BERLIN Sonnabend 12. Marz 1932 10 Pf. Jh. 122 B 61 4S. Lahrgang E r<«b e i n t t S g l t ch außer Svaat«s<. tet.'Senvirtl* Sricgirrd* fit tetr» Ji.fjabrn 75■Cf. jro SbtDc. 3,15$1»r» W«»,I (taro. fl P» mcnaliicb rur Zu Haut! tn gctaat wtttat- V e fl b r i n a.<,97 M rinfdiUriiid)«0 Pf. Tcnjoun««. anb 72 Pf, UaftbffttD�rtBbrra „Ibwurfa; Vi»«wfvalttg» Mtffl»rtrk,«il»« Pf. Sdlamticil« 2.-®7 Ermäßigung», ns� Tarif P«atlt>«kk°nlo: Bbrwärt«-7gg G m. b. H.. B», lin 2tr 17116.- Der klrrlgg bfbält neb da» HtM der Sblrbnim« nirbl qenrbmrr AnjNgi»»»' ttb» o*e«».»bitte«:«trltai Ä®«».««btirtt. S S» r«f b ccdie r; vbnbeff(AT) 292—397. Morgen Entscheidung! Schlagt Hitler, wählt Hindenburg! Lchi«flt'e! Schlagt den Faschismus! Morgen fällt die Entscheidung! Morgen gilt es. de» Faschisruns zn schlagen! Er hat in den letzte» Zage« sein wahres Wesen offen gezeigt. Die Maske der Legalität ist abgefallen und das Gesicht des Bürgerkrieges wird sichtbar. Wir wollen keinen Bürgerkrieg! Wir wollen nicht Knechte des Faschismus werden. Wir setze« unsere ganze Kraft bis zum letzten Mann und zur letzten Frau ein. um die Pläne des Faschismus zur Eroberung der Macht zu zerstören! Wir schützen die Freiheit des Volkes, die politische Gleichberechtigung der Arbeiterschaft, wir lassen die Aussichten auf bessere Zeiten nicht von politischen Abenteurern zerstören. Wir alle wählen deshalb Hindenburg. bis zum letzten Manu und zur letzte« Frau. Die Niederlage Hitlers ist unser Ziel, die Nieder- läge Hitlers wird unser Sieg sein! Schlagt den Faschismus! Nieder mit den Bürger- kriegShetzern. den Putschisten und politischen Abeu- teureru! Schlagt Hitler! Wählt Hindenburg! Die Konjunkturpolitiker. die FutterkriPPenjägtzr. lye politischen Hochstapler und Geschäftemacher stehen im Lager des Faschismus bereit, um sich im Gefolge der brauneu Bürgerkriegsbanden auf das deutsche Bolk zu stürzen, wenn der Faschismus siegen sollte. Kontrolliert die Abstimmung! Jede strafbare Wabl'älschunq ist zn melden. Bei der Skrupellostgkeit. mit der die Nationalsozialisten im Wahlkamps lügen. fSlschen. morden, sengen und brennen, ist ihren fanatisierten Anhängern durchaus zuzutrauen, daß einig« von ihnen am Sonntag das Wahlergebnis zu„korrigiere n" versuchen- namentlich dort, wo sie unter sich zu sein glauben. Wir verweisen aus diesem Grunde darauf, daß Wahlfälschung nach Z des Strafgesetzbuches mit Gefängnis von einer Woche bis zu drei Jahren an denen bestrast wird, die als S>le Munder Häufende bei der SLundgebung der Slfernen 3ronl Im JSuslgarlen Wahlvor stände usw. mit der Leitung der Wahlhandlung be- auftragt sind. An allen anderen Personen wird Wahlfälschung mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft. Strafbar ist nach dem Gesetz jsde chgndlung, durch die„ein unrichtiges Er» g e b n i s der Wahlhandlung vorsätzlich herbeigeführt oder das Ergebnis verfälscht mirtT. Strafbar ist ein pof sätzlich unrichtiges Zählen der Stimmen: ebenso ist strafbar, wenn «in Wahlvorsteher, wie»« vorgekommen ist, einen leer abgegebenen Stimmzettel dadurch in eine Stimm« verwandelt, daß er ein Kreuz in«ine? der leeren Felder setzt. Wahlfälschung ist es auch, wenn jemand fsir einen anderen abstimmt, oder für«inen Per- stprbenen, dessen Name noch nicht von der Liste gestrichen worden ist, oder auch, wenn jemand an zwei verschiedenen Orten— also zweimal— abstimmt. Nach§ 109 de» Strafgesetzbuches ist der Kauf und Ler- tauf von Wahlstimmen mit Gefängnis von einem Monat bis zu zwei Jahren strafbar. Jeder Borteil für die Stimmabgabe kann als Kauf gelten, auch das Versprechen von Bier oder Schnaps für eine Stimmabgabe in be- stimmter Richtung. Sowohl bei Wahlfälschung wie bei Stimmenkauf kann neben der Gefängnisstrafe auch auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Ein« sorgsame Kontroll« während des Wahlaktes und namentlich auch bei der nach- herigen Auszählung ist der wirksamst« Schutz gegen Wahlfälschung! Am Wendepunkt. Erstmaliger Rückgang der Arbeitslosigkeit in Groß-Berlia. In der zweiten Zebruarhälsle ist nach dem besonder« scharfe« Ansteige« der Arbeitslosigkeit in der Reichshauptstadl zu« erst« Mal« ein Rückgang festzustellen. Zm Bereiche de» Landesarbeitsamtes Brandenburg sverlin-Brandeuburg-Grenzmarks ging die Zahl der Arbeilsucheoden in der Zeil vom 15. bis 29. Februar von 872 194 ans 864 207(— 7987) Personen zurück. Zn der ersten Zebruarhälfte betrug die Zunahme noch fast 17 000 Erwerb». ! lose. Während in der Provinz Brandenburg und auch in der Grenz- mark noch ein leichtes Ansteigen der Erwerbslosenzahl in der Be- richtszeit festzustellen war, sank in Berlin selbst die ArbeU»- losenziffer von SIS 168 auf 606 040 Personen. In der Möbelindustrie und in der Konfektion hat sich in der Berichtszeit eine faisonmäßige Belebung fortsetzen können. In den übrigen Industrien hat sich die Lage jedoch kaum verändert. Neu- einstellungen bei der Landwirtschaft und in den Außenberusen hielten sich bei der kalten Witterung noch in engsten Grenzen. Im Baugewerbe hat die Arbeitslosigkeit bis End« Februar sogar noch zugenommen. Die Treuen um Hugenberg. Der„Sels von Erz* und der possionsweg. So lesen wir in der Berliner„Nachtausgabe" des Hugen- berg-Berlages über„des Reiches Bannerträger": „In gewitterschwüler Zeit ward der geboren, der im? im Wirbelsturm unserer Tage zum„Fels von Erz" werden sofft«. Zum„Fels von Erz" all dessen, was deutsche» Denken, deutsche» Empfinden, deutscht» Fühlen heißt... Seit jenem Tage war er: Hindenburg. Und in diesem Namen lag der Glaube, die Hoffnung, die Lieb« eines ganzen Volkes. Die Legende wob schimmernde Schleier um seine ragende Gestalt. Er wuchs zu riesenhafter Größe. In Sturm und Orangzeiwn geboren, mit dem Reick)« zur Größe erwachsen, Führer und Schirm er de« Volk«, in schwersten Kriegstagen, mannhafter Vertreter echten deutschen F.ühlens, Verkörperung der besten aller deutschen Tugenden. Bannerträger der echten, wobren, großen Idee des Deutschen Reiches! So grüßen wir ihn..!" So schrieb die./Nachtausgabe", allerdings im Jahre IL2-t! Heute bringt die gleiche„Nachtausgabe" eine„Ant- wort, auf die Rundfunkrede Hindendurgs", die einen„Tat- fachenbericht" darstellen soll mit der einzigen Schlußfolgc- rung, daß Hindenburg„den 9. November 1918 nicht über- munden" habe und daß er selbst der„Kandidat des Weimarer Systems" geworden sei. Deshalb kämpft die Hugenberg-Presse heute pflichtbewußt gegen den„Fels von Erz" und empfiehlt dafür einen— Duesterberq! Ein anderes Blatt aus dem gleichen Äerloge,„Der Tag", faßt die Verehrung für den einst so gefeierten„Fels von Erz", den„Bannerträger der echten, wahren, großen Idee des Deutschen Reiches".zusammen in die klassische Formel, seine Amtszeit als Reichspräsident bedeute „Sieben Jahre deutsche Passion!" Man inuß es dem Hugen- wie dem Duesterberg zuge- stehen, daß sie aus ihrem Herzen jeweils keine Mördergrube machen!-' Riemals, niemals! Zur Rede Aufhäusers im Lustgarten. In unserem Bericht von heute morgen über die Red« des G«- nassen Aufhäuser im Lustgarten hat sich ein übler Druckfehler ein- geschlichen. Gleich am Ansang der Rede lautet der erste fette Absatz im Bericht, so wie er veröffentlicht uxrden sollte: Die nicht zu zählenden Menschen, die hier, Männer und Frauen, ausmarschiert sind, bekunden, daß die Eiserne Front steht und lebt. (Stürmischer Beifall.) Die HiUerpartci hat hier an der gleichen... Durch ein Versehen beim Korrigieren ist an Stelle der Jcile:„(Stürmischer Beifall.) Die Hitlerpartei usw." die Zeile hinein« gehaben worden:„(Stürmische Zurufe: Niemals, niemals!) Für uns ist der". Das ist nun allerdings ein wirklich bösartig sinnentstellender Fehler! Wie sich unsere Leser leicht überzeugen können, gehört dies« Zeile hinter den zweiten fetten Absatz, der so lautet: „Seil den veohänguisvollen Wählen vom September 1930 hat die Arbeiterschaft uuter schweren Tpfern dem Faschismus den Weg zur Macht versperrt, um dns Fundament des Aufbaues zu erhalten, daS durch eigene Kraft daS schaffende Volk sich errichtet hat. Wir lassen unS dieses kostbare Gut nicht entreiße n. (Stürmisch« Zurufe: Nie mal, niemals! Für uns ist der Augenblick gekommen, von der Abwehr zum Angriff über« zugehen." Da war in der Zeile:„Stürmische Zurufe" ein S e tz f e h l e r. In dem Worte„Niemals" fehlte am Schlüsse das„s". Die Zell« wurde auf der Setzmaschine neu, diesmal richtig, gefetzt. Die neue gegossene Zeile erhielt der Aorrigierer. Er lieh sich dadurch irre- führen, daß d'ese Zeile ebenfalls mit dem Worte„Stürmische" begann und setzte sie an Stelle der Zeile Hücker den ersten fecken Absatz. So ist die Zeile„Stürmischer Beifall usw." überhaupt ver- schwunden, und die Zeile„Niemals, niemals" steht zweimal da, das eine Mal mit dem Setzfehler, das ander« Mal aber korrigiert — an falscher Stelle, an sehr falscher Stell«! « Kapp und Kozi. Eine„seltsame llebereinstimmung" aufgedeckt. Die„Rote Fahne" fühlt sich wegen des Dawms vom 13. März bemüßigt, die jetzige Situation der Präsidentschaftswahlen mit den Kapptagen zu oergleichen. Das BolschcwistenMock stellt eine „seltsame Uebereinstimmung" von damals uird heicke fest und schreibt: Doch zurück zu 1920. In 24 Stunden brach damals der Kapp- Putsch am Generalstreik der Arbeiter und Angestellten zusammen. Daß man durch einen■ Generalstreik„in 24 Stunden"«inen Putsch erledigen könne, zeigt zunächst die ganze Ahimugslasigkeit dieser Schreibstuben-Revolutwnäre. Ebenso gut könnte inan in d r e i Stunden eine Stadt aushungern! In Wirkllchkeit Hot der orandiosc Generalstreik, an dem die Kapp und Lüttwitz zusammen- brachen, am fünften Tag« diese Wirkung getan. Aber gerade diese fünf Tage sind sehr lehrreich wegen des Verhaltens der Kam- munisten,— und hier sinden wir eine wirtliche Parallele zur jetzigen Sckuation: Als a m c r st e n Tage des Putsches SPD. und USP. zusammen mit den Gewerkschaften die Generalstreikparole ausgaben, erklär«- sich nämlich die kommunistische Zealralc gegen den Generalstreik. Sie begründete das damit, daß sich erst einmal die kapp und Lütt- witz fest in den Sattel setzen müßten, damit die Arbeiterschaft den Ernst der Situation erkenn«!!! Am zweiten Tage, als zu erkennen war. daß auch nicht ein Arbeiter die kommunistische Quertreiberei beachte, wollten sich die Kommunisten gnädigst„neutral" oerbalten. Am dritten Tag«, als der Sieg des Generalstreiks berecks sichtbar wurde, kamen rammehr die Kommunisten gelaufen und er« klärten mitmachen zu wollen, wenn man ihnen— die Führung Übertrag«!!!. Da sehen wir allerdings auch eine„seltsame Ueberemstimmung mit der Gegenwart Auch heute sind die Kommunisten der Ansicht. daß man hiller und den Faschismus sich erst fest iu den Sattel jeden lassen müsse, damit die Arbeiter die Größe der Gefahr erkennen-- wenn es zu spät ist!., Die aussichtslose Zählkandidatur Thälmann ist das genaue Gegen- stück ZUM Generolstreikverral der KPD. vom 13. Isiärz 1920! Abgeblitzt. Preußen respektiert die Verfassung. Bei der Beratung des Haushaltes im Jahre 1931 hatte die Deutsche Dolkspartei im Preußischen Landtage den Urantrag ein- gebracht, dos Staatsministerium zu ersuchen, in Zukunft Eingaben der Republikanischen Beschwerdestelle Berlin nur dann zum Gegen- stände einer amtlichen Untersuchung und Prüfung machen zu lasten, wenn die Beschwerdestelle ihre Gewährsmänner kenntlich mache. Dieser Antrag war zwar im Hauptausschuß des Landtages ab- gelehnt, im Plenum jedoch wieder aufgenommen und gegen die Stimmen der Linksparteien angenommen worden. Nunmehr hat das preußische Staotsministerimn erklären lassen, daß aus Grund des durch die Weimarer Verfassung gewähr- leisteten Petitionsrechtes(Artikel 126 RV.l die Behörden verpflichtet sind, von der Republikanischen Beschwerdestelle vorgebrachte Beschwerden sachlich zu prüfen und zu er- ledigen. Diese Prüfung von der Mitteilung der Gewährsmänner ab- hängig zu wachen, erscheint verfall ungsrechtlich als unzulässig. Mißbrauch der Post Duldet das der Minister? Vor uns liegt ein« Postkarte, abgestempelt: Potsdam l am 7. 3. 32, 19— 20, mit dem Zeichen IV. Daneben der Stempel „Werdet Rundsunkteilnehmer". Also ganz ordentlich durch die postalische Maschine gedreht. Nur die B r i e f m a r k« stimmt nicht. Sie ist in brauner Farbe hergestellt und zeigt den Kopf Adolf Hitlers mit dein Aufdruck XSDAP. Es liegt ein so offenkundiger Mißbrauch der posta- lischen Einrichtungen vor, daß man sich darüber wundern muß, wie es kommen kann, daß die Karte sämtlichen beteiligten Beamten durch die Hände gehen konnte,- ohne daß einer von ihnen darauf aufmerksam wurde. Di« Karte bietet auch sonst«in« politisch« Dreistigkeit. Sie ist an einen Gastwirt gerichtet. Aus der Rück- seit« ist— ganz ausfällig!— ein Klebezettel angebracht, den die Nazis cmch sonst vielfach verwaist habe». Der Klebezettel zeigt einen imitierten Reichsadler mit der Umschrift„Deutschland hat 117 000 Gerichtsvollzieher" und daneben steht der Text, durch den ein(nicht existierender)„Verband deickscher Gerichtsvoll- zieher" auffordert, Hindenburg zu wählen, damit die Gerichtsvoll- zieher Brot hätten! Schon die Versendung dieses auffälligen Klebezettels durch die Post ist ein Unfug, den das„Uebersehen" der braunen Hitler-Mark« bedenklich unterstreicht. Ist das Reichspostnrimsterium gewillt, diesen Unfug— die uns vorliegende Karte wird sa nicht die einzige ihrer Art sein— zu dulden? Oder wiro es In Poiedam bald nach dem Rechten sehen? Meber... Selbsterkenntnis bei Goebbels. Die Nationalsozialisten haben für ihr« letzte Berliner Kund- gebung ein Plakat an die Säulen geheftet, das mit den Worten beginnt:„M i l I i o n« n fiebern!" Der Geisteszustand der nationalsozialistischen Wähler, der pathologische Untergrund der ganzen Bewegung, chr krankhaftes Gehaben können kürzer und prägnanter nicht charakterisiert werden, als es hier durch Herrn Goebbels selber geschieht. Front der Anständigen gegen?iöhm. Das Bundesorgan des Stahlhelms hat sich wegen der Affäre Rühm mit folgendem Appell an Hitler gewandt: „Ein sozialdemokratisches Berliner Montagsblatt veröffentlichte am vorigen Montag unter der Ueberschrift„Liebesbriese des Haupt- mann Röhm" einen Prioatbrief, den der Stabschef der nationalsozialistischen SA. im Jahre 1929, als er noch in bolivianischen Heeresdiensten war, an einen Freund in Deutsch- land gerichtet hat. In diesem persönlichen Brief äußert sich Röhm gegenüber seinem Freund über seine gleichgeschlechtliche Veranlagung und gibt seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß er an seinem neuen Zlufenthaltsort in dieser Beziehung auf kein Verständnis stoße. Wir nehmen ohne weiteres an, daß der national- sozialistische Parteiführer Hitler über diese abnorme Veranlagung seines SA.-Stabschefs Rohm bisher nicht unterrichtet ge- wesen ist, denn sicherlich kann es nicht die Absicht der NSDAP, sein, die nationalsozialistisch« Jugend im Sinne derartiger Ausfastungen upd Regungen zu erziehen." Hitler, war auf das genaueste unterrichtet. Er hat gegen Röhm nichts unternommen, weil er nichts unternehmen kann! Das Bundesorgan des Stahlhelms hat iin ädrigen durch Herrn Klagges die Antwort auf den Zlppell an die Anständigkeit erhallen. Streit um die faschistische Erstgeburt. Wenn zwei sich streiten, erfährt der dritte die Wahrheit. Die ehemaligen Bundesgenossen von Harzburg streiten sich um das faschistische Erstgeburtsrecht. Wir lesen im„Stahlhelm": .Jedes Kind weiß, daß der S t a h l h e l m als e r st e r den Kampf um die nationale Wiedergeburt aufgenommen hat uickf schon in der nationalen Opposition stand, als man von der NSDAP, noch recht wenig wußte. Diese Tatsache ist Herrn Rosenberg scheinbar nicht bekannt. Man muß das e n t» schuldigen, denn Herr iliosenberg, der während de» Krieges in Dorpat studierte uitd als diese Universität wegen de- deutschen Vormarsches nach Moskau verlegt wurde, noch dorthin übersiedelte und nicht, wie viele seiner Kommilitonen, die Gelegeicheit ergriff, sich.als deickscher Frontsoldat zu bewähren. Er hat auch später keinen Wert daraus gelegt, seinem Haß gegen die Bolschewisten mck der Waffe in der Hand Nachdruck zu oerschaffen und kam erst nach Deutschland, als Franz Seldt« berecks den Stahlhelm geschaffen und Duesterberg die national« Eroberung Mitteldeutschlands begonnen hatte." Bei Gelegenheck dieses Stre'cks wird der ganz besondere Natio- nalismus des Herrn Alfred Rosenberg vom„Völkischen Beobachter" wieder einmal ins recht« Licht gestellt, und dos ist nur nützlich!. f Variante. Em nationalsozialistischer Parteiredner in Kleinneundorf rief seinen Parteigenossen zu:„Duesterberg verrecke!" Eine be- merkenswerte Variante des Rufs: ,Juda verrecke!" Krach in der SA. .llnd Ihr?!- Polizei faßt Schmierkolonnen. Veichsbannerieute von Nazi überfallen. Die vergangene Nacht ist bis auf wenige Zwischenfall« ruhig verlaufen. Der Potrouillendienst der Berliner Schutzpolizei keß die Schmier- und MalJalonnen in den wenigsten Fällen zur Entfaltung kommen. 90 Nationalsozialisten und K o m m u n i st e n wurden festgenommen. 70 von ihnen befinden sich noch nn Polizeipräsidium und werden dem Schnellrichter vorgeführt. Bei einem Nationalsozialisten, der in der Seestroße im Norden Berlins gefaßt wunde, fanden die Beamten eine geladene Pistole. Am Wedding haben sich unbekannte Täter einen sehr üblen „Scherz" erlaubt. An der Dankeskirche a:ff dem Weddingplatz steht eine Lcksoßsäul«, an der die bekannten Hindenburgbilder plakatiert sind. Mit einem spitzen Gegenstand wurden dem Hindea- burgdild die Augen ausgestochen. An der Säule standen erregt diskutierende Menschen, die über diese Bubentat ihrem Unwillen vernehmbar Luft machten. Hakcnkreuzler kommen vermutlich in Frage. In der Kirchbach st rohe unternahmen in der vergangenen Nacht Hakenkreuzler einen Sturm auf ein kommunistisches Verkehrs- lokal. Sämtliche Scheiben wurden durch Steiirwürie zertrümmert. Später wund« ein Kommumst von einer Horde Nazis an derselben Stelle überfallen und durch die Fensterscheibe eines Kellerladens ge- warfen. Der Uehersallene trug erhebliche Verletzungen davon. Mehrere Nazis wurden von der Polizei festgenommen. In zwei Fällen wurden Reichsbannerleut« von N ati onals.oz i a liste n ü b e r f a ll e n. In der Alb erti ne n- straße in Weißensee schlugen die Hitlerbuben auf zwei Reichs- bannerkameroden ein. die dort Flugzettel oerteilten. Drei Haken- kreuzler konnten von Polizeibeamten festgenommen werden. In der Stralauer Straße sielen mehrere Nazis über einen Reichs- bannermann her, der zur Luftgartenkundgebung gehen wollte Der Ueberfallene erlitt erhebliche Kopfverletzungen. Die Täten flüchteten mck» entkäme». Milderes Wahlwetier. Die Kälteperiode nähert sich ihrem Ende. Die Hoffnung aus einen baldigen Vorfrühling ist durch einen neuen, außerordentlich scharfen Sälteelnbruch aus Nordrußland zcr- stört worden. Nach den vorliegenden Anzeichen wird e» in den nächsten 24 Stunden jedoch wesentlich milder werden, den» aus dem Nordwelleu strömen langsam mildc und seuchlc Lustmasse u heran, die vermuiluh zunächst zu Schnee, und später zu Regen- fällen führen werden. Die Temperolureu dürslen am Sonntag allenthalben über null Grad liegen, nur nachts wird noch leichter Jroff zu verzeichnen fein. Di« Durchschnittst« mpcrotur beträgt in dieser Jahres- zeit 3(2 Grad Wärme, in der vergangenen Nacht jedoch herrschten in den Außenbezirken Berlins stellenweise 13 Grad Kälte. In der Innenstadt wurde als tieffte Temperatur 9 Grad, um 8 Uhr früh noch immer 8 Grad und mittags Z Grad Kälte gemessen. Wi« der Amtliche Wetterdienst aus Anfrage nickteilt, ist dies die zweitkälteste Periode dieses Winters. In Mecklenburg ist dos Thermometer auf l9 Grad Kälte gefallen, damit ist in dieser Gegend ein Temperaturtiefftand erreicht worden, wie er in diesem Winter bisher noch nicht zu verzeichne» war. Die Ursach« dieses überaus strengen Rochwinters ist«in Kaltlustcinbruch aus Sibirien, der seinen Weg über lliordrußland, Finnland und Skandinavien nach Mitteleuropa genommen hat. Zuwelenraub in der Taschendiebe erbeuten für 15 000 Mark Schmuckstücke. Zu der 21- L a h n. zwischen Wiklenbergplatz und v i»- marck straße, erben lelen gestern Taschendiebe 700 TU o r k bares Geld und Zuwelen Ira werte von etwa 25000 Mark. Ein« Dome aus Eharloitenburg. wollte die.Städtische Oper aufsuchen. Als sie den U-Bahn-Zug verließ, bemerkte sie den Dieb- stahl einer große».Handtasche mck Reißvorschluß, die eine kleiner« schwarze Ledertosche enthielt. Dies«, die die Wertsachen enthielt, war verschwunden Die Diebe müssen also während der Fahrt unbemerkt den Rcißoerschluß geöffnet und die an- der« Tasche herausgenommen haben. In der Tasche waren 700 Mark bares Geld, eine echte Perlenkelle, bestehend aus 134 Perlen, ein Paar Perlohrringe, ein Platinring, drei ausländische Gold- stück« und ein lökarätiger Stein, der mit kleinen Brillanten um- geben ist. Der Wert des Schmuckes beträgt zirka 23 000 Mark. Auf die Wiederbeschaffung der Sachen ist eine hohe Belohnung aus- gesetzt. Eine Lugendtragödie. -l Sjähriqer erschießt 1 Tjähriges Mädchen und verletzt stch selbst Zu Neuruppin hat die schreckliche Tragödie zweier junger Menschen, die vor wenigen Tagen verichwundcn waren, große» Aufsehen erregt. Der lk Jahre alte Schüler Herbert Hülsen und die 12 Jahr« olle Machild« D i s ch m a.i aus Neuruppin wurden bei einer Suchaktion der Polizei aufgefunden. Der IKjährige hatte das Mädchen in einem Walds bei Neuruppin durch elneu Kopfschuß geköket und sich dann selbst eine Kugel In den Kops gesagt. Der Schuh war aber nicht tödlich und Hülsen kannte noch lebend in das Krankenhaus gebracht werden. Hülsen, der Sohn eine» Reichswehrmajors, hatte die 12jährige auf einem Schülerfest kennengelernt. Was sich zwischen den jungen Leuten abgespiell hat. ist bisher nicht bekannt- geworden. Ooppelmord im Sirett. Zwei Reichsbannerleute erschossen. Magdeburg. 12. Mürz.(Eigenbericht.) In Pümlncltc. K�reis Calbe. wurden aw Freitagabend nach einem Politischen Gespräch auf der «traftc zwei Rcichsbanncrlcute. und zwar der Führer der aktiven Schufo Paasch jr. und! Schneide wind von einem gewissen� Franke erschossen. Paasch war schon nach dem ersten Schuß tot. Trotzdem wurden von dem Mörder noch drei weitere Schüsse abgegeben. Schueidewind erhielt einen Schrotschuß in die Herzgegend und einen Rückcnschuß; er verstarb nach kurzer Zeit. Die Frau des ermordeten Schneidewind ist dann noch von den Söhnen des Mörders mit Gewehrkolben geschlagen worden, außerdem hoben auch noch die Toten Kolben schlage erhalten. Der Bater des Mörders rief dabei:..Zungcws. jetzt zeigt, daß ihr Kerle seid!" Eine Angehörige von Paasch erlitt angesichts der entsetzlichen Tat einen Nervenschock und mußte ins Krankenhaus nach Barbtz geschafft werden. Zwischen den Familien Frauke. Paasch und Schueidewind besteht ciu alter Familien streit, der sich wahrscheinlich vor der Bluttat neu angefacht hat. Schlagt mit! Gewerbetreibende, wählt Hindenburg! Der Eüiheitsverbattd der Handels» und Gewerbetreibenden erläßt folgenden Aufruf: .Kolleginnen und Kollegen! Am 13. März tritt das deutsche Volk an die Wahlurne, um den Aeichspräfidenten zu wählen. Keiner Wahl, die bisher in Deutschland stattfand, konnte man die Bedeutung beimessen, wie es. die diesjährige Präsidentenwahl verdient. Gewerbetreibende! Bei der Wahl des Reichspräsidenten geht es nicht allein um eure Existenz, es geht um eure und eurer Kinder Zukunft, um Sein oder Nichtsein des demokratischen Deutschland, um die deutsche Republik und ihre Verfassung. Die Reaktion, vereinigt in der„Nationalen Opposition", holt zmn entscheidenden Schlage aus. Ihr Angriff richtet sich gegen die werktätigen Masten, gegen die Organisationen der Arbeiterschaft. Mit der Zerschlagung der Ar- beiterorganisationen hätten sie ihr Ziel erreicht, nämlich völlige Ent- rechtung und Unterdrückung der Arbeiterklaste. Das würde bedeuten Verschlechterung der sozialen Lage weiter Kreise der Arbeitnehmer» schast und somit weitere Schrumpfung der Kaufkraft der kon- sumierendcn Mosten. Das Grund übel der ungeheuren Mittelstands- not aber ist die gesunkene Kaufkraft der Arbeitnehmer. Gewerbe- treibende, wollt ihr, daß Deutschland nach der Willkür einer Kaste regiert werden soll, die nichts für die schaffende Bevölkerung übrig hat? Wollt ihr euch zu willenlosen Befehlsempfängern eines faschistischen Staates degradieren lasten? Wollt ihr zulassen, daß alle Voraussetzungen für die Wiedereroberung eurer Rechte euch ge- nommcn werden? Ihr wollte das nicht, ihr könnt das nicht wollen! -Denkt daran, daß der Feind- der Arbeiter- klaffe auch euer Feind ist. Nicht das..heutige System", nicht hindenburg und nicht Brüning find schuld an eurer bitteren Not; das kapitalistische Wirtschaftssystem ist es, das sich nicht nur nüt dem Lohnempfänger als Ausbeutungsobjekt begnügt, sondern rigoros jetzt an den Grundfesten des gewerblichen Mittelstandes nagt. Wollt ihr eurer durch Krieg, Inflation und Wirtschaftskrise er- schüttcrlen Existenz den letzten Sjali rauben lassen? Wollt ihr die Wahrung eurer durch die republikanische Reichs- Verfassung anerkannten, wenn auch noch nicht restlos eingeführten Grundrechte in die chände jener legen, die noch vor kurzem in Harz- bürg die Einheftsfront mit den Vertretern des monopolistischen Großkapitals errichteten? Der 13. März entscheidet über euer Schicksal! Schlagt Hitler, wählt Hiudcabwrg! Ehug. Hauptvorstand. Preissenkung für parteiliieraiur. Der Zsntralparteiverlag I. H. W. Dietz Nachfolger G. m. b. H. in Berlin hat eine starke Reduzierung seiner Preise vorgenommen. Mindestens um 10 P r o z.. zum großen Teil aber weft darüber hinaus, sind alle Verlagserscheinungen im Preise ermäßigt worden. Das trifft auch zu aus den„Wahren Jacob" und die„Frauen- well", die jetzt nur noch 25 bzw. 30 Pf. kosten. Das neue Verlags- Verzeichnis mit den jetzt gültigen Preisen ist fertiggestellt und gratis erhälllich. 8. Abt. Alle Genosfiuncn und Genosten tressen sich Sonnlag. den 13. März, früh ö Uhr. im Zlakiooalhof, Vülowsirahe, zur Mahl- arbest.— 14. Abt. Die nichi im Wahlbüro iäligen Genossen treffen sich Sonntag>-L Uhr srüh im zentralen Wahllokal.— 22. Abt. Dst Genossen treffen sich Sonntag srüh /S Ahr zur wahlhtlfe In der „vorwärts"- Spedition, Ulrechier Straße,— Achtung, neues Agttatiouslokäl! 23. Abt. Alle Genossinnen und Genossen, welche noch nicht zur wahlarbeit eingeteilt sind, tressen sich von 149 Ahr ab im Lokal fteintze, Barfußstr. 17 Ecke Glasgower Straße. — S2. Abt. Zur wahlhilfe finden sich die Genossen Sonntag früh S Uhr bei Wolter. Saiserln-Augustv-Allee 57. ein.— 77. Abt. Treffpunkt srüh S'Ä Uhr bei koschenz, Apostel-Paulus-Stroße 27. Jugendweihen der Sozialisten� Freidenker und Gewerkschafften Berlins Sonntag den 1Z. März Charlottentiur#, Aula der FOrsfin-Bismerck-SdiuIc, SybeWr. 2-4. Beginn 11 Uhr. Weiherednir: S'odfverordneter Karl Hetzschold. Pankow, TIvoll-LlAtspt-ele. Berliner Str. 27 BegMn 11 Uhr Tempelbof, Kuriarsl-L.ichfsp, Dorf- KckeBerlin-rStr Beginn lt Uhr PROGRAMM: In Charlofienbom Chai-iottenhur-er Volkschor Harmonie. Mitglied d-- DAS., Crormels er a** Schaarschm dt Orgelspiel,--piech. und Be wetungschor der Oair o'tenbureer Kinder reunde und der'-.AI In Pmkow! Aufführung des|u endwe hesplels von Wrlrcr May:„Zu" Lande er G-rechten" In T- pelho' Au' uhrunef des lugcndwcihespie s von Bruno Sc önlan Seid g»eihtl- Eintrittspreis ras rkanen 7" Pf-. Klndeikaren St P F.l truts ka'ten rnd am Sonn-A" an den Kissen erhältlich. Alle Räume weiden V» Stunde vor Bifcginn bcölinet. Klagges wird zur Ordnung gerufen Das Reichsinnen Ministerium greisti ein Braun schweig, 12. März. lGigeuvericht.) Ter brauuschweigische„Bolksfreund" ist heute er» schienen, ohne die Auflagenachricht des Herrn Klagges für den Herr» Röhm zu veröffentlichen. t?r veröffentlicht statt dessen eine Erklärung, daß er nicht die Absicht Hab«, sich der Willtnr des Herrn Klagges zu füge», daß er die perversen Neigungen des Herr» Röhm nicht als eine innerstaatliche brannschwei« gische Angelegenheit ansehe und in Ruhe weitere Vnt- schciduugcn des Herrn 5llagges erwarte. Groener greist ielegraphisch ein. I« einem Funktelegramm an das Braunschweigrschc StaatSministcrium hat das Reichsiuuenministerinm heute vormittag darauf hiugcwiefen. daß die Presienotverord- nung geändert worden ist und feit dieser Aenderung Zeitungen nur mehr die Veröffentlichung amtlicher Entgegnungen auferlegt werden kann. Dazn mnß die Entgegnung nicht nur von einer amtlichen Stelle ans- gehen, sondern auch amtlichen Charakter tragen. Weiter sagt das Telegramm des Reichsinnenmiuisterinms. daß dieEntgegnung, die dcrBraunfrhwcigcr„Bolksfreund" veröffentlichen sollte, offenbar nicht amtlich sei, Daher wird die brauuschweigische Staatsregiernng er- sucht, ihre Auflage zurückzunehmen und eine Maßregelung der Zeitung wegen Richtveröffent. lichung dieser Entgegnung zu unterlasse«. Das Telegramm ersucht die brannschweigische StaatSregie- rung, umgehend zurückzufunken, wie die Sache steht. Nazis stürmen Volkshaus. Die Bürger kriegsbanven Hitlers. Wandsbek. 12. März, t Eigenbericht.) Die Nationalsozialisten versuchte« in der letzten Nacht einen planmäßigen Uebersall auf das Gebäude des Volkshauses. Dabei kam es zu einem Hand- gemenge mit Rcichsbanuerleute», wobei die Rational- sozialiste« mit schweren Haudstücken auf das Reichsbanner einschlugen. Die Nazis wurden schließlich abgedrängt. Auf der Flucht trafen stc mit Kommunisten znsammeu. Auch hierbei kam es zu eiucr Schlägerei, bevor die Polizei eingreifen rannte. Von den Verletzten mußte ein Nationalsozialist in das Krankenhaus übergeführt werden. Die bewaffnete Horde. Zwickau. 12. März.(Eigenbericht.) In der Nacht zum Saunabend wurden von einer Streife der Leubnitzer Polizei(Bezirk Zwickau)«trva 20 Nationalsozialisten beim Zettelankleben betroffen. Ein« Durchsuchung dieser Strolche ergab, daß sie schwer bewaffnet waren. Die Polizei konnte u. a. Revolver, Totschläger und G u m w 1- k n ü p p e l beschlagnahmen Die Erneuerer Deutschlands wurden fkstgenonunen und der Staatsanwaltschaft zugeführt. !leberatt SA-Lnruhen! Hannover. 12. März.(Eigenbericht) 3n Hannover treiben sich zur Zeil Tausende von aus- wärligen SA.- Leuten herum, die die am Freiiagabend stakt. findende Hltler-Verfammlung füllen sollen Tag für Tag organisieren sie Aebersälle. Am Mittwoch fielen etwa S0 Skt-Leut« über einen einzelnen Reichsbanner mann her und mißhandclien ihn so, daß er ins Krankenhans gebracht werden mußte, wo ihm zwei Kopswvvdev genäht wurden Am gleichen Tage oeravstalieien die Nazis einen Umzug. Obwohl sie ihre SA. ans der ganzen Provinz zusammengezogen hallen war die Demonstration mehr als kläglich: ganze 1800 SA.- Leute beieiligke» sich daran Der Umzug stieß bei der haunoverschcv Bevölkerung allgemein auf Ablehnung. Aus wui über diesen kühlen Empfang wollten sich die Nazis anscheinend im Gewerkschasis- Haus austoben Aos dem Rückmarsch versuchten etwa 300 Nazis, in das Gewerkschafkshaus eiuzu- dringen Milglieder der Eisernen Front standen aber bereit und verteidigten die Eingänge. Zwei Polizcibeamte warfen sich den Nazis wütig entgegen und hielten die losgelasteve Meute mit Revolver und Gummiknüppel in Schach, bis die Führer die radau- wütigen SA.-Leute zurückpfiffen. Kleine Konzertchronik. Der erst« Teil des 8. Philhannanischen Konzerts— der zweite war Brahma gewidmet, an dem Furtwängler so oft schon seine Meisterschaft erwies— war historisch eingestellt, fast: historisch be- lastet. Josef Schuster spielt« das L-Dur-Cellokonzert von Bocche- rini, ein wahrlich nicht sehr starkes Stück. Louis Graveure fang die von Landshosf herausgegebene, bei allen prächtigen Einzelheilen mehr interessante als lebendige Nelfon-Arie von haydn-, und wenn Giovanni Gabrielis parke und großartige„Sonata pian e forte" nicht die Wirkung hotje, die sie haben könnt« und verdient, mögen h. U n g e r- Instrumentation und Furtwänglers Interpretation gleich erweisc daran Schuld getragen haben Der Bortrog zweier Haendel-Arien. durch Graveure entschädigte freilich für alles: seine Gesangskultur ist völlig einzigartig und fast rätselhafter Vollkommenheit. ' Julius P a tz a k erwies sich als überaus geschmackvoller, vornehmer und kultivierter Liedersänger, der sich im Nu ein großes und begeistertes Publikum errang. Das Busch-Quartett ab- solvierte seinen diesjährigen ersten Kammennusikabend. Neben Häydn und Beethoven(dessen Op. 127 nicht schöner zu denken ist) kamen„Neun Stücke für Stretchquartett" von Adolf Busch zur Aufführung-, klug disferenziert«, sympathisch musikon- tische Stücke in meisterhaftem Quartettsatz. Die Arbeitsgemeinschaft des Volkschors Moa- b i t und des BolkschorsHarmonie, Charlottenburg, brachte (unter Max Schaar schmidt) Madrigale und Kampfgesänge so- wie(unter Richard Gütte) Thiessens Aufmarsch zum Bortrag. Kompfgesänge wären nötig gewesen, waren aber— von Gersters „Arbeftersängerspruch" und Maldens..Arbeitsmann" abgesehen, die ja auch nicht das sind, was wir heute unter..Kampfgesangen" ver- stehen— nicht zu entdecken. Was den Aufmarsch anlangt: die Wiedergabe dieses prachtvollen Werkes war. insbesondere in den Zeitmaßen, sehr unzureichend, der(nickst genannte) Sprecher war geradezu eine Katastrophe. Einige unersättliche Musikliebhaber aus Hein,) Thiessens Jungem (Thor haben sich unter Walter R h o d e s Leitung zusammen- geschlossen, um nebeicher als M a d r i g al k r e i s sich besonderen Ausgaben zu widmen In dem Konzert am Sonnabend nahmen die allen Modrigale, die mit Geschick dargestellt wurden, nur den kleinsten Raum ein. Eniste Arbeit und künstlerische Begeisterung zeigte sich in einer großen Reche moderner Chöre und' neuer Ar- beiterchöre. Besonders gut gelang Tiessens Chor aus dem Auf- marsch, während die Instrumentalbegleitung der Eislerlieder nicht genügend eingespielt war. Die Instrumentalmusik zwischen den Chören aber stellte dem SAJ.-Orchester unter Rudolf Bartels Lei- tung das beste Zeugnis aus. A. W. „Madame Satan." Atrium. In dem Stoff liegen Möglichkeiten zu einem Kammerfpiel, etwa in der Art der entzückenden Komödien, mit denen Ernst Lu- bitsch seine Tätigkeit in Amerika aufnahm. Der Ehemann findet seine junge, sanft« Frau langwellig und wechselt sich bei einer Temperament sprühenden Carmen ob. Doch das Gretchen entdeckt plötzlich, daß sie genau so vollendet wie duldende Entsagung die Klaviatur der Lebensfreude, allerdings in blonder Tonort, beherrscht. Bei einem Maskenball gluten auf den bezauberten Ehe- mann wilde Küste und llmschlingunqen herab, und er erkennt nun den wahren Wert der Gemahlin. Die Ehe wird repariert Der Film beginnt auch als feines kultiviertes Lustspiel mti hübschem, last gedämpftem jstimor. Dann erinnert sich aber der Regisseur Eectl d e Mille an seine Vergangenheit und an die> Sehnsüchte des amerikanischen Publikums. Der Schauspieler tritt -urück. und es d-minieren dekorative Phantasterei und Sensation ichlimmster Sorte Außerdem wird hin und wi-der stramm mit dep Träne kokettjert. Wie im grnßen stummen Film werden die tbenfr-olilchen EfteKo derart nefnti» h-ß sie die Empftingstchkeft de? Zuschauers abstumpfen und in chr Gegenteil umschlagen. Zu oft. denkt für den Regisseur der Balleitmeister. Ilm eine Schlußpointe zu fischen, hat man den Ball auf einem Luftschiff arrangiert, in das programmwidrig der Blitz einschlägt Die Gäste segeln mit Fallschirmen auf die sichere Erde. Auch hier wäre weniger mehr gewesen. Aber es formen sich daraus recht witzige Situationen. Ein paar gute schauspielerische Einfälle ersticken schließlich in dem dekorativen Pomp, und Reginald D e n n y, der geistvolle, sarkastische Gestaller, hotte einen anderen Rahmen verdient.?. Sek. „Knall und Kall." prinms-palasi Pat und P a t a ch o n-, die beiden unzertrennlichen komischen Helden unzähliger stummer Fllme werden jetzt vom Tonsilm arg bedrängt. In ihrem ersten Tonfilm ließ man sie deutsch dade« brechen. Das mochte dem Publikum einmal Freude, doch kann man das nicht zur Schablone werden lasten. Das weiß auch ihr sehr geschickter Regisseur Lau Lau ritzen. Dorum präsentiert man uns jetzt einen FUm, der bloß syn- chronistert ist und das lebende Orchester schmerzlichst vermissen läßt Kein Wort wird gesprochen, die Erläuterung besorgen Texte. Ha- rald M a d s« n. der klein« runde.. quicklebendige Patachon, der einst als Clown in der Manege stand, spiell in der international verständlichen Manier den gutmütigen psifsigen Tölpxl. Er und Carl Schenström, sein langer Kamerad Pat, tappen immer ins ilnglück, bis ihnen der ganz große Schlag gelingt und sie eine Ver- brecherbande zur Streck« bringen. So sind ja stets die Manuskripte gehalten und so sind sie auch überall verständlich. Die beiden spielen eben die Figur des Tölpels, die jede? Land kennt. Der Clown von heute übt einen der öftesten Berufe aus. die es gibt. Er darf sich nicht ändern, ist er bei allen Bölkern nur so beliebt, weil man sich bei seinen Spähen ungetrübt der Schadenfreude hingeben darf. Aber für den Tonsllm von heute ist er nie und nimmer geeignet: denn er muß nur mit dem Körper spielen, sprechen kann er bloß den allergrößten Blödsinn und singen darf er überhaupt nicht Pat und Patachon waren persönlich anwesend. Sie wurden lebhaft gefeiert aus Erinnerung an manche vergnügte Stunde der Vergangenheit. c. b. „p. St. 3000." Arbeitslosenschicksat als Lehrspiel. Das Lehrspiel hat sich im Programm der Deutschen Welle er- freulicherweise einen festen Platz. erobert Besonders die Stunde des Arbeiters bedient sich gern dieser Dorbietungssorm. Nach einigen Abschweifungen in künstlerische Gebiete kehrte man hier mit der Sendung„P. St 3000" von W. Brink wieder zur«in- fachen Belehrung zurück. Aeuhere, in gewissem Sinne auch innere Abgeschlossenheit wird solchen Spielen meist fehlen. Der Autor eines echten Lehrspiels besitzt nicht die Hellsichtigkeit eines Genies. Er muß nur offene Augen haben, muh zeigen können, was ist, und es jedem Hörer überlasten, aus eigener Kraft die Fortsetzung zu denken und zu handeln. So war diese Sckiilderung aus dem Leben eines Arbeitslosen gemeint, die als Titel die Chiffre eines Stellungs- gesuches trug. Brink zeigt, wie der Arbeftslose aus seiner Gemein- schast herausgleitet. Langsam und stetig steigt die Einsamkell um ihn und droht ihn zu verschlingen. Freunde und Bekannte rücken ob: aus falschem Mitleid. Ohne Arbeit, arm, einsam— wo ist der Ausweg?„Zusammenholten", sagt Brink. Gegen die Untätigkeit, gegen die kleinen Nadelstiche der Armut, gegen die anstürmende Einsamkeit. Brink spricht durch die einfachsten Mittel zum Hörer. Er packt ihn, weil er ehrlich ist, weil er oersucht, den kleinen Hilfs- weg zu zeigen, der noch immer ein Zugang zu der breiten Straße des Lebens blieb: zusammenhalten. Tes. hngo Lock, der Seniorchef des bekannten Berliner Musikverlag« Ed. Bote u. Bock, ist heute im Alter von 81 Jähren verschieden. Muscor.täsiihrnnaen. Sonntag, 930 Uhr, Dt. Wevel: Babylonisdie "i ö t t« r int?-'nrasiatischc» Muleum: 10 Uhr Dr. Bltimcl: G r i e- i s ch« B r v n im Alten Museum: Pros. Pos,: Deutsche Kunst im ,8 e i t a l t c. E o e t h e ä im Teuffchcn Museum: Dr. Naumann: Lsrilanische Hochkulture» im Museum für Bölkerlund«. Wer hofft aufs Dritte Reich? Wie ein Obernazi seine Arbeiter um ihren Lohn betrog Der langjährige Borsttzende des Deutschen Segler-Berbaudes. Dr. W. Rakeuius. Mitglied der Nationalsozialistischen„Arbeiterpartei", hat kürzlich den Borsch dieser straurm„nationalen" Organisation niedergelegt— oder niederlege« müssen. Nicht aber wegen seiner Begeisterung für Hitler und seiner »atchnal-„sozialistischeu" Parteizugehörigkeit. To etwas wird im Gegenteil im Deutschen Legler-Verbaud so gut gelitten, das, man es damit bis zum Vorsitzenden bringt. Dieser Rakenius war mit seinem Bruder Inhaber der Bnchdruckerel Albert Henning, Holz markt strafte S7. Ueber die Unternehmertätigkeit dieses sportliche« Ober- «azis wird uns vom Personal der Firma Albert Henning geschrieben: „Die Lngestellteu und Arbeiter dieser Nazifirma bekamen ihren verdienten Lohn nur in kleinen Raten von 2, Z, S und auch mal lv Mark ausgezahlt. Natürlich wurden alle Leute unter Tarif bezahlt. Wenn nun ein Arbeiter oder Angestellter klagen wollte auf Auszahlung feines Verdienstes, so kam der „Akademiker und Rittmeister" und gab den Leuten sein„Ehren- wort als Akademiker, Offizier und Ehrenmann" und erklärte, daß keiner seiner Leute das Geld verlieren würde, er würde Ehrenmann sein, vom Scheitel bis zur Sohle. So ließen die Leute sich immer und immer wieder von der Klage abreden, trotzdem es üblich war, daß ein Teil der Belegschaft mit seinem Lohn vier bis fünf Monat« im Rückstand war. Anfang Februar riß der Naziakademiter aus und ließ das Geschäft einfach in Stich. Jetzt beantragten die Gläubiger den Konkurs, der wegen Mangels an Masse abgelehnt wurde Die Arbeiter und Angestellten verlieren ihren ganzen Der» dienst, darunter sind Leute, die diesem Obernazi 44 Jahre gedient haben. Der nationalsozialistische Ehrenmann schuldet chnen den Lohn vom November. Diese Leute befinden sich in der größten Not, sie haben nicht das trockene Brot. Der Naziakademiker aber sitzt noch immer in seiner Villa, hat dann noch Häuser in dem Zentrum Berlins und in Wannsee. Seit etwa zwei Jahren hat dieser„Arbeiterparteiler" keine Angestellten- noch Jnvalidenmarken geklebt. Die Gelder dafür hat er der Belegschaft wohl abgezogen, aber dann für seinen üppigen Lebenswandel verbraucht. Mit dem Geld der Arbeiter und Ange- stellten hat er seine Segeljacht auf dem Wannsee unterhalten. Einen Bootsmann muhte er natürlich als Vorsitzender einer so stramm nationalen Organisation haben. Das macht sich auch sehr gut In Hitlers„Arbeiterpartei". Die Kieler Woche mußte er selbstredend In jedem Jahre mitmachen, natürlich auf Kosten seiner Ar- beiter und Ange st eilten. Jetzt stellt sich heraus, daß er sogar Gelder unterschlagen hat, auch oerpfändete er Maschinen und Schriften. die ihm gar nicht gehörten. Die Nationalsozialistische „Arbeiterpartei" hält natürlich auch heute noch große Stücke auf dieses Mitglied. Soweit dieser Nazi sein Personal überhaupt bezahlte, zahlte er unter Tarif und nur„aus Stottern". Er betrog die Ar- beiter und Angestellten aber außerdem, indem er ihnen wohl die vellräge zur Sozialversicherung abzog, aber für sich oder zur Fi- nanzierung der Histerkandidaknr verwendete. Diese Brüder Rakenius hoffte u auf das Dritte Reich, das mit Diesem System". das die Unternehmer verpflichtet. Löhne und Sozialbeiträge zu zahlen,„Schluß" machen soll. Freilich kam der Zusammenbruch der Gebrüder Rakenius noch vor dem Zusammenbruch Hitlers. Aber dle„teukschen" Männer haben es bisher verstanden, fogcuannke indische Drehs anzuwenden, so daß weder die betrogenen Arbeiter noch die betrogenen Gläubiger ihnen etwas anhaben könne«. Die Rakenius hofften beslimmt, wie man uns versichert. Direktoren der Reichsdruckerei des Dritten Reichs zu werden. Das Zeug haben sie jedenfalls dazu �»e Zugend wirbt. Di« Jugendabteilung der Ortsperwoltung Berlin de» Gesamtverbandes sührte am Freüagabend im Gewerk- schaftshau» ein« Werbeveranstaltung durch, die zu einem vollen Erfolg wurde. E» war die erste große Veranstaltung dieser Art. mit Ur der Gesamtoerband vor die Oefsentlichkeit trat, um den Ellern und Erziehern den Sinn der gewerkschaftlichen Jugendarbeit zu demonstrieren. Das Programm nmrde ausschließlich von Jugendlichen bestritten. Musik, Rezitationen, Chorgesäng«, Loienfpiel« und poliiisch-satirisches Kabarett wechselten in bunter Folge ab. Ge- nosls R« i ß n e r vom Hauptvorstand des Gesamtverbondes macht« mit treffenden Worten den Erwachsenen und nach nicht organisier- ten Jugendlichen die Bedeutung der Bildung»- und Erziehung»- arbeit klar, die von den Gewerkschaften an der Proletaricrjugend vollbracht wird. Ein vielhundertfaches„Freundschaft" hallte ihm am Schluß seiner Rede au» dem dicht besetzten Saal entgegen. Bon dieser Veranstaltung ging bestimmt jeder mit der Erkenntnis nach Hause, daß sich die ar.eitende Jugend bei den Gewerkschaften in den besten Händen befindet. All« Mitwirkenden, �di«.Roten Falken", der.Jung« Ehor" die.Spielgemeinfchoft Südost" und die Kapelke der Freien Gewerkschaft»- jugend Berlin gaben ibr Beste?-um Gelingen der Veranstal- tung b'r �.eyigang 0er putzfeöernvranche. Arbeitsamt Mtte fftalt 100 Federnarbeiterinnen nach. In der Zell des größten wirtschaftlichen Elends gibt man die Hoffnung nicht auf. die einzelnen Berufsangehörigen später wieder in den Arbeitt'prozeß einzugliedern. Dazu ist Vorarbeit nötig, zumal in den der Mode unterworfenen Berufen, durch Schulung der Kräfte. Die Federnarbetterinnen waren fünf Jahre lang vollständig ausgefchallet. Die Mode bietet ihnen setzt wieder Beschäfttgung. Das Arbeitsamt Mitte hat unter Anhörung und Mitarbett der � maßgeblichen Berbänd« den Federnarbeiterinnen Gelegenheit! geboten, sich als Facharbeiterinnen für die,, jetzt gewünscht« Putzfedernarbeit nachzusch-ulen. Di« Federn! noustri« geht bei der neuen Mode völlig neu« Wege und selbst die geübteste Federnarbeiterin muß sich von der Besatzfeder- auf die Putzsederarbeit um- stellen. In einem großen Saal des Arbeitsamtes am Ctralauer Platz sitzen täglich acht Stunden weibliche„Lehrlinge" zwischen 20 und 30 Jahre und machen unter Anleitung einer geübten erwerbslosen Direktrice und ihrer ebenfalls arbeits- lojen Helferin Federnarbeiten. Der Kursus dauert ein Bierteljahr, die Arbeiterinnen beziehen ihre Unterstützung weiter und in Ausnahmefällen, wo die Wohnung allzu weit entfernt ist, wird auch das Fahrgeld zum Kursus ver- gütet! in einer achttägigen Probezeit wurden die Teilnehmerinnen auf ihre Verwendungsfähigkett geprüft. Dabei hat sich nicht die jüngere Arbeitskrast unbedingt vorzuziehen hier sind beispielsweise gerade unter den älteren geschulten rinnen der Branche die Besten zu finden. Nach Beendigung des Lehrgangs hofft man. dt« Arbeiterinnen wieder in Arbett unter- bringen zu können. Leider fehlt es an Mitteln für die produktive Erwerbslosenfürforge, um auf dem Gebiet« der Berufsausbildung auch nur frühere Einrichtungen aufrechterhalten zu können, ge- schweige denn neue zu schaffen. «t-aMche, ech-eiirt-rZ««»: 18., 1«., 1«., IT., U«ntaiw So» Bete»»«. 15. awoigz-. 1&. Natürliche Techter.� 30. Musti wk©ce!l)e.|irt. � Staatlich«, Schill«« Tü«at-r! 13., 14., 16.. 17., 1». endloi« Strah«. Daheme. Turanüot. 15. Eilt beflcm Herr. 18. Geschwister. 20. Elaviz» S-ädtisch« Oper, Eh-rl-ttcabur«: 13., 17. Frudemann Bach. 14. 15. FlLelio. IS. Die Bürgschaft. 18. Mairon 19. Rigoletto. 20.! 21. Don Bo&juoi« Theater mit festem Spielplan: Deatsch«, Theater: Bor Senn-nanteraana.— Dir ftvmikit: Hb 18. Salon Pacheco.— Dcntschce»Lastlerthratcr: Aoulett«.— Theater i» d«r Stute. wan-strah«: gn jeder Ehe.- Metraxol-Theat-ri Ein Lied der Lub�— Theater de, SSeste»»: Di» Dubarrn— Last nie Iba»»: Der Pudel b«r Madam« Sarletin.- Theater im Bdmiral- palast: Siesel tu.—«omischr Oper: Für ein, Nieder- - Für Wetter für Berlln: Vorwiegend mal: schlügen, steigsnd« Temperatur, am Tage bis über Deuischland: Im Südwesten noch kein« wesentlich« Aenderung, im übrigen Reiche wolkiges, milderes Wetter mtt Neigung zu leichten Niederschlägen 'e B/u � Theodor Sfeutf: fflülers Weg Theodor Heuß oeröfsentlicht in der„Union Deutsch« Ber- lagsgesellschaft", Berlin,«ine hiswrisch-politische Studie über den Nationalsozialismus, die„Hitlers Weg" betitelt ist. Heuß will die Dynamit, den inneren Bewegungsprozeß der faschistischen Be- wegung in Deutschland schildern; er beginnt mit einer kurzen Skizze des Münchener Putsches von 1923 und führt seine Betrachtungen bis zu den jüngsten Ereignissen Das nationalsozialistische Partei- Programm, die Staatsidee, die Frage der Wirtschaftsordnung, die außenpolitischen Ziel«, Partei-Ausbau werden in kluger, gelegentlich ironisch gefärbter Darstellung beleuchtet: ein humaner Verständnis- bereiter Grundton ist nicht zu überhören. Kann man. darf man nur Verständnis aufbringen, wo sich Gewalt. Brutalität, Terror und bewußte Unvernunft in dieser Bewegung organisiert und ge- sammett haben? Theodor Heuß bekämpft Hitler nicht, er steht zu schr unter dem Eindruck, wie hier in kurzer Zeit eine Masten- bewegung entfacht worden ist. H-uß steht selbst in keiner Massen- bewegung; es sehit ihm der feste Bezugspunkt, von dem aus er die nationalsozialistische Bewegung einordnen kann. Der Faschismus fugt sich keiner idealistischen Humanität.„Hitlers Weg" ist nicht der Weg eines routinierten Individuums oder gar der Weg einer Führer-Natur: die faschistischen Masten werden vorläufig noch von ganz anderen Kräften zusammengehalten, aus die Theodor Heuß bezeichnenderweise erst am Schluß seiner Schrift einzugehen versucht. Es ist unmöglich, im Rahmen einer kurzen Anzeige eine Soziologie des Nationalsozialismus zu entwerfen; dies ist um so weniger not- wendig, als soeben S v e n d Riemer in der„Arbeit"(Februar- Heft)«Inen ausgezeichneten Beitrag zur Soziologie des deutschen Faschismus veröffentlicht hat. Wenn Heuß«inen wesentlichen Teil der Schlagkraft der NSDAP, aus die Selbstfinanzierung durch die Mitglied« zurückführt, so sprechen gewichtige Gründe gegen diese Behauptung. Ein offener Brief des Kapitänleutnants Mücke an die Reichsleitung der NSDAP., der asterding» von Heuß nicht angeführt wird, charakterisiert die Selbstfinanzierung etwas deutlicher. In diesem Brief heißt es:„Herr Hitler ist im Lauf« der letzten Jahr« mehrmals nicht imstande gewesen, mir gegebene bindende Lersprechungen gegen den Willen des sächsischen Gauleiters, des Spitzenfabrikanten. Herrn Mutfchmann. durchzu- drücken. Ich verspreche mir nicht« von der Zukunft einer Partei, deren Führer sich nicht einmal innerhalb der Partei durchsetzen kann, wobei ein offenes Geheimnis ist, daß der Einfluß de» Herrn Mutfchmann darauf beruht, daß er als reicher Fabrikant Herrn Hitler sich finanziell verpflichtet, bot...DI« NSDAP ist voll- kommen vom Geld« abhängig." Dies zur..Selbstfinanzte- rung" dieser Partei. Wir haben von Karl Marx gelernt, daß auch die objektive Analyse zur vernichtenden Anklage werden kann. Theodor Heuß' Verhättnis zu Marx ist jedoch nicht so ver- traut, als daß er sich diese Methode zu«igen gemacht hätte. _ J. P. M. Theater der Woche. Vom 13 bis 21. Marz 1932. falle.—«ote-Theötrr: Seitchen©eben. 20. 18 und 21 Übt.©Stter unter(ich. - Tbrater in der«lostrrstraße: Bis 15. Liebe,«b 16. Pfarrha-lscomSdie.— Schlo�p-el Tdeater Steglitz: Der Waffenschmied.*b 16. Die Blume Don Sawai. — Blara: Bis 15. Friederike. Ab 16. Wie einst im Mui.— Lleln. Wintergarten: Internationales Bortet*.— Zieich«tz-le» Thea:«: Stettiner Sänger. Nachmittagsoorstellungeu: Ballsbühne. Theater am Bstlswplatz: 20. Bnbrollu, und der LSw«.--- Retropal-Theater: 13., 20. Die Fledermaus. Theater des Sestens: 13., 20. 1414 Uhr. 19. 16H Uhr. Sai au» der sttst». 16., SU. 17 Uhr. Du Dubarrn.-» Samilche Oper: 20. Für eine schöne Frau.— 13.. 20. 1611 Uhr. Traum einer Nacht. IS., 20. 14 Mar und M.rttz.—»leineo Theatee: 13., 20. Die IL.. 19 18 Uhr. 20. 15 Uhr. Settchen Gebert.- Theater in bei«lost; 18. Büchie der Pandora. 14.. 15. Wilhelm Teil.- Plaza: Bis 1». grteberile. M» 16. Wie einst im Mai.— Stola: Internationales Variete.— Sinter- rtn: 13., Id., 20. Snternationales Bortet*.— Reichs hallen- Theater: lt.. Stettiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Mittmach. Lindenoper: Andre mache.— Theater in bat Stresemanastraße: Da» End«»cm Lied— D t«« o rn 6 b l«: Solo« Vacheco.— Theater in der«1 oster str atz«! Pfarrhanrtc mödle.— Donnerstag, ä r a l l: Prcmetheus— Pandora.— Freitag. Berliner Theater: Die Kamarilla. teater am Zlallenbarfplatza it.«.erQh. Sbaw mit Ke.11 Bnmtui und Otio Wallburg •�egie; Ü H. MartiD StaatL SdilDw-rhot« H Ohr Die enniose SiraBe Theatar nioiiendortpiau Pallas?6» räalich 85« Uhi Traumeinerfiaclil üpeictiL m j AK(«i e.lilffa'ff u. Kerl Behr Madt von Hans Ma) 'egie■ Hei« Saite* bürg siufneniiidiCBü jeder An Uefert prelswen Paui Golletz »ermel» Robert'"r' rtariannenatr. 3 OborMMi>303 — meine* rn.— Truppe 1991. l egi. Sb, Ubi mause!aire reise 75 PI.— 5 61 Sonntag uachmittags 4 l'hi halbe Preise ♦•.uh» CASINO-THEAlER�.m» Uothrinaer Strohe(7. Operette. 9 ar et« Pooae! u a< l,»roa JInalksl-Akt Die Operette: Gestrandet Der Berlin Komiker Hera. Daran»» Zum SchluS der neue ScbUgei Oer Naan mit den zwei Frauen juuebem 1-« Personen Paiketi 4u Pk, »auieuii I.— Mark Sessel i.M< Mark. Alexandsrplatz Neue Kgnigalr.g* föelfage Sonnabend. 12. März 1932 ßetftatt flettmann SHoUatt 5�» tfebehictite det tyVoc&e Buh aCdet ößthict „Da na der Aönigsmarck kamb vor Pqhrentorfs vivtt Remtern bnndt Feltschlanacn f lao Herr Chrisliau Hansiz auff den Tod/ eS bewassnete aber H. Christians sehn Brnder/ Herr Wulsf Hansis/ so eyn alder wcymarischer Lbrister war/ die Knechtt l vnndl stellcle ste wider den Schweden. Bnndt der KönigSmarck zog weiter/ also daß es all« cva Wunder war.. cintraeuna ns Kirchenvu h von Dahrendorf bei debüre vom Jahre'MS. Achtzehn Jahre war ich alt— da ergriff mich jener Wunsch, der jeden einmal, früh oder spät, ergreift: der Wunsch, um die Vergangenheit meiner Familie zu wissen: zu wissen, wer meine Vorsahren waren, und was sie mir mitgegeben hatten an innerem Erbe in diese verwirrende Gegenwart So zog ich. weil mir für eine schriftliche Erledigung das Geld fehlte, zu Fuß von Stadt zu Dorf, von Mitteldeutschland nach Norddeutschland, studierte in den Stuben mehr oder minder wohlwollender Piarrer die Kirchenbücher und fand mich wenigstens in der Geschichte meiner Ahnen mütter- l'cherseits zurück bis weit hinter den dreißigjährigen Krieg. E- fing bei Proletariergenerationen an, ging in Bauerngeschlechter über, verlief in altem Landadel, vielfach schwankend zwischen arm und reich, stark und schwach, böse und gut. Und es kam eine Sonn- tagnachmittagsfwad« da faß ich in der Superintendantur Bahren- dorf über der seltsamen Notiz vom alten Obristen Wulff hansis— den Edelhof Bahrendorf hatten die„chünse" damals besessen Ich schrieb mir die Anmerkung auf, ohne daß sie mich damals sonder- sich ergriff., Und heute, noch zwölf Jahren.-m diesen Tagen einer für jeden einzelnen entscheidungsschweren Wahl, kommt sie mir plötzlich wie- der in den Sinn und scheint mir für diese Entscheidung eine Be- deutung gleichnishaster Art zu haben: so will ich denn darzustellen versuchen, was sie an Geschehenem enthält, im Glauben daran, daß in dieser Märjtooche des Jahres 1932 auch ein Ereignis aus dem Jahre 1348 feine innere Aktualität haben kann. » Im Juli 1639 stirbt zu Neuenburg am Rhein Herr Berichard von Sachsen-Weimar an der Pest: dos Volt freilich glaubt, man habe ihn vergiftet: es liebte ihn als den„Deutschen Herzog", obwohl sich seine dynastischen Interessen mit den Notwendigkeiten Deutschlands nur zufällig deckten Ein Teil seines Heeres, derjenige nämlich, der an der Persönlichkeit des Führers hing, nimmt keine anderen Kriegsdienste, sondern verläuft sich. Zu ihm gehört der Obrister Wulfs Hansis. Zehn seiner Reiter schließen sich ihm an, und er schlägt sich mühsam durch das kriegswunde Land vom Rhein bis ms Magdeburgische, wo der Hof der Hänse liegt. Der Bruder Christian glaubt an Marodeure, als er die elf verwahrlosten Gestalten heranrücken sieht, und erkennt den Wulff erst, als der feinen Namen sagt. Christian wird blaß: er ist der um viel« Jahr« jüngere: Wulfs war Erbe des Hofes, aber den packte»nno 1613 die Kriegslust, er rüstete sechs Knecht« aus und nahm sieben Pferde und zog davon und lieh den also biller ge- schädigten Hos seinem Bruder. Will er ihn nun wieder haben, will er ihn»robern mtt seinen zehn wilden Gesellen— jetzt, nach zwanzig Jahren? Wulfs jagt nichts darüber. Er bietet fem« Retter dem Bruder als Knecht« an. Christian weiß nicht, ob«ine Drohung dahinter steckt: in jedem Fall ist er wehrlos, und Mangel an Leuten hat er wirklich, zwanzig Jahre Krieg haben arbeitende Menschen rar gemacht: er spricht ein mürrische« Ja. Ein lärmend«, Laben be- . ginnt ans dem Hof. Die neuen Knecht« gehorchen Christian schlecht und recht: wenn sie nicht betrunken sind, arbeiten ste leidlich: Wulfs kümmert sich um nicht», sitzt am Kamin in der Deele und wärmt seine rheumatischen Knochen: es bleibt ungewiß, ob er sich als Herr betrachtet, der feiern darf, oder ob er feiert, weil er nicht Herr sein darf... Zu den rohen Streichen aber, mit denen seine Leute da» Dorf ängstigen, hat er nur«in rauhes Gelächter. Auch die Prügeleien der Knechte untereinander werden immer häufiger Christian muh sie gewähren lasten: was ist der Dauer gegen den Soldaten— und Soldaten waren sie noch immer, roh, gewalttätig, finster, lärmend, wenn sie auch ackerten.. Mit den Iahren haben sich zwei Parteien gebildet, fünf gegen fünf- die «in« Hälfte, meist au» Bauernhäusern stamtnenh, hat doch allmäl)- lich den heimatlichen Ruch der gepflügten Erde wieder empfinden gelernt, hat chre noch scheu verhohlen« Freude am Säen und Ernten: die andere, leider aus den Stärkeren, Wilderen bestehend. kann das Landsknechttum nicht vergesten. lauscht gierig jedem Gerücht von den Ariegsläusten. schmiedet oft Pläne, wieder los- zuziehen und Kriegsdienst zu suchen, wird immer aufsässiger. Der Obrister hat auch für die Streitereien nur sein undurchsichtiges eI5®i«r durch ein Wunder bleibt Dahrendors viele Jahr« lang vom Krieg verschont. Die Scharen Bannär». die dem Weimarer Herzog verbündet waren, sind abgezogen,»annär selbst ist tot: Torstenson den sie m einer Sänfte tragen, und der dennoch ein so beweglicher Feldherr ist zog östlich von Magdeburg vorbei. Während da» geschah, ist der alt« Obrister auf einen der Sülze- berge gestiegen und hat nach Osten geblickt und nach Osten gewittert. all leine. Sinne haben D-nnerw-h-n und Brandgeruch gesucht— dann ist er fluchend heimgekehrt... Christian indesien reibt sich auf im Kampf mit d«n Gesinde. und anno 1647 legt er sich nieder, krank.�usf den T°d... Wulfi läßt sich herbei, die notwendigsten Befehle zur Verwaltung de» Hofe, zu geben. Aber man sieht«S feinem S-sicht an. daß er es o�nc ftreubf hit Man schreibt den 13. März 1648— da stürmen zwei Knechte in die Deele de» Hansenho'e«. an deren Kamin wie immer Wulff einsam sitzt Der»m« nimmt militärische Haltung an. wa» er seit Iahren nicht mehr tat. aber unmtlitärisch erregt überjagen sich seine Worte: ..Soldaten— Soldaten! Schweden. Herr— aus d«r Straße von Magdeburg!" „Wenn sie noch aus der Straß« blieben!", sagt« der ander« Knecht, denn er gehört zu den friedlich gewordenen Fünf,„aber sie reiten durch die Wintersaat!" „Sind doch Soldaten", lärmte der Krtegerifch«.„sind doch keine Bauern können reiten, wo«» Ihnen gefällt!" Der alte Obriiter ist ausgestanden.„Wieviel sind«-?" „Noch nicht viel. Dreißig vielleicht. Ein Offizier dabei." „Bestimmt Schweden?" „Bestimmt Schweden— unser« Verbündeten Herr.* Der Knecht ist plötzfich wieder Landsknecht, weimarischer Landsknecht. Da ist auch Wulff wieder Soldat.„Auf di« Pferdes, schreit er heiser.„Sind Panzer und Waffen noch da?" „O ja. die find noch da..." „Wir ziehn los!" sauchzt draußen der Knecht.„Wir ziehn dem Schweden zu!" V Eine halbe Stund« später sind sie aus der Stroh« nach Magde» bürg. Aber wo der Hansensche Besitz aufhört, läßt der Obrister f-'lten. Er ist tn Uniform wie die zehn anderen. Die Schweden sind heran. Einer reitet vor und ruft: „Feind oder Freund?" „Freund!" schreien fünf und schwenken di« Lanzen. Da brüllt Wulff plötzlich: „Maul hallen!" Und er rellet dem Schweden entgegen.„Sage deinem Obristen: So lange seine Pferd« auf unseren Saaten rum- trampeln, sind wir Feinde. Wenn sie sich der Straß« bedienen. können wir Freunde werden." „Von wem soll ich das sagen?:" fragt der Schwede verdutzt. „Das erste von dem Bauern Wulff Hanfes. Das ander« von Wulff Hanfes, herzoglich weimarischer Obrister." „Also, es bleibt dabei?" fragt der von Königsmarck den Hansen bösen Tons. Ei« halten noch immer da, wo die Straß« nach Magdeburg Hansenschen Boden verläßt: hinter dem König»marck die dreißig Schweden, und von ferne kündet ein« Staubwolke die größere Haupttruppe an: hinter dem Wulff die zehn Knechte. Sie verhandeln feit einer halben Stunde „Es bleibt dabei", antwortet Wulff Hansen.„Die Straß« stell« Ich zur Verfügung, Hans Christoph. Jedem Betreten der Aecker, der Höfe und Häuser werde ich mich widersetzen." „Mit deinen zehn Knechten, Wulff?" „Mit meinen zehn Knechten." „Wulff, gib nach. Wenn wir nicht zusammen Leutenants ge- wesen wären beim Bernhard— ich hätte dich längst überritten. Du weißt es" „Versuch's." „Seit wann hältst du dich zu den Knechten, Wulff? Bist allzelt ein guter Soldat und Obrister gewesen. Kannst General bei mir werden." „Umsonst die Worte. Hob's dir ja gesagt: wenn mein Bruder wär gesund und könnt seiner Haut sich wehren, wäre ich dir viel- leicht zugezogen. So stehe ich für Bahrendorf wie du für den Oxen- stierna. Also steh ich für Häuser und Menschen und Bieh und Korn. Für wa- stehst du, Hans Christovh?" Der von Königsmarck blickt sich um nach dem Haupttrupp. Der ist noch well. Er muß ein Gemetzel hier trotz seiner Uebermacht van zwanzig Mann vermeiden Dieser Dickschädel hier scheint zu allem entschlasien. Er muß Zell gewinnen, bis die anderen heran sind. „Versteh dich sa. Wulss... Bin ja selbst aus der Mark, aus Wulkow. Hab da auch Hof und Land.. Ist längst verwüstet. Lohnt sich doch nicht, dafür dummes Zeug zu machen. Ist kein sol- datisches Verhatten." ,Lab anders denken lernen. Hans Christoph. Ich denk, eine Schande ist es auch für einen Soldaten nicht, wenn er steht für die. fo ihm anvertraut stnd. Dies Land soll nicht auch verwüstet werden, wie das deine zu Wulkow. Zieh durch Bahrendorf und raste in Hornhauien. Ich rat es dir gut." „Und wenn du es nur vermöchtest, würdest du mich auch zu Hornhäuten nicht plündern lasien..?" Wulff Hanfes blickt über di« Felder, über schwarze Erde und grüne Saat, wie träumend Und dann saqt er schwer: „Nirgendwo in ganz Deutschland würde ich plündern lasien. wenn ich die Macht hätte. Nun nicht mehr." „Bist deinen Kameraden untreu worden, Wulff!" „Nicht untreu meinem Volke." „Deinem Volke von zehn Mann..." „Möcktten leicht mehr werden, wann sie Einsicht hätten." „Ich soqe dir Feindschaft an. Wulff Mir ist's bitter." „Mir ist's nicht süßer.— Und ich muß schlagen, eh daß deine Truppen heran sind. Wirst's einsehen. Willst freien Zug durch's Dorf, oder willst Kampf?" „Wirst sterben daran." .Ich gewiß Du vielleicht— auch." Der von Kömg-mark atmet schwer. Er wägt Natwendiakeit i gegen Stolz. Der Stolz gebietet ihm zu schlagen. Die Notwendig- j kell gebietet's nicht. Und er blickt auf den alten Obristen und ent- deckt etwas in sich, das verbietet sogar den allzu leichten, allzu ruhmlosen Kampf:. „Nur wegen unserer alten Kameradschaft— wir ziehen durch, Wulfs." .Ist gut. Hans Christoph. Ich glaube dir." Dies„Ich glaube dir" zerstört in der Seele des Königsmarck den letzten Hinterhalt. Da wendet sich der Hanfes zu den Seinen:„Eins noch. Wer mit dem Königsmarck ziehen will— ich gebe ihn frei." Nach einer Weil« drücken sich fünf hinüber zu den Schweden... Eine Stunde später ziehen die Truppen Königsmarck? durchs Dorf—„Reutter vnnd Fellschlangen." Der alte Obrister sieht ihnen nach. Lockend wehen die Banner. Da« Rumpeln der Trainwagen ist wie dumpfer, männlicher Gesang. In den alten Augen ist etwas keucht. Mit hartem Ruck wendet er sich endlich um und tritt mitten unter die. die bei ihm blieben. Gen Prag zieht der Königsmark, ein Soldat unter tausend Sol- baten. Vor dem Hof zu Bahrendorff steht Wulff Hanfes, ein Bauer unier fünf Bauern. „Es ist alss eyn Wunder", schreibt der zitterige alle Pfaff ins Kirchenbuch von �Vahrendorf. „Es ist alss eyn Mann gehandell", hätte er schreiben sollen. SiaCt Soidat Hhoto&th Wusung Es war Rächt im Februar. Die Herren vom Völkerbund schliefen in ihren Hotelbetten und die Finger der Z«iwng»s«tzer liefen wie irrsinnig über vi« Tasten der Maschin«. 178 692 Arbeit»- lose in Chikago.... elf Selbstmord« tn Wien.... Polizei schießt auf Demonstranten.... Politisch Inhaftierter springt vom vierten Stockwerk des Budapester Gefangenenhauses.... Japan wahrt fein« Interesien in der Mandschurei..... An einer Straßenccke Berlins diskutieren zwei angeregte Herren über die Temperatur des Champagner» Zwei Zylinder, zwei Uederröck«, zwei Paar Lackschuhe, zwei Cutway», zwei Seiden- krawatten und zwei sprühende Brillantknöpse standen im Streit und konnten nicht einig werden. Sie fuhren dann i«d«r in seiner Richtung nach Hause und die Frag« ilieb vorläufig ungelöst. In d«. selben Nacht faßt« der kaiserlich japanische Soldat Hideo Kiroto zwei Zwiebccknpp«n, einen Trinkbecher kalten Tee, sechs Gurt« für fein Maschinengewehr und den Auftrag, noch vorn zu gehen. Um drei Uhr früh lag Kiroto zwischen einer Wirrnis von Stacheldraht in einem Granattrichter, genau fünfzig Meter vor den chinesischen Sandsäcken von Wusung. Der Rest der vierzehnten Brigade hing im Draht und sein Blut war zu Klumpen gefroren. So war Kiroto. der niemal» den Song der Kirschblüten gehört hatte, auf der Streck« geblieben. Vorn an der Brust hatte«r ein winziges Loch, so klein, daß ein Militärarzt sicher sagen würde: „Dieser Mann da simuliert nur!" Und rückwärts schienen zwei Hände zu klein, um den Ausschuß zu decken. Am Himmel brannten di« Stern«, die grausame Käst« stach mit frostigen Nadeln, und es war niemand da. der diesen schweißvcrllebten Kopf und die zitternde Bangigkeit eines str.benden Soldaten in feinen Schoß gebettet hätte. Kein« Mutter, tem« Schwester: niemand kam zu ihm mit unsagbar weichen und linden Händen, um den Schmerz zu stillen, um zu verhindern, daß dt« Füße und Hände langsam erfroren und daß die Erde unter dem heißen Strom sein«? Blutes taut«. Kein Gott stieg vom Himmel, und es war kein Mitleid da und feine Sonttät. kein General und kein Weltgericht. Es waren nur lauernde Augen da drüben hinter den Sandsäcken und da»„Phütt* der Kugeln strich über den Rand d?» Trichter» Kiroto wollt« sich erheben, aber es ging nicht. Es schien ihm. als wäre fein Leib schon an die Wand dez Trichter» gefroren und die Erde ließ ihn nimmer lo». Die, Erde— sa, dl« Erde! Früher einmal hätte er gern«in Stückchen Sand leszsien:«in kleines Stückchen nur. Er hält« noch zwanzig Jahr« in der«attunfsbrik gearbeitet und gespart, und Hlrito. das klein« Mädchen, hätte ayf ihn gewartet Aber da kam dieser Krieg, der eigentlich kein Krieg war, und plötzlich war das Le«n in einem Gronattnchter zu- lammengefallen. Er hatte ein Stückchen Sand bekommen, zuge- wiesen durch den Kaiser, den General und di« Mzrnltton-Iieferonten. Aber welchen Zweck— welchen Zweck. Kiroto. kann nun dies« Sache haben! Und plötzlich überkam den kleinen Jap die Erkenntnis, daß sein Sterben gar keinen Zweck hatte, uud auch nicht der Tod der Chi- nesen und nicht der Deutschen. Franzosen, Amerikaner. Russen und Engländer vor vielen Jahren Wenn er da, Land bekam, dann war e» nur ein Massengrab. Und so schrie»r«« hinein tn di« beißende Kölle dieser Nacht, schrie es hinauf zum Sternenhimmel. schrie es hinüber zu den Fleischklumpen im chinesischen Stacheldraht —„General! Soldat Hideo Kiroto fragt dich, welchen Zweck hat dieser Krieg!" Da war kein General und da kam keine Antwort. Dieser Schrei zwischen Toten verhallt«, nur die Erde nahm ihn aus und trug chn weiter, d!» StacheSrähte zwischen Schapai, Wusung und Schanzhai flüsterten, und wo ein Sterbender zu Boden siel, da raunte ez ihm di« Erde zu, und wo ein Soldat lm Draht hing, da vernahm er da? seine Eiligen und immer war es da» gleiche:„Es hat keinen Zweck'" Der Tod war barmherzig: eine kurze Bewußtlosizkeit umfing Kiroto. Er sah Spuren im Schnee und die waren von Hirita, dem kleinen Mädchen. Sei schienen leichtfüßig hineingetrippelt, wie von einem Dözelchen. und w» her Schnee aushörte, dort war der Boden von weißen Blütenblättern bedeckt, und es mußten doch solche von Kirschblüten sein! Ein starker Dust wehte herüber. Und hinter jener halbzersallcnen Hütte aus Korea kam sein« Mutter hervor und st« wuchs und sie wuchs bis chre Schultern in den Himmel ragten. Sie schritt schwerfällig über dl« Kirschblüten, dann ging sie mit nackten Sohlen über den Schnee und kam geradewegs auf Kiroto zu. Ihr« harten Lippen riefen den Namen und die ganze Welt gab das Echo. ...Hideo— Hideovo!" Aber plötzlich wurde Kiroto wieder wach, wurde wach, wie er es nie in seinem Leben war. Feindselig stand di« ganze Well vor ihm. Die Rufe kamen nicht von seiner Mutter, e» war das entfesselt« Heulen, Zischen, Brüllen und Stampfen der schweren Granaten, e« war da» dumpse Knallen der Aevoloerkanonen. das harte Bellen der Maschinengewehre und das Keuchen der Flammenwerfer. Ein Tropfen vom eisernen, glühenden und flammenden Regen schlug Kiroto die linke Schüller zu Brei. Der Schmerz hämmert« den Soldaten. Tränen flössen aus seinen Augenhählen und liefen zur Erde. Klrpto stammelte«in Wort in die erbarmungslos« Nacht-- „Mutter!" E» war als hätte die Erde geschluchzt. Und nach einmal—— „Mutter!" Da» Wort erschüttert di« Lust. Kiroto stemmt sich mtt den Füßen gegen die Erde und will sich ausrichten, er fällt zusammen. Sein« ang« ruht nun auf hart- gefrorener Erde und er wimmert. „Mutter!" Das Wort brennt sich in den Himmel. Kirotos letzter Blick um» faßt die Sterne urch er steht, wie sie all«, alle von ihren Plätzen gleiten, zusammeneilen, um dos Wort in den Himniel zu brennen. Dort löste stch die Milchstraße auf. da drüben der groß« und der klein« Bär, dl« Waage, das Sternenbiß» des Skorpions— st« all« leuchten nun als Flammenschriit und es ist«in einziges Wort. „Mutter!" Nur der Polarstern blieb einsam am nachtblauen Himmel: aber plötzlich kam auch er in Bewegung. Er wurde immer größer und größer, wurde zur wirbelnden, leuchtenden Scheibe, näherte sich rasend schnell überdeckte d!« Erde und löschte den letzten Seufzer de» kaijerUch japanischen Soldaten Hideo Kiroto. iener sind anoeKommen! Sie W i e n e r sinK wieder in Berlin! 24 Arbeiterschwimmer und-schwimmerinnen sind zum zweiten Mole vom Strand der schönen blauen Donau nack, Berlin gekommen, um mit chren hiesigen Genossen den Städteschwimmkamps Wien — B e r l i n auszutragen. cheute morgen haben wir sie vom Anhalter Bahnhof abgelioll; frisch und vergnügt, wie Wiener immer sind, kletterte der Schneider- Ton> an der. Spitze seiner Betreuten als Erster aus dem Wagen, um mit einem kräftigen„Freundschaft" die Ber- liner, die sich in stattlicher' Zahl zum Empfang eingefunden hatten, zu begrüßen. Und dann gab's ein Händedrücken und„Freund- schaft"- und„Frei-cheil"-Wünschen, so wie es unter alten lieben Freunden, die sich feit längerer Amt' wieder einmal sehen, üblich ist. Sic kommen in schwerer Zeit, die Gäste, und das erst« Wort war: Wie wird's morgen bei der Reichspräsidcntenwahl werden? Sic haben tröstliche Äersicherungen von den Genossen der Eisernen Front bekommen.' Sie hoben es gern geglaubt, denn sie kennen Deutschland und seine organistcrte Avbesterschast. Erst im vergangenen Sonimer bei' der Olympiade in Wien haben die öfter- reichischen Freunde ZOOOY deutsche Genossen kennen gelernt, da- mals wie heute wünschte man gegenseitig, daß die Grenzpfähle, die die Brüder noch immer trennen, recht, bald verschwinden mögen. Das ist auch heute unser Wunsch und unser Gruß an die Wiener! Was die Wiener in sportlicher Hinsicht in Berlin vor- haben? Der Schneider-Ty'ni hat uns schnell, ehe er ins Quartier abrückte, einige Aufklärungen gegeben. Dia lange Frouenstafsel wollen sie unbedingt gewinnen. Sie haben, ganz vorzüglich« Brust- schwimnerinnen mitgebracht, die 100 Meter in 1.37 Minuten ohne weitere« durchschwimmen. Der Mannschaftsführer aus Berlin mußte zugeben, daß unsere Berliner Frauen unter 1.10 Minuten nicht herunterkommen.. Einen besonders schönen, ober auch schweren Kamps wird es in der Männer-Lagenstaffel geben. Die Wiener haben auch hier ihre Stärke in den Brustschwimmern, die 1.17 Minuten für 100 Meter gabrauchen und in Berlin kaum Gleich- wertiges finden werden. Die Erawler beider Städte dürsten gleichwertig sein, und Hawlik-Wien und Grühn-Bcrlin werden Kopf-on-Kopf-Kämps« liefern. Dabei wird es kaum eine Rolle spielen, daß die Wiener immerhin durch die Bahnfahrt etwas gehandikapt sind. Sie wollen zwar in chrem Quartier— nicht in einem erstklassigen teuren Hotel, wie es die Bürgerlichen stets verlangen, sondern im großen Jugendheim der Stadt— noch etwas Schlaf, nachholen, aber, und wer kann es ihnen verdenken, Berlin zieht doch etwas! Im Springen wollen Stadlmeyer und Dirmhirn unsere Nachtigall und Whn schlagen. Daß man in Wien. springen kann, haben die Le- sucher der Olympiade wirklich feststellen können. Als bei einem Propagandchchwimmsest die Wiener von einer 18 Meter hohen Brücke in den Donaukonal sprangen, blieb einigen Berlinern doch die Spucke weg. Aber hier haben wir zum Glück nur 10-Meter- Bretter und da sind alle darauf trainiert. Für die Crawlschwimmen stehen den Wienern zur Verfügung: Mosel. Kunz, Porkaus, Kneisl und Zrzawecky. Brustschwimmer sind Bayer, Rab, Sztrakaty, Hölzl. Brust- und Crawlschwimm- konkurrenzen der Frauen werden die Wienerinnen Eßmann, March- Hardt, Obenaus und Schweiger bestreiten. Als Rückenschwimmer ist Hofböck mitgekommen. Das Turm- und Kunstspringen werden be- streiten: Stodelmayer und Dirmhirn. Di« Wasscrballmoiinschost steht unter Führung von Dr. Hummel und setzt sich aus Sedel- maycr, Lampe, Howlik, Rosenberger, Eapek und Dornstauder zu- sammen. Mannschastsführcr wie immer: Anton Schneider. Jedenfalls wird heule, um 20 Uhr. im Stadibad Serichl, straße, und morgen, Sonnkag, um lg Uhr, Im Lunabad allerlei zu sehen sein. Verlins Arhriierschafi wird die wiener Gäste durch Massenbesuch zu ehren wissen! Sport am Sonntag Bei den Veranstaltungen im Arbeitersport nimmt der Städte- kämpf Wien— Berlin der Schwimmer den ersten Platz ein. Die wiener sind m-l ihren besten Leuten, darunter i Frauen, erschienen und Berlin wird sich sehr strecken müssen, um. bestehen zu können. Jedenfalls lautet für Anhänger des feuchten Sportes die Parole: heute. Sonnabend, 20 Uhr, Stadtbad Gericht- straße, morgen, Sonntag, 1? Uhr, Wellenbad im Luna- park. Das Musikkorps der Freien Turnerschasi Graß-Berlin gibt am Sonntag im Saolbau Friedrichshain«in Orchesterkonzert, das unter der Leitung seines Dirigenten Wolter ganz vorzüglich zu werden verspricht. Darüber hinaus bringt eine Bühncnschou erstklassiger artistischer Kräfte eine reiche Abwechslung. Noch Erfüllung der Wahlpflicht werden hier jedem Stunden froher Erholung geboten. Der Derein Hot dafür Sorge getragen, daß die Verkündigung der Wahlresultate unverzüglich erfolgt. Der heutigen Zeit entsprechend ist der Eintrittspreis auf SO Pfennig festgesetzt. Beginn 17 Uhr. Karten nur im Barverkauf bei den Funktionären oder in der Ge- schäftsstelle des Verein?, Berljn NO. 18. Lichtenberger Straße. 3. Telephon E 3 Königstadt 365fi. Die angekündigken Fußball-, Handball- und hockeyspicle finden programmäßig statt. Freie Turnerschafl Britz 88 sucht für seine erste und zweite Fußballmannschaft zum Sonntag, 13. März, Spiele aus Gegners Platz.' Angebote an Kurt Kalweit, Neukölln. Emser Straße 83. bei Parnemann, oder telephonisch von.19 bis. 20!� Uhr.unter F" 2 Neukölln 1805.' Die Freie Sportvereinigung Fichte oeranftallct auf dem Käß- bach-Sportplatz einen Wcrbespicltag und hat sich dazu Manchchosten von FTGB.-Süden, FTGB.-Lichtenberg, Eiche-Köpenick, FT.-Bricst- lang. Frei« Schwimmer Fälkensc«, Turnerschaft Luckenwalde und zum Hauptspiel die FT.-Lugknitz aus dem 16- Kreis, Lausitz, eingeladen. Das Hauptspiel steigt um 15.20 Uhr und wird einen interessanten Verlauf nehmen. Sehr spannend dürft« noch, Das Iugcndspiel zwischen d«m Beranstolter und Eiche-Köpenick sein, das um 11 Uhr beginnt. Di« ersten Spiele beginnen schon um 9.30 Uhr. Trabrennen zu Marlendorf. Die zweite Veranstaltung auf der Mariendorfer Bahn am Sonntag verspricht wieder ausgezeich- neten Sport, da das interessante Programm in den meisten Kon- kurrenzen Riesenfelder an den Start bringen wird. Die Rennen beginnen wieder um Iis? Uhr * Der Bezirk Sarlsharst der Freien luruerfchos« Sroß-SerNu yeranstaltet Dienstag, IS. März, ein öffentliches Turnen in der Turnhalle Treskom-Wee. 44. Bon 19 bis 20 Uhr werden Linder ihr Können zeigen, während von 20 bis 22 Uhr die Er» machsenen Gymnastik nach Musik, Turnen und anderes bieten. Im Werbcmonot März wird kein Eintrittsgeld erhoben. Der Arbeiterfchwimmvereln Möwe veranstaltet Mittwoch, 16. März, im Stadibod Neukölln, Ganzhoserstraße, ein Abend- schwimmfest. Ansang 19 Uhr. Der Arbeiterschaft wird■ bei diesem internen Schwimmfest erstklassiger Sport geboten werden., Wcrbewoche der Freien Sporkvereinigung Pankow. Am TOon- tag, 14. März, um 20 Uhr, werden die Frauen- und Jungmödchen- Abteilungen mit einem reichhaltigen Programm unter Musikbegleitung' die Vorführungen eröffnen. Am Dienstag, 18 Uhr, sollen die Jüngsten das schon Gelernte zeigen. Die Männer- und die Iugendabteilüng wird am Freitag, um 20 Uhr, erneut beweisen, daß dauerndes Training zum Ziele führt. Den Abschluß bilden die- Fußballer, Handballer und Hockeyspieler am Sonntag. 20. März. auf dem Kissingenspörtplatz. .Ardeiterdoxer im Ring Ah-Weddings erster Start Mit einem guten Programm konnte der bundestreue Sportklub A l t- W e d d i n g an seinem ersten Boxkamplabend aufwarten und auch zugleich einen recht guten Publikumsersolg ver- zeichnen. Leider war der stärkst« Gegner Lichtenberg-Friedrichsselde 04 in letzter Mimite zu einem Städtekampf nach Hannover verpflichtet worden, aber vollwertiger Ersatz war zur Stelle, so daß alle Kämpfe glatt und pausenlos durchgeführt werden konnten Gleich im ersten Kampf, einem Troiningekamps, ging es recht hart zu: beide Gegner, Reimers-iKO. gegen Toinan-W., wollten es Schlagt Hitler! Arbeilereporiler. bedenke morgen znr Reichs' Präsidentenwahl: Es geht um deinen Verein, um de nen Sportplatz, um deine Turnhalle. Es geht um die Sportverbände, um die gesamten freien Arbeiterorganisationen. Hitler will sie zerschlagen! Seid auf der Wacht vor denFaschistcn! Kämpft in der Eisernen Front! Wählt Hindenburg! wissen, und doch blieb das Treffen gut offen. Drei recht Wechsel- volle Runden absolvierten die Federgewichte Asche-LF.04 gegen Himmelreich-W. Die ersten Runücn waren ziemlich ofsen, in der letzten Runde konnte H. in Führung gehen und damit den Punkt- sieg erkämpfen. Einen überaus harten Schlagwechsel gab es im Kampf der Leichten: Falkenberg-Rosenthal und Knauf-Wedding. Beide kämpften ziemlich ofsen und F. mußte dabei tüchtig einstecken. die letzte Runde war für ihn die schwerste und er mußte seinem besseren Gegner einen hohen Punktsieg überlassen. Der Anfänger Koretzki-Wedding konnte sich in seinem ersten Kampf gegen den guten Kloß-Tegel recht achtbar behaupten: Kloß erreichte nur ein Unentschieden. Der Mittelgewichtler Erich Munter-W. mußte leider den Kampf gegen den Lichtenberger Peter nach der zweiten Runde ausgeben. Die beiden Weltergewichte Gnosa-NO. und Hildebrandt- Wedding gingen über die volle Distanz und trennten sich nach drei Runden mit einem Unentschieden. Itlemer Sport von überall vi« Jumnungssiftc für die Teilnahme an der Europa- meisierschast im Eishockey für 1932 ist geschlossen worden. Insgesamt werden sich neun Nationen beteiligen, ein Neimungs- ergebnis, das außerordentlichen Sport verspricht, sind doch die stärksten Eishockeynationen Europos bei den Montag, 14. Mörz. im Sportpolast beginnenden Landerkämpfen beteiligt. Erfreulicher» weise hoben in letzter Minute auch noch die Schweden ihre Teil- nähme ermöglicht, und da auch die Rumänen noch ein Team annonciert haben, stehen nunmehr folgende Teilnehmer fest: Oester- reich, Frankreich. England, Schweiz, Tschechoslowakei, Schweden, Lettland, Rumänien. Heinrich Stevens vom verband Deutscher Radrennbahnen au»- geschlossen. Wie erst jetzt bekannt wird, ist Heinrich Stevens-Köln aus dem Verband Demscher Radrennbohnen, dem er als Ehren- Mitglied angehörte, vor längerer Zeit ausgeschlossen worden. Stevens war der Mann, der damals die dunkle Weltme�terschaftsangelegen- heit Möller-Sawall in die Oeffentlichkeit brachte, ohne jedoch ein klares Untcrsuchungsergcbnis erzwingen zu können Er war es aber auch, der im Vorjahre das„Kölner Fest der Heimat" für den Bund Deutscher Radfahrer so großzügig aufzog, daß der ganze Klamauk ' mit 12000 Mark Defizit endete. 149 Musiker mußten damals vor dem Arbeitsgericht ihre Forderungen gegenüber Herrn Stevens ein- klagen. Ni:n ist er vom VDR. auf Grund des Paragraphen 9 der Verbandssatzungcn(Schädigung der Berbandsiniercssen) ge- gangen worden. Nähere Mitteilungen fehlen.— Ob ihn nun auch der Bund Deutscher Radfahrer, dein er als Ebrenbeifitzer angehört, fallen lassen wird? Oder müssen die BDR.-Leute sürchtcn, daß der vom VDR. Ausgeschlossene in der Lage wäre, den Spieß umzu- drehen...? Heber Körper- und Leistnugsmessungen. Noch längever Bar- bereitung erscheint in diesen Tagen das dritte Beiheft zum Verwaltungsblatt„Deutsches Slrck'io für Leibesübungen" unter dem Titel„Leistungsmessungen". herausgegeben von Ministerialrat vr. med M a l l w i tz. Das Ziel dieser Verössentlichung ist es, an Händ einer beigefügten Anweisung zur Durchführung von Körper- imb Leistungsmessungen im Masscnverfohrcn die allgemeine Em- führung solcher Uiüersuchungen zu fördern. Hierdurch ist der Räch- weis zu erbringen, wie sich das Berhältnis der körperlichen Eni- Wicklung, der Lcistungsentwicklung und das'Alter zueinander ge- stalten und. über die einzelnen Altersstufen beider Geschlechter per- teilen. Mit Hilfe solcher Leistungsmessungen läßt sich wichtige? Material zur Koiistikutionzforfchung und Gesundheiisstatistit"er. bringen. Frochkerhöhung für Ruderboolc? Pressemeldungen zufolge soll die Reichsbechn die Tarife für Ruderboote über IS Meter Länge (Achter) auf das Fünffache erhöht haben. Wie wir hierzu erfahren, ist die Nachricht unrichtig. Die Reichsbahn Hot bisher keine Herauf- setzung der Dootstarife vorgenommen. Wird hfarmi disqualifiziert? Glaubwürdigen Meldungen aus Schweden zirfolge will d«r internationale Verband dem finnischen Meisterläuser Paavo N u r m i demnächst die Amateureigenschaft absprechen. ihn also für den aktiven Sport kaltsiellcn. Daß Paavo Nurmi als best bezahlter„Amateur" gilt, ist ein öffentliches Geheim- ms. Man nruß sich aber wundern, daß der International« Ber- band jetzt, nachdem er sich das zwölf Jahre long mit angesehen hat, erst dieses plötzliche Rcinlichkeitsbedürsnis verspürt. Der Verband hat Regeln ausgegeben. Diese Regeln sind in ungezählten Fällen unter Kenntniz und stillschweigendcr Duldung der Führer gröblich verletzt worden. Die Wasserwacht Die Wasserwacht hielt chre 6. Hauptversammlung ab. Der Mitgliederbestand hat sich infolge der wirtschaftlichen Lage etwas vermindert, weil mehrere Klubs, die der Wasserwacht angehörten, sich, zusammenschlössen. Der Etat für das verslossene Jahr balanciert« und für 1932. ist die finanzielle Grundlage ebenfalls gesichert. Der Geschäfts- und Kassenbericht wurde mit Befriedigung angenommen. Bei den Wahlen erfolgte einstimmig Wiederwahl: 1 Vorsitzender Regierungspräsident a. D. Pauli(Deutscher Rudcr-Verband), 2. Vor- sitzender Georg Brock(Verband der Jacht- und Bootswerften Groß- Berlins und Umgegend), geschäftsführendes Vorftairdsmitglied Lom- bardino. Die Vcrtrauensmännersitzunqen sollen in den Monaten März, April und Mai stattfinden. Dazu ist beabsichtigt, einen Ver- treter der Regierung zur Interpretation der neuen Wasserpolizei- Verordnung heranzuziehen. Der Porstand der Wasserwacht sprach zum Schluß den Wunsch aus. daß sich alle Mitglieder und Der- trauensmänner um die Gewinnung neuer Mitglieder und Ber- trauensinänncr bemühen mühten, da, sobald eine Besserung der wirtschasllichen Verhältnisse eintritt, sich auch der Wasserstraßenoer- kehr verrncchrt imd dann von der Wasserwacht erhöhte Tätigkeit gefordert wird. Rudcrvcrein„vorwärts". Die für heute abend im Bootshaus vorgesehene Deranstaltung für die Männeradtcilung(„L-Abend") findet bestimmt statt. XZOS. Abrechnung aller«asslerer Montag, u. Mär, u> Uhr,>1 t>« Sa» rlzi»grschäkt«l>elle. SnllDartiö», iSahfahRx. iSotitiiog, IS. kür alle TbteNunaen Start. «erSot. Alle Senoslen Itellen sich der Partei zur ZS-chl-rbeir jui Seefüqung. W-Ntag, U. Mär,, 19 Uhr. Berwaltunasschuna bei Sohatuu JHeiutog, 15. März. A> Uhr, Fahrwartsitzmrg bei Lohann. •»artelldeUr» Schiacberg-Fricdeaa». Nontog, 1«. Mär». Kartell fihll»» mn 20 Uhr bei Hvchgeschurz. MUhlenstr.».