BERLIN Matag 14. März 1932 10 Pf. Nr. 124 B 62 49. Lahrgang Lrs»ei«ttSalich außer Soaat«s«. O# tfe ttonw«* awöntternC« ao w, goiWd.«dmd<---.g-.dk b«.Bonoartl* si. i g* t /% M M F ///••«rtUwjril. i-« nitf sia.«.bfn 75«. nr««»«».. 3�0». rr»»mrtmrr A°.n-n>«W' MtUMI. 15 o(1 b 1 1 d 8 3,97 ffl. ftnfdjUr�lid)«0 Df. SeftjritBIiäl. UVt*143 tttt«(llsd ddt StdcettiDd«trlin SffiB").»ilddnilt. 5 an» 72«. KüiUcftrOjrtüBmt/" Jf---- //•" ge m f s 1 1„Der Sieg ist uns gewiß".' ■„Alles wählt Hrrtet"......'V''■ (Schlagzeilen des„Angriff") „Glaubt der Journaille einfach kein einziges Wort mehr. Sagt euch von vornherein: Was die schreiben ist von A bis Z erstunken und erlogen. Laßt euch nicht bluffen. Sie sind gewohnheitsmäßige Lügner, die aus der Lüge «in Geschäft gemacht haben... Läßt«uch nicht bluffen!" („Angriff" vom 11. März in scheinbarer Selbst- erkenntnis— aber er meint die anderen! <3o wurde gelogen! Die Methode der Nazi-Propagando. Im Sportpalast erklärte der Reichspropogandaleiter Goeb- b e 1 s feinen vor Jubel tobenden Anhängern: „Wird Hitler Reichspräsident, so wird er in den ersten zwölf Stunden seiner Präsidentschaft sämtliche Notverordnungen aufheben.(Minutenlanger Beifall.) Dagegen Adolf Hitler selber zu dem amerikanischen Jour- naktsten Knickerbocker am Tage vor der Wahl: „Ick, werde keineswegs nun sofort alle Notverordnungen der Negiernng Brüning rückgängig machen, und ich werde ebenso» wenig sofort oerkünden, daß n u n der Versailler Vertrag zerrissen werde. Die Notoerortmngen sowohl mi« der Versailler Vertrag hoben Tatsachen geschaffen, die man nicht einfach dadurch abändern kann, daß man die Notnerordnungen aushebt und den Vertrag zerreißt." Ob nun die Dummen endlich merken werden, wie sie mit unerfüllbaren Versprechungen zum Besten gehalten worden sind? Die Siegesfeier des Wahlvorstehers. Llrsache der Verzögerung des Berliner Wahlresultats. Eine eigenartige Verzögerung erfuhr gestern obeird die Fest- stcllung des Wahlergebnisses im Bezirk B« r l i n- M i t t e. Das end- gültige Resultat dieses Bezirks konnte deshalb nicht festgestellt werden, weil der Wahlvorsteher des 13. Stimmbezirks, und zwar des Abstimmungslokals in der Französischen Str. 17, der das Abstimmungsergebnis bei sich hatte, sich weder beim Haupt- mahlamt meldete, noch sonst aufzufinden war. Erst im Lause der Nacht, als das houptwohlomt ini Rathaus schon längst geschlossen war, stellte sich heraus, daß dieser Wahlvorsteher, der 7vjährige Gro- veur Kluge, der dieses Ehrenamt schon vor dem Kriege regelmäßig bekleidete, aus Freude über die, in seinem Lokal erreichte hinden- burg-Mchrheit eine Siegesfeier in Form einicr Bierreise unternommen hatte, heute morgen konnte dann das Abstimmungsergebnis aus diesem Stimmbezirk endlich ordnungsgemäß abgeliefert werden. Di« Polizei hat im Zusammenhang mit dem Wahlkampf in der Zeit von Sonnabend abend bis Montag früh rund 400 Person«» wegen der verschiedensten Perstöße gegen die für die Wahl erlassenen Vorschriften festgenommen. Zu erpsleren Zwischrnfällen ist es aber auch nach der Wahl nirgends gekommen. Auch die Kranken wählten Bilder vom 13. März In den großen Krankenhäusern waren eigene Stimmbezirke eingerichtet, um den Kranken die Teilnahme an der Wahl zu er- möglichen. Unsere Bilder zeigen Momentaufnahmen aus dem städtischen Rudolf-Dirchow-Kronkenhaus. Links: Den Bett» lägerigen wird die Urne ans Krankenbett gebracht. Rechts: Kranke auf dem Wege zum„Stimmlokol". Das Resultat in den Kreisen Der Tod des Wndholzkönigs. Allgemeine Bestürzung der Weltfinanz. Die Wirkungen des Freitodes gvar kreugerz auf die inter- nationale Finanzwett sind zur Zeil noch nicht entfernt abzusehen. In Schweden, wo der Tod des Zündholzkönigs sofort durch Extrablätter bekanntgegeben wurde, sind die Folgen dieses dramatischen Vorganges natürlich am verhängnisvollsten. Der schwedische Reichstag Ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag zusammengerufen worden vnd Hot dos von der Regierung vorgeschlagene Moratorium für sämtliche Unternehmungen des kreugerkonzerns bewilligt. Auf Grund dieses Beschlusses erHollen nicht nur sämtliche Sonzeruulernehmungcn, sondern auch olle Tochlergesell- 17. Krei». heut«(Montag) 18 Uhr i titA%lraett>ej3LLtiertui tzu der Bezirk t- Patienten, die an der Wahl teilnehmen wollten, wurden durch Arbeitersomatiter und Sanitäter auf Bahren zum Wahllokal gebracht. schaslen, sowie die führenden Persönlichkeiten de» Konzerns, die hohe Garantien übernommen haben, einen Zahlnngsanfschub zunächst bis Ende März. 3« einer sofort anschlietzcuden Sitzung des Kronratez wurde das Moratorium sofort in Kraft gesetzt. An den großen Börsen hatte der Tod Kreutzers heute kata» st r o p h a l e Kursstürze für die Papiere seines Konzerns' zur Fol�e.. In Berlin ging der Kurs für Kreuger-Papiere, der am SonnabeNd noch über 8(1 Proz. notierte, bis auf 4 2 Pr oz. z u- rück. Auch aus London wird gemeldet, daß der Wert der Kreuger-Papiere mit einem Schlage halbiert wurde. Im übrigen hat dieses Ereignis die Stimmung der Berliner Momagbörfe nicht sehr � stark beeinflußt, da das iiberräschend günstige Wahlergebnis stärkere Austriebsmomente bot. Entscheidend für die weiteren internationalen Wirkungen wird aber sein, wie die Finanzwelt inden Bereinigten Staaten aus den Tod des Zütidholzkönigz reagieren wird, da dort die stärkste» Interessen fiir den Kmiger-Konzern liegen. Wie wir von gut informierter Seite erfahren wird de? deutsche Kapitalmarkt von dem Tod« Kreugers nicht übermäßig in Mitleidenschast gezogen werden. Di« deutschen Interessen Joar Kreugers liegen einmal bei der Deutschen Unionbank. die in erster Linie die hypothekeninteressen Kreugers in Deutschland wahrnimmt. Bei dieser Bank, wie auch bei der G e m e i n s ch a f t s- gruppe deutscher Hypothekenbanken sind mit Bestimmtheit keine Schwierigkeiten zu erwarten.> Die Haupt- bank Kreugers. die S k a n d i n a v i s k o. ist zur Zeit in Deutsch- and aktiv, so daß auch von dieser Stelle keine Rückwirkung auf rutsche Kreditinstitute zu befürchten ist Soweit es sich bisher über» sehen läßt, wird auch vom Psandbnesangebot her und auch um den Kreugerschen Debentures kein überraschender Druck aus den deutchen Markt ausgehen, da hier bereits in den letzten Wochen ziemlich stark« Bereinigungen stattgefunden lzaben Noch ungeklärt ist die Frage. wosmttderdeutschenRetch»- anleih e von 1929 geschieht, die. sich im Besitze Kreugerz befindet Soweit wir unterrichtet sind, bestand für dies« Anlechestück« ein» Verlausssperre Kreugers. OfH Wahlen im Kleinstaat. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Strelitz. Reustrelih, 14. März.(Eigenbericht.) Das HeroorstecheitfK: bei den Mecklenburg-Strelitzer Landtagswablen ist der scheinbare" Sieg der Dentschnatio. trafen, die ihr« Stiimnen non 10 634 bei der Landtagswahl 1SZ8 auf. 18 469 erhöht haben(Reichstagswahl 88871. Dieser Stimmengewinn ist dem Uneingeweihten nicht erklärbar, er ist rein lokal bedingt. Er ist nicht so sehr ein Erfolg der Deutsch- nationalen, als vielmehr ein Mißerfolg der bürgerlichen Mitte. Die bürgerliche Mitte(Demokraten, Handwerker, Boltspartei, Aniwert- ler) hat gegenüber der Landtagswahl mit 14 986 Stiimnen nur 3933 Stimmen ausgebracht. Diese ahlniederlage ist nicht auf poli- tisch« Moment« zurückzuführen, sondern auf die geradezu bösartige Ungeschicklichkeit bei der Auswahl der Kandidaten. Sie ist eine Niederlage der Personen, nicht des politischen Prinzip? und hat damit zu dem negativen Sieg der Deutschnationalen ge- führt. Die Spitzenkandidaten der bürgerlichen Mitte waren die drei Staatsrote, die noch I is zum Dezember mit der Sozialdemokratie zusammen die Regierung gebildet hatten, im letzten Augenblick aber noch nach rechts wegschwenkten, um sich politisch zu retten und mit den Deutschnationalen die Regierung bildeten. Diese drei Personen Hot kein Mensch gewälzlt und die Stimmen sind offenbar den Deutschnationaleit zugefallen. Die Kommn- n i st e n hoben ihre Mandat: behauptet, ihre Stimmenzahl gegen- Aber hier und überhaupt Kommt e6 anders als man glaubt! Der Eindruck im Ausland Genugtuung der französischen Linken über der Landtagswahl»an 1928 um rund 2900 erhöht, gegenüber der Reichstagswohl jedoch um rund 1799 Stimmen verloren, die mindestens erhosste Verdoppelung ihrer Mandate haben sie nicht erreicht. Die Slanonalsozialisten waren im Landtag 1928 noch nicht ver» treten. Sie sind jetzt mit 14 233 Stimmen die drittstörtst« Part«!. Sie haben ihr Ziel, in dem rein agrarischen Lande die absolut« Mehrheit»u erreichen, auch nicht entfernt erreicht. Ihre Stimmen- zahl und ihr« Mandatszahl ist sogar erheblich hinter Leu Voraus. fchatzungen zurückgeblieben."' Man hatte ihnen etwa 12 ManÄat« geoeben. sie haben jedoch nur 9 erhallen. Di« Sozialdemokratische Partei Hot sich gut geschlagen. Wenn auch mit 16166 abgegebenen Stimmen gegenüber der Landtagswahl 1928 ein Stimmenrückgang um rund 3999 zu ververzeichnen ist, so ist jedoch gegenüber der Reichstagswahl ein wenn auch geringer Stimmenzuwachs von 359 Stimmen zu verzeichnen. In dem rein agrarischen Lande, dessen geringfügige In- dustrie fast vollständig vernichtet ist, ist dos für die Partei ein Erfolg, besonders wenn man bedenkt, daß die National- sozi allsten den Wahlkamps in der gemeinsten und lügenhaftesten Weise mit allen Mitteln geführt haben. Bereits drei Monate vor den Wahlen haben sie eingesetzt. Sie wollten unter ollen Umständen siegen. Sie sind tatsächlich vie Geschlagenen. Der neue Landtag wird eine nationalsoziolistisch-deutschnational« Mehrheit haben. Wie weit diese Mehrheit regierungsfähig sein wird, ist ein« offene Frage. Der jetzig« Minister, der Deutschnatio- nale Dr. von Michael, ist von den Nationalsozialisten in der ge- meinsten Weise persönlich ongegrissen worden. Die Harzburzer Front ist auch hier wie überall auseinandergebrochcn. Die Frage der Ausgab« der Selbständigkeit des Landes, die der vorige Landtag nicht gelöst hat, wird im Mittel- punkt auch der Politik des neuen Landtags stehen müssen. Die Finanzen des Landes sind trotz der Notverordnungen nicht saniert, Zur Füllung der Staatskasse mußten gerade in letzter Zell erheblich« Eingriffe in die Substand des Stoatsnermögens gemacht werden. Die Zusammensetzung des Landtags wird nicht eine Perbefferung der Finanzen, sondern ein« Verschlechterung mll stch bringen müssen, wenn die Nationalsozialisten all« die Versprechungen, die sse beson- ders den kleinen Landwirten gemocht haben, auch nur im geringsten einzulösen versuchen. Aehnlich wie in Braunschweig und Thüringen haben die Nationalisten als Spitzenkandidaten und �künftigen Mi- trister„Männer" aufgestellt einen Lübecker Landwirt und einen Münchencr— Doktor, die erst vor drei Monaten ihren Wohnsitz im Lande aufgeschlagen haben.� Ein Splitter splitkert. Die Kommunistische Oppositionsgrupp« (KPO.s hat sich gespalten. Die Minderheit dieses Gruppchens ist ausgetreten und geht zur SAP.—„Da strömt schon wieder einer in mein Stück!" ruft der entzückte Autor im„Raub der Sabincrinncn" aus. Der sozialistische„Populaire" schreibt: Trotz des von den Nationalsozialisten geschickt ausgebeuteten Elends des Volkes Hot Hitler weniger als ein Drittel der abgegebenen Stim- men erzielt. Wir verbergen nicht unsere.! Stolz, wenn wir daran erinnern, daß die Enifcheidunz, die den republikanischen Sieg herbeigeführt hat, durch unsere sozialdemokratischen H.imeroden gefallen ist. Die wahren Befieger Hitlers find sie. Wir find doppelt erfreut darüber, daß bei einer so wagemutigen Taktik Abgänge an Stim- men— wie es scheint— nicht zu verzeichnen waren und die Ge- samtheit der Arbeitermassen dem Ruf» gesolgt ist...Ouotidien" schreibt: Dos gestrige Ergebnis der Reichspräsidenten mahl war überall durch den Mißerfolg Hitler? gekennzeichnet. Bereits jetzt scheint der Sieg Hindenburgs im zweiten Mahlgang gesichert zu sein.—„Journal" schreibt: Wir wisien genau, daß der Sieger von Tonncnberg und Hiller die gleichen Ziele verfolgen: Repärationsstreichung, Vertragsbruch usw.— Der Sonderberichterstatter des„O e u v r«" in Berlin, Jacques K a y s c r, urteilt: Wenn Hitler sehr nabe an Hmdenburg herangekommen wäre, wurde das bedeutet haben, daß Deutschland sich auf«inen für es und Europa gefährlichen Weg begeben hätte. Diese Gefahr ist vorerst beseitigt. —„La R ä p u b l i q u e" schreibt: Die Waage hat sich zugunsten der Anhänger der Ordnung gesenkt. Hittcr verliert zum ersten Male eine Schlacht, aber ihm stand der gefährlichste Konkurrent gcgeuüber. Jede Voraussage über die Zukunft und namentlich über die Orien- tierung der NSDAP, muß zurückgestellt werden. Man konnte be- fürchten, daß Deutschland bereits heut« in das Chaos und den Bürgerkrieg geraten würde. Adan hat Zeit gewonnen und das ist höchst wichtig. Die Wahl Hindenburgs im zweiten Wahlgang ist sicher, wenn Hlller seine Kandidatur aufrechterhält. Die Pariser N a t i o nal i st e n p r c s s e schwindelt in holder Ein- und Niedertracht ihren Lesern vor, es sei ganz gleich, ob Hindentmrg oder Hlller Reichspräsident wird: Deutschland wolle nichts anderes als Befreiung von Zahlungen, Rüftungsbeschränkun- gen usw. Diese Hetzerei hat das Linksblatt„Er« 9l o u n e l l«" kommen sehen: daher schreibt«s zur gleichen Zell, in Frankreich versuchte man in tendenziöser Weise Hindcnburg und Hitter als aus«in und demselben Stoff gemacht hinzustellen.?lber der alte Feldmarschall sei trotz seiner inneren Gefühl« der getreue H it t e r d e r Ver« s a s s u n g geworden. Er habe Brüning gegen Hlller unterstützt und es für notwendig erklärt, die Legalität zu achten. Deutschland, fährt das Blatt fort, stand gestern am Scheidewege. Sache der Sozialdemokraten war es, für«inen Augenblick ihren Groll zu vergessen und dem Appell ihrer klarblickenden Führer zu folgen. England atmet auf. London, 14. März. Außer der nationalistischen„Daily Mai l" hallen all« Blätter die Wiederwahl Hindenburgs im zwcllen Wahlgong für gesichert und drücken ihre Befriedigung über die Größe seines Erfolgs aus. Der liberale„News Chronicle" spricht von einem Erg— uis des gefunden Menschenverstandes und des Ordnungs- sinncs über die doppelte Unvernunft des Nationalismus und des Kommunismus. Dieses Ergebnis werde in ganz Europa mll einem Gefühl der Er- leichterung begrüßt werden, aber die Verteilung der Stimm?» sei eine Warnung für'den Fall, daß der aus Deutschland lastend« Druck nicht erleichtert werde.—„Daily M i r r or" fcheibt: Die Welt wird sicher mit einem Gefühl der Erleichterung hören, daß der mehr als 89jährige Soldat noch immer volkstümlich in Deutschland ist. Irgendeine plötzliche Acnderung der polllischen Tendenz Deutschlands würde der Entwicklling in der Richtung auf ein neucs und besseres Europa nicht förderlich fein. „Time s" sagt: Dos Ergebnis des ersten Wahlgonges hat all« möglichen Zweifel über die Wiederwahl Hindenburgs sin zweiten Wahlgang beseitigt,' da selbst die Abgabe aller Stimmen der Deutsch- nationalen und des Stahlhelms für Hitler oder für«inen anderen Rechtskandidaten nicht gegen die Hindenburg-Stimmen aufkommen würde.—„Daily Telegraph" schreibt: Di« historisch« Ent- scheidung des deutschen Volkes ist richtig gefallen. Eine Wahl Hlllers hätte die schwersten Verwirrungen in der iillernoti analen Loge gebracht. Mit der Wahl Hindenburgs, die als sicher gelte, habe sich das deutsche Volk für den Kampf gegen Deutschlands Schwierig- kellen auf dem Wege des stetigen Fortschritts und der Selbstaufopferung entschieden.—„Daily Expreß" schreibt: Hindenburg habe den größten aller seiner Siege errungen. Seine schlichte Persönlichkell habe über manch« Wider- wartigkciten und Rückschläge, die Deutschland während seiner Präsi. dentschast erlitten habe, triumphiert. Auch Amerika zufrieden. New York, 14. März. „New Jork Herold Tribüne" betont, daß Hindenburg die Hauptgewinn« sin Rheinland und in Bayern erhallen habe, während Ostpreußen und das Industriezentrum schlecht gewählt hätten. Bemerkenswert sei, in welch hohem Maße die R e p u- b l i k a n e r für Hindenburg gestimmt und wie s ch l e ch t die Kam- munisten abgeschnitten hätten. Zu beachten sei serner, daß Hitler seine Stimme» seit dem Jahr« 1939 verdoppeln konnte. Es sei durchaus möglich, daß die Preuhenwahlen ohne Hm- denburgs Namen eine Ueberraschung brächten. Allem Anschein nach habe die Hitler-Dewegung jetzt ihren Höhepunkt erreicht.—»Rem Port Times" sogt, der Sieg Hindenburgs sei nicht erwartungsgemäß ausgefallen und bedeute nicht das Ende Hitlers. Di« natio- nalsoziolistisch: Bewegung habe anscheinend ihren Höhepunkt erreicht. Dos Wahlergebnis, dos eine sichere Wiederwahl .Hindenburgs bedeute, könne die Welt mit neuer Hoffnung für eine freundlichere Gestaltung der internationalen Beziehungen und für den demokratischen Gedanken erfüllen. Die Saar fehlte! Den zweiten Wahlgong, der dos deutsche Volk wahrend weiterer vier Wochen in politischer Hochspannung halten und Deutschland außenpolitisch während dieser Zeit weiter lahmlegen wird, verdankt man nicht nur den Kommunisten sowie Herrn Winter, sondern auch dem Versailler Vertrag und seiner engherzigen Handhabung durch Frankreich. Hätte nämlich das deutsche Saargebict, über dessen Zu- gehörigteit als Gesamtheit zum Deutschen Reich nirgends mehr auch die leisesten Zweifel bestehen, das Recht gehabt, schon jetzt an der Wahl teilzunehmen, dann hätte, wie sämtliche Wahlergebnisse in West- und Südwestdeutschland sowie die gestrigen Landrats» wählen im Saargebiet beweisen, das Uebcrgewicht der Hinden- burg-Stimmen an der Saar den Prozentbruchteil ousge» glichen, der Hindcnburg gestern für die sofortig« Wiederwahl gefehlt hat! Starker Eindruck in Basel. Lasel. 14. März. Bei den hier' zur Zeit versammelten internationalen Finanz- leuten hat der unbestrellbar« Sieg Hindeirirnrgs außerordentlich starken Eindruck hervorgerufen, obwohl der Reichspräsi- dent nicht die absolute Mehrheit erlangt hat. Man hält Hindenburgs Wiederwahl für gesichert. Noch Ansicht der internationalen Notenbankleiter schaffe dieser Erfolg zu- gleich eine wertvolle Garantie für die Snrbilisicrung der deutschen Währung und für die Sicherheit Deutschlands vor dem Bürgerkrieg. Die Mitglieder des Verwaltungsrois der BIZ. er- örterten vor Beginn der heutigen Eröffnungssitzung des Vermal- tungsrats den Wahlgaug und Wahlausgang sehr lebhaft. Verschic- deutlich wunde der Meinung Ausdruck gegeben, daß dieser Erfolg Hindenburgs die Wirkunz der Nachricht von dem Selbstmord Ipar Kreugers auf die Börsen etwas ausgleichen könne. Einige Mit- gliedcr des Verwaltungsrats der BIZ. verhehlten nicht, daß es hohe Zeit fei, Deutschland inderFragc der Reparationen w c i t e st g e h c n d E N t g e g« n k o in m e n z u z e i g« n, um so die extreme Welle, die bereits unerwartet stark angeschwollen sei, wieder zum Abebben zu bringen. Tag der Jugendweihen. Am Wahlsoaniag fanden in den verschiedenen SlodtleUen die ersten Zugeudweihen dieses Frühjahres stall. Sie wiesen all« einen uberavs zahlreichen Besuch ans. . In Char-lattenburg war die groß« Anla-der Fürstin» Bismarck-Schul« lange vor Beginn überfüllt. Unter feierlichen Orgelklängen zog die Schar der Weihekindcr. frische Jungens und Mädels, ein. Der Vorfrpuch:„Wort und Tat" von Stauffochcr, wirkungsvoll gesprochen von Theo Marek, begrüßte sie. Die Weihe- rede hicll Stodwerordneter Genosse Karl Hetzschold. Er richtete an die jungen Menschen, deren Geburt und frühe Kindhell in eine Zell fiel, die eine Zell der tiefsten Not für Deutschland war. Worte der Anfeuerung und Ermutigung, sich im Lebenskampf« nicht unter- kriegen zu lassen. Eingedenk der Kämpfe ihrer Bäter sollten sie deren Werk fortsetzen und Streiter werden für Freiheit und Gerech- ttgkeit, für den Sozialismus. Der heulige Tag. an dem diese Jugend ins Leben, hinaustritt, ist auch«in Tag der Entscheidung für Deutschlands pollttsche Zukunft. Die demokratischen Errungenschaften zu sichern und für die Freiheit zu kämpfen, ist eine der großen Aufgaben, die dem Leben erst Sinn geben." Reiht euch ein in die Front der Arbeiterschaft, um mit ihr für«ine bessere Gestaltung der Well zu kämpfen." Charlottenburger Kinderfeeunde und SAI. spielten frisch und lebendig das Weihespiel.lstns Leben hinein" von Max Barthel, das. in den gemeinsamen Gesang der Internationale ousllang. Der Charlottenburger Volkschor Harmonie, der Chöre von Uthmann und Tieisen brachte, sowie der Organist Dr. Hans Luedtke trugen sehr zum Gelingen der stimmungsvollen Weihestunde bei. Die künstfensche Ausgestaltung der Iugcndweihsfsier in T e m p e l h o f l.Kurfürst-Lichtspiel«) lag in Händen der„Arbeit gemcinschaft proletarische Kunst", die sich au? Mitgliedern und Freunden der Freien Schulgemeinde der weltlichen Schule in der Pankstraße zusammensetzt. Es gelang dieser Arbeits- gemeinschast, ein« schön« Gesamtleistung darzubieten. Schönlanks Sprechchorspiel„Seid geweiht" hinterließ bei allen Anwesenden den stärksten Eindruck. Arbeilcrwohlfahrk. kreis Mitte. 7. Ableilvng. Heute(Mont.rz), 20 Uhr bei Betrau. Pfluzstr. 1. Sitzung aller Heiser und Helferinnen der Arbeiterwohlfohrt, sowie der Wohlfahrtspsleger. Genosse Mendelsohn spricht über die Wohtsahrtspsleze in der Krise. Erscheinen oller ist Pflicht.■, Wetter für Berlin: Unbeständig trat Schauern, sinkende Temperaturen, nordwestlich« Winde.— Für Deutschland: Im Süden noch keine Aenderung. Im übrigen Reiche wieder kühler und namentlich in Mittel- und Ostdeutschland Schauerniederschlage. a&t den tyfauietti-.,.. Sicft�Asit xvnd duM- n£Ü*<�ko\ipiz«nd viel von chrem Wirklichkeitswert verlor. Die Funlstunde scheint sich nun auch entschlossen zu haben, den Hörer selber öfter vor das Mikrophon zu stellen. Allerdings be- schränkt man sich hier noch in der Regel aus Darlegungen über Arbeltsgebiete und auf Jugendaussprachen. Beides ist wichtig: aber es läßt noch viel« Wünsche offen Gerade in dieser kritischen Zeit erscheint er notwendig, die Sorgen und Röte der Masse mit einzelnen Menschen, die als ihr« Vertreter gelten können, vor dem Mikrophon zu diskutieren. Vielleicht wäre dazu am besten ein« Art Sprechstunde geeignet, in der je nach dem bald nur ein- Frage, bald ein systematisch zusammengestellter Fragenkomplex die Unterhaltung abgeben müßten. Es wäre dabei allerdings wichtig, von vor.chsrein sestzuhalten, dyh die Klorllgung der«sjent- lichen Zusommenhängs für die Menschen vor dem Mikrophon und vor den Empfangsgeräten das Ziel solcher Aussprachen sein muß, nicht aber«ine zusammenfassende Antwort, die sich häufig dabei höchstens dann geben läßt, wenn man die Probleme aus der Welt ihrer Wirklichkeit in die Sphäre der Theorien entrückt. Auch Ausführungen berufener Fachleute zu H ö r e r z u- s ch r i s t e n könnten zu stärkerer Aktualisierung des Rundfunks bei- tragen. Recht glücklich traf die letzte„E l t« r n st u n h e" die Form solcher Darlegungen. Das Thema für die Unterhaltung, die zwei Pädagogen vor dem Mikrophon führten, hieß:„Aussprache über Auschristen der Eltern". Es bezog sich in diesem Falle aus Anfragen, die vorausgegangen« Elternstunden ausgelöst hatten Di« Aussprache wurde jedoch so gesührt— und das Material war entsprechend aus- gewählt worden— daß«in« in sich geschlossene Zusammenstellung allgemein wichtiger Erziehungsprobleme sich ergab. Daß der Begriff„Aktualität" vom Rundfunk auch in recht un- erfreulicher Weise mißverstanden werden kann, bewies die Deutsche Well«, als sie Profssior W u n d t-Thüringen über „Die geistigen Grundlagen des neuen Rationa- l i s m u s" sprechen ließ. Es lag keinerlei Bedürfnis danach vor, diese von sehr wenigen Wissenschaftlern auch nur einer ernsthaften Diskussion für würdig gehaltenen Theorien vor dem Mikrophon darlegen zn lassen. Wenn die Deutsch« Welle glaubte, trotzdem diese Ansichten ihren Hörern nicht vorenthalten zu dürfen, so hätte sie dafür die in diesem Falle einzig mögliche wissenschaftliche Form einer Aussprache wählen müssen, aus der dann selbstverständlich sür jeden Hörer hervorgegangen wäre, was von dieser Wissenschast zu halten ist. Nicht nur bei uns, sondern wahrscheinlich auch bei der Deutschen Welle dürften sich die Zuschristen der über diese Dar- bietung empörten Hörer gehäuft haben. Tee. «5.£ucha: 3)er Mutende Sierg Der Romantiker Emil Lucka schreibt einen politischen Roman um die Deutschen in Südtirol und scheitert an dem Stoff, den er sich gewählt hat: er versucht, diesen Stoff mit denselben künstlerischen Mitteln zu gestalten, die für einen romantisch-gotischen Roman wie „Isolde Weißhand" ausreichend und am Platz waren, die aber hier zu einer aufgeblasenen Pathetik, zu süßlicher Schwärmerei, kitschiger Naturschilderung und zu schiefen patriotischen Gesten führen, daß man ein Filmmanuskript sür Herrn Hugenberg zu lesen glaubt und das Buch oft angewidert zur Seite legt. Die ersten Kapitel des Buches find immerhin noch so sachlich gehalten wie es dem Verfasser möglich ist: er schildert, wie die tirolischen Bauern von den italie- nischeu Faschisten terrorisiert und enteignet, die deutsche Sprache verboten, die Schulen saschisiert wurden, die Korruption in der Verwaltung und die Rechtlosigkeit der Bevölkerung, die der Willtür der kleinen Beamten ausgeliefert war. Im zweiten Teil wird das Buch unerträglich und ungenießbar. Da versucht Lucka,«in« Synthese von Mythos und Wirklichkeit zu geben, die Sage vom Zwerg- könig Laurtn und Dietrich von Born wird hervorgekramt und steht nun als Symbol für das geknechtet« Südtirol und seine faschistischen Unterdrücker. Und der Held des Buches heißt natürlich auch Dietrich, und zum Schluß steigt er mit seiner unwahrscheinlich edlen Geliebten in die Berge, und fe kommt zu einem operettenhaften Schluß: er wird von einer italienischen Patrouille getötet, und das Mädchen springt mit dem Körper des Getöteten in«ine Schlycht. Und dann steigt aus dem blutenden Berg ein„gekrümmtes Schw-rt". und das steht auf Seite 230 und damit ist der Roman aus. Erschienen ist er im Hesse u. Becker Verlag. Leipzig. S. Deppar. BeimbsrZiegeseh uttb Tarifvsrirag. Entscheidung des Rsichsarbeitsgerichts Roch dem Tarifvertrag für das Steinletz-. Pflasterjteinschlag- und Straßenbaugewerbe sollen cie Beiriebsodmänner ein Jahr im Gewerbe tätig sein, um gewählt werben zu können. Die gewählten Bau- und Piatzobleute töimen ihr Amt erst aufnehmen. nachdem der Arbsitgeber schriftliche Mitteilung von ihrer Wahl erhalten hat. Am 14. Juli 1331 war bei der Firma Schillat in Iüler» b o g ein Ardeiter zum Betriebsobmann gewählt worden, obwohl er noch nicht ein Jahr im Stratzenbaugewerb« tätig war. Einen Monat später oersuchte der Arbeitgeber die übertorislichen Löhne zu beseitigen. Der neue Betriebsobmann weigerte sich, diese Verdienst- türzung anzuerkennen. Er wurde deswegen gemaßregelt, nachdem der Arbeitgeber die Entdeckung gemacht hatte, daß der Be- triebsobmann entgegen der Bestimmung des Tarifvertrages gewählt worden ist.(Mindestens einjährig« Tätigkeit.) Der gemaßregelte Betriebsobmann, Mitglied des Steinarbeiter- Verbandes, focht mit Hilfe feiner Organisation die Entlassung als unzulässig an(gemäß ß S6 des Betriebsrätegesetzes). Das Landes- arbeitsgericht Bersin hat der Klage des Betriebsobmannes statt- gegeben. Die Firma wandte sich gegen das Urteil an das Reichsarbests- gericht um eine grundsätzliche Entscheidung herbeizuführen. Das Reichsarbestsgericht entschied zuzunsten des Betriebs- obmanNes. Seine Entlassung wegen der verweigerten Zustimmung zur Aufhebung der übertarsslichcn Löhne sei zu unrecht erfolgt, da sie gegen§ 96 des Betriebsrätegefetzes verstößt. „Angestellier der Dresdner Bank." Die Grenze der Freiheit politischer Meinungsäußerung. Das Reichsarbeitsgericht hat am 24 Februar unter dem Borsitz des Reichsgerichtsrats Lins die Aufsehen erregende Klage eines Angestellten der Dresdner Bant gegen die Dresdner Dank entschieden, der der folgende Vorgang zugrunde lag: Der Angestellte der Dresdner Bank, Raab, hatte eine Reise in die Sowjetunion unternommen und seine Reiseeindrücke in einer kommunistischen Tageszeitung geschildert mit der Unterschrift„Raab, Angestellter der Dresdner Bank". Die Geschäftsleitung der Dresdner Bank sah in eine"' t-'-ben Vorgehen eine Schädigung ihres Unternehmens und ersuchte ihren Angestellten darum, i n Z u k u n f t bei Verössentlichungen«ui seine Eigenschaft als Angestellter des Unter- nehmen? der Veröffentlichung anzufügen, zu unterlassen. Der Angestellte Raab verweigerte die Zusage und wurde deshalb frist- und formgerecht gekündigt. Geyen b-eie Kündigung legte er Einspruch ein und klagte. Auf Grund des Artikels 118 der Reichsverfassung stehe ihm die freie politische Met- nungsäußerung jederzeit zu Das Arbeitsgericht Berlin hatte seine Klage abge» wiesen. Das Landesarbeitsgericht Berlin Halle die Klage aner- k«mt. unter Bezugnahme auf die Bestimmung des Artikels 118 der Reichsverfassung. Das R e i ch s a r b e i t s g e r i ch t hat auf die Revision der Dresdner Bank dahin erkannt: Die Berufung gegen das Arbeits- gericht Berlin wird zurückgewiesen Damit ist das arbsits- gerichtliche Urteil, das die Klage des Angestellten abweist, wieder- hergestellt. Das ReichsarbeUsgericht sagt in sefnen Entscheidungsgründen: Hier handele es sich nicht um eine Maßregelung wegen politischer Meinungeäußerungi Eine solche sei allerdings nach Artikel 118 der Reichsverfassung osrboten, sondern hier handele es sich darum, daß die Dresdner Bank mit Recht eine zukünftig« Schädigung von sich dadurch habe abgewandt, daß sie den Angeklagten, der ihr die verlangten Garantien nicht gegeben Hab«, entlassen habe. tjeiaiuwsrll. tllr die R-dalliori: Aich. Berlin: Aneei«»: Th. Glorie. Berlin yerlra: Bcrcätl« Lerlaa© in. b. Berlin. Druck: B druckerei und BerlaßsanstaU Paul Singer& Co. Berlin SW 68 Kieuu 1 Beilage. otodria Buch- Lindenftr 8. lltealet Ltdilspiel* usn> ' Wrii* J'L'i*lJirt.('ie"' V-L"gr- Staats Tltcaffr Moni ad- den 14. Mir* staatsoper ünter reo Lindsn 20 ühr Eine Nödit in Venedig llutlidinwellnn iicilinenBnti » um Cyrano m Berßerac Jsii Inuorrtn' Sdillltr-Tlicatet Cfaulottaabor*. 20 Uh> Die endlose StraOe Nih. S etiles. Bhi. iBlJU.STp.M.IMg. I Til.: nwtitlaei W3I JJPrlert«rlkr' Rose. Theater r;reS» Fmklartr»nh 13' HL Seid»! k 7 UV 8.15 Uhr Jellcben Gebert (netropoMneeier Tielieh Uhr Der profle Joh. Stranfi Operetten�Erfoig Ein Lied der Ueüe rheator desWestens Täglich S<'t Uhi Die Dubarry in tolattu-inzniinuis mit Mary Losaeff Seidtsballsnljie&ler UOnholf platz S Chr.— onnni"» Uhr zu kleinen Preisen Stettta&r SSoger Die neue Groteske 'Dr.leieiikis heilt alte-i SfadKOper Cksrloiienbur« 8isnurckstr«Qe 14 Mon tg.,"4 März Anrart« 20 m Volksvorstellnrig Bonetne Brand. Fri d. Tal«n Müsch. Baumann, Meier Ende ti Uhr Tt in Aiiuiira'isiilast rjglich W» uhr Dir mir p8( Erlolg I Kitte Dorsch Gustafürfindgens tri L'selott* DiigtfliiiiilianiKiinitt Komodic von beruh. Shaw mit F�liat Bressan und Oiio Wallburg iie�ie: K. H-Nlarün Sind. SdRiir-ssintv « Uhr Die ennlose Straße olsirtir 8 Uhr Vor lODDeDGOin v. Gerh.Hauptmann Riqie:>3, lliitlanit. i'-uhr CASlNO-TBEAlERa Lothringer Strohe 57. MiuiMiiinmiiiiiimiiiiiiimiiMniiiiinioiiiuiiimiiiiiniiiiiiiiiiiii Operette, Varrel�. Posse i u. 2 S Loros ülusikal'Akt Die Operette: Gestranäei Der Berlin Komiker Herrn. Kran.e Zum SchluB der neue Schlagci Oer Mann milden zwei Frauen Jinschein 1-4 Personen. Parkett 60 Pi. bautcun i— Mark Sessel i�u MarK -TfieaierinüBr- stresemannstT. i 4 0 1 1 c n V t Uhr lill-ldilw ÜOKtSllfill Ttewhr Uns m In. jeder Ehe... faeÄier a.itoüanöarftalz Pallaa 7031 rgglicb 8'� Uhr Iraner llactii Opei eile In BAkie. ».iBä.Wolff«.Karl Bebr Musik von Hans lie«ie Brluz SsKenbiin — msion n.»i Trappe 1931. Tagl. 8"« UTn Ole mauselalle Treue 73 PI.— 3 W. Sraatag naclunitlags 4 Uhr halb« Preise. i mm-Tliea'gi Tiglicn W« Uhr Morgen gehts uns gut* ttrete Hiusheim Mus Hsnzeu Orctie«« Os'as Boia verüßuie leppickhau» Sali gefruce. Berlin, feil 411 3o4- cm nur Otanien- ffrafi, 158. Sah- lunaecrleidititutia ohne iluiTtblaa£pc- «ioltataloo bftm. llei.* HamgssiiDliel «abttaebiRc. Blalinad'älle Quetfiilber.Sinn» m, lalle. Silber- fdimcUe EolMd-nuI. setci. Chriftionai, ftioenldetßram 39, £>altrftrllr Sdaidert» ifltake ■ t V" DEUTSCHER REKLAMETAG BERLIN 1932 am 19. und 20. März PROGRAMM UND WEITERE AUSKUNFT DURCH DAS BORO BERLIN NW 7 UNTER DEN LINDEN 59a FERNRUF JAGER AI 6291 *3eila£e Montag« 14. Marz 1932 SivAbmö StuUauilfalk Ja loneäsü Die Friedhöfe der Schreckenszeit Wurden Ludwig XVI. und Robespierre am gleichen Ort beerdigt? r Neuerdings läuft, einem Pariser Blatt entstammend, ein Artikel .Ludwig XVI. oder Robespierre durch«inen beträcht- lichen Teil der europäischen Presie und ist auch schon in unseren Parteiblättern ausgetaucht. In diesem Feuilleton, das zeigen will. wie sich die Weltgeschichte zuweilen in Ironien gefW, wird von einem Geheimnis geredet, das sich an die Beisetzung des am 21. Ja» nuar 1738 guillotinierten Königs von Frankreich knüpft«. Die Lcich« fei nach dem Madeleine-Friedhof gebracht, dort ohne Sorg in ein Grab geworfen und mit ungelöschtem Kolk bedeckt worden, um die Zersetzung zu beschleunigen. An der gleichen Stell« sei, wi« der König, mit dem Kopf zwischen den Beinen, Robespierr« am 28. Juli 1734«ingescharrt worden. Als nach der Rückkehr der Bourbonen die Ueberreste Ludwigs XVl. und Marie An» t o i n« t t e s„in die Gruft der Sühnekapell«' übergeführt werden sollten, sei niemand imstande gewesen, zuverlässige Angaben über die Lag« der Gräber zu machen. Der Friedhofsinspektor, der erst nach den Creignisien von 1793/34 noch Paris gekommen sei, habe lediglich einiges vom Hörensagen mitteilen können. An dem Fleck. wo man die vermutlichen Königegebeine entdeckt habe, sei zwar ein Paar silberne Schuhschnallen gefunden worden, wie Ludwig sie getragen habe, aber auch Robespierre habe di« gleichen ge» tragen.„Da man', heißt es weiter,„bei der Umbettung Eile hatte, die heikle Zeremonie der Rochprüfung so rasch wie möglich zu End« zu bringen, hielt man sich nicht lange auf. Es ist Deshalb nicht ausgeschlossen, daß Robesplerre an der Seite Marie Antoinellcs beigesetzt worden ist." Leider ist dieser romantisch« Artikel von A bis Z ein« einzige Schmockerci und Schmonzerci und steht mit den überlieferten Tat» jachen fast in jeder Zeile im grellsten Widerspruch. Zur Not stimmt der Ort, an dem der Bourbon« am Hinrichtungstag bestattet wurde. Es war ein Gelände, das sich, 1732 vom Pariser Gemetndcrat zur Aufnahme der Leichen der Guillotinierten bestimmt, nördlich an den ausgedehnten Gemüsegärten der Nonnen des Klostors Btlle L'Eveque anschloß: die alte Kirche La Madelein«, die zu Beginn des neun- zehnten Jahrhunderts niedergerissen wurde, erhob sich im Süden des Gartens. An jenem Platz wurde das, was vordem Apostolische Majestät von Frankreich und Navarra hieß, in Gegenwart einiger Amtspersonen und im Beisein einer großen Menschenmenge, während zwei Vikare der Madeleine-Kirche die Totenlitaneien hersagten, in die Erde gesenkt, nicht ohne, sondern in einem offenen Sarg. Eden- so erging es neun Monate später der Königin Marie An- t o i n e t t e: die einzige Urkunde über ihre Bestattung ist die Rechnung des Totengräbers I o l l y: Die Witwe Capet, für den Sarg... 6 Livree. Für Grab und Totengräber..... 15 Livres 35. Für eine breitere Oeffentlichkeil sanken diese Grabstätten schnell m Pergessenheit: als sich Kotzebue zur Zeil des Konsulats in Pari» umtat, vermochte ihm niemand anzugeben, wo Lud» ja i g XVI. und Mari« Antoinett« ruhten. Aber ein roya- listisch gesinnter Advokat, Desclozeaux, Besitzer des angrenzen- den Hauies Rue d'Anjou?dr. 48. erwarb nach A. lauf der Schreckens- Herrschaft das Gelände, um die dynastischen Gräber zu pflegen: er ließ die schadhaft geworden« Mauer ausbessern und den Fleck, unter dem nach seiner Meinung König und Königin lagen, mit einer Hagedornhecke umgeben und mit zwei Trauerweiden bepflanzen. Ale 1814 Ludwig XVIII. wiederkehrte, war die Begräbnisstätte seine« Brudars und seiner Schwägerin also kein Friedhof mehr, fondern ein Prioatgarten. Demnach fehlte auch der Friedhofeiiftpek- tor, den man hätte befragen können: dafür gaben am 12. Moi 1814 drei Personen, die sich als wohlunterrichtet bezeichnet dursten. vor dem Großkanzler von Frankreich, d'A m b r a y, zu Protpkoll, was sie über das Grab des Königs wußten: es war einer der beiden Vikare von damals sowie der Friedensrichter und Gerichtsschreiber des ersten Pariser Arrondissements, die in amtlicher Eigenschaft der Beerdigung beigewohnt hatten. Mit ihrer Hilfe ließ sich der richtig« Platz annähernd ermitteln. Am 18. Januar 1815 wu.den die Ueberreste des Bourionen, am folgenden Tage die der„Oesterreicherin' ausgegraben, nicht um in die noch gar nicht bestehende Sühne- kapell«. sondern, um in die Gruft nach Saint-Deni» übergeführt zu werden. Das sehr genaue Protokoll vermeldet, daß sich außer den schon ongemorschten Gebeinen von Mari« Antoinett«, einig« Kleidersetzen und zwei elastisch« Strumpfhalter vorfanden, von Ludwig außer den Knochen und ein paar SargspliUern nichts, am allerwenigsten«in Paar silberner Schuhschnallen! Jener Artikel entlarvt sich aber vollends dadurch als Schmocks- r«i. daß der Leichnam Robespierre ganz woanders bestallet ward. Zwar erzählt Barras in seinen Memoiren, daß er am 18. Thsrmidor dem Scharf.ichter die Weisung gegeben babe, die Leichen Robespierres und seiner Anhänger„in das Grab der Capcts' zu werfen, und bestätigt ein paar Dutzend Zeilen weiter, daß sie in der Tot„nach dem Madeleine-Friedhof, zur sogenannten „Capet-Eruft' geschafft worden seien. Aber die Erinnerungen dieses recht zweifelhaften Revolutionemannes strotzen derart von Lügen. Irrtümern und Entstellungen, daß auch) diese seine Behauptung keinen Glauben verdient, zumal si« durch die Umstände widerlegt wird. Die Begräbnisstätte der aus politischen Gründen wifs Schafott Geschickten wechselte nämlich je nach dem Standort der Guillotine. Während di« gewöhnlichen Verbrecher wie seit j« aus dem Greve-Platz vor dem Rathaus-u Tode gebracht wurden, erhob sich die unheimliche Maschine für die„Politischen' zunächst auf dem Karussellplatz: dort, vor dem Einganosvortal des seit zwölf Tagen verödeten Tuilerienschlossez saust« am 22. Äugüft 1792 zum ersten Mal« dos scharfgeschlisfene Messer in seinen Schienen herab. Die Hinrichtung des Königs war di« erste, di? aus dem Revolntionsvlatz. früher Platz Ludwigs XV.. heute Konkordienplatz, stastfand; dieser weite Raum war vornehmlich deshalb gewählt, damit eine möglichst große Menge den Kopf eines Königs von Gottes Gnaden in den Lederscck sp inoen sth-n konnte. Nachher wanderte die Guillotine, die noch zu jeder Hinrichwng neu ausgeschlagen wurde, auj den Karussellplatz zurück, bis am Ist. Mai 1793 der Nationalkonvent seinen Sitzungssaal in die Tuilerien verlegte. Das Blutgerüst un» mittelbar vor der Nqs«—. das patzte den Dolksvertretern denn doch nicht, und» so wurde der Revowtlonsplatz zur dauernden Exekutionsställe ausersehen. Mit August 1793 hetzten einander di« politischen Todesurteil« so. daß die Auf- und Abmontierung der Guillotine nicht mehr lohnt«: seitdem ragte Tqg und Nacht dos fatale Gerüst vom schönsten Pariser Platz, weithin sichtbar, gen Himmel. Aber die Bewohner der Straßen, durch die, jetzt fast Tag für Tag, mit schauerlicher Langsamkeit, die Karren mit den Opfern vom Coneier- gerie-Gcfängws bis zum Reoalutionsplatz rollten, murrten immer lauter wegen der Gclchäftsfchädigunz. Auch andere Gründe mochten die Machthaber bewegen, nach einigem Schwanken am 13. Juni 1794 dem Gerät des Schorfrichters«inen ziemlich entlegenen Ort am Umkreis der Stadt, bei der früheren Thron-Barriere, anzu- weisen. Dort hatte die Guillotine ihre hohe Zeit: ia sechs Wochen fielen 1300 Köpfe, dreißig, vierzig, ja. fünfzig und sechzig an einem Tag! Am 10. Thermidor aber, damit sich viel Doli am Tod de» gestürzten „Tyrannen' Robespierr« weide, wurde das Schafott wieder auf den Revolutionsplotz gestellt und blieb dort auch die beiden nächsten Tage, den 29. und 30. Juli 1794, in emsigster Tätigtest: an ihnen mußten nicht weniger als 82 Anhänger des erledigten Regimes, wie es ein rüdes Witzwort nannte,„in den Sack niesen". In der Folge ober vollzogen sich die jetzt seltener werdenden Hinrich- tungen auch der„Politischen' sinnt und sonders auf dem Grave- Platz. Solang« di« Guillotine auf Karussell- und Revolutionsplatz ar» beikte, führte der Weg von ihr zu dem Gelände an der Ru« d'Anjou, das nicht ganz zu Recht nach der Madeleine-Kirch» hieß: außer dem Königspaar und vielen anderen verwesten hier der General Custine. der Eroberer von Mainz und Frankfurt. B o i l l y, der erste revolutionäre Bürgermeister von Paris. Bar- naoe, Brissot und Bergniaud samt den übrigen Giron- distqr, der deutsche Schwärmer Anacharsia E l o o t s und H ä b e rt, der Herausgeber des im Gossenton geschriebenen„Vater Duchesne', Madam« Roland und Charlotte C o r d a y, die M a r a t in der Badewanne erdolcht hatte. Aber obwohl der Madelelne-Beerdigungs. platz in einer dünnbebauten und-bevölkerten Gegend lag, häuften sich di« Beschwerden der Anwohner über die Ausdünstungen der Massengräber und die dadurch heraufbeschworene Pestgejahr: M i ch e l« t In seiner„Geschichte er französischen Revolution' meint sreilich, es Hab« sich um verkappte Proteste gegen den Terror über- Haupt gehandelt:„Was man nicht im Ramen der Menschlichkeit zu sagen wagte, sagt« man im Nomen der öftenllicken Gesundheitspflege.' Auf diese Eingaben hin beschloß der Gemeinderat am 4. März 1794, die Guillotinierten fortab weit in der Vorstadt, fast schon auf dem Lande, bei ter kaum besonnenen Rue des Erranci», in der Nähe des Lustschlößchens des früheren Herzogs von Orkeans, der Erde zu übergeben. Dieser neue Friedhof, amtlich des Mousseaux, im Volksmund des Erraneis genannt, öffnete sich am 25. März: Danton mch die Dantonisten. der konstitutiv- nelle Bischof Gobtl, der berühmt« Chemiker L a v o t s t e r. Eu- logius Schneider, der im Elsaß gewirkt hatte, und General Westermann, der aus dem Elsaß stammte, Madam« Elisa- b e t h, die Schwester des Königs, und sein Verteidiger Male-- herbes und eine stattliche Zahl sonst. Insgesamt wohl mehr als 800 vom Reoolutionstribunol Verurteflte, fanden hier ihr Grab. Mit der Verlegung der Guillotine an die frühere Thron-Barriere. also in einen ganz anderen Stadtteil, wurde ein neuer, nicht zu weit entfernter Friedhof nötig. Erst entschied man sich für den allen Friedhof der Margaretenkirche in der Sankt-Antomus- Vorstadt, a'.er sosort erhob sich Widerspruch gegen di«„gesundheits, schädliche Verpestung der Lust'. Dem Rechnung zu tragen begann man bereits nach zwölf Tagen, am 22. Juni, mit den Beerdigungen auf dem neu angelegten Piepus-Frledhof, einem Gelände an der äußersten Grenze der Dorstadt, das ehedem als Garten zum Kloster der Augustinerinnen gehört hall«. Hier wurden die Opfer der großen„Schübe' der tollwütigsten Schreckensherrschaft begraben; in etwas über sieben Wochen 1306 Personen, Männer und Frauen. Greis« und Jüng- singe, hoch und nieder. Die Leichen wurden nicht nur ohne Sarg, sondern auch nackt in di« Grube gesenkt, da man Schuhe, Kleider und Wäsche nach ihrer Reinigung für die notleidenden Armen der Republik verwandt«. Die Totengräber beklagten sich, daß, um diese Entkleidungen vorzunehmen, nicht einmal eine Bretterbude vor- Händen sei: sie müßten nachts arbeiten, und da häufig ein Windstoß die Lichter ausfege, sähen sie sich im keineswegs anheimelnden Dunkel mit den kopflosen Kadavern. So, mit einer Schicht un- gelöschten Kalks über sich, wurden hier der zarte Lyriker AndrS Chenler und der deutsche Baron Trenck, dereinst Liebhaber der Schwester Friedrichs des Großen, t«stattet Aber da R o b e s- pierre und seine 21 Gefährten auf dem Revolutionsplotz starben, schaffte man ihre Leichen auf zwei Karren zum Friedhos des Er- ranris, sehr weit vom Grab« Ludwigs XVl.,' sie unter die Erde zu bringen, kostete 193 Livres, und da die Arbeit an dem drückend heißen Julitog doppelt peinlich war, bewilligte man den Toten- gräbern obendrein sieben Livres Trinkgeld. Heute ist von allen Friedhöfen der Schreckenszelt nicht mehr allzuviel übrig. Wo die Rue Pasquler den Boulevard Haußmann schneidet, erhebt sich die 1826 vollendete Sühnekopelle über den einstigen Gräbern Ludwigs und Marie Antoinettes, und ganz erhalten ist hinter hohen Mauern der einsame Friedhof Picpus am Boulevard gleichen Namens, und zwar deshalb, weil er noch der Revolution den alten Feudalfamilien Frankreichs als Grabstätte�... dient». An dem Fleck Erde aber, wo Danton» und R o b e s- pier res Rests in den großen Umwandlungsprozeß der NaM eingingen, spiele» heute vom Frühling zum Herbst unter den grünen Bäumen des Monceau-Parks, von Bogelgezwitscher umschwirrt, lachend« Kinder Ball und Reifen, Hennsnn Wendel. Deutsche Kunst im Zeitalter Goethes. Ausstellung bei Paul(lassirer. Di« Galerie Paul Cassirer bat eine sehr glückliche Form der Ehrung für Goethe gefunden. Sie hat einige hundert Kunst- werke zusammengebracht, dt« dl« deutsche Entwicklung während der Lebenszeit Goethes lebendig veranschaulichen. Es sind zum größten Teil sehr wenig oder gar nicht bekannt« Gemälde. Zeichnungen und Skulpturen, meist aus Privatbesitz, die unsere Kenntnis jener Evoche nachdrücklich bereichern und jedem Betrachter einen hohen Grad von Genuß bereiten. Denn das Schicksalhafte in der Lerbundenhelt von Goeth» und der bildenden Kunst Deutschlands besteht nicht so- wohl in einem besonders geistigen Grad von Wechselwirkung zwischeg beiden, sondern in der eigentümlichen Tatsache, daß die achtzig Lebensjahre Goethes, von 1750 bis 1830, zugleich die Zeit umspannen, in der die deutsch« Kunst sich au» ihrer Abhängigkeit vom Ausland zur Selbständigkeit und höchsten S'üt« in der Romantik erhebt und dann wieder, nach allzu kurzem Jugendalanz, in die brav« Tüchtigkell des Biedermeiertums hinabsinkt. Goethe spiett bei dieker wundervollen Wiedererweckung des bildenden Genius, bei diesem ersten großen Höhepunkt deutscher Kunst seit Dürers Tod«ine mehr begleitende, ja hemmende Roll«, da er mit seinem Herzen seltsamerweise bei der abgewirtschafteten„Nachahmung»- kunst' des 18. Jahrhunderts blieb. Ihre tiefe und auch von diesem zeitlichen Anlaß unabhängige Bedeutung erhält die Eassirersche Ausstellung von der Qualität der dargebotenen Werke. Sie wirkt wie eine hochwillkommene Ergänzung der kostbaren Sammlung gleichzeitiger deutscher Kunst im Obergeschoß der Notionalgaleri«: willkommen besonders durch ihren Reichtum an Seltenheiten, an Kleinkunst, an Zeichnung und Aquarell. Sie hat vor allem zwei Höhepunkt«, die denen der allgemeinen Entwicklung um 1800 genau entsprechen: zwei Kabinette mit Hand Zeichnungen der Romantiker und Klassizisten: und die herrlichen Bilder deutscher Romantiker. Hier ist vor allein Caspar David Friedrich zu nennen. von dem ein« ganze Reihe köstlicher Gemälde. Aquarelle und Sepia- blätter überraschen: daneben einige mächtige Zeichnungen ! R u n g e s. ganze Serien von Schinkel und G a r u s,«in Vermeerhaft seiner Kersting und wundervolle Malereien von Blochen. Neben die'en N�rdd-utlchen treten ebenbürtig die deutschrömischen Landschafter I. A. Koch, �Philipp F o h r(rnll | zwei außerordentlichen unbekannten Aquarellen). H o r n e y. Olivier. Rohden. Ludwig Richter: dazu die trotz ihrer klassizistischen Formensprache so echt deutsch wirkenden Schwind und G e n« l l t, ein ungleich-gleiches Paar, das zu den Nozarenern hinüberweist Dieser zweite oder drille Gipfel deutscher Romantikerkunst ist vor allem durch eine Auswahl seiner unveraleichlickien Zeichnungen vertreten, die ihresgleichen nur in der gravhifcken Kunst der Dürer- zeit finden: Cornelius, Overbeck. Pforr. Fübrlch. Schnorr, Veit, Schadow. Man muß sie schon alle mit N-'men nennen: der Sinn solcher Aufzählung ergibt erst d-e un- 1 beschreibliche Schönhell ihrer Arbellen, die uns den Stolj lehren kann, dem gleichen Volke anzugehören, das solche Kunstler hervor- gebracht hat. Um dieser Höhepunkt«— di«. das darf man nie vergessen, nur einen Zellraum von knapp zwei Jahrzehnten umspannen— reihen sich nun noch die Entwicklungsphassn der aufsteigenden und der absteigenden Linie. In Goethes Jugendzeit regierte noch das Rokoko. Hier erinnern daran die kleinen und darum sehr tanzen- trierten Arbellen von Chodowiecki. S. Getzner, Osen. Grafs, I. Zick, der Tischbein, Menge und F ü g e r. Es folgte der Aufstieg zur deutschen Form, auf der einen Seite cbarak? terisiert durch das Bestreben der Carstens, Fühlt, Gottfried Schadow. um einen„reinen Klassirismus'— auf der anderen durch Herou-arbellung unmittelbarer Naturdarst«llung in der Landschaft: Weitfch, Dillis, Wagenbauer, Kolbe sind wichtige Wegbereiter der Romantik. Und zum Schluß das Aus- klingen dieser deutschen Romantik im Biedcrmsierlichen. voll . farbiger und zeichnerischer Tugenden, aber schon beraubt des großen Schwungs jener Schöpserjahre. Hunzmel, Waldmiiller, Kobell, Klei», Wahmann oertreten diese letzte Stufe, im � einzelnen Kunstwerk voll erstaunlicher Schönheiten, im Geist aber ! schon den Bormärz darstellend, vor dessen dunkler Reaktion Goethe � rechtzeitig die Augen schloß._ Paul F. Schmidt. Drokesk gegen dl« verbot- von Dächern. Der Schutzverband > Deutscher Schriftsteller protestiert gegen bis Verbots von BüRerrt. 1 die mit Berufung auf die Notverordnung ohne gerichtliches Urteil auf dem örtlichen Verwaltungswege stattgefunden haben. Der Schutz- verband Deutscher Schriftsteller verwirst grundsätzlich jegliche Zensur. Durch di« gegenwärtige Unterdrückung ist dos literarische Leben in Deutschland aus den Zustand der vormarzlichen Rechtlosigkeit votz hundert Jahren zurückgeworfen worden. Deutsche llrausfübruag in Zugoslawteu. Zum erstenmal se't dem Kriege ist in Jugoslawien«in modernes deuflcbes Schauspiel in Uebevsetzung zur Aufführung gelangt: Bruckners„Clisabctl, von Eng- land', übertragen von dem Presseattache der Berliner jugoslawischen Gesandschaft Prof. Binaoer. Die Ausführung, aus deren Inszenierung das Agramer Stadllheater große Sorgfalt verwandt Halle, führte zu einem vollen Erfolg. Professor Charles Gide, der Nestor der französischen National- ökoyomen, ist im Alter von 85 Jahren in Pari? gestorben. Er ver- trqt genosssmäiaftlicfy« Ideen. Seine„Geschichte der Volkswirtschaft- lichen L-Hrnreinungen' Ist auch ins Deutsche übersetzt. Die SollZdühn« bringt alZ nächste Novität in der Eiustudieru» a'ceriins die Ureuffuhruva des Loltsitücki„K a m Paul Schurck, piit der Musik von Hanns EiSler.. 'S A ] Tie Premiere der Goethe-Festsdlel« im Kroll-Tbeater von „Prometheus' und„B a n d o r a" mit der Musik von Beethoven findet am 17, Mär, statt. Di: künstlerisch- Leitung bat Dr. Wilhelm Lenhaulcn, die musikalisch« Erich Lrthmavn. Der Borvertcuf beginnt Freitag. ! In der Kelellichast kür ettrsfe'fck'e Bhilokothi« spricht Dienstag, S lZbr, ; Tr. 2. Her ,herg über die wisienichastliche Brauchbarkeit der psvcho. a»alv!ischin Methode sFchumannstr. LI). ' Die Akademllche Teltsthilse veranstaltet Dienstag. 8 llhr. im Reichs- wirtschaftsrat. Bcllevnestr. 15.«inen Vortrag von Herrn Rrrf. Eduard , Norden über das Thema„Antike Mensche» im Rinne» um 1 ihre Bsr»iSbesiimm»»g', Wien-Berlin unentschieden Das Arohe Schwimmfest der Arbeiterschwimmer am Sonnabend und SonntaA Die Berliner Arliciierschwinimer Hobe» am SonoabenÄ und Sonntag das sportliche Ereignis dieser Saison gehobt! Der erste Tag des Z. Städtckampses Wien— Verlin zeigte die Wiener stark überlegen, so doh pessimistische Gemüter schon mit einem überlegenen Sieg der Wiener Gäste rechneten. Zlm Sonntag im tunabod tauten dann ober auch die Berliner aus und so kam eg zu einer gewissen Gleichmäßigkeit, die der Gesamlveraufkalkung den Stempel ausdrückte. Der Kamps verlief schließlich im Gesamtklosse. mcnt unentschieden mit Z7: Z7 Punkten. Im Rahmen eine? interessanten Programms wurden am Sonnabend im Stadtbad Gerichtstraße die Mcinnerlagenstassttc 3X!00 Meter und die Fraucnbrusq'tafette 4XIt>0 Meter als Kon- kurren.zen des Städtekainpses durchgeführt.- Bei den Männern zog sofort nach vorbildlichem Start der Wiener Brustßhwinmrer Bayer ab. Der abläsende Rückenschwimmer ch o f b ö ck schwamm schlechten Stil, aber nicht langsam..Obgleich der Berliner Krauler E. Grühn besser schwamm als der Wiener H a m l i k, langt« es bei weitem nicht zum Sieg. Wien benötigte Z:Z?>, 3. Min.. Berlin Z:4ki,l>. Deutlicher nock) war die bessere Klasse bei den'grauen ersichtlich. Lediglich Frohn-Berlin war ernsthastc Konkurrenz. Wien komitc mit 7 Meter Borsprung Sieger werden. Außerhalb des. Städtekampses trafen die Springer beider Städte- in einem Kürspringen auseinander. S t a d l m o ye r- Wien war der Beste und siegte mit 34 Punkten nor Dirmhier-Wien 32l4 Punkt«. Nächtigoll und Köhn-Berlin er- reichten 3Z.resp. 3ll Punkte. Im Brustschwimmen über. 200 Meter war im ersten Laus' der Wiener S z't r a k ä t y überlegen. Im zweiten Lauf startete Hölzl-Wien und Lehmann und Grühn-Berlin. Dieses Rennen war sicher das interessanteste des Abends. Höhl versuchte durch scharfes Anschwimnien. und.Zwischenspurts die beiden Berliner abzuschütteln, was ihm aber nicht gelang. Erst im Endspurt machte sich H ö l z l frei und ge«ann in 2:Z6,8'.M.in. Zweiler wurde F. Grühn, der mit 3:2, 2. Mio. den Vundesrckord der solange bei 3:S Min. lag. wesentlich, verbessern konnte. Stand des Kampfes am Sonnabend Ist: 6 f ü r Wie ivDos Interesse Tür den Ausgang des Städtekompfes konzentrierte sich naturgemäß jetzt auf das Abschneiden der Berliner in den Kämpfen am Sonntag im Lunobod..'' Am Sonntag im Luhabad Don Reizen der sonntäglichen Kämpfe erössnet« die lstXK6?t-Met«r-Kraulstirsett«. Hier war Berlin von Ansang an überlegen. Durch gute Einzelleistungen. konnte 23 Meter vor Wien angeschlagen werden. Wien revanchierte sich in der Männerbrust- stafette über 4Xlst Meter. Bayer- Wien, der den Schlußmann machte, konnte den initbekoimnenen kleinen Vorsprung aus etwa 3 Meter erhöhen und damit seiner Mannschaft zum Siege verhelfen. Zeü für Wien 5:26,7 Min., Berlin. 5:37,5 Min. Die Wiener Frauen konnten ihren Sieg vom Vortag nicht wiederholen. In der Lagen» stafette für Frauen über 3Xlst0 Meter gab das gute Schwimmen der Berliner Rückenfchwimmerin F r o h n den'Ausschlag. Die Männer- kraulstasette über 4X2stst Meter fiel ohne großen'Kampf an die Berliner. Wien setzte nur anfänglich Widerstand entgegen und stoppte sofort ob, als die lleberlegenheit der Berliner sichtbar wurde. Kroßen Anklang beim Pilbötum fand' da» Tu rmsp r i n g s n v o m lst-Meter-Turm. Immer wieder gab die bleichende Haltung bei den Sprüngen von Kühn-Berlin.hen. Zuschauern Anlaß zu applaudieren. Ueberraschend gut sprang N a ch t i g a l l, der Zweiter vor Dirmhirn und Stadlmayer wurde. Berlin hatte sich bei den Schwimmkämpfen wieder an die Wiener herangearbeitet und das Punktresultat auf unentschieden 32: 32 verändert. Das Wasser- ballspiel mußte nun den Ausschlag geben. Das W asscrbaUspicI Dank vorbildlicher Schiedsrichterleistung wurde dos Wasser- ballspiel Wien— Berlin, das die Entscheidung sür den Ausgong des Städtekampfes bringen sollte, zu einer der schönsten Begegnun- gen, die man bisher zwischen Vertretungen beider Städte zu sehen bekam. Beide Mannschaften spielten zwar körperlich, doch im er- träglichen Maß. Berlin Halle in der tiefen Bassinseite Anwurf. Der gut nach vorn gegeben« Ball wurde ein« Beute der Wiener Hintermminschost. Wiens rechter Verteidiger bricht ausgezeichnet durch und schießt knapp vorbei Räch zwei Minuten wechselvollen Spiels erhall der linke Stürmer Berlins den Ball und verwandell aus der Luft, weniger unhaltbar als überraschend für den Tor- mann. Gute Tormöglichkesten wurden danach von beiden Mann- schoflen ausgelassen. Einen Zusammenstoß zwischen einem Berliner Verteidiger und einem Wiener Stürmer ahndet der Unparteiische mit einem Strafwurf, den- der Wiener auch prompt verwandelt. Dann i''' eine ausgezeichnete Leistung des rechten Berliner Verteidigers, der den Ball in der Mitte des Feldes zurückgespielt erhält und, selbst bc- drängt, einen hohen Weitwurf riskiert, der auch haarscharf in die rechte obere Ecke des Wiener Tors rutscht. 2:1 sür Berlin bei Halbzeit. Wien greift nach Wiederbeginn stürmisch an, doch Berlins Berteidigung klärt, gibt gut vor, ein kurzes Abfpiel und der drille Erfolg Berlins wird bejubelt. Wieder war es der linke Stürmer, der ausgezeichnet aufnahm und unhaltbar einsandte. Denk- bar beste Chancen werden weiterhin von beiden Parteien verschenkt. Ein Dürchbruch des schnellen rechten Verteidigers von Wien ft'ihrt zum überraschenden Erfolg. Der gleiche Spieler nutzt einen Freiwurf Die Springerrnannschatt Köba'Berlin, Stadlmayer und Dlrmhirn-WIen, Nacfattgall-Berlta zum Ausgleichstor. 3. 3! Berlins' Zuspiel ist glänzend. Endlich bringt eine taktisch ausgezeichnete Leistung des Berliner Mittel- stürmers das verdiente Führungstor. Wien läßt nicht locker. Eine blendend« Verlängerung im Sturm— es steht 4:4! Und kurz danach Schluß! Wien traf auf eine über alle Ermattungen gut dis- panierte Berliner Sieben, die schwiminerifch gleichwertig, technisch sogar meist leicht überlegen war. ' In den Rahme»kämpfen, die nicht.zu dem Städtckpmps gehötten, sah man auch am Sonntag beachtliche Leistungen. Den Frauenbruststafettensieg teillen sich Hellas I und Berlin XII. Zell 4:34 Min. Im Jugendbrustschwimmen, Ivst Meter, für 16— 18jährige siegte Langhammer- Charlottenburg in 1:29,3 für 14— 16jährige G u t k o w s k i- Hellas in 1:31,6 Minuten. Spontan war der Beifall der Zufchau-r als nach einem exakt geschwommenen Reigen in der Schlußfigur 64 Schwimmerinnen die Worte Eiserne Front bildeten und eine Schwimmerin in der Schwinnnlage einen Prolog von Max Barchel sprach. Resultate: gautumujeu de« StäMcfampfes: SMnnttTajjcnHijfclfs 3»'10O Meter: 1. Wien 3:3«, 3 Min.: 2. Verlin 3:3« Min.— FrauendrustNäiette 4/100 Meter: 1. Wien 6:11,7 Min.; 2. Berlin 6:40,7.— Männerkrnulftofett« 10/66�» Meter: 1. Berlin 7:3,2 Min.: 2. Wien 7:15,4 Min.— Zlunstwringen. 4 PNickit. und 2 KUrsprinac: l. Wien«4iH Punkt«: 2. Berlin 55 Punkte.— Männerdtust. stasette 4/100 Meter: 1. Wien 3:26,7 Min.: 2. Berlin 3:37,3 Min.— grauen- lagenstakette 3x100 Meter: 1. Berlin 4:35,5 Min.: 2. Wien 4:47 Min.'— Männerkraulstufettc 4 X 200 Meter: 1. Berlin 10:24,6; 2. Wien 102)1,3.— Turm. springen,.3 Kiirspliingc: 1. Berlin 87V4 Punkte; 2. Wien 54 Punkte. Wasser. ballspiel 4:4(2:1 sür Berlin). Ztahmcuprogromm Tonuali-nd: Bezirkskraulstafett« 10 XaO Meter: 1. 2. Be. Jirt 5:11,5 Min.: 2. 1. Bezirk 5:13,5 Min.— Männliche» Iugendkraulfchwimmen, 14—16 dahre, 100 Meter: l. Teske-Hellaz 1:11,5 Min.; 2. Hwkelmann.Hellas 1:14.3 Min.— 5>nabenlagenstasktte 3x50 Meter: 1. Hellas I 2:16,4 Min.; 2; Scharlottenburg 2:16,6 Min.— Männrrbrustschwimmcn 200 Meter. Klasse A: 1. Holzl-Wieir 2:36,8 Min.: 2. Griihn.Perlin und Eztrakatn-Wien 3:22! Min.— Kiirspringen: 1. iptadlmaqer.Wien 34 Punkte: 2 Dirmdirn 32Vi Punkte.— Männerkraulfchmimmen 100 Meter. Klasse B: t. Pritschow-Hellas 1:12/4 Mi TT.; 2. Tripoenlee.Kreuzbcra 1:12,1 Min.— Wasserballspiel 17: 8 für Hellas-Berli» gegen Wien 2. Mannschaft. RahmcuproaraMm Sanatpg: graucnbruststafcttc 4x2 Babnen Z 8334 Meter: I. Hella? 1 und Berlin Xll 4:34,0 Mm.; 2. Eharlottenburg 4:46,0 Min.— Männer» rüaensitimimmen 100 Meter. Klasse B; 1. Preuschoss.Hella? 1:23.9 Win.; 2. Meincrt,Friedrich?bain 1:24 0 Min.— Nännerlraulstasatte 6X2 Bossnen. Klasse B und C: 1. Hella? I 4:22,3 Min.: 2. Möwe I 4.-23,8 Min.— Männliche» dugendbrustschwimmen 100 Meter, 14— 16 Iabre: 1. Gutlawski-Hello? 1x31.6 Min.; 2.(ssöhrkc.Weissensec 1:34,4 Min. 16—18 Jahre: 1. Langhllllimer-Lharlottenburg 1:20,3 Min.: 2. Ouieß.Möwe 4:31.0 Min.— Männlich- Iugendkraulstasette 4X2 Babnen: 1. Charlottenburg 3:10,4 Min.; 2. Neukölln 3:1», 4.— Weibliche Lagenstaiette 3X2 Bahnen, Jugend: 1. Union distanziert, dafür l. Lichtenberg 3:16,2 Min.: 2. Tieniensstadt 3:33,2 Min.— Frauen: J. Kreuzberg 3:10,9 Min.: 2. Hellas 3:11,0 Min.— Männerlagenstafelte 4X10» Meter: 4. Hella» I 5:20,6 Min.; 2. Hella? I! 5:34,2 Min. noch ein paar feiner bekannten Mätzchen,— ein perfekter Rummel» boxer. Der Ringrichter ließ das alles geschehen, schritt nicht dagegen ein, und es wird deshalb sehr schwer sein, Trollmann einen anstän- digen Stil beizubringen, er kann vielleicht gar nicht mehr anders. Bedauerlich ist. daß es hier Leute gibt, die so etwas für Boxen halten. Natürlich können Boxer, die sich an die Regeln halten, einem derartigen Gegner schwer beikommen. Vielleicht bessert sich Trollmann, wenn er einige Male wegen dauernder Anwendung von Fouls disqualifiziert worden ist. Schließlich besiegte der talentierte Weiter E i b e l den stark zurückgegangenen Boguhn nach Punkten, die Leichtgewichte Meer» grün— Sieb usch trennten sich ohne Ergebnis. Naturfreunde werben 1 Die Ortsgruppe Berlin des Touristenvcrcins„Die Natur» freunde" hatte zu einer gutbesuchten Veranstaltung im Städtt» schen Filmsaol in der Levetzowstrahc ausgerufen. Es wurde neben einigen Rezitationen ein auserlesenes Tonsilmprogromm gezeigt. Ei» icchmscher Film„Die Schraube" gab ein Bild, wie im glatt lausen- den Arbestsprozeß auch der kleinste Maschinenteil notwendig vor- Händen sein muß. Ein zweiter Film„Springendes Holz" bracht« vorzügliche Naturaufnahmen aus den rumänischen Waidgebieten. Was auch für Naturfreunde wichtig ist, der soziale Hintergrund in d-n durchwandetten Gebieten, trat auch hier plastisch in Erscheinung. Die Schwer« der Arbeit, das kärgliche, bedürfnislose Waldarbeiter- leben. Der Hauptfilm schließlich, der bekannte Bergarbeiterfilm „Kameradschaft", zeigte die internationale Verbundenheit der Prole- tarier. Mit einem Appell zu höchster politischer Aktivität in den nächsten Wochen schloß die gelungene Veranstaltung. Die bisbodcey-Lni-opaineisterscbaft Heute nachmittag beginnen im Sportpalast, vom Berliner Schlittschuh-Club veranstaltet, die Wottkämpfe um die Europa- Meisterschaft im Eishockey 193 Z. Insgesamt werden 32 Spiele notwendig sein, um den endgültigen Sieger festzustellen. Ein ganz außerordentliches Programm, wie es in dieser Fülle und Qualität bisher in Berlin, ja in Europa noch nicht geboten werden konnte. Mit Ausnahme der Belgier sind sämtliche bisherigen Titel- träger, die in den 15 Meisterschaften, die seit 1919 ausgetragen wurden, die Meisterschaften erringen konnten, an den Wettkämpfen beteiligt. Täglich werden um 15 und 20.15 Uhr je zwei Länderspiele stattfinden. Teilnehmer sind folgende Nationen: England. Schweden, Rumänien, Oesterreich, Tschechoslowakei, Frankreich. Schweiz, Lettland, Deutschland. Die bisherigen Meister: Tschecho- slowakei 5 Siege, Schweden 3 Siege, Oesterreich 2 Siege, England, Frankreich, Belgien, Schweiz, Deutschland je 1 Sieg. Letzer Meister war Oesterreich. Die Deutsche Meisterschaft im INamischaflsboxen. Vor ausver» kauftcm Hause fand im Kristallpalast zu Magdeburg der Entschei- dungstampf um die Deutsche Meisterschaft im Mannschaftsboren zwischen Pnnching-Magdeburg und Borsport 1920 Dortmund statt. Die Vertreter von Punching-Mazdeburg trugen im Gesamt- ergebnis«inen knappen Sieg von 9: 7 Punkten davon und holten sich damit erstmalig den Meistertitel, den Colonia-Köln, der Meister der drei letzten Jahre, diesmal nicht verteidigt hatte. Deutsche Kunstslug-Meisterschaft. Nach der ziemlich verunglückten vorjährigen Deutschen Kunstslugmeisterschast wurde dem mehrfachen Meister Gerhard Fieseler das Recht eingeräumt, den neuen Meister Gerd Achgelis um den Titel„Deutscher Kunstflugmeister" heraus- zufordern. Dieser Herausforderungskampf zwischen Fieseler und Achgelis findet nunmehr am 24. Apttl statt, und zwar wird er vom Aero Club von Deutschland und der Berliner Flughafen-Gesellschast auf dem Flugplatz Bcrlin-Tempelhof durchgeführt worden. Freie Wassersohrer ÄAswä-ts. Dienstag, 15. Marz. 20 Uhr. außerorbuitriche Generalversammlung bei Reutzner, Geeste; 62. Gäste willkammen. FTGB.. Franc«. Heute abend Bouchsstr. 75 Zusammenturnen, üben der .inmi»Zch wurde. Auch der Spottplatz in der.Kynast- straß« zeigte so große Pfützen, daß man«tci'bte, die Spieler bleiben im Matsch stecken. Trotzdem traten sowohl Wacker als auch Lichtenberg I an. Die Lichtenberger mußten für ihren Torwart Ersatz aus der dritten Mannschaft aufstellen, während ü&icker vollzählig zur Stelle war. Gleich von Anfang an war eine leichte Uebettegenheit der Lichtenbcrger unverkennbar. In guter Kombination ging es dem gegnerischen Tor zu, aber erst nach zehn Minuten konnte der Halb- linke einen Ball über den Torwart hinweg zum ersten Tresser«in- senden. Einige ergebnislose Angriffe Wackers wurden von den Lichtenbergcrn abgeschlagen. Lichtenbergs Gegenbesuche waren da- gegen von weiteren Erfolgen gekrönt.. Bold Umlete, dos Resultat denn auch 2:0 und wenige Minuten später 3:0. Wacker versuchte nun aufzuholen. Alle Spieler wurden nach vorn geschickt; bei dem Gedränge schössen sich die eigenen Leute den Boll an- den Körper, ohne dabei in gefährliche Nahe des Lichtenberger Tors zu kommen. Kurz vor der Pause stellte der kleine Holbrechte Lichtenbergs die Torzahl auf 4:0. Mit diesem Resultat ging es in die Pause. Noch gab sich Wecker nicht geichlagen An der Hintermannschaft Lichtenberg- bei der auch der Ersatztorwatt hervottrat, scheiterten jedoch olle Ber- suche. Di« Lichtenberger waren dagegen glücklicher. Ein Elfmeter brachte den fünften Treifer und ein Alleingang des Halblinken den sechsten. Je mehr sich das Spiel seinem Entd« nqhert«. desto größer trat die lleberlegenheit Lichtenbergs zutage. Roch zweimal mußt« Wack«s Torwart den Ball zur Seit« geben und mit 8:0 blieb Lichtenberg verdienter Sieger. Ueberraschenderwvise ließ sich. Lichtenberg.. II van. den. sie be- suchenden Kagelern mit 2: 0 schlagen.— Pankow hatte den Bundes- neuling Nord zu Gast. Trotz des Erjotzc-, den die Pankower«in- stellen mußten, konnten sie sich gut halten. Ja bis zur.Paus« hatten si« teilweise, sogar etwas mehr vom Spiel. Dann mochte sich aber die technische lleberlegenheit der Nordleitte immer mehr bemerkbar. Mit' 3: 1 blieben sie dann auch verdienter Sieger. Minerva 28 fertigte seinen Gegner ASB.-Neukölln sicher mit 8:0 ob. Minerva scheint sich jetzt wieder aus der Kttfe erholt zu haben.— Lichtenberg I 2 gegen Wacker 2 4:1. Lichtenberg II 2 gegen ZdA. 6:2. Minerva 2 gegen ASB.-Neukölln 2 4:3. Lichtenberg I Jugend gegen Zldler 08 10: 1.. Handball, und hockcyspielc abgesagt! Die Spielleitungen hatten sich am Sonnabendabend entschlossen, alle Handball- und Hockey- und einen Teil der Fußballspiele abzusagen. Im Spichern ring Seifried wieder Tüclanwärfcr Der letzte Kampfobend im Spichcrnring zeigte wieder einmal mit oller Deutlichkeit den Tiefstand des sportlichen Nipzaus dieser Kampfstätte. Unter de» vier Treffen war nur eins, das normalen Ansprüchen genügt«, die Begegnung der Leichtgewichte S eisler gegen D a l ch a m. Zwei gulc Techniker, vän denen sich Seisler als der schnellere, präzisere und schlagstärkere erwies, er gewann dann auch in der 6. Runde entscheidend. Als Anwärter.auf die M i t t« l g e w i ch t s- M e i st e r s ch a f t ging Seifried hervor, der Trollmann nach Punkten schlug, nicht gerade schr überzeugend. Seisried bracht« vor ollem nicht die Form mit. die nötig war, um diesen Gegner klar zu besiegen. Was Troll- nnmn in diesem Komps« bot, war so ziemlich der Gipfel der Un- soicherkeit. Er schlug soft nur mit der Innenhand oder gar dem Handgelenk, schleuderte mit ofsenem Handschuh, er schob und stieß den Gegner mit der flachen Hand von sich weg, klemmte, hielt und schlug zugleich., benutzte das Teil. zum Entweichen:. dazu. kamen Him: Oft-ndach-r Str. 5-: Lichtbilderab«ni> ftft").— Humssrldthain. Stommidt-ilun»: , Soethe und mir"(Ptentelsshnl.— W-dding.Sesuudbrunnen: Dwdenowstr. 5: . Hamburg. Siardse«".— Humboldthain, Iug-ndgrupp«: Pank. TU« Wirsrnstrahr: Wir besuchcn dir Stommabtciluna.— Norden: Sonncnburg-r Str. 20:„Mär?- arbrnken".— Osten. Stammabtrilunq: Eb-rtnltr. 12:„Walzrrl-bniss- IN Ntalirn" iLichtbildrr).— NcukoOn: Flughafrnstr. 65: Arbeitsgrm-inichaft und Urbuna». abend.— Bberschönorn-id-: Lausrnec Str. 2: Snielabcnb.— HumboUUhain, Kindrrgruppc: Pankorn. Säe Wi-ienltrah-:..Bcm Schmunzeln zum Lächeln— Mittwoch, 16. Mörz. Photo. Arbeitsgem-inlchoit Mitte: Hohannisstr- 15.— Osten, Jugend: grantfurtrr Allee 307(Ebert-Saal).— Reinichendorf: Wittenau, Hauntstr. 10: Ritziirdernrrso nunlun a.- Bo»»«r»taq. 17. März. Naturtund» »ch« Abteilung: Zohannisstr. 45:„Was ist Raturphotogronhi«"«Lamposial».— Streichorchrst-r bei Britz-nber-er: Frriligrathstr. 0.— Rolenthaler Borstadt- Weinmeistrrstr. 46—17: Lichibildervortrag.— Tiergarten: Lehrter Str. �15— 10, ___,. rTM„ � � 117.;».-ii7ii raen'' 7 ria I! f Kaiser.Wilhelm.Str. 78.-- Neukölln: Bcrgstr. 29:„Astrologie"(Freidenker ncr. band).— Lichtenberg: Guntcrstr. 4t:„Vogel der Dwrk Brandenburg"(Ratu). Proles. Donnerstag. 17. März, 1S'(. Uhr, Vereinsfunktionärverfammlung bm Wollschläger, �dolbertstr. 21.-- Proles, Ortsgruppe. Vorstandssitzung Frei- tag. 15. März. 10 Uhr. bei Ballschmidt. Friedeustr. 96.— Di« Aüersröge»» «itglieder von Proles beginnen jetzt Eonntagvormittogs mit Faustbovspiöen, nin Hohenschönhausen. � n'tt Hchwimmer Vroß-Berli» e. B. Seueralv«rsa«wlvag S�nntaq, März. S Uhr. �rwerkschastshaus. Kassenkommissionssitzung Mittwoch, 18. März. VW/s Uhr, Geschäftsstelle. Montag, 14. März. Berlin. 1G.05 Lothar Briegcr: Große Künstler. 16.30 Kammcrtrio: Günther Ramin, Reinhardt Wolf, Paul Grümmer, Viola da Gamba. 17.30 Fritz G. Lcnnhofs nnd Hans Samter: Juscndnot und Juzcndsclbsfhilf«. 18.00 An die Jugend(G. Binding). 18.20 Chansons. 19.05 Die Funkstunde teilt mit.., 19.10 Stiruine zum Tag. 19.20 Unterhaltungsmusik. 19.55 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20.00..Der Verräter Gottes." Vier Akte von Dictzenschmidt. Regie: Alfred Braun. 21.30 Singakademie: Seplctt d-moll, op. 74, von Job. Nep. Hümme! CProfy Georg Schumann, Flügel, und Mitgl. des Orch. der Staatsoper., 32.15 Räüscher; Zcltungsschau Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswüsterbauscn. 16.00 Schalrat Franz Lcmpfert; Arbeitstechnik in der Landschule. 17,30 Pfarrer Otto Eckert; Welt wider Gott, 18.00 Dr. Herbert Jost: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30 Spanisch für Anfänger. 18.40 Frankfurt: Sonnenflecken, Sonnenbestrahlung tmd Witterung. 19.05 Prof. Dr. Schreiber; Deutsche Wissenschaft in der Krise. 19.30 Dr. Sachse: Arbriteo.dcr Landwirtscbaftsscbulcn und der WirtschaFbu beraturgssteHen. 19.45 Königsberg: Militarkonzert. 21.15 Königsberg: Historische Sühoue*««: Kapolaoau