fr BERLIN Sienstag L Marz 1932 10 Pf. Nr. 102 B 51 49. Jahrgang ErscheinttSglich außerEonntag«. Zuglrild Adendauigabc tri.Vorwärts� Beiug<»rct« für bridr Aufgaben 7- Pf. pro Woche. 3,2ö TO. uro TOonal (Caron»7 Pf. monatlich für Zustellung Inf Häuf) im oorauf iabldar. P o st b c i n g 3,97 TO. einschließlich 60 Pf. Posticitungf- und 72 Pf. Postbestellgebüvren. SftaJautyaße xki fMyfiOtiffa Jlnicfgcavcrfl; Die einspaltige TOilllmelerjeile 30 Pf» ?tellamejeile 2.— TO Ermäßigungen nach Tarif Postfchecffonto: Vorwärtf-Lerlag G. m. d. H., Berlin Rr. 37 S30.- Der Verlag behält sich daf Recht der Ablehnung nicht genehmer Anietgen oor> Redaktton und Eppedttton! Berlin SW Ost. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff(A 7) 292—297. KPD. nicht gegen Hitler! Sie sagt: Ob Hindenburg oder Hitler ist einerlei Die große Masse der klassenbewußten Arbeiter will am 13. März Hitler schlagen. Darum wird sie für H i n d en b u r g stimmen. Di« KPD. dagegen macht für ihren Zählkandidaten Thal- mann Propaganda und fördert damit Hitler. Die Frag«, ob Hitler Reichspräsident wird oder nicht, ist ihr zum mindesten ganz gleichgültig. Die KPD. hat nichts dagegen, daß der Faschismus komstit, darum behauptet sie, er sei schon da. Die„Rote Fahne" wendet sich an die Arbeiter und schreibt: Ihr wollte den Faschismus schlagen. Aber Hindenburg ist der Faschismus. Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler! ... Wer Thälmann wählt, der stärkt die proletarische Klasse, der wählt den Sozialismus. Die„Rote Fahne" soll nur eine Frag« beantworten: Glaubt sie, daß Thälmann gewählt wird? Sie glaubt das ebensowenig wie wir! Für Thälmann stimmen, heißt also nicht die proletarische Klasse stärken, heißt nicht den Sozialismus wählen. Vor sieben Iahren haben 1,9 Millionen von rund 30 Millionen für Thälmann gestimmt— es wäre traurig um den Sozialismus bestellt, wenn er nicht mehr Anhänger hätte. In Wirklichkeit Hot damals nur eine kleine Minderheit von Sozialisten den Unsinn mitgemacht, für Thälmann zu stimmen, und ebenso wird es auch diesmal sein. Thälmann wählen, heißt nicht den Sozialismus wählen, nicht die proletarische Klasse stärken, sondern es heißt, Hitlers Aussichten stärken. Hitlers Niederlage im ersten Wahlgang ist desto gewisser, je weniger Stimmen für bloße Zählkandidaten abgegeben werden. Darum ist jede Stimme für den Zählkandidaten Thälmann ein Gewinn für Hitler und den Faschismus. Di«„Rote Fahne" weiß das! Also kann sie sich nur retten durch die Behauptung, ob Hindenburg oder Hitler gewählt werde, das sei gleichgültig, Hindenburg wäre„der Faschismus" ebenso gut wie Hitler. Glaubt die„Rote Fahne" das? Sie kann es gar nicht glauben — denn hätten wir in Deutschland schon den Faschismus, dann gäbe es keine„Rote Fahne" mehr und keine kominuniftische Präsidentschaststandidatur, sondern die kommunisti- schen Führer säßen in Moskau und überließen es den Ar- bcitern, die Suppe auszulöfseln, die sie ihnen eingebrockt haben. Am 13. März 1920 brach der Kapp-Putsch aus. Auch damals überließ die KPD. den sozialdemokratischen Arbeitern den Kamps. Sie ertlärte sich für neutral. Zum 13. März 1932 macht sie es genau so, ja sie fördert durch Ausstellung einer sinnlosen Zähl- kandidatur bewußt den Faschismus. Sie hat in zwölf Jahren nichts gelernt!__ Nicht Gleichberechtigung— aber... Angebliche Angebote Tardieus an Nadolny. Paris. 1. März.(Eigenbericht.) Der Unterredung, die T a r d i e u am Montag in Gens mit dem deutschen Delegierten Radolny hatte, wird in der sranzösischen Presse große Bedeutung beigelegt. Der Genfer Korrespondent des„E ch o d e P a r i s" meldet dazu, daß es sich um die Aortsehung der Unterredung handelte, die beide Slaatsmänner in der vorigen Woche hatten. Bei dieser ersten Begegnung habe Tardieu dem Bertreter der Reichsregierung nicht ver- hehlt, daß Frankreich die wichtigste Forderung Deulschlands. nämlich die Gleichberechtigung aus militärischem Gebiet. die eine Revision des Teils V des versailler Vertrages nach sich ziehen müßte, nicht zulassen werde. Cs handele sich jeht darum, u m welchen Preis Deutschland eventuell geneigt wäre, aus diese Forderung zu verzichten. Deutschland erhebe zumindest Anspruch aus dieselben Wassen wie die Siegermächte und die Neutralen, und es wünsche eine Verstärkung des Heeres in der weise, daß die Dien st zeit von 1? aus b Zahre herabgeseßt werde. Dadurch würde die Zahl der ausgebildeten Reserven erhöht. Der Verichlerstattcr meint, daß sich eine Debatte üübcr diese Fragen nicht mehr vermeiden lassen werde. Der»Excelsior" meldet, daß man aus deutscher Seite eine ösfent- tiche Aussprache vorziehe, die bis nach den Präsidentenwahlen ver- schoben werden solle. Aus französischer Seite würde man es lieber sehen, daß die öffentliche Debatte durch private Aussprachen Lberslüssig gemacht werde, die ein gerechtes Arrangement unter gleichzeitiger Respektierung der vertröge erlaube. Es dürfe bei dieser Debatte keine Zweideutigkeit geben. StiUerliche'Waföen! Am 20. Februar fiel in Segeberg(Schleswig-Holstein) eine Horde von Nazis über einige Reichsbannerleute her, die ruhig in einer Gastwirtschaft saßen. Mit zehn dicken Knüppeln und Pfählen, einer 60 Zentimeter langen Eisen st ange und einem langstieligen Schmiedehammer fielen sie über ihre wehrlosen und überraschten Opfer her. Einem Reichsbanner- kameraden wurde die rechte Seite des Schädels mit diesem Hammer vollkommen zerschlagen. Es wird weiter gekämpft! Vom Waffenstillstand in Schanghai nichts zu merken. Schanghai, 1. Mäz. 7.40 Uhr. Während aus Genf optimistische Rachrichten über Friedens- bemühungen eintrafen, wütete in T s ch a p e i einer der größten Brände, die dort bisher geherrscht haben. Riesige Flammen be- leuchteten den nächtlichen Himmel. Nachdem bei Einbruch der Dunkelheit das Artillerieseuer etwas nachgelassen hatte, wurde dann wieder die ganze Nacht hindurch weitergekämpft. Das dauernde Rasseln der Maschinengewehre zeugte von der Schärfe des Kampfes. Bald nach Tagesanbruch hörte der Kampf in Tjchopei aus. lleber dem Stadtviertel liegen wieder dichte Rauchmassen. Es herrscht völlige Stille. Aber von einem Wassen st ill st and ist nichts zu bemerken, und den vorliegenden Meldungen zufolge wird die 11. japanische Division binnen zwei Stunden aus dem Wege nach Kiangwan sein. 3n chinesischen Kreisen herrscht die Ansicht, daß die Drohung des japanischen Befehlshabers, die chinesischen Eisenbahnen durch Luflangrisse zu zerstören, die Möglichkeit einer Konferenz am runden Tisch ausschaltet. Ernste Stunden in Finnland. Waffengewalt gegen Lappo? Helsingfors, 1. März.(Eigenbericht..) Die Lage ist außerordentlich gespannt. 3lu£ allen Teilen des Landes strömen bewassnete und mit weiße« Binden versehene F a s ch i st e n nach Mäntsälä, dem gegenwärtigen Hauptsih der Lappo-Bewegung. Die Entscheidung zwischen den Lappo-Faschisten und der Rc- gierung scheint nur noch mit W a f s e n g e w a l t möglich zu sein. Die finnische Regierung hat zur Abwehr des Lappo-Aufstandes, der seit Sonnabend in der Umgebung von Helsingfors im Gange ist, am Montag das Republikschutzgesetz in Kraft gesetzt und die Aus- gäbe gedruckter Nachrichten, Mitteilungen durch Telephon, Radio und Telegramme unter Kontrolle gestellt. Diese Kontrolle ist gleich- bedeutend mit dem Belagerungszustand. Die Regierung ist entschlossen, jeden Vormarsch auf Helsingfors mit Waffengewalt zu unterbinden. Sie hat zu diesem Zweck sämtliche Garnisonen mobilisiert. Katalog der Ritterlichkeit. Hitlers Heuchelei und der politische Banditismus feiner Anhänger Hitler hat sich ein Verdienst erworben, das ihn sozusagen zum „Gendarmen" des politischen Kampfes erhebt: er hat sich beim Reichspräsidenten über Mangel an Ritterlichkeit beschwert. Adolf, der irrende Ritter des 20. Jahrhunderts, fühlt sich bereits auf den Fuß getreten, wenn in einem sozialdemokratischen Wahlausruf völlig mit Recht festgestellt wird, daß eine Präsidentschaft Hitlers„höchste Gefahr blutiger Auseinandersetzung im eigenen Volk und mit dem Ausland" bedeutet. Wir wußten bisher nicht, daß die Herrschaften so empfindlich sind, deren drittes Wort„Köpfe rollen" und„Aufhängen" ist. Niemand konnte ahnen, daß die unentwegten Reoancheschreier, die „siegreich Frankreich schlagen wollen", beleidigt tun würden, wenn man ihre Herrschaft mit Kriegsnähe gleichstellt. Wenn sie es selber von sich sagen, dann ist es Heldentum, verweist aber ein anderer auf ihre eigenen Worte, so ist das— Mangel an Ritterlichkeit! Wir sind jedoch gerne bereit zuzulernen. Adolfs Mahnung zur Ritterlichkeit soll keine tauben Ohren treffen. Wir sind gerne bereit. aus den Worten und Taten der Nazihelden uns einen Katalog dessen anzufertigen, was für den deutschen Edelmenschen ritterlich, honorig und lobenswert ist. Alle nachstehenden Taten sind dutzendweise von Nazis verübt worden, stellen also die Quintessenz des modernen Rittertums dar. Ritterlich ist es, wenn man nachts auf jüdische Friedhöfe geht, die Gedenksteine Verstorbener umstößt und beschmiert, wenn mon Gotteshäuser mit hetzerischen Bemalungen entweiht. Ritterlich ist es, wenn man Gedenksteine für den ver- storbenen Reichspräsidenten Ebert mit Hakenkreuzen beschmiert, wenn man Erinnerungsbäume an Ebert umhaut, wenn man die Schilder einer Rathenau-Straße demoliert oder sonst an Er- innerungszeichen für verstorbene republikanische Führer schändenden Unfug begeht. Ritterlich ist es, wenn man einem Hindenburg- Bild die Augen aussticht und es verbrennt: ritterlich ist es, wenn man am Grabe eines Republikaners ausspuckt. Ritterlich ist es, wenn man heimtückisch bei Nacht die Fensterscheiben von Gewerkschaftshäusern oder sozialdemokratischen Zeitungsfilialen einwirft: ritterlich ist es, wenn man sozialdemo- kratifche Plakate demoliert und Druckschriften anzündet. Ritterlich ist es. wenn man im Kino mit Stinkbomben und weißen Mäusen gegen einen pazifistischen Film demonstriert: ritterlich ist es, wenn man mit ähnlichen Mitteln gegnerische Ver- sommlungen zu sprengen versucht. Ritterlich i st es, wenn mon das Gartenhaus eines sozial- demokratischen Abgeordneten, der die verbrecherische Vergangenheit eines Naziführers enthüllt hat, mit' Dynamit in die Luft sprengt. Ritterlich ist es, wenn man auf einen eigenen ehemaligen Abgeord- neten, der verbrecherische Pläne enthüllt hat, ein nächtliches Re- Arbeitsamt Südost in Bedrängnis (Schwierigkeiten durch den Llmzug nach der Sonnenallee Auf dem neuen Arbeitsamt Südost in der Sonnenallee kam es heute zu sehr erregten Zwischenfällen. Die Abfertigung der Erwerbslosen ging so langsam vonstalleu, daß lausende in der Salle stundenlang warten muhten. Vom Leiter des Arbeitsamtes Südost wird zu den Vorfällen folgendes erklärt: Es ist leider eine Tatsache, daß das Arbeitsamt heute vormittag mit den Zahlungen ins Stocken ge- raten ist. Das ist aus mehrfachen Gründen jedoch erklärlich. Zunächst ist eine Zusammenlegung der Neben st ellen aus der Hermannstraße, Lohnstraße und Niederschöneweide erfolgt. Zu gleicher Zeit ist eine Umstellung der bisherigen Zahlungs» Methoden vorgenommen worden. Früher erfolgte die Abfertigung der Erwerbslosen nach dem Alphabet bzw. nach Ortsteüen. Neuer- dings ist man dazu übergegangen, die Erwerbslosen nach B e- rufsgruppen aufzuteilen. Diese verschiedenen Aenderungen, deren Vorteile sich sehr bald auswirken dürften, haben es mit sich gebracht, daß 3500» bis 36000 Zahlbogen umsortiert und rund 130 000 Akten genau durchgesehen werden mußten, um die Betreffenden richtig einzugruppieren. Bei der Ueberlastung, die durch den Umzug des Arbeitsamtes nach der Sonnenallee noch verschärft worden ist, konnte die Umorganisation in der kurzen Zeit nicht restlos durchgeführt werden. HilfskrSste werden eingestellt. Der Leiter des Arbeitsamtes versichert, daß es sich nur um einen vorübergehenden Zustand handeln wird. Es sind bereits heute Vorkehrungen getroffen worden, damit die Zahlungen in den nächsten Tagen früher als sonst beginnen können Es werden eine Reihe von Hilfskräften neu eingestellt, so daß sich ähnliche Situationen wie heute vormittag kaum wiederholen dürften. Bereits morgen hofft man auf eine bedeutend reibungslosere Wwick- lung des gesamten Zahlungs» und Abfertigungsoerkehrs. Wie groß die Zahl der abzufertigenden Erwerbslosen allein heute vormittag war, geht aus folgenden Zahlen hervor: Rund 8000 Zahlungen mußten erledigt werden. Dazu kamen etwa 2000 bis 3000 Neuanträge und etwa 9000 bis U> 000 Mann, die zur Stempelkontrolle erschienen waren. Das sind insgesamt über 20000 Erwerbslose, die in der Sonnenallee abge- fertigt werden mußten. Wester ist zu bemerken, daß heute der Hauptzahltag gewesen ist. Polizei sperrte zeitweise die überfüllten Kassen ab und sorgte später für eine einigermaßen reibungslose Abfertigung. Nach allem ist nun anzunehmen, daß sich ähnliche Vorgänge wie heut« vormsttag in den nächsten Tagen nicht wiederholen werden. Llnbeliebte Kreditprüfer Direktor Schmitt im Sklarek-prozeß wieder belastet Am Sklarek-Prozeß wurde heul« der Revisor der Stadkbank, Oberinspektor Fabian, gehört. Er bestätigte die schon bekannten Vorgänge, daß im Zahre lSZS auf Veranlassung der angeklagten Direktoren ein Revisionsprotokoll abgeändert werden muhte, in dem die Beamten anregkea. von de» Bezirksämtern ve- stätigungea der bevorschvhte« Sklarek-Rechnungeu zu verlangen. Die Vernehmung des Zeugen gestallet« sich zeitweise zu einem Revisorenkongreß, denn neben Fabian wurden die Revisoren Rech- nungsdirektor N e u m a n n. Stadtamtmann Bandczus, Direktor Schröder und Stadtamtmann Höge zu den Erörterungen hin- zugezogen. Als Direktor Schmitt nun den Revisoren den Vor- wurf machte, daß sie nicht genügend geprüft hätten, gab es einen stürmischen Auftritt. Rechnungsdirektor Neumann erwiderte Schmitt in großer Erregung:„Wenn wir Revisoren den Sklarek-Kredit prüfen wollten, haben wir jedesmal von den Direktoren einen Anschnauzer gekriegt." Direktor Schmitt und sein Verteidiger Rechtsanwalt Glogauer bestritten dies erregt, der Zeuge ließ sich aber nicht beirren und traft Direktor Schmitt mit den Worten entgegen:„Na, erlauben Sie mal, wenn das im September 1929 kein Anschnauzer war, dann weiß ich überhaupt nicht mehr, was ein Anschnauzer ist. Sie wußten doch damals bereits, daß der ganze Sklarek-Kredit nur noch auf blindem Vertrauen zu den Sklcrets beruhte, und da haben Sie nicht etwa zu uns gesagt:»Prüfen Sie ordentlich nach", sondern haben den Kredit um eine Million erhöht, obwohl Sie wußten, daß der ganze Kredst in der Luft hing. Ich muß es mit aller Entschiedenheit zurück- weisen, daß Sie setzt den Revisoren vorwerfen, sie hätten ihre Pflichten vernachlässigt. sMit erhobener Stimme.) Dazu sind Sie der letzte, Herr Direktor, der das Recht hat. den Revisoren Vor- würfe zu machen." Direktor Schmitt und sein Verteidiger ver- wahrten sich gegen diesen Angriff des Zeugen. Der Vorsitzende erklärte aber:„Wenn dem Zeugen sein Temperament durchgegangen ist. so sehe ich keine Veranlassung, einzugreifen, denn die von ihm vorgebrachten Tatsachen sind nicht mehr zu leugnen." Dann wurde die Vernehmung des Zeugen Fabian foriqesetzt, der die bereits bekannte Aufdeckung infolge der Nachprüfungen beim Bezirksamt Spandau schilderte. Es wurde nämlich festgestellt, daß der Girokasse Forderungen in Höhe von 709 000 M. von den Sklareks zur Bevorschussung eingereicht worden waren, während der ganze Etat des Bezirksamts Spandau nur 200 000 M betrug. Bemerkenswert war. daß Fabian sich nicht traute, ohne weiteres bei der Sklarekschen KVG. nachforschen zu lassen, weil er fürchtete, daß er von Schmitt vielleicht„eins auf den Hut" be- kommen würde. Es wurde dann, wie berests bekannt, der Stadt- obennspektor Bade zu den Sklareks und zur Girokasse geschickt, wo- durch die ganze Angelegenhest ins Rollen kam. volverattentat begeht. Ritterlich ist es, wenn man einen sozial- demokratischen Redakteur von hinten überfällt und chm mit einem Gummiknüppel über den Kopf schlägt. R i t t. r l i ch ist es, wenn man einzeln gehende Reichs- bannerkameraden und sonstige politische Gegner in zehn- und zwanzigfachcr Uebermacht überfällt und viehisch mißhandelt. Ritter- ljch ist es. wenn man, wieinBankau.zu fünfzehn die Wohnung eines organisierten Landarbeiters stürmt und diesen vor den Augen seiner entsetzten Frau hinschlachtet. Ritterlich ist es, wenn jeder Täter, der bei einer der vorgenannten Handlungen gefaßt wird, sich vor Gericht auf das feige Leugnen verlegt, mit fchulbubenhaften Ausreden operiert und lieber das lächerlichste und dümmst« Zeug zusammenlügt, anstatt zu feiner Tat zu stehen. Ritterlich i st es, wenn man gegnerische Führer systematisch und schonungslos verleumdet, wenn man auch gerichtlich festgestellte Verleumdungen unausgesetzt wiederHoll, wenn man mit gefälschten Zitaten, Ausrufen usw. Haß und Verachtung gegen die Sozialdemo- traten und die Republikaner zu verbreiten sucht. Ritterlich ist es, wenn man die parlamentarische Immu- nität dazu ausnutzt, um in kleinen Anfragen pflichttreue Beamte auf das unerhörteste zu verdächtigen und zu schmähen. Ritterlich ist es. wenn der Nichtkriegsteilnehmer Goebbels den Präsidenten Hindenburg unter dem Schutz der Immunität als den Erkorenen der„Partei der Deserteure" schmäht und wenn dieser Heimkrieger sich erdreistet. Millionen sozialdemokratischer Kriegsteilnehmer mit dem Schimpfwort„Deserteure" zu belegen. Dieser Katalog erhebt auf Vollständigkeit keinen An- sprach. Er könnte um das Zehnfache verlängert werden. Darauf kommt es aber nicht mehr au. vor der ganzen Welt steht fest, daß die Nationalsozia- listische Partei den politischen Banditismus zum System erhoben hat. Ihr ist es gelungen, wie im Reichstag der Sozialdemokrat Schumacher richtig bemerkte, den..inneren Schweinehund" im Mensche« wachzumachen. Daß der Führer dieser Partei, ausgerechnet dieser Partei, mit Krokodilstränen im Auge über Mangel an Ritterlichkeit im politischen Kampfe klagt, das ist ein Beispiel so grotesker Heuchelei, wie sie trotz Ben Akiba in der polltischen Geschichte Deutschlands noch nicht dagewesen sein dürste. Hitlers verhinderter Heldentod. Auffallende Aehnlichkeit mit Wilhelm N. Die Frag«, warum ein Mensch noch lebt, beantwortet sich im allgemeinen nach dem berühmten Märchenschluß:„Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch." Aber wenn ein Mensch in einem bestimmten Zeitpunkt g e- schworen hat, unter einer bestimmten Bedingung zu st erben und diese Bedingung eintrat, was dann?— Das ist bei Adolf Hitler der Fall. Am 8. November 1923, abends, begann Hitter seinen berühmten Bierkellerputsch mit zwei Schüssen gegen den er- schrocken auseinanderspritzenden Stuck der Decke des Bürgerbräu- kellers. Hlller hielt eine fulminante Ansprache, in der er das Kabinett Knilling für abgesetzt, Herrn Kahr als Landesverweser für eingesetzt, den General Ludendorff zum Leiter der nationalen Armee erklärte, den Marsch auf Berlin ankündigte. Er schloß mit folgen- dem Satze: „Der morgige Tag findet entweder in Deutschland eine nationale Regierung oder uns tot. Es gibt nur ein» von beiden." Der kommende 9. November 1923 sah keine„nationale Regierimg", er sah vielmehr das klägliche Ende der Putschtragikomödie am Odeonsplatz. Bald wurde bekannt, daß Hitler in einem Auto das Weite gesucht hatte. Für den Mann, der geschworen hatte, am nächsten Tage tot zu sein, wenn sein Unternehmen nicht glückte, ein blamabler Abgang. Seine Anhänger haben das empfunden und ihm zunächst einen„oerletzten Arm" an- gedichtet. Doch stellte sich sofort heraus, daß es sich nur um eine ganz gewöhnliche„Prellung", eine Folge des allzuraschen Hi n w e r s e n s auf das Straßenpflaster handelte. Weit mehr als Hillers Arm waren seine Anhänger um den verheißenen Helden- tod„geprellt". Hitlers Legendist Czech-Jochberg erdichtete, um diese Blöße zu verdecken, sieben Jahre später eine Art himmlisches Wunder: Hitler habe einen blutenden Knaben auf dem Pflaster liegen sehen und sei, beseelt vom Drange, den Knaben zu retten, mtt diesem davongefahren. Wer der blutende Knabe war und von wannen er kam. hat die Welt niemals erfahren. Offenbar ist er nach dem beliebten Wandschmuck:„Vom Himmel gefallen." Hitler ist nicht der einzige, der mit seinem bevorstehenden Heldentod geprohll hat und dann die Flucht ergriff. Wir erinnern uns eines Imperators, der das Wort sprach: „Ich halte es mit dem Wahlpruch meines erlauchten Ahn- Herrn Albrecht Achilles: Ich kenne keinen schöneren Tod als in- mitten meiner Feinde." Auch dieser Mann ist, und auch als er die günstigste Gelegen- heit zum Heldentod hatte, eilig verschwunden— und auch iust an einem 9. November I Es ist die» nicht der einzige Zug über- rqschender Aehnlichkeit, den man zwischen dem redseligen, großsprecherischen Wilhelm II. und seinem Kopisten Adolf Hitler findet. Mucki Alfons auf? Ein angebliches Manifest zum Sturz der Republik. Pari», 1. März.(Eigenbericht.) Eine Pariser Zeitung veröffentlichte vor einigen Tagen einen aus Madrid datierten Aufruf des Exkönigs Alfons an das spanisch« Volk, in dem er dieses aufforderte, die Republik zustürzen und ihn wieder auf den Thron zu erheben. Die Pariser Ausgabe der„New Port Herald" vom Montag meldet dazu, daß die französische Regierung eine Untersuchung über dieses Manifest eingeleitet habe— falls es authentisch ist—, das noch ihrer Ansicht eine Verletzung des von Alfons gegebenen Versprechens darstelle, sich wahrend seines Aufenthalts in Frankreich jeder politischen Tätigkeit zu enthalten. Der Exkönig, der sich gegenwärtig aus einer Mittelmeerreis« be- findet, hat— wie aus Athen gemeldet wird— erklärt, daß er von dem Ausruf nichts wisse. Oer Tod auf den Schienen. Auf der Vorortstrecke nach Hangelsberg hinter Erkner wurde heute früh die Leiche eines Mannes gesunden. Der Körper war fast bis zur Unkenntlichkeit zermalmt. Nach den bis- herigen polizeilichen Feststellungen handelt es sich um einen 62 Jahre alten Arbeiter Richard Hinz, der sich vermutlich schon in den gestrigen Abendstunden vor die Räder eines Zuges geworfen hat. Das Motiv zur Tat ist nicht bekannt.— Im Männerabort des Bahn- steigs D auf der Station Stralau-Rummelsburg wurde heute vor- mittag der 74jährig« Tischler Hermann Kirch aus der Lange Str. 22 erhängt aufgefunden. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Bierstrelk auf dem toten Punkt. Morgeu Entscheidung über die Strbeitereutlassongeu. Die Lage im Bierstteik hat sich in den letzten 24 Stunden nicht verändert. Die Bewegung ist augenblicklich auf einem toten Punkt angelangt, zumal bisher noch nicht ersichtlich ist, ob die Bemühungen der Reichsorganisation, des Deutschen Gastwirte- verbände», um Wiederaufnahme der Verhandlungen mtt der Re- gierung von Erfolg begleitet sein werden. An Einheftlichkeit hat der Bierboykoll jedenfalls auch heute nicht zugenommen, im Gegenteil mehren sich die Meldungen über Nichtbefolgung der Streikparole und vor allem über das Anhalten des Flaschenbierhandels. Am morgigen Mittwoch wird der Verband der Braue- r« i e n die endgültigen Beschlüsse über den Umfang der am Freitag vorzunehmenden Enttassungen in den Brauereibctrieben fassen. Man rechnet damit, daß für die Aufrechterhaltung der Fahbieroersorgung der Umgebung Berlins, sowie für die Flaschenbiererzeugung und die Notstandsarbeiten etwa ein Drittel der bisherigen Belegschaften not- wendig sein wird, so daß zwei Drittel der Arbeiterschaft, also etwa 4500 Mann, zur Entlassung kommen müßten. Auch ritterlich!. Gefängnis für nationalsozialistischen Verleumder. Ner 21jährig« Schristlefter Rechenberg der nationalsozia- listischen Korrespondenz,.Grohdeutscher Pressedienst", hatte sich heut« morgen im Schnellverfahren vor dem Schöffen- gericht Schöneberg wegen Beleidigung des preußischen Iustizmini- sters Schmidt zu verantworten. Ein Artikel dieser Korrespondenz vom 8. Dezember vorigen Jahres hatte dem Iustizminister Vettern- Wirtschaft vorgeworfen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Monat Gefängnis. Zum Strafmaß führte der Vorsitzend« aus, daß das Gericht einerseits stvafschärfend den Vor- wurf Vetternwirtschaft berücksichtigt Hab«, strafmildernd das iug«nd- licht Alter des Angeklagten. Gleiches Recht für alle. Zwei Zeitdokumente. Ein Reichsbannermann und«in Nationalsozialist im Kreise Striegau haben während des Verbots des Tragens von Abzeichen außerhalb ihrer Wohnung ein solches Abzeichen getragen. Beide sind zur Anzeige gekommen. Di« Aburteilung beider fällt in die Zeit nach dem 16. Januar 1932, also in die Zeit, wo das Verbot aufgehoben ist. Die Strafverfolgung geht von einer Staats- anwaltschaft, und zwar der Staatsanwaltschaft Schweidnitz aus. Der Reichsbannermann, 79 Jahre alt, erhätt mit dem Datum des 2 3. Januar vom Amtsgericht nachstehenden Strafbesehl: „Die Staatsanwaltschaft t«schuldigt Sie am 30. Dezember 1931 ein Abzeichen, das dle Zugehörigkeit zu einer polittschen Ver- «inigung kennzeichnet, ein Reichsbannerabzeichen. außerhalb der eigenen Wohnung getragen zu haben. Vergehen nach 8 1 des Kapitel II de« 8. Teils der 4. Not- Verordnung vom 8. Dezember 1931. Es wird gegen Sie eine Geld st ras« von 5 M. und für den Fall, daß diese nicht beigetragen werden kann,«in« G«. fängnikstrafe von einem Tag festgesetzt. Zugleich werden Ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der 79iährig« unbestrafte Neichsbannermann erhebt Ein- s p r u ch. Vom Gericht erhätt er die Mittellung,„oaß Einstellung nicht möglich" ist. Es wird angefragt, ob der Einspruch zuri'ck- gezogen wird. Der Reichebannermann zieht den Einspruch zurück und zahlt 5 M. Strafe und 2,50 M. Kosten. Derjenige, der den N a z i m a n n wegen desselben Vergehens zur Anzeige brachte, erhätt folgence Mitteilung: Der Oberstaatsanwalt. 5. J. 32/32. Schweidnitz, den 28. Januar 1932. Fernruf 2454. Auf die Anzeige vom 8. Januar 1932 gegen den Schuhmacher Ernst Opitz wegen Tragens eines verbotenen Abzeichens: Ich habe da« Verfahren«ingestellt. Das Verbot des Tragens von Abzeichen, wie es der Be- schuldigte trug, ist durch VO. vom 16. Januar 1932 wieder auf- gehoben. Auf Grund des§ 2, Abf. 2 StGB, findet daher eine Bestrafung nicht statt. Gedächtnisfeier für Margarete Wengels. Auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, wo so viele unserer Vorkämpfer ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, liegt nun jetzt auch schon bald ein Jahr Margarete Wengels. Die Wieder- kehr ihres Geburtstages nahmen Mitglieder des Kreises Friedrichs- ham zum Anlaß, an ihrem Grab eine schlichte Gedächtnisfeier abzu- halten. Genossin Wurm erinnerte daran, daß Margarete Wengels die schwersten Zeiten des Sozialismus, die des Ausnahmegesetzes. mit durchgefochten hat, ohne zu oerzagen. Mit aller Hingabe wirkte sie ein Leben lang für die Befreiung der Arbeiterklasse. Und wenn sie noch nicht die Erfüllung ihres Zieles miterleben konnte, so muß uns dies anspornen, unermüdlich oafür zu wirken, daß die Saat, die unsere Vorkämpfer säten, mit Hingebung weiter gepflegt wird. Die Fahnen der Kinderfreunde und der Partei senkten sich über dem mtt roten Nelken geschmückten Grabe. Kein Streik in Ostoberschlesien. Sympathiestreik als aussichtslos abgelehnt. Sattow'.h, 1. März. Die sozialistffchen Gewerkschaften hatten für Sonntag erneut einen Petriebsrätekongreß«iirberufen, um nochmals zu der Frag« eines Streits der Grubenarbeiter Stellung zu nehmen. Die Vertreter der streikenden Bergleute des Dom- browaer Reviers sonderten die Unterstützung ihres Ardeitskampfes durch einen Sympathiestreik der ostoberschlesischen Bergleute. Im Laufe der Tagung kam es mehrfach zu stürmischen Auseinander- fetzungen. Die Abstimmung ergab schließlich eine Mehrheit gegen den Streik. Es wurde zum Ausdruck gebracht, oaß der Streik im Dombrowaer Gebiet selbst bei Unterstützung durch die aberschlesischen Arbeiter kaum Aussicht auf Erfolg haben würde. Kommunistische Gewerkschasten aufae'öst. Der Derbond der Hüttenarbeiter und der Berufs verd and der Bergarbeiter, die sich im kommunistischen Sinne betätigen, wurden von der Polizei aufgelöst. Die Führer dieser RGO.-Gewerkschaften sind oerhaftet worden, weil sie durch Flugblätter zu Straßenkund-. gedungen und zum Generalstreik aufforderten. Der Knecht der Reaktion Zar Biographie Adolf Hitlers«— Der Präsidentschaftskandidat einer„Arbeiterpartei Die Lebensgeschichte des heute dreiundvierzigjährigen Partei- führers der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist die Geschichte eines rebellierenden Kleinbürgers. Der Klein- kürzer wehrt sich gegen die ihn bedrohende Proletariflerung: er will nicht ins Proletariat hinabsinken, er will zu jenen auf- steigen, die die Macht in den fänden haben: er will gelten, aner- kannt sein, fjitlers Vater war Zollbeamter, der sich nach seiner Pensionierung einen Bauernhof kaufte; in Hitlers Lebensgeschichte. die er unter dem„bescheidenen" Titel:„M e i n Kampf" verösfent- licht hat, wird aus dem väterlichen Bauernhof„ein Gut".— Der Knabe Adolf spielt wie jeder Junge, aber bei ihm bereitet sich schon Großes vor:„Ich glaube, daß sich schon damals mein r e d n e- risches Talent in Form mehr oder minder eindringlicher Aus- einandersetzungen mit meinen Kameraden schulte Ich war ein kleiner Rädelsführer geworden..." Im Alter von dreizehn Jahren verliert Adolf Hitler den Vater, der es am liebsten gesehen hätte, wenn sein Sohn, wie er, Bamter geworden wäre. Aber Adolf wollte Kunstmaler werden. Die Wiener Kunstakademie nimmt ihn aber nicht auf. Hitler will nun Architekt werden; aber da er keine Abschlußprüfung gemacht hat, wird er„einfacher" Arbeiter. Es ist außerordentlich aufschlußreich, wie sich das kleinbürgerliche Wesen des oerbillerten„Deklassierten" in seiner eigenen Darstellung kundgibt. Er schließt sich von seinen Arbeitsgenossen ab:„Ich trank meine Flasche Milch und aß mein Stück Brot(während der Früh- stückspause) irgendwo seitswärts und studierte vorsichtig meine neue Umgebung oder dachte über mein elendes Los nach." Aber der Kleinbürger tröstet sich, wenn er sich mit den anderen vsr- gleicht:„Meine Kleidung war noch etwas in Ordnung, meine lich keit des gehobenen kleinen Mannes, der be- fürchten muß, wieder etwas falsch gemacht zu haben... Er kann die ganze Skala herunterspielen. Vom guten Jungen, der seiner mütterlichen Freundin Bechstein etwas pratschig die Hand küßt(wofür sie ihr und ihrer Klavierfabrik Vermögen seiner Sache geopfert hat), bis zum zartbesaiteten, philosophisch getränkten Künstler, dem das Leben Wunden schlägt. Zm feierlichen Händedrücken und Augenaufschlagev ist er unerreicht..."> Diese Züge sind keineswegs Aeußerlichkeiten. Adolf Hitler ist, was er war: der revoltierende Kleinbürger, der feine Klassenlago nicht wahr haben will und seine hoch st persönlichen Wunsch- träume zu den allgemeinen Interessen der Nation machen will, Die arbeiterfeindliche kapitalistische Reaktion hat es immer im Laufe der revolutionären Geschichte des 13. Jahrhunderts verstanden, das Kleinbürgertum vor ihren Karren zu spannen. Adolf Hitler glaubt der Herr dieser reaktionären Kräfte zu sein; aber er ist nur ihr Knecht. J. P. Mayer. „Hier ist alles erlaubt!" Bilder aus der Filmindustrie DIE GESELLSCHAFT Märzheft K. Kautsky: Kommunismus und Sozlaldomokratlo. E. Vandervelde: Die Entwicklung In China. H. Wendel: George Washinton u. a. Beiträge. Sprache gepflegt, mein Wesen zurückhaltend..." Adolj Hitler ist etwas Besseres, er braucht sich nicht mit jedem ersten besten„Proleten" zu identifizieren. In diesem Jahr„reift" auch sein Antisemitismus, auch seine endgültige Meinung über die marxistischen Gewerkschaften blldet sich heraus:„Gleich einer drohen- den Gewitterwolke hing schon damals die freie Gewerkschaft über dem politischen Horizont und über dem Dasein der einzelnen. Sie war eine der fürchterlichsten Terrorinstrumente gegen die Sicherheit und Unabhängigkeit der nationalen Wirtschast, die Festigkeit des Staates und die Freiheit der Person.. So lernte ich schon damals diese Menschenfreundin kennen. Im Laufe der Jahre hat sich meine Anschauung über sie erweitert und vertieft, zu ändern brauchte ich � sir nicht." Nach einigen Jahren Handwerkerarbeit m Wien geht- Hitler dann als Zeichner nach.München, wo. er. sich bei Ausbruch. des Krieges als„Freiwilliger" meldet. Nach der November-Revolution treffen wir unseren„Helden" dann wieder in München als„Bildungsoffizier"; diese„Bildungs- Offiziere"— die ungebildete Sprache nennt sie einfach Spitzel— hatten u. a. die Aufgabe. Versammlungen zu besuchen und dann ihrem militärischen Vorgesetzten Bericht zu erstatten. So besuchte Hitler auch einmal die kleine Versammlung einer sogenauten„Deutschen Arbeiterpartei", in der ein Herr Gottfried Feder sprach; der Eindruck, den diese Versammlung aus ihn machte, war nachhaltig:„Je länger ich nachzudenken versuchte(!), um so mehr wuchs in mir die Ueberzeugung, daß gerade aus solcher kleinen Be- wegung heraus dereinst die Erhebung der Nation vorbereitet werden könnte..." Aus der„Deutschen Arbeiterpartei" wurde nun bald die„Nationalsozialistische Arbeiterpartei". Wie sagte doch vorhin Adolf Hitler:„Ich glaube, daß sich schon damals mein rednerisches Talent in Form mehr oder minder eindringlicher Auseinander» setzung mit meinen Kameraden schulte. Ich war ein kleiner Rädelsführer geworden!" Hier endet die Biographie Adolf Hitlers: seine organisatorische und agitatorische Begabung findet in der Sammlung aller reaktionären Kräfte Deutschlands ihr natürliches Betätigungsfeld. Die Geschichte der NSDAP, ist nicht die Geschichte Adolf Hitlers, sondern die Ge- schichte der deutschen Reaktion und es ist hier nicht der Ort, diese Geschichte darzulegen. Sicherlich jedoch ist es angebracht, diese biographische Skizze (die mir auf Grund des materialreichen Buches von Ernst Ottwall: Deutschland erwache. Geschichte des Nationalsozialismus, Heß u. Co, Wien, entworfen haben) noch durch einige persönliche Beobachtungen zu ergänzen, die von Männern, die Hitler sehr nahe gestanden haben, mitgeteilt worden sind. GeneralvonLossow bekundete im Münchener Hochverratsprozeh: „Die bekannte, hinreißende, suggestive Beredsamkeit des Herrn Hitler hat auf mich anfangs einen großen Eindruck gemacht. Je öfter ich aber Hitler hörte, desto mehr schwächte sich dieser Eindruck ab. Ich erkannte, daß die langen Reden doch immerdasgleiche enthielten, daß ein Teil der Ausführungen für jeden national eingestellten Deutschen selbstverständlich ist. daß ein anderer Teil davon Zeugnis ablegt. daß Hiller der wirkllchkeitssinn. der Maßstab für das, was möglich und erreichbar ist. abgehl..." Diese Sätze sind von unmißverständlicher Deutlichkeit! Noch schärfer und mehr ins einzelne gehend schlldert Weigand von Milien- berg, einer der ehedem engsten Mitarbeiter Hitlers, den„Führer": „Wer ihn beobachtet, ist nach fünf Minuten überzeugt, daß es mit der nordischen Heldenrasse, die er züchten will, noch lange Wege hat. Er ist entweder linkisch oder forsch Aber die verschlossene Gehaltenheit, die in der inneren, ihrer Aufgabe be- wußten Sicherheit des Führers ruht, hat ihm stets gefehlt. Keine seiner Gesten ist fertig, abgerundet. Aus jeder spricht die A e n g st- Die hier aus der allerletzten Zeit zusammengestellten Fälle sind nicht nur mit Vertretern der großen Filmorganisationen, sondern auch mit den Fachreferenten der Polizei und des Amtsgerichts durchgesprochen worden. Es ist eine eigenartige Atmosphäre in diesen kleinen Büros in der Friedrichstadt. Haus neben Haus, Stock über Stock recht sich hier\ FUmfirma an Filmfirma. Die Firmennamen hängen an den Toren,! oft mit Blaustift aui Pappe. Man erzählt sich die tollsten Streiche von diesem Viertel. Der„Herr Direktor", der dem Gerichtsvollzieher entgegeneilt und auf besten Frage:„Ist Herr Direktor K. da?" in feine Räume mit lauter Stimme die gleichen Worte ruft, ein Weilchen auf Antwort wartet, um dann traurig zu erwidern:„Herr Direktor sind wohl soeben fortgefahren"— nun, so etwas soll auch andernorts passieren. Aber daß hier mitten in Berlin ein Film- direktor seine Stenotypistin so gut dressiert hat, daß sie beim Nahen des Gerichtsvollziehers die Schreibmaschine an einem Strick zum Fenster herausläßt, das erschien mir doch ein wenig unglaubwürdig. Drei zuverlässige Herren aus der Branche aber erklärten sich bereit, diesen Tatbestand zu beeiden. Auch zeigten sie mir einen Bericht in der Filmpresse, der das gleiche mittellt. -» Ich rede mit Fachleuten. Sie gehören zu den wenigen, denen die künstlerische Entwicklung des Films am Herzen liegt. Sie sagen: „Das Gesetz— und zumal das G.-m.-b.-H-Gesetz— erleichtert die Existenz von Schwindelunternehmen in der Filmindustrie außer- ordentlich. Herr K. eröffnet eine„Filmgesellschaft" zunächst als Privatunternehmer. Dazu Kraucht er nichts als zwei Sessel»nd ein Büro Er nimmt Geld auf. Aber bald macht er„pleite" Die Firma wird umgegründet. Dazu braucht nicht einmal der Name geändert werden. Aus„T-Film" wird jetzt lediglich„l-Film-Gesell- schaft". Eine offene Handelsgesellschaft, Famlliengrundung eines Schwagers und angeheirateten Neffen. Herr I. selbst fungiert als Geschäftsführer. Man nimmt Geld auf. Wieder Pleite. Wieder Um- gründung. Jetzt wird eine„T.-Film-G. m. b. H." daraus. Herr IL. selbst sitzt mm im Gesellschaftsvorstand. Nach der nächsten Pleite heißt dec_.Ladcn ,.!.-Film A.-G,", und bei einiger Geschicklichkeit. des Herrn Aufsichtsratsvorsitzenden I. brauchen bei dieser Form nur mehr die Namen jener Aktionäre gewechselt zu werden, die man nacheinander schröpft. » Man hat übrigens auch schon Filme gedreht, wenn kein Geld da war. Der. Mann, der drehen wollte, pumpte erst einmal einen der besonders armen Manuskriptautoren um ein Expose an. Dann stellte er aus dem Papier eine Probebesetzung aus. Damit ging er zu einem Inlandsverleiher und ließ sich auf den Film hunderttausend Mark garantieren. Sodann ging er mit dem Cxposä zu einem Auslandsvertrieb-Fachmann und verlangte von ihm dieselbe Garantiesumme. Und dann, als die Abschlüsse fertig waren, wurde tatsächlich gedreht. Gedreht und— gespart! Die großen Schauspieler aus der Befetzungsliste hatten kaum einen Tag zu tun— ein Expose ist ja kein ausgearbeitetes Manuskript. Am Ende kostete der Film nur hunderttausend Mark. Und Hundert- tausend wurden verdient. * Aber nicht immer muß man Filme selber drehen. Es genügt, wenn man die der anderen verkauft. Herr G-. Filmverlecher, ver- kaufte nach Skandinavien einen Film, dessen Auslandsoertrieb aus- schließlich Herrn Sch. zustand. Aber Herr G. schloß trotzdem ob. Wie sollte er aber nun den Film von Sch. herausbekommen? Er ging zu chm hin, sagte, daß er den Film gern in Ruhe sehen möchte, er hätte auch Interessenten. Ob er nicht für ein paar Tage eine Kopie haben könne? Gerne. In diesen paar Tagen ließ Herr G. den Film„doubeln", d. h. er ließ sich von dieser Kopie noch eine Kopie anfertigen. Die erste schickte er dem Eigentümer zurück, damit ihm der nichts„beweisen" könne. Die Double-Kopie ging nach Skandinavien. Wochen oerstrichen, ehe Herr Sch. zufällig erfuhr, daß sein Film im Norden längst liefe. Endlose Schreibereien, weitere Wochen gehen um. Der Film ist drüben abgespielt. Herr G. hat sein Schäs- chen ins Trockene gebracht. «- Wenn man erst selbst einen Film dreht, dann ist das Spiel aus. Er wird soundso viel Ausgaben verursachen— da muß man mindestens das Risiko der Gesellschaft selbst herabdrücken. Aber die Herren„belasten" ihre„Firma" eben nicht gern mit Filmen, von denen sie noch nicht sicher wissen, ob auch ein Geschäft damit zu machen ist. Sie gründen deshalb lieber eine neue Filmgesellichaft. Wenn die dann pleite geht— siehe oben. So entstanden in kurzer Zeit ein kleines Dutzend Gesellschaften für chr« verschiedenen Filme.• .■.*—■■. Aus diesen Beispielen, die unbegrenzt vermehrt werden können, ersieht man: Es gibt aus der ganzen Welt keine andere Branche, in welcher der Unternehmer so gleichgültig dem gegeniibersteht, was er produziert. Nirgendwo sonst betrachtet der Hersteller mit solcher Uninteressiertheit an der Qualität sein Produkt, wie der Filmprodu- zent seinen Film, diese„fünfte Großmacht der Welt" Hier haben wir die Hauptwurzel zu suchen für den empörenden Tiefstand des deutschen Filmniveaus., Peter Elrnann. „Eine Ballnachi." Operette am Schilfbauerdamm. Es gibt bestere Operetten, denen man heute den Krieg erklären muß, als diese„B a l l n a ch t" von Oskar Strauß, mit der sich im schicksalreichen und wandlungssähigen Schifsbauerdamm- Theater ein« neue Direktion— die Direktion Carl Becker- s a ch s— vorstellt Die Aktiven dieses einer oerdienten Vergessen- heit zu Unrecht entristenen Werkes sind ein paar Walzer wiene- rischer Provenienz: schwungvoll und zärllich, schmiegsam und bieg- sam, narkotisierend und erotisierend— wie das nun einmal guter Wiener Walzer Weis' ist. Die Passiven dagegen übersteigen natürlich die Aktiven beträchtlich... Prinz und Prinzessin von Traumkönigs Gnaden: verstaubte Symbole von Reich- tum, Macht, Gewalt über andere, Niedere Sklaven.Proleten. Wer hat soviel Sonne im Herzen, daß ihn das Lied auf den Lippen der hohen Herren erfreute, die sich Durchlaucht titulieren lasten? Der schönen Frauen, die offenbar in Seidenwäsche bereits zur Welt gekommen sind? Wer erträgt das Problem, ob der Fürst die Gräfin heiratet oder nicht heiratet(natürlich tut er's), drei Stunden lang, er sei denn selbst von vorgestern und zum Verschwinden reif wie dieses ganze Genre? Die Ausführung war ganz nett. Jeder erfüllte prächtig seine Aufgabe: leider hatte offenbar niemand die(hier nicht ganz über- flüssige) Aufgabe übernommen, zu singen. In dem ganzen Ensemble gab es nicht eine einzige klingende, tragfähige Stimme. Evelyn Holt beschränkt sich darauf, blond zu sein und gut auszusehen, Hella Kürten ist eine temperamentvolle Soubrette und gute Tänzerin, Willy Trenk-Trebitsch ein ausgezeichneter Komiker, Carl Beckersachs ein etwas matter Fürst und Held (vielleicht faßte er die Rolle doch zu naturalistisch aus?),— aber singen, singen kann da niemand. Was schon deshalb schade ist, weil man beim Gesang den Text viel weniger versteht. A. W. Im Museum für Raturkunde spricht Mttwoch, 6 Uhr. Dr. Eisen- traut über„Nestkau und Brutgewahnheiten unserer Vögel"; 8 Uhr Prof. K un tz e n über„Käser als Nahrungsmittel, Medizin- und GiftlieferantSt". „Drei gehen nichi unter!" Marmorhaus. Die Arbeitslosigkeit im Film zu behandeln, ist ein heikles Thema. Soll bloß Not und Elend gezeigt werden soll man den Betroffenen noch die letzte Hoffnung nehmen, oder aber mit einem Salto mortale durch irgend einen Glückstrick ein paar Leuten, Er- lösung zuteil werden lassen und sich um die Millionen nicht küm- mern? Die Manuskriptverfaster haben sich zu helfen gewußt, indem sie Bilder aus der Wirklichkeit gaben, aber die drei von der Stempelstelle, deren Schicksal sie vorführen, mit kräftigen Lebens- instinkten und Humor ausrüsten und zum Schluß einen Rettungs- versuch in der Siedlung unternehmen lassen. Natürlich, eine Patentlösung für die Arbeitslosigkeit darf man von einem Film nicht verlangen, da die Politiker und Volkswirt- schaftler allch keine haben. Das Stempeln, das Arbeitsuchen, der tägliche Wechsel des Berufs, die schmale Kost die mit gutem Humor gewürzt wird, bei der Schlafstellenvermieterin—- alle diese Seiten des Problems erleben wir mit. Wir werden auch Zeugen einer Arbettslosigkeit, die durch die Weigerung des jungen Mädchens ent- steht, als sie dem Modesalon-Chef nicht zu Willen sein mag. Die drei, die hier zusammengetoppelt sind, der gemütliche, joviale Fritz Kampers, der sich durch keinen Mißerfolg unterkriegen läßt. der immer mit einem wissenschaftlichen Fimmel hausierende Paul K e m p und der weichere Adolf W o h l b r ü ck, besserer Leute Kind und in allen Kunstsparten zu Hause, ergänzen sich gegeiiseitig aus- gezeichnet. Sie halten zusammen und lieben alle drei die Tochter der Logiswirtin. Rührend ist die Hilfsbereitschaft der Mutter Gohlke, die ihre letzten Groschen mit ihren Schlafburschen teilt. Margarete Kupfer macht däraus eine nicht nur sympathische, sondern auch scharf nach dem Leben umrissene Figur. Evelyn Holt ist das junge Mädchen, das etwas Anmut und Freude in den grauen Alltag bringt. Eugen Thiele hat mit seiner Regieleistung Bilder aus der Wirklichkeit aneinandergerecht, in der Komposition hätte er straffer sein können. Hugo Hirsch hat die Begleitmusik ge- liefert, die erfreulicherweise nicht aufdringlich ist und in einem Sprechchor und in einem Stempellied gipfelt. Leider war die Ton- Wiedergabe nicht gut. r Frauen gegen Fasdiisrnus MasseDkundgeDDiig am Donnersfan, 3. März, 19* Diu Die jugendlichen Arbeilslosen. In der Arbeitslosenversicherung werden, wie nach den Fest- stellungen der Reichsanstalt hinsichtlich der Altersgliederung der Arbeitslosen nach dem Stand vom 15. Januar hervorgeht, rund 250000 Jugendliche unter 21 Jahren unter st ützt. Also eine Viertelmillion jugendlicher Arbeitsloser allein in der Arbeitslosenversicherung. Diese Feststellung ist außerordentlich interessant und lehrreich: denn sie zeigt, wie recht die Sozialdemokratie hatte, als sie im vergangenen Jahr der geplanten Verschärfung der Unterstügungs- bedingungen äußersten Widerstand entgegensetzte. Damals wollte man den jugendlichen Arbeitslosen die Unterstützung der Arbeits- losenversicherung entziehen. Rur der energischen Intervention der Sozialdemokratie gelang es, wenigstens die„b e d ü r f- tigen" Jugendlichen, d. h. all die, deren Eltern nicht mehr in der Lage sind, ihr Kind mit durchzuhalten, von der Unterstützung nicht generell ausgeschlossen wurden. Aus diesem Sachverhalt kann man im übrigen auch ersehen, wie gefährlich es ist, heute in der Sozialversicherung noch der A l t e r s g l i c d e r u n g die gleiche Bedeutung zuzumessen, die ihr früher vielleicht zukam. Das Alter spielt heute in der Unter- stützungsfrage kaum mehr eine Rolle. So mancher arme Teufel unter den jugendlichen Arbeitslosen, der vielleicht fleißig die Nazioersammlungen besucht, und treu und brav„Heil Hitler!" ruft, verdankt es nicht zuletzt der Sozialdemo- kratie, wenn er in diesem Winter seinen Hunger stillen konnte. Aber das will ja nicht viel bedeuten: denn im Schlaraffenland des Dritten Reiches werden ihm die Tauben gebraten in den Mund fliegen. Internationale Vierzigstundenwoche. Der Ausschuß für Fragen der Arbeitslosigkeit beim Inter- nationalen Arbeitsamt tritt am 2. März in Genf zusammen. Sein Hauptberatungsgcgcnstand ist das Problem der internationalen Arbeitszeitverkürzung für Angestellte. Auf seiner Dezember-Taaung wurde die gleiche Frage vom Standpunkt der Arbeiter aus erörtert und dem Verwaltungsrat eine Entschließung auf Einführung der 40-Stundenwoche vorgeschlagen, die von diesem im Januar auch angenommen wurde. Vlerkivürdige ißegebenheileu Der Mensch lebt nicht von der Literatur allein, er will zuweilen auch einmal etwas für die Nerven haben, etwas aus der Wallace- Gattung: Spannendes, Folterndes, Gruseliges, je unheimlicher, desto besser. Den Docht der Lampe also kleingedreht, die Türen fest abgeriegelt, die Fenster dicht verhangen. Wir greifen nach den beiden bei R. Piper u. Co. erschienenen Bändchen: Pe r c i v a l Wilde:„Die gefallenen Engel", und Aldous Huxley:„Das Lächeln der Gioconda", und haben den festen Vorsatz und den besten Willen, uns von einer ordentlichen Gänsehaut überziehen zu lassen. Leider kommt es aber gar nicht so toll, wie wir schau- dernd erhofft hatten. Unter den vierzehn Erzählungen, die uns verabfolgt werden, sind eine ganze Reihe, bei denen alles schweiß- triefende Bemühen des Autors, geheimnisvoll zu tun, über das Fehlen des guten Einfalls nicht hinwegtäuschen kann. Einige andere dieser Abenteuer entsprechen aber den Er- Wartungen schon bester. Die Geschichte von den beiden Gutsbesitzern. von denen jeder glaubt und glauben muß. den anderen ermordet zu haben(I. Storer C l o u st o n:„Der Kobold des Zufalls") ist ein« wahrhaft tolle Sache. Gut konstruiert ist auch W. F. H a r- v e y s„Augusthitze", eine überaus phantastische Angelegenheit. H u x l e y s„Lächeln der Gioconda" leistet sich sogar den Luxus, recht unterhaltsam und dabei doch auch literarisch wertvoll zu sein, und die„Gefallenen Engel" des Percival Wilde sind«ine amü- sante Falschspielergeschichte. Am vollendetsten ober ist die kürzeste der Erzählungen, Hedley B a r k e r s„Unheils-As". Hier geht alles aufs Tipfelchen auf, und aus ein paar Sekunden, die jemand zu spät zum Zug kommt, gebiert sich mit wundervoller Präzision ein Verhängnis, bei dem das Motiv des Verbrechens, das Ver- brechen selbst und die Entdeckung des Verbrechens haarscharf in- einandergreifen._ Hans Bauer. 3. kreis Wedding. Arbeiter-Bildungsschule. Der Kursus Dr. Gurland mutz heute ausfallen. Nächster Kursusabend Dienstag, den 8. März. Dienstag, den 1. März 1932. Berlin. 16.05 Dr. Gerhard Venzmer: Goethe als Naturforscher. 16.30 Altdeutsche und plattdeutsche Lieder. 17.00 Doktor Ueberall erzählt. 17.20 Neue Bücher österreichischer Erzähler. Am Mikrophon: Dr. Naglcr. 17.50 Trio Dr. Felix Günther. 1. Mozart: Klaviertrio B-Dur(K.-V. 254). 2. Schubert-Günther: Deutsche Tänze. 3. Weber: Schäfers Klagelied. 4. Padre Martini: Gavotte. 5. Haydn: Serenade. 6. Miklös-Rözsa: Nord- ungarische Bauernlieder und Tänze(Uraufführung). 7. Gäl: Variationen über eine Wiener Heurigenmelodie. 18.50 Mitteilungen des Arbeitsamts. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Rechtsanwalt Loewenthal und Amtsgerichtsrat Unger: Strafprozesse der Wirtschaft 19.35 Aktuelle Abteilung. 20.05 Frankfurt: Volkstümliches Konzert. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhavsea. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Dr Schwenger: Die soziale Frage im industriellen Betrieb. 18.00 Ob.-Stud.-Dir. Dr. Bottermann: Humanistisches Gymnasium und Gegenwart. 18.30 Mersmann: Musik in der Einheit der Künste. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Englisch für Fortgeschrittene. 19.20 Dr. Erdmann, Dr. Röhr: Kann Arbeitszeitverkürzung der Arbeitslosigkeit steuern? 20.05 Frankfurt: Volkstümliches Konzert. Wetter für Berlin: Heiter mit wenig geänderten Temperaturen, etwas auffrischende, südöstliche Winde.— Für Deutschland: Im größten Teil des Reiches Fortbestand des herrschenden Witterungs- charakters, auch im Nordosten wieder Bewölkungsabnahme und Verschärfung des Frostes. VcrantworN. für dic Rcdaktion: Rich. Bernsteiu, Bcrlin; Anzeigen: Th. Glocke. Berlin Verlag: Vorwärts Verlag®. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW KL, Lindenstr. iL Hierzu 1 Beilag«. KAFFEE-WERBEWOCHE BIS SONNABEND, DEN 5. MÄRZ 193Z Als Werbegeschenk erhält jeder einen schwer versilberten Teelöffel oder eine schwer versilberte Kuchengabel beim Einkauf von 1 Pfund Kaffee 2S4PoeMak.mlufwävr?sn) oder Vs Pfund Kaffee und% Pfund Kakao bezw. Ys Pfund Tee on eigener Packung) aukerdem wertvolle Sammelbons. Kaffee- u. Lebensmittel-Vertriebs-Akt.- Ges. Max Müller& Co., Müllersiraße I66a/I67 FILIALEN: MUllerstraßa 167 MüllerstraBe 128 Reinickendorfer Str. 14 GerichtsiraBe 73 Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 112 BrunnenstraBe 117 Neue Schönhauser Str. 3 BeusselstraBe 64 BellermannstraBs 20 R O e R AM M für die Zeit vom 1. bis 3. März I N O A F PROGRAMM für die Zeit vom 1. bis 3. März Potsdamer Straße 38 Ehe mit beschränkter Haftung m. Charüotte Susu, Hans Moser, Georg: Alexander W. 5. 7. 9 Uhr Rheinstraße 14, Kais1 Eiche) Verlängert Der Hauptmann v. Köpenick mit Max Adalbert Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 Ijüfiren auf Rüjfen mit Maria Solvcg. Otto Wallburg:, R. A. Roberts W. 5. 7. 9 Uhr Moabit A vtnohnf Wochcnl. ab 6 Uhr flTlUSnOI Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 2 Tonfilme: Der Schlemihl mit C. Bois, La Jana— Die große Fahrt— Tonwoche Welt-Kino w 6-4Än 9 0sa AU-Moabil 99. S. 3. 5, 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Viktoria und ihr Husar mit Priedel Schuster, Michael Bohnen W. 5, 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Fassago) Yorek mit Werner Krauß, Rudolf Förster, Theodor Boos, im. Gründgens Für Jugendliche freigegeben! Den ganzen Tag geöffnet! € Westen Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margaretenstr. Der schönste Mann im Staate mit S. Arno. R. A. Roberts, EJssi Arna, Cam. Spira, Hugo Fischer Köppe Für Jugendliche freigegeben! W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Das gute Tonfilm-Programm Kant-Lichtspiele Kaulstr. 54(an der Wilmersdorfer Str.) Verlängert! Bügen auf Rügen mit Maria Solveg. Otto Waliburg. R. A. Roberts, Paul Uörbiger W. 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Charlollenburg, Wilmersdorf er Str 53/54 Buster Keaton sprich deutsch in Casanova wider Willen und Käthe Dorsch in Die Binden- wirtin W. 5, 7. 9 Uhr Schlüter-Theater � 9 u. Schlülerstr. 17. S. 3 U Jgd.-Vorst. Verlängert! Yorck mit Werner Krauß— Tön. Beiprogr. Jugendliche haben Zutritt Wilmersdorf Atrium c Friedriehstad« Die Kamera undMu" Täglich 3, 5, 7, 9 Uhr Tonfilm: I»cr GlorKncr v.\otre- Darae— Slg.: UM:; Tiere sehen dich an! Franziskaner«Thr'"�™ Georcenstraße(Ecke Friedrichstraße) 2 Tonfilme in einem Programm! 9. 12 3, 6. 9 Uhr: Tropennächto mit Dita Parlo, Fritz Rasp u. Robert Thoercn 11) 30, 1.3Ü. 4 30. 7.30, 10.30 Uhr: Der Stolz der 3. Kompagnie mit Heinz Rühmann Fritz Hampers. P Hcnckels. Fcrd. v. Alten Trade Berliner u. a. Bfeiieste Tonbild Reportage Kai�erallee, Ecke Berliner Straße Wochent. 7. 9�4 U. Sonnt. 5. 7. 9% U. Uraufführ.I Die Terllebto Firma mit A. Ahlers, L. Deyers. L. Steckel, E. Verebcs, W. Fink, G. Fröhlich— Tonfllmbcipr. rf-Mltt«§ /• Beginn tägl. 5. 7, 9 Uhr ItSli stg. 3 Uhr Jugeudvorstell, Potsdamer Str 50 Emil und die Detektive mit Fritz Rasp— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt. Steglitz Titania-Palast sTgÄso.tiu. Steglitz. Schloßstr 5. EckeGulsmuthsstr. Unter falscher Flagge m. Gust. Fröhlich— Tonfilmbciprog.— Ah Donnerstag: Die verliebte Firma mit Anny Ahlers, Elen Deyers /•Mariendorfer W.6.30, 9U. LfiQmijt Tonlichtspiele So. ab 5 ü. Chausscestr. 305. 2 Tonfilme! Madame hat Ausgang m. Eiane Haid— Eine Nacht im Grandhotel > Tempelhof Kurfürst sWÄ Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstellung Holzapfel weiß alles m. Felix Bressart— Tonbeipr.— Tonwoche . c Schönaberg Titania Schöneberg Hauptstr. 49. W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Tonfilmluslspiel: Durchlaucht amüsiert sich mit Eien Deyers, G. Alexander— Tonbeiprogramm Ä Woch. 5. 7. 9 Uhr /unatnova Sonnt. 3. 5 7. 9 Uhr Hauptstr. 30.— Variete, Tonfilm Der Kchlemihl mit Kurt Bois Böhne; Ernst Herfer i,„50 Mark Monatsgehalt"— Tonkabarett: (Eicberimanns Bärenspiele, Blatkoff-Tscherkessen). S____ Frieaeüau"'"' W Kronen-Lichtspiele �Tühr Rhcinslr 63. Sbd. Stg. ab 5 Uhr Es wird schon wieder besser mit Dolly Klaas, Rühmann— Das verlorene Paradies mit I Ida Wüst— Jngcndüchio Zutritt TL- /; Täglich 5, 7. 9 Uhr 1 IVO II sig«; 3 Uhr: Jugend vorstell. Berliner Str. 97. 2 Tonlustspiele: Schön ist die Manöverzeit m Paul Heidemann— Der Herr Finanzdircktor m. M. Adalbert W Neukölln> Mercedes-Palast»IS; Mermannstr. 212 Der gr. Erfolg v. Ufapalast a. Zoo mit dem Spionagetonfilm Unter falscher Flagge mit Ch. Susa. Gustav Fröhlich— Auf der Bühne: Fritz Fidcssen. Primus-Palast ILÄsu! Am Hermannplatz, ürtanstr 72/76 Der Höhepunkt unserer bisherigen Bühnendarbietungen: Hallo 1932. Große Ausstattungsrevue in 12 Bild. Komponist Anton Profefl mit seiner Wunderjazz. 30 Mitwirkende. Das große Chor de Ballet.— Film; Der unbekante Gast m. Szöke Szakall Ifnhuh Wochcot. 6.45, 9 Uhr IxURUn Sonnlgs. 3. 5, 7. 9 U. Kollbusser Damm 92 Stürme der Eeideuschaft mit Emil Jannings, Anna Sten — Tonbeiprogramm Wocht. 6.30. 9 Uhr tcXCelSlOT Sonnt. 3, 5. 7. 9 Uhr Kniser-Friedrich-Straße 191 Casanova wider Willen mit Buster Keaton— Die Sterne, lügen nicht. Astrologischer V ortrag 1 Stern, Hermannstraße 49 Wocht. 6.30. 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr 2 Tonfilmel Eügen auf Rügen mit Maria Solveg, Ralph A. Roberts— Der Held von Kalifornien— Bühnenschau Film-Palast Kammersäle TellowerStr.l. W. abo�j. So. abSMi U. 2 Tonfilme! Eügen auf Rügen m. Roberts, Wallburg— Ueberfall auf die Mexikopost « SUaen■ Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7, 9 Uhr, Sonntags ab 4� Uhr Yorck mit Wer. Krauß. Grete Mosheim. Rudolf Forster— Tonbciprogr., Ani Görlitzer Bahnhof rlimeCR w. ab 6�. Stgs. ab 3 Tonfilm! Unter falscher Flagge mit Charlotte 8usa, G. Fröhlich-- Bühnenschau. Nordosten 177," Prenzlauer „UyStUm Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15, Stgs. 3.15, 5, 7.15, 9.15 Unter falscher Flagge mit Ch. Susa. G. Fröhlich— Fräulein. falsch verbunden mit M. Schneider, Riemann Luisen-Theater Reichenberger Str. 34. 2 Tonfilmschlagerl Flieger-Tonfilm; Heiden der Euft — Durchlaucht die Wäscherin (Purpur und Waschblau) mit Hansl Kiese(Tonfilm-Volksstück) Jugendliche haben Zutritt! Stella-Palast slnm.'"aVa u; Köpenicker Straße 12—14 Tonfilmschwank Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart Bühnenschau Flora-LichtspieleYnrTuT Wochentags 5.30, 7, 8.30 Uhr, Sonntags 3, 4.30, 6, 7.15, 8 45 Uhr 2 Tonfilme: Zum gold. Anker mit Eucle Höflich, A. Basser mann— Weekend im Paradies mit Otto Wallburg fl Osten> Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wocht. ab 6.30, Sonnabd. 5, Slg. 3 Uhr Holzapfel weiß alles mit Felix Bressart Tonfilmbeiprogramm Bühnengastspiel Frero mit seiner Prachtschau schöner Frauen. Musik — Gesang— Tanz. 17 Mitwirkende. Luna-Palast loSSi abnfbr Gr Frankfurter Str. 121 Tonwoche Ehe m. beschränkter Haftung mit Charl. Susa— Bühne: Gastspiel der Kapelle Da|os Belä Weiße Wochent. 7 u 9 TT UUCü Sonnt. 5, 7, 9 U. Harmonie Langhansstr. 23. 2 Tonfilme; Die Mutter der Kompagnie mit W. Ferdl— Manne,- um Lucio mit Liane Heid W Frietlrichsfelde � Kino Busch uhr Alt-Friedrichsfelde 3 Hurra— ein Junge mit 3Iax Adalbert, Fritz Schulz— Tonbeipr.— Tonwoche ■■ Alhambra gSL�eÄ36 W. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3, 5. 7, 9 Uhr Ehe m. beschränkter Haftung mit Ch. Susa— Eine Nacht im Grand-Hotel mit M. Eggorth Schwarzer Adler auÄ W. 5, 7. ca 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Stürme der Leidenschaft mit Emil Jannings, Anna Stcn— Beiprogr.— Auf der Bühne: Gastspiel Xorga. Tanzattraktion. Viktoria- Theater Woch ab 5 Frankfurter Allee 48. Slg. ab 3 U. Wegen Riesenerfolg verlängert: Der große Emil-Jannings-Tonfilm: Stürme der Leidenschaft Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 W 4.30, 6, 7.15, 9 Ehe m. beschränkter Haftung mit Charlotte Susa— Gefahren der Liebe Neue Philharmonie Köpenicker Str. 96. Großtonfilm Der Zlnker nach Edgar Wallance mit Elssi Arna— Bühnenschau Lichtspielhaus vsm E ulS Baumschulemr. 78. Stg. 2 U.: Jug.-V. Wer nimmt d. Liebe crnutt m. Jenny Jugo— Die fremde Mutter mit Dreßler— Tonw. Treptow-Sternwarte Donnerstag 8 Uhr- Der Mand- schurei-Großfilm d. Stoetzncr- Expediticn: Drachengold und Opium. Frankenburg nahüc Gr. Frankfurter Str. 74 W. 5. 7, 9 U. S. 3 U.: Jugend vorst. 2 Schlager: Reserve hat Ruh m. Kampers, Paul Hörbigcr— So'n Glück kanst du nur haben m. Siegt. Arno— Bühnenschau Babylon, am Bülowplatz W. 5 Uhr Slg. 2.30 Uhr; Jug.-V. 2 Großtonfilme: Durchlaucht amüsiert sich mit Georg Alexander, L. Deyers— Wer nimmt die Liebe ernst? mit W. Hansen, J. Jugo �_Neu-llcl««nberB_J Kosmos-Lichtspiele Lückslr. 70. Wo. 5, 7, ca. 9 So. 5, 7, ca. 9 Uhr 2 GroDtonfllme: Männer um I-uel« nrt Liane Haid— Da« Geheimnis der roten Hatee mit Siegfr. Arno Pharus-Lichtspiele Müllerstr. 142 Täglich 5, 7, 9 ü. 2 große Tonlustspiele: Der Herr Bürovorsteher mit Felix Bressart, II. Thimig— So'n Windhund mit Max Adalbert, Roberts �[Jj>einlckenaory-0«t| � Beba-Lichtspiele Residenzstr 124 W 6.45 u. 8.45 Uhr Slg. 5, 7. 9 Uhr 3 Uhr: Jugendvorst. Student sein, wenn die Veilchen blühen mit F Baumann — Wir halten fest und treu zusammen mit S. Arno, Gerron Palast-Theater"Ä Breite Str. 21a. 2 Großtonfilme: Salto mortale mit Otto Wallburg. Anna Sten— Gesangverein Sorgenfrei mit Ralph A. Roberts, Paul Grutz, II. Plcha Tivoli Wochent 7. 9 V Sbd. u. Sonnt. 5 U Berliner Straße 27. 2 Tonfilme: Marys Start in die Ehe mit Jenny Jugo. Hermann Thimig— Der Hauptmann von Köpenick mit Max Adalbert " Tesei S Filmpalast Tegel ÄlT Wochent. 6, Sonnt. 4.15 U. Sonntags 2 Uhr: Jugend Vorstellung Licbesflliale mit A. Ahlers, Riemann Wcstermeler.L. Neumann— Tonbeiprogramm Filmpalast fS.«VÄ. ü"" Berliner Str. 59 Tongroßfilm; Sein Scheldunprsgrund mit L. Deyers, Joh. Riemann, Hörbigcr— Tonbciprogr amm ÄzMWlMÄ Dienstag, 1. März 1932 � r vT," •)ttnlnuiQaßs da torwask Was iibbs not tut Oetraclituaig�en über polMiscite ErzieSmng/ von Pi-ofessoi» i>. Emu rnchs i. Politik ist doch wohl die Arbeit, in der ein Volk dasür sorgt daß Gerechtigkeit sein Gemeinschaftsleben durchdringt und er- hält, daß Gerechtigkeit seine Politik nach außen zu einem Werben um Ansehen und Achtung und Erfolg im Leben der Völker macht. Wenn sie das ist, dann kann die Teilnahme an dieser Politik wahrhastig nicht„den Charakter oerderben"! Dann kann es nur verderblich auf den Charakter wirken, wenn Menschen sich um diese wichtigste Arbeit ihrer Volksgemeinschaft nicht kümmern. S. Wenn ein Volk also das Bedürfnis hat, seine Jugend von der Politik fernzuhalten, dann muß es diese politisch« Arbeit in einer sehr ungenügenden Weise tun. Denn wenn ein Volk wirk- lich politisches Leben hat und politische Arbeit tut, dann muß es dringend wünschen, daß seine Jugend so früh wie möglich von der großen ethischen Gewalt dieser Arbeit erfaßt, ihre Ver- antwortung spürt und die Alten ehren lernt, die in solcher Arbeit sür ihres Volkes Zukunft und die gerechte Gestaltung des Volks- lebens ringen, chaben wir im Gegenteil das Bedürfnis, unser« Jugend von politischer Arbeit fernzuhalten, dann ist das ein Zeichen, daß wir die entscheidende Arbeit für Zukunft und Leben unseres Volkes in einer gänzlich ungenügenden unmora- tischen Weise tun. 3. Wo also der Ruf erhoben wird:„Haltet die Jugend fern von der Politik!", muß er umgewandelt werden in den Ruf:„Sorgt, daß die Alten eine bessere, anständigere, verant- wortungsv ollere Politik machen!" Daß das im deutschen Volke notwendig ist, zeigt uns ja jeder Tag mit seinen Gewalttaten, seinen Morden, seinen Schimpfereien und Zänkereien. Um unserer Jugend willen muß es uns ein wichtiges Anliegen sein, nicht die Jugend fern von der Politik zu halten, sondern eine Politik zu machen, die unserer Jugend ein Beispiel des Verantwortungsgefühls gibt, durch das allein ein Volk sich Zukunft und Lebenskraft schaffen kann. 4. Mir ist folgendes passiert: Langes Nachdenken und Arbeiten, die Weltlage und die Lage meines Volkes recht zu begreifen, haben mich dazu gebracht, einzusehen, daß nur ganz klar und energisch betriebene Verständigungs- und Fried r- Politik die Existenz meines Volkes retten kann. Ich habe also seit 1918 hinter den Regierungen gestanden, die nach innen und außen eine Politik der Gerechtigkeit und de»-Friedens auf Grund der Reichsverfassung wollten. Immer deutlicher wurde mir, daß nur ganz konsequenter Pazifismus unserem Volk öeben und Sicherheit schaffen kann. Da geschah es mir, daß ein Minister einer Regierung, die ich durch diese meine Gesinnung mit stützte, mich mit allen Pazifisten zu den Vaterlandsverrätern rechnete. Das ist nun allerdings ein Ton zwischen verantwortungsbewußten Menschen, von dem man die Jugend besser fernhält. Wer da» sür„Politik" und notwendig« Politik hält, wird ja wohl nun eine Parole dieser Richtung cms- geben müssen. Ob er dabei unser Volk zu Frieden und Gedeihen führt uno zu einem politischen Leben, das wir der Jugend als vor- bildlich vor Augen führen können, ist ja fraglich. Ich wundere mich nicht, daß der Minister, der selbst so Politik treibt, rät, die Jugend der Politik fernzuhalten. 5. Aber wenn wir heut« ungezählte Deutsche haben, die in gleicher Weise nicht imstande sino, auch nur die schwerwiegenden Gründe zu würdigen, die ihr« Mitmenschen zu unbedingten Anhängern einer Friedenspolitik und Friedensgesinnung, also zu„Pazifisten" macht, ist das politische„Bildung" oder„Unbildung"? Und wenn es möglich ist, daß man Millionen unserer Volksgenossen die Meinung beibringen kann, ein Anhänger der Sozialdemokratie sei notwendigerweise ein Vaterlandsverräter, ist das politische B i l- d u n g oder Unbildung? Wenn ungezählte Menschen in Deutschland keine Ahnung haben, wie sehr sich die Welt seit 1870 verändert hat und wie völlig die politisch« Einstellung sich wandeln muß, wenn sie der heutigen Weltlage entsprechen soll, ist das poli- tische Bildung? Und wenn Ungezählte meinen, daß man die Tatsachen der Macht Frankreichs. Amerikas, Englands. Rußlands, die Lebensnot der Millionen Erwerbslosen und die grausige Leicht- fertigkeit, mit der die Führer des deutschen Wirtschaftsleben» uns führen, aus der Welt schaffen könne durch Geschrei, durch große heldenhafte Worte, theatralische Gesten und schließlich dadurch, daß man jeden totschlägt, der die Dinge beim rechten Namen nennt, wird man das ändern, wenn man die Jugend vor„Politik" be- wahrt? 6. Nein! Was uns heute diese Jugend geschaffen hat, das ist ihr« und unsere politische Unbildung. Die politische Unbildung unserer Alten, die beim Dämmerschoppen die Kenntnisse sammeln, mit denen sie ihre» Volkes Daseinsfragen lösen wollen uno dort die Lösungen treffen. Es ist die politsiche Unbildung, die über Sozialismus, Marxismus. Pazifismus, Internationale usw. schimpft, ohne eine blasse Ahnung zu haben, was diese Worte bedeuten. Es ist die politische Unbildung, die es möglich macht, daß Millionen hinter Führern herlaufen, deren Bedeu- tung darin besteht, daß sie mit völlig sinnlosen Phrasen alle„Pro- bleme lösen", die verantwortungsbewußten Menschen schwere- Kopf- zerbrechen machen. Die politsche Unbildung ist es. die«s ermöglich:, daß unser Volk seinen eigenen Untergang betreibt in einem Größenwahn, der eines herbeizuführen imstande ist, was die Weltgeschichte noch nicht sah: Das Sterben eines Volte», das sich im Sterben vollendet lächerlich macht. 7. Wahrhastig: Wir haben nicht nötig, die Jugend von der Politik fernzuhalten, sondern zu ihr hinzuführen. Sie soll sich um die großen Fragen der Politik kümmern. Sie soll zu verstehen suchen, um was es sich handelt. Sie soll Kenntnisse sammeln und arbeiten um diese Dinge. Sic soll erfahren, welch«ine große, ehrwürdige, heilige Ausgabe es ist, im politischen Leben mitzudenken, initzu- arbeiten, mitzukämpfen um das Schicksal seines Volkes, die Ge- staltung seines Gemeinschaftslebens, die Gestaltung der Menschheits- zukunft. Sorgen wir dafür, daß aus dem Kreis der Erwachsenen dieser ernst« Will« an sie herantritt, in ganz großer Verantwortung ihnen zu zeigen, wa» Politik ist. L- Dazu gehört freilich eines: Mut. Es gehört dazu der Mut, alles Schimpfliche und Unanständige in der Politik schimpflich und unanständig zu nennen und al» solches zu bekämpfen. Wir wären sehr schnell mit den Entartungen der Politik fertig, wenn unsere Gerichte ohne Unterschied der Person und der Partei, rücksichtslos jede Unanständigkeit und jede Gewalttat bestraften. Wenn unsere M i n i st e r dafür sorgten, daß„Boxheimer Pläne" in joder Form rücksichtslos verfolgt würden und kein Deutscher Deutsche mit Mord und Beschimpfung bedrohen dürste, geschweige denn es ausführen. Wir werden aber nie mit der Verrohung der Jugend, der poli- tischen Unbildung der Alten und Jungen fertig werden, wenn man den politisch Verantwortungsbewußten gerade so gut zumutet, sich der Jugend fernzuhalten, wie den politischen Radau- brüdern und Gewalttätern. Aus lauter„Unparteilichkeit" dürfen wir mit der Jugend von Politik nicht mehr reden, weil es so viele Menschen gibt, die nicht wagen, den«inen Rohling zu nennen, der einer ist, weil man alle»„Politik" nennt, sowohl das ernste Nachdenken des Verantwortungsbewußten, wie das Messer und Revolver bezahlter Terroristen. 9. Nein! Wir wollen nicht, daß unserer Jugend das genommen wird, was ihre Würde in der deutschen Republik ist und immer mehr werden soll, daß sie über das Schicksal ihres Vaterlandes nachdenken und es mitgestalten lernen. Wir fordern von unseren Behörden, daß sie dem Treiben ein Ende machen, da» nur, weil sie es dulden, unsere Politik zu einem Zerrbild der Politik machen kann. Wir fordern, daß sie rücksichtslos in unseren Universi- täten, Schulen, hohen und niederen Bildungsanstalten dafür sorgen, daß ein Geist wirklicher Verantwortung unsere Jugend zu politischer„Bildung" führt und die Unbildung und Roheit überwindet. Wir fordern das, weil es ein Stück der Lebensfrage unseres Volkes ist, ob c» in dieser politischen Unbildung bleiben soll, un- fähig seine Lebensfragen zu lösen, oder ob es zu einer politischen Bildung kommt, mit der es seine Gemeinschaft ordnen, seine Politik in Anstand, Gesittung und Verantwortung führen und sich durch sie Zukunft schaffen kann. Tapfere Frauen: Eine vobi MSIItoiieii Schwer und hart lastet der Druck der Wirtschaftskrise auf den Schultern der Frauen, die auf den Ertrag ihrer Arbeit oder der Arbeit ihrer Männer angewiesen waren und heute dem Millionenheer der Erwerbslosen angehören. In den Arbeitervierteln Berlins, im Osten, im Norden und Süden, in den hohen grauen Mietkasernen der Innenstadt, in den kleinen Hütten der Lauben- kolonien hockt die Arbeitslosigkeit und verbreitet Armut, Elend und Verzweiflung. Man hört viele Klagen, viele Flüche und Ver- wünschungen in diesen Familien. Aber man trifft auch Frauen, deren Kraft unerschöpflich scheint, deren Fähigkeit wächst, deren Energie sich vervielfacht in dem Maß, als ihrer Familie Gefahr und völlige Verelendung droht. Diese Frauen gehen ihren Weg, unbeirrbar, ruhig, ohne viele Worte zu machen. Sie nehmen das Leben als das, was es ist: eine Nervenprobe, ein Feind, der in tausend Gestalten auf sie eindringt. Da und dort gelingt dem 'Feind ein Vorstoß, eine Beute, aber niemals ist er ganz Sieger. Da und dort lähmen Krankheit, Müdigkeit, Enttäuschungen, Unter- ernährung die Widerstandskraft, aber wenn das Leben dann zum letzten entscheidenden Schlag ausholt, dann trifft dieser Schlag ins Leere. Denn die vermeintlich Besiegte, am Boden Liegende hat sich erhoben und ist weitergegangen... Man kann nicht große Worte machen um das Leben, die Arbeit und das innerste Wesen einer solchen Frau. Hier geht es ganz ein- fach und schlicht zu, ohne interessante Verwicklungen, ohne kom- plizierte Problematik. Für alles das bleibt kein Raum und keine Zeit. Und deshalb wird man einer solchen Frau am nächsten kommen, wenn man ihr Tun, ihr Schaffen einfach, sachlich, nüchtern fast, mit wenigen geraden, ruhigen Strichen andeutet. Denn das, was sie wirklich im Innersten bewegt, die unerschöpfliche Kraft, die Zähigkeit ihrer Energie, die T-ragfähigkeit ihrer Seele, die den schwersten Belastungsproben des feindlichen Lebens standhält— das alles ist doch nicht in Worte zu fassen. Eine unbekannte Frau... Ein winziger Bruchteil unter Millionen: eine unbekannie Frau. Sie bewohnt mit Mann und zwei Kindern ein Zimmer und Küche. Der Mann ist ausgesteuert, seelisch und körperlich sehr mitgenommen, apathisch gegen sein Schicksal. Die Kinder sind 11 und 7 Jahre alt. Spät am Abend kommt die Mutter nach Hause. Sie trägt ein Bündel F l i ck w ä s ch e, das sie daheim ausbessern will. „Anfangs war es sehr schwer, etwas zu finden", erzählt sie. „Ich ging von Haus zu Haus, aber überall sagten die Frauen, das Einkommen sei zu klein, um eine Flicksrau zu bezahlen. Endlich kam ich in die Familie eines Angestellten mit vier Kindern. Die Frau stellte gleich einen großen Flickkorb vor mich hin und meinte, ich solle selbst sehen, was man damit noch anfangen könne. Das lag alles wie Kraut und Rüben durcheinander, Strümpfe, Taschen- tücher, Kinderklcider, aber ich brachte schnell etwas zusammen. Bei mir im Zimim saß das jüngste Kind von drei Jahren. Es war verwachsen und wohl auch kränklich, denn es war ganz still und spielte bloß mit kleinen Abfalläpchen, die ich ihm gab. Nun war in meinem Flickkorb ein hübsches buntes Stück Satin, und ich besann mich nicht lange, sondern nähte rasch für das Kind e i n S ch ü r z ch e n. Es strahlte über das ganze Gesicht und rannte gleich hinaus damit, und dann kamen sie alle herein, die ganze Familie, und standen um mich herum und sagten, ich sei ja gar keine Flickfrau, sondern eine Künstlerin. Seitdem hatte ich es dort gut, zweimal in der Woche mußte ich kommen, und jedesmal bekam ich drei Mark und das Essen. Aber es geht nicht glatt im Leben. Der Mann wurde entlassen, und seitdem hat meine Arbeit auch dort ausgehört. Es war meine beste und liebste Kundschaft. Die Frau empfahl mich bei ihren Bekannten, aber nur bei einer Lehrerin fand ich schließlich noch etwas. Die nahm mich zwei Stunden wöchentlich. Dann versuchte ich es mit A u s w a r t e n und Waschen, mit Beaufsichtigung von Kindern, mit Plätten und Servieren bei Gesellschaften. Ich nahm alles an, was nur möglich war So fand ich einige Familien, in denen ich arbeiten konnte, jeden Tag etwas anderes. Ich wünschte, viel mehr zu können, um überall einspringen zu können, wo eine Arbeitskraft gebraucht wird. Gerade ließ sich alles gut an, da wurde ich krank Nierenentzündung, lieber drei Wochen lag ich zu Bett. Aber an diese Zeit will ich nicht denken. Es hat keinen Zweck, zurückzusehnen und zu klönen. Man muß immer vorwärts schauen. Und ich möchte fast sagen, daß auch mein Kranksein etwas Gutes hatte. Denn dadurch hörten wir, daß die Frau, die bis jetzt in der Apotheke gearbeitet hat, zu ihrer Tochter nach auswärts zieht. Und da ging ich natürlich gleich hin, obgleich ich noch sehr schwach aus den Beinen war, und bekam die Stelle auch." ... und ihr Arbeitstag, „Und was haben Sie da zu tun?"- „Ich mache alle Arbeiten, die sonst ein Hausdiener über- nimmt, ich halte rein, heize den Ofen, besorge die Botengänge für die Kunden, säubere Gläser, Behälter, Fenster, Fußböden, kurz: ich habe alle Hausarbeit in der Apotheke und dazu das Wegpacken von Ware, die von den Lieseranten kommt." „Wie lange arbeiten Sie dort?" „Täglich acht Stunden. Ich bekomme 62 Pfennig für die Stunde. Der Apotheker macht d'e Rechnung immer glatt und be- zahlt mir 39 Mark in der Woche aus. Damit läßt sich aus- kommen,' wenn man sehr sparsam ist. Und das Sparenmüssen»st unsereins ja gewöhnt. Die Hauptsache ist, daß ich jetzt gesund bleibe, dann geht es schon. Manchmal bekomme ich noch Flick- arbeit von einer Familie, wo ich früher gearbeitet habe. Das besorge ich dann abends daheim. Das ruhige Sitzen ist eine Erholung für mich. Das viele Herumlaufen fällt mir oft doch sehr schwer. Aber davon will ich nicht reden," „Kann Ihr Mann nicht auch etwas arbeiten?" „Mein Mann ist heute nur noch ein Schatten von dem, was er war, er hat zuviel hinter sich. Er hat es mit Teppichklopfen ver- sucht, da haben sie ihn mir heimgebracht. Er ist zusammengebrochen." Zm erstenmal zögert die Frau mit dem Weitersprechen. Lang- sam wendet sie ihr Gesicht ab.„Wir sind alle nur Menschen", sagt sie endlich leise und stockend.„Ein Wunder ist es nicht, wenn einer heute den Mut verliert. Aber das sage ich ihm nicht, sondern wenn ich heimkomme, dann erzähle ich nur Dinge, die ihn aufhettern können. Er ist auch viel zu nachsichtig gegen die Kinder, weil er meint, die bekämen später doch keine Arbeit, ob sie was gelernt hätten oder nicht, das sei ganz gleichgültig. Da muß ich auch den Kindern immer wieder erklären, daß es das Dümmste ist, was wir Proletarier machen können, wenn wir einfach die Hände in den Schoß legen und verzweifeln. Der Große von elf Iahren versteht mich auch gut, der greift überall zu. Als ich krank war, hat er gekocht und alles besorgt. Ich schicke meinen Mann auch immer in die Zuhlabende und Mitgliederversammlungen der Partei, damit er den Zusammenhang nicht verliert und Menschen um sich hat. Früher waren wir in der Volksbühne, das fehlt uns heute ja sehr, denn wir gehen beide gern ins Theater, früher haben wir auch Bücher gekaust, wir sind auch mal ins Konzert gegangen. Das war herrlich, wie ruhig man da sitzen konnte, und dann hatte man das Gefühl: Die spielen da vorn so schön, und du brauchst nichts zu tun als zuzuhören. Heute hat das aufgehört, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dgß auch das wieder einmal kommen wird für uns," „Haben Sie sich abgesunden...?" „Sie sind so ruhig in Ihrem Wesen. Sie haben sich so abge- sunden mit Ihrem Schicksal—" Die Frau unterbricht lebhast:„Abgefunden? O nein, auch in mir kocht es manchmal, wenn ich sehe, wie es oft zugeht. Und wenn ich den Preiskommissar einmal in die Hände be- käme und noch verschiedene andere Herren da oben... Nein, nein. ich mache mir keine Gedanken, das können Sie mir glauben. Aber gerade deshalb werde ich alles tun, was ich nur kann, um uns alle über Wasser zu halten. Es soll ihnen nicht gelingen, uns unterzukriegen, sage ich mir. Jetzt gerade nicht!" Eine Frau, eine unbekannte Frau trat aus einige Augenblicke heraus aus der Millionenarmee derer, die heute im Dunkel ihren Weg gehen. Sie sprach von sich und ihrem Leben, sie klagte an, sie kämpfte und litt, sie schaffte und setzte sich ein Ziel. Diese Frau ist mehr als ein Einzelwesen. Ihre Stimme ist die Stimme Ungezählter, ihr Mut, ihre schlichte Selbstverständlichkeit, ihre Tatkraft ist ein Teil jener unmeßbaren, unwägbaren Kraft von Millionen. Heute ist diese Kraft durch Staudämme eingepreßt, be- lastet und beschwert von Müdigkeit und Abwarten und der schein- baren Nutzlosigkeit des Daseins. Aber wenn es Zeit ist, dann wird diese Flut emporsteigen, wird wachsen und sich ausbreiten und sich selbst die Grenzen bestimmen, die ihr Daseinsrccht, ihr Recht auf Leben und Arbeit einschließen sollen. Else Mötms. Ein junger Jubilar Fritz Wildung erinnert sich Oer Geschäsksfuhrer der, Zenlralkommission für Arbeiter- spart und Körperpflege, Genosse Arih Wildung, kann am 2. März auf eine 2Sjährige hauptamtliche Tätigkeit in der deutschen und internationalen Arbeitersporlbewegung zurück- blicken, viele Sportzeitschriften feiern ihn aus diesem An- Iah in Schrift und Bild: wir lassen ihn hier selbst zu Worte kommen. Er erzählt aus seinem bewegten, dem Dienst an der Arbeiterschaft gewidmeten Leben. Ich hatte schon gehofft, meine Freunde würden sich des doch wirklich nicht bedeutsamen Termins meiner 2Zjährigen Amtstätig- keit in der Arbeitersportbewegung nicht erinnern. Was ist denn schon daran. Tätig in der Bewegung bin ich ja ein Jahrzehnt länger. Wie ich aber zur„Turnerei" gekommen bin, das ist mir selbst bis zum heutigen Tage rätselhaft geblieben. Mein Lebensweg schien in ganz anderer Richtung laufen zu sollen. Als ich am 2. März 1kg3(der 2. März scheint mein Schicksalstag zu sein) als junger Tischlergeselle nach Berlin kam, bezog ich am Schlesischen Bahnhos, in der Breslauer Straße, eine Schlafstelle, ohne zu wissen, wie ich die Miete dafür aufbringen würde. Als wertvollstes Gut hatte ich zwei Jahrgänge des„Wahren Jakob" in meinem Koffer verstaut. Als meine Wirtin diese sah, gestand sie mir, daß sie auch von der Partei, und als Reinemachefrau in der Arbeiter-Bildungsschule— ich glaube in der Markusstraße— tätig wäre. Sie riet mir, dort hinzugehen. Bald darauf wurde ich nach dem Berliner Norden verschlagen. Dort befand sich eine Filiale der Arbeiter-Bildungs- schule in der Müllerstrahe, gegenüber der„Schrippenkirche". Hier sollte ich meine ersten Gehversuche als zukünftiger„Arbeiterführer" machen. Ich erinnerte mich noch der ersten Diskussionsrede, zu der ich mich wohl aus dem Grunde verstiegen hatte, weil ich am selben Abend einen neuen Anzug„aus Stottern" erstanden hatte und mir darin gewaltig imponierend vorkam. Der Redeversuch schien mir mit unzweifelhafter Sicherheit zu beweisen, daß ich zum Redner völlig untauglich wäre. Bielleicht war aber daran nur die Alma B. schuld, die mich mit so großen Augen angesehen hatte, daß ich oer- wirrt wurde und den Faden verlor. Aber— der Bann war gebrochen; bald redete ich wie ein Dompfaff, und nach wenigen Monaten stand ich als„Referent" vor der Klasse. Das Thema lautete:„Die Sachsengänger". Daher rührt noch heute meine Vorliebe für Volkswirtschaft. An der Wahl des Themas war aber nicht ich, sondern mein Lehrer schuld. Mein Lieb- lingsgebiet war dagegen die Literatur. Mein zweiter Vortrag be- handelte denn auch die junge italienische Dichterin Ada Negri, deren erster Gedichtband unter dem'Titel„Schicksal" in einer prächtigen Uebersetzung von Hedwig Jahn l894 erschienen war. Im Geheimen machte ich selbst Verse. Im Jahre 1896 schied ich aus der Arbeiter-Bildungsschule etwas dr» ärgert und nach meiner Meinung verkannt aus und legte mich für kurze Zeit auf die Bärenhaut, bis mich im Sommer 1897 ein Kollege überredete, eine Turnstunde der 2. Männerabteilung des Turnvereins„Fichte" in der Skalitzer Straße zu besuchen. Dieser Schritt sollte meinen späteren Lebensgang entscheidend mitbe- stimmen. Politisch einigermaßen vorgebildet, rednerisch und schrift- stellerisch nicht ganz ohne Begabung und Uebung, rückte ich bald zum Abtellungsvorsitzenden und Veremsschriftwart auf. Technisch scheiterte ich an der turnerischen Majorsecke und blieb in der„1. Riege des zweiten Zuges" mit Auszeichnung stecken. Fortan war mir die Laufbahn des geschäftlichen Funktionärs vorgezeichnet. Ich brachte es nach und nach bis zum Schriftleiter des Mitteilungsblattes, bis mich am 2. März 1997(Schicksalstag) der Bundesvorstand als Aus- Hilfskraft für seine Expedition nach Leipzig berief. Auf dem nächsten Bundestag in Stuttgart muhte ich ein Referat über die grundsätz- liche Einstellung des Bundes hallen, worauf ich zum Schriftleiter der Bundespresse gewähll wurde. Der Sprung in die Bonzenlauf- bahn war geglückt. Es gab schon damals Leute, die meinten, damit fei auch für den glücklichen Starter die soziale Frage gelöst. Ich habe leider die gegenteilige Erfahrung machen müssen: bei mir fing sie von da ab erst richtig an. ein ungelöstes Problem zu fein. Im Jahre 1919 wählte man mich in das Leivziger Stadtverord- netenkollegium, wo meine Iunafernrede einem literarischen Thema galt(die Kaße läßt eben das Maulen nicht). Später brachte ich es noch zum Stadtrat, und wer weiß, was alles noch aus mir ge- worden wäre, wenn mich das Jnflationsjahr 192? nicht wieder nach Berlin verschlagen hätte. So habe ich es leider zu nichts mehr qe- bracht. Inzwischen hatte ich meine Schriftleitertätigkeit mit der Lei» tung der Zentralkommission für Arbellersport und Körperpflege vertauscht. Wenn ich einen Verleger finde, schreibe ich noch ein Buch über alle Dummheiten, die mir auf meinem Lebenswege begegnet sind; aber ich werde wohl keinen finden. Dann bin ich aber nicht schuld daran, daß die Mitwelt weiter nichts von meinem Lebenslauf er- fährt: sie wird den Verlust ertragen können. Die einzige große Freude an meinem Jubiläumstage ist die, daß ich noch immer die Kraft habe, auf den Gegner zu schlagen. Solange das noch geht, ist der Mensch nicht alt! i\rbeiter-IiislM>cke� Die gestrigen Spiele In Mariendorf spielten gestern Ostring II gegen Volkssport- Neukölln. Neukölln setzte sofort mit voller Kraft ein und tonnte im ersten D.ittel zwei Tor« vorlegen. Kurz vor Schluß des ersten Drittels sandte der Mittelstürmer von Ostring durch einen Weit- schuß zum ersten Tor für seine Mannschaft ein. Im zweiten Drittel machte sich bemerkbar, daß sich der Volkssport-Sturm etwas verausgabt hatte. Ostring drückte ständig und konnte zwei Tor« er- zielen, dem der Volkssport nur einen Erfolg entgegensetzte, so daß das zweite Drittel 3: 3 endete. Im letzten Drittel kam das größer« Stehvermögen Oftrings durch. Gleich in den ersten vier Minuten tonnten zwei Nahschüsse verwandelt werden und in der 6. Minute stellte der Linksaußen durch einen Alleingang das Resultat auf 6: 3. Dann war es auch bei Ostring vorbei und es wurde selbst am leeren Tor vorbeigeschossen. Im ganzen ein flottes Spiel. Doch fehll es vor allen Dingen bei den Volkssportleuten noch an Taktik. Am Mittwoch spielt Ostring I gegen Volkssport Neukölln und Ostring II gegen eine kombinierte Mannschaft. Beginn der Spiele 29 Uhr. Fahrgelegenheit: Straßenbahn 35, 99, 199 bis Prüß- Ecke Ehausieestraße. Umkleidelokal Gohlke, Chausseestraße. Wieder Eishockey Am Sonnabend und Sonntag hat Berlin im Sportpalast wieder zwei große Elshockeytage. Die amerikanische Mannschaft von B o st o n die sich auf ihrer bisherigen Europatournee mll dem größten C�folge geschlagen hat und erst kürzlich gegen das sehr starke Züricher Städteteam 5: 9 gewann, wird an beiden Tagen antreten. Das Programm sieht einmal einen Klubkampf der Amerikaner gegen den Berliner Schlittschuh-Club vor, während am anderen Tage eine Mannschaft des deutschen Eislaus- verbände? spiest. Der Veranstalter trägt den augenblicklichen wirt- sckmftlichen Verhältnissen Rechnung, die Eintrittspreise betragen H l bis 6 M. Camera besiegt Charles Der Boxriese in Paris Das Auftreten des italienischen Boxriesen Primo Carnera hatte dem Pariser Sportpalast am Montagabend ein ousverkauftes Haus oerschafft. Als Gegner für Carnera war der frühere Europa- meister Pierre Charles verpflichtet worden, der eine ganz andere Vorstellung gab als kürzlich Gühring in Berlin. Der Belgier wußte den schweren Brocken Carneras geschickt auszuweichen und kam so über die volle Distanz der zehn Runden. Carnera zeigte «ine ausgezeichnete Deckung, so daß Charles nicht richtig durchkam. Der Italiener erhielt schließlich den Si«g nach Punkten zugesprochen, ein Urtell, das vorauszusehen war, denn Jeff Dickson, der smarte Manager, will ja mit dem Boxriesen auch noch weiter in Europa Geschäft« machen. Im zweiten Hauptkampf des Abends standen sich die Bochumer Schwergewichtler Waller N e u s e l und der ausgediente Däne Sören Petersen gegenüber. Neusel gewann auch diese? Treffen vor Ablauf der Runden. Seine fortgesetzten Angriffe hatten sehr lald die Widerstandskraft Petersens gebrochen und in der 5. Rund« ließ sich der Däne auszählen. Der neuerliche Sieg des Deutschen wurde vom Publikum mll großem Beifall aufgenommen. bleu» Müller— Charles in Berlin Die Derhandlungen zwischen Hein Müller- Köln und dem Belgier Pierre Charles wegen eines Kampfes um die Europa- Meisterschaft im Schwergewicht sind schließlich doch noch von Erfolg gekrönt gewesen. Als Sieger aus dem Rennen der Veran- staller um den Titelkompf, der bis zum 17. März ausgetragen wer- den muß, ist Hans Breitensträter hervorgegangen, der das Treffen für den 1 6. M ä r z nach dem Berliner Sportpalast ab- geschloffen hat. Damit entfällt das von Jeff Dickson für den 17. März in London geplante Treffen zwischen Hein Müller und dem Sieger des Kampfes Larry Gains gegen Mc. Corkindale. Hein Müller und Pierre Charles standen sich bekanntlich End« August vorigen Jahres im Berliner Poststadion gegenüber, damals gelang es Müller, dem Belgier durch«inen Punktsieg die Europameister- schaft abzunehmen. Berliner Boxer in Leipzig Einige Boxer der Sportlichen Vereinigung Lichtenberg-Friedrichsfelde, die dem Arbeiter-Achleten-Bund angehört, weilten dieser Tage beim Verein„Eichenkranz" in Leipzig zu Gast. Berndt-Berlin schlug Hauk-Leipzig über fünf Runden nach Punkten. Vantam- gewicht: Henneberg-Berlin und Draustädt-Leipzig zeigten den besten Kampf, den der Leipziger nach Punkten gewann. Leichtgewicht: Der Anfänger Lozin-Berlin brachte eine gute Leistung zustande, in- dem er mit dem, seinen 269. Kampf bestreitenden Berndt-Leipzig über die Runden ging und nur nach Punkten geschlagen wurde. Eine Ueberraschung brachte der zweite Kampf im Leichtgewicht, hier führte Preller-Verlin bis zur vierten Runde nach Punkten, dann erlag er einem k. o. von Hille-Leipzig. Weltergewicht: Sobke-Berlin verlor nach Punkten gegen Winter-Leipzig. Mittelgewicht: Molinski- Berlin hatte einen schweren Stand gegenüber Fischer-Leipzig, der bedeutend größer und schwerer war; Punktsieger wurde Fischer. Irepto�v zeigt sich Die Arbeitersportler des Bezirks Treptow veranstalten Sonntag, 6. März, im Restaurant Kyffhäuser in Niederschöneweide, Berliner Straße, eine große Sportschau, verbunden mit einer Sportausstellung. Die Ausstellung ist von 19 Uhr ab ge- öffnet, das Sportprogramm beginnt um 15 Uhr unter Mit- Wirkung des Volkschors Südosten und der Arbeiter-Mandolimsten- Gruppe Oberschöneweide sowie sämtlicher Abtellungen der Sport- verbände des Bezirks. Im kleinen Saale finden Schachspiele der Schachabteilungen statt. Anschließend Beisammensein. Karten zu 59 Pf. bei allen Funktionären, für Erwerbslose, 25 Pf., nur an der Kasse._ Sportler in der Eisernen Front Eil»--'Stent im 19. B-rwaltungsb-Url. Antreten d» Sp-rtl-r zur»und. gcbung bei Lind». Pankow, Marktplatz, Mittwcch, 2. März, 19 Uhr.»l-idung: Dunkle lange Hose, weißes Schillerhemd mit Sportgürtel. «artell Prc-Zl»«cr Berg. Sitzung 2. März fällt aus. Mitte Mär, Spielplatz. vertcilungssitzung. Heute, Dienstag, treffen sich alle Arbciterfportler zur»und. gcbung für die Eiserne Front Aula Gleimstr.<9, 18% Uhr, mit Fahnen Kartell sllr Arbeitersport und»SrpcrpNcge, Tiergarten. Alle Sportler be- teiligen sich an der Kundgebung der Eisernen Front Mittwoch, 2. Marz, Ill'Z, Uhr, Seselllchaftshaus Wiclefstraße.— Montag. 7. März, 20 Uhr, Kartell. sttzung bei Schmidt, Wiclefstr. 17.___ Frei» Kärperi-lturkrei» Kreutberg. Mittwcch, 2. März, 2<>Zf. Uhr. Nackt» baden mit Gymnastik, Baerwaldstraß«.-Dcnnerstaa, 8. März, 20 Uhr, Mit- gliedervcrsammlung. Schule Dieffenbachstr. bt. Bekanntgabe der endgültige» Entscheidung üb» das Tonsee-Gelände. �_____ tI_. rung. Treffpunkt 9 Uhr Sa Eichwalte. rich @ttaBe n.„....,a.,>,..---- B_________ WMWW___ m— m Revolution".— Norden: Hei-nab-nd fällt au,. Beteilig!. an der Vera». ... Iohamrisstr.---------—------- Willdenawftr. 5.— Oberschöneweide: Saufen» Str. 2.— Osten: Ebertnstr. 12: Ge'chästllches.— Prenzlauer Berg: Beteiligung an der K-rtellveranftaltung Gleimstr. 49. Antreten 18?1 Uhr.— Mittwoch, 2. März, 20 Uhr. Sugendgruppe Osten: Frankfurt» Allee 807: Geschäftliches.- Phato Mitte: Johannisstr. In. — Reinickendorf: Hauptftr. 18:„Fahrtennlebnisse auf dem Balkan, ZV Uhr. Lichtenberg: Gunterstr. 44._ Neu. lölln: Ziethenftr. 88:..Naturkundliches".— Prenzlau» Berg: Danziger Str. 82, Baracke II: Se�chäftliSes.- Sireich-rchest-r: Bei W-igenberger, Frelligrath. straße 9.— Südwest: Borckstr. II: Musik und Gesang.— Tiergarten: Lehrter Straße 18— 19: Musik und Gesang.— Naturkundliche Abteilung: Johannis. straße 15:„Naturkundliche M-natsiiübersicht".— Lichtenrade: Bei Lenz, Kais». Wilhelm-Str. 73: Liederabend.— R-s-nthal» Vorstadt: W-lnmelsterstr. 18—17: Vortrag: ,.Lchn— Preis— Profit". Kartellbe'trt Treptow. Aartellf.tzuna findet in diesem Monat nicht am 7., sondern am 14. März bei O. Pamp, Nieoerschöneweide, Hasselwerderstrafte, statt. Freie Gport. und Sckü�envereiuiauug. Dienstag.Schiekabend fällt diese D�cbe aus. Dafür Treffpunkt beute, Dienstag. IS Uhr, Deutscher Hof, Luckauer Straße, in Sporttleidung zur Lisernen.Front'Veranstaltung. Sieger von» Hallerasportfest Die Bilder zeigen oben die In der 20X1 Rundc-S taffei siegreiche Mannschaft des Alhlelik-Sport-Club. Links: Heldt-A.SC. gewann den 70-Melerlaat der Sprinter, rechts: Wagner-Leipzig, der beste Langstreckenläufer des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, führte seine Mannschaft im 2000'Mtterlaat zum Erfolg. Iltealet LtcltlspieU usw| Staats Tneatcr Dienstag, des 1. MSrs staatsoper unter cen Linden 20 Uhr Die Kugenotlen StaitliduiBgielluiu 'isrnJannHmarti. 20 Uhr Florian Geyer Scniller-Theater Charlotteoburg. 20 Uhr Doktor Klaus lelcbiil 4031 Rose- 1 neater ■nie Fnnklifln itnia>3? Iii.«ddml f 1 iW 8» Uhr Her LMtM » uarren- 8.15 Diu Flora 3434 Haadien erHuM IM«* deVale-co, HV«lIeu>I«. Tmppe. tlakoia von Kirla. walü an.»«Inen Solisten und wettere Ma-.NaanqaerD �(ädi.Oper Cnariouenbur� Jismarckstiaße<« Dienstag. 1 März Turnus IV Anfang 19.30 Uhr Manon Ende gegen 22 30 U Vouisuutine Iliialer in Bülowalat, s Uhr Fährmann Benschei Regie: K H. Martin StaafL Sdiiilet-nnaler s Uh' Doktor Klaus j» Kleines in. Truppe 1931. l ägt. 88, Uhr Die Riausetalie ■'reise 78 PI.- 8 M, Sonuu nachm. 4 L. halbe Preise. Tne�ter 3.(!o.ienü'opipiaiz ■agia: liaiai Sa mtir, Pallas 7051 Weiten Vorbereitung Beschlossen Freitag, 4. MSr» T'/a Uhr Premlere i Traomeiüerliaclit reip/gung* Restaunml Berlins »".uhrCASlNO-THEAlERs-.ubr Lothringer Strafe 37. iiiiMiiMiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiuniHMmiUMWwnniiiiiHiiimiiii» Nur noch bis 3. März Ehen won neu!e nnd das bunte l'rugi'i mm Freitag, den 4. März, zum>. Male Der Mann mit den zwei Frauen Juischem>-4 Personen. Parken.iu PI., rauteuii I— Mark. Sessel i-öu Mark. R€ißi$lialleii-Iiieat€r IlVulioll platz 8 Chr.—-onniais 3'/« l.hi zu kleinen Preisen Stettiner Sänger Die neue(jroieske � Dr. WefeliMs heilt alles-! Der gute Kapitän' KAIllaHaSf st'.nden meistenZi* fllullluUllii arrenresch. erhält. ßprllner bl9?Kf-Tr3A I C- Kii*ker, Berlin EiBriinisr(411 BliO» UlSigidewel»llläe 22. illllllgi. Ztztzl II• II k A 1 1•. w Lahoau. 74/7U I