BERLIN Zreltcg 11. März I9Z2 10 Pf. Nr. 120 B 60 49. Lahrgang ErscheiattSglichauKerSsaut»««. 3a|(tM Sttoitaw�atf tri.Soraärti" B»»»,«»»»!« fit tcitt!ta<|ctrn 75 Vf. pro Wo»«. 3,25 M. pro Moaal (baom 87 Vf. mcnatlidi für Bnfkann« wi Hoof) fan mraal HlOicc. V• ft b e i a« 3,97 M. rtnfchltrßllld CO Vf. Voizritopis. und 73 Vf. Veftbrflcfltcbübt». „Ibwasfa »pze«,»»»r»i«i tfc rfoftwtagr wnnattfetirfl« IS Vf. fVrflamtirUr 2.— TO Sr«ißigungn> nadi Tarif Vofischrrffoato: Borwärii- L-rlag S. m.b.H., Brrli»«r. 37 53».- Der Verla« behält flch das Recht der Adlehnao«»ich!«enebmer ilnieige»«or! R«b«ttio»»»b Srpebi«f«»: Berlin SWCS, Lubeiiftr. 3 Serisprecher- Sönbüff(A 7) 292-287. Polizei in Alarmbereitschaft Vollkommene Llrlanbssperre— Anordnung des preußischen Ministers Der„Soz. Pressedienst" meldet: Der preußische Minister des Innern hnt für die preußische Polizei ab Sonnabend 12 Uhr er» höhte Alarmbereitschaft angeordnet. Gr» leichterungen. Beurlaubungen usw. stnd verboten. Für die Laudjägerei wird Urlaubssperre vom 12. bis IS. März verhängt. Für die Polizei» und Landjägercischulcn gilt gleichfalls ab 12. März» mittags 12 Uhr. erhöht« Alarmbereitschaft. Der Erlaß ist den Polizeibehörden bereits durch Polizei-Funkspruch bekanntgegeben worden. Nazi'Feme aufgedeckt. Vekenntuisse der Führer der Sprenastoff-Kolonne. Ludwigshasen. 11. IRarz. 3m Zusammenhang mit den Meldungen über die pirmasenser Sprengstofsasfüre verSffenllichte die Ludwigshafeuer.Jirae psälzische eandesstilung" eine Meldung, wonach in Ludwigshaseu gelegentlich einer Geheimsihuag von ausgewählten SA.-Leuten ein Zemeausschuh gebildet worden sei zu dem Zweck, mißliebige führende Persönlichkeiten anderer Parteien als Geiseln fest. zunehmen bzw. zu beseitigen. Den Mitgliedern diese. Aus- schusses sei Schweigepflicht auferlegt worden, widrigeusall, sie„um die Ecke gebracht" würden. Das Gaupresseamt der 11SDAP. Pfalz bestreitet diese Behauptung und bezeichnet sie als einen Racheakt eines ausgeschlossenen früheren SA.-Mi»gliedes. verartige vorgäuge hätten sich niemal» in einer Ludwigohaseuer SA.-Vcrsammluug abgespielt Die„Reue Pfälzische Landeszeitung stellt zu dem Dementi der RSDAP. seht neuerdings fest, daß die von ihr gebrachte Meldung richtig sei. Bei der polizeilichen Vernehmung hätten die SA.- Aührer Schleicher» und Vogel zugegeben, daß die-r- wähnte Slhuug stattgesuaden habe. Die ganze Angelegenheit sei bereit» dem Reichsgerich» in Leipzig zugeleitet, von wo auch die weiteren Untersuchungen durchgeführt würden. Auf des Vaters Spuren. Auwi als Wahlredner für Hitler. Der Vater hat sich gerne reden hören, sei es nun bei der Hunnenrede in Bremerhaven, sei es von der Kanzel oder von der Rednertribüne vor den Kruppschen Arbeitern. Auwi, der Sohn, eifert ihm nach, er hält jetzt Wahlreden für Hitler— im Stile des Vaters. Zur Erheiterung unserer Leser und um ihnen zu zeigen, wie es im Kopfe eines Hoßenzollernsprößlings aussieht, geben wir einige Redeblüten des Herrn August Wilhelm, Prinz von Preußen, wieder. Er sprach in Potsdam: „In dieser Stadt trete ich zum erstenmal vor ein erstaun- tes Publikum. Ich komme in einer sehr schweren und ernsten Stunde zu Ihnen. Wenn wir jetzt nicht durchkommen, dann geht es uns schlecht." T* „Warum hat denn Hitler in seinem Braunen Haus, in seinem Zimmer nur ein Bild zu hängen, und zwar das Bild Friedrichs des Großen» Weil er genau wie dieser große König das Preußentum wieder hochbringen will. Sollen wir uns nicht dankbar erweisen? Wenn ich dies alles kapiert habe wo man doch allgemein sagt wir Prinzen sind in einer dünnen Luft erzogen worden, so müßten Sie es eigentlich auch verstehen." * „Unser Feld marscholl, der aus seinem Haus« Schwarzweißrot auszog um der Fahne Schwarzrotgold zu folgen, der sitzt jetzt sest Das Gold ist nach Frankreich gewandert und die Fahne Rotlchwrrz ist geblieben. Wir haben Dich vor sieben Iahren trotz vieler Hinder- nisic zum Reichspräsidenten gewählt und Du hast uns die Treue gebrochen. Jetzt können wir nicht mehr zu Dir halten. Ich habe meine Heimat in dieser Idee gesunden Wie oft habe ich bei nächtlichem Mondenschcindortoben oorSanssoucl gestanden und mich gefragt: Handelst Du richtig, tust Du recht?" Der Herr Auwi hat bei nächtlichem Mondenschein oben vor Sanssouci die Methoden naziotiscker Verleumdung an- gelwmmen; denn in dieser Potsdamer Rede führte er aus: Oer Rrrrevolutionär? „tlnd nun werde ich mal zeigen, wie ein unentwegter Revolotionär... sich selbst in die Lust sprengt!" Bei den Beratungen über den Hoover-Plan erhielten wir über Amerika und England die Nachricht, daß Frankreich, ehe überhaupt in die Verhandlungen eingetreten werde, di« Bedingung stelle, daß Hitler ausgewiesen werde." Das ist ganz einfach ein Wahlschwindel! Herr Auwi ist aber nicht nur auf Hindenburg, sondern auch auf Hugenberg böse. In Magdeburg redete er: „Ehrlich wäre es gewesen, wenn Hugenberg sind selber als Kandidat aufgestellt hätte. Daß er es nicht getan habe, könne man vielleicht aus dem Spitznamen erklären, den er in seiner eigenen Partei habe. Sie nennen ihn nämlich den Silberfuchs." Sieh, sieh, das ist ganz interesiant: Hugenberg der Silberfuchsl Soll das heißen: ein Fuchs, der obendrein noch die Silbertaler hat? Was werden die Brüder Friedrich Wilhelm und Oskar dazu sagen, die beim Silberfuchs Dienst tun? Aber das hat er wieder vom Bater. Der ist auch schon beim Reden in sämtliche Fettnäpfchen getreten! Kein Aufschub der Landtagswahlen. Eine Erklärung Hindenburgs. Auf Anfragen hat der Reichspräsident folgende Erklärung veröffentlichen lasten: Die Behauptung, daß ich die Absicht hätte, die Landtags- wählen in Preußen und anderen Ändern durch Notverordnung hinauszuschieben, ist eine dreist« Wahllüge. Als Hüter der Verfasiung und als über dem Kamps der Parteien stehendes Reichs- oberhaupt ist es für mich eine selbstverständliche Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß die Wahlen zu den gesetzmäßigen Terminen statt- finden. von Hindenburg. Im Anschluß an diese Kundgebung des Reichspräsidenten wird von der preußischen Staatsregierung daraus hinge- wiesen, daß sie berests vor drei Tagen als Auslagenachricht über sämlliche preußischen Sender amtlich hat mitteilen lasten, daß die Gerüchte, nach einem Wahlsiege des jetzigen Reichspräsidenten von Hindenburg würde eine Berfchiebung der Preußenwahlen in Frage kommen, auf Unwahrheit beruhen. Keine verantwort- liche Stelle in Preußen denke daran, oder habe jemals daran gedacht die Preugenwahlen zu verschiebe».____ Flaute bei Hitlers. Die Hessen haben einstweilen genug. Frankfurt a. ITC.. 11. März.(Eigenbericht.) Im hessischen Bezirk Startenburg haben in den letzten Tagen sechs außerordentlich schlecht besuchte öffentliche N a z i v e r sammlungen stattgefunden. In Neu-Isenburg, wo die Nazis erst vor kurzem mit kommunistischer Hilf« einen Wahlsieg erringen konnten, waren in einem Saal, der 1500 Menschen faßt nur knapp 250 Personen anwesend. Eine Naziversammlung in Bürgel bei Offenbach mußte ausfallen, da nur 8 Per- s o n e n erschienen waren. Auch eine Versammlung in Sprendlingen war nur von etwa 30 Einheimischen besucht. Dasselbe ist von Ber- sammlungen in den größeren Orten Egelsbach, Langen und Drei- eichenhain zu berichten. Bemerkenswert waren die Ausführungen des Verfammlungs- leiters der Naziversammlung in Sprendlingen. Dieser teilte mit, daß am Sonntag, dem 13. März, Punkt 12 Uhr nachts, die Eni- scheidung fallen würde. Bis zu dieser Stunde habe Hiller die Repu- blik in seiner Hand. Die Eiserne Front werde dann wohl den Generalstreik proklamieren, aber sie komme zu spät, denn 2 Minuten nach 12 Uhr seien bereits alle lebenswichtigen Betriebe, Rathaus, Post, Eisenbahn, durch SA.-Mannschoften besetzt! Die Großspurig- lest haben sich die Herrschasten also noch nicht abgewöhnt Wahlreden im Rundfunk. Wie bereite mitgeteilt, spricht Reichskanzler Dr. Brüning heute abend von 8.15 bis g Uhr. Dadurch ändert sich das Programm wie folgt: Das Konzert des Sinfonieorchesters der Schutzpolizei Berlin fällt aus— Die Ansprache des Reichspräsiden- ten von Hindenburg an das deutsche Volk, die gestern auf Schall- platten aufgenommen wurde, wird Sonnabend um 20 Uhr zum zweiten Male übertragen. Vom Harzburger Kriegsschauplatz. Prinzen in der Retourkutsche/ Nicht Gegner, sondern Feinde D u e st e r b e r g hat neulich den Nazis die Prinzen und Exzellenzen vorgeworfen, die bei ihnen herumwimmeln. Prompt ant- wortet Reventlow im„Reichswart", beim Stahlhelm gäbe es der Prinzen sogar Stücker drei, von Fürsten und Exzellenzen gar nicht zu reden S t e p h a n i, heißt es weiter, habe den Nazis, indem«r sie als„römisch" bezeichnete,„die deutsche Gesinnung ab- gesprochen" Hier zeigte sich, daß Stahlhelm und Deutschnationoie nicht nur politische Gegner seien, sondern Feinde. Man sieht, in der Harzburger Front ist die richtige Brüderlich- keit ausgebrochen. Nur immer auf die Köpfe! Schade um jeden Schlag, der daneben geht! Vergnügte Idioten! Wer Reichspräsident wird, kümmert sie nicht. Die konmmnistische Zeitung„Berlin am Morgen" leistet sich in einer Betrachtung der gestrigen Thälmann-Dersammlung folgendes: Hier in dem bis zum Ueberquellen gefüllten Sportpalaü konnte man sehen, daß es den Berliner Arbeitern bewußt ist: e» geh» nicht um die Frage, wer auf dem Präsidentenstuhl der deutschen Lürgerrepnclik sihea wird, sondern um di« Mobilisio rung zum großen entscheidenden Kampf, desien Etappe die Präsidentenwohl ist Hier ist das klar« Geständnis, daß die Kommunisten gar nicht daran denken. Herrn Hitler beim Besteigen des Präsidenten- stuhls auch nur die geringsten Schwietigkeiten zu bereiten.„Wer auf dem Präsidentenstuhl der deutschen Bürgerrepublik sitzt" dos läßt sie vollkommen kalt Wenn erst einmal der Faschismus regiert, wenn sich die KPD. in alle Löcher verkrochen haben wird, daß auch keine Schwanzspitze mehr sichtbar ist, dann beginnt— wer'» glaubt, zahlt einen Taler!—„der groß« entscheidend« Kamps". Was bis dahin passiert, kümmert die guten Leutchen nicht. Es gibt eine alte Operette, in der ein Chor vergnügter Idioten immer wieder den Kehrreim singt: Was geht das uns an? Das geht uns gar nichts an! Das ist auf jeden Fall Uns tuttegall Den Kommunisten sei empfohlen, an Stelle der Internotionale diesen Schlußgesaug«inzuführen. Text und Noten werden geru zur Verfügung gestellt Beamte für Hindenburg. Aufruf der Sozialen Arbeitsgemeinschaft. DI- Soziale Arbeitsgemeinschaft Deutscher Beamtenverbände im Deutschen Beamtenbund hat. gemeinsam mit der Reichsgewerkschaft deutscher Polizeibeomten und dem Berband preußischer Polizei. beamten lSchrader-Verband). einen Aufruf zur Präst» dentenwahl erlassen, der alle Beamten auffordert, für chindenburg zu stimmen. Weitere Aufrufe für Hkndenburg. Der Bundesvorsitzende des Retchsbundes Deutscher Mieter e. V., gritz Dzieyk. erläßt einen Ausruf, gegen Hitler für Hind«nt»urg zu stimmen. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten tritt für die Wahl Hindenburgs ein. Legalität bei Hitler. Vit gemeinste Mordhetze als Wahlpropaoanda. Das„Fränkische Volksblatt" in Würzburg berichtet über ein« in Burkardrot stattgesundenc N a z i v e r s a m m I g, in der sich der Redner Meinhard eine unglaubliche Roheit leisten durfte. ohne von dem anwesenden Bezirksamtmann C r a m e r zurecht- gewiesen zu werden. Nach einem wüsten Geschimpfe auf die Juden kam folgende gemeine Aufreizung zur Gewalttat: �„Wenn wir am Ruder stnd, dann bekommen die Herren einen Spaten in die Hand gedrückt, damit können sie ein Loch ich auf-ln. lang oder breit oder tief, je nachdem, ob ste stch hineinsetzen,-legen oder-stellen wollen, dann geht einer von uns hin, nimmt den Spaten, schlägt ihm auf den Kops, aber so, daß derselbe in der Mitte auselnanderfährt, kommt dann ins Loch, Erde drauf, fertig, Schluß! Der nächste, bitter Wenn so etwas gesagt werden darf, ohne daß der Redner sosort in eine Gummizelle oder an einen anderen sicheren Ort gebracht wird, dann darf man sich nicht mehr darüber wundern, daß ein Roh» ling den andern überbietet. Ausgerechnei die Aazis! Der Nazi-„Angrifs" Nr. 47 vom 7. März berichtete über ein« Kundgebung in Berlin-Mitte: Dann wurde das große Filmwerk„Andreas Hoser" gezeigt, oon dem gigantischen Heldenkamps der Tiroler um ihre Heimat, um Haus und Hof, uni Weib und Kind. Andreas Hosers Wahl- sprach paßt auch auf die heutige Zelt:„Lieber tirolisch sterben— als dem Unterdrücker zu dienen." Ein Held aus dem Volke, ein Kämpfer für Recht und Freiheit. Im November!8ld Hindenburgs mit der schlichten Unterschrift„Deutsch- lands Held des Friedens" und«in weiteres Bild Hillers mit der Unterschrift„Ein Windbeutel mit einem Zahnbürstenschnurrbart, de? Mussolini nachzuäffen pflegt". Der Artikel gibt die gegenwärtige Situation in einer Klarheit an, wie sie zu erkenne» jedem Deutschen in seinem und im Interesse Europa» nur zu wünschen wäre. Er besagt in seinen Hauptpunkten in Uebersetzung folgendes: „Mnf Kandidaten stehen sich im Felde gegenüber: ernsthaft kommen jedoch nur Hindenburg und Hitler in Betracht. Wenn Hindenburg siegt, kann der völlig verwickelt« Faden der europäischen Geschicke noch einmal gelöst werden. Seine Wiederwahl würde der Welt zeigen, daß in Deutschland noch Verstand und Vernunft vorhanden sind, und sie könnt« den ent- scheidenden Einfluß auf die bevorstehenden französischen Wahlen ausüben und so einen Wechsel in der europäischen Politik herbeiführen. Wenn aber Hitler siegt, wird der ganze politische Horizont im Augenblick auf das stärkste verdunkelt werden." „Ich halte", so sagt der englische Artikelschreiber welter,„Hitlers Wahl für ausgeschlossen." Erfolgreiche Razzia im Nazi-Lokal. (160 Personen festgenommen.) In der vergangenen Nacht wurden in den verschiedenen Stadt- teilen rund 180 Personen, zum weitaus größten Teil Kam- munlsten und Nationalsozialisten, die sich in Schnner- und Malkolonnen betätigten, von der Polizei festgenommen. Zahl- reiche verbotene Flugblätter wurden beschlagnahmt. Ein großer Teil der Festgenommenen, die sämtlich der politischen Polizei übergeben wurden, dürften vom Schnellgericht abgeurteilt werden. Jn der Chodowieckistraße wurde ein Naziverk« hg; s» lokal von Pollzetbeamten besetzt, da man in Erfahrung gebracht hatte, daß sich dort der Ausgangspunkt zur Vernichtung der Hinden- burgtransparente befinden sollte Die Polizei hatte Mitteilung er- Halten, daß dl« Hakenlreuzler in verschiedenen Kolonnen die Transparent« herunterbrennen wollten. Die erhöht« Wachsamkett der Polizeipatrouillen und Streifen ließ es jedoch tn keinem Falls zu den beabsichtigten„Attentaten" kommen. Bei der Durchsuchung des Lokals wurde allerding» keinerlei Brandstiftung� Material gefunden, dagegen entdeckten die Beamten auf dem Fuß- bodsn drei geladen« Mehrladspistolen und 20 Pa- troneu, die verstreut umherlagen. DI« Besitzer der Waffen hatten sich Ihrer Mordinstruinente rechtzeitig entledigen können. Da dl« Pistolen niemand von den 41 im Lokal anwesenden Httlergardiften als fein Eigentum anerkennen wollte, wurde die ganze Horde auf ein Lastauw geladen und ins Polizeipräsidium transportiert. In der Skalitzer Straße Ecke Elisabethufer gerieten in der Nacht Kommuni st en unh Nazi» in eine schwer« Schlägerei. Auf beiden Seiten gab e« eine Reche von Ber-! legten. Die Hakenkreuzler schafften ihre Verwundeten tn da» sog. SA.-.Lazarett" in der Därwaldsttaße, so daß die alarmierte Polizei am Kampfplatz niemand mehr antraf.| Mordfaschismus in Japan „Oer Bund des Todes" London, ll. März. Li« heutige„Times" bringt interessante Enthüllungen ihres Berichterstatters in Tokio über die Hintergründe der jünasten politischen Morde in Japan. Sie berichtet, daß die japanischen Behörden aus die Spuren einer geheimnisvollen Organisation gekommen seien, die sich „Sund des Todes" nenn«. Diesem politischen Geheimbund haben die beiden Mörder des ehemaligen Fmanzministers In o u y e und des Barons T a t u m a Dan angehört, in dem. wie die japanische Polizei erklärt, un- erfahrene junge Leute dazu überredet worden seien, für die Sache der Religion und der Vaterlandsliebe politische Attentate zu begehen. Das Treiben der Bande sei jetzt durch die Aussagen eines ihrer Angehörigen namens K u r o s a w a. der sich freiwillig bei der Polizei meldete, aufgedeckt worden.— Die„Times" schreibt darüber: Der Bund des Todes erh'elt seine Waffen, einige Revolver, von dem Bruder eines buvdhistischen Priesters und einem japanischen Marineflieger namens F u j i i. Der Priester hatte anläß- lich der Londoner Konferenz den Marineflieger kennengelernt und mit Ihm, der die gleichen saschistischen Ideen hatte wie er selbst, den Grundstock zu der Organisation qeleqt. In Japan schloß sich den beiden ein Schullehrer an, der unter der länd- Ein Geflnnungsaihlet. Vom Eisernen Buch zum Hakenkreuz. Dresden. 11. März(Eigenbericht.) Der Bürgermeister Dr. Bührer, der oor«inigen Jahren auf Vorschlag der sozialdemokrattschen Fraktion aus Pforzheim nach Dresden berufen wurde, Halle vor 8 Tagen seinen Aus- Aunafttt des Eisernen Molorkorps Sonnabend. 15 Uhr. versammeln sich in der L e h r t e r Straße die Kraftwagen und Motorrader des republi- tanischen Berlins. Es gilt mtt modernen technische« Mittel» eine letzte großzügige Wahlpropaganda für die Kandidatur Hindenburgs durchzuführen. Die Autos werden GedeutmQuzen a« diese Wahl mit sich führen und au Zuschauer verteilen. tritt au» der Sozialdemokratie erklärt und ihn mit Metnungs- Verschiedenheiten über städtische Finanzfragen begründet. Kurz zuvor hatte sich Dr. Bührer noch seierlich in» Eiserne Buch eingetragen! Jetzt hat er seinen U« b e r- tritt zu den Nationalsozialisten vollzogen. Er hatte allerdings, da er sowohl nach bürgerlichem als auch nach sozial- demokratlschem Urteil gänzlich versagt bat, keine Aussicht, im nächsten Jahr wiedergewählt zu werden. Neugierige Oeuischnationale. Die deutschnationale Stadtverordnetenfrak- tion hatte gestern im Rachaus« wieder allerlei zu tun. Erst wirbelt« sie bei der Neufestsetzung der Sttabenreinigungsgebühren gehörig Swub auf, indem ste auf namentlicher Abstimmung be- Sonderausgabe des Vorwärts! Heber das Refuttat der Reichspräfldeuteuwahl wer- � heu wir unsere Abonueulen in Groß-Verl»a durch ein« Sonderausgabe des„vorwärts" am Moatagfrüh unlerrichken. Diese> wird auch bei alleu Berliner ZellungshSndlern zu habe« sei«. Elve Velleserung der Postabonneniea ist nicht möglich, da die Sonderausgabe mit vollständigen Resullaien zu dem für den Post- oersand vorgesehenen Zeltpunkt nicht fertiggestellt werden kann. i Der sonst übliche Aushang der Wahlresnllaie am Sonntagabend oder ihre Bekonnigabe durch Licht- bilder ist den Zellungsverlagen diesmal Polizei- lich nicht gestattet. Sie müssen daher unterbleiben. lichen Bevölkerung für die Organisation agitierte, während der budd- htstlsche Priester unter den Gläubigen Anhänger suchte. Fujii selbst fand bei den Kämpien um Schanghai am S. Februar d. I. den Tod. Vier Tage später erschoß einer der Mitglieder des Bundes den früheren Finanzminifter, einen Monat darauf wurde von einem anderen Angehörigen der Geheimorganisation der Baron Takuma Dan gelötet. Der Polizei ist es bisher noch nicht gelungen, die Waffen der Organisation zu finden. Im Augenblick fandet sie nach den beiden Führern ven buddhistischen Priester und dem Lehrer. Außerdem hat sie zw«' Politiker verhaftet, die einer vaterländischen Organisation angehören und dem„Bund des Todes" nahegestanden haben. Bisherige japanische Verluste bei Schanghai. London, 11. März. „Times" meldet aus Schanghai: Nach einer amtlichen Meldung weisen die japanischen Verluste in den kämpfen bei Schanghai folgende Zahlen auf: Heer 240 Tote und 1S78 Verwundete, Marine 144 Tote und 450 Verwundete, zusammen 384 Tote und2028VerVundete. Da die 11. Dwision nur geringen Ameil an den Kämpfen genommen und wenig Verluste gehabt hat, beziehen sich die obigen Zahlen auf Streikräste von ins- gesamt etwa IS 000 Mann.(Dazu kommen noch die Verluste in der Mandschurei. Red.) standen, was bei dem Stärkeverhältnis der Fraktionen völlig un- nötig war. Dann bekamen sie es mit H-ndenburg Die Wahl- Propaganda hatte es ihnen angetan Weil nämlich m vielen Straßen Berlins große Transparente mit der Beschriftung„Wählt Hindenburg" von Laternenmast zu Laternenmast gespannt wurden, wollten ste wissen, was der Magistrat dabei verdient oder zusetzt. So sehr plagte sie die Neugierde daß sie aus der Frage gleich einen Dringlichkeitsantrag machten. Die hinter Hindenburg stehenden Fraktionen waren jedoch brutal genug, der Dringlichkeit zu widersprechen und nun wüsten die ungeduldigen Duesterberger warten, bis ste an der Reihe sind. Raubüberfali in der Wohnung. Räuber bei Kapellmeister Livschakoff. In der Westendalle« 41 wurde heute mittag ein vev- wegener Raubüberfall verübt. Gegen Vill Uhr erschien tn der Wohnung des bekannten Kapellmeisters Jlja Livschakoff ein Mann. der L. dnngend zu sprechen wünscht«. Als Frau L. in das Schlaf- zimmer ging, um ihren Mann den Besucher anzumelden, drängte der F. eirde mit erhobener Pistole hinterher und veriongts die Herausga. e von Geld Angesichts der drohend auf ihn gerichteten Pistole gab Livschakoff sein« Brieftasche heraus, in ver sich ISO Mark befanden. Mit der Beute flüchte« der BNndtt. Passanten, eine Polizc istreife und das inzwischen alarmierte Ueber» fallkommando nahmen die Verfolgung des Täters auf. und es ge- lang den Berfolgern, den Räuber in dem Augenblick zu fasten, als er eil« Autodroschk« besteigen wollt« Der Banlnt ist ein mtt schwerem Zuchthau» vorbestrafter 41 Jahre älter Vertreter A 1 f r e d Gut aus der Holsteinische Straße rn Wilmersdorf. Geisteskranker plante Mord. lleberfall auf Bankdirektor vereiteit Ein sensalionever Anschlag aus den Lette? einer Berliner Großbank. der auch im politischen Leben eine Roll« spielt, wurde vom Raubdezeruai de, Berliner Polizeipräsidium, in letzter Stunde oer- cltelt. Der Atleutäier. der den Baukdireklor ermorde« «od seine Villa ia Dahlem mit Komplice« ausplündern wollte, wurde festgenommen. Vor einigen Monaten hatte sich an den Thauffeur de« Bankiers ein Mann herangemacht und ihn in ein Gespräch gezogen, in dessen Verlauf er sich nach diesem und jenem erkundigte. Der Chausseur merkt« sofort, daß er auszesragt werden sollte und wollte den Man« festnehmen lasten. Der ergriff aber die Flucht und entkam. Im Anschluß daran erhielt der Direktor in seiner Dahlemer Villa Droh- und Erpresserbries«, die er Bankdetekttoen übergab, denen es gelang, den geheimnisvollen Schreiber zu ermttteln. Bon diesem Moment an wurde er von den Detektiven dauernd unter Beobachtung gehalten. Es ereignete sich aber nichts, was sie zum Einschreiten hätte veranlassen können. Das Berliner Rcmbdszernat erhielt nunmehr in diesen Tagen Nachricht davon, daß«in großer Ueberfall aus den Bankdirektor in Dahlem geplant war. In kurzer Zeit wußte man. wer derjenige war, der das Attentat ausführen wollt«. Es war derselbe, der die Drohbriefe geschrieben datt« und er wurde in seiner Wohnung in der Alexandrinenstraße ermittelt und in» Polizeipräsidium gebracht. Es handelt sich um einen 38 Jahre alten anscheinend geisteskranken Arbeitslosen. Seine Absicht war offen- bar, mit seinen Komplicen die Dahlemer Billa zu umstellen, den Bankdirektor niederzuschießen und dann die Villa auszurauben. paoli Schwarh begnadigt. Frankreich macht ein Unrecht gut. Paris, 10. Mörz. Der Präsident der Französischen Republik hat den Cayenne- Gefangenen Paoii Schwartz begnadigt, so daß er seine Freiheit zurückerhält. Paoli Schwartz. der alt Sohn eines französischen Beomten altelsässischer Abstammung auf Korsika geboren Ist und später im deutschen Elsaß gelebt hat, wurde sowohl von Deutschland wie von Frankreich in Anspruch genommen. Im Kriege war er- deutscher Soldat. Während des Waffenstill- stand«» ist er dann von der französischen Besatzung verhastet und von einem Kriegsgericht zu lebenslänglicher Zwangs- arbeit und Deportierung verurteilt worden, weil er als Franzose gegen Frankreich Kriegsdienste geleistet hätte. Dem Gnadenatt pcrangegangen war die Entlastung Schwartz' aus dem französischen Staatsverband. Die zuständigen Konsulatsbehörden sind vom Aus- wärtigen Amt angewiesen worden. Schwartz die Rückkehr nach D« u t s ch l a,n d in jeder Weise zu erleichtern. Weiter für Berlin: Ziemlich heiter, strenger Nachtsrost.— Für Deutschland: Aufhören der Schneefälle, allgemein weitere Bewöl» tungsab nähme, nachts sehr kalt. ..Volk und Zelt", unsere illustrierte Wochenschrist, liegt der heutigen Postaustage bei. Noste warni putschisien. Oer Oberpräsident von Hannover über die Aufgaben der preußischen Schutzpolizei. Auf dem Daterloo-Plah ia Hannover marfchlerten am Mittwoch I000 polizeibcamte, zum gröhlen Teil im Stahlhelm. aus. Sie waren bewaffnet mit Karabinern und Maschinenpisloleu. außerdem waren zwei Panzerwagen aus- gefahren. Oberpräsideul Noske nahm eine Besichtigung vor und hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Der Regierungspräsident lind ich haben Sie nicht hier antreten lassen, weil wir Freude an einer Art Parade haben wollten. Dazu ist die Polizei nicht da. Außerdem sind die Tage, die wir setzt durchleben, für die Polizei zu anstrengend, als daß es gestattet wäre, «ine überflüssig« Schaustellung zu veranstalten. Ich habe die Polizei SIE MÜSSEN LESEN: Dfe neueste Massenbrosch üre. die rnm erstenmal Punkt für Punkt da» HjtJer-»Profrramm" widerlegt. Sie ist Seiten stark und nun Preis von 10 Ptennig in der Volksbudihandlong erhältlich. zum ersten Male der Bevölkerung wegen möglichst vollzählig an» treten lasten. Die Bevölkerung soll sehen, und zwar alle Teste der Venölkerung, daß in Ihnen ein Bollwerk besteht gegen die Dünsche und Bestrebungen mancher Kreise der Bevölkerung, die >ie unsinnigsten Behauptungen aufstellen. Närrische Redensarten verde» herausgeschrien, was alles nach dem nächsten Sonntag assieren würde. Einmal:..Dann beginnt mit einem Mal« für das autsch» Volt ein Reich in Glanz und Herrlichkeit', dann aber auch: Schon flüchten Leute aus Angst vor dem, was nach dem 13. März .eschehen werde.' Ich sage, es wird sich am nach st en Mon> ag und den folgenden Tagen gar nicht» gegen» der dem setzigen Zustand ändern. Dafür werden wir. � h. die Polizei und ich. in Hannover sorgen. Im übrigen Deutsch» inb wird es nicht anders sein. Um der hannoverschen Bevölkerung St zeigen, daß sie ganz ruhig jeln und sich aus Sie verlasten kann. «»halb haben wir die Polizei aufmarschleren lasten, deswegen werden Sie nachher geschlossen von diesem Platz durch die Stadt marschieren. Selbstuerständlich wisten wir. daß wünsche gehegt werden, dl« heutige Regierung zu stürzen und die verfassungsmäßigen Zu- stände über den Hausen zu rennen. Auch denjenigen, die mit solchen Gedanken und wünschen sich tragen, will ich die Hannoversche Polizei zeigen und ich sage ihnen, e» werden sich die Zustände in Preußen und veulschland nur aus geseh- llchem Wege und in einer eegaliiäl ändern, deren Form wir mitzubestimmen haben, wer es wagen sollte, vorzeitig zn vcr- suchen, auch nur nach einem Zipfel der Macht zn greisen, würde sehr schmerzliche Ersohrnugen machen. Es ist setzt viel von der Notwendigkelt rttterlichen Kampfes die Rede Dazu liefere ich heute einen Beitrag. Dar mir stehen fast 1000 stahlhart trainierte Männer, ausgerüstet mit guten Waffen. geschult für den Kamps! Aus 1000 Cewehrläufen. in die heute je>>»r ichc">en»ann. der von gewaltsamer Machtergreisung träumt, kann nicht nur geschossen werden, sondern die Kugeln trefsen auch. E, ist gut. wenn in Tagen, wie wir sie setzt durchleben, sedermann weiß, woran er ist. die Polizei, die Bürgerschaft und falls es andere Leute geben sollte, auch diese Der Hannoverschen Polizei wünsche ich von Herzen, ihr bloßes Vorhandensein möge genügen, daß von ihren Waffen kein Gebrauch gemacht werden muß' Anschließend marschierte die Schutzpolizei mit einer Kapell« an der Spitze durch die Straßen der Stadt. Sie wurde überall von der Bevölkerung herzlich begrüßt. � Warschauer Wirifchastsberatung. Ein polnischer Schachzug. Warschau. 11. März.(Eigenbericht.) Seit einigen Tagen laufen in Warschau neue deutsch-polnisch« Wtrtschaftsoerhandlungen. Ihr Ziel ist eine klein» Kontin» gentsabred«. um eine weitere Verschärfung de» nun sieben» jährigen Zollkrieges zu verhindern Es wird nun bekannt, daß Polen einen Dorlchlag unterbreitet hat. wonach all» speziellen wirtschaftlichen Kampfmaßnahmen der beiden Staaten gegeneinander ausgegeben werden sollen wodurch ohne Handelsvertrag der Zollkrieg beigelegt werden könnte um bip gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen nicht weiter zu erschweren. Diei-r Dorlchlag. der aus den ersten Blick durchaus annehmbar scheint, ist aber in Wirklichkeit nur ein ans Propaganda berechneter iaklischer Lchachzug, Die polnische Regierung hat nämlich in letzter Zell«In« so groß« Kahl von allgemeinen Einfuhrverboten und anderen Import- erschwerungen erlassen, daß sie ruhig aus die speziell gegei� Deutsch- land gerichteten Maßnahmen verzichten kann, ohne dem deutschen Partner dadurch wesentlich mehr Vorteile zu bieten Der Vorschlag dürste für Deutschland wohl nur dann praktischen Berhandlungs» wert besitzen, wenn diese Ungleichheit durch polnische A u s n a h m e- kontlngente für die deutsche Ausfuhr ausgeglichen würde, wie sie Polen auch anderen Staaten in der Zwischenzeit gewährt hat. Endlich:£ Weills„Bürgschaft" ii „Haftung der Musik als Teil der geistigen Grundhaltung einer Epoche'— dies ist das Glaubensbekenntnis des Komponisten Kurt W e i l l: kein Wunder, daß wir gerade ihm dieses Werk verdanken. das— Oper und Nicht-Oper zugleich— mehr ist als eine bloße Antithese zu Borhaickienem oder eine der vielen denkbaren Synthesen der mannigsachen Stilelemente, mit denen die neue Musik operiert. Ein Werk, das von rein musikalischen Gesichtspunkten aus gar nicht verständlich ist, das die jahrhundertealten Spielregeln befriedeten Musikantentums bewußt verletzt, um des Künstlers Kompetenzkreis unerhört zu weiten, um— vielleicht, wahricheinlich sogar auf Kosten der Kunst— dem Leben zu dienen, zumindest: anders zu dienen als bisher und ihm näher zu sein. Weill hatte mit der„Drei- groschenoper' begonnen, mit„M a h a g o n n y' fortgesetzt— dies war immer noch zur Oper auf schärfstes kontrastierendes„mu- sikalisches Theater'— mit der„Bürgschaft' ist ein Höhepunkt er- reicht: zugleich«ine Annäherung an die Oper, wenn auch nur im Formalen,«in Gleichgewichtszustand, in dem sich konstruktive und destruktive Kräfte seltsam die Waage halten, ein Kompromiß, wenn man will, das der ungebundenen Aggressivität viel von ihrem Elan nimmt, wie der Oper chren bisherigen Sinn: dafür aber ein« künst- lerisch« Bindung schafft für frei ausströmend« Krast und«Inen neuen Sinn für dies« Bindung, die Form., Wenn der Zuschauer zum„Mit- und Weiterdenten' auch im Operntlzeater gebracht werden soll, an einer Stelle also, an der er gewöhnt ist, hauptsächlich Gefühlserlebnisse zu haben, wird da» so oft schon variierte Verhältnis von Wort und Musik wieder anders als bisher und gänzlich neu gestaltet werden müsien. Alles bisherig» musikalische Theater entstand unter stillschweigenden Boraussetzungen bestimmter Zeit- und klassenbedingter gesell- schaftlicher Verhältnisse. Stehen diese soziologischen Boraus- setzungen, steht das„Ensemble der gesellschaft- lichen Aerhältnisse' jetzt selbst zur Diskusston, handelt e» sich also nicht mehr um einen Text, der die Ausgab« hat, lyrische Situationen zu erzeugen und zu verbinden oder in eine ins Iln- endliche flutende Stmphonie eingebettet zu werden, sondern um den strengen Dienst an grundsätzlichen und schicksalsschweren Problemen — dann wird Stellung und Behandlung solcher Probleme ebenso wichtig sein wie die dichterisch« Fasiung: die Musik aber wird beiden dienstbar sein müssen. Diesmal ist Kaspar Reher Weills Textdichter. Di« Fabel der..Bürgschaft' stammt von Herder: sie ist in der Parabel „Der afrikanische Rechtsspruch' enthalten und hier weiter und zu Ende gedacht. Natürliches Recht, Freihest und Freundschaft herrschen im utopischen Land« am Urb, solange aber nur. bis es der Kam- misiar der großen Mächte für diese in Besitz nimmt. Dann herrschen die Gesetze jener Mächte: die des Geldes, der Gewalt. Da gibt es keine Freiheit mehr und keine Wanschlichkeit. Bor dem grauenvollen Hintergrund von Not und Hunger, Krieg und Krankheit spielt die private Tragödie: der Freund läßt den Freund im Stich, verrät ihn, stößt ihn ins Verderben aus Angst um sein Geld, aus Sorg« um seinen Besitz: derselbe, der ohne Zaudern bürgte und half, als ihn das Geld noch nicht in seinen Krallen hatte. Hier ist eine ahn- fich nihilistische Tendenz wie in„Mahagonny': symbolische Zu- standsschilderung unserer Zeit, ohne Ausblick und Hoffnung aber und ohne Willen zur Wandlung. Da« Einzelne in unrettbarer Ab- hängigtest vom Allgemeinen, das Menschliche. dem Unmenschlichen Untertan, die ökonomischen Derhältnisse als Schicksal... Da es sich hier nicht um die individuelle Entwicklung der Per- sonen handelt, sondern um ihre Abhängigkeit vom Ueberirdividuel- len. nicht um Spiel an sich, sondern um Spiel zum Zweck der Er- kmmtnis, ergab sich für die Autoren an Stelle des üblichen Wechsels „Kaust" im Rundfunk. Aufiühntng der Berliner KunWunde. „Faust' als Rundfunksendung: da, ist«in« Aufgabe, die trotz ihrer fast unlösbaren Schwierigtest jeden deutschen Rundfunkinten- danten magisch locken muß. Was kann die Theaterbühne dem Durchschnistszuschauer vom Faustdrama geben? Di« Gretchen- trogödie. Die Funkstund« Berlin versuchte die Uebersetzung au» der Well des Auges in die des Ohres.„Mich drängts, den Grundtext auf- zuschlagen' Di« Osfenbarung blieb aus. Man legte aus, im wärt- lichen Sinn. In philologenhafter Breit« wurde das Wert entrollt. Mancher Eindruck blieb haften, mancher. Ein Ganzes war diese Aufführung nicht. Faust als Urbild des Menschen, besten Leben zwischen den Polen ewiger Besahung und ewiger Verneinung fließt, zum göttlichen Ia sich sehnend, vom teuflischen Rein immer wieder sortgerissen— ihn hätte eine künstlerisch« Tat hinstellen müssen. Statt dessen baute man gewissenhaft die Worttulissen um ihn herum auf, so gut man es eben verstand. Daß dabei die Szene in Gretchen« Stube wegfiel, war. wie nachträglich mitgeteilt wurde, aus eine plötzlich« Indisposition eine» Sprechers zurückzuführen Komisch. Wenn so was im Theater passiert? Aber auch die arte schließ« nde Szene zwischen Faust und Mephisto wurde nicht ge- sprachen. Waller Gronostay stattete das Werk mit einer Musik aus, die sich stellenweil« peinlich in den Vordergrund drängte. Für die Domszen« versuchte er eine Vision der Posaunen von Jericho zu schaffen. Iedensalls fand die Sendung infolgedessen an dieser Stelle bestimmt starken Nachhall. Im übrigen drückte sich in meiner Gegend die Hörerkritik in wildem Rückkoppelunqspfeifen aus. Friedrich K a y ß l« r, Hilde K ö r b c r. Lucio Höflich. Paul Bildt hätten es verdient gehabt. Ihre Rollen in einer künstlerisch wertvollen Astauffllhrung sprechen zu dürfen. Te». „Die große Liebe." Marmorhavs. Di» Manuskriptnerfasser berufen sich darauf, daß sie chren Film nach einer wahren Begebenheit gestaltet hoben. Mag sein. Aber dann ist das Leben— was ja vorkommt— noch verwunderlicher und unwahrscheinlicher al, die üblich« Widerspiegelung oder der Ersatz, der uns von ihm im Film geboten wird Das Badürtnis noch Wunschtraumersüllung und Befriedigung kleinbürgerlicher Sen- llmentalität ist denn doch allzu übermächtig geworden Die gute all« Kolonialwarenhändlerin schnt sich seit dem Ende des Krieges noch chrem in Rußland verschollenen Sohn. Da erscheint nach zehn Jahren das Bild eines sungen Mannes In der Zeitung, der als Un- bekannter einem Kind« da» Leben gerettet hat. Die Mutter glaubt in dem Bild« ihren Sohn wiederzuerkennen, und es gelingt ihr. ihn aufzufinden. Da er. ganz alleinstehend, ihr den Traum nicht zerstören will, geht er aus ihre Beqlückungspläne ein. Sie kaust ihm als Grundlage einer Existenz«in Auto, fälscht zu dem Zweck ihr Sparkassenbuch und führt ihm die Braut von einst wieder zu, ie Aeitoper der Städtischen Oper dramatischer und lyrischer Situationen«in episches Nebeneinander der Szenen, dessen eigentümlich starrer Charakter durch den außer- halb der eigentlichen Spielhandlung stehenden, reflektieren- den Chor noch oerstärtt wird. Das Ganze wiro weniger durch formale Bindungen sekundärer Natur als durch den reflektierenden Intellekt zusammengehalten: es fehll ein organisches Prinzip an Stelle der losen Koordination, die(wie im zweiten Akt) zu Leere und Langeweile führt, wenn die Chöre fortfallen und die Hanolung für sich zu bestehen versucht. Vieles wirkt abstrakt erdacht, kühl konstruiert, sozusagen alz großartige Montag«. Alle möglichen und diskutablen Einwände aber vermögen in keiner Weise den großen Eindruck zu zerstören, den man von dieser Zeitoper empfängt: die — trotz allem— mit Oper weniger zu tun hat als mit uns, mit unserer Zeit und unserem schweren Leben in ihr. Die Musik besteht aus 24 vollkommen selbständi» gen Nummern. Solo-, Ensemble, und Chorszenen folgen ein- ander in schönem Kontrast und kluger Abwechslung, die Finoli sind reich und regelmäßig gegliedert: die vollendete Opernsorm vermag aber mit der epischen Grundhaltung nicht zu verschmelzen, sie hat gleichsam keine Kraft, sie ist«ine artistische, durchaus nicht wesent- lich« Zutat. Die Songs— von geringerer Durchschlagskraft, von schwächerer Pointierung als sonst— sind fast ausnahmslos dem auch hier vorhandenen Halunken-Terzett anvertraut. w>« überhaupt die einzelnen Personen musikalisch charakterisiert sind. Anna Matt he s zum Beispiel singt fast ausschließlich leise lyrisch« Dinge, Anetten, Kavatinen von großem Leilrelz. Aufsallend ist Weills Cnsemble-Technik: selten, zu selten verschränken sich die Stimmen zu wirklichen Ensembles: von den Final« abgesehen, wird fast au»- nahmslos(und ermüdend) alternierend gesungen. In den Chören herrscht die oktordifche Faktur weitaus vor, ganz selten sind sie polyphon aufgelöst. Von dem kanonischen Anfang des ersten Aktes und dem fugierten Vorspiel des zweiten abgesehen, wird von der Polyphtmie so gut wie kein Gebraud) gemacht. Die tragend«, die fast olle Szenen zusammenhallendc Kraft ist der Rhythmus. das wichtigste Stilelement das einstinmiige, oft nur rhythmisch unterbaute Melos. Alle typisch Weillschen Stilelemente sind also vorhanden: über größere Formen aber zerdehnt und diesen Formen offenbar nicht ganz gewachsen. Die Aufführung war ein Triumph der Stadtoper. Es mag nicht leicht sein, diese merkwürdige Musik so plastisch zu machen, sie derart zu«nitreißenoer Wirkung zu steigern, wie S t I e d r y es vermochte: es mag wenige geben, die das Stück so zu inszenieren vermöchten, wie es C b e r t gelang, der damit seinen Macbeth-Erfolg noch übertraf,(liebe? seine Inszenierung, über Reher, pracht» volle Bühnenbilder, üler all das diesem Stück und unserer Zeit Gemäße müßte man ausführlich sprechen können!) Und wo gibt es noch eine derart fruchtbare Zusammenarbeit, wie die dieser beiden Männer? Ret»mar und Rode sangen die tragenden Rollen: Rode mit wunderbarer Kultur, schauspielerisch hervorragend, klug in der Steigerung, ganz groß in der letzten Szene. R e i n m a r s Leistung um nichts geringer, auch er prachtvoll in der Maske,«her glänz- voller noch in der Stimm«. Ausgezeichnet auch Charlotte Müller. deren dunkle Stimme all das Leidersüllte, Traurig« der Anna Matthe? restlos wiederzugeben vermochte. Köstlich das Gaunertrio der Gsmbert, Gonscar und Kandl, die durch reichen Applaus belohnt wurden. In kleineren Rollen Iren« Eismger, Henk Noort, Talön unb Burgwinkel. Ruth Berglund sang mft schöner. klingender Stimme den Solo-Alt im kleinen Chor. Autoren und Darsteller wurden stürmisch gefeiert. Arnold Walter. die als Tochter eines Neureichen Luxus und gute Partie schleunigst aufgibt. Sie trfcrtnt alsbald, daß es nicht ihr früherer Bräutigam ist, aber gewinnt Gefallen an ihm und beide treffen sich In dem Plan, die gute Mutter in ihrem Glauben zu bestärken Diese ge- steht freilich selbst der Braut ihren Irrtum ein, aber sie will sich nicht mehr von dem Adoptivsohn trennen. Hans! Niese hatte chr« sympathische Person in den Dienst der Mutterliebe gestellt. Aber über alle Klippen der tlnwahrschein- lichkeit vermocht« auch sie nicht hinwegzutäuschen. Den jungen Mann gibt Allilla H ö r b i g e r schlicht und natürlich. Betty V i r d ist die Tochter des neureichen Hauses, da» der Regisseur P r e m i n g e r mit breiter Freude vorführt. In einer Episodenrolle als knurriger, aber herzlich guter Polizeikommissar hatte Hugo Thimig eines Extraerfolg.. Voran ging eine gut gemeinte Warnung zur Einigkeit unter der Devise Hindenburg. r. Die deutsche Kunstausstellung in Oslo. Eine Erklärung des Osloer Künstlerhauses. Die Direktion des Äünstlerhausez in Oslo veröffentlicht eine Mitteilung, in der es heißt, daß ein« Persönlichkeit, die sich als Per- treter deutscher Künsllerverbände bezeichne, in einem Schreiben an norwegisch« Zeitungen die letzte deutsche Kunstausstellung In Oslo angegriffen habe. Die Direktion betont, daß die Ausstellung, wie sie hier gezeigt worden ist, nach den Wünschen des Künftlerh-auses arrangiert war. Das Künstlechau» hatte die Nationalgalerie in Berlin aufgesochsrt, eine Ausstellung zu arrangieren als Dank für' die große Edvard-Munch-Ausstellung in Berlin im Jahre 1927. Vollständige Uebereinstimmung herrschte über die deutschen Künstler, die aus der Ausstellung vertreten waren. Die Ausstellung hotte großen Erfolg sowohl In Oslo wie In Bergen, und die Au«poI)I der Kunstwerks ist hier von keiner Seite kritisiert worden. Professor Stier-Somlo gestorben. Professor Friii Stier-Somlo, der Staat», und Verwaltungsrechisledrcr an der Kölner llnioersität. ist om Donnerstag an einem Herzleioen gestorben. Professor Stier- Somlo war seit 1911 als Dozent für kommunale und sozial« Der- waltung in Düsseldorf und dann in Köln tätig. Nach Gründung der Unioersliät in Köln bekleidete er eine ordentliche Professur in semem Arbeftegobiet für Staats-, Verwaltungs- und öffentliches Recht. Reuer Konflikt im Schutzverbande. Der Konflikt zwischen dem SDS. und sslner Ortegruppe Berlin, der im vergangenen Jahr« di« Oeffentlichkeit lebhaft beschäftigt hat, war bei der letzten Haupt- Versammlung des Verbandes durch einen allsemelnen Friedensschluß beigelegt worden. Die Ortsgruppe Berlin hat. wie der Hauptvor- stand mitte'lt. diesen Frieden gebrochen. Sie hat sich über die satzungsmäßigen Rechte des Hauptvorstandes hinweggesetzt und alle Bemühungen des Hauvtvorltandes zu positiver Verbandsarbeit zum Scheitern"gebracht. Der Hauptvorftand erklärt schon setzt öffent- lich, daß er die all« Ortsgruppe Berlin nicht mehr als Bestandteil des SD«, anerkennt. vsrtrSp, im Harnackhan». Freitag. B lUjr, findet im Hanuukbaus, Dahlem, ein Vortrag von Dr. Mar Dehrn über �Jocchej naturwissen« schoftlich« Denk- unb Zlrbeiitweile' statt. Beamte in der Eisernen Krönt. Kundgebung der Funttionäre des ADV. Die Funktionäre des Bezirksausschusses Berlin des A l l g e- meinen Deutschen Beamtenbundes nahmen Donners- tagabend in einer glänzend besuchten Kundgebung im Klubhaus in der Ohmstraße zu der Reichspräsidentenwahl Stellung Der Bundes- Vorsitzende des ADB., Genosie Falkenberg, durchleuchtete das sogenannte beamtenpolitische Programm der Nazis, das in Wirklichkeit ein Programm gegen die Beamten, die Ankündigung schlimmsten Parteibuchbeamtentums im Dritten Reich ist. Diejenigen Beamten, die auf Hitler schwören und zugleich von der Republik Gehalt beziehen, sind polstisch so urteilslos, daß sie nicht zu erkennen vermögen, wie sie sich selbst die Schlinge um den Hals legen. Die freigewerkschast- lichen Beamten sind sich über die Ziele des Faschismus völlig im klaren. Sie wissen, was am 13. März auf dem Spiele steht. H i n d e n b u r g ist der zur Zeit einzig mögliche Kandidat gegen den Faschismus, und deshalb stimmt auch die freigewerkschaftliche Beamtenschaft für ihn. Die von einem vorbildlichen Kampfgeist getragene Kundgebung nahm gegen zwei Stimmen folgende Eni- schließung an: Die Funktionärkonferenz ruft in letzter Stunde die Beamten auf, alles zu tun, um dem Faschismus eine vernichtende Niederlog« zu bereiten. Nur der Sieg Hindenburgs bietet die Gewähr für die Aufrechterhaltung eines Berufsbeamtentums, das den Anforde- rungen der neuen Zeit gerecht zu werden vermag. Die freigewerk- schaftliche Beamtenbewegung lehnt es ab, einer Partei ins Garn zu gehen, die dahin strebt, mit den Mitteln der Diktatur jede frei- heitliche Regung der Beamten als Staatsbürger und Beauftragte des deutschen Volkes zu unterdrücken. Die freigewerkschaftliche Beamtenschaft ist fest entschlosien, jeden Versuch, an der Verfassung zu rütteln, mit allen verfügbaren Mitteln niederzukämpfen. Es geht in diesem Kampfe nicht um Weltanschauungsfragen, sondern allein um die Abwehr von volksschädigenden Elementen. Darum kann die Parole für den 13. März nur lauten: Weder mit Hitler und seinen Trabanten! hindenburg muß siegen! RGO.-Parole. Gegen die Gewerkschasten. Käme es nur auf die Absicht an und nicht auf die Stärke sie durchzusetzen, dann hätte die KPD. mit ihrer REO. längst alle Ge- werkschaften„erobert*, die freien Gewerkschaften erschlagen. Sorgen wir dafür, daß es bei der verwerflichen Absicht bleibt! „Das Reichskomitee der RGO. hat beschlossen*— verkündet die „Rote Fahne*—:„Alle RGO.-Anhänger... werden verpflichtet, in betrieblichen und gewerkschaftlichen Versammlungen für die Arbeits- beschaffungsforderungen der KPD einzutreten.* Daß dieses Agi- tationsprogramm für die Katze ist, weih die KPD. samt ihrer RGO. Der Arbeitsbeschafsungsplan des ADGB., den der außer- ordentliche Gewerkschaftskongreß am 23. März unter- stützen wird, der dazu angetan ist, eine sofortige Milderung der Arbeitslosigkeit herbeizuführen, wird eben deshalb von diesem RGO.- Komitee als„das neue Betrugsmanöver der Gewerkschastsbüro- kratie* verunglimpft und soll„entlarvt" werden. „Die oppositionellen Gewerkschaftskollegen erzwingen die Ein- berufung von außerordentlichen Gewerkschaftsversammlungen, in denen die Wahl von oppositionellen Delegierten zum Krisenkongreß vorgenommen wird* Stopp! „Wo die Gewerkschaftsbürokratie sich weigert, solche Bersamm- lungen einzuberufen, werden die Versammlungen von der Oppo- sition selbst einberusen.* Bumbum! Dieser Beschluß des kommunistischen Reichskomitees der RGO. zeigt jedem Gewerkschaftsgenossen eines mit aller Deutlichkeit: die durch und durch gewerkschaftsfeindliche Einstellung der Thälmann- Partei und ihrer RGO., die jetzt um die Stimmen der Arbeiter für Thälmann wirbt, die indirekte Stimmabgabe für Hitler. Es gilt am Sonntag, die Gewerkschastsfeinde Hitler und Thälmann zu schlagen! Wie die Thälmann-presse lügt. Aus dem Ruhrgebiet wird uns berichtet: Das„Ruhr-Echo* vom 2. März brachte einen Artikel mit den Ueberschriften: „Erfolgreiche Betriebsteil-Aktion*. Kokerei. arbeiter von Königsborn Z/4 erzwingen Arbeilszeitherabseßuug bei Lohnausgleich." Der Lohn, der bisher für neun Stunden gezahlt wurde, soll angeblich für acht Stunden gezahlt werden. Der Betriebsausschutz von Königsborn 3/4, über diesen„Er- folg* befragt, teilt mit, daß leider außer der komunistifchenw INaternprcsse kein INeusch aus Köuigsboru 3/4 von einer derartigen Aktion etwas weiß! Alles, was in der Notiz geschrieben ist, hat sich ein„Arbeiterkorrespondent* aus den Fingern ge- sogen. Erfunden ist auch, was der„Grubenarbeiter*(Fcbruor-Nr. 4), Organ der RGO., erzählt: „Reformistische? Betriebsrat und Bezirksleitung des Berg. arbeiterverbandes fordern 25 Proz. Lohnabbau." Man weiß nicht, worüber man mehr staunen soll, über die Dreistigkeit, mit der die KPD.-Presse ihre Leser belügt, die Leser, denen man solche Lüge bieten kann, die für Moskau präpariert sind. Daß die KPD. und ihre RGO. sich Erfolge andichten, ist nicht neu. Für Moskau gebrauchen sie solche„Erfolge* und präparieren sie. Wenn min die vorstehenden Schwlndelaachrichien den Rahmen der gewöhnlichen Ersolgsnachrichten weit überschreiten, so hängt dies mit der Wahlagitation der KPD. sür Thälmann zu- fanrmen. Eine derart verlogene Agitation, wie die KPD. sie treibt, im Endeffekt sür Hitler, wird bei der Arbeiterschaft, die dos Treiben durchschaut, den Entschluß nur bestärken, gegen Hitler und da- mit auch gegen Thälmann zu stimmen, sür hindenburg, sür Sauberkeit der politischen Agitation, für die Republik! Jl. A.&riedländer: 3)er Wille sur Vlachl In einer kleinen Schrift„Der Wille zur Macht und die Macht des Willens"(Ferdinand Enke Verlag. Stutt- gart, 1931, 44 Seiten, IM Mark) versucht Professor A. A. F r i e d> l ä n d e r vom Standpunkt des Masienpsychologi« und der Philo- sophie aus die gegenwärtige Weltlage zu erfassen. Die Schrift ist überladen mit einer Unzahl Zitate aus den verschiedensten Ge- bieten, die wenig oder nichts beweisen. Friedländer stellt fest, es fehle der heutigen Zeit an wahrer Menschenliebe und an einem auf das Gute gerichteten starten Willen. Diese Feststellung ist nicht gerade neu. Es kommt nicht darauf an, solche allgemeinen Fest- stellungen zu treffen, sondern gangbare Wege aufzuzeigen und Schritte zu unternehmen, die eine Besserung herbeiführen. Hierzu sagt aber Fricdländer gar nichts. Seine Ausführungen bleiben in blassen Allgemeinheiten und Unklarheiten stecken. So kommt es zu grotesken Widersprüchen: Friedländer klagt die Zeit an, weil sie das Selbstbestimmungsrecht der Völker mißachte, well die na- tionalen Minderheiten unterdrückt werden. Wer denkt dabei nicht an die Behandlung der Deutschen Tirols durch Mussolini? Man sollte erwarten, daß Friedländer gegen die faschistische Unter- drückung der Frecheit Front macht. Aber weit gefehltl Mussolini ist für Friedländer das unerreichte Idealbild des Politiker«. Er hofft, daß Mussolini der Tugend der Gerechtigkeit zum Siege ver- helfe. Er hält es für möglich, daß ausgerechnet Mussolini dazu bestimmt ist, die Welt„über die Unfruchtbarkeit des Hasses, der Furcht vor dem Nachbar, des eitle» Machtstrebens* zu belehren? Durch diese Unklarheit in der Grundhaltung verliert auch die Kritik ihren Wert, die Friedländer cm der Gegenwart übt. Di« Mängel der heutigen Zeit sind sehr bekannt, aber was nun praktisch zu tun ist, das ist die Frage. Die Darlegungen von Fricdländer bringen keine Klärung. Dr. 5. W einberg. «ttattlmotH. für die«ebattion:»ich.«ttnfUin, Berlin: Anzeigen:«4. Sucht, Berlin Berlag: Vorwärts Verlag©. in. b. H. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Berlagsanstalt Paul Singer jr So., Berlin sW KS, Lindeustr. S. Hierzu 1 Beilage. PROGRAMM tQr die Zeit vom 11. bis 14. Marz KIMO-TAPEl I'-Jir7] Potsdamer Straße 38 Rasputin(Der Dämon der Frauen) mit Conrad Veldt W. 5, 7, 9 Uhr S. S, 5, 7. 9 Uhr Rheinstraße 14 Holzapfel weiß alles mit Fei. Hrossart. Oretl Theimcr W. 5. 7. S Uhr S. S, 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 7S Unter falscher Flasrsre mit Chart. Snsa, G. Fröhlich W. S. 7. 9 Uhr S. S, 5, 7, D Uhr Tarmstraße 12 Raspnttn(Der Dämon der Frauen) mit Conrad Veldt W. 5, 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 IPuH.agc) (Tnter falscber Flagrze mit Charl. diusa, G. Fröblich Den ganzen Tag gcbUnct! || Die Kamera Tagl.: 3, 5, 7 und 9 Uhr Großes Komikerprogramni: Wasser bat Balken mit Basier Keaton — Pllgrim mit Charlie Chaplin — Mädchen für alles mit Harald Lloyd— Uraufführung: Prof. Moholy-Nag-y: Impressionen ans Marseilles u konsti. Lichtsp Sonntag, d. 13 d.' M., 11.30 U. vorm.: Matinee: Das Kind and die Welt ■ M Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Marcaretenstr. UrauCfäbrung! Fat und Fataehou in Knall and Fall W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr S. 3 15. 5.15. 7.15. 9.50 Uhr Fftr Jugendliche freigegeben! c Frindrlchstadt Franziskaner Georaenstraße(Ecke Friedrichslraße) � 11.30 2. 4.30 7 n. 9 Uhr Vorek mit Werner Kranes, RndoK Farster, Grete Moahelm n. a. Im Vorprogramm; (Tta-Kabarett und Daa gehelninlaToIIe Schiff Zähringen Sfeueate Wochen- Rlld-Reportaga Moabit J„ Lnf Wochent«b 6 Uhr Artasnor 5ouniags ab 5 Ubr Perlebemcr Mr 29 Der Hauptmann ▼. KSpenlck mu Jla* Adalbert— Walzer Im bchlafcnopä mit le. Englisch— Tonweeba Welt-Kino Woch. 6.45, 9 U. Sonnt. 5, 7, 9 U Alt'Moabit 99. Die verliebte Firma mit Gnst. Fröhlich, Ei Verfebos, Anny Ablers•— Tön, Belprogr.— Emelkaton woche U Charlottenburg D Kant Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) 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B. de Mille — Tonfllmbolprogramm �___S_chönaberg��J Titania Schöneberg Hauptstr 49 W 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr GroßtonfUm: Baspntln mit Con rad Veldt— Tonfllmbciprosr. — Tonwoehe Mercedes-Palast s�'a'u. Hermannstr 213 A /A/rmAvo Wocb b. 7. 9 Uhr Ainamora sonm s. 5.■>.» rhr Hauptstr. 30- Variete, Tonfilm Die nackte Wahrheit m. Jenny Jag», Osk. Karlweis— Bühne: Große Ausslaltangs-Revue; Drei um Dolly, 10 Büdcr Kronen- Lichtspiele Rheinstr. 65 Beg-: W. 5. Sonnt,«b 3 Ü. Mein Leopold mit H Fanisen, Fröhlich, Adalbert— Belpr. Jugendliche haben Zutritt 7a Ii Beginn tägl 5.?, 0 Uhr Zrclf stg 3 Uhr Jngendvorstell Potsdamer Str 50 Die«panische Fliege mit Fr. Scbnlz, O. Sabo LIzzi Wald müiler— Belpragrantm Ma /;"«rlendorfer W.6.30, 91T. "la-Lil Tonllehtspicle So. ab 5 U. Chaussecstr 306. 2 Tonlüme; E» wird sehen wieder besser mit Dolly Raa.— Yvonne mit Greta Garba Kurfürst stg.5.7.9biW Dortstraße 22. Ecke Berliner Straße Sonntag 3 Uhr: JucendvorstelluRg Cnter falscher Flache mit G. FrOhllch, Th. Eeos— Tonbpr. Titrn IS TSeIich 5- 7, 9 Uhr I IVO II Sig- 3 Uhr: ingcndvorsteU Berliner Str.»7. 2 Großtonfilme.: Raster Keaton spricht deutseh in Casanova wider Willen— Ehe mit beaefar. Haftong mit Charlotte Snsa Neukölln Theater am Moritzplatz Wo. 5, 7, 9 Uhr, Sonntags ab 4�6 Uhr DI© Fledcrman» mit A. Ondra — Eine Nacht Im Grand Hotel mit M. Eggcrth W £V /#••#*/*£ Am Görlitzer Bahnhof riimeCR w ab 6�. stga. ab 3 Tonfilmschwank: Der schönste Mann im Staate mit Siesrfried Arno, Ilafiro Fischer-Köpp© Auf der Bühne: Hugo Fiseher-Köppo Jugendliche haben Zutritt! Nordosten Luisen-Theater Reichen berger Str. S4. GroßtonfUm: Baspatin mit Conr. Veldt, Charl. Ander Femer: Tonfilmoperette Opem- redonte(Frauen in Gefahr) mit Liane Haid, Georg: Alexander Drei, die nieht ontergrohen (3 ▼. d. Stempelstelle) mit Kafnpers — Bühne: Erich Bahn m. Partnern(Jiu-Jil5n) Primus-Palast sLH�su: Am Hermannplatz ürtaustr 72/76 IFiemandaland(Frieden u. Völker- Versöhnung)— Die Ehe(v.d.Velde) ftnhnh Wochen!. 6.30, 9 Uhr n-URUR Sountgs 3. 5. 7. 9 U. Kollbusser Damm 92 Es wird schon wieder besser mit Dolly Haas, Rühmann— Der Held von Kalifornien Jugendliche haben Zutritt! £•-/*,,_ Woch!«JO, 9 Uhr CJCCeiSlOT Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Kaiser-Friedrich-Slraße 191 2 Tonfilme; Scheffdr Antoinotto mit Chart. Ander— Der Sera BenaAncer Stern, Hermannstraße 49 WochL 6�0. 9 U.. Stg. 3.30. 6.30. 9 U. Tonluslspicl: Fräulein, falsch verbunden!— I Std. Variete — Stern-Orchester Film-Palast Kammersäle TeltowerStr 1 W nbSVt.So ab3)tU 2 Tonfilme; Vachlkolonne mit O. Tschechow»— Ein Auto u. kein Geld mit V, Kern, Stella-Palast Köpcnickcr Straße 12—14 Drei tob der Stempelstelle (Drei gehen nicht unter) Xccer Tonfilm mit Fr. Kampers, Eveljn Helt Dazu 2. Bühcengasbspieh Otto Bermbach mit seiner neuen Musik-Rcme 20 Milwirkcnö« Jugendliche Zutritt Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Wochent. 5 Uhr, Stg. is3 Jng.-Vorrt. Unter falscher Flagge mit Charl. Snaa, Gast. Frühlich Graves Tonfilm- Beiprogramn. Sonnabend, V*3 Uhr; gr. Märchen- Vorstellnng: Sehnecwltchcn— Hampelmanns Tranmtahrt Nene Philharmonie Köpenicker Str 96. Tonoperette: Der Strahenskngcr mit JI. Chevalier— Tonbcfpr. — Tonwoehe— Bühnen sc hau Lichtspielhaus v;sm luh? Baumschulen� 78 Stg ZU: Jug V. 2 TonJjlmc: En Befehl. Herr t'n- terofflzicr. mit U. A. Roberts, F.mmy Storm— Ein aasgekochter Junge mit S. Arno Treptow-Sternwarte Sonnabend 8, SdPntag 4, 6. 8 Uhr: ...den schickt er in die ncite WelG Eis Weltreise film r/,'* Prenzlauer „Llysium Allee 56 Beginn: 7 Werkt. 5 Uhr, Sonnt.»Uhr- Wegen Riesenerfolg verlängert: Holzapfel welli alles mit Fei. Bressart— Entfesselt. Afrika. Expcdilionstonfilm— Emelkatonw■ Flora-Lichtspiele Tägl. 5. 7, 9 Uhr, Sonnt, ab 3 Uhr Cnter falscher Plagge mit Charlotte Susa, Gustav Frühlich— Tonbeiprogramm ■ 0*teH> Germania-Palast Frankfurter Allee Sit Raspntln (Der Dämon der Frauen) mit Conrad Veldt Tonbelprogramm Auf der Bühne: 15 Bramlnatfa, russisches Ballett ■nd Balalaika. Orchester Sonnabend, 3 Uhr: Gr. Kinder-Vorst.; Schneewittchen Luna-Palast'Sunt abSUhr Gr Frankfurter Str 121 Tonwoehe 2 Großtonfilro«: Cnter folseher Flagge m. Ch. Snsa. Fröhlich — Mein Freund, der Jfllllonär Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 W 5, 7, ca 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Tonoperette: Viktoria und Ihr Hnaar mit Michael Bohnen'— Tonbelprogramm— Tonwoche Bühne; Gnstl Beer in seinem Sketch: Da* Geschenk__ Welüense« IT- Wochent. 7 s•. Harmonie sonnt, s,?.». Langbanaslr. 23 üj 2 Tonfilme: Marys Start In e- Ehe m Jenny Jago, 11. Thlralg — Bobhy gebt los m. U, Fiel Kino Busch B&ni?« u£ All-Fri©drlchsfcldc 3 Ronny mit W. Frltseh, K- von yaß}\ Wallburg— Tonwoehe — Tonkabarett ■ Wortfnn W Alhamhra ��eÄ56- W 5, 7. 9 Uhr Stg. 3. 5. 7, 9 Ch» Holzapfel weiß alles mit Fei. Bressart. Gretl Thelmer— Tonbelprogramm Viktoria-Theater s�TÄlu5 Frankfurter Allee 48 Der große Tonfilm der Komiker: Gesangverein Sorgenfrei mit B. A. Roberto Frankenburg Bühäo Gr Frankfurier Str 74 W 5. 7. 0 D S 3 ü.: Jugendvorsl Der verjüngte Adolar mit Fr. Schulz, Georg Alexander— Tonwoehe— Tonkabarett— Bühne: Endw. Trantmann Babylon, am Bälowplatz W. 5 Uhr SU �30 Uhr; Jug.-V. Aussta Uungs- Revue: Hallo 1032 Anton Prof es und 12 Jazz- komödianton. F. Tachauer konferiert 30 Mitwirkende Tonfilm in deutscher Sprache: Mann über Bord mit Georgo Bancroft, William Boyd Kosmos-Lichtspiele Lücksti 70 Tägl. 5. ca. 7. 8.46 U. Toufilmlustspiel: Der Stolz der S. Kouapujfnic m II. Bübmani) Lnatifl�* Tonboiprogramm Pharas-Lichtspiele Müllerstr 142 Täglich 5, 7, f O. Unter falscher Flagge mit G. Fröhlich— Das geheimnisvolle Hans— Xene Tonwocho Ba�lckannorf-Ost, P Beba- Lichtspiele Besidenzstr 12t W 6.45 u 8.45 Uhr Stg. 5>. 7, 9 Ubr 3 Uhr lugead verst. Die ßiaeht ohne Fanse mit S. Arno, C. Horn, Adalbert — Beiprogramm ■ Pankow» Palast-Theater Breite Sir 21a 2 Großtonfilme: Lügen auf Bügen mit Otto Wallbarg— Solang* noch ein Walzer von Strauß erklingt mit Gustav Fröhlich Tivoli Wochent 7. 9 U Sbd u Sonnt 5 O Berliner Strsße 27 Yorck mit Werner Krank— Japan, China und die Man •chnrei— Jugendliche Zutritt • Team a Filmpalast Tegel Wochent b. Sonnt 4 16 ü Sonntags 2 Uhr 4 uaend Vorstellung Mädchen in Uniform Das Endo von Mar ad< Filmpalast fS � Berliner Str 50 Tongjoßlilm: Yorck mit Werner Krank, Rudolf Förster— Tonbelprogramm— JugeudL Zutritt (Beilage Freitag, 11. März 1932 LprMM $ftajaaigaße\&ftfftxs& ffiei den SEmergen Afrikas Sine Sorfchungsreife stu den Pygmäen in ffielgifch Jlongo Fast alle Gebiete und Völker des dunklen Erdteils hatten seit den Reisen G«chweinfurths und Stanley- Forscher aller Wissensgebiete besucht-, selbst die Buschmänner find wiederholt Gegen- stand tiesschürsender Untersuchungen geworden. Bor dem Iturt» Urwald und seinen scheuen Bewohnern machte aber die Wissen- schaft halt. Niemand wagte sich daran, die nomadisierenden Urwald- tobolde zu erforschen. Nachdem ich selber in erfolgreicher Erpedi- tion<1924. 2S> die Pygmäen von Malakka studiert hatte, ver- suchte ich das Wagnis, auch die Kongopygmäen der Völker- künde zu erschlichen und die Gerüchte, welch« über sie im Umlauf waren, nachzuprüfen. Obwohl die Pygmäen im cherzen Afrikas leben, sind sie durch- aus keine Neger, sondern sehr verschieden von diesen und aus den»rsten Bsick erkennbar. Sic sind von kleiner Statur, das Mittel beträgt bei Männern etwa 149. bei Frauen l33. 3 Zentimeter. Die kleinste von mir gemessene Frau, Mutter eiroes sechsjährigen Kindes, mah 118 Zentimeter. Die Hautfarbe ist lehmbraun. Pygmäen mit dunkler oder gar schwarzer Hautfarbe stellen meiner Meinung nach Kreuzungsprodukt« mit Negern dar. Den Zwergen kann ich beim besten Willen kein einnehmendes Aeuhere nachrühmen. Die Augen sind flackernd und stechend, die Nase stets breiter als lang. Ueberdies ist ihr ganze Körper stark behaart und alte Männer tragen oft Bärte wie die Zwerge in unseren Märchen. Die Zahl der Zturipygmäen schätze ich auf etwa 20 000 bis 25 000 Seelen. Das Gebiet, das sie bevölkern und als ihr Heimat- und Jagdgebiet ansehen, mag etwa halb so groß wie Deutschland sein und erstreckt sich über die ganze Urwaldgegend des Jturi und seiner Nebenflüsse. Die Pygmäer. sind Nomaden, die sich hauptsächlich von der Jagd, eßbaren Pflanzen und Früchten des Urwalds ernähren Diese Ernährungsweise bedingt naturgemäß«In stetes Umherwan» dern Beobachten wir sie z. B. im Monat Mai, zu welcher Zeit die Termiten flügge werden, die eine sehr geschätzte Nahrung un- sere? Zwerg« sind. All« Termsteichügel sind unter die verschiedenen Zwergsamiuen verteilt und sind deren Eigentum Zur Flüggezeit nun läßt sich jede Famllie in der Näh« eines solchen Hügels für einig« Tage nieder, um eine recht reiche Beute zu«rfangen. Der Flug der Ameisen findet zur Nachtzeit statt. Zuvor wird ein Blätterdach über dem Termitenhügel errichtet, so daß die heraus- fliegenden Insekten gegen das Dach stoßen und zu Boden fallen. Dann werden sie rasch in eine Grube gekehrt, heimgebracht, über Feuer geröstet und schmatzend verspeist. Natürlich wechseln die Zwerge auch bei anderen Gelegenheiten den Logerort. der Wohnsitz einer Gruppe wird eben verlegt, wenn «S die Nahrungssorge oder sonst ein Grund verlangt. Da sich aber unser« Zwerge heut« nicht mehr von wilden Urwaldprodukten allein ernähren können— sie selber bauen ja gar nichts an—, so schmarotzen sie bei den Negern. Man kann sagen, daß jede Sippe oder jeder Elan einem Negerdors angegliedert ist. Sie� leisten steine Arbeiten, bringen Waldvrodukle, Wild, und tauschen dafür die am Jturi üblich« tägliche Nahrung— Bananen— ein. Darum sind die Zwerge aber nicht gerade hörig, obwohl sie in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu den Negern stehen. Im allgemeinen mag es der Neger mit dem Zwerg auch nicht verderben und gibt ihm gern, was dieser von ihm verlangt: dennoch kommt es vor, daß sich die Pygmäen die Bananen mit Ge- malt aus den Pflanzungen der Neger holen oder gar bei Nacht stehlen. Heut« leben Neger und Pygmäen auf friedlichem Fuße miteinander: an Kriege aus alter Zeit aber erinnert man sich beider- seits noch lehr gut. Wischungen zwischen Urwaldnegern und Pyg- m 2 e n sind leine Seltenheit inehr, weil die Neger ihre Neben- frauen vielfach aus Pygmäenkreisen holen. Das hat seinen Grund hauptsächlich darin, daß die Negerfrauen der genannten Ge- biete sehr unfruchtbar sind, jene der Pygmäen aber srucht- bar. so daß die Neger aus Lieb« zur Nachkonimenschast ihre Scheu überwinden und Pygmöcmnädchen heiraten. Die Kinder aus solchen Ehen siedeln sich zum Teil beim Vater im Dorf an, manch« sedoch ziehen das Loben der Verwandten ihrer Mutter vor und zigeunern im Wold herum. Niemals kann aber ein Pygmäe eine Negerfrau heiraten: darum sind auch die Pygmäen des Urwaldinnern recht rassenrein. Die Hütte der Pyginäen ist ein aus Ruten gefwchteiter Bienen- korb, der mit Phryniumblätten, dachziegelartig bedeckt wird. Natürlich wird dies« Hütte auf bloßer Erde errichtet Durch die winzige Türöffnung schlüpfen die Fam!li«nmitgliooer ein und aus. G e- schlafen wird aus drei oder vier gespaltenen Hölzern oder auf Blättern, als Kopfkissen dient d«r Arm. Nicht selten sah ich Lager- stätten unter Wasser stehen. Wie der Hüttenbau. so ist auch das Kochen Frauenarbeit Die Pygmäen verwerden heute überall Tongeschirre, die sie von den Negern erhandeln. Da die Frauen in der Frühe des Tages mit den Kindern in den Wald ziehen, um Nahrung zu such«n. während die Männer und Knaben aus die Jagd gehen, so ist das Lager tagsüber oft wie ausgestorben. Ein oder der andere Alte bleibt vielleicht dah-im, sonst aber ist keine Menschenseel« zu sehen. Erst am Nachmittag, gegen 4 Hr. kommen zunächst die Frauen mit vollen Rückenkörben bepackt und mit Laub bekränzt heim: sogleich flackern die Lagerfeuer auf und das Gezeter der Weiber und das Schreien der Kinder hebt an. Wenig später kehren auch die Männer zurück, angetüirbigt durch das Klirren der Holzschellc die der struppige Jagdhund um den Hals trägt Das besagt, daß die nachkommenden Jäger Beute gemacht haben: andernfalls hätte man d«s Hundes Halsglocke mit Laub verstopft und so lautlos ge- macht. Hinter dem Hund stapfen dl« Männer, einer nach dem an- deren, einher, den Bogen in der Hand, die Pfeile im Köcher um den Hals gehängt. Zwischen ihnen die Knaben, die keuchend die Jagdbeute schleppen, gewöhnlich eine Antilope. Als letzter stolziert der glückliche Schütze. Die Pygmäen sind ausgezeichnete Jäger. Sie verwenden Haupt- sächlich den Bogen als Jagdwaff«. einzelne Stämme ver- giften die Pfeile, ander« nicht. Die Zwerge behaupten, daß ihre Vorfahren den Jagdbogen gar nicht gekannt hätten, so daß sie das Wild mit Bränden und knüppeln angingen. Zur Jagd zog das ganz« Loger aus, Frauen und Kinder bildeten einen weiten Bogen, während sich die Männer mit glimmenden Klötzen und Keulen bewaffnet in eine Reche stellten. Mit lautem Geschrei trieben die Weiber den Männern das Wild zu. die es mit Feuer bewarfen und mit Keulen totschlugen. Diese Art Hetzjagd wird noch heute geübt, doch hat eine kurzer Speer die Keule verdrängt. Ein mehrere l/undert Meter langes N«tz spannen die Jäger vor sich aus und lauern im Versteck auf das aufgescheuchte Wild. Aber nicht alle Pygmäen kennen die Netzjagd und auch nicht alle gebrauchen den Speer. Ein Oberhaupt nach Art der Negerdörfer findet man unter den Pygmäen nicht, es sei denn, daß die Neger«in derartiges Ober- Haupt eingesetzt haben, diesem obliegt dann aber nur, die Geschäfte des Lagers mit dem Negcrdorf zu führen. Das eigentlich« Ober- Haupt des Clans ist«in oder zwei der Aeltesten, denen auch vielfach die Einführung der Jugend in die Stammessitten ob- liegt. Einer von diesen ist auch ein« Art Medizinmann. Di« Aeltesten genießen eine gewisie Autorität in der Beilegung von Streitigkeiten, doch misch«» sie sich keineswegs in die Angelegen- heiten der einzelnen Sippen oder Familien. Bestimmte Stammessitten regeln die Ehen. Ein wildes Durcheinander der Geschlechter suchte man bei den Zwer- g«n vergebens. Die Frau heiratet gewöhnlich in«inen anderen Clan hinein, immer aber in eine andere Sippe. Für jedes Mädchen, das der Clan durch Einheirat aus einem anderen Clan gewinnt, verliert er«ins aus seiner Mitte an den ersteren Clan. Die Heirats- regel ist darum Mädchen für Mädchen oder, wie man dort jagt: Kops für Kopf. Komplikationen entstehen dann, wenn dem«inen Mädchen die«ingegangen« El>e nicht paßt und es zu seinem Clan zurückkehrt. Der geschädigte Clan fordert darauf sein Tauschmäd- chen ebenfalls zurück und der Streit ist da. Aehnlich wie bei d«n Negern ist heute auch bei den Pygmäen die Erdbestattung der Toten allgemein üblich. Früher setzte man die Leiche hockend gegen einen Baumstamm im Walde aus. Bon der Seele haben sie gar wohl eine Vorstellung, sagen sie doch, daß sie wie eine Fliege aus dem Munde emporfliegt, so daß man ihr Summen hört. Allgemein verbreitet ist der Glaube an«in höchstes Wesen, das man je nach den Stämmen mit ver- schiedenen Namen benennt: Ahnen- oder Seelenkult findet man fast gar nicht, während er bei dost umwohnenden Negern sehr stark ausgeprägt ist. Die Pygmäen sind gewiß eine lcbenssähige Rasse, innerlich gesund, von dieser Seite besteht keinerlei Gefahr ihres Aussterbens. Der Untergang droht ihnen seitens d«r Neger und der Weißen, die ihre Jagdgebiete immer mehr einengen, wodurch sie allmählich zum Verzicht auf ihr Nornadenleben gezwungen werden, was vielleicht ihr Ende bedeutet. Dr. Paul Schebesta. Schulst gegen Strände? Heue HOege der chemifchen Sorfchung Bon Zeit zu Zeit entstehen Brand katastrophen. zu deren Opfern außer vernichteten und zuweilen unersetzbaren Werten auch zahl- reiche Menschenleben gehören. Die Aelteren unter uns entsinnen sich noch recht gut des großen Brandes des Wiener Ring» theaters, bei dem Hundert« von Menschen ihr Leben einbüßten: in aller Erinnerung ist noch der Brand des Stuttgarter Schlosses und des Münchener Glaspalastes während der großen Kunstausstellung, wobei nur einmalig vorhanden« Kunst- schätze durch das verheerende Element zerstört wurden: soeben er- fahren wir von der vollstäiÄigen Vernichtung des Zittauer Theaters durch sine große Feuersbrunst. Die chemische Forschung ist schon fest Jahrzehnten be- müht, Vorbeugungs- und Bekämpfungsmittel gegen Brände herzu- stellen, und das ist ihr auch durch eine ganze Reihe von Imprü- gnierungsfalzen gelungen. Es handelt sich dabei um Alaun, Borax, die verschiedensten Metall- und Ammonium- salze. Dach haben alle diese Mittel keine weitgehende Anwendung gefunden, weil sie durch Verflüchtigung und Auskristallisierung nach einiger Zeit ihre Wirkung verlieren, weiche Stoffe auckz durch das Auskristallisieren hart und spröde werden. Nun ist aber seit einer Reihe von Iahren schon ein Präparat hergestellt worden, das von diesen Mängeln vollständig frei ist. Das preußische Material- prüfungsamr hat die vor fast sieben Jahren damit imprä- gnierten Stoffe alljährlich einer erneuten Prüfung unterzogen und sie stets in gleicher Weise geschützt gefunden. Der Erfinder dieses Präparates, das er„Cellon-Feuer- schütz" nennt, Dr Arthur Eichengrün, führte seine Wir- kung vor«inigen Tagen Berliner Presievcrtretern in seinen Cellon- Werkeil vor. Von den vielen überraschenden Versuchen wollen wir einige erwähnen: Ein« imprägnierte Holzkist« war mit impräg- inerter Holzwolle gefüllt: ein um sie entsachtes heftiges Feuer ver- mochte die Kiste nur zu schwärzen, der Inhalt blieb unoersehrt und sogar In der Holzwolle befindliche Paraffinkerzen waren nicht einmal angeschmolzen, während eine ganz gleich«. nicht imprägnierte Kiste in demselben Feuer vollständig verbrannt«. Das Modell einer Scheune war auf der einen Seite mit imprä- gnlertem Stroh gedeckt, auf der anderen Seit« mit nicht imprä- gniertem: die eine Seite brannte samt dem Dache vollständig nieder, die andere blieb vom Feuer gänzlich verschont. In der Hitze«nt> wickeln sich eben aus dem Präparat unbrennbare Gase, die jede Flamme ersticken und das Weiterbrennen unmöglich machen, so daß auch die heißeste Flamme die imprägnierten Stoffe nur zu langsamem Verkohlen, niemals zu schnellem Verbrennen bringen kann. Ueberaus interessant waren Modellversuche zur Nachbildung des Stuttgarter Schlohbrandes. Dort schwellen die brennbaren Stoffe zwischen Fußboden und darunter befindlicher Decke, und als die F�u«ro>e�' um den Herd der Rauchentwicklung zu ermllteln, den Fußboden anbohrte, erhielt das Feuer den nötigen Luftzug und sofort schlugen die Flammen lichterloh heraus und ergriffen mit rasender Schnelligkeit und Gewalt die darüber und darunter gelegenen brennbaren Teste. War das Holz des Fußbodens im Modell aber imprägniert, s« konnte die Flamme sich nicht entwickeln. Eine besonder« Eigenschaft des Präparates ist, daß es m der Hitze uichrennlare Gase entwickelt, die jede Flamme ersticken und das Wellerbrennen unmöglich machen. So wurde auf dem oberen Ende eines langen M e t a l l r o h r s ein starkes Holzfeuer«nt- facht, am unteren Ende wurde imprägnierte Holzwolle einer heißen Spiritusflanrme ausgesetzt, und nun konnte man durch angebrachte Glassenster die sich entwickelnden Gase ansteigen sehen, bis sie die sehr le bhafte Flamme erreichten und durch ihre erstickende Wirkung zum Vertöjchen brachten. Erstaunt muß inan fragen, warum das denn nicht geschehen ist, da das Präparat ja schon seit bald einem Jahrzehnt bekannt ist? Zum Teil ist daran die entsetzlich« Wirtschaftskrise und öffentliche Finanznot schuld, zum großen Tei� aber auch die jämmerlichen poli- tischen Verhältnisie Deutschlands,' das ja kein einheitliches Staats» wesen ist, sondern nach Eichengrüns treffendem Ausdruck«ein Konglomerat von Ländern", deren jedes selbständig entscheiden und prüfen will. Während z. B. die preußischen Behörden infolg« der Gutachten seiner technischen Deputation, seines Material- prüfungsamts, seines Feuerwehrbeirats der Angelegenheit möglichste Förderung angod«ihen lassen— so sind das Berliner staat- liche Opernhaus und«ine Reihe anderer öffentlicher Gebäude schon seit Jahren mit Cellon-Feu«rschutz versehen—, wollen andere deutsche Staaten erst wieder Prüfungen durch eigen« Behörden anstellen, ehe sie der Angelegenheit nähertreten, und in- zwischen haben wir ja einige der schlimmsten Katastrophen erlebt, die durchaus nicht unabwendbare Naturkatastrophen waren. Zum Schluß führte Dr. Eichengrün noch auf ein anderes Gebiet, aus dem recht eigentlich erst seine Versuche hervorgegangen sind, aus das der Unbrennbarmachung von Ballonhüllen und von Tragflächen bei Flugzeugen. Für diese werden ganz allgemein die feuergefährlichen Nitrolacke benutzt, deren Aus- gangspunkt die Nitrozelluloje oder Schießbaumwolle ist, da sie die notwendige Spannung gewährleisten. Auch das englisch« Luft- schiff P 101, dessen katastrophaler Untergang weit über 100 Menschen das Lehen kostete, war mll diesem feuergefährlichen, aber stark spannendem Nitrolack überzogen. Hier hat sich der Cellon- Feuerschutz als nicht anwendbor erwiesen, denn er besteht aus im Wasser löslichen und Wasser anziehenden Salzen, so daß er die Tragflächen und Ballonhüllen zwar unbrennbar macht, ihnen aber die notwendige Spannung raubt und sie schlaff werden läßt. Nun ist«s Dr. Eichengrün nach jahrelangen Versuchen und Mißerfolgen vor«migen Monaten gelungen, von der Azetylzellulose ausgehend, einen A z e t a t l a ck herzustellen, der Tragflächen und Luftschiff- hüllen nicht nur unbrennbar macht, spndern ihnen auch ihre Span- nung erhält, ja, wenn üb«r ihn ein Nitrolack gestrichen wird, verliert sogar auch dieser die Entzündbarkeit. Ein Lustschiffmodell, das zur Hälfte mit Nllrolack bestrichen war, zur anderen Hälfte mit dem neuen Azetatlock, zeigte die Schutzwirkung des letzteren mit ver- blüffender Deutlichkeit. Für die Luftschiffahrt dürste die Erfindung sich heilsam auswirken. Dr. Lruno Borchardt. Vertrieb: MELABAT ZICARETTENHANDELSGEBEM-SCHAFT M.B. K. Zweigniedorlaceurg Berlin C Z« Neue Promenade 6� Toi. D3 Weidendamm 2409 Arbeiter-Serienspiele am Sonntag Fu�balf serie geht weiter Während der erste und der dritte Bezirk bereits die neue Fuß- ballseri» begonnen haben, scheint man sich im zweiten und vierten Bezirk noch Zeit zu lassen. Der erste Bezirk steht mit allen Mannschasten im Kampf. Auf dem Sportplatz in der Kynaststraße am Bahnhos Stralau-Rummels- bürg stehen sich Wacker 30 und Lichtenberg I gegenüber. Die Lichtenberger werden sich sehr anstrengen müssen, wollen sie die Punkte für sich buchen. Wer wird das Rennen in der Wühl- Heide zwischen Oberspree und dem BEB. 31 machen? Erst am letzten Sonntag gewannen die Baumschulenweger überraschend �hoch gegen Britz 88, während die Oberspreeleute nur knapp gegen Storkow gewinnen konnte. Wenn sich Oberspree nicht sehr zu- sammenreiht, kann es wieder eine solche Ueberraschung geben. In der Normannenstrahe in Lichtenberg erwartet Lichtenberg II die Mannschaft aus Kogel. Erst vor kurzer Zeit spielten die beiden Mannschaften im Gesellschaftsspiel, dabei konnten die Lichten- berger einen deutlichen Sieg buchen. Ob es ihnen jetzt wieder ge- üngsn wird, ist mehr als fraglich. Der Hauptkampf des Sonntags wird in Köpenick zwischen Eiche und Normannia ausgetragen werden. Die Normannen haben erst am letzten Sonntag im Spiel gegen Nord ihr Können bewiesen. Also Eiche: aufgepaßt! Veite« Spiele: Deutsch-Wusterhause» gegen Friedersdorf.— Storkow gegen Frohe Stund«.— ASB. Neutülln gegen Minerva.— AEV. Südost gegen Herz. fclde,— Werlfe« gegen Hoppegarten. Dritter Bezirk: Potsdam gegen Spandau 2Z.— Butab gegen Staaken.— Eintracht. Spandau gegen Werder.— No»awes gegen Elstal.— Rathenow- Süd gegen Schollene.— fleßm gegen Kirchmöser.— Grebs gegen Ältbensdorf. — Wittstost gegen Havelberg.— Pcrleberg gegen Wittenberge.— gegen Prihwalk. St)tii Zweite Mannschaften: Dolgenbrodt gegen Allstahnsdorf.— Storkow gegen Frohe Stunde.— Oberspree gegen Baumschulcnweg.— Neukölln gegen Minerva.— Lichtenberg I gegen Wacker M.— Lichtenberg 2 gegen ZdÄ.— Südost gegen Herzfelde.— Werlsce gegen Eiche-Pohnsdort.— Giche-Äopenick gegen Rormannla.— Potsdam gegen Spandau Zä.— Butab gegen Staaken.— Eintracht gegen Werder.— Rowawes gegen Elstal.— Charlottenburg gegen Eladow.— Drewig gegen Caputh. Beginn der Spiele im ersten Bezirk: Erste Männermannschaften lä',- Uhr. Zweite Männermannschaften Ig*; Uhr.?m dritten Bezirk beginnen die Spiele der ersten Mannschaften um IZ'U Uhr und die der zweiten Mannschaften um lt Uhr. Bormittags finden auf fast allen Plötzen Kämpfe der Sugcndmann- fchaften statt. Auf dem Sportplatz in der Kifsingenstraße in Pankow erwartet der Freie Sportverein Pankow den BundesneulinF Nord in einem Gesellschaftsspiel um 15% Ilhr. Die Nordleute haben in ihre». Spielen gegen Hansa und Normannia ihr großes Können bereits unter Beweis gestellt. Wird es den Pankoweri/ gelingen, gegen die sehr flinke Nordmannschaft standzuhalten? �LruLbüML/ Der Kampf um die Punkte Man merkt es. daß die Punktspiele kurz vor dem Abschluß stehen, denn von Sonntag zu Sonntag werden weniger Spiele an- gesetzt. In der ersten Klasse steigen nur drei Treffen. Ein entschiedenes Spiel ist jetzt schon der Kampf auf dem Schöneberger Vereinsplatz in der Rubensstraße. Der Arleiter- Sportverein Schöneberg wird hier von der FTGB.-Süden um 15.10 Uhr besucht. Denken wir an Südens Leistungen am letzten Sonntag gegen Frankfurt a. b. Oder, so muß der Sieg ziemlich hoch ausfallen. Das beste Spiel des Tages scheint die Paarung FTGB.-Nordring— Volkssport Neukölln uni 15.05 Uhr auf oem Platz in der Schönhauser Allee zu sein. Obwohl die Nordringer nichts zu verlieren haben, müsien sie sich gewaltig anstrengen, um Hie Punkte zu bekommen. Neukölln war am letzten Sonntag groß und verlangt daher viel, wenn es geschlagen werden soll. Zum anderen ist zu berücksichligen, daß Nordring im ersten Spiel gegen Neukölln sehr unglücklich kämpfte und 4: 1 verlor. Wir sind ge- spannt, was sich diesmal ereignen wiro. Bezirksklasse Oft«»: Frieseii-Fürstenwalbe gegen FTDB. Adlershof um M Uhr in Fürstenwaide auf dem Friefeuplatz.— FTWB. Lichlcuberg gegen FTGB. Stralau um 10 Uhr im Lichtenberger Stabio». Sollt« Stralau tiefes wpiel gewinnen, so ist die Abteilunasmelsteischaft gesichert.— FSB. Straus- berg gegen VfL. Ostring um 1014 Uhr in Strausberg, Platz Marienberge.— fraucn: FTSB. Nowawes gegen FTGB. Osten um U Uhr in Nowawes.— TGB. Stralau gegen Athlelik-Spoit-Club um 11.10 Uhr Platz Bödickerstratz«. Bezirtsklaff« Norde»: FTGB. Norden 3 gegen FTGB. Norden 1 um 11 Uhr Platz S. Schönhauser Allee.— ATP. Altruppin gegen FT Schwante um 13 Uhr in Altruppin.— Frauen: FTGB. Nordring gegen Dolkssport Webbing um 14.10 Uhr Platz Schönhauser Alle«.— FTDB. Nordost gegen FT. Hennigsdorf um 9.20 Uhr Platz Schönhauser Allee.— Eberswalder Gruppe: FT. Eberswalde gegen Sparta Lichlerfelde um 11'S Uhr in Eberswalde.— Sporla Lichterfelde 2 gegen FT. Finow»m 15 Uhr In Lichterfelde. V«zirl»klasse Süden: Gesellschaftsspiel». FTDB. Lonlwitz gegen Berlin 12 um llsti Uhr m Lankwitz.— FSB. Tellow gegen FTGB. Nordring 2 um 13 Uhr in Teltow.— Luckenwalde Sport gegen FTDB. Friedenau um 10.10 Uhr in Luckenwalde, Hctzheidc.— Frauen: Bolkslvort Neukölln gegen FTDB Baumschulenweg um 13.20 Uhr im Bolkspark Reukölln, Platz 6.— FTGB. Tempelhof gegen FTGB. Lankwitz um 13 Uhr im Bolksoark Martendorf. — ASV. Schönederg 2 gegen SV. MoabÜ um U Uhr Platz Rubensstraße. Flockey Not-Weiß wird gegen den Sportverein Moabit am kommenden Sonntag kein allzu leichtes Spiel haben. Beginn um 12.30 Uhr in der Schönhauser Allee. Im Pflichtspiel erwartet der Athletik-Sport- klub den Arbeiter-Sportverein Schöneberg 07 auf Platz Ost in der Lcskerstraße. Es wird sehr interessant sein, wie sich die Schöne- berger der besieren Klasse gegenüber halten werden. Beginn um 14 Uhr. Rot-Weiß 2 wird gegen Volkssport Neukölln-Britz sehr hart zu kämpfen haben. An einen Sieg wird nicht zu denken sein. Beginn um 14 Uhr in der Schönhauser Allee. Im Volkspark Ma- riendorf wird um 15.30 Uhr die Freie Turnerschaft Groß-Berlin- Tempelhos gegen den Derein für Leibesübungen Ostring spielen. Die Frei« Turnerschaft Groß-Berlin-Often wird sich mit dem Ar- beiter-Sportverein Wedding messen; es dürste zu einem knappen Siege der Weddinger kommen. Spielbeginn 10 Uhr, Platz Ost. ktbcnptoetMmm: FTGD. Tempclhof 2 gegen MTB. Bernau um 14 Uhr sin Bolkspark Marirndorf.— ASB. Rot-Weiß 3 gegen Wedding 2 um ISH Uhr in der Schönhoufer Allce.— AthIetik.Sport.EIub 2 gegr» Pankow um 13� Uhr Platz Ost.— Serieufpiele, Gruppe V: Moabit 2 gegen Neukölln-Britz 2 um 8U Uhr im Tiergarten.— Gruppe E: Tennis. Rot 3 gegen Ostring 3 um 815 Uhr Platz Oft, Laskerstraße.— Tennis.Not 4 gegen Moabit 3 um 11>4 Uhr Platz Ost.— Bon den Sportlerinnen treffen sich Ternus-Rol 2 und Pankow um 13 Uhr auf Platz Ost. Uerlim Du grofjc Fest der Arbeüerschwimmer. Sonnabend, 12. März, 20 Uhr, im Stadtbad Gerichtstraße; Sonntag, 13. März, 19 Uhr, im Hallenbad Lnnapark, Am Start die besten Schwimmer von Wien und Berlin. Im Rahmenprogramm n. a. Kunstrelgcn, zum ersten Male geschwommen von 64 Schwimmerinnen. Eintritt 1.50 und 0.75 RM. Eine MKampf'rorganisation. Es brennt in der c patschen Turner schaft Die bürgerliche„Deutsche T u r n e r s ch a f t"' mit ihrer gegenwärtigen reaktionären Einstellung zu den Geschehnissen in Politik und Wirtschaft befindet sich in Gärung.„Neutral, un- politisch" ist seit Jahrzehnten die Tarnung der D. T. Politik war nach den Reden ihrer Führer aus der D. T. ausgeschlossen, bis der Vorstand selbst zu einer hochpolitischen Handlung, dem Protest gegen die Gewaltmaßnahmen der Litauer in Memel, schritt. Ausgehend von den Nationalsozialisten wurde zuerst im Deutschen Schwimmerbund" eine festere politische Bindung an» gestrebt: Dr. Hans Geisow. der Führer dieser Bestrebung, mußte aus dem Schwimmerbund ausscheiden und landete bei den Nationalsozialisten. Kurz darauf erschien eine Verlautbarung Hitler», in der es hieß, daß man sich mehr als bisher um die Arbeit der Turn- und Sportvereine kümmern und hinterhaken müsie, denn hier wäre noch unbcackertes Land! Na, und hintergehakt haben die Nazis, und jetzt tobt in der D. T. ein Kamps aller gegen alle. Dr. N e u e n d o r s, zweiter Vorsitzender der D. T. und ganz be> sonders empfänglich für nationalsozialistische Forderungen um die Aktivierung der D-.T.-Jugend, ist unangenehm aufgefallen und wird von den Herren, die wieder Ruhe haben wollen, aufgefordert, von seinem Vorsitzendenposten zurückzutreten. Proteste, Eni- schliehungen. Offene Briefe sind die äußeren Kennzeichen dieses Kampfes Die Aktivillen haben aber jetzt den Spieß umgedreht und fordern den ersren Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft. Etaatsminister a. D Dominicus, zum Rücktritt auf. Wie nun die D. T. nach diesem Kamps aussehen wird, läßt sich nicht vorher- sagen, aber eines steht fest, dieser Kampf beweist, daß es unmöglich ist. sich..unpolitisch" zu nennen, wenn man es nicht ist. Wir hoffen, daß der Kampf um die„Aktivierung der D. T", d. h der politischen Bindung an die National- s o z i a l i st e n. ollen den Arbeitern. Angestellten und Beamten, die immer noch an die„unpolitische, neutrale" Stellung des bürgerlichen Sports glauben, die Augen öffnen wird. Die Arbeitersportler haben die Pflicht, alle diese Sportler auf den Kampf in der D. T. auf- merksam zu machen und sie für die Idee des Arbeitersports zu gewinnen. Die Wasserieutel der FTGB. Ein»ribstgedrehter Film vom Paddeln Eine große Anzahl Arbeitersportler und ihre Freund« bewiesen ihr großes Jnteresie an der Uraufführung des Films„Pitt und Patt wollen paddeln lernen", der vor» der Kanuabteilung der Freien Turnerfchast Groß-Berlin hergestellt wurde. Und nie- man wurde enttäuscht Die guten Aufnahmen und die Handlung boten ein anschauliches Bild von den Gefahren, die dem Unkun- digen bei der Ausübung des Wasiersportes drohen. Durch syste- malische Schulung ist es jedoch möglich, sich dieser Sportart so hin- zugeben, wie es die folgenden Bilder vom Wasserwandern und Wettkampffahren zeigten. Den Darstellern und dem Filmoperateur. die alle Mitglieder des Kanubezirkes der Freien Turnerschaft Groß- Berlin sind, gebührt höchste Anerkennung. Der durch beste Dar- bietungen des Typographischen Orchesters umrahmte Abend bracht« unter anderem den Film von der Wintersport-Olymiliade 193l und gut« gymnastisch« Vorführungen der FTGB.-Süden. In seiner Au- Ansprache erklärte der Genosie Bürgermeister MIelitz die Notwendig- keit der sportlichen Betätigung für die arbeitende Bevölkerung. Die Freie Turnerfchast Groß-Berlin sieht sich oeranlaßt, wegen der guten Aufnahme des Films und der starken Nachfrage die Auf- führung am Donnecstag, 17. März, 20 Uhr, im städtischen Lichtspielhaus Neukölln, Bergstraße, zu wiederholen. Karten zum Preis« von 0,50 Mk. durch die Funktionäre oder die Geschäftsstelle des Vereins, Lichtenberger Straße 3. Tel.: E3 Königstadt 3656. Ein neuer Sturmvogel Flugzeugtaufe bei der Gruppe Ost In schwierigsten Verhältnissen, hervorgerufen durch die Wirt- schaftskrise, die eine völlige Verarmung der schafsenden Bevölkerung zur Folge hat, leistete die Gruppe O st des„Sturmvogels" Erstaunliches. In unvergleichlicher Kameradschaft, mit stählerner Energie und mit einer Zähigkeit und Ausdauer, die man in jetziger Zeit nur noch selten antrifft, hat die Ortsgruppe ihre Winterarbeit beendet. In wenigen Monaten wurden von der Gruppe zwei Segelflug- zeuge fertiggestellt. Besonderes Interesse erregt das Leistungsstugzcug eigner Konstruktion. Die Maschine hat eine Spannweite von 13 Meter und mißt in der ganzen Länge 6,08 Meter. In Form und Linien- MM MMWMAWMOM führung ist sie äußerst schnittig und aerodynamisch völlig einwand- frei. Das Leergewicht von 90 Kilogramm ist durchaus normal. Das andere Flugzeug ist ein sogenanmer Gitterschwanz, Typ„Zögling", das in der Gruppe als Schulmaschme Verwendung findet. Leid« Maschinen sind das Produkt genauester Berechnungen, bei giuer Aus- Nutzung der bisherigen Erfahrungen. Die Flugzeuge dokumentieren «in« peinlichst genaue und außerordentlich saubere Werkstattarbeit, wie sie eben nur durch Werktäiige hervorgebracht werden kann. Getrieben von dem sesten Willen, die Luftfahrt nicht allein den durch Geburt und gute Verbindungen materiell bevorzugten Schichten zu überlassen, hat die Gruppe im Sinne de»„Sturmvogel" für die breite Volksmasse gewirkt. Mit den neuen Maschinen will man die Erfolge des vergangenen Flugjahres bedeutend erweitern. Besonders trat die Gruppe mit ihrem„Geier" am Segelflugtage In Mittenwald« und zum Berfassungsflugtag« im ZAitralslughafen durch Hochstarts hervor. Besondere Beachtung verdient auch die Feststellung, daß die meisten Sturmvogelgruppen 70 bis 80 Proz. erwerbslose Mitglieder haben. Diese Tatsache hat im anderen Lager eine ironische und wenig sportkameradschaftliche Beisichimng eingebracht. Die Mit- glieder des Sturmvogel» werden dort über die Achsel hinweg als „Erwerbslosenflieger" bezeichnet. Das konnte aber nicht verhindern, daß sie völlig aus sich heraus und ohne jede Subvention die Bauten ausführen konnten. Es ist nur zu wünschen, daß nunmehr ein Mitgliederzustrom aus den Kreisen der werktätigen Bevölkerung ein- setzt, durch den das Ziel des Sturmvogels: Die Luftfahrt dem Volke! erreicht wird. Die Berliner Bevölkerung wird zur Flugzeugtaufe, die am 19. März, 20 Uhr, in Tempels Festsälen, Frledrichsselde, Prinzenallee 45, stattfindet, herzlichst eingeladen Bei einem Eintritt von 75 Pf. wird ein abwechslungsreiches Programm geboten, worauf sich bis früh 5 Uhr ein Fliegerball anschließt. Drei Oster-Ski-Fahrten veranstaltet das Reisebüro des Touristenvereins„Die Naturfreunde" für alle Skisportler, die der modernen Arbeiterbewegung angehören. Es sind vorgesehen: Eine vierzehntägige Reise in Oesterreichs Skiparadies Kitzbühl. Preis einschließlich O-Zug-Fahrt von Berlin bis Berlin 139 M.: eine vier- und eine zehntägige Reise ins Riesengebirge. Preis 36 M. bzw. 66 M. Bei rechtzeitiger Meldung kann sich der Preis für die viertägige Reise, falls Sonderzug benutzt wird, noch um ungefähr 3 M. ermäßigen.— Für die Ostertage, beginnend mit dem 24 März, ist ferner eine Biertagewanderung durch die Sächsische Schweiz geplam Preis 38 M. Der letzte Tag für Meldung und für Zahlung des Teilnehmerbetrages ist der 16. März, An diesem Tage findet um 20 Uhr in den Geschäftsräumen des Touristenvereins„Die Naturfreunde", Berlin N24, Johannisstr. 14, eine Teilnehmer- Zusammenkunft statt, in der alles nähere besprochen wird. Man nehme sich ein Beispiel. Durch Vermittlung des Haut- burger Staatlichen Amtes für Leibesübungen hat sich die Ham» burger Hochbahn-Gcsellschaft verpflichtet. Gruppen von Turnern mid Sportlern auf oer Hamburger Hoch- und Straßenbahn für den hallen Fahrpreis zu befördern. Hoffentlich findet das begrüßen»- werte Hamburger Vorbild zahlreiche Nachahmungen— auch in Berlin._ Ruderoerein Butab. Der Arbeitsdienst hat begänne». Alle aktiven Mit. glieder sind verpflichtet, an der Instandsetzung der Saat- mrizuwirken, und lnllfsen bis auf weiteres jeden Sonntag ab ig Uhr sum Arbeitsdienst im Bootsbaus erscheinen. Die stellungslosen Mitglieder arbeiten außerdem an jedem Mittwach ab lb Uhr im Booishaus. Tie Ali de» Veranstaltungen des Werbe. abends mitwirkenden Mitglieder treffen sich zu den Uibungen am 13.. 20., und 23. März, sowie am l. April(Generalprobe), 13 Uhr, im Bootshaus. Die Acigenschwi-uneriunc» treffen sich Sonntag, 13. Mär§, I614 Uhr, Im Lunadab. Um Vhi Uhr wird der Reigen nochmals geübt. Eintrittskarten 30 Pf. bei Acnne Wolter am Eingang. Erwerbslose und Iuaenbliche freier Eintritt. Erwerbslose Siempellarte und Mitgliedsbuch, Jugendliche Mitgliedsbuch mit- bringen Nach Möglichkeit zwei Babeanzllge mitbringen. Fmtnj-, 11. März. Berlin. 16,05 Ernst Wollstein: Der ZafiJl im Rennsport. 16.30 Das neue Bach. 16.40 Albert Dmdlstel lies» eigene Proie. 17.00 Erotische Volksklänse«us RnBIand(Dr. N. Peinbeipl. 18.00 Prot. Dr Franz Lsndsbergei, Breslau: Gibt es eine üoettezeit In der bildenden Kunst? 18.20 Dr. Ensen Ncsper: Zehn Minuten Funkhilfe. 16.35 Prot. Dr Ma* J Wollf: Von der Landflucht»nr tSadttlacbt. 19.00 Stimme rmn Tat. 19.10 Die Funkstunde teilt mit... 19.15 Mittcllumen des Arbeitsamts. 19.20 Berliner lernt Berlinisch. Heitere Nachhilfestunde von Hans OstwaJd (Sprecher: Bruno Fritz, Dora Gerson. Hans Ostwald). 20.00 Konzert des Sinlonie-Orch. der Schutzpolizei Berlin. 21.00 Taees- und Sportnachrichten. 21.10 Prof. Carl Flesch spielt Funkorchester. Dir.: Selmar Meyrowitz. 1. Lniö Boccherini- Ouv. D-Dur 2. J. S. Bach; Konzert(ür Violine o. vrclu. E-Dur. 3. Florian Johann Deller: Orchestersaite. 4. Salnt-Saens: Rondo caprlccioso I. Violine und Orchester. 22.15 Rluscher: Zeitunssschau. Wetter. Nachrichten und Sport. Tanzmusik. KSnleswasterhansen. 16.00 Dr. Hans Wenke: Pädagogische Bflcherstunde. 16.30 Leipzig:Konzert. 17.30 Prof. Dr. Nadler; Deutsche Stämme und deutsche Landschaiten 1» der Dichtung der Gegenwart 18.00 Hans Hirschsteln; Die Kartelle In der Wirtschaftskrise. 15.30 Mersmann; Hören musikalischer Formen. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. ii'.ZO„P. St. 3000." Ein Lehrspiel v Werner Brink. 20.00 Breslau: Die schönsten deutschen Volkslieder. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. Reichskanzler Dr. Brüning häll heute. Freitagabend, im Sportpalast eine Rede an das deutsche Volk. Die Rede wird von S!4 bis 9 Uhr abends von allen deutschen Sendern übernommen. IG».5ciUv8imit)U!sTz5l.SU.» Nor nodh- M Nahe Schlei. EH. SlJu.St|i.2.3.|iS|. Tel.:£ 7 WexhseJ 4031 .Fplerlf rlke- Rcse- 1 neate nie trjatmrtzi Unit ij !«>. 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