Morgenausgabe Nr. 113 A 52 4y.Iabrgang SZSche»tIich 7» Pf., monatlich Z.Z» M tdavon S7 Pf. monatlich fiir Zuftrl- lang ins Sana) im vorouo zahlboo. Postbezug 3.97 M. einschließlich soPt- Poozeitungs. und 72 Pf. Postbcstellge. bllhren. Auolandsabonnement ö.ss Zu. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tcm Druckfachcnporto 4.Sd M. Der.Vorwärts� erscheint wochentäg» Itch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe fiir Berlin und im Sandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Eonntagsbeilagi .Boll und Zeit" **> ♦> NevUnes SolkSblatt Nienstag S. März 1952 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 Pf. Sste«tnfpalt. Millimeterzeile A Pf. Reiloniezeile lZ.- M„«leine An. zeigen" das f-ttgidruckle Tort AI Pf. lziilässigzwei iettaedruilteWorte sted-e weitere Wort lll Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen flit zriei Worte. Acbeitsmarlt Millimeter. zcile 25 Pf. Familienanzeigen Milli» meterzeil- lk Pf. Anzeigenannahm» im vauptaeschSfl Lindcnstroß» st. wochentäglich von S-/, bis l? Uhr. Der Verlag behält stch dasRecht der Ab» lehnung nicht genedmerAnzeigen vor! Aentvawvsan der Gozialdemoßvatifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 �ernspr. Dönhoff s�7>L92— 297 Telegramm-Adr. Sozlaldemokral Verlin Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Z?ostscheckkontv: Berlin 37 S3K.— Bankkonto; Bankder Ardeiter. Sngestellteu und Beamten. Lindenstr. 3 Dt B.u Dtkc.-Gei.. Deposllenk..Zeru!alciurrStr.WlS>>. Bnand gestorben. Aber die deuisch-franzöfifche Verständigung muß leben! Paris. 7. März.(Eigenbericht.) Aristide Brianb ist a,n Montaguachmittag kurz ,Ulch ein Uhr i« seiner Pariser Wohnung in der Avenue Kleber gestorben. =5 All einem klaren Hcrbstmorgen, wenige Stunden nach seiner Ankunft mit Laval, stand Aristide B r i a n d am Luisenstädtischen Friedhof in der Bergmannstraße vor dem Erabmal Gustav Stresemanns. Tatsache und Zeit- punkt dieses Besuches waren streng geheimgehalten worden. Nur wenige Zeugen, die davon zufällig gehört hatten, waren zugegen, als der alte, gebeugte Maiin schwerfällig zwischen den Gräbern dieses stimmungslosen Großstadtsriedhofes schritt. Am Grabe seines toten Freundes und Gegenspielers angelangt, reichte man ihm den Kranz, den er niederlegen wollte. Aber der Körper versagte die notwendigen Bewegun- gen, der Botschafter Fransois-Poncct, der ihn begleitet hatte, mußte ihm dabei helfen, den Kranz ordnungsmäßig nieder- zulegen und dessen trikolore Schleife auszubreiten. Nun stand er, eine halbe Minute lang in Gedanken versunken, vor der breiten Granittafel mit den goldenen Buchstaben:„Strese- mann". Ein kaum merkliches Zittern der Lippen und Finger verriet seine innere Bewegung bei diesem postHumen Wieder- sehen.' Ringsum hatten die spärlichen Zuschauer das Haupt entblößt, die blauen Schupos salutierten. An'welche Szene dieser bewegten letzten Jahre mag er in diesen kurzen Sekunden gedacht haben? An die erste Be- gegnung in Locarno, in der diese beiden so verschiedenen Menschen sich kennen und trotz grundlegender physischer und geistiger Gegensätze sich schätzen lernten? An das Frühstück in Thoiry, bei dem sie unter vier Augen weitumspannende Bersöhnungs- und Freundschaftspläne zwischen ihren beiden Völkern entwarfen, die nur den Fehler hatten, daß sie den Zeiwerhältnissen zu weit vorausgingen? An jene Stunden zähen VerHandelns bei Tag und Nacht im August 1929 im H a a g. als Strefemann zugleich mit ihm und mit dem Tode rang, als er oerzweifelt um jeden Monat frühere Rheinland- räumung kämpfte, die er noch erleben wollte und nicht mehr erleben durfte? Oder hatte er etwa denselben Gedanken wie wir alle, die diesem stummen Zwiegespräch zwischen dem Toten und dem Todeskandidaten beiwohnten:„Wie lange wird es dauern, bis Briand ebenfalls unter einem steinernen Monument liegt?" Strefemann war in den letzten Wochen vor dem tödlichen Schlaganfall sichtbar verfallen. Bei Briand hat dieser physische Zerstörungsprozeß viel länger gedauert. Beschleunigt wurde er durch seelische Enttäuschungen schlimmster Art, die er als Außen- und Jnnenpolitiker in den letzten anderthalb Jahren erlitten hatte. Dazu gehörte unter anderem das deutsche Wahlergebnis vom 14. September 1930. Das also war die Antwort des deutschen Volkes auf die wenige Wochen zuvor abgeschlossene frühere Rheinlandräumung, die er nur mit Mühe bei dem mißtrauischen Teil des französischen Volkes und bei der widerspenstigen reaktionären Parlaments- Mehrheit durchgesetzt hatte? Welch ein nachträglicher Triumph für die Meute, die ihn tagtäglich als von Deutschland bestochen hinstellte, die ihn als den Vollstrecker des Willens der amerikanisch-jüdisch-dcutschen Hochfinanz bezeichnete! Wie stand er blamiert da gegenüber denen, die seit Jahren vor seiner Politik gewarnt, die vorausgesagt hatten, daß Deutschland nur auf den Augenblick warte, wo Frankreich „sein letztes Pfand", die militärische Besetzung, preisgegeben hätte,' um sein„wahres, revanchelüsternes Gesicht" zu ent- hüllen! Roch einmal raffte er sich zusammen, versuchte er, die wahren Gründe des nationalistischen Aufschwunges in Deutsch- land seinen Widersachern klarzumachen: die Wirtschaftskrise. die Arbeitslosigkeit, die Not, die Verzweiflung. Indem er um die Erkenntnis dieser Wahrheit rang, kämpfte er zugleich um die Behauptung seiner eigenen Stellung als Staatsmann. Aber er fühlte fickz schon zu alt, um diesen aufreibenden Kampf auf die Dauer zn bestehen. Desbalb nahm er. wenn auch ohne Begeisterung, die Anregung seiner Freunde an, für den Posten des Staatsoberhauptes zu kandidieren: eine Ruhestellung zwar, verglichen mit dem aufreibenden Leben eines parlamentarischen Ministers, zumal eines so be- fehdeten und in einer so wildbewegten Zeit. Und doch glaubte er, daß er auch als Präsident der Republik einen entscheiden- den Einfluß auf die großen Linien der Politik seines Landes behalten würde, besonders auf die Außenpolitik. Hatte er doch selber als Außenminister erfahren, wie D o u m e r g u c, der ihn nicht mochte und ihn für einen gefährlichen Illusionisten hielt feine Politik ständig durchkreuzte. Die Niederlage in Versailles am 13. Mai 1931 war für ihn der schwerste seelische Schlag. Für die meisten war sie die größte Ueberraschung, am stärksten für ihn selber. Denn er hielt sich auf Grund einer dreißigjährigen Erfahrung für einen der besten Kenner der Stimmungen im Parlament. Aber gerade in dieser entscheidenden Frage hatte er sich ver- rechnet. Und das war es, was ihn am meisten deprimierte. Er hatte sich auf die jüngsten öffentlichen Abstimmungen verlassen, die in beiden Häusern des Parlaments ungeheure Mehrheiten für ihn und seine Politik ergeben hatten. Er hatte aber die Tücken der geheimen Stimmabgabc ver- kannt, bei der sich jeder Enttäuschte, jeder Gekränkte, jeder Ehrgeizige ungestraft rächen kann. Ich sah ihn wenige Minuten nach der Berkündung des Wahlrcsultats, nachdem er soeben beschlossen hatte, den aus- sichtslosen Kampf im zweiten Wahlgang aufzugeben, durch einen Vorraum des Versailler Schlosses schreiten, umgeben von der Schar seiner bestürzten Mitarbeiter. Er versuchte zu lächeln, aber seine Totenblässe verriet seine wahre Gemüts- Verfassung: in dieser Stunde war er um Jahre älter ge- worden, körperlich und geistig. Das bewies er, indem er bald danach einen noch größe- ren Fehler beging: die Niederlage von Versailles war ehren- voller für ihn gewesen als für jene falschen Freunde, die ihn unter dem Schutz des anonymen Zettels verraten hatten. Das demokratische Frankreich hielt nunmehr fester denn je an ihm, es war bereit, unter seiner Führung den Kampf aufzunehmen unter der Parole: Es lebe der Friede, nieder mit dem Ratio- nalismus! Er hatte feine Demission eingereicht und schien be- frsikag, 17 Uhr: Lustgarten Sammelplätze werden bekanntgegeben Donnerstag ab 18 Uhr: Flugblattverbreitung reit, diese Rolle zu spielen und, wie er es selber zwei Tage nach Versailles im Genfer Rat ankündigte,„den Pilgerstab zu ergreifen", um für feine Politik als freier Mann zu werben und zu kämpfen. Statt dessen ließ er sich durch seinen erfolg- reichen Gegner D o u m e r überreden, zu bleiben. Er blieb— ein Schatten seiner selbst. Ja, noch schlimmer: er, der große Briand, der Mann mit dem Weltruf, blieb im Schatten des kleinen Laval. Der unvergleichliche Redner durfte neben dem Ministerpräsidenten auf der Ministerbank sitzen, aber selbst in außenpolitischen Debatten mußte er schweigen. Es war die Tragödie des Greises, der nicht rechtzeitig ab- zutreten verstanden hatte. Schließlich schob man ihn beiseite, wie überflüssigen Ballast. Er hatte sich vorgenommen. Revanche zu nehmen, sich nach der notwendigen Erholung wieder in den Wahlkampf zu stürzen, die Reaktion zu besiegen, zu zeigen, daß er noch immer die Kraft des Führers und Staatsmannes besaß. Aber der ewige Optimist sollte wieder einmal unrecht be- halten. Seit zwei Jahren wollte ihm nichts mehr gelingen. Auch diesmal ist seine Rechnung durchkreuzt worden— durch den Tod. Was ist Briand seinem Lande gewesen, was uns und der übrigen Welt? War er, wie ihn manche hierzulande hinstellten» der raffinierte Gauner, der Strefemann und das deutsche Volk mit den Moll-Tönen seiner Cellostimme einzulullen verstand und immer nur auf den Vorteil für das eigene Land bedacht war? Oder war er der Hoffnungslose Illusionist, der dem Phantom einer deutsch-französifchen Freundschaft nachjagte und dabei die Belange seines Vaterlandes leichtfertig preisgab— wie es seine Widersacher behaupteten? Er war— selbstverständlich— weder das eine noch das andere. Er war, genau wie Strefemann, ein guter Patriot, der aber über die engen Grenzen seines Vaterlandes und über den gegenwärtigen Augenblick hinwegzufchaucn fähig war. Er hatte erkannt, daß der bisherige Jahrhunderte alte Kriegszustand zwischen Deutschland und Frankreich, mit abwechselnden Siegen und Niederlagen, Annexionen und„Desannexionen", mit eingelegten Friedens- pausen und latenten Rachegefühlen ein s e l b st in ö r d e r i- scher Wahnsinn für beide Völker, für ganz Europa, für die gesamte Menschheit ist. Insofern war er im Grunde seines Herzens der S o z i a- l i st geblieben, als der er politisch angefangen hatte. Als ich ihn während der Tage von Locarno kennenlernte, sagte er mir mit seiner tiefen, zum Selbstspott neigenden Stimme:„Sie halten mich natürlich für einen Renegaten, nicht wahr? Ach, ick) bin es viel weniger, als Sie glauben." Wir sprachen über die Besetzung des Rheinlandes und ich meinte, daß die Haltung mancher Generäle die Arbeit der Bcrständigungs- Politiker ungeheuer erschwere. Mit verzweifelter Gebärde erwiderte er:„Ach ja, die Generäle— sie sind überall dieselben!" Die alten antimilitaristischen Gefühle regten sich wieder in diesem ewigen Skeptiker gegenüber jeglichem göttlichen und menschlichen Unfehlbarkeitsdogma. Als eines Tages im Haag Strefemann von dentschen Pressevertretern bedrängt wurde, warum denn Briand, dem Druck des Generals Guillaumot nachgebend, einen festen Räumungstermin immer noch nicht nennen wolle, platzte er heraus:„Silber, meine Herren, glauben Sie denn etwa, daß, wenn ich Außenminister eines siegreichen Deutschland wäre, ich es gegenüber einem General Ludendorff leichter hätte als Briand gegenüber General Guillaumot?" Strefemann hatte eben Verständnis für Briand, wie� Briand für Strefemann. Und weil diese beiden Staatsmänner sich bemühten, zugleich ihrem Volke zu dienen und das andere zu verstehen, deshalb sind sie beide von der Sozialdemo- kratic unterstützt, deshalb sind sie beide von ihren Nationalisten als Verräter beschimpft, deshalb sind sie beide zu Tode gehetzt worden. Deshalb wird aber ihr gemeinsames Werk s o r t g e s e tz t werden, unter Führung der Sozialisten beider Länder: das Werk der deutsch-französifchen Verständigung, das gelingen muß, wenn nicht das Europa des 20. Jahrhunderts in die mittelalterliche Barbarei versinken soll. Victor Lodikk. Oer Fall Ziöhm. Von„schwanen Zielniten" über die bolivianische Armee zu Hitlers SA. Der Fall des Stabschefs der Hitlerschen Bürgerkricgs- arinee läßt fich nicht mehr verbergen. Auf die Veröffent- lichung eines charakteristischen Briefes des Herrn Ernst Nöhm durch die„Welt am Montag" hat die sonst prompt arbeitende Dementierstelle des Braunen Hauses geschwiegen. Es gibt auch nichts zu dementieren! Der„S o z i a l d e m o- k ratische Pressedienst" veröffentlichte gestern abend einen weiteren Brief des Herrn Röhm, datiert vom 11. August 1829 aus Bolivien. Aus diesem Brief— einem negativen Kulturdokument— geben wir die folgenden Stellen wieder: „In Lucre wie auch hier besichtige ich die hier liegenden Jnfanterieregimenter, leite den ganzen Dienst und lege alle Uebun- gen an, an deren Schluß immer eine ausgiebige Kritik folgt. Die blutjungen, frischen Leutnants würden Ihnen sicher auch gefallen, aber leider. Natürlich unmöglich. Oder hätten Sie für lunge Neger in Uniform etwas übrig? Die gibts auch vereinzelt. Wie gesagt, nun muß ich mich halt gedulden, bis ich wieder in La Paz bin, dort bin ich vorläufig versorgt, wenn ich nicht Ende des Monats von hier einen Wstecher an die chilenische Küste nach Antohagasta mache. Was Sie über Berlin schreiben, hat wieder alle meine Sehn- sucht nach dieser einzigen Stadt erweckt. Herrgott, ich zähle schon die Tage, wo ich dort wieder sein kann und will hier wirklich, wenns einmal möglich ist, sparen, damit ich dort etwas vom Leben habe. Das(unleserlich) dort ist aber doch m. A. nach der Gipfel alles menschlichen Glückes. Jedenfalls hat mir dort die Art und Weise des Verkehrs ganz besonders gejallen. An P...l lagen Sie besonders herzlichen Gruß, auch wenn Sie meine übrigen schwarzen Rekruten— dieser Typ ist inxin Ideal— in(unleserlich) wiedersehen. Und nun sagen Sie auch unserem gemeinsamen Freunde Fritz Sch... herzlichsten Gruß und geben ihm in meinem Namen— leider— einen Ku ß. Nun aber zu Fritzens Idee, in die Welt zu gehen. Da kann ich wahrhaftig nur in„wärmster" freundschaftlicher Art widerraten. Ein Unterkommen z. B. in Bossioien für einen jungen Mann ist(un- leserlich) ausgeschlossen. Und in Chile ist es nicht bester. Der ganze laufmännisch« Markt(und was anderes kommt wohl nicht in Frage) ist derart überfüllt, daß Hunderte in der Heimat, die vorgemerkt sind, nicht daran denken können, hier eine Stellung zu erhalten. Ich habe ja natürlich selbst einige Witwer zu Hause, die ich gern herausgebracht hätte, aber ich Habs ganz aufgegeben. Dazu ist auch die Bezahlung der jungen Leute absolut unzureichend. Speziell von den deutschen Häusern, die hier maßgebend sind. Also werde ich das Wiedersehen mit meinem neuen Freunde Fritz wolst oerschieben müssen, bis ich— woht Ende 1930— nach Deutschland ganz oder auf Urlaub zurückkehre." Wer die Tagebücher Platens kennt, wird nach der Lek- iure der Röhmbricfe sofort erkennen, daß der Fall Röhm im Gegensatz zum Fall Platen gar keine Tragödie ist. Um so mehr ist er e i n p o l i t i s ch e r S k a n d a l. Die von uns wiedergegebenen Stellen zeigen mit aller Deutlichkeit, wie sehr dieser Offizier in den ihm unterstellten Mannschaften Objekte für seine perversen Begierden sieht— von den„schwarzen Rekruten in Deutschland über die doli- vianischen Soldaten bis zu Hitlers SA. Herr Röhm hat kürzlich Briefe aus Bolivien im„Bölki- lchen Beobachter" oeröffentlichen lasten, in denen er zur Rück- kehr aufgefordert wurde, wobei ihm zugleich Angebote für eine militärische Stellung gemacht wurden. Man könnte darin die Vorbereitung eines Rückzuges vor einem drohen» den Gewitter sehen— aber Adolf Hitler hat Herrn Röhm, seinen Mitputschisten von 1923, bis» her gedeckt und gehalten! Dieser Mann Röhm soll Chef der Hitlerschen Bürger- kriegsarmee bleiben— well er so tief im System Hitler sitzt und die Dinge um Hitler so genau kent, daß er nicht fallen kann, ohne daß mehr zusammenstürzt! Zeige Ausreden. Goebbels und die nationalsozialistische Gudelpropaganda. Der„Angriff" des Herrn Goebbels druckt die Zurechtweisung Hillers durch Groener ab und versieht sie mit einem langatmigen Kommentar. Darin finden wir den folgenden Absatz: „Was die angebliche Beleidigung des Herrn Reichspräsidenten durch P g. D r. Goebbels im Reichstag anbelangt, so haben wir schon in unserer Sonnabend-Nummer durch Derösfentlichung des photographisch wiedergegebenen amtlichen Reichstagssteno- gramms eindeutig bewiesen, daß von einer Beleidigung gar nicht die Rede sein kann. Pg. Dr. Goebbels hat die Soziawemokratie und nicht Herrn von Hindenburg getroffen." Herr Goebbels drückt sich jetzt nach allen Regeln der Kunst, die Größe seines Mutes entspricht nicht der Größe seines Maules! Aber die Ausreden verfangen nicht! Vor uns liegt«in Flugblatt der Berliner Nationalsozialisten, in dem es heißt: „Hindenburg ist heute der Kandidat jener Kriegsdienstver- weigerer. die unsere stolze Armee vernichtet haben. Er ist heute der Kandidat jener Novemberoerbrecher, die unser Volk in den Abgrund stießen. Er ist der Kandidat jener Heilmann und Crispien, die kein Vaterland kennen, welches Deutschland heißt. Er ist heute der Kandidat jener Erzberger und Asterpatrioten, denen der Landesverrat von jeher das einträglichste Geschäft ge- wesen ist. Er ist der Kandidat aller Juden, Schieber und Kriegs- gewinnler!" Dies FlugblaU stammt aus— Hedemannstr. 10! Nächstens wird Herr Goebbels seine Schulbubenausreden noch um die Be- hauptung vermehren, daß er nicht informiert sei darüber, was in Hedemannstr. 10, der Berliner nationalsozialistischen Gaugeschäfts- stelle, der Residenz des Herrn Goebbels vorgehe! Feigheit und Niedertracht pflegen immer Hand in Hand zu gehen. Der niederträchtigen Beschimpfung der Sozialdemokratie wie des Reichspräsidenten durch die Nazipropaganda entspricht die Feigheit des Herrn Goebbels. Bas Verbot der„preußischen Zeitung". Mi infamen Mitteln wird gegen Hindenburg gearbeitet. Der Anülicho Preußische Pressedienst schreibt: Das Verbot der nationalsozialistischen„Preußischen Zeitung" durch den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen wirst ein Schlaglicht auf die besondere Art der Agitation, die dort gegen die Kandidatur des jetzigen Reichspräsidenten getrieben wird. Die „Preußische Zeitung" hatte die Stirn, in ihrem Leitartikel zu be- Haupte», daß, wenn am 13. März Adolf Hitler nicht gewählt würde, Ostpreußen verloren sei. Ebenso wird in zahl- reichen Versammlungen der gegen die Hindenburg-Kandidatur ar- bellenden Gruppen, die sogar meistens das Thema nehmen:„Die polnische Gefahr und die Reichspräsidentenwahl", oersucht, die ost- An alle A Das deutsch« Volt steht um 13. März vor einer politischen Entscheidung größten Ausmaßes. Das Er- gebuis der Reichspräsidcntenwahl wird auch für das künftige Arbeits- und Lebensschicksal der Angestellten bestimmend sei«. Seit der Reichstagswahl 1930 sind die Schleier Hitlerscher Angestellten- und Arbeiterfrcnndlichkeit ge- fallen. Die nationalsozialistische Bewegung ist als die brutal st e Schutztrnppe der Sozial- reaktkon entlarvt. Der Millionenetat der Hitler- Organisation wird von denselben Jndustriegewalten gespeist, die durch Lohn-, Gehalts- und Sozialab bau alle Opfer der Wirtschaftskrise auf die Arbeitnehmer abzn- wälzen wußten. Die Harzburger Tagung hat nur allzu deutlich gezeigt, daß die Auftraggeber Hitlers entschlossen sind, den gesamten Arbeitsschutz und das kollektive Ar» beitsrecht zu zerschlagen, um den einzelnen Angestellten wiederum der Willkür und Ausbeutung seines Unter- nehmers schutzlos auszuliefern. Der innere Zusammenhang zwischen Sozialreaktion und Faschismus kann heute nicht mehr abgeleugnet wer- den. Darum haben sich auch in den letzten Wochen die von Not und C?Iend bedrängten Massen der Angestellte« und Arbeiter in der Eisernen Front zusammen- gefunden. Sie wollen den Festungsgürtel sprengen, den die faschistischen Prätorianergarden um das immer mehr versagende kapitalistische Wirtschastsstzstem gezogen haben. Solleu innerwirtschaftlich durch den Umbau der heutigen preußische Bevölkerung dadurch irre zu führen und aufs höchste zu beunruhigen, daß immer behauptet oder als wahrscheinlich hin- gestellt wird, ohne einen vollständigen Regierungswechsel beständen die größten Gefahren für den Osten. Gerade in der ostpreußischen Bevölkeryng ist jedoch bekannt, welche Mittel unermüdlich die Reichs- und Staatsregierung aufgewandt haben, um wirtschaftlich und kulturell die durch die Grenzziehung geschädigte Provinz zu stärken und in engster Verbindung mit dem Reich zu halten. Man braucht nicht erst an T a n n e n b e r g zu denken, sondern nur an die realen politischen Berhältnisie der Gegenwart, um das Infame der Führung eines solchen Wahlkampfes und der in diesen Parolen liegenden Verdächtigung der Reichsregierung klar zu erkennen. Daß Gruppen, die sich„national" nennen, zu solchen Mitteln greifen, um sich in der deutschen Ostmark, die ihnen sonst scheinbar fehlenden zugkräftigen Wahlparolen zu beschaffen, ist eines der trübsten Kapitel dieses ohnehin an bedauerlichen Erscheinungen überreichen Wahlkampfes. Abgrund der Gemeinheit. Schändliche Erfindung der Hitier-propaganda. Genosse Stadtrat Dr� Löwenstein schreibt uns: Von natio- nalsozialistischer Seite wird ein Flugblatt oerbreitet, das folgsnde Gemeinheit enthält: „Die deutsch» Frau und Mutter soll zur bolschewistischen Genossin werden, daß heißt zum reinen Geschlechtstier, zur Maschine", wie Dr. Löwenstrin, der Führer der sozialdemokrati- schen Lehrervereine, Vorsitzender der Kinderfreund ebewegung und sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter schreibt." Die Ausführungen, die mir hier unterstellt werden, sind weder schriftlich noch mündlich, weder ihrer Form noch ihrem Inhalte nach jemals von mir geäußert worden. Nach meiner Überzeugung widersprechen die angegebenen Sätze jeder sozialistischen Ueber- zeugung und verletzen das Gefühl jedes anständigen Menschen. Ich bitte um Abdruck dieses Briefes, um allen anständigen Menschen den Tiesstand der nationalsozialistischen Propaganda vor Augen zu führen.____ Zinsknechtschast im Dritten Reich. ??azi-Gaugeschästsführer bewuchert einen armen Bauer«. Stuttgart, 7. März(Eigenbericht.) Ein Musterbeispiel von Prinzipientreue ist der im Dezember vorigen Jahres in den Stuttgarter Stadtrat gewählte Gaugesch Sftsführer Schmidt von der National» sozialistischen Arbeiterpartei. Das Programm seiner Partei fordert die Brechung der Zinsknechtschaft, und wendet sich energisch gegen das sogenannte raffende Kapital. Das hat diesen würdigen Mann aber nicht davon abgehalten, in Gemeinschaft mit seinem Vater, der Regierungsrat im württembergischen Ministerium des Innern ist, Geld an bedürftig« Leute zu Wucher- zinsen auszuleihen. Ein solcher Fall hat jetzt die Gerichte be- schäftigt. Schmidt lieh einem durch Hagelschlag geschädigten Bauern 2000 Mark aus 3'Monate und verlangt« dafür 17 Proz. Zinsen, das wären pro Jahr 68 Proz. Ilm sich die Zinsen aus alle Fälle zu sichern, zahlte Schmidt dem Vermittler des Geschäftes nur 1 620 M. aus, zog sich also die Zinsen sofort vom Darlehen ab, noch ehe sie fällig waren. Da nun der Vermittler an dem Bauern einen weiteren Betrug verübte und diesem nur 700 M. auszahlte, so focht dieser das ganze Geschäft als rechtswidrig an. Schmidt wurde in beiden Instanzen, von dem Landes- und Ober- landesgericht, verurteilt. Als er dann die Prozeßkosten zahlen sollte, weigerte er sich und ließ sich von der Gcrichtskasse bis zum Offenbarungseid treiben Jetzt mischte sich der Vater, der Re- gierungsrat, in diese Angelegenheit und schrieb an das Gericht einen unverschämten Brief, in dem er von einem„geistreichen Ur- teil", von Skandal, Unsinn und Rechtsbeugung sprach. Das bekam ihm aber schlecht. Er wurde dafür vom Schöffengericht zu 400 M. Geldstrafe verurteilt, wobei seine Beamteneigenschaft als erfchwe- render Umstand in Betracht gezogen wurde. Man kann jetzt gespannt sein, welche Konsequenzen aus diesen Borgängen gezogen werden. Zweifellos haben sich beide, der Re- gierungsrat wie der Stadtrat, gegen die beamtenrechtliche Bestim- mung vergangen, wonach sie sich auch außerhalb des Amtes so zu verhalten haben, wie es ihre Stellung im Staat und in der Ge- meinde sowie die Ausübung ihres Amtes oerlangt. Die Einleitung eines Disziplinaroersahrens mußte also zu einer Amtsenthebung füh- ren. Ebenso wird es von Interesse sein, festzustellen, ob die Ratio- nalsozialisten ihrem würdigen Gaugeschäftsführer die ihm übertra- VvPvVVGV ♦ Wirtschaft und außenpolitisch durch eine iutcruationale Verständigung der Völker wieder neue und bessere Lebensmöglichkeiten für die schassenden Volkskräfte ge- Wonne» werden, dann muß die politische Bereinigung in Deutschland voraufgehen. Die denkenden Angestellten haben die Aufgabe, bei der bevorstehenden Rcichspräsidenteuwahl die politischen Boraussetznngen zur Entspannung der Wirtschaftskrise zu schaffen. Siegt Hitler, so wird den Angestellten die letzte Mög- lichkeit organisatorischer Abwehr gegen Not und Elend geraubt. Die Angestellten und Arbeiter» welche das Fundament der Demokratie und der gewerkschastliche« Bewegungsfreiheit erhalten wollen, werden in diesem historischen Augenblick den Kandidaten des Volksstaates, den bisherigen Reichspräsidenten Hindenburg gegen Hiiler wählen. Es geht nicht um Personen, sondern es geht um Sein oder Nichtsein von Land und Volk. Kolleginnen. Kollege», euer Kampf gegen die Not des Tages ist der Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung. Wer die Schuldigen treffen will, muß Hitler schlagen! AfA-Vundesvorstand. genen Ehrenämter weiter belassen, nachdem gerichtlich festgestellt wurde, daß er einem armen Bauern Geld gegen 68 Proz. Jahreszinsen ausgeliehen hat. Das Erwachen. Noch ein sozialdemokratischer Erfolg in Mecklenburg. Gnoien(ZNeckl.), 7. ZNärz.(Eigenbericht.) In der nationalsozialistischen Hochburg Gnoien wurde am Sonn- lag ein erbitterter Kampf um die Bürgermeisterwahl ausgesochtm. Die Wahlbeteiligung betrug rund 100 Proz.: nur vier Wahlberechtigte machten von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch. Die Sozialdemokratie konnte ihre Stimmenzahl erhöhen. Für den sozialdemokratischen Kandidaten, den Amlshauplmann o. D. Leistikow, wurden 871 Stimmen abgegeben, während die Sozialdems- kratie bei den Kreislagswahlcu im November v. Z. 503 Stimmen erhielt. Der nationalsozialistische Kandidat. Rechtsanwalt Dr. wegeuer. erhielt 1089 Stimmen gegenüber 996 Stimmen bei den Kreistagswahlen im November. Die bürgerlichen Partei zer- splitterten sich auf zwei Kandidaten. Die erforderliche Stichwahl findet zwischen dem sozialdemokratischen und dem natlonalsozia- listischen Kandidaten stall. Hakenkreuz im Gtahlhelmspiegel. Eine verdächtige„sozialistische Arbeiterpartei". Wenn zwei streiten, ist das für den dritten sehr ausschluß- reich. In der„Wache am Brandenburger Tor", dem Berliner Stahlhelmblatt, läßt sich der streitbare Major v. Stephani jetzt so vernehmen: Da laufen auf einmal so viele Männer des feudalen Hoch- a d e l s und des Großgrundbesitzes zu einer s o g e n a n n» ten sozialistischen Arbeiterpartei, die einstmals nicht genug katzbuckeln tonnten vor dem Kaiser, den sie schmähten wegen seiner zu häufigen Reden, hinter denen damals immerhin doch eine andere reale Macht stand als jetzt hinter den Reden Herrn Hitlers, den sie heute doch so gerne reden hören. Sind das nicht die gleichen, die den Kaiser feige im Stich Keßen. als es galt ihn zu schützen? Werden diese Kresse, die damals und nach der Revolution so kläglich versagten, gerade die besten Berater und die Kämpfer für eine neue Zeit sein, wie sie die NSDAP. herbessichren will? Oder gar die Ueberläufer aus den Konzernen der Großindustrie, die immer nur das Wort verdisneu groß schreiben und denen die Seelennot des deutschen Arbeiters jahrzehnte hindurch gleichgültig war? _ So ähnlich hat es ja früher auch schon hier im„Bor- w L r t s" gestanden. Bloß daß der Stahlhelm auch dieser Meinung ist. hatten wir bisher nicht gewußt. Bruderzwist im Hause Hohenzollern. Auf einer Nazikundgebung in Köln sprach als Hauptredner Prinz Auwi, der Rsklamehohenzoller Hitlers. Nach einem Bericht der T. U. wandte sich Auwi sehr scharf gegen die anderen Kandidaten. namentlich auch gegen Duesterberg: Er beschuldigte den schwarzweißroten Wahlblock, setzt selbst die so heftig bekämpfte Geschäftspolitik des Z ü n g- l e i n s an der Waase zu üben. Die Fronten seien klar. Die Na- tionalsazialistisch« Partei werde ohne Rücksichtnahme kämpfen. Dem„schwarzweißroten Wahlblock" Hilgenbergs gehören drei Brüder Auwis an. Jüngst kannte man in der Sportpalastkund- gebung der Duesterberg« sehen: den ehemaligen Kr-onprinzen, den dicken Eitel-Schieberich und den Beinahe-Kandidaten Oskar.— Ein regulärer Bruderzwist im Hause Hohenzollern! Wenn bereits die„Zünglein" gegeneinander losgehen... „Versiegelie Briese." Der„Westdeutsche Beobachter" wiederholt die unsinnige Be- hauptung. daß versiegelte Briefe oom preußischen Innenministerium an die Landräte herausgegangen seien, um Maßnahmen für den Fall eines nationalsozialistischen Sieges vorzubereiten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wird der Oberpräsident der Rheinprooinz dem„Westdeutschen Beobachter" eine amtliche Auf- lagenachricht auf Grund der Notoerordnung zustellen, die den Sachoerhalt richtig stellt, und die das erneute Auftauchen dieser tendenziösen Unwahrheit abermals eindeutig zurück- weift. Polizei auf der Wacht. Höchste Alarmstufe in Preußen. Der preußische Minister des Innern hat für die Tage vor und nach der Rcichsprasidenkeuwahi entsprechend den Maßnahmen bei früheren Mahlen die höchste Alarmstufe der gesamten preußischen Polizei angeordnet. Soweit die Polizei nicht für den Straßendienst herangezogen wird, ist in den Kasernen Ein- sah bereit zu halten. Aehniiche Sicherheitsmaßnahmen werden in den übrigen deutschen Ländern getroffen werden. Wahlaufrufe für Hindenburg. Die Soziale Arbeitsgemeinschaft Deutscher Beamtenoerbände im Deutschen Beamtenbund, die 400 000 Mitglieder oertritt, erläßt einen Wahlaufruf für chindenburg. Der Aufruf ist unterzeichnet: Kugler, Schräder, Beetz, Gens, Hart- mann, Schwerdfeger, Frenz, Arndt, Barthof, Sperfeld, Reimer, Waldow, Swarat, Howe, Gietzel, Seppert, Pralst, Nicolaus, Hallmann, Schrecke, Hintze, Kolmfee, Kamosfa, Kicnast, Henze, Körber, Beyer, Schwarz, Geister, Liebe, Karmitz. Der Haupworstand des G e we r k fch aft s ring e s deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtcn-Verbände(Hirsch-Duncker) faßte den Beschluß, die Bolkskandidatur Hindenburgs zu unterstützen. „Kfonigeist" im Sportpalast. Die Matadore der Nazi-Koadgebung. Die Hitleristen haben für den Sportpalast eingeladen. Auf ihren Plakaten künden sie zwei Referenten an, deren Auswahl nach dem „Deserteur"-Geschimps im Reichstag besonders eigenartig anmutet. Referent Nr. 1 ist der unvermeidliche Joseph Goebbels mit der ehrgeizkranken Heimkrtegerseele. War bei Kriegsausbruch knapp 17 Jahre, bei Kriegsende 21 vorüber. Nicht einenTagSoldat gewesen. S)ai bis 1917 das Gymnasium, von da ab die llnioersität besucht. Entschuldigt sich mit einem leichten Äörperschaden, wie er tausend andere nicht verhindert hat, an die Front zu gelangen. Referent Nr. 2 ist der Landtagsabgeordnete WilhelmKube. War bei Kriegsausbruch 26 Jahre, bei Kriegsende 30 Jahre alt. I st nicht einen einzigen Tag an der Front gewesen, trug lediglich im Jahre 1917 einige Wochen als Garnisonssoldat Uniform. Die ganze übrige Zeit als Schriftleiter konservativer Blätter vom Militärdienst befreit. Bezeichnet sich dafür im Landtagshandbuch mit besonderem Nachdruck als„Sohn des Sergeanten Richard Kube".(Vaterersatz für eigenes Heldentum.) Wenn Hindsnburg wirklich, wie Goebbels behauptet, der „Kandidat der Kriegsdienstverweigerer" wäre, so müßte man an- nehmen, daß die Nazi-Beranstaltung im Sportpalast der Propa» g a n d a für Hindenburg dienen soll. Denn es reden nur Kriegsdienstverweigerer der Tat! Hölting Spitzenkandidat in Frankfurt. Markwald bei den Spaltern gelandet. Franksurl a. AL. 7. März.(Eigenbericht.) Der sozialdemokratische Beztrksparteitag für Hessen-Nassau nominierte als Spitzenkandidat zum Preußischen Landtag Erik Nölting. Der bisherige Spitzenkandidat Hans Martwald. der nicht wieder aufgestellt wurde und in diesen Tagen infolge Pensionierung aus dem Mitarbeiterstab der sozialdemokratischen Frankfurter„Volkssttmme" ausgeschieden war, hat gleichzeitig seinen Uebertritt zu den Spaltern um Seydewitz und Rosenfeld vollzogen. Geständnis des Attentäters Stern. Anschlag im Auftrage einer Terroristeagroppe? Moskau. 7. März. Laut Mitteilung der Untersuchungsbehörden gehört Stern, der das Attentat auf den deutschen Botschaftsrat von Twar- d o w s k i verübte, einer T e r r o r i st e n g r u p p e an, die Terrorakte im Auftrag« gewisser ausländischer Staats» b ü r g e r ausführte. Nach dem Geständnis Sterns hatte das Attentat den Zweck,«ine Spannung zwischen der Sowjetunion und Deutschland hervorzurufen und dadurch die internationale Lage der Sowjetunion zu verschlechtern. Die Unterjuchungsbchörden hoffen, daß die Untersuchung in den nächsten Tagen abgeschlossen werden kann. <- Nach den Erfahrungen der letzten Moskauer Sensationsprozesic, bei denen die tollsten„Geständnisie" erpreßt wurden, wird man grundsätzlich allen derartigen aus der Folterkammer der GPU. stammenden Verlautbarungen skeptisch gegenüberstehen. Das endlich erreichte Geständnis entspricht durchaus der Mutmaßung. die die Sowjetbehörden von vornherein ausgesprochen hatten, und dient zugleich den propagandistischen Bedürfnissen des Kremls. Einstweilen wäre zu bemerken, daß die Lesart von dem Attentat im Auftrage einer Terroristengruppe mit dem Ziel« einer Ver» jchlechterung d« deutsch-russischen Beziehungen zwar nicht ausge» schloffen ist. aber der inneren Wahrscheinlichkeit entbehrt. Denn das gewählte Mittel des Attentats auf einen Diplomaten wäre für den angegebenen Zweck völlig untauglich. Man wird daher abwarten müssen, was die Untersuchungsbehörde an Angaben »nd Bswcismaterial weiter vorbringt, bevor man Ihrer Darstellung Glauben schenken kann.____ Th. G. Masaryk S2 Lahre. Oer Philosoph als Präsident. Der Präsident der tschechoslowakischen Republik tritt nun in sein 83. Lebensjahr. Noch jedesmal, wenn seine Amtszeit um war, haben ihn die beiden Häuser des Parlaments mit immer größerer Mehrheit wieder» gewählt. Programmatisch sind außer den Extremnationalisten aller Nationen der Republik auch die Kommunisten gegen ihn— menschlich hat er keinen Gegner und politisch sind alle froh, diesen be» deutenden Mann an der Spitze des Staates zu haben. Der UniversitStsprofessor Masaryk war im alten Oesterreich ein Kämpfer für die Rechte der arbeitenden Massen. Als Staats- Präsident jetzt er seine Kraft daran, dem Chauvinismus eingebildeten Eiegertums die Anerkennung der Rechte der Mnderheitsvölker abzutrotzen. Kampfgenosse Thälmann. Welttrauer um Briand. Beileidskundgebung des Reichskanzlers. Der Reichskanzler hat au den französischen Minister- Präsidenten Tardieu folgendes Beileidstelegramm ge- sandt:..Mit tiefer Erschütterung empfange ich soeben die Trauernachricht vom Ableben Aristide Brkands und beeile mich, im Namen der deutschen Regierung Ihnen und der französischen Regierung aufrichtigstes Beileid zu dem schweren Bcrlust auszusprechen, der das ganze fran- zöstsche Boll getroffen. Neben der persönlichen Hoch- schätznug. die ich für de» großen Staatsmann empfinde, betrauere ich mit der deutschen Regierung in ihm den Manu, dessen Strebe» es war. die Verständigung zwischen unseren beiden Völkern zu fördern und der Idee des Friedens in der Welt zu dienen." Eine Erklärung gleicher Art hat der Reichskanzler durch die Agenee Havas an die französische Oeffentlich- keit gerichtet. Otto Brauns GeSenkeu. Der preußische Ministorpräsident Dr. Braun äußerte sich zu dem Berliner Vertreter der Agenc« Havas: Es hat mich tief er- s ch ü t t e r t, daß jetzt nach Stresemann nun auch der andere uner- müdliche Borkämpfer für die deutsch-französische Verständigung, Aristide Briand, dahingegangen ist. Beide Männer haben ihr Bestes für die Idee der Aussöhnung unserer beiden Länder gegeben. Jetzt sind sie nicht mehr Die Sache aber, der sie mit Leib und Seele dienen wollten, ist nicht tot. Das Lebensinteresse Europas verlangt gebieterisch, daß diedeutsch-französischeDerständlgung kommt Das wird die beste Ehrung auch des großen Toten Briand sein.- Sozialistische Nachrufe. Gens. 7. März.(Eigenbericht.) Der Präsident der Abröskungskonserenz. Arthur Hen- derson. veröffentlicht zum Tode Briands folgende Erklärung: „Briands Tod wird in der ganzen Welt als eine schwere Wunde für die große Sache gefühlt werden, der er so gut gedient hat. Er brachte für sein internationales Werk die feinste Blüte des französischen Geistes mit. Seine Autorität in Genf beruhte vor allem auf dem Wissen seiner Kollegen, daß er ein großer Patriot war. Aber zu seinem Patriotismus kam eine Weite des Geistes und eins Stärke im Lerstehen anderer Anschauungen, welche die Traditionen geschaffen haben, von denen der Völkerbund leben wird, Er bat große Aufgaben hinterlassen, von denen nicht die geringste die Er- füllung der Abrüstungskonserenz ist. Jedoch hat er auch, was noch viel wichtiger ist, die Inspiration seiner Persönlichkeit und seiner einzigartigen Hingabe an die großen Ziele hinterlassen, für die er arbeitete. Jede Nation wird sein Andenken ehren als eines der größten Führer, den die Sache des Friedens durch den Völkerbund je gehabt hat." Paris, 7. März.(Eigenbericht.) Der französische Sozialistenführer Leon Blum äußerte sich gegenüber dem Pariser Korrespondenten des„Soz. Pressedienstes" über den Tod Briands wie folgt: „Das Hinscheiden des großen französischen Staatsmanns bc- deutet einen ungeheuren Verlust für Frankreich und für ganz Europa. Indem ich dies sage, denke ich weniger an alles, was Briand während seiner langen und fruchtbaren Tätigkeit als Staats- mann geleistet hat, als vor allem an das, was er in der Gegenwart in den Augen der Welt verkörpert hat: die Idee des Friedens und der Völkerverständigung." Die Regierung hat beschlossen, dem früheren Ministerpräsidenten Dreifacher Mord in Stockholm. Stockholm. 7. Mörz. Eine per bekanntesten Persönlichkeiten Sckzwebens. der erst vor wenigen Monaten von dem Posten eines ge- schäftsführenden Direktors der Arbeitgebervereiuignng zurückgetretene Hjalmar von Sydow. wurde heute nachmittag in seiner Wohnung ermordet auf- gefunden. Er soll e r s ch o s s e n worden sein. Mit ihm sind auch feine beiden Hausgehilfinnen er» mordet worden. ein Staatsbegräbnis zu bereiten, das am Donnerstagvormittag statt- finden wird. Die Leiche wird im Außenministerium aufgebahrt werden, von wo sich der Leichenzug nach dem Friedhof bewegen wird. Der„Daily Herald" schreibt:„Briands Tod ist ein unersetz- barer Verlust für Frankreich und für die Welt, denn Briand war ein erlauchter llämpser für den Frieden. Zweifellos hätte man seinen beruhigenden Einfluß gefühlt, falls die Ereignisse in Deutsch- land unglückselige Rückwirkungen auf die öfjeiülichc Meinung In Frankreich haben sollten." Briands Ministerschasten. Aristide Briand war am 28. März 1862 in St. Nazaire ge- boren. Als junger Rechtsanwalt bereits trat er in der sozialistischen Bewegung als glänzender Redner und schlauer Taktiker stark hervor. Er war sozialistischer Abgeordneter und neben Jean Jaures leitender Redakteur der.�zumanite". Da 1904 der Wellkongreß zu Amster- dam den Sozialisten die Teilnahm« an bürgerlichen Regierungen verbot. Briand aber 190S in das Kabinett Sarrien eintrat, schied er au» der Partei mit anderen aus, die sich dann„Unabhängige Sozialisten" nannten. Alz Unterrichtsminister führte er die Trennung von Staat und Kirche durch. Er war f ü n f u n d- zwanzigmal Minister, elfmal Ministerpräsident. Regierungsmaßnahmen bei Streiks führten zu heftigen Konflikten zwischen der parlamentarisch-gewerkschaftlichcn Arbeiteroertretung und Briand. Doch konnte er einmal mit Recht und stolz vor der Kammer seine Hände erheben mit den Worten:„Kein Tropfen Blut ist an ihnen!" Er hat nie die Waffen der Staatsgewalt gegen Bürger eingesetzt. Sein Eintreten für den unschuldig verfolgten Hauptmann Dreysus, seine Ministerschaft im Kriege und der Kampf seiner letzten Jahre für Versöhnung und Frieden sind noch in aller Ge- döchtnis. Tod und Trauer. Briand war vor einer Woche von seinem Landgut Eocherel nach Paris zurückgekehrt, da er sich etwas matt fühlte und sich von einigen Spezialisten untersuchen lassen wollte. Die ersten Tage seines Pariser Aufenthalts verliefen völlig normal. Erst vor zwei Tagen verschlechterte sich sein Zustand derart, daß die Aerzte ihm die größte Ruhe auferlegten und sich seinem Plan, nach Eocherel ziirückzu- kehren, widersetzten. Als Briands Tod bekannt wurde, boKib sich der Präsident der Republik nach der Avenue Kleber, wo er sich vor der Leiche Briands verneigte. Die Präsidenten der Kammer und des Senats, Minister- Präsident Tardieu und die übrigen Minister, zahlreiche hohe Beamte, Parlamentarier und Diplomaten folgten. Auch der deutsche Geschäfts- träger Forster trug sich in die in der Wohnung ausgelegte Kon- d o l e n z l i st e ein. In der Kammer wurde die Nachricht kurz vor Beginn der Nach- mittagssitzung bekannt. Sie löste unter den Parlamentariern große Bestürzung aus. Niemand halle ein so schnelles Ende Briands er» wartet. Gleich zu Beginn der Sitzimg kündigte der Kammerpräsident den Tod Briands an und fügte, während sich die Abgeordneten von ihren Plätzen erhoben, hinzu: „Es wird genügen. Ihnen heute zu jagen, in welchen Zustand tiefster Trauer ims dieses Ereignis versetzt. Morgen werde ich Gelegenheit haben, dem Gedächtnis des Verstorbenen die oe- bührende Ehre zu erweisen. Ich schlage der Kommer vor, die Sitzung zum Zeichen der Trauer aufzuheben." Ministerpräsident Tardieu schloß sich im Namen der Regierung den Worten des Präsidenten an. Er erklärte: „Der Tod Briands löst in uns allen die tiefst« Bewegung ans. Der Ruhm, den Aristide Briand der französischen Tribüne verliehen hat. seine Anteilnahme an der harten Aufgabe der Organisation der Welt noch dem schrecklichsten Kriege, den die Menschheit je erlebt hat, müßten allen denjenigen, die ihn bekämpft haben, eine respektvolle Erinnerung auferlegen." Die Kammer vertagte sich dann auf neun Uhr abends. Die Regierung hat beschlossen, dem früheren Ministerpräsidenten ein Staatsbegräbnis zu berellcn, das am Sonnabendnoch- mlltag erfolgen wird. Am Donnerstag wird die Leiche nach dem Außenmimsterium übergeführt werden, wo sie in einem zu einer Totonkapclle umgestalteten Saal aufgebahrt und zur Besichtigung freigegeben werden wird. Am Katafalk vor dem Giller des Außen- Ministeriums wird Tardieu im Namen der Regierung das Andenken des toten Staatsmannes ehren. Der Leichenzug geht dann nach dem Kirchhof von Passy, wo der Sarg provisorisch beigesetzt wird. Später erfolgt die Ueberführung nach Eocherel, wo er nach dem letzten Willen Briands beigesetzt wird. Wieviel Arbeitslose gibt es? Schätzungsweise 6% Millionen.—- Wo bleibt die Arbeitsbeschaffung? ■Die angliche Statistik über die Arbcitsmarktlage wies für Ende Januar insgesamt 6 041 000 Arbeitslose aus, von denen 860 000 oder 14,2 Proz. keine Unterstützung erhielten. Die Frage, wovon sich diese ungeheure Arbcitslosenarmce ernährt und bekleidet oder die Wohnungsmiete aufbringt, soll hier nicht untersucht werden. 860 000 Männer und Frauen ohne Arbeit und ohne Unterstützung, diese Angabc in der amtlichen Statistik genügt zum Verständnis dafür, weshalb heute unzählige Male am Tag an jeder Wohnungs- tür um ein Stück Brot, um ein paar Pfennige gebettelt wird. Das Fürchterliche jedoch ist, daß das Heer der nichtunterstützten Erwerbs- losen viel größer ist, als es nach der amtlichen Statistik erscheint. Die Notverordnung vom S. Juni 1931, deren einschränkende Bestimmungen über die Unterstützung der Erwerbslosen durch die Oktober-Notoerordnung nur verhältnismäßig wenig gemildert wurden, hat der Arbcilsmarktstatistik den Slcmpel der Unwahrhofkigkeii ausgedrückt. Die Ausschaltung vieler Erwerbslosen von jedem Unter- st ü tz u n g s b e z u g hat zur Folge die Ausschaltung aus der Statistik über die Arbeitslosigkeit vieler nicht unterstützten Arbeitslosen. Ende Dezember 1930 hatten wir nach der amtlichen Arbeitsmarktstatistik bei 4,38 Millionen Arbeitslosen 790 323 nicht» unterstützte Arbeitslose oder 18 Proz. der gesamten Arbeitslosen. Ende Dezember 1931 gab es unter 5,67 Millionen amtlich ermittelter Arbeitslosen 9S4 974 oder 16,8 Proz. nichtunterstützte Erwerbslose. Der statistisch nachgewiesene Anteil der nichtunter- stützten Erwerbslosen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen war im Lause eines Jahres um ij proz. zurückgegangen, obwohl eia erheblicher Teil von Arbeitslosen durch die drakonischen Bestimmungen der Zuni-lkol- Verordnung vom Bezug jegllchcr Unterstützung ausgeschaltet worden ist. Die Unterstützung der Jugendlichen unter 21 Jahren und die der Ehcsrauen wurde von der„Bedürftigkeit" abhängig gemacht, die Wartezeiten wurden verlängert, die Sperrvorschrif- t c n verschärft usw. Zu dieser Ausschaltung vieler Erwerbslosen von der Unterstützung steht der statistische Rückgang der Zahl der nicht- unterstützten Arbeitslosen um 1,2 Proz. im Widerspruch. Roch deutlicher wird dieser Widerspruch bei einem airderen Ver- gleich. Ende Juni 1931 wies die amtliche Statistik bei 3,95 Mil- lionen Arbeitslosen 583 128 oder 14,8 Proz. nichtunterstützte Erwerbslose nach. Bis Ende Juli 1931, also innerhalb eines Monats, erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen nur um 35 740, die Zahl der registrierten Richtunterstühten jedoch um 111575. Der Anteil der Nichtunterstützten an den statistisch festgestellten Gefamtarbeitslosen stieg in einem Monat von 14,8 auf 17,4 Proz. Diese sprunghaste Steigerung ist die unmittelbare Auswirkung der Juni-Notoerordnung. Durch die 3. und 4. Notverordnung ist hin- sichtlich des Iliiterstützungsanjpruches nicht viel geändert worden. Die Wiedcrzulassung der Jugendlichen unter 21 Jahren zur Arbeitslosen- Versicherung durch die Notverordnung vom 6. Oktober 1931, allerdings in Verbindung mit der Bedürftigkcstsprüfung, ist bereits im Juli 1931 auf dem Verwaltungswege erfolgt. Ende August 1931 .zeigte die amtliche Statistik rund 4,21 Millionen Ärbcitslose an und 707 621 oder 16,8 Proz. nichtunterstützte Erwerbslose. Das Mittel der nichtunterstützten Arbeitslosen lag in den Monaten Juli und August 1931, die die Auswirkung der Juni-Notverordnung am besten widerspiegeln, bei 17,1 Proz. Von Ende August an wird die Statistik jedoch kurios. Die Zahl der statistisch festgestellten Arbeikslosen steigt unaufhörlich und ziemlich stark, die Zahl der Nichtunterstützten geht zunächst zurück, steigt dann allmählich bis Ende Dezember 19Z1 auf 954 974. um im Januar, trotz weiteren Anschwellens der Arbeitslosigkeit, wieder auf 860 000 oder 14,2 proz. zurück- zugehen. Von Ende Juni 1931 bis Ende Januar 1932 ist die Zahl der Arbeits- losen um mehr als 50 Proz. gestiegen, die der nicht- unterstützten Erwerbslosen aber nur um etwa 25 Proz. Seit Ende Dezember sind plötzlich rund 95 000 nichtunter- stützte Arbeitslose weniger geworden, bei einer Z u- nähme der Arbeitslosigkeit um mehr als 370000 Per- s o n e n. Es liegt auf der Hand, daß hinsichtlich der nichtunterstützten Arbeitslosen wie der Zahl der Gesamtarbeitslosen überhaupt die amtliche Statistik den Tatsachen nicht mehr entspricht. Der Grund dafür ist leicht zu finden. Man braucht sich nur in den Familien der Arbeiter ui� Angestellten einmal umzusehen. Man findet eine Unmenge Vollerwerbslosen Jugendlichen, Ehefrauen, Rentenbeziehern usw., die keine Unter st ützung erhalten. da bei ihnen„Bedürftigkeit" nicht vorliegt, weil noch dieses oder jenes Familienmüglied ein geringes Einkommen hat. Diese Menschen halten es für überflüssig, sich überhaupt arbeitslos zu melden, da sie weder Unterstützung noch Arbeit bekommen. Als. drittes erschwerendes Moment kommt der weite Weg zum Arbeitsamt, der auf dem flachen Lande bis zu 30 Kilometer beträgt, und den man jetzt auch in Berlin künstlich verlängert. Zwei bis sechs Stunden zu laufeo. stundenlang zu warten, ohne Aussicht auf Arbeit oder Unterstützung, da Verzicht etein immer größerer Teil der Arbeitslosen aus den zweifelhaften Vorzug, als Arbeitsuchender„stakistisch erfaßt" zu werden. Wie hoch die Zahl dieser Arbeitslosen ist, läßt sich schwer er- Mitteln. Wenn wir aber annehmen, daß der Antell der Nichtunter- stützten seit der Notoerordnung vom 5. Juni notwendig ganz außer- ordentlich g e st i e g e n sein muß, daß schon vor der Notoerord- nung vom 5. Juni ein Test der Arbeitslosen nicht stempeln ging, dann ist die Schlußfolgerung, daß in der Statistik der Reichsanstall ein erheblicher Teil der Arbeitslosen nicht erscheint, gewiß nicht über- trieben. Wie groß dieser Teil ist, läßt sich aber nur annähernd richtig schätzen. Da aber nahezu drei Viertel der Jugendlichen(nach Stichproben) und mindestens die Hälfte der Frauen Unterstützung nicht mehr bekommen, dürfte weit mehr als eine halbe Million Arbeitsloser aus der Statistik ausgeschallet sein. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte demnach Mitte Februar an- nähernd 6?L Millionen betragen haben. Wo bleibt die Arbeitsbeschaffung? Gewerkschafis- Mobilmachung. AfA-Bund beruft seinen Ausschuß ein. Die völlige Hilflosigkeit, mit der die sogeuannteu Wirtschasts- fübrer des kapitalistischen Systems der zunehmenden Betriebsstockung und Erwerbslosrnnot gegenüberstehen, drängt die freien Gewerkschaften zu höchster Aktivität, ihrerseits einen weg zur Entspannung der Krise aufzuzeigen. wie uns mitgeteilt wird, hat der AfA-Bundesvorstaud nach umfangreichen Borarbeiten nunmehr seinen Bundesausschuh zu einer außerordentlichen Tagung einberufen, die am 22. März im Gebäude des Reichswirlschaftsrates zu Berlin stattfindet und den wirtschaftsplan der freien Gewerk- fchaflen verabschieden soll. Die Berichterstattung erfolgt durch den Bnndesvorsitzcnden Aufhäuser und den Leiter der wirtschasts- politischen Abteilung des AfA-Bundes Dr. S u h r. Der Bundesausschuh wird sich ferner mit den in gefährliche Nähe gerückten Plänen auf Beseitigung oder Suspcn- dierung der Arbeitslosenversicherung sowie der damit zusammenhängenden Finanzierung der gemeindlichen Erwerbs- losenwohlfahrt befassen. Berichterstatter ist das Vorstandsmitglied der Reichsanstal» für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Fritz Schröder. Schließlich steht eine Reihe innenorganisatorischer Fragen des AfA-Bundes auf der Tagesordnung. Kurzarbeit in den Brauereien. W e lange bleibt sie in Kraft? Am Sonntag beschäftigte sich eine Konferenz der im Verband der Nahrungsmlltel- und Getränkearbeitervcrband organisierten Brauereiarbeiter mll der Kündigung des Vierzig- stundenabkommens durch den Verein Berliner Brauereien. Genosse Schmitz teilte den Funktionären mit, daß gerade zu der Zeit, als die Brauereien sich anläßlich des B i e r b o y k o t t s der Gastwirte zur Massenkündigung von Brauereiarbellern anschickten, von den Brauereien die Kündigung des Kurz- arbeitsabkommens zum 8. März erfolgte. Die Brauunter- nehmcr begründeten ihre Kündigung„mit der Entwicklung in den letzten Tagen". Schleierhaft blieb, wie die Brauunternehmer aus dieser Entwicklung, die ihrer Produktion einen schweren Stoß gab, die Forderung noch Wiedereinführung der achtund- vierzig stündigen Arbeitszeit für dos Fahrpersonal ab- lelleten. In den Verhandlungen über die Verlängerung des Kurzarbeits- abkommens fanden die Brauunternehmer auch keine passende Bc- gründung für ihr unmotwiertes Vorgehe». Sie waren nicht in der Lage, die Behauptung der Gewerkschaftsvertreter zu widerlegen, daß die Wiedereinführung der achtundoierzigstündigen Arbeitszell für das Fahrpersonal zwangsläufig zu Entlassungen von Bc- triebsarbeitern führen müßte. Die Unternehmer zogen sich schließlich aus der imangenehmen Situation, indem sie sich mit der Verlängerung des Kurzarbektsabko nunens auf unbestimmte Zeit einverstanden erklärten. Das Abkommen hat setzt aber eine achttägige Kündigungsfrist, anstatt der bisherigen vier- zehntägigen Kündigungsfrist. Die Versammlung, die über das Vorgehen der Brauereibesitzer sehr empört war, gab der Ortsverwallung Vollmacht, Schritte ein- zulellen, um feststellen zu lassen, ob durch die 4. Notverordnung nicht auch das Abkommen über die Vierzigstundenwoche in den Brauereien automatisch b i s z u m 30 April verlängert worden ist.(Au- merkung der Redaktion: Nach ß 1 des sechsten Teils der Notvcr- Ordnung vom 8. Dezember 1931 laufen alle Tarifverträge[Lohn-, Mantel- und andere Tarifocrträgej mit dem 30. April 1932 ab, wenn sie nicht auf längere Zell abgeschlossen sind. Es kann also gar kein Zweifel darüber bestehen, daß ein zwischen Tarifvertrags- Parteien abgeschlossenes Abkommen über Kurzarbeit mindestens bis zum 30. April in Kraft bleibt.) Zu Beginn der Versammlung hielt Genosie H e m a n n vom Hauptvorstand einen instruktiven Vorttag über die Ursachen und den Verlauf des Gastwirtestreiks, in dem er nachwies, wie unsinnig dieser Streik begonnen und durchgeführt wurde. AEG.-Turbine für Eiserne Front. In einer gutbesuchten freigewerkschaftlichen Betriebsversammlung der AEG.-Turbine sprach Genosse Heydemann über die „Eiserne Front". Er führt« den Versammelten vor Augen, welche Gefahr für die gesamte deutsche Arbeiterschaft besteht, wenn am 13. März' der Faschismus in Deutschland siegt. Genosse Heydemann erklärte unter allgemeiner Zustimmung der Versammlung, daß die Geduld der Arbeiterschaft jetzt«in End« hat und sie nicht dulden wird, daß ein Hiller oder Goebbels jemals die Macht an sich reißen könnte. Leider war es nicht möglich, einen gemeinsamen Arbeiterkandidaten aufzu- stellen, da ja die KPD. ihren Hauptfeind nur in der Sozialdemo- kratie sieht. Der einmütige starke Beifall ließ erkennen, daß die gesamte Versammlung mll den Ausführungen Heydemanns einverstanden war. Nach kurzer fachlicher Diskussion, in der die Redner auf die Notwendigkeit, am 13. März Hwdenburg zu wählen, hinwiesen, konnte die Versammlung als ein voller Erfolg für die Eiserne Front gebucht werden. Zehrgelder bei BelriebsraisMungen. Oer Llnternehmer muß sie zohlen. Der Betriebsrat der A s ch i n g e r A.-G. hält seine S i tz u n- gen nach Schluß der Arbeitszeit ab. Das erfordert für die Teilnehmer Fahrgeld und, da sie einen Arbeitstag hinter sich haben und erst mehrere Stunden später als sonst nach Hause zum Esten kommen, ist auch ein kleiner Imbiß notwendig. Der Betriebsrat forderte die Erstattung von Fahrgeld und Zehrkostcn von der Firma, die aber die Zahlung verweigerte und deshalb beim Arbeitsgericht verklagt wurde. Hier erklärte sich die Firma bereit, das Fahrgeld zu erstatten, die Bezahlung von Zehrgeldern lehnte sie da- gegen grundsätzlich ab, da sie fiir die leiblichen Aedürsniste des Be- triebsrats nicht aufzukommen habe. Die Firma wurde verurteilt. für jede Vetriebsratssihung einen pauschalsoh von 5 Mark als Zehrgeld zu zahlen, da es den Mitgliedern des Betriebsrats nicht zugemutet werden könne, nach einem Arbeitstage an einer viel- leicht stundenlangen Sitzung teilzunehmen, ohne eine Erfrischung zu sich zu nehmen. z�reie Gewerkschafts-�ugend Berlin Heute, Dicustag, den«. März. N»Z Nht, tagen folaenäe Gruppen: Scwcrllch-ItshauZ! Iugendhetni Gewerlschaftsliluue, Gugelufer 24—2'. „Darum Giirrac Front?'— Steglitz: Iuaentheiiu Flemmingstr. 14'-. „Eine Stunde Wirtschaftsgeschichte".— Moadit: Jugendheim Bremer Straße BD— 70...Die moderne Arbeiterbewegung."— Spairdan- Liilhelripadt: Jugendheim Sportplatz Sceburgcr Straße.„Freiwilliger Arbeitsdienst, Arbeits. dienstpflicht und ähnliche Leslrebungen."— Pankow: Jugendheim Aisstngen- slratze 48, Zimmer 5,„Stellung der Eewerlkchasten zur gegenwärtigen Krise."— Treptow: Juaendheiu: Elienstr. S sam Thf. Treptow!. Unser« Arbeitcrfithrcr: „Ebert".— Frankfurter Alle«: Jugendheim Litauer Str. 18.„Die internatic- nale Arbeit erdewegung�.— Landsbeeacr Platz: Jugendheim Landsberger l Kant schule).„Was ist uns und was ist der Sozialismus?"— Bcdding: Jugendheim Willdenowstr. 5, 2 Treppen, Simmt: 11.„Der Aufbau des Sriminalwcsens."— Schöneweidc: Jugendheim Kaffelwcrdeiltraßc, Mädel)?)!. schule, im Keller.„Bub und Mädel."— Adlershos: Jugendheim Adlcrshof, Bismarckstr. 1.„Scxualsrazcn". .�uoendoruppe ves?entralverbonpe6 der Ana�ffeitten Wjj Heute. Dienstag, finden folgende Deranstaltungcn statt: Lichtenberg: � Jugendheim Sunterstr. 44. Bortrag:„Grundvegrifie der Politik und der Volkswirtschaft", Rcferent Racustn.— Aordwcst: Jugendheim Lehrter Straße 18—19. Fahrtcnabend.— Der Sprech- und Bewegungschor übt ob 20 Uhr in der Turnhalle Baruthcr Str. 20. Berantwortlich fllr Politik: Bletor Schiff: Wirtschaft: G. Slingelhöscr: Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: De. John Schikowsli: Lotales und Sonstiges: Fritz Karstädt! Anzeigen: Th. Gloikc: sämtlich in Berlin. Berläg: Borwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei u:id Serlagsanstal: Paul Singer u. Eo.. Berlin SD. 08. Lindcnstraße Z. Hierzu 2 Beilagen. WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderblidie Artikel werden nicht zugesandt. Bunge Lebensmittel | Wolga-Hühner ÄÄ P». Pfund Apfelsinen 3 Pfund 44 Pf. Rosenkohl 2 Pfund 23 Pf. Fisdie Seelachs 0.10 Kabeljau 0.12 Bratschollen.. 3 Pfund 0.25 Schellfisch..... Pfund 0.20 Fisch-Filet..... Pfund 0.18 Grüne Heringe 3 Pfund 0.32 Leb. Spiegelkarpfen � 0.60 Bücklinge..... Pfund 0.20 Sprotten...... Pfund 0.20 Flundern u. sdicu««d»e, Pfd. 0.28 Fleckheringe.... Pfund 0.35 Serdelicn...... Pfund 0.90 Harzerkäse 28 ca. 1-Pfd.- Paket Pf. (Hausmacher) Pfund 40 pf. Erdbeer- Konfitüre ii 98 pf. Flelsdi Mast- Ochsenfleisch Pfd. 0.48 „ Ochsenschmorfl. iS 0.68 KalbsbrUSt u.-Rücken. Pfd. 0.56 Kalbskotelett....Pfd. 0.78 Kalbsroulade.... pa 0.88 Kalbsschnitzel... pa 1.18 Schweinebauch... pa 0.60 Schweineschulter.. pa 0.64 Kafelerkammw-schnäpa 0.68 la Berliner Bratwurst 0.78 Gehackt. 0.54 Talg pa 0.28 Herz pa 0.44 Backepa 0.38 Lunge pa0.28 Euter pa 0.18 Soweit Vorrat: Schnittbohnen 42 p. junge Vx Dose Aprikosen 46 kaliforn. Pfund Pf. Weißwein Rheinpfälz. Liter 55 pf. 7lr,i.i3* 49. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, s. März 1932 Fahndung nach steuariidchiigen. Mit acht mtmonen Mark Ober die Grenze. Auf Grund der Notverordnung vom 8 Dezember, die solche Personen, die mehr als WIM Mark Einkommen oder mehr als 200 000 M. Permögen haben und ins Ausland verziehen, ohne mehr als ein Viertel des Vermögens in Deutschland zurückzulassen, mit der Reichssluchtsteuer und bei Nichtrückkehr nach Deutschland mit hohen Gesängnisstrasen bedroht, sind jetzt von den Steuerbehörden die ersten fünf Steuer st eckbriefe erlassen und gleich- zeitig in diesen Fällen die Dermögensbeschlagnahme angeordnet worden. Die Steuersteckbriefe gegen diese fünf Personen, die zum Teil schon in der Oesfentlichkeit mit Namen genannt worden find, werden jegt im Reichssteuerblatt veröffentlicht. Es handelt sich dabei um den Kaufmann Willi G u m z aus Berlin, Potsdamer Strohe K6d. dessen jetziger Aufenthaltsort im Ausland unbekannt ist. Die ihm auferlegt« Reichssluchtsteuer beträgt 270 250 M nebst 10 Proz. monatlichen Zinsen seit dem 10. Januar 1032. Das ihm gehörende chaus Potsdamer Straße 86b steht bereits unter gerichtlicher Zwangsverwaltung. Zwei weitere Berliner, die von diesen Steuersteckbriefen und Vermögensbeschlagnahmen betroffen wurden, sind zwei Frauen. Es handelt sich einmal um eine 60jährige Witwe Frau Ida P o t e m p a, die zuletzt in Berlin-Wilmersdors. chohenzollerndanrm 123, wohnte und sich jetzt in Riga aushalten soll. Dem Vernehmen nach hatte ihr Mann in Königsberg eine große Holzhandlung. Ihre Wohnung in Berlin war schon lange Zeit unbewohnt, und im Oktober wurden dann auch die Möbel abgeholt, ohne daß man bis dahin wußte, daß Frau P. ins Ausland gegangen sei. Sie schuldet dem Reich eine Reichssluchtsteuer von 55 650 M. Die andere Frau, nach der gefahndet wird, ist die Witwe des bekannten, vor«inigen Jahren verstorbenen Schauspielers Viktor Schwanneck«, Therese, geb. Zsnyaoa, die zuletzt in Berlin, Drückenallc« 4, wohnte und sich jetzt angeblich in der Tschechoslowakei aufhalten soll. Die Reichs- fluchtsteuer beträgt bei ihr 10000 M. Die übrigen beiden Steckbriefe betreffen keine Berliner. Der. eine geht gegen den Fabrikbesitzer Robert D r o st e n aus Z e r b st und gegen seine aus England stammende Ehefrau Lavinia geb. Williamson, die sich beide jetzt in England befinden sollen. Reichsfluchtsteuer beträgt hier 46 77g M. Und schließlich geht der sünft« Steuersteckbrief gegen den Kaufmann Mendel gen Max Münster aus Essen, Aufenthalt im Ausland unbekannt, wegen Reichssluchtsteuer von 31 303,50 M. Die von diesen fünf Personen ins Ausland gebrachten Summen sollen sich auf insgesamt acht Millionen Mark belaufen. Sobald einer von ihnen im Inland betroffen wird, wird unverzüglich seine Festnahm« ersolgen.— Da die Herrschaften dem Deutschen Reich wahrscheinlich nicht den Ge- fallen tun werden, heimzukehren und sich bestrafen zu lassen, so wird bei diesem Feldzug vermutlich nichts herauskam, nen. Hugenbergs ftadfterordntfer und die Mareks Der deutsdinaiionale Hoftisdilermeisier als guter Freund. vi« Verhandlung des SNarek-Prozefses erlitt eine ver- zögerunz. weil Willi S klaret über Sonnlag erkrankt. war und einen Herzanfall crlilleu hall«. Er wurde deshalb vor Beginn der Verhandlung auf Veran- lassung des Borsitzenden zu seinem Hausarzt geschickt, der ihm«ine Spritz« verabreicht« und den Standpunkt vertrat, daß Willi Sklarek nur bedingt vernehmungsfähig sei, so daß die Verhandlung nur«ine Viertelstunde dauern und dann bis Freitag ausgesetzt wer- den sollte. Die Verhandlung begann damit, daß der Zeuge Stadt- bankdiretwr Lehmann noch einige Punkte seiner Aussage er- gänzte. Dabei kam zur Sprache, daß Leo Sklarek drei lag« vor seiner Verhafluag bei dem deutschllatioualeu Stadtverordneten Hof- tischlermelster ftlmbel zu einem Herrenabend war. Leo SNarek kellte hierzu mit. daß Simbel das in Aussicht genommene Sauf- Haus Stlareks bauen sollte. Er gab wieder eine länger« Erklärung ab, in der er Max Sklarek als„Napoleon" und den Hauptoerantwortlichen be- zeichnete und schließlich auch wieder in Tränen ausbrach. Der Vor- sitzende gab dann bekannt, daß bei der Haussuchung bei Max Sklarek am Sonnabend, dem 25. Februar, sichergestellte Material nunmehr vom Gericht beschlagnahmt worden sei. Es bestehe aus einem Schnellhefter und fünf Mappen mit Schriftstücken, und liege für die Verteidigung zur Einsicht bereit. Rechtsanwalt Dr. Julius Meyer I:„Ich verstehe, daß Gericht und Staatsanwaltschaft Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um den Verbleib der 10 Mil- lionen zu erforschen. Es gibt aber eine Grenze für den irdischen Richter und den irdischen Staatsanwalt. Diese Grenze ist bei der Haussuchung und der Untersuchung Max Sklarek? erheblich überschritten worden. In den letzten Tagen hat wiederum eine Haussuchung bei Max Sklarek stattgefunden. Es wurde auch ein Bausachverständiger hinzugezogen, weil ein Schornstein nicht in die Bauweis« des Hauses hineinpaßte. Der Schornstein wurde ge- nau auf«in Versteck untersucht, Tapeten wurden abgerissen. Es war also ebenso wie im Kino, nur daß dort das Publikum die Freude hat, daß der Detektiv etwas findet: bei Max Sklarek aber wurde nichts gefunden." Vors.:(scharf)„Sie wollen doch wohl nicht etwa behaupten, das dort eine Kinovorführung stattgefunden hat."_ Ein großzügiger Trinker. Die Durchstechereien beim Wohlfahrtsamt Mitte gesühnt. ..Großzügiger noch als die Stlareks verfuhr, wie Amtsgerichts- rch Dr. Wesenberg feststellte.. der beim Wohlfahrtsamt Mitte tätige" Hilfsexpedient Hans Ka asch, der mit drei Verbrechern große Durchstechereien mit Bezugsscheinen des Wohlfahrtsamtes für Unterstützungsb«dürstige getrieben hat. Kaasch hatte beim Wohlfahrtsamt die Bestellscheinformulare unter sich, auf Grund deren, wenn sie abgestempelt und vom De- zernenten unterschrieben waren, den Unterstützungsbedürftigen An- z ü g e oder Mäntel von bestimmten Firmen ausgehändigt wurden. In den Monaten Dezember und Januar hat K. große Mengen von Formularen beiseite gebracht, unterstempelt und dann einem Bäck«r gegeben, von dem er für das Stück zwei Mark erhielt. Die auf diese Weise unrechtmäßig erlangten Kleidungsstücke wurden an einer bestimmten Börse verkauft. K. ist Altoholist und war auch schon in Trinkerheilstätten. Er hatte immer Bezugsscheine bei sich, und wenn er auf seinen Kneiptouren einen Zechgenossen traf, der schlecht angezogen war, dann schenkte er ihm großzügig einen Bezugsschein für einen Anzug. Nach dem Gutachten des Stadtarztes vom Bezirksamt Wedding, der den Angeklagten seit Jahren als Trinker behandell hat, ist K. kein vollwertiger Mensch. Das Gericht verurteilte wegen gemeinschaftlicher schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug Kaasch und zwei andere Angeklagte zu je acht Monaten, einen vierten Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis. Zeder muH wählen! Vor allem bei alten Leuten und politisch im all- gemeine« uninteressierten Frauen wird, gewiß nicht ohne bestimmte Absicht, das Gerücht verbreitet, daß. wer sich in die L i st e n des Hindenburg-AuSschusies für den Wahlvorschlag Hindcnburg eingezeichnet habe, dadurch bereits seine Stimme für Hindenburg abgegeben habe und deshalb am 13. März nicht mehr zur Wahlurne zu gehen brauche. Ja. es wird sogar erzählt, daß. wer im Jahr« 1925 sich bereits für Hindenburg entschieden habe. dadurch der Mühe eines neuen Ganges zum Wahllokal enthoben sei. Die einmal abgegeben« Stimme gelte fürs ganze Leben. Das ist selbstverständlich eine ganz grobebewußtc Irreführung. Nur wer am 13. März in seinem zuständigen Wahllokal auf dem amtlichen Stimmzettel. der ihm dort eingehändigt wird, sein Kreuz in den Kreis neben den Name» Hindenburg seht, hat damit seine Stimme für die Wiederwahl Hindeuburgs zum Reichspräsidenten abgegeben. Alles, was gewesen ist. ist null und nichtig. Keine Aushänge von Wahlresuliaien. Ein Verbot des Polizeipräsidenten. D«r Polizeipräsident weist schon jetzt darauf hin, daß am Abend des 13. und in der Nacht zum 14. März die viel- fach namentlich seitens der Zeitungsfilialen übliche Bekanntgabe der Wahlergebnisse in Schaufenstern usw. polizeilich nicht ge- duldet werden kann. Bei der zur Zeit gespannten Lage, die sich fast täglich in mehr oder weniger schweren Zusammenstößen äußert, sind von einer solchen Bekanntgabe Ansammlungen und Ausschreitun- gen zu befürchten, die im Interesse der Aufrechterhaltung der Lffent- lichen Sicherheit und Ordnung verhindert werden müssen. Die M i t- teilung durch Rundfunk gibt jedem die Möglichkeit, die Wahlergebnisse ungestört und ungefährdet zur Kenntnis zu nehmen. « Vorverkauf der Festtagsrückfahrkarlen. ■_ Da zu erwarten ist, daß die von der Reichsbahn zu Ostern gewährten Vergünstigungen bei der'.Verlängerung der verbilligten. Festtagsrückfahrkärten in erheblichem Maße vorn Publikum in Anspruch genommen werden, hat sich die Reichsbahn entschlossen, den Vorverkauf dieser Festtagsrücksahrkarten auf olle Reisebüros mit MER.-Vertretung auszudehnen. Um einen Andrang kurz vor den Feiertagen zu vermeiden, können diese Reisebüros die Fesltagsrück- fahrkarten bereits 14 Tage vor dem jeweils gültigen Reisetag ausgeben. Der Vorverkauf der Festtagsrücksahrkarten in den Reisebüros beginnt daher bereits am 0. März. Auch Platz- karten, die sonst nur drei Tage vor dem Reisetage ausgegeben werden, sind diesmal ausnahmsweise auch schon 14 Tage vor- her fürdieTage o o m 2 3. Märzbis28. März erhältlich. /tu; clsm KuMlecKon Übertragen von Werner Bergengruen. Wir waren kaum richtig eingeschlafen, als wir von einem durchdringenden Pfeifen in die Höhe gerissen wurden. So pfiffen die Schutzleute auf den Straßen, wenn es die Ver- folgung eines Verbrechers galt. Dieser Pfiff war auf der Straße durch das ganze Stadtviertel hin zu hören, war gellend und scharf: hier aber, in den gewölbten, steinernen Räumen dröhnte er wie ein Schuß. Sofort waren alle auf den Beinen, ohne zu begreifen, was los war, und zitterten vor Schreck und Verfchlafenheit. Der Aufseher kam an- gerannt, riß schnell die Tür auf und schrie:„Antreten zum Appell!" Dann rannte er weiter. Wir horten, wie er den Korridor hinunterlief und eine Tür nach der anderen aufriß, wie die Sperrkette klappernd fiel und wie er schrie:„Antreten zum Appell!" Das ging so schnell, es war. als wurden alle Zellen gleichzeitig geöffnet. Die Gefangenen traten in zwei Gliedern an. Und nun standen sie da. bis der Inspektor vom Dlenst mit seinem Gefolge von Aufsehern in die Zelle kam und die Zählung der Insassen vornahm. In den Nachbarzcllen brüllte eme heisere Stimme: „Stillgestanden!" Ä! k Und gleich daraf:„Guten Morgen, Kinder. Dies war die militärische Begrüßungsformel. Darauf erscholl ein wildes Geheul:„Gesundheit wünschen wir. Euer Hochwohlgeboren!" Auch das nach der militärischen Vorschrift. So etwas hatte ich noch in keinem Gefängnis gesehen oder gehört. Militärisches Regime, militärisches Kckmmando, Militärische Grußformeln! Das war etwas Neues, Uner- wartetes und Unangenehmes. Wir kamen nickt dahinter, wieviel die Uhr sein nwchte. Angesichts dessen, daß wir uns gänzlich unausgeschlafen fühlten, daß es draußen noch stockfinstere Nacht war. mußte man annehmen, daß der Morgen noch sehr fern war. Später erfuhren wir von den Alteingesessenen, daß um drei Uhr nachts geweckt wurde: ein weiteres Schlafen gab es nicht. Es war kalt. Alle Glieder taten einem weh. Wir ftan- der unendlich lange und traten von einem Fuß auf den anderen. Der Alte mit dem Ehrfurcht einflößenden Bart erzählte im Flüsterton, heute habe gerade der am meisten gefürchtete Inspektor Dienst. „Ein richtiger Rohling. Nichts wie Mutterfluch und in die Fresse. Alle fünf Tage hat er Dienst. Heute wäre er eigentlich gar nicht an der Reihe. Der Teufel hat ihn hergebracht." Endlich schoß ein Aufseher in die Zelle und schrie:„Still- gestanden!" Unmittelbar hinter ihm kam mit Säbelrasseln und Leder- knirschen, gefolgt von einer ganzen Horde von Aussehern der Inspektor angerannt, ein kräftiger, noch junger Mensch von sehr stattlichem Wuchs. Er blieb einige Schritte vor uns stehen und schrie mit seiner hohen Stimme:„Guten Morgen!" „Gesundheit wünschen wir. Euer Wohlgeboren!" „Und warum hast du das Maul nicht mit aufgemacht, du Hundesohn?".. � Ich kam nicht dahinter, wem diese Frage galt. „Warum du nicht geantwortet hast, will ich wissen! „Ich habe mit geantwortet!" .Hu lügst, Schweinehund! Alle noch einmal wiederholen: Guten Morgen!" � „Gesundheit wünschen wir. Euer Wohlgeboren! Plötzlich klatschte es in ein Gesicht. Einer taumell aus dem Glied, stellte sich wieder zurecht und wurde durch einen zweiten Schlag abermals aus Reih und Glied geworfen. Der Inspektor kreischte:„Ich werde es dir schon bei- bringen, wie du zu antworten hast, du Schweinehund!" Ein Aufseher eiste aus den Inspektor zu und sagte ihm ein paar Worte im Flüsterton. D�r Inspektor ging zum Flügelmann des ersten Gliedes. Das war der Alte, von dem schon die Rede gewesen ist. Was er begangen haben sollte, was der Inhalt der Meldung war. die der Aufseher dem Inspektor zuflüsterte, das wußte niemand. Aber der In- spektor ging daraufhin auf den Alten zu und schlug ihn wortlos, mit der rechten Hand von der linken Schuster her ausholend, ins Gesicht. Der Alte schrie auf:„Aber was denn, Euer Wohlgeboren, was ist denn?" „Schnauze halten, altes Biest! In die Strafzellc, Gruppenaufteher! Für drei Tage!" Die beiden Delinquenten wurden abgeführt. Der Inspektor zähste die Gefangenen durch. Er schrie noch eine Zeitlang herum, fuchtelte mit den Fäusten, stieß hier und da einen Häftling gegen die Rase, schimpfte wie ein Wahnsinniger, drohte und dann brach er plötzlich ab und tobte endlich weiter. Das war also der erste Morgengruß in Kursk. Bei allen herrschte eine finstere und gedrückte Stimmung. Es war verboten, sich vor neun Uhr abends auf die Pritschen zu legen. Heißes Wasser gab es nicht vor sieben Uhr morgens. Rauchen war nicht gestattet. Zu essen gab es nichts. Unterhasten konnte man sich höchstens im Flüsterton. Es bildeten sich einzelne Gruppen, möglichst weit von der Tür, und wir sprachen halblaut miteinander. Wir sprachen von der Vergangenheit, von der Kindheit, von zu Hause, vom Heimatsdorf, vom Leben ifl der Freiheit. Hier im gleichen Raum, fast unter genau den gleichen Schicksalsbedingungen, waren Menschen zusammengepfercht, die sich nach Herkunft, sozialer Stellung, Beruf und Ber- gangenheit aufs äußerste unterschieden. Wie wenig Gemeinsames gab es zwischen dem Mann ohne Gedächtnis und Dur- stein, zwischen dem Zigeuner mit dem Pferdodiebstahl und dem stillen Awerin. einem Bauernburschen aus dem Chersonschen Gouvernement, der vom Militär dersertiert war? Hier der armselige„taste Schuster", ein Landstreicher von Profession, der sich wohl oder übel alljährlich bei Winteranfang ins Ge- fängnis verkriechen mußte, weil er nirgends auf der Welt einen Zufluchtswinkel hatte, kein noch so lumpiges Klcidungs- stück, um seinen Körper vor Kälte zu schützen,— dort der ehemalige Vorsitzende einer Kreditgenossenschast, ein Kommerzien- rat, Geschäftsmann und Blutsauger, der Millionenuntcr- schlagungen hinter sich halle! Wie klug, ausdrucksvoll und snwpathisch war das Gesicht des Mannes ohne Gedächtnis! Die lebhaften und ausmerk- samen Augen gaben ihm etwas Warmes und Helles. Wieviel Lebenskenntnis und Menschenbeobachtung sprach aus jeder seiner Erzählungen, jeder seiner Bemerkungen. Wie reich war er an fesselnden Aussprüchen, treffenden Definationen und Vergleichen und an echt bäuerlichem Humor! Sein ganzes Wesen drückte innere Ausgeglichenheit und große Willens- stärke aus. dazu Interesse und teilnehmendes Woh.wollen für andere Menschen und überdies das ruhige Bewußtsein reicher Lebenserfahrung. (Fortsetzung folgt.) Aus Schwertern pflüge. Die Morgenfeiern, die das Arbeiter-Kultur-Kartell von Zeit zu Zeit im Programm der Berliner Funkstunde veron- staltet, finden bei allen proletarischen chörern freudigen Anklang. Diese kurzen Veranstaltungen werden wirklich zu einer Feierstunde für alle. Außerordentlich schön war die Darbietung am letzten Sonntag, die unter dem Motto stand:„Aus Schwertern schmieden wir Pflüg c". Rezitationen und Ansprache, durch sparsame muft- kalische Verbindungen zusammengehalten, fügten sich zur Einheit. An einen flammenden„Aufruf für den Frieden" von A n a t o l e France schloß sich die Ansprache von Dr. Karl Schröder, der cherders Verheißung zitierte:„Die menschliche Vernunft geht ihren Gang fort: sie sinnt aus, wenn sie auch noch nicht an- wenden kann; sie erfindet, wenn böse Hände auch lange Zeit ihre Erfindung mißbrauchen. Der Mißbrauch wird sich selbst strafen, und die Unordnung eben durch den unermüdlichen Eifer einer immer wachsenden Vernunft mit der Zeit Ordnung werden... Es ist keine Schwärmerei, zu hoffen, daß, wo irgend Menschen wohnen, einst auch vernünftige und glückliche Menschen wohnen werden: glücklich nicht durch ihre eigene, sondern durch die gemeinschaftliche Vernunft ihres ganzen Brudergeschlechts." Was Herder erhoffte, was Schiller mit seinen Worten„Seid umschlungen, Millionen" zum Ausdruck bringen wollte, ist die tiefe Sehnsucht der schafsenden Menschen, der großen Geister nach einer menschlichen Gemeinschaft, die zusammengeführt ist durch ihr Streben nacki wahrem Menschen- tum. Generationen müßten nach ins Grob sinken, bis aus dem Sozialismus diese Sehnsuckst lebenskräftig in den Geist der Volks- mafsen vorstieß.„Seid umschlungen. Millionen". Zehn Millionen sanken im großen Kriege dahin; Wirtschaftskämpfe fordern täglich ihre Opfer. Die im Sozialismus geeinte Arbeiterklasse der Welt hat die Aufgabe, dieser von Gewalt und Machtgier beherrschten Welt die Vernunft zu bringen und damit den Frieden. Aus Schwertern sollen Pflüge werden. Schüsse aus Polizeibeamte. Harte Strafen für Kommunisten. Es wäre ein müßiges Untersangen, sämtliche Schießereien der Ziationalsozialisten und Kommunisten, die Tag für Tag in Moabit ihre gerichtliche„Sühne" finden, auch nur kurz registrieren zu � wollen. Wenn aber auf Beamte geschossen wird, die nichts anderes als ihre Pflicht tun, so kann daran nicht stillschweigend vorüber- gegangen werden. Vor dem Landgericht I hatten sich die Kommunisten Daunen- berg und Kussel wegen versuchten Totschlags an zwei Schupobeamten zu verantworten. Der Fall spielte sich am 5. November vorigen Jahres ob. In Heilige nfee fand eine Vcrsamizzlung des Sturmbanns 3 der SA. statt. Die Kommunisten hatten sich in Hennigsdorf in ihrem Lokal„Drei Linden" versammelt und beschlossen, nach Heiligensee zu gehen, um hier, wenn möglich, die SA.-Versammlung zu stören. Wer im Besitz von Waffen war, sollte sie mitnehmen. Um sich in der Dunkelheit gegenseitig erkennen zu können, wurde folgendes Po r olespiel anbefohlen: Auf den Anruf:„Parole" sollte man erwidern:„Mahlzeit", was von dem erstcren mit„Mahlzeit Otto" beantwortet werden sollte. Dos Revier 293 hatte von den Absichten der Kommunisten Wind bekommen, Polizeistreifen wiesen die Kommunisten, die truppweise hin- und her'märschierten, aus Heiligensee. Die Pollzeibcamten Zt.., und M. stießen im Dunkeln aus zwei Leute, fragten sie:„Wo kommen Sie her?", erhielten zur Antwort:„Parole?", erwiderten: „Was heißt Parole?", ließen im selben Augenblick ihre elektrischen Lampen aufleuchten und— schon krachten zwei Schüsse. Polizei- Wachtmeister N. warf sich zu Boden und zog seinen Revolver. Zwei weitere Schüsse krachten in der Richtung des Wachtmeisters M., der gerade den Hund von der Kette lassen wollte und deshalb feine elektrische Lampe nicht gelöscht hatte. Auch N. schoß. Verletzt wurden die Beamten nicht. Der Hund packte einen der Männer, der andere entfloh. Bei den Festgenommenen fand man ein M a g a- zin mit neun Schuß, in seiner Nähe einen Revolver. Er nannte den zweiten Mann. Auch ein zweiter Revolver des gleichen Fabrikats wurde gesunden. Beide Festgenommene waren geständig, Besitzer der Revolver gewesen zu sein. Das Gericht verurteilte Dannenberg zu 21b Jahren Zuchthaus wegen versuchten Totschlags, Kussel zu einemIahrGefängnis wegen un- befugten Waffenbesitzes. Werden die Konmiunisten aus den harten Strafen mcis lernen? Briefmarkenfälschungen in polen. Mesenlager falscher Briefmarken. Warschau, 7. März. Der Postminister Boerner führte am Sonnabend im Senat Klage über die großen Mengen von gefälschten Brief- marken, die sich im Umlauf befinden, und die Schwierigkeiten, den Fälschern auf die Spur zu kommen. So hätte beispielsweise ein sich im Ruhestand befindlicher hoher Militär für die Angabe eines Lagers von 5 Millionen falscher Briefmarken eine Belohnung von lOOVOO Zloty gefordert. Ferner wies er darauf hin, daß sich in der letzten Zeit immer häufiger Konkurrenzunternehmen derPo st auf machen, die die Beförderung der Post- sendungen, von Briefen, ja sogar von Telegrammen, namentlich ins Ausland, für billigere Preise besorgen. Die Bekämpfung dieses Un- wesens wird auch hier durch das mangelnde Verständnis der Oeffent- lichkeit erschwert. Eine Familie geht zugrunde. Mörder begeht Selbstmord.— Vater stirbt vor Schreck. Gelsenkirchen, 7. März. Der Schlosser Alfred Schwill, erschoß in der Nacht zum Montag zwei Personen und beging nach der Tat Selbstnwrd. Die tödliche Verletzung hatte er sich mit der gleichen Pistole beigebracht. mit der er seine Opfer getötet hatte. Das Motiv der Tat soll Eifersucht j sein. Der 60jährige Vater des Mörders erlitt bei der Nachricht von' dem Tode seines Sohnes einen S ch l a g a n f a l l und st ü r z t e t o t zu Boden. Seine Frau ist infolge des Schreckens schwer er- krankt, so daß mit ihrem A b l e b e» gerechnet werden muß. Ollo Wels. Clara Bohm-Schuch und Cnrt Laake drücken dem neuesten Heft des im neuen überraschend schönen Gewand erschei- nenden„A r b e i t e r s u n k", der jetzt reich bebildert als„Volks- funk— Arbeiterfunk" erscheint, mit ihren grundsätzlichen Beiträgen zu der Frage„Unser Kamps um die Sender" den«tempcl auf. Andere Aussätze mit vielen Bildern behandeln Schlagt Hitler! Unsere nächsten Veranstaltungen: Dienstag, den 8. März: Wedding. 19)4 Uhr, Hochschulbrauerei, See- Ecke Arnrurner Straße. Staaken. 20 Uhr, Lokal Reschke, Lehrter Straße. Buchholz. 1914 Uhr, Lokal Kaehne, Berliner Str. 39. Ternpelhoi. 20 Uhr, Aula des Realgymnasiums, Kaiserin- Augusta-Str. Mahlsdorf. 20 Uhr, Lokal Anders, Bahnhofstr. 37. Adlershef und Alt-Glienicke-Falkenberg. 19)4 Uhr, Lokal Wöllstein, Adlershof, Bismarckstr. 75. Hermann Gerson, Werderseher Markt 1914 Uhr in den Arminsälen, Kommandantenstraße 58/59. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Biesdorf. 1914 Uhr in den Schillersälen, Königstraße 120. Versorgungsämter Berlin-Brandenburg. 17 Uhr, Lokal Plickhan, Dreibundstraße Ecke Eylauer Straße. Redner; Albert Falkenberg, Vorsitzender des ADB. Tempelhof. Treffpunkt zur Demonstration 18.30 Uhr, Ullsteinhaus.— Abmarsch 18.45 Uhr. Mittwoch, den 9. März: Wedding. 1914 Uhr, Atlantik-Festsäle, Behmstraße, oberer Saal. Löwenbrauerei, Hochstr. 2. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. Niederschönhausen. 20 Uhr, Schloß Schönhausen, Lindenstr. 31. Botinnen der A.O.K., Berlin. 16.30 Uhr, im Speiseraum der A. O. K., Köpenicker Straße 80— 82. Redner: Luise Kähler, M. d. L. Aron-Werkc Charlottenburg. Nach Arbeitsschluß im Edenpalast Kaiser-Friedrich-Straße 24. Redner: Karl Dressel. Fahnenaufmarsch, Musik. Bergmann, Rosenthal. 1614 Uhr in Paulinenhof(Manthey), Rosenthal, Hauptstraße 1. Redner; Siegfried Leo. Telefunken-Gesellschaft für drahtlose TelegraphlA. 1714 Uhr in den Blüchersälen, Blücherstraße 61 Ecke Urbanstraße. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Uetz, Frankfurter Allee, Tietz, Andreasstraße, Angestellte und gewerbliche Arbeiter. 1914 Uhr, Lokal Kuprath, Frankfurter Allee 2. Redner: Dr. Ludwig Greil. Donnerstag, den 10. März: Wedding. 1914 Uhr, Pharussäle, Müllerstr. 142. Karow. 20 Uhr, Lokal Jagemann, Pankgrafenstr. 5. Nalional-Registrierkasse. 16)4 Uhr,„Gambrinus", Kaiser- Friedrich-Straße Ecke Treptower Straße in Neukölln. Redner: Emil Barth. Wittenauer Heilstätten. 16 Uhr, Lokal Marx, Reinickendorf- West. Berliner Straße 70. Redner: Siegfried Leo. Siemens-Konzern. 1614 Uhr, Lokal Weidner, Sternfeld, Nonnen» dammallee. Redner: Erich Lübbe, Vorsitzender d. Gesamtbetriebsrats. Lankwitz. 20 Uhr, Lehmanns Festsäle, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/31. Redner: Lore Agnes, M. d. R. Oberleutnant Bathke. Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Arthur Crispien, M. d. R. Karl Dressel. Gustav Eckhardt. Albert Falkenberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. Dr. Otto Friedländer. Bernhard Gering. Dr. Ludwig Greil. Hermann Harnisch, M. d. L. Dr. Theodor Haubach. Kurt Heinig, M. d. R. Max Heydemann. Georg Klaußner, M. d. L. Franz Künstler, M. d. R. Erich Kuttner, M. d. L. Siegfried Leo. Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Georg Maderholz, M. d. L. Dr. Richard Mischler. Stadtrat Otto Ortmann. Max Urich, Stadtverordneter. Männer und Frauen, bekämpft den Faschismus! KPD. lügt schamlos weiter! Politische Geschäfte mit einer toten Frau. Die kommunistische Lüg« vtm dem angeblichen Hungertobe de r Morphinistin Else Knorr aus der Swinemünder Straße 7 ist trotz aller Enthüllungen über die tatsächlichen Vorgänge, die zum Tode der Kranken geführt haben, nicht kleinzukriegen. An Hand genauester Unterlagen und Recherchen wiesen wir mehrmals nach, daß Frau Knorr einem unheil- baren Rückenmartleiden zum Opfer gefallen ist. Ein geradezu unheimlicher Morphiumoerbrauch— täglich etwa ein Gramm— förderte den Zerfall des siechen Körpers. Die KPD. macht nun auch auf Berliner Anschlagsäulen mit den Photos der.„ver- hungerten" Morphinistin Wahlretlame. Wie schlecht muß es um eine Partei stehen, die mit einer b e r e i ts e n t la r v ten W a h l- lüge weiter ihre schmutzigelt Geschäfte zu betreiben gedenkt. Um jedes Mißverständnis auszuschließen, sei der Vorgang noch einmal dargestellt. Das Wohlfahrtsamt tat alles, was in seinen Kräften stand, um der unglücklichen Elfe Knorr zu Helsen. Der Ehemann aber, der Schmied Knorr. machte ein Geschäft aus der Krankheit seiner Frau, von der er wußte, daß sie dem Tode rettungslos verfallen war. Zur letzten Sportpalast Versammlung der K o m in u n i st e n, die nur schwach besucht war, gingen einige Bekannte des Knorr in dem naiven Glauben hin, in der öffent- lichen Versammlung zu den Lügen der„Roten Fahne' und eines überall in Berlin vertellten Flugblattes Stellung nehmen zu können. Die Leichtgläubigen hatten sich aber geirrt. Die KPD. wußte schon, warum sie den Leuten das Reden nicht gestattete, dann wäre näm- lich die Wahrheit ans Licht gekommen und die Kommunisten hätten mit einem Wahlschwindel weniger operieren müssen. Wiederholt haben uns in den letzten Tagen Mieter des Hauses Swine- münder Straße 7 aufgesucht, um ihrer Empörung über den kommunistischen Schwindel Luft zu machen. Herr Knorr ist dabei nicht gut weggekommen. Seit dem Tage, als der„Vorwärts" den Lügen der kommunistischen Presse mit aller Schärfe entgegen- trat, ist Knorr verschwunden, er hat sich von diesem Tage an in der Swinemünder Straße 7 nicht mehr sehen lasien, und hat auch seine guten Gründe dafür. Ungerechnet der 3-50 Mark Sondcr- unterstützungen hat er jeden Monat für sich, seine Frau und seine Kinder über tVO Mark Unterstützungen erhalt««. Den Geschäftsleuten erzählte Knorr etwas von einer großen Versicherung, die bald fällig sein würde, denn die Kranke habe nicht mehr lange zu leben. Als ihm ein Mieter des Hauses vor etwa sechs Jahren einmal vor- schlug, die kranke Frau, die sich doch furchtbar quälen müsse, ins Krankenhaus zu bringen, erklärte Knorr zynisch, daß er nicht daran denke, dann könne er ja nicht mehr vom Wohlfahrtsamt„ziehen". Das war vor sechs Jahren und die KPD. behauptet in schamlosester Demagogie, die Notverordnung sei schuld an dem Tode der Frau Knorr. Er verstand es geradezu glänzend, mit der kranken Frau Geschäfte zu machen. Neben der Wohlfahrt hat Knorr von den Ge- schästsleuten der Umgebung und den Mietern des Hauses sowie von der Heilsarmee jahrelang systematisch Unterstützungen bezogen. die deutschen Sender und die Berwendung ihrer Gelder, das Neueste aus den Filmen, Kinder am Sender, Arbeitersport und Rundfunk, die Ereignisie aus dem ostasiatischen Kriegsschauplatz usw. Offener Brief an Professor Maurer. Nazistudenten haben es bei ihm gut. Einem von einem Studenten, Mitglied der Sozialistischen Ar- beitsgemeinschast, der Staatlichen Gartenbauschule in Dahlem an den ordentlichen Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Maurer gerichteten Offenen Schreiben entnehmen wir folgendes: Sie haben am 25. Januar die Statuten der Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft erhalten. Gleichzeitig beantragten wir ein Anschlagbrett für unsere Bekanntmachungen. Sie haben das Anschlagbrett genehmigt. Dieses Brett ist, nachdem es einen Tag aufgehängt war, am 19. Februar gestohlen worden. Sie erhielten die Meldung am 20. Februar, also 24 Stunden später nach dem Abhandenkommen des Brettes. Auf unseren Protest hin ver- bieten Sie uns. vorläufig ein neues Brett anzubringen. Sie be- gründen dieses Verbot damit, daß Ihre Zustimmung zum ersten Brett„etwas übereilt" gegeben worden sei. Es berührt doch eigen- tümlich, daß Sie so wichtige Entscheidungen, die für die„Ruhe" des Hauses von großer Bedeutung sind,„übereilt" treffen. Be- sonders befremdend ist es, daß Sic eine Hörerversammlung, die als Protestversammlung beantragt wurde, einfach verbieten. Einen eigenen Eindruck von Ihrer objektiven Stellungnahme zu unserer Angelegenheit bekommen wir, wenn wir an das Abreißen des An- schlages am Brett des nationalsozialistischen Studentenbundes vor einem halben Jahr denken. Ihre Entrüstung war damals so groß, daß Sie innerhalb zwölf Stunden durch einen Anschlag am Schwarzen Brett reagierten, in dem Sie Ihr Befremden über die„würdelosen Angriffe" zum Ausdruck brachten. Es war ja ein Anschlag der Nazis, der damals abgerissen wurde, heute ist es ja mir ein Anschlagbrett der inarxistisch-sozialistischen Arbeitsgemeinschaft, ein kleiner Unterschied sür Sie!! Im vergangenen Jahr wurde von Ihnen verfügt, daß sämtliche Anschläge durch Ihre Zensur gehen nnissen. Hier ein Anschlag der Nazis, der wochenlang am Nazibrett in der Anstatt prangte:„Terror bricht man nicht mit Geist, sondern mit Terror!" oder„Wer mir die Hand reicht, dem reichen wir sie auch, wer uns die Faust zeigt, dem brechen wir sie auf!" Herr Professor Maurer wird mchf umhin können, sich darüber zu äußern, warum sozialistischen Studenten die Gewährung einer so absolut selbstverständlichen Forderung wie die eines eigenen An- schiogbrcttcs vorenthalten wird. Wintergarten. Wenn man glaubt, es könne an dem Himmel im Wintergarten und im Varietä kein neuer Stern mehr auftauchen, dann wird man innner wieder einmal angenehm enttäuscht. Turnifeiltünstler sind mehr und mehr zu Schaunummern von Frcilustveranstallungen geworden, und haben dadurch an Nimbus verloren. Was aber die Wallenda-Truppe— übrigens trotz des fremdländisch klingenden Namens vier jung« Deutsche— auf haushohem Drahtseil ausführt, wirkt so neuartig, ist so unerhört kühn und mittig, daß man unter der ungeheuren Nervenfpannung jeden Gedanken sür Zett und Raum verliert und nur den einen Wunsch spürt: Möchten sie doch glücklich hinüberkommen. Und sie kommen bei ihrer tod- sicheren Ruhe natürlich glücklich hinüber und alle Spannung löst sich in tosendem Beifallsjubel. Wer auch die C a rl o- M cd i n i- Truppe verdient das große ungeteille Lob, das ihr das hin- gerissene Publikum, diesmal mit Recht, zuerteitt. Fliegend« Akrobatik, vorgetragen mit unnachahmlicher Grazie, lächelnder Leichtigkeit, absoluter Sicherheit und unerhörtem Können. Hakan von Eich- wald führt seine zivölf schwedischen Jazzsymphoniker in ihren blmi-gelben schwedisch-nationalcn Fräcken mit der seinem Volk eigenen Zurückhaltung in der Geste, aber trotzdem mit starkem Temperament vor. Hier kann noch ein Musikant lernen, wie man einer gestopften Trompete zarte Geigcntönc entlockt. Dazu gehört das elegante Tanzpaar Daisy und Ramön und der famose Steppcr DickDougfon. Diaz de Valesco, spanischer Reiter- offizier, reitet ohne Zügel, man kennt ihn vom Turnierfest 1930 am Kaiserdam«; seine vornehme Art besticht und überzeugt. In der Tat. wie es das Programm verkündet: Sellen«? Beispiel edelster Reitkunst. Der musikalische Koch Büro«, die beiden Mel- villes und Ramon Prietos Maulesel vertreten den Humor, während Gordon Rays 12 Tanzgirls eines jener immer noch unerreichten angelsächsischen Girl-Kollektive darstellen, die sich keineswegs in der exakten Gleichheit der Evolutionen erschöpfen, sondern sich auch durch harmonisches Verhältnis der einzelnen Tänzerin zur Gesamtheit auszeichnen. Haftbefehl gegen Luchmachersyndikns Ernst. Gegen den Syndikus des Verbandes konzessionierter Buchmacher Deutschlands, Ernst, ist vom Vernehmungsrichter wegen Fluchtverdachts und Verdunkelungs- gefahr Haftbefehl erlassen worden. Er wird beschuldigt, sich gegen die Devisenverordnung, und gegen das Kapitalflucht- gesetz vergangen zu haben. Wctteraussichten sür Berlin. Trübe mit Regensällen, vorüber» aehcnd noch wärmer.— Für Deutschland. Im Nordwesten ver- änderlich. sonst trübe, in Ostpreußen Schneefälle, im übrigen Reiche Regenfälle, in Süd- und Mitteldeutschland mild. Gerüchte um ein Hospital. lieber dos in der P u l i s d d e n st r q ß c gelegene, seit Iohr- zehnlen Vol>Idekdnnte Frtedrich-Wilhclm- Hospital hat der„Vorwärts" wiederholt der Oefientlichkeit Bericht erstattet, besonders auch dann, wenn es sich darum handelte, den alten Leutchen, den Insassen des Hospitals, Erleichterungen zu nerschafsen. Nun scheint das H a u p t g e j u n d h c i t s a w t des Stadt Berlin, das sich in der legten Zeit als ganz besonders regsam erwiesen hat, auch aus dieses Objekt sein Augenmerk gelenkt zu haben. In der Umgebung des alten angesehenen Hospitals kursieren die merk- würdigsten Gerüchte, die von einer VerlegungdesHospitals nach B u ch wissen wollen. Zur Zeit weist das Hospital eine Belegung von etwa fiZO 70- bis gvjährigcn alten Frauen aus, von denen 400 zum Teil schwer krank und dauernd bettlägerig sind. Es würde also wohl kaum möglich sein, diese alten Frauen umzuoerlegen, ganz abgesehen davon, daß die Verlegung der Insassen und die dann notwendige Renovierung der Räume, aus die, wie es heißt, ein Bezirksamt als Büroräume reflektiert, ganz bedeutende Unkosten verursachen dürsten. Das Hauptgesundheitsamt indessen niuß ja, wenn es ihm mit seinem Vorhaben ernst ist, auch crnschaste Gründe haben und es wäre sehr gut, wenn die Oesfentlichkeit diese Grunde rechtzeitig ersahren könnte. parteinachrichien für Groß-Berlin Eivlendungen sör die>e Ziabrit st«d 6 1 1 1 i B S» 68, Ciabcaftrab« 8. stet» aa dB»®»jlrf»(eftetartol !.$af, t Treppen recht«,»u richten Beginn aller Veranstaltungen 18?-- Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! heule. Dienslag. S. März. IZ..Breis. Die Genossinnen und Genossen beteiligen sicb beute BN der Devton- ftiBtion der KZ. Abteilung. Abmursch l!> Uhr oon Ullstein. Anschließend BN die.Kundgebung der 8ö. Abteilung AreisvorstBntssißung. tb. Brei». Alle Teilnelimcr zur heutigen„Gisernen.ffront�. Kundgebung in Adlershof trefsen sich um ll> Uhr BM Buhnhos Ädlershol. A. Breis. Sämtliche Paeteigenollen beteiligen jicki BN den MitglieberversBMM» lungen der Bonsumoenossenlchait beut« im Schüßenbäuo Reinittendorf-Oft und am lv. Mär, bei Miiller. Zleinichendors-Sest. Scharuweberstraße. Prenzlauer Alle« 182. _____ ilngeren PBrteimitglieder bei Reimann. Sedanstr. 17."„Unser Kampf um die Abrüstung", Referent Dr. MiliBN SchöMBNN. 8Z. Abt. Heute trefsen wir UN» zur Demonstration 1814 Uhr und marschieren 18»! Ubr nom Ullstein, HBU» ob. 8«.«bt.-iii Ubr gilnttionarsißung bei Dhonau, ffricdenftr, 8. 96. Abt. Die Bezirtsiührer holen das Wahlmoterial sofort vom Abteilung». lciter ab. Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch. S. März: 8. Abt. Zahlabende an den bekannten Stellen. Referenten sind die Genoffen Fächert, Kleemann. 7. Abt. Zahlobende in folgenden Lokalen: Sener. Bonenstrr. t»: Grimm. Keffelstr. 1», Referent Dr. LSwn: Beirau. Pflugstr. ll Schauf, Bernauer Straße 121: Bärwalde. Schltgelstr.»: Döll, Bergftr. 17«: Arndt. Schräder. ftraßc 2: Kubc. Strelitzer Str.«>. 8. Abt. Zahlabend« in den bekannten Lokalen. 12.»bt. In der Suttenstr. z Mitgliederversammlung.„Bulturpolitik und Fafchismu»". Referent Zrid Schmidt. 16. Abt. Zablobendc in den bekannten Lokale». 17. Abt. Zrhlodende in den bekannten Lokalen. 19. Abt. Die Zahlabcnde fallen aus. Dafür beteisigen sich alle Genossen an der äsfentlichen Versammlung in den Atlantic. Sälen. !t. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Böhm, Maxstr. 18.„Wen wählen wir?", Referent Günther Joachim. Damm, wchulstr. 2«. Hoffmann, See- straße 61.„Freidenker, um und Sozialismus", Referent Genosse Sievers. Pimpler. Rozarethkirchstr.«1. Scholz, Adolfstr. 12 2«. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 1. Gruppe:„Wen wählen wir?", Referent Erich Wcndicke. 1». Gruppe:„Unser Kampf gegen den Faschismus— für eine soziale Republik", Referentin Käthe Bern. 8. Gruppe:..Unser Kampf um Preußen", Referent Henri, Drunsel. 26. Abt. Mitgiiederuersammlung Brauerei Friedrichshain, Gartcnfaol. Referat Gei»oss«ii~~" des ..Razchspräsidentenwahi" «n Dr. 2«utschkroi>:W... 27. Abt. Zahlabende in de» bekannten Lokalen. Zeuge, Milostr. Z.„Arbeit». befchaisungsprogramm und Aufgaben der sozialistischen Wirtschaft", Rcfe- rent I. P. Maqrr. 28. Abt. Bor der Mitgliederversammlung in den Berolina.Festsälen um l8>4 Uhr kurze Besprechung der Funktionär« bei Rcchenberg. 88. Abt. gahlabenbc au den bekannten Stellen. 92. Abt. Zahlabende. ikrautstr. öl».„Politische Tagegsraaen", Referent Paul Hoffmonn. Valentin, Brantstr. 36.„Was will die Eiserne Front?", Rcle. rentin Frida Rosenthal. Haderland, Andrcasstr. 79.„Fafchlsmus", Refe- rent Hanns H. Kamm. Schmidts Gcsellfchaftshaus, Fruchtstr. 36,.„ZW- und Zollmauern". Reserent Ernst Rcumann. ZZ. Abt. Zahlabende. Müller, Simplonstr. 3l. Alfred Marlwitz:„Das heutig- Rußland". Pätzold, Simon-Dach- Eike Renaler Straß«. Otto Thenner:„Reparationen und Rerchspolltit". Lozark. Benmestr. 8. Fritz Pohlrng:„Die Bcrwaltungsreform der Stadt Berlin". Wertalla. Hohen. lohcstr. 3. Wilh. Lamprecht:„Abrüstung— Krieg im Fernen Osten und wir". Soffmann, Straloucr Allee 17. Hermann Erünzel:„Reparation«» und R-rchspolitik". Bollenbach. Alt. Stralau 8—9. Referent Paul Bern. stein:„Diktatur oder Demokratie?" 3«.»bt. Zahlabende. R-ifch. Ladiner Str. 10.„Reichspräsidentenwohl", Refercntin Dr. Vera Pollack. Rrumann. Gubener Str.«ä.„Pazifismus". Referent Dr. Milian Schomann. Seidlitz, Romintcner Str. 7.— Die Funktionär« treffen stch»m 18,,. Uhr bei Ncifch. Eadiner Str. 1«. 36. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Z8.Abt. Achtung! 18V. Uhr FunktionärsitzuBg bei Busch, Tilfitrr Str. 27. Au- fchließcub Zahlabende in den bekunuteu Lakaien. 37. Abt. ZohlBbendc: l. Bezirk bei gepke, Ebcrtpstr. 7.„Politische SitUBtion". Referent Genosse Brodbcck. 2. und 3. Bezirk bei Ierafch, Ebertpstr. 19. „Unser Kampf um die Republik". Referent Dr. Siegfried Rosenfeld.«., Z. und 6. Bezirk bei Raschke. Matternstr. l«. 38. Abt. Zahlabende in allen>9 Bezirke» an bekannter Stelle. Tagesordnung: „Letzter Appell vor der Wahl". 39. Abt. Baugewerkshaus. Sroßbecrenftr. 96.„Das Arbeitsbefchaffungs» Programm", Referent Hugo Poetzfch. 39-. Abt. Zahlmargeu. 5 Uhr in,„Markgrafen-Eä". Markgrafenstr. 79. „Aktiue Wirtschaftspolitik— dos Arbeitsbefchaffungsprögrauim des ADGB.", Refercntin Luise Kähler, M. d. L. «1. Abt. I Gruppe bei Regull. T-mpelboser Ufer 1d: 2. Gruppe bei Erd. mann, Belle.Alllance. Ecke Bergmannstraßc: Den wählen wir? Referent Haus Waldmann. 3. Gruppe bei Fcchner. Fidicinftr.«: Wen wählen wir? Jugendweihen der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften Berlins Sonntag» den 13. März Charloiteobur� Aula der Fürsfin-Bismardc SdHile. Sybelstr. 2-4. Beginn 11 Uhr. Weiheredner: Siadtverordnetcr Karl Hefzschold. Pankow, Tivoli- Liddspiele, Berliner Str. 27 Beginn 11 Uhr Tempelhof, Kurlürst-Lichisp. Dorf- Ecke Berliner Sir Beginn 11 Uhr. PROGRAMM: In Charlottcnbarf*: Charlottenburger Volkschor Harmonie, Mitglied des DAS.. Chormeister Max Schaarschmidt Orgelspiel. Sprech- und Be wegungschor der Charlottenburger Kindertreunde und der SAj. In Pankow: Aufführung des Jugendweihespiels von Walter May:„Zum Lande der Gerechten'4. In Tctppclhof: Aufführung des Jugendweihespie's von Bruno Schönlank: ..Seid gt weiht!■* Eintrittspreis: Gastkarten 70 Pf. Kinderkarten 50 Pf. Eintrittskarten sind am Sonntag an den Kassen erhältlich. A le Räume werden Vs Stunde vor Beginn geöffnet. 47. 48. 5t. 53. 66. 57. T4a 77. 79. 79a 81. 82. 85. 86. 87. 88. 90. 93. 94. 99. 99. 102. Neferentin Dr. Klara Henrique. 4. Gruppe bei Schuster«(NMnissoplatz 4; 5. unb 6. Gruppe bei Lutze, Beramannstr. 93. Referent Genosse Gaidis. 7. und 8. Grupve bei Schult, Moriendorser Str. 5. . Abt. Aahlobende in den bekannten Lokalen. Restloses Erscheinen wird erwartet. . Abt. Gruppe Rüden bei Schutsch, Forster Str. 9: Sozialistische Kultur» arbeit und Faschismus. Referentin Maria Krische. Gruppe Hoch bei Winnie?, Reichenbcrger Str. 104: Partei und Faschismus. Referent Ge- nosie Gromann. Gruppe Groß in der Friedenshütte Wiener Sir. 57a; Gruppe Kinski bei Minnick, Lausitz« Straße.. ä Abt. 82/83. Stadtbezirk bei Rorartus. Adalbertstr. 19: Wen wählen wir? Referent Genosse Schindler. 97. Stadtbezirk bei Lier, Raunynstr. 9: Wen wählen wir? Referent Dr. Deutschkron. 98. Stadtbezirk bei Siedentopf, Moskauer Str. 35: Wen wählen wir? Referent Günther Scheele. 99./100. Stadtbezirk bei Taube, Manteuffelstr. 8. 101. bis 105. Stadt- bezirk bei Lebmann, Muskau« Ecke Feughofstraße. Abt. Bei Keller, Fllrftenstr. 1: bei Präfke, Prinaenstr. 23: bei Erdmann, Brandenburgstr. 1/2: Wen wählen mir? Referent Bernhard Krüger. Bei Buschmann. Ritterstr. 33: Wen wählen wir? Referent Otto Handke. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Vortrag und Wahlbcsprechung. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. 1. und 3. Gruppe bei Liersch. Kantstr. 02. 2. Gruppe bei Zaskowiak, Hol/tendorffftr. 26. Vor allem die erw«bslosen Gcnnssen und Genossinnen müssen erscheinen. Abt. 1. Gruppe bei Arndt, Kantstr. 51. Genosse Albert Horlitz: Politische Tageskrayen. 2.(bruppe bei Thunack, Wielandstr. 4. Genosse Dr. Tichauer: Die Reichspräsidentenwahl. 3. Grtippe: Sportklause, Wieland» straße 10. Genosse Max Hesse: Die Reichspräsidentenwohl. Abt. 20 Uhr im Lokal Rosenau, Laubacher. Ecke Varzin« Straße: Faschis» Mus in Süd» und Osteuropa. Referent Dr. Richard M ischler. . Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Schneid«, Potsdamer Straße. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 1. Bezirk: Was geht in Deutschland vor? Referent Richard Joachim. 2. Bezirk: Die Aufgaben der Arbeiterklasse in der Krise. Referent Dr. Butzislawski. 3. Bezirk: Können mir mit der Demokratie zum Sozialismus kommen? Referent Anton Fischer. 4. Bezirk: Auswirkung der Reichspräsidentenwahlen auf Preußen. Referent Genosse Chajes, M. d. L. Abt. 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Half, Siegfriedstc. 9; Reimann, Sedanstr. 17: Hänisch, Gotenstr. 60. . Abt. 20 Uhr im Ledigenheim: Wirtschaftsfragen der Gegenwart und Zu» fünft. Referent Dr. Eassau. Abt. 20 Uhr Zahlabende. 1. bis 3. Bezirk bei Klabe. Handfernstr. 60/61: Weltwirtschaft und sozialistischer Aufbau. Referent Dr. Lomberq. 4. und 5. Bezirk bei Baginski, Stubenrauch. Ecke Taunusstraße: Politische Lage. Referent Genosse Paulus. 6. Bezirk bei Lehmann. Born. Ecke Bitsing- ssreße: Sozialabbau bei den Krankenkassen. Referent Genosse Ulbrich. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Bei Selix Vortrag des Genossen Georg Müller: bei Shiel: Wen wählen wir? Referent Heinrich Iakubowicz. Abt. 2. Bezirk: Lokal Zur Linde, Wcrdersir. 12.?. Bezirk: Lokal Henmg, Manteuffel» Ecke Friedrich.Withelm.Straße. 5. Bezirk: Lokal Henning. Kaiser- Wilhelm-Str. l. 6. Bezirk: Lokal Schäfer. Rmgbahnstr. 12. 7. Be- zirk: Lokal Wanzlich, Oberlandstraße. Wen wählen wir? Referent Dr. I. Schlesinger/ Abt. 20 Uhr Zahlabende bei Görlitz, Ehausseestr. 19; bei Dhonau, Frieden. straße 6: bei Reuinen«. Schöneberger Str. 68. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Schuster, Kirchstr. 68. Wichtige Tagesordnung. Abt. 20 Uhr in der Schule, Roonstr. 3: Politische Lage und Rcichspräsi- bentenwahl. Referent Otto Strobel. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Referenten: 25., 34.. 35. Be. zirk Genosse Radtke: 30. und 31. Bezirk Genosse Turs: 33. Bezirk Genosse Sturm: 48. Bezirk Genosse W. Echte: 49. und 61. Bezirk Genosse Dr. Loh- mann: Warum wählen wir Hindenburg? Im Lokal Sauer, Weserstr. 34: Was geht im Wohnungswesen vor? Referent Otto Most. Abt. 20 Uhr. Bez. 51, 58, 60: Iägerheim, Wildenbruchstr. 83. Franz Rcttig: Politisdse Lage. Bez. 52, 53, 37: Fiedler, Schandauer Str. 1. E. Raddatz. M. d. L.: Politische Lage. Bez. 54, 53: Rippert. Harzer Straße 88. Willi Wolfs: Politische Lage. Bez. 56: Fischer, Heidelberger Straße 31. Franz Seume: WirLschaftsfragcn. Bez. 59, 81, 82: Kurt Exner: Kommunale Fragen. Bez. 62, 80, 85: Borchert, Rofeggerstr. 9. Erich Bau«: Der Iapan.Ehina.Konflikt. Bez. 63, 79: Simon. Berthols- dorfer Str. 9. Otto Bad): Der Iapan-China-Konflikt. Bez. 87, 88: Schneider, Rosenstr. 7. Artur Börner: Politisd)e Lage. Abt. 83., lllö. Bezirk: Schumann. Treptower Str. 90. 84.. 86., 103. Bez.: Damm. Hertzbergstr. 22. 104., III., 114. Pez.: Stolz, Böhmische Str. 43/44. 106., 107., 110. Bez.: Einkopf. Mareschstraße Ecke Kaiser.Friedrich.Straße. 108.. 109. Bezirk Siedlung, Bärwinkel. 112.. 113 Bez. Just, Niemetzstr. 19. 115. Bez.: König. Kanner Str. 14; 116., 117. Bez.: Warnstedt. Thüringer Ecke Kanner Straße. Abt. 40., 69. Bez.: Kuhfeld, Lichtcnradcr Str. 58. Referent Herbert Dewahl: Wen wählen wir? 42., 66. Bezirk: Leyk, Selchower Str. 6. 67.. 68. Bez.: Breuer. Sd)illerpromenade 39. Referent Genosse Stadtrat Schneider. 71., 91.. 95. Bezirk: Schröder. Steinmetzstr. 52. 97., 98. Bez.: Kwella. Oknstr. 15. 70., 93.. 96. Bez.: 8 Tage später. Lokal Kwella, Okcrstr. 15. . Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Tagesordnung: Das nette kommunale Ortsgesetz. Organisatorisches. Das Erscheinen aller Parteimit- glieder ist Pflicht. Abt. 13.5., 144. und 145. Bez. bei Wanzlick. Tempelhof. Oberland. Ecke Knesebeckstraße. Referent Dr. Gerhard Luckow. 137. und 138. Bez. bei Rudolf, Hermann- Ecke Knesebeckstraße. Referentin Margarete Schenka. lowski. 136.. 139.. 140., 141.. 142. und 143. Bezirk bei Teich. Knesebeckstraße 135. Referent Dr. Wilhelm Lewinski. Thema in allen Zahlabenden: Politische Lage— Eiserne Front— Reichspräsitxntenwahl. . Abt. Zahlabend in allen Bezirken in den bekannten Lokalen. . Abt. Groß-Siedlung Britz. Bez. 149: Schule Parchimer Allee. Referent Emil Steinke. Bez. 150, 161/162: Lokal Wolf, Rudower Str. 35. Referent Bruno Reumann. Bez. 151: Lokal Busd)krug, Rudow« Str. 51. Referent Kurt Großmann: Politische Lage. Abt. Im Alten Eierhäuschen, Inh. Biel«, Mitgliederversammlung für olle 20 Bezirke: Sozialdemokratie und Reichspräsidentenwahl. Referent Polizeipräsident Grzesinski. 103. Abt. 1., 4. Bez.: Knapp, Westend str. 19.?., S. Bez.: Krause. Siemens» Ecke Tadbertst ratze. 5.. 6. Bez.: Schulz, Edisonstr. 37. 7., 8. Bez.: Winkler, Wilhelminenhoislr. 820. 9.. 10 Bez.: Trompler, Luiscnstratze. 11.. 12. Bez.: Emmerich, Wilhelminenhofstr. 64. 114. Abt. Im Logenkasino, Knorrpromenade 2: Rcidzspräsidentet'.wahl. Refe» rent Paul Robinson. 115. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 116. Abt. In der Schulaula Marktstr. 12/13, Mitgliederversammlung. 117. Abt. 16 Uhr Zusammenkunft der erwerbslosen Parteigenossen an iu Rosenfelder Ecke Irenenstraße. 3. Gruppe Blumberg/Hahn bei Tempel 118. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. Gruppe Grabandt im Lokal Bogel, Sophien- Ecke Friedrichstraße. 2. Gruppe Pohl bei Hartmann, Rosenfelder Ecke Irmenstraße.?. Gruppe Blumberg/Hahn bei Tempel, Gudrunslr. 7. 4. Gruppe Mi« bei Schade. Normannen Ecke Ruschestraße. 119. Abt. 1. Bezirk bei Wegen«, Frankfurter Allee 236.„W-n wählen wir?", Referent Genosse Rogge. 2. Bezirk bei Klucke, Scheffelftr. 10. Reserent Paul Schaff«:„Wen wählen wir". 3. Bezirk bei Schmidt. Landsberg« Chaussee 11. 122. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Sie findet dafür am Mitt» woch, 16. März, statt. 124. Abt. Mahlsdorf-Ost bei Anders. Bahnhofstr. 35— 37. Referent Genosse Krotofchiner. Mahlsdorf-Höbe bei Jakob, Lemkestr. 150. Siedlung Teil I im ,.Nordst«n", Hönow« Straße. Referent I. Gott. Siedlung Teil ll bei Schmidt. Marienburger Str. 8. 124a. Abt. 20 Uhr Mitaliederversammlung bei Draber, Uhlandstr. 18.„Reid)s» Präsidentenwahl", Referent Gerhard Ott. 129. Abt. Gruppen 1— i im Sängerheim, Florastraße...Reichspräsidentenwahl", Ref«ent Dr. Eberlein. Gruppen!>--8 im„Türkisdien Zelt", Breite Straße. Gruppen 9— 10 in der„Waldschänke", Galenusstraße. Die Zahlabende be- ginnen wegen außerordentlich wichtiger Mitteilungen diesmal schon um 18' ö Uhr. 133. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Dafür beteiligen sich olle Parteimitglieder restlos an der Kundgebung im Schloß Schönhausen, Lindenstr. 31. 134. Abt. 1. Gruppe im Lokal„Zur Tanne", Bucher Aue. 2. Gruppe bei Göpfert, am Bahnhof Buch. Referentin Henny Iaduezynsti:„Wen wählen wir?" 3. Gruppe bei Sonnet, Echönower Ecke Parkstraße. 130. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 139. Abt. Lokal„Zum Schwan", Tegelort, Scharsenberg« Str. 30.„Wen wählen wir?", Referent Paul Koske. 143. Abt. Vorstands, und Bezirksführorsitzung bereits um 19� Uhr. Gäste können zur Versammlung um 20 Uhr eingeführt werden. Donnerstag, 10. März. 1. Kreis. Kursus Bernstein:„Demokratie im Sturm", in der Sophien-Schule, Weinmeisterstraße. Erwerbslose frei. 11. Kreis. 20*4 Uhr Fübrerappell der Eisernen Front bei Will. Martin-Luther- Straße 69. Die Mitglied« der örtlichen Kampfleitung laden die Funk- tionäre dazu ein. 30. Abt. Funktionärsitzung bei Pohst, Lychener Str. 103. Freitag. 11. Mär;. 139i. Abt. 20V: Ilbr im Schollcnkrup, H«rmsdorf«r Strotze. Mitgli«t>«r»ersomm» lunz.„Zur politischen Lage". Referent Robert Breuer. Fraucnveranstaltungen. 5. Krei«. Donnersiaz, l». Marz, fallt mit Rücksicht auf die Kreisvertreter. oerfammlung die Funltionärinncnsitzung aus. Röutocutal. Donnerston, 1ll. Mär,, 20 ühr, bei Meifel, Botznhofstr. 76.„Die Frau im Dritten Reich", Referentin Dorn Bergas. Arbeitsgemeinschafk der kinderfreunde Groh-Berlin. «MMSMW Kreuzberg: Heute 19tH Uhr gemeinsame Helfersitzun� mit der ; EAI. tm 5usicndheim Porckstr. 11. Pünktliches und vollzähliges Er° scheinen«wünscht. Die Listen der schulentlassenen Roten Falken nicht ver, rgessen. � Köpenick: Heute 19�. Uhr Elternversammlung im Stadttheatcr MW(Bereinszimmer). Wahl des Lltcrirobmannes. wm Reukölln, Helferkreis: Treffpunkt zur Helferversammlung Groß- Berlin am Donnerstag um 18� Uhr Hermannplatz(Normaluhr)..— Abt. Sturmfalke: Heute Helferbefprechung um 19 Uhr Karl-Marr-Schule.— Abt. Lichtkämpfer: Jung, und Rotfatten heute zur Gruppe Anmeldung für die Ost«» fahrt mitbringen. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 31. Abt. Unser Genosse Artur Plechatsch, Schivelbeiner Str. 38, ist am 2. März verstorben. Die Einäscherungsseier findet am Dienstag. 8. März, 20V» Uhr, int Krematorium Gerichtstraße statt. Die Abteilungsmitglied« ehren durch zahlreiche Beteiligung das Andenken des Verstorbenen. 77. Abt. Infolge eines Unfalls verstarb unser Genosse Gustav Ianz, Nollendorfstt. 23. Ehre seinem Andenken! 93. Abt. Am Donnerstag, 3. März, verstarb im Alt« von 68 Iahren unser treuer Freund und Genosse Ernst Schröber. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet heute, Dienstag, 8. März, um 17;� Uhr, im Krematorium Vaumfchulenwcg statt. Um rege Beteiligung wird gebeten.— Der Abteilungs- vorstand. 99. Abt. Am 3. März verstarb un«wartet unser langjähriger Genosse Emil Run cd! im 61. Lebensjahre. Genosse Rnneck war in jahrzehntelanger Arbeit für die Sozialdemokratische Partei ein Vorbild für die jüngero Generation. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Die Einäscherung findet am Mittwoch, 9. März, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulcnweg statt. Frühjahrsmoden bei T ch Die diesjährige Saison bringt eine reiche Auswahl an Stoffen, Farhcn und Verarbeitungsmöglichteiten. Die Farbe der Saison pflegt sich zumeist erst nach und nach herauszutristallisieren, sie wird also scheinbar nicht vom Fabritcmicn, sondern vom Käufer be- stimmt. Vorläufig sieht man viele Kleider in kräftigem Grün, sattem Rot und marineblau, daneben bleu in allen Schattierungen, beige, braun, mit einem Wort: es sind fast alle Farben vertreten. Die Verarbeitung bevorzugt eine Kombination zweier korrespon- dienender Farbtöne, blau mit rot oder bunt gestreist, grün m't schwärz usw. Die Complets zeigen das kurze, meist ossen zu tragende Bolerojäckchen, eigentlich mehr der Art der Pagenuniform ähnlich. Daneben sieht man auch lange Mäntel mit und ohne Aermel, Der Kleidsattel aus abweichendem Woll- oder Spitzcnstosf ist noch imnier stark im Kurs und jedes Kleid, wie immer es auch verarbeitet sei, hat einen Schal. Die 5? ü t e zeigen die schiefe Tellcrsorm mit viel Blumcngornierung: dann gibt es auch kleine runde Formen mit aufgeschlagener Krenipe. Jede Form zeigt reiche Garnierung, Es gibt sehr kapriziöse Aermclgarnierungcn: einmal sitzt das Püffchen ganz oben, fast an der Armkugel, dann wieder in Ellbogennähe oder als ausfallende Maschctte am Handgelenk, Die Länge der Röcke hat sich nicht verändert, sie sind drei- viertel'lang, glockig geschnitten oder in Halten gelegt. Auch Schneiderkostüme mit hübschen, reich verarbeiteten Seidenblusen oder sportlichen Hemden werden getragen. 3)ie SEukunfl der Slaatelliealer Sin Vorfchlag: Engere Verbindung mit der Volksbühne or beachtenswerter Seite wird uns geschrieben: Intendant Legal, der Leiter der staatlichen Schauspiele in Berlin ist zurückgetreten. Das Schreiben, in dem er seinen Amtsoerzicht begründet, läßt darauf schließen, daß dieser Rücktritt nicht ganz sreiwillig erfolgt ist. War es richtig, daß die maßgebenden Stellen einen gewissen Druck auf ihn ausübten? Die Antwort ist nicht ganz leicht. Legal war nicht gerade ein schlechter Intendant. Er hatte achtbare künstlerische Ziele und verstand es, am Gendarmen- markt wie in Charlottenburg eine Reche wertvoller Ausführungen herauszubringen. Wenn er sem Programm nicht restlos zu ver- wirtlichen oermochte, wenn er besonders mit seinen Plänen zur Gcstallung des Goethe-Jahres scheiterte, so mutz man chm zugute hallen, daß Umstände und Kräfte gegen chn wirkten, die es ihm nicht leicht machten. Vor allem brachten die Verhandlungen über die Schließung des Schiller-Theaters und die damit notwendig werdende Verringerung des Personals manche Komplikationen. Aber andererfells ist auch festzustellen: als kraft- volle Führerpersönlichkell bewies sich Legal nicht. Daß er in seinen eigenen Inszenierungen nicht recht über einen blassen Eklekti- zismus hinaus kam, soll der geringste Vorwurf sein. Schwerer wiegt, daß er mitunter den klaren Blick für das Notwendige-»er- missen ließ, daß er sich nicht durchzusetzen vermochte, und daß er in der organisatorischen Führung des Theaters, in semen Personaldispositionen usw. versagte. Die Zntendantenfrage. Plan fragt sich, ob Legal zum Gehen veranlaßt wurde, weil die maßgebenden Stellen bereits einen besseren Mann für die Führung der staatlichen Schauspiele sehen. Manches deutet darauf hin, daß man an Max Reinhardt denkt. Reinhardts künstlerische Qualitäten stehen außer Diskussion. Aber gibt es eine Möglichkeit, Reinhardts Kraft ganz den staatlichen Theatern zu oerpflichten? Reinhardt hat in diesem Winter zwar zwei der von chm bisher geleiteten Berliner Bühnen, das Theater am Kurfürsten- dämm und die Komödie, abgestoßen; er hat das Große Schauspiel- Haus für das kommende Jahr wieder an Charell verpachtet; aber noch hat Reinhardt fein Deutsches Theater in Berlin, noch sein Joseph städtisches Theater in Men. Daneben stehen feine Verpflichtungen, in Salzburg, in Riga, in Italien und in Amerika Inszenierungen durchzuführen. Wird Reinhardt gewillt und wird er imstande sein, diese Bindungen zu lösen? Nur dann aber würde seine Berufung zum Leiter der staatlichen Schru- spiele ein wirklicher Gewinn sein. Das Staatliche Schauspielhaus; braucht heute mehr denn je einen ganzenMann. Gr muß durch die Persönlichkeit seines künstlerischen Lellers ein Gesicht erhalten, � das sonst— wenigstens in weitem Umkreis— nicht zu finden ist, Man würde sich vielleicht damit abfinden können, daß Reinhardt als| • Intendant der staatlichen Schauspiele noch gelegentlich außerhalb Berlins eine Inszenierung durchführt. Aber es wäre kaum tragbar, wenn dieser Intendant gleichzeitig auch noch ein oder zwei Privat- theater leiten und mehr im Ausland als in Berlin sein würde. Man wird jedenfalls gut tun, bei der Berufung eines Nach- folgers für Legal nicht nur an Reinhardt zu denken. Wer aber könnte Legal sonst ersetzen? Die Zestungen sind eifrig dabei, diesen oder jenen Namen in die Debate zu werfen. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich dabei fast ausschließlich um die Namen prominenter Regisseure. Nun braucht ein Theaterbetrieb natürlich an seiner Spitze einen hervorragenden Jnszenatdr. Aber mindestens ebenso wichtig ist, daß in der Leitung eine Persönlichkeit mit klarem Blick für die allgemeinen künstlerischen und organisatorischen Not- wendigkeiten des Betriebes wirkt: eine Persönlichkeit, die einen charaktervollen, lebendigen, das Alte wie dos Neue gleichermaßen berücksichtigenden Spielplan aufzubauen weiß, die ohne Abhängigkell von einer Clique eine von modernem Geist und starkem Verantwor- tungsgefühl erfüllt» Kunstpolllik betreibt, die dem Personal gegen- über, ohne den Herrn herauszukehren, als Autorität gilt, und die nicht zuletzt auch durch kluge Sparsamkell dbs Defizit herabzudrücken weiß. Der Regisieur, der Nurkünstler, ist im allgemeinen geneigt, seinen persönlichen Ehrgeiz(selbstverständlich nicht einen materiellen, sondern einen künstlerischen) über allgemeine tunstpolitische Er- wägungen zu stellen. Um so wichtiger ist es, zu betonen, daß die Regiebegabung allein nicht den Ausschlag geben darf. Sicherlich wird es nicht leicht fein, jemanden zu finden, der gleichzeitig anerkannter Regisseur und guter Theaterleiter ist. Unter diesen Umständen wäre es vielleicht auch eine ernsthaft in Betracht zu ziehende Lösung, zwei Männer an die Spitze des Betriebes zu stellen: einen Leiter, der vor allem für die Spielplangestaltung und die organlsatorisch-technische Führung des Betriebes verantwort» lich ist, einen zwellen, dem die künstlerifche Gestaltung der einzelnen Leistungen obliegt. Man wende nicht ein, daß die für Oper und Schauspiel gemeinsaist zuständige Generalintendanz mit den Herren Tietjen, Scheffels und Sommerfeld ja eigentlich schon ausreichen müßte, um die kunstpolitischen und wirtschaftlichen Richt- linien zu geben. Jedes Theater braucht für seine Führung Persön- lichkellen, die unmittelbar mit dem Betriebe verwachsen sind. Viel- leicht könnte die Generalintendanz zugunsten einer Doppel- d i r e k t i o n der staatlichen Schauspiele verkleinert werden. Es wäre überhaupt zu untersuchen, ob das heutige Verhältnis zwischen der eigentlichen Leitung der verschiedenen staatlichen Bühnen und der Generalintendanz ganz das richtige ist. In jedem Falle sollte man die Lösung der derzelligen Inten- dantenkrise nicht überstürzen. Von der Persönlichkeit oder von den Persönlichkellen an der Spitze der staatlichen Schauspiele hängt sehr viel abl Die Aufgaben staatlicher Kunstpolitik. Die Intendantenkrise beim Staatlichen Schauspielhaus mag Gelegenhell geben, noch einige allgemeine Bemerkungen über die staatliche Kun st Politik zu machen. Offenbar besteht bei den maßgebenden Stellen der feste Wille, durch Verkleinerung des Apparates der staatlichen Bühnen eine namhafte Senkung der staatlichen Zuschüsse zu erreichen. So wurde im vorigen Jahr die K r o l l- O p e r geschlossen, so folgte in diesem Winter der Beschluß, das Schiller-Theater abzustoßen und die beiden Staats- theaterbetriebe in Kassel und Wiesbaden zu opfern. Die von diesen Beschlüssen Betroffenen sehen sie noch nicht als endgültig an. Erst in diesen Tagen haben wieder die Berliner Stadtverordneten eine Resolution angenommen, die den Staat ver- onlassen will, den Betrieb des Schiller-Theaters— bei Senkung der bisher für da» Haus gezahlten Pacht— aufrechtzu erhallen. Aber oller Voraussicht nach wird Preußen hier ebenso Nein sagen, wie es das bisher gegenüber den Vorstellungen der Stodwerwallungen von Kassel und Wiesbaden tat. Man wird es aus manchen Gründen bedauern müssen, wenn durch die rigorosen Maßnahmen des Staates das»ine oder andere Theater völlig zum Erliegen kommt und bei den übrigen Bühnen wenigstens der Betrieb durch die Nachfolger auf eine schmalere Basis gestellt werden muß. Aber man wird sich den Motiven der staatlichen Stellen nicht ganz oerschließen dürfen. Dif Staatstheater er- forderten 1930/31 einen Zuschuß von fast 10 Mil- lionen Mark, und auch nach Schließung der Kroll-Oper und Durchführung anderer Sparmaßnahmen blieb noch ein Defizll von 6 oder 7 Millionen. Lassen sich solche Zuschüsse in einer Zell ärgster wirtschaftlicher Schwierigkellen für den Staat verantworten? Man kann auch fragen, ob es überhaupt eine staatliche Aufgabe ist, einzelne Bühnen mit Millionenaufwand zu erhallen. Jedes Theater kommt nur einem lokal begrenzten Kreis von Beluchern zugute. Mit welchem Recht dursten gerade die Einwohner von Kassel und W'es- baden ein gutes Theater besuchen, ohne daß ihre Stadtverwaltungen dafür besondere Opfer zu bringen hallen? Für die staatlichen Theaterbetriebe in Berlin läßt sich freilich sagen, daß Berlin mehr und mehr zur Zentrale eines ausgedehnten Fremdenverkehrs geworden ist. Außerdem läßt sich auch fordern, daß der Staat in seiner Hauptstadt ein Musterbeispiel hatte mö» die Sicherhell dafür bot, daß seine Aufführungen einet brellen Schicht von Minderbemittelten zugute kämen. Eine andere Frage ist es allerdings, ob es richtig und notwendig war, den Kroll- Betrieb völlig zu verselbständigen. Und eine Schließung dieses zwellen Betriebes war im gleichen Augenblick gerechtfertigt, als der allgemeine Befuchsrückgang die Möglichtell bot, den gleichfalls gesunkenen Platzbedarf der Volksbühne in dem inzwischen wefentlich vergrößerten Hause Unter den Linden zu befriedigen. Ob die Verpflichtung zur sozialen Kunstpflege auch als Recht- fertigung dafür dienen kann, daß dem Schauspielhaus am Gendar- memnarkt das Schiller-Theater angegliedert wurde, ist nicht gleich oorbehallslos mll einem Ja zu beantworten. Wohl bot das Schiller-Theater gegenüber dem Betrieb am Gendarmenmarkt eine oerstärkte Möglichkeit, an breitere Volkskreise heranzukommen. Aber cs fehlte den Vorstellungen in Charlottenburg doch stets der Unterbau einer großen Besucherorganisation, die den Gedanken der sozialen Kunstpflege bis zur letzten Konsequenz verwirklichte. Der Popularisierung der staatlichen Schauspiele Halle es viel mehr gedient, wenn das Haus am Gendarmenmarkt, ahnlich wie es in den Anfängen die Lindenoper mit dem Kroll-Theater tat, sich bereit erklärt hätte, der Volksbühne in ihrem Haus am Büwwplotz gute Schauspielauffichrungen zu billigen Bedingungen zu liefern. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, mag die geplante Aufgabe des Schiller-Theaters ebenso tragbar sein, wie die Einstellung lebendiger, wegweisender Theaterführung bietet. Nimmt man die z�r Kroll-Oper. Zugleich drängt sich aber die Frage auf: Wäre große Tradition hinzu, die gerade hinter den Berliner staatlichen nicht am Ende letzt der Zeitpunkt gekommen, die Theaterbetrieben steht, bedenkt man, welch schweren Schlag chre soziale Verpflichtung des staatlichen Schauspiel- Aufgabe verdeutschen Theaterkultur ganz allgemein zufügen würde, betriebes zu verwirklichen, indem das Ensemble so muß man sogar zu dem Schluß kommen: hier darf selbst die � hes Staates die Lieferung der Vorstellungen für prekärste Lage der staatlichen Finanzen nicht zu einem einfachen has Theater am Bülowplatz übernimmt? Man weiß. Strich durch das Bestehende führenl Hier kann höchstens eine größere Rationali sierung Platz greifen. Ein staatliches Musterbesspiel guter Theaterführung verlangt nun zumindest zwei Betriebe: einen zur Pflege des Schauspiels und einen für die O p e r. Beide Gattungen haben ihre Bedeutung, beide in einem Haufe zu oerkoppeln wäre aber unwirtschaftlich und würde keiner die Möglichtell voller Entfaltung sichern. Ganz ab- wegig ist es besonders, wenn hier und dort die Meinung auftaucht, der Staat könne das Schauspiel opfern. Eine Beschränkung der staatlichen Theaterpflege auf die Oper würde ein bedauerliches Ein- geständnis fein, daß es den verantwortlichen Stellen mehr auf Repräsentation als auf Kulturarbeit ankommt. Die soziale Verpflichtung des Staates. Will der Staat Musterbühnen führen, so darf er sein« Sorge selbstverständlich nicht in der Produktion vorbildlicher Aufführungen erschöpfen. Der Bsgriff einer mustergültigen Theat-rpfleg- verlangt daß sich di« Volksbühne stark genug fühlt, ihr Haus auch weiterhin selbst bewirtschaften zu können. Aber man weih auch aus den Erörterungen im Zusammenhang mit den Martinfchen Plänen einer Pachtung des Schiller-Theaters, daß die Leitung des Vereins Volksbühne nicht unglücklich sein würde, wenn man ihr bei der Unsicherheit der Zeiten das Risiko der eigenen Betriebsführung abnehmen würde. Eine„Bespielung" des Theaters am Bülowplatz durch das Ensemble des Staatlichen Schauspielhauses würde wahrscheinlich ganz ohne Zuschüsse möglich sein. Auch wenn der Staat für die Inanspruchnahme des Hauses am Bülowplatz der Bolksbühne etliche hundert Plätze unentgeltlich überlassen müßte, würden ihm bei der Größe des Theaters immer noch genug Plötze bleiben, um große Einnahmen zu erzielen. Einen Teil dieser Einnahmen würde die Volksbühne durch die für ihre Mitglieder benötigten Plätze garantieren, die übrigen ließen sich aus dem öffentliche» Kassenverkauf herausholen, sofern wirtlich wertvolle Darbietungen gelieiert auch, daß die Aufführungen den bereitesten Kreisen des werden. Das Staatliche Schauspielhaus aber halle die Möglichkeit, Volkes zugänglich sind. Diese Notwendigkell kann unter Umständen einen Zwang bedeuten, die Thcaterarbeit nicht auf zwei Bühnen zu beschränken, sondern diesen Filialbetriebe anzugliedern, weil nur sie die Veteiligung der Massen gestatten. Unter diesem Gesichtspunkt war es durchaus richtig, wenn der Staat neben seinem Opernhaus Unter den Linden auch die Kroll-Oper unter seine Fittiche nahm, nachdem die Volksbühne diesen Bau errichtet das sowieso benötigte Ensemble, seinen Berwalwngsapparat, seinen großen Fundus usw. rationeller auszuwerten. Die Notwendigkeit, dem staatlichen«xhanspielbetriebe einen neuen Leiter zu geben, sollte veranlassen, auch die Frage einer engeren Verbindung mit der Bolksbühne zu prüfen. Die Zeit drängt, wenn für die kommende Spielzeit ein Abfchluß zustande kommen soll. Aber zu spät wäre es wahrscheinlich noch nicht.?. Kn. Florian Seidl: In Turin ertegte sstngst die' Geschichte" einer Liebschaft- großes' Aufsehen.•-"v,; Die in der Reife ihres Lebens stehende Witwe Costa war in Beziehungen zu einem siebzehnjährigen Burschen namens Ferrazza getreten. Es war glühende Liebe, der Junge, wie behext, wollte auch die Frau heiraten, als seine Eltern einen Brief auffingen und daraus alles entnahmen. Darauf brachten sie ihn, ohne daß sie chn von der Geliebten auch nur Abschied hätten nehmen lassen, auf ein Schiff zu einem der Familie befreundeten Kapstän. Mit diesem sollte er auf See gehen und darüber die Liebschaft vergessen. Am Tag vor der Abreise jedoch erhielten die Eltern ein Telegramm: „Ferrazza verschwunden. Befürchte das Schlimmste." Sie fuhren eiligst nach Genua, doch konnten sie auch nichts anderes feststellen, als daß ihr Sohn am Abend in der Kajüte schlafen gegangen und am Morgen, ohne daß chn jemand gesehen hatte, verschwunden gewesen. Alle Nochforschungen blieben erfolg- los, das Schiff lag weit draußen vor Anker, so daß nicht ange- nommen werden konnte, daß er das Land schwimmend erreicht hätte, man fand sich also, damit ab, daß er sich ein Leid angetan. Man unterließ nicht, dies auch die WUwe wissen zu lassen, da ja ihr nach Ansicht der Eltern und sämtlicher Verwandten die Schuld an diesem Ende des jungen Mannes zukam. Costa war aufs äußerste bestürzt Ihre Trauer verwandelte sich jedoch bald in größte Freude. Sie bewohnte völlig allein ein Haus außerhalb der Stadt. Ein Garten, den eine hohe Mauer um- schloß, stieß daran und gehörte gleichfalls der Witwe. Kurze Zeit, nachdem ste von dem Ende Ferrazzas erfahren, wurde nachts heftig an die Haustüre gepocht. Nur zögernd, und nur. well das Pochen nicht nachließ und sie glauben mußte, es fei vielleicht eine dringende Botschaft oder gar eine polizeiliche Streife, die käme, um nach Ferrazza zu suchen, entschloß sie sich zu öffnen und— da stand der als tot Gemeldete vor ihr, drängte über die Schwelle, umschlang sie, toll vor Freude und au» ihm sprudelte es, a!es zu gleicher Zeit, die Bitte, ihn nicht zu verraten, ihn zu behalten für immer und ewig, wie er. von der Sehnsucht nach ihr, an Land geschwommen, wie er die Nächte durchwandert, daß rnemand ihn gesehen habe und daß ste ihn nie wieder den Seinen ausliefern dürfe. Die Witwe zog ihn die Treppe hinauf und in das Schlafgemach, strich ihm über Gesicht und Körper, tastend und liebend, und er mußte aufs neue erzählen, das Unglaubliche, das Glück, wie /f möglich geworden, daß sie sich wieder besahen. „Sie glauben dich tot!" „Um so besser für uns. Tot will ich sein für alle; sie schicken mich fort, ich will nicht von dir!" Sie blieben die Nacht wach. Vor Freude. Und schmiedeten Pläne.„Einmal, wenn ich volljährig bin, ist wohl Zeit, bis dahin und weiter noch, immer, laß mich bei dir, verbirg mich, verbirg mich!" So taten sie und niemand ahnte, daß Ferrazza lebte, sogar in seiner Vaterstadt lebte Die Witwe brach jeden Verkehr mit den Menschen ab. ste ließ keine Dienerin mehr in? Haus, was an Lebens- Mitteln und sonst Nötigem gebracht werden mußte, nahm sie unten an der Haustür in Empfang und schloß diese sogleich sorgfältig wieder ab Sie selbst verließ die Wohnung fast nie. Man schob die» veränderte und auffällige Benehmen auf dex Tod des Geliebten und ließ«».dabei. Ferrazza setzte nie den Fuß auf die Straße. Nur nachts ging er in den Garten, sah zu den schwarzen Zypressen und in die Sterne. Di» Frau war an seiner Seite. Sie lebten ihrer Liebe. Lange Zeit. Dann aber ergriff den Mann die Sehnsucht. Doch die Frau ließ ihn nicht von sich. Sie fürchtete, daß er sie verlassen würde, wentt er erst eipmal den Mensch«?, den vielen., die alle durch ihr: b!otz»�-Dssein...ihr'.Felnd waren, wiedergegeben wäre. Sie drohte mll Strafen, die ihrer harrten, wenn sie nunmehr den Betrug aufdeckten. Das half eine Zeit Doch die Sehnsucht des Mannes wurde drängender. Er versprach ihr die Ehe, denn er war in- zwischen volljährig geworden und kein elterlicher Einspruch tonnte ihn mehr hindern, sie zu heiraten. Der Wllwe genügte das nicht. Eine alternde Frau war sie! Ihr gehörte er ganz und gar, sie hatte Ihn oerborgen, mit niemand wollte sie tellen! Als ste fürchten mußte, ihn nicht mehr zurückhalten zu können, ihn zu verlieren, denn so sehr er das Gegentell beteuerte, sie wußte, daß ihn von sich lassen hieß ihn hergeben, lockte sie ihn in ein Keller- gemach und schloß chn ein. Gefangen! Sie hatte alles überlegt und vorbereitet. Ein vergitterter Licht- fchacht führte gegen den Garten, es konnte ihn niemand hören, wenn er schreien wollte, durch eine Luke schob sie ihm Essen zu. So hielt sie ihn durch Jahre. Die Frau wurde alt und der Mann verfiel. Doch wenn auch Eostas Körper oertrocknete, ihr Wille blieb krallig, sie ließ chn nicht los, ihren Besitz, wie ein Habicht kreiste sie über dem Schicksal des Geliebten. Manchmal führte sie chn nachts in den Garten, daß er zu den Sternen sah und auf die dunklen Bäume, auf den Bänken saß, die Zeugen ihrer jungen Liebe gewesen und nun den ungepflegten, müden Gefangenen sahen und seine Wächterin, die nicht von seiner Seite wich. Und dann zwischen Hinbrüten und Murren umfingen sie sich wieder i» Liebe. Nach langen Jahren wurde die Witwe krank. Sie schleppte sich trotzdem täglich an die Tür, um die Lebensmittel in Empfang zu nehmen, und schlufte in den Keller, sie dem Gefangenen zu bringen. Nach Tagen jedoch konnte sie das Bell nicht mehr ver- lassen. Man drang in das Haus ein und fand auf dem Lager die abgezehrte Frau. Sie sprach nichts und blickte nur wütend auf die fremden Menschen, die jetzt Macht hatten. Man erkannte ihre Unruhe, hörte Klopfen aus dem Keller, suchte, brach die Tür ein und fand einen verwilderten, dem Verhungern nahen Mann. Er wurde die Stiege hinaufgezogen und man mußte ihm bald glauben, daß er Ferrazza sei, seit dessen vermeintlichem Tode nun 16 Jahre vergangen waren! Seine Eltern waren inzwischen verstorben, Geschwister lebten noch und zu diesen wurde er gebrocht. Die Stadt war voll von dem Ergebnis Man erzählte sich, wie er geweint hätte, als er wieder auf der Straße stand, wie er geschwankt und kaum zu gehen ver- macht habe, einem kleinen Kinde ähnlich, das unsicher ist und die Hände nach der stützenden Mauer ausstreckt. Man pflegte ihn, er mußte erzählen, mehr ein Lallen war es, was er von sich gab, schwerfällige Laute stieß er au», doch man entnahm genug daraus. Die Frau kreischte und schlug um sich, man pflegte sie gegen ihren Willen gesund und zog sie vor den Richter. Da standen sie sich gegenüber, Ferrazza, der in der kurzen Spanne der Freiheit sich merklich erholt hatte, und die Frau, nun gänzlich verfallen, einer Hexe gleich, böse funkelnd wie eine Spinne. Ferrazza sollte klagen und— o unerrechenbares Geheimnis des Menschen!— widerrief alles beim Anblick der Frau, sagte, mit freiem Willen sei er im Hause verblieben! Man drang in ihn, wies daraus hin, daß er im Keller eingesperrt gefunden worden sei, er gab nichts zu, mit seinem Einverständnis habe er im Keller gewohnt. Es blieb nichts übrig, man muhte die Witwe mit einer gelinden Strafe davonkommen und die beiden in das verruchte Haus zurück- kchren lassen. ??r. 113• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, S. März 1932 Noch keine wirtschaftliche Besserung Das politische und wirtschastliche Weltchaos verhindert sie. Das dsutjche Institut für Konjunkturforschung hat auf Grmu) feimr statistischen Beobachtungen ein Urteil über die wirtschaftliche Lage in oer Well und in Deutschland veröffentlicht, das sehr p« s s i m i st i s ch ist. Der zwar nicht erklärte, faktisch aber bc- stehende Wirtschaftskrieg in der Welt, die Folge der noch immer fortdauernden gewaltigen politischen Unsicherhell(Ja- pan-China-Kricg, verschobene Reparationskonfercrrz, Währung?- entwertungcn, Kriegsängste) verhindert jede wirtschaftliche Erholung in bei Weltwirtschaft. Der Ausgang der Reichspräsidenten- wähl in Deutschland für fjindenburg und gegen Hitler— man vergesse nicht, daß Deutschland der zweitgrößte Jnimstiestaat und der größte Schuldnerstaat der Well, zugleich auch der größte zukünftige Anleihenehmer ist— ist für jede Wendung der Wirt- schafteverhällniss« zum Besseren ein ausschlaggebender Faktor; denn Deutschlands Kredit hängt von der Nieoerhaltung Hitlers ab. Aber auch de? übertriebene Abbau der Löhne und Gehälter halle vechssrende Wirtungen in Deutschland und droht, ein« wirtschaftliche Erholung unmöglich zu machen. Das Institut schreibt: Die Weltkonjunktur Ende Februaril9A2 Die Abkapselung der Volkswirtschaften im Kampf um ihre Währung und ihren Binnenmarkt hat das Geflecht internationaler Handels- und Verkehrebeziehungen in den letzten '.vionaien in starkem Umfang« zerstört. Der Welthandels- umfaß ist erneut stark zurückgegangen. Der internationale Fremdenverkehr und die Wanderbewegmig kommen mehr und mehr zum Erliegen. Der Weltkreüitoerkehr ist nahezu völlig erstarrt; die Eläubigerländcr waren weiterhin bestrebt, ihre Au?- landskapitalien zurückzuziehen. Dieser Tendenz wurde zunehmend durch Moratorien oder Stillhalteabkommen entgegengewirkt. In den meisten Wirtschaftsgebieten— vor allein in den In- duftrieländern— setzte sich der Schrumpfungsprozeh in Proauktion, Umsätzen, Kaufkraft und Preisen zum Teil verschärft sart. Nur in Großbritannien und in einigen überseeischen Rohstoff- ländern flaute der Rückgang stark ab und kam völlig zum Still- stand. Damit zeigen sich erstmalig seit Ende 1930 wieder Ansätze einer konjunkturellen Differenzierung in der Weltwirtichaft. Die relativ« Besserung in«inigen Rohstoffländern stand mit der Konsolidierungstendenz aus den Märkten der Textil- und Nah- rungsstoff« im Zusammenhang, eine Tendenz, die jedoch allein auf die Rohstosfe der Vcrbrauchsgütcrindiistrien beschränkt blieb. Durch weiteres Schrumpfen de? Kreditoolumens infolge Geld- Hortung und Depofitonabhclmng erhöhte sich der Druck auf Löhn«, Preise und Kaufkraft. Diese Auswirkungen so- wie vor allem auch ei« immer stärker anschwellende Welle von In- solvenzen als Folg« des Debllorenabbaus läßt in großen Teilen der Wellwirtschaft mehr und mehr wirts chaftcpolitisch« Tendenzen erstarken, die gegen weitere Deflation gerichtet sind. In den D e r e i n i g t e n Staaten soll weiteren Verhängnis- vollen Deflationswirtungen nunmehr durch k r e d i t p o l i t i s che Maßnahmen begegnet werden. Wenn es dieser Stützung-politit gelingt, die Kreditklemm« zu beheben, so wird srellich infolge der noch weller baissewirksamen Faktoren der Schrumpfungsprozeß nur sehr langsam nachlassen. Obgleich neuerdings auch am englis.chen Geldmarkt eine merkliche Entlastung unverkennbar ist, so kann für die Weltwirtschaft als Ganzes bei der Ungelösthell der schwebenden polllischcn Probleme in den nächsten Wochen und Monaten ein entscheidender Tendcnzumschwung noch kaum er- wartet werden. In Deuischland hält die Wirtschasts- schrumpfung an. Preise, Produktion und Umsatz sind weiter abwärts gerichtet. Die Arbeitslosigkeit ist Mitte Februar auf L.lJ Millionen angeschwollen. Von der Gesamtzahl der Artellcr und Angestellten find nur 79 Proz. beschäftigt. Das zur Aufnahme von Verbrauchsgütern verfügbare Ein- kommen setzt seine Abwärtsbewegung fort. Die Not und wohl auch die Unsicherheit über die künftige Entwicklung zwingen zum Einsatz von Ersparnissen für den laufenden Konsum. Der Absatz der Verbrauchsgütcrtndustrien wird dadurch etwas gestützt. Der Absatz der Produktionsgllterindustrien unterliegt demgegenüber einem verstärkten Druck. Die heimisä)« Jnvestitions- tätigkell dürfte sich, obwohl nicht mehr well von der Nullinie ent- fert, weller vermindern. Die Etats von Reich, Ländern und Gemeinden stehen unter dem Einfluß dieser Entwicklung. Die Sozialausgaben haben die Tendenz, weiter zu steigen, indes die Steuereinnahmen spärlicher fließen. Der Ausgleich wird um so schwieriger, als stch erweist, daß eine Hercrussetzung der Steuersätze das Steueraufkommen kaum noch erhöht Auch der Währung?- und zollpolitische Wirr- wa rr, in den die Wirtschast hineingeraten ist, macht stch je länger desto stärker zum Nochteil der deutschen Wirtschaft geltend. Die A u s s u h r Hot sprunghast abgenommen. Deullich wird auch er- kennbar, wie stark stch die Wcttbewer�sverhällnisse durch die Mkchr Englands vom Goldstandard zu unseren Ungunsten verschoben Hadem Bei im ganzen abnehmenden Exportumsätzen vermag sich der Anteil Englands besser zu halten als der Deutschlands. Für eine Reihe fertiger und halbfertiger Verbrauchsgüter verzeichnet Deutschland sogar steigende Einfuhr bei sinkender Ausfuhr. Der Devisenmarkt wird dadurch erneut belostet, die Bewegungsfreiheit der Reichsbank eingeengt. Eine etwaige Auflockerung der K.editmürkte. für die durch das Vorgehen der angelsächsischen Notenbanken gewiss« Voraussetzungea? geschasfen sind, wird so in enge Schranken gebannt. Di- nächsten Monate werden mit dem Saisonumschwung möglicherweis« gewisse Entlastungstendenzen für die konjunkturell an stch abwärts gerichtete Wirtschaft mit stch bringen. Die Entwicklung des Arbeitseinkommens Uebor die Entwicklung des deutschen Arbeitseinkommens trifft der Bericht folgende Feststellungen: „Das Einkommen aller Arbeiter. Angestellten und Beamten zusammen hat im vierten Bicrleljahr 1931 schätzungsweise 7.8 Mll- liarden Mark betragen gegenüber g.ä Milliarden Mark im vierten Vierteljahr 1939, Das!«deutet«inen Rückgang um 17 bi« IL Proz, Gegenüber dem Höhspunkt des Arbeitseinkommens im Jahre 1929 ist da? Arbeitseinkommen im Vergleich der vierten Vierteljahre sogar um 2 5 bis 30 Proz. gesunken. Es ist bemerkenswert, daß gegenwärtig aus die Bewegung des Zlrbeitseivkommens die Senkung der Löhne und Gehälter min- bestens ebenso großen Einsli'tz hat wie die Zunahme der Arbeits- losigkeit und die Verkürzung der 2lrbeitszcit. Im 4. Vierteljahr 1931 war die Zahl der Bezieher von Arbeitseinkommen— nach der Entwicklung der Arbeits- losigkell zu schließen— um mehr als Ifst Millionen geringer als vor einem Jahr«. Es kommt hinzu, daß die durchschnlltliche Arbeitszeit allein in den Wirtschaftszweigen, in denen darüb« Angaben zur Verfügung stehen, gleichzeitig gesunken ist Am meisten ober fällt ins Gewicht, daß zwischen den letzten Vierteljahren 19Z0 und 1931 die Tariflöhne und Tarsgehälter sowie die Bcamtenge- häiter teilweise mehrfach erheblich heralgescht worden sind. Die Zndnftriearbeiicr haben unter dem Einkommeneverlust am schwerste» zu leiden. Ihr Einkommen war im 4. Vierteljahr 1931 um über 25 Proz. geringer als im 4. vicrlcljahr 1939. Die In- dustriearbeitcr nämlich haben, was die Senkung der Löhn« betrifft, mindestens die gleichen Verluste erlitten wie die übrigen Teile der Arbeitnehmer: bei den Industc iearbellern ist aber auch der Rück- gang der Besch ästig ung am aller schärfsten. Es zeigt sich, baß bis zum 4. Vierteljahr die tariflichen Stunden- löhn« der Industriearbeiter gegenüber 1939 um nicht ganz 7 Proz. gesunken waren. Den Verlust, der eurch den Ai bau der übertariflichen Bezahlung cntstcinien ist, wird man wahrscheinlich insgesamt auf ebensoviel veranschlagen dürfen, wenn auch hierüber keine zuverlässigen Angaben zur Verfügung stehen. Die wachsende Arbeitslosigkell hat vom 4. Vierteljahr 1931 beinahe ein« Million Industriearbeiter ihres Einkommens beraubt. Nach den Zahlen der Jndustricberichterstattung sind ferner von jedem in der Industrie Beschäftigten im 4. Vierteljahr 1931 etwa 4 Proz. weniger Arbeits st unden geleistet worden als im vierten Vierteljahr 1939. .Das Einkommen d e r A n g c st e l l t c n ist zwar gleichfalls recht erheblich, aber nicht ganz so stark wie ias der Jndustricarbci- tcr gesunken. Die Gehaltsscnkungen, die im Lause des Jahres 1931 eingetreten sind, halten sich im großen und ganzen etwa im gleichen Rahmen wie der Lohnabbau bei der Industrie. Dagegen ist die Beschäftigung bei den Angestellten weniger stark zurückge- gangen. Immerhin ober wird man kaum fehlgehen, wenn man den Rückgang des Angestellten e i n k o m m e n der im Läiife des Jahres 1931 eingetreten ist, auf mindestens 19 Proz. veranschlagt. Die übrigen Teile des Arbeitseinkommens sind zum Teil bei- nahe so stark zurückgegangen wie das Einkommen der Industrie- arbeiterschaft. Das gilt beispielsweise für die in Handel. V e r- kehr usw. tätigen Arbeiter. Das Beamteseinkommen war bis zum 4. Vierteljahr infolge der Gehaltssenkungcn um etwa 12 bi« 13 Proz. zurückge- gangen. Bereits jetzt läßt sich schätzen, daß das ge- samt« Arbeitseinkommen im 1. Vierteljahr 1932 wahrscheinlich auf etwa 6,5 Milliarden Mark sinken und somit um etwa ein Viertel geringer sein wird als im 1. Vierteljahr 1931." Für die deutsche Politik sind wichtige Konsequenzen aus dieser Prognose zu ziehen. Der schematische Lohn- und Gehallsabbau hat uns nur tiefer ins Elend gebrachte Es muß ein organischer Wiederaufbau der Löhne versucht werden: Betriebe, die höhere Löhne zahlen können, müssen dazu veranlaßt werden. Der Faschismus in Deutschland muß niedergehallen werden: koste es, was es wolle. Anders ist Deutschlands internationale Kredit- Würdigkeit nicht wieder herzustellen. Mit der Arbeitsbe- I ch a f f u n g muß Ernst gemacht werden. Arbeitsbeschaffungs- anleihen werden aber ebenfalls unmöglich sein, wenn der Faschismus nicht geschlagen wird. Endlich muß der Bankenrcinigung die Ret- nigung in der Industrie folgen, weil auch auf diesem Wege der 5eapitalflucht begegnet und das Vertrauen in Deutschland wiederhergestellt werden muß. Heute Niskontsenkung. Der Zentralausschuß der Reichsbank ist für heute nachmittag 4 Uhr einberufen worden. Mau erwartet eine kreditoerbilliguiig von 7 auf 6 Prozent. Macht den Weizen biNiger! Die Vorratsstatistik unterstreicht unsere Forderung. Die Statistik des Deutschen Landwirtschaftsrats über die am 15. Februar in den Händen der Landwirtschaft befindlichen Getreide- Vorräte verdient besondere Aufmerksamkeit, weil bestimmte landwirt- schaftliche Interessentenkreise eine Verschleierung der tatsächlichen Ge- treideversorgungslage wünschen. Der Rückgang der Vorräte bei sämtlichen Getreidearten war im letzten Monat st ä r k e r als im Vormonat, weil in der Zeit vom 15. Dezember bis 15. Januar infolge der vielen Feiertage wenig verkauft worden ist. Damit wird eine A u s l e g u n g der Statistik vom 15. Januar als f a l s ch erkenn- bor. Damals wurde behauptet, daß die Abnahme der Verkaufstätig- keit auf die Verringerung der Roggenverfütterung zurück- zuführen ist. Jetzt zeigt es sich, daß dies nicht der Fall ist, die Roggenoorräte haben sich wieder in starkem Maße verringert. Unsere damalige Beurteilung der Getreideversorgungslage wird also durch die Ergebnisse der Vorratsstatistik vom 15. Februar bestätigt. Im einzelnen ergibt sich aus der Statistik, daß am 15. Februar noch eine Million Tonnen Weizen insgesamt bei der Landwirtschaft vorhanden war, wovon aber nur 799 999 Tonnen zum Verkauf verfügbar sein dürften. Im Widerspruch hierzu steht an- scheinend das zur Zeit knappe Angebot an Weizen aus der Land- Wirtschaft, was zur Folge hatte, daß die Weizenpreise seit Ansang des Jahres um mehr als 39 M. gestiegen sind. Der Widerspruch ist nur dadurch zu erklären, daß große Teile der Landwirtschaft ihren verkaufsverfügbaren Weizen in Erwartung besserer Preise zurück- halten. Dies ist ein neuer Beweis dafür, daß es der Landwirtschaft noch nicht allzu scklecht gehen kann. An Roggen sind am 15. Februar 1932 eine Million Tonnen weniger vorhanden gewesen als am gleichen Tage des Vorjahres. Trotz dieses enormen Minderbestondes glaubt der Deutsche Landwlrtschastsrat bei seiner Stellungnahme zu den Ergeb- nissen der Vorratsstatistik darauf hinweisen zu können, daß die Lage der Roggenversorgung garnlchtsoschlimm wäre. Als Beispiel wird das Jahr 1927 angeführt, in welchem die Barräte sogar rund 290 999 Tonnen geringer waren als heute und trotzdem bis zur neuen Ernte nur 499 999 Tonnen Auslandsroggen eingeführt wurden. Hier- bei wird aber völlig vergessen, daß Im Erntejahr 1926/27 2, 4 Millionen Tonnen Weizen eingeführt wurden, während im ! laufenden Erntejahr der Wcizenzuschuh bisher nur 899 999 Tonnen 1 betrug. politische Messe in Leipzig. Kleines Geschäft.- Lleberall Unsicherheit.- Katastrophaler Exportmarkt Leipzig, 8. März.(Eigenbericht.) Das Geschäft aus der Leipziger Frühjahrsmesse 1932 entwickelt sich nicht ganz so schlecht, wie man noch am Sonnabend und Sonn- tag, vor und bei Beginn der Messe, ganz allgemein angenommen hat. Es wird verkauft und gekauft, und fast überall zeigt man Op- timismus. So eine Art Zweckoptimismus, der sich darauf stützt, daß es schlechter hätte kommen können und sich die Dinge doch endlich ändern müssen. Nach der Zurückhaltung im vergangenen Jahr und nach den Sonderoerkäufen um die Jahreswende muß man und will man kaufen. Die Läger sind geräumt Man muß dem Auge und dem Kunden Neues bieten. Aber die Unsicherheitssaktorcn sind zu groß. Die Wahlen stehen dicht vor der Tür. Man weiß nicht, welche neuen Störungen sich aus der politischen Entwicklung ergeben. Deshalb hätt man lieber zurück. Es wird Immer klarer— und die Leipziger Frühjahrsmesse unterstreicht das—. daß die erste Voraussetzung für eine Ankurbelung unseres Wirtschaftslebens die Vereinigung der polt- tischen Atmosphäre ist. Das Gesamtergebnis der Leipziger Messe 1932 wird sehr wahrscheinlich von dem geradezu katastrophalen Versagen des Ex- ports und der Exportmärkte nachteilig beeinflußt. Der Export nach England fällt so gut wie aus. Die Zollerhöhung vom 1. März, dann aber auch die P f u n d e n t w e r t u u g, hat den Export nach Eng- land so gut wie stillgelegt. Das gill auch für die nordischen Länder. die England auf der Bahn der Währungsvcrschlechterung folgten. Dazu kommt, daß die großen überseeischen Agrargebictc nach wie vor nicht kaufen können. Andererseits scheint die D e v i s e n b e- wirtschaftung in Ländern, die für den deutschen Export wich- tig sind, so gehandhabt zu werden, daß sie aus eine Unterbindung der Wareneinfuhr hinausläuft. Wie uns von verschiedenen Fabri- kanten versichert wird, sind zahlreiche deutsche Spezialindustrien dabei, sich in England anzusiedeln. Fabrikate, die früher nur in Deutschland und Leipzig zu haben waren, werden heute be- reitz in größeren Mengen in England fabriziert und auf den eng- lischen Markt gebracht. Das sind recht trübe Aussichten. In dem Maße, wie sich der Zusammenbruch großer deutscher Exportmärkte auf der Leipziger Frühjahrsmesse zeigt, kann man Bestrebung des Auslands feststelle», mehr als bisher in den deutschen Markt einzudringen. Die ausländische In- dustrie hat diesmal in Leipzig Gelegenheit genommen, zu zeigen, daß sie in den letzten Jahren, vielfach mit Hilfe der deutschen Ma- schine, etwas gelernt hat. Es sind nicht nur die Russen, die mit Fertigwaren überraschen. Auch andere Staaten haben sich aus die industrielle Reise gemacht. Die größte Beachtung verdienen aber die Japaner. Im Ringmeßhaus haben sie eine fein durchdachte Kollektivausstellung aufgebaut, vom Reis angefangen bis zum Gummischuh, dem Sport- artikel und dem Dainenhalstuch aus Baumwolle. In der Mannig- falligkeit des täglichen Bedarfs gibt es fast sozusagen nichts, was die Japaner nicht ausstellen. Vergleicht man die japanische Qualität mit der Qualität deutscher Waren, so fallen die Japaner ab. Auch in den Preisen sind die Japaner höher als die Deutschen, trotz der niedrigen Löhne, die man in Japan zahlt. Stärkere Ansätze für eine Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich bei der kanadischen Ware. Nach Lage der Dinge liegt dieses Mal das Schwergewicht der Leipziger Messe auf dem Inlandsmarkt Gewiß, die Unsicher- heit hält viele Kunden ab, ihren Bedarf zu befriedigen. Man verschiebt die Bestellung a»f eine spätere Zeit, selbst bei der Gefahr, daß man später teurer an die Ware kommen wird. Die pleite der Handelsbank. Die Dresdner Bank soll vorläufig helfen 1686 Gläubiger— hauptsächlich— sind bei der Handelsbank AG. uin Sorge von rund 6 Millionen Einlagen. Wie viel sie retten werden, kann erst die Vermögensbilanz zeigen, die jetzt ausgestellt wird. Materielle Hilfe hat das Reich noch nicht zugesagt: auch hier ist die Garantierung einer 39prozentigen Vergleichsquote von der Höhe der Verluste abhängig. Augenblickliche Hilfe leistet die jetzt vom Reich bc- herrschte Dresdner Bank durch vorschußweise Auszahlung der Forderungen bis 259 M. und durch Bevorschussung der Vergleichs- quotc bei größeren Guthaben. Sie hat außerdem Z a h l st e l l e» auf dem Zentralvichhof und dem Großsleisch- ma r k t eingerichtet. Nach der Liquidierung der Handelsbank denkt man für die Finanzierung des Berliner Fleischgewerbes an eine dauernde Verbindung mit der Dresdner Bank bzw. mit deren Genossenschaftsabteilung. Auch die Berliner Fleischer, deren Schicksal ebenso be- dauerlich ist wie das jedes anderen geprellten Bankkunden, werden jetzt erkennen, daß die„marxistische" Forderung nach gründlicher Bankentontrolle auch in ihrem Interesse liegt. Bankenkrach in Japan. Fünf japanische Banken stellen ihre Zahlungen ein. Fünf japanische Banken, die zusammen über ein Aktienkapital von 39 Millionen Jen verfügen, haben sich gezwungen gesehen, ihre Schalter zu schließen. Diese Maßnahme ist durch die zahlreichen runartigen Abhebungen verursacht worden, denen sie und ander« Institute in den letzten Tagen ausgesetzt waren Die Bank von Japan ist mit einem Stützungskredit von 199 Millionen Jen eingesprungen. IlVSozialistlslheArbetterjugendGroß-Verlin Einsendungen für diese Ziubril nur an da, Zugendsekretariat Berlin SD KZ Lindenstraß» 2. vorn> Trepp» recht,. Vir beteiligen un» geschlossen an der itnndgebung der Eisernen Front act ccitaa, lt. Mär», 17 ll h r, im Lustaarte», mit vorhergehende« »monstraiion. Alle näheven Mittellnnqen sTrestrnnlt nsw.) werde» im..Bor> wart, müsse» uns die, eben. Abteilnngc», die de» Srnppenabend»»»falle» lassen, »fort mitteilen. heute. Dienstag,!9>- Uhr. Arkanaplah: Elilabethktrchstr. IZi„Aufbau der deutschen Eeiaerlschasieu".— Sewerlfchaftrhau,! Heimabend fällt au,.— AZllnIscher Port: Heimabend fällt au,.— Rosenthaler Borstadt: Tieckstr. 18, Hof 2 St.: S,Minuten.Referat«.— gentium: Heimabend fällt au».— Brunnenplaß: Panlstr. 20—21:„Arbeits- dienst".— Sesundbrunnen I: Dotenburger Str. 2:„Sind die Freien Gewert. schasten noch Kampforganisationen?"— Gesundbrunnen II: Äoloniestr. 8: Bub und Mädel".— Hurnboldthoin: Putbusser Str. Z:„Tagespolitit".— Norden: Lorßingstraße: Fraaekastenabend.— Schillei Miuuten.Referate.— Beodin« Veddina-Nord: Turiner Ecke u »lag: Sonnenburger Str. 20: Mitgliederversammlung.— Aroowalder Platz: in«hin, not?»— Spandau: Llud« rufet. 1: Sednns« abend.— Ich l: Wrechtstr. 47: Verbeabend.— Britz: Ehausseestr. 48:„Serualstras. — ReuSll» I: Sander. Ecke Hobrechtsiraße:„Sozialismus— Bolscheroismus".— Neutiilln II:„Sinn und Unsinn der Mode"— Zieulöllu M: giethenfir. 28: „Sexualität der Jugend".— ReuISII» IV:«lanner Straße:„Wie lom ich zur SAH.?"— Reulälla vi; Treptower Str. 95—96:„Rußland und der Fllnf- jahresplan".— Reuläll» V!I: Aarl-Marx.Schul»: Heimabend.— Neulälln VlN: Rittlischüle: Schall» lattenabend.— Neukölln 13: Echierlestr. 44:„China— Japan.— Neukölln 3: Bergstr. 29: Heimabend.— Neukölln 31: Flughafen. straße 68;„Fünsjahresplan".— Schoneweide I: Bolkstanzabend.— Treptow: Elsenstv. Z: Jllnaerenabend.— Köpenick I: Grünauer Str. ö: Leseabend.— ilöpenick II: Dahlwißer Str. 15: Bolkstanzabend.— Lichtenberg-Nordwest: Tanziger Str. 62:„Rosa Luxemburg".— Weißensee: Parkst der Juaendbewegung".— Sascuheide: Wassertorstr. 4: Bunter ittffa«rtr»f»iiffnTfrr 7* tfRrfitrton"— 9lctd6 Parkstr. 36:„®e " anter Abend.— Iköpe Reicheuberger Biertel: llj. Minuten. Referate.— Schöueberg M: Hauptstr. 15:„Tagespolitik".— Ehar- lotteubnrg: Rostnenstr. 4:„stampf um Preußen".— Eharlotteaburg-Rord: bergstr. 9: Einführungsaßend.— Niedeischöuhausen: Lindenstr. 47:.Luxemburg — Liebknecht— Lenin".— Pankow I und II: vörschstr 14: Aussprache mit der Sportlerjugend.— Pankow m; stissingenstr. 48; Arbeitsgemeinschaft. 88®. Reinickendorf: Schöneberger Str. Z. Um I7xh Uhr:„stameradschaft Ui�d Ehe". Werbebezirk Mitte, Südgruppe»: Waisenstr. 18:„Darum ist die SPD. für Hindenburg?" Referent Gustav Weber. Werbebezirk streuzberg: Aussprache der Abteilungsleiter mit den stinder- freunden um 19% Uhr im Heim Parckstr. 11. Referent Fritz List. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Defchäft» stelle: Berliu S. 14. Sedastianstr. 37-38. Hot 2 Tr. Gannorstanb. Infolge der erhöhten Wahlpropaganda mußten wir uns entschließen, die Ausbilbnngskurse in dieser Woche ousfallen zu lassen und auf die nächste W.Aie zu verlegen. Der Zyklus dauert nun eine Woche länger, die sturse beginnen am nächsten Montag mit dem bisher tnnc. gehaltenen Stundenplan.— Ternpelhof(Ortsverein): Dienstag, 8. März, 1894 Ahr. Antreten tat Demonstration HUsteH-Saa». anschließend SaaTTchtrtz. Nrvkölln-Britz, 4. stameradschaft: stamerad Gmil�Ryneek ist verstorben. Trauet. Rege Beteiii. seier Mittwoch, 9. März, 17 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. gung wird erbeten._ Rcichsbund der stiiegsbeschädigten. Ariegsteiluchmoe und ttriegerhintce. blicbenon, Gou Berlin, Bezirk Osten V. 20 Uhr, Schmidts Gesellfchaftshaus, Fruchtstr. 3Sa.„Der Kampf im Fernen Osten". Referent Dr. Hans Adler.— Ortsgruppe Moabit. Dienstag. 8. März, 20 Uhr. Hohenzollern-Sä!:, Bandcl. straße 35, Lichtbildervattrag:„Eine Sonntagswandeunng um Berlin", umet Mitwirkung der Roetzelschen Mandolinen-Bereinigang. Angehörige willlommen. Polizefspattvercin Berlin, c. Abt. Sinhettsinrzschrift. Regelmäßig« Uebungsabei�Ze an allen Wochentagen, außer Sonnabends, lörä— 21i£ Uhr, tm Polizeischulgebäude, Hannoversche Str. 28—30.?..Stock, Zimmer 10. Auch für Zivil! Berti hos: Lokal Schmibtbauer,°�Äna'rckstr. 74, 19 Uhr.— Tempelhof: Lokal Piugn Doristr. SO, 18 Uhr.— Wilmersdorf: Lokal ert Nauen, Güntzelstr. 37, Ecke __ �et Straße, 17 Uhr. _„»d«ligiöser L-zi-listen in ReulW». Am Mittwach, 20 Uhr, spricht im kleinen«emeindesaal der Philipp-Melonchthon-stirche in Neukölln, Hertastr. 9, Valentin Bnlgakow, ehemalig».! Privatselretär 2»o Tolstois, über„Die Bor- gänger Remarques in der russischea Literatur". Eintritt 30 Pf., für Erwerbs- lose frei. Bereinigung ehem. Kriegsgesangener, Berlin-SSde». Am Donnerstag, dein 1«. März. 20 Uhr. bei G. strüger,«rimmstr. 1. Deutscher Friedeasbund. Donnerstag, 10. Mäm, 20 Uhr, im Begetarischen Restaurant, Köthener Str. 46(nahe Potsdamer Platz), Ausspracheabend. Herr Hallupp spricht über„Präsidentenwahl und strise des Parlamentarismus". Gäste willkommen. lonetel o» Engllsh Debatin? Club, Bfllowstr. 104 Heute abend 8% dir spricht Mr. W P. Jones über das Thema ,Red Letter Bays" Gäste willkonjnicn. Wurstwaren Gsk. Schinken fm.0,29 Fetter Speck..... pml von 0,68 Dampfwurst......... pü 0,70 Teewurst kein..........«3.0,95 Zervelatod.Salamip(d.0,98 Käse und Fette Molkerei butter...m1,33 Margarine........... ph0,32 Kokosfett.............«E 0,32 Harzer.......... i.pfd.-paket 0,28 Brie ed. Tilsiter votiieu«d. 0,70 Dan. Gouda 43»/...... m 0,78 Obst und Gemüse Apfelsinen......... s Ftd.0,44 BlutapfeSsinen...3«ä. 0,54 Tafeldpfei........... s Pfd. 0,88 Rosenkohl.......... 2«ä. 0,25 Rot- od. Weisskohl pid.0,07 Wirsingkohl.........«d.0,07 57 Preise nur Dienstag und Mittwoch.— Mengenabgabe vorbehalten.— Verkauf soweit Vorret.- Fleisch und lelchtverdarbllche Waren sind vom Versand avsseschlossen.— Die Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bal Bestellung von S.00 Mark an. Frische Fische und Räucherwaren *S@0BS3CStS ohne Kopf) Im(UZSO..........«d.Og'iO *ICal5Sl|3U(trosa, ohne Kopf,!m gsnien..«d, 0|12 *Kabel|aufilet..............m0f20 *iluslernf isch_______ m 0,20 *SCh0§lffiSCb ohne Kopf, Im easzeii...... Pfd. 0,20 *Rottiars................................. Pld.0,24 Hfl allen Hdusern evsssr Andreassiraue �SaRCSd* gefroren, im gsnien............... Pfd. 0,35 *Leb. Spiegelkarpfen«a. von 0,60 eringe norwegische................. 3 Pfd. 0,32 *Bratf lungern____________ 3 0,25 BUCklinge norwegi�h...............mvonO,20 Flimdem ed. StDckenflundern Pick 0,28 Gänse-. ÖÜs] IWoigaliühner; 0,55 1 fwildragout, cl? Frisches Fleisch Suppenfleisch... pid. von 0,48 ScnmoifleischaKiL,«d.v. 0,68 Kalbskeule dt- gpfd. schwer, ganz oder geteilt...Pfd, Schweinebauchs ppkü 0,60 Kassler..................«d 0,68 Schweinekamm" 0,70 Schweineköpfe"*�10�6 Backartikel Auszugmehl......... m0,26 Stadion rot......... 5-Pfd.-Beatel 1 ,45 Sultaninen m von 0,38 Korinthen............. pid.0,55 Mandeln________ pid. vonl ,40 �AfeinC Preise ohne Flasche 30 er Dürkheim. Feuer-) berg-Rotwein...........}0»o5 30 er Alsterweil. Letten) 10 fl. i.oo Echt. Nordh. Korn 38°/«.>,, Fl 4,30 Douro-Portwein s Ur. 7, so, i». 1,60 Theater, Lichtspiele usw. Staats Mk Theater Otautetz. den 8. Mir* staatsopsr ünter een Linden Wk Uhr Die Hoehzell des Fidaro StaitLStepitte üuJjraiWirl!. 20 Uhr Cyrano von Bergerac Schiller-Theater Chariottenborg. 20 Uhr Die endlose Straße metropoMiieater Täglich Si/i Uhr Ein Lied der Liehe Anni Ahlem Adel. Sandrock kirnet Vereben Kranz Felix Theater desWestens läglieh iv, Uhr Die Dabarry in toHotte-liCTims mit Mary Lossgff Oeotsdies Tseotsr 8 Uhr W Oeflisdeiitaninlieltrtliaiid Funktionäre! Znr»eichsprdfidenlpnwahl bot her Vorstand ein Flui blaff heran» ga- geben, dos im Lauf» der nckchsteu Inge in den Lelrteden znr Verket- lang gelangen fall. Znr tzldhalnng der AingbickUer ist nnfer Zimmer» im Verb and, haue ab«anlag, dem t. Wdrg. jeden Abend dl» 2 Ahr geZffnet. Wir srmarten van allen Ziznkklo. naran, daß» P« stich an dar Zingbla». aerdreliknng rage beteUigen. scaIA Tigl.S u. 8H Uhr VERA SCHWARZ KUCHEN PIRATES FliEDl. MOLLlllOiRS „TINCEL-TANOEL" MARIANNE WINKELSTERNmw, PtAZA Nahe Schlei, Bhf. tiji4,stis.2,s,eisa. Tel.;E7Welcasel 4631 � Friederike*1 Rose- iheater Crah Fmitortir Sinti 13? Id. Wiiifed E 1 3422 8,15 Uhr Jcftcben Qebevt — Kleines Tii.—- Truppe 1931. IggL S'.'i Uhr PI« mauselalle Preise r5 PL— M. Sonoab. ood Sonntag oachmittogs 4 Uhr halbe Preise. §lädi.Oper Charlonenbure äismarckstralle 14 Dienstag, 8. März Turnus I Anfang 20 Uhr Frletiemana Bach Ende geg. 23 Uhr VoiKsbiUme Ttintsi in BJIowjlatz 8 Uhr FoHrmann Hentcuel mit Emil Jaonlugs u. Margarete Melzer Regio: K. L-L Martin SM. SdliUef-Ihsilsi 8 Uhr Die endlose Straße Pinmannonie (2. Abend) Beetboveo-Zyklus d.Phiiliaroion.Orch v>rig. Prof J.Prüwer Solist; Rcnao Tolaiberg 2 Romanzen C-duru.F-ilill SinlnnieNr.SEuljrsFniicf) AnianfBUtif. EürtrfltlM. v. Gerh�iauptraann Regie; Hu Belnharit. Betriebsräte! Sie Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 4 ist erschienen nnd kann gegen Vorzeigung der Legiiimationsfarie de« Betr:eb»ral»- ' bshanle. Zimmer 5 aas bis 7 Uhr, ent- Ortsvcrvr«1 tan tz. Am Tonntag. 6. März, starb nach kurzer, schwerer stranfheil unser lieber Kollege und seit Bestehen des Be- triebe» tälige Mitarbeiter Lrnst pspe im Aller von 53 Jahren. Durch sein ruhige» und bescheidene» Wesen hat er sich de Freundichast aller Mit- arbeiter erworben. Ein ehrende» An- denken werden ihm stet, bewadren UIsWm der anlariette-Dratel. Dt»V»stattung»s»k«r findet am Dan. nerstoz. dem IE März, ist Uhr. tm Srematorlum Baumschulenweg statt. { Der I ftuuiauun gvrengneh.»rUlti. C. Böcker, Berlin R UiliieaiierseTStrBBe22. KOnlosi. 3801 üaUe Kapitän- hälllähllii Mein Lebsnskamerai mein guter, geliebter Mann Ernst Pape ist am Sonntag. 6. März, von seinem qnal vollen Leiden dareb eisen sanften Tod erlöst worden. Berlin-Tempeliof, T.März 1932. Dorf str. Ist-v).—.... Hulda Pape, geb. Gesinge r Die Eiaäacberang findet am Donnerstag, dem 10. März, 16 Uhr, im Krema- torim Banmschnlenrveg statt k fijäai In Tonrirts Winter •Garten 8.15 Öhr Flui 3434 fiaoto otaclt l>laz dcValesco, Wallcnda- Trnppe. Hakon von Elchwald m. seinen ISSolletcn and weitere Slai-Nummern »v.uhr CASINO-THEATEfi»1'! m» Lothringer Strebe 57. uiiHiuiuiiiiiuiuiniiiiiiiuiitiiiujuJuiiiuustiiuiMuimiinaii Operette, Varlctd, Posse! u. a. 2 Loron Stnalkal-Akt Die Operette: Gestrandet Oer Berlin. Komiker Herrn. Kranse Zum Schluß der neue Schlager Der Mann mit den zwei Frauen üutschein I-4 Personen: Parkett SO PI., Fauteuii i.— Mark. Sessel 1.50 Mark. Hi. in Mmiralspilast Täglich 8>/i Uhr Oer eetie grolle Erfolg I Käthe Dorsch Gustaf Grfindgeos in: Liselott' SiogsglelTiilaaniSiiiiiiells Theater a-Ooiiendoripiatz Pallas 703t Täglich SVi Uhr TraD Operette In 3 Akten ».laiLWalffa Karl Bein Musik von Hans May Back:■che SaltaMBg rTDeaterlo der* Stresemannsir. Täqj Ich S'Ji Uhr Lcopoldiiie Roosfeiiflo Theodor Leos in InjederEhe... Täglich N/i Uhi Morgen gehts uns gut! Grete Sf»shelm Hex Hansen Gevbmausztig 5. Klaffe 38. PTcudlfch»SLdbelltsche Skaats-Lotttrle. Ohus Gewähr Nachdruck verbolen Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewkue gefallen- und zwar je einer auf die Löse iu de» beiden Abteilungen l eicher Rummer 24. Ziehungstag 7. Mär, 1g32 3» der heutigen Borslltagszlehung wurden Gewinne über 40G M. gezogen 4 Gewinn»»n 10000 M. 192464 231297 10 Gewinn, zu 0000 an. 81437 187976 234672 353853 367441 18 ttiöjfrni n 3000 M. 23200 39974 69380 100593 119943 122134 128838 136551 343141 48 Gewinn» p, 2000 M. 9SS3 12478 24337 32105 65706 69098 70822 101206 107570 114414 114848 122124 163380 173263 182190 211428 229240 241664 255937 270238 270394 283108 340940 381622 110 Gctomnc ja 1000 DI. 5461 27229 29413 29990 33266 33131 41739 50177 64006 73369 80506 81126 86131 87610 88940 102801 104658 116127 116730 117523 121993 141827 148693 150551 156692 157535 138373 167955 185324 187616 188009 192339 197223 197490 197610 523323 225077 242583 270132 272705 273201 279546 286347 289969 293821 297754 300386 311181 313943 349968 371341 371503 379224 389169 390972 134 Gewinn« m 500 M. 543 2934 4842 22235 24992 31342 37483 44204 47544 59571 72327 73277 73317 75367 77888 79443 84855 36771 98099 105366 106443 106532 107047 107163 113I3I 121106 121613 123711 ,30539 121764 143343 145385 147401 149114 155054 166357 174129 176477 176638 132597 183524 186620 181735 191820 191832 196402 199218 199619 203259 216604 222154 223769 248167 256784 266362 266905 282211 284670 289121 291639 304523 308702 310326 310765 318233 318628 318887 321600 324238 334373 335935 345047 347492 349499 351924 362657 363419 374600 374693 376203 393441 893579 On der heutigen Nachmittagsziehung wurde» Gewinne über 400 M. gezogen 6 Gewinn, p» 10000 M. 111792 287020 294019 8 Gewinn« zu 6000 W. 15614 46791 275283 382804 12«•Bten. ,» 3000 M. 37229 129867 144197 241139 322960 365022 „46 Gewinn,»u QOCO Di. 15602 31545 35858 40955 77938 81443 83396 83508'SSI 64 139561 169740 172651 187184 196500 214187 236212 239362 250122 265405 271583 338339 346908 383005 1000 91 7967 27173 4500t 55163 60296 7S069 109701 113137 116748 138301 141709 149211 164851 173983 180632 ,80957 212692 215320 226986 231098 246317 250357 266160 261 228 265239 266319 266838 267783 271824 277971 288651 293449 296529 295785 320674 323329 342229 352009 355829 381346 368370 367053 367798 388866 397093 >6S S»winn, M 500 W. 35? 1738 13321 16701 26609 27992 38967 53927 60663 61994 62489 63215 65005 76159 77600 93006 38284 103238 106275 107733 128113 130520 131338 133646 140870 150685 163457 157594 160264 165303 167031 171775 172637 197194 123613 220231 220461 222590 224417 206688 229972 230578 231774 231782 237105 233610 239029 244274 262428 264829 267828 268772 278188 287589 202945 294078 304134 306397 311347 325080 325681 331342 336364 336640 337578 333501 338737 340252 341443 356138 356402 358957 357862 363781 366601 367831 368372 378441 379730381923 385771 390420 381092 396759 Im Gswinarade verblieben: 2 Prämie» je zu 6000 30, 2 Gewinne zu je 76000. 4 ,u je 60000, 8 zu je 26000. 40 zu je JOOCO, SS zu je 6000- 204 zu je 8000, 512 ja je 2000, 1004 ja tc 1000, 1630 pt j« 600, 4862 ja j« 400 Marl. Nach schwerem Leiden oerstarb am 6. März unser treuer Mitarbeiter Ernst Pape Söst Gründung des Betriebes an verantwortlicher Stelle stehend, hat er während der ganzen Zelt feiner Tätigfett mtt graßer Hingabe und Aufopferung dem Untern.hmen große Dienst« geleistet Sri» Wirken bleibt unvergessen. Die GescfaältsleUang der HolsarbeUer-Dt ackere! DU Gwäscherunz findet Donner«. tag, 10. Marz, nadimittog» 4 Uhr. im strematorium Baumschulenweg stall Oeotsdier MelallertieitBf-Macd VerweUnngutclle Berlin Tociesanieisen Don Mitgliedern aur Nachricht, daß unser ÄDÜege, der(bürUer Ernst Schröder geb. I. November 1603. am S. Marz gestorben ist. Di« Emäschernng findet am Dien»- taa, dem 8. März, I i'st Uhr, im stre- mätortum Baumschulenweg, stiefholz- straße, statt. Am L. März starb unser stallez«. der Schlosser «ermann Eich geb. Ii Zull 1866. Die Einäscherung findet am Mttt- woch. dem S März, 16 IlHr, im Krematorium Baumschulenweg, streshotz- straße, stall. Rege Beteiligung wird erwartet. Neckruk Am 29. Februar 1933 starb unser Kollege, der stlempncr Elugo Hundt geb. 23. August 1854. Die Einäscherung hat bereits statt. gefunden Ehre ihrem Andenken! Die Oilnvei»eUnng. ron oSS-Betten iäs: Ein darb. PoUtar, ClulaaL, an JedaivTeU» Lmwe trat. MwnniMi»Izdelk miSlCnSB KLEINE ANZEIGEN ituiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiuiii Überschriflswort 20 Pf Jexlv/ori 10 Pf Wiederholungirabott: 5 mal 5% 8 mal 7'/t%, 12 mal 10%, oder 1000 Worte Abieh'uO 10%, 20' 0 Worte 15% 4000 Worte 20%. Annahm« durdi den Verlag, Linden- tiraSe 3 h/i9 b» 5 Uhr) idmfltdte Vojwärn- Filialen u.-Auigobaslwlan sovde alle Annoncen-Expeditionen Tapctr» Tzillat, Kolonie- straße 9. NlsilillNgAttllciis. v/sseiis llZiii. Wenig getragene stavallergarderob« von Millionären, Z«ztm,, Anwälten. "abelhast billige steife. Empfehle aillcnmäntel, Pa» letats. Fracks, Smo» lings, Eehrockan züg«, Hosen. Sport- Gehpelze. Gelegenheitskäufe in neuer Sarderohe. 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