Morgenausgabe ~~ 49. Jahrgang Ä 53 WSchcntlich TS Pf., m-nawch».2« M. (davon S7 Ps. monatlich für Zultel- innq ins»aus) im voraus Aalllban. Voltbezug 3.97 M. einschließlich so Ps. . Po zeitungs-und7?Ps.Postbestellae. bühren. Auslandsabonnement s.ss M. pro Monat: für Länder mit ermäßig» teni Drucksachenporto».SS M. Der.Vorwärts' erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montag, einmal, die Abendausoade für Berlin und im Kandel mit dem Titel„Der Abend', Zllnltrierte Sonntagsbeilage .Volk und Zeit'. Berliner volkSbla« Oonnerskag .?. März 1932 Groß-Serlin 1V pf. Auswärts itS Pf. Dl««lnspalt. Mtlltm«t»rzeU« S0 Pf. Reklamezecke 2.- M..Älcine An. zeigen" das fettgedruckte Wort 2» Pf. lzulässig zwei fettgedruckieWorte.jedes weitere Kort>0 Pf. Rabatt lt. Tori'. Worte über ib Buchstaben zählen für z«e> Worte. Arbeitemartt Millimeter- zeUe 25 Ps. Familienanzeigen MW- meterzeile lk Ps. Anzeigenannahm« im Hauptgeschäft Lindensiraße 8. wochentäglich von 8!/, bis>7 Uhr. Der Verlag behäll sich dasRecht der Ab- lehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Jentvalovsan der Sozialdemokratische« Vavtei Deujschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 k�ernspr.. Tönbvsi<.3 7) 293— 297 Telegromm-Adr.: Svzialdemvkrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin Z7 536.— Bcmktoitto: BankdrrÄrdeiter. ÄngelieUien und Beamten. Lindenstr. 3 Dt B.n.DiZc.-Tej.. DetioKtenk..J«riilgIemerStr 6Z-&5 Oer Schwindel mii y onng Reißt den Demagogen die Maske herunter! Es gibl außer 5er Dolchstoßlüge kein politisches Gebiet, auf dem sich die Demagogie der„nationalen Opposition" so hemmungslos austobt wie in der Reparationsfrage. Wir haben nicht vergessen, wie in der Aera der Erfüllungspolitik die Führer der Weimarer Koalition diffamiert wurden, wie ein Erzberger und ein Rathenau für diese Politik ihr Leben unter den Händen von Meuchelmördern lassen muhten. Heute sind wir glücklich wieder so weit, daß jeder Politiker in Deutschland, der sich gegen ein Zerreißen verbriefter Verträge wendet, von der Reaktion durch die Gosse geschleift wird. Krönt und Etappe. Die Taktik der Nationalsozialisten und Deutschnationalen in dem Kampf um die Reparationen hat eine fatale Aehn- lichkeit mit dem Verhalten der Etappe und der Heimkrieger gegenüber dem Mann an der Front. Solange es einen Kampf um die deutschen Reparationsleistungen gibt— und dieser Kampf ist so alt wie das Diktat von Versailles— hat sich die nakionale Opposition im Hinlergrund gehalten. Sie hat es der S o z i a l d e m o k r a t i e und der bürgerlichen Mitte überlassen, mit den ehemaligen Gegnern die nervenzermürbenden Kämpfe um eine Milderung der Reparatmnslasten allein auszufechten, fand aber ihr großes Maul schnell wieder, wenn es galt, das mühsam Erreichte l>erunterzureißen und die jeweilige Regierung vor dem Volke verächtlich zu machen. Die Geschichte der Reparationspolitik der„nationalen Opposition" ist eine einzige Schmach und Schande. Unoer- gessen bleibt die Abstimmung im Reichstage über die Dawes-Gesetze im August 1924. Was die Annahme des Dawes-Plans damals für Deutschland bedeutete, ist heute schon fast vergessen. Es ging um nicht mehr und nicht weniger als um die Räumung des Ruhrgebietes und der Kölner Zone. Es. ging darum, dos Reparationsproblem end- lich der politischen Machtsphäre, aus der der Ruhrkrieg ent- standen war, zu entreißen und schließlich aus Deutschland wieder ein einheitliches Wirtschaftsgebiet zu machen. Es standen also für die Nation lebenswichtige Fragen auf dem Spiel. Nichtsdestoweniger gebürdete sich die Rechtspresse vor der Abstimmung im Reichstage wie irrsinnig.„Heller Wahn- sinn",„ewige Versklavung des deutschen Volkes",„ein zweites schlimmeres Versailles" waren noch nicht die schärf- sten Bezeichnungen des Dawes-Plans. Gegen den Außen- minister Stresemann und Reichskanzler Marx tobte die„Pommersche Tagespost" mit der Forderung:,-Hinweg mit den Landesverrätern!" Herriot und Macdonald. die gemeinsam unter die Gewaltpolitik Poincares dep Schlußstrich zogen, wurden von der.Kreuz-Zeitung" als Räuber und Mörder beschimpft. Was aber geschah an jenem historischen 29. August 1924, dem Tage der ent- scheidenden Abstimmung? 48 Deutschnationale, fast die Hälfte der Fraktion, hatten bei der Abstimmung über das ver- fasiungsändernde Eisenbahngesetz rote Nein-Karten in der rechten, aber weiße Ja-Karten in der linken Ha, id. Die weißen Ia-Karten wanderten in die Urne. Um vier Mi- nistersessel hatten die Deutschnationalen ihre unbefleckte Seele an Beelzebub Dawes-Plan verkauft. Was bedeutet der �oung-plan? Es kam aber noch schöner! Die Lasten des Dawes- Plans hatten sich als zu schwer für Deutschland herausgestellt. Im Jahre 1929 kam in Paris der Young-Plan zustande. genannt nach dem amerikanischen Vorsitzenden. Er brachte nicht unwesentliche Erleichterungen. Von 2,5 Mil- liarden bzw. sogar 3 Milliarden Mark wur- den die Jahreszahlungen Deutschlands auf rund 2 Milliarden Mark jährlich herab- gesetzt. Das ist Hz bis 1 Milliarde weniger! Außerdem aber wurde mit dem Young-Plan endlich Deutsch- lands volle Souveränität wiederhergestellt. Der Rcparations- kommisiar Parker Gilbert, der die deutsche Finanz- und Wirtschaftspolitik.pr beaufsichtigen hatte, verschwand, und mit ihm die ausländischen Vertreter, die in der Verwaltung der Reichsbahn und Reichsbank gesessen hatten. Man hätte annehmen sollen, daß besonders die Beseitigung der aus- ländischen Kontrollen neben den Zahlungserleichterungen den Beifall der Rechten in Deutschland erweckt hatte. Was aber geschah? Begleitet von einer ungeheuerlichen Hetze gegen den Foung-Plan setzte sich die nationale Agitation zur allgemeinen Verblüffung für Beibehaltung des Dawes- Plans ein. Die greifbaren materiellen Erleichterungen, der Fortfall der entwürdigenden Auslandskontrolle galten den nationalen Mannen um.Hugcnberg und Hitler plötzlich als unannehmbar. Kein Wort mehr vom„Fronvogt" Parker Gilbert, vom„zweiten schlimmeren Versailles". Die Nationa- listen wollten ihren Dawes wiederhaben. Daß der Joung-Plan die Befreiung des Rheiulandes brachte, scherte die Rechte verdammt wenig. Sic hielt an der„Befreiungspolitik" fest, der Freytagh-La ring- Hoven bei der Beratung der Dawes-Gesetze- 1924' dahin Ausdruck gegeben hatte, daß es„völlig bedeutungslos" seh wann das Ruhrgebiet und die Kölner Zone geräumt wird. Unbekümmert um das Schicksal des besetzten Gebietes feierte im Poung-Volksbegehren die verantwortungslose Demagogie der Hugenberg und Hitler ihre Orgien. Was damals von der nationalen Opposition zum Doung-Vollsbegehren zu- fammengetrommelt wurde, war nichts anderes als eine Vor- schau der vereinigten Plutokratie und Reaktion zur Reichs- Präsidentenwahl. Sie Hauptbilanz. Die Entartung des Wahlkampfes bei den Rechtsradikalen, deren getreues Spiegelbild das Austreten des Herrn Goebbels im Reichstage bildete, scheut auch nicht davor zurück, Hindenburgs Unterschrift unter dem Poung-Plcm für die Not im Lande verantwortlich zu machen. Wenn man den rechtsradikalen Phrasen glauben wollte, so müßte Deutsch- land heute ohne den Noung-Plan ein blühender Garten, ein Land ohne Arbeitslose, eine Konjunkturinsel der Seligen sein. auf die auch nicht ein Spritzerchen von der Weltkrise fallen könnte. Derartige Phrasen fallen selbstverständlich bei der Masse der Hoffnungslosen auf fruchtbaren Boden. Was läge auch näher, als den Doung-Plan zu zerreißen, jenes teuflische Machwerk, das einzig und allein Deutschlands Wohlstand untergraben hat und den Weg zum Aufstieg ver- barrikadiert. Wie ober liegen denn die Dinge? Deutschland hat von, September 1929 bis zum Juni 1931 auf Grund des Poung- Planes 2,87 Milliarden Mark gezahlt. Unter dem Dawes?. Plan, von dem die Nationalisten sich unter keinen Umständen trennen wollten, hätte Deutschland aber in der gleichen Zeit 4,58 Milliarden Mark zahlen müssen. Deutschland hat also in 22 Monaten unter dem Doung-Plan 1 ,71 Milliarden erspart. Welch eine Verlogenheit der Dm m e's.- Ä n• b e t e r, die den P o u n g- P l a n für das Elend in Deutschland verantwortlich machen wollen. Seit dein Eingreifen Hoovers, also seit dem 1. Juli 1931, hat Deutschland nicht einen Pfennig Reparationen mehr gezahlt. und trotzdem IM die Krise grausige Formen angenommen. Jedennann in Deutschland weiß, daß die Reparationen eine außerordentlich schwere Last für unser Land darstellen, und die II. Sozialistische Internationale hat schon zu einer Zeit die Streichung sämtlicher Kriegsschulden gefordert, als die Hauptschreier von heute ihre Nase überhaupt noch nicht in die Politik gesteckt hatten. Es ist aber platte Demagogie, die An die Gewerkschastsmitglieder! Arbeiier und Arbeiterinnen Deutschlands! Bei der Wahl des Retchspräjidenlen geht es um Eure und Eurer Kiuder Zukunft, um Sein oder Nichtsein des demokratischen Deutschland, um die deutsche Republik und ihre Verfassung. Eure geschworenen Feinde sind die in der„Nationalen cpposttion" zu einem Hahbündnis vereinigten Parteien. So bitter sie sich untereinander befehden, sie haben ei« gemeinsames Ziel, ihre unbeschränkte Vorherrschaft auf Eure Knechtschaft zu gründen. Laßt Euch durch ihr ftampfgcschrei gegen Hindcnburg und Brüning nicht tänschen. Ihr Ansturm gegen das „heutige Shstem" richtet sich gegen die deutsche Arbeiter- bewegung, ist ein Kreuzzug Wider den Sozia- lismus, gilt der Vernichtung der GeWerk- s ch a f t e n. Eure Feinde können nur triumphieren durch Eure Zwietracht. Sie müssen zuschanden werden an Eurem einmütigen Willen, der faschistischen Bewegung auf deutschem Boden Halt zu gebieten. Tie geschichtliche Stunde ruft Euch auf zu einheitlicher Abwehr. Wollt Ihr, daß die Not, die dies« beispiellose Krise aus Euch häuft, auch noch zu Eurer politischen Entrech- tnng ausgenutzt wird? Wollt Ihr wieder wie einst der Willkür Eurer Unternehmer ausgeliefert sein? Wollt Ihr. daß an Stelle der Gewerkschaften, die heute Träger Eures Willens sind, willenlose Befchlsemp» sänger eines faschistische» Staates treten? Wollt Ihr zulassen, daß alle gesetzlichen Sicherungen fallen, die Euch in besseren Zeiten de» Weg zur Wieder- erobcrung Eurer Rechte gewährleisten? Ihr wollt das nicht, Ihr könnt das nicht wollen? Die Verschwörung der Kriegshetzer von gestern und heute, dem Ansturm der Feinde Enrer Freiheit müßt Ihr am 13. März die entscheidend« Niederlage bereiten. Ihr müßt dem Massenwahn deS Faschismus die Kraft Eures unbeirrbaren politischen WillenS entgegensetzen. Auch die kommunistischen Mitglieder der Gewerkschaften dürfen nicht durch Unterstützung einer aussichtslosen Sonderkandidatur Hitler oder Hugenberg in den Sattel helfen. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands! Wir rufen Euch auf, dem seitherigen Reichspräsidenten Hindenburg Eure Stimme zu geben. Oer Vorstand des Allgemeine« Deutschen GewertschastsbiindeS. wirtschaftliche Verelendung des deutschen Volles einzig und allein auf„Naring" zurückzuführen. Nieder mit der Katastrophenpolitik! Die Reparatwnspolitik der faschistischen Rechten'N Deutschland mündet in die Katastrophe. Jede Regelung der Reparationsfrage, die eine Milderung der internationalen Gegensätze mit sich bringt, vermindert seine agitatorischen Aus- sichten in der inneren Politik. Darum setzt er der Erklärung des Reichskanzlers, daß Deutschland nicht zahlen könne, entgegen: Deutschland will nicht zahlen. Eine derartige Erklärung einer deutschen Regierung wäre gleich- bedeutend mit einer Zerreißung des freiwillig unterzeichneten Vertrages, unter dem an erster Stelle der Name des national- sozialistischen Heros Hjalmar Schacht steht. Ganz Deutschtand will die Endlösung in der Reparationssrage. Diese kann aber nur durch Verhandlungen mit den übrigen Unterzeich- nern des Noung-Plans gefunden werden. Jeder andere Weg führt in das wirtschaftliche Chaos. Die wahre Kutterkrippe. Wozu der Razi-Landiagspräsideut Zörner in Braunschweig Gtaatsgelder brauchte Hitlers Diktaturgelüste. Der Stahlhelm beginnt zv enthüllen. Oer politische Referent des Landesverbandes Draunschweig im Stahlhelm. Krempel, machte aus einem staatspolilischea Abend der Deulschnalionalen Volksparlei bemerkenswerte Rill- leiluugeu über dle Zerwürfnisse innerhalb der ..nationalen Krönt". Krempel erklärte, daß seine Informationen nicht mehr als vertraulich betrachtet zu werden brauchen. Die Sandidaiur Duesterbergs sei— so führte Krempel aus— mir deshalb in» Auge gefaßt worden, weil die Deulschnationale Volkepartei und der Stahlhelm die nationalsozialistischen Bedingungen von Harzburg auf keinen Kall hüllen annehmen können. Hitler habe in Harzburg erklärt, in einem Viertel- z a h r werde er die Herrschast in Preußen in der Hand haben. Diese voraussage sei in keiner Weise eingetroffen, von den Ralionalsozialisten seien nach der Uebernahme der Macht im Reich und nach einem Sieg bei der Reichspräsidentenwahl die Posten des Reichskanzler», des Außenminister», des wehrminister» und des Innenministers verlangt worden, hugenberg und dem Stahlhelm habe mau lediglich die Verwaltung der Kinanzeo in die Hand geben wollen. So habe man die Veutschnationalen und die Slahlhelmvertreter zu Bonzen der Nazi» machen wollen. während die Ralionalsozialistcn die Mach« allein in der Hand ge- halten hätten. Hitler habe sogar über den Kort- bestand des Stahlhelms keine bindenden ver- sprechnngen abgeben wollen. Ans diese» Gründe» hakten Deulschnationale und Stahlhelmer dle Kandidatur Hillers auf keinen Kall llalerstühen können. Wenn hlller etwas andere» angenommen habe, so habe er sich eben gründlich geirrt. Das große Gchimpsmaul. Adolf fordert J>ag System* in die Schranken. Die Partei Hitlers hat einen Wahlaufruf erlassen, in dem st« sich bemüht, eine» Katalog der Ritterlichkeit nach Adolf imfchsm Muster aufzustellen. Also Lest man dann:„oolksoerräterstche Boxaldemokrati«, jüdisch« Pseudodemokratie, scheinheiliges Zentrum und Bayerische Volksparlei, die um oollsfremder Ziele willen ton- fessionell« Zwietracht säen, längst überfällige Parteikadaver". Der Aufruf gipfelt In der Versicherung, daß Adolf„das System in die Schranken fordert". Er wird auf jeden Fall bedient werden. Wahnwitz der Lüge. Die letzten Hemmungen fallen. Der deuischnationale„Rostocker Anzeiger*(3lr. 50) berichtet itber ein« nationalsoziali st ische Versammlung, die am Sonntag in Warnemünde stattgesunden hat. Nach diesem Be- rieht erklärte der nationalsozialistische Redner Werner: '„Wie dieses Regierungssystem am Volke handle, könne er... heute abend zum ersten Male öffentlich aussprechen als authentische Wahrheit, die er jederzeit belegen könne, und deren Widerschein das Verhalten in der Memelfrag« zur Genüg« zeige." Im Anschluß an dies« Ausführungen erklärte der Nationalsozialist, die deutsche Reichsregierung habe d>e Absicht, die Grenze an die Oder zurückzuverlegen." Ist es auch Wahnsinn, hat es doch Methode! Die nationalsozialistische Propaganda entpuppt sich als zielbewußte Befolgung des L-ninrszeptes, daß die Lüge als politisches Kampfmittel«r- laubt sei. Klug geworden! Mit Hludeuburg gegen Hitler. H a l l e. 2. RlSrz(Eigenbericht.) In Dabrun, einem Arbeiterdorf im kreise Wittenberg, in dem liisher der Radikalismus herrschte, gelang es. eine stark besuchte ver- sammlnng der Eisernen Krönt dorchzuführcn. Der Redner erntete stürmischen Beifall, als er erklärte: wir wählen hindenburg nicht, well er Sozialist ist oder einer werden wird, wir wählen ihn, um mii hindenburg Hitler zo schlagen. Der so oernünslig sprach, war bis vor ganz kurzer Zeit hervor- ragender Sommunalsuukttonär der KPD. im Bezirk Halle. Es ist der Gemeindevorsteher Chemnitz aus Roilsch bei Litterfeld. Guter Ansang. Das neue amtliche Organ der hessischen Nazi- parte!, der„N S.- K u r i e r", dessen erste Nummer am Mittwoch als Konkurrenz zu dem bisherigen Organ.hessenhammer* in Darmstadt erschien, wurde wegen schwerer Verstöße gegen die Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 aus zwei Wochen verboten. Der brannschweigische LandtogsprSsideul hat einen Verfügungs- fond» für sachlich? Ausgaben. Laudtagspräsideul ist der Ralional- soziallst Zöruer. lieber seine Benutzung des verfügnugssouds und über seine»sachlichen Ausgaben" berichtet der»Braun- schwelger volksfreuod": Für die Teilnahme an einer Tagung des Deutschnationalen handlungsgehllfen-Verbandes in Braunschweig liqui- vierte Herr Zörner für sich selbst...... 20 M. Für die Teilnahme am Braunschweigischen Städtetage zahlte sich der Präsident Zörner......... 20 M. Am 5. Juni fuhr der Präsident nach Hannover, um sich dort die Landwirtschaftliche Ausstellung anzusehen. Cr liquidierte dafür an Spesen........... 80 M. Am 13. Juni 1931 besuchte der Herr Präsident Zörner eine Iugendherbergstagung in Braunschweig. Er zahlte sich aus Kosten des braunschweigischen Steuerzahlers.... 10 M. aus. Am 9. Juli fühlte sich der Herr Präsident auf einer Artille- risteittagung wohl. Er liquidierte dafür....... 20 M. Am 19. Juli fühlte der Herr Präsident das Bedürfnis, Zi- garren zu rauchen. Er bestellte beim Nazi-Zigarrenhaus Quidde-Braunschweig 50 Stück i 30 Pf. Die Rechnung bezqhlte er aus. der Derfügungskasse mit...... 15 3R. Am 14. Juli 1931 lockte ihn das Rennen in Bad Harzburg. Er entnahm dem Landtagspräfidentenverfügungsfonds. 30 M. Am 5. September 1931 fuhr er zur Abwechslung nach Sachsen. Für diese Reise liquidierte er....... 40 M. Als Begründung schrieb er in die Akten„Per- fassungsfeier in Sachsen"(Vcrfassungsfeiern sind sonst am 11. August!) wozu doch eine Versosinngs- seier dieses»Systems" gut sein kann! Am 15. Juli 1931 besuchte der Herr Präsident die hundert- jahrfeicr der Landesbaugewerkschule in Holzminden. Seine Ausgaben bezifferte er auf......... 80 M. (Dabei hat der Präsident Zörner freie Eisenbahnfahrt!) Am 14. September 1931 nahm der Herr Präsident an Raabe-Feiern in Braunschweig. Wolsenbüttel und Eschers- Hausen teil. Er glaubte, dafür......... 85 M. nötig zu haben. Für die Eröffnung einer Kolonialausstellung in Braun- schweig im.Lonzerthaus" nahm er........ 10 33k. in Anspruch. Am?2. September 1931 brauchte der Herr Präsident wieder Zigarren. Er bezahlte dafür dem Nazi-Zigarrenhaus Quidde 15 3,3k, Am 14. und 15. Oktober 1931 setzte sich der her? Präsident aus die Bahn, um sich Berlin und seinen Reichstag an- zusehen. Er liquidierte dafür.......... 84 M. Die Arbetterkolonie Äästors erregte auch sein Interesse. Er berechnete dafür auf Kosten des braunschweigischen Steuerzahlers............... 26 M. Am 19. November 1931 besuchte er ein Schulfest einer ge- werblichen Berufsschule.(Freiprogramm war allen Ab- geordneten zugestellt.) Der Herr Präsident liquidierte. 15 M. Kurz vor Jahresschluß waren die Zigarren aufgeraucht. Zörner bestellte eine neue Kiste. Die 3!ot der Zelt erfordert« selbst bei dem Herrn Präsidenten einen Preis- abbau Er bestellte jetzt Zigarren a 25 Pf. und bezahlte dafür............... 12,50 M. Für die Sitzungen des Staatsbant-Unterfuchungsaus- schusfes beanspruchte Herr Zörner ohne nähere Be» gründung................ 29,68 M. Kein Mensch weiß, wofür diese Gelder verwendet wurden, denn seine Sitzungsgelder hat Herr Zörner wie jeder andere Abgeordnete auch erhalten. Selbst der Volksparteller Brandes, der sonst über alle Taten der Nazis seine segnende Hand hält, erttärte im Haushaltsausschuß, daß der Herr Präsident Zörner eigentlich auch mit den Tagesgeld- sätzen eines Ministers zufrieden fein könne! So fleht das Lauterkettsbedürfnis der Rationalsozialisten aus! Der Razi-Landtagspräsidenl hol den Verfügungsfonds für eine Tafcheugeldangelegenheil gehalten! wenn die Razis in größerem Rahmen an die Regierung ge- langten, dann wehe den Steuerzahlern! Sie selbst rechnen daraus. daß die hakenkrenzdiktalur jedes Aufmucken über ihre korruptton unterdrücken würde. Lappo und Nazis. Gleichzeitiger putsch geplant?- Helsingsorser Enthüllungen. helsingfors, 2. März.(Eigenbericht.) Es ist heute in Kinaland die Zenjur eingeführk worden und wird besonders gegenüber den Korrespondenten der s o z i a l d e m o- kr a tischen presse angewandt. Telephongespräche mit dem An»- land werden wiederholt unterbrochen und alle Auskünfte über die Entwicklung der Situation werden augenblicklich abgelehnt. Dle Ursache der strengen Zensur fleht mau in dem Umstand. daß da» hanptorgan der slanischeu Sozlaldemok rattscheu pur- tel»Soomeu Sozialdemokrat* beschlagnahmt war- den ist. Der Befehl dazu ist ergangen, well dle Leitung Eolhüllun- gen gebracht hat bezüglich der Beschlagnahme von wichtigen vokumeotea ans dem Büro der Lappo-Leitnug in helsingfors. Die Zeitung soll festßestelll haben, daß Lappo von den deutsche» Nationalsozialisten unterstützt worden ist. Der Lappo-Aufruhr sollte eigentlich erst am 13. Rlarz auebrechea, und die Zeitung behauptet, daß man v e- weise dafür gefunden hat, daß zu derselbe« Zeit in Deutschland ein putsch von nationalsozialistischer Seite versucht werden sollte. Die Auslage der Zeitung war beinahe au»- gedruckt, als die Zeitung beschlagnahmt wurde. Litimatum Svinhufvuds.— Lappo-Sewegung vor dem Ende? Helsingfors. 2. März. Mnlflerpräsident Svinhufvud hat an die Lappo- Leute ein Ultimatum gerichtet: sie sollen sich sofort nach Hanse begaben. widrigenfalls sie als Kein de behandelt werden würden. Dm Anhängern der Bewegung versprach er Strasfrel- heit. nicht aber den Kührern. Durch dle vollständige Telegramm- und Telephonsperre sind die Aufständischen isoliert. Die Meldungen über ihren Vormarsch treffen aicht zu. Das Kabinett ist inzwischen ergänzt worden. Der General- stabschef wird Znneumiuifier. Alarmbericht aus Estland. Der Faschistenführer Sosola erklärt« Pressevertretern, er hoffe, 25 000 Mann Lappo-Truppen aufstellen zu können. Die Lappo- Leute würden eher sterben, als sich der Regierung Sunita unterwerfen.(Wie hlller am 9. November 192? im Bürgerbräu. Red.) heute vormittag wurden der Vorsitzende des finnischen Front- kämpfer-Verbandes, V a r o m a, und der Hauptschristleiter des Lappo-Blattes„Ljan Sana*. Oberst Somersalu. verhaftet. Oer Memelkonfliki. Unannehmbarer litauischer Vorschlag. Memel. 2. März. Die Fraktionen der Landwirtschastspartei und der Vollspartei haben de), vom Gouverneur zum Präsidenten des Memeldirektormms ernannten Landesrat S i m m a t das nachstehende Schreiben über- reicht:»Die haben in der Unterredung mit Vertretern der Mehrheitsparteien über die Ernennung der Landesdirektoren darauf bestanden. daß neben zwei Vertretern der Mehrhellsparteien(Waschfies und Luttkus) Landesrat T o l i f ch u s oder ein anderer Herr Ihrer Wahl in das Direktorium eintritt. Sie haben betont, daß im Direktorium bei Stimmengleichhell S i e mll Ihrer Stimme den Ausschlag gäben. Bei einer solchen Zusammensetzung des Direktoriums würde die Ver- tretung der Mehrhellsparteien bedeutungslos fein, da sie über- stimmt würde. Wir tonnen ein solches Direktorium nicht als Direktorium ansehen, da es nicht nach parlamentarischen Grundsätzen ge- bildet wurde. Die Herren Waschkies und Luttkus haben uns erklärt. daß sie es a b l e h n e n, in ein solches Direktorium einzutreten. Aus der ersten mll Ihnen geführten Rücksprache war noch nicht zu über- sehen, ob eine Ausgleichung der Ansichten herbeizuführen möglich wäre. Darüber könnte nur eine weitere Aussprache mit den Bertte- tern der Minderheit» Parteien Klarheit schaffen.* Memelkonferenz in der Isteickskanzlei. Der Reichskanzler hat am gestrigen Mittwoch im Beisein des Staatssekretärs von Bülow die drei Vorsitzenden des Memel- landbundss, zugleich Beauftragte der deutschen Ostverbände, zu einer Aussprache über die Memelfrag« empfangen. Dabei wurden die Vorschläge der Ostoerbände für eine endgüttige Lösung der Memelfrage unterbreitet. Die dem Reichskanzler überreichte Erklärung lautet: Die bisherigen staatsrechtlichen Grundlagen für das Memel- gebiet haben sich als völlig ungeeignet erwiesen für den Frieden im Meinellande und für ein gutes Verhältnis zwischen Deutschland und Lllauen. Litauen ist weder fähig noch willens, die zugesicherte Autonomie zu achten. Es hat die ihm Übertragenen Rechte verwirkt. Zur befriedigenden Neuordnung ist notwendig eine Volksbefragung aller vollberechtigten Memelländer inner- und außerhalb des Memelgebietes. Die unbeeinflußte Durchfüh- rung der Befragung muß durch den Völkerbund gewährleistet werden. Der Herr Reichskanzler wird gebeten, den Streitfall weller zu verfolgen, ausschließlich auf Grund des Z 11 des Völkerbundpaktes (nach dem jedes Bundesmitglied das Recht hat, die Aufmerksamkeit der Bundesversammlung auf jeden Umstand zu lenken, der den Frieden oder das gute Einvernehmen zwischen den Nationen zu stören droht). Kran�ois-Poncek ist endgültig zum Botschafter Fraitfreichs in Berlin ernannt worden, nachdem er sein Abgeordnetenmandat niedergelegt hat. Bisher schien es noch zweifelhaft, ob er auf die parlamentarische Laufbahn zugunsten der diplomaüschen Karriere verzichten würde. zur irnie»«.Genossen, Arbcilerspoffler, Reidisbanner- Kameraden und die Nlldileder der S A|.belelliden sldi am Sonnabend und Sonnlad(von den beKannien Stellen aus) an der FiuäblanverbreUung HeuteDölkerbundversammlung llilgüastige Aussichten. Am heutigen Donnerstag tritt in Genf eine außerordentliche AöUerbundoersammlung zusammen, die auf Antrag Chinas gemäß Artikel 15 der Dölkerbundsatzung einberufen worden ift. Den Vorsitz führt der belgische Außenminister Hymans. Deutschland wird durch den Gesandten Freiherr von Weizsäcker vertreten sein. Von Außenministern der Großmächte wird voraussichtlich nur Sir James Simon(England) kommen: dadurch wird die Be- deutung der Tagung schon herabgesetzt, denn die Delegierten ohne Ministerrang haben es noch leichter, sich um jede Entscheidung zu drücken, indem sie erklären, erst Instruktionen von daheim einholen zu müsien. Di« von der V e r m ittlu n gsa k t i on in Schanghai er- hoffte Entspannung ist durch die neuesten Kämpf« um Schanghai sozusagen erledigt. Man versucht schon zu sabotieren durch das Gerede, die Bundesversammlung könne nicht nur mit dem Gesamt» komplex der chinesisch-japanischen Streitsragen befaßt werden, da zunächst das Ergebnis der Untersuchung der nach dem Fernen Osten gesandten Kommission abgewartet werden müsse, die jetzt glücklich in Tokio eingetroffen ist. Schanghai und Tschapei geräumt. Schanghai. 2. März. General G a st o n Wang, Chef des Generalstabes der IS. Armee, hat dem Schanghaier Reutervertreter eine Darstellung der der Rückzugsbewegung der chinesischen Truppen zugrunde- liegenden strategischen Idee gegeben. Danach wird das ganze Gebiet um Schanghai vollständig von den chinesischen Truppe« geräumt werden. Bemerkenswert ist, daß neben Liuho, Tazang und Pangpu auch Wusung geräumt wird. General Wang mot'vierte den Rückzug mit der Ankunft starker japanischer Streitkräfte nördlich von Liuho, durch die eine Einkreisung der chinesischen Truppen am Sutschau-Fluß bedrohlich nahegerückt wurde� Nach offiziellen Meldungen der IS. chinesischen Armee wurde die chinesische Front nach hestiger Artillerie- und Bombenbeschießung völlig durchbrochen. Die rückwärtigen Verbindungen sind bedroht. Infolgedessen werden sich die Chinesen auf Nanschiang (elf Meilen westlich der Station Tschapei an der Eisenbahn Schanghai— Nanking) zurückziehen. Dort wollen. sie den Wider- stand fortsetzen. Bei der Besetzung des geräumten Tschapai, das sie als Er. oberung ausposaunen, haben die Japaner noch tausend« chinesische Soldaten gefangengenommen und sie zunächst in«in Konzen- tratlonslager gesperrt. Siseubahnzerstörung. wAktug. 2. Marz. Japanisch« Flugbomben haben die Bahnhöfe Nanhsiang und Kunschang an der Bahn Schanshai— Nanking vol» st ändigzer stört und beschießen jetzt die Brücke bei Kunschang. Oer verhastete General freigeseht. Der chinesilche Dioisionsgeneral Wongtschen war dieser Tage m einem Schanghaier Hotel von den Japanern verhaftet worden. Alsbald wurde betriebsam gemeldet er werde wegen Spionage vor eiu Kriegsgericht gestellt: dann wieder, man habe bei ihm höchst wertvoll« Kriegs plane gefunden usw. Nun Ist der General, der in Zivil war und angeblich Verwandte besuchen wollt«, wieder freigelassen worden. In dem chinesischen Schanghai kann also ein chinesischer General von den ins Land «ingebrochenen Japanern verhaftet werden! Japan beschwert sich noch? Tokio. 2. März. Das japanisch« Außenmimsterium läßt durch den Botschafter in Moskau bei der Räteregierung wegen angeblicher Zu- fammenziehung von zwei Armeekorps an der russtsch-koreanifchsn Grenze anfragen. Sollte diese Truppen- zusammenziehung tatsächlich eingetreten sein, so würde Japan dies als eine Verletzung des Vertrages von Ports- m o u t h ansehen und die Räteregierung ersuchen, sich an Punkt 7 dieses Vertrages zu halten. Tokios Winkelzüge. Tokio. 2. März. Amtlich wird mitgeteilt, daß für Japan ein Waffen- stillstand in der Schanghai-Zone erst in Frage kommt, wenn die Chinesen auf die 2l)-Kilometer>Zone zurückgedrängt seien. Ueber die Pläne Paul Boncours im Völkerbundsrat heißt es in der Ver- lautbarung, daß die Pläne deswegen genehm seien, well sie den Zusammentritt einer Dermitllungskonserenz erst nach Beendigung des Kampfes bzw. nach dem Zustandekommen eines japanisch- chinesischen Waffenstillstandes vorsähen. Immerhin komme eine gleichzeitige Zurückziehung der japanischen und chinesischen Truppen insofern nicht in Frag«, als man den Chinesen nicht trauen könne.(!)_ Kohlenberge— und doch keine Kohle! Sturm von Frierenden auf eine Halde. Walsum. 2. März. Die Kohlenhalden der stillgelegten Zech« Rhein 1 der vereialgtea Stahlwerke waren gestern abend von annähernd 500 Personen au verschiedenen Stellen zugleich gestürmt worden. Die Menge versuchte. Sohlen zu entwenden. Da die Wächter dem Aasturm gegenüber machtlos waren, wurde Polizei Verstärkung herbeigerufen, die dl- Halden räumic und 50 Personen sesiuahm. Da man für heute ähnliche Vorkommnisse befürchtet, wurde ein besonderes Polizeiaufgebot für die Schacht- anlage eingefeh». Hätte man nacl) dem Vorschlag der Sozialdemokratie die Kohlenversorgung der Erwerbslosen in größtem Maß- stabe durchgeführt, so würde es nicht zu diesem Ver- zweiflungsakt gekommen.fein! Zn Straßburg wurde in der Nachwahl für einen verstorbenen Generalrat der Kandidat der kommunistischen DifsiLenlen. Abge- ordnete? M ourer. mit S5S1 Stimmen gewählt. Der sozialistische Gegenkandidat erhielt 8151 Stimmen. Di« Partei 5) ä g y s(Auio- nomisten) hat für Maurer gestimmt, die Anhänger der französischen Linken für den Sozialisten. Ritterlichkeit in Bankau. Oer kanbarbester August Vaffy wurde anqeschofsen und dann vor den Augen semer flehentlich bittenden Krau von emer SA�Horde ei schlagen. //SA., denkt an Himers Wort, kämpft ritterlich, Oer Mann wird gekillt, das Weib bekommt nur Kußtritte!" Gegen die Radaustudenten! Oas neue Oisziplinargeseh für die Ltniversitäten. Im Preußischen Landtag war gestern ein Antrag der Wirtschasts- parte! eingegangen, der die Staatsregierung auffordert, unverzüglich mit der Reichsregierung in Verbindung zu treten, damit die für den 20. März beabsichtigte Senkung der Geichs- und Gemeinde-Tiersteuer mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt.— Vor Eintritt in die Tages- ordnung beantragte zur Geschäftsordnung Abg. Grüter(WP.) die sofortige debattelose Verabschiedung dieses Antrages. Abg. Kasper(Komm.) erklärte, daß er zwar gegen die sofortige Verabschiedung keinen Widerspruch erheben wolle, obwohl der Antrag offenbar den Zweck verfolge, einen drohenden Reichsbierstreik abzu» biegen. Im Ruhrgebiet stehe der Ausbruch eines solchen Streiks un- mittelbar bevor. Abg. Zürgeosen(Soz.) meint, daß von einem bevorstehenden Bierstreik im Ruhrgebiet bis jetzt nichts bekannt geworden fei. Immerhin sei die Frage so wichtig, daß sie schnellstens im Ausschuß beraten werden müsse, damit sie möglichst am Donnerstag schon vom Plenum erledigt werden kann, hierauf über- weist das Haus die Anträge dem Hauptausfchuß. Es folgt die erste Lefimg des Gesetzentwurfs über die Rechte- Verhältnisse der Studenten und die Disziplin ans de« staatlichen Hochschulen. Die Vorlage begründet Llnternchtsminister Grimme: Die Staatsregierung sah sich zu der Vorlage veranlaßt, weil das bisher geltende Hochschuldisziplinargesetz von 1879 nicht mehr als zeitgemäß angesehen werden kann. Es ent- spricht nicht mehr den heutigen Rechtsgrundsätzen und den ver- änderten Verhiilfansien an den Universitäten. Es fehlt das staats- rechtliche Merkmal des modernen Rechtsempfindens, die Berufungs- instanz. Ein solcher Mangel war solange zu ertragen, solange mit der Vorstellung von der Unwersttät noch eine gewisse romantisch« Vorstellung von Unioersitätszuständen verbunden werden konnte. Nachdem aber leider das Verhalten einiger Gruppen von Studisren- den die Anwendung der gesetzlichen Disziplinarmittel allzuoft ersor- derlich machte, muß eine Gesetzesänderung erfolgen. Gleichzeitig mußte beachtet werden, daß das neue Gesetz nicht im Geiste ifiner Knebelung der hochschulfreiheit entworfen wurde. Die volle Wah- rung staatsbürgerlicher Rechte der Studierenden wird in dem neuen Entwurf stärker als bisher vorgesehen, insbesondere durch die Schaffung der Berufungsinstanz, durch eine andere Regelung des Verteidigungesystems und ein« Vereinfachung des Strafsystems. Da- neben bringt der neue Entwurf ein einheitliches Recht für alle preußischen Hochschulen. Leider war es bisher so. daß bei Unruhen an den Universitäten die Oesfentlichkeit nach dem Einschreiten de» Minister» rief und dabei sraate:„wo bleibt der ick, tappe Kerl?- Dabei war der Leffentlichkeit nicht bekannt, daß der Minister rechtlich keine Mäglichkeii zum Einschreiten hatte. Cr konnte von sich aus nicht aus Einleitung eines Disziplinarver- fahrens gegenüber einem Studierenden dringen. Er konnte lediglich die Strafe eines diszivlinarisch verurteilten Studenten mildern oder im Gnadenwege erlasien. Ich bin einig mit den Hvchschulbehörden. daß gegenüber den in letzter Zeit hervorgetretenen studentischen Aus- wüchsen, die die Lehr- und Lernsteiheit schwer beeinträchtigen, die Ordnung an den Hochschulen unter allen Umständen mit den öfsent- lichen Rechtsmitteln zu festigen ist.(Lebhafter Beifall bei den Re- gierungsparteien.) Es handelt sich also hier nicht um eine heimtückische republi- konische Erfindung. Schon früher glaubten Regierungen, daß man nur mit schärfsten Maßnahmen Ordnung an den Universitäten schaffen könne, wie es z. B. ein Reglement von 1750 von Friedrich II. sagt:„Der oder die Studenten, so sich unternehmen, über Komplotte zu verhandeln— und, um Aufwieaelungen zu machen, an das so- genannte Schwarze Brett zu schreiben... sollen«um inksmia relegieret oder noch härter bestraft werden. Die Strafe soll ohne Revision vollzogen werden." Also ganz unabhängig von der Regierungsform muß im Zlolsall scharfes Zugreifen möglich sein, um auf den Universitäten Ordnung zu schassen. lLebhafter Beifall bei de» Regierungsparteien.) In der Aussprache führte Abg. Dr. Chaies(Soz) u. a. aus: Die SPD. sage, daß die Studenten heute sich an der politischen Diskussion beteiligen sollen. Aber dann muß man auch aufräumen mit den alten Gewohnheitsrechten der Studenten. Dennsolangeanden Universitäten nicht geprügelt wurde, brauchte man keine Polizei. Wenn aber jetzt an den Universitäten Ausschreitungen vorkommen, ist es selbstverständlich, daß die Uni- versilätsräume keine Sonderstellung gegenüber der Polizei einnehmen dürfen. Wir machen dem Kultusministexium deshalb den V o r w u r f zu großer Toleranz. Es ist den Ausschreitungen nicht mit einer dem Ordnungsinteresse des Staates gebotenen Schärfe ent- gegengetreten. Der neue Entwurf bedeutet eine Besserung auch der mittelalterlichen Verfahrensvorschriften. Der Sesetzeatwars wirb dem Unterrichteau�chvh überwiesen. Die Anträge des Siedlungsausschusses, die eine Er- leichterung der Lage der notleidenden Siedler durch eine Reihe von Maßnahmen fordern, u. o. Zinssenkung, Stundungen, Einstellung von Zwangsmaßnahmen usw., werden angenommen. Annahme findet auch ein Antrag des Hauptausschusses, der in Abänderung eines kommunistischen Urantrages über den Lohn- abbau der staatlichen Forstarbeiter die Regierung er- sucht, in besonders begründeten Notfällen bei staatlichen Forstarbeitern im Unterstützungswege zu helfen. Der weitergehende kommunistische Antrag, der die Rückgängigmachung der Lohnkürzungen fordert«, ist damit erledigt. Den sozialdemokralischenAulrag.der Vorwürfe gegen die Pommersche Spirltnsverwertuugs-Gesell- s ch a f l wegen Verbindung mit den Deutschnatto- n alen erhob, wünscht der hanplausschuh als erledigt zu erklären durch die Acitkeilung der Staatsregierung, daß die Pommersche Spiri- ius-Gesellschafl das Ansinnen der Deutschnatioualon abgelehnt habe, durch ein llmlageverfahreu Beitrag« für die Deutschnationale Volks- parkei aufzubriogeu. Abg. Wenzloff(Unat.) sucht in längeren Ausführungen dar. zulegen, daß die Behuupiiingen des sozialdemokratischen Antrages auf einem Mißverständnis beichten. Im Schkußwvrt wendet sich Abg. Hartwig-Siettm(Soz.) gegen des Argumentation der Deuts chnatwnalen. Die Deutschnatio. nalen hätten bereits in der ersten Beratung und früher den ver- geblichen Versuch gemacht, von einer Täuschung zu reden. Der Redner erinnert an seine ausführlichen Darlegungen in der ersten Lesung und hebt hervor, daß hinsichtlich des terroristischen Vorgehens des Pommerfchen Landbundes der Ausschuß ausdrücklich den sozialdemokratischen Antrag angenommen Hobe! Das Haus bestätigt die Ausschußbeschlüsse, in denen die Re- gierung ersucht wird den Terror des Landbundes mit allen Mitteln zu bekämpfeu: insbesondere die Bereitstellung von Mitteln für genossenschaftliche Zwecke in jedem einzelneu Falle besonders zu prüfen und dort zu versagen, wo genossenschaftliche Einrichtungen zur Durchführung der Terrorbestrebungen des Landbundes mißbraucht werden. Es wird dann der Bericht des Rechtsausschuflss über einen f o- zialdemokratifchen Antrag beraten, der das Gerichtsurteil im Prozeß gegen die Direktoren und Angestellten der Pommerfchen Hauptgenossenschaft wegen des bekannten Korruzstionsskandales für nicht ausreichend bezeichnet und seine Revision fordert. Der Aus- schuß beschloß, den Antrag für erledigt zu erklären mit Rücksicht auf eine Mitteilung der Regierung, wonach Revision gegen das Urteil eingelegt fei. Zn der Regleruuaemitkeiluna heißt es weiter- daß durch die Vorgänge vor aNon das Hauplzollamt in Stettin, also der Reichsfinanzstskus geschädigt worden ist. Die Regierung werde dafür Sorge tragen, daß künftig Staats- oder Genossenschaftsmittel dort verjagt werden, wo genossenschaftliche Einrichtungen zur Durchführung politischer Terror- bestrebungen dienen sollten. Ausschußberichterstatter Abg Kuttner(Soz.) sagt, daß der Fall der Direktoren der Pommerfchen Hauptgenosseu- schaft, der dieser Verhandlung zugrunde liege, ein besonders beacht- licher Fall in der Kette der KorruptionserscheinuiAen der länd- liehen Genossenschaften sei. In diesem Fall sei der«taat fortgesetzt mit Einsuhrscheinen geschädigt worden.(Hört! hört! bei den Soz.) Den Steuerbehörden habe man falsch« Bücher vorgelegt. Als jedoch Anklage erhoben wurde, sei ein Teil der Fälle schon verjährt ge- wesen und immerhin habe sich seit dem 1. Januar 1930»och«ine Schädigung des Fiskus um 104 000 Mark an Einfuhrscheinen feststellen lassen. Seil 1927 könne man die Schädiguug auf mehr als eine Million beziffern. (Lebhaftes hört! hört!) Der.Hauptschuldige an der Erschleichung von Einsuhrscheinen sei wohl der Direktor der Pommersche» Haupt- genossenschast Hagemann, der gezeigt habe, wie man auf Kosten der ländlichen Genossenschaften durchaus behaglich leben könne. Auf dem Pap'er habe sein Gehalt 18 000 Mark betragen: tatsächlich habe er aber in einem Jahre nahezu 54 000 Mark verdient, ohne jedoch dem Staat Steuern dafür zu entrichten.$üt das Gewissen der veffent- lichkeii könne dieser korrupiionefaU m't dem milden Urteil des Sleliiner Gerichte nicht als ndgeschlosicu gellen. Der Ausschußantrag wird hieraus angenommen. Unter Ablehnung eines Ausschußantrages wird dem Staats- Ministerium für die Slaatshaushaltsrechnmig 1950 Entlastung erteilt. Hierauf vertagt sich das Haus auf Donneretag 10 Uhr: Kleine Vorlogen. Der Kall des Arbeitsamts Südost. Das Ergebnis einer schamlosen Hehe der Reaktion. Tausende von Arbeitslosen haben am Montag, Dienstag und Mittwoch gegen das schmucke Arbeitsamtsgebäude in der Sonnen- allee zu Neukölln unzählige Fluchworte geschleudert und ihren Zorn über das stundenlange Warten auf die Arbeitsamtsangestellten ent- laden, die vor Erschöpfung hinter ihren Schreibpulten und Schaltern bald zusammenbrachen. So unberechtigt die Wutausbrüche gegen die fieberhaft tätigen Angestellten waren, so berechtigt waren aber auch die Proteste, die sich in allen möglichen Formen gegen die skandalöse Behandlung der Arbeitslosen Luft machten. Wie konnte es nur zu diesen Skandalszenen kommen, die dem Namen der Straße, in der das neue Arbeitsamtsgcbäude liegt, geradezu Hohn sprechen? N ä u m l i ch e und organisatorische Mängel sind die Hauptgründe für oll das, was sich in den letzten 72 Stunden in und vor dem riesigen Stein- und Glaskasten in der Köllnischen Heide ereignet hat. Etwa 40 000 Unterstützungen— nach Einzug des Arbeitsamts Süd sogar fast 70 000— sollen hier wöchentlich ausgezahlt werden! Daneben soll hier mehreren tausend Arbeitslosen täglich der K o n- t r o l l st e m p e l in ihre Stempelkarte gedrückt werden, so daß nach vorsichtiger Berechnung etwa 20 000 Arbeitslose das Gebäude täglich passieren müssen. In den nächsten Tagen soll dazu noch das Arbeitsamt Berlin»Süd hier ein- quartiert werden, so daß sich dann die Zahl der Unterstützungsfälle noch um etwa 28000 pro Woche erhöhen dürfte, Als verhängnisvoll für die Abwicklung des.Betriebes stellt sich folgendes heraus: Das Arbeitsamt Südost ist nicht nur von vier bisher getrennten. Dienststellen mit rund 40 000 laufenden Zahlungen, sondern auch mit etwa.130 000 Unter- stützungsakten in das neue Gebäude eingezogen. Während bisher die Arbeitsteilung auf der Grundlge des A l p h a b e t s durch- geführt war, mußte auf Anordnung des Landesarbeitsamtcs eine grundlegende Umorganifation des gesamten Dienstbetriebes vorgenommen werden. Die alphabetische Einleilnog wurde vollständig aufgehoben: die 150 000 Allen und die 40 000 laufenden Zahlbogen wurden noch insgesamt 28 Verufsgruppen neu geordnet. Durch eine so riesige Umstellung, die ausgerechnet in der U m z u g s- moche vorgenommen-wurde, mutzte-von- vornherein das Funktin- nieren des ganzen Apparates bei Eröffnung des Gebäudes i» Frage gestellt werden. Bei der Ausnahme des Dienstbetriebes am Montag herrschte ein solches Durcheinander von Akten, ein so un- beschreibliches Suchen nach Akten und Zahlbogen, wie es feit Bc- stehen der Erwerbslosenfürsorge noch nicht zu verzeichnen gewesen i't. Aus diesem Durcheinander erklärt sich auch das stundenlange Warten der Arbeitslosen und der Tumult in den Antrags- aufnähme- und Antragsbcrechnungsstellen. Vollständig unzureichend für die Abwicklung der Kassengeschäfte sind die Kassenräume im Erdgeschoß. Da es nickst möglich ist, das Erscheinen von etwa 8000 Arbeitslosen mit mathematischer Genauigkeit über eine längere Tageszeit zu ver- testen, muß es zwangsläufig immer Stunden geben, zu denen einige tausend Menschen einen Zlnsturm auf die Kassenräume er- öffnen. Da die Kassenräume aber für einen solchen Massenandrang zu klein sind, müssen sich die Arbeitslosen vor dem Gebäude in langen Schlangen aufstellen. Diese riesigen Menschenmengen, d i e feder Witterung ausgesetzt sind, schieben sich langsam bis zu den Eingängen der Kassenräume. In jede Kasse werden nur bis zu 40 Personen hineingelassen. Dir haben seslgestelll, daß es bis zu vier Stunden währl, ehe die Wartenden die Kasseneingänge erreichen. Di« Eingänge sind mit Drehtüren oersehen, die so klein sind, daß sie vielleicht für den schwachen Verkehr eines Cafes ausreichen würden. Man mutz die Naivität des Architekten oder des Bauherrn bewundern, der solche Miniaturdrehtüren als ausreichend für einen Mafsenverkehr von Publikum betrachtet hat. Endlich in die Kassen- räume gelangt, befinden sich die Arbeitslosen vor einem Laby- rinth von Eisengeländern, die in Windungen zu den Kassen führen. Diese Eisengcländer, die das Kassengeschäft durch eine zwangsläufige Führung des Mcnschenstromes erleichtern sollen, haben sich als wahre M e n s ch e n f a l l e n erwiesen und sollten schnellstens entweder wieder beseitigt oder zweckmäßiger gestaltet werden. Es muß unbedingt dafür gesorgt werden, daß die Arbeitslosen nicht Im Freien warten müssen, wo sie nach einem stundenlangen Morsch allen Willerun gsunbilden flehend ohne feden Schuh ausgesetzt sind. Am Montag und Dienstag wurden die Arbestslosen buchstäblich in die Glastelle der Drehtüren gedrückt. Nachdem von der drängen- den Menge auch eine Anzahl Fenster der Hausfront eingedrückt war, nahmen die Arbeitslosen durch die Fensterrahmen ihren Weg in die Kasssnräume. Am Dienstag, gegen 2 Uhr, mußte ein großes Schupoaufgebot eingesetzt werden, mit dessen Hilfe das Zahl- geschäft mühselig durchgeführt werden konnte, das sich bis 5yj Uhr abends hinzog. Uebev die Unzulänglichkeit des S a n i t ä t s- r a u m e s haben wir schon berichtet. Am Dienstag muhte eine ganze> Anzahl bewußtloser Personen auf primitiven Unterlagen im Freien gebettet werden. Der Schande in der Sonnenallee muß schnellstens ein Ende be- restet werden. Es müssen sofort noch leerstehende Räume im Erd- geschah, die dem Arbeitsamt Süd vorbehalten sind, für Kassenzwecke eingerichtet werden. Dringend notwendig ist auch die B e s e i t i- gung der Drehtüren, die den Betrieb nur hemmen. Der Skandal ist so groß, daß eine nachträgliche Wiedergutmachung nicht befriedigen kann. Soweit wir die Dinge übersehen, sind freilich die Hauptschuldigen nicht zu fassen. Sie sitzen in den Arbeit- g e b er o c r b ä n d e n und den Redaktionen der bürgerlichen Presse, wo seit Jahren eine schamlose Hetze gegen die Arbeitslosen und die Arbeitslosenversicherung getrieben wurde. Dieser Hetze sind die B e r a n t w o r t l i ch e n iii der Reichsregierung und der Reichsanstalt erlegen. Das Resultat ist diese Schande in der Sonnenallec. Wir verlangen, daß vorher nochmals überprüft wird, ob diese Uebersiedlung des Arbeitsansts Süd nach der Sonnenallee über- Haupt ohne schwere Unzuträzlichkeiten sür die Abwicklung der Es- schäfte möglich ist und ob sie den Arbeitsuchenden zugemutet werden darf. Aus den traurigen Erfahrungen der letzten Tage muß man die Konsequenzen ziehen. Hilfe für das Arbeiisami Südost. Angesichts der skandalösen Zustände in der Sonncnallee haben die Gewerkschaften nnt aller Energie daraus gedrungen, daß zu den 12 Neueinstellungen, die gestern vorgenommen wurden, Hilfskräfte zugezogen werden, um eine schnelle Abwick- l u n g der Geschäfte zu gewährleisten. In Verfolg dieser Bennihun- gen werden sowohl vom Landesarbcitsamt wie von den Berliner Arbeitsämtern Angestellte heute im Arbeitsamt Südost Dienst leisten. 'Auch werden einige Neneinstellunzcn vorgenommen. Insgesamt werden ZO Angestellte beute mehr in der Sonncnallee orbcilcn. Wenn Goerdeler Diktator wäre (Sin ungen eßbares Kraut- und?�üben-programm. Auf Einladung der jungpreußischen Bewegung>proch öer Rcichskommissar für Preicü,.«rwachung. Oberbürgermeister Dr. Goerdeler in Königsberg über die Preisgsftal- t u n g. Dann ging er sehr ansführlich auf die Frage der A r. bettslosigkeit und die Möglichkeiten zu deren Beseitigung ein. Das bisherig« System der Arbeitslosenunter- stützung s«i unhaltbar. Durch die Aufhebung der Drei- teilung der Unterstützungen könnten nach seiner Schätzung etwa 300 bis 300 Millionen gespart werden! Es fei daneben durchaus möglich, di« Behebung der Arbestslofigkeit bis zu einem gewissen Grade vorzunehmen. Zunächst fei die T a r i f p o l i t i k Zweifel- los falsch. Zweitens fei eine starke Erweiterung des Arbeitsdienstes notwendig. Er würde sich nicht scheuen, auch die Arbeitsdienst Pflicht einzuführen. Drittens fei «ine Belebung des Arbeitemarktes auch durch Schaffung«! u es 'Arbeitsgebietes möglich, das nicht in Konkurrenz der freien Wirtschaft treten dürfe. Er erinnerte daran, daß nian etwa 300 000 Morgen crtragsarmen Boden aufforsten. «ine Million Morgen ertragreicher machen und das S.traßennetz ausbauen könne. Dadurch köimten etwa 300 000 Arbeitslose beschäftigt werden. Zur Frage der Mittelbeschas- fung erklärte er. daß die Gesellschaft für öffentliche Arbeiten vorgespannt werden könnte. Sodann forderte der Oberbürgermeister eine unbedingte Vereinfachung der Verwal- tung. Er erinnere nur daran, daß das gesamte Verkehrswesen nicht in drei Stellen geteilt, sondern in einer Hand vereinigt wer- den müßte. Auch bezüglich der Reichs- und Länderzuständigkeit fei eine Vereinfachung sehr wohl möglich, ebenso wie die der einzel- neu Behörden.- In der Anerkennung der All, nacht des Parlamen- tarismus sehe er eine Flucht vor der unbedingt notwendigen Ler- antwortung!! Eine Selbstbescheidung des Parlamen- tarismus sei notwendig, um elve unabhängig« und selb st verantwortliche Beamtenschaft zu machen. Zum Schluß wies der Preiskommiffar darauf hin, daß es unbedingt n o t- wendig fei, das deutsche Volk wieder wehrhaft zu machen, und so ergele sich erstens die unbedingte Forde- rung nach Wehrfreiheit, das Festbleiben in der Frage der Reparationen und drittens der Hinweis darauf, daß ein vernünftiger Aufbau der ganzen Kulturwelt nur auf dem Stande Ler Gleich- berechtigung möglich fei. Dein deutfchvationalen Oberbürgermeister von Leipzig ist offenbar seine Rolle als Preisabbaukommissar, die er selbst als beendet ansieht, zu Kopf gestiegen. Als sähe er im Leipziger Ratsteller am Stammtisch der Honoratioren, redet er nun vor aller Well Kraut und Rüben, redet und blamiert sich. Arbeitedienstpslicht, allgemeine Weh. Pflicht, Beseitigung der Tarifverträge, Beseitigung der Arbeits- lofenverficherung,„Selbstiescheidimg" des Parlamentarismus und Oberhoheit des Bürokratismus usw. usw. Da Herr Goerdeler Sie Preise nicht mehr abbauen will, wie wäre es, wenn er sich selbst abbentte? Internationale Arbeitskonferenz. Am 12. April beginnt in Genf die 16. Tagung der Inter- nationalen Arbeitskonferenz. Die Tagesordnung ent-; hält fünf Punkte: 1. die Invalidenversicherung in erster Lesung: 2. das Verbot der gewerbsmäßigen Stellenvermittlung(der Antrag zu diesem Uebereinkommen ist von Deutschland gestellt): 3. Be- rätung über Zulassung von Kindern in nicht gewerblichen Berufen: 4. Revision des Uebereinkommens zum Schutze der Hafenarbeiter und 3. Prüfung der Jahresberichte. Mit Punkt 3 der Tagesord nung wird eine allgemeine Besprechung der Maßnahmen des Jnteo nationalen Arbeitsamtes zur Bekämpfung der Arbeits� lofigkeit verbunden. Rundfunk zur 4v-Stunden-Woche. Arbeitsamt Süd vertagt Ltmzug. Das Arbeitsamt Berlin-Süd gibt bekannt, daß die Verlegung feiner versicherungsabteiluag nebst Zahlstellen von der Gneifeaau- bzw. Relchenberger Straße, seiner Vermittlungsstellen für männliche Arbeitsuchende von der Folllanepromellode und für weidliche Arbeil- suchende von der Lindcnstrahe, nicht, wie bekanntgegeben, in den lagen vom 3. bis?. März, sondern erst am 1 4. u n d 1 5. M ä r z in das neue Arbeilsamlsgebäudc in der Sonnenallee Z8 bis 56 er- folgt, ver Betrieb der geuannlen Abkellungen wird daher in den: aeueu Dienstgebäude erst'am 16. März ausgeuonuuev. Von einem Mitglied des Ueberwachungsausfchufses ! der Deutschen Welle wird uns geschrieben: Immer wieder ist— und zwar von den verschiedensten Seiten— bei den personellen Vorschlägen für die Streitgespräche die Frage aufgeworfen worden, od die Gesprächspartner auch weit genug voneinander entfernt ständen, um dem Gespräch einen wirklichen Inhalt zu geben, bei dem alle wichtigen Meinungen zu der Streitsrage zu Gehör kommen. Den regelmüßigen AbHörern der„Gedanken der Zeit" kann auch nicht entgangen sein, daß bei den Dutzenden von Zwiegesprächen über die wirtschaftlichen Fragen, die gerade die Arbeiterschaft bewegen, die bekanntesten Vertreter der freien Gewerkschaften, die Wirtschaftler und Theoretiker des Sozialismus regelmäßig und in hervor- ragendem Maße zu Worte gekommen sind. Wenn im vorliegenden Falle ein Vertreter der christlichen Gewerkschaften, die so auch Anspruch auf Gehör haben, in der Darlegung des Arbeiterstandpunktes zur 40-Stunden-Woche ver- , sagt haben soll, so kann ich das aus dem erwähnten Grunde nicht � beurteilen. Wörtliche Manuskripte der Zwiegespräche werden vorher nicht festgelegt, da dies erfahrungsgemäß die Lebendixckest der Ans- sprach« stört. Jedenfalls hat bei den Veranstaltern des Gesprächs die Ansicht bestanden, daß Dr. Röhr als wirklicher Gegenpartner zum' Standpunkt des Unternehmersyndikus Dr. Erdmann austreten würde. Von irgendeiner Absicht der Deutschen Welle, dies Gespräch einseitig zu gestalten, kann daher leine Rede sein. Die Verhandlungen in der Spediikon. Die KPD. sabotiert. In einer Vollversammlung der im Gesamtverband orgonifierten Speditionsarbeiter am Dienstag in den Residenzfestsälen stand da? Ergebnis der Verhandlungen zur Diskussion, die am Montag vom Gesamtoerband und dem ZdA. mit der Direktion der Berliner Roll- fuhrgesellschaft geführt worden sind. In den Verhandlungen wurde zunächst darüber Klarheit ge- schaffen, daß der mit dem Verband Berliner Spediteure abgc- fchlossene Lohn- und Manteltarif noch zu Recht besteht, durch die Gründung der Berliner Rollsuhrgesellschaft mithin eine Aenderung der Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht eintritt. Nack anfänglichem Sträuben erklärten sich die Direktoren der Rollfuhrgefcllschaft auch, bereit, die von ihr über- nommenen Arbeiter und Angestellten als nicht neu eingestellt zu betrachten, so daß ihre Ansprüche aus Urlaub usw. bestehen bleiben. Für die 107 Arbeiter und Angestellten der T ran sp o r r kontore wurde diese Zusicherung noch nicht gegeben, doch soll darüber noch einmal am 13. März verhandelt werden. Die evpcdi- tionsunternehmer versprochen weiter, mit den Gewerkschaften über eine eventuelle Arbeitszeitverkürzung zu verhandeln. wenn sich infolge der UmOrganisation in den Betrieben ein Ueber- fluß an Arbeitskräften ergeben sollte. Man rechnet sedoch im all- gemeinen damit, daß sick durch die Konzentration der Bahnsped,- tionen in kurzer Zeit eine Zlrbeitszunahme zeigen wird und alle jetzt beschäftigten Arbeilskräste gehalten werden können Die Versammlung, in die wieder etwa 40..revolutionäre Un- organisierte" gewaltsam eingedrungen waren, nahm den Bericht des Genossen Klose über die Verhandlungen noch verhältnismäßig ruhig entgegen In der D i s k u s s i o n aber, die zum Teil zur P r o p a- (ja n d a für T h ä l m a n n benutzt wurde(was schert die KPD. dos Los der Speditionsarbeiter?), zeigte sich die kommunistische Gr- wissenlosigkeit olme Sckiminke. Eine Entschließung der Branchen- leitung, sie mit der Wciterversolgung der Angelegenheit zu beaui- tragen, wurde abgelehnt! An Stelle dieser Entschließung wurden vielmehr verschiedene„revolutionäre" Anträge angenommen. in denen die„Bildung von Kampfausschüssen", eine aus den Betriebsräten der einzelnen Speditionsbetriebe gebildete Verhandlung?- lommission und ähnliches verlangt wurde. Als nach Schluß der Versammlung einige RGO.-Leute die Versammlung weiterführen wollten, blieb allerdings nicht ein einziger Speditionsarbsiter in> Saal zurück.. Der Gefamioerband wird gut tun, angesichts der Tatsache, da>, fremde Elemente in die Versammlung eingedrungen sind und diese unter Druck gesetzt haben, die Beschlüsse dieser Versammlung an- zuzweifeln und die Verhandlungen im Interesse der Spedition?- arbeiter weiterzufiihren. Daß die Vorfälle der letzten Versammlung sich nicht wieder ereignen dürfen, versteht sich von selbst. Oer Beginn der Beniengewährung. Wann muß der Antrag gestellt werden? Vom ZentraloerbandderAnge st eilten werden w:r auf dne wichtige Aenderung im Bezüge der Rente aus der Au- geftelltenverficherung aufmerksam gemacht, die wir unseren Leser» hiermit zur Kenntnis bringen: Auf Grund der bisherigen Bestimmungen des Angestellten Versicherungsgesetzes konnte das Ruhegeld rückwirkend bis zu einein Jahre gezahlt werden, wenn die Antragstellung aus irgend einem Grunde verspätet erfolgte. Durch die Notoerordnung vom 8. Dezember 1931 ist eine neue Rechtslage geschaffen worden. Ab 1. Januar 193? beginnt die Rente aus der Angestelltenversiche- rung mit dem ersten Tage des Monats, der auf den Monat folgt,' in dem die Voraussetzungen für die Gewährung der Renten erfüll: sind. Wird der Antrag jedoch erst nach Ablauf des Monats gestellt in dem die Voraussetzungen erfüllt winden, so beginnt die Rente erst mit dem d e m A n t r a g s m o n a t folgenden Monat. Das gilt auch dann, wenn der Berechtigte den Antrag nicht früher stellen konnte. Es ist deshalb erforderlich, daß von nun an die Rentenanträge rechtzeitig, das heißt sofort nach Eintritt der Berufs- Unfähigkeit oder Erreichung des 63. Lebensjahres gestellt werden. Das trifft sinngemäß auch auf die Invalidenversicherung und die knappschaftliche P e n s i o u s v e r s ich er ung zu. Wahlerfolg der Metallarbeiter. Bei der Firma Rudolf Krüger setzte im Januar ein wilder Streik der REO. gegen di« Notverordnung ein. Der Streik brach nach knapp einer Woche zusammen. Sämlliche aktiven Arbeiter- rä t e blieben auf der Strecke. Bei der Neuwahl des Bc- triebsrats am 1. März hatte die NGO. es vorgezogen, keine List««inzureichen. Dafür tauchte aber eine notionalsozia- l! st i s ch e Liste auf. Auf die Liste der freien Gewerk- schuften entfielen fünf Sitze, die Liste der National- sozialisten eroberte einen Sitz. Di«„Hib"-Aktion in diesem Betrieb hat die gehörige Zlbfuhr erlitten, trotzdem noch das eine Mandat den freien Gewerkschaften gehören müßte. SPD.-?raltio» d» arbeitslose»«vchdrucker. Freitag. 4. Miirz. g W 13 Uhr. Sewerkschaftsiwus, Saal l, Versammlung der erwerbslosen. SPD.-Buchdrucker. Neich-tagsabgeardnet-r Genosse Franz Ailnstler is ßl spricht Uber die Reichspräsidcntenwahl. Anschließend freie Aussprache.-; r-t Mitglieder der anderen graphische» Verbände und Sympathiflorendc i || sind willkommen. Der Fraktio»s»orpa»d. ßd�reie Gewefkschasts-�uaend Berlin Heute, Donnerstaq, 3. März, lÖVa Uhr. tagen die Gruppen: Lü)« ostsn: öugendherm Reichenberger Str. 66. Heimbesprechung, Traven- Abend.— T?mpelhos: Jugendheim, Lyzeum Gsrmaniastr. 4— 6. Der Zugang erfolgt durch den Gingang Götzitraße. auf der Hinteren Seite der schule. Heimbesprechung und Vortrag:„Warum Eisecue Front?"— Moabit: Iugendbeün Lehrter Str. 18—19. Unsere Osterfahrt im Lichtbild.— Staaten: Jugendheim der 17. Vollsschule, Gartenstadt, Ä.irchplatz. Endhaltestelle Auto- bus 31. Heimoesprechuno. Verbandsbuchkcntrolle. Neue Gesellschaftsspiele.— Schönhause? T?.r: Jugendheim Tierkstr. 18. Helmbesprechung, Liederabend.— Frauksurtor Aüee: Jugendheim Tilsiter Str. 4. Bunter Abend.— Laud�berqer Platz: Jugendheim Diestolmeyerstr. 5. Die Frau in Somjetrußlavd.— Lichtenberg: Ougendheim Dosscstr. 22. 10-Mlnu ten-Ref erat e.— Reu,Lichtcnbcrg: Lu. gendheim Gunterstr. 44. 2. Neihenvcrtrag: Arbeitcrfilhrer.— Osteude: 3u- gendheim Karlshorst� Trestomallee 44(Kant-Schule). Heimbesprechung. Aussprache: Iugendrecht und Iugendsäiutz.-7- Gcsuadbr'inneu: Jugendheim Rcte Schule. Gotenburger Str. 2. Heimbesprechung.� Verbandsbuchrontrollc.— Schöueweide: Äugendheim Laufener Str. 2(Rotes Zimmer). Volkstanzabend.— Lvpenirt: Hugendheim Grünauer Str. 5(Nähe Bahnhof Spindlersfeld). Heim. bespre6)ung, Liederabend. ££ �uaendoruppe öcs?entralverbande6 der AnaesteKten Seilte, Danneestag, finden kalgende Veraiisialtungen statt: Pankam- Riederschönhanien: Jugendheim Görschstr. Ig lqresies gimmer,. Aus- speacheabend.— Rorde»: Jugendheim Lorgingstr. IS, Dlslussionsebend: Tages- politische Ruudschait.— Ost-»: Juaendheim der Schule Litauer Str. lS, V-r. trag: Jugend in der Wirtschaft. Referent: Manp.— Treptam: Zugendbeim Clsenftr. 3(Gartenhaus). Leseabend.— Schöneb rg: Dir besuchen die Ver, sammlung des Werbebezirks.— Die Freie-Angestelltenbank e. G. m. b. H. tagt heute von A, bis 22 Uhr int Berbandshaus. Verantwortlich für Politik: Victor Schis!! Birtschait:®. SlingclhZfer: Dcwerkschaftabewegung: S. Steiner: Feuillcteu: Dr. Jahn Schikawaki: Lokales und Sonstiges: Fr ig»arstädti Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärls.Verlag®. rn. b. Verlin. Druck: Vorwärts-Buckdruckerei und Lerlagsaustatt Paul Singer 11. Ta., Berlin SD. 0», Liudenstraße ii. Hurz» 2 Beilagen. �r.105* 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts '.Donnerstag, 3. März 1932 Das Bergwerk der Erwerbslosen. Der Kurzzug der L-Bahn saust unter dem fast vollendeten Stahlgefiige der neuen O st• bahn brücke hindurch und hält fauchend ain Bahnsteig de- Betriebsbahnhofes Rummels- bürg. Vor dem Auge des Bc- schauers dehnt sich in hübsch geschwungener Gratbildung ein gelber Höhenzug. Dahinter ragt als Wahrzeichen der Gegend in vollschlanker Linie der Was- s e r t u r m van Friedrichs- f c l d c. Zu seinen Füßen breitet sich wie aus der Spielschachtel geschüttet, ein buntes Gewirr von Wohnlauben. Auf dem wuchtig ausladenden Plateau kommt die Pflanzenwelt nur kärglich vorwärts. Sie vegetiert genau so kümmerlich unter den ungünstigen Dasein-bedingungen wie die Bewohner der Gegend, die man vereinzelt und in Gruppen tagtäglich an den Hängen der Hügelkette, in emsiger Tätigkeit begriffen, beobachten kann. Aus schwarzen Bohrlöchern, die scharf umrissen sich ab- heben von der helleren Farbe der Berghalte, ragen ihre Oberkörper heraus. Mit Spitzhacke und Gartenspatcn, ja auch mit primitiveren Grabwerkzcugen fördern sie eine dunkle Masse zutage. Es ist Torf. Viele, viele Schippen Sand müssen beiseite geschaufelt werden, el)« die Moorsohle erreicht ist. Gar häufig rieselt der leichte Boden nach und droht den zu verschütten, der allzu wagemutig seinen Stollen tief in die Torfmasse hineingetrieben hat. Die keineswegs erstklassige Ausbeute an Heizstoff wird auf dem mit Säcken abgedichteten, klapperigen Leiterwägclchen verstaut. Keuchend ziehen Mann und Fron auf psadlosem Gelände hciniwärts. Knirschend graben die Räder ihre tiefen Furchen in den nachsackcn- den losen Sand. Ein mühseliges Stück Arbeit, doch was tut man als Arbeits- und Erwerbsloser nicht alles, um im Elend nicht ganz- lich zu versacken und wenigstens zeitweise eine halbwegs warme Stube sein eigen zu nennen. Droben setzt sich der Stadtbahnzug in Bewegung. Von seinen Fenstern aus kann man die Anfahrtsstraße verfolgen, die zu der Bodenerhebung führt. Der Volksmund hat sie bezeichnenderweise Arbeitslose auf der Torfsache. Zobtenstraße benannt. Doch ist der dahinter liegende„Zobten en miiiiaturc" nicht eine natürliche Hügclreihc in der Norddeutschen Tiefebene, sondern ein künstliches Gebilde. Auf jener Anfahrtstrahe brachte eine kleine lärmende und qualmende Lokomotive in den Iahren von 1925 bis 1929 Tag für Tag einen Lorenzug um den anderen heran, gefüllt mit Sand aus dem Labyrinth der Bau- fchächte, in denen heute die jüngsten Linien der Berliner Unter- grundbahn verkehren. Kipplore um Kipplore ergoh ihren Inhalt in den Rummclsburger See. Seerosen, Röhricht und Schilf wurden verschüttet. Verängstigt flüchtete die Vogelwelt aus der bisherigen paradiesischen Abgeschiedenheit dieses Naturidylls. Bald lagert« sich über den Pflanzenmodder der Druck von taufenden und obertausen- den von Zentnern Sand, Kies und Steingeröll. Als dann die Stadt Berlin den Sandbelag teilweise zu Bauzwecken an der Südseite nach mehrjähriger Pause abhob, hatte sich der moorige Untergrund, wie die zutage tretende Sohle zeigte, unter dem gewaltigen Druck der lagernden Sandmassen fest oertorst. Was Menschenkraft und Menschensinn in den vorangegangenen Iahren rücksichtslos und willkürlich an Naturschöpfung zerstört hat, das hatte die ewig schaffende Natur in ihrem Schohe umgebildet »md sie bietet es dem Erwerbslosen als willkommene Gabe. Ein Tag der Brände! Propellerfabrik in Waidmannslusf in Flammen. In den gestrigen Nachmitlagsstunden herrschte bei der Berliner Feuerwehr hachbetrieb. Aus den verschiedenen vorarten liefen fast zur gleichen Zeil mehrere Alarme ein und in einem Zeitraum von knapp einer Stunde waren etwa ein Dutzend Löschzüge unterwegs. Der gefährlichste Brand entstand in den frühen Nachmittagsstunden in der Propeller- und Blöbelsabrik der Firma Schwarz am Oraniendamm in waidmannslust. Bei der Arbeit sprang von einer Schleismaschine ein Funke auf Hobelspäne über. Im Augenblick stand ein Teil des Betriebes auch schon in Flammen. Der Brand griff mit großer Schnelligkeit um sich und die Arbeiter hatten gerade noch Zeit, um sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Mehrere Löschzüge ellten auf den Hilferuf an die Braiülstelle und mit drei Schlauchleitungen wurde die Bekämpfung des gefährlichen Brandes aufgenommen. Leider konnte nicht verhindert werden, daß ein Borratsraum, in dem größere Mengen Flugzeugpropeller lagerten, ein Raub der Flammen wurden. Erst nach zweistündiger angestrengter Lösch- tätigkeit war die Hauptgefahr beseitigt. Der Schaden wird auf etwa 20 090 M. beziffert. Waldbrand in Tegel. Durch das anhaltend trockene und heitere Wetter der letzten Tage hat sich für die Woldgebiete in der Umgebung Berlins die Feuersgefahr stark erhöht. Allein gestern mußte die Feuerwehr zehnmal ausrücken, um Walsbrände zu bekämpfen. In den meisten Fällen konnte die Gefahr schnell beseitigt werden: in Tegel da- gegen mußten unweit des Schießplatzes fünf Löschzüge und zahlreich« Waldarbeiter eingesetzt werden, um wertvollen Hochwald vor der Vernichtung zu schützen. Insgesamt brannte ein Gebiet von etwa zwei Quadratkilometern. Das Unterholz siel den Flammen zum Opfer. Der Hochwald konnte gerettet werden. Nachdem das Feuer durch Aufwerfen von Gräben eingekreist war, wurde aus dem Tegeler Forst tine zweite Brandstelle gemeldet. Diesmal brannte es nordwestlich.d«r Sendestation. Eine große Rauchsäule kennzeichnete weithin, die etwa 20 000 Quadratmeter uin- sangreiche Brandstelle. Auch an dieser Stelle hatten drei Lösch- zöge stundenlang mit den Löscharbeiten zu tun. � Am Pichelssee in Pichelsdorf geriet gestern mittag aus noch unbekannter Ursache ein Bootshaus in Brand. Zahlreiche Boote wurden vernichtet. Die Spandauer Feuerwehr vermochte trotz großer Anstrengungen wenig mehr zu retten. Brennende Wohnlaube. Gestern, spät abends, entstand in der Laubenkolonie Marien- dorfcr Weg in Britz ein Schadenfeuer, das eine Wohn- laude vollkommen einäscherte. Die Ausdehnung des Feuers auf benachbarte Lauben konnte glücklicherweise verhindert werden. Sirafaniräge im Gchuliheiß-prozeß. Oberstaatsanwalt Sturm stellte nach Schluß seines Plädoyers die Strafanlräge gegen dos frühere Generaldirektorium der Schult- heiß-Brauerei. Gegen Katzenellenbogcn wurden wegen Bilanzverschleierung, Untreue und Prospektbetruges ein Z a h r sechs Monate Gefängnis und 50 000 Mark Geld- strafe beantragt, gegen p e n z l i n wegen Bilanzverschleierung und Prospektbetrug sieben Monate Gefängnis und 2 0 0 0 0 Mark Geldstrafe. wegen Bilanzverschleierung wurden gegen Dr. Sobernheim vier Monate Gesang- n i s und 10 000 Mark Geldstrafe, gegen K u h l w a y zwei Monate Gefängnis und 10 0 00 Mark Geld- strafe und gegen Funke 20 000 Mark Geldstrafe beantragt. Oevisenschiebung Berlin-Amsterdam. Verhaflung am Kurfürstendamm. von Beamten der Zollsahndungsstelle Berlin wurde gestern der Direktor L. R i n g w a l d am kursürstendamm wegen Vergehens gegen das Devisengcsetz v-erhastel. R. hotte in Verbindung mit dem Direktor einer Amsterdamer Bank Schiebungen mit Vor» zugsaktien vorgenommen, bei denen es sich um werte in Hölze von Svo ooo M. lzandclte. während es dem Holländer gelang, noch rechtzeitig über die Grenze zu kommen, konnte B. ganz überraschend festgenommen werden. Er wird dein Untersuchungsrichter des Landgerichts Z vorgeführt werden. Es war aufgefallen, daß der Mann am Äurfürstcndamm ein großes Haus führte und in häufiger Reihenfolge die Besuche von Ausländern empfing. Die Beamten der Zallfahndungsstelle stellten den Direktor und seinen Kreis unter Beobachtung. Dabei ergab es sich, daß der Direktor einer Amsterdamer Bank, Haus er,«in regelmäßiger Gast war. Der Holländer kam nach Berlin und über- brachte R. Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahn. Die auch in Berlin notierten Summen erhielt der Holländer und verfchmimd damit wieder nach Amsterdam. Berlins Eiserne Front. Glänzende Versammlungsberichte aus allen Bezirken. Auch gestern wieder hat die Eiserne Front den Berlinern gezeigt, daß sie in Einmütigkeit auf der wacht steht, um den An» stürm des Faschismus abzuwehren. Im Tiergarten und im Wedding, in Kreuzberg und in Spandau, in Zehlendorf und in Schöneberg, in Neukölln und Pankow, in Treptow und Baumschulenwcg— überoll veranstalteten Sozialdemokraten und freie Gewerkschaftler, Beichs- bannerkameroden und Sportler öffentliche Kundgebungen, die überfüllt waren und zum Teil polizeilich gesperrt werden mußten, wanchec hat deshalb leider umsonst den weg gemacht. Er möge sich damit trösten, daß gerade dieser Massenandrang ein Beweis für den entschlossenen Kanipswillen der deutschen Republi- kaner gegen Hitlers Braunes Haus ist. Die Redner, u. a. Kurt heinig und Luise Köhler. Rladerholz, Otto Meier und Brandes. Dr. Moses, Friedländer, Brich und August Niemann, Künstler und Gotl- furcht, Iockel, Meyer und Snell, wurden immer wieder von stürm'- schem Beifall unterbrochen. Ueberall wirkten die Freunde vom Reichsbanner und die Genossen der Arbeiterjugend begeistert mit. Die Berliner Arbeiterschaft hat die Notwendigkeit der Stunde klar erkannt: wir müssen Hitler schlagen, deshalb wählen wir hnrdenbnrg! Bierstreik am Ende. Heute Verhandlungen mit Begierung und Magistrat. Die Lokolkommission der Gastwirtsvereinigungen Groß- Verl ms beschloß gestern abend gegen 11 Ahr nach einer ziemlich erregte i Versammlung in den Räumen der Industr'e- und hondclsbwimer, den ihr augefchtossenen verbänden die E i n st e l l u n g des Vier- streik? mit Rücksicht auf die durch Vermittlung der Industrie, und Handelskammer in Aussicht gestellten Verhandlungen mit den Regierungsstellen und auf Grund der von, Reich- sinanzminister gemachten Zusagen aus Senkung der Vierstcner zu empfehlen. Wie es heißt, ist in den Besprechungen, die die Handels! amnier mit dem Reichsstnangminifterium gehabt hat, ein« Senkung der Bier steuer um 7 Mark zugesagt worden, außerdem soll über eine Er- Mäßigung der Schankverzehr- und Lustborkcitssteuer verlmnbeli werden. Die Verhandlungen finden heute mittag um 12 1IH?-in der Industrie- und Handelskammer unter Vorsitz von Präsident Gelpke statt. Die Regierung wird durch einen Vertreter des Rcichsiinanz Ministeriums und den preußischen Handelsministcr Dr. Schreiber vertreten, außerdem dürste als Vertreter des Magistrats der Stadt- kömmerer Dr..Asch, her. besonders an der Schankverzehr-.und� Lust- barkeitssteuer interessiert ist, teifriehmest. Für das Gastwirisszewerb- ist eine Kommission aus sieben Vertretern gebildet worden, der Syndikus Dr. Hampe, List in, Lücke, Zöllner, Geychurdt, Eschtruth und Dumstrey angehören. Nationalsozialistische Erpressung. Sie erfolgt„mit deutschem Gruß und Heil Hüler". Uns liegt ein Flugblatt vor, das in F a l k e n f e e im Orts- teil Finkenkrug verteilt worden ist. Es ist unterzeichnet:„Mit deut- schem Gruß und Heil Hitler, gez. Kühle, Sturmführer si. 120/V/24." Wir entnehmen dem Flugblatt diese Sätze:„Auch Sie hoben die Pflicht, wenn Ihnen an Arbeit, Brot und Sicherheit etwas gelegen ist, die Reihen der SA. und SA.-Reserve zu stärken und hierdurch dem Vaterlonde zu dienen und sich selbst zu schützen. Wer trotz dieses letzten Appell» noch fernbleibt, wer nicht mithelfen will, bessere Zustände zu schassen, und es vorzieht, mit der Pfeife hinterm yscn zu sitzen, der ist gegen Deustchlands Erneuerung und damit auch gegen uns. Es werden Zeiten kommen, wo es Sie reut, und Sie Ihrer Gleichgültigkeit wegen oft die Augen zu Boden senke» werden. Wenn die Freiheitsfahne über Deutschland weht, dann werden wir alle Männer mit gesunder Faust, deren Nainc» in unserer Liste unauffindbar ist, fragen: II n d w o w a r st D u? Was hast Du getan zur Befreiung Deines Voltes?" Dieses Flugblatt der Nationalsozialisten ist eine Bedrohung und Erpressung zugleich. Man droht mit dem nahen Kommen des phantastischen Dritten Reiches, um an das Portemonnaie äugst- sicher Leute zu appellieren. Die ganze Verlogenheit des Flugblattes zeigt sich darin, daß man die gefürchtete„Eiserne Front" bis zur Kommunistischen Partei einschließlich reichen läßt. Jeder Einsichtige weiß, daß die Kommunisten i» der Sozialdemokratie, die den Haupi- bestandteil der Eisernen Front bildet, den bekämpsenswertesicu Feind sieht. Weiter lesen wir:„Machen Sie alle gesunden Fäuste für diesen letzten Appell4 Uhr findet die Haupwerhandlung gegen den Maler von Othegraven wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor dem Schöffengericht Schönsberg statt. Die Portierfrau S ch a r r> e s, die Mutter des von dem Leoparden NanosH getöteten Kindes, die selbst bei der Abwehr Verletzungen davongetragen hatte, ist vom Gericht zur Nebenkloge zugelassen worden. Tteistende Verkehrssicherheit bei der Lufthansa. Im Flugverkehr der Luft-Hansa kann für das Jahr 1931 eine weitere Steigerung der Verkehrssicherheit verzeichnet werden. Auf einen Unfall mit getöteten oder verletzten Passagieren entfielen im Jahre 1331 2 832 574 Kilometer gegenüber 1 510 445 Kilometer im Jahre 1330. Ausstellung„Kampf dem Krebs" bis 6. ZNärz verlängerk. Nahezu 40 000 Menschen sind bis jetzt schon in der Ausstellung „Kampf dem Krebs" im Europahaus gewesen. Die Ausstellung ist jeden Tag beängstigend voll— allein am vergangenen Mittwoch (Frauentag) würben 4562 Personen gezählt: Absperrungen sind zur regelmäßigen Erscheinung geworden. Das Deutsche Hygiene-Museum kann sich deshalb den dringenden Vorstellungen, die Ausstellung zu verlängern, nicht verschließen Die Ausstellung„Kamps dem Krebs" bleibt noch bis einschließlich 6. März in Berlin. Eine nochmalige Verlängerung ist dann aber keinesfalls möglich, weil die Ausstellung bereits am 12. März wieder in Braunschweig eröffnet werden muß. Auch die an Brmmschmcig anschließenden Termine liegen schon eno- gültig fest. Der 6. März ist also unwiderruflich letzter Ausstellungs» tag in Berlin. schutzlose Menschen von bewaffneten Halunken mißhandelt wurden. Während eines Possroms sah ich eine Anzahl Strolche mit Stöcken und Steinen aus einen grauhaarigen Alten einschlagen. Er lag. blutig und beschmutzt, auf dem Fahrdamm. Er machte keinen Versuch, sich zu verteidigen, was ja auch ganz ohne Sinn gewesen wäre. Er war völlig wehrlos, aber diese kräftigen jungen Lümmels schlugen ihn so lange, bis er keinen Laut mehr von sich gab. Dann sah ich, wie eine rasende Menge einen mißhandelten und ver- mundeten Studenten den Sanitätsleuten aus den Händen riß und weiter auf ihn loswütete. Ich sah auf einem Polizei- revier, wie ein einzelner Mensch auf die Anweisung des diensthabenden Polizeioffiziers,«ihn entsprechend zu emp- fangen", von zehn Schutzleuten„entsprechend" empfangen wurde. Während des kurzen Weges vom Revierzimmer bis zur Zelle bekam er Hunderte von Faustschlägen, Fußtritten, Hieben mit Säbelscheiden. Als er in die Zelle taumelte, war er über und über mit Blut bedeckt, das Gesicht war zer- schlagen... Aus meiner Zelle im Odessaer Gefängnis sah ich, wie in der„politischen" Frauenabteilung eine„Empö- rung" erstickt wurde, wie sie geschlagen, wie sie an den Haaren und an den Füßen über den Hof in die Strafzellen geschleppt wurden. Auf der Straße einer großen Stadt sah ich, wie Hausportiers und Schutzleute gemeinsam einen Dieb verprügelten, einen mageren und zerlumpten� Menschen, den jeder einzelne Hieb einer schweren Portierfaust zu Boden warf. Ich sah einmal, wie eine betrunkene Prostituierte mit Stricken gefesselt und aus dem feuchten und schmutzigen Fahr- dämm die ganze Straße entlang geschleift und schließlich in eine halbgefrorene Pfütze geworfen wurde. Was jetzt im Eisenbahnwagen geschah, war also für mich nichts Neues mehr. Es war mir fast schon etwas Gewohntes. Aber diese grauenvoll kindliche Hilflosigkeit erwachsener Menschen, dies völlige Abgeschlossensem von der ganzen Welt, diese völlige Unmöglichkeit, sich zu wehren, und diese völlige Nutzlosigkeit sedes Versuches, die Quäler mit einer Bitte oder einem Argument zum Einhalten zu bewegen � das alles war in der Tat furchtbar. Die Transportbegleiter kamen auf uns zu. „Burstein!— und Vatersname? Wie alt? Woher? Wohin? Besondere Kennzeichen?" Auf die letzte Frage gab Burstein keine Antwort. „Besondere Kennzeichen?" „Was soll ich haben für Zeichen?" (Fortsetzung folgt.) Oas Werk der Arbeiter-Samariier. 2luf t>«m Bezirkstag des Bezirks 1 der Arbeitersamoritcrkolonne Berlin begrüßte der VorliFend« die erschienenen Delegierten und Gäste. Zum Do.stanüsbericht, der den Delegierten schriftlich vorlag, gaben die einzelnen Ressartträger noch Ergänzungen. Es wurden 4303 Dienste mit 150 650 Dienststunden ausgeführt. Auch für den Sclbsthilfebimd der Körperbehinderten hat die Kolonne viele Sama- riter zur Verfügung gestellt. Di« Mitgliederbewegung ist trotz der schlechten Wirtschaftslage gut geblieben. Auf dem Gebiete der Haus» wirtschaftspflege uns Kulturpflege hat die Kolonne 80 Pflegen mit 19 684 Pflegestunden ausgeübt; hierbei ist zu erwähnen, daß noch nicht alle Bezirksämter sich der Arleiterfamarkterkolonne bedienen. Der Kassenbericht zeigte, daß die Kolonne finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Hier sei deshalb die Bitte um finanzielle Unterstützung ausgesprochen. Die Dorstandswahl ergab mit einigen Aenderungen die Wiederwahl des alten Vorstandes. Nachdem noch Werbebilder der Kolonne gezeigt wurden, wurid« der gut verlaufene Bezirkstag mit einem„Frei Hils' für die Bewegung geschlossen.— Beim Wasserrettungsbienst der Retwngsstation Saat- winkel wurden III Menschen aus Wassersnot gerettet. In 1110 Fällen wurden kranke und oerletzt« Sportler und Ausflügler mit erster Hilfe oersorgt. Von 78 gekenterten Booten würben 72 durch uns abgeschleppt. 13 Transporte nach Krankenhaus, Wohnung usw. wurden ausgeführt. 3 Ertrunkene, Wiederbelebung mit Erfolg 1, ohne 2, wurden geborgen; in 4 Fällen wurde nach Ertrunkenen ge- sucht, mit Erfolg 1, ohne 3. Wochentags wurde in 174 Fällen erste Hilfe geleistet. 168 leichte, 8 schwere, davon 7 Transporte. Di» e»tm»U> zisch«» SJtteix Sroj-Selli»» veranstalten am Sonntaa, dem t>. Mstrs, von s bis H Uhr, In Saoerlant, Fcstsstlen, Neu« Friedrlchstr. 35, Eingang Rmb strafte, eine Jnselten-TauschbSrie und sehenswerte schau. Gelegen. b-it für«auf und Tausch van Schmcteclinge». Käsern und anderen Insekten, sehr imeeeffanter Vortrag._ Welkeravssichleu für Verlin. Meist heiter, nur zeitweise wol- kig. mittags mild.— Für Deutschland. Im ganzen Reich keine nennenswerte Aenderung. parieinachn'chien fürGroß-Berlin stet, an da» Beztrtssetretartat Kit, 2 Trevven recht». I» richte» Etmeadmige» für dtcs» Rudrit fiud Berit» LW 68, Liudenltrafte 3 Beginn aller Veranstaltungen IS'/z Uhr, sofern keine besondere Zeitangab«! 5. Kreis. Alle Parteigenossen erscheinen heute im Blltariagarten rnöo vor IVt Uhr. Achtung, Abteilungsleiter! Banner und Fahnen sind mit- zubringen. 18. ftreU. Donnerstag, 8. März, Zusammenlunst der erwerbslosen Partei. mitalieber um 15 Uhr im Lyzeum, Eingang Parkstrafte.„Die Arbeitslosen in der Sozialversicherung.� Resereut: Genosse Kurt Hartenstein. 4. Abt. Die Lunltiouärsixung findet eist Freitag, 4. März, 20 Uhr, bei Brandis, Stralauer Str. 10, statt. Die Ausgab« der Flugblätter erfolgt am Eonnabend, dem 5, März, ab 17 Uhr im gleichen Lolal. zz. Abt. Am Donnerstag, 0. März, 17V4 Uhr, Flugzettelverteilung vom Lokal Hoikmann, Stralauer Allee 17. 42. Abt. Freitag, 4. März. 20 Uhr, gufammenlunft der jüngeren Partei- nütglieder im Jugendheim Porckstr. II.„Unser Kampf um die Abrüstung." 5«. Abt. Freitag, 4. März, Funltlonärstjung bei Frantzen, Kalckreuthstr. 5. 77. Abt. Freitag, 4. März, Fuoktionärsiftuna. Freitag, 4. März, 20 Uhr, bei R-tho, Prinz-Scorg-Str. 10, Funk. März, 19V, Uhr, Pvrst-ndsstftung bei SürNch, Begas. straft« 1. 20 Uhr Funltionärkonferenz im gleichen Lokal. 88. Abt. Bezirlsführer und erwerbslose Genossen holen ab heute, 18 Uhr, Material vom Genossen Leinler ab, 8». Abt. Freitag. 4. März, ISH Uhr, Funktionärsiftung bei Srommeck, Sander. strafte 10. Nur Sonnabend Flugblattverbreitung um 18 Uhr von de» esahlabendlokalen aus, '' lvi. Freitag. 4. März, Funktionärsiftung bei Schabetlo. 1. tdt. Freitag. 4, März, bei Klose, Funktionärsttzung. Auch die Besteller müssen erscheinen. 128. Abt. Freitag, 4. März, 20 Ilhr, bei Schwarz, Eaprivtallee 104, Funktio. uirsiftung. 128. Abt. Donnerstag, 3. März, 20 Uhr, Funktionärsiftung an bekannter Stelle. 12b. Abt. Freitag, 4.——"......'"""'" 188. Abt. Donnerstag F.tü�eftung de, 78. Abt. Freitag, 4. tionärsiftung. «>. Abt. Freitag, 4. straft« I. 20 Uhr , 4. März. 20 Uhr, Funktionärsiftung im Türkischen gelt. Ltag, 8. März. 20 Uhr, im Jugendheim, Schäneberger Str. de, Kursus Schlesinger. S rauenveranstaltuugea. I« Plenarsaal des ehemaligen Hcrrcnbause», Berlin, Leipziger Str. 8, ini Nahmen der Freien Sozialistischen Hochschule über:„Goethe und die Segen. wart". Karten zu 50 Ps. einschlleftlich Garderobe sind in der Referenten. zentral» zu haben. 124. Abt. gur Frauenkunbgcbung im Lehrervereinshau» am Donnerstag fahre» wir gemeinsam 18.28 Uhr von, Bahnhof Mahlvdorf ab. Arbeilsgemeinschaft der kindersreunde Grotz-Verlin. H Da« Seminar findet am Donnerstag, dem 1v. März, nicht statt. >' Anfterordentliche Sclseroersammluag»roft-Berlia im Gesund, fi hcitshaus am Urban Donnerstag, 10. Mär,. Beginn pünltlich f 19V Uhr. Senofle Dr. Kurt Löwcnstei» spricht zur Präfidenten- Osterfahrt. geplante Filmoeranstaltung Z wadl. Anschliehen» Aussprache. Helfeeauewei» mitbringe». ii Ritt«. Heute Helfertursus im Jugendheim Elisabethtirchstr. 18, '' Abt. Pappelplaft. Heute Aotc.Fallen.Ausspracheabend über Öfter. >n Jungs" �• i. Unsere jochentag..... WWWWWWWWWWWWW Vorwärts" bekanntgegeben. Dienstag, 8, März, gemeinsame Sitzung mit der �AI. Beginn pünktlich 2... fahrt. Morgen Iungfalken. Ausspracheabend über Kren, der«. Unsere für Sonntag, 0. März, gep__________ ,1 auf einen Wochentag verschoben werde». Der neue Termin wird S wir grellen an- wir slooen von Die Eiserne Front ruft! Donnerstag, den 3. Hirz: Mitte. I?1.*! Uhr, Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40-41. Charlottenburg. 191i Uhr, Türkisches Zelt, Berliner Str. 53.— Edenpalast, Kaiser Friedrich-Str. 24. Wilmersdorf. 20 Uhr, Viktoriagarten, Wilhelmsaue 114-115. Tempelhof, 20 Uhr, Schulaula, Mariendorf, Kurfürstenstr. Köpenick. 108. und 108a. Abteilung. 20 Uhr, Stadttheater, Friedrlchstr. 6. Lichtenberg. 20 Uhr, Schulaula, Schlichteallee. Efha. 16 Uhr, Lokal Tristram, Britz, Bürgerstraße 48/49. Redner: Karl Dresse). Rolgiefier& Diasing. 1714 Uhr, Lokal Regel, Ackerstraße 1. Redner: August Niemann. Freitag, den 4. März: Arbeiter, Angestellte und Beamte beim Bezirksamt Wedding. 16/4 Uhr, Großer Saal der Hochschulbrauerel, See- Ecke Amrumer Str. Redner: Bürgermeister Paul Mielitz. Tiergarten. 8. Abteilung. 20 Uhr, Nationalhof, Bülowstr. 37. Friedrichthain. 20 Uhr, Schonerls Festsäle, Stralau, Kynaststr. Fahneneinmarsch, Tambourkorps, Bläserkorps des Reichs- banners Friedrichshain. Rezitationen: Martha lohn. Wannsee. 20 Uhr, Deutsche Eiche, Königstr Tempelhof. 20 Uhr, Lokal Lierse, Marienfelde, Berliner Str. 54 Ecke Lankwitzer Str. Neukölln. 94. und 95. Abteilung. 19H Uhr, Kindl-Brauerei, Her- mannstr. Grünau-Bohnsdorf. 19% Uhr, Cesellschaftshaus In Grünau. Wittenau. 20 Uhr, Lokal Eberhard, Wittenau, Lübarser Straße. Sonnabend, den 5. März: Reinickendorf. 19 Uhr, Lokal Beck, Heiligensee, Straße 113 am Flugplatz. Montag, den 7. März: Tempelhof. 20 Uhr, Lokal Rohrmann, Lichtenrade, Hilbertstr. 19. Schöneberg, Siedlung Lindenhof. 20 Uhr, Ledigenheim Eythstr. Dienstag, den 8. März: Tempelhef. 20 Uhr, Aula des Realgymnasiums, Kaiserin- Augusta-Str. Mahlsdorf. 20 Uhr, Lokal Anders, Bahnhofstr. 37. Adlershef und Alt-Glienicke-Falkenberg. 19H Uhr, Lokal Wöllstein, Adlershof, Bismarckstr. 75. Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Alwin Brandes, M. d. R. Arthur Crispien, M. d. R. Gustav Eckhardt. Albert Falkenberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. Dr. Otto Friedländer. Hqns Gott- furcht. Gertrud Hanna, M. d. L. Dr. Theodor Haubach. Kurt Heinig, M. d. R. Max Heydemann. Luise Kähler, M. d. L. Georg Klaußner, M. d. L. Franz Künstler, M. d. R. Erich Kuttner, M. d. L. Siegfried Leo. Carl Litke, M. d R. Dr. Richard Lohmann, M. d. L. Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Georg Maderholz, M. d. L. locke! Meier. Otto Meier, M. d. L. Dr. Richard Mischler. Dr. lulius Moses, M. d. R. Stadtrat Otto Ortmann. Anton Relßner, M. d. R. Hermann Schlimme. Fritz Tarnow, M. d. R. Max Urich, Stadtverordneter. Hans Vogel, M. d. R., Mathilde Wurm, M. d. R. Mittwoch, den 9. März: Telefunken. n\4 Uhr, Blüchersäle, Blücherstr. 61. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Botinnen der A,0. K., Berlin, 16.30 Uhr, im Speiseraum der A. O. K., Köpenicker Straße 80— 82. Redner; Luise Kähler, M. d. L. Männer und Frauen, bekämpft den Faschismus! Schule ffiöcliftet Strafte. Schiiuedcrg. Heute, 20 Uhr, Helfersiftung bei Gen. Petersen, Feurigstr. 08. Weitensee.«reishetfer"" M' See 3, Hohenschönhausen. All. F«- Wciftensce. Kreishetseisiftung um 20 Uhr bei Siegfried Kaiser, Am Faulen 3, Hohenschönhausen. Alle»aUen 17 Uhr Freieuwalder Strafte. Lichtenberg. Abt. Rote Stürmer. Unsere Gruppenabende find wie folgt geändert: Montag alle Falten. Dienstag Rote Fallen, Donnerstag Rote Falken unt Iunafalken, Freitag Restfalten. Weddwg. Am Sonntag Seimabend Echönstedtstr. 1. 18 Uhr Beginn der Scktattenspiele.— Abt. Humbolbthain. Freitag, 20 Uhr, Helfersiftung mit SAJ., Funktionären(Schule). Bezirksausschuß für Arbeikcrwohlsahrt. 4.»reis. Freitag, 4. März, ISift Uhr, Bezirksamt Danziger Str.«4, g. 4, wichtige Helfersiftung und Aitenerledigung. Erscheinen unbedingt not. wendig. Sozialistische Studentenschaft Berlin. Freitag, 4. März, 20 Uhr, Im Bund, Albrechtstr. U, Dr. Friedlänber spricht über die Reichspräsidenlenwaht. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation _____ I. W Str. 20, ist nach langem, schwerem Leiden"im 40.' Lebenssahre verstorben. Ehre seinem An. denken. Einäscherung Freitag, 4. März, lühh Uhr, Krematorium Serichtstrafte. 30. Abt. Unser Genosse Wilhelm Schubert, L ~ libtn tm 40. Leben«!-' ___________________„ Freitag, 4. März, 10!. Rege Beteiligung erwartet der Abteilungsvorstanb. heule, Donnerstag. Z. Zstärz, 19� Uhr; Rorden: Lorftingstrafte. Kampfliedrabend.— Arnswalber Ptaft II: Rasten. burger Str. 18. Mitgliederversammlung.— F-Ikplaft Ii Sonncnburgrr Str. 20. Mitgliederversammlung.— Huwaunplaft: Gleimstr. 33—33. Mitgliederversamm» tung.— Nordosten II: Danziger Sit. 62. Mitgliederversammlung.— Schönhauser Borstadt: Souncubutgec Str. 20. Mitgliederversammlung.— Hasen. beide: Wassertorstr. 4. Brettspicladend.— Köpeniiker Viertel: Wanteufselstr. 7. Mitgliederversammlung.— Kottbusser Tor: Urbanstr. 187. Tagcsvolitil.— Südwesten: Lindenftr. 4. Mitgliederversammlung.— Schönebcrg III: Haupt. strafte 13. Mitgliederversammlung.— Reuiölln>11: Karl-Marr.GchuIe. Heim» abend.— Neukölln Xl: Polittscher Informativnsabend. Treffpunkt 19 Uhr Eelchower Strafte.— Tegel: Schäneberger Str 3. Uebunasabend.— Schöne- weide l! Jugend und der Fünfjahresplon— Lichtenberg-Ziord: Treffpunkt zur Kundgebung der Eisernen Front 10!« Uhr Bahnhof Friedrichsfeld«. Nachzügler 10 Uhr Schulaula Fischerstrofte Ecke Schlichtallee. Werdebezirk Tiergartcu: Sprechchor und Singekreis 19V4 Uhr Bochumer Strafte 8b. Werbebeziri Kreuzbera: Zusammenkunft aller Erwerbslosen um 13-4 Uhr im beim Reichenberger Str. 68. Thema: Tagespolitik. Werbebeiirk Lichtenberg: Beteiligung an der Kundgebung der Eisernen Front. Treffpunkt 1881 Ulir Bohnhof Reu-Lichtenberg. Werbebeisek Pankow: Werbebezirksvorstandsstftung tm Heim Frundsberg- ie um 1014 Uhr. Wirbebe, lrk Renkölln: Politischer gnformationsabend im Hei« Steinmetz. strafte 114. Beginn 20 Uhr. Proletarische» Orchester der SAJ. Eesamtorchesterprobe um 20 Uhr in der Karl. Marx. Schule, Kaiser�sriedrich-Strafte. Vorträge, Vereine und Versammlungen m SozialifiischeArbeiterjugendGroß'Verltn Einsendungen für dies» Rudril nur an da» Jugendsekretariat Berlin SW 88. Lindcnftrafte 2. vorn l Treppe rechts. Unser Jahresbericht 1031 ist tm Sekretariat zum Preise von 10 Pf. zu haben. Bezirksansschuftsiftung heute, 10-4 Uhr, im Sitzungssaal des Parteivor. stände», Lindenste. 3, 2. Hof, 2 Treppen. Schulungskurs«» für leitend« Grnppensnnktianär« am Sonntaa, dem 8. März, im Fraktionssaal Nr. 3 des Preuftifchen Landtag», Prinz-Älbrecht, Strafte 11. Für alle gemeldeten Teilnehmer gilt das Mitgliedsbuch als Ausweis. »ttirtosiissauitz f ürA t öeilcnvohSf ßfiri Berlin Am Ifootaar. drm 7, Mürn 10.1 S. SO Uhr. Im Kathann »nk«l in. Berliner Straße. Becirksverordnetennaal Funktlenär-Konfferanz Gen. Segawe vom Landesarbeitsamt Brandenburg spricht Ober: „Freiwilliger Arbeitsdienst.1* Schriftliche Einladungen er eben an die Kreis und Abte lungsleitungen Jedoch hat jeder Funk-ionär, der im Besitze der blauen Funktionärkarte der Aibe.terwohlfahrt 1932 ist, Zutritt mit dem gleich'autendcn Mitg iedsbuch der Partei « Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Wefchästsstelle: Berlin S. 14. Sebastionstr. 37-38. Hol 2 Tr. Mitte. Jungbanner. Sonnabend, 3. März, Feier im groften Saal des Eewerkschaftshausc», Engelufer. Konzert. Tanz. Auftreten der Spielschar des Kreises Osten. Beginn 20 Uhr. Eintritt 30 Pf. Karte» bei allen Funltionären erhältlich.— Wrddiug. Donnerstag, 2. Februar. Turne» mutz ausfallen. Jeder geht zur Blocksitzung. Radfo. 20 Uhr bei Reuftner, Teestrafte. Funktionäre der Radfo 19 Uhr ebenda.— Reinickendorf. Kameradschaft Rei» nickendorf-West. Die Kameradschaftsversammlung findet am Freitag, dem 4. März, nicht statt. Neuer Termin wird noch bekanntgegeben.— Esperanta-Sesellschast Eharlottenburg. Montag, 7. März, 20 Uhr, Kon- ditorei Wolter, Charlottcnburg, Bismarckstr. 114erschiede??farbigen Blusen und Höschen sitzen startbereit auf den Rädern... Das si?rd sogenannte Tretapparate, die auf Rollen ausmontiert si??d' die ihrerseits mit einem großen Tachometer im Hintergrunde verbunden sind, dessen Zeiger, in den Farben der Kostümierung dieser drei Mädchen, die zurückgelegte Kilometerzahl anzeigen... Es ist ein Radrennen aus dem Fleck, das von der findigen Direktion des Bcr- gnüguirgshaufes als„Sechstagerennei? der Bildschö??en?nit original Sportpalaststimmumg" plakatiert worden ist. Es ist nicht uninter- essant, daß tatsächlich die?neisten Pronune??tcn des deutschen und amerikanischen Radrennsports, die Meifterschastsfahrcr Lewanow, Sawall, Ehmer und Kroschel, im Anfang ihrer Laufbahn diesem Sport gehuldigt haben und derartige Hobcltretapparate zweifellos zum Training benutzen. Das hier hat jedoch mit Sport nicht das . inindeste zu tun!-- Der Smokingmann stellt die Damen vor. Er betont, daß Prämien für die einzelnen Spurts dankend angenoinmen werde??. Die Musik, die schmetternd die drei Etagen durchtoste, schweigt, die im Tanz verkrampften Paare halten inne. Die Tischtelepho??e und die Saalrohrpost ist außer Betrieb! An den Brüstungen ballt sich eine Wirrnis aus jungem und welkem Fleisch, Seide, Schmuck und Gier. Der koche??de Atem, der Dunst aus Schminkefett und Schweiß vermengt sich mit dem Tabaksqualm, mit Altoholdämpfen SUexiko fpricM mi uns... SchallplaUen und ein Bericht Die Mexikaner sind kein ei?cheitliches Volk. Der dritte Teil der Bewohner Mexikos find noch Jneiai?«r, die Hälfte etrva Mischlinge. der Rest Zugewanderte. Die moderne Zivilisation wurde von Spanier??, die nach der Eroberurig des Landes die alte, hochei?t- wickelle Maya-Kultur ausrotteten, und von den geschäfts- tüchtigen A???erikanern ins Land gebracht. Dort, wo die Berkehrs- straßen abseits liegen, hat sich noch alte?ndia??ische Heimat erhalten: dort gehört der Mensch noch zum Boden, de?? er bestellt, lvie ihn seine Väter bestellten. In sei??ein Roman„Die weiße Rose" erzählt B. Trauen von solcher indianisch-mexika??ischen Heimat, die dein Goldhunger der Amerikaner zum Opfer fällt, aber erst, nachdem durch einen Mond der Besitzer Hacinto beseitigt ist, den gute amerikanische Dollarscheine nicht zur Hergabe seines Bodens überrede?? konnten.„Ich kann die Hazienda nicht verpachten", sagt er dem Agenten.„Ich habe kein Recht dazu. Mein Vater hat sie auch nicht verpachtet. Auch nicht mein Abuelo,?nein Großvater. Auch nicht desien Vater. Ich muß sie behalten für die, die nach mir kommen?»erden. Die wollen auch essen. U??d die müssen sie behalten für jene, die wieder nach ihnen kominen werden. So war das iminer. Ich l)abe ja die Orangenbäume und die Rußbäccme auch von meine??? Vater bekomme??. Hätte er keine gepflanzt, dann würde ich keine Orangen ui?d keine Zitronen und kei??« Nüsse habe??. Das ist nun eben so mit der Hazie??La. Das können Sie doch r>er- stehen, Senjor Pallares?" Nein, Senjor Pallares kann das nicht verstehen. Er hat keine Heimat: er kennt keine. Er steht im Dienst der amerikanischen Oil-Company, die auf der„Weißen Rose" Petro- leum bohren will, das tauserrdfach n?ehr einbringt, als die Früchte der Orangen- und Rußbä?i»?e, die jetzt dort wachse??. Er keni?t keinen ai?dcrei? Maßstab für die Werte des Lebens als den, der sich in den Zahlen eines Banktontos ausdrücken läßt.„Hacinto ist verrückt", sagt er im Büro seiner Company. „Wenn ich auch einst ver?v«lken muß, Weiße Rose, du sollst blühen, U??0 inein letzter Lebensha??ch Ist für dich inein Abschiedskuß." Das Lied der Hazie??da, dessen schwermütig schöne Melodie ebenso rvie der Text vor Generationen die Huldigi?i?g ei,?ez Un- bekai???ic?? für die Heimat darstellte, ist indianischen Ursprungs. Es ist ein Lied, das heute noch in Mexiko gesungen wird, obwohl amerika??ische und europäische Schlager diesen alten Liedern starke Konkurrenz machen. Die Kompositionen, die Mexiko in unserer Zeit hervorbringt, si??d von diesen i??t«rnationalcn Melodien bcein- slußt, weit stärker in vielen Fällen als von dem Kulturgut der alten Volkslieder. Aber das Volk singt diese Lieder aus der Vergange??- heit noch u?rd schafft in ihren? Stil neue. Die Spottlieder, mit denen die Vorsahren sich freund- schajtlich neckten, werk?«?? heute auf die„Gringos", die Amerikaner, gedichtet. Der?'erliebte Ju??gling bringt auch heute noch seiner A>?g«betete?? ein wohlklingendes selbst gedichtetes und komponiertes Ständchen. Wo der Boden??och nach der Bäter Weise bewirt- schastet wird und die Berührung mit den Fremden geri??g ist, hat sich ein reicher Schatz alter Lieder lebel?dig erhalten, die vom ländlichen Leben und von ländlichen Sitten erzählen. Dort?verdcn auch noch die a l t e n Tänze getanzt, die indianischen, bei denen Männer oder Frauen allein tanzen, oder die späteren mexikanischen, die von ihnen gemei??sai?? ausgeführt werden, aber ohne daß die Partnerin dabei umschlungen v*rv. Nur mit werbenden Gebärden wird sie vom Manne uintanzt. So sehr lebt noch im Jn??ern des Landes das europaferne Gestern, daß auch die drastischen Sitten der Vergangenheit bei be- stimmte?, Zeremonien i>? unserer Zeit noch treu befolgt werden. Der Anwärter für den Häuptlingsposten muß sei??e Qualitäten dafür beweisen, indem er in einer Konkurrenz Sieger bleibt, bei der es gilt,???öglichst lange mit dem nackten Hinterteil über einein glühenden Kohlenstoß auszuhalten. Es ist nicht abzustreiten, daß er damit zeige?, kann, daß er die 5)äuplling«igenichaften. Ausdauer ui?d Hartnäckigkeit, in ausgiebigem Maße besitzt ui?d daß er kein Weichling ist. Eine ander« Sitte, die bisweilen recht gefährliche Folgen hat, bat sich ebenfalls erhalten, obwohl die Regierung olles mögliche zu ihrer Unlerdrückui?g tut: die des M a g u e y r a u s ch e s. Das Gift dieser Pflanze wirkt in kleinen Mengen erheiternd, iin Uebermaß genossen löst es aber Raserei aus, die zur Mordumt wer- den kann. Die Jr?dioner sollen es früher genossen haben, rvenn sie gegen Feinde zogen. In einen? Rundfunkvortrag erzählte der Lektor der Bücher- gilbe Gutenberg, Erich Knauf, kürzlich einiges von diesen alten mexikanischen Sitten, von denen Trauen auch zum- Teil in seinem „Land des Frühlings" berichtet. Für diesen Runbsunkvortrag hatte Traoen aus Mexiko Originalaufnahmen von Volks- lieber» gesandt, die vor den? Mikrophon gespielt wurden. Ein Stück voi? der Welt, die seine Wahlhein?at geworden ist, und die er immer wieder mit soviel Liebe und Verständnis in seinen Büchern schildert, rvurve lebendig. Truäe E. Scholz. und den? Aroina aus kostbaren ui?d billigen Parfüms. Denn das ist ein Ballhaus für Portokassc- und Klassemärmcr mit Katzenellen- bogenfrecheit, für unbefriedigte, johannistriebbeseffene Da???en wie für kleine jämmerlich herausstasfierte Nutten, für bcbauchte Grün- hütler urrd hungrige Gigolos... Von der Galerie herab ruft eine Äodderschnauze dem Sinoking- ?nann zu:„Määnsch, du hast wall mit Rcißnäjels jejurjelt! Määnsch bistuuu heiser! Duuu,?necker dir man aus, oller Meckcraujust!" Es ist weit nach Mitternacht. Die Stimmung ist bis zur Siede- Hitze gestiegen. Ein schmißverzierter Jüngling schlägt aus den Tisch. daß die Gläser iin Uinkreis zittern und beginnt ein Sauflied zu gröhlcn... Die Oberkellner und die Page?,, die angelackten Bar- Mädchen und die prozentualen Animiermaiden tragen ein ein- gefrorenes Lächeln vor sich hin, sie sind hundemüde... Der Smok?nginann vermerkt die Prämien: eine Schachtel Ziga- retten und eine Flasche Sekt und eine Bonbonniere und fünf Mark und so weiter. Und dam? geht es los. Die Kapelle intonierf cdcn Sportpalastwaizer. Zrvei Finger iin Mund, den„Hausknocheu' qi? den Lippen pfeift man???it. Die ar?nen Geschöpfe da oben, dos grobknochige, das zartgliedrige und das Mädchen mit dem einoil- lierten Puppengesicht, beginnen zu treten, zu trampeln, zu schwitzen. Es ist ein trostloser Anblick.„Schiebung"-Ruse erschallen, Zoten fliegen, sadistische Lust tobt sich aus. An der Seite der Manager im Smoking verk?n?det durch sein Megaphon die neu gestifteten Prämien! Seine stoßhcisere Stimme dringt mit einen? unüberbietbaren Kräftcouswand durch das Schmettern der Musik, durch das Schleifen der Tanzenden, durch den Trampellärin der drei Bildschönen mit den verzerrten Ge- sichtern, init den krebsroten Körpern, mit der rinnenden Schininke und dem rinnenden Schweiß, mit den keuchenden Lungen in dieser Pestlust. Die Apparate ki,attcrn auf den rasenden Rollen, die Zeiger bewegen sich vorwärts. Ein feister Spießer, umgeben von mehreren ausgehungerten, grell gestrichenen Mädchen, der an diese??? Abend de?? besonderen Wunsch geäußert hat. die Fahrerinnen sollten barfuß tanzen tsie tanzten dann tatsächlich auf Strümpfen mit den Eintänzern über das Parkett!!!), ein feister Spießer hat wieder ct?vas gestiftet. Und gleich daraus ertönt auch die Etiinme des Managers:„Ein echt goldener Ehering der Siegerin!" Tobende Lache heult auf... Ein Ehering der Siegerin! Haha, köstlich! Zum Schreien, komifchl Haha, hihi! Die Siegerin..., das ist die zartgliedrige Kleine mit den dunklen Augen, die so gar nicht zu dem frech einladend geschminkten Mund passen. Die Siegerin.... das ist die Kleine, der Not und Verzweiflung aus diesen Augen schreien. Ich spreche mit ihr. Aber zwischen den belanglosen Worten und Sätzen klingt und schluchzt etwas auf, das sagt mir:„Glaube mir, nicht für inich opfere ich hier meine Gesundheit, glaube mir. nicht für?nich setze ich mich dem Hohn dieser entfesselten Menschen aus..." Vielleicht tut sie das hier für ihr Kind, für ihren Mann! Ich weih es nicht. Will auch nicht frage??. Schon ist sie, die in diese?» Spurt eine Flasche Sekt, Zigaretten, Schokolade, Geld und einen Ehering gewonnen hat, von einer kleinen Menschenwoge fortgespült. Ich sehe noch den feisten Mann mit de?n vom Sekt geröteten Gesicht sich aus der Klette der hungrigen Mädchen lösen und auf die Schmale, Schlanke mit den sanften Hüsten zugehen, um sie auf die aus dem Trogen dieses Utensils erwachsenden Verpflichtungen aufmerksam zu machen... Dann gehe ich,... fliehe... Rundsunkempsang aus Kamelshöcker. Die Wüftc???va?idercr, die auf den Kamelen durch die irnevdlichcn oai?bmeitcn ziehen, brauchen sich jetzt nicht?nehr über Langeweile zu beklagen: Der Rundfunk »ersorgt sie mitten in der ungeheuren Einöde mit den neuesten Nachrichten ürcd allerlei Unterhaltung. Ein mohammedanischer Ge- lehrter, der kürzlich von einer langen Reise durch die abgelegensten Gegenden Arabiens nach Aden zurückkehrte, überraschte seine Freunde dadurch, daß er über alle Ereignisse während seiner Ad- Wesenheit auf de?n loufe??den war. Als man ihn fragte,?vodurch er so gut unterrichtet sei, ernndcrte er:„Natürlich durch den Rundfimk." Er erzählte dam? weiter, daß die Beduinen der Arabischen Wüste nicht nur Empfangsapparats ai? den Brunnen ariigcstellt haben, an denen ihre gewöhnlichen Halteplätze liegen, sondern daß viele von ihnen Rundfunkgeräte auf de?? Höckern der Kainele angcbrach? iiaben, so daß sie während ihrer Fahrten aus dem„Schiff der Wüste" die Rundsu rrkprogrami??« der nöchstoelegenen Sender hören könne??, ttr 105• 49 Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts OonnerSiag. Z MArz 1932 Banken für Arbeitsbeschaffung. Zur Bankensanierung und zur internationalen Kreditkrise. Die Vorschläge der sozialdemokratischen Reichs- tagssraktion und die Diskussionen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundcs über die Arbeitsbe- schafsung haben in der Oessentlichkeit starken Widerhall gefunden. Die Ueberzeugung lvächst, daß den künstlichen Deflationsmastnahincn in Deutschland planmäßige wirtschaftliche Aufbaumaß- nahmen entgegengestellt werden müssen. Der Februarbericht der „Allgemeinen Deutschen Creditanstalt-Eächsische Bank" sagt zum Thema der Krisenbehebung und Arbeitsbeschaffung folgendes: ..Es gilt alles zu tun, um den vorhandenen Bestand an wirt- schasllichen Kräften in Bewegung zu halten und einer weiteren Schrumpfung des Warenerzeugung-- und Warenoerteilungs- Prozesses entgegenzutreten. Nur in diesem Sinne heißt es u. a. die Generalbereinigung des deutschen privaten Großbankwesens durch das Reich zu werten. Ein Handeln aus eigener Initiative ist schon um deswillen so nötig, weil die internationale Zusammen- arbeit— gleichgültig auf welchem Gebiet— zwar von allen be- teiligten und interessierten Stellen erhofft wird, ihre Verwirklichung aber zur Zeit auf Schwierigkeiten stößt, die eine rasche und unmittel- bare Hilfe ausschließen. Demzufolge wird man trotz mancher Wider- stände nicht unchin können, dem Gedanken der Arbeitsbeschassung und den Erwägungen über Krediterleichterung im Sinne positiver Leistungen wirklich näherzutreten. Jedenfalls dürften Auffassungen abwegig sein, die in einem Abwarten mit Geduld und in einem Hoffen auf ruhigere Zeiten die Aktivität wirtschaftspolittscher Führung erschöpft sehen." Der Bericht sagt dann weiter, daß zwar die politische Klärung der Reparationsfrage für den wirtschaftlichen Fortschritt der Welt schon rein psychologisch von entscheidender Bedeutung sei, daß sich aber nicht leugnen lasse, daß der Zeitpunkt noch keineswegs ab- zuschätzen ist, wann solch gemeinsam« Endregelung tatsächlich erzielt werden kann. Auch die Deutsche Bank und Discontogesellschaft äußert sich positiv zur Frage der Arbeitsbeschaffung und drückt sich nur in der Finanzierungsfrage etwas zurückhaltender aus. Es heißt in ihrem Februarbericht: „Man wird nicht die Finanzierung jeder Arbeitsbeschaffung mit dem Hinweis auf Gefahren für die Währung abtun können. Dabei muß es sich aber um Ärbeiten handeln, die nicht nur zu dem ein- zigen Zweck vorgenommen werden, um jeden P r eis Arbeitslose zu beschäftigen, fondern bei denen auch die Rentabilität der auf- gewendeten Mittel gesichert erscheint. Es ist hierbei zu unterscheiden zwischen Arbeiten, die einem Einzclunternehmcn zugute kommen, und solchen, die dem Staatsganzen auf lange Sicht dienen mit dem Er- folge, die nationale Unabhängigkeit zu sichern. Bei Arbeitsbeschaffung dieser Art kann mit längeren Fristen gerechnet und mit größeremWagemut vorgegangen werden. Immer muß aber die kommende Produktions- und Ertragssteigerung als Ergebnis der durchgeführten Arbeiten und angelegten Kapitalien im Hintergrund stehen. Man muß sich allerdings darüber klar sein, daß mit der Inangriffnahme solcher Projekte das Problem der Arbeits- losigkeit als solches nicht gelöst werden kann. Dieses Ziel würde auch dann noch nicht entfernt erreicht werden, wenn die bekannten Vorschläge verwirklicht würden, die durch k ü n st- liche Kreditschöpfung bis zum Betrage von zwei Milliarden Mark neue Beschäftigungsmöglichkeiten für eine Million Arbeitsloser schaffen wollen. Es muß gegenüber allen mit mehr oder weniger Geschick volkswirtschaftlich verbrämten Darlegmrgen, welche die Be- rechtigung und Gefahrlosigkeit solcher Kreditausweitung nachweisen wollen, mit allem Nachdruck ausgesprochen werden, daß eine Kredit- ausweitung solcher Größenordnung unmittelbarin inslatio- nistische Gefahrennähe führen würde. Alle derartigen Bedenken fallen fort, wenn es gelänge, die Kreditreserve zu mobilisieren, die in Gestalt von 800 bis 1000 Illil- llonea Mark gehorteter Zahlungsmittel vorhanden ist. Hier würde es sich um den Rückgriff auf S p a r k a p i t a l i e n handeln, die in früherer Zeit angesammelt und erst im Verlauf der Kreditkrise von den. Geldinstituten abgezogen worden sind." Zum Bericht der DD.-Bank sind im übrigen einige Bemerkungen notwendig Es wird gesagt, daß die Vernichtung des beut- schen Auslandskredits nicht von der wirtschaftlichen, sondern von der politischen Seite her erfolgt sei. Das kann man nur sagen, wenn man gegenüber der ungeheuerlichen kreditzerstörenden Wirkung des Faoag- und des Nordwolle-Zusammen- b r u ch e s beide Augen verschließt. Wenn es dann weiter heißt, daß die 70V Millionen Rückstellungen auf Verluste, die bei den Groß- banken gemacht wurden, dafür zeugen, in welchem Umfange die„so viel geschmähten Banken als Puffer gedient haben, um den Zu- sammenbruch der seit einem Jahrzehnt durch außen- und innen- politische Eingriffe ausgehöhlten Wirtschaft aufzuhalten", so drückt sich hier die DD.-Bank gegenüber der zweifellosen hohen Verant- wortlichkest der Banken für die erfolgten Kapitalsehlleitun- gen allzu vorsichtig und für die Geschäftsführung der Bant- leitungcn allzu höflich aus. Im übrigen wehrt sich der Bericht gegen die Auffassung, die Bankensanierung sei eine gewollte Verstaatlichung des privaten Bankwesens und hofft auf die Wiederherstellung des privaten Charakters der jetzt öffentlichem Einfluß unterstellten Institute. Die DD.-Bank wünscht auch, daß von jeder unmittelbaren Einfluß- nähme auf die Bankenpolitik Abstand genommen wird. Für diese einseitigen Auffassungen haben wir volles Ber- ständnis, teilen sie aber nicht. Im gesamtwirtschaftlichen Interesse ist nichts so notwendig wie eine planmäßige und staats- wirtschaftliche Lenkung der Kredit- und Kapitalströme. Llm Hühner- und Schweinefutter. Warum noch keine Kostensenkung für Gestügelhalier und Gchweinemaster? Seit 1925 hatte sich die Hühnerhaltung von Jahr zu Jahr ver- größert. Im letzten Jahr hat sich der Hühnerbestand von 88 Mll- lionen auf 84 Millionen Stück verringert. Diese starke und sehr bedauerliche Abnahm« der Hühnerhalwng ist vor allem auf K o st e n der Geslügelfarmer erfolgt. Diese leiden unter der Ver- teuerung des Futtergetreides naturgemäß viel stärker als die land- wirtschaftlichen Betriebe, die ausschließlich betriebseigenes Futter verwerten. Daneben sind durch die rigorose Verteuerung des Futter- gctreides auch ein« große Anzahl kleiner Geflügelzüchter geschädigt worden, die sich durch die Haltung einer geringen Anzahl von Hühnern ihren Nahrungsmittelbedorf etwas aufbessern. Die durchaus berechtigkeu klagcu der Geflügelzüchter über das teure Futtergetreide haben die sozialdemokratische Reichstagsfraktion veranlaßt, an den Reichsernährungs- minister zu schreiben und eine Ausdehnung der schon bestehenden Verbilligung für Geflügelmais zu fordern. Nicht nur die an ein« Eierverwerwngsgenossenschaft angeschlossenen Geflügel- züchter sollen den verbilligten Mais erhalten, sondern sämt- liche Geflügelhalter, die eine Bescheinigung über das in ihrem Besitz befindliche Geflügel vorweisen können. Dieser be- rechtigten Forderung ist bis jetzt immer noch nicht entsprochen worden. Das Reichsernährungsmini st erium ist anscheinend voll damit beschäftigt, neue Projekte über Zollerhöhungen für alle möglichen landwirtschaftlichen Erzeugnisse auszuarbeiten, die zwar der Landwirtschaft nicht helfen werden, weil jede Verteurung von Nahrungsmitteln unweigerlich zu einem Absatzrückgang führt, dafür aber weitere Verschlechterungen unserer handelspolitischen Be- zlehungen zur Folge haben, was naturgemäß wiederum zu einer Steigerung der Arbeitslosigkeit und damit zu einer Senkung der Kaufkraft des industriellen- Teils der Bevölkerung führt. Infolge- dessen hat der Reichscrnährungsminister anscheinend noch keine Zeit gefunden, sich zu der vorgeschlagenen Senkung der Produk- tionskosten für die Geflügelwirtschoft aufzuraffen Irgendwelche Be- denken können gegen den Vorschlag nicht erhoben werden, denn eine Schädigung sonstiger Zweige der Landwirtschaft tritt durch die Ver- billigung des Hühncrmaises nicht ein. In diesem Zusammenhang muß auch auf die Notwendigkeit einer allgemeinen Senkung der Preise für Mais und Aullergerste hingewiesen werden. Eine Neuordnung der Gersteeinfuhr ist schon aus dem Grunde fällig, weil die K a r t o f f e l f l ock e n völlig aufgebraucht sind, durch deren Bezug die nordwestdeutschen Schweinemäster sich bisher eine Verbilligung der ausländischen Gerste verschaffen konnten. Werden nicht bald die Preise für das Futtergetreide ermäßigt, dann erfolgt eine zu starke Ein- schränkung des Schweinebe st andes, weil die Schweine- mast bei den jetzigen niedrigen Schweine- und hohen Futtergetreide- preisen völlig unrentabel geworden ist. Die Folge einer zu starken Einschränkung der Schweinehaltung ist naturgemäß eine Preissteigerung. Dieser sind aber durch die dezimierte Kaufkraft der Be- völkerung enge Genzen gesetzt, so daß also die Landwirtschaft trotz des geringeren zukünftigen Angebots nicht auf ihre Kosten kommen wird. Es ist ein Unfug, zu glauben, daß durch eine Einschränkung der Produktion eine Besserung der Lage der Landwirtschaft erreicht werden kann. Es liegt daher auch im Interesse der Land- Wirtschaft, wenn jetzt die Futtergctreidepreise ermäßigt werden. Wir fordern im allgemeinen Interesse daher von der Reichs- regierung, daß sie das Reichsernährungsministerium veranlaßt, zu- nächst eine Verbilligung des Hühnermaises vorzunehmen, dann aber auch eine Erleichterung der Futtergetreideeinfuhr durchzuführen. Eine unzureichende Maßnahme Das„Berliner Tageblatt" meldet: Zur Erleichterung der Futtermitteloerforgung und gleichzeitigen Preis st ützung des Hafers soll jetzt geplant sein, den Bezug von zwei Tonnen Auelawdsgerste an den Kauf von einer Tonn« Jnland-hafer zu 180 M. zu binden. Da die Gerste etwa 90 Rt. plus 40 M. Zoll tosten würtde, ergäbe das einen Durchschnittspreis von 147 M. je Tonne. Eine solch« Kombination erscheint uns völlig ungenügend. Keinesfalls dürfte ein solches Gemisch heute mehr als 125—130 M. kosten. Zu diesem Zweck müßte der Uebernahmepreis für Hafer aber viel niedriger angesetzt werden. Borsig-Gparervoil entschädigt? OaS Vergleichsverfahren über Dorsig eröffnet. lieber die A. Lorsig G. m. b. H. Berlin Tegel ist jeh» das Vergleichsverfahren eröffnet worden. Am Dienstag, dem 12. April, findet der Termin zur Verhandlung über den vergleichsvorfchlog stall. Die Gläubiger werden den Vergleichsvorfchlog der Firma in allernächster Zeit erhallen. Das Ziel des Vergleichsverfahrens wird sein, das Werk selbst in Betrieb zu halten. Bei dem vorliegenden Auftragsbestand müßte es möglich fein, mindestens 800 Mann bis zum Sommer voll zu beschäftigen. Auch die Frage über das Schicksal der Werksparkafsen- gläubiger bei Borsig steht vor einer befriedigenden Lösung. Es wird angestrebt, den Sparern außer der Ouotc. die sie aus der ver- gleichsmasse erhallen, volle Befriedigung ihrer Forde- rangen zu verschaffen. Nach unseren Informationen sollen die Mittel, die hierfür notwendig sind, von der Familie Borsig in guten Grundstücken zur Verfügung gestellt werden. Diese erfreuliche Lösung für die Werksparer ist sicherlich nicht zuletzt durch die Kritik, die die hoffnungslose Lage der Sparer in der sozialdemokratische» Presse gefunden hatte, beeinflußt worden. Der Vergleichsvorschlag der Firma ist so aufgebaut, daß die besterreichbare Befriedigung der Gläubiger mit der Möglichkeit ver- bunden wird, das werk wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Die für die Warengläubiger vorgesehene Quote beträgt 30 Proz., alle übrigen Gläubiger, insbesondere die Banken erhalten nach Ausschültung der Quoten für die Sparer und Warcngläubiger eine vergleichsweise Befriedigung aus dem Erlös der Restmaffe. hierdurch soll erreicht werden, daß die Fabrikalious- und Verkaufs- werte mit den Anlogen verbunden bleiben, um damit den weg für einen Wiederaufbau freizumachen. Um die vorliegenden Aufträge abzuwickeln, und den Verkehr mit der Kundschaft aufrechtzuerhalten, wurde am 25. Februar die A. Borsig Belriebsgesellschasl m. b. h. mit 300 000 M. Gesellschaftskapital unter Beihilfe der DD-Bank nnd der Dresdner Bank gegründet. Verband Deutscher Siedler und Kleinbauern. Am I.März 1932 ist eine neue Organisation ins Leben getreten: Der Verband Deutscher Siedler und Kleinbauern. Der neue Verband umfaßt alle diejenigen Siedler, die in einer vollen Ackernahrung ihre Existenz suchen. Seine besondere Aufgabe sieht er in der Ansiedlung von Landarbeitern. Wie schon IttNZti.VtacKseide gut verstärkt.............. Echt Ssypt. Mako 85 Künstl.Waschseide sonst 1.75.................. Kunstseide plattiert Pt maschenfest.......... 1 35 Die Sensation; Bembers• Schlüpfer fUr Damen, Gr, 42-50, mir 1 35 R e! ne Se i d e Bembers 45 fein Zehen- und Ballenver- etärkung. i 95 der Kamt ausdrückt, will er darüber hinaus ein Freund und Be» rater aller Kleinbauern sein. Der Verband steht auf r e p u b l i» kantschem Boden und will seine Arbeit mit allen Organi- fationen, die auf dem gleichen Boden stehen, in freundnachbarlicher Zusammenarbeit erledigen. Das Organ des Verbandes ist die zweimal monatlich erscheinende Zeitschrift ,Die Scholle" Die Anschrift de» Verbandes lautet: Verband Deutscher Siedler und Kleinbauern, Berlin SW, 48, Enckestr. 8. Die Geschäfts- führung hat Albert Kreutzer, die Schriftleitung Walter Kwasnik übernommen. Ferner gehören dem Hauptoorstand an: Dr. Lip- schitz, Georg Schmidt(M. d. R.) und Franz Spliedt. Die Eintragung In das Vereinsregister steht bevor. Günstige Reichsbanklage. Oie Devisenbestände vermehren sich weiter. Nach dem Reichsbankausweis vom 29. Februar brachte die letzte Fehruarwoche eine verhältnismäßig sehrgeringeInanspruch» nähme von Reichsbankkrediten. Die Flüssigkeit auf dem Geld» markt, die längst schon eine Dlstontermäßigung rechtfertigt, hat weiter angehalten. Die Wechselbestände nahmen um nur 179,6 auf 3322,7 Millionen zu, der Bestand an Reichsschatzwechseln erhöhte sich um 33,3 auf 43,8 und der an Lombarddarlehen um 144,4 aus 303,0 Mil- lionen Mark. In Erwartung der Diskontsenkung haben die Banken also den bei bevorstehender Kreditverbilligung billigeren Lombard- kredit dem Wechselkredlt vorgezogen. Die fremden Gelder auf Girokonto vermehrten sich um 90,9 auf 422,7 Millionen Mark.— Der Notenumlauf nahm um 26S,1 auf 4268,3 Millionen, der an Rentenbankscheinen um 1S,0 auf 419,1 Millionen zu. 3n den Sold- und Devisenbeständen hat die günstige Tendenz der Vorwoche angehalten. Zn der Vorwoche war znm ersten vlale feit langer Zeit eine Zunahme um Z.7 Millionen zu verzeichnen. Zn der letzten Febrnarwoche ist eine weitere Vermehrung um 1,ö Mil- lionen eingetreten. Zwar haben die Goldbestände um 1,1 auf 928,3 Millionen abgenommen, dafür haben sich aber die Devisen- bestände um 2,9 auf 148,8 Millionen oermehrt. Die Notendeckung durch Gold und Devisen ging infolge der zusätzlichen Kreditinanspruch- nähme zum Februar-Ultimo von 26,9 auf 23,2 Proz. zurück. Vorsorge in der Oevisenbewirischastung. Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, daß für den Monat März die Importeure mir in Höhe von 65 Proz., statt bisher 73 Proz., den Höchstbetrag der allgemeinen Genehmigungen zur Anforderung von Devisen in Anspruch nehmen dürfen. Diese Genehmigungen werden jeweils für einen Monat auf der Grund- läge der Importhöhe des gleichen Monats des Vorjahres er- teilt. Die Rechtfertigung dieser Einschränkung liegt einmal in dem starken Rückgang der Einfuhr, zum anderen in der Absicht, die Im- porteure stärker zur Inanspruchnahme von bereitstehenden Aus. landskrediten(Remboursen) zu veranlassen. Im übrigen besteht die Möglichkeit zur Stellung von Sonderanträgen, um in einzelnen Fällen noch erforderlich« Deoifenbetröge zugeteilt zu erhalten. Zusahvertrag mit Italien. Oer italieaifche Finanzzoll bleibt. Der deutsch-italienifche Handelsvertrag vom Oktober 1923 ist jetzt durch ein Zusatzabkommen erweitert worden. Zunächst ist festgesetzt, die Kündigungsmöglichkeiten bis zum 1. Ja- nuar 1933 ruhen zu lassen. In Zukunft kann der Handelsvertrag also erst ab nächsten Jahres mit sechsmonatiger Frist gekündigt werden. Eine Ausnahme besteht naturlich dann, wenn von einer Teste irgendein Verstoß gegen den Handelsvertrag stattfindet. Bon Bedeutung ist, daß Italien auf die Bindung der deutschen Eierzölle zu niedrigem Satz verzichtet. Auch für Zwiebeln und Wein wurden die Vertragszölle neu geregelt. In der entscheidenden Frage eines Abbaues des löpro- zentlgen Wertzolles, der fest dem Oktober v. Ä. in Italien zur Drosselung des Importes eingeführt wurde, wurde keine Einigung erzielt. Bon italienischer Seite wurde erklärt, daß Italien auf diesen für die Staatsfinanzen so wichtigen Zoll gegen- wärtig nicht verzichten könne. Es sollen jedoch die beidersestigen Handelsbeziehungen durch private Besprechungen deutscher und italienischer Produzenten aus Industrie und Landwirtschaft aus- gebaut werden.__ Erhöhte Textilgewinne. Dremer Wollkämmerei verteilt aus höherem Gewinn wieder 1lO proz. Dividende.- Und die Löhne? Je mehr Textilabschliisse bekannt werden, desto klarer wird, daß zum mindesten in der Wolloerarbeitung das Jahr 1931 ein glänzendes Geschäftsjahr war. Mag fein, daß die bestehenden Unternehmen von dem Zusammenbruch der Nordwolle prost» tiert haben. Tatsache ist fedenfall«, daß sse glänzend abgeschnitten OrdentlldierDezirhspailettaa am Sonnebend, dem S.April 1932, abends S Uhr und am Sonntag, dem S. April 1933, vormittags 9 Uhr, Im Plenarsaal des„PreuQlschen Staatsrats", Leipziger StraSe 3. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht; Georg Wandt. 2. Kassenbericht: Alex Pageis. 3 Bericht der Revisoren: H Wolff. 4. Fra enberlcht: Käthe Kern. 5. Aussprache 6 Wahl de« Bezirksvorstandes und der Kommiaaionen.— Bestätigung des Bezirkskassierers. 7. Oer Kampf um PreuSen. Aufstellung der Kandidaten. Anträge zum Bezirksparteitag mUesen bis zum 20 März an den Bezirksvorstand eingereicht sein haben, obwohl beim Warenlager Verluste aus den sinkenden Roh. wollepreisen entstanden, obwohl sie Ausfälle aus der Pfund» entwertung erlitten. Bei der Bremer Wollkämmerei, Dlumenthal, dt« bei vollem Betrieb über 4000 Arbester beschäftigt, erhöhte stch der Rohgewinn von 1930 zu 1931 von 3,1 aus 3,4 Millionen Mark. Nach stark heraufgesetzten Abschreibungen(0,8 gegen 0,5 Millionen Mark) bleibt ein Reingewinn von 1,3(1,2) Millionen Mark, aus dem wieder 10 Proz. Dividende auf das 10-Million«n-Kapital oerteilt werden. Dabei ist das Warenlager sehr niedrig(mit 3,2 gegen 4,4 Millionen Mark) bewertet worden, während di« For- derungen von 2,9 auf 3,8 Millionen Mark sttegen und die Schulden von 4,8 auf 3,6 Millionen Mark zurückgingen. Die offenen Reserven betrugen 3 Millionen Mark, das find 30 Proz. des Kapitals! Für die Arbester dieses Betriebs war das abgelaufene Jahr keineswegs so erfreulich wie für die Aktionäre. Der Ge- schäftsbetrieb wurde allmählich so eingeschränkt, daß im letzten Vierteljahr nur die Hälfte der Arbester beschäftigt war. Im neuen Jahr gewäh. leisten die Aufträge dem Werk für mehrere Monate Arbest. Wenn gesagt wird, daß die Herabsetzung der Preise für Kämmen und Waschen der Wolle»leider durch Einsparung von Löhnen und Gehältern nicht wettgemacht" wurde, so ist das angesichts dieser Gewinne schon allerhand. Sollen die Löhne vielleicht noch weiter gesenkt werden? Der Erwerb ausländischer Devise«, der in England seit Ein- tritt der Pfundentwertung verboten war, ist wieder gestattet worden. Gardiuenausskellung bei Okag. BeiOtag, LeipzigerStraße, ibt es eine Menge neuartiger, geschmackvoller Fensterdekoratiouen zu ehe«: an erster Stelle stehen Markisette- und Voilestoffe, die wegen ihrer zarten, luftigen Webart besonders für den Sommer sehr ge- eignet sind. Die Gewebe sind ileingemustert m bunten Farben, viel- fach werden aber auch Unistoffe, kombiniert mit einer bunten Ueber- gardinc und buntem Blendenaufputz, oerwendet. Daneben steht man fach gemusterte Gardinen- und Bezugsstoff, wieder stark in den Vordergrund getreten; für Herren- und Eßzimmer wählt man die verschiedenen Jacquardmuster, vor allem tweedartig gewebte Stoffe, die, sehr schön und weich im Fall, dekorativ in der Musterung wirken. Gittertüll, Stores mit Klöppel- und Häkelspitze, eine Fülle geschmeidi- der kunstseidener Stoffe, vor allem Chinö, vervollständigen die reich- haltige Auswahl an Fensterschmuck. Die Dekoration läßt der Phantasie frelesten Lauf, man sieht lose herabfallende Schalgardinen, seit- Garnierung der Fensterverkleidung. D>« Stimm«»i» ob«». Da» Rezcpi vo» heut«!„So fällt«wem nichts in den Schoß" und„Beim Aenflei� fltegr» nicht herein", saAte man früher. Heute sieht die Hausfrau in ihrer»itch«, trchi und wird nicht im g-rinast«» gestört, wenn Sann» und Ella, di« beiden klugen Hausfrauen, unsichtbar und in luftigem gwitgefprSch au» b«m«ether zu ihr sprechen. Wie man gut tccht und trotzdem spart, wie man durch Sanella au» dem Einfach sien ei» wahre» Festessen mach!, und noch»tele and«, gut« Sl Tanne und Ella, gum Sochen. auf» glattgestrichen« Brat— sann« -ich sanella au» rem amiaqit«» ein wadre» ander, gut, Ratschläge— da» alle» erzählen zum Braten, zum Backen,-ufz belegte uich mne und Ella«rwenden stet, nur Sanella. Tiiscrtss, Lichtspiele usw. «aal, TKealer OonanrotnE, den». Min staatsopar unter een Linden 20 UN» Cosl fan lutle StaatLSduusMlhaii! �nlarnuBirti 20 Uhr Prinz Filedridi ton(ioratiiro Schiller-Theater Lderlottendnr». Hierauf: Der zerhroebeoe Rivg ICaIä Tu* 1.5 u. 8H Udr VERA SCHWARZ KUCHEN PIRATES FRItOK«OUlllOE« „TINQEL'T ANGEL" MARIANNE WINKELSTERNuw. PI/Aza Nahe Schlei. Bhf. S>Ju.Stn.2.S,|U0. Tel.: E7W:lchse! 4031 „Ppleitcplke- — meivM rn.— Truppe 1031. rägL 8V. Uhr Di» fttauseiaile Preise lSPI.-SM Sonoab. odü Soqntag Qactuniltafs 4 Uhr halbe Preise. WM Mer 8 Uhr Vor v Oerh.Haupimann tioii; Hn loliliinlt. Theater desWestens Täglich 8V1 Uhi Die Dubarry in dirSotter-Innulerang mit Mary Losseft Sonnabend v«4 Uhr Sonntag vu Uhr Kai aus dar Kiste Sonn-ag S Uhr Der yogeltHBiller Wintej, ■ Garten- US lAr Flora 3434 Doudioi erlaott Otax tleValenco, Wallen da- Truppe. Hakan von Eloh- wald m.»einen l'A Solisten and«eitere Star.Nummern «am. oper Charlottenburg dlsmarckstiaSe>4 Donnerstag,! März Turnus IV Anfang 20 ht Frledemann Bach Ende gegen 23 Uhr Theater a.Kosiendor{piai2 iisu: Htiii Uitnkan Pallas 1051 Wegen Vorb»- icirung geschlossen Freüag,«. HArx TV« Uhr Premiere I TramerU SN» rp jbnugung* Restaurant I3erlinci L£WL1 Vouuulitinc niutor an BDIowolat■ » Uhi Fährmann Henschei mit Coli Jsaoiogs u. naigsreU Melier Regie; K H. Martin Staatl. Sdillir-nioater 8 Uh' Hierauf; Derzerbrochene King Rose-Theater inO, Fmklvtn sink 13? IN. Viidua E 1 342? 8 Mark. Berliner(VlkTriO II• H k• I i■. w Ualmau. 74/7&J Reidistiallen Theater UOnhoff platz 8 Uhr.— ronmags 3-/, Uhi ru kleinen Preisen Stettiner Sänger Die neue Groteske 'Dr.VeUklt MI alles-! h.i. Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! flüiisi&tilllttallttHW Aditnndl aditnnfi! TenvalluidsmlldUcder I Freitag, be« 4. März 1983,(eis« Sitzung der Mittleren Ortsnerwaltun- Dl» Ortsoermaltuag. tiaaenma er»». 11-38 38ä!v.kVkre!u8?lmmer tu Vertammluigen nun tesUiaTglien vorn: Fmnnien-Besi.-araiU und droker Pfiliaüllsc i —■—mm...... m4 Gewlnnouszug 5. Klasse 38. Preußisch-Süddeutjche Staats-Lotterle. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf febe gezegone Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar Je einer auf hie Lese gleicher Nummer in den beiden Abteilungen l und ll 20. Zlehimgstag L.Mär, 1932 In der heutigen Vonnlttagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 10 Tewinn« rn 10000«I. 33998 II 5910 123124 189033 196952 12®eainn. ,U 5300 mt 68112 113372 159253 258793 332312 356943 SO»«Winne*u 3000 W. 16024 51928 54368 66505 113903 129285 163761 167771 163761 174231 181991 193915 245S0S 3S9232 397391 52»ewinn.„ 2000 M. 979 8921 23933 32864 36779 52454 76452 77644 79977 BIMS 103102 107921 124250 145423 172867 187084 192399 229342 257685 235155 266708 293610 296163 297701 301662 342883 239727 241841 242035 242328 243822 251102 267132 260585266361 276993 277272 235027 200287 292849 302601 311091 312674316334 323298 323743 328103 338844 362172 368207 370478 380022381165 382741 384216 5367 5780 7451 21551 33265 33398 35027 41503 SOI 18 63418 57433 68566 69763 60393 61821 83440 64539 67664 26972 7705! 80228 87892 91134 92056 94404 105384 103494 108758 111390 122309 126243 1 263 4 131807 136442 137784 148548 153559 154032 154753 155904 160333 163082 164290 163707 166218166683 169296 172645 173134 178143 185698 190273 191732 196391 20E61 1 2142; 6 216838 219397 221245 221340 230643 232240 232961 248727 251403 258480 265305 268120 274253 27S394 282186 290290 293761 301021 315234 319139 322039 334402 337109 342351 344020 344692 Z46SI7 332218 357970 369742 372067 373909 374546 378364 382560 383275 334633 391649 395854 3n der Heuilgen Nachmittagszichung wurden Gewinne über dü0 M. gezogen e«eminn. ,» 10000«L 37020 233146 273634 8»tBirra« ,, 5000 M. 20371 22064 164621 34574« «»ewinne ta 3000 M. 156012 205150 215143 . dS»«Winne n 2000 M. 9746 39310 47696 49173 68231 68809 84898 1000Z9 133081 168614 169301 171759 198613 214862 21 690/ 250572 291003 311633 313726 323271 335034 337776 346486 395242 86 l?-Winne 1000 M. 6769 27397 29781 37793 40274 44219 89928 75054 125300 12584Z I 22536 143302 153685 I 6961 5 171704 190909 203439 209012 232362 232871 245211 248551 248939 250323 233371 255336 267102 263438 277659 279947 207691 293909 300932 307459 319816 328743 335360 336577 365122 365692 369032 377788 385146' 128 Sewin», n 500 M. 4891 6507»1512 12663 43657 48821 57419 68047 60320 62044 64588 69923 76895 77403 77716 9S299 90732 98523 103887 106012 111142 119400 127038 149843 162810 168336 176804 185809 189833 204310 204316 214580 215178 217296 222998 227299 228228 252733 256259 273847 283432 284963 299216 307789 310973 325863 328314 335281 345902 349508 354389 357002 358580 386789 356123 366457 373667 377419 378468 381279 385S53 336465 394180 396574 Im Eewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 2 Gewinne zu je 500000. 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 71000, 4 zu s« 50000, 10 zu je 25OJ0, 62 zu je 10000, 174 zu je 50.0, 334 zu je S JÜO, 044 zu je 2000, 18 j8 zu je lOuO, S.06 zu je 500, 8874 ,u je 400 Mark. Mschi kurzer Krankheit verschied plötzlich meine inniggeliebte Frau, meine gute Mammi, treusorgende Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Apotheker Rynarzewski Kondolenzbesuche dankend verbeten Max Rynarzewski und Tochter KLEINE ANZEIGEN jedes Wort 10 Pf. Fetro d udircsWott «0 P(5.(zulif'ij i fert�cdruckfe Worte (Worte mit mehr als 15 Buiisuben zählen für 2 Worte) Annahme durdt den Ver Ag. Lmdenstr. 3 (Vs9— Uhr) sämi „Vo wl ts'-FUi ilen u.-ÄusRabestel'en, sowie aIic Annon- cen-Expedftfonen (KlUS K- Instrumente ©ex schenkt erwerbe- lesen Senassen Radio. giifchrifte» un- ter W. D.„Por- wärtH'-Filial» Pe» tersburger Platz 1. I iwuie|[ r-vete» Ssillat. Ralonle Kratze 9. HiBidiingietacke. uifiscne usui. zu fpÄgen k°ust biÄg Ba.th. Wlfen meglS, lt' Batnlmfti. 81. Aufgabe der WM tchä,taräume. Zm Leihhaus Liplswttz, Sägerstratze SZ. t. Stage, laufen Sie jetzt noch viel billiger Her. cen. und Damen. garderoden. Pelzmäntel, Herrenpelz», Srillant-n, Uhren, Sold- und Silber- Jl waren. 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