Morgenausgabe Nr. 119 A 60 4y.Iahrgang Wöchentlich 73 Ps» monatlich 3,26 M, ldavon 87 Pl monatlich für Zustellung ins Haus) im oorous zahlbar. Postbezug 3,97 M.-inschli-ßlich soPf. Pouzeiwngs. unb 72 Pf. Postbestellae» bilhren. Auslandsabonnement 6,86 M. vro Monat: für Länder mit ermäßig- tem Druckfachenporto 4,83 M. Set„Vorwärts' erscheint wochentäg» lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe str Berlin und im Kandel mit dem Titel.Der Abend'. Illustrierte Sonntagsbeilage »Voll und Zeit* Ir1" Berliner VottSvlatt Kreiiag 11. März 1932 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Die etnlvalt. Millimeierzetle M Pf, Retlamezeile 2.- M ,,»leine Anzeigen" das fengedrulkte Wort M Pf. (zulässigzwei settgedrultleWorie.jedes weitere Wort tll Pf. Rabatt lt. Tarif. Worte über lb Buchstaben zählen für zwe: Worte. Arbeitsmartt Millimeter» zeit« 2S Pf. Fämilicnanzeigen Milli» meterzeil« IL Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße Z, wochentäglich von Lv, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich dasRecht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentralovgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Lerlag: Berlin SW 68. Lindenstr.- 3 ircrnspr.. Tönbosf(A D 292—297 Telegramm-Adr.: Eosialdemotra» Berlin Borwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheikkonto-�erlin 37536.— Bankkonto: BankderÄrbetter.ÄngclicUien und Beamten. Andenstr. 3 Dt B.u.DiSc.-Gel.. DePositenk..IerujaIenier S»r. 65-66 Neute l-uZtgailenl aiikmai«ed«le? Eisernen Front tTk Uhr spricht Aufhäuser Wir marschieren alle! Von(»rl Zevering. Die Annahme seiner zweiten Kandidatur zur Reichs- Präsidentenwahl hat ch i n d e n b u r g unter anderem damit begründet, daß er Deutschland nicht sehenden Altges den Pafsjonsweg des Bürgerkrieges beschreiten lassen wolle. Mit diesem schlichten Wort hat er die innenpolitische Situa- tion. die sich nach einem Siege der Rechten ergeben., würde, treffend gekennzeichnet. Hätten in den letzten Jahren die bürgerlichen Berufspolitiker,' die bei allen ntöglichen Gelegen- heiten als ihrer politischen Weisheit letzten Schluß ein' Pak- tieren mit den Nationalsozialisten empfahlen, dieselbe klare Erkenntnis vom Wesen und vom Machchunger der sogenannten„nationalen Opposition" besessen, dann stände das Ge- spenst des Bürgerkrieges nicht in so bedrohlicher Nähe. Heute sind sich ober wohl olle politischen Kreise darüber im tlaren, daß ein Sieg der Nationalsozialisten das Signal zu inner- politischen Auseinandersetzungen sein würde, für die der Name„Bürgerkrieg" leider keine Uebertreibung wäre. Der Reichswehrminister G r o e n e r hat sich in den letzten Monaten wiederholt gegen das bloße Gerede vom Bürgerkrieg gewandt und auf den Schaden hingewiesen, den die fortwährenden Bürgerkriegsgerüchte nicht nur der öffent- lichen Sicherheit, sondern auch der Wirtschaft zufügen. Ich bin darin mit ihm ganz einer Meinung. Gewiß hat die Wirt- schastsnot die Unsicherheit bedenklich vermehrt, gewiß hat die ungehemmte Hetzpropaganda der Radikalen eine Bestialj- tat in die politischen Auseinandersetzungen getragen, die deutlich erkennen läßt, bis zu welchem Grade sich der Zünd- stoff bereits aufgehäuft hat. Aber wo heule an irgendeiner Stelle der versuch gemacht werden sollte. Bürgerkriegsdrohungen in die Tat umzu- setzen, da würde dieser versuch sofort im Keim erstickt werden. Die Machtmittel des Reiches und der Länder sind stark genug, um die grausamste Selbstzerfleischung des deutschen Volkes, den Bürgerkrieg, zu verhindern. Geleitet und, wenn nötig, eingesetzt von verfassungstreuen Regierungen sind sie verläß- liche Garanten für die Ausrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Heute! Aber wie würde es nach einem Siege der Nationalsozialisten sein? Nach Artikel 53 der Reichsverfassung ernennt der Reichspräsident den Reichskanzler und auf dessen Vorschlag die Reichsminister. Nun kennen wir aber doch den Wunschzettel der Herren Nationalsozialisten nicht erst seit dem Tage, an dem die Harzburger Front an der Unersättlichkeit der Hitler-Leute scheiterte. Wir wissen seit den September- tagen 1930. daß sie aus eine unmittelbare Beeinflussung der Sozialpolitik zugunsten der Arbeiter durch die Präsentation eines Reichsarbeits Ministers keinen Wert legen. Die Ankurbelung der Wirtschaft interessiert sie auch nicht in erster Linie, also können sie auch auf den Reichswirt schafts- minister verzichten. Auch die Ministerien der Finanz, der Justiz, der Post und des Verkehrs sind für sie nicht die größten Anziehungspunkte. Dagegen war für sie schon vor den Perhandlungen mit den Gruppen der Harzburger Front die Besetzung der Posten des Reichskanzlers, des Reichswehr- Ministers und des Reichsinnenministers die oonUitio«ine (jus död. Bei weiteren Erfolgen würden sie sich mit diesen Erregung in Breslau. Gch'tiß mit dem blutigen Hakenkreuzterror! vreslau, 19. März.(Cigenbericht.) Die beiden Nationalsozialisten, die ain Mittwoch- vormittag den gemeinen Fenerüberfall auf den Breslauer Sozial- demokraten Günther oerübten, konnten von der Brcslaner Kriminal- polizel noch nicht ermittelt werden. Wahrscheinlich haben sich die Mordbuben zu Gefinnungsgcnossen ouss Land geflüchtet. Die bisher verhafteten acht Nationalsozialisten, die zu- sammen mit den noch Gesuchten in der Uferstraße Flugzettel vcr- teilten, verweigern der Polizei jede Aussage. Die in der Eisernen Front zusammengeschlossenen Verbände yer- anstalteten am Donnerstagabend im Großen Saal des Breslauer Gewerkschaftshauses eine machtvolle Protestkundgebung gegen den Naziterror, in der der Vorsitzende des Orts- Vereins der SPD. und der sozialdemokratische Bürgermeister von Breslau, Genosse Mache, sprachen. Beide Redner rechneten aufs schärfste mit den nationalsozialistischen Banditen ab, die schon seit Monaten in beiden schlesischen Provinzen ihr blutiges Handwerk betreiben. Bürgermeister Genosse Mache überbrachte der Kundgebung die Grüße des in der chirurgischen Klinik liegenden Genossen Günther, der seinen Kameraden mitteilen ließ, daß ihn trotz seiner schmerzhaften Wunden der alte sozialdemokratische Kampf- I geist beseele. Aus der Ansprache des Genossen Mache interessiert vor allem die Mitteilung, daß sich die SA. im Regierungsbezirk Breslau nachweisbar zu 3 8 Proz. au» früheren Konimu- nisten zusammensetze. Zum Schluß der Kundgebung wurde eine Entschließung angenommen, die von dem Bresloucr Polizeipräsidenten die sofortige Durchführung folgender Maßnahmen fordert: t. Auflösung sämtlicher SA.-Heime und Braunen.Häufer in Breslau. 2. Verbot der Verteilung nationalsozialistischer Flugblätter in Lresiau. 3. Verbot einer für Sonnabend angesetzten naticnalsozia- listischen Kundgebung, die als Konturrenzveranstaltung zu einer Brüning-Versammlung aufgezogen wird und in der der Fimc- Mörder Heines sprechen soll. 4 Schärfstes Vorgehen der Breslauer Gerichtsbehörden gegen die natirnalsozialistischen Mordbanditen. Ein für Sonnabendabend von den Breslauer Nazis geplanter Fackelzug, der von der Polizei bereits genehmigt war, wurde ani Donnerstag vom Breslauer Regierungspräsidenten verboten. Der unmittelbare Anlaß zu diesem Verbot ist in den beiden national- sozialistischen Bluttaten in Breslau zu suchen. Positionen wohl kaum noch begnügen und auch Post und Justiz mit Beschlag belegen. Durch allzu große Bescheidenheit haben sich die Herren ja nie ausgezeichnet. Aber wie dem auch sei: in unserer Betrachtung interessiert zunächst die Fest- stellung, daß sie die Auslieferung der gesamten staatlichen Machtmittel in ihre Hand als das nächste und höchste Ziel betreiben. Dazu kommt noch ein anderes. Der Artikel 47 der Reichsversassung stellt fest, daß der Reichspräsident den Oberbefehl über die gesamte Wehr- macht des Reiches hat. Man stelle sich einmal vor, daß dieser Reichspräsident Hitler hieße. Für den Psychologen mag es ungemein reizvoll sein, Betrachtungen darüber anzustellen, wie die Wehrmacht daraus reagieren würde! Der Politiker sieht die Dinge so: wenn Oberbefehl und Verwaltung der Wehrmacht(Wehrministe- rium), Reichspräsidentschaft und Reichskanzleramt und schließ- lich das Reichsministerium des Innern sich in den Händen einer Partei befinden, dann sind nicht nur die Macht- mittel, sondern auch die Verwaltungsbehörden im Besitze dieser Partei. Denn zur Zuständigkeit des Reichs- Präsidenten gehört auch die Ernennung und Entlassung der Reichsbeamten und der Offiziere, und wenn auch die Ver- fassung die Möglichkeit vorsieht, das Ernennungs- und Ent- lassungsrecht auf andere Behörden zu übertragen— es ist kaum damit zu rechnen, daß ein nationalsozialistischer Reichs- Präsident die Delegationsbefugnisse zugunsten eines Nicht-Pg. ausüben würde. Nun läßt sich zwar einwenden, daß ja nach Artikel 54 der Verfassung der Reichskanzler und der Rsichsminister zu ihrer Amtsführung des Vertrauens des Reichs- t a g e s bedürfen und daß nach einer anderen Verfasiungs- bestimnurng der Reichspräsident bei der Uebernahme seines Amtes schwört, die Verfassung und die Gesetze des Reiches zu wahren. In diesen Verfassungsbestimmungen aber sehe ich die Meflensteine, an denen die legalen Wege der Ordnung und der Sicherheit enden und der Passionsweg des Bürgerkrieges beginnt. Ich bin der letzte, der einen im öffentlichen Leben stehenden Mann nach einer Rede, nach einem Zeitungsartikel, nach einem(pielleicht noch aus dem Zusammenhang gerissenen) Wort beurteilen möchte. Herrn Hitler aber tut man wohl nicht unrecht, wenn man zur Beurteilung seiner politischen Persönlichkeit und seiner politischen Ziele die Bekenntnisse zu- gründe legt, die er in seinem Buche„Mein Kamps" zusammen- getragen hat und die der Propaganda seiner Partei bis heute noch in hohem Maße Form und Inhalt geben. In diesem Buche hat er sich über den Vorkriegs-Reichstag frei nach Oldenburg-Januschau in folgender Weise geäußert: „Die Parteien waren aufzulösen, der Reichstag, wenn nötig, mit Bajonetten zur Vernunft zu bringen, am besten aber sofort aufzuheben." Das Wort stammt aus den ,Lampf"-Jahren, steht aber noch in einer im Jahre 1930 erschienenen Neuausgabe des Buches. „So hat er's gehalten von Jugend an, und was er als Trommler gepflegt und getan—", wird er als Reichspräsident nicht entbehren wollen. Der ganze Haß- und Lügenfeldzug d«r Nationalsozialisten gegen das„System" hätte gar keinen Sinn, wenn sie wirklich die Verfasiung und die Gesetze des Systems wahren wollten, und darum besteht die Gefahr, das; ein Präsident Hitler das ausführt, was er— po�t kestüm freilich!— in seinem Buche einer kaiserlichen Regierung als sein Rezept anpries. Das aber wäre die Kriegserklärung an das republita- msche Deutschland, das wäre schon die erste Kriegshandlung. Denn es würde sich sehr bald herausstellen, daß es unendlich leichter ist, gewissenlose Rezepte zum Hochverrat niederzu» schreiben, als den Hochverrat siegreich durchzuführen. Di« Eiserne Front ist nicht zusammengezogen, nur tu» zu paradieren und zu demonstrieren. Wie im Jahre 1920 das Kapp- Unternehmen abgewehrt worden ist durch die zähe Front der Arbeiter, Angestellten und Beamten, so würde die Eiserne Front des Jahres 1932 nicht weniger ihrer letzten Zweckbestimmung gerecht werden. Und die Träger der Staatsgewalt? Die Antwort auf diese Frage soll kurz sein: Verfassuugsbrecheru und Hochverrätern gegenüber ist niemand Gehorsam schuldigt Selbst wenn man annehmen wollte, daß wie beim Kapp- Putsch ein Teil der staatlichen Hoheitsträger sich den Usur- patoren zur Verfügung stellen würde, so wäre damit zwar das Schicksal der letzten Reserven der Staatsmacht und der Staatsautorität besiegelt: denn die Zersetzung und das Aus- einanderfallen der staatlichen Machtmittel wäre die Dsseiti- gung der letzten Schranke, die den Weg zum Bürgerkrieg versperren kann. Aber der Sieg der Hochverräter wäre auch damit noch nicht verbürgt. Hat darum auch der Versuch eines kalten Putsche? kaum eine Chance des Gelingens, so ist auch der Versuch schon sine Freveltat schlimmster Art, da er mit dem Leben von Volksgenossen spiell und durch die Zerstörung wirtschaftlicher Werte auch die Zukunft des Landes aufs schwerste bedroht. Die Träger des Kapp-Putsches waren einige tausend unzu- frieden«! Soldaten, zwar bis an die Zähne bewaffnet, aber nur in wenigen Bezirken des Reiches aktiv. Und doch sind einige tausend blühender Menschenleben diesem Wahnsinns- unternehmen zum Opfer gefallen, ist der wirtschaftliche Ge- funditngsprozeß um Jahre verlangsamt worden. Volk und Staat s.nd inzwischen auf wirtschaftlichem Gebiet nicht wider- standsfähiger geworden. Ein neuer Schlag kann tödlich werden. Die Haßpropaganda hat in weiten Schichten des Volkes eine Erbitterung erzeugt, deren Entladung nur zu größtem Blutvergießen und gewallsamen Zerstörungen füh- ren kann und die alles, was wir im Kapp-Putsch erlebt haben, in den Schatten stellen würde. Der Leidensweg der Selbst- zerfleischung des Voltes wäre mit Blutströmen Übergossen, mit deü Trümmern der Wirtschaft gepflastert. Und sein Ende wäre die Verewigung des Hungers und der Not. Und diesen Weg sollten wir freiwillig betreten? Für jeden Arbeiter, der sich auch nur ein Mindestmaß von poli- Ufchsm Denken bewahrt hat, kann es nur eine Antwort auf diese Frage geben: Itein. und tausendmal nein! Dir wollen keinen Völker- krieg, aber wir wollen auch keinen Volkskrieg! Darum darf am 13. März keine sozialdemokratische Stimme verloren gehen. Wir wählen Hindenburg, well wir die Barbarei des Rassenhasses und das„System" der Lüg- und der Verleumdung schlagen wollen, wir wählen Hinsienburg, well wir in der Sammlung der ausbauwilligen lind freiheitsliebenden Kräfte das einzige Mittel sehen, um dieses Ziel zu erreichen. Wir wählen Hindenburg, well wir »om Weg des Terrors und der Not zum Weg der Freiheft gelangen wollen. Und wir alle marschieren, diesem Ziele entgegen, ftn alten Takt freiwilliger Disziplin und Solidarität! Wir marschieren alle! Eiserne Klont in Thün'ngen. Gewaltige Kundgebung im ehemaligen Reiche Aricks. Weimar, 10. IRärz. Die Eiserne Front hielt gestern tu vad Blankenburg i» Mr. etee gewaltige Wahlkundgebung ab. Die Parole„Schlagt Hitler, darum wählt Hindenburg" hakte über 5 00 0 plenscheu >n das Nciue Städtchen gelockt, dle trotz des heftigen Schneetreiben» fiuudeulange Fußwege von ihren entlegenen Thüringer Walddörferv nicht gescheut halten. Hilter Halle, als er am vorigen Sonnabend in Blankenburg sprach, neben seineu aus Zlulos hinbeförderten SA. sogar einen Sonderzug ans Halle nach Blankenburg zufauunengestelll, um dle nenerbante Stadlhalle füllen zu kSaaen. Die Eiserne Front füllte ihren Saal ohne dle Hilfstruppen. Selbst die größten Optimisten hallen eine solche Massenversammlung nicht er- wartet. Der ilallenische Sozialist Professor Marko Eorsi referierte über„Das Drille Reich in wirMchkeil". während Reichslagsabge- ardneter Georg Dtelrlch die taktischen Gründe darlegte, dle zur lluterstühung der HIudenburg-Äaudidatur geführt halten. Beide Redner fanden stürmischen Beifall in der fast zu zwei Drittel aus arbetlslosen Thüringer Waldbewohneru de- stehenden Versammlung. Dir Eiserne Front ist im ehemaligen Reiche Frick» auf dem Vormarsch! Oer Lhenplih! Markanter Zuwachs einer„Arbeiterpartei�. Der„Angriff" verkündet folgende Freudenbotschaft, die sicher- lich die„proletarische" Gefolgschaft des Herrn Goebbels in Berlin auf das höchste interessieren wird: Der Major a. D. Graf Jtzenplitz in Kümmernttz bei Breddin hat in einem Schreiben an den„Stahlhelm" seinen Aus- tritt aus dem„nicht mehr übsrpartellichen" Bund der Front- soldatey, und seine Gefolgstreue zu Adolf Hitler erklärt. Wir aber erinnern uns bei diesem Namen, daß es einmal ein« Zelt der Raubritter gab. in der der märkisch« Bauer und Leibeigene betet«: „Bor Süderitz und Köckeritz, Bor Krachten und vor I g«n p l i tz, Bewahr' un». lieber Gott!" Die Rachkommen, die setzt die SA. der Nationalsozialisten auf- füllen(und die den innerlichen Leibeigenen nicht ws- werden können), sie fühlen sich g e s ch m e i ch» l t für«inen Herrn von Jtzenplitz ihre haut zu Markte tragen zu dürseni Drei Tage Legaliiai. Hitlers Eid und- die Wirklichkeit! Der PrSsidentschastskandidat Hitler hat in Leipzig beschworen, daß die Nationalsozialistische Partei aus dem Boden der Gesetzlich» keit stehe und nur mit gesetzlichen Mitteln arbeite. Wie das aussteht, das mögen folgende Ereignisie der letzten drei Tage illu- strieren: 1. In G r« i f s w a l d werden in der Nacht zum Dienstag von einer lOO Mann starken SA-Bande die Büroräume der sozialdemokratische»„Volks- Zeitung" gestürmt. Die 18 Mann stark« Wache wird unter Anwendung von Waffen aller Art überwältigt, einer der Wächter dabei schwer verletzt. In der gleichen Nacht werden die Fensterscheiben de» G e w e r k- schaftshause» und einer kommunistischen Buchhandlung in Greifswald eingeschlagen, ebenso wird in Barth die Filiale des sozialdemokratischen Blattes„Der Vorpommer" demoliert. S. In Pirmasens und Ludwigshasen(Pfalz) wird tint nationalsozialistische Bombeufabrtk ausgehoben. Ueber 30 Bomben und eine groß« Anzahl Pakete mit Sprengstoff wurden beschlagnahmt. Leiter der Bomdenfabrikatwn ist der � Sturmsührer der pfälzischen SA. und SS-, Theo- � d o r Eick«, die weiteren oerhafteten vier Täter sind gleichfalls sämtlich Nationalsozialisten. 3. In Breslau schießen am Mittwoch nationalsozialistische Flugblattoerteiler den Sozialdemokraten Hermann Günther über de« Haufen, i well dieser die Annahme von Flugblättern verweigert und die Per- teile? zum Verlassen seine» Hauses auffordert. Güncher erhält nicht weniger als sieben Schüsse in Arm, Brust und Knie. L In Berlin wird ein Hochverratskomplott bei der Schutzpolizei aufgedeckt. Tin Angehöriger der Bauleitung Berlin der NSDAP. hat den Polizeileutnant Kurt Lange und den Polizeiwachtmeister Schulz-Briesen oeranlaßt, bestimmte Pläne der Schutz- polizei, die die" Lage der Torwachen Fernsprechanlagen und Alarmanlagen enthalten, an die NSDAP, auszuliefern. Bei den Derhafteten werden solche Pläne gefunden, sie sind g e» ständig, diese für die NSDAP, entwendet zu haben. 5. In Hornburg(Ruhrgebiet) veranlassen die im dortigen „Schlageterheim" untergebrachten nationalsozialistischen SA.-Leut« eine wüste Schießern, bei der der C h a u s f e u r. der das Auto des Polizeipräsidenten lenkt, getötet wird. Da» sind nur die wichtigsten Vorkommnisse. Man konnte allein au» Verlin hinzufügen den Sturm auf das Arbeitsamt in der Gleimstraße, aus der Mark Brandenburg die versuchte Per- sammiungssprengung in P r i tz w a l k und ein Dutzend ähnlicher Dorkommnisse. die gar nicht mehr gemeldet werden, weil sie schon alltäglich geworden sind. Aber wir meinen, daß das hier Notierte genügt, um dies« Partei zu charakterisieren: Hochverrat in der Schutzpolizei— Bomben fabrikation — Mord— Sturm auf Gewerkschastohaws— das ist eine feine Legalität! Reue Legalitätsfchwüre.— Verdächtiges aus Braunschweig. Die Enthüllung der hochverräterischen nationalsoziaM- schen Umtriebe in der Berliner Schutzpolizei hat die Reichsleitung der NSDAP, veranlaßt, eine neue Lcgalitäts- erklärung atizugeben. in der die Mitteilungen des Berliner Polizeipräsidenten als„unbewiesene Behauptungen und Ge- rüchte" bezeichnet werden. Angesichts der sich häutenden Nach- richten über illegale Vorbereitungen und Handlungen der Nationalsozialisten ist diese Erklärung nicht das Papier wert. auf dem sie steht. Man wird in den nächsten Tagen den Nazis auf die Finger sehen müssen. In Braunschweig geht eine ver- dächtige Konzentration von SA.-Leuten aus dem Reiche vor sich, die stärkste Beunruhigung in der Bevölkerung hervor- ruft. Die Dinge in Braunschweig sollten die R e ich s- behörden veranlassen, sich nicht zu sehr auf die Legalftäts- schwüre aus'dem Nazllager zu oerlassen. Vraunschweigische Druckerei fälschi! Zu der braunschwelgischeu Vaisenhausdruckerei flad Zehn- taufende von gesälfchten Ausgaben de» Hanno- verschen„volkswille" hergestellt worden, die illegal in Stadt und Land Hannover verteilt werden sollten. E» ist der Sozialdemo- kratischeo Partei in Hannover jedoch gelungen, ein vollbepacktes Lastauto der Itazi» mlt dem gefälschten platerial am Donnerstag- nachmittag abzufangen und der Polizei zuzuführen. Die Ladung wurde beschlagnahmt. Hindenburgs Rundfunkrede. Auf alle deutschen Sender übertragen. Reichspräsident von hindenburg hielt am Donnerstagabend im Rundfunk folgende Rede: „Deutsche Männer und Frauen! Als vor sieben Iahren zum ersten Mal« die Frage an mich herantrat, mich für Deutschlands höchstes Amt zur Verfügung zu stellen, Hab« ich es absichtlich oermieden, vor parteimäßig aufge- zogenea Versammlungen zu reden und deshalb nur einmal im Rundfunk vor dem gesamten deutschen Volk« gesprochen. Jetzt, wo mir zum zweiten Male die Präsidentschaft de« Deutschen Reiches angetragen worden ist, wollle ich mich im Wahlkamps völlig zurück- halten.— Der Verlauf desselben nötigt mich aber, au» meiner Zurückhaltung herauszutreten und im Rundfunk zu dem gesamten deutschen Volk« zu spreche«: denn alle sollen es aus meinem Munde hören, worum ich die neue Kandi- datur angenommen Hab« Zugleich will ich durch diese Ansprach« dartun. daß ich nicht gewillt bin. die in der letzten Zeit über mich verbreiteten Unwahrheiten unwidersprochen zu lassen Eine politisch« Programmrede will Ich also nicht halten. weil ich es nicht für nötig halte. Mein Leben und meine Lebens- arbeit sagen Ihnen von meinem Streben und Wollen mefc als«s Worte tun können. Wenn ich mich nach ernster Prüfung entschlossen habe, mich zu einer Wiederwahl zur Verfügung zu stellen, so habe ich«s nur getan in dem Gefühl, damit eine vaterländisch« Pflicht zu erfüllen, hätte ich mich versagt, so bestand die Gefahr, daß bei der starken Partei- Zersplitterung, insbesondere der Uneinigkeit der Rechten, im zweiten Wahlgang entweder der Kandidat der radikalen Rechten oder ein solcher der radikalen Linken zum Präsidenten de» Deutschen Reiche» gewählt würde. Die Wahl eines Parteimannes, der Vertreter einer einseitigen und extremen politischen Anschauung sein und hierbei die Mehrheit des deutschen Volke» gegen sich haben würde, hätte aber unser Vaterland in schwere, nicht absehbare Er- schütterungen oersetzt. Das zu verhindern, gebot mir meine Pflicht. Ich war mir dabei wohl bewußt, daß diese meine Ent- schließung von einem Teil meiner allen Wähler, darunter leider manchem alten Kameraden, mißverstanden und ich deshalb ange- feindet werden würde. Aber ich will lieber oerkamtt und periöniich angegriffen werden, als daß ich sehenden Auges unser Volk, da» so viel Schwere« in den letzten anderthalb Jahrzehnten getragen hat in neue inner« Kämpfe geraten last«. Um Deutschland hiervon zu de- wahren, um ihm«in« Zeit der Ruhe zu gehen, in der e» die kür unser« Zukunft so entscheide nden Fragen im Innern und nach außen lösen soll, würde ich mein Amt im Falle meiner Wiederwahl weiter- führe« D: wisse politische Kreise haben meinen Entschluß, wieder zu kandidieren, ander» gedeutet Auch sind Unrichtigkeiten wenn nicht gar bewußte Lugen über mich im Umlauf. Da- gegen wende ich mich nun: Es ist behauptet morden, ich hätte m«in« Kandidatur au« den Händen der Linken oder einer schwarzroten Koalition entgegenge- nmnmen Da» ist falsch. Die Kandidatur ist mir au» allen Schichten und allen Kreisen de» Deutschen Volke» angetragen worden, sowohl von einem großen Teil me-n-x allen Wäh'er. al» auch von solchen, d'e lSZS ihre Stimmen anderen Bewerbern gegeben haben. Di« ersten Ersuchen an mich wieder zu kandidieren, gingen von Gruppen der Rechten au« Diesem Borgehen schlosien sich ander« Parteien und Verbände a« Ich selbst habe meine Zustimmung zu mriner Kandidatur erst dann gegeben, nachdem ich mich davon überzeugt Halle, daß— unbeschadet der Parteizugehörigkeit im einzelnen— in ganz Deutschland weit» Schichten den Wunsch haben, daß ich weller in meinem Amt« dleide. Kandidat einer Partei oder einer Parteiengrupp« zu sein, hätte ich abgelehnt, ebenso wie ich Bedingungen und Verpflichtungen zurück- gewiesen Hab«. Aber aus überparteilicher Grundlage der Kandidat de» deutschen Volke» zu sein und als solcher denen entgegenzutreten, die nur Kandidaten einer Partei sind, da» hielt ich für meine oater- ländische Pflicht. So werde ich. wenn ich nochmals gewähll werden sollte, nur Gott, meinem Gewissen und dem Daterlande verpflichtet sein und als Treuhänder des ganzen Deutschen Dolke» meines Amte» walten können. Im Wahlkampf sind aus meiner bisherigen Amtsführung per- sönllch« Angriff« gegen mich gerichtet worden. Ich greife die schwerwiegendsten heraus: da» Urteil über das mir zugefügte Unrecht überlasse ich jedem einzelnen: In erster Linie wird mir die Unterzeichnung de» Poung-Plans vorgehalten, durch die ich mickz in«inen offenen Gegensatz zu der sogenannten Nationalen Front gesetzt hätte. Die Unterschrift ist mir wahrlich nicht leicht geworden, ober ich habe sie gegeben m der Ueberzeugung, daß auch diese Etappe notwendig war. um zu unserer nationalen Freiheit zu gelangen, und ich glaub«, ich habe recht gehandelt. Das Rheinland ist frei, die fremden Aufsichtsbehörden sind verschwunden. der?oung>Plan mll seinen Voraussetzungen ist durch die tatsächliche Entwicklung bereits überholt. Zch glaube nich', daß wir bei allen Schwierigkeiten der außen- pollllscheu Lage heute so weis wäreo. wenn ich damals dem Rat. olchl zu unterfchrcibeu, gefolgt wäre. Ein weiterer Vorwurf, der in der Agitation gegen mich eine Rolle spielt, ist der. daß ich die Notverordnungen unter- schrieben habe Ich weiß w> HI. daß ich durch ihren Erlaß dem deutschen Volk schwere Lasten zugemutet und mich der persönlichen Kritik sehr ausgesetzt habe. Wir standen im letzten Sommer oor der Frage, ob wir durch politische Unterwerfung unter das Aus- • land uns finanzielle Erleichterungen erkaufen, oder durch eigene j Kraft und schwere Opfer un» als Nation selbst»-ehaurten wollten. l Ich habe nicht gezögert, mich für den letzteren Weg zu entscheiden. I Da bei eigentliche Gesetzgeber, der Reichstag, versagte und nicht im- stand« war. auf dem normalen Wege der Gesetzgebung die ersorder- ltchen Maßnahmen zur Beseitigung unmittelbarer Geiahren für Wirtschast, Staatssinanzen und Währung zu treffen, mußte ich ein» springen und im Rahmen der nur durch die Reichsversassung ge- aebenen außerordentlichen Befugnisse selbst handeln. Ich habe hier- bei an den guten alten militärischen Grundsatz gedacht, daß«in Fehlgreifen w der Wahl der Mittel nicht so schlimm ist. als das Unterlasten jeglichen handeln» Es ist durchaus begreiflich, daß über einzeln« der getroffenen Maßnahmen Meinungeverschiedenhiiten bestehen, und ich Hab« mich oft nur schweren herzen» zu einzelnen dieser Notverordnungen ent- I fließen können. Ich selbst bin der Ansichr, daß manche der Maßnahmen, dl« in schwieriger, schwer übersehbarer Slluatipu elligst getrossen werden mußten, oerdesserungsbedürstig sind. Zch glaube auch n'chl. daß all dle V?lasivngeu. die sie cnkhalleu. ans dle Dauer auf echlerhallen werden können. Zm Gwenleil hasse ich. daß manche Vesttmmungen bald a» fqehoben. oder durch andere Regelung erseht werden können. Keiner der Kritiker kann mir zum mindesten da« Motiv heißester Vaterlandsliebe und stärksten Willen» für Deutschland» Freihell al» Grundlage meines Wollens absprechen, und selbst die lautesten Rufer im Streit gegen da» sogenannte»System- werden zugeben müssen. dost ich bei diesen schweren Entscheidungen, frei von jeder Bindung. aus eigenster, persönlicher Verantwortung gehandelt habe. Noch stehen mir mitten im Aamp, Die Emscheidungen aus dem Felde der Austenpolitil stehen noch bevor: wichtige Ausgaden im Innern, insbesondere die Linderung der furchtbaren Arbeitslosig- seit, harren der Lösung. Das große Ziel können wir aber nur er- reichen, wenn wir uns zu einer wahren Boltsgemeinschast zu- sammenfinden. Ich kann nicht glauben, daß Deutschland in innerem Hader and im Bürgerkrieg versinken soll, wo es gilt, im Ringen um die Freiheit und Geltung der Deutschen Nation zusammenzustehen. Ich erinnere an den Geist von lSl4 und an die Frontgefinnung, die nach dem Manne fragte, und nicht nach dem Stande oder der Partei Wie einst im Kriege die Not des Vaterlandes alles Trennende aufhob und die Massen de» Volkes— gleich, ob sie der Ardeiterschast, dem Landvolk oder dem Bürgertum angehörten— in gleicher Weile hingebungsvoll ihre Pflicht getan haben, so gebe ich die Hoffnung nicht aus, daß Deutsch- land sich zu einer neuen Einigkeit im Gedanken an da» Baterland zusammenfindet Wer mich nicht wählen will, der unterlasse es. Ebenso werde ich aber niemanden zurückstoßen, der die Einheit de« Deutsche» Reiches in meiner Person finden will. Die Verantwortung, die mich aushalten ließ im Kriege. bis ich das Heer in die Heimat zurückgeführt hatte, die Derant- wortung, die mir als Reichspräsident alle die entscheidenden Ent« schlüsse abrang, diese Derantworhing vor meinem Gewisien zwingt mich,. auch setzt auszuharren und dem Deutschen Polle in Treue zu dienen. hierfür meine letzte Kraft herzugeben, habe ich mich erneut zur Verfügung gestellt. Das ist Sinn und Ziel meiner Kandidaturl- Hindenburgs Rede im Rundfunk war politisches Ereignis und menschliches Erlebnis zugleich. Politisches Ereignis war die Flucht des Reichspräsidenten in die Oeffentlichkeit vor seinen Freunden von gestern und Feinden von heute, die energische Abwehr der Angriffe von rechts, die Verteidigung der Politik des Toung-Plans, die nicht mißzuverstehende De» tonung des Standpunkts, daß ein unparteiischer Hüter der Versassung an die Spitz« des Reiches ge» hörte. Menschliches Erleben aber—> über mancherlei Klü.'te der Weltanschauung Brücken schlagend— waren Stil und Tonart dieser Rede. Denn hier sprach ein Mann, der nicht gewohnt ist. aus seinem herzen eine Mördergrube zu machen. desien Ja Ja und dessen Nein Nein ist, em Mann, an dessen Rechtschasfenheit und gutem Willen, dem Volke zu dienen. kein Zweifel sein kann. Herr von hindenburg ist gewiß in vielen wichtigen Fragen ganz anderer Meinung als wir Sozialdemokraten, aber wenn er ein politischer Gegner ist, so dann doch ein solcher, mit dem man sich auf dem Boden menschlicher Anständigkeit finden kann. Am Sonntag wird das Volk vor der einzigen Frage stehen, ob dieser Mann bleiben, oder ob er durch einen verantwortungs» losen Abenteurer und fanatischen Feind der Versasiung er» setzt werden soll, hindenburg oder Hitler— für Menschen, die für fünf Pfennige politischen Verstand im Kopfe haben, kann das überhaupt keine Frage sein. Und darum wird Hindenburg gewählt! Die kommunistische Parole. ,Oer Hauptstoß ist gegen Wels zu richten!" Völkerbund auf Chinas Seite. Giu lokaler Resolutionsentwurs.— Japanischer Widerstand. Feuchter Schlamm und feuchte Windeln Oueflerberg gegen Goebbels. In einer Wahlkundaebung in Heidelberg griff der deutsch- nationale Kandidat Duesterberg seine ehemaligen harzburger Freunde heftig an. Im Laufe dieser Rede führte er u. a. aus: »Ich habe sozialdemokratischen Jndustriearbei» terersatz aus dem Ruhrgebiet ins Feld geführt und es wäre «ine Gemeinheit von mir, wenn ich in aller Oeffentlichkeit nicht fest» stellen wollte, daß diese Männer getreu bis in den Tod ihre Pflicht getan haben! Wir wehren uns mit aller Ent» schiedenhett dagegen, daß man diese letzte seelische Brücke hüben und drüben m unserm Dolk in unwürdizster Weise sich abzubrechen bemüht. Männer, die mit den Wassen vor dem Feind ihre Pflicht getan haben, haben mehr geleistet al» alle diesenigen, die nur mit der Tinte und dem Mundwert heute etw.t» leisten. Während fene in dem feuchten Schlamm von Ypern lagen, lagen die Kritiker von heute noch in den feuchten Windeln.' Das ist eine wichtige Feststellung. Roch vor kurzem aber haben die Freu.tde des Herrn Duesterberg gemeinsame Sache mit den Kritikern von heute aus den feuchten Windeln von damals zur Verleumdung der Sozialdemokratie gemacht— flehe Hugenberg-Presse!_ Nazigraf macht p'eite. Oer ehemalige Nazigavföhrer von Hessen. Frankfurt a. Hl, 10. März.(Eigenbericht.) Der nationalsozialistische Abgeordnete de« Hessischen Landtags Graf Bernhardt Solms-Laubach hat einen kür' feine Person und Partei gleich peinlichen Schiffbruch erlitten Die Füll« feiner Schulden hat zur Zahlungeeinstellung und zur Zwangeoersteigerung seiner Möb«, geführt. Der..Retter des Mittelstart--- hat«me größere Anzahl von Metzgern. Bäckern und kleinen Geschäftsleuten um größer« Beträge geschädigt. Em namhafter Nazis uhrer aus M-ß«" versuchte vergeblich, im letzten Augenblick die Auktion zu verhindern mit der Behauptung, daß ihm selbst schon vor längerer ZeU die Möbel des Grafen Solms gegen ein größeres Darlehen verpfändet worden feien. Gras Solms folgt dem Dr. Wagner vom Boxhelmer Hof! Wenn da- so»-iter geht mit den Prioatdankrotten der hessi» sehen Nazisührer, werden den Nazimitläufern aus tum Mittelstand bald die Augen aufgehen! Reuk-aler SchUd'rtchker über TTemet. Der MerneNreit resrtj wahrscheinlich nicht durch den haager Geriet-Hof. sondern durch einen neutralen Schiedsrichter entschieden werdeu Da, Perfahren vor dem imernationalen Gerichttbos wurde na ju langwierig gestalten. Die Signaturmächte Fwv reich Eng» land. Italien unb Ätouen haben dechalb ole c*n Staatspräsidenten von Finnland oder den König von Schweden>n Auzstcht genommen. 17 neve Dolk schvlNasien In SflMIawleri. zumeist in Slawonien. hat der llnlerrichtsminister zu errichten, angeordnet. Gens. 10. März.(Eigenbericht.) In dem Resoluttonsentwurf über den Konflikt im Fernen Osten, der am Freitagvormittag in der General» kommisston für die Dolloersammlung vorbereitet werden soll, kann man ein brauchbares Kompromiß der in der General» dcbatte hervorgetretenen Aufsassungen sehen. Wie stets hängt auch hier die Wirkung einzig von der Ausführung ab. Ein prinzipieller Teil de« Entwurf» erinnert an die ohllgotorischen Bestimmungen des Völkerbundspoktes über die territoriale Unverletzlich keit der Mitglied» st a a t e n und des Zwangs zur friedlichen Regelung von Konflikten. Ferner macht er sich die UngülsigkeilserNärung jeder Gewallsensicheitmng zu eigen und versichert, daß es dem Pakt widerspreche die Regelung de« Konflikt« mit militärischem Druck eine« der Teile zuzulasien. Der praktische Teil»de« Entwurf« sieht ausdrücklich für den gesamten Konflikt unter Bezugnahme aus die Vermittiungj» und Zwangsmöglichketten des Artikels IS die Einsetzung einer Kommission aus IS Mitgliedern vor, nämlich dem Präsidenten hyman», den 12 Ratsmitgliedern außer den Parteien und sechs geheim zu wählenden Mitgliedern, welcher Kommissionsoollmacht übertragen wird 1. über die Einstellung der Feindseligkeiten und den Abschluß von Regelungen für den Rückzug der sapa» nischen Truppen au» Schanghai zu berichten, 2. die Ausführung der Ratsbeschlüsie über die Räumung der Mandschurei zu überwachen, Z. die Abkommensentwürfe für die Vollversammlung zur Rege» lung de» gesamten Konflikt» vorzubereiten, 4. im Bedarfsfall« die Einberufung des haager Gerichts- Hofe» vorzuschlagen, B. gegebenenfalls den für die Parteien verbindlichen Schluß- berichi aufzusetzen, 6. jede notwendig erscheinende dringende Maßnahme zu ergreifen und 7 der Vollversammlung einen ersten Bericht späte st ens bis 1. Mai vorzulegen. Die Vollversammlung bleibt in vereilschast. Ihr Präsident kann sie zu jedem gewünschten Zeitpunkt zusammenberufen. Wie zu erwarten war, widersetzen sich die Japaner der Erfassung de» gesamten Konfliktes wie der bedingungslosen Räumung und dem Ausschluß der direkten Verhandlungen Japan« mit China Aus chinesischer Seite fühlt man sich dagegen befriedigt. Die Ratsmächte und dl« neutralen Grunven beurteilen den Entwurf als loyale Erfüllung des Völkerbundspakte». Japan will keinen Frieden. Die(Schlächterei geht weiter. Graf, tO. März.(Eigenbericht.) Offizielle Telegramme aus China melden neue japanische Vor» stöß« auf der Front bei Schanghai und Maschinen g«w»hrf»u er au« Flugzeugen auf die Zivilbevölkerung der Stadt h a n g t f ch a u. In einer Entschließung der Kuomintang wird der Völkerbunds. Versammlung offiziell mitgeteilt, daß es im Fernen Osten keinen Frieden gebe, wenn die Verträge nur ein Fetzen Papier sein sollten und wenn gegen Japan keine Sanktionen erfolgten. Beschäftigte man sich nicht sofort mit dieser Frage, dann werde es bald zu spät sein. . Die die Agentur Jndopaclfique aus Schanghai meldet, b«< fürchtet man in der Internationalen Konzession den Ausbruch einer Epidemie, da in der Chinesenstadt und in Tschapei viele Leichen und eerd igt. liegen. Stahlhelm spielt Steinach. Das Rlatt mit der übelsten Gesch'chte soll verjüngt werden. In den Tagen der Revolution ließ da» Blatt der alten Kon» servatioen, die„Neue Preußische(Kreuz-) Zeitung" aus ihrem Kopf das Eiserne Kreuz mtt der Umschrift..M i t Gott für König und Vaterland- verschwinden. E» wußte wohl, warum Ll» dann später dank der Verfassung von Weimar die Ber» höltniss» wieder..ruhiger" geworden waren, taucht« auch der Mut wieder auf: da» Kreuz und die Inschrift kehrten wieder. Diese Wandlung hat jedoch niemand mehr beunruhigt. Die alte Dame fristet» mühsam ihr« Existenz. Man beachtet« si« kaum Jetzt ist jedoch eine Dersüngungskur unternommen worden. Der Stahlhelm spielt Steinach und hat der.Kreuz-Zeltung" neue (metallene) Drüsen eingesetzt, um si- zu verjüngen und den„Front- soldaten" dienstbar zu machen. Seit einigen Togen trägt da» Blatt deshalb den Stahlhelm am Kopf, zum Zeichen, daß es setzt einen neuen Herrn hat. In einem Rundschreiben an seine Mitglieder teilt der Stahl- Helm mit. daß„beide Bundesführer nunmehr persön» sich in ew enge» Verhältnis zu dem— alten Bismarck- Blatt getreten" feien. Da» ist von den politisch unbewanderten Etahlhelm-Seldte« eine sehr unvorsichtige Aeußerung. E» war niemand ander» al» Bismarck, der gegenüber der Berleumdungsflut, die von der..Kreuz-Zeitung" und ihrer Sippe gegen ihn losgelassen wurde. die Flucht in die Oeffentlichkeit antrat und in einer de- rühmt gewordenen Reichstagsrede f o gegen da» Blatt loslegte: „Wenn ein Blatt wie die.Lreuz-Zeitung", die für da» Organ Städtische Oper. Die Vurqschast. Das(relativ) ausgezeichnete Libretto von Neher und die klug disponierte, originelle und reizvolle wenn auch nicht immer stark« Musik von Weill, ergeben den interesiantesten Opernabenb der Saison, den glanzvollsten Abend der Städtischen Oper. Der schon nach dem ersten Akt außerordentlich stark«insetzende Beisall giit vor allem der herrlicheu Jnszenleiung Ebeiis. A- W. einer weitverbreiteten Partei gilt, sich nicht entblödet, die schändlichsten und lüpeuhaflesten Verleumdungen über hochgestellte Männer ln die Welt zu bringe», in einer folchen Form, daß sie nach dem Urteil der höchsten juristischen Autoritäten gerichtlich nicht zu fassen ist. aber doch so. daß der. der sie gelesen hat. den Eindruck hat: hier wird den Ministern vorgeworfen, daß sie unredlich gehandelt haben—, wenn ein solche» Blatt so handelt und in monatelangem Stillschmeigen oerharrt. trotzdem da» alle» Lügen sind, so ist das eine so ehrlose ver- levmdung, gegen die wir alle Front machen sollten, und niemand solste mtt einem Abonnement sich indirekt daran h-tetfigen!- Jn seinen„Gedanken und Erinnerungen-, Band 2, sagt Bismarck über die gleiche.Lreuz-Zeitung-: „Gegen mich begannen die Verleumdungen in dem Blatte. da» unter dem christlichen Symbol de» Kreuzes und mtt dem Mcttto:..Mit©ort füh' Koniq und Vaterland- nicht mehr die konfervativ« Fraktion und noch weniger das Cbristen- tum.. oertritt. Als ich über die Gistmlfcherei dief-s Blatte» am 0 Februar 1876 in öifenl'icher Rede Klage gelübrt hatte. antwortete mir die Kundgebung der soaenannten Deklaranten. deren wissenschaitlicbes Kontingent aus einigen hundert e v a n g e- lischen Geistlichen bestand, die in ihrem amtlichen Ebarakter mir in dieser Form ak«««ibeshzlfer der„fireuz-.Vit"N(is"-tvi>ien entgegentraten und ihre Mission als Diener der christttchen Kirche und ihre» Frieden« dadurch betöttaten. daß sie die verleumduu- gen de» Blatte« öffenlich kontraflqnierten(gegenzeichneten�" S o urteilte Bismarck über die..Kreuz-Zeitung". Es ist deshalb wirklich ein gelungene» Stück, daß die neuen Besitzer der alten Dam« sie der heutigen Oeffentlichkeit al» das„bekannte alt« Bismarck-Blatt" vorzustellen wagen.„Bekannt" schon—. aber sonst!__ Zum Attentat ta Wos'nu teilt dtt Unt-rfuchungsbehörde mit, der verhaftete Attentäter Stern Hab» al» Auftraggeber einen W a s f i l j e w genannt, der wieder auf G:Heiß polnischer Staat». bürger den deutschen Batschaster von vircksen umbringen lassen wollte, um außenpolitische Wirkung zu erzielen. Waisi'sew ist auch verhaftet. Die Verhand'ung wird da»— Militärkollegium dee Obersten Gerichtshofe» führen. Zu ftalfutta wurden zwei sung» Mohammedaner wetten Beamtenmordes hingerichtet und die Leichen sofort beigesetzt. Nahe dem Friedhof wann 150 Polizisten oersammsst. Gegen Mittag suchte sich eine M-nschenmenge von So 000 Köpfen der beiden Leichen zu bemächtigen. Peistärkungen gelang es. die Menge ohne ernstlich Zwischenfälle zu zerstreuen. Obst Zitronen...... dm. 0.25 Apfelsinen....... 3 Pfund 0.44 Jaffa-Orangen.... 3 ptund 0.72 Bananen....... 3 Pfund 0.85 Kaliforn. Äpfel.... 3 ptund 0.88 Wurst Fleisch- u. Sülzwurst Pfund 0.65 Dampfwurst...... ptund 0.70 Landleberwurst ptund i.io 0.82 Jagdwurst..... ptund i.io 0.84 Mettwurst vrnunieti». An. Ptund 0.86 Feine Leberwurst ptd. 1.20 0.98 Zervelat u. Salami ptd. t.io 0.98 TeCWUrst leine und grobe. Ptund 1,18 Zervelat l Fettd. u. Filetwurst 1.25 Speck mnger. Pfd. 0.S4 fett Ptund 0,68 Schinkenspeck., ptd-stod,- 1.15 liSse u. kett Ramadou halbfett smd 0.15 Camembert eom. 0.22« Pon 0,58 Harzerk&se«. i-ptund-Paket 0.28 Emmentaler Art sdiaduei« stod. 0.48 Limburgerkäseroiii.o.i4haibt 0,44 Blockküse mutier Art) halbf., Pfd. 0J6 Dan. Schweizer»/.tett.. Pfund 0.64 Steinbuscher ronie».. ptund 0.68 Briekäseu. Tilsiter roufe«. Pia. 0.70 Margarine, Kokosfett Pfund 0.32 Molkereibutter.... Pfund U2 Markenbutter..... Pfund 1.54 WERTHEIM Zusendung von 5 M an, soweit Vorrat. Leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. (Stllt üehensmittel Fisdie Fisch-Filet....ptund 0.13 0.18 Austemiisch..... ptund 0.20 Schellfisch ptd. 0.24 Rotbars 0.24 ßratschollen..... 3 ptund 0.25 Grüne Heringe....3 ptund 0.29 Zander gefroren...... Pfund 035 Leb. Spiegelkarpfen. Pfund 0.65 Leb. Schleie....... Pfund 0.70 Räucherwareii Bücklinge pfd 0.20 feute« spfd.0.90 Sprotten... KUte 0.26 Pfund 0.18 Flundern u. Seelachs.. Pfund 0.26 Schellfisch....... Pfund 0.28 Flcckhcringeu-Steinbeifi. Pfd. 0.35 Lachs in Staden...... Pfund 1.20 Spickaal... Pfund 1.60 vund 0.32 Frisches Fleisch Mastochsen- Fehlrippe Pfd. 0.58 Kalbshaxe p». 0.34 Kamm 0.38 Kalbsbrust u.-Rücken ptund 0.48 Kalbsroulade...... ptund 0.88 Kalbsschnitzel...... Pfund 1.14 Schweinefleisch via-dew. Ptd. 0.54 Schweinebauch u.-Schulter 0.62 Sch weineschuft u.-Kamm Pia. 0.72 Kafilerkammu.-Schuft ptund 0.70 Gehacktes 030 Talg ausgei. 0.28 Kabeljau. Seelachs 10 oho« Kopf, anze Fische Matjes-Heringe 3 stod< 25 Malta-Kartoffeln 2 Pfund 35 Pf. MasUKhsen- Suppenf lelsch ptd. 0.42 Schmorfleisch pil 0.66 Roulade. pw d 0.L8 tirsnzkucken �ptelrsute «etiüüei Wild Volgahühner..... ptund 0.55 Hühner frUdr....... Pfund 0.68 Enten.>.... Hirschfleisch®l"'l PCund 0.50 Rehfleisch 0.82 Wildschwein 0.70 .. Pfund 0.72 Rücken Keule 0.76 0.96 1.28 1.35 0.78 0.98 Wein l/i FL o. Gla* 1931 Obcrmosclcr... 0.60 1930 Bergzaberner Letten 0.75 1930 Mesenicher Königsbg. 0.90 1928 Mandeler Rosengart. 1.15 1929 Wöllstein.Pfaffcnpfad 1.30 1928 Gaseier Pichlcr... 1.70 1921 Chat. La Lagune... 1.40 Muskateller ut« 1.10' ut« 5.25 Tarragona ui« 1.10, uto 5.25 Gemüse Rot-, Weib-, Wirsingkohl rt» 0.07 Möhren«»«.den.. 3 Ptund 0.10 Rote Rüben... 3pinnd0.14 Schwarzwurzeln...2 Pfund 0.25 Sellerie...... ptund 0.15 Konserven � Junge Schnittbohnen 0.42 0.52 Spinat 0.42 Kohlrabi m Grün 0.38 - Leipziger Allerlei 0.78 Junge Erbsen fem 0.98 mi«eit 0.74 Br.Spargele«r««lMk1.75 ohne K. 1.10 Stg.-Spargcl„ 2.20««o 130 Pfifferlinge 0.95 o. 1.30 Sellerie 0.65 Apfelmus 0.48 Heidelbeeren, Stachelbeer. 0.70 Pfirsiche'Isft 1.15 Erdbeeren 1.10 Senf- u. Gewürzgurken 0.63 Kolonialwaren Makkaroni Brut» Piund 0.39 0.44 Haferflocken... Ptund 0.22 Hartgriefe Pfund 0.27 0.29 Reis Pfund 0.15 0.21 Brud 0.12 Bohnen u. Linsen ptund 0.12 0.18 Viktoria-Erbsen Pfund 0.17 0.21 Backobst gemtidu. Pfund 0.36 0.58 Aprikosen kniifom.. Pfund 0.46 0.66 Birnen kaltfomlxhc. Pfund 0.48 0.68 Frisch gebrannter Kaffee ptd. 1.782.20 2.60 3.00 3.40 3.60 Theater, Lichtspiele usw. e c Staats Äk Theater Freilag, den 11. MÄri staatsoper unter den Linden m'j Uhr Cavalieria lüilitana- Bajani StaatLSSauspielliäus GrtjdanticuirsrSri. 20 Uhr Cyrano von Bergerac Schiller-Theater CharloHenburg. 30 Uhr Die endlose Straße PtAZA Nih« Schles. Bhf. 5.1�0. Tel.: E7Weicbsei 4031 �Friederike" Theater desWestens Täglich«>.. Uhi Die Dubarry ii dcrSottEi-lnszenirraag mit Mary Loaseff Sonnabend ltti Uhr Sonntag 1/i3 Uhr Hai aus der Kiste Kin ilerkomödte Sonntag 5 Uhr Die Dnbarry meiropoi-ineaier Täglich«>t. Uhr DergroOe Jnh. Strauß Operetten-Erfolg Ein Lied der Liebe Sonntag 4V2 Uhr Die Fledermaus Voiusuiibne Theater am BQtovolatz B»/« Uhr Androklus und der Löwe Komödie von Bernh. Shaw mit Felix Bressart und Otto Wallburg liegte: K. H. Martm Staatl. Schiller- Hiealer 8 Uhr Die endlose Straße Rose- Theater Intt fnikftirtr Stute 137 (d.«eldiul E 7 3427 8,15 Uhr Jcilcbeu Qcberi I niina-Tlnater Täglich 8V« Uhi Morgen gehts uns gut 1 Grete Xlosheim Ma.i Hansen Orchester Dajus Bell wirklich« Sensationen umrahmt von 6 ausgesuchten internationalen Star- Nummern, T künstlerisch hervorragende Variete-Darbietungen die niemand versäumen sollte. 8 Ihr 15. Flora 3434. Rauchsi erlnkt :onDaDeud u. Sonntau je 2 Vorstello. 4iLe.l9Ulir. 4 Bür kleine Preise SB&U.Oper Charlottenburg ßismarckstraße 34. Freitag, tt. März Turnus I Anfang üJO Uhr Das Spitzentuch der KSnigin Ende gegen 23 Uhi KlBlBBS TB.— Truppe 1931. Tägl- 8 Vi Uhr Die mausefalie Preise 75 PI.- 5 M. Sonntag nachmittags 4 Uhr halbe Preise. 16«. SCH AÜSPIEIH AUS Tägl. 8 ü. Nor noch 4 Wochen »■.Uhr CASINO-THEATERfp/s w» Lothringer Strabe 37. IIIIIIUIIIIJIIHmillllllHIIHHUmillllMnUlHIHIIIHHIWH'Mm'IMM Operette. Variete. Po.»«: u. a. TB I.oro» nn.lkal-Akt Die Operette: Gestrendet Oer Berlin. Komiker Herrn. H ranne Zum SchluB der neue Schlager Der Mann mit den zwei Frauen üutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt. Pauteuil Mark. Sessel 1�0 Mark. Deutsdies Theater 8 Uhr Hnte zum 25. Nile for SoDfleDDOtergang v. Gerh.Hauptmann Rtgi«: Kai liiahardt. Tb. im Idmiralspalast Täglich 8V. Uhr Der neue grab Erfnlg I Käthe Dorsch GostafGriladgeas in: Liselott* Singsplil t.Etod ÜOiincli« -TDeaterlnfler- Slrcsemannstr. Täglich SV, Uhr Ltupnlilin« Konstantin ÜKodnr Uns in: InjederEhe... Theater a.noilendor{pia!z Pallas 7051 Täglich 8Vs Uhr IraumeioerNaebt Operette In 3 Akter T.lad.Wolff e. Barl Brhr Musik son Hans May Regie: Heini Seltenbarg Gewinnausjug S. ftlafit 38. Prtubijch-Eübdevtsche Elaats» Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus Jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gesallen, und zwar je«iuer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und U S7. Ziehungstog 10. Mörz 1332 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinn« über 409 M. gezogen 2 eeteitme rn 25000 M. 85003 4»einuist ,u 10000 M. 305922 369016 6®e»mn. ju 5000 M. 44102 179746 343516 32«eoinne»u 3000 M. 51233 53408 90276 107868 171011 221747 307148 307860 312107 313866 326729 355610 362024 369914 371796 381840 76»ermnne«j 2000 57T. 18459 31487 45365 73549 81935 89467 92638 94935 99390 113553 121575 128304 129056 162349 154090 164749 166264 175241 191524 197439 20357.7 206579 208418 217800 222948 227529 234185 248156 267579 272844 299981 303962 338434 339058 349236 351407 366301 337887 136®»»iane in lOOO wl. 30363 32138 54469 59602 77701 80291 91885 97572 98288 99305 104277 106429 109127 110102 124682 126277 128055 128686 133540 134556 137003 140925 149889 154066 156153 160200 161715 163288 163980 167905 174866 131626 186257 190086 192752 193035 196227 196668 197408 200224 202827207812 212709 215049 225670 226108 248116 253096 253727 254632 260397 271 140 289557 290925 296715 301004 331252 333390 334504 335855 351798 358570 363102 369496 375571 380136 382049 383034 1 76®«Binne s« 500 931. 4673 7528 9836 13536 14951 17480 24660 36414 38961 40127 42896 43979 44335 46105 53263 58269 59196 65964 71060 72459 76331 31117 83053 86389 90792 90939 99805 100076 101502 1 1 1526 112151 I1502I 119827 125405 125465 126964 128852 134570 141860 143760 148748 150087 154534 156124156780 161550 187799 196886 211630 211857 213255 213564 218046 219783 230541 236728 237118 244507 254430 254596 284720 270078 277938 282762 284481 286734 299538 306182 312181 317556 322581 324514 329916 338430 342537 343272 346681 347480 349768 352402 355682 360279 368825 374206 382551 385452 388355 388956 In der heutigen Nachmittagsziebung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 5»elninae m 50000-M. 320272 2»eonmc ,n 1 0000 M. 252840 ö»emmn.«u 5000 JH. 46928 30942 261498 340553 14«.winn»«n 2000 M. 231540 235649 241450 233386 208512 369986 372872 53»enslmi« ,n 2000 M. 2287 26807 36469 74622 75645 81601 921 15 101118 109083 146260 159738 162345 168492 189537 212931 236643 2443)1 266161 276075 293269 297024 327468 341414 34)685 347785 350524 370373 370669 106 estninn« ,u lOOO M. 6180 5220 16417 17202 40178 41220 43788 59283 61771 68198 77506 79940 85333 87323 103960 104604 104629 106068 115870 118334 120568 126949 127917 131047 132565141926 150634 155293 168426 161376 161608 164810 174545 184191 190482 192619 194274 224371 225040 239582 241392 253135 253525 27I5S4 271950 314582 315284 322310 367328 363050 387034 396109 399764 186«»Winne ,n 500 M. 6604 9353 14334 13113 21001 29017 29237 35405 36599 39625 41643 41965 48291 53392 53556 64027 64078 68848 73796 74188 77399 78319 80032 82598 84358 87168 89087 101445 111670 114811 116992 119455 120356 126087 127332 139556 147404 149345 149390 158310 159238 160788 164459 165003 173709 176155 183380 185361 185733 185868 187553 200587 266259 203220 210676 215734 219636 223455 224599 227043 227768 230371 232596 233702 236057 242127 247301 255187 257615 264964 289920 304921 311311 314788 318669 325222 326311 328168 331285 334739 333890 344260 345046 350228 352062 353929 354214 356468 376122 380527 381467 386527 389183 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu HOC winne zu se SOOOO, 4 zu je 25000, 8 zu je 10000, 32 zu je 5000, 500000, 2 Ge. HM»® frpugungf RestawM Berlins BETRIEB 4% KEMPIMSKIWj 60 zu je 8000, 180 zu je 2000, 1704 zu je 400 Mark. 310 zu je 1000, 582 zu je 500, ASCHINGER das Restaurant aller Berliner * Speise bei Aschinger Kaufe Aschingers Wurstwaren Billig und vorzüglich Kaufe Asch in g er- Brot Billig und d.ilkat * Dia nau« D.hkat.st.; Aschingers Dosen-Würstchen Aschingers tischfertige Speisen In Doean Pumpen. >(0hrefl. Tiller. Erssuielle Prel»li»t« Talle M\uh[o. 'umpenlabrik BERLIK R SB. Reinidcaniierlti Str. SS fiiumenspeniiefl jeder Art liefert preiswert Paul Golletx vermalt Robert Meyei Mariannenetr. 9 FL. Oberbaum 1903 V jetzt noch billiger! Müller und Prel.lifce grali» Karl HantenlT«! MMM nc teWHkmm«« Bien-Trebblii iO(Odrrbrnrh) Peel in- bachuferS, Freit.: Bin»Nrutiilln.Hrrmunn. niaä 4. Sonnobenb»: BlicWriBemee, Per- linec Allee 19 lAnionpiatz». Berfuui 9— t Ueberau aal Hannaammer achten f Deutsdier Metallarbeiter-TeM Verwalhmgeelelle Berlin Todesanzeigen Den äBttgltcbcm auc Rachrichc. dag unser gollege. der.Klempner Kevrg Krßger Sjeti. 3. Funuor 1870, um 7. Mürj gestnrden Tft. Die Emäfcheruna sindel am Gönn» abend, dem 12. März. 18 Uhr. im Rtematnrlura Berlin, iverichfftr., stall. Am 8 März starb unser Ztalleae. der Klempner August rrornrndolz geh 22 Oltober 1S56 Die Slniischerung findet am Sonnabend. dem 12 März. IM, Uhr. im Krematorium Baumschulenwea, Kies- holzftraße, flau. Ehre ihrem Andeuten. Rege Beteiligung wird erwartet. Die OrieTcreraltuBg. | uernauie Linolen« ZAillai. Kolonie. strahe Z. Polstermöbel <5rofilager. Klein- preise. Kamerling, Kaftanienallee SS. Ede Fehrdellsner» jiraße. IiiSiIlURq85Itii:isZ. UiZ5l!iIS llktlf. Leihhaus Lomidi verfa ufi zu an- IßamgemPkI gahnneblste. Blatinahtälle üurdfilder Kinn» melalle. Silber» «°.n�«°.l« tragen« sowie neue Herrengarberode. Herren- u. Damen- velz«. 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Bereits am ftühen Vormittag waren ganze Scharen von Amateur- und Berussphotographen unterwegs, um diese seltene Note des Berliner Straßenlebens im Bilde festzuhalten. Sosort bildeten sich auch große Diskussionszirkel, bei denen oller- dings fast immer nur recht beschränkte Kirchturmspolitik getrieben wird. Zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen kommt es bei diesen Diskussionen auf der Straße bekanntlich ja nur selten. Es wirkt sich sehr vorteilhaft aus, daß die Wahltransparente nicht lediglich aus die Berliner Innenstadt verteilt sind, sondern von W i l m e r s- darf bis nach Schöneweide gleichermaßen über die Straßen gezogen sind. Einige Hindenburg-Transparente waren bereits am Mittwoch- abend angebracht, unter anderem auch in der Nähe des Lust- g a r t e n s. So passierte es, daß die im Lustgarten demonstrieren- den Nationalsozialisten unter dem wallenden Hindenburg-Tuch demonstrierten: das herzliche Lochen war natürlich auf feiten der Linken. Narrenbände... Es scheint überhaupt um die Nazis recht kläglich bestellt zu sein. Der ganze Flugsand, der seit den Septemberwahlen des Jahres 1930 in die Partei geweht wurde, läßt die Parteimaschine nur ächzend und stöhnend lausen. Paraden aufzuführen ist kein beson- deres Kunststück, aber jedes Berliner Borderhmis, jeden Seiten- flügel, jedes Quergebäude, jede Prunkvilla wie jede Mietskaserne mit Flugblättern zu bepflastern, dazu gehören schon etwas mehr als Papiersoldaten. Und während nun die namenlosen Mitstreiter der Eisernen Front bereits die dritte Flugblattverbrei- t u n g über ganz Groß-Berlin in diesem Wahlkampf durchführten, hat es der ganze großspurige Apparat der Nazis noch nicht zu einer einzigen zentralen F l u g b l a t t v e r b r e i t u n g gebracht. Die„Septemberlinge", d. h. die nach den September- wählen 1930 in die NSDAP, gekommenen Konjunkturritter, haben vollkommen versagt. An irgendeinem Biertisch Brandreden halten, ist auch bequemer, als schwitzend treppauf, treppab laufen und durch jede Wohnungstür ein Flugblatt stecken. Dafür schwingt die S.-A. um so eifriger die Kleistcrtöpse. Wenn in diesen Töpfen Mehlkleister wäre, ginge manches noch an, aber in Wirklichkeit schmieren die Pinsel dicke, rote Anilinfarbe a n W ä n d e u n d Z ä u n e. So gut wie kein Stein ist vor den Hakenkreuzschmiersinken sicher geblieben, allenchalben sieht man schon bei einem flüchtigen Gang durch die Reichshauptstadt die Haken- kreuze und die Aufschristen Gerichtskorridore, Eingänge von Amtsgebäuden, Haustüren, Fabrikgebäuden, alles ist beschmiert, und den ganzen Tag hatten gestern An- gestellte und Arbeiter zu tun, um mit Säuren und Chemikalien die blutrünstigen Aufschriften wieder zu beseitigen. Tausend- und aber tausendmal hat sich das alte Sprichwort in Berlin ersülll, daß Narrenhände nur Tisch und Wände beschmieren. Jtbend* fährt ein Seheinner- f ertragen durch die Straßen, um in Xiesetüeuchtschrlfi den Umnen Jtindettburg auf die Wolken?» profitieren. Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. „Bringt mal den Lokus hier ein bißchen in Ordnung! her anständig! Sonst kriechen uns hier nächstens die Zürmer herum!" „Das tue ich nicht. Das bringe ich nicht fertig." Die übrigen hatten anfänglich nichts gesagt; dann trat ner von ihnen vor und bat um Arbeitszeug: Schaufeln, >esen, Aufwischlumpen. Und wozu hast du deine Flossen? Kannst ruhig mit -n Händen zufasssn. bist kein gnädiger Herr. Los, hopp, ienn du nicht was in die Fresse haben willst." Er wollte uns hinemschubsen. Dabei knuffte er mich mit :r Faust in den Rücken.».. „Kannst du nicht hären? Los! Wenn du schon so gebildet in wlllst, mach mal den Lokus sauber! Du mit deiner ülduna!" „Ich tue es nicht! Scher dich zum Teufel! Untersteh ich nicht, mich noch einmal zu stoßen, du Schinder.� Der Aufseher schlug mich mit seinem schweren Schlussel- ■t> über den Kopf. Vor Schmerz und Zorn sah ich bunte ______~ rf___ �""k rstwf, f\yf% lir meii begreife mft dem letzten-----.....—- rdüsterten Verstandes, daß die eigenen, schon tast ganz über- mpelten Hemmungen mich verderben können. Und ich llage dem Aufseher die Faust aus aller Kraft gegen die igen. Ich Gisse ihn nicht erst zur Besinnung kommen, ich l-s- v_fi'< J erv___ ,>s-ö 1 tön mrll irn zt mit beiden Händen nach seinem Bauch. Ich rannte den Korridor hinunter und machte vor .serer Zellentür hall. Meine beiden Kameraden waren bei dem Aufseher geblieben. Jetzt kam er mir nachgelaufen und pfiff gellend. Das Geheul seiner Pfeife hallte im ganzen Kor- ridor wider. Im Augenblick waren Dutzende von Aufsehern zur Stelle, gleich danach der Inspektor vom Dienst. Der ver- prügelte Ausseher fuchtelte mit seinem klobigen Dienstrevolver. Er schrie: „Er hat mich angefallen! Angefallen hat er mich! Wollte mich umbringen!" Der Inspektor begriff nicht, was los war. Er sckrie: „Angefallen? Im Korridor? Wieso? Was heißt das?" „Er hat mich aus der Zelle geholt! Dann hat er mich mit dem Schlüsselbund über den Kopf gehauen, und da habe ich zurückgeschlagen." Voller Furcht vor neuen Mißhandlungen, in eine Ecke gepreßt, umdrängt von einer Horde bewaffneter und erbitter- ter Leute, in der Erkenntnis, daß meine Lage hoffnungslos war, stieß ich sinnlose Drohungen aus: „Ich lasse mir die Hauerei nicht gefallen! Ich werde mich beschweren! Euch soll es noch an den Kragen gehen! Ich will zum Staatsanwall! Jawohl, zum Staatsanwall!" Der Inspektor näherte sich mir. Ich wich zurück, mußte aber haltmachen, als ich die Wand erreicht hatte. Und in diesem Augenblick bekam ich einen Faustschlag gegen den Schädel oberhalb des Ohrs. Es dröhnte mir in den Ohren, vor meinen Augen kreisten abermals Feurringe. von denen kleinen Sternenfunken absprühten. Für eine Sekunde stand ich wie erstarrt und erhielt sofort von der anderen Seite her einen zweiten Schlag. Ich griff mit beiden Händen an meinen Kopf, blitzschnell flog mir zusammengedrängt alles, was ich von Kursk hatte erzählen hören, durch den Sinn. Ich begriff, daß ich verloren war, und in meiner Verzweiflung stürzte ich mll den Fäusten auf den Inspektor. Aber da hatten mich auch schon Dutzende von Händen gepackt, die mich gleich daraus über den Boden schleiften. Sie schleiften mich den Korridor hinunter, dann über einige Treppen und warfen mich schließlich in ein dunkles Be- hältnis. Ich sprang auf. aber ein Tritt in den Rücken warf mich wieder zu Boden. Der Fußtritt stammte vom Inspektor. Offenbar fürchtete er. es könnte ihm ebenso ergehen wie dem Aufseher, und darum traute er sich nicht zu nahe an inich heran. Ich wandte mich sofort gegen ihn und versuchte auf- zuspringen, aber da fiel schon die ganze Horde über mich her und begann auf mich einzuschlagen. Ich wälzte mich, wie ich mich erinnere, so auf dem Boden herum, daß die Schläge Rücken und Beine trafen, und ver- suchte mein Gesicht zu decken, weil ich mich vor einer dauern- den Entstellung fürchtete. Die vertierten Aufseher bearbeite- ten mich mit Fäusten. Stiefeln, Säbelscheiden. Ich rollte mich zu einem Knäuel zusammen, stieß plötzlich aus aller Kraft Anne und Beine von mir und traf jemandes Bein mit solcher Gewalt, daß er zu Boden fiel. Ich hörte noch, wie der Iii- spektor von weitem rief: „Schluß, es reicht!" Aber jemand langte mir zum Abschied noch eins über den Schädel,— ob es ein Faustschlag war oder ein Tritt mit dem Stiefelabsatz, weiß ich nicht. Im Kopf rollte und bullerte es mir, noch einen Augenblick, dann wurde es dunkel. Ich ver- lor das Bewußtsein. Ich erwachte im Finstern von einem fürchterlichen Schmerz im Rücken. Ich lag auf dem kalten Fußboden. Zu- rechtrücken konnte ich mich nicht, jede Bewegung rief maßlose Schmerzen hervor. Die Kälte des Bodens war unerträg- lich, und ich konnte einfach nicht mehr liegen bleiben. Aber an ein Aufstehen war ebensowenig zu denken. Mit großer Mühe und unter quälenden Schmerzen gelang es mir schließ- lich, mich ein wenig aufzusetzen. Mein Kopf war bedeckt mll Beulen und geronnenem Blut; es war unmöglich, ihn auch nur zu berühren. Die Nase war verschwollen und klebrig von eingetrocknetem Blut, die Unterlippe zerbissen, geplatzt, aus- geschwollen. Die geringste mühsam zustande gebrachte Be- wegung ließ mich Uebelkeit im Magen und ein Gefühl der Kälte in der Herzgegend empfinden. Mit Aufgebot meiner letzten Kräfte kroch ich zur Wand und an der Wand entlang in die Ecke. Dann brach ich Galle. Ich kroch wieder in die Zellenmitte zurück. Die.Kraft oerließ mich, ich siel um und verlor abermals das Bewußtsein. So verbrachte ich den ersten Tag im Kursker Gefängnis. Aber es dauerte lange, bis er herum war. Und woran sollte ich denn merken, wann der Tag zu Ende war und die Nacht anfing? Hier hatte die Nacht vierundzwanzig Stunden. Ich erwachte und wußte ebensowenig wie bei meinem ersten Erwachen, wo ich mich befand und was mit mir ge- schehen war. Die brennenden Schmerzen wn ganzen Körper, besonders im Rücken, die dumpfe Schwere im Kopf, die ab- gestorbenen Hände und Füße,— das alles war eine Tortur. Ich hatte schrecklichen Durst, ich empfand Trockenheit im Mund und im Halse, Brennen und Sieden im Schädel. (Fortsetzung folgt.) Der Schmiergelderprozeß. Tolle Korruption im Potsdamer Bauamt. In der gestrigen Verhandlung de» vestechungeprozeste» bot dem Schöffengericht Potsdam äuberten sich nach der verneh- mung des angeklagten Stadtbaninfpettors R a u h die Mitangeklagten Inhaber der Vaufirma Emil Lilie zu dem Vorwurf der aktiven Bestechung. Der Baumeister Herbert Lilie bezeichnete Rauh als«inen sympathischen Menschen, mit dem er politisch harmonier« und der als Fachmann stets korrekt gewesen sei. Deswegen habe er sich auch nie gegen seine Pumpoersuche gewehrt. Da er stets gern allen Mitmenschen geholfen habe, hätte er Rauh auch dann Darlehen gegeben, wenn er nicht BeanUer gewesen wäre. Daß die Darlehen zurückgezahlt werden sollten, ging« schon daraus hervor, daß er schließlich eine Klage gegen Rauh«ingereicht habe. Der Vor- sitzende hielt ihm aus den Büchern der Firma vor, daß auf dem Untostonkonto eine ganz« Reih« von Zahlungen an Rauh einge- trogen war, von der einzelne ausdrücklich als Schmier» gelder bezeichnet waren. Im Vorverfahren hatte Lilie auch angegeben, daß solch« Geschenke und Gesälligtetten„in seiner Branche gang und gäbe' wären und daß er i mLanfe von zwei Iahren 2 0000 bis 30000 Mark für solche Zweck« aus- gegeben habe. Gestern bestritt er dies« Darstellung und meint«, daß er damit nicht Bestechungsgelder gemeint habe. Der Nebenkläger, ein Vorstandsmitglied des Vereins gegen das Beftechungsunwefen, fragte den Angeklagten, ob er gehört hätte, daß auch andere Firmen an Rauh Geld gaben, so daß er au» diesem Grunde ihm die Darlehen nicht verweigern wollte. Der Angeklagte erwiderte, daß er davon nichts gehört habe und daß«r das Geld nur gegeben habe, da Rauh ihm seine Notlage so eindringlich geschildert habe. In diesem Sinne äußerte sich auch der Diplomingenieur Werner Lilie der Rauh veranlaßt hatte, einen Schuldschein über 1650 M. auszustellen, obwohl Rauh nach seiner eigenen Angab« etwa 6000 M. von der Firma erhalten hatte, so daß ihm die Differenz bei der Unterzeichnung de» Schuldscheins geschenkt wurde. Die Verhandlung wandt« sich dann den Einzelheiten bei der Vergebung und Durchführung der der Firma Lilie übertragenen Bauarbeiten bei dem städtischen Wasserwert Eich« zu. Furchtbares Unwetter im Elsaß. In Straßburg 1000 Fernsprechverbindungen gestört. Paris, 10. März. Der Schnee- und Regenstnrm, der seit über 24 Stunden Öle Gegend von Straßburg heimsucht, hat einen großen Teil der Fernsprech- und Telegraphenverbindungen zerstört. Der Telegraphendienst war am Mittwoch oolltommen unterbrochen, so daß die Telegramm« mit der Eisenbahn nach Pari« befördert wer- den mußten. Auch am Donnerstag sind die Verbindungen inner- halb der Provinz noch unterbrochen. Allein in Straßburg sind m» h r a l s 1000 Fernsprechverbindungen g« st ort. Seit vierzehn Jahren ist im Elsaß«in Unwetter mit solchen Auswirkun- gen nicht mehr beobachtet worden. «> Schneestürme, wie mm» sie selten erlebt hat. werben aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika gemeldet. Am stärksten wurden die Staaten Pennsyloanien. Wisconsin, Michigan- und Minnesota Heimgesucht. An der Küste des Allan- tischen Ozeans herrschen schwere Sturme. poisdams Appell. Ueberaus eindrucksvoll gestaltete' sich«ine Kundgebung der Potsdamer Eisernen Front. Im überfüllten Saale des Gesellschaftshaufss Alter Fritz sprach, oft von stürmischem Beifall unterbrochen, der Reichstagsabgeordnete Kurt Hein ig vor rund 1200 Potsdamern. Die Tatsache, daß Prinz Auwi, ein würdiger Hohenzollernspröhling, vor den Potsdamer Nazis spvechen wird, gab dem Referenten Gelegenheit, dem Hohenzollernhaus« mit samt seiner Hofgesellschaft einige für sie bestimmt unangenehme Wahrheiten zu sagen. Die Hofgesellschaft, die erst dieser Tag« Frau Goebbels im Hotel Esplanade empfing, erwartet von den Nazis eine erneute Einsetzung in ihre„wohlerworbenen Rechte". Die Hos- gesellschaft wird einem eventuellen Adolf I. ebenso dienen wie Berlins Straljcnreinfgung. Beiträge" werden zu„Gebühren".— Ersparnisse im Haushalt. Da» Stadlparlameul verabschiedete gestern nach «iner kurzen Rede de» Stadlkämmerers die wichtige Vorlage über die Straßeareinlgungsgebührca. Seit langer Zeit erlebte man es. daß die Tribünen de» Hauses während der Sitzung große Lücken aufwiese«». Berlin ist im wahlfieber, all» hat an Zaterefle gegenüber der eine» Frage verloren: wer siegt am 13. März? Mr sagen: Hindeaburgi Di« Frage der Neuregelung der Deikräge für die Sirdtzenreluigung spielte in den Beratungen der gestern abgehaltenen S t a d t v e r- ordnetenoersammluug eine Heroorragende Rolle. Es handelt sich um die Uimoandlung der bisher erhobenen„B e i- lräge" zur Straßenrsinigung in„G e b ü h r« n". Die Hausbesitzer trugen 75 Proz., der Magistrat 25 Proz. der Beiträge. Die Er- Hebung machte große Schwierigkeiten, da den Hausbesitzern ein Einspruchsrecht gegen die Veranlagungen zustand. Wie Stadrv. Riefe tSoz.) als Berichterstatter des Haushallsausfchusses, in dem die Borlage vorberaien wurde, mitteilte, stehen seit Jahren Über sechs Millionen Mark aus— ein Betrag, den der Kämmerer dringend braucht Nach der Vorlage will der Magistrot die aus seinen Teil entfallenden 25 Proz. einsparen, und Zwar durch die fauch ohne die Vorlage vorgesehenen) Vereinfachungen bei der Reinigung und die nach der Notverordnung vorgenommene Senkung der Löhne und Behälter. Für die Hausbesitzer tritt also keine neue Belastung ei», die Mieten brauchen also nicht er- höht»verden. wie von den Hausbesitzern schon beabsichtigt ist. Kämmerer Genosse Asch zerstreute die Bedenken, daß die neuen Gebühren sehr hoch geschraubt werden würden, weil die Stadt an der Aufbringung nicht mehr anteilmäßig beteiligt ist. Di« Stadt und die städtischen Gesellschaften Häsen für sehr viele Häuser und Grundstücke auch Straßenreinigunzs- gebühren zu zahlen, sie selbst sei also durchaus Inte reff ent. Die beabsichtigte Befreiung der Stadt von ihrem Anteil bringe ein« Ersparnis von etwa 4 Millionen Mark. Gegenüber den Einwendungen anderer Redner betonte der Stadtkämmerer, daß die Dorlage, im Rahmen des Gesaintetats eingebracht, sicherlich im Hause glatt passier� lväre und, daß sich im Geganteil alle Parteien angesichts der erschütternden Zahlen, die der neue Etat bringen werde. über Jede Ersparnis freuen würden. Auf kernen Fall dürsten die Einschränkungen bei der Straßenreinigung mit der Vorlage in Vor- bindung gebracht werden. Sie waren in Anbetracht der wirtschakl- lichen Notlage aus jeden Fall nötig geworden, beftünmt wären st« Das Bezirfcssekretariat wird heute Freitag bereits um 4 Uhr wegen der Demonstration geschlossen. Das Bezirkssekretariat. größer, wenn die Stadt von ihrem Anteil nicht befreit würde Die Vorlage fei ein großer oerwaltungstechnischer Fortschritt. Genosse Doewy: Rechtliche Bedenken gehen die Boriage bestehen nicht, es wird auch niewand höher belastet: befestigt aber muh das Unrecht werden. daß ein erheblicher Test der Hausbesitzer die bisher zu zahlenden Beiträge wohl von den Mietern einkassierte, infolge ihrer nicht erledigten Einsprüche aber nicht an die Stadt abführte. Nicht 6 Millionen. wie der Berichterstatter mitteilte, fondern 10 und mehr Millionen Mark kann die Stadt kaum noch eintreiben. Noch ein anderes, wichtiges Argument spricht für die Vorlag«: Wird bi« Stadt nicht von ihren Beiträgen entlastet, wird sie Arbester- entlafsungen bei der Straßenreinigung vornehmen müsien. Wer das also vermeiden will, muh der Vorlage zustimmen. Unter Ablehnung aller Wänderungsanträge wurde die Vorlage in namentlicher Abstimmung, die die Deutschnationalen zum Per- gmigen der Einwohner verlangten, mit 106 gegen 86 Stimmen a n- genommen. An den Abänderungsanträgen waren auch die Kommuni st en beteiligt, die dieses Mal wieder, wie in der Sitzung vor einer Woche, die Besitzer von Villengrundstücken schonen w o l l t e n I Sie beantragten, Besitzer von Grundstücken, die nicht mehr als 1000 Quadratmeter groß find, 100 Quadratmeter bebauter Fläch« haben und nicht über 3600 Mark Einkommen haben, von der Zahlung der Gebühre» für die Straßenreinigung zu befreien. Ein Grundstück in der angegebenen Größe ist ein nicht zu vor- achtender Besitz, 100 Quadratmeter bebaute Fläche bedeuten eine Villa von etwa 4 bis 5 Zimmern in jeder Etage: das Ganze hat einen Wert von 25 000 bis 30 000 Mark. Diesen Besitzern wollen die Kommunisten also die Straßenreinigungsgebühren erlasien; die Mieter in deu Mielhäusera und Mietkafernen ober müsien in ihrer Miete die Slraßcorewigung schon immer und nack, dem willen der Kommunisleu auch iu der Zukuust miibezahleut So ein Unsinn wird von kommunistischen„Sachverständigen' ver- ursacht und von der Gesamtfraktion gedeckt. An den Haushallausschuß zurückverwiesen wurden die Anträge der Kommunisten, der Deutschnationalen und der Wirtschaftspartei wegen der Herabsetzung der Reichsbier st euer und der Gemeindebier st euer, von den Fraktionen eingebracht anläßlich des Bierstreiks der Gastwirte.— Die Einführung einer Wohnungsluxus st euer hatten d-e Kommunisten in einem Antrag oerlangt. Gestern kam er zur Berhandlung, die Abstimmung wurde, wie auch zu vielen anderen Punkten der Tagesordnung, vertagt Genosse Loewy erklärte dazu, daß die Sozialdemokraten die ersten gewesen seien, die eine solch« Steuer beantragt hätten. Was die Kommunisten jetzt machen,«ntipringt ihrem kindlichen Nachahmungstrieb. Da nach den Normativbestimmungen der preußi- schen Regierung jede Familie Anspruch auf ein« Wohnung hat die «in Zimmer mehr zählt, als die Familie Köpfe, so müsie erst einmal Klarheit über den Begriff„Wohnungsluxus' geschaffen werden. Wenn die Kommunisten damit einverstanden seien, daß der Magistrat beauftragt wird, hier erst einmal Klarheit zu schassen, so würden die Sozialdemokraten dem Antrag zustimmen. Wilhelm Ex. Potsdam ist ein Begriff, der Begriff des preußischen Militarismus. Die Potsdamer Republikaner führen einen schweren Kampf, sie haben aber den Siegeswillen und werden dafür sorgen, daß der Begriff Potsdam endgültig der Vergangenheit angehört Die Nazis konnten sich nicht verkneifen, vor und noch der Kundgebung die Versammlungsteilnehmer auf den Straßen anzu- pöbeln. Starte Polizeistreifen sicherten die Straßen. Eine Versammlung der Eisernen Front in den Pharussälen in Berlin muhte wegen Uebersüllung polizeilich ge- schlössen werden. Referent Eenosie Mischler machte der Ver- sammlung klar, daß es in Deutschland nicht wie in Italien kommen dürfe. Am Sonntag müsse Hindenburg und nicht Hitler zum Siege verholfen werden. Die Rote Rotte erntete sür ihre satirischen Aus- führungen stürmischen Beifall. Heraus»um Aufmarsch der Eisernen Front! Heute 17'/z Uhr: Lustgarten' AUFHARSCHPLAN Stadtbexlrke Wadding, Mitta, ftalnlekanderl und die in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten: 16,30 Uhr Grenz- strofle(Humboldthain), Spitze das Zuges Brunnenstraße. Marsch durch: Brunnen-, Elsasser-, Artilleriestraße, Am Kupfergraben, Museumttraße, Lustgarten. Stadtbexlrke Pranxtauer Berg, Pankow, Weiftentee und alte In diesen Bezirken Hegenden Betriebe: Antraten: 16,30 Uhr Danziger Straße(Mlttelpromehade), Spitze des Zuges Weißenburger Straße. Marsch durch: Welßenburger Straße, Schönhauser Allee, Dragoner-, Roch-, Neue Friedrich-, Museumstraße, Lustgarten. Stadtbexlrke Prledrlchshaln, lichtenbarg, Treptow, Köpenick und alle In diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten: 16,30 Uhr Küstriner Platz, Spitze Paul-Singer-Straße. Marsch durch: Paul-Singer-, Blumen-, Schiclclai- Kloster-, Kaiser-Wilhelm-Straße, Lustgarten. Genosse Aufhäuser spricht Stadtbezirke Kreuzberg, Neukölln und alle In diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten: 16,30 Uhr Fontane-Promenade, Spitze Urbanstraße. Marsch durch: Urban-, Baerwald-, Prinzen-, Dresdener-, Neue Roß-, Roß-, Breite Straße, Schloßplatz, Lustgarten. Stadtbexlrke Tempelhef, Schöneberg, Zehiendorf, Wilmersdorf. Sieglitz und alle in diesen Bezirken liegenden Betriebe: Antreten; 16,30 Uhr Hornstraße, Spitze des Zuges Yorck- Straße. Marsch durch; Yorck-, Gneisenau-, Mittenwalder-, Brachvogel-, Alexandtinen-, Dresdener Straße und welter wie Zug Fontane-Promenade. Stadtbezirke Charlottenburg, Tiergarten, Spandau und alle In diesen Bezirken liegenden Betriebe; Antreten; 16,30 Uhr Kleiner Tiergarten, Spitze des Zuges Stromstraße. Marsch durch: Alt-Moablt, Invalidenstraße, Hessische Straße, Hannoversche, Elsasser Straße und weiter wie Zug Grenzstraße. Kampfleitung Berlin der Eiser /ten Front Naziüberfall auf Reichsbanner. -100 Festnahmen in der Tlacht. 3« näher der Wahttermin heranrückt, um so eifriger sind die Mal- und Schmierkalooneu, die»ächtlichrrwcise durch die Slraßeu verttus ziehen und Bürgersteige sowie häusersronlea mit Wahl- paroleu bedecken. Boa der Berliner Schutzpolizei ist für die Rächt- stunden ein bedeutend verstärkter Slreisendieast eingerichtet worden. der die Tätigkeit der Mal- und Schmlerkolonnea uolcrbinden und Zusammenstöße zwischen politische» Gegnern verhindern soll. Im großen und ganzen ist die Nacht zum Dooneretag, in der überall ein« gesteigerte Propaganda vornehmlich der radikalen Parteien beobachtet weichen konnte, dank der Wachsamkeit der Polizei ruhig verlaufen. An der Ecke Fichte- und Urbanftrahc fiel ein Nozitrupp über mehrer« Reichsbonnerleute her. Die Polizei nahm 10 an dem Handgemenge Beteiligte fest. Ins- gesamt wurden 98 Personen fe st genommen und der Po- litischen Polizei des Polizeipräsidiums zugeführt. Kommunale Pflege der telbesübungen im Roljahr ISZZ. Im Rahmen einer Veranstaltung des..Freien Lehrersportoereins- spricht am Sonnabend, dem 12. März, 19'/-- Uhr, in der Hochschulbrauerei, Seestraße, Stadtschuirat Genosse Nydahl über das Thema„Kommunale Pfleg« der Leibesübungen im Notjahr 1932-, Gäste herzlich willkommen. Ausstellung der weltlichen Schule in der Pankstraße. Die 244. sweltliche Schule) in Berlin N., Pank-, Ecke Wiefenstraße, veranstaltet am 10.. 11. und 12. März von 18 bis 21 Uhr eine umfangreiche Ausstellung van Werkarbeiten. Zeichnungen und Handarbeiten, um der Oefseullichkett eine Uebersicht über die Ergebnisse moderner Unterrichtsarbeit zu geben. All« Freunde der Schule sind herzlich zum Besuch der Ausstellung eingeladen. Delkerausflchlen sür Berlin. Wollig, zellweis« aufheitench, nur noch unbedeutende Schneefälle, schwache nordöstliche Winde.— Für Deutschland. Im Westen vielfach aufheiternd, auch in Mitteldeutsch. land zeilweise Bewölkungeabnahme, nur im Osten noch einzelne Schneefälle, Temperaturen wenig verändert, schwache Luftbewegung. 1930 Ensheimer Rheinwein..».0.53 1928 Kaiserstühler.......•.0.63 1930 Laubenheimer Berg«...0.80 1929 Liebfraumilch..*••••.1.13 1930 Mesenicher Berg,».- 0.70 1929 blitteler Leiterchen»,,».0.93 1930 Ingelheimer Rotwein.•.. 0.69 1930 Dürkheimer Feuerberg«».0.80 Wermut„Corso"....... 0.98 Der Wein fOr Magen und Nerven Malaga golden........ 1.30 Tarragona... ganzer Liter 1.13 Apfelwein........... 0.30 C/der............ 050 Johannisbeerwein...... 0.60 Erd beerwein......... 0.85 beim Einkauf in 6oo n/leyer-Filiclen R'chtenberger.......... 2.60 Weinbrand-Verschnitt.... I.. 2.73 Echter Weinbrand......... 3.50 Jomaika-Rum-Verschnitt...... 3.40 Echter Getreidekorn........ 3.60 Berliner Kümmel......... 2.85 Stary-Wojak, Roln. ReiterlikSr... 3.90 Sämtliche Preise exklusive Glaa Fünf Wege für einen Schein. Noch einmal: Siedler and Neichsbahn. Ein ,.Vorwärt»"»Leser schreibt uns: Die Notiz des„Vorwärts"„Die Reichsbahn gegen die Siedler"_ vom 6. März 1932 läßt es geraten erscheinen, einmal aussührlich i über die Schwierigkeiten zu sprechen, welche jeder Siedler überwinden muß eh« er in den Besitz einer„Bescheinigung zur Erlangung her Fahrpreisermäßigung für Kleingärtner" tomnu. Ohne diese Bescheinigungen gibt es keine Siedlertarten am Schalter. Alljährlich müssen diese Be- scheinigungen erneuert werden und kosten setzt pro Stück 50 Pf. Will nun der Siedler für sich und seine Angehörigen Bescheinigun- gen beschaffen, bedarf es der Ausfüllung eines vorgedruckten An- tragsfor mulars Da dieses Formular aber von zwei ver- schiedenen Stellen beglaubigt und gestempelt werden muß, lostet der Berechtigungsschein 1,50 M.— genau sogar 1,62 M.— für den Siedler selbst, und nur die weiteren Scheine für seine unmittel- boren Familienangehörigen tosten nur 6t» Pf. das Stück Zur Cr- langung des Scheins sind meist fünf AZege erforderlich. Jedes Jahr wiederholt sich dasselbe Spiel auch für denjenigen, in dessen VerhSltniffen nicht die kleinste Aenderung«ingetreten ist. Die Wege sehen so aus: 1. Der Siedler holt sich für 2 Pf. auf einem Bahnhof ein Antragsformular und füllt es aus. 2. Der Siedler läßt sich von dem für seine Wohnung zuständigen Polizei- revier aus dem ausgefüllten Antragsformular bestätigen, daß die Angaben stimmen, kostet 50 Pf. und wird mit einer Stempel- marke und zwei Stempelabdrückcn verankert. 3. Der Siedler fährt zum Gemeindevorstand oder dem Polizeirevier des Ortes bzw. Bezirks, in dem er sein Besitztum oder Pochtland hat. Dort legt er leinen kauf- oder Pachtvertrag oder die Quittung über be- zahlte Grundvermögenssteuer vor und wird mit erneut unter- schriebenem und unierstemveltem Antragsformular wieder ensiasien — natürlich nicht ohne 60 Pf. zu zahlen. 4. Der Siedler geht nun mit seinem Antragsformular, versehen mit zwei Stempelmarken und meist vier Mcrstempeln, zum Bahnhof, aber nicht etwa zum nöchstgelegenen. von dem er später fahren will, sondern zum„zu- ständigen" Bahnhos der Strecke und gibt es mit den notwendigen Photos, und sovielmal 60 Pf., als Familienmitglieder in Frag« kommen, ab 6. Der Siedler Holl an dem festgesetzten Tag«, der ihm bei der Abgabe gesagr wird, seine Berechtigungsscheine ab. Soweit die Zuschrift unsere» Lesers. Man muß schon sagen. tomolizierter konnte die Sache nicht gemacht werden. Es muß möglich fein, hier zu einer Vereinfachung zu kommen, die nicht nur im Interesse der Siedler, sondern auch im eigensten Jnteresse der Reichsbahn liegen würde. Wo die Sorge wohnt... Die Ochtenberger Eisenbahnräuber. Bor dem Erweiterten Schöffengericht Lichten- berg hatte sich die neunköpfig. Band« zu verantworten, die im oergangenen Jahre unzählige Diebstähle an fahrenden Güterzügen bei Fnedruhsfelde vprübt hatte. Di« Angeklagten waren geständig, im ganzen 20 der ihnen zur Last gelegten Raubzüge unternommen zu haben, während sie an den restlichen 26 unbeteiligt gewesen sein wollen. Das Gericht verurtellte fünf Angeklagt« zu ZucHtHausftrafen von vier Jahren bis zu einem Jahr neun Monaten. Drei Singe- Lagt« erhielten Gefängnisstrafen von drei Jahren bis zu einem Jahr zwei Monaten. Es gibt Häuser in Berlin— und ihre Zahl wächst Ins Bedenk- liche— wo der Wohlfahrtspfleger«in und aus geht, wie etwa der Briefträgor: das heißt, er hat da nicht ein« oder die andere Familie aufzusuchen, nein, das ganz« Haus zählt zu seinen Kunden. Pom Boden bis zum Keller wohnen dicht bei dicht die Menschen, im Vorder-, Hinterhaus und Seitenflügel sind es ihrer insgesamt etwa 50 M i e t p ort e I e n. dazu Kinder und Schlaf- barschen Alle wollen sie Nahrung. Kleidung und Arbell, mit an- deren Worten: all« wollen sie laden! Weil es aber eben keme Arbeit gibt und dies bei den meisten schon seit Jahren, sind sie Wohlfahrtsempfänger, dos heißt Ausgesteuerte, vom Produktions- prozeß Ausgestohene. Jlot sät Llnfrieden. Di« Trabanten der Not sind Unzufriedenheit. Uneinigkeit und Verbitterung und mit dem wirtschaftlichen Abstieg hält bei vielen der sittliche gleichen Schritt... Die Familie zerfällt, sie muß zer- fallen, Zank und Streit sind an der Tagesordnung, denn einer wirft dem anderen die Schuld an all dem Jammer an den Kopf. Vater und Mutter geraten aneinander, ost Neiner Nichtigkeiten wegen, hart« Warte fallen, die Kinder hören und sehen, was sie eigentlich nicht sollten. Man steht sich gegenseitig auf den Beinen, eng zusammengepfercht sind viel« Menschen aus einen viel zu kleinen Raum... Stube und Küche müssen als Wohnraum für 6, 6 und noch mehr Menschen dienen, dazu kommen dann noch die fremden Hausgenossen. Wenn Vater nach Hause kommt, schickt er die Kinder auf die Straße spielen, er will ein weiug Ruhe, Platz für seine Beine haben. Mit dem Heranwachsen der Kinder wächst der Unfrieden.„Ich kann dich für 6 Mark die Woche nicht beköstigen, dann noch Zigaretten und vielleicht auch das Kinobillett bezahlen", meint Mutter zu dem Siebzehnjährigen,„da mutzt du schon sehen, daß du anderswo unterkommst." Und das ist wirklich keine Gefühlshärte von der Frau, sie weih einfach nicht «in noch aus. Feind Alkohol. Düster«, traurige Szenerien offenbaren sich dort, wo der Alkohol sein vernichtendes Wert treibt. Da ist eine Familie mit fünf kleinen Kindern. Der Vater vertrinkt die Unterstützung und die Familie muß hungern. Macht ihm die Frau Vorwürfe, dann hagelt es Schläge und als sie sich gar keinen Rat mehr wußte, beantragt« die Frau, daß die Unterstützung an st« ausbezahlt werde. Das geschah, leider aber nur mit dem Erfolg, daß der Mann der Frau das Geld gewaltsam wieder abnahm. Als letzten Ausweg beschloß man, der Familie statt Geld Naturalien zu geben. Noch schlimmer ist fol- gender Fall: Der Bater ist in Herzberge, die Muller tot. in der Wohnung hausen allein drei Geschwister, zwei Burschen von IT und 19, ein Mädchen von 17 Jahren. Eines Tages melden Hausbewohner, daß sie regelmäßig fremde junge Männer nach oben gehen sehen, dann hören sie Weinen und Schreien des Mädchen«, es wird reichltch dem Alkohol zugesprochen und die„Kavaliere" be- zahlen den ganzen Freudenrummel... Di« sungen Leute werden vorgeladen, sie sind sich d«r Tragweste ihres Handelns gar nicht recht bewußt, sie wollten bloß trinken, rauchen, ein bißcheti Betrieb machen und einer mußt« doch schließlich die Sache berappen.. Seither hält man das Trio wachsam im Auge, konnte auch nichts mehr derartiges feststellen. Ohne Hausrai, ohne Beiien. Da gibt es Haushaltungen, wo auch schon das allerletzte Stück ins Leihhaus wandern muhte, oder der MöbelhäiMer hat die Ein- richtung, die man in guten Zeiten aus Abzahlung kaufte, wieder abgeholt. Wo so gar nichts mehr zu holen ist. gehen die Leute be- sonders rigoros vor. oft steht nur mehr ein kleiner Rastposten offen, aber sie machen kurzen Prozeß und dabei ein gutes Geschäft... In früheren Zeiten konnte das Wohlfahrtsamt in solchen Fällen mit Sachen aus den Nachlässen einspringen, aber heute, wo diese nicht mehr zur Verfügung stehen, ist die Hilfsbereitschast arg reduziert worden. Da müssen die Menschen auf dem nackten Fußboden schlafen und sich mit ihren armseligen Kleidungsstücken zudecken. Teufel Morphium. Generaldirektor, Arzt und Kaufmann in feinen Klauen. Vor der Rauschziftkammer des Schöffengerichts Berlin-Mitte saßen aus der Anklagebant nebeneinander: der 70iahrige, vielbeschäftigte und angeschene Schönoberger Arzt L., dessen«uoa SOjährige, leberleideiche Patientin, Fräulein M-, eins gleich einer Bardame angematte junge Generattnrcttorstochter, der Kaufmann B. aus Lettland und dessen ebenso junge wie schöne Frau aus Polen. Ausgangspunkt der kriminalposizeilichen Aktion, die diese bunte Gesellschast zusammengebracht hatte, war eine Haussuchung bei dem Kaufmann B. Man fand bei ihm 250 Gramm Opium und ihn selbst bei dem im gleichen Haus« wohnenden Generaldirektors- töchtcrlein, das ihn seiner viel schöneren und gar nicht bemalton Frau abspenstig gemacht hatte. Der Kaufmann war Morphin ist seit dem Kriege, die Tochter des Generaldirektors seit einer un glück- lichen Liebschaft. Zwar versucht« er, das Mädchen von dem G'lt, dfem er selbst oerfallen war, freizumachen, wurde aber in Wirklich- kell für sie zur neuen Giftquell« Sie erbettelte e» von ihm, schlich sogar in seine Wohnung,«istwendete es ihm in seiner Abwesenheit und erfuhr durch ihn, ohne sein Mittun, seine Gistquelle. Es war das Fräulein M., deren Namen sie erst nach langem Drängen der Polizei nannte. Als die Kriminalpolizei Fräulein M. am frühen Morgen überraschte, fand sie auf ihrem Nachttisch noch eine ganz« FlascheMorphiumlösung und außerdem ein M o r p h i u m- rezept, das vordatiert auf diesen Tag ausgestellt war. Es trug die Unterschrift des Dr. L. In den beiden Apotheken, in denen sich Fräulein M. ihre Morphiumlösungen hotte, stellte man etwa 200 solcher Morphiumrezepte fest. Unter der Bedingung, daß sie ihre begonnene Entziehung?- kur auch durchHalls, bekam Fräulein M. zwei Monate Gefängnis mtt Bewährungsfrist. Dr. L. soll 400 M. Geldstrafe zahlen Di« Generaldirektorstochter, gegen die der Staatsamvatt das Verfahren eingestellt wissen wollte, bekam 100 M. Geldstrose, Herr D. 200 M. und sein« Frau 50 VI. Geldstrafe. sinsv Sklo US" hab*n' iTd S\e »08 5. beKoM* Sle d«' sen ■ den s'e_ verW.9® tter- V�muneoten %i« uod üche" en«* J a\e n*oh if.w ütoeT\n W- t****£ 'n v»" dann- KO— - iX:& W if ip -HAK Mi MIM tztaMnichronWoct und&Ud verbann| 0ranlenftr.40 km Oraniaaplat« Chauneeftr.113 Könlsrtraße 33 •«la Sttuiatr ftatustie* AaMaMAitaaMweiats BRENNINKMEYER Der mißhandelte Soldat. Prozeß gegen Llnterolfizier.- Jehl Freispruch. Wegen Mißhandlung und boshafter, quälerischer v«. Handlung eines Untergebenen wurde der llnterossizier Kurl klaffus vom Schöffengericht Verlin-Mitte am 14. Jtooem- ber vorigen Zahres zu 5 Wochen Festung verurteilt. Die Strafkammer des Landgerichts II sprach ihn soeben von der Anklage frei. Ein und derselbe Tatbestand, zwej Gerichte, zwei widersprechende Urteil«. Welches von beiden entspricht dem Rechtsgefühl? lieber den Fall ist im„Bor wä r t s" bereits nach der ersten Berhand- lung berichtet woiden. Der Unteroffizier Ä. hatte sich des 21jährigen Fahrers©. ganz besonders„angenommen� und ihn während zweier Tage in der gemeinsten Weise schikaniert und ge» quält. Wer weiß, wie long« diese Behandlung noch fortgedauert hätte, wenn der Soldat nicht den Mut gefunden hätte, unterstützt vom Vertrauensmann, sich wegen der nichtswürdigen Behandlung durch den Unteroffizier bei der vorgefetzten Behörde zu beschweren. Diese gab die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weiter«in Berfahren wurde«ingeleitet, die erste jhauptoerhandlung brachte die volle Bestätigung der ursprünglichen Beschwerden. Erbost über das nicht ganz korrekte militärische Verhalten des Fahrers G., hatte Unteroffizier Älaffus ihni in der Kammer ein Bein gestellt— eine für einen Unteroffizier außerordentlich„würdige" Haltung—, io daß der junge Mensch stolperte und das Regal vom Schreibtisch her- unterriß. Dafür mußt« erjedesStück.es waren ihrer ungefähr fünfzig, einzeln aufheben und im Lauffchriht sort- schaffen- auch dabei wurde ihm mehrmals ein Bein g�tellt. In der Zwischenzeit stand der Herr Unteroffizier Klaffus, die rechte Hand im Brustausschnitt, die linke in die Seite gestemmt, die Beine übereinandergekreuzt, in der Pose eines Triumphators. Am näch- sten Tage half er dem G- beim Bohnern mit Knie stoßen in dos Gefäß nach, bei der Paroleausgabe ließ er ihn vor der ganzen Mannschaft in Horkstellung heranhüpfen und half ihm auch hierbei nach, indem er mit dem Fuß gegen seine Harken stieß. Das alles war in der ersten Instanz festgestellt worden und hall« seine Ver- urteilung zur Folge. Warum nun der Freispruch der zweiten In- stanz? Was hatte sich seitdem geändert? Der Fahrer G-, der nach dem ersten Urteil von seinen Kameraden schwere Borwürfe zu hören bekam, hatte sich mll Recht gesagt, daß er im Gerichtssaal aus eigener Kraft, den feindlichen Gewalten nicht würde standhallen können und deshalb um die Zulassung als Nebenkläger ersucht. Di« Zeugen aus der ersten Instanz und auch manche neue Zeugen bestätigten zwar auch in der zweiten Instanz in allen Einzelheiten das ebenso brutale wie niederträchtige Verhalten des Unteroffiziers Klaffus. Andere Zeugen aber, vor allem Gefreite und Obergefreite, wollten vom ganzen, so auch von den Quälereien bei der Paroleausgabe, nichts gesehen haben. Gewöhnlich ist es nun so, daß Zeugen, die etwas nicht gesehen haben, vor Gericht weniger Gewicht haben als solche Zeugen, die unter ihrem Eide Positives behaupten können. Diesmal war es jedoch umgekehrt. Und schließlich sollte Idas Hüpfen in Hoekstellung nichts anderes als ein— Erziehungsmittel gewesen sein. Der Rittmeister von Rantzau erklärte allerdings mit aller Ent- schiedenheit, daß dieses.Erziehungsmittel" in diesem Falle durch» aus unangebracht gewesen sei. Ausdehnung des Rollfuhrdienstes. Neuregelung für An- und Abfuhr der Stück üter. Am 1. März ist im ganzen Reich die im Bahnfpeditionsverhrag der Reichsbahn vorgesehene Neuregelung des bahnamtlichen Roll- fuhrdien st es in Kraft getreten. Der bahnamtliche Rollfuhrdianst, der bisher nur die Abfuhr der Stückgüter an den BestimmunUs- ort umfaßte, wird nun auch auf die Anfuhr der Stückgüter an den Berfandtorten und auf die An- und Abfuhr der hochwertigen Wagenladungen ausgedehnt. Die Reichsbahn übernimmt gegenüber den Versendern und Empfängern die gleiche Haftung, die sie nach der deutschen Eisenbahn- verkehrsordnung für die nachfolgende oder vorausgegangene Eisen- bahnbeförderung der betreffenden Sendungen trägt. Bei der Anfuhr der Stückgüter und bei der An- und Abfuhr der Wagenladungen tritt diese Hastung der Reichsbahn neben die Haftung, die den bahnamtlichen Rollfuhrunternehmer nach den gesetzlichen Bestim- mungen als Spediteur gegenüber seinem Aufttaggeber trifft. Für Nebenleistungen sind einheitliche Höch st gebühren festgesetzt worden. Die Erhebung besonderer Versicherungsgebühren ist dem bahnamtlichen Rollfuhrunternehmer künftig nur gestattet, wenn er neben der Rollfuhrleistung noch weitere spedllionsmäßige Verrichtungen übernimmt, oder wenn es sich um Auslandssendungen han- delt. Die Gebühren betragen: für Sendungen von 1 bis 50 Kilo Höchstsatz 30 Pf., von 50 bis 100 Kilo Höchstsatz 50 Pf. Der Satz für je 100 Kilo einer 15 Tonnen Rolleistung aus dem Wagen- ladungsverkehr beträgt höchstens 20 Pf. Es ist überall dafür Sorge zu tragen, daß unter der neuen Zusammenfassung der Rollgllter beim bahnamtlichen Dienst die indi- oiduelle Bedienung der Kunden nicht leidet. Ueber 3000 Speditions- und Fuhrunternehmen find am neuen bahnamtlichen Rollfuhrdienst beteiligt. Die Grippe-Epidemie in Breslau hat sich besonders unter den Schulkindern weiter ausgebreitet. Bisher sind insgesamt 102 Schulen und 283 Einzelklassen geschlossen worden. Iugsn«I«reiKsn der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften Berlins Sonntag, den 1 3. März Cbarfoltenburg, Aula der Fürstin-5ismard£ Sdiule, Sybclstr. 2-4. Beginn 11 Uhr. Weiheredner: Siadtverordneter Karl HeiesAold. Pankow, Tlvoll- Lichtspiele, Berliner Str. 27 Beginn 11 Uhr Tempclhol, Kurlürsi-Lichtsp. Dort- tdceBerlinerSir Beginn 11 Uhr. PROGRAMM: la Charloftenbore: Charlottenburper Volkschor Harmonie, Mitglied des DAS.. Chormeister V ax Schaarschm dt Orgelspiel. Sprech- und Be wegungschor der Charlottenburger Kinder reunoe und der SAJ. In Pankow: Aufführung des Jugendweihespiels von Walter May:.Zum Lande er Gerechten" In Ten- pelhof: Aufführung des Jugendweihespie s von Bruno Schönlank: .Seid geweiht!" Eintrittspreis: Gastkarten 70 Pf. Kinderkarten SO Pf Eintritts- katten sind am Sonntag an den Kassen erhältlich. Alle Räume werden V: Stunde vor Beginn reöffnet. Arbeitslose und Wohnungsnot. Di« furchtbare Arbeitslosigkeit kompliziert sich für die Bettofsenen besonders durch die Wohnungsfrage. Wo sollen die Leute das Geld für die Miete hernehmen, wenn die dürf- tigen Unterstützungssätze knapp für Essen und Trinken ausreichen? In der Königsberger Straße 13 wohnt der Invalide Adolf B L im Hofgebäude parterre in einer Stube und Küche. Die Fam-ilie besteht aus vier Personen: der Mann, die Frau, die wegen eines Lungen- und Herzleidens seit Oktober in ärztlicher Be- Handlung ist, und zwei Kinderchen von 3 und 4 Jahren, die deut- lich Anzeichen von Blutarmut und Unterernährung ausweisen. Bl. war vier Jahre als Bauwächtcr beschäftigt und ist fest dem 1. Ja- nuar arbeitslos. Seine Arbeitslosenunterstützung betrögt 18,53 Mk. pro Woche; von diesem Geld soll er Nahrung, Wohnung, Kleidung und Heizung bestrellen. Daß der Betrag nicht im entferntesten aus- reicht, bedarf keines besonderen Nachweises. Trotzdem verweigert das Wohlfahrtsamt in seinem Fall eine Sonderunterstützung, die sich auf Mietzuschuh oder Milchabgaben an die Kinder beziehen könnte, well B. aus der Erwerbslosenunterstützung noch nicht aus- gesteuert ist. Zu ollem Unglück ist er in seiner Wolinung gekündigt worden. Die Wohnung ist eine sogenannte Porllerwohnung, die vom Wirt als Entgell für Hausreinigung gegeben wird. Als Frau BL wegen ihrer Krankheit die Portierarbeit nicht weiter ausführen konnte, wollte ihr Mann an ihrer Stell« diese Arbeit machen. Auf dieses Angebot ist der Wirt nicht eingegangen. Die Wohnungen, die BL vom Wohnungsamt zugewiesen bekommt, liegen meist vier oder fünf Treppen hoch, die er wegen seines ver- krüppelten Fußes und auch wegen der Krankheit seiner Frau ab- lehnen muß. Eine ihm zusagende Wohnung verweigerte ihm der Hausbesitzer D. in der Bornsdorfcr Straße 34 mll der Begründung, daß er an Erwerbslose nicht vermiete. Eine Rückfrage bei dem Wohnungsamt Friedrichshain ergab die überraschende Tatsache, daß die Hauswirte nur noch an Erwerbslose vermieten, wenn die Stadt die Bürgschaft für die Zahlung der Mieten übernimmt. Hassent- lich wird dem bedauernswerten Mann bald ein annehmbares Unterkommen nachgewiesen. einlendmtgea für dlefe zwdrit lind «er 1 In S»«. Lindenstteße» pariemachrichteniW�für Groß-Berlin stet» an da» Bezirksleeretariat i. Hol.: Treppen recht»,»n richten 3. SIceis.«tdeiteebiidungsschule: Freiing. 11. Marz, fallt der Kursus des Seitofsen Krenßig aus. Näheres wird nach defnnntgegeden.— Rad- nad Kraftfahrer-Bund„Solidarität": Vit bundestreuen Genossen treffen sich Sonntag, 13. März, ad 8Vj Ubr in den bekannten Bereinslofalen. 8. Abt. Heute 161* Uhr treten die Genossen in der Hornstrasie an zur Kund. aebung im Luswarten. 14.«dt. Die Genossen treffen sich zur Demonstration um 1614 Uhr Grenzstraße, Richtung Brunnenstraße. 33. Abt. Sonnabend, 12. März, 18 Uhr, Funllionärsitzung mit den politischen Vertrauensleuten bei Lux. 58. Abt. Abmarsch zur Kundgebung pünktlich 16 Uhr Witfenberaplaß. 76. Abt. Heute 20 Uhr, nach der Kundgebung, Miialiederoersammlung bei Kulka, Lauenburger Ecke Uhlandftraße.„Reichspräsidentenwahl", Referent Albert Faltenderg. 74». Abt. Sonnabend, 12. März, pünlilich 18 Uhr, erweiterte Funktionärsitzung bei Schneider, Potsdamer Str. 23. Erscheinen. auch aller arbeitslosen Parteimitglieder erwünscht. 86. Abt. Sonnabend, 12. März, 20 Uhr, Funktionärsitzung bei Görlitz, Ehaussee- straße 1l>. Bezirksausschuß für Arbeiferwohlfahrt. 2. Krei, Tiergarten. Montag, 14. März, 18>4 Uhr. bei Stein, Holsteiner Ufer 14, wichtige Funltionärkonferenz der Arbeiterwohlfahrt. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Berliiu Die Geschäftsstelle ist beute ab 16 llhr geschlossen. Friedrichshain, Abt. Robert Blum: Fünfjahresfeier der Abteilung in der Schuiaula Gubener Str. 53. Motto:„Ist einer mal milde, wir reißen ihn mit.". Anfang pünktlich 19'. Uhr. Eintritt frei, Programm 13 Pf. Alle Freunde und Genossen der 31. Abteilung sind herzlichst eingeladen. Kreuzberg, Abt. Vorwärts: Das Baden fällt heute aus. Tiergarten: Wir treffen uns zur Singeprode um lbstz Uhr Bochumer Schule. Krei, Neukölln: Achtung, Falken und Helfer! Alle Eruppenoeranstaltungen fallen heute, Freitag, au». Die Helfer beteiligen sich an der Demonstration im arten. Nächster Heimabend am Dienstag, 15. März. Der Falkenrat tagt ontag, 14. März, um 17>tz Uhr, in der Baracke Ganghoferftraße. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation Sozialisiische Arbeiterjugend Groß-V erlin Einsendungen für dreje Rubrik nur an das Ougends-kretariat Berlin 6W 68 Lindenstraße 2. vorn l Treppe rechts. uns Partei.... ,ft Pralet�fche�Ö�chester der SAI.-Geuppe«edding: Die Proben fallen bis Ostern aus. heute. Freitag. 11. März. »öllnifcher Park: Fällt aus.— Zentrum: Waifenstr. 18:„Sippeltour durch Italien".— Kanfo: Bochumer Str. 8b:..Lebensreform".— Moabtt 1: Fallt aus.— Raabit Ii: Fällt aus.- Sportpalast: Fällt aus.— Gefnndbrnnnen II: Fällt aus.— Arnswalder Platz: Rastenburgrr Str. 16:„Klassenfustiz.— Balkan: Mandelftr. 2: Liederabend.— Faltplatz U: Eonnenburarr Str. 20: ......"" licnaUec 81: Bunter Abend.— Hohen. Schallplattenabend.— _______. 1;„Programm der ZiSDAP."— Baltenplatz: Tilsiter Str." 4—>1: Zeitungsabend.- Frankfurter Viertel: Frankfurter Allee 807: Gemeinfchaftsseier.— Petersburger Viertel! Fällt aus.— Stralauer Viertel: Soßlerstr. 62:..Ziele und Aufgaben der SAZ.": Litauer Str. 18:„Bürgerliche und soziale Kultur".— Warschauer Vtertel, R. F.: Litauer Sir. 18: Ausspracheabend.- Lnifeustadt: Fällt aus.— Rrichenberger Viertel: Treffpunkt 16 Uhr Zalkcnecke. 20 Ubr Manteuffelstr. 7: Arbeitsgemern. ichaft.— Süden: Fällt aus.— Friedenau: Offenbacher Str. 5-:„Programm der RSDAP."— Schöneberg i und U: Fällt aus.— Lankwitz: Schuljtraße:„Eni Battav.: Mandelftr. z: ütcDcraöcno.— tfaiipiag u. connci Bunter Abend-— Helmholtzplatz: Kaftanienallee 81: Bunter � schöuhausen: Fällt aus.— Nordosten 1; Danziger Str. 62; Scha Weißensee: Fällt aus.— Andreasplatz I: Brommystr. 1: er. n U-JlRle-w J_ S« �»»tiinnarkhpnh fchaft________.—________—. Ji-----...IW-- kölln IV: Sanne; Straße:„Aufgaben der Gewerkschaften".— Neukölln VI: Treptower Str. 08: Lüngerenabenb.— Renkölln VII: Karl-Marr-Schule: „Seruelle Fragen".— Neukölln VIII: Rillli.Schule: Arbeitsgemeinschaft.— 69. Abi. Unser alter Parteigenosse Heinrich Wienecke, Wegener» straße 1—2, ist nach schwerem Leiden im 64. Lebensjahre verstorben. Ehre feinem Andenken! Die Einäscherung findet Sonnabend, 12. März, 151� Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Ab» teilungsvorstand. Berliner Str. ZI:„Das Geld und seine Funktion".— Treptow: Elsenstr. Z: „Wirtsäiaftskrise".- Falkenberg: Fällt au».— Köpenick 1: Grünauer Str. 5: ..Sozialisten in Frankreich".— Köpenick II:„Tagespolitik".— Friedrichs selbe: Fällt aus.— Lichtenb-ra Mille: Fällt au».— Ren-Licht-nbera: Sunterstr. 44: Märzfeier.— Lichtende rg-Raed: Fällt aus.— Lichtenberg.Rordweft: Bunter Abend.— Rahlsborf: Treffpunkt zur Kundgebung I6lj Uhr Bhf. Mohlsdorf. Die Werbeveranstaltung am 12. März fällt au» und findet am 18. März statt.— Reinickendorf-Oft: Fällt aus.— Wittenau: Hauptstr. 13: Fremdwortadend.— Karow: Fällt aus.— Rieberfchönhausen' Lindenitr. 47: Dislufsionsabend. Werbebezirk Ritte: Tieckitr. 18:„Warum ist die SPD. für Hindenburg V" Referent Kurt Urban. Werbebezirk Webding: WVt Ubr WBB.-Sitzung. Werb-bezirk Schöneberg: Treffpunkt zur Kundgebung 16Z4 llhr Sroßbeeren- Ecke Porckstraße. Äeebebezirk Neukölln: Die Genossen treffen sich zur Teilnahme an der Kund» gebung der Eisernen Front um 154* Udr Hermannplatz Ecke Hasenheide.— Dildungsausschuß.Arbeitskursus wird verschoben. W-rbebezirke Prenzlauer Berg und Wedding: Morgen, Sonnabend, n« 1S>ö Uhr. Sprechchorprobe in der Kapelle des Hufeland-Hospitals, RS. 55, Fröbelstr. 17.__ Vorträge, Vereine und Versammlunge« Reichsbanner„Schroarz-RoMBoIb". Geschäfts stelle: Berlin 6. 14. Sebastionftr 37—38. Hof 2 St. Lichtenberg: Freitag, 11. März, 20 Uhr, finden, wie stblich, dir Mit. aUedervertammlungen in den bekannten Lokalen stall. Aeußerit wichtige Besprechungen. Alle aktiven und passiven Kameraden müssen er» scheinen.— Wasserfportabteilung: Die Kameraden beteiligen sich diese Woche an den Beranftaltungen und Umzügen der Landkameradscharten. Da» Kastenruder« fällt aus.— Pankow(Ortsverein): Freitag, 11. März. Treffpunkt 13U Uhr Marktplatz Pankow. Tambourkorps mit ünftrumenten. Alle dienstfreien Käme. roden erscheinen hier. Nachzügler IKIÜ Uhr Danziger Ecke Weißendurger Straße oder 171t Uhr Lustgarten.___ Typographische» Orchester. Dirigent Erich Gutzeit. Uebungsstunden{eben Freitag 201»— 22>4 Uhr im Ldeal.Kasino, Neukölln, Weichselsll. 8. Bläser und Streicher willkommen. Deutscher Eiperonto-Bund, Ortsgruppe»erlin. Freitag, 20 Uhr, Konditoeei Dobrin, Hackeschrr Markt. Ssperanto-Seiellschaft Eharlottenbnrg. Montag, 14. März. 20 Uhr, Konditorei Wolter. Charlottenburg, Bismarckstr. 114 lKnie), Klubzimmer, Uebungs- und Konvcrsationsabend. „Sturmvogel", Flugverband der Werktätigen, e. 93., Bezirks grnppe Moabit. Am 17. März, 20 llhr, Mitgliederversammlung bei Schmidt, NW. 21, Wiclef- straße 17. Vortrag über den Segelslughasen. Trebbin, Kamerad Lindemann. Aufnahme neuer Mitglieder. Modenrevue in der Hasenheide. Im Orpheum, Hasenheide,-zeigte �te-Firma H. Joseph». Ew. Neukölln, die neuesten Modeschöpsungen, und alle kamen. Die Firma bemüht sich wirklich, für wenig Geld viel Hübsches zu bieten. Vom preiswerten Morgen- oder Strandanzug, der für beide Gelegenheiten gleich passend ist. angefangen, geht es zu den hübschen Straßen- kleidern. Man bevorzugt in dieser Saison kräftige Farbtöne, wie giftgrün und hellrot. Daneben behauptet sich das ewig siegreiche Marineblau in auffrischenden Kombinationen mit Rot getupft oder bleu verarbeitet, dann Bleu in den verschiedensten Schattierungen sowie bräunliche Töne. Die Verarbeitung der Kleider zeigt reich« und vielseitige Garnierung dxr Taille. Entweder es ist ein flottes Bolerojäckchen angeschnitten, das einen in der Farbe abweichenden Einsatz umschließt, oder Hals- und Aermelgarnitur sind aus Spitzen- stoff oder bunter Seide. Die Modestosfe sind Asghalaine, Jeffai, Buclö und Tweed, alles weiche, schmiegsame Wollstoffe, die«ine gute Linie zeigen. Für die wärmeren Tage sieht man allerlei lustige Dessins: der Tupfen ist wieder auferstanden. Man sieht viel« Sommerkleider in Trägerform mit weißen Unterblüschen, dazu kokette Puffärmelchen, eine Mode, die besonders bei jüngeren Jahr- gängen ganz reizend wirkt. Die Hüte sind stark spanisch betont, schiefe Tellerkappen mit reichem Blumenschmuck, daneben auch slotte kleine Brettonformen und einzelne große Hüte zum Abendkleid. Winteegarien-Prageamm in neuer Farm. Im April stellt der Bintergarteu ein großes und hochwertiges Barirteprogramm erstmals in einen revuemäßigen Rahmen, dessen szenische Gestaltung Dr. Martin Zickel übernommen hat. Im übrigen bilden 8 erstklassige ParietSnuinmern den Kern dieser Bariete.Revue, welche die jahrzebnte alte Tradition des Wintergarten» als führende Barietebühne in neuer Form weiter entwickeln soll. Verantwortlich für Politik: Vietar Schiff; Wirtschusi:«. Klingelhöser; .....~•--"*'---- Ii; Lokales Berlin. -Buchdrucker«! und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin EW. 68 Lindenftraße 3. Hierzu 2 Beilagen. 2 X aresenKt von 1 UM. auf SO tz-r». Qualität unverändert KARSTADT'8 tehensmitteIPneisliste AKSE UND FETTE K O N S E R VEN Kohschmciz.......... nd. 0.44 Margarine, Cocosfett z«id.>.85 lafelbutfer............ Pid 1.44 harzer-Käse,...ca. I rfd. 0.28 Camembert yoiif 2 Sdiehti. 0.35 Magdeb. Korokäse zSfdc. 1.35 Emmenthaler o-Rmdeichn. 0.58 Edamer 20°:............ Pfd 0.18 lüsiter 45 /0 0.70, 35°i0..P d. 0.6 J Hailänder 7Via........ Pid. 0.63 Steinbuscher.oll ett...Pfd. 0.81 Bay r.Sch weizer»ollhon P.d 0 95 f RI&CH- FtEiSCH Ka.bs-Vorc.eifl. an Pfa. u.BU Schweineschulter„..pfd 0.6» Schweinebauch....... pid. 0.62 Kaßler Kamm...... ptd. 0.70 Junger Kohlrabi o»____ 0.38 Jg.Brech-u ocimittdshn.>/, Os. 0.42 Jg. Schnittbohnen I.•/, d». 0.48 Junge i- arotten.... o». 0.54 (Zern. Oemüse V...>/, o».> ,18 jg. Erbsen mir Karotten Ui De. 1.62 Jg. Erbsen minaika n.>/, D«. 0.74 Brechspargel mitfal..>/, Du 1.35 Apfelmus tafalferttg.. Os 0.48 Plaumen mir Sra n....>/, Os. u.bS Plaumen ohne St in..'Ji Di. 0.72 Preisseibeeren...... Di 0.15 Mirabellen.........>/, o«. 1.15 Ananas- alaya...... h] Di 1.35 Erdbeer-Kan it. ca. 2 Pfd E. 0.95 Apse.-Marmelode.o. 2 Pfd. E 0.73 Kirsch-Marmelade...... Olai 0.48 Pfloumen-Marmeiade..Glai 0.48 KOLONIALWAREN Weizenmehl....... p�. 0.20 Auszugmehl..... spfd.-Bti 1.3J Kartoffelmehl......... Ptd. 0.18 Sultaninen.......... an Pfd. 0.38 Pflaumen........... an Pfd. 0.18 Aprikosen......... an Pfd. C.6ü Pfirsiche........... an Pia 0.62 Mischobst..........an Pfa. 0.38 WeiBe Bohnen... an 2 Pfd. 1.25 Linsen............. an Pfa. 0.15 Eterbondnudeln...... Pfd. 0.44 Kaffee.............. an Pfd. 1.7d FISCHE. RÄUCHERWAREN beelachsa IC im Gr.anP.x(. o.lü Bratschollen..... an z Pfd. 0.2a Sprotten....ca. IPrd.-Kst*. 0.2O Sauerkohl............ Pfd. 0.10 Stellungen Ober 5 Mark unter 5 6 Baerwaid OOU promot eried g» Mengen» abgäbe vorbehalten WEINE, SPIRITUOSEN WURSTWAR EN K O N F l TU R E N 3 1 er Mitteler...... m. pi. Ü.5d lorragona o.Malagam. Fl. 1.10 Weinbrand, Spezial" u, Fi. 3.63 Rum-Verschnitt 45-yr, Fi. 4.1j Kornähre..ca. iiiterm Fi. 3.75 Cherry Brandy, Abtei, God- was ser.Curocao. Flasche 2.95 Frkfrt. Apfeiw.iou»AJ, itr. 0.4 J Bowlenwein>0 1fr sjo, Ltr. 0.5ä Rheinwein.. iO Ur.;.50, Ur. 1.8 J Johannisbeerw ioi ,l 0.68 tarrog o.Wermut i0L»J0,l I.Ou WILD UND GEFLÜGEL Wolgahühner.....an Pta u.bb Gänse............ an Pfd. 0.E5 Gänsestüdtenfl-, gep.an Pfd. 0.60 Hirschspickbraten...Pfd. 1.35 Konsum-Sülze...... ptd.>.Zu Kons.-Rot- u. Leberwurst.. Pid. 0.48 Frsdie Blut- a. lebet wurit. Ptd. 0.58 Dampfwurst...........p.a. 1.65 Fleischwurst........ pfd 0.7» 0.68 Jagdwurst............. r d. 0.78 Metlwurst, tznchw Art Pfd. l'.65 Wiener Würstchen...ptd. 0.t8 Delikat■ Lebet wu st.. pid. 0.88 Feine Leberwurst..... Pfd.>.88 Sauernmettwurst..... Pfd. 0.98 Plockwurst.......... Ptd. 0.98 Cerve afwurst......... P.d. 1 08 Spedt, ma er P.d.' J4, fett Pfa. 0.68 Roher Schinken.... r, Ffd 0.38 Gek. Schinken....... Sortiment, 200 g 0,6(1 tzurgm. Pralinen.SOOq.Podra. 1.00 OBST UND GEMUSE Ap elsinen........ c.44 jafto-Orongen..... 3 ptd 0.72 Amerik Tafeläpfel 3 Pfd 0.88 Rot-, Weiß-, Wirsingkohl.P.d 0.07 Schwarzwurzeln.... 2 Pid. 0.25 Kohlrüben........... 3 pfa. 0.14 Malta-Kortoffeln.2 Pfd 0.38 U- B AHN HOF H E R M A N N PL A TZ• DER -BAHNHOF Nr. 119. 49 Jahrgang 2» Freitag, 11 MSrz 1932 wam Stauer: 3)er Weber fall Sine Qaunergefchichle Die Kassiererin blätterte Alois Timp, dem Kassenboten, acht- tausend Marl auf den Tisch. Alois zählte die Scheine nach, sagte: Jawohl, es stimmt!, verstaute nach alter Gewohnheit das Geld in seiner Mappe und ging dann klopfenden Herzens die Trepp« hin- unter. Draußen war es schon dämmerig. Ein grauer Wolkenhimmel hing über der Stadt. Alois Timp hatte indessen an dem schlechten Wetter nichts auszusetzen. Sein aufgewühltes Innere empfand im Gegenteil eine gewisse Genugtuung über das meteorologische Gegen- stück, das die Natur zu seinen Gefühlen lieferte. Alois Timp kreuzte und überquerte obne alle Aufmerksamkeit und Achtsamkeit Straßen und Plätze. Er war ganz der Gefangene seiner bösen Gedanken. Eigentlich war ja alles entschieden. Heute.. heute mußte es ge- Ichehen! Alles war vorbereitet. Nicht nur im seelischen, sondern auch im technischen Sinn. Nicht nur die Entscheidungsschlacht des Gewissens war lange geschlagen worden: vor Wochen schon, sondern auch die Kassette trug er bei sich, in die er das Geld stecken und in der er es am längst ausgesuchten Platze vergraben wollte. Immer- hin: Alois Timp war unsicher. Immer wieder kroch es chn an: dies vermaledeite Schuldbewußtsein, immer wieder fühlte er diese gurgel- abschnürende Angst in sich hochquellen, die die Frage offen lieh, ob denn auch alles gut ablaufen werde für ihn. Aber dann schrie er in sich hinein, daß es ein Zurück nicht mehr geben könne, daß endgültig Schluß gemacht werden müsse mit der Armseligkeit seines Daseins, selbst um den Preis eines möglichen Abschlusses seines Abenteuers im Gefängnis. Nach einer viertel Stunde Weges tauchten die Ausläufer des Stodtwäldchens vor chm auf. Er beschleunigte den an sich schon raschen Schritt. Der kurze Umweg, den er machen mußte, durfte keine Verspätung am Zielort zur. Folge haben. Es galt aus all« Fälle zu vermeiden, daß dem möglicherweise wachwerdenden Ver- dacht irgendwelche Indizien in die Hand gespielt würden. Alois war jetzt auf der Höhe des Stadtwäldchens angekommen. Er blickte sich nach allen Seiten um, zog den Hut tiefer ins Gesicht, stülpte den Nockkragen hoch und schlich hinler einen Baum. Niemand beobachtete ihn. Alois schritt tiefer hinem in das Wäldchen. Nach wenigen Minuten war er an dem Ameisenhaufen angelangt, den er im Laufe vieler Jnspiziergänge zum Aufbewahrungsort erkoren hatte. Rasch barg er das Geld in die Kassette, rasch versenkt« er die Kassette in dem aufgelockerten weichen Erdreich. Und nun: Alles wieder schön in Ordnung gebracht! So.. und so...! Alois prüft« genau. Er war jetzt ganz ruhig und kühl geworden. Nein: dem Boden war nichts anzumerken. Kein Fremder würde das Geld hier finden. Niemand, niemand. Nur er, wenn es Zeit dazu sein würde. Später einmal. In Monaten erst, vielleicht gar in Jahren! Und nun fort! Noch stand das Schwerste bevor. Alois ging in der Richtung nach der Eisenbahnstraße. Bald befand er sich vor einem riesigen Gebäudekomplex, in dem die Firma Parkmann ihre Geschäftsräume hatte. O. er wußte hier Bescheid. Oft genug schon war dieses Haus das Ziel semer Botengänge ge- wesen. Durch zwei Höf« hindurch muhte er jetzt gehen und dann drei Etagen hinaussteigen. Alois passierte den ersten Hof. Eigentlich hatte er sich vorge- nommen gehabt, schon hier den Ueberfall zu fingieren: Hilfe! Hilfe! zu schreien, die Mappe mit ihrem bereits in Unordnung gebrachten Inhalt von sich zu werfen und sich selbst einige mäßige Strangu- lationsmerkmale beizubringen und eventuell einige Zähne auszu- boxen Aber noch fand er nicht recht den Mut dazu. Noch einmal schob er das Unvermeidliche hinaus. Im nächsten Hof, so dachte er vor sich hin,., im nächsten Hos ists auch noch Zeit genug. Er schlich unter dem überwölbten Verbindungsweg hindurch nach dem zweiten Hof. Noch zehn Schritte, jetzt, nimmt er sich vor... Noch neun Schritte.. noch acht Schritte... noch sieben Schritte... Plötzlich löst sich aus einer spärlich erhellten Nische ein« ver- mummle Gestalt. Stürzt auf Alois zu. Packt ihn an der Gurgel. Versucht, dem jungen Burschen die Mappe zu entreißen. Alois ist über das alles im ersten Augenblick derart bestürzt, daß er die Situation nicht zu erfassen vermag und nicht daran denkt, sie in seinem Sinne zu benutzen. Er umkrampft'nstinktio mit beiden Fäusten die Mappe, als gelte es, ein Heiligtum zu hüten. Der Fremde versetzt Alois einen Tritt m den Bauch. Alois schreit um Hilfe. Dann fliegt er auf das Pflaster. In das Dunkel des Abends hinein sieht er den Räuber mit der erbeuteten Mappe sich verlieren. Am nächsten Tage, nach mehreren polizeilichen Vernehmungen. findet zwischen Wois Timp und seinem Chef in dessen schallsicherem Privatkonwr eine Unterredung unter vier Augen statt. „Timp", sagt der Chef,„Timp: Sie haben die Polizei belogen. Es ist nicht wahr, daß sich zur Zeit des Ueberfalls noch die acht- tausend Mark in der Mappe befanden." Alms Timp leugnet. Der Chef beißt sich auf die Lippe..Lören Sie Timp", sagt er dann und seine Stimme nimmt bald den Tonfall des harten Vor- gesetzten und bald den des einsichtigen Freundes an,„hören Sie, Timp! Ich verstehe, daß ein Mann wie Sie, ein Mann in schlechten finanziellen Verhältnissen und mit geringem Einkommen sich einmal in seinem Leben zu einer riesengroßen Dummheit hinreißen läßt. Aber sagen Sie mal, Timp, können Sie sich wohl eine Vorstellung davon machen, daß es heutigentags, wo die größten Unternehmun- gen wackeln, auch einem Chef nicht immer zum besten zu gehen braucht, daß er unmittelbar vor der Pleite stehen kann und in seinem schweren Daseinskampf sich unter Umständen zu den merk- würdigsten und ausgefallensten Dingen entschließt., am Ende sogar zu einem Raubüberfall aus seinen eigenen Kassenboten?" Die sehr ausgedehnte Unterredung endete damit, daß Alois Timp seinem Chef schon einige Tage später viertausend Mark über- brachte, die durch keines von dessen Büchern gingen. Die auf Grund einer besonderen Vereinbarung von der Versicherungsgesellschaft zu zahlende Ersatzsumme von achttausend Mark hingegen, bekam der Chef erst nach vier Wochen ausgezahlt. Joacfiim£ange: Sin Wlenfch, der nicht muhören kann . also, nun werde ich Ihnen mal erzählen, was für eine schreckliche Geschichte mir da vor zwei Iahren.. „Diß war doch, wo der heiße Sommer war, nich?" „.Ja. Ich..." „Wissen S«: ick wußte damals effektiv nid), wohin ick mit meine Frau fahren sollte. See— diß is ja janz nett,»ich, aber können Sic'n janzen Tach am Wasser liejen? Also ick nich. Und Iebirje, diß strengt meine Frau zu sehr an. Schließlich sind wa in Berlin jebliehm und ham uuf'm Balkong Sechsundsechzig jekloppt und die Blumenteppe bcjossen. Ield halt ick damals übrijens ooch nich jenuch." „Ja. Ich fahre da..." „Ober, noch'n Hellet! Hallo, Ober!! Herrr Ober!!! Unerhört! Letztet Mal, det ick in dem Lokal war!" „Ich war damals gerade in Leipzig und mußte.. „Wissen Se: Leipzich is'n bißchen kleen, aber sonst janz nett, nich? Kenn ick janz jenau. War ick mal zwee Stunden driehm." „Ja. Ich mußte ganz plötzlich nach Passau fahren und.. „Herr Ober! Na endlich! Noch'n stoßet Hell!" „Also ich fuhr nach Passau..." „Passau kenn ick nich. Wissen Se: ick kenne janz Deutschland, aber Süddeutschland, diß kenn ick prinzipiell nich. Die Leute da unten, die jehn nich mit mitta Zeit, nich?" „Ja. Abends um halb neun bekam ich plötzlich ein Tele- gramm..."------ „Hallo, Frollein! Paar Zijarren, Frollein! Jehm Se mal die zu zwanzich, zehne! Stimmt jrade, Frollein. Na. roochen Se eene mit? Ick kenn die Marke selber nich." „Ja, vielen Dank! Also ich seh... danke sehr... ich seh im Kursbuch nackz: kurz nach neun geht ein Schnellzug nach Passau. Ich schnell ein paar Sachen..." Srtia föüSing: Srdriickie tKüruifellpferde Treu und stumm hatten sie Jahr für Jahr ihren Dienst getan, die Karussellpferde, von denen hier die Rede sein soll. Sie waren immer zur drehlustigen Freude bereit. Auf den Tierschauen feierten sie den settesten Mastochsen, auf den Schützensesten den erfolgreichen König und auf Rummelplätzen verscheuchten sie den Menschen die Sorgen und erlebten dafür alljährlich im Dezember aus dem Ham- burger Dom einen eigenen Triumphzug höchst bedeutungsvoller Art. Da standen sie in ihrem funkelnden Geschirr im Mittelpunkt eines fprühlustigen Lichterglanzes und alle Nationen kamen zu ihnen zu Gast Unermüdlich ging die Reise in die Runde: denn wenn man sich um seine eigene Achse dreht, gilt das in Hamburg als Wunder, wenn man hingegen um die Welt fährt, ist das die Selbstverständ- lichkeit. Doch die Zeiten wurden schlecht. Hamburg, einst die große Zufahrtstraße der ganzen Erde, wurde für gar zu viele Menschen der Hasen ohne Weg in die Welt. Die Schiffe lagen aus, die Fahrensleutc lungerten an Land herum und die Karussellpferde standen still. Es war nach kläglicher Tierschau-. Schützenfest- und Kramermarkt-Tour der traurigste Hamburger Dom, den man sich denken konnte. Wenn aber dieser Jahrmarkt oersagt, dann ist kein Geschäft mehr zu erwarten im deutschen Lande, das wußten die Besitzer der Karussellpferde. Die Karussellpferdbesitzer waren stolz auf ihre fein lackierten Gäule. Sie wußten, die macht uns so leicht keiner nadi. und da der Wagemut schon mehr als einmal ihnen ein guter Berater war. wagten sie eine Fahrt in ein erträumtes Märchenland.„Schlimmer als in Deutschland kann es nirgends sein." war ihr Motto, unter dem sie die Reise nach Kairo antraten, trotz des dringenden Abraten? von Personen, die ägyptische Verhältnisse kannten. Er wurde be- schrieben, er wurde photographiert. er wurde selbst in der tönenden Wochenschau berücksichtigt, dieser Auszug der Schausteller ins Land der Pharaonen Man nahm die Ausstellung in Kairo zum Anlaß, um in der Gestalt eines Rummelplatzes von gigantischem Ausmaß europäische Zivilisation ins Morgenland zu tragen. Und von der Hauptstadl aus gingen etliche noch ein klein wenig weiter ins Land hinein Die Äarussellpferde taten ihre Pflicht Springlebendig machten sie ihre kreisrunden Wege im Lichterglanz. Aber die Besitzer bemerkten gar bald, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse im Orient soooo mies sind daß man gerade kein Karussellpferd zu sein braucht. um mit vor Staunen geöffnetem Mund ins Dasein zu starren. Dennoch zogen die braven Äarussellpferde nicht umsonst ihre Kreise. Von dem Wunder ihrer Existenz wußte man ba'd im entlerntesten Dort Von weither pilgerten Menschen den mühseligen Weg durch hie Wüste, um die springenden Pferde aus Holz und ihre Geschirre zu sehen die m't Spieoeln besetzt waren Es wanderten Menichen zu ihnen, die sich vor dem Kairo der Europäer fürchteten, die Kairo nur kannten als die Hochburg der arabischen Welt oder die Stadt der Toten. Die Primitiven kamen, um die Äärussellpferde zu be- suchen, und staunten sie an als die Boten aus einer anderen Welt. Stammten sie doch aus dem Abendland, dem Lande der Sonnen- untergangsstimmung und anderer romantischer Angelegenheiten. Aber man brauchte die Pferde nicht nur zu bestaunen, sie waren tatsächlich greifbare Wirklichkeit Man konnte sie besteigen und sie warfen niemanden ab. Selbst.so unreine Tiere wie Schweine waren auf dem Karussell. Jedoch war es nicht nötig, sich vor ihnen zu er- sdjrecken. Im Gegenteil, man konnte auf ihnen reiten. Das war gewiß nicht anstößig: denn man aß sie ja nicht und fügte sie nicht als Speise zu seinem eigene» menschlichen Sein. Wie ein alles vernichtender Heuschreckenschwarm ließen glückliche Menschen sich auf dem Karussell nieder. Das ächzte und krächzte in allen Fugen und zog stöhnend seine Kreise. Dann freilich meinten die Karussellbefltzer, ihnen sei plötzlich wirr im Kops geworden. Von all' den Begeisterten dachte nämlich niemand ans Zahlen. Als man von ihnen Geld verlangte, lachten sie laut und dröhnend über diesen guten Witz. Sie hallen ja überhaupt gar kein Geld bei sich. Wenn man in einer Hülle haust, die keine Einrichtungsgegenstände hat, wenn man seinen geliebten Kindern nur die magere Hausziege als Spielzeug geben kann und weim man 12 bis 14 Stunden den Tag schuften muß, um vielleicht eine Mark zu verdienen, dann kann man doch nicht 20 Pfennig für eine Karussellfahrt ausgeben. Das wäre ja eine Sünde, die kein durch Kinder gesegneter Vater tun kann. Und wenn die Pferde sich drehen, dann können sie doch auch möglichst viele Menschen mitnehmen. Gemütlich wird es sowieso doch immer erst, wenn viele beieinander sind. In der Gedankenwelt der freudvoll Begeisterten war kein Raum kür die Notwendigkeit oder Möglichkeit zahlen zu müssen. Die Besitzer wußten sich nicht zu helfen, sie hielten die Karussells an. Da schoben die Begeisterten einfach selbst die Karussells und weck, selten gewissenhaft ab. so daß auf einmal Schieben immer eine Fahrt kam. Das ging so lange, bis die Pferde zusammenbrachen. Dann machten sich die Reiter auf den weiten Weg durch die Wüste mit Dank im Herzen für ein wunderbares Erlebnis. Die Besitzer aber verhandelten des langen und des breiten über die von der Liebe des Volkes erdrückten Karussellvferd«. Bis man folgende Lösung fand: Freunde in Deutschland kratzten die letzten Pfennige zusammen, damit kür die Karullellpferde die Fahrt in die Heimat bezahlt werden kann, und äqyvtische Freunde greifen in ihre Tasch? und sorgen dafür daß die Pferde neue Beine kriegen. Die Besitzer jedoch wissen jetzt, daß heute' nirgendwo in der Welt der Name Veraniiaungspark für die Schausteller noch etwas mit Vergnüge» zu tun hat. „Ah, da kommt det Bier! Janz Spezielle!... pfff. Na, könnte ooch'n bißchen käller sein!" .La. Ich also mll einer Taxe zum Bahnhof. Der Zug fichr gerade an. Ich komme mll Not und Mühe in den letzten Wagen, Schlafwagen..." „Wie is's diß eijentlüh im Schlafwaren? Ham Se nu oben jelejen oder unten?" „Ich fuhr doch gar nicht im Schlafwagen!" „Sie ham mir ehnid erzählt, Sie sind im Schlafwaren einje- stiejen!" „Na ja. well es der letzte Wagen war! Der Zug fuhr doch gerade an! Ich gehe also noch vorn und finde ein ganz leeres Abteil zweiter..." „Saren Se mal: fahren Sie immer zweetcr?" „Nein, gewöhnlich nicht, aber ich bekam damals zweller bezahlt." „Na wissen Se: da wär ick an Ihre Stelle dritter jefahren und hätte mir von der Differenz'n netten Ahmd jemacht. Uebrijens is diß strafbar. 5)ab ick erst neulich rrjendwo jelesen. Da fährt eener uff öffentliche Kosten zu'ner Tarung. kricht Reisejeld zweeter. Fährt i.otierlich dritter und ammesiert sich vom Rest. Die. Sache is dann rausjekommen, oppa bestraft is, weeß ick mch mehr janz jenan. man muß ja so ville Dinge im Kopp ham. jedenfalls muh man naiier- lich die Klappe halten können. Ick zum Beispiel, ick würde schweijen können. Ick schweije überhaupt mll zu ville. Wissen Se: heut muß man ehmd reden und schreien, nich, anders kommen Se überhauvt uff keenen jrienen Zweich Jott, wie oft Hab ick schon zu mir felbH jesacht: du mußt mehr reden. Hab ick jesacht. Aber wissen So: man is zu feinfiehlich, nich, man will die andern ooch mal zu Worte komnien lassen, nich. und hinterher, denn ärjert man sich über seine Bescheidenheit. Na, denn erzählen Se man weiter!" ,La. Also das Abteil ist leer, ich setze mich ans Fenster und lese noch ein bißchen bis Hof." „Hof lischt doch schon in Süddeutschland, nich? Ick möchte Ihnen mal wat Prinzipiellst saren: ick kenne Deutschland janz jenau, aber Süddeutschland. da können Se mir dausend Mark versprechen und ich jeh doch nich hin. Ick hab'n Schwibbschwarer in München, een jrundjuter Mann, bitte, ick habe nischt jesacht. Vor'n paar Wochen war er erst bei uns, zu unsre Silberhochzeit, een sehr an- ständjer Mensch, sein Jeschenk war jradezu nobel, aber wissen Se: die Leute da unten sind nicht seriös. Sie sind effektiv unseriös. Wir Berliner— also ick trinke mal hin und wieder jern n Schöpp- ken Bier,'ne kleene Freude muh der Mensch doch ham. na denn Prost.. aaahhh... pfff... aber Sie können sich einfach keenen Bejriff machen, wat mein Schwarer an dem eenen Ahmd zusammenjetrunk... ja, Herr Ober, noch'n Hellet.. oder warten Se mal, jehm Se mal'n jrosset Münchner zur Abwechslung!" „Zwischen Hof und Regensburg werde ich müde, knipse das Licht aus und sthlafe ein." „Man soll nick) im Iure schlafen! Sie jlaum ja nich, wat eenem da allet passieren kann! Da bin ick doch mal..." „Nun passen Sie auf! Plötzlich wache ich aus, da steht jemand in meinem Abteil. Ich..." „Also jenau so war't bei mir, wo Sie mich ehmd unterbrachen. Lassen Se mich doch mal erst ausreden! Ich schlafe ooch, es war Mittach. det Abteil überfillt. Plötzlich spicr ick'ne Beriehrung. ick 'ahr hoch.. jut, Herr Ober... aaahhh... anständjes Lokal, wo man ooch auswärtje Biers kricht,. werd ick öfter hcrjehn... also :ck hock), jreise nach meine Brusttasche— wat soll ick Ihnen saren? Vor mir steht der Schaffner, will die Fahrkarte kontrollieren. Wissen Se: ick war tatsächlich so verdattert vor Schreck, det ick ja nich 'chimvfen konnte, wat diß is. anständje Reisende, wo bezahlt ham. m Mittachsschlas zu stören." „Nun können Sie sich meinen Schreck vorstellen! Nachts zwei '.Ihr, im Abteil sonst kein Mensch, der Gang sicher leer, alles dunkel. | Dabei hatte der Mensch die Tür wieder zugeschoben. Ich bleibe | ganz ruhig, er sollte nicht merken, daß ich aufgewacht war. Mein !«rster Gedanke: Notbremse! Nun stellen Sie sich mal bitte vor. Sie j iollen bei dieser Beleuchtung die Notbremse überhaupt find. .Wissen Se: ick kann mir ja nich denken, wie diß is. wenn j eener die Notbremse zieht. Ob der Zuch denn wirklich uff eenen Ruck hält? Man mißte diß wirklich mal ausprobieren." .La. Plötzlich hebt er vorsichtig eine Hand hoch und kommi näher. Ich denke- soll ich schreien? Der Zug madzte einen unge- heuren Lärm. Dabei hätte ich vor Angst keinen Ton herausbringen ! können. Er ist nun ganz nahe bei mir, da— in diesem Augen- blick..." „Donnerwetter, is Ihre Uhr ooch schon halb drei«? Und ick habe mich für Viertel mit eem verabredt. Aber so verplaudert man die Zeit! Ober, zahlen! Ich werd Ihnen mal'n Vorschlach.. eens sieb, sich. is jut.. n Vorschlach machen- erzählen Se mir Ihre Ielchichte'n andermal zu Ende, nich? Ick muß jetzt unbcd'nql fort. Wissen Se: Ihre Ieschichte is ja direkt spannend, bloß eens mk-cht ick Ibnen saren: Sie missen mehr im Zusammenhang erzählen. l nich. Sie schweifen immer vill zu well ab..." Kommt die Wirtschastswende? Von der Konjunktur zur Krise.— Ein Hitler-Erfolg macht alles zuschanden. Das Institut für Konjunkturforschung hat einige Ziffern über die Entwicklung des Geldvermögens, der Investitionen und der Vor- röte in Deutschland veröffentlicht, die zwar nur grob geschätzt, aber doch für wichtige Verschiebungen in der Volkswirt- f ch a f t von 1926 b i» lSZl, also von der Hochkonjunktur zum Tiefpunkt der Krise, charakteristisch sind. Beim umlaufenden Geldoermögen sind zusamniengestellt Noten und Münzen, Bankeinlagen(ohne Auslandsgelder), Spareinlagen, Kapitalanlagen der Versicherungen und umlaufende fest- verzinsliche Wertpapiere. Bei der Gesamtsumme dieser Posten ergab sich 1926 gegenüber 1927 noch' ein Zuwachws von 8,4 Milliarden Mark, wovon aus Bankdepositen 2.9, aus Spareinlagen ebenfalls 2,9 und auf Wertpapier« 1,3 Milliarden entfielen. 1959 betrug der Zugang gegenüber dem Vorjahr nur noch 3,9 Milliarden Mark. 1939 war der Gesamtzugang auf 2 Milliarden gesunken, wobei gegen da» Aorsahr der Rückgang der Bankeinlagen um 1 2 Milliarden durch 1,6 Milliarden Spareinlagen-Zuwachs und 1,6 Milliarden Zuwachs von Versick>srungskapitol und Wertpapierumlauf noch weit mehr als ausgeglichen wurde. Im Jahre 1931 dagegen hatte sich die bisherige V e r m e h r u n g s t e n d e n z im Geldver- mögen zu einem rapiden Schwund verwandelt. Im Jahre 1931 beträgt die Abnahme mehr als 3 Milliarden Mark gegen- über der Zunahme um mehr als 2 Milliarden im Jahre 1930 und um mehr als 8 Milliarden im Jahre 1928. Die Bankeinlagen ver- minderten sich um mehr als 2 Milliarden, die Spareinlagen und der Wertpapierumlauf um erheblich mehr als anderthalb Milliarden und nur bei den Kapitalanlagen der Versicherungen ergab sich ein Zu- wachs von rund 9,4 Milliarde»». Was in dieser Zeit an Geldver- mögen gehamstert worden ist, ist von diesen Ziffern natürlich ab- zusetzen. Schätzungen über die N e u i n v« st i t i o n en in der deutschen Produktion— neben dem Ersatz bestehender Anlagen— kommen zu dem Ergebnis, daß im Äonjunkturjahr 1928 für 7,3 Milliarden neue Anlagen errichtet wurden, 1939 für nur 2,8 bis 3 Milliarden. während 1931 nach der Auffassung des Konjunkturinstituts die Neu- anlagen geringer waren als der normale Verschleiß, so daß von einem Substanzoerzehr gesprochen werden könne. Die baugewerb- liche Bruttoproduktion habe 1931 höchstens noch 4 5 Milliarden betragen(wohl noch zu hoch geschätzt— D. Red.) und habe danrit den tiefsten Stand seit 1924 erreicht. Di« M o s ch i n e n- inoestitionen werden 1931 aus höchstens 1599 Millionen Mark geschätzt gegen 2199 Millionen 1939, 2949 Millionen 1929 und noch 3939 Millionen 1928(Produktion und Einfuhr gerechnet unter Abzug der Ausfuhr). Die Schätzung der in Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Handel gehandelten Vorräte lautet für 1931 auf«inen weiteren Wertrückgang um 2 bis 3 Milliarden gegen 2 Milliarden Rückgang 1939, 9,8 Milliarden Rückgang 1929, 2,6 Milliarden Zugang 1928 und 4,1 Milliarden Zugang 1927. Die Erschöpfung der Vorräte uitb die Vernachlässigung des Er- satzes von Industrieanlagen während der Krise und der Depression siltd normalerweise die Ausgangspunkte für eine Belebung der Wirt- schaft. Unter diesem Gesichtspunkt sind die Schätzungen des Kon- junkmriirftitutes lehrreich und zeigen, daß die Zeit für eine Wirtschaftsbelebung eigentlich gekommen»vüre. Daß gleichzeitig aber das Geldvermögen so außerordentlich stark zurückgegangen ist— die ausländischen Geldabziehungen spielen dabei eine besonders ernste Rolle—, und daß deshalb trotz der Krise Geld und Kapital teuer sind, ist aber eine eirtscbeidende Hemmung für die Wiederbelebung der Wirtschaft. Dazu kommen noch die inländischen und internationalen Mißtrauensfaktoren die das Wirt- schaftsleben in jener Erschöpiiing beharren liehen, in der wir es jestzt noch sehen. EinenErfolg Hitler würde zweifellos die in- und ausländischen M i ß t ra u e n s sa k t o re n sehr stärken, so daß die Wiedcrbe Hebung der Wirtschaft noch mehr in die Fern« gerückt würde. Die neue Dresdner Bank. Mehr als SSV Millionen Mark verlorene Sanierungszuschüsse des Meiches. Die Dresdner Bank veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 1931. All« Zahlenangaben beziehen sich auf die Danat-Bank und die Dresdner Bank(neuer Raine Dresdner Bank), da die Fusion beider Großbanken als im alten Jahr voll. zogen gilt. Jetzt erst erfährt man. daß die Hilfe des Reichs bei der Sanierung noch um 59 Millionen Mark höher als bisher bekannt war, vor allem, daß der größte Teil der gewährten Summen tatsächlich verlorene Zuschüsse sind. Die der Danat-Bank gegeben« Verlustreseroe hat sich(seit der Mitteilung des Reichs» finanzminiftsrs am 23. Februar) von 199 auf 115 Millionen Mark, die an die Dresdner Bank gegebene Releroe von 69 auf 85 Mil- Honen Mark erhöht. Ganz neu erscheint eine Reserve„für prozessuale Ansprüche" in Höh« von 19 Millionen Mark. Merk- wllrdigerweise hat man es nicht für nötig befunden, im Ge- fchäftsbericht überhauvt zu erwähnen, daß auch die jetzige o s f e n e Reserve von 39 Millionen Mark vom Reich gestellt wurde. Ueberhaupt gibt dieses neue Reichsunternehmen in Fragen der Publizität in dem veröffentlichten Bericht ein schlechtes Beispiel. Die Aufgliederung der Abschreibungen in Höhe von 263,15 Millionen Mark fehlt: die Zahlungen am Borstand und Aufsichtsrat(1,93 Millionen Mark) sind in einer Summe, statt getrennt abgegeben; und die vom Reich gestellten Verlustreserven sind als stille Rücklagen unter Kreditoren verbucht, was nach dem neuen Aktienrecht jedenfalls für die nächste Bilanz nicht mehr zu- lässig ist. Zur das Reich ergibt sich aus der Sanierung der Danat- und Dresdner Lank folgende Gesamlbclastung au Zuschüssen und Sredllen: 100 Alill. 21t. Verzicht des Reichs auf vorzugeaklien; 50...... Verkaufspreis von Aktien zugunsten der Dresdner: 7,5»,.».. Ak.ien zum Umlausch der Danalbankak.ien; IIS», Verlustreserve Danalbank; 85,„„ Dresdner Lank: 30.. offene Reserve Dresdner Bank: 20, zur Abfindung bei Enllossungea: 10.« Reserve für prozessuale Zwecke. Insgesamt hat das Reich also 417,5 Millionen Mark für die Sanierung auszuwendent Zur Sanierung gehört aber noch der schon früher erfolgte Erwerb von 142,5 Millionen Mark Aktien, die den heutigen Reichsanteil an der Dresdner Bank(Gesamtkapital (220 Millionen Mark) darstellen. Zu bemerken ist, daß das Reich allerdings den überwiegenden Teil seiner Leistungen nicht in bar, sondern in Schatzanweisungen bezahlt«. Von den Verzichten und Reservestellungen de» Reichs in Höhe von 41 7,5 Millionen Mark sind laut Geschäftsbericht nur die 85 Millionen Mark Reserven der Dresdner Bank u n b e- dingt zurückzuzohle»». Von den 115 Millionen Mark ist nur dann etwa« zurückzuzahlen, wenn sich im Jahr« 1932 ergibt, daß der Betrag nicht voll zur Deckung der Verluste der Danat-Bank benötigt wird. Da mit dieser Möglichkeit nicht zu rechnen ist, so sind von den Reichsgeldern nicht weniger als 332,5 Millionen Mark als verlorene Zuschüsse anzusehen. Der Gesamtumsatz beider Banken ist von 536 Milliarden � im Jahre 1930 auf 391 Milliarden im Jahre 1931. die Zahl der| Konten von 619000 auf 560 000 zurückgegangen. Der Personalbestand würde von 15 364 auf 13898 durch Abbau ge- senkt. Ein weiterer Abbau ist zu erwarien. da an 52 Plätzen in Deutschland Filialen von jedem der fusionierten Institute bestehen. Damit dieser Personalabbau schonend geschieht, dafür hat das Reich— noch erfolgreichen Bemühungen der Bankangestelltenver» bände— den Abfindungsfonds von 29 Millionen Mark bereitgestellt. Kreditverbilligung in London. Diskont von 5 auf 4 proz. gesenkt.- Deutsche Kredit« verbilligung gerechtfertigt. Die Lank vou England hat ihre« vtskoulsah von 5 Proz.. der seil dem 18. Februar iu Geltuug war, aus 4 Proz. Herabgesehl. Diese Sreditverbilllguug steht iu uumiltelbarem Zusammenhaug zu de« Werlsteigerungen der eugltscheu Währung. von denen wir gestern berichtet habe«. Die englische Währung». Verbesserung ergab sich als Zolge des seit langem andauernden Zu- slroms fremder Gelder nach England in demselben Augenblick, in dem die englische Notenbank den Ankauf fremder Devisen nicht mehr nötig hatte. Der Geldzustrom nach England war wiederum eine Zolge des verhältnismäßig hohen Zinssatzes von 5 Proz., den die Baak von England aufrechterhielt. Au» den Ländern mit utedrige- reu Zinssätzen, insbesondere au» Zraukreich, Holland, der Schweiz und den Vereinigten Staate«, wurden Zlnsgewinne in London zu machen versucht. Dazu kam. nachdem England seine Verpflichtungen gegenüber dem Ausland prompt eingelöst hatte, die Erwartung einer Pfuodwerlsteigerung und damit die Aussicht aus Devisenkurs. gewinne. Endlich hatte die Entwertung des englischen Pfunde» auch zur Zolge. daß alle Schuldner in englischer Währung bemüht waren, ihre Schulden zurückzuzahlen, solange der englische Pfund- kurs noch niedrig war. um dadurch möglichst viel Kursgewinne zu mache»». Alle diese Momente führten zu einer sehr großen Geld» slüssigkeil bei den Londoner Banken, die für ihre eigenen Wechsel nur Zinsen vou 2,6 Proz. zahlten, während der Diskont noch aus 5 Proz. stand. So erklärt sich die englische Diskontsenkung aus den englischen Geldmarktverhältnissen und aus der Tatsache, daß die Bank von England aus allen Devisenverlegenheiten heraus war. Es Ist nicht ausgeschlossen, daß die Bank von England bald noch eine weitere Diskontsenkung vornehmen wird. AK vor drei Tagen die Deutsche Relchsbank ihren Dis- kont herabsetzte, schien da» noch etwas gewagt, weit England nicht vorangegangen«var. Die deutsche Kreditverbilligung ist jetzt auch durch das englische vorgehen gerechtfertigt.' Oer britische Außenhandel. Weitere Verschlechterung im Februar. Di« Bilanz de» englischen Außenhandel» im Februar, die jetzt vom Handslsaml veröffentlicht wird, ist schlechter denn je. Di« Ausfuhr, die schon im Iaimar mit 31,1 Millionen Pfund ihren tiefsten Stand erreicht halt«, ist weiter auf rund 39 Millionen Pfund gesunken. Es zeigt sich immer mehr, daß der Berstlch, die englische Ausfuhr mit Hilfe der Abwertung des Pfundes künstlich hochzutreiben, bisher wenigstens ein Schlag ins Wasser gewesen ist. Die Einfuhr ist im Dsrichtsrnonat ziemlich beträchtlich gestiegen und siegt mit 79,1 Millionen Pfund um rund 7.9 Mil- lionen Psuild über den Einsuhrzifsern des Januar. Hier spricht allerdings mit, daß in der erste» Hälfte des Februar noch vor der Jnkraftietzung des neuen englischen Ecneralzolles Deckung»- i m p o r t e in größerem Umfange erfolgt sind. Die Wiederaushihr eingetührtcr Fabrikate ist mit 5,4 Millioiren Pfund fast unverändert geblieben Die Passivität der englischen Handelsbilanz beträgt im Februar 34,6 gegen rund 25 Millionen Pfuird im Januar. Im Februar vergangenen Jahres betrug der Einfuhrüberschuß in Eng- land 316 Millionen Pfund. Das Gesarntbild des englischen Außenhandels ist also nach wie vor noch sehr unbefriedigend. Der deutsche Maschinenexport. Noch 1931 lieferte er 240000 Arbeitern Seschäst»gvng. Mit der Verschärfung der inrterdeulschen Krise hol die Aus- fuhr des Maschinenbaues eine ständig wachsende Bedeutung für den Beschästtgungsgrad in dieser Industrie gewannen. Der Auteil der Aussuhr an der Gesamtproduktion erreichte im zweiten Halbjahr 1931 etwa 58 bis 60 Proz. Die in dieser Zeit eingehenden neuen Aufträge beslauden sogar zu 62 Proz. aus Auslaudsbestellungeu. Bei einer Gesamtzahl von 409 000 Beschäs- ttgteu im Maschinenbau sind also von Zuli bis Dezember l9Zl rund 240 000 Arbeiter durch den Export ernährt worden. Bis in die zweit« Hälfte des vergangenen Jahres wurde Deutsch- lands Maschinenausfuhr dadurch gestützt, daß die Wellkrise ver- schiedene Länder erst in geringem Maße erfaßt halle So nahm Frankreich 1939 enoa l4 Proz. und 193l immerhin noch 13 Proz. der deutschen Maschinemiussichr aus. Die stälkste Stütze aber stellten die Bestellungen Rußlands dar, die 1931 rund 28 Proz. des gesonnen Maschinenexports betrugen. Nach den Zeslslellungea de» Konjunkturinstituts konnte Deutsch. land seinen Anteil am Export der drei wichtigsten Maschinea-Au». suhrländer in den letzten vier Jahre« ganz erheblich steigern. Es betrug: 1928 1931 Deutschlands Anteil 30 proz. 43 Proz, U. S. A. Au'.ell........ 43. 37. Großbrilauuieus Anteil.... 27. 20„ Damit hat sich Deutschland zum stärksten Maschinenexporteur der Welt entwickelt und das ehemals führende Großbritannien um n»ehr als da» Doppelte im Export überflügelt. Die Schutzzollpolitik und der Deoisenwirrwarr im Ausland« erschweren aber die Ausfuhr deutscher Maschinen zusehends. Dies machte sich schon in den letzten Monaten des vergangenen Jahres unangenehm fühlbar. Gegen 1939 ist im letzten Jahr der Wert des Exports von 1498,4 auf 1132,2 Millionen Mark gesunken (1929--- 1394,4 Mill. M.), wobei allerdings auch Preissenkungen mitsprechen Allein vom dritten zum vierten Quartal 1931 sailken die durchschnittlichen Ausfuhrpreise um 7 Proz. Di« Ausfuhr nach Europa hat stch noch gut gehalten ui»d betrug 1931»»och 93 Proz. (1929= 100). Dagegen ist der Export nach den von der Krise zer- rütteten überseeischen Ländern auf 47 Proz. der Aus- fuhr von 1929 gesunken Di« wachsende Schutzzollwelle, verduirden mit der Äontmgentspolitik im Ausland« dürft« die Exportlag« der Maschinenindustrie in dem lausenden Jahr noch verschlechtern Um so mehr Grund hat die deutsche Handelspolitik, unsere besten Abnehmer nicht durch azgresstoe Zölle(Butterzoll)»»och vor den Kops zu stoßen Oie erweiierte Teerfarbeninternationale Nach dem Beitritt Englands. Die Verhandlungen, die seit läitgerer Zeit über eine E i n b e- Ziehung des großen englischen Chemtetrusts in den deutsch-frailzöstsch-schweizerischei» Farbstosfblock gepflogen worden sind, haben kürzlich zu einem positiven Ergebnis geführt: der eng- lische Trust, die Imperial Chemical Industries Ltd., schließt sich den Vereinbarungen an, die 1929 zwischen der deutschen, der französi- schen und schweizerischen Farbstoffindustrie abgeschlossen wurden. Zwar sind Preisbindungen nicht vorgesehen, doch ermöglicht der Vertrag ein gemeinsame- Vorgehen in den jetzt zu bearbeitenden ausländischen Interessen. Der deutsche Farbstoffexport nach Eng- land war schon bisher auf die hochwertigsten Erzeugnisse be- schränkt, und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ander»». Ein großer Teil des deutschen Farbstofsexports ging bisher nach Britisch-Indien; wahrscheinlich wird jetzt ein Teil des Ge- schäfts dem englischen Partner überlassen werden Mit dieser Erweiterung sind in der Teersarbeninternationale rund 79 Proz. der Teersarben erzeugung der Welt zusammen- geschlossen. Die Imperial Chemical Industries Ltd. ist der größte, allerdings nicht der ausschließliche Produzent innerhalb der eng- tischen Grenzen. Andererseits aber gehören indirekt auch die meisten italienischen Farbstoffunternehmungen, die von der JG.-Farben- industrie beeinflußt werden, der Farbstofsinternationale an. Was den Weltsarben e x p o r t anbetrifft, so sind jetzt nicht weniger als 99 Proz. organisatorisch zusaminengcschlossen. Bon den größeren Farb.stofsproduzenten außerhalb dieser Internationale sind nur noch vier Länder übriggeblieben: die Vereinigten Staaten, die vor allem nach dein Fernen Osten liefern, Japan, das in den letzten Iahren aus- schließlich nach China exportierte, Rußland, das noch gar keinen Farbstofsexport aufweist, und die Tschechoslowakei 00' SS»-?» � Sunlicht Seife Im Hans halten AU?, Kur gute Arznei Hilst Dir! Kur öie Apotheke bürgt für Sie Güte! Kauft yellmtttel nur ln See Apotheke— Ihr seiö es Surer Gefunöhett fchulöig! Sparkassen stehen gui! Einzah'ungen im Lanuar um fast 200 Millionen gestiegen. Die schwierige Situafion, in die da» Sparkassenwesea in Deutschland durch den Zusammenbruch des Vantensystem» im SpSl- sommer und herbst geraten war. ist seht endgültig über- wunden. Die» zeigt sich am deutlichsten in den Ausweise» der monat- lichea Ein- und Auszahlungen. Zm August erreichten die Einzah- lungen von Spargeldern ihren tiefsten Stand mit Z44 Millionen Mark, während die Auszahlungen 655 Millionen Mark betrugen. Die Eulwicklung in den nächsten Monaten war folgende: eiazahbmg fflnsja iuvg. A-szahwogsLbirschuß in Märt September 564 655 ZSl Ok ober........ 430 7Z1 291 Z7ooember....... 380 572 192 Dezember....... 419 616 197 Januar........ 612 680 68 Die Einzahlungen von Spargeldern haben also nach den bisherigen Feststellungen— das endgültig? Ergebnis steht noch aus — um fast 200 Millionen im Januar gegenüber dem vorhergehen- den Plonat zugenommen. Diese erfreuliche Tatsach« deutet darauf hin, dah die Mißtrauenswelle, die zum Geldhamstern im großen geführt hat. mehr und mehr im Abklingen begriffen ist. Es dürft« sich bei den Mehreinzahlungen weniger um neue Spargelder handeln, da die Krise die Massenkaufkrast und Sparkraft völlig erschüttert hat, als vielmehr um die Rückkehr von abge- hobenen und im Strumpf aufbewahrten Spar» guthaben. Die von 616 am 860 Millionen Mark gestiegenen Auszahlungen spiegeln die Verschärfung der Wirtschaftskrise und die erhöhte winterliche Arbeitslosigkeit wider, die zu einem Rückgriff auf die letzten Sparreserven gezwungen hat. Butterzoll von der andernGeite Erfahrungen eines deutschen Kaufmanns in den Nordländern Von einer langen Geschäftsreise in den skandinavischen Staaten sendet uns zum Thema der Butterzölle ein deutscher Kaufmann folgend« Zuschrift: „Nur die wenigsten Menschen können sich eine Vorstellung da- von machen, welche Erbitterung diese deMsche Maßnahme in jenen nordischen Ländern hervorgerufen hat. Den wirklichen Grad der Erregung aber kann man nur erkennen, weim man in diesen Län- Kern reist Weit über die materielle Schädigung hinaus, die vielleicht den „primären*, jedoch nicht einmal den ausschlaggebenden Faktor bildet. empfindet man jene unverständliche Maßnahme als eine Heraus- forderung. Die bescheidenen Dernunstgründ«, die man allenfalls in Deutschland ins Treffen führen könnt«, haben w jenen Ländern nicht die geringste Bedeutung. Man argumentiert, daß es eins rem« Selbstverständlichkeit ist, jenen Ländern, die von Deutschland laufend Jndustrieprodukte taufen sollen, wenigsten» die Ehanc« zu geben, die fast einzige hauptsächliche Derkaufsmöglichteit ausnutzen zu können. Andererseits oersteht man(selbst vom deutschen Stand- punkt aus gesehen) nicht, warum man zu solchen Mitteln greift, die mehr als ein halbes Dutzend benachbarter Ausfuhrländer in eine Kampfstellung zu Deutschland drängen mußten, anstatt dem verarmten deMschen Volke Gelegenheit zu geben, sich zu billigen Preisen ein wertvolles Nahrungsmittel zu verschaffen. Man sagt auch(durchaus zutreffend), daß noch nicht einmal denen damit ge- halfen werden kann, die als Nutznießer dieses Extrazollcs in Frage kommen Selbst wenn ein kleiner Teil des deutschen Volkes nur die Butter der deutschen Landwirte kaufen würde, so hat man da- mit zu rechnen, daß dieser Kreis angesichts der schwierigen sozialen Situation immer kleiner werden muß, während der Derbrauch in anderen, billigeren Fettstoffen(Margarine usw.) steigen wird. Die Gegenmaßnahmen der geschädigten Länder, die zwar eben- falls in Form allgemein gültiger Bestimmungen erlasien worden sind, richten sich demgemäß auch offensichtlich gegen Deutschland oder werden in diesem Sinne gehandhabt. Zum Beispiel hat Däne- mark für den Bezug ausländischer Waren den Zwang sogenannter „Dalutaschelne* vorgeschrieben. Aber es ist in Dänemark ein o f s? n e s G e h e i m n i s. daß es leicht ist für englische Waren solche valutascheine zu erhalten, während sie dem Importeur deutscher Waren glatt verweigert werden. Daneben läuft eine mit allen wirkungsvollen Mitteln betriebene Propaganda, die daraus hinausläuft, sich möglichst aus die Der- wendung einheimischer Produkte zu beschränken. Und das Schlimmste bei alledem ist, daß zun, Beispiel in Dänemark der stärkste Impuls von der Landwirtschaft— also von den Bauern— ausgeht, die sich schon jetzt energisch weigern, deutsche Waren zu kaufen. Solche Ideen sind— sobald sie sich erst einmal festgesetzt haben— in Iahren nicht mehr herauszutreiben, selbst dann nicht, wenn die Ursache längst beseitigt ist* Wenn Hitler gewählt würde... Streikende werden erschossen, Lohn- und Tarissystem wird beseitigt. Der„Deutsche*, das Organ der christlichen Gewerkschaften, stellt einige Ansprüche und Ausführungen von maßgebenden National- sozialisten zusammen, die in vieler Beziehung aufschlußreich sind. Der nationalsozialistische Hauptmann W a g e n e r, Lerbindungs» mann der NSDAP, zur„Wirtschaft* sagte am 7. November 1931 in einer Rede u. a.: „Bei uns werden Unternehmer und Arbeitnehmer zusammensitzen; eine Abstimmung wird aber nicht durch- geführt... Künftig werde» die Betriebsräte den Unter- nehmer berate»; entscheide« aber muß natürlich stets der Unternehmer. Der wirtschastspolitische Sachverständige der NSDAP, und frühere Handelsredakteur der„Börsenzeitung*, Funk, hielt im Berliner Hsrrenklub im November 1031 eine Rede, in der er u. a. folgendes sagte: „Es ist für die Wirtschaft und für den einzelnen Arbeiter besser, wenn mehr ArbeUer zu Herabgesetz» ten Löhnen beschäftigt werden, die noch einen Ertrag für die Produktion zulassen und dadurch die Arbeits- losigkeit gestoppt und wirksam bekämpft werden kann. Wir werden das marxistische Lohn- und Tarif- system völlig beseitigen, das die Arbeitsleistung völlig nivelliert, den Ertrag der Wirtschaft verhindert und dem Arbeiter keine Aufstiegsmöglichkeiten schafft." Georg S t r a ß e r, M. d. R.. einer der maßgebendsten Ad- jutanten Hitlers, erklärte 1930 in einer Versammlung in Leipzig: „Zehn Gesetze heben den ganzen Dreck auf. Landes- Verräter werde» gehängt. Streikende werden erschossen. Und es wird nicht viele geben, die sich deshalb an die Wand stellen lassen." Das sind nur einige Biüieniesen aus dem Strauß. Sie sagen vielleicht unseren Lesern nichts Neues, aber es ist gut. immer wieder den Arbeitern und Angestellten einzuhämmern, daß ein Sieg Hitlers die völlige Beseitigung aller Arbeiterrechte be- deuten würde und daß schwerst« Kämpfe notwendig sein würden, um nur einen? e l i dessen wieder zu erringen, was die Arbeiter- schast heute an Rechten und an Einfluß besitzt. Es kann deshalb nur eine Parole geben: Schlagt Hitler, indem ihr Hindenburg wählt! Die Leichenschändung. Eine Statistik über die.Deserteure*. Die„Partei der Deserteure* wie das Nazi-Dreckmaul Dr. Goebbels im Reichstag die Sozialdemokratie zu beschimpfen sich erfrechte— besteht in ihrer übergroßen Masse aus den frei- gewerkschaftlich organisierten Arbeitern. Ueber die Teilnahme dieser Arbeiter am Weltkrieg haben die freigewerkschaftlichen Organi- sationen eine S t a t i st i k geführt. Diese Kriegsstatistik der Gewerk- schaften wurde abschließend in der statistischen Vellage des Korr«- fpondenzblattes vom 10. Juli 1920 veröffentlicht. Was besagt die Kriegsstatistik der Gewerkschaften? Man ersieht daraus, daß von den 2 289 454 männlichen Mitgliedern, die die ftelen Gewerkschaften bei Kriegsbeginn zählten, 1 412837 im Laufe des Krieges zum Kriegsdienst«inrückten, d. h. zwei Drittel allerMitglieder. Bei einzelnen Berufs» gruppen ist dieser Prozentsatz noch weit überschritten worden. Von den organisierten Gärtnern waren z. B. 91,5 Proz., von den Bäckern und Konditoren 87,9 Proz.. von den Friseurgehiisen 87,7 Proz., von den Glasern 79.3 Proz., von den Sieinarbeitern 82,4 Proz. im Heeresdienst. Es ist zu beachten, daß die Zahl der Eingezogenen sicherlich zu gering angegeben ist, da viele Mitglieder, besonders Ledige oder Neueingeiretene, es unterlassen haben, bei der Ein- berusung zum Heeresdienst sich bei ihren: Verband abzumelden. Von den 1 412 837 Kriegsteilnehmern der freien Gewerkschaften kehrten 12 9585 nicht mehr in die Heimat zurück. Sie waren in: Krieg« gefallen oder an Verwundungen und Krank- hellen in den Lazaretten gestorben. Da mit dem 30. September 1918 — zu diesem Zellpunkt schließt die Statistik— die Todeszahlen noch nicht abgeschlossen waren, kann man annehmen, daß mindestens der zehnte Teil der Einberufenen als Kriegsopfer geblieben ist. Nicht mitgezählt wurden die Mitglieder, die hochprozentig kriegs- beschädigt in die Heimat zurückkehrten und die als Krüppel oder Sieche zu den bedauernswertesten Opfern des Krieges zu rechnen sind. Aus der Kriegsstatistik der Gewerkschaften ergibt sich auch, daß die sozialistisch organisierten Arbeiter nicht nur chre vater- ländische Pflicht getan haben, sondern dah einzelne Berussgruppen prozentual weit über dem Durchschnitt der Gesamtkriegs- opfer Deutschlands schwerste Verluste erlitten haben. So wurden von den eingerückten Mitgliedern bei den Asphalteuren fast jeder fünfte, bei den Buchdruckern, Kupferschmieden, Kürschnern, Porzellan- arbellern und Steinsetzern fast jeder sechste, bei den Bergarbeitern, Glasarbeitern und Huimachern jeder siebente ein Opfer des Krieges. Sie sind tot. Herr Goebbels aber, der lebt und mit Frick von Pirmasens fern vom Schuß blieb, beschimpft sie als Deserteure. Und die NSDAP, verbreitet diese infame Leichenschändung in Flug- blättern. Rochmals 30 Prozent Gehaltskürzung! Ein aufschlußreicher Antrag der Nazis. Man sollte es zwar nicht glauben, aber es gibt auch unter den Angestellten bei den Behörden solche, die glauben, daß Hitler, wenn er nur erst an der Macht wäre, sofort die Notverordnungen wieder aufheben und die Gehälter der Behördenangestellten wieder auf ihren früheren Stand bringen würde! Die Nazis, die be- kanntlich jedem gern das oersprechen, was er sich selber wünscht, hüten sich wohl, in ihren Agitatwnsreden zuzugeben, daß auch das Dritte Reich die in Deutschland bestehende Finanznot nicht ändern könnte. Hin und wieder lüften aber auch die Nazis ihre Masken und lassen erkennen, was die Behördenangesiellien in Wirklichkeit vom Dritten Reich zu erwarten haben. In Heck- l i n g e n bei Magdeburg haben die Nationalsozialisten, wie der„Freie Angestellte*, die Zeitschrift des Zentraloerbandes der Angestellten, mittellt, in der Stadtverordnetensitzung folgenden Antrag gestellt: „Die Gehälter der Beamten und Ange st eilten der Stadt werden weiter bis zu 30 Proz. gekürzt.* Wohlgemerkt: Diese Kiftzimg soll nach Ansicht der Nazis neben den bisher schon erfolgten Gehaliskürzungen durchgeführt werden. Das ist so ein kleiner Vorgeschmack vom Dritten Reich. Die Nazis sind übrigen- überzeugt, daß die Knechtung und Entrechtung der Arbeiterschaft im Dritten Reich schon deshalb keinerlei Schwierigkeiten machen wird, weil ja sie allein zu besttntmen. die ArbeUer, Angestellten und Beamten aber zu kuschen haben werden. Oer Konflikt im Buchdmckgewerbe. Auf dem Wege der Verständigung. Bei den Firmen C l s n e r und„Berliner Börsen- zeitung* ist der Konflikt wegen der Neufestsetzung der übertarif- lichen Löhn« nunmehr beigelegt. Das Personal der Firma Elsuer Halle bekanntlich einem Per gleichsvorschlag des Gewerberats Körner zugestimmt, wonach die von bslden Seiten ausgesprochenen Kündigungen zurück- genommen und bis zum 7. März betriebliche Verhandlungen zur Beilegung der Lohnstreitigkellen geführt werden sollten. Die betrieb. stchen Verhandlungen oerliefen aber ergebnislos, so daß entsprechend dem Dergleichsvorschlag Gewerberat Körner als unparteiischein Vor- sitzenden des Reichsschiedsamts die endgültige Enis che idung zufiel. Gewerberat Körner hat den Parteien«inen neuen Vorschlag unterbreiter, der von beiden Sellen angenommen worden ist. Danach werden die Wochenoerdienste der Handsetzer der Firma Elsuer, soweit sie unter 58 M. liegen, um eine Mark, und sowell sie über 58 M. liegen, um zwei Mark gekürzt. Die übertariflichcn Löhne der Maschinensetzer und Stereotypeure werden um 5 M. pro Woche gekürzt, die der Tief- und Rotationsdrucker un, 4,50 M., die der Korrektoren um 3 M. und die übertariflichen Löhne der Flach- drucker um 2,50 M. Die durch diese Neuregelung eventuell ent- stehenden Härten sollen ausgeglichen werden. Die neuen Löhne gelten ab 12. März bis zum 30. April d. I. Bei der„Berliner B ö r s e n z« i t u n g* waren an dem Konflikt nur die Maschinensetzer beteiligt. Zur Beilegung dieses Konflikts ist von Gewerberat Körner gleichfalls«in V c r- gleichsvorschlag gemacht worden, den beide Parteien a n- genommen habe». Dieser Vorschlag sieht für die Mafchineiiseger, die verkürzt arbeiten, einen Abbau der übertarifiichen Verdienste um 6 M. pro Woche vor und für die voll beschäftigten Maschinensetzer von 8 M. Ueber die Vereinbarungen, die bei den Finnen G r e v e („Deutsche Allgemeine Zeitung*) und„Deutsche Tage»- zeitung* getrosten worden sind, haben wir bereits berichtet. Die Firma Langenscheidt wo die Arbeit sell dem 27. Februar vollständig ruht, hat nunmehr beim Oberpräsidenten «inen Antrag auf voll ständige Stillegung ihres Druckerei- Rauchen Sie lieber eine ZigareU« weniger, aber daftfr eine Betriebes erwirkt. Cs liegt auf der Hand, daß die angebliche Un» rentabilität des Druckereibetriebes, mit der der Stillegungsamrog begründet wurde, an den Haaren herbeigezogen ist. Die Pforten dieser Druckerei werden bestimmt nicht für sehr lange Zeit geschlossen bleiben. Man will offenbar nur die streikende Belegschast und vor allem den noch im Betrieb befindlichen„unbequemen" Betriebs- rat loswerden. Die Firma Scherl hatte, nachdem ihr letzter Vorschlag, die mehr als 10 M. betragenden übertariflichen Verdienste um IS Proz. abzubauen, von der Mehrheit der Belegschaft abgelehnt worden mar, 3g Mann der Belegschaft zum 11 März gekündigt. Dieses Vorgehen wurde von 7ö1 Mann des technischen Personals mit Gegenkündlgungen beantwortet. Eine Klage der Firma beim Schiedsanrt der Berliner Buchdrucker, in der die Feststellung eines tarifwidrigen Vorgehens des Personals beantragt wurde, ist rom Schiedsamt mit Stimmengleichheit obgelehm worden. Die Firma Scherl hat daraufhin das Reichsschiedsamt angerufen. das sich gestern mit dem Konflikt bei Scherl beschäftigte. Das Schieds- amt macht folgenden Vorschlag: „Die Parteien vergleichen sich dahin: Die Kündigungen werden beiderseits zurückgenommen, um Zeit für neue Ver- gleichsverhandlungen unter Hinzuziehung eines Unparteiischen inner. halb des Hauses zu gewinnen.— Falls eine Einigung nicht zustande lammt und die Kündigungen beiderseits neu ausgesprochen werden, entscheidet das Reichsschicdsamt als frei vereinbartes Schiedsgericht über die Frage, ob die Massenkündigungen gegen tarifliche Friedens- pflicht verstoßen." Verhandlungen über den Manleliarif. Am 13. März treten in Berlin die Organisationsvertretsr der Torifparteien des Buchdruckgcwerbes zu Verhandlungen zwecks Neuregelung des Manteltarifs zusammen. Der Tarif läuft seit dem 1. April 1030 bis zum 30. April dieses Jahres. Er war durch die Vierte Notoerordnung um einen Monat verlängert worden. Das VerHandlungsziel für die Gewerkschaften liegt in der E i n- dämmung der Arbeitslosigkeit. Die Forderung der Unternehmer laufen darauf hinaus, den Arbeitern nur nach Pflichten zu lassen. Würden die Unternehmer mit ihren Forderungen durchdringen, dann wäre das ein Rückschritt um 30 Jahre. Vielleicht sorgt jedoch schon der Ausgang der Reichs- Präsidentenwahl für eine gewisse Ernüchterung auf Unternehmerseite. Gegenseitige Hilfe. Angestellten- und Lnvaltdenversicherung. Die Invalidenversicherung befindet sich bekanntlich in außergewöhnlichen Schwierigkeiten. Alle Mahnungen der Partei und der Gewerkschaften an die Reichsregierung, der Versicherung neue Einnahmequellen zu erschließen, sind bisher ungehört oerhallt. Die Invalidenversicherung verschuldet von Monat zu Monat stärker bei der Reichspost, die den Renten zur Auszahslung bringt. Die Landesoersicherungsanftalten sahen sich auch nicht mehr in der Lage, die von der Angestelltenversicherung ver- auslagten Steigerungsbeträge der Nachbarversicherung zurückzuerstatten. Der Verwaltungsrat der Angestelltenversicherung lwt deshalb in seiner Sitzung vom 8. März beschlossen, aus den Beständen der Invalidenversicherung für 34 Millionen Mark S ch a tz w e ch s e l zu übernehmen. Er hat sich weiter bereit erklärt, die rückständigen Erstattungsbeträge für Steige- rungssätzc ebenfalls, anstatt in bar. in Form von Schatzwechseln entgegenzunehmen. Insgesamt bringt dieser Beschluß für die In- vahdenversichcruiiq eine Erleichterung von 33 Millionen Mark. Da die verfügbaren Mittel der Angestelltenversicherung angesichts der krisenhaften Anspannung aufs äußerste beschränkt sind, ist der Be- schluß der Angestelltenversicherung der Ausdruck einer— im Grunde selbstverständlichen— Solidarität. Die Geldgeber Hilters sparen. Natürlich bei den Arbeitern. Essen, 10. März. Die Tarifparieien des Ruhrbergbaus hiellcn auf Veranlassung des Zechenverbandes eine Besprechung ab. Zur Verhandlung stqnd zunächst«in Antrag der Zeche Caroline, in dem verlangt wurde, �rqse Zeche solle zur Vermeidung der Stillegung von den torif- lichen Bindungen befreit werden. Die Gewerkschaftsvertreter lehnten dies ab mit der Be- gründung, duWf) die gewünßhte Lohnsenkung werde die Lage nicht geändert t>nd eine Außerkraftsetzung der tariflichen Bcstim- Die Arbeiter leiden Not. Darüber freut man sich in der KPD. Jeder einsichtige Arbeiter bedauert, daß durch die umfangreiche und longandaucrnde Krise die Gewerkschaften finanziell außer- gewöhnlich stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die tommu- nistische Presse aber kann sich in ihrer unbändigen Freude über die Rückschläge der freien Gewerkschaften nicht genug tun und legt dabei eine abgrundtiefe Gemeinheit der Gesinnung an den Tag, die von den übelsten Arbeiter- und Gewerkschostsfeinden nicht mehr überboten werden kann. .19311« Mark für die Bonzen— 1265 Mark für Streik- Unterstützung" überschreibt die„Rote Fahne" ihre Hetzepistel gegen die Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Die Mitgliederversammlungen in den einzelnen Bezirken spiegelten in ihrem Berlauf„den völligen Bankrott der sozialdemokratischen Gewerlschaftspolitik" wider. Die Kommunisten wissen sehr wohl, daß die privatkapitalistische Wirtschaft zu einer Weltwirtschaftskrise geführt Hot, der die Regie- rungen der einzelnen Länder, nicht zuletzt in Deutschland, ziemlich machtlos gegenüberstehen, eine Krise, die natürlich auch die G«- werkstchait-n hart bedrängt. Diese RGO.-Ardestersceunde zitieren, daß nach dem Jahresbericht für 1331 SO proz. aller Berliner Holzarbeiter arbeitslos waren. Inzwischen sind es 30 Proz. geworden und der Rest arbeitet verkürzt. Dies« Herunterveißer wissen, daß die arbeits- losen Mitglieder des Holzarbeiterverbandes keine Beiträg« zahlen, und berichten selber, daß im vorigen Jahre die Einnahmen der Lokalkasse um 33 504 M hinter den Ausgaben zurückgeblieben sind. Sie wissen, daß die Berliner Ortsverwaltung die von der Hauptkaise auch ausgesteuerten Verbandsmitzlieder, solange es ihr möglich war, noch weiter unterstützt hat. Die Thälmänncr wissen auch, daß eine Organisation mit 80 und 30 Proz. Arbeitslosen keine Streiks führen kann. Trotzdem glauben sie, daß es für ihre Zwecke der Zersetzung der freien Gewerkschaften dienlich sei, wenn sie der geringen Ausgabe für Streiks die Gesamtsumme der Bcrwaltungsausgabe» mit 133118 Mark gegenüberstellen, die„die Bonzen" in der Oris, Verwaltung in ihre Tasche gesteckt und verpraßt hätten. nach den üblen Beispielen der Wittdors, Leow und Konsorten in der KPD. Der Aufwand sür Agitation, die Beiträge zum Orts- ausfchuß des ADGB.. die Vergütungen iür die Beitragskassierung, die Entschädigung der Obleute, die Sitzungsgelder die «3 744 Mark für außerordenfllche Hilfe an Arbeitslose, all das haben„die Bonzen" verbraucht. Die Lolalkasie der Holzarbeiter hat im Jahre 1330 120000 Mark mehr ausgeben müssen, als sie eingenommen hat, 1331 33 304 Mark mehr und in diesem Jahre bereits 11 600 Mark mehr. Selbstverständlich ist. daß die Ortsverwaltung auch ihren Verwal- tungsapparat eingeschränkt, Funktionäre abgebaut, kurzum alles getan hat und noch tut, um die Organisation über die Krise hinweg- zubringen. Ebenso selbstverständlich, daß die Kassenoerwaltung ein- wandfrei ist, doch oll das hält die proletarische" Thäl- mannpartei nicht ab, die Organisalian in so helmlückischer weise herunterzureißen. Die Gewerkschaften legen ihren Mitgliedern über alle Einnahmen und Ausgaben Rechenschaft ab. Hat die KPD., hat die REO., haben die„E i n h e i t s v e r b S n d e" ihren Mit- gliedern jemals so genaue Rechenschast gegeben, daß auch der Außen- stehende, der Gegner, sich informieren kann? Die Herrschaften haben alle Ursache, über ihre Finanzwirtschaft nichts vsr- lauten zu lassen. Es ist weit gekommen, wenn eine Partei, die noch freigewerk- schasllich organisierte Arbeiter in ihren Reihen hat, so tief g e- funken ist. daß sie in solch schamloser weise die Notlage der Arbeiter ausschlachtet, die sich in den Zahlen der Gewerkschaften widerspiegelt. Kein Scharfmacher könnte mit größerer grinsender Genugtuung von dieser Not der Ardeiter reden, als es die Presse der KPD. tut. Jeder vernünftige, rechllich denkende Arbeiter muß ein der- artiges sinnloses und ekelhaftes Treiben der Thälmannpartei gegen die Gewerkschaften verabscheuen. mungen für die Zeche Caroline könne nur die nachteilige Wirkung auslösen, daß auch ander« Zechen diesem Beispiel folgten. Zweiter Verhandlungspunkt war die Urlaubsfrage, in bezug auf die der Schiedsspruch zum Manteltarif aus dem letzten Jahre bis März 1332 eine Neuregelung vorsah. Die Unternehmer verlangten Reduzierung des Urlaubsanspruchs auf die Hälfte der bisherigen Zeit. Die Arbestervertreter lehnten auch dies ab. Da-ine Einigung nicht erzielt werden konnte, wird vorausflchllich der Schlichter die Entscheidung treffen. Der Aachfo*ger Cooks. London, 10. März.(Eigenbericht.) Ms Nachfolger des verstorbenen Bergarbeiterführers Cook wurde mit 136 000 Stimmen gegen 132000 Stimmen Eddq Ed- w a r d s zum Sekretär des Bergarbeiterverbandes gewählt. Edwards ist 1884 geboren und war bereits mit 12 Iahren im Bergwerk tätig. OieVersorgungsbeamien in derEtfernenFroni Dem Ruf der Eisernen Front sind die republikanischen Beamten-, Angestellten- und Arbeiterkollegcn der Berliner Bersor- gungsämter in einer Zahl gefolgt, die alle Erwartungen über- traf. Genosie Falkenberg rechnete gründlich mit den Nazis ab. Er führte den Beamten, die glauben, bei den Nazis ihr Heil zu finden, in treffenden Beispielen und Ausführungen vor Augen, was ihrer— besonders als subalterne Beamte— im Dritten Reich wartet. Es wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der es heißt: Wir wisien, daß ein Sieg des Faschismus gleichbedeutend ist mit Schmälcrung und Vernichtung nicht nur der Arbeiter- und Angestellten-, sondern auch der Beamtenrechte. Darüber hinaus erwächst uns Versorgungsbediensteten, die wir täglich die Nöte und Leiden der Kriegsopfer vor Augen haben, ganz besonders die Pflicht des Kampfes gegen den zu neuen Kriegen und Morden treibenden Faschismus. Wir fordern die noch abseits stehenden Kollegen auf: „Schließt euch uns an, stellt euch mit uns in die Eiserne Front!" » Das Personal der Firma G. Gers an war zu der B«- triebsversammlung am Dienstag in den Arminhallen so zahlreich erschienen, wie sie seit Iahren nicht mehr zu einer Versammlung gekommen waren. Alle Funktionäre hatten diesmal aber auch eine besonders rührige Tätigkeit in allen Derufsgruppen entfaltet, so daß ein starker Erfolg für die Eiserne Front verzeichnet werden konnte. Berliner Gewerkschastsschule. Heute fällt die Svrechstunde der Berliner Gewerkschaftsschule auS. Tie nächste Sprechstunde findet am Montag, lt. März, statt. Achtung, neue Kurst! Am Montag, 14. März, und Tienstag, 15. März, 19 Uhr, beginnen im Sophien-Lyzeum, Weinmeisterstr. 1K— 17, neue volkswirtschaftliche Ansängerlurse der Berliner Gewerkschaftsschule. Teilnehmer zu dresen Kursen werdeil mxb aufgenommen und könne» sich auf dem ersten Kursusabend anmelden. Tie Teilnehmergebühr beträgt für 10 Unterrichts- abend 2 M., für Jugendliche 1 M.. Arbeitslose frei. si SPD.�Aug-stelltcnsraktiou. Die Genossen und Geuossinnen treffen � 0 sich zur Demonstration im Lustgarten um ISZ- Uhr Horn- Ecke Horlkstrahe.|| »�reie Gewerkschafts-Iugend Berlin Die Gruppenabende und die Sprechstunde der FSI. fallen heute aus. Wir oetelllgen uns all« am Aufmarsch per„Stsernen Achtuug! Front", der um 17>5 Uhr im Lustgarten staltfindet. Betreffs Ausmarsch- plan bitte die Presse beachten.— Der Eltern, und Werbcabcud des Gefamtve» bandes findet wie angesetzt um IStt. Udr im großen«aal des Gewerkschaft«- Hauses statt.— Die«prechstund« der FILS, ist auf Montag von 16—19 Uhr verlegt. /> Iuoendgruppe des Zentralverbandes der Anqestellten Heute, Freitag, finden folgende Beranstaltungeu statt: kW.~ MM Hof, Quergedäude 1 Tr (2. SSdweft: Zugend- ireup», Zimmer o). Tages. und öerlagsgesellschaft m. b. H., Eeschäftsstunden: 20—22 Uhr im Zugendheim Ebertyftr. 12.— Die Photogruppe kommt heute um ISzz. Uhr in Zimmer 2t unseres Perbondshauses zusammen. heim Porckstr. 11 politische Rundschau.— Berliner Druckerei. Wurstwaren ff. Leberw-'urst............ ph. 0,9® Mettwurst Kesuvs-dv.Art, P14 0,85 Jagdwurst............... Hfd 0,80 Hamb. gek.Mottwurst Pfd. 1,05 Zerveiat od. Ualaml....PM 0,08 Zervelat in Kettdarm...... Pfd. 1,20 Fleischwurst............. Pfd. 0,68 Fetter Speck.............. pm. 0,68 Dampfwurst............. pm.<%70 | Gekochter Schinken".nid 0>20| Käse und Fette Moikereibutter......... ph. 1,82 Allg.Stangenkese2in,P(dT. t,«2 Steinbuscher voiiiett..... pm. 0,68 Edamer u.»i............. Pfd. von 0,80 Münsterkäse voiifett..... pm. 0,86 Butterkäse.-.o»,........... Pfd. 0,00 Camembert Toii(ett,SchscbteiO,18 Margarine........... pm. von 0,32 Brctenschmalc........... Pfd. 0,42 Griebenschiyiolz...... pm< ,48 laayr.Schweitervnii.rM.v.O,OS| Koionialwaren Auszugmehl Mm.......... Pfd. 0,26 Sradien rot..........S-Pfd.Beutel 1,44 Süsse Mandeln.......... Pfd. 1,30 Sultaninen............ pm. von 0 38 Korinthen................. pm. 0,53 Kokosraspel............. P d. 0,40 Zitronat...................pm. 0,85 Orangeade............... pm. 0,90 Eierbant nudeln......... fm. 0,44 Viktoria-Erbsen....... a Pfd. 0,35 Weisse Bohnen....... 2PM.0,'3 Backobst............. p(d.vonr,S8 Kal-f. Pflaumen..... pm, von 0,24 Krümelschok.-Pu!ver pm. 0,84 Tee>oso.................. pid. von 3,84 Kaffee iri«i» sorvxot...kf d. 1,18 frali« nur Frultag u. Sonnabund. DI* Zusendurg von Lobunimltteln or- lolgt boi Boftellung von S,00 Mark an. Frische Fische In allen häuiern ouuoi Androatititmo Kabeljau gr..<>. k, l g, rtd. von 0,1 0 Seelachs gr, o. hl. l g.. pm. von 0,1 0 Merlan..................... pfd.0,16 Kabeljaufilet............ rtd. 0,18 Austernfisch ibgexot, pm-t. 0,20 Schelltisch................ pm. 0,24 Rotbars.................... pm.0,24 Leb.Spiegelkarpf. pm. v. 0,65 Zander ceimrcn. im ganzes. FM. 0,35 Grüne Heringe..... spm. 0,29 Räucherwaren Bücklinge.................. pw �,20 Stückenflundern..... ph 0,32 Schellfisch................ pm.0,28 Sselachs.................. Pfi 0,16 Sprotten................. ph.0,18 Sardinen.............. 4 vo«-» 0,88 Senfgurken..... s Liter-Dose 1 ,80 Fischmarfnaden �.l-rr-v 0.40 Räucherheringo....staek 0,15 jOSnse Q 55 I Tetrore i........ PH. von Vj W IWoigahühnern 55) 1»efroren........ l'id- von wjpWl SupsillnhUhnerOBa Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf»o weit Verrar. Fleiitn u. lelchl ver Werbliche Waren elnd vom Versand ausgeicbloisen. Frisches Fleisch Kalbskamm« Beilage.. ph. 0,38 Kalbskotelett..... m von 0,88 Kaibsroulade geroitt, ph. v. 0,88 Kalbsschnitzel.....ptd. von 1,14 Schweinebauch o. Big. ph. 0,62 Schweineblatt otaneBeiupfd. 0,66 Schweineschink. m.cem.ptd 0,70 Kassler mim........... rtd. von 0,7 j Schweinekamm od.e » hne Bella-...................... Pf(L"i»2 Schweinekbtelett ph. von 0,74 Schweineleber..... pm. 0,78 Schweineköpfe-»«a-i«. ph 0,36 Suppenfleisch..... ph. von 0,42 Rückenfett braifenig..... ph. C,58 Eutar......................... ph 0,23 Kalbskeule bias pfa. schwer, fran z od. rereflt. Pfd v. 0.64 Schmorfleisch ohne Knochen. Pid von 0.66 Ekbsln mit Ipl.zfcc n. A AÄ pöpfikelt,................ pfd. HERMANN UETZ Obst und Gemüse Apfelsinen.............. 3 pm. 0,44 Blutapfelsinen......... 3 ph 0,34 Amerik. Aepfel....... 3 Pfd. 0,88 Bananen.................. ptd 0,28 Rot-, Weiss- od. Wlrtiogkokl, Pfd. 0,07 Rosenkohl.......... 2 ph.« ,S5 Malta-Kartoffeln....2 Pfd. 0,38 Konserven Kal.f. Stangenspargel.... 1,08 itangenspargel sehr stark.. 1,95 Brechspargel duna........... 1,25 Jg. Erbsen(ein................. 0,98 Jg. Erbsen mftteltein.......... t ,74 Oem. Gemüse fein.......... 1, 4 Gem. Gemüse oftuifem..... 0,95 Spinat........................ 0.42 Kohlrabi In Pcheibrn. mit frUn 0,3b Jg. feine Schnittbohnen. 0 52 Span.Apiitcosen>/, i racbt. 0 6b Apfelmus...................... 0 48 Ananas in Scbeioen............ 1,10 Birnen mibr r euebi......... 0,90 Heidelbeeren............... 0,70 Weine Prelscobneßlasä0 Deutscher Wermut, Pol- iiier wein und Lrdbeerwein 1,00 Grech. Muskat. Ro.Tar- ragona, Insel Somos 1,10 30«r Rh? npf. Weis w'ein 0,68 Deutsch, m Weinbrand 4,60