wichtiger als bei den Banken. Das wissen sie selbst am besten, wenigstens solange sie ReName machen.„Seht, gegen Verluste schützen euch Ein- leger unsere Reserven und darüber hinaus unser hohes Kapital!" Und wer also dann beispielsweise zür Danatbank ging, der konnte sich sagen:„Hier wird mein Geld sicher sein, bei 60 Millionen Mark Reserven und 60 Millionen Mark Kapital: erst bei Verlusten von mehr als 120 Millionen Mark kann ich Schaden erleiden." war es dann nicht eine arglistige oder grob fahrlässige Täuschung des Publikums. wenn sich hinterher herausstellte, daß die Danatbank zur Stützung des Kurses und aus anderen Gründen nicht weniger als 3ä Millionen Mark— das sind 60 Proz. des ganzen Kapitals und mehr als 30 Proz. von Kapital und Reserven zusammen— zurück- gekauft hatte, und zwar mst dem Geld« der Einleger? Jetzt stand also zwischen den vorhandenen Verlusten und dem Geld oer Einleger nur ein Betrag von 82 statt wie früher 120 Millionen Mark. Und außerdem hatte die Bank«inen Teil ihrer Mittel sortgegeben und ihre Liquidität verschlechtert. Aber sehen wir uns einmal die Zahlen für alle Banken an: Es ergabt sich also die erstaunlich« Totsach«, daß die lonienen Banken in den letzten Jahren well über eine Viertellnilliard« Mark der Durchschnitt der Ankausskurs« lag über 100 Proz.!)— 43 Proz. ___ e» ra i f rrk v» Kn.fi(• n 1 1 t n•OQiIllDC|€H Ii Iii/ UKUcuiti ein*»» chiveren Vorwurf gegen die BanNeitungen. Denn diese Attten- �öaf« mutzten sich schlimmer als die Abhebungen auswirken. Einmal verknappten sie wie die Abhebungen die flüssigen Mittel. Zum anderen brachten sie Verluste, sowell sie zu Kursen über 100 Proz. ersolgten. Und schließlich engten sie die Möglachkell stark «in, Verluste aus dem eigenen Kapital zu decken. Wie die Dinge heute liegen, so bedeuteten all« Atttenkäuse der Banken eine Bevorzugung derjenigen Aktionäre, die ohne Rücksicht aus die Interessen chrer Gesellschaft verkaust hatten. Denn unter der Annahme, daß die Sanierung jetzt gründlich durchgeführt ist und die neuen Aktien 100 Proz. wert sind, darf man den Wert einer nicht zusammengelegten Aktie aus 30 Proz.(Zusammenlegung 10: 3) veranschlagen. Am letzten Börsentttg«(18. September) notiert« aber die Dresdner Bank-Aktie, die am niedrigsten stand, noch mit 43 Proz. Was die Aquidttätsfrage angeht, so sei nur aus den Varmer Bank-Verein oerwiesen. Dieser zieht nur die eigenen Aktien ein, ohne wellere Sanierung. Der Barmer Bonk-Berein muß aber mit der Commerzbank fusionieren, well ihm zur Zeit die nötigen flüssigen Mittel fehlen. Hätte er nicht 62 Proz. seines Kapitals zurückgekauft, so hätte er die flüssigen Mittel und braucht« nicht die Fusion mit der Eommerzbank. Wenn die D D- V a n k 72 Millionen Mark ihrer eigenen Aktien wieder verrauft(was vorläufig nur mit Hilfe der Golddiskontbank gelingt), um wieder flüssig« Mittel herein- zubekommen, so korrigiert sie damit nur einen im Borjahr gemachten Fehler. Schließlich die Frag« der verringerten Möglich» keit, Verlust« aus dem eigenen Kapital zu decken. Die Danat. die Dresdner und die Allgemeine Deutsch« Credll- anstatt(Adca) haben eigen« Aktien in Höh« von 90 Millionen Mark «ingezogen. Wären diese Aktien im Umlauf geblieben, dann hätte ihre Zusammenlegung im Verhältnis 10: 3 einen Betrag von 63 Mil- Konen Mark zur Deriustdeckung freigemacht. Dieser Betrag mußte jetzt vom Reich al« Zuschuß oder Vorschuß gezahlt werden. Rechnet man dazu noch den Verlust des Reichs aus der Uebernahm« der eigenen Aktien der Commerzbank in Höhe von 26 Millionen Mark, so kommt man zu einer Summe von etwa 90 Millionen Mark, um die die De- iastung des Reichs aus der Saukeufanierung häkle geringer sein könne». Es ergibt sich also: Aktienrückkäuf« bedeuten«ine Verknappung der flüssigen Mittel, die gerade für Banken dann gefährlich wird, wenn Verluste aus- treten und die Aktien absolut unverkäufNch werden. Schließlich müssen die Verluste um so eher die Einlagen gesährden(oder ein Einspringen des Staates notwendig machen), je größer der Umfang der Rückkäus«. Denn jeder Aktienrückkauf ist ein» Teilrückzahlung des Kapitals an Aktionäre, eine tatsächliche Herabsetzung des Aktien- tapitals. das heißt des Betrages, der nach Aufzehrung der Reserven zunächst der Verlustdeckung zu dienen hat. Das, was bei den deutschen Banken in den letzten zwei Jahren auf diesem Gebiet „geleistet" wurde, war ein großer, den Steuerzahler schwer schädigender Unfug. Richtig wäre da« völligeDerbvtdesAktienrücktauf». H.Z. Giemens-Llmsätze sinken. Rapider Auftragsschwund bei Siemen«& Halske. Di« Generalversammlung der Siemen« u. Halsk« A.- G. genehmigte gestern den Jahresabschluß für da» Geschäst»- sahr 1930/31. der dle Ausschüttung einer Dividend« ovo 9 Proz. vorsieht. Zu der gegenwärtigen Betriebslage erklärte der Vorfitzende des Aufsichtsrats C. F. von Siemens, daß aus der verhältnismäßig günstigen Umsatzentwicklung der Betriebe von Siemen« u. Halsk» nicht der Schluß gezogen werden könne, als ob die Schwachstromindustri« weniger konjunkturempfindlich sei al» die Starkstrvmlndustrie. Da die Ech machstrombetrieb« überwiegend die Fabrikation von Produktionsmitteln und nicht von Konsum- artikeln betreiben, würden sie gleichfalls in Krisenzeiten schwer in Mllleidenschaft gezogen. Erfahrungsgemäß stellt sich allerdings derKonjunkturumfchwung beim Schwach ström erst «in Jahr später ein als beim Starkstrom. Der Redner be- legte diese Ausführungen mit folgenden Zahlen: Wenn man den Autragseingang bei Siemens u. H a l s k e für die ersten vier Monate des Geschäftsjahres 1928/29, also vom Oktober bis Januar, gleich 100 setzt, so ist er in den gleichen vier Monatsabschnitten im Jahr« 1929/30 noch um 3 Proz. gestiegen, dann aber 1930/3l um 10 Proz., aber 1931/32 um 40 Pröz. gesunken. Bei den Siemens-Schuckert-Werken trat dagegen schon im Jahre 1929/30 in dem genannten Zeitabschnitt ein Auftragsrückgang um 8 Proz. ein, der sich 1930/31 auf 40 Proz. erhöhte und 1931/32 rund 58 Proz. erreichte Ueber die Verlagerung in der elektrotechnischen Weltproduttion erNärte von Siemens, daß der Wert dieser Weltproduktion 1913 auf rund 4.2 Milliarden Mark geschätzt wurde, von dem auf die USA. ein Anteil von 30 Proz. und auf Deutschland ein Anteil von 35 Proz. entfiel. Im Jahre 1929 ist die Weltproduktion auf annähernd 17 Milliarden Mark gestiegen und zugleich hat sich der Anteil Amerikas auf 46 Proz. erhöht, während der An- teil Deutschlands auf 20 Proz. gesunken. ist. Ent- sprechend dieser starken Ausdehnung der internationalen Produk- tion in der Elektrotechnik hat sich der Kampf auf den Exportmärktcn außerordentlich verschärft. Bei einer Weltausfuhr im Werte von etwa 715 Millionen Mark im Jahre 1913 entsiel auf Deutsch- land ein Anteil von 45 Proz.. also nahezu die Hälfte des Welt- exportes. während der Anteil der Vereinigten Staaten mit 16 Proz. nur wenig mehr als ein Drittel des deutschen Anteils be- trug, und sämtliche anderen Exportländer nur 39 Proz. aus sich vereinigen konnten. Auch aus diesem Gebiet sind bis 1930 er- hebliche Verschiebungen eingetreten. Der Gesamtwert der elektro- technischen Weltaussuhr erreichte rund 2� Milliarden Mark. Deutschlands Anteil daran ist aus 29 Proz. gesunken, während die Vereinigten Staaten ihren Export bis auf 24 Proz. und die an- deren Länder zusammen bis auf 47 Proz. steigern konnten. Don der deutschen Clektroaussuhr bleiben etwa 80 Proz. in Europa. Prognose für die Landwirtschast. Ons Institut für t andwirtschastliche Marktforschung zur Lage. Autarkie und Zollpolitik. Im Ianuar-Fe bruar-Heft seiner.Blätter" versucht das In- stitut für landwirtschaftlich« Marktforschung eine brell angelegt« Uebersicht über die Lage der Landwirtschaft in der Welt und in Deutschlanv zu geben und daraus einige Voraus- sogen abzuleiten. Die Entwicklung der Kaufkraft der Massen— das ist der entscheidende Faktor für die Lag« der Land wir lschast. Mit der.Abhängung von den Wellmarktpreisen", die mtt Ueber- höhung der Inlandspreis« identisch ist, ist es nicht getan: so ist der Verbrauch von Zucker stark, und zum eisten Male seit Iahren auch der Verbrauch von Schweinefleisch— trotz der niedrigen Preise— zurückgegongen. Die einseitige Zollpolitik zugunsten der Getreioc- «rzeuger hatte zur Folg«, daß infolge der Verteuerung der Futter- mlltrt im letzten Jahr« nahezu sämtliche 5zühiierfarm«n eingegangen sind. Die Wirkung des Butterzolles ist. bei der schwachen Kaufkraft sehr skeptisch zu beurteilen. Der Einfuhrüberschuß an Getreide hat sich von Jahr zu Jahr verringert. Mit einer wesentlichen Verringerung der beut- schen Getreideproduktion ist nicht zu rechnen, wenn auch die Hektar- ertrage infolg« der eingeschränkten künstlichen Düngung zu- rückgehen dürsten. Da anderersells mit. einer Verminderung des Schweinebestandes zu rechnen ist—«in weiterer Preisfall für Schweine, und damit für Schlachtvieh überhaupt, ist also nicht zu erwarten—, so daß sich die Nachfrag« nach Futtergetreid« ver- minfcern wird, so könnte sich im Wirtschaftsjahr 1932/33 zum ersten Male.«ine ausgeglichene Getreidebilanz" ergeben. Dann wäre das Ziel der Autarkie, dem die Großland- Wirtschaft seit Jahrzehnten nachjagt, erreicht, ober:„das bisherig« System der künstlichen Beeinflussung der Gctreidepreise wärt* stark an Wirtksamkell verlieren". Denn die Preis« lassen sich nur so- lange diktie.«n. als«in Einfuhrbedarf da ist. Nur Stärkung der Mafsenkauskmst könne die Lage der Landwirtschaft nachhaltig besiern. Planwirtschaft und Autarkie. Gombart über die Zukunft des Kapitalismus. Im überfüllten Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses sprach vor der Studiengesellschast für Geld- und Kreditwirtschaft G e- heimrat Sombart über„Die Zukunft des Kapitalismus". Für Sombart steht fest, daß das Hauptmerkmal der kapita- listtschen Wirtschaft, die automatische Steuerung durch den Markt, nicht mehr vorhanden ist. Möglich sei, daß man sich mit Notverordnungen und anderen Eingriffen in die Wirtschaft sorthelfe. Unmöglich sei, den Zustand der„freien"(oder „wilden"!) Konkurrenz wiederherzustellen: denn Sein oder Nicht- sein von Großbanken oder Stahltrusts und ihr« Wirtschaftspolitik seien eben nicht mehr Angelegenheiten von Kapitalisten, sondern öffentliche Angelegenheiten, um die sich jeder Staat kümmern müsse. Wahrscheinlich aber sei ein« Planwirtschaft, die not- wendigerweise all« Gebiet« der Wirtschaft bis zur Konfumption um- fassen müsse. Di« Banken hätten in einem solchen System besonders wichtige Aufgaben zu erfüllen. Die Weltwirtschaft des l9. Jahrhunderts sei— heroisch ausgedrückt— die Herrschost der weißen Rasse, sentimental aus- gedrückt die Ausbeutung der Welt durch Westeuropa. Damtt sei e» ein für allemal vorbei, da Europa nie wieder zum Jkapi- t a l i st« n der Erde" werden könne, da die Emanzipation der farbigen Rassen infolge des Weltkrieges nicht aufzuhalten fei. Die Entwicklung zur Autarkie ficht Sombart als Zwangs- läusig an. Sein Wunsch ist, daß der Wille zur Gestaltung der neuen Wirtlichkeit„klarsichtig" sei. auch wenn dieser Wille ein Kollektiv«!!!« sei. Theoretisch« Schulung tut not. VuLgl«»roeleon.. """ Dich alle Jahr Erkältung und Katarrh! Wurstwaren SiHzwurst............ mOjSS FsJfer Speck m 0,63 Dampf wurst......... pm. 0,70 ff. L�berworst...... pfiO,SS Knoblauchwurst..rtd.0,85 Käse und fette Molkereibutter...ml, 30 Rohschmalz.......... pü 0,42 Tilsiter«i»««........... kj.0,70 Schweizer voiuett m ▼«> 0,95 Dessertkäse aw. ssetuit 0,25 Obst und Gemüse Rot« ad. Weisskohl m 0,07 Wirsingkohl........m0,07 Möhren............... s m 0,1 0 Apfelsinen......... s mO,4S Blutapfelsinen...» pm 0,54 Takeläpfel............. m 0,30 Pralw nur Olentuu und Mlnwa«h.- Mangunabraba verbahattan.— Verkauf fowelt Verrat.— Flo'r-h and(•Iditvardrrbnäi» Waran find vom Vartand au9 ,«ichio>>«n.— via Znrandung van tabanamlttaln arfalgt bal Bestollung von S,00 Mark an. In allen HSnem auiter Andreasslrana Frische Fische Kabeljau, Seelacks r�m; 0,11 Kabellauf ilef, Roibarsm 0,18 Grüne Heringe.............. ,m0 32 Leb. Spieselkarpffen mv 0,68 Räucherwaren Bücklinge................-....... pfi v°° 0,20 Flundern smckenfluncfern m 0,32 Rolbars,Fleckheringep» 0,3 S Seeaal, Stelnbslsser mO 42 Gänse Öjisl|Wfllga!iiilinerg..J,55i rwili8rafl0ütf. OÜi Frisches Fleisch Suppenfleisch....... pü 0,43 Gehacktes............ m 0,50 Bratwurst bvi Art..,.m. 0,74 Schweinebäuche B,m 0,60 Ruckenfett bntfeitig. m 0,58 Schweineleber..... m 0,80 Schmorfleisch az�m0,6S Weine Spez.-Apfelwein herb 0,40 Cldertfleser Apfelwein...... 0,55 1920° Rheinpfälzer Weisswein.............. 0,68 Johannisbeerwein nee 0,75 Krim-Rotwein sei»«du 1,00 Insel Sornas.............. 1,20 Alter Malara<--»»«1... 1 ,45 Daura- Portwein...... 1,65 Ausserdem: 6 Enorm ballige Angebote zu Standard- Preisen Theater, Lichtspiele usw Ifttati 1% TRcafcr Olcattag, den t. M£rz Staatsoper Unter cen Linden M Uhi Die Hugenotten nutLSduumsDoss » Uhi Florian Geyer Schfller-Theatet Chailotteoburg. 20 Uhi Doktor Klaus «HBUT . PREMI kammirsAnocimn VERA SCHWARZ KITCHBN PIRATBa Ein j.fShrlleh» K«tn> und Mau». »plel rwi*ch»n Mann und Frau Neu für Europa I PRIEOR. 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Mflrz Etien uon nenie and daa bnnte ProgrniBiD Freitag, den 4. Mirr, zum 1. Male DerNann mit den zwei Frauen juischem f-4 Personen; Parken äoPi. rauteuii f.— Mark. Sessel 140 Mark RestaMf Berlins pTöeaierlnflcr- StreseiBanaair. Tb o i icn 8'/» Uhr Uopnliiine Koistintin Erniit Im in In jeder Ehe... osssssssso Tb. im Mnsiralspsiajt Täglich 8>/< uhi Bo iioi grell Erfal; I Käthe Dorsch Gastal Grfindgeas L'selotr üii�piilviäunilÜImülte sssssossss Vouuotmnc DmW in ISImliti 8 Uhi FDürmann Henscüci Repe: K H. Martin SlutL Sdailu-TMji 8 Uhi Doktor Kiaus Deuiidiei loeattr 8 Uhi far iSNWMWzi v CcrhJ4aup;mann lijli; En RiiBhanU. fheator d©oWestone ÜKti zaa 2UL Ktii Die Dabarry Ii tB iMB-iMlUiEAIil mä Mary Losaeft Theater a.iifl:i6BiSori|i!a!z 461s: smz S»tnto. Pallas 7051 Wesen Vorbereitung teschlossen Freited, 4. Mir* 7Vi Uhr Premiere> Tpamaeiflei'Raeiit motropoMnaater Täglich 8". Uhr Ein Lied der liebe Ann! Ahlera Adrl.esndrock tlrnat Verebe» �heueOwelt? i— tue) im ra.—, Trappe 1991. 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SU Beetbignna finbrt am Mittwoch, bem 2 März. 14 Uhr. aus dem Fried- hol am Wagnerplag. Lichte; derg, stall. Ziege Beteiligung erwartet Di« Geis rat er»Illing. BzkmMumi Auen bis zu 18 Monatsraten ASMjMLcr -BerlinWB. leipziger 5ttl22-123— Am'.7. Ftbru ar vei sta; b n ach k u r zem, schwerem Leiden mein geliebter Mann, der Gast«Irl Robsrt Rosenlbal Im 51 Lebensjahre. Margarete �oaeotbal Lichter leide. Händeiplatz 2 Die Einäsche'ung findet am Mittwoch, dem ?. A ätz, I7i/, Uhr, im Kremasoilum Wilmersdorf. B.rlmer Strafe, statt AU»o für die hanilieia Teilnahme bei der Biniseherang meines geliebten Mannes, unseres Vaters, das Bezirks verordneten Hermann Elias t agen wir hiermit hertliöhen Dank, be-onders Genossen Stadtrat Stimmmg für die tiost- reioben Worte. Malhilde Elias und Faroflie. Die Beisetznng der Urne findet Donnerstag, den 3. Märs, nm 3 45 Uhr. auf d m Friad- hof Liohtenbergr. Ratbaasstraße, statt. JUERGEJ Alaxanderplatz N.u. K5nlgatr.4S Grolc TraariDg-Fahrlk ve> kauft fagealose Trauringe direkt an Privaie l Ring 353 gestemp. bot 4 so bis 7.5t» Mk. Kitalag ptb 585 585 585 900 900 900 leicht mittel schwer leicht mittel schwer s- it. 50 19,75 15.50 *0.50 »7.— Ges. gesehfltrt earwnamus. craafam gratis sofort z. mitnsunn ämusncinii* so Pauiser htr. is tu surDaanS Hennann Wieset Oentsdier MsIIMw-wM VerwaUmdsslelle Berlin Todesanseltr« fflen Mitgliedern«ur Slaftridit. das unser Pollege, der Malchtiren!ch.osl;t i Sekderl WeASisAL geb. 14 Juli ISII, am 23. jtbiuai gestorben ist D e SwSichernng findet am MUi- woch, dem 2 Mite. IS Uhr. tat 8r< naiartum Gerlchtstrage stall. Ziege Beteiligung wird erwartet Naekrii» Vnt 20 Februar starb uns« Sollege dar Foru er Sllv jizny geb. 22. Supuft I8i6. Di» Eindtcheeung fanb gestern stall Shae ihrem Ztabealaet. vi« Grieverwallurir. MTMANZLSMi Wort 10 Pf. I FcnQ.d ucktesWoit I SO Fp.(züli&lj Z f fdJtßedrudtoXTort« I (Worte wa mehr I «Is 15 Badutebenj zählen für S Worte) 1 Annahme duruh dc-n Ver äg. tineenstr. 5 (*/fi9— Uhr) sim: �Vo wä ts'HpIüälen| a.-Aussabesrd'er. »oorle eiie Annon-| cen-Expcditfonen I ifsrnamB| Tapete. Sjillat. ftalanie- strafte t. neidunpsstooa. uiäsona vkw. Ben ig. PaoaXtergacbftob« Touches, CftoEIelcngues. tenllnatragen. Ba» üuf- leaematragen. Me» iallbetten. Walter, Etargarderstrag« achtzchu. Sein Laden.' iKamsesüGUej «laespfäch bildete die Werbe woche für Sfelnmefzbrof Warum gerade Sceüunetzbrot Weil es seit Jahren als daa Brot aus gewaschenem und enthülstem Getreide bekannt ist. Es enthält alle wertvollen Mineralstofle und Vitamin* und erfreut sich der höchsten Anerkennung and Unterstützung namhafter ärztlicher Kapazitäten. WITTLER BROT FABRIKEN, N65 NM««««-SM« Wahekörper-Versammtangen der arbeitslosen Mitglieder Wahttörper I: Cienatag, boa 1- mar,, veemltlags tt'k TUfr. im SifloBgslaal Daa BetbaaDcbanlea. 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Sold- nnd SUbararbattar.—-........—-' > Mechaniter, Optlter, Uhrmacher, »rbeiterwnea. Schar sschielser. Tagesordnung: Seratnng der Anträge und Wahl der Delegierten zur Generalversammlung am 14. März 1932. Antritt haben nur dtesenigen Mitglieder, die im«erbanbtzbnch die Berufe- dezetchnung haben, fvr weiche bie Berianwilungen einberufen find 0»««UgUaDabuch trab Aebaitafafeutarfe Irin Znfrtll. M« Okl»v«r«»ItuRH. ttttlinustgLst ODSS.! vhn» Total?«™',».»» Sinfchreibegew »„ e?.Ä? nermittelt Woh. fi" spottbilligen nuncsfield Neue seilen oegen«5nfaBto6, acht- SäS o®1' unddreißig direkt fchäßstSume.[aiercnderclan• Zlmnisr belhair» Luiseustadt. Säutnirftiftt. 77/7$, Ecke Brllckenstraße. Clhlttf � llllttl CT sa.- bts 1450.—. Santttling, Aaila,____ nienallee 58, Ecke Treptow. Dauunweq Fehrbewnerstraßr. lUS(Zung). S Leer/ immer. «ad. Elektrisch. gechgeleaenheii.