BERLIN Dienstag 8. #Der Abend 1932 Erscheint tåglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des„ Borwärts" Bezugspreis für beide Ausgaben 75 Pf. pro Woche, 3,25 m. pro Monat ( davon 87 Vf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Vost bezug 3,97 m. einschließlich 60 Pf. Vostzeitungsund 72 Vf. Vostbestellgebühren Spätausgabe des„ Vorwärts" 10 Pf. Nr. 114 B 57 49. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfvaltige Millimeterzelle 30 f. Reflamezeile 2.-M. Ermäßigungen nach Zarif. Voſtichedkonto: Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Rr. 37 536. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönboff( A 7) 292–297. Faschistensturm auf Arbeiterblatt SA. Angriff auf die sozialdemokratische Greifswalder, Volkszeitung" Greifswald, 8. März.( Eigenbericht.) Nachdem bereits in der vergangenen Nacht Nationalsozialisten die Fensterscheiben des Gewerkschaftshauses und der kommunistischen Buchhandlung eingeschlagen hatten, unternahmen sie in der letzten Nacht einen regelrechten Sturm auf die Büroräume der sozialdemokratischen Greifswalder, Volkszeitung". Da seit einigen Tagen bekannt war, daß ein solches Attentat vorgesehen war, hatte die Geschäftsleitung eine Wade in den Büroräumen untergebracht. Es gelang ihr auch, den ersten Anfturm abzuschlagen. Daraufhin holten sich die Nazis Verftärkung, so daß schließlich etwa 100 mann in einem Haufen auf das Geschäftshaus losftürmten. Die Wache, die nur aus 18 Mann bestand, konnte dieser gewaltigen Uebermacht feinen ausreichenden Widerstand entgegensehen. Es tam zu einem schweren Zufammenstoß, bei dem der Genoffe Gärtner Franz Freitag so schwer von den Nazis zugerichtet worden war, daß er in die Greifswalder klinik übergeführt werden mußte. Unter den Angreifern wurde der katasteramtstechniker Rudolf Martens und ein Student Gehrte erkannt. Die Nationalfozialisten schlugen mit Totschlägern und knüppeln die Schaufensterfcheiben des Geschäftshauses sowie sämtliche Schaufästen ein. Die Polizei fonnte nicht rechtzeitig zur Stelle sein, da fie an einer anderen Stelle von den Nationalfozialisten in eine Schlägerei verwidelt worden war, um ungestört diesen Ueberfall ausführen zu fönnen. Bereits in der Nacht vorher wurde auch in Barth die Filiale des sozialdemokratischen Blattes ,, Der Vorpommer" in Stralsund zerstört. Es ist bekanntgeworden, daß Angehörige des Sturmes 33 aus Berlin nach hier gekommen sind, um diefes Attentat auf die Geschäftshäuser der sozialdemokratischen Zeitungen zu infzenieren. Es hält sich auch jetzt noch eine Anzahl dieser Berliner Nazis in Greifswald auf. Auf dem Büro der Greifswalder Polizei liegt ein ganzes Arsenal von schweren Totschlägern und zurechtgemachten Waffen vor; darunter befinden sich mit Eisendraht umwidelte knüppel, Revolver, Gummifnüppel, drei mit Eifen gefüllte Schläuche ufw. Die Polizei fonnte etwa 50 Nazis verhaften. Bürgerkriegsgelüfte! Die SA als der letzte Trumpf der Faschiffen. Wir haben kürzlich von einem vertraulichen Erlaß des Nazi propagandaleiters Goebbels an die Gauämter der NSDAP. zitiert, aus dem der Wille zum Staatsstreich offen hervorging. Darin wurde gefagt, daß wenn der Propagandasturm verpuffen würde, ohne die Mehrheit für Hitler zu bringen, dann blieben als einzige Waffe nur noch die SA. und die SS., die für alle Eventualfälle bereit ständen. Wenn jedoch die politischen Formationen der Partei ihre volle Pflicht un, was Goebbels erwarte, dann bedürfe es des Aus. spielens dieses legten Trumpfes( SA. und SS.) nicht, dann sei der endgültige Sieg des Nationalsozialismus gesichert. Herr Goebbels hat erklären lassen, daß es sich bei diesem dertraulichen Rundschreiben um ,, eine Fälschung" handle. Diese Me thode des Ableugnens ist zu abgenützt! Dies Rundschreiben ist echt. So echt, daß nach unserer Veröffentlichung ein weiteres Rundschreiben erging, in dem alle Gauleiter aufgefordert wurden, Nachforschungen darüber anzustellen, ob bei ihnen ein Exemplar verschwunden sei! Im übrigen hat die Gauleitung Augsburg der NSDAP. den Sinn und Inhalt dieses Rundschreibens vertraulich an ihre Funktionäre weitergegeben, und die Naziredner im Lande reden alle nach Dieser Richtlinie. Schließlich zeigt die Berstärkung des erschreckenden Treibens der nationalsozialistischen Bürgerkriegsbanden, daß im Hitlerlager Die Bürgerkriegsgelüfte immer stärker werden! P STRESEMAN Zum Tode Briands Briand bei seinem Berliner Besuch am Grabe Stresemanns Wahlsieg in Neckarsulm Ein glänzender sozialdemokratischer Erfolg. Bei der Dezemberwahl zum Gemeinderat in Nedarfulm war ein| gebungen der Eisernen Front überfüllt sind, kann die sozialdemoStimmzettel abhanden gekommen. Das Versehen hat das Zentrum fratische Frankfurter Bolfsstimme" mitteilen, daß national. dazu veranlaßt, beim Minifterium eine Nachwahl zu beantragen. Um letzten Sonntag war jetzt in jenem Wahlbezirk der StadtNedarfulm eine Nachwahl Der Erfolg war ganz auf feiten der Sozialdemokratie. Mit glänzendem Elan und in fieghafter 3ähigkeit haben die Nedarfulmer Sozialdemokraten die Nachwahl zu einem überraschend großen Wahlfieg gestaltet. Die Sozialdemokratische Partei erhielt am letzten Sonntag 2454 Stimmen( bei der Wahl im Dezember 1349), das Zentrum 3916( 3670), die Demokraten 623( 1281), die Naitonalfozialisten 715( 936), die Kommunisten 164( 316). Das Erwachen. Die Hessen haben die Nase voll. Frankfurt a. M., 8. März.( Eigenbericht.) Im Gegensatz zu den Siegesfanfaren nationalsozialistischer Zeitungen steht eine sehr starte Versammlungsmüdigkeit im Nazilager. Während in Hessen und Hessen- Nassau alle Kundsozialistische Versammlungen in der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts außerordentlich schwach besucht sind. Die ,, Volksftimme" zählt zwölf kleinere und größere Orte auf, in denen früher Hunderte von Nazianhängern ben Darlegungen der Hakenkreuzprediger lauschten und in denen jezt wenige Dutzende und manchmal nur ganz wenige Personen der nationalfozialistischen Versammlungsaufforderung gefolgt find. So waren in einer Ortschaft mur sechs Personen erschienen, die von vier Poliziſten geschützt" wurden. Diese Beobachtungen werden auch bestätigt durch den nationalsozialistischen hessischen Landtagsabgeord neten Klostermann, der sich in einer schlecht besuchten Bersammlung in Bieber bei Offenbach am legten Sonntag bitter darüber beklagte, daß alle seine Versammlungen in Oberhessen in den letzten Wochen miserabel besucht gewesen seien. Komischer Faschismus“! Die KPD. demonstriert gegen ihre eigene Dummheit. Die Kommunisten demonstrieren heute nachmittag mit polizeilicher Hindenburg- Rede im Rundfunt pollher Genehmigung im Bulgarten. Am Donnerstag um 19,30 hr. Reichspräsident von Hindenburg wird am Donnerstag um 19.30 Uhr von seinem Arbeitszimmer aus eine etwa viertelstündige Rundfuntansprache halten, die auf alle deutschen Sender und möglicherweise auch auf die englischen und amerikanischen Sender übertragen werden wird. Bekanntgabe der Wahlrefultate. Da damit zu rechnen sein wird, daß am Wahlsonntag die ersten Resultate schon früher als bei fonftigen Wahlen bekannt sein werden, wird die Funkstunde statt um 8 Uhr abends bereits um 7 Uhr abends den Bericht über den Verlauf des Wahltages geben und dann anfchließend von 7.15 Uhr ab mit der Bekanntgabe der Wahlresultate beginnen. Das Orchesterkonzert, das für 8.15 Uhr vorgesehen ift, beginnt ebenfalls um 7.15 Uhr. Teddy Thälmann wird eine Rede halten. Er wird vertünden, daß es ganz gleichgültig ist, ob Hindenburg oder Hitler gewählt wird, denn Hindenburg und Hitler seien nur zwei verschiedene Formen des Faschismus“. unter einer von ihnen beiden ist es möglich, daß die Kommunisten Es gibt also in Deutschland zwei Formen des Faschismus". im Mittelpunkt der Reichshauptstadt unter freiem Himmel demonftrieren. Teddy Thälmann wird behaupten, es sei gleichgültig, welche Form des Faschismus" in Deutschland regiert. Aber jeder einzeine Kommunist, der ihm zuhört, wird durch seine bloße Anwesenheit im Luftgarten Thälmanns Behauptung widerlegen. Mit anderen Worten: Die KPD. wird heute nachmittag im Luftgarten gegen ihre eigene Dummheit demonstrieren. Brüning im Wahlkampf. Massenkundgebung in Essen. Essen. 8. März.(Eigenbericht.) Der Reichskanzler sprach am Montagabend in Essen vor etwa 12 000 Menschen in einer Kundgebung zur Wiederwahl fjindenburgs. Der Andrang war so groß, daß eine zweite Ausstellungshalle ge- öffnet werden mußte und die Rede durch Lautsprecher nach dort übertragen wurde. Brüning begann seine Ausführungen mit einer außerordentlich scharfen Polemik gegen die Harzburger, die fich heute bereits gegen- feitig so beschimpfen und verleumden, als hätte es nie ein Harzburg gegeben. Wenn es einen Dolchstoß gegeben habe, so fuhr der Reichs- kanzler fort, so ist es die Weigerung der Rechtsparteien, die Amts- Periode des Reichspräsidenten zu verlängern und die Tatsache, daß die Rechte der Regierung, die im scharfen Kampf steht, in den Rücken fällt, um ihr die Handlungsfähigkeit abzusprechen. Schon für das Jahr 1931 hätten die Rechtsparteien den Zusammenbruch Deutsch- lands vorausgesagt. Trotz des schweren Winters 1931/32 sei es aber gelungen, die Wahlsahrtsunterstützungen und die Beamten- gehälter zu zahlen. Die Währung sei stabil geblieben. Trotz des Aufpeitschens der politischen Leidenschaften habe die Regierung Ruhe und Ordnung aufrechterhalten können. Heute dürfe man erklären, daß das Reich, dank der Stabilität der politischen Entwicklung, die durch die Person des Reichspräsidenten gewährleistet sei, aus der akuten Gefahr des Zusammenbruchs heraus sei. Am Schluß seiner Ausführungen wandte sich Brüning gegen die schamlose Agitation, die von den angeblich„nationalen" Par- teien heute gegen den Reichspräsidenten getrieben würde. Es sei ein erschütterndes Zeichen der Zeit, daß weite Schichten des Bürgertums nicht den Mut hätten, gegen die verantwortungs- lose Agitation der Nationalsozialisten aufzutreten. Ergebe sich das Bürgertum aber der nationalsozialistischen Propaganda, so sei es verloren. Gegen Moste, mii Kriedläuder! Nationalsozialistische Potsdamer platz-parole. Das„Berk. Tagebl." hatte— wie wir auch— beanstandet, daß aus dem Josty-Haus am Potsdamer Platz, das der Stadt Berlin gehört, Lichtreklame für Hitler gemacht wird. Der„Angriff" schimpft über„Mossejuden" und„hebräische Schrsiberlinge". Die Firma, die die Reklamefläche an die Nazis vermietet habe, sagt er, sei völlig frei und von der Stadt Berlin als Hausherrn unabhängig. Schön und gut! Aber warum verrät der„Angriff" nicht, daß der Inhaber der tüchtigen Firma, mit der die Hitlerpartei das Geschäft getätigt hat, Fried länder heißt? Separatismus als Vergleich. Was sich die Zieichsregierung olles bieten läßt. Das Organ der Nationalfogialiften in der Pfalz, die„RSZ.", veröffentlichte am 1. März einen Bericht über ein« Versammlung mit der folgenden fetten Ueberschrift: „Pirmasens wird dem System am 13. März«in«n neuen 12. Februar liefern." Am 12. Februar 1925 wurde das Bezirksamt in Pirmasens ge- stürmt, 17 Separatisten wurden erschlagen. Das Blatt ver» gleicht also die heutige Regierung mit den Sepa» r a t i st e n I Der Vergleich lag bei diesem Blatt nahe: 15 aktive Separatisten von 1924, die damals dem Tode entgingen, sind heute aktive SA.»Leute. Der Bezirksamtmann Dr. Schug von Pirmasens, ein Nazi» ftvund, hat jedes Einschreiten gegen die Zeitung abgelehnt. Oer Schweinehund im Menschen. Oos wahre Wesen des Nationalsozialismus. Wir lesen in der„Frankfurter Zeitung": „Wir haben gestern in Frankfurt Herrn Hitler gesehen und gehört: und einen seiner Sterne erster Ordnung: Goering. Vor zwei Wochen ließ sich der Münchener Gauleiter der Nationalsozia- listischen Partei Esser vernchmen. Bor der Rede des Herrn Esser wurden Lichtbilder vom Leben und Treiben der SA.- Leute gezeigt, darunter auch ein Schwein, das«in« solche Kompagnie sich zugelegt hatte.„Das ist die Sau Rosa Luxemburg!" erklärte der Vorführer. Unter tosendem Beifall von Tausenden. Wir haben damals erfahren, daß dieser Nationalsozialismus wie ein Nachtmahr auf dem Volk lastet, daß er ein Alpdruck ist, unter dem unsere schlafend« Natton nicht mehr schreit, nicht mehr stöhnt, sondern bellt... Wir sind an diesem Wend nur ein einziges Mal wirtlich er- regt gewesen, und die Schamröte lief uns über den Nacken. Als man nämlich verkündete, zu dieser Hitter-Versammlung seien auch Korrespondenten rumänischer und amerikanischer Zeitungen erschienen, und der Beifall über solch« Ehr« nicht enden wollte." Die Einstellung in die Reichswehr. Neue Bestimmungen des Ministeriums. Reichswehrminister Groener hat nunmehr dieneueFassung derHeeresergänzungsbestimmungen veröffentlicht. In diesen Bestimmungen heißt es u. a.: „Die Kompagniechefs, Truppenteile und deren vorgesetzte Stellen dürfen, um Freiwillige zu ermitteln, sich an nichtpolitische Vereine und gemeinnützig« Einrichtungen wenden, an Arbeitsnachweise und Arbeitsvermittlungsstellen erst, wenn der Bedarf anders nicht ge- deckt werden kann. Die Versorgungsämter dürfen für das Werben oder Einstellen von Freiwilligen nicht in Anspruch genommen wer- den. Ausgeschlossen von der Werbung und Einstellung ist u. a., wer wegen Vergehens oder Verbrechens mit einer Freiheitsstrafe be- straft ist ohne Rücksicht darauf, ob die Straf« verbüßt wurde oder nicht. Ausgeschlossen ist ferner, wer sich ver- fassungsfeindlich betätigt hat, d. h. erwiesenermaßen an Bestrebungen teilgenommen hat, die auf eine Aende- rung der verfassungsmäßigen Zustände mit un° erlaubten Mitteln gerichtet war. Von Personen, die versassungsfeindlichen Organisationen angehören, dürfen Auskünfte nicht eingeholt werden. Auch Personen, die in sonstigen politischen Vereinen führend tätig sind, sollten, außer, wenn sich ein Bewerber ausdrücklich auf sie berufen hat, nicht um Auskunft angegangen werden." Adolf im Kriege Orientalische Phantasten bei Goebbels. Der„Angriff" des Herrn Goebbels erzählt uns Geschichten dar- über, wie Hitler seine Kriegsauszeichnungen erworben habe. Diese Geschichten haben nur einen Fehler, sie sind zu schön! Man muß sie genießen: „Ueber die Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klaffe sagte sein früherer Regimentskommandeur aus, daß Adolf Hitler sich mit einer anderen Ordonnanz vor den Konimandeur gestellt hatte, als dieser auf einer Patrouille in plötzliches Ma» schinengewehrfeuer geriet. Aus diese Weise hatte der Kriegsfreiwillige Hitler seinem Regimentskommandeur das Leben gerettet." Merkwürdig, merkwürdig: Adolf hat sich als Kugelf mg vor seinen Kommandeur gestellt, rber die Maschinengewehrgarbe hat weder Adolf noch die andere Ordonnauz getroffen. Wieso hat er also seinem Kommandeur das Leben gerettet? Ganz abgesehen davon, daß, wenn die Garbe Hitler getroffen hätte, angesichts der Durchschlagskraft auch der Kommandeur erledigt gewesen märe! Ein bellistisches Wunder ist es. das hier.rzählt wird! Angesichts des Opfern>uts von Adolf habe,, die Kugeln es mtt der Rührung bekommen und sind rechts und links vorbeigeflogen Hören wir die zweite Geschichte: „Eine eidesstattliche Erklärung enthüllte den Grund für die Verleihung kies Eisernen Kreuzes 1. Klaffe. Adolf Hitler war als Regimentsordonnanz auf dem Wege zum Bataillonsstab in Sperr- feuer gekommen, vermutete hinter einem Hügel das Bataillon, sprang über diese Böschung und geriet in einen von Eng- ländern besetzten Trichter, die ihn sofort aufforderten. sich zu ergeben. Hiller zog seine Pistole als die einzige Waffe, die er hatte, hielt damtt nicht nur die Engländer in Schach, son- dern nahm sie gelangen und führte sie seinem Regiments- stab zu. Einen Offizier, einen Sergeanten und 13 Mann!" Zu ihrer Entschuldigung werden die 13 Engländer vorgebracht haben:„Erhatuns umzingelt." Aber leider, die Regiments- geschichte weiß von Adolfs Heldentat nichts. Wohl aber existiert eine „Empfangsbescheinigung" tes Brigadeadjutanten vom 17. Juli 1918, in der es heißt: „Durch Gesr. hiller wurden heule 2 amerikanische Gefangene (vom R. 16 gefangen genommen) bei 12. b. R.3. Vrig. abgeliefert." Man sieht, daß die Leute vom„Angriff" über eine blühende Phantasie verfügen. Das ist kein Wunder bei einem Blatte, deffen Herausgeber gettäumt hat, daß er in belgischen Kerkern für den Reichspräsidenten von Hindenburg ge- schmachtet habe! Briands Staatsbegräbnis Am Sonnabend Paris, 8. März.(Eigenbericht.) Die Beerdigung Briands wird erst am Sonnabend stattfinden. Am Begräbnistage soll der Sarg auf einem Katafalk vor dem Außenministerium aufgebahrt werden. Hier wird Tar- dieu im Namen der Regierung den toten Staatsmann ehren. Der Sarg soll dann provisorisch auf dem Kirchhof von Paffy beigesetzt werden, von wo aus nach wenigen Tagen seine Ueberführung nach Cocherel erfolgen wird. Siriand und Slrefcmann nach der erflen Tölker- bundgfUxung, an der Sfeulfchland teilnahm. Krankreichs Trauer. Paris, 8. März.(Eigenbericht.) Alle Zettungen, mtt Ausnahme einiger nationalistischer Hetz- organe, veröffentlichen seitenlange Artikel und Berichte über das Leben und Wirken Briands, illustriert mtt zahlreichen Bildern, unter denen das des Besuchs Briands am Grabe Strese- mann? häufig zu finden ist. Der Nachruf im.Journal" ist von Herriot verfaßt, der u. a. schreibt:„Die Völker werden nicht zögern. Mit sicherem In- stinkt werden sie ohne weiteres diese hohe und eigentümliche Per- sönlichkeit aus den rechten Platz setzen. Was Briand verdient hat, ist die Dankbarkeit der Völker, der Niedrigen, der Leidende n." Der„Exzelsior" veröffenllicht einen Nachruf aus der Feder Painleoes. in dem es heißt: ,Ln den Augen der Menge per- sonifizierte Briand die beharrlichen Bemühungen um den Frieden und den Willen, niemals die Haßsucht und Prestigefragen sich verschlimmern zu lasten, sondern ihnen den Geist der Versöhnung und der Vernunft entgegenzusetzen." Im„Populair" erklärt Leon Blum:„Kein französischer Staatsmann hat wohl einen solchen Ausstieg erlebt. Briand galt in 5er Welt vielleicht noch mehr als in seinem eigenen Lande. Er wird in der Erinnerung der Menschen, wird in der Geschichte fort- leben. Den Briand von Locarno, den Briand des Kellog-Paktes, den Briand von Genf wird man nicht vergessen, und auch nicht den Briand, der einmal das Wort sprach:„Solange ich da bin. wird es keinen Krieg geben.„Briand wollte den Frieden. Er war menschlich. Fügen wir diesen beiden Sätzen nichts hinzu." Der nationalistisch«„Figaro" des Herrn Eoty erklärt, vor der Schwelle des Grabes höre die Polemik auf, dann fügt er hinzu: „Die Stunde ist schon vorbei, um ein Wert zu verurtellen. das schon vor dem Verschwinden seines Künsllers zusammengebrochen ist. Wie hat dieser Mann ttaurig sterben müssen, der alle seine Ideen, alle seine Träume und alle seine Unternehmungen durch die Erfahrung verurteilt gesehen hat. Alles was er ver- sucht hat ist geschettert, von dem Trennungsgedanken bis zu jener ehrgeizigen Organisation der Vereinigten Staaten von Europa, die seine letzte Utopie war." Die gegenwärtig in Nizza weilende Witwe Stresemanns hat an die Familienangehörigen Briands ein Belleidstelegramm gesandt. Vetter für Berlin. Zunächst meist trübe mit Niederschlägen, Temperaturen langsam sinkend, Winddrehung in nördlicher ZUch- tting.— Für Deutschland. Im Osten trübe mit Niederschlägen, im Westen langsame Besserung, im Norden Abkühlung. Blutbad vor den Ford-Werken. Polizei schießt auf Demonstranten: 5 Tote, 6 Schwer- und 50 Leichtverletzte. New park. 8. März.(Eigenbericht.) vor den Zord-werken in vearborn bei Detroit richtete die Polizei nnter arbeitslosen Demonstranten ein wahres V l u t b a d an. Lei dem erfolglosen versuch, etwa 5000 von Som- munisten geführte Demonstranten zu vertreiben, wurde die Polizei mit einem Steinhagel überschüttet. Die Beamten erwiderten den Angriff mit Schüssen aus Maschinengewehren und Revolvern. Fünf Personen wurden getötet, sechs schwer und über 50 leicht verletzt, darunter auch einige polizeibeamte. Das Vetriebsgebäude der Ford-Fabrik wurde fast vollkommen demoliert. Die Lage ist sehr gespannt. Eisersüchiiger erschossen. Auf der Flucht vor einem Polizeibeamten. Ein aufregender Vorfall, der die Bewohner des Hauses B o r- stellstraße 22 in Steglitz in Schrecken setzte, spielte sich heute früh um 5 Uhr ab. Zm dritten Stock des Hauses wohnt ein Bankangestellter E. Die Tochter des Mannes wurde seit einiger Zeit von einem Zeituugshändler Erich Wilde aus der Arndt- slraße 28 in Steglitz mit Liebesanträgen verfolgt. Wilde, der sich anscheinend große Hoffnungen gemacht hatte, fühlte sich durch eine Abweisung schwer gekränkt und drohte, sich an der Familie zu rächen. In der vergangenen Nacht befesttgte er auf dem Dach des Hauses Borstellstraße 22 ein starkes Seil und ließ sich daran hinab. Im dritten Stockwerk schlug er eine Scheibe ein und ge- langte so in die Kammer, in der der Sohn des Bankangestellten schläft. Sofort zog er seine P i st o l e und feuerre auf den Schläfer. Der Ueberraschte sprang auf und flüchtete in die anderen Wohnräume. Die aufgeschreckte Familie eilte jetzt in die straßenwärts gelegenen Zimmer und schloß hinter sich die Türen ab. Da Wild« aber noch immer tobte, stiegen die Familieumtt» glieder von ihrem Balkon zu dem der Nachbarsleute über. Durch die Schüffe und die Hilferuf« war mittlerweile das ganze Haus alarmiert worden. Das Ueberfallkommando wurde ge- rufen. Die Beamten versuchten vergeblich, durch die Tür in die Wohnung des Beamten E. zu kommen. Wilde drohte, jeden niederzuschießen, der ihm näherkomme. Ein Polizeibeamter stieg jetzt ebenfalls über den Balkon in die Wohnung ein. Er durchschritt die vorderen Zimmer, ohne Wilde zu treffen. Als er die Küchentür öffnete, sah er den jungen Mann mtt der Waffe In der Hand am Tische sitzen. Wilde sprang jetzt auf und versuchte, das Fenster zu erreichen. Anscheinend wollte er wieder am Seil aus das Dach zurückklettern. Der Beamte rief ihn an, und da er nicht stehenblieb, gab er einenSchuß ab. Die Kugel traf Wilde so unglücklich, daß er zusammenbrach und nach wenigen Augenblicken starb. Elfsacher Mörder verhastet. Sin österreichischer peter Kürten. Wien, 8. März. Die Linzer Polizei hät unter dem Verdacht des Raub- mordes einen Verbrecher verhaftet, denen Geständnisse im Laufe beb Montags ihn als eine« der größten Ver- brecher der österreichischen Kriminalgeschichte, als einen zweiten Peter Kürte», erscheinen lassen. Vor ungefähr zwei Wochen war in Linz die Gattin eines Bau- meisters ermordet worden. Der Verdacht lenkte sich auf einen Mann namens L e i t h g ö b, der vier Tage nach seiner Verhaftung in der Nacht zum Montag die Tat zugab. Inzwischen aber hatte die Unter- suchung bereits Anhaltspunkte dasür ergeben, daß auch andere Mord- taten in ähnlicher Weise oerübt worden waren. Er gestand in neun Fällen, die bisher unaufgeklärt waren, zum Teil gar nicht als Mord aufgefaßt worden waren, die Täterschaft. Diese Morde hat der nun S3jährige Mann in einem Zeitraum von 20 Jahren verübt, von denen er zehn Jahre wegen Raubmordes an einer Frau im Zuchthause gesesien hat. Schon damals war er aber wegen eines Raubmordes vorbestrast. so daß er im ganzen elf Mordtaten aus dem Gewissen hat. Seltsamer Borunterricht. Die Vorfälle im Knabenerziehungsheim Gütergok. Seltsame Erziehungsmethoden im Knabenerziehungsheim Gütergog sind heute Gegenstand einer Verhandlung vor dem Potsdamer Schöffengericht. Zwei Erzieher des Heims müssen sich wegen Sittlich feitsverbrechens aus§ 174 Abs. 1 und§ 176 Abs. 3 ver= antworten. Auf der Anklagebank fizen Erzieher Franz Stein und Mar Meyen. Die Antlage vertritt Affeffor Bringmann. Den Vorfiz führt Landgerichtsrat von Horn Das Erziehungsheim Gütergoz beherbergt gewöhnlich bis 200 Knaben. Schon seit einiger Zeit bestanden Differenzen zwischen den Erziehern, bis eines Tages einige Knaben mit der Anschuldigung hervortraten, daß sie von den Angeklagten mit unfittlichen Anträgen belästigt würden. Direktor Angeklagten mit unfittlichen Anträgen belästigt würden. Direktor Brutowski wurde aufgefordert, die beiden Erzieher zu entlassen. Aber das geschah nicht sofort. Schließlich griff das Jugendamt Berlin ein. Zuerst wird gegen den Erzieher Hans Meyen verhandelt. Der Magistrat Berlin ist durch Magistratsrat müller vertreten. As Sachverständiger tritt Dr. Blauth Berlin auf. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt, der Presse ist die Anwesenheit in der Verhandlung gestattet. Der Angeklagte Menen hatte die sogenannte Gruppe Hummel unter sich und bei den Borstunden im Heim sollen die Verfehlungen begangen worden sein Die Anklage behauptet auch, daß der Erzieher Meŋen verschiedene Knaben in einer Höhle sittlich schwer geschädigt habe. Der Angeklagte bestreitet jede abnorme Gefühlsausbrüche und bezeichnet die Knaben als unglaubwürdig. Es wurden jetzt die Borstunden erörtert, die seltsame Annäherungen zwischen Erzieher und Knaben brachten. Megen behauptet, daß ihm daran gelegen war, die Knaben kadetten äßig zu erziehen und nicht nach dem modernen System der jetzigen Erziehungsmethoden. Alles follte nach militärischem Muster bei ihm geschehen. Wieder ein Notar vor Gericht. Die Berfehlungen des Rechtsanwalts Dr. Kelt. Rechtsanwalt Dr. Kelt wurde im Jahre 1904 Referendar. Zwei Jahre später Gerichtsassessor und im Jahre 1909 Rechtsan walt. Aber schon 1914 30g er fich ein Strafverfahren zu wegen Beruntreuung von 20 000 Mart Mündelgeldern und wegen Betruges in sechs Fällen. Der Krieg brachte ihn im Jahre 1916 den Gnadenerlaß. Auch das ehrengerichtliche Verfahren auf Ausschluß aus dem Anwaltstande wurde niedergeschlagen, man begnügte sich mit einem Verweis. Trotz des Verfahrens von 1914 hielt fich Rechtsanwalt Relt für berechtigt, um die Verleihung eines Notariats nachzusuchen. Er gab sich mit den wiederholten Ablehnungen seines Antrages nicht zufrieden. Unbegreiflicherweise wurden im Jahre 1924 die Bedenten zurückgestellt, Dr. Kelt wurde Notar, mit dem Erfolg, daß er bald darauf wegen Steuerhinterziehung zur Verantwortung gezogen werden mußte. Querschnitt durch die Schallplattenproduktion Neue Orchester, Gesangs- und Tanzplatten. Orchester. Straminstys Feuervogelsuite" ist bestimmt nicht leicht auf Blatten zu bannen; dem Pariser Symphonie- Orchester aber ist ( allerdings unter Strawinsky selbst) das Kunststück doch gelungen; auf vier Doppelplatten( C.*) ist all das eingefangen und in seltener Klarheit reproduziert, was den eigentümlichen Charakter, die den eigentümlichen Charakter, die charaktervollen Eigentümlichkeiten dieser Musik ausmacht: die rhythmische Phantasie, die eigenwillige Polyphonie, die funkelnde Farbigfeit des Kolorits, die dem jungen Strawinsky eigene glückliche Veriszts zweite Rhapsodie wird – wieder einmal vom Philabindung starter( russischer) Substanz und formaler Intelligenz. delphia- Symphonie- Orchester unter Stokowski( E.) platten wie orchestertechnisch ganz virtuos wiedergegeben; den beneidenswerten Leuten, die das zu Tode gehetzte Stück überhaupt noch hören können und wollen, sei diese Aufnahme wärmstens empfohlen. Pfitzners Palestrina- Vorspiel zum zweiten Art( DG.), vom Komponisten dirigiert und der Berliner Staatsoperntapelle ausgeführt, ist weniger empfehlenswert; es bedürfte viel größerer Anstrengungen, um dieses für die Platte nicht sehr geeignete Stück durchsichtiger, üt ersichtlicher, flarer und dadurch genießbarer zu machen. DG. überfandte eine sehr durchschnitliche Aufnahme der Fledermaus- Ouvertüre. Auf P. spielt Bronislaw Huberman, der große, der größte Geiger( yon der Berliner Staatskapelle unter Steinberg begleitet), Tschat to witys Violinkonzert; wer sich diese vier Doppelplatten leisten kann, wird von Ton und Technik, von Geist und Größe dieses unfann, wird von Ton und Technik, von Geist und Größe dieses un übertrefflichen Vortrags immer wieder hingerissen sein. Solisten. Zunächst zwei ausgezeichnete Pianisten: Alexander Brai= Io wifi spielt( auf DG.) das A- Dur- Impromptu sowie Préludes von Chopin: sehr sachlich, mit einer überlegenen Klavier- und großartigen Mikrophontechnik ohne Wärme aber und jene Intimität ohne die Chopin eigentlich nicht zu centen ist; man darf beim fubjektivsten aller Komponisten die Sachlichkeit doch nicht zu weit treiben. Auch so Elinson spielt Chopin. Wir verdanker ihm eine ganz hervorragende C.- Platte, die neben Kleinigkeiten ( C- Dur- Prélude, Cis- Moll- Mazurka) die Terzenetube enthält, sowie die mit verblüffender Virtuosität glanzvoll gespielte, plattentechnisch herrlich wiedergegebene Passagenetude in C- Dur Opus 10 Nr. 1, die allen Laien zur Freude, allen Pianisten zum Studium und zur Nachahmung dienen wird. Folgt ein Ensemble herrlicher Stimmen. Lotte Lehmann fingt in makelloser Anmut die Cavatine der Gräfin aus„ Figaros Hochzeit"; die andere Plattenseite„ Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding". aus dem Rosenkavalier, hat viele Vorzüge, ist aber nicht Zwei Frühjahrsausstellungen. Das Verfahren wurde eingestellt. Die Anwaltskammer be= gnügte sich mit einer Mißbilligung, das Landgericht mit einer Ermahnung. Das war im Jahre 1928. Aber schon im Jahre 1927 Berein Berliner Künstler und Künstlerinnen. hatten seine Beruntreuungen und Unterschlagungen begonnen. Dr. Kelf trieb nämlich einen großen Aufwand. Er Der Verein Berliner Künstler und der Verein konnte sich ein Leben ohne Auto und Chauffeur, ohne Jagd und der Künstlerinnen zu Berlin eröffnen zu gleicher Zeit ihre Motorboot nicht vorstellen Trog ber guten Einfünfte 16 000 Frühjahrsausstellungen. Das Bild in der Bellevuestraße bei den Mart im Jahre 1925, 20 000 marf im Jahre 1929 nahm er bei Herren unterscheidet sich nicht von den mannigfachen Ausder Deutschen Bank einen Rediskontofredit auf, überzog es, geriet stellungen, die sie am selben Ort schon von ihrer eigenen Produktion in immer höhere Schulden. Er fand einen einfachen Ausmeg; er dargeboten haben; auch die Schwarz- Weiß- Schau in ihrem zweiten lieferte Gelder, die ihm von seinen Mandanten in Notariatsgeschäften Heim, Tiergartenstr. 2a, macht es nicht persönlicher. Es ist nun zu treuen Händen gegeben wurden, einfach nicht ab, verausgabte sie einmal leider so in der Kunst, daß das große und machtvolle zu seinen eigenen Zweden oder versuchte ein Loch zu stopfen, indem Rollettivum von sich aus noch keine schöpferischen Einzelleistungen er ein neues Loch aufriß. Als die erste Strafanzeige gegen garantiert. Es find tüchtige und anerkennenswerte Namen darunter, ihn erstattet wurde, erflärte er, das Geld sei ihm aus dem Schrank die sonst schon wiederholt hier ausgezeichnet worden find; aber die gestohlen worden. Auch bei der zweiten Strafanzeige griff er zur Gesamtheit bestimmt in lähmender Weise das Niveau, es gibt nichts felben Ausflucht; die Verfahren wurden eingestellt. Bei der dritten darunter, mas man hervorzuheben den 3wang fühlte. Das Bebent Strafanzeige behauptete er, sein Bürovorsteher trage die Schuld am liche ist, daß diese Vereinigung in den Besiz bedeutender Mittel Verschwinden des Geldes. Dieser wollte das auf sich nicht figen getommen ist und noch immer nicht rechte Neigung besigt, einen lassen und schenkte reinen Wein ein. Jegt halfen teine Ausflüchte mohltätigen Gebrauch davon zu machen( die reizende Katakombe" mehr. Die Voruntersuchung wurde eröffnet, Antlage erhoben, in ihren Kellerräumen ist mohl eher als geduldet, denn als wahres das Hauptverfahren von dem Schöffengericht Berlin Kind ihrer Muse anzusehen; und das dringend notwendige Kunstausstellungsgebäude Berlins, im Plan und räumlich an der Hardenbergstraße durchaus bereit zu erstehen, scheint von dieser Seite auf teine attive Liebe rechnen zu dürfen). Es ist schade um die Künstler." Mitte anberaumt. Der Angeklagte, der aus der Untersuchungshaft vorgeführt wird, ist ein hochgewachsener, breitschultriger Mann, fein Geficht macht einen franken, müden Eindrud. Der Borsigende hält ihm ausführ lich den ersten Fall der Amtsunterschlagung vor. Es handelt sich um einen Barscheck in Höhe von 10 000 Mart, den er aus Anlaß der Auflaffung eines Grundstücks erhalten hatte. Der Angeklagte erklärt, weder von den 10 000 Mart noch von der Auflassung etwas zu wissen. Der Vorsitzende ermahnt Dr. Kelf, eine andere Art der Berteidigung zu wählen; er habe ja sich zu diesem Anflagefomplex, bevor er in Haft genommen wurde, ausführlich geäußert. Stockholmer Mord aufgeklärt. Der Zäter, der Sohn des Ermordeten, erschießt sich selbst. Stockholm, 8. März. Der schreckliche Mord, der am Montagabend an dem Kreisrichter von Sydow und seinen beiden Haus. mädchen verübt wurde, hat eine überraschende Aufklärung gefunden. Der Sohn des Ermordeten hat die Tat begangen. Nachdem er seinen Vater und die beiden Mädchen umgebracht hatte, fuhr er nach Upsala, wo er seine Frau und sich selbst erschos. Der Mörder hat in geistiger Umnachtung gehandelt. Der Selbstmord des jungen Sydom geschah, als er erfahren hatte, daß ein Kriminalbeamter in dem Hotel auf ihn wartete. Die Bolizei erklärt alles deute darauf hin, daß Fredrik von Sydow wahr. scheinlich in einem Anfall geistiger Umnachtung seinen Bater ermordet habe. Es steht fest, daß der junge von Sydop gestern mittag in Stockholm war und seinen Vater besucht hat. Braunes, alizu braunes! = Ist Ihnen übrigens bekannt. daß der neue Regierungsrat bei der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin, Adolf Hitler, fein Braun Schweiger, sondern ein Braun Redner ist? ( Wie war doch noch gleich die Geschichte bei der Musterung zu Wilhelms Zeiten? Einer der zu den Preußen sollte, wird vom Oberstabsarzt an Hand einer Farbenstala auf seine Augen geprüft. Was ist das?" Blau, Herr Oberstabsarzt!" Und das?"" Rot, Herr Oberstabsarzt!"„ Und das?" Gelb, Herr Oberstabsarzt." Und das?" Der Medizinmann zeigt auf braun. ,, Kann ich nicht fagen. Herr Oberstabsarzt, bin Braun- Schweiger!" " Und was ist der Floh für ein Landsmann? Braunschweiger! Er ist braun und schweigt!) Man sollte sich nicht wundern, daß es bei den Kollegen vom andern Geschlecht, unter sonst sehr ähnlichen Verhältnissen, etwas freundlicher aussieht. Das Bemühen der Künstlerinnen um Qualität in ihrem Heim am Schöneberger Ufer trägt etwas individuellere Züge. Sie beschränken sich auf Aquarelle und Zeichnungen, wo man Janny Remat, Roreff Stemmler, Sala Schwarz, Else Herzer nemmen darf, und auf Skulpturen, die den besten Ausblick bieten: ein Porträtkopf Jenny Wiegmanns, die Maske von Irmgard Hoffmann, Rathleff Keilmanns holzgeschnigtes Baar, herb und geſchloſſen, und vor allem die beiden weiblichen Gestalten von Milly Steger( die sich in einer sehr glücklichen Aufwärtsbewegung befindet), find das Erfreulichste und Selbständigste, das man in beiden Ausstellungen vorfindet. p. f. sch. Der Dichter Alfred Bock gestorben. " frei von Fehlern. Drei wunderbare E.- Platten: Benjamino Gigli singt das Lieb von den eiskalten Händchen aus Bohème mit ganz unbeschreiblicher Wärme, Stimmfülle und Stimmfultur; es iſt eine der schönsten Gesangsplatten überhaupt. Immer wieder begeistert Enrico Carusos metallene, im schönsten Sinn männliche Stimme ( Bois épais von Lully, Première caresse von Crescenco). Fjeodor Schaljapin endlich singt( neben einem Stück aus Rimskys Prophet") das Lied der Wolgaschiffer". George Baklanoff bringt( auf D.) dasselbe. Es ist interessant, die Unterschiede in Auffassung und Wiedergabe festzustellen: Baklanoff bringt es dramatischer, naturalistischer; Schaljapin dagegen epischer, kunstvoller, ſtilisierter, darum aber nicht weniger wuchtig, nicht weniger wirfungsvoll. Heinrich Schlusnus erweist sein großes Können an gefährlichen Prüfsteinen hoher Gesangskunst: an Giordanos " Caro mio ben" und Händels„ erges- Arie"( DG.). Auf P. fingt Adele Kern die Puppenarie" aus Hoffmanns Erzählungen mit technischer Sicherheit und bemerkenswerter Kälte. Leo Slezak, dessen Stimme naturgemäß nicht mehr ist, was sie einst war, dem aber eine in jeder Hinsicht vorbildliche Gesangstechnik zu Gebote steht, stellt sich mit einer Operettenplatte ein. Die Offenbachsche Legende des Blaubart"( B.) gelingt ihm vollkommen; die Einlage der Millöcker- Operette„ Gasparone":" Das waren Zeiten" der er im Theater am Rollendorfplatz Triumphe feiern fonnte bringt er mit föstlichem Humor, mit einem sehr unterhaltsamen, großväterlich- spizbübischen Charme( ein paar gepreßte hohe Töne seien nur der Ordnung halber angemerkt). Gleichfalls auf P. singt Gita Alpar zwei Lieder aus der„ Dubarry", ihrem großen diesjährigen Erfolg. " Schlager und Tanz. mit Zwei ganz große Lieblinge des Publikums erweisen sich als ebenso ganz große Schmods wie Enttäuschungen; weder Hans Albers( Rind, du brauchst nicht weinen". D.), noch Maurice Chevalier( Chansons aus dem Tonfilm der Straßenfänger", C.) halten, was ihre Namen versprechen. Zum Schluß einige ausge mählte und empfehlenswerte Tanzplatten:" Dent dabei an mich" und In dem kleinen Atelier" auf B., gut gemachte, reizvoll instrumentierte, von Barnabas von Geczy gespielte Tangos; ferner " Baß uns von Liebe sprechen" und„ Spiel mir auf der Balalaika", ebenfalls Tangoplatten, von Lajos Barany bzw. von Paul Godwins Tanzorchester bespielt( teide auf DG.); endlich ein paar fesche Fortrotts: I am sorry dear" sowie Would you like to take a walk" auf Brunswick. Arnold Walter. " *) Abkürzungen: E. Elettrola; DG. Deutsche Grammophon; p. Parlophon; O.= Odeon; C. Columbia. " " nach die Organisation der englischen Straßenjungen vor 100 Jahren bereits in ähnlicher Weise vorhanden war, die heute in den Londoner Buttons" oder den New- Yorker Bollhops" diesen KlingelSpringer und Knirps- Organisationen besteht und nun auch in Paris entstanden ist. Alle diese Gassenbubenorganisationen stellen sich soziale Aufgaben: Tarifregelung, Revierabgrenzung, Wahrung der Standesehre, Arbeitsvermittlung und dergleichen mehr, furz: alles, was die Organisationen der Großen auch bezwecken und anstreben. Der„ Chasseur- Klub" der Parijer Gaffenjungen umfaßt heute etwa 400 Mitglieder. Sechs Streiche von Mag und Morih führt jetzt eine damit reifende Spezialtruppe jeben Nachmittag im Rollendorftheater auf. In echten und gut nachgeahmten Buschversen klagt hier die Witwe Bolte, salbadert Onfel Frig, blödelt sanft der Lehrer Lämpel und konspirieren Mar und Morig. Der schwarze Mar ist allerdings eine etwas zu große und sehr weibliche Dame, dafür hat er die kräftige Stimme des Oberlausbuben, dem der schlanke blonde Morig folgt, bis sie, in der Mühle arg zerschunden, reumütig Besserung geloben. Die findlichen Zuschauer jubeln und spielen eifrig mit und auch den Erwachsenen entschwindet die Zeit beim Genuß der köstlichen Worte und Bilder des großen Meisters, der vor bald 100 Jahren uns geboren worden ist. „ Der Biberpelz" im Berliner Theater. Hauptmanns wirkungs. vollste Komödie ist in Barnowskys Inszenierung vom Künstlertheater ins Berliner Theater übersiedelt und erzielt dort den gleichen starken Erfolg. Hermann Ballentin ist der schneidige Wehrhahn, Emil Lind gibt den Rentier Krüger( mehr in der traditionellen Form nach Wallburg). Rosa Valetti ist wieder die Mutter Wolffen. Minister für Wissenschaft, Kunst und Wolfsbildung hat in einem Der Goethe- Tag in den preußischen Schulen. Der preußische Runderlaß angeordnet, daß aus Anlaß der 100. Wiederkehr von Goethes Todestag in allen preußischen Schulen Gedenkfeiern abzuhalten sind, in denen Goethes Werk und Persönlichkeit gewürdigt werden sollen. Der Tag dieser Feiern ist schulfrei Der„ Urfaust" in London. Vor einem völlig ausverkauften Hause brachte die Auslandsspielgruppe des A a chener Stadttheaters Montagabend im Cambridge- Theater in London den Urfaust" in deutscher Sprache zur Aufführung. Die Vorführung war ein voller Erfolg. Die Londoner Presie äußert sich über die Aufführung äußerst lobend." Daily Telegraph" sagt, hier sei das Beste deutscher Schauspielkunst geboten worden, und zur Zeit könne in ganz Europa nichts Besseres geleistet werden. Der hessische Dichter und Träger des Bücherpreises Dr. Alfred Gerhart Hauptmann in Washington. Gerhart Hauptmann und Bod ist in Gießen im Alter von 73 Jahren gestorben. Oberhessische Landschaft und Menschen hat dieser Heimatdichter, Frau trafen Montag in Washington ein, wo Hauptmann morgen der diesen Namen mit Recht führen konnte, in volkstümlichen Erdem Präsidenten Hoover vorgestellt werden soll und abends einen zählungen gestaltet. Seine Romane:„ Die Pflastermeisterin"," Der Goethe- Vortrag vor der George Washington- Universität halten wird. Spielplanänderung in der Städtischen Oper. Mittwoch wird an Stelle Kuppelhof"," Grete Fillunger",„ Die leere Kirche". Die Pariser". Don Giovanni" eine Wiederholung von Don Pasquale" gegeben. Maria Jvogün singt die Norina, Gerhard Pechner die Titelpartie. Beginn 7.30 hr. Die Oberwälder",„ Der Schlund" und„ Das fünfte Element"( aus der Kriegs- und Nachkriegszeit) zeugen von seiner Vertrautheit mit Landleuten und den wirtschaftlichen und sozialen Problemen der bäuerlichen und fleinbürgerlichen Eristenzen. Die Gewerkschaft der Pariser Gaffenjungen. Die Pariser Gaffenjungen gelten in Paris feineswegs etwa als einen fleinen meniger findig und fir bei der Hand, wenn es Auftrag auszuführen und ein paar Sous zu verdienen, als etwa die Nachkommen der Berliner Schusterjungens. Natürlich springen sie mit der Zeitung noch auf den Autobus, um sie im legten Augenblick an den Mann zu friegen, und fleine Gänge erledigen fie rasch und zuverlässig. Eine Anzahl von ihnen hat sich nun zu einem Klub zusammengetan, der sich den stolzen Namen„ Chaffeurs" gibt, und unter Führung seines Jägerführers", einem Bon aus irgend einem der Cafés an dan Champs Elisées eine richtige Organisation für den Fremdenverkehr im fleinen" geschaffen hat. Bielleicht er. innert sich dieser und jener noch des Boor Jack", des armen Jakob, einer nach dem Leben geschriebenen Schilderung von Maryat, mo " P Volksbühne. Jm Wochenspielplan des Abend" war versehentlich angegeben worden, daß die Premiere von Shaws Androklus und der Löwe" in der Voltsbühne erst am 14. März stattfinde. Tatsächlich wird„ Androklus und der Löwe" bereits am 9. März zum ersten Male gegeben, um dann bis zum 14. und auch weiterhin auf dem Spielplan der Volksbühne zu bleiben. In der Urania hält Dienstag, 8.15 Uhr,( Schumann- Saal, Lützowstraße 76) Heinrich Zimmermann einen Lichtbildervortrag über:„ Gro teste Ziere". Im Museum für Naturkunde spricht Mittwoch, 6 Uhr, Professor ungen über Käfer; 8 Uhr Dr. Eisentraut über Restbau und Brutgewohnheiten unserer Bögel. Sonderausstellung bis 28. März: Die Vogelwelt von Celebes. Eintritt frei. " Das Nordlicht" heißt der Filmvortrag, den Dr. Th. Meyer Mittwoch, 8 Uhr, in der Treptower Sternwarte hält. In der Akademie der Wissenschaften spricht Mittwoch, 7.30 Uhr, Profeffor Herbert Meher( Göttingen) über: Bürgerfreiheit und errschergewalt unter Heinrich dem Löwen". Eintrittsfarten beim förtner( Unter den Linden 38). Kroll- Theater verpachtet. Die Generalintendang der Staatlichen Theater hat im Monat März für 10 Tage das Kroll- Theater am Blak der Republik an Herrn Dr. Seyhausen berpachtet. Aus der spanischen Nachrevolutionszeit. und überlegen, wie man es nur von einer Dichterin erwarten kann, Jedem Ort seinen eigenen Generalstreit. Madrid, 8. März.( Eigenbericht.) In Toledo herrscht seit Montag, zunächst auf 48 Stunden befristet, der Generalstreit. Die syndikalistischen Arbeiter fordern Arbeitslofenunterstügung. freie Eisenbahnfahrt nach anderen Arbeitsplägen und den sechsstündigen Arbeitstag. Die Geschäfte der Stadt sind geschlossen. Die Polizei liegt in Alarmbereitschaft. Das niele Buch Zrvei deutsche Humoristen Zwei deutsche Humoristen: Alice Berend und Joachim Ringelnaz. Bei beiden alles Scherz, Satire, Ironie mit sehr viel tieferer Bedeutung. Worin sie sich unterscheiden: Die Berend feß, schnoddrig Ringelnaz besinnlicher, fast zu Sentiment neigend. Beide aber echte Berliner Pflanzen, die am besten dort gedeihen, wo sich Berlin rund um die Gedächtniskirche dreht. Der deutsche Unterhaltungsroman von Niveau fehlte uns eigentlich. Unterhalten, dabei aber nicht platt und belanglos werden, ist feine zu unterschäzende Kunst. Alice Berend beweist in ihrem neuen Roman ,, Das Gastspiel"( S. Fischer Verlag Berlin) aufs neue, daß sie diese Kunst wie selten einer vollauf zu meistern versteht. Frau Böhlke war, als sie noch nicht Frau Böhlke war, eine Sängerin mit einer beachtlichen Stimme und einer vielversprechenden Zukunft. Als Herr Böhlke in ihr Leben trat, verzichtete sie feinetwegen auf Karriere und Ruhm und ruderte in den Hafen bürgerlicher Geborgenheit. Zwischen Hausfrau- und Mutterpflichten glimmt noch immer der Funke genialischen Künstlerdranges, der sozusagen als unerlöfter Kompleg in ihr aufgestapelt ist. Da fommt eines Tages der große Antrag zu einem Gastspiel nach Amerika. Man hat sich ihrer, der einstigen großen Hoffnung am Primadon nenhimmel, wieder erinnert. So scheint es.. Wie nun aller verhaltener Künstlerimpetus in der in Bürgerlichkeit fast erstickten Frau erwacht, aber mit einer solchen Furiosität, deren sie einst nicht mächtig gewesen wäre, denn sonst hätte sie ja nicht Herrn Böhlte zum Gatten genommen, wie diese einfache, schlichte Kaufmannsfrau über Nacht ihre Stellung als Frau und Mutter ändert und dabei den Alltag ihres Lebens und alle Gewohnheiten auf den Kopf stellt, wie aus dieser im Gleichmaß ihrer gesicherten Existenz früh ge alterten Frau Jugend, Ehrgeiz, ja selbst die Launen großer Künstler, mit denen sie ihre Umgebung förmlich zu tyrannisieren beginnt, ausbrechen das ist ergötzlich und humorstrohend. Dabei verliert dieser Humor niemals seine Haltung und wirkt so selbstverständlich 1 die so viel Reife, Charme und Grazie hat wie diese Alice Berend. Dieser nie laute oder übertriebene Humor ist auch Ringel. nag dichterische Stärke, der noch um einige Nuancen verhaltener leifer ist. Ringelnaz lacht stets mit einer Träne im Auge. ,, Ge= dichte dreier Jahre", wie er seinen legten Gedichtband( Ernst Rowohlt Verlag Berlin) nennt, sind eine Fülle dichterischer Impressionen, Lyrik, wie man sie faum noch in unseren lauten, aufgeregten Tagen zu schreiben imftande ist Ringelnaz ist ein Abseitiger und doch steckt er mittendrin und schöpft aus dem Vollen des täglichen, sich immer wieder erneuernden Lebens. Prägnant, formvollendetgefällig, fast gesangvoll steht jedes Gedichtchen da, wie ein fein geschliffenes, pointiertes Chanson. Er ist sozusagen ein Troubadour aus dem 20. Jahrhundert Friedrich Lichtneker. Rundfunk am Abend Dienstag, 8. März. Berlin. 16.05 Arzt, Patient und Krankenversicherung( San.- Rat Dr. Otto Müller und Generaldirektor Dr. Apelbaum). 16.30 Songs v. Robby Frey( Wilhelm Gombert, Tenor; Flügel: Der Komponist). 17.00 Doktor Ueberall erzählt. 1 17.20 Bücherstunde Arme Leute- teine Leute( am Mikrophon: Dr. K. Schröder). 17.45 W. M. Citron Amüsante Zeitungsnotizen. 18.00 Unterhaltungsmusik. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Mitteilungen des Arbeitsamts. 19.15 Orchesterkonzert.( Paul Juon, geb. am 8. März 1872.) 1. Balettmusik ,, Psyche"; 2 Violinkonzert A- Moll, op. 88.( Prof. Gustav Havemann; Dir.: Der Komponist; Funkorchester.) 20.00 Breslau: ,, Ta- ra- ra- bumm- de- ra!" 21.00 Tages- und Sportnachrichten 21.15 Querschnitt durch die Oper„ Die Bürgschaft". Musik von Kurt Weill. Text von Caspai Neher. Für die Funkstunde auf Schallplatten in der Besetzung der Städtischen Oper aufgenommen. Sprecher: Intendant Prof. Carl Ebert. Musikal. Ltg.: Dr. Fritz Stiedry. Anschließend Wetter, Nachrichten und Sport. 16.30 Leipzig: Konzert. Königswusterhausen 17.30 Dr. Schwenger: Die soziale Frage im industriellen Betrieb. 18.00 Dr. Heinrich Eberle: Die Psychologie des Wählens. 18.30 Karl Figdor: Maschine als Schicksal. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Englisch für Fortgeschrittene. 19.20 Prot Dr. August Müller und Dr. Felix Pinner: Abkehr von der Goldwährung? 20.00 Prof. Dr. Max Sering spricht. 20.20 Königsberg: Drei fahren nach Südamerika. 21.15 Tages- und Sportnachrichten. 21.20 Königsberg: Bunte Stunde. 22.20 Räuscher: Zeitungsschau. Staats Theater Dienstag, den 8. März Staatsoper Unter den Linden 1912 Uhr Die Hochzeit des Figaro Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt 20 Uhr Cyrano von Bergerac PLAZA Nähe Schles. Bhf. 5.815, Stgs.2,5,815 U. Tel.: E7 Weichsel 4031 Friederike" Kleines Th. Truppe 1931. Tägl. 8% Uhr Mausetalle Die Preise 75 Pl.- 5 M. Sonntag nachmittags 4 Uhr halbe Preise. Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Die endlose Straße Volksbühne 8.15 Ohr Winter Garten Flora 3434 ftauchen erlaubt Diaz de Valesco, WallendaTruppe. Hakon von Eichwald m. seinen 12 Solisten und weitere Star- Nummern 91 Uhr CASINO- THEATER 81%, Uhr Lothringer Straße 37. Operette. Varieté, Posse! u. a. 2 Loros Musikal- Akt Die Operette: Gestrandet Der Berlin. Komiker Herm. Krause Zum Schluß der neue Schlager Der Mann mit den zwei Frauen Gutschein 1-4 Personen Parkett 50 Pf., Fauteuil 1.- Mark. Sessel 1.50 Mark. Theater am Bülowplatz Städt. Oper × Uhr Fuhrmann Henschel mit Emil Jannings u. Margarete Melzer Regie: K. H. Martin Staatl. Schiller- Theater 8 Uhr Charlottenburg Bismarckstraße 34. Dienstag, 8. März Turnus Anfang 20 h Friedemann Bach Ende geg. 23 Uhr Theater a. Hollendorfplatz Pallas 7051 Täglich 8% Uhr Traum einer Nacht Operette in 3 Akten v. Lud.Wolff u. Karl Behr Musik von Hans May Regie: Heinz Saltenburg Die endlose Rose- Theater Blumenspenden KURFÜRST 7460 Straße HAUS VATERLAND Day Vergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Berantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glode Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts Buch. Berliner druckerei und Verlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Hierzu 1 Beilage. Neukölln. Ulk- Trio Lahnstr 74/ 75.J iroße Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E 7 3427 8,15 Uhr jeder Art llefert preiswert Paul Golletz Jettchen vormals Robert Meyer Gebert Gegr 1887 Mariannenstr. 3 F&, Oberbaum 1303 UNZEN kauft BALL- Berlin UNZENhandlung Wilhelmstraße 44 Der gute KapitänKaufabakst in den meisten Zicarrengesch. erhält. C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Königs. 3861 PROGRAMM für die Zeit vom 8. bis 10. März KINO- TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom 8. bis 10. März BOL Potsdamer Straße 38 " X" 27 mit Marlene Dietrich W. 5, 7, 9 Uhr ( An der Rheinstraße 14 Kais- Eiche) Verlängert! Der schönste Mann im Staate m. Siegfr. Arno. R. A. Roberts, Hugo Fischer- Köppe Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7, 9 Uhr Welt- Kino Alt- Moabit 99. W. 6.45 u. 9.05 U. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Das gute Tonfilmprogramm Charlottenburg Kant- Lichtspiele Kantstr 54( an der Wilmersdorfer Str.) Der Geheimagent mit Harry Steglitz W.6.30, 9 U. Stg.4, 6.30, 9U. Steglitz. Schloßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr. Rasputin( Dämon der Frauen) m. Conrad Veidt. Charl. Ander, Theodor Loos- Tonfilmbeipr. Titania- Palast Mariendorf Mariendorfer W.6.30, 9U. Süden Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7, 9 Uhr, Sonntags ab 4% Uhr Dienst ist Dienst mit Fritz Schulz, R. A. Roberts- Der bebende Berg Piel, Maria Solveg, Eduard V. Ma- Li Tonlichtspiele So. ab's UFilmeck Winterstein W. 5, 7, 9 Uhr Germania- Palast Odeon, Potsdamer Str. 75 Charlottenburg. Wilmersdorfer Str. 53/54 Emil und die Detektive mit Käthe Haack, Fritz Rasp Endkampf mit Hoot Gibson Jugendliche haben Zutritt! W. 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Luise( Königin von Preußen) mit H. Porten, G. Gründgens, Fr. Kayßler, WI. Gaidarow Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr Unter falscher Flagge m. Ch. Susa, Gust. Fröhlich W. 5, 7, 9 Uhr Schlüter- Theater Beginn: Schlüterstr. 17. 5, 7. 9 U. S. 3 U.: Jgd.- Vorst. Der unbekannte Gast m. Szöke Szakall, S. Söneland beiprogramm Alexanderstraße 39-40 Atrium ( Passage) 2 Großtonfilme: Die spanische Fliege m. R. A. Roberts, Fritz Schulz Außerdem: Kismet, 8 Akte mit Dita Parlo, Gustav Fröhlich Den ganzen Tag geöffnet! Westen Primus- Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margaretenstr. Eine Nacht im Paradies mit Anny Ondra, Marg. Kupfer, Herm. Thimig, R. A. Roberts, Oscar Sabo Für Jugendliche freigegeben! W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Friedrichstadt Franziskaner Tageskino ab 9 Uhr vorm. Georgenstraße( Ecke Friedrichstraße) 9, 12, 3, 6, 9 Uhr: Abenteuer unter Kannibalen Eine spannende Südsee- FilmReportage Wilmersdorf Chausseestr 305. 2 Tonfilme: Der Stolz der dritten Kompagnie mit H. Rühmann, Fritz Kampers botene Liebe Tempelhof Kurfürst Tabu. verW. 7, 9 Uhr Stg. 5, 7, 9 Uhr Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstellung Der Geheimagent mit Harry Piel- Tonfilmbeipr.- Tonw. Ton- Tivoli Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochent. 7, 94 U. Sonnt. 5, 7, 9% U. Uraufführung! mit Eine Nacht im Paradies Anny Ondra, Herm. Thimig Tonfilmbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt. Schöneberg Titania Schöneberg Hauptstr. 49. W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9, Uhr Großtonfilm: Madame hat AusTäglich 5, 7, 9 Uhr Stgs 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Str. 97. Südosten Am Görlitzer Bahnhof W ab 6%. Stgs. ab 3 2 Großtonfilme: Der Hochtourist mit O. Wallburg, Maria Solveg Kadetten m. A. Bassermann, J. Riemann Luisen- Theater W. ab 6.30 Stgs. ab 3 Reichenberger Str. 24. Gloria, Liebe und Weltrekord mit Brigitte Helm, G. Fröhlich Der weiße Rausch mit Leni Riefenstahl schönste Stella- Palast Woch. ab 5 U. 2 Großtonfilme: Der Manan im Staate m. S. Arno Einer Frau muß man alles verzeihen mit Fritz Schulz Neukölln Mercedes- Palast W.6%, 9 U. Hermannstr 212 S. ab 3 U. Rasputin mit Conrad Veidt Sonnt. ab 3 U. Köpenicker Straße 12-14 Neu- Uraufführung für Groß- Berlin: Quo vadis in Tonfassung Emil Jannings als Nero Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40/41 Tägl. 5.30, 7, 8.30 U. Stgs, ab 3 U. Die große Attraktion m. Rich. Tauber Ein steinreicher Mann mit Curt Bois Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Nur 3 Tage: Große Tonoperette: Fräulein, falsch verbunden mit Magda Schneider, Johann Riemann Auf der Bühne: Ben Berlin u. sein berühmtes Orchester Wocht. auch Sonnabds. 6%, Stg. ab 3. Luna- Palast Woch. 5 Uhr Sonnt ab 3 Uhr Gr Frankfurter Str. 121 Tonwoche 2 Großtonfilme: Unter falscher Mein Freund, der Millionär Weißensee Harmonie Langhansstr. 23. Wochent. 7 u. 9 U. Sonnt. 5, 7, 9 U. Großtonfilm: Der Draufgänger mit H. Albers, Gerda Maurus Tonbeiprogramm Friedrichsfelde Kino Busch Frt., Sbd., Stg. ab 5, sonst Beginn 6 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3 Der Herr Bürovorsteher mit F. Bressart, H. Thimig- Beiprogr. Tonwoche Jgdl. Zutr. Norden Alhambra Mullerstraße 136. Ecke Seestraße W. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3, 5, 7, 9 Uhv Das Geheimnis um den Kadetten von Seddin mit Albert Bassermann, Trude v. Molo Jugendliche haben Zutritt Flagge m. Ch. Susa. Fröhlich Pharus- Lichtspiele Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 W. 5, 7, ca 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Kriminal: Die Pranke mit Charl. Susa, H. Rehmann Beiprogramm Bühnenschau Viktoria- Theater Woch, ab 5 Strohwitwer mit M. Paudler Deutsch- Amerik. Theater Frankfurter Allee 48 Primus- Palast W 6.30, 9 U. Sonnt ab 3 U. Am Hermannplatz. Urtaustr 72/76 Der Geheimagent( Ein Mann fällt vom Himmel) mit Harry Piel Bühnensehau 11 gang mit Liane Haid. Hans Kukuk Brausewetter Alhambra Tonbeiprogr. Hauptstr. 30. Woch. 5, 7, 9 Uhr Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Varieté, Tonfilm Wochent. 6.30, 9 Uhr Sonntgs. 3, 5, 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 Fräulein, falsch verbunden m. M. Schneider Bühnenschau. Tonbeiprogramm Der gewaltige Submarine- Film: U 13. Excelsior Japan, Die gelbe Gefahr im Osten China und die Mandschurei Friedenau 10.30, 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr: Kronen- Lichtspiele Fräulein, falsch verbunden Tonfilm- Operette mit Magda Schneider, Johannes Riemann, Trude Berliner u. a. Neueste Tonbild- Reportage Moabit Artushof Wochent. ab 6 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 Zwei Tonfilme: Keine Feler ohne Meier mit Tonwochel Siegfr. Arno- Hai Tang mit Anna May- WongRheinstr. 65 Beg.: W. 5, Sonnt. ab 3 U. Der schönste Mann im Staate m. Siegfr. Arno, R. A. Roberts, Beiprogramm Zeli Jugendliche haben Zutritt! Zehlendorf- Mitte Wocht. 6.30, 9 Uhr Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße 191 Viktoria und ihr Husar mit Fr. Schuster Japan, China und die Mandschurei nenschau T 1 BühKöpenicker Str. 68 Wochent. 5 Uhr, Stg. 23 Jug.- Vorst. Nacht ohne Pause mit Siegfr. Arno Wo die Wolga fließt mit Lupe Velez Neue Philharmonie Köpenicker Str. 96. 2 Tonfilme: Er u. seine Schwester m. A. Ondra- Der bebende Berg Jugendliche haben Zutritt| Baumschulenweg Lichtspielhaus Woch. 6 Uhr Stg. ab 3 U. Zwei Tonfilme: Es wird schon wieder besser m. Dolly Haas, Heinz Rühmann Endkampt m. Hoot Gibson Jugendl. Zutr. FilmFrankenburg Bühne Gr. Frankfurter Str. 74 Müllerstr. 142 Täglich 5, 7, 9 U. 2 Großtonfilme: Eine Nacht im Grand Hotel mit M. Eggerth Lupe Velez: Meine Kinder, mein Glück( In deutsch. Sprache Reinickendorf- Ost Beba- Lichtspiele Residenzstr 124 Stg. 5, 7, 9 Uhr 1 W 6.45 u. 8.45 Uhr 3 Uhr: Jugendvorst. Harald halt dich fest mit Harald Lloyd Gut. Tonbeipr. Pankow Palast- Theater W. 7, 8.30 Uhr Breite Str 21a Stg. ab 4.30 U. 2 Großtonfilme: Die Pranke mit Charl. Susa- Einer Frau muß man alles verzeihen W. 5, 7, 9 U. S. 3 U.: Jugendvorst. Großtonfilm: Niemandsland Tonbeiprogramm Tonwoche Bühnenschau Mitglieder der Tivoli SPD. ermäßigte Preise Zentrum Berliner Straße 27 Wochent 7. 9 U Sbd. u. Sonnt. 5 U 2 Tonfilme: Liebe, eln Naturgesetz, mit ärztlichem Vortrag Dr. Edward Ferner: Purpur und Shd 5 Uhr Babylon, am Bülowplatz Waschblau mit Hansi Niese Baumschulen w. 78. Stg. 2 U.: Jug.-V. Mitternachtsliebe mit H. von Schlettow Der König der Nassauer m. G. Milton- Tonw. Stern, Hermannstraße 49 Wocht. 6.30, 9 U., Stg. 3.30, 6.30, 9 U. Treptow- Sternwarte Der Pechvogel mit Ralph A. Roberts Bühne. 1 Stunde Varieté Neues Stern- Orchester Jugendliche haben Zutritt! Südwesten Dienstag, 8 Uhr: Astronomie mit dem Opernglas und kleinen Fernrohren. Lichtbildervortrag Nordosten Beginn tägl 5, 7, 9 Uhr Film- Palast Kammersäle Elysium Stg. 3 Uhr Jugendvorstell Potsdamer Str 50 Mein Leopold mit H. Paulsen, Fröhlich, Adalbert- Beipr. Jugendliche haben Zutritt Teltower Str 1 W ab 5%. So ab 3½ U Prenzlauer Allee 56 Beginn: Werkt. 5 Uhr, Sonnt 3 Uhr Holzapfel weiß alles mit Fel. Entfesselt. Afrika, Expeditionstonfilm-Emelkatonw. 2 Tonfilme: Rasputin m. C. Veidt Bressart Eine Nacht im Grand- Hotel mit W. Eggerth W. 5 Uhr Stg. 2.30 Uhr: Jug.-V. 5 Schlager! Unter falscher Flagge mit Gustav Fröhlich, Ch. Susa Ferner Das geheimnisvolle Haus ( Detektivfilm) u. 3 weitere Schlager Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele Lúckstr 70 Tägl. 5, ca. 7, 8.45 U. 2 Großtonfilme. Ball bei Raffkes mit Dolly Haas R. Schünzel Kyritz- Pyritz mit Adalbert Tegel Filmpalast Tegel Straße 2 Wochent 6. Sonnt 4.15 U. Sonntags 2 Uhr: Jugendvorstellung Die ungekrönte Königin mit Corrine Griffith Tonbelpr. Tonwoche Hennigsdorf Filmpalast Beg W 6. 8.30 Uhr Stgs 414. 6%, 8% U. Berliner Str 59 Tongroßfilm: Menschen Im Käfig mit Fr. Kortner, George- Das Glück des Anderem Beilage Dienstag, 8. März 1932 wohltätige Folgen So erzieht man eure Kinder, Frauen! Die Zuschrift, die wir hier veröffentlichen, stammt von einem Candlehrer. Die Fälle, die er aufführt, stehen nicht vereinzelt da. Bleibt die Frage, ob man sich die Verhebung der Kinder durch die Schule gefallen zu lassen braucht. Tie Reichsverfassung bestimmt ausdrücklich, daß die Erziehung in der Schule im Geiste der Bölkerversöhnung zu erfolgen hat. Wehrt euch also, Mütter, wenn man eure Kinder in der Schule verhetzt, beschwert euch und laßt nicht locker! Wenn wir in die Tage unserer Schulzeit zurückschauen, dann gedenken wir wohl auch mit einem leisen Schauder der Bücher, die unsere erste Schullektüre bildeten. Die moralisierenden Geschichten und Gedichte des Lesebuches steigen in der Erinnerung auf und die zahlreichen Schlachtenschilderungen und Kriegsgedichte des gleichen Buches. Im Schulbuch der Vorkriegs- und Kriegszeit fand die Militär- und Kriegsromantik jener großen Zeit" ihren stärksten Ausdruck: Die Schuljugend wurde vollgepfropft mit friegsfreundlichen Ideen. Man sollte meinen, daß im Goethe- Jahr 1932, vier zehn Jahr nach dem schrecklichsten Kriege der Weltgeschichte, all diese friegshezerischen Dinge aus unseren Schulbüchern verschwunden seien. Aber das ist ein Irrtum; nach wie vor ist die Kriegsromantik eines der am häufigsten verwendeten Motive der Lesebuchgeschichten. Seit Jahrzehnten sind Millionen von Kindern in Schule und Elternhaus zu dieser Anschauung erzogen worden: Krieg be= deutet nicht Schreden, Elend und Unmenschlichkeit, sondern Glanz, Ruhm, Unsterblichteit. Der gesamte Geschichtsunterricht war auf diese Betrachtungsweise eingestellt. Ausführliche Schlachtengemälde, angewandte Strategie und Kriegstaftit fennzeichneten ihn. Ebenso gewaltsam wurde und wird dem Kinde das Spielen mit Bleisoldaten und Kanonen aufgezwungen. Ein Spiel, das feineswegs so natürlich ist, wie viele Eltern glauben; das Soldatenspiel ist dem Kinde völlig wesensfremd und wird erst durch starke, von Erwachsenen ausgeübte Suggeſtionen zum Gegenstand findlicher Sehnsucht. Ist es eigentlich nicht eine Ungeheuerlichkeit, Kindern zu Weihnachten, dem Friedensfest, nachgeahmte Kriegsinstrumente, wie Gewehr und Säbel, zu schenken? habenheit, daß davor Tod und Wunden und alle Anstrengungen zurücktraten." Dieses Lesebuch ist noch heute an vielen Schulen in Geirauch. " " Nach wie vor enthalten Lese- und Realienbücher jene bekannten chauvinistischen Redensarten, die die Engländer als „ Bolk der Krämer", die Italiener als„ Volk der Kazelmacher", die Franzosen als das frivole" Bolt bezeichnen. Und noch immer ist Frankreich in den deutschen Schulbüchern der„ furchtbar dräuende Erbfeind", den„ wir siegreich schlagen wollen". Gedichte, die längst unzeitgemäß geworden sind, schüren den Rachegedanken gegen den welschen" Erbfeind. Jenes geschmacklose Gedicht Sedan", das sich nicht scheut, im Blutrausch der Völkerschlacht" ein freudiges Ehre sei Gott in der Höhe" zu jubeln, das Lied von der Schlacht an der Kaybach, das für den Tod von Zehntausenden nur Sohn und Spott aufbringt( Fahrt wohl, ihr Franzosen, zur Oftfee hinab, und nehmt, Ohnehosen, den Walfisch zum Grab")," ühows Jagd" auf" französisches Henkerblut", tas triumphierend- gottes lästernde„ Mit Mann und Roß und Wagen, so hat sie Gott geschlagen", all diese friegsverherrlichende, völkerverheßende Poesie" nimmt noch heute einen breiten Raum ein in den Lesebüchern " 11 " Der Abend Spalausgabe des Vorwärts unserer Schulen. Und demgegenüber nichts, das den Kindern Schrecken, Elend und Jammer jedes Krieges veranschaulicht. Aber auch die für die Hand der Lehrer bestimmten Werte in den Lehrerbüchereien der Schulen lassen noch oft wenig von dem Geist der Völkerversöhnung, wie ihn Artikel 148 der Reichsverfassung erstrebt, merken. Im Hand- und Hilfsbuch für Lehrer, der deutsche Aussay in höheren Lehranstalten", er schienen 1927 und in zahlreichen Lehrerbüchereien vorhanden, findet man eine Disposition über das Aufsaythema:„ Der Krieg hat auch wohltätige Folgen". Da ist u. a. folgendes gesagt: „ Der Krieg ist ein Gegengift gegen die Wucher pflanzen des Friedens, wo der Rationalismus über den Idealismus siegt und alles erschlafft.(!) Die Kunst, namentlich Malerei und Poesie, erhalten großartige Gegenstände zur Verherr Der Krieg gibt Gelegenheit, Talente zu entlichung.(!!) wickeln; ohne Krieg wäre die Welt um manchen großen Mann ärmer.(!)- Mancher tätige Mann findet Gelegenheit zu reichem Erwerb."( Siehe:„ Gegengift....") In dem als chauvinistisch verschrieenen Frankreich fämpft die Lehrerschaft seit Jahren für die Beseitigung aller friegshetzerischen Schulbücher. Versagt die Behörde ihre Unterstützung, so werden derartige Bücher einfach boykottiert. Leider wird in Deutsch land die Schulbücherfrage längst nicht mit dem Nachdruck behandelt, den sie verdient. Vor allem fehlt es meist an der durchgreifenden Unterstützung der Schulbehörden, was oft daran liegt, daß Regierungs- und Schulräte selbst Herausgeber veralteter Schulbücher sind und nicht gern auf erhebliche Nebeneinnahmen verzichten. Frau und Wissenschaft Wie wirkt sich das Studium der Frauen aus? Erst seit einer Generation hat die Frau die Möglichkeit, sich| sie sind vielmehr ein Produkt des Berechtigungswefens wissenschaftlich zu betätigen. Es ist interessant, die Frage aufzu einerseits, der Wirtschaftskrise andererseits, die den Zutritt werfen, wie sich diese Befreiung der Frau in der Wissenschaft bein die praktischen Berufe abriegelt oder doch um Jahre hinaus merkbar machte. Ein Urteil ist allerdings noch nicht möglich, da die Zeitspanne seit der Zulassung der Frau zum Studium nech viel verzögert. zu furz ist. Der Weg der Frau zur Wissenschaft tommt in erster Linie zum Ausdruck in den rasch emporschnellenden Zahlen der weib Und denfen wir einmal an die Lesebücher der Kriegszeit! Wieviel menschliche Gemeinheit wurde da dem unverdorbenen Kinderlichen Studierenden an den Universitäten und sonstigen gemüt als heldenhafte Gesinnung gedeutet! ten. Ich erinnere mich eines Soldatenbriefes" in einem Lesebuch, in dem folgende Säße standen:„ Hei, da haben wir mit unseren Rarabinern dreingehauen, als gelte es, Klöße zu spal Hab auch viele Russenschädel zerschlagen! Hurra!" Mordgier statt Vaterlandsliebe! Hurrapatriotismus und Völkerhap das waren die Ideale, zu denen Millionen von Kindern erzogen wurden und noch werden! In Schroeders Landle sebuch für Ostpreußen findet man ein Gedicht Krieg" mit folgendem Refrain: " Ost und West in heller Blut, Horch, es rauscht wie Krieg und Blut! Herr! Das war der erste Schlag! Wieviel Leiber der wohl brach! Kameraden, seid ihr da? Lebe wohl, hurra, hurra!" wissenschaftlichen Hochschulen( vor allem Technischen Hochschulen und Handelshochschulen). Während die ersten deutschen Studentinnen ihre Eramina noch im Ausland, häufig in der Schweiz, ablegen mußten, waren im Jahre 1914 bereits rund 3900 Frauen an den wissenschaftlichen Hochschulen Deutschlands eingeschrieben, die 4 Proz. aller Studierenden ausmachten; diese Zahl stieg bis zum Jahre 1930 auf etwa 175 000 14 roz. der Gesamtheit der Studierenden. Vor einem reichlischen Menschenalter legte die erste deutsche Frau nach regelrechtem Studium ihre Doftorprüfung an der Universität Berlin in theoretischer Physik und Mathematik mit dem Präditat ,, magna cum laude" ab. Seute erwerben in jedem Semester Sunderte von Frauen b Semester Hunderte von Frauen die Doktorwürde, im Verhältnis zur Gesamtzahl der weiblichen Studierenden ebenso viele mie männliche Studierende; und soweit sich aus dem bisher vorliegenden Zahlenmaterial schon Schlüsse ziehen lassen, mit durch schnittlich dem gleichen Erfolg. Die immer noch weiter ansteigenden Zahlen der weiblichen Und zwei Seiten nach diesem Erguß liest man in einem Kriegs- Studierenden, die an der Ueberfüllung unserer Hochschulen ganz bericht von General Ludendorff den nicht minder charakteristi- wesentlich beteiligt sind, sind allerdings nicht nur der Ausdruck eines schen Sazz:„ Die Schlacht war eine Höchstleistung des ruhm immer mehr zunehmenden Strebens der Frau nach wissenschaft reichen deutschen Heeres und von solcher Größe und Erlicher Schulung und Erkenntnis, ebensowenig wie beim Manne, Das Schreckgespenst Unbegründete Furcht vor Bevölkerungsverminderung Geburtenrüdgang und Bevölkerungsbewegung sind in den| Auf der anderen Seite ist eine langsame und fontinuierliche legten Jahren mehrfach Objekt düsterer Prophezeiungen geworden. Berbesserung der Lebenswahrscheinlichkeit in Form der Erhöhung Selbst angesehene Bevölkerungspolitiker äußern sich sehr pessimistisch. des Durchschnittsalters feit vielen Jahrzehnten festzu Abgesehen davon, daß sich der Kern des Problems bei einer 3iffer stellen. Noch im Jahre 1870 hatte im Durchschnitt jeder Deutsche von 6 Millionen Arbeitslosen verschiebt, wird zu untersuchen sein, nur die Aussicht, 35 Jahre alt zu werden. Innerhalb von 60 Jahren ob die Rechnungen der Pessimisten stimmen. Der Berliner Mathe hat sich das Durchschnittsalter und das ist selbstverständlich matifer und Statistiker Prof. Dr. R. v. Mises 3. B. tommt in eine Folge des hygienischen Fortschritts und der verbesserten Lebens der Zeitschrift Naturwissenschaften" zu dem Ergebnis, daß im bedingungen um nicht weniger als 22 Jahre erhöht. Eine Augenblick von einer Bevölkerungsabnahme nicht die Rede sein weitere Erhöhung ist unzweifelhaft auch für die Folgezeit zu erfann, ja, daß im Gegenteil trotz Verminderung der Geburtenzahl warten. eine Bevölkerungszunahme bis zum Jahre 1945 auf 68 bis 70 Millionen für Deutschland zu erwarten ist, sofern nicht die gegenwärtigen schweren wirtschaftlichen Verhältnisse einen weiteren erheblichen Geburtenrüdgang im Gefolge haben. Alle bisherigen Untersuchungen über die Bevölkerungszu- oder abnahme unterschätzen fast durchweg die möglichen spontanen Alenderungen. Der Krieg z. B. hat uns nicht nur 1,8 Millionen Tote getoftet, sondern außerdem noch eine Geburtenverminde rung von 3,5 Millionen im Gefolge gehabt, so daß die Menschenverluste Deutschlands im Kriege insgesamt 5,3 Millionen betrugen. Diese ungeheure Lücke war bereits Ende 1920 durch einen gewaltigen Geburtenüberschuß ausgefüllt. Solche toloffalen Schwankungen fönnen also plößlich auftreten, und es ist durchaus wahrscheinlich, daß mit etwaigem Nachlassen der Wirt schaftskrise Eheschließungen und Geburten wieder stark zunehmen. Aber selbst, wenn man von solchen unvorhergesehenen Schwan fungen absieht, ist nach der Meinung von Prof. v. Mises fein Anlaß zu Pessimismus. Zunächst einmal wird sich noch auf Jahrzehnte hinaus die Ueberalterung des deutschen Volkes für den Bevölkerungszuwachs günstig auswirken. Seit einigen Jahren stirbt in Deutschland jährlich nur jeder 85. Mann, während normaler= weise etwa jeder 57. sterben müßte. Diese abnorme 3iffer ist eine Folge des Krieges. Durch die Minderzahl der Geburten und durch die Frontverluste während des Krieges sind gerade diejenigen Altersklassen nach dem Kriege schwach besetzt gewesen, in denen die Sterblichkeit besonders groß zu sein pflegt: die Kinderjahre. Wenn also nur noch 12 Totesfälle auf je 1000 Lelende anstatt der zu ermartenden 18 entfallen, so ist das nicht ein besonderer Erfolg der Hygiene oder ein Beweis für einen besonders günstigen Gesund heitszustand, sondern lediglich eine Folge des Krieges. Wenn man, wie das vor zwei Jahren der Oberregierungsrat im Statistischen Reichsamt Dr. Friedrich Burgdörfer gemacht hat, der die Bevölkerungsbewegung für sehr weite Beiträume berechnete, so kommt man unter Zugrundelegung der gegenwärtigen Geburtenziffer allerdings schließlich zu einem„ Bevölkerungsschwund". Es läßt sich nämlich aus der Absterbeordnung, wie das R. v. Mises eratt mathematisch nachgewiesen hat, ein Normalwert, ein sogenanntes Geburtensoll berechnen, welches gerade wert, ein sogenanntes Geburten soll berechnen, welches gerade ausreicht, um den Bevölkerungsstand tonstant zu erhalten und die gegenwärtige Geburtenziffer liegt etwas unter diesem Normalwert. Aber gegenüber der Burgdörferschen Folgerung weist R. v. Mises mit Recht darauf hin, daß es feinen Sinn hat, mit heute geltenden Zahlen Rechnungen anzustellen, die über zwei bis drei Jahrzehnte hinausreichen; v. Mises ist der Meinung, daß man vernünftigerweise Voraussagen auf höchstens 20 Jahre beschränken muß, und nach den in seinem Institut angestellten Berechnungen ist für die nächsten 15 Jahre wenigstens noch ein fontinuierliches Anwachsen der Bevölkerungszahl bis auf rund 70 Millionen zu erwarten. Was dann sein wird, können wir heute auch noch nicht annähernd übersehen, genau so wenig, wie sich im Jahre 1900 hätte voraussehen lassen, welche Gestalt die Absterbeordnung im Jahre 1925 annahm Vorläufig ist also der Bevölkerungsschwund Deutschlands nur ein Schredgespenst für Nervöse. Ob in 20 Jahren Deutschland Geburtenül erschuß oder Geburtenmangel hat, das läßt sich ebensowenig voraussagen, wie die Frage, ob wirtschaftlicher Wohlstand oder wirtschaftliche Not herrschen wird. Wenn dann tatsächlich eine Geburtenverminderung in unerwünschtem Maße eingetreten fein sollte, so ist deren Bekämpfung die Sorge einer fernen unübersehbaren Zukunft. Dr. A. Wilhelm. Sieht man sich die einzelnen Fakultäten auf ihren Anteil an weiblichen Mitgliedern an, so ergibt sich, daß er absolut und prozentual am größten in den historischen und philologischen Fächern der philosophischen Fakultät ist( 1928: 4300); darauf folgten im gleichen Jahre 2200 Studentinnen in der mathematisch- naturwissenfchaftlichen Abteilung, 1900 Medizinerinnen, 1500 in den Fächern der Rechts- und Staatswissenschaften; die erstere Gruppe hat wohl ausschließlich, die zweite überwiegend das Ziel des Studien. rates. Diese Zahlen ergeben sich nicht nur aus besonderen weiblichen Interefferichtungen, sondern spiegeln auch die praktischen Aussichten auf berufliches Fortkommen in den einzelnen Gebieten wieder. Es ist selbstverständlich, daß nicht alle diese Frauen zur Berufsausübung fonmmen; durch Heirat oder aus anderen Gründen scheidet ein großer Prozentsaz wieder aus; so gibt es in Deutsch land noch nicht 3000 Aerztinnen, obwohl gerade auch hier für die nächsten Jahre eine starte Zunahme zu erwarten ist. Berhältnismäßig gering ist die Zahl derer, die nach beendetem Studium wissenschaftlich weiterarbeiten. 58 weibliche Dozen ten lehren an deutschen Hochschulen( Universitäten und Technischen Hochschulen), worunter nur ein Ordinarius, aber 20 Privatdozenten sind. Den Stoffgebieten nach verteilen fie sich vor allem auf die Fächer der Naturwissenschaften und allgemeinen Medizin, der Philo logie und der wirtschaftlichen Staatswissenschaften und schließlich der Pädagogit. Weibliche Dozenten fehlen bisher für die theo logischen und die rein philosophischen Spezialfäher, ebenso für Geo graphie, Musit usw. 文 Die bisherigen Erfahrungen haben ergeben, daß die Frau fich im wissenschaftlichen Alltag und der wissenschaftlichen Klein. arbeit ebenso bewährt wie ihre männlichen Kollegen. Das Bild verändert sich allerdings sehr, wenn wir nach wissenschaftlichen Spigenleistungen von Frauen, nach ganz großen Entdecke rinnen und Erfinderinnen Ausschau halten. Da zeigt sich, daß es zwar zahlreiche geistvolle, hochgebildete Frauen von feiner Kultur man denke an Rahel Varnhagen und andere Frauen der Romantik, daß aber eigentlich große wissenschaftliche Leistungen von Frauen bisher nur in seltenen Fällen anzutreffen sind. Auf das Wert zweier bedeutender Frauen soll hier hingewiesen werden: auf die Entdeckung des Radiums durch Madame Curie und die Leistungen von Sonja Kowalewsky auf dem Gebiete der Mathematik. gab und gibt fie Die Russin Sonja Kowalewsky wird von ihren Lehrern geradezu als mathematische Urbegabung" bezeichnet. Um den engen, mit Vorurteilen belasteten Verhältnissen in ihrer adligen Familie und der politischen und sozialen Gebundenheit der Frau in Rußland in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu entgehen, schloß was damals aus diesem Grunde nicht ganz selten geschah eine Scheinehe, um unter dem Schutz ihres Mannes über die Grenze nach Deutschland zu gehen, während sie als alleinstehende Frau unfehlbar wegen des Verdachts nihilistischer Umtriebe" zurückgeholt worden wäre. Sie studierte in Heidelberg( u. a. bei Helmhol) und vor allem in Berlin bei Weierstraß, der sie privat unterrichtete, weil sie an der Universität nicht zugelassen wurde. Sie promovierte zum Doktor an der Universität Göttingen und erhielt 1891 für ihre Arbeit ,, Ueber einen besonderen Fall des Problems der Rotation eines schweren Körpers um einen festen Punkt" einen Preis der französischen Akademie der Wissenschaften. Nach dem Tode ihres Mannes wurde ihr auf Grund ihrer mathematischen Leistungen eine Professur an der nicht allzulange vorher ge gründeten Universität Stockholm übertragen. Eine der großen Deffentlichkeit noch bekanntere Leistung war die Entdeckung des Radiums durch Madame Curie, die allerdings gemeinsam mit ihrem Manne erfolgte Diese Entdeckung er öffnete der Heilkunde das riesige Gebiet einer ganz neuen Strahlentherapie- geradezu als Curie- Therapie bezeichnet und gab ihr damit ganz neue Heilmöglichkeiten, namentlich auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung in die Hand. Frau Curie erhielt zweimal den Nobelpreis: im Jahre 1903 gemeinsam mit ihrem Manne, 1911 ein zweites Mal allein, nachdem es ihr gelungen war, das Radium rein herzustellen. Als ihr Mann im Jahre 1906 starb, übernahm Frau Curie seine Nachfolge im Lehramt der Univer sität und die weitere Forschungsarbeit im Pariser Radiuminstitut, der größten derartigen Forschungsstätte der Welt. Die Leistungen dieser Frau sind für die Wissenschaft und Praxis von unschägbarer Bedeutung geworden sie beweisen deutlich genug, daß auch eine Frau zu wissenschaftlichen Spizenleistungen durchaus befähigt sein kann. Dr. Hildegard Bernt. Arbeiter- Schwerathletik Dessau—Berlin Im Siadteringkampf siegt Oessau 10:16 Eine kampfstarke Iugendmannschaft der Arbeiterathleten aus Dessau stand in Rasenchal den besten Berliner Jugendlichen im Kampf gegenüber. In allen neun Klassen gab es technisch ganz ausgezeichnete Begegnungen, die einen besseren Besuch verdient hätten. Diesmal hatten die Gäste etwas mehr Kampfglück und gewannen den Kampf— nachdem sie im vergangenen Jahre nur ein Unentschieden erreichen konnten— mit 20: 16 Punkten. Gleich der erste Kamps war eine schöne Einleitung: der Dessauer Huth bezwang den Weddmger Müller in der Z. Minute, in der Rückrunde konnte der Berliner dann ein Unentschieden erreichen. Kolbe-Tegel und chelminsky-Desiau rangen zuerst ohne Ergebnis und in der Wiederholungsrunde mußte der flinke Tegeler wegen einer leichten Verletzung den Kampf vorzeitig aufgeben. Wiese- Tegel, der in Alter einen prächtigen Gegner hatte, verschuldete in der letzten Kampfhälfte seine Niederlage selbst, konnte aber im zweiten Gang seinem Gegner ein Unentschieden abtrotzen. Der kampferprobte Spartaner Langer lieferte mit chelminsky II einen technisch sehr schönen Kampf, die erste Begegnung endete nach zehn Minuten ergebnislos, im folgenden Treffen überraschte dann der Gast seinen Gegner. Der Kampf der 110- bis 120-Pfund-K!afse Mayer-Tegel gegen Kranepohl-Dessau endete in den beiden Runden mit einem Unentschieden, mit dem gleichen Ergebnis endet« das � sehr hart und offen ausgetragene Ringen Schcnk-Rosenthal gegen Zabel-Dessau. Dank seiner großen Ueberlegenheit tonnte der Weddinger Hellwig seinen Gegner Schneider-Dessau in der ersten Runde durch einen Selbstfaller nach kurzer Zeit bezwingen, im Rückkampf gab Sch. wegen einer Verletzung vorzeitig den Kampf auf. Die Kämpfe in den beiden schwersten Klassen zwischen Lau- Wedding und Oder-Dessau sowie der Schlußkamps Babbel-Tegel und Pflug-Dessau blieben ohne ein Ergebnis. Von den vier Kämpfen in der Männerklasse zwischen den bundestreuen und jüngsten Ber- einen im Kreis Teltow und Rosenchal endeten drei mit dem Siege der Rosenthaler. In den Schaukämpfen der Boxer und Iiu» Jitsu-Leute standen sich best« Gegner der Berliner Verein« gegenüber. �Valdlaut der Athleten Der rührigen Sportvereinigung Tegel war es gelungen, die Städtemannfchast aus Dessau für den Sonntagnachmittag zu einem Waldlauf in Schulzendorf bei Tegel zu verpflichten. Für die Jugendlichen war ein 2000-Meter- und für die Männer ein 3300- Meterlauf vorgesehen. Das sehr hügelige Gelände stellte an die Kraft und die Ausdauer der Teilnehmer recht hohe Anforderungen. Es war erstaunlich, wie gut sich die Kraftsportler, denen das Laufen doch nur als Ergänzungssport dient, einfanden und ihr Bestes her- gaben. Der Lauf der Jugendlichen begann vom Start an sofort in scharfem Tempo; erst nach der Hälft« des Weges konnten die Tegeler in Führung gehen, die sie bis zum Ziel nicht mehr ab- gaben. Den ersten Platz belegte der erprobte Tegeler Koppen in 7,22 Minuten vor Maier-Tegel(7: 23,8 Minuten). Dritter wurde der Desiauer Flug in 7: 28, S Minuten. Ein gutes und gleichmäßiges Tempo brachte der Lauf der Männer. Hier konnte der Favorit Reichel-Tegel in 14: 22,2 Minuten vor dem dichtauffolgenden Mann- fchastsführer der Gäste Meinert(14: 24,5 Minuten) den ersten Platz belegen. Dritter wurde der Schwergewichtler Hildebrandt-Tegel in 14: 37 Minuten. Lerliner Boxer in Liegnitz In den letzten Tagen standen sich im vollbesetzten Volkshaussral zu L i e g n i tz die Kreismeister der Kreise 1(Schlesien) und 4(Verlin- Brandenbg.) des Arbeiter-Athletenbundes im Boxen um die Gruppen-, nieisterschaft der Gruppe Ost gegenüber. Als Vertreter hatten sich quali-> fiziert im ersten Kreis der Verein„Eiche"-Liegnitz, im vierten Kreis war es die Boxabteilung der Sportlichen Bereinigung Lichten- b e r g- F r i e d r i ch s f e l d e. Die Berliner Vertreter des Arbeiter- Athletenbundes gingen mit guten Aussichten in den Kampf, oer- loren aber zur allgemeinen Ueberrafchunz drei Kämpfe schon auf der Waage, während Liegnitz einen durch Uebergewicht verlor. Im Fliegengewicht siegte Gloger-L.-F. über Neuke-Ciche in der zweiten Runde durch ko. Bantamgewicht: Verndt-L.-F. konnte Hilscher-Eiche ebenfalls in der zweiten Runde durch rechten Haken für die Zeit zu Boden schicken. Henneberg-L.-F. war seinem Gegner Waller-Eiche im Federgewicht überlegen, so daß dieser in der zweiten Runde den Kampf aufgab. Leichtgewicht: Den besten Kamps des Abends lieferten sich Preller-L.°F. und Scholz-Eiche, den der Berliner nach Punkten gewann. Weltergewicht: Buchholz-L.-F. verlor noch Punkten gegen Niedergasäß-Eiche. Mittelgewicht: Molinski-L.-F. bezog eine Punktniederlage von Urban-Ciche. Halbschwergewicht: Stllrmer-L.-F., der sehr schwer in Fahrt kam, mußte ebenfalls eine Punktniederlage von Ludwig-Eiche hinnehmen. Schwergewicht: Roh- leder-Eiche war der bessere, denn von der zweiten Runde an punktete er den Berliner Amselung aus. Berlin verlor den Kampf mit 2: 14 Punkten. Lnropameisterschaften der Athleten? Ilm den Sportverkehr zwischen den in der Sozialistischen Ar- beiter-Sportinternationale oereinigten Länder immer weiter aus- zubauen, suchen die Arbeitersportler stets neue Wege. So haben die österreichischen Kraftsportler auf ihrer letzten Haupt- Versammlung in Wien chren Verband beauftragt, mit dem Fachaus- schuß für Schwerachletit in Verbindung zu treten, damit dieser die Ausschreibung einer E u r o p a m e i st e r s ch a f t für die Schwer- achleten vornimmt. Der Verbandstag nahm weiter einen Beschluß an, nach dem im Jahre 1333 die Verbandsmeisterfchasten als Einzel- Meisterschaften und in dem folgenden Jahre als Mannschaftsmeister- schaft ausgetragen wird. Weiter wurden die Wettkämpfbestimmungen des Verbandes den internationalen Bestimmungen angepaßt. Er- freulich und ein Zeichen der Stärke ist der Plan, schon in nächster Zeit für den Verband eine eigene Zeitung herauszugeben, die für die Ziele der Arbeiterkrastsporüer stärker zu werben vermag. Das Weifurnen um die Meisterschaft des 1. Kreises Alljährlich zu Beginn der Frühjahrssaison halten die Geräte- turner des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund eine Leistungsschau ab. Wa» wurde im verflossenen Jahre im Geräte- turnen erreicht, welcher Verein hat dieser Sportart das größte In- teresse entgegengebracht? Während in den anderen Kreisen des Bundes das Geräteturnen einen großen Raum im Uebungsbetrieb einnimmt, wird im 1. Kreis der Hauptwert auf die allgemeine Durchbildung des Körpers gelegt. Trotzdem wird auch an Reck, Barren und Pferd fleißig geübt. Das zeigte der am Sonntag ver- anstaltete K r e i s g e r ä t e w e t t k a m p f, der in der schönen Halle des Kleist-Lyzeums in der Levetzowstraßs vor zahlreichen Zuschauern stattfand. An fünf Barren, fünf Pferden und vier Recks wurde gleich- zeitig von den Frauen, den Männern und Jugendlichen hart um die Punkte gekämpft. In der Oberstufe der Männer lagen Mielke und Baron, beide von der FTGB.-Osten, auch in diesem Jahre wieder an der Spitze. Bis zum Pferd waren sie punktgleich bei- einander. Dann kamen die Reckübungen. Allgemein galt die Meinung, daß Baron nun nach vorn gehen würde. Aber schon bei den Pflichtübungen gewann Mielke 2 Punkte, um dann durch das vollkommene Versagen Barons bei den Kürübungen Punkte über Punkte zu sammeln. Baron konnte sich nur durch seine guten Leistungen am Barren und Pferd halten und mußte mit dem vierten Platz porlieb nehmen. Beachtung verdient auch Leuthold- Moabit, der am Reck in der Kürübung nicht weniger als 39 Punkte bei 40 zu vergebenden erreichte. Luch Kähne-Eberswalde zeigte sich von der besten Seit«; konnte er doch den dritten Platz bei 14 Kämpfern erringen. Schöne Kämpfe sah man bei den Frauen. Hier konnte Masche-Lichtenberg die höchste Punktzahl erreichen. Bei den Jugendlichen wurde hart um die Führung gekämpft. Walinsky- Volkssport Neukölln gelang es die Meisterschaft zu gewinnen. Der ATGS.'Sanubezirk veranstaltet heute, Dienstag, 20 Uhr, im Städtischen Lichtspielhaus in Neukölln, Bergstraße 147, einen Werbeabend. Das reichhaltige Programm enthält unter anderem die Uraufführung des FTGB.-Films„Pitt und Patt lernen paddeln". Die letzten Spurtereignisse Bilder vorn Arbtllf rsporl. Linkt: R«drennen beim Gau- taaiiportteti von Solldaritai auf Homc rainer- Apparaten. Milte: KreiigerBiewettkamof, Siegerin der Frauenklatse Matche(FTGIL-Licfatenberg). R e c b 1 1: Mielke(FTGB.-Osten) Sieger in der MSnnerklatte Boxen fst gefährlich! Wtcder ein Todestaii im Boxring Oer tragische Tod des Berliner Halbfchwergewichisboxers Paul Bölkner ist noch immer das Gesprächsthema der Fachleute und Zach- ärzte und schon kommt die Kunde von einem neuen tödlichen Unfall im Boxring, der sich fast genau so wie jener im Berliner Spichernriag abgespielt hat. Bei einer Amateur Veranstaltung ia Lemberg wurde der Student G o d l c w s k i von seinem Gegner Erosz in der 3. Runde fchwsr zu Bodeu geschlagen, vollkommen benommen versuchte Godlewfki weiterzukämpfen, er brach aber bald unter einem neuen Schlaghagel zusammen. Bewußtlos trug man den unglücklichen Boxer aus dem Riug und brachte ihn in ein Sraukenhaus, wo er bald daraus verschied. * Die Berliner Amateurboxer haben aus dem traurigen Vorfall am letzten Spichernring-Abend, wobei der Berufsboxer Völkner fein Leben lassen mußte, bereits die Konsequenzen gezogen und ent- sprechende Anordnungen getroffen. Bei den Berufs boxern ist man anscheinend noch nicht schlüssig über das, was unternommen werden soll; daß etwas geschehen muß, um eine Wiederholung nach Möglichkeit zu vermeiden, darüber besteht wohl kein Zweifel. Bekanntlich werden die Boxkämpfe in der ganzen Welt nach bestimmten Regeln ausgetragen, in denen u. a. festgelegt ist, daß ein Boxer, der bei einem Niederschlag nach 10 Sekunden den Kamps nicht fortfetzt, als besiegt gilt. Der niedergeschlagene Boxer muß also nach Ablauf der 10 Sekunden wieder kampfbereit sein, und das war z. B. Völtner nicht. Maßgebend für die Entscheidung des Ringrichters ist also die Verfasiung des Boxers, in der er sich 10 Sekunden nach dem Niederschlag befindet. Ist der Boxer noch bei klarem Verstände und bei Kräften, kann er sich wenigstens noch decken und feine Beine gebrauchen, dann mag der Kampf weiter- gehen. Man merkt schon während der 10 Sekunden, wie es um ihn steht. Hat der Boxer große Mühe, um innerhalb der 10 Sekunden wieder aus die Beine zu kommen, so sollte man ihn nicht weiter» kämpfen lasien. Die Boxer reagieren verschieden aus die Treffer, auch die Wucht der Schläge ist nicht immer gleich, aber ein Kämpfer, der sich nicht mehr verteidigen kann und nach dem Nieder» schlag ein wehrloses Opfer ist, sollte nicht mehr im Ring belaste» werden. Es entspricht nicht dem Sinn des Boxens, daß ein Gegner bis zur Besinnungslosigkeit geschlagen werden muß, um als besiegt zu gellen. Der sportlich erzogene Teil des Publikums wird an einem solchen Schauspiel kein Intereste haben. Die Ringrichter sollten sich künftig die niedergeschlagenen Boxer genau ansehen, wieweit sie noch in der Lage sind, Widerstand zu leisten, und die amtierenden Aerzte können sie darin unterstützen. 5onjs wurde besiegt. Norwegens Eislauftünstlerin, die sechsfache Weltmeisterin San» ja H e n i e, hat nun auch einmal eine Niederlage auskosten müssen. Bei einem Eissportfest in Philadelphia trat sie gegen die Schwedin Vivi Anne Hulsthän in Konkurrenz und das vollbesetzt« Haus wurde Zeuge einer klaren Niederlage der Welt- Meisterin. Fräulein Hulsthen trug ein überaus schwieriges Pro- gramm mit so vollendeter Sicherhell vor. daß die Zuschauer in Raserei versetzt wurden. Durch diesen überschwenglichen Beifall für die Gegnerin anscheinend etwas nervös geworden, begann die Nor- wegerin recht unstcher. Ihre Sprünge und Pirouetten fanden nicht den erwarteten Beifall und nach Erledigung ihres Bortrages be- schwerte sie sich bei ihrem Pater, der sie damit tröstete, daß die Zuschauer„keine Ahnung vom Kunstlauf" hätten. Um so größer war dann die Aufregung von Papa Herne, als die Richter der Schwedin einsttmmig den ersten Preis zuerkannten. Der Vfk. Proles hat für feine arbeitslofen Mitglieder Mitt- wachs und Freitags in den Vormittagsstunden von 9—12 Uhr, auf dem Sportplatz O, Bödickerstrahe. Spiel- und Sportübungsstunden angesetzt. Auch den Arbeitslosen anderer Bundesvereine ist an diesen Tagen die Beteiligung möglich. Ausweistärten zum Betreten des Platzes sind bei Wundtke, Falkensteinstr. 42, zu haben. während der Werbewoche des Arbetterfportkartells Treptow veranstaltet der Touistenoerein„Die Naturfreunde" eine Photo- schau. Sie ist vom Dienstag, 8. März, bis Sonnabend, 12 März, von 17 bis 20 Uhr, in der Vorwärtsspedition, Grätzsttaße 50. bei freiem Eintritt zu besichtigen. «luzelfahrer. I. tkei». Donnerstag, 10. Miir«,»iichüftsftell« de« ÄTSB., Eisiger Str. S«— 88, 20 Uhr Sigung mit sportiirztlichem Bortrag. Sitste horj. lich willlommen. Touristenacre!»„Die Siatnrsreuud«-. Berlin« Ortsgruppe. Sonnabend, 12. März. 20 Uhr, Im Filmsaal L-vetzowstr. 1—2, Film:„Kameradschaft- und zwei Beifilme. Eintritt SO Pf., Jugend und Ermerbslos» A Ps.— Mal» aemelnschaft: Ichannisstr. IS. Ausstellung vom 28. Februar bis 18. SUlär», geöffnet von 9 bis 20 Uhr.— Dieurtag. 5. März. Abt. Fried- ichshain: Frank- furtsr Allee 307(Ebert-Saal). Lichtbilder:„West-Lchwe-z- I Dannenbergs.— Abt. Friedenau: Ofsenbacher Str. Sa. Brettspielabrnd.— Abt. Humboldthatn: Willdenowstr. S. Luftiger Abend mit Schallvlatten und Borlesungen.— Abt. '.......-" 1. Ecke Wi,''' � mann).— Abt. Norden: Eonncburgcr Str. 20. Ecschäftltches, Sruppenfragiii. — Abt. Neukölln: Flughafenstr. 68. Arbeitsgemeinschaft. Marx und Lassalle.— Abt. Wedding. Gesundbrunnen: Willdenowstr. S. Quergebäude. 1 Treppe, Z. 4. Geschäftliches. Liederbücher mitbringen.— Abt. vbarschSneweid«: Lapsener Straße 2. Lichtbilder: K-inrich gille und sein« Nunst.- Mittwoch,». Mär,. Jugendgruppe Osten: Frantfurt« Allee 307(Edert-Saal).— Photo, M-tte: Iohannisstr. IS.— Donnerstag. 10. März. Abt. Lichtenberg: Gunterstr. 44. KeschäftliSes. Wohin geht die Ost-rsahrt?— Abt. Neukölln: Ziethenftr. M. Heiterer Abend(Hosemann).— Bbr. Prenzwuer Berg: Danziger Str. 82, Baracke 2. Aufgaben der Naturfreunde fLch-ippa).— Streichorchester: Bei Beißen. berger, Freiligrathstr. 9.— Abt. Südwest: Porckstr. 11. Les-abend flkrwachend« Natur).— Äbt. Tiergarten: Lehrter Str. lb— 19. Aus Traven» Werken.— Naturkundliche Abteilung: Iohannisstr. IS. Arbeitsabend.— Rosenthal« Hain: Pank. Ecke Wiesenstraße. Singekreis.. Nartcll für Arbeitersport»ad KS-p«pslrg«, Bezirk Mitte. Sitzung Don- n-r-tag, 10. März, 20 Uhr, bei Prasser, Michaeikirchstr. 29a. Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer dos Uebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen e- selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet: aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Pflichtgemäß erstatte ich Ihnen meinen aller» besten Dank für die wahrhast wundervolle Heilung meines langjährigen Gichtleidens durch Ihre ge- schätzten Gichtosint-Tabletten. Kostspielige Bäder sowie Einreibungen aller Art waren erfolglos, durch ein Inserat wurde ich auf Ihre Tabletter. aufmerksam. Nach Gebrauch der ersten Kur fühlte ich mich fchon geheilt. Ich kann jetzt wieder als S3jährige Frau laufen wie eine von 18 Iahren. stehe morgens Ichmerzlos auf und gehe abends ohne Schmerzen zur Ruhe. zur Freude unserer ganzen Familie. Ich bin jetzt wieder dank Gott und Ihrer werten Tabletten seelensmunter, wie neu geooren, und kann daher mit bestem Gewissen jedem Gichtleidenden Ihre werten Gichtosint-Tabletten auf das best« emp- fehlen, da dieselben bei mir wirklich Wunder ge» leistet haben, und spreche nochmals meinen aller- besten Dank aus.' I. W. in B. Ich bekam einen schweren Gelenkrheumatis- mus, alle angewandten Mittel versagten bei mir. Da ließ ich mir das empfohlene Gichtofint von Ihnen senden, und dies tat Wunder bei mir. Meine strenge Ausdauer wurde durch völlige Heilung belohnt, obgleich ich schon fast verkrüppelt war. Ich habe dies gute Mittel schon oft emp- fohlen und werde es weiter tun. Ich hoffe, daß dies der beste Dank gegen Sie ist. M. B. in B. Solche Briefe besitze ich über elftausend (notariell beglaubigt), und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden, durch Ent- giftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt olles Einreiben und Warm- halten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure dient da» Gichtofint. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben. che Sie sich überzeugt haben.' Teilen Sie uns Ihre Adresse auf einer Post- karte sofort mit und adressieren Sie diese an: Generaldepot der Viktoria-Apotheke, Berlin A 275, Friedrichstr. 19; es geht Ihnen dann vollständig kostenfrei«ine Probe Gichtofint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung zu,