Morgenausgabe Nr. 101 Ä 54 49. Jahrgang W-ch-nM» 73 Pf-«onatnA S.2» M < davon S7 P« Monatlich für Zufrel, lang in» Hau»)' im voraus»aiilbav. Vostbezug z.»7 M. elstichließlich soPi. Po izetlimzs- und 7S'Pf.Poktbestellor. bilhren.Auslandsal»mn � � H. Berttuev Vvttsblatt Freitag 4 März 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Sie etnf palt. Miürmelerzetle 80 Bf. Rellarnezeü« 3.- M„«leine An- »eigen" da« fettgedruckte Wort 20 Pf. (zuiafligMeifettacdruSlkWorte.jede» weitere Wort lO Pf. Rabatt iL Tarif. Worte über ld Buchstaben»abien für bUjei Worte, Ardeitsmarft Millimeter. »eile 2ö Pf, FainUienarigeigen Milli- melerzeUe ls Pf, Anzeigenonnadui« im Hauptaefchüft Lindinstrahe 8. wnchouäglich von 8-/> bis 17 Uhr, �>er VertagdehSlt sich dasRechl der Ab- lehnung nicht senedtnerAnzelgen vor l Jenttawrsa« der Sozialdemokratische« Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin EW 63. Lindenstr. 3 nernipr.. Dönhoff(AT) 292— 297 Telegramm-Ad?.: So Haldem okrat tPerliu Vorwarts-Verlaa G. m. b. H. Posticheckkonto; Berlin 37 53(5.— Bankkonto: Bank der Ärbelter, S iigelltllt«»»nb Beamten. Lindenstr. S Dt B.u Dtic.-Gej.. Dcvosit«nk..AeruiaIeinvi E?i 62456. Schlagt die Arbeiterfeinde! Gegen Scharfmacher, Faschisten und Spaltpilze. Wenn Hitler im westlichen Industriegebiet spricht, strömen die Unternehmer und Direktoren zusammen. Dann sieht man lange Reihen parkender Luxusautos— Arbeiterpartei Sie Scharfmacher besuchen ihre politische Kapitalsanlage. Ucber die Pläne, di? das in der Hitler-Partei und-Armee angelegte Geld versolgt. unterhält man sich im engeren Kreise..Ucber die Kapitalsanlage selbst spricht man nur im Kreise der Vertrauensleute. Der Sinn dieser Kapitalsanlage heißt: Kampf der Sozialdemokratie. Der Sozialdemokratischen Partei gilt der Haß der Scharfmacher. Mit Hilfe des Scharfmacher- geldes ist der Haß der Unternehmer in jenen tobenden. kreischenden Hexensabbat der insomsten Verleumdungen und Beschimpfungen, jenen Wahnwitz der Bluthetze nerwandelt worden, der sich Hitlcr-Bewegung nennt. Denn die Deute des Scharsmacherlums gegen„dos System" hcnlt. meint sie die Sozialdemokratie! Vir kennen den Haß aus viele Jahrzehnte aller Tra- dition. Wir kennen das Geheul der Meute. Wir, scheu das Alle im Reuen, und wir sehen die Unterschiede. Früher priesen die Gelben und die. Klopsfechter der Scharfmacher die Herrlichkeiten des kapitalistischen- Systems.- Heute mird mit Scharsmachergeld eine Propaganda betrieben, die sich eine sozialrenolutionäre Maske norgebunden hat. Dafür de- zahlen die Scharfmacher auch besser! Was für die sozial- revolutionäre- Maskerade bezahlt wird, ist das, was für das Lob der kopimlistischen Herrlichkeit gezahll wurde mal tausend! Well der ingrimmige Haß der gesamten Reaktion der Sozialdemokratie gilt, müssen die Nazis mit Hilfe des Scharf- machergeldcs der Sozialdemokratie„Arbeiterverrat" vor- werfen! Die Bürgerkriegsbauden des Faschismus, unterhalten von dem Gcldc, das die Scharfmacher durch den Lohndruck aus der Arbeiterschaft herausgepreßt haben, spielen sich als„Vertreter des schaffenden Volkes" auf. Während sie darauf warten, die Arbeiterschaft und ihre Organisationen durch blutigen Terror zu vernichten, spielen ihre literarischen Plänkler die Arbellerfreunde! Die faschistische Propaganda braucht sich bei dieser Abart ihrer Propaganda nicht in geistige Unkosten zu stürzen. Sie findet alles, was sie dazu braucht, schon fix und fertig nor. Ein kühner Griff in die Presse und in die Flugblatt- literatur der Koinmuniftischen Partei genügt, um ihr hin- reichend Material zu einem Feldzug der niederträchtigsten Lüge und des giftigsten Hasses gegen die Sozialdemokratie zu geben. Wir haben in Berlin mehrere Flugblätter der National- sozialisten festgestellt, die sich weder im Jargon, noch in der Gemeinheit von kommunistischen Flugblättern unterscheiden. sondern lediglich in der Wahlparole. Ucber diesen Flug- blättern konnte die kommunistische Parole stehen:.Haupt- seind ist und bleibt die Sozialdenwkratie". In der Tat steht über dem einen dieser von Unternehmergeld gedruckten Hitler-Flugblättcr:„Was brachte euch die SPD.— sechs Millionen ohne Arbell und Brot." Diese Flugblätter können für 5lommunisten und Nazis gleichermaßen gedruckt werden, es läßt sich ebensogut die Parole: Wähll Hitler daruntersetzen wie die Parole: Wählt Thälmanm Schließlich ist es auch eins: denn: wer Thälmauu wählt, wählt Hillerl Eines dieser Nazislugblätter lügt: „Die SPD. tritt also erneut ein: sür di- Herabsetzung der Löhne, für die Kürzungen der Erwcrbslosensatze. für den unge- heuren Steuerdruck, für die Beschneidung der Rechte des Volkes, für die ungeheuren Trtbullasten und damit für die Geschäfte der .Hochfinanz." Wir haben eben erst eine wütenden Artikel der „Deutschen V e r g w e r k s z e i t u n g" besprochen, in dem zuller Anführung statistischen Materials der Sozialdemokratie das genaue Gegentell vorgeworfen wurde-, Da war nicht die Rede von der Herabsctzmlg der Lohne, sondern davon, daß durch die Tätigkell von Sozialdemokratie und Gewerk- schaften der Anteil von Löhnen und Gehällern am Volks- emkommen von l91Z bis 19L9 um 12 Proz. gesteigert war- den fei, es war die Rode von der„S o z i a l i f i e r u n g der Einkommen", und die Anklage der Uillernchmer mündete in den Entriistungsfchrei, daß nun die Sozialdemokratie nach der Sozialificrung der Produktion greife. 3a ihren eigenen Organen führen die Scharfmacher den Kampf gegen die Sozialdemokratie für die Kapitalisten mit offenem Visier, während derweilen ihre bezahlten Socchte versuchen müssen, im Rücken der Sozialdemokratie mit den entgegengesetzten Parolen zu operieren! Woher käme der ingrimmige Haß der Scharsmacher gegen die Sozialdemokratie, wenn die Sozialdenwkratie das wäre, als was sie diese gelben Naziflugblätter hinzustellen versuchen? Warum die riesigen Geldopfer der Kapitalisten für die faschistische Bürgerkriegstruppe, wenn diese Lügen gegen die Sozialdemokratie Wahrheit wären? Fragt doch Hitler, ob im Drllten Reich höhere Löhne und höhere Er- werbslosensätze gezahll werden und die Steuern gesenkt werden sollen!_. , Diese plumpe Lügenpropaganda gegen die Sozialdemo- kraue mit Uuternehmergeld wird durch die einzige Tatsache entlarvt, daß Hitler der Vertrauensmann der Scharfmacher des Industriegebiets ist. Wie kommt es aber, daß der Faschisimis eine Spekulation mit solcher Propaganda anstellen kann? Das kommt daher, daß die jahrelange verlogene kommunistische Hetzpropaganda gegen die Sozialdemokratie nicht nur das Material dazu geliefert, sondeni weil sie in unaufgeklärten Arbellerschichten auch den Boden dafür bereitet hat! Der Faschismus ist der Nutznießer der Früchte der kommunisti- schen Lügenhetze! Die kommunistische Hetze gegen die Sozialdemokratie ist eine Hoffnung der Scharfmacher! Die klassenbewußte Arbcllerschast muß für diese Eni- Wicklung die Burschen zur Rechenschaft ziehen, die durä, Spaltung und Hetze der faschistischen Demagogie nnd der faschistischen Berwirrungspropaganda den Boden geebnet haben. Die Zusammenhänge liegen klar vor Augen, und die Konsequenzen für die Reichspräsidentenwahl ergeben sich von selbst. Die Kandidatur Thälmann dient der faschistischen Zlerwirruirgspropaganda ebenso■ wie die kommunistische Lügenhetze gegen die Sozialdemokratie. Wer das Gcharfmachertum und den Faschismus schlagen will, muß mit der Sozialdemokratie gehen! Gegen Hitler! Ausruf der republikanischen Verbände. Dos Kartell der republikanischen Verbände Deutschlands bezeichnet di« Präsidentenwahl als Entfchci- dungsjchlacht und erklärt: , Hillers Sieg würde Deutschland einer barbarischen Re- a k t i o n ausliefern, die sozialen Errungenschaften der werktätigen Masse» vernichten, den Rechtsstaat Deutschland dein Terror einer ungezügelten Diktatur ausliefern. Der siegreich« Faschts- mus würde das Werk von Weimar vernichten und die Hoffnung auf die Verwirklichung eines wahrhast sozialen Volks- staates zerstören. Hindcnburg ist Gewähr sür Ruhe und Ordnung! Er steht zu seinem Eid auf die Reichsversafsung. den er geschworen. Cr ist von dem hohen Willen beseelt, das Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen und den gesellschaftlichen Fortschritt zu fördern." Di« Wahl am 13. März ist sür Hiller die letzt« Gelegenheit, zur Macht zu lommen. Darum alle Stimmen— gegen Hitler— für H i nd« n b u r g. Christliche Gewerkschaste« gegen NGOAP. In einem Aufruf des Gesamtoerbandes der Christlichen Gc- werkschaften Deutschlands heißt es: „Das äußere Gebaren dos Ziationalsozialismus, seine Gewillt- anwendungen. die dem Terror des Kommunismus gleichkonunen, sind barbarisch und stehen im Gegensatz zu jeder christlichen Lsbensform. Der Nationalsozialismus gefährdet vor allem d i e soziale Entwicklung der deutschen Zukunft. Den Kampfformationen des Nationalsozialismus stehen Bereit- »ke nein Win« Die Stimmlisten Wo di« Wählerlisten eingesehen werden können, sagen die Berliner Anschlagsäulen Einsehungszeit: Heute uRd morgen von 13 bis 20, Sonntag von 9 bis 18 Uhrl Wahlrecht l-stWahlpllicht! Schladt Hitler! schafteu des Volkes gegenüber, die zur Abwehr jeder illegalen Machtergreifung und Machtführung entschlossen sind. Die christlich« Arbcllerschast bejaht den Volkswillen zur Abwehr jeder Diktatur. Sie selbst steht in eigener geschlossener Front gegen kommunistischen und nationalsozialistischen Diktaturwillen. Ihr Kampf gllt der Freiheit der Arbeiterschaft, der Freihell der christlichen Kultur und Lebensform, der nationale» Frechell des deutschen Volkes. Ihr Kamps gilt der Sicherung einer zukünftigen sozialen Volks- und Wirtschastsordmmg, die aus der freien Elllfallung und sinnoallen Zusammenarbcll der Bcruke und Stände erwächst. Für die Verteidigung dieser Zukunftsent- wicklung setzt sich die christliche Arbeiterschaft mit allen körperlichen und geistigen Kräften ein. Es geht um Leben und Freiheit de? deutschen Volkes!" Der Goebbels-Enilarver. Oie Personalien des Nazi-Abgeordneien Albert Jorster. Wir haben türzlich die wüsten Schimpfereien des national- sazialistischsn Reichstagsabgeordneten F 0 r st e r im Danziger„Vorposten" niedriger gehängt, durch die all« Versuche des»Herrn Goebbels, sich wegen seiner Deserteurrcde herauszulügen, durch- kreuzt werden. Wir erfahren nun interessante Einzelheiten über die Person des Naziabgeordneten Forster. Dieser Abgeordnete Albert F o r st e r ist nämlich—Beamter des Deutsch nationalen 5)andlungsgc- hilsenoerbandes und wird von der Verbandslciwng dos DHV. besoldet. Das ergibt sich cinwandsrei aus der presie- gesetzlichen Berichtigung des Herrn Habcrmann, die feiner Zeit iln „Hamburger Echo" vom 15. November 1931 erfolg!«. Danach sind auch die Abgeordneten Stöhr und Farster sowie Dr. Krebs, bekanntlich der Hauptschriftleiter des nationalsozialistischen.Ham- burger Tageblattes", von der Aerbandslcitung des DHV. „für die Erfüllung ihrer politischen Ausgaben in dem Maß« beurlaubt worden, als die Jnter- essen der deutschen Kaufmannsgehilfen es ge- bieten" Es ergibt sich also folgendes verbandspolitische Kuriosum: Während der Verbandsvorsteher Herr Bechly mit Emphase für die Kandidatur Hindenburgs eintrill, darf der DHD- Beamte Forstsr die Träger der Kandidatur Hindenburgs als un- anständige. Deutschland bekämpfende Menschen hinstellen, darf er im schreienden Gegensatz zu seinem Verbandsvorsteher behaupten: „Hindenburg ist heute der Vollstrecker des Willens der Feinde Deutschlands geworden." Und für dies« Tätigkeit wird der nationalsoziilllstische DHV.» Mann Forster"on seiner Derbandslellung nicht nur beurlaubt, sondern auch bezahlt. Der Giahlfels im Wildbach. Die Brüder von.Harzburg im freundsthafilicheu Disput. Nachdem die Geheimoerhoildlungen der Harzburger über die Aufftelluug eines gemeinsamen Präsidantschaftskandidaten in die Bniche gegangen, nimmt der freundschaftliche Bruder' kämpf zmischen den verbündeten Mächten immer inter- essantere Formen an. Die Agenten des Propheten Hitler nehmen kein Blatt vor die reizenden Mäulchen, aber die andere Fraktion flötet in beherrschtem Moll auch nicht übel. In der neuesten Ausgabe der Bundeszeitung des Stahl- Helm wird lichtvoll auseinandergesetzt, was die Hugenberg- Schutztruppe sich unter einem„nationalen" Reiaispräil- deuten vorstellt und was sie von ihm erwartet: Wir wollen nicht Herrschaft, sondern Führung, und wir lehnen deswegen jede Parteidiktatur ab. Wir sind auch heute noch der Ansicht, daß die nationale Opposition sehr wohl auf einen Kandidaten hätte geeint werden köllnen, aus einen Mann allgemeinen Vertrauens, der sich opserle. indem er in das System hineinging, um es von innen heraus grundlegend zu wandeln. Die Führer der großen Gruppen der nationalen Opposition blieben dann ihrer eigentlichen Aufgabe erhalten, von außen her jeder auf seinem natürliche n Kampffelde das System zu be- rennen. Wir be d a u e r n deswegen insbesondere den Entschluß Wolf Hitlers, selbst zu kandidieren. Sein Lebenswerk ist die Ueberführung breiter Volksmassen aus dem Marxismus zum nationalen Gedankew Diese Aufgabe ist noch nicht erfüllt. Sie sängt sogar in bezog aus die eigentliche marxistische Arbeiterschasl erst eben an. Hitler sollte sie nicht vorzeitig verlassen und sich als Reichspräsident in das System begeben. Das haben die Bundesführer des Stahlhelm seinem Bevollmächtigten in aller Offenheit gesagt. Der hat darauf geantwortet, daß Hitler ja auch nicht nur die Relchspräsidentschaft erstrebe, sondern die gesamie Staatsführung, önsotgedcssen wolle er. wenn er gewählt würde, die Stelle des Reichskanzlers nicht mit dem vielleicht begabtesten, fon- dern mit dem ihm am besten zur Hand gehenden Parteigänger besehen und und ebenso das Reichswehr- wie das Reichsinnen- Ministerium. Das aber würde die klare Diktatur eines Parteiführers bedeuten, und die Bundesführer des Stahl- Helm haben keinen Zweifel daran gelasien, daß sie das nicht wollen. Der Stahlhelm versichert deshalb in aufblitzender Er- kenntnis. daß„ein Volk noch viel schwerer zu führen" sei, als eine Armee mit Tnoß und Train, und daß ..hochfliegende Führerged anten herunte rge- z w u n g e n werden können durch den Mangel an Brot"! Diese notwendige Führererfahrung traut der Stahlhelm nach seinem Geständnis den Führern der Nazis nicht zu, aber er glaubt auch nicht an das all um- fassende Führergenie Hitlers! Aus all diesen Gründen erklärt der Stahlhelm wiederholt:„Wir lehnen eine Hitler-Diktatur ab!" Und er fügt hinzu, daß er sich notfalls einer„fehllaufenden Maffenbewe- gung" entgegen st emmen werde wie der— Felsen dem Wildbach! Das ist sehr schön gesagt. Alan wird abwarten müssen. wie lange der Stahlfelsen dem Wildbach der Lüge standzu- halten in der Lage ist! Oer Wildbach rauscht. An anderer Stelle des gleichen Wattes muß sich der Stahlhelm den schäumenden..WUdbach" einer hemmungslosen Hetze gegen die Arüder von Harzburg bereits mit Aufgebot aller Kräfte„ent- gegenstemmen'. Traurig zählt das Organ Duesterbergs eine Reihe von hakenkreuzlerrfchen Stilblüten gegen die Duesterberg-Kanbida. tur auf: Der Gauleiter Jordan aus Halle verkündete in edier öffentlichen Versammlung, die NSDAP werde Duesterberg genau so bekämpfen wie T h ä l m a n n Dieser Aeußerung des nationalsozialistischen Gauleiters sei folgendes gegenübergestellt: Die Stahlhelm-Voltsküche in Torgau, also in dem von Kam. Duesterberg geführten Landesverband Mitteldeutschland gab in den letzten Tagen ihre zehntausendste Mittagsportion dieses Jahres aus. Diese Portion nebst einer besonderen Zugabe an Eiern. Butter, Brot und Wurst erhielt der Nationalsozialist Wisotzki, dessen Gauleiter der obengenannte Herr Jordan ist. Die unartigen Kinder lassen sich also nicht einmal durch Mittags- Portionen, verstärkt durch Eier, Butter. Brat und Wurst, gefügig machen. Ja, Papa Stahlhelm muß weinend gestehen, daß sich bei den Nazi-Brüderchen„mit der unanständigen und unfachlichen Kampfesweise würdig die Lüge paart'. Aus einem gegen Duesterberg gerichteten Hitler-Fiugblatt, das der„Stahlhelm' ent- rüstet abdruckt, geben wir einige Kostproben: Die Kandidatur des Oberstleutnant Duesterberg ist eine über- hMiche Eigenbrötelei, ein Faust schlag gegen das er- wachende, nach der Endlösung sich sehnende Deutschland. Gebt den Schleppenträgern des monarchistischen ZmperiaNs- ums. den Schleppenträgern de» judo-libcrallfilschen Sapikalismus die gebührende Antwort... Der Stahlhelm entdeckt plötzlich, daß das ein„gemeines und erlogenes Pamphlet' sei, auf das er nicht eingchen könne. Er hat die ganzen Jahre nicht bemerkt, daß die Hitler» Agitation sich in der gleichen noch verstärkten Form gegen den Marxismus austobt, gegen die Arbeiterschaft deren Rechte zu be- seitigen das gleiche Ziel der Duesterberg und Hitler ist. Er hat wonnegrunzend zugesehen, wie die Schlammfluten der Derleumdung, der Lüge und des Geifers gegen jeden Sozialdemokraten geschleudert wurden. Jetzt, da auch ihn einige Spritzer dieses Unrats treffen, jammert er über seine Spießgesellen. Aber er soll sich nur gedulden, es wird für ihn noch besser kommen. Er gedachte, das demokratische„System' mit Ruten zu züchtigen und muß jetzt erleben, daß er selbst mit hakenkreuzlerisäzen Skorpionen gezüchtigt wird. Wir wagen nicht zu glauben, daß er aus diesen Erfahrungen etwa» lernen könnte. Einbürgerung. Oer korrekte Weg. Der Reichs rat beschäftigte sich am Donnerstag mit Ein- bürgerungsfragen. Etwa hundert Anträge lagen vor, gegen einige Anträge hatten teil» Bayern und Sachsen, teils Wärt- tsmberg und Thüringen Einspruch erhoben. Es wurde hin und her debattiert, schließlich wurde namentlich abgestimmt, und dabei alle Anträge genehmigt. So geht's auf korrektem Wega. Herr Hitler aber wurde— Regierungsrat in Braunschweig. Er ist im übrigen jetzt beurlaubt zu Agitationszwecken, so daß er Regierungsrat geworden ist, um Urlaub zu nehmen. Frauen im Kampf! Gegen Faschismus und Bürgerkrieg für die Eiserne Front. Im überfüllten großen Saal des Lehrervereinshauses legten gestern die Berliner Frauen aus der Soztaldemo» kratifchen Partei, den freien Gewerkschaften und dem Arbeitersport ein Bekenntnis für den Kampf in der Eisernen Front ab. In einer Zeit, da es gllt, den Faschismus zu schlagen, der alle staatsbürgerlichen Rechte der Frau vernichten will, hatten es die Kommunisten für gut befunden. Störungstrupps zu entsenden, die durch lärmende Zwischen- rufe einen geordneten Verlauf der Kundgebung zu verhindern suchten. Die überwältigende Mehrheit der Versammlung bekannte sich zur Kampfparole der Sozialdemokratie und spendete den Red- nerinnen immer wieder stürmischen Beifall. Einige Schreie» rinnen mußten durch den Saalschutz des Reichsbanners entfernt werden. Die Freie Sport- und Mujikvereinigung eröffnete die Kund- gebung. Die Versammlung erhob sich, als unsere Genossinnen vom Arbeitersport mit den roten Kampsfahnen einmarschierten Im Namen der Kampfleitung der Eisernen Front eröffnete G c n o s- sin Kern die Kundgebung: „Es geht gegen Faschismus und Bürgerkrieg, für die Rechte der Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Eiserne Front ist nicht nur Kampfsache der Männer, auch wir Frauen müssen einig zu- sammenstehen, damit wir nicht politisch entrechtet und der sozialen Errungenschaften der Republik beraubt werden.' Martha John rezitierte hinreißend Verse von Bruno S ch ö n l a n k und Hans Bauer. Dann nahm für die freien Gewerkschaften Frida Gladosch das Wort:„An die steige- werkschaftlich organisierten Frauen, an Angestellte und Arbeite- rinnen geht der Ruf der Eisernen Front. Wir Frauen müssen uns heute genau wie die Männer mit den Nöten und Sorgen herum- schlagen, die eine planlose kapitalistische Wirtschaft über uns gc- bracht hat. Die Sozialdemokratie arbeitet seit Menschenalter für die Interessen des Proletariats, und wenn die Arbeiterschaft nicht parteipolitisch zerrissen wäre, wenn es gelänge, eine einheitliche Front zu schaffen, dann würden die Hitlergesellen zittern. Die Einheitsfront aber, die immer von den Kommu- nisten im Munde geführt wird, geht in Wahrheit auf Zerstörung der Gewerkschaften aus. Wir leisten uns bei der Präsidentenwahl nicht den Luxus eines Zählkandidaten, wie es die Kommunisten mit dem Reitergeneral Th�mtinn tun. Wir Gewerkschaftler wollen auf unserem Frankfurter Kongreß für eine aktive Politik zur Be- zwingung der Wsttschaftsuot kämpfen. Wo in den Bestieben die Kommunisten den stärksten Einfluß haben, sind die Löhne der Ar- beiterinnen am niedrigsten. Auf der anderen Seil» stehen die Nazis, denen gerade wir Frauen uns nie und»immer mehr gut- willig beugen dürfen, weil sie uns aller Rechte berauben wollen. Kommen die Razls zur Regierung, wird Hitler Reichspräsident. dann bedarf es Zahrzehnle, um das wieder auszubauen, was zer» stört wird. Deshalb werden wir am lZ. ZNärz dem jetziges Reichs- Präsidenten hiudenburg unsere Stimme geben.'(Anhallesdcr Lei- fall.) In einer kurzen, packenden Ansprache bekundete Genossin Aenne Wolter den Kampfwillen der Arbeiter- sportlerinnen:„Wir bundestreuen Arbeitersportlerinnen bekennen uns zu den Hammerschaften und den Kampforganisationen der Sozialdemokratie und des Reichsbanners. Wir Frauen müssen eingreifen, weil es um unsere kulturellen Rechte geht. Zuerst wird man in einem Dritten Reich an die Gewerkschaften und die Kultur» organisationen herangehen wollen. Wir sollen nichts als Haus- stauen und Gebärmaschinen sein! Obwohl wir bessere Mütter sind als das Nazizeug von Frauen, wollen wir doch unsere kulturellen und staatsbürgerlichen Rechte. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen, und die größten Schädlinge sind heule die Menschen, die hetzen und die Arbeiterbewegung spalten.(Anhaltender Beifall.) weil wir Sportlerinnen wissen, worum es geht, deshalb schlagen wst am tZ. März hiller. indem wir hiudenburg wählen! Reichstagsabgeordnete Genossin Johanna Reitze über- mittelte die Grüße der Hamburger Eisernen Front und gedächte dann unter tiefer Bewegung der Versammlung des durch die Nationalsozialisten hingemordeten Landarbeiters August B a s s y. Selbst dieser Augenblick der Trauer war von einer Kom- munistin zu einem schamlosen Zwischenruf benutzt! Genossin Reitze fuhr fort:„Die Nationalsozialisten wollen an die Macht, damit sie Herren und wir Knechte sind. Sie wollen die Weimarer Verfassung stürzen, um alle Aufstiegsmöglich kellen der Arbeiterschaft zu beseitigen. Wir sind entschlossen, di« Arbeiterrechte trotz aller Nöte der Zeit in Einigkeit zu verteidigen. Eine freie Verfassung ist noch nicht das Glück, aber der Boden, auf dem das Glück bereitet werden kann. Um die Verfassung zu erhallen, unl Hitler zu schlagen, wählen wst Hiudenburg.' Nach kurzen Schlußworten der Genossin Kern wurde die Kund- gebung mit dem Gesang der Internationale geschlossen. Legalität hinter den Kulissen Illegales aus der Aazi-Pariei. Der Herr Regierungsrat von Braunschwelg, Osaf Hitler, hat einmal mll hellseherischer Kühnhell von sich gesagt, daß nicht» in seiner„Arbeiterpartei' ohne sein Wissen und ohne seinen Willen geschehe. Das war wirklich sehr hellseherisch und sehr kühn! Er hat zudem eidlich seine Legalllät dokumentiert. Inzwischen kommt so allerlei ans Tageslicht, und da weiß man nicht, beschwindeln die Wannen den Oberosaf nach Strich und Faden, oder bsschwindell er die allzu geduldige Republik? Der SA.»Oberführzr Fritz Weitzel in Düsseldorf hat über ins Tätigkell der dortigen Nazigruppe in einem Bericht über da? zweit« Quartal 1931 unter der Rubrik„Nachrichtenstelle la' behauptet: „Ich werde erreichen, daß ich in Kürze restlos im Besitze der Adressen sämtlicher politischen Gegner bin." Unter der Spitzmarke„Motorwesen' findet man den sehr auf- schlußreichen Satz: „Auch ist es ohne weiteres möglich, im Ernstfall sämtlich- SS.-Formationen per Lastwagen fortzuschaffen.' Warum wohl nur? Angsttomplexe? Kaum glaublich! Weiter berichtet Herr Weitzel im Abschnitt„Stimmung der SS.-Männer', daß sie als„gut' bezeichnet werden könne, „so daß wir die Truppe fester denn je in der Hand haben." Noch ausschlußreicher sind die„getroffenen Maßnahmen für den zu erwartenden Terror', in denen u. a. angeordnet wird, „daß für jede Staffel schon setzt„Stellplätze' genannt werden, wohin sich im Ernstfall die SS.-Männer umgehend zu begeben haben'. Herr Regie rungsrat Hitler, Sie habe» die Treue zur republikanischen Verfassuug vo» Weimar beschworen! Wisse» Sie etwas vo» dem Bericht des Lsas Weitzel? Reden wir weiter von den„Kampfliedern" der NSDAP. Eine Sammlung dieser Kampslieder erschien im Verlag der„Schles vig- Holsteinischen Tageszeitung' als Liederbuch für die SA. und für die SA.-Marine. Das Amtsgericht in Altona oeranlaßte am 10. Dezember 1231 die Kriminalpolizei, die Restauflage der Liederbücher— das waren immerhin noch rund 20 000 Stück— zu beschlagnahmen. Eine KoÜ- probe aus dieser Blütenlese: Sturmriemen fest. SA. greift an. die Fahne hoch und drauf und dran. Reichsbannermann und Kommunist, jetzt sollst du wissen, wer der Nazi ist... Was wir gesungen, ist Vision: doch kommt der Tag der Rache schon, dann steh'n die teuren Toten aus und segnen uns'ren Karabinerlauf. Dann wlld zum Endgefecht formiert, dann Straße frei, SA. marschiert. Heiho, die Schüsse knattern hell, der Aufruhr steht in Flammen. Da sind wir alle gleich zur Stell' und hau'n den Kram zusammen. Wir sind das Schreckensbataillon der Zwesten deutschen Revolution. „Wer der Nazi ist', weiß man eigentlich schon lange! Aber vielleicht liest sich Herr Groener einmal durch dieses Liederbuch hindurch! R. R. Kein öffeniliches Interesse. Sin zurechtgewiesener Amtsanwalt. � In der Nacht vom 7. zum S. Dezember 1S31 wurde der jüdische Kaufmann Hopp durch den Nationalsozialisten Schmidt in Stegers/Grenzmark ohne jeden Grund überfallen und nieder- geschlagen. Nach einem qualvollen Krankenlager ist der Uebersallene Mitte Februar d. I. gestorben. Trotzdem hat der Oberamtsanwalt Lüdtke in Schneidsmühl auf die Strafanzeige am 16i Dezencker 1931 geantwortet, daß„mangels eines öffentlichenInteressesdie öffentliche Klage nicht erhoben werden wird.' Die Republikanische Beschwerdestelle Berlin hat sich der Sache angenommen und nunmehr van dem Oberstaatsanwalt in Schneidemühl den Bescheid bekommen, daß die Haltung des Ober- anllsanwalts Lüdtke„unsachgemäß gewesen und in keiner Weise zu billigen ist. Wegen dieser unsachgemäßen Be- arbeiwng durch die Amtsanwaltschaft habe ich das Erforderliche veranlaßt'. Warum wird nicht mitgeteilt, worin„das Erforderlich-' bc- standen hat? Gystemaiifcher Nazi-Wahlschwiudel. Keine weitere Kürzung der Leamiengehälter. Di« Hauptgeschäftsstelle der Hindenburg-Ausschüfi« teilt mll: Zu durchsichtigen Zwecken ist erneut das Gerücht oerbrellet worden, daß «ine weitere Kürzung der Beamtengehältsr m mehreren Raten bei den in Frage kommenden Reichsressorts erörtert wird. Nach Anfrage beim Reichsminister der Finanzen kann erklärt werden, daß diese« Gerücht, das offenbar ausgestreut wird, um in der Beamten- schaft Unruhe zu erregen, aller tatsächlichen Gründe entbehrt. Mahnung an den Volksstaai. 'Lenttnmsfuhrer Kaas gegen die Drandsiister. Auf einer Vertretertagung der Berliner Zentrums- partei hat der Parteiführer Kaas in einer großen Rede über die Bedeutung und die Tragweite des 13. März gesprochen. Er erklärte:„Es geht um alles, es geht um alles das, was wir in mühseliger Arbeit in den letzten 12 Iahren nach einem namenlosen Zusammenbruch gc- schaffen haben.' Der Weg der letzten 12 Jahre sei zwar ein Kreuzweg, aber kein Irrweg gewesen. Es sei Zeit, daß der Volks st aat sich ausreckt und von seiner Macht Gebrauch macht. Es fei Zeit, daß alle verantwortlichen Stellen nicht nur dann eingreifen, wenn die Flammen schon aus dem Dach schlagen, sondern daß sie den kleinen und großen Brand st istern schon dann auf die Finger schlagen, wenn sie das Brandmateriol zusammentragen. Die Staatsgewall müsse, wenn sie überhaupt Staatsgewalt sein wolle, vor allem gegen jene vorgehen, die den Knüppel-, Schlagring- und Revolvertomment in die politische Auseinandersetzung hineingetragen haben!' Nazi-Zeitungen verurteilt. Das erweiterte Schöffengericht Breslau verurteilte den nationalsozialistischen Redakteur und Reichstags abgeordneten Brückner wegen Vergehens gegen das� Republikschutzgesetz zu drei Monaten Gesang- »j-—------ r-----'"Xi u— UUUlCll VLUfUliy- nie.— Wegen fahrlässigen Vergehens gegen das Republik- schutzgesetz und das Reichspressegesetz wurde der Redatteur des „Völkischen Beobachters' Weiß m München zu ISO Mark Geld- strafe oder sechs Tagen Gefängnis verurteilt. Weiß hatte im April 1SL1 in einem Artikel einen Bericht über eine Parlamentssitzung im Sächsischen Landtag gebracht. In dieser Sitzung hatte der natio- nalsoz'alisnsche Abgeordnete Studenkowski die de-llichen Reicks- färben beschimpft. Wegen eines von ihm selbst verfaßten Artikels. der sich mll dem Relchsgerichtsurtell gegen die Rtichswehroffizierc befaßte, erhielt Weiß an Stelle einer an sich oerwirkten Gefängnis� strafe von 10 Tagen 2S0 Mark Geldstrafe. Der Stimmzettel. Züaf Kandidaten. Das Büro d«s Reichswahlleiters teilt nachstehend die kandtda- ten für die Rcichspräsidenteuwahl mit: Theodor Dueslerberg, Oberstleutnant a. Halle a. d. Saale. Paul von hindenburg, Reichspräsident, Gencrolfeldmarschall, Berlin. Adolf Hitler, Rcgierungsrat im braunschweizischen Staatsdienst, München. Ernst Thälmann. Transportarbeiter. Hamburg. Adolf Gustav Mnlcr, Vekriebsanwolt, Groß-Zena b. Raum- bürg a. d. Saale. Hitlerbanditen überfallen Zentrum. Christliche Arbeiter zusammengestochen.— Der Pfarrer mißhandelt? Breslau, 3. März. tEigeubericht.) In Eltersdorf, ÄreiS Namslau, dem Wohnsitz des nationalsozialistischen Abgeordneten Schneider, wurde eine geschlossene Zentrum stier- s a m m l u» g, in der der Generalsekretär der Zentrums- Partei, Zanona, sprach, von Nationalsozialisten überfallen. Tie Nazis, die auS der ganzen Um- gebung zusamulengezogeu waren, drangen mit Gewalt in den«aal ein, sprengten die Türen auf und schlugen die Fensterscheiben ein. Lbwohl die National- sozialisten wie Wilde lärmten und tobten, konnte die Bersammlung dennoch ungestört zu Ende geführt werden. Beim Nachhausegehen der Versammlungsteilnehmer kam es dann zu schweren Schlägereien. Tabei wurde der Arbeiter Qtto Lgozalskas aus Tammer durch ein Dutzend Messerstiche in Rücken und Uopf schwer verletzt. Ein zweiter Arbeiter namens Waldzok trug ebenfalls schwere Uopfvcrlctzuu- gen davon. Ferner vergriffen sich die natkonalsozialisti- scheu Banditen an dem Pfarrer des Ortes. Der Land- jäger Krause wurde mit cinem Stock über den Kopf ge- schlagen. Der brounschweigische Regierungsrat Hitler aus Braunau be- schwört die Legalität. Seine Banden üben sie praktisch aus. Cr schwört Treue zur Verfassung, seine Landsknechte zeigen, was davon zu halten ist! Meineid auf Befehl. Hitlers SA. wird zum Falschschwören kommandiert. Vor dem Schöffengericht halle kam es zu einem Zwischenfall, der auf die Glaubwürdigkeit n a t i o n a l s o z i a l i st i- scher Zeugen ein bezeichnendes Licht wirft. Die Äommunisten Äroll und Ullrich standen als Angeklagte vor dem Gericht. Bier Nationalsozialisten, Angchörige der SA., hatten vor der Kriminalpolizei mit aller Bestimmtheit ausgesagt, sie hätten bei cinem Zusammenstoß zwischen Kommunisten und SA. die beiden Kommunisten einwandfrei erkannt. In der Gerichtsverhandlung erklärte aber der SA.-Mann Bachmann:„Ich gehöre der NSDAP, nicht mehr an, bin aus der SA. ausgeschieden und kann nun dem Gericht die Wahrheit sagen. Ich habe die beiden Angeklagten bei dem Zusammenstoß nicht erkannt. Wir haben aber von der Partei- leitung Anweisung erhalten, wir sollten Kroll und Ulrich nennen und aussagen, daß wir sie erkannt hätten." Auf diese Aussage hin zogen es die drei Zeugen vor. ihre Aus- sagen zurückzunehmen. Die Kommunisten wurden freigesprochen. Die Staatsanwalt kündigte an, daß sie gegen die Na- tionalsozialisten, die auf SA.-Befehl zum Meineid be- reit waren, Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung erheben werde. Justiz in Oanzig. Dort herrscht bereits das„ Zwifchenreich". In Dan zig üben Hitlerleute und hugenbergmannen seit den letzten Wahlen ihre Herrschast aus, das heißt sie liefern ein Vorspiel für das„Dritte Reich", das die Nazis erstreben und die hugen» bergcr nach Kräften fördern zu müsien glauben. In Danzig fand nun vor der Strafkammer eine Berufung*- Verhandlung gegen drei führende Sozialdemokraten statt, nämlich gegen den Redakteur Erich Brost, den Werbeleiter Bruno Elvert und den Geschäftsführer Anton Footen von der..Danzigcr Dolksstiinme". Alle drei waren im Dezember vorigen Jahres vom ochöffen- gericht wegen Vergehens gegen das Gesetz zur Sicherung der öffemlichen Ordnung zu vier Monaten Gefängnis ver- urteilt worden, weil sie gelegentlich des Verbots der„Danziger Bolksstimme" eine Ersatzzeitung unter dem Namen„All- gemeine Rundschau" herausgegeben hatten. Gegen das Urteil hatten die drei Angeklagten Berufung«in- gelegt. Die Strafkannner verwarf die� Berufung zwar, aber, da man in Danzig ja nur erst im„Zwischenreich" sich befindet. wurde ihnen Strafaussetzung auf drei Jahre mit Aussicht auf spätere Begnadigung bei guter Füh.rung(!) gewährt! 1 Handelsspannung mii England. Wegen der beschränkten Kohleneinwhr Oentfchlands. London, 3. März.(Eigenbericht.) Die Warnung, die im englischen Unterhaus gegenüber den B e f ch r ä n l u n g e n e n g l i s ch c r K o h l e an die deutsche Adresse gerichtet wurde, ist vom englischen handelsamt deswegen so ernst gemeint, weil das Amt die Ueherzeugung hat, daß die Beschrän- Hungen eine Diskriminierung der englischen gegenüber der polnischen Kohle bedeute. Die Acußerung des handelsministcrs stellt aber noch nicht die Erklärung eines Zollkrieges dar. Zunächst wurde der englische Botschafter in Berlin beauftragt, in dieser Frage bei der deutschen Regierung vorstellig zu werden. Man versichert im 5?andelsamt, daß man für die besonderen Schwierigkeiten Deutschlands volles Verständnis habe, wogegen man süh wehre, sei «m« Benachteiligung Englands zugunsten anderer Importländer. Aus einer kleinen Gesandischast. Rii't'iet't'en MKmnMeig Antalli Lippe einelürv/eiter „Was gibt�s neues, Klappke?" „Der neue Herr Regierungsrat haben soeben den Dienst angetreten." Völkerbund und Kerner Osten. Eine Kundgebung der freien Gewerkschasten. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerk- s ck) a f t s b u n d e s hat sich am Donnerstag mit den weit- politischen Gefahren beschäftigt, die aus der Fortdauer des Krieges im Fernen Osten sich ergeben können, wenn der Völker- b u n d. dem Sinn seiner Existenz und seiner Ausgaben zuwider, sich weiterhin untätig verhält, obwohl es seine P s l l ch t gewesen wäre, diesen Krieg ohne Kriegserklärung schon vor Monaten aus eigener Initiative durch aktives Eingreifen zu beenden. Die allgemeinen Friedenssicherungsverträge, die in den letzten Jahren in feierlichster Form abgeschlossen wurden, verlieren durch dies« Passivität des Völkerbundes. durch die Gcheimdiplomati« dar bewaffneten Großmächte und durch das unverantwortliche Verschleppen dringendster Entscheidungen jede praktische Bedeutung. Der Bundesvorstand ist im Einvernehmen mit dem Vorstand des Allgemeinen freien Angestelltenbundes der einmütigen Ueberzeugung, daß der Konflikt zwischen Japan und China niemals zu kriegerischen Aktionen dieses Ausmaßes hätte führen können, wenn die Signatarmächte des Versailler Vertrages, die den Völkerbund ins Leben gerufen haben und für das Maß feiner Aktivität verantwortlich sind, schon vor Iahren damit Ernst gemacht hätten, ihr Versprechen einzuhalten, gemäß dem deutschen Vorbild die Abrüstung durchzuführen oder wonigstans einzuleiten. Die Gewerkschaften erwarten, die Reichsregie- rung in der Völkerbundsversammlung, die am 3. März zu- sammengetreten ist, ihren ganzen Einfluß ausbieten wird, eine klare Stellungnahme des Völkerbundes herbeizuführen. um den Krieg Japans gegen China zu beenden und wirksame Eiche- rungen gegen die Bedrohung des Weltfriedens sowohl bei diesen Verhandlungen wie in den Beratungen der Abrüstungskonferenz durchzusetzen. Chinas Vertreter klagt an. Geuf, 4. März(Eigenbericht.) Am Dounerstagnachmiltag nahm die Völker- bnndsverfammlung einen Bericht des chinesischen Vertreters Pen über den Ostafien-Sonflikt entgegen. Den leitete seine Darstellungen mit der Bekanntgabe eines ja- panischen Gegenvorschlages zur Einstellung der Feindseligkeiten um Schanghai ein. Cs handele sich um kapitnlotionsbedingungen eines Siegers gegenüber einem Be- siegten. Sic seien unannehmbar. China werde deshalb dem japanischen Angriff weiter Widerstand leisten. Entgegen den neuesten Nachrichten von der Einstellung der Angriffe durch die japanischen Befehlshaber feien neue schwere An- griffe und Luftbombardements bis SV Kilometer westlich von Schanghai zu verzeichnen. Fortgesetzt würden Verstärkungen ge- landet. Diese Angriffe überlegener Kräfte hätten die chinesischen Truppen gezwungen, sich geordnet auf die zweite Berteidigungs- linie zurückzuziehen. Die Waffenstillstandsverhandlungen feien ge- scheitert, dos gleiche gelte von dem Vorschlag des Rates. China verlange nun von der Versammlung zuerst die Erreichung eines Waffenstillstandes auf der Basis jener Bedingungen, die an Bord des britischen Flaggschisses ursprünglich vereinbart gewesen, ober von den Japanern nicht gehalten wprden seien. "Den schilderte dann sehr wirtungspoll die fortgesetzten Ab- lehnungen und Provokationen Japans gegenüber dem Völkerbund und Amerika. Bisher habe die kollektive Vermittlung versogt. Japan zeige sich heute versöhnlicher als zu Beginn des Konflikts. China habe seine Sache bedingungslos in die chände des Völker- bnndes gelegt. Japan habe das verweigert. China sei bereit ge- wesen zu jeder friedlichen Regelung durch Schiedsgericht und juristische Entscheidung. Japan habe das verweigert. China habe die volle Verantwortung für den Schutz von Leben und Eigentum der Japaner nach Zurückziehung der japanischen Truppen ange- boten. Japan habe die Räumung verweigert. China l habe den Vorschlag von vier Völkerbundsmitgliedern und der Ver- einigten Staaten zur Einstellung der Feindseligkeiten und Derhand- lungen über alle Streitfragen insgesamt angenommen. Japan habe alle wesentlichen Punkte dieser Vorschläge abgelehnt. Zum Schluß überreichte Yen der Versammlung einen Antrag mit folgenden vier Forderungen: „l. wir verlangen von dieser außerordentlichen volloersamm- lung die Prüfung uvd völlige Auzschöpsuug aller Mögltchkellen zur Verwirklichung einer mit dem velkei-bundspak« übereinstimmenden Regelung. 2. China verlangt, daß alles getan werde, was iu der wacht der Vollversammlung liegt, um schühend die Cinstelluug jeder fewd- seligen Handlung auf seinem Gebiet und die Zurückziehung der eingedrungenen Truppen zu erreicheu, ferner die friedliche Regelung jedes neueren japanischen Streitfalls im Rahmen der Rolsbeschlüfse und in llebercinstimmung mit dem völkerbundspakt zu verwirklichen. 3. wir verlangen die Feststellung, daß der pakk gebrochen wurde. 4. Wir verlangen von der Vollversammlung die feierliche Erklärung, daß China in keiner weise verantwortlich ist für die furchtbare gegenwärtige Lage iu der wandjchurei. um Schanghai und in anderen Tollen Chinas. Sobald die Versammlung dies erklärt. hat sie die Mobilisierung jener moralischen Kräfte begonnen, dank deren, wie wir immer noch glauben, der Sonflikl gelöst und be- endet werden kann." Unter stärkstem Beifall der ganzen Versammlung schloß gen: ..Als Opfer eines ungerechtfertigten und nicht provozierten lleber- falls und selbst in dieser Stunde der Schlacht kann ich sagen, daß wir keine natürliche Feindschaft gegen das japanische Volk hege». wir sollten für unser gemeinsames Wohl und das Glück der Mensch- heit zusammenarbeiten. Deshalb verlaugcn wir den Frieden und die Gerechtigkeit, die durch den Völkerbund vorgeschrieben sind." Sodann nahm als Vertreter Japans Matfudzira das Wort: Di« japanische Regierung sei der Ansicht, daß die Mandschurei- Frage nicht zur Zuständigkeit der jetzigen Vollversammlung gehöre. Japan wart« das Ergebnis der Arbeiten der Unterjuchungskom- Mission ab. Es sei unklug, in dieser Versammlung Debatten zu eröffnen über einen Gegenstand, bei dem es keine Gefahr eines Bruches gebe. Das führe nur zur Verwirrung und schade der Regelung. Da China sich seine Entgegnungen für später vorbehielt und aus der Versammlung selbst sich niemand zum wort meldete(i), wurde auf Vorschlag des Präsidenten die ganze Sache erst einmal einem Generalausschuß übertragen, in den jedes Land einen Vertreter entsendet. So hat die Leitung von vornherein die M ö g- lichkeit einer öffentlichen Aussprache vor der Welt ausgeschaltet, was nicht gerade günstig für das An- sehen des Völkerbundes ist. Neue Donaubunöakiion. Immer noch Anschlußverbot. Die Zerreißung des großen Wirtschaftsgebietes Oesterreich- Ungarn und die Errichtung der Nachfolgestaaten Imt sich in dem Maße als wirtschaftlich verderblich erwiesen, wie diese Staaten, dem Beispiel der Großmächte folgend, die Zollmauern gegeneinander immer mehr erhöht- haben. Dein lebensunfähigen Deutschosterrcich verbot man den Eintritt ms Deutsche Reich, und es mutzte daher dauernd ftnanziert werden. Das wird nun in der Weltkrise de» Geldgebern zu viel, und deswegen gibt Frankreich jetzt den langst schon betriebenen Plänen des Dr. B e n e s ch Lorspann, nämlich die Zkachfolgestaaten zur Donaufödcration znsannnenzu- schließen, womit man den Anschlußgcdanten totzuschlagen hofft. Zunächst läßt die französische Regierung alle diese Staaten befragen, wie sie sich zu diesem Projekt stellen. Aus dieser Frage wird sicher, besonders in Wien, herauszuhören fein, daß es nur bei Bejahung Geld gibt. � Als Deutschösterreich auf die Zollunion mit Deutschland verzichten mußte, versprach man ihm Finanzhilse— sie wurde nicht gewährt. Dann hat man den großdeutschcn Außenminister Schober zum Rücktritt gezwungen. Jetzt sichert Frankreich durch Staatsgaraptie die Ausbringung einer Anlcil)e von 600 Millionen Franken für die Tschechoslowakei, und das„Journal des Debats" hebt u. a. auch den Wert der Tschechoslowakei gegen dasGroß- d e u t j ch t u m— lies den Airschluß— hervor. So sehr der ehrlich grunddemokratische Charakter der Tschecha- slowakei anzuerkennen und darum einer Erweiterung ihres Einflusses nickst zu widersprechen ist, so wird dies wahrlich mehr als aufgewogen durch die antidemokratische, das nationale Selbstbestim- mungsrecht verneinende Politik, das so abhängig gemachte Deutsch- österreich in eine Gemeinschaft hineinzupressen, die ihm nur dann nicht unsympathisch sein kann, wenn das Deutsche Reich ihr angehört. Die Aufforderung des Bundeskanzlers Dr. Ruresch an alle anderen Länder, eine Hebung der Einfuhr deutsch-österreichischer Erzeugnisse zu fördern, ist zuerst— und eben jetzt— vom Deutschen Reich beantwortet worden, und zwar dahin, daß man bereit sei, darüber förderlich zu verhandeln. Wir grellen an- Wir sinnen vor! Die Eiserne Front ruft! Freitag, den 4. März: Arb«lt«r, Angestellt« und Beamte beim Bezirksamt Wedding. 16M Uhr, Oroßer Saal der Hochschulbrauerel, See- Ecke Amrumer Str. Redner: Bürgermeister Paul Mielitz. Tiergarten. 8. Abteilung. 20 Uhr, Nationalhof, BUlowstr. 37. Friedrichshain. 20 Uhr, Schonerts Festsäle, Stralau, Kynaststr. Fahneneinmarsch,.Tambourkorps, Bläserkorps des Reichsbanners Friedrichshain. Rezitationen: Martha Tohn. Wannsee. 20 Uhr, Deutsche Eiche, Königstr Tempelhof. 20 Uhr, Lokal üerse, Marienfelde, Berliner Str. 54 Ecke Lankwitzer Str. Neukölln. 94. und 95. Abteilung. 19H Uhr, Kindl-Brauerel, Her- mannstr. Grünau-Bohnsdorf. 1?� Uhr, Cesellschaftshaus In Grünau. Wittenau. 20 Uhr, Lokal Eberhard, Wittenau, Lübarser Straße. Sonnabend, den 5. März: Heinersdorf. 20 Uhr, Lokal Heinersdorfer Krug, An der Heiners- dorfer Kirche. Reinickendorf. 19 Uhr, lokal Beck, Heiligensee, Straße 113 am Flugplatz. Montag, den 7. März: Tempelhof. 20 Uhr, Lokal Rohrmann, Lichtenrade, Hilbertstr. 19. Schöneberg, Siedlung Lindenhof. 20 Uhr, Ledigenheim Eythstr. Dienstag, den 8. März: Wedding. 19>z Uhr. Hochschulbrauerei, See- Ecke Amrumer Straße. Staaken. 20 Uhr, Lokal Roschke, Lehrter Straße. Buchholz. 193� Uhr, Lokal Kaehne, Berliner Str. 39. Tempelhof. 20 Uhr, Aula des Realgymnasiums, Kaiserin- Augusta-Str. Mahlsdorf. 20 Uhr, Lokal Anders, Bahnhofstr. 37. Adlershof und All-Glienicke-Falkenberg. 19>- Uhr, Lokal Wöllstein, Adlershof, Bismarckstr. 75. Männer und Frauen, Mittwoch, den S. Mä z: Wedding. 19Ts Uhr, Atlantik-Festsäle, Behmstraße, oberer Saal. Löwenbrauerei, Hochstr. 2. Swinemünder Geseiischaftshaus, Swinemünder Str. 42, Niederschönhausen. 20 Uhr, Schloß Schönhausen, Lindenstr. 51. Telefunken. 17)4 Uhr, Blüchersäle, BIUcherstr.61. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Botinnen der A.O.K., Berlin. 16.30 Uhr, im Speiseraum der A. O. K., Köpenicker Straße 80— 82. Redner: Luise Kahler, M. d. L Aron-Werke Charlottenburg. Nach Arbeitsschluß im Edenpalast Kaiser-Friedrich-Straße 24. Redner: Karl Dresse). Fahnenaufmarsch, Musik. Donnerstag, den 10. Mä z: Wedding. 19% Uhr, PharussSle, Müllerstr. 142. Karow. 20 Uhr, Lokal lagemann, Pankgrafenstr. 3. National-Registclerkasse. 1634 Uhr,„Gsmbrinus", Kaiser- Friedrich-Straße Ecke Treptower Straße in Neukölln. Redner: Emil Barth. F/eita?, den 11. März: Wedding: 1934 Uhr, Patzenhofer-Ausschank, Chausseestr. 64. Siemensstadt. 20 Uhr, Lokal Weidner, Sternfeld. Wilhelmshagen, Eahnsdorf-HessenwlnkeL 20 Uhr, Lokal Sturm, Wilhelmshagen, Wilhelmstraße. Friedrichsfeide. 20 Uhr, Lokal Tempel, Prinzenallee 45. Friedenau. 20 Uhr, Rheingauschule, Homuthstraße. Tietz, Frankfurter Allee, und Tiefi, Andreasstraße, Angestellte und gewerbliche Arbeiter. 1934 Uhr, Lokal Kuprath, Frankfurter Allee 2. Redner; Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Arthur Crispien M. d. R. Karl Dressel. Gustav Eckhardt. Albert Falkenberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. Dr. Otto Fried- länder. Dr. Ludwig Greil. Hermann Harnisch, M. d. L Dr. Theodor Haubach. Kurt Heinig, M. d. R. Max Heydemann. Georg Klaußner, M. d. L. Franz Künstler, M. d. R. Erich Kuttner, M. d. L. Georg Madeiholz, M. d. L Dr. Richard Mischler. Stadtrat Otto Ortmann. Max Urich, Stadtverordneter. den Faschismus! Oer Achselhöhlengermane. Avols Oiiler« dunk'e Haare. Am vergangenen Sonntag hatte Adolf Eitler wieder«innm! da« Bedürfnis, feine Meinungen und Gefühle der Auslandspresse norzutrogen. Er ließ die ausländischen Pressevertreter in Berlin in seine Residenz, das seudal« Hotel Kaiserhof. bestellen. Da der Größenwahn ihn bereits stärker ergriffen hat als Wilhelm II., ließ w die ausländischen Journalisten über eine Stunde warten. Die Auslandsjournalisten beschwerten sich über diese Behandlung empört bei Hillers Pressechef HanfstängL Als dann Hitler erschien, trat ein großer blonder Amerikaner von nordischem Typ auf Herrn Hansstängl zu und sagte:.Lch sehe, daß Herr Hitler dunkle Haare hat, wie verträgt sich dies mit der germanischen Rasse- theorie?" Hitlers Pressechef Hansstängl antwortete:„5)itler hat allerdings dunkles Haupthaar, aber in den Achselhöhlen hat er blonde Haare." Ein Adolfsriiier. Er schiebt seinen Geaner einfach übe? den Haufen. Bor dem Schwurgericht München stand der 25 Jahre alte, aus Zwickau stammende Kaufmann Karl Flohr. Er ist begeisterter Nationalsozialist und hißte mit Vorliebe auf seinem Grund- stück aus ernem langen Most die Hakenkreuzflagge. Er lebte mit seinem Nachbarn, einem Landwirt, In Unfrieden. Eines Morgens lauerte er mit der Pistole in der Hand dem Nachbarn aui, schoß ihn kaltblütig ab und rief dem am Boden liegenden Schwer- verletzten zu:„So, du Lump, jetzt vprrecke, ich wünsche dir einen seligen Tod" und entfernte sich dann unter höhnischem Lachen. Der Verletzte liegt heute noch zwischen Leben und Sterben. Der begeisterte Anhänger Hitlers, ein echter Adolfs- rill er, kam mit der unglaublich milden Strafe von fünf Jahren Zuchthaus davon. Den können sie in Hitlers SA. und SS. also noch gut gebrauchen. Den Befähigungsnachweis hat er erbrocht! Plakate und Flugblätter, Vorschriften, die besonders während des Wahlkompfes wichtig find Anläßlich des bevorstehenden Wahlkampfes weist der Amtliche Preußische Pressedienst noch einmal darauf bin, daß nach den Be- ftimmungen des Reichsp.cssegesetzes auch auf Plakaten außer der Angabe des Druckers auch die Angabe des Verlegers oder beim Selbstverlag die Angabe des Herausgebers enthalten fein muß. Die Angabe„oerantworllich"(Name) reicht nach der ständigen Recht- sprechung des Reichsgerichts entgegen der hier und da geäußerten irrigen Annahme nicht aus. Be! dieser Gelegenheit weist der Amtliche Preußische Presse- dienst ferner auf die Bestimmungen der Notverordnung des Reichs- Präsidenten vom?8. März 1931 über Plakats.und Flugblätter hin. Danach sind für Plakate und Flugblätter politischen In- bolts mindestens vierundzwanzig Stunden, ehe sie an oder auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen angeschlagen, ausgestellt, verbreitet oder sonst der Oesfentlichkest zugänglich gemacht werden, der zuständigen Polizeibehörde zur Kenntnis- nähme vorzulegen. Plakate und Ftugbläller, die entgegen dieser Borschrift der Oessentlichkeit zugänglich gemacht werden, können polizeilich.lefchlagnahmt und eingezogen weraen. Di« ösfenlliche Ankündigung positlsckier Versammlungen darf nur die zur Bekanntgabe der Versammlung erforderlichen sachlichen An- gaben über Ort und Zeit der Versammlung, Veranstalter. Teil- nehmer, Redner. Vortragsgegenstand, Aussprache und Eintrittsgeld entHallen. Plakate und Flugblätter, in denen unter Verletzung dieser Vorschrift politische Versammlungen öffentlich angekündigt werden, können ebenfalls polizellich beschlagnahmt und eingezogen werden. taudlagswahlen in Mecklenburg- Strellh. In dem knapp TOOJO Stimmberechtigte zählenden Mecklenburg. Srrelitz wird am 13. März, dem Tag der Reichspräsidentenwahl, gleichzeitig der Mecklenburg-Strelitzer Landtag, dessen Wahlperiode im Mai abläuft, neugewählt. Die Nazis im Landbund. Selbst den Gelben zu reaktionär. Im Reichslandbund ist bekanntlich kürzlich ein vierter Präsident in der Person des nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten und Mitgliedes der Reichsleitung der Nozipartei, Hofbesitzer W i l l i k« n s, gewählt worden. Es ist das trotz der Tatsach« geschehen, daß die anderen Präsidenten gleichfalls oem Be-� sitzer stände angehören, die Landarbeiter also aus- � geschlossen bleiben. Der Führer der Landbundarbeiter und deutsck- nationale Reichstagsabgeordnete Johannes Wolf schreibt sogar in dem Organ der gelben Landar�eiterbewegung.Der Reichs- landarbeiterb und" Nr. 4: ''„Freilich ist es verwunderlich, daß die Nattonalsozialistifche Deutsche Arbeiterpartei für den ängegebrioen Posden keinen Handarbeiter alz würdig erachtete, fondern zu den.zwei Bauern im Präsidium des Landbuitdez einen dritten hinzudirigiert«. Darüber sich mit der Partei auseinanderzusetzen, ist Sache der nationalsozialisttsch eingestellten Landorbetter.... Berufsständisch in unserem Sinne ist die Zusammenfafsung Oes LanidvoUes vom ersten Großgrundbesitzer bis zum letzten Hüte- jungen. Für diese Auffasiung hat man im Reichslandbund keinerlei Verständnis, und es ist daher mich ganz selbstverständlich, daß der Reichslandbund Wert darauf legte, von der NSDAP, keinen Land- arbetter für den vierten Präsidentenposten präsentiert zu be- kommen. Daraus geht auch zur Genüge hervor, daß der Reichs- landbund eine Gleichberechtigung der Landarbeiter nicht anerkennt." Dies muß ausgerechnet der Führer der Gelben den Nationalsozialisten bescheinigen. Selbst den Gelben sind die Nazis schon zu reaktionär. Was diese freilich nicht hindert, denen, die nicht alle werden, zu versichern, sie seien eine.Arbeiterpartei", Oer Krach in der Volkspariei. Aeuer Kampf um den Wahlkreis Wefifalen-Güt». Dortmund. 3. März. In einer' Sitzung der größten Ortsgruppen der Wahlkreis- organifatton Westfalen-Süd der Deutschen Volkspartei wurde festgestellt, daß die M e h r h e i t des Wahlkreises gewillt sei, der Deutschen Voltspartei treu zu bleibep. Die Vor- sitzenden der beiden größten Ortsgruppen. Dortmund und Bochitm. die beide zusammen über 10 000 eingeschriebene Mttgkieder umfassen. haben den Spitzenkandidaten des Wahlkreises. Reichstagsabgeord- neten Winnefeld, gebeten, vorläufig den Vorsitz im Wahlkreis zu übernehmen. lGeweztkfchaftltches stehe 2. Beilage.) Verantwortlich für Polittt: Victor Schis?! Wirtschaft:«li-g-»cher: Gcwcrkfchastsdcwegung: Z.«teiaer! tzeuillcton: Dr. Ioha Schitoweki: Lokale und Sonstiges: Fritz Karstadt, Anzeige»: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts.Derlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerci und Acrlagsanstalt Pmrl Singer u. Co., Berlin SW. tzZ.' Lindenstrcije 3. Hierzu 3 Beilagen. Frisches Fleisch Maslodiscnfchlrippe ptnnd Mastochsenroulodc va-a Kalbshaxe pm. 0.32 Kamm Ka'bsbrust u.-Rücken enma Kalbsroulade...... rw-a Kalbsschnilzel..... rw-a Schweinebauch..... Pfona Schwcineschulter..?>a°. r-vd. u. Fildwurst 1.25 Speck mager. Ptd. 0.84 kett. Ptnnd 0.68 Pökelfleisch gek.. w Zl-idr. Plund 0.93 lLKsc u. Fett Ramadou haiwen.... siode 0.15 Camembert Toilfe«. HalSmond 0.24 6-PorÜoneB-5ch«fKtd 0.58 liarzerkäse......, Paket 0.28 Limburgcrkäse»011:0.10 haitf. 0.42 Blockkäse.TlL,Uer Art) Salbt, Pfd. 0.56 Dän. Schweizer v««• Pfam) 0.64 Steinbuscher.o»:-».. Pfund 0,68 Brlek&seii.Tilsiter»mifcn. pm. 0.70 Margarine, Kokosfett pw-d 0.32 Roh-u.Bralenschma!zPiand 0.42 Kolonialwaren Olympia-Mehl 5pm.-m. 135 1.45 Rauhreif-Mehl 5 Pfund- B«nfei 1.55 Kartoffelmehl..... piund 0.18 Sultaninen pwnd 0.38 0.58 0.78 Korinthen.... Pfund 0.55 0.SS Zitronat......... Pfund 0.98 Mandeln..... Pfand 1.40 1.78 Linsen u. Bohnen piond 0.12 0.18 Viktoria-Erbsen piund 0.17 0.21 Pflaumen um., pm. 0.24 0.35 0.42 Makkaroni Hartgrms a.-aA.pfi 0.38 Kaffee frUdi grbrannt, Pfd. von an 1.68 Königskuchen 0.4Ö mit f\ ZA SchoVolede f\ CfZ Anana» V.Z/Tf und Rosinen" Geflügel 11. Wild Hühner ows....... pwnd 0.70 Enten......... Pfund 0.72 Hasen s»»a n. auagew... Plana 0.68 Hirschfleisch Pfand 0.56 0.76 0.98 Rehfleisdi 0.82 1.28 1.35 Wildschwein 0.70 0.63 0.90 Fische Dorsch u. Scholle. 3 Pfund 0.25 Schellfisch n Rotbars fand 0.20 Austemfisch...... Pfund 0.20 Fischfilet......... pfund 0.1 8 Grüne Heringe...3?.und 0J2 Bars U. Zander gefroren, Pfand G.35 Leb Spiegelkarpfen Pfund 0.65 Lebende Forellen.. pund 1.S5 geräuchert: Bücklinge........ pnmd 0.20 Sprotten... Kute 0.39 Pfund 0.23 Flundern �Seelachs Pfund 0.26 Fleckhcrlngeu-Stcinbeia. pm. 0.35 Spiocaal....... Pfand an 1,60 PreUeför 'h H o. Claa 1 93 1 WellenerRieb.ing,»<»»! 0.55 1930 Niersteiner....... 0.95 l930Lieserer....... 1.10 1930 BurweilerSchlobberg 1.00 1 925 Chat. Latour Bardis 1.40 fohannisbeerw. ur 0.68 sm. 3.25 Mdkammerer l». 0.77»l» 3.60 Span. Rotwein l&. 1.10 stn. 5.25 Konserven � Sehn.- u. Br.-Bohnen 0.42 0.52 Junge Erbsen fem 0.98 ndu-it, 0.74 Kaiserschoten......... 1.30 Leipziger Allerlei....... 0.78 Gemischtes Gemüse«ehr fem 1.45 Prinzefebohncn«a« 1.50 fein 1.35 Stg-Spargel exaa 2.20-nu-ei 1.75 Pfiaumen 0.58 Apfelmus 0.48 Aprikosen 0.98 Birnen v» f. 0.80 Erdbeeren 1.10 Remeclaud.1.ß0 Gemüse Rot-.Weife-, Wirsingkohl pm. 0.07 Möhren gewa-chcn.,. ,3p und 0.10 Sellerie......... Pfand C.10 Teltowcr Rübchen. 2 Pfund 0.25 Schwarzwurzeln.. 2 Pfund 0.25 KaSseijauu-SeeSscSis ohne Kopf, gz. Fische Pfund S«, Pf. ftpfe�smen.. 3 Pfund Pf. Irö&eer-tefisOre Vi Eimer SS Pf. 49?� Vi FL, ohne 6ias WäSsteissr 48«. ■■•"",< Zlr.<0?-ger helmulh klopsch, ein Zt Jahre alter Otto f ricdrich, ein Zljähriger Karl Plaum und ein 2S Jahre aller f ritz henschmann. Ob mit diesem oierblöttrigem Kleeblatt die ganze Bande hinter Schlag und Riegel gebracht ist, erscheint allerdings noch fraglich. Die mutmaßlichen Täter wurden in der W ä r m e h a l l e in der Ackerstraße und in einem M ä n n e r h e i m in der Schwedter Straße unter aufregenden Umständen festgenormnen. Mit gezogener Masse mußte Kriminalkommissar Rebe sich die äußerst angrissslufligen Elemente der Wärmehalle vom Leibe hallen. Klopsch und Friedrich waren bereits geflüchtet, und um ein Haar wäre,, sie entkommen. Die Kommissare nahmen die Verfolgung im Auto aus und beide konnten gestellt und scstgenonrmen werden. Henschmann war früher bei der Firma Gebrüder Mcyerhardt als Aushilfe beschäftigt. Er hat den Tip an die Kolonne weiter- gegeben. Es hat jedoch den Anschein, daß noch zwei weitere Ko- tonnen aus Meyerhardt, der völlig ahnungslos war. einen Anschlag planten. Beide Male ist der Tip von Henschmann gekornmen. Das Raubdczernat hat die Täter der Mordkommission übergeben, die in» Lause des Tages eiirgehende Verhöre vornehmen wird. Außerdem werden noch mehrere Spuren verfolgt, und es ist schon heute mit weiteren Festnahmen zu rechnen. Die Hamburger Phosgen-Kaiastrophe. Prozesse nach vier Jahren noch immer nicht beendet. Leipzig. Z. März. Das schreckliche Bhosgengos- Unglück, das sich am 20. Mai 1328 in Hamburg ereignete, beschäftigte jetzt nach bald vier Iahren den dritten Zivilsenat des Reichsgerichts. Es handelte sich um die Schadenersatzansprüche von Personen, die bei dieser Katastrophe Vergiftungen erlitten hallen. Wie erinnerlich, war damals ein mit Phosgengas gefüllter Kessel auf dein Lagerplatz der Stolzenbergschen Fabrik geplatzt. Das Giftgas strömte aus und tötete elf Personen, während über hundert schwere Vergiftungen erlitten. Dii? Betroffenen hatten dann den hamburgischen Staat auf Schadenersatz verklagt, indem sie erklärten, daß die Behörden die nötige Vorsicht außer acht gelassen und dadurch die Bevölkerung in schwere Gefahr gebracht hätten. Das Landgericht Hamburg erklärte die Klage für dem Grunde nach gerechtfertigt, während das Ober- landesgcricht eine Anzahl der Kläger, und zwar diejenigen, die von der ersten Gasausströmung betroffen wurden, abwies. Das Ober- landesgericht stellte sich dabei aus den Standpunkt, daß der Beweis für eine schuldhaste Amtspflichtverletzung der Behörden bzw. ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Unglück nicht erwiesen sei. Hin- sichtlich der Personen, die der zweiten, am Abend ausgeströmten Giftgaswolke zum Opfer gefallen sind,, wurde die Entscheidung des Oberlandesgerichts ausgesetzt, um Beweise darüber zu erheben, ob nach der ersten Katastrophe die notwendigen Maßnahmen von den Behörden getroffen rmrden. Tapfere deutsche Seeleute. Französische Anerkennung für ihre Hilfe. Hamburg, Z.März. Die sranzösischv Regierung hat für hervorragende Mitwirkung bei der Bergung des am 14. Juni 1931 an der Mündung der Loire verunglückten französischen Dampfers„St. Philibert" dem Kapitän Fuhrmann, Inspektor der Bugsier-Reederei- und Bergungs- A.-G. in Hamburg, einen silbernen Pokal sowie den Tauchern Wo ebb er und Markmann von der gleichen Gesellschaft bron- zene Erinnerungsplaketten gestiftet. Die Ueberreichung der mit Widmungen versehenen Ehrengaben wurde von Bürgermeister Dr. Petersen im Rathause zu Hamburg vorgenommen. 100 000 Mark gezogen. In der Donnerstag-Bormulagsziehung der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie fiel auf das Los 124 27 7 ein Gewinn von lOV OOl) Mark. Das Los wird gespielt in der ersten Abtellung in Bicrtellosen in Sachsen und in Achtellosen in Hannover. Voltsbildungsaml Weißensee. Für die Sozial- und Klein- rei'tuer, Kriegsbeschädigte und Erwerbslose heute Freitag, 2l> Uhr, im Festsaal des Oderlyzeums, Pistoriusstroße, eintrittsfreie Sondcrocranstaltung. Berliner Humor:„So siehste aus". Einlaß- karten kostenlos im Volksbildungsamt Weißcnsee, Albertinenstr. ti, gegen Ausweis. Dunkle Ehrenmänner. Neger als MSiaat$sekretär des abessinischen Kaisers" vor Gericht. Der Komerunneger M a k e m b c, seines Zeichens Zollbeamter, Dolmetscher, Sprachlehrer am Kownialinslitut in Hamburg, Ver- treter einer Düsseldorfer Firma. Artist, Sänger und Tänzer, hat sich für die europäische„Zivilisation" äußerst empfänglich gezeigt. Alle Gaunertricks, die bei Weißen üblich sind, hotte er sich mit großem Erfolg angeeignet und er mußte sich deshalb vor dem Schöffengericht Berlin-Mitts wegen Urkundenfälschung und Betrug oerantworten. Makembe spricht ein verhältnismäßig gutes Deutsch. Neger im Zuhörerraum lauschen eifrig der Verhand- lung— soviel Neger hat man im Mocrbiter Gerichtssaal noch nie gesehen. Makembe ist bereits zweimal vorbestraft: u. a. auch deswegen, weil er im Jahre 1926 seinem Landsmann Munume beim Bertneb gefälschter Hundertpfundnotcn behllflich gewesen mar. Mnnume mar auch diesmal sein Spießgeselle, er sitzt aber in Holland in Gewahr- sam und ist nach Deutschland nicht ausgeliefert worden. Im De- zcmber vorigen Jahres erschienen Munume und Makembe in dem Schreibmaschinenbüro Morries und diktierten hier Ueberfstzungen verschiedener Schriftstücke, die sie von angeblich englischen Originalen ablasen: u. a. eine Bestätigung des abessinischen Kaisers Selassi l. über die Fusion der Kanadischen und der Abesiinischcn Bank, die von nun an Travcller-Schecks(Reiseschecks) in Höhe von 50 bis 100 Pfund in Umsatz zu bringen beabsichtige, weiter eine Vollmacht des Kaisers an diese seine beiden Staatssekretäre zu Einkäufen von 13 Motorbooten, Uniformen, Waffen usw. in Europa, unter besonderer Betoimng ihrer Exterritorialität und mit der Bitte an die Behörden, ihnen jede mögliche Hilfe angcdcihen zu lassen. Einige Tage später erschienen Munume und Makembe in Begleitung zweier Landsleute, eines angeblichen Prinzen von Abcjsinicn und dessen Adjutanten, in der Buchdruckerei Nicol und bestellten unter Vorlegung ihrer Vollmachten für das abessinische Reich T r a- veller-Schecks in Pfund und in Dollar, u. a. 1000 Schecks auf je 1000 Dollar. Um den Druckereidesitzer im Glauben zu bestärken, daß er es tatsächlich mit hohen abessinischen Herrschaften zu tun habe, luden sie ihn zu einem Abendessen ein. Der biedere Mann ließ sich von seiner Frau seinen guten Anzug schicken.-Ute ins Rheingold, leerte mll den Kameruner Negern aus Abessinien sünf bis sechs Flaschen Wein, ließ sich die vor- gesetzten Zigarren gut schmecken und verbrachte mit seinen Gast- gebern einen Teil der Nacht im Belvedere. Die Sache kam ihm schließlich verdächtig vor, er erstatiete Anzeige. Makembe und Niunume meldeten sich nicht mehr. In welcher Druckerei sie sich schließlich Traveller-Schecks verschafft haben, blieb ungeklärt. Jedenfalls versuchten sie mit Hckfe ihrer Landslcut« 100-Pfund-Schecks in Berlin an den Mann zu bringen. Als dies mißlang, fuhren sie nach Holland. Anfang Januar wurde Munume in Antwerpen beim Versuch, in der Kanadischen Bank einen 100- Psund-Travallcr-Scheck einzuwechseln, perhaftct. Makembe sloh aus Holland und wurde in Berlin festgenommen. Bor Gericht bcstrill er. mit der ganzen Sache etwas zu tun gehabt zu haben. Alles habe Munume allein getan, auch in Holland sei er nicht gewesen. Dre weißen und schwarzen Zeugen wollten es anders wissen. Dos Gericht verurteilte den Arnze klagten zu zwei Jahren Zucht- haus und drei Jahren Ehrverlust. Das Unschuldslamm. Plädoyers imEchultheiß-prozeß/Kayenellenbogen schluchzt Im Schultheiß-Prozeß erteckte der Vorsitzende den Ver- teidigern der angeklagten Generaldirektoren das Wort zu ihren Plädoyers, die mehrere Vcrhandlungstage in Anspruch nehmen werden. Zunächst sprach der Verteidiger von Ludwig Katzenellen- bogen, Alsberg. Er meinte, daß der Schulcheiß-Prozeß in seinem innersten Kern mehr ein Zioilprozeß als ein Strafprozeß sei. Die Angeklagten hätten in den vergangenen Iahren nichts getan, was ihnen die Volks- und Privatwirtschaft verbot. Heute wisse jeder, daß es falsch war, z. B. kurzfristige Kredite aus dem Ausland zu nehmen. Wenn das damals schon jenmnd gesagt hätte, hätte man das viel- leicht als großen volkswirtschaftlichen Unsinn bezeichnet. Die Ange- klagten hätten mit den ihnen zur Last gelegten Transaktionen nur das getan, was die Wirtschaft damals von jedem anständigen Kauf- mann forderte. Als Sündenbock für die deutsche Wirtschast sitze Ludwig Katzenellenbogen in Moabit. Katzencllenbogen sei nicht der rücksichtslose Egoist, als den ihn die Anklazebshörde hingestellt hätte. Der Optimismus Katzcnellenbogens sei nicht der Optimismus eines wilden Spekulanten gewesen. Damals hätten die VerHand- langen über den Doung-Plan unmittelbar vor dem Abschluß ge- standen und die ganze Handelspreise sei erfüllt gewesen von Optimismus. da man ällgcmeln eine'pöMsche"Deruhigung und einen Kapitalzustrom aus dem Ausland erwartet habe. Katzenellenbogen sitze jetzt auf der Anklagebank als Sünden- bock der ganzen deutschen Wirtschaft. Als Alsberg dann auf Katzenellenbogens Famllienverhältnisse zu sprechen kommt und er- klärt, daß Katzenellcnbogen seinem Sohn ein gutes, gefestigtes Unternehmen hinterlassen wollte, bricht kahenellenbogen plötzlich in Schluchzen aus. Die politischen Hintergründe würde noch ein zweiter Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. D i x, näher erörtern. Eines müsse aber schon jetzt gesagt werden: wenn von berufenen und unberufenen Stellen von vornherein erklärt wurde, daß hier ein Exempel sta- tuiert werden müsse, dann seien diese Worte so zu verstehen, daß eine gründliche Untersuchung gefordert und die Feststellung des Er- gebnisses dieser Untersuchung dem Gericht überlassen wurde. Wenn die jzerren des Reichskabinetts jetzt hinter dem Richtertijch säßen, müßten sie auch einsehen, daß ein vorher gebildetes Urteil über den Richterspruch keine Bedeutung haben könne. Gegen den Wahlfonds-Terror. Line Erklärung des Polizeipräsidenten. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: „Die radikalen Parteien versuchen, zur Finanzierung des gegen- wärtigen Wahlkampfes Geschäftsleute unter Drohung zur Zahlung von G e l d s p e n d e n zu zwingen. Ich habe alle in Frage kommenden polizeilichen Dienststellen angewiesen, unnach- sichtlich mit aller Schärfe gegen derartige erpresserische Manöver einzuschreiten. Von der Bevölkerung muß ich erwarten, besonders aber von den Geschäftsleuten, daß sie in jedem Fall sür eine recht- zeitige Benachrichtigung der Polizei Sorge trägt. Die Täter habe» Bestrafung wegen Nötigung, Erpressung, unter Umständen wegen Hausstiedensbruchs, zu gewärtigen." Arbeitslose werden zu Räudern. Am Weihnachtsheiligabcnd kurz vor Ladenschluß drangen der 2ljährige Bauarbeiter Aarl B. und der gleichaltrige Zimmermann Otto B. in der Schwedter Straße in die Filiale der Bäckerei Hanke mit vorgehaltener Pistole ein und raubten die Ladenkaste, die etwa 330 M. enthielt. Die Angeklagten waren arbeitslos und zu Hause herrschte großes Elend, da die Eltern auch ohne Beschäfti- gung waren. Das Schöffengericht verurteilte wegen geineinjclzaft- lichcn schweren Raubes den schon mehrsach vorbestraften Karl B. zu zwei Iahren neun Monaten Gefängnis, den noch unbestraften Otto B. zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Amerika suchi Lindberghs Baby. Eine Armee von Zustizbeamten in Bewegung. Rem Jork, 3. März. Der Kindesraub hält unentwegt Tausende von Justiz- bcamlen und Prohibitionsagenten auf den Beinen. Sie verfolgen auch Spuren, die in die Unterwett lübren Auch die Küstenwachc untersucht die Privatjachten. Die Familie Lindbergh selbst hüllt sich in Schweigen. Die Bemerkung des Polizeipräsidenten, er hoffe, das„Baby" noch im Lause des Tages zurückzuerhalten, wird als ein Beweis dafür ausgelegt.'daß die Verbindung mit den Ent- sührern bereits hergestellt ist. Eugen d'Alberi gestorben. Der Komponist der„Tiefland"-Oper. Riga, 3. März. heule abevd verstarb der hier zar Durchführung seiner Scheiduugcklage seit einigen Monaten weilende Komponist Eugen d'A l b e r t an einem Herzschlag. Er soll schon einige Wochen krank zu Bett gelegen haben. Durch seinen Vater erhielt d'Albert, der«im 10. Aprck 1864 in Glasgow geboren wurde, den ersten Musikunterricht. Als er im Londoner Krystallpalast Schumann und eigene Werte vortrug, wurde Hans Richter auf den jungen Künstler aufmerksam und brachte ihn nach Wien, wo sich Richter und Brahms d'Alberts annahmen. L i sz t, der ihn gleichfalls hier kennenlernte, verstand es, d'Alberts Fähigkeiten als Pianist so zu fördern, daß er es wagen tonnte, den damals Neunzehnjährigen dem Berliner Publi- tum vorzustellen. Nach seinem zweiten Berliner Konzert war d'Alberts Ruf als Pianist gesichert. Der Künstler hatte viele Opern komponiert, von denen die bekanntesten die Lustspietoper„Die Ab- reise" und die Oper„Tiefland" und„Die toten Augen" waren. Auch auf d.'ni Gebiete der Kammermusik hat d'Albert bedeutende Schöpfungen hervorgebracht. & ih'hku, ÜMbiAMSiltii 1930er Ensheimer Rheinwein 0.55 1930er Laubenheimer Berg 0.80 1930er ingelheimer Rotwein 0.69 Wermut Corso........ 0.98 0*r Wein iür Magen und Nerven Apfelwein'.......... 0.30 Johannisbeerwein..... 0.60 Malaga golden....... 1.30 Tarragona, ganzer Liter. 1.15 Feinster alter 5 Fruchtsekt excl. Steuer..... 1.00 Weinbrand-Verschnitt... 2.75 Edel-Liköre.•...... ab 2.85 Echter Weinbrand...... 3.50 Fein*r edlor Preise excl. Gla. Ak tUttomfU* SCftf > Herrn. Meyer& Ca, A.-O. Handclshodisdiidcn der Sladf Berlin. Als Ratgeber für öl kern und Zugendliche geben wir uufereu Lejern eine Ueberjicht über die kausmännischen Fachschulen der Stadl Berlin. Die Handelsschulen bereiten Mädchen und Jünglinge mit abgeschlossener Volksschulbildung in zweijälirigem Lehrgang für den kausmännischen Verus vor. Sie besähigen die Mädchen nach gründ- iicher Fachausbildung, Stellungen als Kontoristinnen. Stenotypistinnen, Buchhalterinnen, Verkäuserinnen lEin�echandelsschule) an- zunehmen. Der Besuch der Handelsschule besreit von der Beruss- schulpslicht. Jünglinge werden nach der.Handslsschulzeit aus eine verkürzte Lehre verpflichtet. Das Schulgeld beträgt halb- jährlich 48 Mark. Durä, Schulgeldbesreiund und sreie Lern- mittel wird bedürftigen Schülern der Besuch ermöglicht. Die städtischen Fachschulen befinden sich in folgenden Bezirken: Handelsschulen für Mädchen. Bezirk Mitte: SW.lS, Nie- derwallstr. 12: Bezirk Tiergarten: W. 57. Äursürstenstr. 160: Bezirk d c l s s ch u l c n für Mädchen. Bezirk Mitte: SW. 19, Nieder- wallstr. 12; Bezirk Tiergarten: W. 57, Kursürstenstr. 160: Bezirk Tiergarten lMoabit): NW. 87, Bremer Str. 37; Bezirk Wedding: N. 65, Navenöstr. 12; Bezirk Prenzlauer Berg: N.58, Gethsemanestraße 4; Bezirk Äreuzbcrg: S. 42, Brandenburgstr. 37; Bezirk Charlotteichurg: W. 62. Wormser Str. 11; Bezirk Schöneberg: Mühlcnstr. 15; Bezirk Steglitz: Schloßstr. 43; Bezirk Neukölln: Weserstr. 12; Bezirk Lichtenberg: Friedrichsselde, Nummclsburger Straße 64. Handelsschulen für Jünglinge. Bezirk Mitte: Mohrenstr. 41. Städtische Einzelhandelsschul« für Mäddhen(Fachschule für Bcrkäuserinnen). Bezirk Kreuzberg: SW. 11, Hallesche Straße 24. Di- höheren Handelsschulen der Stadt vermitteln jungen Leuten, die die Reise für Obersekunda oder eine andere gleichwertige Borbildung besitzen, eine gründliche wirtschaftliche Aus- bildung für gehobene Stellungen in Wirtschafts- und Berwaltungs- betrieben. Der Fachschnlbesuch gilt als Ersatz der Lehre: das Ab- schlußzeugnis besreit vom Besuch der Berussschule. Die Ausbildung dauert zwei Jahre; das Schulgeld beträgt 80 Mark halbjährlich. Die zweijährige höhere Handelsschule gewährt besondere Vorteile für den Besuch der Handelshochschule. Weitere Auskünste erteilen die Direktoren der Handels- und höheren Handelsschulen. .Höhere Handelsschulen sür Mädchen. Bezirk Mitte: SW. 19, Niederwallstr. 12; Bezirk Tiergarten: W. 57. Kursürstenstr. 160; Bezirk Wedding: N.65. Ravenästr. 12: Bezirk Kreuzberg: S. 42. Brandenburgstr. 37; Bezirk Charlottenburg: W. 62, Wormser Str. 11; Bezirk Wilmersdorf: Weimarische Str. 24; Bezirk Steglitz: Schloßstr. 43; Bezirk Neukölln: Weserstr. 12. Höhere Handelsschule für Jünglinge. Bezirk Mitte: W- 8, Mohrenstr. 41. Lleberall Grasbrände. Naä�em erst am Mittwoch auf dem Gelände des Tegeler Schießplatzes etwa drei Kilometer Grassläche mit Unterholz in Brand geraten waren, mußten gestern die Berliner Feuerwehren an sieben verschiedenen Stellen der Stadt wegen derartiger Brände eingreifen, die vermutlich von spielenden Kindern verursacht worden waren. In Hermsdorf. Tegel, Karlshorst, Neustaaken, Frohnau und Tempelhof waren diese Grasbrände entstanden, mit großer Schnelligkeit um sich griffen, von den Ortsfeuerwehren aber meistens schnell bekämpft werden konnten. Die größte Ausdehnung nahm ein derartiger Brand in Wittenau an, wo 10 000 Quadratmeter von dem Feuer ergriffen wurden. Personen wurden bei den Gras- bränden nicht verletzt. Impofanie Kundgebung in Pankow. Zur Kundgebung der Eisernen Front in Pankow konnte der größte Saal im Orte die erschienenen Massen nicht fassen und mußte wiederum polizeilich gesperrt werden. Ueber 1200 Personen waren anwesend und viele mußten umkehren, da sie keinen Einlaß mehr tangksnnei' wirbt! Werbefeier des JiingbannersBerlin-Mltte, Sonnabend, d. 5. März, 20 Uhr, Gewerkschaftshaus, Grober Saal. Mitwirkende: Spiel-diar des Jungbanners, Kreis Osten. Konzerlvereinigung des Reidisbanners Schwarz-Rol-Gold. Reidisbanner-W�rbetilme laufen. Anschließend rfanz. Eintrittskarten ä 30 Plennig an der Abendkasse. lugend, her zu uns! finden konnten. Eingeleitet wurde die imposante Kundgebung durch einen Fahneneinmarsch. Dem Parteibanner voran schritten, symbo- lisd) Hand in Hand gefaßt, ein Schmied mit dem Hammer, ein Sportler und ein R e i d) s b a n n e r- K a m e r a d. Als erster Redner sprach Genosse Klauhner, M. d. L. Erbstterte Zurufe aus der Verfainmlung unterstrichen seine Ausführungen. Genosse Falkenberg, der Rcichsvorsitzende der sreigewerksdiaftlichen Bc- amtenorganisation, der zweite Sprecher des Abends, wandte sich be- sonders an die Frauen und fragte, ob sie wieder, wie es die Nazis verlangten, in die Knechtschaft des Mittelalters zurücksinken wollten. Ein hundertfaches erbsttertes„Nein, niemals!" gab ihm die Antwort und zeigte, daß auch die denkenden Frauen kampfentschlossen zur Eisernen Front stehen. Auch den Beamten widmete Genosse Fat- kenbcrg anfeuernde Worte; auch sie sind Arbeitnehmer, die nur ihre Arbeitskraft zu verkaufen hoben, und darum sollten sie ihre wahre Klassenlage erkennen. Kreisleiter Genosse M ü h l m a n n schloß die Kundgebung mit anfeuernden Worten. Eiserne Krönt im Rathaus Friedenau. Schöneberg, sonst bekannt als ein Hort der Reaktion, bezeugt täglich von neuem in seinen überfüllten Versammlungen der„Eiser- nen Front" den ungebrochenen Kampfeswillen aller freihestlich Ge- sinnten. So auch in der Kundgebung im Rachaus Friedenau. wo Machilde Wurm zum Kampf für die bedrohte Freiheit auf- rief. Unsere zahlreichen Gegner schreien nach Aenderung des Sy- ftems und meinen damit die Niederschlagung der Arbeiterschaft. Für jeden klassenbewußten Arbeiter kann die Entsdieidung nur heißen, für Republik und Demokratie. Jeder Streit muß ausgeschaltet werden, die äußerste Konzentraiion aller Kräfte kann schon im ersten Wahlgang den Sieg bringen, den Sieg sür die„Eiserne Front!". Ge- sang der Sozialistisd)en Arbeiterjugend umrahmte die Kundgebung. parteierfolge im-12. Kreis, Steglitz Trotzdem die Arbeit in dem naziverseuchten Steglitz sehr schwer ist, hat der Kreis dod) im Berichtsjahr eine Zunahme von 2 71 Mitgliedern und für den„Vorwärts" 135 neue Abonnenten zu verzeichnen. Mit großen ideellen und materiellen Opfern haben wir uns besonders der Erwerbslosen ongenam- mcn. Von der Spaltung, die uns wenig berührte, wird überhaupt nicht mehr gesprochen. Der Kreisletler, Genosse Palmer, dankte den Funktionären für ihre aufopfernde Tätigkeit und forderte von ihnen restlose Hingabe sür das Jahr 1932. Einen besonderen Appell richtete er an die durch die Partei in leitende Stellungen gekonnnenen Genossen in Reich, Staat und Gemeinde. Nach den Wahlen, welche mit erfreulicher Einstimmigkeit die leitenden Funk- tionäre bestätigten, richtete Genosse P. einen leidenschaftlichen Appell an die Versanmrlung, die Eiserne Front zu stärken und mit ihr das Jahr 1932 zu einem Siegesjahr über den Faschismus zu machen. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozial- dsmokratie wurde die Versammlung geschlossen. Maiqemelnschast der Natu» freunde. In der Gesdiäftsstelle der„Naturfreund e", Johannisstr. 15 (nahe Oranienburger Tor) stellten einige Genossen, die in ihren Muße- stunden die Malerei pflegen, Aquarelle und Zeichnungen aus. Sie gehören der„Malgemeinschoft des Touristenoereins Die Naturfreunde" an, die 1928 von dem inzwischen verstorbenen Otto W i n k e l m a n n gegründet wurde und unter der künstlerischen Leitung des Malers und Bildhauers Ralf Weiß steht. Die Erfolge dieser Bestrebungen kommen aus der Ueberzeugung, daß, wie einer der Teilnehmer zutressend meinte,„jeder Mensch etwas zu sagen hat und es auch— aus täglichem Erleben— auszudrucken weiß" und aus der siuheren und zielbewußten Leitung durch Ralf Weiß. Bor allem verraten durchgängig die Aquarelle eine gute Beobachtung�- gäbe uno technische Schulung. Das alles ist um so erstaunlicher, als diese trefflichen Dilettanten schwer im Beruf arbeiten und ihre sparsame Mußezeit vielfach noch mit Wassersnort ausfüllen. Man sieht daran, was Naturgcfühl und Liele zur Kunst in ihrer Bereinigung bewirken können, wie wir es bei diesen Mitgliedern der„Natur- freunde" finden; ihr« Nachfolge sei dringend empfohlen, unter der Voraussetzung, daß man nicht den Ehrgeiz habe, Künstler werden zu wollen, sondern es bei einer anmutigen uno geisterhöhenden Tätigkeit für die freie Zeit bewenden laste. Es ist dabei ganz gleichgültig, welcher Beschäftigung man im Leben nachgeht; von den Ausstellern ist Ed. Erl er Eisenbahner. Richard P i w k o w� Gärt- ner, Hugo B r ö ck e r Buchbinder; Emst M a h l i ch ist zwar Stuben- und Schildermaler von Berus, aber erst spät zur darst«Uerisd>en Malerei gekommen, und seine«achen wirken vielleidst gerade des- halb am naivsten und[ehr empfunden. Weller für Berlin: Abgesehen von etwas Bewölkungszunahme keine Aenderung des herrschenden Wisterungscharakters, südliche Winde.— Für Deutschland: Im Westen zunehmende Bewölkung. im Osten weiterhin meist heiter, im äußersten Osten heiteres Frost- weiter. Vortragsabend„Berliner Sntnor*. Freitag. 4. Mär�, vllnktlich 20 Uhr, in der Aula des Oberlcseums Weißense-, Part. Ecke Pistoriussirahr, dumoristilcher Bortrag. Berliner Humor: So siehste aus. Vortragender: Schrtftüellcr Dr. Artur Schmolte, tzu dieser Sondervcranftaltung haben nur Sozialrentner, Slrinrentner, Kriegsbeschädigte. Aricgerhintcrbtiebcne und Erwerbslos« Zutritt. Der Eintritt ist frei. Eiutrittslarten sind gegen Barleaung eine» entsprrchcirden Ausweises im Biiro des Bollsbildungsamtcs WeibetNee, Rathaus, Älb-rtinen» strahe S. Seitenfliigel, Zimmer 37. l Treppe, crhiiltltch. Clt*®*1 .c oW65* v/ir -'Äe0 ruf He.'*etnacn\ ha!bcn, .orweW'1 wmuns fertiSS®' Ostens e»« qu»- „iecMB®5 müBten e i ow c«r und.hrcm S pficW-• * s �en ü„d 00*- ere;' nn meo � �ben eineo wo;®'":?. ich �rneo ______ 4CV KO N S E R V e N KONFITÜREN WEINI, SPIRITUOSEN FRISCHFLEISCH WURSTWAREN Karotten f.38 ig. u Sdinlttb. Vi 0». 0.42 Bohrenkerne v» 0.6f Spinat i...........'Ii D». O.bh Sellerie..........'i, o».0.6l Jg. Erbsen mittalt.-» D». 0.7� 3«m Oamuse m ttt. Ds. C.öt jpo gslkip e gr., miffal'1, 1.7»� Ke delbeeren Ds. O.k. Apfeimus extra...'(,0s. 0.0' Preiftelbeeren...ir, Ds. 0.81 Birnen>, frudit...'i, Ds 0.8t rfirsKtia«alii.>i> Fr.>1, Ds 1,0 aatyl Tai. m BrdO SPt.Eim 0.85 Apffei-Ga.m H mb.2Pt,Eim. 0.L- OELIICATEStEN. RKUCHERV Eisbein o AnoOien... Ds. 0,5' Würstchen... 5 Paar Ds. 0.8 r'brtug. Oaisard nen 5 Ds 0,1t IM. oa. Heringssalat Ptd. 0.6 ret«bücklinge...an Ptd. 0.2 Serattan ca.' Ptd. Kastu.i 0.2' Haste) ungan Obel vardan promp r.a B A M N H Waffelkek»_______.Ptd. 0.64 Schok. Brezeln....ptd 0.8 Oragee-Ciergato ItPfd 0,65 Marzip.-Eier an 6 Stück 0.20 Öürgm.VoIlm Stfiek, 100 gr 0,2j. Surgm STa'elSort. 300 gt 0,76 6g m. Ar ane-Scnok. 300 gr 0.60 Qgm.lCakaaliaidit'ös iPfd. 1.0C KOLONIALWAREK Burma-Reis....... ptd 0.1a Eierbandnudeln. Ptd. 0.44 Erbsen..... an 3 Pfd. 0.31 Linsen, Bohnen an i Ptd 0.21 Pfirsiche.... an Ptd. 0.8t Pflaumen_______ an Pfa 0.24 Apfelsinsn. 3 ptd. 0 44 Olsardin. 320 gr ot 0.5' Goulosch unqar. Os 0.7t Knobiauchwst, p o� 0.36 Weinbr.Bg lUr.m FI 4.80 Henry Eckel Sekt Fi. 2.85 a I d OOI2 rbahattcn. In den Dachhallan splo an dla Kapallan Emi bacn a Im Erfrischungsraum dla Z I g e Schweineschmalz.Pia. 0.42 Braienschmalz....Ptd. 0.42 Griebenschmalz..ptd. 0.48 Margar. cocos att 3 Pfd. 0.95 Molkereibutter....ptd. 1.32 Tafelbutter I...... ptd 1.48 I RaBsz und Otto Karin- unar• Kapalla Blech. H E> M A N P l A T KARSTADT B A H N H O Am Mittwoch, dem 2. Marz, ist mein lieber Mann unser eurer Vater, Schwiegervater und Großvater. der frühere Gastwirt Robert Neumann sanft en'schlafen WeiBensee, Charlottenburger Str. 112. Fraa Berta Neumann. geb. Holerkorn nebst Kinder und Enkel. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 7 März, abends>/,7 Uhr. im Krematorium Cench ftraße statt i JUERGENS Alexinderplafz Neue König«tr. 43 QoQtsüier Hsiailarbeüer-YerttöQi VerwaliixE«ifss/, Übt. NN Siemalormm Vaumichulenweg, iite.> holzüraße. stall. Am 2. März starb unser Salle ge der Wickier Bernhard Jos. lenz ged ti November lb6». Die S nSiderung findet am Dien». tag. dem 8. März. iS'h Uhr, ün Krematorium Gertchtslratz» statt. C r« Ihrem Anbeuten! Rege Beteiligung wird etmartel. Olc OrtsverwaltaDr ( Theater, Lichtspiele usw. Der erste große Faltboot-Tonfilm PI/Aza Nihe Sehl«. Bhf. Slälr.StjS. 2, 5,51511. Toi; nweldueltni .Fneflcrlke*- Slädi.Oper Charlotienbure BismarcksuaEe 14 Freitag, 4 März Turnus IV Anfang 20 tu Der Freischütz Ende gegen 23 uhr VotHSDUhne Tliealer am äübwjlat; 4 Uhi fahrmann Bensctiel mit Emfl Janofn�s u. ÄUrgarete Melrer rtegic: K H. Martic Staali. Stiiiller-nieater 8 Uhr Die endlose SiraOe 8 Uhr Vor SGDDeDüDtergaDg v Gerh.Haup'mann Sagia: Mai Rainhaidt. Theater a.noii8ndor!p!at2 Pallas 7051 Hcotc 7Vi Uhr Premiere: Traum eifierMt Jperttfe in 3 Akier v. lud. Wolf! n. Karl Sehr MusIk Tön Han May Ktim Saiteotrar Destmei iemioi�Kei-BerUöHD Wahlkörper-Versammlungen der arbeitslosen Mitglieder TT m anlag, d-n 7. MSrz. oormlllags lt"a Ahr. las AüUlJilOrpCr U Sitzungnluul des verdandnhanf»». Oinlenflr. BZ B8i ElsenlioiistnildloiiS', aalo-, Masttilnen-, Bau-. Sdiwarzbledi' and Haroiserlesdilosser Tageßordnung: Veratung der Anträge und Wahl der Velegletten zur Generalversammlung am 14. März 1932. Zutritt haben nur dieietugen Mitglieder, die nn VeroandFduch di« Bernf»- dezeichnung baden, iür weiche die Versammlungen«inderuien sind vhae IRItglieBadach und Oclxllslafeatocte lata Sattilt. Die Orisverwaltung. i neater deaWestene Täglich SV4 Uhr Die Dubarry in derüotter-lnszMiEiiiiKi Mary Losseft Sonnabend»a4 Uhr onntag'»Z Uhr Hai aus der Kiste Sonn ag 6 Uht Der Vogeinandler SOOOOOOSOO neiropo.-ineaier Täglich S'k Uhr Ein Lied der Liebe Annl Ahlrr« Adei.Saudrork rlru-t Verebe» I ranz Felix Sonntag 4"i Uhr Die Fledertnans •••••— oe »■.uhrCASlNÜ-riiEAlERf.uh, Lolhrinder Strafte S7. iiitiiiifiiiiiiiiitiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiitiaiHMiiMiitiiiiimHiiiiiimiiäi Operette, Varietö, Possei u a S Loros 31 nsiknl-Akt Die Operette: Gestrandet Der Berlin Komiker Herrn. Kraa'-e Zum SchluB der neue Schläger ' Der Mann mit den zwei Frauen Guischem>- 4 Personen: Par k«n so Pi. Pauieuu I Mark Sessel Iju Mark BETRIEB iJK KB4PH«SI0i|■" -TUeelerio der- StresemanDstr. t a g 1 1 c n 8>. Uhr Lenpoliliiia Konstantin Ttendor L(« m In jeder Ehe... Rose- i heaier tn!i Fnnklulfr SlraJ« 137 18. Veldiu. t! 3427 8*/, Uhr Jetfcbea Gebert Täglich HV« Uhi Morgan gahts uns gut Grete Husheim Max llunaeu Orcbettcr D« os Bei« —■ Kleines m.— Truppe 1931. lägl- 8'/« Uhr Die mauselalte r* reise 73 PI.— 4 fo. Sonaab. ood Soantac uactimittags 4 Lht balbe Preise. Th. im Mniifalspalasl Täglich S1'« Uht Dtr nana grnSa Erfolg! Käthe Dorsch Gnstaf Gründgens in: L'selott' SlngspiiiVidiiafiROiineiie Sensationelle Sport-Erlebniase im Faltboot URAUFFÜHRUNG HEUTE 7 UND S UHR MOZARTSÄAL am Nollendorfplatz. Vorverkauf: 12-2 und ab 4 Uhr. 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März 1932 In der heutigen Vonniliogzziehung wurden Gewinne über 499 M. gezogen 2 Gewinn» ,n 1 00003 7!!. 124277 2 Sewinne tu 25000 PI. 386432 2 Oetatnne tu 10000 Si 1 07757 3740 1 Q:a'an' � Baü0 � 1*1230 74167 186320 229390 247723 357471 "> S000 Clt. 39009 57357 60)75 168693 182082 197862 22o857 265S16 349470 351811 362995 391326 v«-°>nn«.n 2000- 1931 5603 11244 13704 15207 33521 43678 82322 83772 95699 104011 123423 129032 133531 134537 135579 1331o1 157687 163903 176212 178932 133991 191318 195515 215240 231317 257213 271645 279583 284003 311615 3305S9 388417 122 S-wInn,(u 1000 M. 2734 4177 13900 16039 18302 21150 44799 45439 50318 69186 69549 73337 60571 83441 86400 97827 103368 117542 126664 123748 139195 140293 143088 149018 149677 152653 166184 186527 139991 198796 199531 202458 203352 212113 214007 221032 225653 250119 254304 257259 260503 259601 269755 230940 293349 296258 297195 302662 327280 339309 349582 351476 352750 35544? 359642 362957 374722 330722 385265 335837 391537 188 G-wInr- ,u 500?N. 2505 4415 4553 10751 10910 19819 24562 27683 32836 43477 49154 51 385 52628 53914 53955 63285 636-0 65125 74597 82157 S2S73 84709 87993 90580 109793 114241 1I57I5 121038 123305 123:160 125853 130558 137544 137613 141052 140093 147318 143828 150201 150463 152132 152253 156623 160523163263 169604 172100 177831 182137 184476 184593 205410 205931 207226 217087 220181 226559 228563 229949 236824 249381 257414 260840 283044 268331 273*48 283264 288973 290922 291693 298957 300293 300862 304223 305324 327530 330101 337823 342102 343169 345904 333423 3571 12 351 736 367269 373590 379123 330S83 330907 381 105 389816 391138 393126 3n der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2«ewlna» m 200000 M. 310434 2 Cfelaumc jn 1 0000 W. 209343 8««mmne ,u buuu... Guu-j-i 130322 337612 339182 14 S-Winn. zn 3000 M. 50792 651*28 163703 208461 253094 279813 316600 52 Gewinn,«u 2000-m. 5480 12532 14531 29226 51229 58776 84623 65761 96162 II 9429 155535 155903 174542 190139 19191? 193574 218456 224595 286444 297460 308320 313330 325232 327830 362249 283673 102 Gewinne im 1000 M. 1755 6513 13406 17306 13219 39746 75732 79675 89430 31728 96350 1I6S08 118130 119203 134363 133056 144383 1 56559 157967 153136 175009 177647 179481 182117 182822 183474 188573 1694S8 199633 203403 234023 242852 269374 280360 284372 298255 307465 321343 336960 337741 344364 345473 347592 351820 357878 380000 330731 334239 386822 336474 390203 154 Gewinn»«u 500 SU. 1332 12139 20640 30828 36233 44094 61858 52563 59032 63313 63332 68396 68973 78878 83838 85806 86902 88528 88786 96087 102900 103880 109168 110368 116343 120592 129061 136137 143913 149207 154650 158864 161739 166321 163445 170673 173898 I82o83 184856 190823 191505 201687 204828219588 222401 228193 235491 244296 251748 259270 237904 268603 279459 283776 286018 292688 293072 299392 318382 318279 321363 322034 324764 325602 331225 340068 340340 343000 346398 340474 349590 353038 357918 361,226 3/0631 382874 386326 Im Gerninnrad» verblieben: 2 Prämien fe zu SOOCXA 2 Gewinne zu je öcXXKXl, 2 zu je 75000. 4 zu je.KHlOO, 8 zu je 250 v. LS zu je 10000. 152 zif je 50 O Lös zu je 3000,--SO zu j« 2000, 1644 zu je 1000, 2660 zu je 500, 7872 zu je 400 Marl. Kr. iOT* 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Zteitag> 4 März 1932 1/5 Millionen Pächter warten! Die Gozialdemokraiie fordert schnelle und ausreichende pachtenfenkung. Die Rechtsparteien«nschlietzlich der Nationalsozialisten beitürmen die Regierung von Tag zu Tag, den Grohagrariern imd dem Großgrundbesitz neue Liebesgaben zuzuschanzen. Neue Zölle und neue Subventionen werden gefordert. Leider beliinunern sich diese Parteien sehr wenig um das traurige Los der Pächter. Und doch steckt diese Wirtschaftsschicht in größter Not. Wenn die Er- zeugerpreise für Vieh, besonders für Schweine, für Milch und sür Eier äußerst tief liegen und unter den Friedenspreis gefallen sind, so daß die Betriebe unrentabel werden, wird gerade davon der Pächter betroffen. Er ist in erster Linie in der Aiehprodultion, in der Erzeugung von Milch und Eiern tätig. Trotz- dem verlangt man vom Pächter, daß er seinen Verpflichtungen rest- los nachkommt. Der Eigentümer ist durch den Dollstreck ungsschuh gesichert. Aehn- liche Sicherungen gibt es für den Pächter nicht, üommt er seinen Verpflichtungen nicht»ach, dann kann er sich daraus ver- laisen. daß er zum nächsten Termin die Kündigung erhält. Die Agrarkrise hat den Pächterstand am bärtesten getroffen.?hn hat ober die Regierungshilf« vergessen. Der Pächter will keine Subventionen und keine Liebesgaben. Er will nur, daß seine Leistungen seiner wirtschaftlichen Kraft angepaßt werden, chier kommt besonders die Anpassung der Pachtpreise an die gesunkene Rentabilität der Be- ! riebe in Frage. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichs- tags hat bereits im Oktober 1S3l einen Antrag eingebracht, in dem eine sofortige Senkung der Pachtpreise um Zi) Proz. gefordert wurde. Dieser Antrag hätte den Pächtern wirksame Hilfe bringen können. Die Regierung hat diesen Antrag wohl entgegengenommen, aber bisher leider nichts getan, um die sozialdemokratischen Forderungen zu verwirklichen. Man stellte sich wieder mal taub. In der Zwischenzeit sind weitere Verschärfungen der Wirtschaft- lichen Lage der Pächter eingetreten, so daß der Antrag der sozial- demokratisc' en Reichstagsfrattion vom Oktober 1S31 nicht mehr genügt. Das Rcichsarbeitsministerium wird mm, wie wir hören, noch in diesem Monat eine Verordnung über die Pachtpreissenkung herausbringen. Es ist noch nicht bekannt, wie diese Verordnung aus- sieht. Soll sie aber wirksam werden und soll sie wirkliche Abhllfe schaffen, dann muß man von ihr folgendes erwarten: Einmal muß die Senkung der Pachtprelse zum mindesten ei« Drittel betragen, zum anderen muß die Verordnung einen Sündiguvzsschuh entHallen. An Stelle der Pachteiaigungsämler muß ciue objektivere Znstanz treten. Im übrigen lst die De- stimmung notwendig, daß Kündigungen nur dann erfolgen dürfen, wenn böswilliges Verschulden oder uachweisNch schlechte Bewirtschaftung vorliegen. Man darf auch die Erwartung aussprechen, daß die Regierung olles darauf anlegt, das Ventil der Siedlung nicht zu verschließen. Gerade in den Landstrichen Deutschlands, wo der Pächter zu Hause ist, besteht ein ungeheurer Landhunger. Er kann z. T. durch die Siedlung befriedigt werden. Drosselt man die Siedlung, so steigt natürlich die Nachfrage noch Land, und das muh die Pochtpreise in die Hohe treiben. Fast VA Millionen Pächter und Zupächter warten hier auf Hilfe. Sie muß schnell und ausreicheud gewährt werden. Die Löhne und preise in LU5A. Giarke Lohnsenkungen.— Aber die preise sanken noch stärker. Es liegt nunmehr ein Ueberblick über die Entwicklung der Löhne in den Vereinigten Staaten feit Ausbruch der Krise bis zum Ablauf des Jahres 1931 vor, den nach amerikanischen Quellen das Sta- ustische Reichsamt im Februarheft von„Wirtschaft und Statistik� verösfentlicht hat. Denmach sind die Stundenlöhne von Krisenausbruch bis Ende 1931 in der verarbeitenden Industrie, einschließlich der Siohl- und Eisenindustrie, um durchschnittlich 10 Proz. zurückgegangen. Die wöchentliche Arbeitszeit betrug im Jahresdurchschnitt 1928 48 Stunden, im Jahresdurchschnitt 1929 49 Stunden. S-e ist im Jahre 1931 auf 40 Stunden zurückgegangen und lag im De- zcmber 1931 sogar bereits unter 33 Stund en; Durch den gewaltigen Umfang der Kurzarbeit find naturgemäß die durchschnittlichen Wochen oerdienst: wesentlich stärker gc- funken al» die Stundenlöhne. Der durchschnittliche Wochenverdienst der amerikanischen Industrie- arbeiter bekief sich nach dieser Statistik im Oktober 1929 auf 33 Dollar. un Dezember 1931 nur noch aus 22A Dollar, ist also um rund 30 Prbz.' zurückgegangen. Schon Kiese Zahlen zeigen, daß auch die amerikanische Arbeiter. schast. soweit sie noch in Beschäftigung steht— die letzte Schätzung der Vollarbeitslosen belief sich auf 8,3 Millionen—. in ihren Lohn- (atzen und noch viel stärker in den Arbeitsverdiensten einen empfind- lichen Rückgang erlitten hat. Die Entwicklung ist in Amerika so ver- lausen, daß man im Gegensatz zur deutschen Abbau- psychose im Jahre 1930 noch bemüht war» das hohe Lohnniveau, das Rückgrat des amerikanischen Marktes, zu erhallen. Erst im Laufe des Jahres 1931 hat eine umfassendere Lohnabbaubewegung 1 eingesetzt, wobei in den einzelnen Industrien die Lohnrcduktionen sehr unterschiedlich sind. Auch in den Vereinigten Staaten übt die Schwerindustrie den stärksten und rücksichtslosesten Lohndruck aus. Die Stundenlöhne in der Eisen- und Stahlindustrie sind um f a st t m Viertel gesenkt worden. Es folgt dann die Baumwollindu- strie mit einer durchschnittlich IZprozentigen Lohnsenkung. Im Ma. ichinen- und Fahrzeugbau beträgt die Lohnsenkung 8 bis 10 Proz. In einzelnen Industrien, die von der Krise verhältnismäßig wenig berührt wurden, wie z. B. die E l c k l r o i nd u str i e und das Buchdruckgewerbe, betrögt dagegen die Lohnsenkung im gesamten Krisenzeitraum jus Ende 1931 nur 3 bis 4 Proz. Die Buchdrucker haben in USA. nach wie vor einen durchschnitt» lichen Stundenverdien st von 1 Dollar. Einen gewalligen Sturz haben in Amerika die Farm- arbeiterlöhne erfahren, Sie sind um mehr als ein Drittel gesunken. Der Zusammenbruch der Wellmarktpreise für Agrar- Produkte und die schwierige Lag« der amerikanischen Farmer haben die landwirtschaillichen Arbellerlohne mit größter Schärfe getrosten. der verordneten Lohn- und Gehallssenkung. ist diese bis zu 20 Proz. weitergetrieben worden. Die amerikanische Indexziffer der Lebenshallungskosten betrug im Oktober 1929 163,4, im Dezember 1931 132,2. Der IVprozentlgen Senkung der Siundcnlöhne In der amerikanischen Zndvstcie steht also eine ZOprozeatige Verbilligung der Lebenshallungskosten gegen- über. Es wäre also an sich nach dieser Statistik durch die stark« Preissenkung eine Erhöhung dar realen Slundenverdlenste ein- getreten, die allerdings infolge der umfangreichen Kurzarbeit aicht in Erscheinung treten kann. Iedenfalls ist aber der Ausfall an Ar- beiiselnkommen durch diesen den Abbau der Stundenlöhne erheblich überschreitenden Preisabbau gemildert.' Wir haben btefe Tatsachen registriert, da von deutschen Unternehmern häufig die Lohnsenkungen in Amerika mit leicht durchlchaubarer 21b ficht weit übertrieben werden und der Zusammenbruch des Systems der hohen Löhne verkündet wird. Wir wollten zugleich zeigen, daß in anderen Ländern ohne amtlichen Lohnabbau und ohne amtliche Prcisabbauorgane die Ver- billigung der Lebenshaltung sich in rascherem Tempo vollzogen hat als bei uns. Fleischerbank bricht zusammen. Die.Handelsbank A-G hat die Zahlungen eingestellt. Die Handelsbank A.-G. Berlin, die ihr Vankgebäude in der König st raße und Filialen im Städtischen Schlacht- und Viehhof und in der Fleischgroßmarchalle hat, mußte gestern die Zcch- hingen einstellen. Es handell sich um eine nicht unbedeutende Dank mll einem Aktienkapital von 2,83 Millionen und offenen Reserven von 0,38 Millionen Mark, die Ende 1930 einschließlich der Bankkredit« noch Einlagen im Betrage von über 20 Millionen Mark hatte. Die Bank diente in erster Linie dem Berliner Fleischergewerbe: der Obermeister Maedel der Berliner Flekscherinnung ist der Vorsitzende des Zlufsichtsrats. Die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank in München ist Großaktionärin und stellte bisher den Aufsichtsratsvorsitzeichen. Bon 1924 bis 1930 Hot die Dank noch jedes Jahr 10 Proz. Dividend« verteill. Die Ursachen des Zusammenbruches sind noch ungeklärt. Es wird behauptet, daß fett der Mitte vorigen Jahres die Hälft« der Einlagen zurückgezogen worden sei. Der Zusammenbruch der örilich benachbarten Berliner Bank fürHandel und Gewerbe(Ladendorff-Bank) dürste dazu beigetragen haben. Da die Bank Ende 1930 nur sehr wenig Wertpapiere hatte— kaum 3 Proz. der gesamten Einlagen—, muß man annehmen, daß bei den herausgegebenen Krediten groß« Verluste eingetreten sind. Dos Bankunternehmen soll liquidiert werden: mit den Gläubigern wird ein Vergleich gesucht, wobei eine bestimmte Mindestquote garantiert werden soll. Die Frage wird zu klären sein, ob auch hier etwa ösfem» liche Mittel zur Garantierung der Mindestquotc in Frage kommen. Da es sich um keine gewerbliche Genossenschast, sondern um eine Aktiengesellschaft handell. Dürfte der 20.Millionen-Fonds, der für gewerbliche Genossenschaften bereitgestellt ist, nicht in Frage kommen. Es ist a u f s ä l l i g, daß die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank München als Großaktionärw und größte Bank Süddeutsch- lands die Handelsbank A.-G. hat fallen lassen. Offenbar sah auch sie keine Möglichkeit der Rettung, so daß sicher sehr hohe Verluste zu erwarten sind. 1931 ein gutes Filmjahr. Im Gegensatz zu anderen Industrien ist die deutsche Filmpro- duktion im Jahre 1931 gegenüber 1930 nur wenig verändert. Die Zahl der zensierten deutschen Spielfilme ist nur von IM im Jahre 1930 auf 146 im Jahre 1931 zurückgegangen, doch hat sieh gleichzeitig die Zahl der zugelassenen ausländischen Spielfilme ver- ringert, so daß der prozentuale Anteil der deutschen Filme noch etwas gestiegen ist. Zugelassene Spielfilme in Deutsckilani): Dieser Anteil hatte 1929: 4S Proz. betrogen, 1930: 50 Proz. und erhöhte sich 1931 auf 52 Proz." Unsere Zahlentafel gibt einen Ueberblick. welchen Anteil die deutschen und die ausländischen Fllme am deutschen Filmmarkt in den letzten drei Jahren gehabt haben. Oer Icbruarabsah des f r i e d i g e n d bezeichnet. wurde übertroffen Deutschen Salisyndikats wird als b c- Der Februatabsatz des Vorjahres Verlorene und versteckte Gewinne. Mittelstahl hatte 6 proz. zahlen können.— Die„L'se a�s Konjunkturinsel. Der durchschnittlich« Monats lohn eines Farmarbeitcrs(ohne Woh- i nung und Verpflegung) betrug vor Krijenousbruch 50 Dollar und ist' auf 34 Dollar gesunken. Im Vergleich zu den äußerst ge- drückten Löhnen, die m der deutschen Landwirtschaft gc- zahlt werden, sind dos natürlich nach immer glänzende Verdienste: aber gemessen am früheren Ninean der amerikanischen Landarbeiter- lohne ist doch ein außerordentlich schwerer Rückgang festzustellen. In welchem Verhältnis stehen nun Lohnabbau und Lebens- haltungskofteuverbilligung in Amerika? In Amerika gab es in dem ganzen Zeitraum des Konjunlturauf- lchwungs keine nennenswerte Verteuerung der Lebenshaltung. Amerika erlebt« ja eine Hoehkonfunltur mit stabilem Preisniveau. Seil Krijenausbruch ist nun ohne amtliche Preisabbau.- pvlitik und ohne Preiskommissare eine 2 0 p r o- zentige Senkung der Lebenshaltungskosten ein- getreten. Die entsprechende Entwicklung in Deutschland verlies: Lebenshallungsmdex Oktober 19?9...... 153,5 „ Dezember 1931..... 13'', 4 „. Februar 1932....... 122.4 Ais Ende 1931 war also nur eine etwa Ikprozentige Senkung kMSfiixtten und eist einschließlich der beiden letzten Monate, nach Zwei Jahresabschlüsse aus der mitteldeutschen Montanindustrie, die Bilanzen der Mitteldeutschen Stahlwerke A.-G. sowie der Ilse- Bergbau-A.-G., werden jetzt zu gleicher Zell veröffentlicht. Die Mitteldeutsche Stahlwerke Zl.-G.(Riesa-Laüch- Hammer-Brandenburg), die bis zum vergangenen Jahr eine der wertvollsten Beteiligungen des Ruhrstahltrusts darstellte, wird jetzt völlig aus dem Rahmen des Stahlvereins herausgelöst. Nach der vor einem Jahr abgeschlossenen Interessengemeinschaft mll der Max- Hütte wird durch einen Aktientausch Maxhütte-Mittelstahl eure be- triebs mäßige Verschmelzung der beiden Gruppen voll- zogen. Diese Aktion geht unter der Leitmtg der Eharlottenhütte vor sich, und es hat den Anschein, als ob die zur Zell die Chor- lottenhütte beherrschende Gruppe es darauf absieht, aus dem Stahl- Vereinsblock die besten Stück« herauszunehmen. Wozu, bliebe-zu klären. Mittelstahl hat das Krisenjahr 1931 weit besser überstanden als der überkapllalisierte Stahltrust an der Ruhr. Das bessere Abschneiden gilt allerdings nur für das finanzielle Ergebnis und nicht für die Belegschaften, denn diese verminderte sich im letzten Geschäftsjahr von 9150 auf rund 7400 Mann. Trotz des scharfen llmsahrückganges von 100,8 auf 70,4 Millionen hätte Mittelstahl noch seine Vorjahrsdividende von 6 Proz. zahlen können, wenn die Gesellschaft nicht sür den Zu- jammenbruch der Schweitzer u. Oppler A.-G. mit fast 7 Ml- liovcn Mark Verlusten hätte gerade stehen niüss-n. MUllonengewinnc, die das Unternehmen trotz der Krise aus den gesteigerten Leistungen der Belegschaft erzielt hat, sind in dem Schweitzer-u.-Oppler-Sumpf verschwunden. Mittelstahl verfügte aber noch über andere Gewinnquellen. Eine Anfang Februar an den P r e i s k o m m i s s a r gesandte Ein- gäbe des Reichsverbandes freier Schrotthändler liefert zu diesem ! Punkte schlagendes Bewcismatcrial. Mittelstahl verarbeitet in seinen � Stahlwerken zu 70 bis 80 Proz. deutschen Schrott. Die Preise sür Kernschrott sind aber gegenüber der Varkriegszell von etwa 47,50 Mark aus 9,16 Mark je Tonne gesunken. Der Stabeisen- preis beträgt aber zur Zeit 115 gegen 108 Mark vor dem Kriege. Schrottpreis und Stabeisevvreis hatten ihr Verhältnis also von 1: 2 vor dem Kriege auf 1: 8,7 verändert. Diese ungeheuerliche Spanne brachte große Eewume und hätte auch eine Nachprüfung der Neueisenpreise dringend erforderlich gemacht._________ Die Nazi-Zlsc scheffelt Gewinne.' 2Lenn ein Unternehmen in der heutigen Krise noch verdient. so ist an sich imnllten des allgemeinen wirtschaftlichen Versalls erfreulich. Werden aber im Laufe von zwei außergewöhnlichen schweren Krisenjahren Gewinne geradezu gescheffelt, wie dies bei der Jlse-Bergbau-A.-G. wieder der Fall ist, so muß der radikale Lohnabbau bei solchen Unternehmungen geradezu befremden. Kein Fall ist m der Tat besser geeignet als der jetzt vorliegende Jahresabschluß der Ilse, um die krasse Un- gcrechtigkeit und den wirtschaftlichen Widersinn zu■ kennzeichnen. die in der letzten Notverordnung mit ihrem schematischen Lohn- und ungenügenden Brikettpreisabbau enthalten sind. Wie der Ilse-Abschluß zeigt auch die Lage der übrigen Bravo- kohlenkonzerne, daß der mechanische Preisabbau von 10 Proz. auch nicht annähernd die Möglichkelten der Preissenkungen erschöpfte, die der ostelbtsche und mitteldeutsche Bergbau im Interesse der frierenden Massen hätte durchführen können. Auf der anderen Selle ist der verordnete Lohnabbau em z u s ä tz- l ich es Geschenk für die Herren der Braunkohle, die schon aus der sell Jahren anhaltenden Leistungssteigerung ihrer Beleg- ichaften große Rationalisiirungsgewinnc gezogen haben. Der durchschnittliche Bcrgarbellerlohn war in Mitteldeutsch« land»an 1930 bis November 1931 bereits von 7.43 auf 6,80 M. je Schicht gesunken. Durch den fünfzehnprozenttgcn verordneten Lohnabbau wird der durchschnittliche Tagesverdienst auf 5,78 M. sinken. Zur Belohnung dafür, daß der Brannkohlenkumpcl heule das Doppelte an Leistungen hergibt als vor der Ratlonalisternng, DMi nicht-_ oennaa-T« wird also mit einem Lohndrwt vo» Wer 22 Vraz in einem Zahrc bei gleichzeitiger Einführung von Kurzarbeit bestraft. Eine Belegschaft von 4000 Mann bei der Ilse wird im laufenden Jahr das Lohnkonto nur noch mit 6,0 Millionen Mark belasten, auf der anderen Seite konnte die Ilse— nach eigenen Angaben im Bericht— es sich leisten, chren drei Vorstandsdirektoren und dem Aufsichtsrot für 1931 mehr als 411 000 Mark auszahlen. Da die Ilse wenigstens nach außen der„Zcot der Zeit Rech- nung" tragen nmh, hat man die Dividende von 10 auf 7 Proz. abgebaut, obwohl der Reingewinn von S,2 Millionen Mark bei 50 Millionen Kapital auch die zchnprozentige Dividende der letzten Konjunkturjahre zugelassen hätte. Die Verwaltung hat, um die Ge- winne unterzubringen, von, Reingewinn Rekordab schrei-- Hungen abgesetzt. Während der Abschreibungssatz in den ersten Jahren nach der Stabilisierung der Wart sich noch unter SO Pf. je geförderte Tonne Rohkohle hielt, im vergangenen Jahr aber schon auf 68 Pf. stieg, schnellte er diesmal auf 05 Pf. je Tonne hinauf. Einschließlich der 7,2 Millionen Mark Abschreibungen hat di« Ilse auch 1031 rund 25 proz. ihres Kapitals verdient. Für die im großen betriebene Ka p italö ildu n g ist die Tatsache bezeichnend, daß die Gesellschaft in den letzten sechs Jahren rund SO Millionen Mark für neue Anlagen ausgegeben hat, ohne hierfür einen Pfennig Kredit in Anspruch zu nehmen. Für den bei der Ilse herrschenden Geist ist bezeichnend, daß man sich das Aufziehen von Nazizelle» und Stahlhelmorgani- fationen schwere Gelder kosten läßt, auf der anderen Seite aber Lohndruck im großen betreibt und die Sozialvcr- s i ch e r u n g bis aufs Messer bekämpft. Reiche und arme Völker. 52 Milliarden Mark Goldbestände vnd ihre verschiedene Verteilung. Die ungleiche Verteilung der Goldbestände in der Welt ist eins der charakteristischsten Merkmale des gestörten internationalen Krisenablaufs. Seft Mitte 1020 besteht in der internationalen Goldverteilung eine Monopolisierungstendenz: in sechs Ländern(in der Hauptsache Gläubigerländer) wurde. Gold aufgestapelt, in den anderen, die Schuldnerländer sind, verringerten sich die Goldbestände entsprechend. Die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien, die Schweiz, Holland und Schweden, Hauptgläubiger der Welt, hatten Ende 1020 20,7 Milliarden Btark Gold, Ende 1030 schon 33,1 und Ende 1931 sogar 36,7 Milliarden. In den übrigen Ländern ging in der gleichen Zeit die Summe der Goldbestände von 18 auf 16,2 bzw. 13,7 Milliarden Mark zurück Von dem gesamten Weltgoldbestand, der sich Ende 1031 auf 51,0 Milliarden Mark bclief, befanden sich 30,2 Milliarden Mark in nur zwei Ländern, nämlich in den Vereinigten Staaten und in Frankreich: das sind mehr als 60 Proz. des Goldbestandes der ganzen Welt. Im Jahre 1931 ging zum erstenmal der amerikanische Goldvorrat von 19,3 auf 18,7 Mil- liarden Mark zurück. Eberr�hat sich auch der englische Gold- bestand von 3,2 auf 2,6 MMarden Mark verringert. Deutsch- l a n d s Goldbestand ist von 2.3 auf 1.1 Milliarden Mark, also auf weniger als die Hälfte gesunken. Dagegen hat sich der Goldvorrat Frankreichs ganz außer- ordentlich, und zwar von 8,8 auf 11,3 Milliarden Mark vermehrt: r.uch in den ersten Monaten des Jahres 1032 dauert dieser Zuwachs noch yn. Einen außerordentlichen ilmfäng haben ferner die schweizerischen Goldvorräte angenommen, die sich im Vorlauf des letzten Jahres von 577 auf 1001 Millionen Mark vsr- größern konnten. Auch der holländische Goldvorrat ist mit 1,5 Milliarden Mark Ende 1031 mehr als doppelt so groß wie Ende 1030. Von Ende 1020 bis Ende 1930 stieg der Weltgoldoorrat von 48,4 auf 50,4 Milliarden Mark, also um rund 2 Milliarden Mark. Von Ende 1930 bis Ende 1031 beträgt dagegen die Zunahme nur noch knapp 1% Milliarden Mark. Dabei war im zweiten Halbjahr 1031 nur eine recht geringe Vermehrung der sichtbaren Gold- bestände bei den Notenbanken festzustellen. Die Erklärung liegt darin, daß viele kapitalkräftige Einzelpersonen es den Notenbanken nachgemacht haben und ihrer- seits zur Aufstapelung von Goldbarren, Gold- münzen usw. übergegangen sind. Das Statistische Reichsamt schätzt, daß auf diese Weise den sichtbaren Goldbeständen der zentralen Notenbanken 500 bis 600 Millionen Mark verloren gegangen sind.- Die Reichsbahn im Januar. Die Betriebseinnahmen der Reichsbahn betrugen im Januar 216,2 Mll. Mark und sind um 28 Proz. geringer ols im Januar 1931, vor allem wegen des starten Rückganges(um 34 Proz.) der Einnahmen aus dem Güterverkehr, der zum Teil auf Tarifermäßigungen zurückgeht. Die Einnahmen aus dem Per« sonenverkehr sind gegenüber Januar 1031 um 20 Proz. gesunken. Die Gesamtausgaben stellen sich auf 295,6 Mitl. Mark, sind also um 70 Mill. Mark höher als die Einnahmen. Für E r- Neuerung der Anlagen wurden 0.5 Mill. Mark, für die laufende Unterhaltung der Anlogen 62,7 Mill. Mark aus- gegeben. Das Personal ist gegenüber Dezember stark verringert morde». Der Gesamtb« st and ging von 628 100 aus 600900 Köpfe zurück(darunter Zeit- und Hilfsarbeiter von 13450 auf 0190). Nochmals Arbeitsamt Südost. Der Triumph des Reichssparkommissars. Mft Geimgtuung können wir feststellen, daß die Borschläge des „Vorwärts" zur vorläufigen Behebung der Mißstände im Arbeits- amt Südost zum großen Teil in die Praxis übernommen worden sind. Bon heute ob werden nach den Personaleinstcllun- gen auch die Räume des Arbeitsamtes Süd vorläufig vom Arbellsamt Südost bezogen werden. Die Drehtüren, die sich in den Kassenräumen als Menschenfallen erwiesen haben, werden wahrscheinlich normalen und einzig möglichen brellen Türen Platz wachen. Durch die räumlichen Veränderungen werden ungefähr 500 Arbeitslose jeweils weniger im Freien zu warten brauchen. Mll einer viel schnelleren Abfertigung des Publikums wird man aber in den nächsten Tagen leider noch nicht rechnen können, weil die auf höhere Anordnung entstandene Unordnung nicht so schnell beseitigt werden kann. Stach wie vor häll man in der Reichsanstall an dem Plan fest, in dieses absolut ungeeignete Gebäude auch noch ein zweites Amt zu stecken und weiter im Sinne und auf Anordnung des Herrn Reichssparkommissars zu zentrali- sicren. von vornherein haben die Gewerkschaften sich den Jenkrali- sierungsabsichken, die auch jede wirkliche Kontrolle erschweren, widersetzt. Die hohe Bürokratie wußte es aber besser. An allen Borkomm- nissen trägt das Gutachten des Rcichssparkommifsars und die Bürokratie der Rcichsanstalt die unmittelbare Schuld. Alle Bau- und Organisationspläne sind unter Berücksichti- gung aller Wünsche des Sparkommissars entstanden. Zentralkartei, Umstellung der Akten nach Berufsgruppen, laufendes Bandsystem. zuchthausmäßige Anordnung der Arbeitsplätze, Reglementierung des Publikumsvcrkehrs durch Drehtüren, Glaswarteräume und eiserne Schlangen. Wenn die eisernen Schlangen nicht bald ent- fcrnt werden, so kann man mit einiger Sicherheit prophezeien, daß bei ungünstiger Witterung hier bestimmt noch einmal Arbeitslose infolge des Andranges den Tod finden werden. Das dem Spar- kommissar zu teure Grüßen fällt weg: dafür werden aber die war- tenden Arbeitslosen gezwungen. Austreten oder Frühstücken des Personals zu überwachen. Merkwürdig ist, daß die gesamte bürgerliche Presse trotz Kenntnis der Verhältnisse immer wieder betont. daß bei der Arbeit des Arbsllsamtes Südost nicht der richtige Kon- takt zwischen Publikum und Angestelltenschast bestehe. Wenn nicht soviel persönliche Fühlung zwischen Angestellten und Arbeitslosen bestanden häkle, so wären noch schlimmere Situationen entstanden. Aber in Zukunft ist dieses Verhältnis zum größten Bedauern der Angestellten streng verböte ir. Durch den Neubau sollen 50 000 M. im Jahre cm Personal ge- spart werden, durch die bisherigen unsinnigen Dispositionen ist die Ersparnis in diesem Jahre berctts durch eingeschlagene Fenster- scheiden weg. Aber nicht nur Fensterscheiben sind kaputt geschlagen worden: für Hitler ist das Arbeitsamt Südost ein ganz unschätzbarer Agitator. Die Gewerkschaften sind zur Zett bemüht, zunächst den Umzug des Arbeitsanllcs Süd nach der Sonnenallee zu verhindern. Stachhcr wird man darangehen müssen, auch normale Arbeitsoer- hältnissc für das Personal zu schaffen. Die Arbeitslosen sollten aber immer bedenken, daß das Personal genau so leidet wie sie. Schuld an dem Skandal, auch das sollten die Arbeitslosen mcht vergessen, ist gerade jene Reaktion und ihre Press«, die Hitler aushäll und für ihn Reklame macht. Anregungen der Arbeiislosen. Ein Arbeitsloser schreibt uns: Die im Interesse der Arbeits- losen gemachten dankenswerten Ausführungen im„Vorwärts" bc- dürfen auf Grund eigener Erfahrungen und Beobachtungen noch einiger Ergänzungen. 1. Warum verkünden nicht weithin deutlich lesbare, an der Fassade des Gebäuöez hoch angebrachte Schilder entsprechenden Inhalts den Neulingen, wo Anträge ans Unterstützungen(N e u- anmeldungen) entgegengenommen werden(Ausgang und Zimmer soundso)? 2. Warum geben nicht ebenfalls Schilder mll Pfellrichtung auf die beiden Flügel des großen Gebäudes Auskunft, wo sich für die weillichen und männlichen gelernten und ungelernten Arbeits- losen die Stempelstellen befinden? Durch Berücksichtigung dieser beiden Vorschläge erübrigten sich tausende Fragen an die wenigen, draußen zur Auskunftcrteilung postierten Beamten, Taufende brauchten„'cht unwissend und verärgert vor dem Gebäude umherirren, wo der Platz für das Schlangestehen vor den einzelnen Kassenzu- gängen so schon recht beengt ist. Können die Schalter nicht früher geöffnet werden?, Ferner seien die Verantwortlichen rechtzeitig noch auf folgendes ausmerksam gemacht: Wenn auch nach und nach, nachdem erst der große Umzug mll seinen vielen Wirrnissen überwunden ist, sich manches einrenken und dann glatter abwickeln wird, so ro'rd es aber doch nicht zu oermeiden sein, daß Taufende vor dem Gebäude im Freien schutzlos gegen wiile- rungsuubUden anstehen müssen. Haben Sie, verchrte Herren, mal darüber nachgedacht, wie es wird, wenn es draußen gießt und Stürme sich anstoben? Wenn später im Sommer die Sonne auf oic schutzlosen Massen erbarmungslos niederprallt? Kein Schutzdach! Und die Sanitätseinrickstungen? Diese Frage wurde heute vormittag ventiliert, und ich konnte Aeußerungen vernehmen, wie:„Dann schlagen wir die Fenster und Türen«in, dann haben die Glaser wenigstens Arbeit!" Es bleibt doch hierbei zu bedenken, daß der Zustrom zum Arbeitsamt„Südost" immer größer wird, denn außer„Südost" mit Neukölln, Adlershof. Oberschöneweide, Baumschulenweg und Johannisthal, soll das Gebäude auch noch mit dem Ardellsamt„Süd" belegt werden!! Mil dem Umzug des Arbeitsamts Süd müßte mindestens ge- wartet werden, bis die furchtbare Krise überwunden ist. Wenn vorstehende Hinweise on maßgebender und verantwortlicher Stelle in angeregter Weise berücksichtigt werden, ist es sicher, daß vielen sonst mwcrmeidlichcn unliebsamen Zwischenfällen vorgebeugt wird. Es bleibt stets zu bedenken, daß es sich bei den Erwerbslosen zum größten Teil um entnervte, durch namenloses Elend, Not und trostlose Aussichten psychisch zermürbte, durch Hunger und Eillbehrungen an Körper und Gliedern physisch ge- brochene Menschen voll Verbitterung Handell. Da sollte es Ehren- Pflicht sein, diesen unglücklichen Volksgenossen ihr Dasein soweit zu erleichtern, wie das unter den heutigen Verhältnissen möglich ist. Ist doch die Geduld, mit der heute die Millionen der Arbeitslosen ihr hartes Los tragen, geradezu bewunderungswürdig, beispiellos! Die Maßnahm« des Arbellsamtes„Südost", daß Arbellslose über 50 Jahren jetzt nur noch alle 14 Tage stempeln brauchen, ist zu begrüßen: sie bringt den davon Betroffenen Erleichterung und den Beamten Entlastung. Mit der Bitte an die Arbeitslosen. in den Räumen das Rauchen zu unterlassen,(heute vormittag habe ich in dem Gedränge beim Stempeln beobachtet, wie geraucht wurde), will ich schließen. Nicht jeder ist Schnelläufer. Ein fußkranker Arbeitsloser, der dem Arbeitsamt Süd zugetellt ist und bei Verlegung dieses Amtes nach der Sonnenallce je zwei Stunden zu Fuß, insgesamt also vier Stunden mar- schieren müßte, ungerechnet die lange Wartezell vor und in dem Arbeitsamt, verlangt, daß den Arbellslosen gegen Vorzeigung der Stempelkarte freie Fahrt von der Wohnung zum Arbeits- amt und zurück gewöhn werden soll. Es sei ihm auch unmöglich, stehend längere Zeit zu verharren: Die vor 2 Iahren mit großem geldlichen Aufwand hergerichtete Vcrtholdsche Gießerei(jetziger Zahlungsort des Arbeitsamts Süd) hat eine reibungslose Abfertigung ermöglicht. Erhaltung der alten Zahlstelle ein Gebot der VernunftI Vergessene Lugend. Fromme Wünsche helfen nicht. Der Reichsinnenminister, der an alle Parteien des Reichstages die Mahnung gerichtet hat, ganz allgemein die Partei- polllischc Bearbeitung und Betätigung der wahlmündigen Jugend einzustellen, könnte auch von sich aus etwas zum Schutz der Zu- gend gegen Verhetzung tun. Dieser Verhetzung sind am ze- jährlichsten die jugendlich enArbeitslosen ausgesetzt. Unter ihnen suchen die Demagogen der Kommunisten und Rattonalsozia- listen vor allem ihre Beute. Im Herbst des vergangenen Jahres haben die G e wer kfch a f-- t e n von der Regierung die Bereitstellung von Mitteln für eine k u l- turelle Betreuung der jugendlichen Arbeitslosen gefordert. Das Rcichsarbeitsministerium ließ damals durchblicken, daß mit der Bcrellstellung von einer Million Mark für diesen Zweck gerechnet werden könne. Federführend in dieser Frage ist jedoch das Reichsinnenministerium. Bis zur Stunde ist die Finanzierung der kulturellen Betreuung der jugendlichen Erwerbslosen noch immer nicht erledigt. Der Winter ist bald herum und ge- schehen ist nichts. Eintagswoche bei Loseiii! Glänzender GolidaritätsbeweiS. Die Belegschaft der Zigarettenfabrik Josetti nahm am Mittwoch in einer überfüllten Bettiebsversammtung«inen Bericht des Be- triebsrates entgegen: etwa 800 Personen arbeiten dort nur drei Tagein der Woche. Der Absatz ist derartig zurückgegangen. daß eine weitere Einschränkung des Betriebes notwendig wurde. Die Firma hatte die Absicht, etwa weitere 150 Personen zu enllassen, well sie der Belegschaft eine weitere Verkürzung der Ar- bellszell nicht zumuten wollte. Unter Berücksichtigung der Geschäfts- läge hätte sie auch die Genehmigung des Obcrpräsidenten unter Auf- Hebung der Sperrfrist erhalten. Eine Enllassung vor dem I.April würde für die davon Bc- troffonen eine besondere Härte bedeuten, well erst am l.Aprll die Urlaubsperiode beginill und erst die nach dem l.Aprll Ent- lassenen einen Anspruch auf Urlaubsabgcttung haben. Aus diesem Grunde empfahl der Betriebsrat der Belegschaft, sich bis I.April mit einer Arbeitszeit von einem Tag in der Woche einverstanden zu erklären, um dadurch Entlassungen zu vermeiden Gefroren« Mast- GANS per Pfund von Ferner frisches Geflügel zu den billigsten Preisen == In folgenden SPEZIAL-GESCHXFTiN: Pf. an Solange Vorrat reicht C. Ztntraimaricthalle Selbe 12 Stand«26 Selbe 12 Staad 582 83 Reihe 13 Stand«30 Selbe 13 Stand«43 Seihe 13 Stand 653 N., SwinamOnder Strasse 74 ScbOnbauser Alice 72 a WIcbartstrasM 2 MQIlcrstrasse 139 «runnenatrasse 71 Rosenthaler Strasse 3« Rosanthaler Strasse 67 InvaUdenstrassc 1a Badstrasse 44 Beinickendorfer Strasse 1 Seinickendorfer Strasse IS Reinickendorfer Strasse 12 NO„ Grosse Frankfurter Str. 70 Grosse Frankfurter Str. 142 Ecke Fruchtstrasse KSpenicker Stresse 62 SO.. Dresdener Strasse 19 O, Pettenkoferstrasse 2 GrOnberser Strasse 12 O.. Wcicbsclstrasse 3 Mainzer Strasse 1« S„ kottbusser Damm 1« 5W, BlOcherstresse 14 Neukölln: Bersstrasse 161 Neukölln: Hermannstrasse Heimannpiatz 4 Cbarlottenburs: Sthulstrasse 13 Friedenau: Rheinstrasse 24 63 rmb den Kollegen ihren Urlaubsanspruch, der bis zu IS Tagen geht, zu erhalten. Was hatte nun die REO. dazu zu sagen? Sie ließ durch ein Mitglied des Betriebsrates einen Antrag be- gründen, in dem für einen Tag Arbeit der Lohn von drei Tagen, Wahl eines Äampfausschusses, Abbau der„Aufsichtsratstantiemcn" usw. gefordert wird. Die Versammlung stimmte gegen wenige Stimmen dem Vor- schlage des Betriebsrates zu und hat dadurch einen glänzenden Beweis praktischer Solidarität erbracht. Der Vcr- lauf der Versammlung hat bewiesen, daß auch bei Josetti die Parolen der REO. leinen Eindruck mehr machen. Die Ausführungen der beiden„roten Betriebsräte" zu dem„Kampfprogramm der NGO." wurden nur als humoristische Einlage gewertet. Es wurde von keiner Seite der ernstliche Versuch unternommen über den Antrag der REO. eine Abstimmung herbeizuführen. Er wurde ebensowenig ernst genommen, wie er ernst gemeint war. Geschlossene Front in der Spedition. Die Angestellten lehnen die ZiGO.-Gpaltung ab. Am Mittwoch nahm eine Versammlung der im ZdA. organi- sierten Speditionsangestellten zu den Verhandlungen mit der ncugegründeten Berliner Rollfuhrgcsellschaft Stellung. Genosse Ackermann berichtete, daß es den Vertretern des ZdA. in diesen Verhandlungen gelungen sei, die II e b e r n a h m e der Ange st eilten aus den jetzt bestehenden Speditionsbetrieben in die Berliner Rollfuhrgesellschaft zu den alten Gehalts- und Ar- beitsbedingungen zu sichern. Ungeklärt ist noch die Frage, wieviel Angestellte durch die mit der Konzentration im Berliner Speditions- gewerbc verbundenen Rationalisierung überflüssig werden. Un- geachtet der Verhandlungen, die zur Klärung dieser Frage noch gc- führt werden sollen, sei es notwendig, daß sich die Betriebsräte um diese Dinge kümmern und die Organisation sofort von Maßnahmen der Firmen Kenntnis geben, die ungerechtfertigt sind. In der Diskussion forderte ein RGO.-Mann, der sich schon in der Versammlung am Sonntag im Gewerkschaftshaus für die RGO. eingesetzt hatte, zur Bildung von.Kampfausschüssen" auf. Diese Aufforderung fand in der Versaminlung jedoch wenig Anklang. Es wurde vielmehr zum Ausdruck gebracht, daß in dieser Bewegung die gewerkschaftliche Einheit unbedingt erhalten werden müsse. Die Versammlung beschloß gegen eine vcr- schwindende Mnderhcit, der bisherigen Verhairdlungskommifsion Vollmacht zu erteilen zur Führung weiterer Verhandlungen und lehnte die Bildung von Kampfausschüssen ab. Zugleich wurde aber auch bekundet, daß die Speditionsangestellten, gestützt auf die Ge- werkschast, zu den ernstesten Kampfmaßnahmen greifen würden, wenn sie durch das Vorgehen der Spediteure dazu ge- zwungen werden sollten. „Vormarsch" der Mit gefälschten Mitgliedsbüchern. Von der Zahlstelle Berlin des Zentralverbandes der Zimmerer wird uns geschrieben: Die„Rote Fahne" bringt eine Notiz, in der sie sich mit dem Verlauf unserer Generalversammümg vom lS. Februar beschäftigt. Hierbei stellt sich der RGO.-Stratege, der die Notiz verfaßt hat, dümmer als er ist. Von der angeblichen„Angst der Verbands- Konzen" vor dem„Vormarsch der Opposition" innerhalb unserer Zahlstelle, hat außer dem Gewährsmann der RGO. niemand was gemerkt.'• Daß die Versammlung auf Vorschlag des Borstandes einem Delegierten das Mandat abgesprochen hat. weil dieser an «wem Schulungskursus der RÄO. tsllniwmt und auch den Bezirksführer feines Bezirks zur Teilnahme auffordert, will der RGO. nicht gefallen. Auf Befehl fewer Auftraggeber hat der Mos- kaujünger dem Bezirksführer vorgeschlagen, eine Zusammenkunst unserer Bezirksleitung, der zwei Delegierten des Bezirks und einem Vertreter des Einheiisoerbandos für das Baugewerbe zu oerinlltel», in der der Moskaujünger dann unseren Kameraden den„praktischen Weg" zum geschlossenen Uebertritt des Bezirks in den „Einheitsverband" erläutern wollte. Wie weit die Opposition im Sinne der RGO. in unserer Zahl- stelle vorgedrungen ist, geht am besten daraus hervor, daß. nachdem Genosse F r a ch den Jahresbericht gegeben hatte, ein Antrag aus der Versammlung heraus gegen eine Stimm« Annahme fand, dem Borstand Entlastung zu erteilen und somit über den Bericht nicht zu diskutieren. Auch die fast einstimmige Wieder- wähl des Borstandes ist ein Beweis dafür. Das Bemühen der RGO.-Leutchen, in unseren Versammlungen als Redner auszutreten, ist vergebens. Sie haben sich allerdings nicht gescheut, Mitgliedsbücher unseres Verbandes zu fälschen, um damit ewigen Kreaturen den Zutritt zu unserer allgemeinen Mitgliederversammlung, in der Genosse Kuttncr sprach, zu mnöglichen. Schriftliche Lehrverirage! Eine Mahnung für Eltern und Jugendliche. Man konnte kürzlich w einem Iugendgespräch vor dem Mikro- phon der Deutschen Welle die Klage eines jungen Mädäzens hären, die darum ungelernte Arbeiterin wurde, well die Ellern es zweimal versäumten, beim Eintritt in eine Schnciderlehrstelle ihr eine geordnete Ausbildung zu sichern. So wurde sie als billige Hilfskraft beschäftigt, solange viel zu tun war. und dann entlasten. Allerdings wäre das, wie aus dem Rundfunkoortrag des Gc- werbelehrers Dipl.-Jng. Fritz Riedel hervorging, nicht möglich gewesen, wenn ausdrücklich auch nur ein mündlicher Lehr- vertrag eingegangen worden wäre— es sei denn, der Betrieb hätte bankrott gemacht. Die Innungen vermitteln allerdings bei Konkurs des Lehrbetriebes gewöhnlich eine Ersatzlehrstelle, worin allerdings kein besonderer Beweis von Edelmut zu erblicken ist, den der Vor- tragende darin sehen wollte. Auch seine moralischen Ermahnungen an die Ellern wirkten etwas sehr unangebracht, zumal ihnen keinerlei entsprechende Ermahnungen an die Lehrherren gegen- überstanden. In einem Vortrag, der als sachliche Aufklärung über den Lehrvertrag nicht ohne Bedeutung war, mußte man solche wenig angebrachten Bemerkungen besonders peinlich empfinden. Wichtig war der Hinweis auf die Bedeutung des s ch r i f t- l i ch e n Lehrvertragcs, der in Streitfällen manche Gerichtsverhand- lung und Schererei ersparen hilft. Er gilt allerdings nur als ge- schlössen, wenn er sowohl die Unterschrift des L e h r h e r r n als auch diedesLehrltngsundseinesErziehungsbevoll- mächtigten trägt. Fehlt eine dieser Unterschriften, so wird nur ein mündlicher Vertrag mit den allgemein üblichen Bindungen an- genommen. Bei Auflösung des Lehroerhältnistcs, das vom Lehrherrn nur erfolgen kann, wenn wichtige, gesetzlich genau festgelegte Gründe eine Weiterfllhrung als untragbare Zumutung erscheinen lassen, das von der L e h r p a r t e i jedoch auch dann gefordert werden kann, wenn der Lehrling sich einem anderen, für ihn geeigneten Beruf zuwenden will, besteht ein Airrecht des L e h r h e r r n auf Schaden- erfatz. Hier ist es wichtig, daß die genauen Summen dafür im Lehroerttag festgelegt werden. Ebenso sollten Lehrling und sein Erzieher darauf achten, daß inr Lehroertrag die Frage geregelt ist, wer die Kosten für dieGesellenprüsung trägt. Auf ihre Ablegung nach beendigter Lehrzeit sollte nie verzichtet werden, auch wenn es im Augenblick dem jungen Menschen nicht notwendig erscheint, da er sich durch solchen Verzicht wesentliche Möglichkeiten für fein Fortkommen verbaut. Ein Sireikabschluß der J�GO. So sehen ihre Siege aus! Zwischen der Firma R. F r ö s ch k e, Neukölln, Donaustr. 83. und der durch die Verhandlungskommission vertretenen Belegschaft der Firma wird am 12. Februar 1932 folgende Vereinbarung getroffen: Die bestehenden Löhne und Arbeitsverhältnisse werden un Bruttooerdienst bei einer Arbeitszell bis zu 42 Stunden um 5 Proz., über 42 Stunden um 10 Proz. gesenkt. Die Arbeitsaufnahme erfolgt am IS. Februar 1932: Maßregelungen finden nicht statt.(!) Der Streik gilt nicht aTs Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses. Nach Maßgabe der Arbeitsmöglichkeiten werden bis Ende des Monats 18 Personen eingestellt. Die Arbeitsaufnahme am Iii. Februar 1932 erfolgt mit 12 Personen. Bis zum 13. Mai 1932 werden betriebsfremde Arbeitnehmer nicht eingestellt. Bei vor- handenen Arbettsmöglichkeiten werden die früheren Leute eingestellt. Das ist das Ergebnis, das unter Mitwirkung des RGO.-Dost nach wochenlangem Streik erreicht wurde. Am 11. Februar schriev die„Rote Fahne":„Streikabwürguyg durch den D MB.". Was war geschehen? Der DMV. hatte festgestellt, daß eine Verhandlungskommission der Streikenden erreicht hatte, daß 3 Proz. Lohnabzug bei Kurzarbeit und 10 Proz. bei Bollarbeit gemacht werden kann. Es bestand noch ein Streitpunkt und zwar, weil nur 18 von Z8 Arbeilnshmern wieder eingestellt werden sollten. Der DMB. war bereit, auch noch diesen Streitpunkt zu besettigen, und zwar die Zahl 18 bedeutend zu erhöhen. Das wurde in der Versammlung der Streikenden von der RGO. als„Verrat" bezeichnet. Und wie steht's jetzt aus? Eingestellt werden 12 und nach Maßgabe der Arbeitsmöglichkeiten werden bis Ende dieses Monats weitere 0 eingestellt. Aber es heißt doch:„Maßregelungen finden nicht statt?" Di« Firma hatte schon vorher angeboten, 3 Proz. Abzug bei verkürzter Arbeitszeit und 10 Proz. bei Vollarbeit (43 Stunden) zu machen. Anders der R G O.- D o st- A b f ch 1 u ß. Bis 42 Stunden werden 3 Proz.. über 42 Stunden werden 10 Proz. abgezogen, und dieses Resultat wurde auf Empfehlung der RGO. angenommen. Daß die RGO. schon am 18. Januar, nach 14 Tagen Streik, sich schrifllich an die Firma wandte, um zur Vorhandlung zu kommen, berichten wir nur der Ordnung halber. Lind wenn es schön war... Genosse Paul Wolfram feiert heut« sein 2Sjährigcs Jubiläum als Angestellter der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metall- arbeitsr-Borbanldes. Der im 64. Lebensjahr stehende Jubilar hat ein Leben voll'Arbeit und Mühe im Dienste der Gewcrkschafts- und Parteibewegung hinter sich. Seit 34 Iahren gehört er dem Deutfckcn Dtetallarbeiter-Berband an und war vor- her schon jahrelang Mitglied der Berliner Lokaloroanisation. lieber 20 Jahre leitet er die Kartothek der Berliner Verwaltung. Jahr- , zehntelang hat er als Beisitzer beim früheren Gewerbegericht die Interessen seiner Kollegen vertreten und hat er in seinem arbeit-- reichen Leben alle seine Kollegen, die Rat und Hilfe bei ihm suchten, nicht enttäuscht. Auch als Parteiarbeiter hat Genosse Wolfram in den langen Jahren selner Parteizugehörigkeit stets feine Pflicht erfüllt. Nie- mals schwankend, ein Borbild für olle, die Kämpfer sind und Kämpfer werden müssen, ein Beispiel für die jüngeren Genossen, ihm nachzustreben. Mit seinen Kollegen und Mitarbeitern wünschen wir dem Jubilar noch viele Jahre in ungebrochener Kraft im Dienste der Arbeiterbewegung. SPD.. Buchdrucker: Wichtige Frattionssltzung in folgenden Bezirken: l. Bezirk: Montag, 7. März, 18 Uhr, in den Ärminiusfestsäleni i. Be. zirk: Sonntag, 0. Ma-z, 9t- lliji, bei Julius Sachse, Lindowcr Str..Ii (■gegenüber Bahnhof Weddingt: 3. Bezirk: Sonntag, 6. März, D'i Uhr, bei Älug, Danziger Str. 71; 4. Bezirk: Sonnabend, Z. März, 19 Ubr, bei Seipko, Äronorinzen. Ecke Scharnweberiiraßo: 5. Bezirk: Sonnabend, ö. März, 19>4 Uhr. im Zteichenbetger Hot, Reiibenberger Str. 147; 8. Bezirk: Sonnabend, S. März, 20 Uhr, bei Slutzti, Sermann str. 7.j. Erscheine» ist B flicht. Der Fraktiousuorftaub, Achtuug, Metallarbeiter! Montag, 10 Uhr, wichtige Aussprache aller erwerbslosen Eisenkonstruktion-, Auto-, Maschinen-, Bau-, Schwarz- blech- und llarosierieschlosser, die dem Deutschen Mctallarbeiterverband und der SPD. angehören im B-rbandshans, Linienstr. 83— 8,>, Eingang Elsäster Str. 86—88, Eingang B, Sitzungssaal IV, 4 Trepnen. Partei. unb Berbandsbuch legitimier!. Es ist Ptlicht zu erscheinen. K Ki r", s fci 1 G imMlTTA-UW ftrele Gewerkschafts-�uoend Berlin K«ute., 1944 Uhr. tage» die Gruppe»: Süd«»: Algellbheim Wmsertor straßc g. veimbesprechung, Brettspielabend.— Eh-rlottenburg: Jugendheim Epreestr. 89. Heimbesprechung.— Ztordriug: Jugendheim, Schule S-nnenburger Str. A>. Kirche— Religion— Freidenker.— Treptow: Lugendheim Elsenftr. 3(am Bahnbof Treptow). Etwas vom Gerichtswesen.— Neukölln: Jugendheim Treptower Str. 96. Reihenvortrag:„Einführung in den Sozialismus".— Kermannplatz:-Sugendhcim öanderstr. Il, Ecke Hobrccht- ftrahe. theimbesprechung, Brettspielabend.— Ost-n: Jugendheim Frankfurter Allee 397, Löns.Zimmer. Seimbrsprechnng, Kampflieder.— steppelinplatz: Su gendhoiin Turiner Ecke Seestratze. veimbesprechung, Brettspielabend,— Rei- »ickeuborf-vp: Ougenbhetm stinbauer Straße iBarackcn). Heimbespreckung. Bunte? Ällerlrr.—• Ablcrshof: Jugendheim Adlershof, Dismarckstr. l. Brett spiolabenh. Iuoeadsrvvpe des �entralverbandes der Älnaettcllien Heuto, Fr�täg�fwb��olgeich�Vrranstalrungen statte Südwest: Su- genbheim Porckstr. u(2. Hof, Ouorgrhoudr. 1 Treppe, Zimmer 5). Arbeitsgemeinschaft: fugend und Kultur".' Referent: Rachow.— Potsdem- Bcrlagsgesellschast m. b. H. von 29 bis 22 Uhr im Jugendheim Ebertgstr, 12. 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ADe Genossinnen».Genossen. arDe'fersBOrtler, Reföisbanner- Uameradcn und Mlldlieder der SAJ. beteiligen sieb Sonnabend ab 18 Ohr und Sonnfad von den bebannfen Sfellcn ans an der FlugblaliverbreUun (Sine feine Banfparkaffe. Vielfach var bestrafter Bäckergeselle als GefchästSführer. S«t dem 1. Oktober 1S31 unterstehen die Bausparkasien durch Reichsgesetz der Kontrolle de« Reichsaufsichtsamtes für Prioatoer- iicherung. Wie mümendig diese Maßnahme war, beweist die Tat- iache, daß bereits einer größeren Anzahl von Bausparkasien der Betrieb untersagt werden mußte. Ein solcher Fall stand dieser Tage vor dem Senat des Reichsaufsichtsamtes in Berlin zur Verhandlung. Das Reichsausstchtsamt hatte der„Spar- und Kredit- Gemeinschaft A.-G. Bausparkasse" in Dresden, 'rüher„Gemeinnütziger Bauverein A.-G.", wegen sachlicher und per- sönlicher Unzuoerlässigkeit den Betrieb untersagt. Gegen diese Ent- scheidung hatte die Bausparkasie Berufung beim Senat des Reichs- aufstchtsamtes eingelegt. Bis zur Betriebsunterfagung hatte sie bereits Bausparoerträge im Werte von rund 280 000 Mark abgeschlossen und von einer anderen faulen Bausparkasse solche Verträge im Wepie von etwa 400 000 Mark übernommen, ohne daß ein Pfennig eigenes Kapital vorhanden war. Erst nachdem der Geschäftsbetrieb untersagt worden war, hatte sich die Bausparkasse Betriebskapital verschafft, indem sie sich von einem Landmesser ein Grundstück überschreiben ließ, das ihm gar nicht gehörte. Also eine recht dunkle Geschichte; sie wird erst verständlich, wenn man sich das Borleben des einzigen Dorstands- Mitgliedes der Gesellschaft, des Bäckergesellen H. aus Meißen, näher ansieht. H. ist nach dem vorliegenden Strafregister verurteilt worden: im Jahre 1317 zu 2 Wochen Gefängnis wegen Diebstahl und Hehlerei, 1320 zu 2 Jahren Gefängnis wegen eine» Sittlichkeitsver- brechens, 1320.zu 43 Togen Gefängnis wegen Ilrkundenfälfchung, 1321 zu 3 Monaten Gefängnis wegen Betrug, 1327 zu 2 Jahren 0 Monaten Zuchthaus wegen Meineid und Anstiftung zum Meineid «nd 1329 zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus wegen Betrug. Da nach diesen Feststellungen die fachlich« und persönliche Zuoerlässigtest der Bausparkasse nicht mehr anzunehmen war. mutzte selbstverständ- lich die Berufung verworfen werden.— Damit ist endgültig eine �er Bausparkassen von der Bildfläche verschwunden, die nur aus B«- trug an den Siedlungslustigen ausgehen und den an sich guten Ge- danken der Bausparkaflen diskredstieren. Tchwefter Gertrud will kassieren. Seit einiger Zeit tritt in den Wartezimmern von Augenkliniken eine Betrügerin auf, die sich unter dem .'tarnen einer„Schwester Gertrud" an schwachsichtige alte Leute heranmacht. Si« will Gelder für Krankenscheine kassieren und 'algt dazu den Leuten häufig mit in ihre Wohnungen. So stahl sie einer alten Frau 300 M. Die Schwindlerin Hot rotblondes haar, ist 1.70 Meter groß und hat starke 0. Beins. Nachrichten i;bcr ihr Auftauchen erbittet die Dienststell« TV. 4. rwieadonge» füi btelc Stsürit sind 91- r 1 i n SB 68. Lilldeasteab» 8 yariema chrichten für Groß-Berlin stet» ca da» Sejtetofclxetartat 2. Hof. 2 IttjHwn recht».}« richte» Beginn aller Veranstaltungen IS'/b Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Achtung: Dir gtchurudelrgatioueu treffe» sich heute, pSulllich lS Uhr. zur Äs-rnen-Fr»>lt-auudgebu»g bei Schauerte. Stralau, jtquaft. steahe. im tlelueu«arteusaal. ltaete. Eonuabrud. S. Mörz. 20 Uhr, Sihuua des grefsvarstaudes mit den tt. U. I. 16. lt. !>,. Achtung. Stferu» Fraut Schäueberg! De» güheerapvell»» s»»u. iindet nicht im Sefellfchaitsh»»» de» Beste»», faubern bei Bill. Martin- ftrahe. im kleinen«artenfnal. Nsui», Sonnabend, S. Mörz. 20..............i. �.... Abteilungsleitern bei Stepp, Planufer TS— 76. Der engere Borstund trifft strki«ine Stund« Esther. Kreis >60.. W Luther-Str. 6». 11 Uhr. Natt. Kreis. Die Abteilungsleiter sehen Freitag oder Sonnabend Material im Parterbstra ein. Abt. Eonnabend, ab 17 Uhr, Flugblattverbreitung von den bekannte» La. kalen aus. Abt. Sennabend, 18 Uhr, Sonntag, 8 Uhr, vom bekannten Lokal an» Flugblattverbreirung. Abt. Die Flugblatlvcrbreitung findet am Sonnabend von 18 bis 20 Uhr bei S.indaw. Flensburger Str. 8, statt. Abt. Soimabend. 18 Uhr, Flugblottverbreitung von den Zahlabendlokale» aus 20 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre in der Geschäftsstelle, llt. rcchier Str. 21. Abt. Flugblattverbreitung am Sonnabend, dem 5. März, 18 Uhr. l. bis 3. Bezirk bei Rcgener, Heidenfeldstr. 10. 4. bis 8. Bezirk bei Raschle, lstattcrustr. 14. Am Montag, 7. März, Funktioniirsitzung bei Raschke. ille Funktionär« erscheinen 20 Uhr. Der Abteilungsvorstand schon um l8>h Uhr. Si M Oitmtm ii BMrM BffldegMfg-Gnafkl Genosstuneu und Genossen! Ans Grund des§ 27 Abs. 2 des Bezirksstaluis beraff der Bezirksausschuß hiermit den ordentlichen Bezirksparteitaq zu Zreitag. dem 25. März 1332, vormittags 10 Uhr(Sarfreifag) nach Berlin-Landtag. Prinz-Albrechf- Sirahe 5. Tagesordnung: 1. Der Kamps um Preußen. Reserenf: Geuosie Ernst heilmann. 2. Bericht des Bezirksvorstandes. Berichierstafter: Wilhelm Krüger. Z. Aufstellung der Kandidaten zum Preußischen Landtag. 4. Wahlen a) zum Zeutralvorfiaud b) der Revisoren 5. Anträge, soweit sie durch vorstehende Tagesordnung nicht er- ledigt sind. Der Bezirksparteitag seht sich zusammen: a) aus den gewählten Delegierten der Unlerbezirke und deren Sekretäre, b) aus den Mitgliedern des Vezirksvorslandes und den Reuisoren. c) aus den ver- lreicrn der in der Provinz erscheinenden Parteizeilungen. ck) aus den Im Bezirk gewählten Reichstags- und Landtagsabgeordneten und einer Vertretung der Provlnzlasiandlagsfraklionen der Provinzca Brandenburg und der Grenzmark Posen-Wesipreußen. wir fordern die Ortsoereiue auf. zu vorstehender Tagesordnung Stellung zu nehmen. Auiräge für den vezlrksparteltag sind bis spätestens 16. März an den Bezirksvorstand einzureichen. Die Delegierten, die für die Rächt vom 24. zum 25. März Quartier benöligen, werden aufgefordert, rechtzeitig Ouartteran- Meldungen an das Bezirksfekretariat gelangen zu losicn. Mit Parteigruh Bezirksausschuß für den Bezirksverbaud Brandenburg�Sreuzmark 3. iL: Wilhelm Krüger. Berlin Sw. 6S. Llndenstr. 3. 44. Abt. Freitaa. 4. Mär,, l« llbr. bei Ewald. Sk-litzer Str. 12«. Au-aab« der Fluablättsr on die Bezlrkofsthrev. Sonnabend, 5. März, 19 Uhr, Fonkti-nä-stbvnq im gleilben Lokal. 48. Abt. S-nnabend, ö. März, 18 Uhr, Flngblattverbreitung bei Keller, Fstrstenstr. 1. 85. Abt. Flugblätter und Handzettel sind heute sofort bei der„Borwärtz". S'-edition abzuholen. 28.«dt. Freit"«, 4 März, MZ Uhr, bei Zimmermann, Treptower Str. 10, Funkti-nä-Otzung. 96. Abt. Die Be,irksfilhrer holen am S-nnabend zwischen 16 und 17 Uhr die Fliiablätter»»n der.,Berwärt?''.S''»dition Siegfried strotze ab. 97. Abt. Freitag, 1. März, 19� Uhr, Funklionärversammlung an bekannter Stell«. 9t. Abt. Freitaa. 4. März, lOVh Uhr, Funktionärsttzung im Pcrsammlungsraum chennem-nnsri. 40, 494. Abt. Freitag 4, März, 1811 Uhr, roi! Pump, Hasselwerderstr. 12, aus, Flugblattverbreitunq, 168. Abt. S-nn-'bend Fluablattaueaabe zwischen 17 und 18'� Ubr im Partei- beim Schlotzstr. 27. Ave Berteiler bolen die Flugblätter dort ab. 118. Abt. Sonnabend, 8. März, 18 Uhr. Flugblottverbreitung von den de» konnten Lokalen aus. 116. Abt. Sonnabend, Ei. März, ab 18 Uhr. Ausgabe der Flugblätter, um l9'h Ubr bei Bord. MiSH-ndarsstr 48. F"ntti-nung. 421. Abi. Srupv« BI«se»borst, S-nnodend. 20 Ubr, Mitaliedervorsannnlung bei Fett, Markgrafendamm 2ö. Reierent: iben-ste Hämmer. 127. Abt. Sonnabend. 5. Märe, 17 Uhr Zusammenkunft sämtlicher Partei. g-nossen bei Schiebe, Berliner Sir, 97. 181. Abt. Sonnabend, ,'>. März, nstn'tlich 19 io Uhr, Funklionärversammlung im Lokal Wolksslblucht, Trrsckawstraste. 184. Abt. F-eito». 4. März, 19',h Uhr. bei Eonnet Borstandssttzung mit sämt. lichen Funktionären. Zchlenbark. 74. Abt. ISiedlunal. Am Sonnabend, dem 8. März. 16 Uhr, tressen Ich die KenoO«n zur BeOibtianng des„Borwärts�-Detriebes auf dem 4. Hos des„Borwärts'.Eebäudez. Arauenvcranstaliung. 6. ktreir. Mantaa, 7. Mär», 19»» 1l»r. Aundgebnnq der Franen im vephen«. Aakenheide. Ansprache der Seuasfin Lore Agnes. Sorten zn 26 Pk. da» Stick find bei all-n Franeaab-udleiterinueu, bei lk-usner, Aagelberger E trabe 20e, bei Krüaer, Erimwfir. 1. bei Meyer, Lindenstr. 3, zu haben. Seaafflnae», folgt für Massenbesuch! Arbeiisgemeinschafs der Sindcrfreunde Graß-Berlin. Wst lireu-berg. Unsere Filmveronktaltu»- findet am Mittwoch, dem � 9. März, statt. Beginn filr alle sstdiistlichen vruppen um lj Uhr, si fstr alle südwestlichen Gruppen um 19 Ubr. Einlaß nur auf stalle. Neukölln. Heim noch mittag für alle Falten Sonntag, 17 Uhr, im )' s Heim Bergstr. 29. Ausgestaltung Abt. sturt Eisner— Abt. Licht. kämpfet. Heute, 20 Uhr. Elternversammlung In der Baracke Gang- ■lK> hoferstratze.— Abt. sturt Eisner. Jungfalken und Rate Falken heut«, 17 Uhr, in der Eäiule Am Hertzbergvlotz. 20. streis Reinickendorf. Sonnabend, s., Sonntag, 6. März, gemeinsam« Fahrt der Roten Falke» mit der SAJ. nach Brieselaug, stofteu und Zeit werd-n vvm Werbebezirk bekanntgegeben. >er Platz. Rote Falken und Jnngfalkrn treffe» sich heute, Freitag, 17ZH Uhr, an der Folkenecke. hrt der Roten Falle» mit der SAl n Werbebezirk bekanntgegeben. griedrichshain. Abt. Landsberg ffe» sich heute, Freitag, 17ZH Uh Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation J ___ it. Unser Genosse Heinrich Pfeiffer. Ack-rstr. 110, ist am 29. Februcr verstorben. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Sonnabend. dem ö. März, ISV) Uhr, im Krematorium G-richtstrotze statt. Um rege Bs. teiligung wird gebeten.« 184. Abt. Am 28. Februar verstard nach langem Leiden unser Genosse Ernst Blech. Ehre seinem Andenken, Die Einäscherung finde: am Sonnabend, dem.V Marz, 12 Vr Uhr, im Krematorium Gerichtstratze statt. Um rege Bc. teiligung wird gebeten. M Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Z erlin Einsendungen illr drefe Rubrik nur an das Zugendi-lretariat Berlin SW 68 Lindenstratze 2 vorn I Trepv' rechts Unser Jahresbericht 1981 ist im Sekretariat zum Preise von 10 Pf zu haben. Schulungskursn» für leitend« Sruppeusunktiouäre am Sonnlan dein 6. März, im Fratironsiaal S des Preußischen Landtags, Priuz.Albrecht.Str. 11. Filz alle gemeldeten Teilnehmer gilt das Mitgliedsbuch als Ausweis. Proletarische, Orchester der SAJ. Gruppe Wedding. Uednngsabend Ecc- Eck« Turiner Strotze. Heule. Areitag, 4. März. 19 H Uhr. Arkonaplatz: Elisabethkirchstr. 19. Glatzbrenner-Abend.— Gemcrkschast-.- hau»: stöpenicker Str. 92. Film irüher�nnd heute.— ställnlschcr Pari: Waisen. Barl dt: Trectstr. IL. Unterm eimabend.— Hansa: Bremer denserkk. 29-2! Mit. strotze 18. Mitgliederpersammlung— Rosen Sozialistengesetz.— Zentrum: Waisenstr. Stratze 69—70. Mitgliederversammlung.— Moabit!: Waldenserst aüederversammlung.— Moabit ll: Lehrter Str. 18— 19. Mitgliederveriamm» luna.— Sportpalast: stundgebuua der Eiseruen Front im Rationalhof, Dulow» stratze.— Sesundbruaueu ll: stolouiestr. 8 stampfliederabend,— Arriw» platz: Sonncnburgcr Str. 20. Heimabend.— Arnswalder Platz 1: Tanzigcr Stratze 62, Baracke 3. Jnternatumale Konferenzen.— Balkan: Mandeistr 2, Mitgliederversammlung.— F aliplatz ll: Sannenburger Str. 20. Miialieder. Pankftr. 86. Moderne Literatur.— ilndrraeplatz I: Brommnstr. 1. Mitglieder- Versammlung.— Franksurter Biertel: Frankfurter Alle» 807. Mitglicderocr. sammlung.— Petersburger Biertel: Ebertnstr, 12. Heiterer Abend.— Strosouer Bicrtei: Gotzlerstr. 62. Mitgliederversammlung.— Warschauer viertel: Litauer Stratze 18. MitgNederversammlung.— B-rschauer Viertel4 Uhr.— Rew'ck-ndorf.West: Lokal Bolksbaus, wcharnweberstr. 115, 19 Uhr. Reichsbund der Kriegsbeschädigte», Krieg»teilnehmer u»b Kriegerbinter. bliebenc». Bezirk Zentrum. Montag, 7. März, 20 Uhr, findet In den F«stsöle.i des Hackeschen Hofs, Rofenthaler Str. 40— 41, die Monatsverfammlung ftati. Referat: Reichsvrästdentcnwähl. Referentin: Kameradin Burd. Neichsvereiuigung ehem. Kri«g»g«Iaagener e. B., Sruvve Norden kl. Sitzung seden 1. Sennabend im Monat um 20 Uhr bei Hemverich Berlin N. 118, Malmäcr Eck« Bornholmer Stratze. Nächste Sitzung mit Lichtbildervortrag über das Thema: Warum Abrüstung? am 5. März, 20 Uhr. Gäste und ehemalige Kameraden stnd willkommen. öoriat!»!.>cber Esper»- lo->> na Gruvpe Centro: Preltae, den 4. Märr. Ich', ilbr im Mefa-Iorbeiter-Verbandskiaus, UnienstraBe 83/SS Eingan» Elsässer Str Parolado: Evoluo de la trafiko.— Klndereruvoe .l.ibereco": Er« ta?. den 4 Märr, 17— 19 Uhr, Schale Danziger StraCc. Tcino- Kio oVazis dum la sematno?? Wurstwaren Süiswurst.................. Pld©»M Oampiwurst.............. Pld. 0,70 ßauern-Leberwurst....pfd. v�S Jotciwurst................ pm 0,70 Deliliatessmagen....... Pfd. 0,78 Wiener Würstchen..... pid. 0,95 ff. Leberwurst............ pich 0,98 £erve!at od. Salami.... ptd 0,98 Hamb. gek. Mettwurst ptd. 1,05 Teewurst fein............Pld 1,18 Fetter Speck......... pjd. ton 0,68 Kase und Fette Emmenthaier...V8 Bratschollen........... sptd. 0,25 Zander gefroren. Im ganzen, Pfd. 0.35 Leb.Spiegelkarpf. m.y. 0,65 Räucherwaren Sprotten................. pid.0,20 Bücklinge.................. Pf« 0,20 Schellfisch............. pid. 0,25 Ostseeflundern_____ ptd. 0,32 Sardinen.............. s Dosen 0,83 Heringe in Tomaten..... Dose 0,48 Senfgurken..... s-uter-Dose 1 ,80 Fischmarinaden vLtT.-D.0,40 |Putenmro0,85l Mengenabgabe vorbehaltsn. Verkauf soweit Vorrat. Helten u. faieb. verderbliche Ware» sind vom Versand Busgeschlossen. Frisches Fleisch Kalbskamm o. b........ pü 0,40 Kalbskeule mit B-f- A.. 2:anz oder geteilt............ Pfd. von Kalbskotelett ,...p(d.vos 0,88 Kalbsschnitzel....ptd. von 1,12 Schweinebauch->. bi� ptd. 0,62 SchweineblattobneBHUPfd. 0,64 Schweineschink. r.8«is,pfd 0,68 Kassler mtid........... m von 0,68 Schweinekamm od«r8ehuftA__ •hnft Beilage..................... P!d."|#2 Schweineleber........ ptd. 0,78 Sch weineköpfe»» Back«, m 0,36 Suppenfleisch..... Pfd. von 0,40 Schmorfleisch o. Kn.. pm. v. 0,66 Obst und Gemüse Apfelsinen.............. 3 Pfd. 0,44 Blutapfelsinen......... 3 Ptd 0,34 Jaffa-Orangen........ 3 pm 0,7-t Zitronen............... Dt», von 0,55 Bananen................ 3Pfd 0,8 S Ess- oder Kochäpfel ptd. 0,25 Tafelfiptel»aut........ 3 pid.Ofab Möhren.-»waoabsv....... 3 Ptd t ,10 Grünkohl................. pid-C,Cb Rot- oder Weisskohl.. ptd. 0,07 Konserven doe* Gem. Gemüse mitteiteio..... 0,93 Jg. kleine Karotten....... O.tS Jg. feine Schnittbohnen.. 0 52 Spinat.......................... 0,42 Span. Aprikosen% Kracht.. 0 6} Birnen.mb. frucht......... 0,90 Erdbesren................... 1,10 Pflaumen j, Fracht........... 0,72 Reineclauden................ 1,00 Weine».rKonfirmation HERMANN TIETZ iOer Rhein»diseridfeloweln, Lir. u,7£> Roter Jonnnnlsheerweln.sttss, i.tr. t 75 Kirsch- oder Irebearwoln... Ltr. 1,10 „Cldsr", soraer Apfelwein....Ltr. 0,65 Sptzlal-Apfe.we n, herb...... Lir.> ,40 In«. Sams», molaga dunkal. gn e Qualität Liter 1.45 7, M Or.q. Co-jro-Port- weIn,vor B•I.Qaal. Ltr. IOK-iLir. »Oet 8,75 30er 0 rkh. rauerbere, K'.iw. Lir. e..7c Rot.Torrag.od Seiern. 5 u-kot, Lir. t.l Oeulscher Wermut,«o:« Qnal, Ltr l.Of Oeutsrher We nbrondi i enbLtt. o i. Jam.-Rum-Venehr./ Ltr. 4, QU 22,10 ?er Brounobtrger Riesiinql Iv er LieXraamTeh.gtueQaal i:n Knabe. Ist morgen schneeweiß. Barllos. mit fröhlichen Liedern zogen wir au:>. Bald ist jeder ein winselnder Schelm. Wir wifisen nur eines. Man hat un» pelogen. Wie ich/wer ist der Panzer! Wie drückt uns der Helm! Man sagte: Es geht um das Dorf, um Sie Kleinen, um un-fere Weiber, um Haus. Hof und Brot. Man scagte: Di« Sonne wird wieder scheinen! Man sagte uns nicht: Der Tod ist der Tod Man redete nicht von zerschmetterten Rümpfen, von erloschenem Aug\ von verqupllenem Blut, von gespaltenen Schädeln, von zuckenden Stümpfen. Man kränzte die leuchtend« Stirn und den Hut. Was lockte was lockte man uns mit der Luge, daß diöses Morden ein heiliger Krieg? Laßt uns nach Haus! Den Frau'n sind die Pflüge schwer schon. Wucherndes Unkraut stieg über die Zäune und Gitter und Raine. Gestrüpp frißt den Acker. Die Hülle verfällt. Der Krieg rast, ein hungriger Wolf, durch di« Haine und bleckt seine Zähne und bellt uri> bellt. Nicht einen winzigen Deut gilt die Seele. Ein Huhn, ein Hurrd. ein Haase, ein Hecht soviel wie ein Mann? Mir schnürt«s die Kehl«! Marschier«, marschiere, verspieltes Geschlecht!" So redet die Marschkolonne. So reden die Reller, so redet das Fußvolk auch. Der Aufruhr erstickt: denn ste hängen jeden: die Leichen baumeln um Ast und Slrouch. Doch immer wieder frißt sich die Welle der grellen Empörung durch schlotternd« Angst. Schon sagen sie: Gleich ist es, ob auf der Stelle du tot bist, ob du erst morgen hängst oder, verstümmelt vom Feind, auf die Reise gehst in das Land, dem noch keiner entrann. Oft nahm dem ringelnden Heerwurm Greise. „Greis e?" Was schiert e� verlorenen Mann? Wohl ist e« Pflicht,[ein Wort zu verhalten, wenn uns ein Aller begegnet und klug, alles zu meiden, was«inen Alten stören könnte; doch dieser Betrug. Väterchen, glaub mir. fit nicht zu ertragen! Nicht einmal Winters ruhen wir aus. Wir müssen jagen, aus Menschen jagen und drüben treibt man die Unjern vom Haus. Aermste, dies Kird an der Brust, ist's««n Knabe?— „Ein Sohn!"— O du arm«, betrogene Frau! Zieh ihn nur auf und labe Dich, labe. lab Dich an ihm! Einst— wie ein« Sau sticht man Dein Kind ab! Ihm ist es bcfchieden. Untraut zu sein in t»m Menschengefild! Kaiser, was säumst Du? Kaiser, mach Frieden. daß man Dich Totengräber nicht schllt! Komm an das Meer! Es funkelt in Bläue. doch an der Küste bleicht unser Gebein, das kein« Kinderhand sammelt in Treue, ihm di« gebüh: enden Opfer zu weihn. Komm an das Meer! Am blauen Gestade wimmern Verstümmelte.. Komm! Ihr Geächz prafiell wie Regen. Komm. Kaiser, und bade in unserem Blut Dich! Hör das Gekrächz der Raben, die in den Lüften schon tauern, gierig zu haun in entblößtes Gehirn! Schau und geh heim! Laß sterben die Bauernl Küß Deines Knaben traumgoldene Stirn! XscKdiditunsi von Max Fleischer. versetzt. Die Maschinen der neuen Fabrik rasen Tag und Nacht. Aber nur sehr wenige sahen die Zlutomobile des neuen Wertes____ Es waren Autos ohne Fenster, und anstatt der Türen und Wände in frischen Farben, waren hier feldgraue Panzer- platten..... PANZERWAGEN! Kleine Geschütze un>d schwere Maschinengewehre trafen aus anderen Werken bei Ford ein und wurden eingebaut. Fertig zum Gebrauch! In.den Hafenstädten warteten japanische Ossi» ziere und übernahmen die Mordwaff.' auf eigene Schiff«. Da» Werk arbeitet weiter. Eine Fabrik für R au p« n- K e t t e n ist auch schon eröffnet. Raupenketten?.... Ach so TANKS! » Herr Citroen in Frankreich feierte wie Ford seit langer Zell mit seinen Automobilfabriken. Kaum begann der Blufitröm in der Mandschurei zu fließen... Umstellen! Umstellen! Der kluge Geschäftsmann sorgt vor. Die niedlichen kleinen Citroen- wagen wurden verdrängt im Wert____ Man begann Granate« zu drehen! Ueberschicht. Es galt schnell zu arbeiten. Die Granaten mußten rechtzeitig in Japan eintreffen, um von dort nach China zu wandern, in chinesischen Häusern zu krepieren, und Männer, Frauen und Kinder zu töten... „In der Mandschurei und in Schanghai geht es um das Prestige Japans!— Japan darf nicht nachgeben!", so schreibt ein französisches Blatt, das der Rüstungsindustrie nahesteht, und man denkt dabei,„Das Granatengeschäft muß was einbringen!". Treibriemen saufen. Bohrer schnurren. Granaten! Granaten! Der Herr Direktor reibt sich die Hände, und die Grs- naten werden die Glieder anderer Menschen zerfetzen... Japanische Offiziere weilen in Paris. Gute Kun-den muß man gut empfangen. Die Herren Rüstungsindustriellen ser. anftallen Bälle zu Ehren ihrer Gäste. Und wenn dann morgens die Autos die Herren in Fracks und die Ofiiziere in Uniform nach Hause bringen, dann schreibt man die Morgenblätter aus: „Schlacht in Schanghai! Schwere Verluste!" Das ist Musik in den Ohren dieser Herren. Ist für sie dasselbe. wie für«inen. Börsianer der Bericht von einer Häujs«! Menschen fallen und die Preise steigen... Es gibt in Paris jetzt einen Club der R ü st u Ii g s- industrie. Er nennt sich bescheiden„Club der Armeelicfe- ranten' und bemüht sich um das gute Geschäft. Die Oessentlichkeit meiden diese Herren, aber sie haben eine sehr tüchtige Pressestelle. Man hat soeben ein eigenes Haus erworben, das dem Club zur Verfügung steht. Man hat G-ekd. Di« gute Laune ist auch da. Von Panik war man nur ergrissen, als die Nachricht ein- lief:„Möglicher W a f f e n st i l l st a n d in China!" Wie? Wir man in Asien verrückt geworden? Jetzt Waffenstillstand?! Aber nein, eo gab noch aufrechte Offiziere in Japan! Schisse mit Mordwaffen sind unterwegs. Die Ware wird nicht lange auf Lager liegen. Cs gibt da im schönen Mittciwesten Amerikas große chemi- [che Fabriken. Diese Werke produzierten Mittel für Verdau- un�. gegen Kopsschmerzen, Erkältung und Soobrennen. Trog der Krise ging das Geschäft gut. denn Kopfschmerzen unü Schnupfen hat man, auch wenn'die Zeiten schlecht sind oder gerade dann. Aber die Herren vom Aufsichtsrat waren unzufrieden. Di« Divi- derrd« wuchs nicht genügend. Bis der Todesengel aus der Man- dschurei als Rcttungsengel erschien.. Wo früher Medikamente beraestellt wurden nahm man einen vollständigen Umbau ans GIFTGAS vor. Noch gebrauchte man zwar in China kein Gas, aber der japanische Gcneralstab ist modern, und der kluge Geschäftemonn baut vor! So gut soll das Gas sein, daß es den Stoff der Masten durchfrißt, um scin Opfer zu töten. Jeder Gasschutz ist illusorisch! Textilindustrie Polens in Lodz: Furchtbar« Krise auch hier, nur in einem Werk wird gearbeitet: Uniformen. Uniformen für japanische Bauern und Arbeiter, die von Kugeln zerfetzt werden sollen. Und: zerfetzt den Soldaten«üi« Granate. dann ist auch oie Uniform in Fetzen, und eine neue Bestellung winkt____„J a p a n b l e i b f e st!" Die Rechtspresse Polens heult... * Trotz aller Unruhen sind die teuersten und besten Zimmer der luxuriösen Hotels in Schanghai besetzt. Herren aus allen Ländern Europas treffen ein. Mit viel Geld und großen Beziehungen. Ja, die Rüstungsindustrie ist modern, und«in moderner Geschäftsmann bearbeitet sein« Kunden. Die Japanische Zeitung, die den s ch ä r f st c n Ton gegen China in Schanghai führt, gehört einer amerikanischen In- dustricgruppe... Aber auch in Tokio arbeitet die Rüstungsindustrie, man hat sich auch hier eine eigene Presse organisiert und hetzt. In N a n k i n g schreien die Herren der Mordindustrie:„China, wehre dich!", und in Tokio:„Japan, die Mandschurei nmtz dir gehören!" Und die Agenten der Rüstungsindustrie in Schanghai ocron- stalten auch hier Bälle sür die Herren vom Generolstab beider Böller. In ihren Koffern haben sie prima Angebote: Granaten zu herabgesetzten Preisen, Panzerautos mit Schnellfeucrgcschützcn und Handgranaten, d'e besser wie olles Dagewesene wirken... Die Banken der Rüstungsindustrie bewilligen jeden Kredit. Die Propaganda zum Mord verschlingt Geld, doch man mutz grotz- zügig sein. Will man den Völkern Europas weismachen, datz der neue Krieg die soziale Not mildert? Die jetzige Krise ist eine Nachwirkung des Bölkerniordcns! Aus der Partei. »Dos kleine Vlalt" in Wien ist soeben fünf Jahre oit ge- worden und hat in der Festnummcr seine Redaktcure und ständigen Mitarbeiter den Lesern dnrdi Namensnennung unh auch im Bild vorgestellt. In ununterbrochenem Ausstieg ist die'Auslage von 87 WO auf 208000 gestiegen. Das nächste Ziel ist die Erreiäiung der Biertelmillion. Das ganz volkstümlich gebaltene illustrierte Blatt hat in scineni reichen Unterhaltungsteil Figuren geschossen, die überaus populär sind. In den letzten Wochen haben die Leser der Kinderbeilage in ganz Oesterreich gegen 600 Bobbh-Bär-Bereinc (nach dem Helden unzählicier Gedichte benannt) gegründet. Möbei-Gleiser zeigt deu'sches Holz. In einer SonderoussteUnng, veranstaltet von dem„Verband zur Förderung deutscher Wohnkultur" unter Mit- Wirkung der Aibeitsgemcinschajt Holz, zeigt die Möbelfirma G l e i s e r, Aleranderplotz, die Verwendung heimischer Holzarten für Wohnungscinrichtiingsgegenständc. In prächtiger Gestalt prä- sentieren sich da inländische Eiche und.Kiefer, die Esche, der Ahorn, die Hölzer von Kirsch-, Nutz- und Birn- bäum und die Kastanie: die Behouptmig, kotz ausländische Hölzer schöner wären als die deutschen, wird damit vollkommen entkräftet, wenn es für den Lasen überhaupt möglich sein sollte, einen Unterschied feststellen zu können. Wenn man erfährt, daß im vergangenen Jahre ms! 7 Millionen Festmeter ausländisches Holz im Wert von 200 Millionen Goldmark in Deutschland cingesährt wurden, während aus der anderen Seite die heimische Holzindustrie in ganz erschreckende Notlage geriet, wodurch Tausend-: und aber Tausende van Arbeiten� erwerbslos wurden, so sprechen all dieie Tatsachen eine beredte isprache. Der Gedante, in Zukunft die hei- mischen Hölzer nicht mehr zurückstehen zu lassen, ist unbedingt be- grühenswert. Die Ausstellung ist eine vielseitige Schau von Woh- mmosemrichtungen. wobei die kombinierten Holzarten, beispietsweisc Birnbaum mit Eschej Eicheninässr imt Nutzbaunv Blatone mit Rüster und Birnbouni besonders dekorativ wirken: eine hell gc- incscrte Kastanie für eine Schlafzimmereinrichtung macht sich eben- falls sehr gut Interessant wirken neuartige Holzstoffe aus Kiefer — ebenfalls deutsches Fabrikat—, die als Möbelbezugstoffe Ver- Wendung finden. Zum Schluß se! noch erwähnt, daß 27 Proz. des deutschen Bodens mit Wald bedeckt sind, also Material in Hülle und Fülle vorhanden ist. Gardinen und Bettwäsche bei Grünseld.„Schlicht und licht" heißt die Devise der diesjährigen Frühjahrsgardine bei Grünseld. Leipziger Straße: so haben alle Stofse von leichter Wcbart und heller Musterung den Vorzug erhalten. Voile, Markisette- stofse, leichte Kunstseiden, Bast und Tüll beherrschen das Feld:>n vielfarbigen Variationen präsentiert sich der dustige Voile als hübscher Fcnsterschmuck, einmal in farbenfreudiger Kleinmusterung, dann wieder kombiniert als Complet: die Uebcrgardine aus buntem Stoff, die Untergardine in Uni, mit Blendenaufputz aus dem ge- musterten Dessin. Besonders zart wirkt weißer Volle mit kleinen Volants, deren Abschluß eine kleine, bunte Paspel darstellt: für Wohn- und Eßzimmer, wo die Möbel vielfach sckwercn, ernsten Charakter zeigen, gibt es sehr dekorative Kunstseidenstossc in Jacquard und in handwebeähnlichen Geweben, die trotz ruhiger Musterung in satten Farbtönen einen sehr hübschen, lebendigen Glan; aufweisen. Als Neuheit sieht man Sonnenrips, Georgette in verschiedenen, gut harmonierenden Farbtönen aneinandergenäht, Vreuhauz-Tüll, ein neuariig gemustertes Tüllgcwebc, Tüll mit Klöppel- oder Häkeleinsätzen und hübschen abschließenden Blenden- Verzierungen. Bei der Bettwäsche macht sich die Handarbeit an- genebm bemerkbar. Hvhlsaum,«chnurstrict� und Wickcldurchbruch. daneben Verbindungen von Stickerei und Spitze, die sehr hübsche Effekte ergeben. Die Ausstellung gibt auch der Frühjahrs- mod« der Kleidung Raum? da gibt es eine Menge hübscher Jumper mit viel Häkelarbcll zu sehen, daneben preiswerte Leib- wasche, Friihjohrsstoff und sür das Kind die Erzeugnisse der„Ham- burger Kinderstube", die sich durch praktische Verarbeitung bei sta- bilem Stoffmaterial auszeichnen. Sine tttut S-rdiae,»»d kos ganze Ziwmer ist neu. Ei» Zimmer neu zu tapezieren und neu zu müblicten ist heute für den Durchschnittshaushalt fast unerschwinglich, und»tan möchte so gern cinniol ein bißchen Frische in die ottbewohnten Räume bringen. Da hilft eine neue Gardine. Cie werde» erstaunt sein, wie Sie Ihr Zimmer rerändern können. Fische: u. Wolfs, w. m. b. H.. Berlin, Epandauer Str. Ig, zeigt«ine Schau besonders schöner und preiswerter Gardinen,. und man bekommt z. B. eine Dekoration aus Kunil» selbe und Voile schon lilr b.uo M. Fischer u. Wolfs bringt außerdem deutsche Teppiche und Perfertcppich«, Boucles, Btöbelstoffe, Steppdecken und Linoleum— es macht also wirklich seinem Namen Ehre: Fischer u. Wolfs, Das Haus sür jeden, der seine Wohnung liebt. vi'esÄnsr Bank NeunundfOnfzIgste ordentliche Generalversammlung. Hiermit vetrlen die Aktionäre zur neunundfUnfsIgsten ordentlkdisn Generalversammlung, die- Donnerstag, den 24. März 1932, vormittags 11 V* Uhr im Bankgebäude Dresden, Jobann-Strafie:i, staüfinden wird, eingeladen. Tagesordnung: i. Bericht des Vorstandes gemäß S 4 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 6.(0. OSI, 5 Teil Kapitel II über Kapitalherabsefzunp in erleichterter Form, Gencliraigung des Vertrages mit dem Deutschen Reich über Zur- vcrfügungstellung von Mitteln sowie Bcschlnfifassung über die Auflösung des Reservefonds in Hohe von RM. 04.000.000 und über die Herabsetzung des Grundkapitals in erleichterter Form von RAI. 400.000.000 auf RM. 220.Ö00.000: a) durch Einziehung von RM. 33.333.000 eignen Stamuiaktien, b) durch Einziehung von RM. lOO.OOO.lOO unentgeltlich der Gesellschaft zur Verfügung zu stellenden Vorzugsaktien, nachdem die Vorzugsaktie Ar. 30.000 über RM. 10.000 in 100 Vorzugsaktien über je RM. 100 um gewandelt ist, c) durch Herabsetzung des Nennbetrages oder, soweit zulässig, Zusammenlegung von insgesamt RM. 66.667.000 Stammaktien im Verhältnis von JO:3 zwecks Deckung von Verlusten und zum Ausgleich von Wertminderungen im Vermögen der Gesellschaft. Ermächtigung des Vorstandes, die Herabsetzung im Einvernehmen mit dem Äufsiditsrat durchzuführen, insbesondere die Einziehung und den Umtausch der Aktien gemäß 200, 303, 306 HGB. vorzunehmen. 2. Umwandfupg der verbleibenden RM. 100.990.900 Vorzugsaktien in Stamm- aktien unter Anpassung der Satzungsbestimmungen an diese Umwandlung, insbesondere des 5 4.§ 6.§ 26 und§ 27 der Satzung; Neustüdcelung der über je RM. 10.000 lautenden Aktien in Aktien mit geringerem Nennbetrage. Ermächtigung des Vorstandes, die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat durchzuführen. Die Beschlußfassungen erfolgen in gemeinsamer Abstimmung aller Aktionäre und in gesonderter Abstimmung der Vorzugsafctionäre. 3. Aenderung des S 27 Absatz 1 der Satzung dahin, daß der Beschluß über die Auflösung der Gesellschaft einer Mehrheit von is der abgegebeneu Stimmen, mindestens aber einer Mehrheit, die des Grundkapitals entspricht, bedarf. 4. Genehmigung eines Vertrages mit der Darmstädter und Nationafbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, durch welchen das gesamte Vermögen dieser Bank auf die Dresdner Bank unter Ausschluß der Liquidation mit der Mafigabe übertragen wird, daß dagegen auf die RM. 23.000.000 Aktien des herabgesetzten Grundkapitals der Darmstädter und Nationalbank K.a. A. RM. 7.300.000 Stammaktien der Dresdner Bank nach Durchführung der Herabsetzung ihres Grundkapitals, also im Umtausch verhält nis von 10:3 gewährt werden, sowie Ermäditigung des Vorstands und Aufsichtsrats, alle zur Durchführung der Fusion erforderlichen Maßnahmen zu treffen, insbesondere bei dem Umtausch der Aktien gemäß§§ 290, 305, 306, 320 HGB. zu verfahren. 5 Vorlegung des Geschäftsberichts für 1931 und einer auf den 31. Dezember 1931 aufgestellten Verschmelziing-bilauz sowie Genehmigung dieser V orlagen. 6. Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats. 7. Sakzungsänderungeu, und zwar Ersatz der gemäß der Verordnung über Aktienrecht vom 19. 9. 1931 außer Kraft tretenden Bestimmungen des 5 14. ... ä 13,§ 16.$: tx Abs. 2 u. 3, Satz 1.§ 19 und. S 26 Abs. 2 Ziff. 5 der Satzimg über die Zusammensetzung und Bestellung des Aufsichtsrats und die Vergütung der AüfsichtsratSmitglieder durch der Verordnung über. Aktienrecht vom 19. 9. 1931 angepaßte neue Bestimmungen. 7a. Beschlußfassung über die Bildung von I.andcsaussdiüsscn in Filialbezirken. R. Neuwahl des Aufsichtsrats. 9. Beschlußfassung über Aenderung des§ 4 Abs. 1 der Satzung betr. Neu- eiuteilung des Grundkapitals. 10. Wahl von Bilanzpriifern für den für das Geschäftsjahr 1932 aufzustellenden Jahresabschluß gemäß Art V I des ersten Teils der V erordnung vom 19.9.31. Jeder Aktionär ist zur Teilnahme an der Generalversammlung berechtigt. Um in dieser summen oder Anträge stellen zu können, müssen die Aktionäre ihre Aktien oder die über diese lautenden Hinterlegungsscheim; einer Effekien- girobank gemäß J 21 der Satzungen spätestens bis zum 21. März 1932 cinschließ- lidi bei einer der nach verzeichneten Stellen bis zum Ende der Sthaherkassen- stunden hinterlegen und bis zur Beendigung der Generalversammlung dort belassen. bei der Dresdner Bank in Dresden und Berlin sowie ihren übrigen Niederlassungen, bei der Düreuer Bank in Düren. bei dem Bankhause Simon Hirschland in Essen und Hamburg, bei dem Bankhanse Veit L. Homburger in Karlsruhe, bei dem Bankhausc A. Levy in Köln, bei dem Bankhausc Flemnung& Co. in Magdeburg. bei der Oldenbnrgischen Landesbank in Oldenburg i. O., bei der Rostorker Bank in Rostock und Schwerin, bei den Herren Proehl& Gntmann.l- Amst„rri.n, bei der Amsterdamsellen Bank N. V. j ,n AmMercIam- Dresden, den I. März 1932. Der Vorstand Nathan. Frisch. 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Ptd 0.8£ Suppenfleisch..Pfd.eb0.40 Haidshamm____ pid.ab0.40 Haihsbrust____ pid.b 0.48 Haihsheuie____ p.d.«b0.64 Hadineiuordepll..pw..b0.48 KaBlerhamm..... m 0.68 Eisbein-epöken... pid.o.48 »liehenken beiitteetir. pid o»58 sctiiueineschinHen>i. pid0.68 Schuieinebiat)...pm o.64 Schtualneliamin u.scitult ptd 0.72 Schurelnetjauch... � 0.62 SGinueinehoieiett d. 0.72 scriweineieher____ pid o.78 schuisinemeren...pid.o.64 Eüter........ Pd 0.22 Konserven SuDoenerDsen H= g 0-37 Erosan n. Kur. ten„-§2 0.36 HaushaltgemUse I 0.38 Haraiian gesabu...... o.ss Spinat......... o.42 Jg. 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