Morgenausgabe r. 125 A 63 49. Jahrgang Böchentlich 75 Bt., monatlid) 3,25 M ( bavon 87 Bf. monatlich für Zuftel lung ins Haus) im voraus zahlbar. Boftbezug 3.97 M. einschließlich 60 Pf. Bozeitungs und 72 Bf. Bostbestellge bühren. Auslandsabonnement 5.65 2. pro Monat; für Länder mit ermäßig tem Drucksachenporto 4.65 M Der Borwärts" erscheint mochentage lich zweimal, Sonntags und Montags einmal. die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Dex Abend. Juustrierte Sonntagsbeilage Bolt und Reit" Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 15 März 1932 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die et palt. Milimeterzeile 30. Reklamegerle 2- Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 20 Bf. ( zulässig zwei fettgedrudte Worte jedes weitere Wort 10 Bf. Rabatt It. Tarif. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeter. zeile 25 Pf. Familienanzeigen Mili meterzeile 16 Bf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, mochentäglich von 8 bis 17 Uhr. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr. Dönhoff( A 7) 292-297 Telegramm- Adr. Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Poftichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Vindenstr. 3 Dt B. u Disc. Gej.. Depofitent., Jerusalemer Str 65/66. Preußenwahl: 24. April. Beschluß des Ständigen Ausschusses des Landtages. Der Ständige Ausschuß bei Brenden antaa beschloß am Montag in Uebereinstimmung mit der Regierung, den Termin für die Preußenwahlen, auf den 24. April festzusehen. Im Verlauf der Aus sprache erklärte Innenminister Severing, daß ein späterer Termin für die Regierung im Interesse der Wirtschaft und wegen der übermäßigen Inanspruchnahme der Polizei nicht in Frage komme. * Der Ständige Ausschuß des Preußischen Landtags beschäftigte fich am Montagabend mit der Feststellung des Wahltermins für die Wahlen im Landtag. Die Regierung hatte in einem Berordnungsentwurf den 17 April vorgeschlagen. Minister Severing wies darauf hir, daß der frühe Wahl termin den Parteien entgegenfomme, die vor einem Jahre die Auflösung des Landtags betrieben hätten. Alle Gerüchte, daß die Regierung Neumahlen ver. hindern wolle, feien unwahr. Die Regierung sei der Meinung, daß es nicht zmedmäßig sei, die Preußenwahlen mit dem zweiten Termin für die Reichspräsidentenwahl zusammenzulegen. Wenn man den nicht unufen Bühne, bis su 10 an Abg. Stenbel( D. Vp.) erklärte, daß man es feiner Bartei nicht zumuten fönne, bis zum 10 April an der Seite der jeßigen Regierungsparteien für Hindenburg zu fämpfen und dann nur noch 8 bis 14 Tage für die Vorbereitung der Breußenwahl zur Berfügung zu haben. Es ergebe sich auch die Frage, wie sich der Landtag die Verabschiedung des Haushalts für 1932 dente. Die nom Minister angeführten Gründe könne er nicht als stichhaltig anerfennen Er halte den 8. Mai für zweckmäßiger. Abg. Baeder Berlin( Landvolk) trat ebenfalls für den 8. Mai ein, besonders im Interesse der ländlichen Bevölkerung für die Frühjahrsbestellung Die Nerven der Wähler seien auch überspannt. Abg. Falt( Staatsp.) begründete einen Antrag der Regie rungsparteien, die Wahlen auf den 24. April festzulegen. Winifter ein, die sich aus dem gerade jetzt herrschenden Wahlfieber ergebe. Die Bedenten des Abg. Stendel( D. Bp.) teile er nicht. Im übrigen sei im Wahlkampf die Preußenpolitik von der Reichspolitik um schattet. Ein kurzer Wahlkampf sei deshalb am zwedmäßigsten. Er bittet daher, den 24. April als Wahltag zu bestimmen. In der Abstimmung wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien der 24. April als Wahltag festgelegt. Der erste Schlag. Nun aber weiter, Eiserne Front! Von Paul Löbe. Die Eiserne Front hat ihre erste politische Prüfung glänzend bestanden. Sie hat das ihre dazu beigetragen, den vom Rittern vom Hakenkreuz den sicheren Siegestag gründlich zu verſalzen. Wäre es möglich, die fast 19 millionen Stimmen, die am 13. März für den Namen Hindenburg abgegeben worden find, nach Barteigängern auseinanderzuziehen, dann würden die durchsichtigen Zahlen zwei starte Eindrüde weden. Der erste: Hut ab vor der mustergültigen Diszi plin der sozialdemokratischen Wählermassen in dieser schwierigen Situation! Der zweite: Allen Respekt vor dem Korpsgeist, mit dem das Zentrum auch diesmal mieder seine Leute zusammenhielt und, wie einst zu Marr, jetzt zu Hindenburg führte; das zweite ist klar erfichtlich aus den Wahlziffern Bayerns und des katholischen Westens, die Disziplin der Sozialdemokraten aber läßt sich studieren am Vergleich der Ziffern ihrer großen Hauptsize: Berlin, Hamburg, Magdeburg, Hannover, Braunschweig, Bielefeld usw. mit den früheren Wahlen in diesen Städten und wird bestätigt in zahlreichen Dörfern und fleinen Orten, mo die Uebersicht über die Parteistärke leichter ist. Die Soauch 17. April nicht wolle, fei die Regierung auch mit dem 24. April. Bah'quotient für die preußischen Wahlen 50 000. Bialdemokratie, geschult in den politischen Notwendigkeiten dann aber als spätesten Termin, einverstanden ausschiebung sei sowohl im Interesse der Wirtschaft als auch wegen der übermäßigen Inanspruchnahme der Polizei nicht möglich, wenn ein ordnungsmäßiger Berlauf der Bahlvorbereitungen gewährleistet Abg. Schment( komm.) erklärte sich mit einer Borverlegung des Wahltermins einverstanden. Abg. Dr. n. Winterfeldt ( Dnat.) trat für den 10. April als Wahltermin ein. fein folle. Entsprechend einem Beschlusse des preußischen Staatsministe riums wird für die preußischen Wahlen der Wahlquotient auf 50 000 leftgelegt werden. Es ist eine Berordnung der preußischen Regierung zu erwarten, die die preußische Sparverordnung abändert, wonach bekanntlich auf 60 000 Stimmen( früher 40 000) ein Abgeordneter für den Preußischen Landtag entfällt. An das Reichsbanner! Kameraden! Im ersten Wahlgang um die Präsidentschaft der deutschen Republik ist Hitler geschlagen. Wenig hat ge fehlt und Hindenburg war schon im ersten Wahlgang gewählt. Eure unermüdliche Pflichterfüllung, euer Kampfes. mut, eure politische Klugheit haben allen Gegnern der Demokratie eine schwere Niederlage bereitet. Der Rationalsozialismus hat seine Marneschlacht verloren: Hitler wird nie Reichspräsident! Für dieje Tat wird euch, Reichsbannerkameraden, die Geschichte Dank wissen. In treuer Kameradschaft gedeuten wir der Opfer, die dieser schwere Kampf von uns gefordert hat. Der Geguer hat einen schweren Schlag erlitten, aber er ist noch nicht endgültig niedergerungen. Gebt ihm jest feine Ruhepause! Die erste Schlacht ist vorüber. Wir marschieren zur zweiten Schlacht! Unsere Parole: Vorwärts zum Sieg! Die Bundesleitung. Politischer Osterfrieden. Bor einer Verordnun der Reichsregierung. Die Reichsregierung wird für die Karwoche und die Ostertage ähnlich wie zu Weihnachten einen Burgfrieden anordnen. Eine entsprechende Ver ordnung ist noch im Laufe dieser Woche zu erwarten. Wahlbeteiligung von 87 Proz. Hindenburg fehlen 0,4 Prozent. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis be trägt die Gesamtziffer der abgegebenen gültigen Stim men 37 660 394. Dies Ergebnis bedeutet eine Wahl beteiligung von ungefähr 87 Proz. Hiervon erhielten Duefterberg 6,8 Proz., Sindenburg 49,6 Broz, Sitler 30 Broz., Thälmann 13,3 Broz., Winter 0,3 Proz in dieser ungemein tomplizierten Situation. Arg verrechnet haben sich dagegen die Herolde des deutfchen Kommunismus. Seit der Wahl von 1930 leſen wir in jeder Roten Fahne" von den massenweisen Aus- und Uebertritten von Sozialdemokraten in Betrieben, Städten und Dörfern, täglich wiederholen sich die Zahlenkolonnen über Werbeerfolge für die Kommunistische Partei und ihre Zeitungen, besonders in Berlin. Das Resultat iſt: 54 000 verlorene Stimmen in der Hauptstadt! Auf Millionen murde die Zahl der Ueberläufer im Reich zu Thälmann wegen der unpopulären Kandidatur Hindenburg geschäßt. Es sind jetzt ganze 400 000, eingeschloffen die neuen Wähler, die Zunahme der Wahlberechtigten und der Wahlbeteiligung, eingeschlossen die Zunahmen der Erwerbslosen und der SAP.! Man Hitler hat in Bayern abgewirtschaftet. bebente, daß die Erwerbslosen mit ihren Familien allein zehn Keine Aussichten für das Dritte Reich. München, 14. März( Eigenbericht). Im Lande Bayern erlitt der Faschismus am 13. März feine größte Enttäuschung. Selbst die rein protestantischen Gegenden Nordbayerns und der Pfalz, auf die Hitler die größte Hoffnung gesegt hatte, ließen ihn im Stich, so daß in allen vier bayerischen Kreisen die Parole für die Demokratie eine abfolute Mehrheit erhielt. im Troß der um 12,3 Broz. geftiegenen Wahlbeteiligung auf die bei feiner Wahl dagewesene 3iffer von 90 Broz. vermochte bas Hakenkreuz seinen Anteil an den Wählerstimmen nur um 10,2 Broz zu steigern. Der Faschismus mustert damit noch nicht einmal 30 Bro3. der Wählerschaft, obwohl der in Nordbayern fizende Landbund in großen Scharen aus dem deutschnationalen Lager zu Hitler hinübergewechselt ist. Bei den bevorstehenden Landtagswahlen wird der Landbund wieder selbständig auftreten, fo baß schon aus diesem Grunde damit zu rechnen ist, daß die Nazis neuen Landesparlament taum mehr als 25 Broz der Mandate befizen werden. Der andere Flügel der Harzburger Front, der um 5ugenberg, hat burd die Stimmenflucht des Bandbundes mehr als die Hälfte der Stimmen verloren und ist auf eine Stimmenzahl herabgesunken, die den Deutschnationalen wenig Aussicht mehr läßt, im neuen Landtag über haupt vertreten zu sein. Der bei den Kommunisten erwartete Auftrieb hat sich in sehr engen Grenzen gehalten. Mit 86 000 Stimmen Plus ist ihr Anteil an der bayerischen Wählerschaft von 5,9 auf 7,3 Broz. gestiegen, so daß der in Bayern besonders gepflegte Kreuz. zug gegen den Bolschewismus fünftig wohl den Charakter eines Rinderschreds bekommen wird. Harzburg und Moskau zusammen verfügen nach der Wahl des 13. März gerade über 40 Proz. der Wählerstimmen, so daß die bayerische Bevölkerung für die nächste Zeit der Sorge enthoben ist, von den Dittaturpropheten rechts oder links vergewaltigt zu werden. Polizei hat Ruh'. Alarmbereitschaft aufgehoben. Die von dem Preußischen Minister des Innern am Sonnabendmittag für die preußische Polizei angeordnete erhöhte Alarmbereitschaft ist am Montagmittag um 2 Uhr auf gehoben worden. Die preußische Polizei hat am Wahltag wieder einmal in vorbildlicher Weise ihre Pflicht getan. Millionen Wähler umfassen, um deren Standhaftigkeit abzuschäßen. Statt fieben bis acht Millionen Stimmen nur fünf, die Enttäuschung dürfte nicht flein fein, vielleicht fommt mit ihr auch die Erkenntnis, daß die skrupellose Agitation gegen die Sozialfaschisten" schon an der Grenze ihrer Wirffamkeit angelangt ist. Herr Hugenberg hat mit dem Stahlhelm zu fammen so gut mie nichts über das hinaus erreichen können, mas er bei den lehten Wahlen als Trümmer einer einst so großen Partei besaß, Gewinne und Verluste gleichen sich so ziemlich aus. Seine Presse muß sich wieder mit den Zahlenerfolgen des jungen, aber rabiaten Bruders schmüden, ob mohl sie von diesem während des Wahlkampfes gründlich. angefpien murde. Die anspruchsvollen überheblichen Propheten des Dritten Reiches haben eine fräftige Niederlage erlitten, wenn man ihre großsprecherischen Ankündigungen mit der Tatsache vergleicht, daß der schon ausgerufene Reichspräji dent Hitler" mit siebeneinhalb Millionen Stimmen hinter Hindenburg zurüdblieb, während er nicht nur Hindenburg, fondern alle anderen Kandidaten im flotten Spurt überholen sollte. Gemessen an der Aufschneiderei ist der Reinfall der Hafenfreugler grandios. Sieht man sich die sonst ganz anfehnlichen Wählerziffern an, so ist zu erkennen, daß sich unter dem Hafenfreuz jetzt alles gesammelt hat, was außer Hugenberg an reaktionären und tapitalistischen Tendenzen im Often und Norden Deutschlands, den schon immer rüdstän verstärkt durch die digen Bezirken, noch vorhanden ist politisch unreifen Elemente der früheren Nichtwähler. und der frisch dazugekommenen Neumähler. Das ist der Block, gegen den die Kämpfe der nächsten Wochen und Monate geführt werden müffen. Nicht nur im Hinblick auf die. Preußenwahlen, sondern weit darüber hinaus. Am Tag nach dem erfolgreichen 13. März steht die Deutsche Republit vor drei michtigen unum= gänglichen Aufgaben. Wir wissen, die nationalsozialistischen Wahlziffern sind der Widerschein der herrschenden Wirtschaftsfrise, eine endgültige Berschlagung und Zer splitterung dieses Blocs ist nur möglich durch Besserung der wirtschaftlichen Lage. Auf den 13. März folgt der 23. Mara mit dem Arbeitsbeschaffungstongreß der Ges % nirkschasten. Cr weist auf das Notwendige hin, was nun AU tun ist und wobei es kein Erlahmen geben darf. Die zur K onsolidierung schreitende politische Lage muß sofort genutzt werden zum Anstoß der wirtschaftlichen Besserung. Ueber die Einzelheiten kann hier nicht gesprochen werden, Pläne dafür sind genug da: die Bau- und Wirtschaftsanträge der sozial- demokratischen Fraktion, umfassende Siedlungs- und Ver- l ehrsprojekte. die internationalen Pläne, die Albert Thpmas in diesen Tagen mit Reichskanzler Brüning erhandelt, die gewerkschaftlichen Vorschläge. Russenlieferun- gm usw. Die politische Schlacht kann nicht endgültig ge- mannen werden ohne planmäßige Hilfe für den Arbeitsmarkt. Darüber sollen sich alle Perantwortlichen innerhalb und außerhalb der Regierung im klaren sein. Der zweite Akt ist das Vorgehen gegen eine Bewegung, die immer wieder aus der beschworenen Legalität heraus» 1 ritt, die polizeiliche Waffenlager in Berlin aus- > mdschaften läßt, die Bombenfabrikation in der P falz betreibt, die eine eigene Armee in Kasernen unterhält, die ungezählte Bluttaten herbeigeführt lat. Es muß Schluß gemacht werden mit der demokratischen Tolerierung von Tendenzen, die offen erklären, daß sie mit Galgen und Guillotine gegen diese Demokratie vorgegangen mären, wenn sie nur einen Zipfel der Macht erwischt hätten. Noch eine kurze Spanne Zeit, die wir den Herren wohl noch lassen müssen, um ihre Schulden zu bezahlen(dabei dürfen wir sie nicht gerade stören!)— aber dann, Herr Mi- ii ister des Innern, darf es ein zweites Heer in Deutschland, das sich immer wieder Waffen zu beschaffen weiß, nicht mehr geben! Auch keine Gleichstellung dieser Gegner des Staates mit Organisatwnen, die sich soeben für den Staat in muster- gültiger Weise eingesetzt haben. Wird die dringendste wirtschaftliche Vorbereitung und die unabweisbare politische Aufräumungsarbeit mit kräftigen Händen begonnen, dann ist die Vorbedingung für eine gründ- lichere Fortführung des so glänzend begonnenen l'tainpfes der Eisernen Front gegeben. Dann wird die Turve der politischen Verzweifungsstrategen und Abenteurer, dii} in Hamburg, Hessen und Bayern schon wieder nach unten geht, auch im übrigen Reiche herabgedrückt. Die weitere politische Gesundung wird möglich sein. Die Eiserne Front hat den kräftigen Faustschlag am 13. März mit geführt— es soll aber nur der erste sein. Mit ftischem Elan geht jetzt das Ringen weiter und Deutsch- land wird aus den Fieberträumen erwachen, in die es skrupellose Agitatoren geschleudert haben. Der erste Hieb iier Eisernen Front hat einige schon munter gemacht. Frisch auf zum zweiten Schlag! Vorbereitungen für den HiilertGieg. Auch ein Veitrag zvr Hitler-Legalität. Vraullschweig, 14. März tSigeuberichk). 3n der Sonntagnachk gab in Söalaslulter ein auswärtiger SA.'Maan acht scharfe Schüsse auf ewige Sommunlstea ab. mit > men Nazw la Streit geraten waren. Ein Arbeiter, der einen Schutz in» Gesicht erhielt, wurde schwer verletzt. Einem audereu Arbeiter l.i'aug die Kugel lu den Zuft. Daraufhin schlugen die Kommunisten i neu örtlichen Mzisührer ml! Zaunlatten nieder. Oer Revolver- schütze ist flüchtig. Die Polizei beschlagnahmte beiden üiazis mehrere Schntzwaffen und Munition. Bewaffnete SA.-Leute feffaesielit. halle, 14. März(Eigenbericht). Ein« am Wahltag« im Bezirk des Polizeipräsidiums Weißen- iele vorLsnammene Durchsuchung nationalsoziali st i» ichqr SA.»H«ime fördert« in Weißenfels und Zeitz hieb- und Stichwaffen und große Mengen verbotener Druckschriften v-äage. In Krauschwitz wurden bei einer Durchsuchung umher« patrouillierender, mit Rucksäcken, Tornistern und Decken nuzgerüsteter nationalsozialistischer Haufen zwei Selbstladepistolen und eine Stahlrute gefunden. In Kol- l s d a wurden gesunden 4 Selbstladepistolen, 7 Gummi- inüppel, verschiedene Stahlruten und als Schlagwertzeuge hergerich- icte Fahrradpumpen sowie ein feststehendes Messer. In Schleinitz iand man eine Selbstladepistole und eine Swhlrute. Samt- liche Nationalsozialisten wurden dem Schnellrichter vorgeführt. Waffen und Kuntgeräte befchiaznahmt. Pwaeberg, 14. März. Im Kreise Pinneberg sind am Wahlsonntag ein« Reche von Ratipnalsozialisten nerhaftet und Waffen und Funkgerät beschlagnahmt worden, da. wie die Polizei mitteilt, ange- > ommen werden mußte, daß die dort m Massenquartlereu nntergebrachtsn SA.- und SS.-Leute militärisch organi- s i e r t« Maßnahmen zumindest vorbereiteten. Eingestampfte Siegesproklamation. Die nationalsozialistisch« Parteileitung hatte bestimmt an den Sieg Hitlers nicht etwa erst im zweiten, sondern im ersten Wahlzang zur Reichsprästdentenwahl gehofft und diese Hoffnung ihren Gauleitern in der bestimmtesten Form mitgeteilt. Die Folge war. daß von vielen Gauen bereits am Sonnabend große Siegesplakate in Druck gegeben wurden. Die in Weimar bestellen Plakate trugen beispielsweise die fert« Ueberschrist:„Unser 5 i« gl*. Da aus dem Sieg«ine Niederlage wurde, sind die Plakate inzwischen eingestampft worden. Zu Sachen Hildburghausen. Miller wird veraommm. Weimar, 14. Mörz.(Eigenbericht.) Am IS. März werden die Nationalsozialisten Hitler und Frick vor dem Polizei-Untersuchungsausschuß des Thüringischen Landtags vernommen werden. Hitler und Frick haben ihr Erscheinen bereit» zugesagt. Auch der frühere Verbündet« Hitler», Stennes, wird vernommen werden. Dagegen ist die Vorladung an den Korv«tt«ntapitän a. D. Ehrhart als„unbestellbar* zurückgegangen Seine Adress« ist weder in Berlin noch m München zu ermitteln Das thüringische Staatsministerium hat Herrn Frick inzwischen die Genehmigung zur Zeugenaussage erteilt. Enttäuschung der Kommunisten. Verfehlte Spekulation auf das Elend. In der Hugeirberg-Zeitschrift.Las freie Deutschland" war vor der Präsidentenwahl zu lesen: „An und für sich muß die Stimmung im deutschen Volt seit den hestenwahlen noch bedeutend günstiger für die Parteien der natto- nalen Opposition geworden sein. DasElendhatsichseitdem noch mehr verschärft, ltzm September 1930 hatten wir rund 3 Millionen Arbeitslos«, im November 1931 waren es bereits über 5 Millionen und jetzt dürften es tasächlich rund 7 Millio- n e n sein. Diese drei Ziffern dürften zur Beleuchtung der heutigen Lage genügen. Sie gestatten aber auch die Annahme, daß sich die Hindenburg-Parteien bei dem Gottesurteil der Präsidenten- wähl noch beträchtlich schlechter stellen werden als sie es bei einer solchen etwa im November 1931 getan hätten.* Die Hoffnungen der Faschisten gründeten sich also auf das Elend, und ein sehr wesentlicher Punkt in ihrer Speku» lation war dabei, daß den Kommunisten unter dem Ein- fluß der Not ein wesentlicher Einbruch in die sozial- demokratische Wählerschaft gelingen werde. Die Kandidatur Thälmann hatte ihren Wert für Hitler und Kom- pagnie. Dieser Einbruch ist im Reiche nicht gelungen. Die schwache Zunabme der kommunistischen Stimmen im Reiche um rund 400 000 entspricht ledigsich der Zunahme der Wahl- beteiligung. Die Sozialdemokratische Part ei steht unerschüttert da! Es hat sich vielmehr gezeigt,, daß in großen Industrie- städten die Kommunisten erbebliche Einbußen erlitten haben, so vor allem in B e r l i n und Hamburg. 54 000 Stimmen in Berlin verloren! In den zwanzig Wahlkreisen von Groß-Berlin sind die kommunistischen Stimmen seit der Reichstagswahl vom 14. September 1930 um 3 4 269 Stimmen zurückgegangen, während sich die Stimmen der hinter der Hindenburg'-Kandi- datur stehenden Parteien um 110 000 vermehrt baben. Im September 1930 erbielten die Kommunisten in Groß-Berlin 739 233 Stimmen, diesmal brachten sie nur 684 966 Stimmen für Thälmann auf! In den 20 Kreisen gestaltete sich der kommunistische Ver- lust wie folgt: 1. Mitte.... 4? 574(52 2. Tiergarten 35 626 139 917) 3. Wedding. 90 215(99 22i) 4. Prenzl. Berg 61 938(67 098) 5 Friedrichsham7Z 532(»0178) 6. Kreuzberg. 64 140(70 400) 7. Charlo tenbg. 34 385-ZS042) 8. Spandau 16 178(16 432) 9. Wilmersdorf 10106(11 071) 10. Zehlendors 2 831( 2 593) 11. Schöneberg 12. Sieglitz... 13. Tempelhof 14. Neukölln. 15. Treptow. 16. Köoenick 17. Lichtenberg 18. Weißensee 19. Pankow.. 20. Reinickendorf 19 037 13182 11 170 67112 21 209 13 885 43 430 14 08Z 18 470 27 838 (21 997) (14 165) ( 0 915» (70 344) (21 791) (15 211) (45 560) (14 185) (18144) (28 103) (Fette Ziffern Th älmann-Stimmen vom 13. März. Daneben die in() stehenden Ziffern kommunistische Stimmen bei der Reichs- tagswahl von 1930.) Es ist den Kommunisten nicht gelungen, in die sozial- demokratische Wählerschaft einzubrechen, nicht einmal sie an« zuknabbern. Der Wahlausoang berechtigt uns vielmehr zu der Hoffnung, daß die Einsicht wächst, daß mit komnmnisti- schem Geschrei und kommunistischer Hilfsstellung für den Faschismus weder dem Elend gesteuert noch die politische Stellung der 9Tbetterkloffs gegenüber dem Faschismus ge- bessert werden'ann. Das ist ein durchaus erfreuliches Zeichen, daß die infam verlogene Hetzpropaganda der Kommunisten gegen die Sozial« demokratie fehlgeschlagen ist, und daß die Moskauer Parole: Jfjauptseind ist und bleibt die Sozialdemokratie* den Ber- liner Kommunisten zu dieser Lektion verholfen hat! Die unermüdliche sozialdemokratische Organisationsarbeit in Berlin hat die Stellung der Soziaidemokratie so gesichert. daß sie unerschütterlich ist. Im Verein mit der großen pro- pagandistischen Wirkung der Aktion der Eisernen Front drängt sie den aus dem Elend geborenen unfruchtbaren und schäd- lichen Scheinradikalismus der Kommunisten zurück. Trotz aller Not begreifen es die Arbeiter, daß die Sozialdemokratie der Schutzwall gegen den Faschismus und die Hoffnung der Ar- beiterschaft ist! Ln Hamburg 45000 St mwen vsrlorcn. Hamburg. 14. Illärz.(Eigeuberichk.) Das Hamburger Wahlergebnis verdient besondere Beachtung. da sich hier Verschiebungen von erheblicher poli- llscher Bedeutung eingestellt haben, und zwar sowohl gegen- über der Bürgerschaslswahl vom 27. September 1931 als auch gegenüber den letzten Reichsiagswahlcn. Besonders auffällig ist der schwere Rückschlag, den die Sommuuisteu er» litten haben: auffällig auch darum, weil dieser Rückschlag in der Heimalstadl Thälmanus eingetreten ist. Die Kommunisten haben gegenüber der Bürgerschaftswahi vom September 1931 über 45000 Stimmen verloren. Das sind über 25 Pro;, ihrer Stimmen. Selbst gegenüber der letz'eu Reichslagswahi haben die Kommunisten fast 12000 Stimmen verloren. Auch das Ergebnis für Hiiler ist sehr aufschlußreich, während die Nazis im September 1931 202 506 Stimmen erzielten, erreichte Hitler'eht 200 420 Stimmen, trotz einer um 5 Proz. höheren Wahlbeteiligung. Der gleiche Skimmenanleil der Nazis würde bedeuten, datz sie rund 13 000 Stimmen mehr hätten erzielen müssen als im September 1931. Schließlich ist auch das Ergebnis für Hindenburg bedeutsam, während die Parteien, die ihre Stimmen für Hinden- bürg abgegeben haben, im September 1930 434 000. im September 1931 nur 351 000 Stimmen erzielten, vereinigte 5)iudenburg Ttzt 446000 Stimmen auf sich. Oer Mckganq in Hessen. Sei der Landlagswahl vom 15. November 1931 in Hetzen er« hielten die Kommunisten 108 500 Stimmen, bei der Präsidentenwahl 105 000 Stimmen. Da die Wahlbeteiligung eher gestiegen ist. ist der kommunistische Verlust höher. Bei der LaudtagLwahl erhielten die Kommunisten noch 15,5 Proz. aller Stimmen, bei der Präsidenten. mahl nur noch 12,6 Proz. -Oce Sieger vom 43. März." Halle, 14. Zstärz.(Eigeuberlchi.) Die S P v. hat am Sonnlag auch in ihrer Hochburg Halle eine Slimmeneinbuße erlitten. 3m vergleich zur Reichstags- Wahl 1930 ging die komwunlstische Slimmenziffer von 32 424 auf 29 811. also um 2313 Stimmen zurück. Auch der Auteil am Gesamt- ergebni» ging von 26 auf 22,6 proz. herunter. 3m Wahlkreis Halle-Merseburg verlor die SPD. rund 4300 Stimmen. Ohne die Unterstützung der Splitterzrüppche« würde der Verlust mindestens doppelt so hoch sein. Trotzdem feiert das hiesige Kommunist enblättchen die Kommunisten als„Sieger des 13. März*. Nix zu handeln? Das Geschästchen mit dem)nleresse des Landes. Die Schacherversuche des Herrn Hugenberg vor dem ersten Wahlgange sind vom Reichspräsidenten scharf und bestimmt abgewiesen worden. Aber es ist mit Herrn Hugenberg wie mit gewissen Hausierern: vorne ist er herausgeworfen worden, hinten kommt er mit freundlichem Lächeln wieder herein: nix zu handeln? Am Montagmorgen stellte er sich wieder ein mit einem Vorschlag zu einem kleinen Geschäftchen: der Reichspräsident soll den Reichstag auflösen und Neuwahlen zum 8. Mai ausschreiben— dann könnte durch verfassungs- änderndes Reichsgesetz bestimmt werden, daß der zweite Wahlgang entfällt und Hindenburg ge- wählt sei. Es wäre ein Zeichen für politische Bildung und Disziplin, wenn der Reichstag zusammentreten würde, um einstimmig zu beschließen: Hindenburg ist gewählt. Aber für Hugenberg gibt es in der Politik keine Klugheil, keine Würde, sondern nur Geschäfte Was Interesse des Volkes und Landes ist, wird in seiner Hand zum Geschäftchen. Was will Herr Hugenberg eigentlich ver- kaufen? Wir besinnen uns, daß Herr Goebbels seinerzeit die Hugenbergsche Geschäftemacherei. die ihn mächtig anzog, aus die Formel brackte: Wir wollen Ware für unser Geld! Wo ist die Ware bei Hugenberg? Er sitzt auf 2ch Millionen Duester- berg-Stimmen, die er verhandeln möchte— aber die haben seit dem 13. März keinen Kurswert mehr. Er hatte sich das anders vorgestellt! Seine Zeitschrift.Las freie Deutschland" hatte prophezeit: 14 Millionen Stimmen für Hindenburg. 13,5 für Hitler, 3 für Duesterberg, 5,5 Millionen für Tbälmann. Für Hitler und Duesterberg zusammen also 16,5 Millionen gegen 14 Millionen für Hindenburg. Das sollte die Grundlage des Geschäfts fein. Im.Berliner Lokal« Anznger* war am 13. März vor der Reichspräsidentenwahl zu lesen: „Rur ein Weg: Durch die Stärkung dieses Blockes die Entfchsi- dung im zweiten Wahlgang in die Hand seine» Führer» zwingen, in die Hand eines Mannes von unbedingter Sicherheit, eines Mannes, der nie aus seinen eigenen Schuhen gefallen ist: eines Mannes, dessen Boraussagen Jahr um Jahr furchtbar bestätigt hat. Wie es nach dem ersten Wahlganq weitergehen wird, das e n t- scheiden die, dl« Duesterberg wählen.* Hugenberg selbst erklärte im Sportpalast: „Was dann weiter zu geschehen hat. bitte ich freundlich st mir zu überlassen.* Er wird sich selbst überlassen bleiben-, denn für den Aus- gang des zweiten Mahlganges haben die Duesterberg-Wähler nichtszubo stimmen, und Hugenberg erst recht nicksts. Er wollte die Duefterberg-Stimmen meiftb-etend versteigern: von den Nationalsozialisten wollte er einen Einheitskandidaten als Bezahlung einhandeln und Ministersitze im Dritten Reich, von dem Präsidenten die Demission Brünings und Reichstags- auflösung. Das zweiseitige Geschästchen ist entzwei: Hitler hat sich selbst wieder proklamiert, so daß es nichts ist mit der Leimung der Harzburger Front. Nach der anderen Seite ist Hugenberg mit dem Preise heruntergegangen— aber da zeigt man ihm die kalte Schulter. Das Geschäftchen geht nicht, trotz großen Preisabbaues. Dem Manne, der Politik mit den Geschäften des Hugen- berg-Konzerns machen wollte, wird alle Politik zum Geschäft. Die deutschnationalen Führer, die im Jahre 1S24 unter der Hand 50 Prozent der deutschnatipnalen Stimmen im Reichs- tag für die Dawes-Gefetze gegen Ministersessel verkauften. sind Waisenknaben gewesen gegen Hugenberg! Die Wahlen in Preußen. Vergleich mit früheren Ergebnissen. In den preußischen Wahlkreisen wurden bei der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 folgende Stimmen ob- gegeben: Duesterberg....... 1 825 158 Hindenburg....... 11 022 089 Hitler......... 6 844854 Thälmann....... 3 724 687 Bei der Reichstagswahl am 14. September 1930 würden die jetzigen Präfldentschaftakandldaten m den preußischen Wahlkreisen folgende Stimmenzahlen erreicht haben: Duesterberg....... 1 968 856 Hindenburg....... 12030183 Hitler......... 3967 379 Thälmann....... 3 141 547 Bei den preußischen Landtagswahlen am 20. Mai 1928 würden die jetzigen Prästdentschaftskandidoten folgende Stimmenzahlen auf sich vereinigt haben: Duesterberg....... 3 274 897 Hindenburg....... 12 336 410 Hit'er......... 552 560 Thälmann....... 2 237 160 Gin Vriand-venkmal wuw mir Zu,rimmung der Famüte in der Stadt Pach-fur-Cure der nächstgelegenen größeren Stadt ta der Nähe von Cocherel errichtet werden.. Die Kosten werden durch Spendenzeichnung aufgebracht werden. Sieg der Verfiändtgungsidee. Der Erfola der Eisernen Krön» im ilrtett Amerikas ?lew Zork, I-t. März(Eigenbericht.) Die„Associated Pres;", die U00 d«r größten Blätter Amerikas bedient, veröffentlicht einen Bericht ihrez Berliner Korrespondenten über den Aufgang der Reichspräsidentenwahl. in dem ee heißt: „hindenburg ist heute die Verkörperung des deutschen Willens. sich seinem gewünschten Platz in der Sonne ruhig. sortschr'tMch und aus dem Pfade der internationalen Verständigung zu nähern. Der Reichspräsident kann dem zweiten wahlganz mit Gleichmut entgegensehen, denn er wird gestützt einerseits von der diszipliu'erteu deutschen Arbetterschasl. die in der Eisernen Aront zusammengeschweißt wurde und während der Wahlkampagne eine überraschende Kraft und Aktivität entwickelte. und andererseits von einem besonnenen Bürgertum, welches sich rveigerte, aus die Siren-enstimmen jener zu hören, die den h'mmel aus lkrden durch eine Aeuderun-z der Regierungssorm und der Per- sönlichkeiten. die an seiner Spitze stehen versprachen." ?rantre v). Paris, 14 März(Eigenbericht). Der„T e m p s" schreibt zu dem Ergebnis der R« r ch s p r ä s i- d c n t e n w a h l:..Durch sein Votum hat da» deutsche Volk das c-chkimmfte verhindert. Aber das Volt scheint doch von tiefer Unruhe und moralischer Verwirrung ergriffen zu sein, die sicherlich nicht ohne Gefahr für die Lage Europas ist Für den Augenblick wenigstens fcheint Hitler und seinen Anhängern der Weg zur Macht versperrt zu sein. Aber wenn Hinden- bürg am IV. April wiedergewählt wird, wird man feststellen müssen, daß in Deutschland nichts geändert ist und daß die Reichs- Politik sich auf den Grundlagen weiterentwickeln wird, die Brüning ihr gegeben hat Daß wird keine Garantie für die Konsolidierung der internationalen Lage, aber schon viel im Vergleich zu dem sein, was man nach dem Siege Hitlers zu befürchten berechtigt gewesen wäre." Der radikale„Soir" erklärt:„Der Nationalsozialis- mus hat eins charakteristische Niederlage erlitten, die einen großen Einfluß aus seine Zukunft haben kann. Hitler hat zu den Stimmen, die seine Kandidaten im September löZv erhalten hatten, zwar 4.8 Millionen Stimmen hinzugefügt. Das ist ein enormer, aber ungenügender Zuwachs, und man muß sich fragen, ob das Schicksal des Nationalsozialismus nicht das aller Gewaltsstreichparteien sein wird, d. h., ob er nicht, nachdem er die Schwelle der Macht berührt und sein Unternehmen oerfehlt hat, zusammenbrechen wird. Die Stunde ist wahrscheinlich vor- über, in der er zur Gewalt Zuflucht nehmen konnte. Hindenburg wird Reichspräsident bleiben. Hitler ist geschlagen." Belqien. Brüssel. 14. Marz.(Eigenbericht.) Von den belgischen Zeitungen äußert sich bisher nur der sozia» listische„P e u p l e" ausführlich zu dem Ergebnis der Präsidenten- wohl. Das Blatt faßt den Sinn des Wahlausgangs in folgenden Sätzen zusammen: „Hitler hat den Höhepunkt seines Wachstums überschritten. Die deutsche Republik hat eine außerordentlich gefährliche Klippe umschifft. Die Aussichten des deutschen Faschis- mus, sei es aus gesetzlichem Wege, sei es mit Gewalt die Macht an sich zu reißen, sind wohl endgültig zerschlagen Der 18 März hat gezeigt, daß das deutsch« Volk noch nicht reif ist für alle Exzesi«. für das Chaos und für den Selbstmord, und es wohl auch nie werden wird." Das Hauptverdienst für die Zertrümmerung der Hoffnungen Hitlers schreibt das sozialistische Organ der deutschen Sozialdemo- kratie zu. die das Gebot der Stunde verstanden habe und nun endlich die Frucht ihrer opferreichen und auch mutigen Taktik einzuheimsen beginne.?hre Anhänger hätten durch ihre Haltung eine bemerkenswerte Reife des Urteils und erstaun- lich« Disziplin bewiesen." Holland. Amsterdam. 14. März.(Eigenbericht.) Die holländische Presse würdigt das Wahlergebnis in Deutsch- land unter dem Gesichtspunkt der Niederlage Hitlers. Das sozialistische ,chet Volk" bemerkt in einem Leitartikel unter der Ueberschrist„Europas Kultur gerettet", daß es opti- mistisch genug sei. in dieser Niederlage Hitlers den Anfang seines Untergang» zu erblicken. Diese Wahl sei aber auch eine Warnung für die Staatsleut« und Finanzleute m Europa, nichts zu tun, was auf die Aussichten von Hindenburg nachteilig einwirken könne, hingegen alles zu tun, was die deutsche Demo- kratie zu ermutigen vermöge. Die Wahlen im Saargebiet. Zentrum beherrscht die Situation. Saarbrücken. 14. Marz. Am Sonntag fanden im S a a r g e b i e t Wahlen zum Landesamt statt. Das Ergebnis lautet: Abgegebene Stimm«» 3tz9 564, wahlberechtigt; 4SI 042, gültige Stimmen 362 467, ungültige 709, Wahlbeteiligung etwa 75 Proz. Sozialdemokraten: 36 022 Stimmen 3(bisher 5) Mandate, Kommunistische Opposition: 5737 Stimmen 0(0) Mandate, Deutsche Wirtschaftspartei: 11 578 Stimmen 1(1) Mandate, Kommu- nisten 84 046 Stimmen 8(5) Mandate. Sozialistische Arbeiterpartei: 2577 Stimmen 0(0) Mandate, Arbeiter, und Bauernpartei(Christ- lichsoziale): 6096 Stimmen 0(0) Mandate. List« Otto Fried 3424 Stimmen 0(0) Mandate. Rationalsozialisten: 24 4L9 Stimmen 2 (0) Mandate Deutsche Staatspartei(Demokratische Partei): 2116 Stimmen 0(Ö) Mandate. Deutsch- Saarlandisch« Volkspartei(Liberale Voltspartei)-»4017 Stimmen 2(3) Mandate. Deutschnational« Bolkepartei: 5812 Stimmen 0(1) Mandate. Zentrumspartei: 156 425 Stimmen 14(14) Mandate.__ Verleumder gestellt. Eine Klage wegen Beleidigung des Genossen Glücklen. In der in Berlin erscheinenden Zeitschrift„Der B o r st o ß (Ableger der Deutschen Allgemeinen Zeitung), ist vor kurzem ein Sluslatz erschienen, in dem die unglaublichsten Verleumdungen gegen führende Mitglieder der SPD. wegen angeblichci- Bereicherung aus ?luisichtsratstantiemen aufgestellt waren. Alle Behauptungen sind frti erfunden,«i« wurden lelbstn-rstandlich d- enstert. Die gan« Angelengenheit trägt den Stempel der übelsten Wahlmache. Jetzt bat der R e>-ß s m i n t st e r des Innern G. m-r we�sn der in dem Aufsatz enthaltenen Verleumdungen des Genossen S t ü ck l c n als Reichskommisiar gegen den verantwortlichen Redakleur des „Vocjwß" SUajantrag gestellt. Slücklen war seine angebliche Schwer angeschlagen! „Adolf, Adolf, aufgewacht! Die zweite Runde geht an!" Llnsere Kraftquellen: Erkenntnis und Disziplin. Schon vor dem 13. März stand die Haltung der sozialdemo- kratischen Wahlermassen bei Freund und Feind im Mittelpunkt der Erörterungen. Die Gegner der faschistischen Kandidatur, zum Teil sogar in den eigenen Rechen der Partei, fragten sich besorgt, ob es der Sozioldemotratie gelingen würde, chre bisherig« Wählerschaft gegen die maßlose kommunistische Zlgitation immun zu halten und chr die Notwendigkeit der Stimmabgabe für Hindenburg gegen Hitler klarzumachen. Die Kommunisten dagegen und erst recht die Faschisten, setzten chre Haupchofsnungen auf einen sazialdemotrati- schen„W ä h l e r st r e i k". In fast allen Betrachtungen der Presse des In- und Auslandes außerhalb der Sozialdemokratie wurde ein mehr oder weniger erheblicher Prozentsatz von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern, die die Paral« chrer Organisationen„nicht mitmachen" würden, als unvermeidliches Faktum in Rechnung gestellt. Die Wahlzifsern vom 13. März beweisen aber mit eindring- sicher Klarheit, daß die sozialdemokratischen Wähler nicht nur restlos erkannt haben, worum es ging, und daraus die Kon- sequenzen gezogen haben, sondern daß es chnen sogar vierlerorts gelungen ist, früheren Mitläufern der KPD. die gleichen Erkennt- nisse beizubringen. Kein Wunder, daß nunmehr nach der Wahl diese Geschlossenheit der Sozialdemokratie fast überall, auch bei ihren Gegnern, mit Bewunderung festgestellt wird. Hier einige Aeußerungen, die geeignet sind, die Partei mit berechtigtem Stolz zu erfüllen: „V o s s i s ch e Zeitung":„In den Berechnungen des Dr. Goebbels figurierten die K o m m u n i st e n mit 7 bis 8 Mil- lionen Stimmen. Thälmann sollte einen großen Teil der sozial- demokratischen Wähler zu sich herüberziehen. Der Transportarbeiter gegen den Generalfeldmarschall! Wenn eine Klassen- kämpfparole Aussicht auf Erfolg hatte, so in diesem Fall, in einem Augenblick, in dem die Arbeitslosigkeit den Gipfel erreicht hat. Diese Hoffnungen sind durchkreuzt worden: die Sozial- demokraten haben die Kerntruppen für den Erfolg Hindenburgs gestellt." „Berliner Tageblatt"(Theodor Wolfs):„Rühmens- werter ist wohl eine andere Disziplin, die musterhafte Diszi- plin, mit der ine Sozialdemokraten den Hohn und die Angriff« der nun ja auch gründlich geschlagenen Kommunisten gleichmäßig abschüttelnd, für Hindenburg an die Wahlurne getreten sind. und die Disziplin, mit der die kaum geschaffene„EiserneFront" für ihn, für den Staat, für den Schutz der Ordnung und der Frei» heit Großartiges geleistet hat." „Berliner Volks-Zeitung":„Der Versuch, Wähler aus dem sozialdemokratischen Lager für Thälmann zu gewinnen, ist ohne Ergebnis gsblieben- An der Vernunft der Arbeiterschaft ist die kommunistisch« Taktik der sinlogik durch Unterstützung Hitlers, die Aussichten für ein Sowjetdeutschland zu fördern, gescheitert." „Well am Abend":„Die Scheinmanöoer der Eisernen Front sind aus gewiss« Kleinbürger- und auch Arb«it>:rschichten nicht ohne Eindruck geblieben." „Deutsche Allgemeine Zeitung"(realtionär-schwer- industriell) spricht von dem„gewiß großartigen Anteil der unerschütterlichen Disziplin der sozialdemokratischen Ar- beitermassen an dem Siege Hindenburgs". „Berliner Börsen-Zeitung". ebenfalls reaktionäres Uillernehmerorgan:„Die Disziplin, besonders der Zentrums- Wählerschaft und der Sozialdemokratie, hat sich wiederum alz bewunderungswürdig erwiesen. Es zeigt sich an zahlreichen Beispielen, wie z. B. in Leipzig, daß es der Sozial- demokratie unter dem Schlagwort„Gegen den Faschismus" gc- lungen ist, fast in allen Wahlkreisen den letzten Wähler ihrer Partei an die Wahlurne für die Parteiparole zu brin�'r und man kann sagen, daß neben etwa fünf Millionen Str n des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei, mindeste s achteinhalb Millionen Stimmen von der Sozialdemo- kratischen Partei für Hindenburg aufgebracht worden sind." Die„K r euz- Je i tu n g" stellt enttäuscht fest, daß„auch die Sozialdemokratie, wie das Zahlenmaterial beweist, zum größten Teil den Parolen ihrer Drahtzieher(!) gefolgt ist" „Deutsche Zeitung":„Allein mit den Stimmen der internationalen Sozialdemokratie hat Hindenburg sein« große Mehr. hell im ersten Wahlgang erreicht. Damll wird zugleich ein V e r» dammungsurteil über diejenigen gefällt, die seine Walst be- trieben haben." Es blieb dem„Angriff" des Herrn Goesibels, der vorher das Maul nicht voll genug nehmen konnte, vorbehalten, zu schreiben: „Geradezu blamabel ist das Resullat für die SPD." Jeder blamiert sich, so gut wie er kann. Pension vorgeworfen worden, die er als Reichskommisiar für Zivil- gefangene und Flüchtlinge beziehe. Er Hube heimlich seine politische Machtstellung ausgenutzt, um als Parasit des Staates sich ein möä- tichst großes arbeitsfreies Einkommen aus Mehrwert zu sichern. In Wirklichkeit bezieht Genosse Stücklen aus Reichsmitteln weder GeHall. Wartegeld noch Ruhegehalt. Im Gegenteil, er hat für die letzte Zell seiner Tätigkeit als Reichskommissar sogar ausdrücklich auf jede Gehaltszahlung verzichte t. Wegen der uner. hörten Verleumdungen wird jetzt der verantwortlich« Redakteur des „Vorstoß"«ine exemplarisch« Strafe zu gewartigen haben. Gegen den Verfasser des Artikes konnte Strafantrag nicht gestellt werden, weil er sich hinter einem Pseudonym verborgen hält. Aufstand in der Mandschurei. Gegen Japan und seine Staatsmänner. Muk�en, 14. Plön. Aus der ganzen Mandschurei werden die schwersten An» ruhen gemeldet. Ueberau am westlichen i der chinesischen Ostbahn haben sich chinesische Truppen gegen die neue Regierung erhoben. Alle japanischen Carnisoacn sind mobillsterl und marschleren zum Teil bereils gegen die Chinesen. 3n Mukden selbst tagen die Chinesen in großen Gruppen durch die Vorstädte. 1 bedrohten japanische H'aa'sannehöriae und plünderten zahlreiche 1 Geschäfte und Häuser. Zu der Nähe des japanischen Hauplquarllers wurde eine Reihe van Häusern in Brand gefleckt. 3n Manschuli plünderte die chinesische Garuison die ganze Stadl. Der sapanischc Kommandeur wurde ermordet. Ein Regiment der chinesischen hailnngkwng-Armee in Peiho bei Tsilsiker ist nach Isitkar ausgebrochen, um die dortigen japanischen vesahungolruppen anzu- greifen._ Reuer Muttimillwnärs-Gelbfim ord. Oer Ebef des amerikanischen Kodak-TruftS. Der bekannte MultimUIionär und Aufsichtsratsvorsitzende der Eastman-Kodak- Gesellschaft, George Eastman, hat sei» Nim Leben durch Erschießen ein Ende bereitet. George Eastman, der im Atter von 77 Jahren stand, war seit längerer Zeit leidend, sein Arzt vermutet, daß er die Tat in einem Schwermutsansall begangen hat. In einem Schreiben an seine Freunde erklärt Eojt- man:„Meine Arbeit ist getan, wozu warten?" Der Kodak-Gesellschaft dürfte es finanziell erheblich besser gehen als dem Kreuger-Trust. Trohkl hat das tschechische Visum für drei Monat» erhallen, r der auch van der Türkei gleichzeitig gestellten Bedingung, daß Miffsied seiner Familie in Konstantinop-l b'eibe alz Vürfschast für seine Rückkehr. Seine Frau wird ihn infolgedissen nicht de- Kletten. \ Durch Arbeit zum Frieden! Die Pläne des Internationalen Arbeitsamts. 7 nicht, wenn auch nicht immer davon in der Presse gesprochen wird. Ende März wird in Paris eine neue bedeutsame Ber handlung zur Förderung unserer Arbeitsbeschaffungspläne ſtattfinden. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes Albert Thomas| treiben. Unsere Verhandlungen in der Arbeitsbeschaffung ruhen weilt seit Connabend in Berlin. Seine Besprechungen, mit führen den amtlichen Berliner Stellen dienten neben der Vorbereitung der Internationalen Arbeitskonferenz der großen Sorge Deutschlands, und der Welt: Arbeit für die Arbeitslosen. Albert Thomas gab darüber einem Vertreter des Soz. Pressedienstes" einige Mitteilungen. Der Schrei nach Arbeit hat uns in Genf längst mobil gemacht. Unser großer internationale. Arbeitsbeschaffungsplan ist anfangs auf Stepsis gestoßen, und in Deutschland haben die Gewerkschaften ja nicht zuletzt deswegen mit neuer Kraft in der Frage der Arbeitsbeschaffung einen neuen Vorstoß unternommen, weil sie nicht auf die Durchführung der internationalen Arbeitsbeschaffung warten wollen und fönnen. Unfere internationale Arbeitsbeschaffung ist jedoch trotz aller Schwierigkeiten, die ihr im Wege stehen, feine hoffnungs lose Sache. Wir sind uns darüber im klaren, daß die tapita listische Wirtschaft von der rein ökonomischen Seite her, sozusagen von innen heraus, sich so schnell nicht erholt. Notwendig ist daher die Entfaltung einer von außen fommenden Initiative. Diesem 3wed dient unsere internationale Arbeitsbeschaffung. " Ueber die Einzelheiten unserer Kommissionsarbeit zu sprechen, wäre unzweckmäßig. Das eine aber gilt für uns als festes underrückbares Ziel: ,, Wir wollen auf dem Weg internationaler Arbeitsbeschaffung in Europa den Weg zum Frieden bahnen." Bei der Arbeitsbeschaffung handelt es sich um verhältnismäßig leicht realisierbare Möglichkeiten, um Fragen, die nicht von vornherein mit tomplizierten politischen Dingen belastet sind. Auch Handelsverträge sind eine viel schwierigere Sache und jedenfalls nicht entfernt so geeignet mie Arbeitsbeschaffung, rasch und durch Verwirklichung eines fonfreten, psychologisch ungeheuer bedeutsamen Bieles die europäischen Länder einander näher zu bringen. Der Befriedung und Beruhigung Europas dient auch unsere Arbeit für den Kohlenfrieden. Noch ist das Uebereinkommen für den Kohlenbergbau nicht Der Haupteinwand, der fast jedem Arbeitsbeschaffungsplan und ratifiziert. Der Förderung dieser Ratifizierung dienten auch meine also auch unserer internationalen Arbeitsbeschaffung entgegengestellt Berliner Besprechungen. Bekanntlich hängt die Durchführung des mird, besteht in der Frage: Habt ihr denn Geld?" Man ruft Abkommens davon ab, daß drei Hauptindustrieländer uns zu: ,, Erst Geld, dann Pläne!" Bir antworten darauf, so para ratifizieren. Diese drei Länder sagen, sie wollen nur gleichzeitig dog das flingen mag: Nein, umgefehrt: Erst Pläne, dann ratifizieren. Wir verhandeln zur Zeit, um diese Gleichzeitigkeit der Geld! Wie soll jemand unter den großen und fleinen Kapita- Ratifizierung zu ermöglichen. Die Aussichten hierfür sind feines liften sich bereit finden, für Arbeitsbeschaffung Geld zur Verfügung wegs ungünstig. Gewiß find auf der rein wirtschaftlichen Seite zu stellen, wenn er nicht genau Besheid weiß, wozu und wofür. der internationalen Stohlenverständigung in den Fragen der Dr. Je beffer und solider ein Arbeitsbeschaffungsplan ausgearbeitet ganisation, der Produktion und der Berteilung sowie in der Frage der Preise neue Schwierigkeiten entstanden. Wir verift, desto mehr Aussicht hat er, auch finanziert zu werden. fennen die Schwierigteiten nicht, allein wir sagen: irgendwo und Arbeitsbeschaffungsprojekte sind leicht zu fabrizieren, aber Projekte irgendwie muß einmal ein Anfang gemacht werden zur Herbei find noch keine realisierbaren Pläne, und internationale Arbeitsführung eines Kohlenfriedens. Wir haben bei der Arbeitszeit anbeschaffungspläne müssen naturgemäß noch viel besser durchdacht gepadt und wir sind der festen Zuversicht, daß uns nummehr die und durchgearbeitet sein als solche nationaler Arbeitsbeschaffung Ratifizierung gelingt. Jedenfalls sind wir sicher, daß mir Wir haben solide und brauchbare Pläne ausgearbeitet, jegt in der Ratifizierungsfrage auf die Unterstützung Deutsch und wir sind sicher, daß wir dafür auch das notwendige Geld auf| lands rechnen tönnen. Errungenschaft des ,, Systems" Zarifverträge für Angestellte. Nach der im 57. Sonderheft zum Reichsarbeitsblatt veröffent lichten Tarifvertragsstatistik für Angestellte waren am 1. Januar 1931 für rund 1,89 Millionen Angestellte in 266 209 Betrieben die Gehalts und Arbeitsbedingunge tarifvertraglich geregelt. Hin fichtlich des Pe. sonentreises, den die Tarifverträge umfassen, steht Berlin mit 19 835 Betrieben und 208 678 Angestellten an erster Stelle. An zweiter Stelle folgt das Rheinland mit 22 443 Betrieben und 192 682 Angestellten, an dritter Stelle der Freistaat Sachsen, mit 29.416 Betrieben und 189.040 Angestellten und in großem Abstande Bayern mit 17 115 Bet.ieben und 109 418 Angestellten. In allen anderen Ländern und Provinzen liegen die Zahlen der zu Tarif. edingungen arbeitenden Angestellten unter 100 000 Bon den Mantel- und Bolltarifen sind 76,1 Proz. mit insgefamt 1,068 Millionen Angestellten oder 57,7 Proz. aller tarifvertrag lich erfaßten Angestellten im Wege freier Verhandlunnen zustande gefommen. Bei 23,8 Proz. der Berträge, die für 783 000 oder 43,3 Proz. der tarifvertraglich erfaßten Angestellten Geltung hatten, mußten vereinbarte oder behördliche Schlichtungsinstanzen in Anspruch genommen werden. Die Tarifftatistik zeigt, daß über den Abschluß von Tarifver trägen, die einen Pleineren Bersonenfreis umfaffen, viel eher eine Berständigung in direkten Verhandlungen zu erzielen war, als über den Abschluß von Tarifen, die für einen großen Personenkreis Geltung haben. Im Durchschnitt entfielen nämlich auf jeden in direkten Verhandlungen zustande gekommenen Manteloder Bolltarif 865 Angestellte, auf jeden durch Schlichtung zustande gekommenen Tarifvertrag jedoch rund 200 000 Angestellte. Bei den Gehaltstarifen ergibt sich im allgemeinen bas gleiche Bild. Die vereinbarte Geltungsbauer der Gehaltsabtommen sowie der Mantel- und Bolltarife lag bei der Mehrzahl der Verträge zwischen einem halben Jahr und zwei Jahren. Die tatsächliche Geltungsdauer der Verträge war in den meisten Fällen jedoch länger. Bon den Mantel- und Bolltarifen bestand am 1. Ja ruar 1931 rund die Hälfte schon länger als drei Jahre, ein nicht unerheblicher Teil sogar schon länger als fieben Jahre, mährend die Gehaltsabtommen faft ausnahmslos nicht länger als zwei Jahre bestanden. In den sachlichen Inhalt der Tarifverträge gewährt die Tarifstatistik folgenden Einblick: Ban den rund 1,89 Mill. Angestellten mar für 1,19 Mill. in den Tarifverträgen die Gemährung von Sozialzulagen vorgesehen. Eine Ausnahme bilden nur die Tarifverträge für die Landwirtschaft und das Baugewerbe, die, von verschwindend geringen Ausnahmen abgesehen, feine Bestimmungen über die Gewährung von Sozialzulagen enthalten. Die tariflich festgelegte Arbeitszeit betrug am 1. Januar 1931 für 186 231 Angestellte weniger als 48 Stunden in der Woche, für 1588 671 Angestellte genau 48 Stunden, für 40 801 Angestellte mehr als 48 Stunden und für 75 180 Angestellte war von den berichtenden Verbänden die tariflich zulässige Arbeitszeit nicht angegeben worden. Für 84 Pro3. der tarifvertraglich erfaßten Angestellten betrug die tarifliche Arbeitszeit mithin 48 Stunden in der Woche. Nur wenige Angestellte hatten einen Mindest anspruch auf Urlaub von weniger als 6 Tagen. Uleberwiegend ist in den Tarifverträgen eine Mindest dauer von 6 Tagen und eine höchstdauer von 12 bis 18 Tagen Urlaub vorgesehen. Im Gegensatz zu den Tarifverträgen für die Handarbeiterschaft enthielten 64 Proz. der am 1. Januar 1931 bestehenden Tarifverträge für die Angestellten, die zusammen 78 Proz. der überhaupt unter Tarifverträgen stehenden Angestellten umfaßten, Bestimmungen über das Lehrverhältnis, wie zum Beispiel über die Dauer der Lehrzeit, das Gehalt, die Zahl der Lehrlinge usw. " nügigkeit der Meliorationsarbeiten ohne weiteres anzuerkennen fet und da ihre 3usäßlich feit sich aus dem Umstande ergibt, daß sie in der bisher üblichen Weise aus öffentlichen Mitteln nicht mehr unterstützt werden und deshalb in absehbarer Zeit nicht ausgeführt werden können. Die Beschäftigung von Arbeitslosen mit nugbringender Arbeit fönnte noch eine wesentliche Aus= dehnung erfahren, wenn entsprechend vielseitigen Wünschen der für den freiwilligen Arbeitsdienst zugelassene Personentreis erweitert und die Förderungsdauer verlängert werden würden. Bei solchen Meliorationsarbeiten sind bisher sogenannte Notstandsarbeiter verwendet worden, denen man für ihre harte Arbeit einen wenn auch nur bescheidenen Lohn zahlte. Jetzt will man unter dem doppelten Vorwande, es sei fein Geld vorhanden und die Meliorationen seien zusägliche" Arbeit( welcher Auftrag ciner beliebigen Industrie ist nicht zufäßlich"?) Gratis. arbeiter heranziehen. Ganz abgesehen davon, daß der Nachweis noch zu erbringen ist, ob der freiwillige Arbeitsdienst im Endeffekt billiger ist als die Arbeit von Notstandsarbeitern, fönnte man mit einer derartigen Begründung jede beliebige andere Arbeit gleichfalls im sogenannten freiwilligen Arbeitsdienst ausführen. Der freiwillige Arbeitsdienst ist schon deshalb unwirtschaftlich, weil er, statt den inneren Markt zu stärken, diesen aushöhlt, eine Auszehrung der Kauffraft, einen Berschleiß der Substanz der Arbeitenden bedeutet Er führt zum Gegenteil einer Gesundung der Wirtschaft und der öffentlichen Finanzen. Ihn auch noch auss zudehnen, dafür fehlen alle Gründe. Arbeit des AfA- Bundes. 3 Die freigewertschaftlichen Angestelltenverbände im Bezirk Berlin Brandenburg Grenzmart des AfA Bun des haben sich im vorigen Jahr trotz der weiteren Verschärfung der Krise außerordentlich gut behauptet. Der foeben veröffentlichte Geschäftsbericht des Afa- Bezirksfartells Brandenburg für das Jahr 1931 meist mit 85 578 Mitgliedern am Schluß des Berichtsjahres fogar noch eine 3unahme von 628 Mitgliedern gegenüber dem Jahresschluß 1930 aus, die allerdings nur auf den Anschluß der Angestelltengruppen im Gesamtverband an den AfA- Bund zurückzuführen ist, der im Sommer des vorigen Jahres erfolgte und den Mitgliederbestand im Bezirk Brandenburg des AfA- Bundes mit einem Schlage um 4300 erhöhte. Der eigent liche Verlust von 3672 Mitgliedern ist nicht besonders groß, wenn man die Gesamtmitgliederzahl im Bezirk und die geradezu trost lose Lage auf dem Arbeitsmarkt der Angestellten in Bergleich stellt. Der Geschäftsbericht gewährt genau wie in den Vorjahren einen tiefen Einblick in die vielen Arbeitsgebiete des Bezirkskartells, wie z. B. die Mitarbeit der AfA- Funktionäre des Bezirks in den verschiedenen Kö. perschaften der Reichsanstalt für Arbeitslosen. versicherung, bei den Arbeitsgerichten, in den Ortstranfenfassen so wie in den sonstigen fulturellen oder gemeinwirtschaftlichen Ein richtungen. In allen diesen Körperschaften wurden die Interessen der Angestellten in zäher unermüdlicher Arbeit vertreten. Die Mita arbeit der freien Angestelltengewerkschaften auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens ist heute angesichts der Stärke und Bedeutung dr Gewerkschaften zur Selbstverständlichkeit geworden. Alles in allem zeigt der Geschäftsbericht, daß es sowohl in den einzelnen Angestelltenverbänden im Bezirk als auch beim Bezirkskartell felbst an Arbeit nie gemangelt hat. AEG. Treptom Betriebsfraktion der SPD. Morgen, Mittwoch, 16 Uhr ,, bei Döhling, Elfenstraße 100, Fraktionsverfammlung. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Seute, Dienstag, 15. März, 191 Uhr, tagen die Gruppen: Gemertfchaftshaus: Jugendheim Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Bie with ein Streit vorbereitet und durchgeführt? Steglig: Jugendheim Flemmingstr. 14b. Sallo hier Amerita." Moabit: Jugendheim Bremer Straße 69/70. Führer der Arbeiterbewegung. Spandau Bilhelmftabt: Jugendheim Sportplag, Seeburger Straße. Berufs- und Unfallgefahren. Banton: Jugendheim Aissingenstr. 48, 8immer 5. Die Frau als Stamerabin. Treptom: Jugendheim Elsenstr. 3( Bahnhof Treptow). Wir und die Kirche Frankfurter Allee: Jugendhein itauer Str. 18. Abrüstung Aufrüstung. Landsberger Play: Jugendl Landsberger Straße 50. Attuelle Wirtschaftsfragen. Lichtenberg: Jugeni im Doffeftr. 22. Aus der Tätigkeit der Jugendberatungsstelle der FGI 9.eu- Lichtenberg: Jugendheim Gunter straße 44. Bub und Mädel und Freiförperkultur. Ostende: Jugendheim Karlshorst, Trestowallee 44( Rantschule). Bunter Abend. Wedding: Jugende Schöneweide: Jugendheim Hasselwerderstr., Mädchenschule im Keller. Bub und Mädel. Adlershof: Jugendheim Adlershof, Bismardstr. 1. Die Gemert. schaften in England. Alle diese Tarifverträge sind eine Errungenschaft des Systems" der freien Gemertschaften, während die bürgerlichen Angestelltenverbände der Borkriegszeit mit Unternehmern als Ehrenmitglieder- in Standesbewußtsein" machten und nach der Gunst strebten, die individuellen Leistungen begönnertheim Bilbenomstr. 5, 2 Treppen, Simmer 11. Wir gedenten der Revolution, zu sehen. Tarifverträge gab es daher nicht, wohl aber Gratisarbeiter( Bolontäre) und Trinkgelder( Salär) statt des Gehalts, mit unbegrenzter Arbeitszeit. Meliorationen und Arbeitsdienst. Vorschläge des Preußischen Landwirtschaftsministeriums. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, sieht der Preußische Landwirtschaftsminister die Möglichkeit der Fortführung der aus finanziellen Gründen eingestellten Meliorationsarbeiten in der Einschaltung des freiwilligen Arbeitsdienstes Die Voraussetzungen hierfür lägen zweifellos vor, da die Gemein 16 Jugendoruppe des Zentralverbandes der Angestellten Seute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen statt: Lichtenberg: Sugendheim Gunterstr. 44. Bortrag: Grundbegriffe der Politik und der Boltswirtschaft." Referent: Racufin. Nordwest: Jugendheim Lehrter Straße 18/19. Bortrag: Reiseerlebnisse in Amerita." Referent: Weigelt. Der Sprech und Bewegungschor übt ab 20 Uhr in der Turnhalle Baruther Straße 20. Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff; Wirtschaft: G. Alingelhäfer; Gemertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schifowsti; Lotales und Sonstiges: Fri Rarftabt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruderet und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin GB. 68 Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. WERTHEIM Billige Lebensmittel Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zuges dt. Fische Wolga- Hühner 55pl. Kabeljau- Filet Kabeliau ohne Kopf, gz. Fische. Pid. 0.12 Seelachs ohne Kopf. sz. Fische, Pfd. 0.15 Merlan . Pfund 0.18 Pfund 0.20 Pfund Zander gefros. Grüne Heringe... 3 Pfund 0.32 Lebende Karpfen Pfund 0.35 Pfand 0.68 Lebende Schleie Pfund 0.75 Bücklinge • Pfund 0.20 Sprotten... Kiste 0.26 Pfund 0.22 Flundern u. Dorsch Fund 0.35 Fleckheringe..... Mund 0.38 Pf. Matjesheringe 3 Stück 25 Pl. Malta- Kartoffeln 2 Pfund 35 Pl. Sowelt Vorrat: Fleisch Mast- Ochsenfleisch.. Pfund 0.45 Mast- Ochsenschmorfl. Pid, 0.68 Kalbsbrust u.- Rücken Pfd. 0.56 Kaßlerkamm u.- Schuft Pid. 0.72 la Berliner Bratwurst Pfund 0.78 Gehackt. Pid.0.50 Fett brat.Pid. 0.56 Herz Pid. 0.44 Backe Pid. 0.38 Lunge Pid. 0.32 Euter Pid. 0.18 Apfelsinen 3 Pfund 44 PL Backobst gemischt Pfund 36 Pl. Apfelmus Schweinebauch..... Pfund 0.60 Eisbein ohne Spitzbein Pfund 0.58 Schweineschulter Pfund 0.58 Schweinekamm u.- Schuft P 0.68 . Dose 48 Pl. Backartikel Olympia- Mehl 5- Pfund- Beutel 1.35 1.45 1.55 Rauhreif- Mehl 5- Pid Beutel 1.55 Auszug- Mehl 0.26 0.28 0.30 Kartoffelmehl. Pfund 0.18 Sultaninen Pfund 0.38 0.58 0.78 Korinthen... Pfund 0.55 0.65 Zitronat .Pfund 0.95 Mandeln Pfund 1.30 1.78 1.98 Kokosnuß geraspelt Pfund 0.38 Mohn wels fund 0.46 blau Pfund 0.38 • Frisch gebrannter Kaffee Pfund 1.78 2.20 2.60 3.00 3.40 3.60 JRr.ilS* 49. Iabrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 45. MSrz 1932 Schupos auf dem Posten Im»»Generalstabsquartier" der Polizei~ Arbeit im Dienste des Volksganzen— Ein Wachtmeister erzählt Selten, ist eine ll'aht in DenUdiland so crfrculidi ruhig und ohne ZmUdien. fälle oerlaufen wie die Rr.idisprisidentenrüaU am Sonntag. Das ist ein Zeichen roadisender Disziplin der WählormsssciL Ks ist aber audi ein Erfolg der umfassenden oorsor glichen Maßnahmen der Polizei, die rechtzeitig allen Gegnern des Staates oör Augen führie, wer bei dem Versuch einer gewaltsamen Machteroberung das entscheidende Wort sprechen wurde. Die Polizei wird selten gelobt. Die Oeffent- lidikeil bewerkt zu wenig oon der unerhörten Arbeit, die oor- sor glich geleistet wird, um Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Diese Tätigkeit aber gerade ist es, die bewirkt, daß .Aktionen, wie sie der Prahlhans Goebbels in gewohnter lieber- he.blirhkeit oor der Wahl ankündigte, oon vorn herein als lächer- lidie Vermessenheilen erscheinen. Für den Polizeibeamten aber, no/n Wachtmeister bis zum Kommandeur und Präsidenten, bedeutet diese in aller Stille im Dienste des Volksganzen geleistete Arbeit äußerste Anspannung oon Arbeitskraft und Energie. Der einzelne Sdiupobeamie erfüllt dabei seine Pfiidii in dem Bewußtsein und in der Erkenntnis, daß er so Volk und Staat oor dem Abgleiten in Chaos Und\iedergang bewahrt. In der Gesduchte des Kampfes der deutschen Republik hat sich die preußische Polizei einen besonderen Ehrenplatz oerdient. Im Kommando am Weidendamm. Wer an Togen mit politischer Hochspannung Gelegenheit hat, die Schutzpolizei direkt bei ihrer Arbeit, bei der Durchführung der bis ins kleinste getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu beobachten, erhält einen Eindritck von der Last der Verantwortung und der Füll« der Arbeit, die auf jedem einzelnen Beamten ruht. Wo im Dorkriegs- Berlin das Gardc-Grenadier-Regiment Rr. l„Kaiser Alexander" lag, befindet sich heute das Kommando der Berliner Polizei. Hier ist das„Generalstabsquartier" der Polizei mit dein Kommandeur Heimannsberg und seinem Stellvertreter Oberst G e n tz an der Spitze. Hier werden die Befehle, Anordnungen und Arbeitspläne nach den vom obersten Polizeichcf, Polizeipräsideuten Genossen G r z e s i n s k i.!m roten„Schloß" am Alex gegebenen Richtlinien ausgearbeitet. Die genauen Anweisungen für die Maßnahmen am Wahl so nn tag sind so auch iin Kommando entstanden, und lächelnd zeigt der Leiter der betreffenden Abteilung. Polizeihaupt- mann Schünemann, dem Besucher das Verzeichnis der vielen not- wendigen Befehle, die zusammengefaßt ein« kleine Broschüre aus- machen. Gerade beim Schutz des Wahlaktes sind unzählige Be- stimmungen zu beobachten, und der Wachtmeister auf der Straße muß sich auch hier wieder als der kleine Professor in der Westentasche erweisen. Durch ein glänzend organisiertes Meldewesen ist man im Kommando ebenso wie im Polizeipräsidium zu jeder Stund« des Tages und der Nacht über alle Vorkommnisse in der Stadt ge- nauestens unterrichtet. Dauernd gehen die Meldungen ein. Da wird sowohl die Festnahme irgendeines armen Schluckers gemeldet, der «in Brot„bargeldlos" einkaufen wollt«, wie die Einlieferung des lange gesuchten Lustmörders oder die in irgendeinem Revier beob- achtete Schlägerei zwischen Anhängern der radikalen Parteien. Zeigt sich die Entstehung von Unruhen, ist es kurze Zeit nach dem ersten Aufflackern möglich, dt« entsprechenden Gegenmaßnahmen zu treffen. Aber heute, am Sonntag, herrscht erfreulicherweise überall Ruh«, und man merkt kaum, daß«ine Mlllionenarmee von Wählern In der Stadt unterwegs ist, um das Wahlrecht auszuüben. In der Lnterkunst bei den Schupos. Vom Kommando am Weidendamm sind es nur einige hundert Meter über die Weidendammer Brücke bis zur Karlstrohe, wo sich die Unterkunst der Inspektion Tiergarten befindet, die die größte Polizeiinspektion Berlins darstellt. Der Leiter der Inspektion ist seit einiger Zeit Polizeimajor Keßler, als Nachfolger des Majors L° w i t, der es als Beamter der Republik nicht mit anhören komite. daß einige Republikaner Hochruf« auf die Republik und den Ministerpräsidenten ausbrachten. Die Beamten der /in- spettion Tiergarten haben tagtäglich, auch in normalen Zeiten, einen besonders schweren Dienst zu leisten. In dem Bereich ihrer Jnspek- tion ist dauernd etwas los. Da ist der R e i ch s t a g zu schützen oder die I n n e n ft a W zu sichern, da gibt es im kleinen Tiergarten dauernd Ansammlungen von Erwerbslosen. Aber das Schmer- z e n s k i n d der ganzen Inspektion vom Wachtmeister bis zum Major ist der— Sportpalast. Die„Betreuung" des Sport» Palastes ist nämlich nicht nur die Aufgabe des zuständigen Polizei- reoiers, weil die Zahl der Nevierbeamten selbstverständlich für große Kundgebungen bei weitem nicht ausreicht. Deswegen geht bei jeder großen Veranstaltung im Sportpalast die Leitung der polizeilichen Mahnahmen in die Hände des Majors der Inspektion Tiergarten über. Ein Wachtmeister über seine Arbeit. Wir setzen uns mst einem Wachtmeister zusammen und bitten ihn, uns einiges über seine Arbeit zu erzählen. Auch er scheint den Sportpalast nicht gerade allzusehr zu lieben, denn er beginnt die Unterhaltung mit der Frage, was aus dem Projekt geworden sei, wonach der Sportpalast in eine große Garage um- gebaut werden sollte. Im Vertrauen gesagt, meint er, so manäzer meiner Kollegen hat schon gewünscht, der Sportpalast wäre über Nacht abgebrannt. Es vergeht kein Abend, an dem wir nicht die„Freude" hätten, dem Sportpalast unseren Besuch abstatten zu dürfen. In der letzten Zeit, so fährt der Beamte fort, kamen wir Schupos uns manchmal oor wie Matrosen aus einem Schiff. Es kommt vor, daß wir während acht bis vierzehn Tagen nicht, außer aus dienstlichen Gründen, aus den Mauern der Kaserne her- auskommen, um einen privaten Gang zu erledigen. In Zeiten poli- tischer Hochspannung wie der jetzigen müssen wir alle dauernd a b- r u f b e r e i t sein. Und das gerade ist so n e r v e n a u f r e i b e n d, dauernd gewärtig sein zu müssen, aus dem Schlaf herausgerissen zu werden. Nur einmal ruhig ausschlafen können ist unser Wunsch. Trotzdem: wir tun unseren Dienst freudig, weil wir wissen, was auf dem Spiele steht. Wir anerkennen auch die Be- mühungen der leitenden Stellen, uns Erleichterungen zu verschaffen. Wo arme Leute wohnen. Unglückshaus Manteuffelstraßs 61— Mütter richten Am Sonnabend wurde die sechsjährige Elfriede TB. aus der Manteuffelstraßr 62, wie berichtet, das unglückliche Opfer eines Lustmörders. Die ganze Manteufselstraße. eine Straße im Südosten Berlins, unweit vom Gürlitzer Bahnhof, ist in Bewegung: in Gruppen stehen die Frauen herum, das Einholenctz am Arm. die Kinder an der Hand und besprechen aufgeregten Tones das gräß- lich« Geschehen. Das Haus Nr. 6l. wo die grausame Tat geschah, ist dicht umstellt, voll ängstlicher Neugier sieht alles in das Hausinnere, als müßte dort plötzlich der Unhold erscheinen und � seine Strafe einsangen____ Aber still, friedlich liegt die alte Mietskaserne da, sie verrät nichts und gibt nichts preis von ihrem schrecklichen Geheim- nis. Es ist eines jener dichtbevölkerten Proletarierhäuser, links die Hauetafel an der Wand zeigt drei länge, dichtbeschriebene Namenreihen von Hausbewohnern, die, einer am anderen, in kleinen, alten Wohnlöchern hausen, vorne, rückwärts und im Quer- gebäude. Im finsteren, schmalen Hauegang erscheint setzt eine junge Frau mit einem Kind an der Hand— heute fleht man hier kein einziges Kind von der Mutter entfernt—, sofort wird sie mit Hunderten von Fragen bestürmt. Es sind alles Nebenfach- lichkeiten, Nichtigkeiten, was die aufgeregten Menschen da wissen wollen; wo der Mann wohnte, ob vorn« oder rückwärts, ob er verheiratet war und Kinder hatte, ob er in Arbett stand, wie alt er war und dergleichen mehr.„Ach lassen Sie mich raus", meint die junge Frau, als da» Fragen kein Ende nehmen will,„das ist schon so ein Unglücke haus, ich wäre froh, ich könnte anders- wo wohnen! Mir haben sie hier im Streit meinen Mann erschlagen." Dann ruft sie ihr Kind und eilt weiter. Und wieder kommt eine hinzu, die neues weiß: sie erzählt, daß die Tat in der Wohnung des Mannes passiert wäre, daß er sonst ein ordentlicher, arbeitsamer Mensch gewesen sei, der nachts bei der BVG. arbeitet, auch seine Frau sei in Arbeit. Sonst ginge er stets vom Dienst direkt nach Hause, aber an diesem Tag« hätte er erst mal tüchtig einen getippt. Wieder kommt Bewegung in die Menge, ein kleiner blonder Junge kommt aus dem 5)ause an der Hand der Mutter; wie er all die Frauen da sieht, dreht er sich noch rückwärts und zeigt mit seinem kleinen Händchen:„d a oben!" Das war der kleine Heinz, der Spielgefährte der kleine» Elfriede, der der Mordkommission so wichtige Dienste leistete, weiff er den Täter wiedererkannte.„Nächstes Jahr sollte die kleine Ei- ssriede in die Schule kommen, Schultasche und alles war schon für sie da", erzählte eine Frau,„sie wor genau so alt wie metäe" Lieselotte." Unzählige kleine Begebenheiten aus dem Alltag des toten Kindes werden erörtert, nichtige, uninteressante Dinge für de» Unbeteiligten, aber ein Stück aus dem Leben jeder dieser Mütter. „Meiner Kleinen ist im vorigen Jahre das gleiche passiert, bloß der Kerl ist dabei gestört worden", erzählt jetzt eine Frau: w>e auf einen Rück sind alle Blicke auf sie gerichtet, noch mehr obt: auf das Kind an ihrer Hand,«in bloßes, blondes Dingelchen, dos eben voll Wohlbehagen in einen Apfel beißt.„Wo wohnen Sie denn?" schreit alles wie aus einem Munde.«Hier, vis-a-vis!" Vielleicht war es derselbe Mensch, wie diesmal, wer weiß, was der schon alles auf dem Gewissen haben mag. Wo arme Leute wohnen, gibt es viele Kinder und keinen, der sie behütet____ Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruea Die Gefangenen lachten. Die Begleitmannschaften lächelten herablassend und zuriukhaltend. Allmählich wird alles schläfrig. Dagegen anzukämpfen ist unmöglich. Wenn der Mensch drei bis fünf Tage mcht geschlafen hat. dann verliert er die Fähigkeit, sich zu bßwegen und zu denken. Und wenn der Körper auch sein« Funktionen mechanisch fortsetzt, so nimmt die gedankliche Tätigkeit doch eine Nuance von Anormalität an, zeitweise hat sie sogar etwas Fieberisches. Ich habe Leute gesehen, die zwei bis drei Tage nicht geschlafen hatten und nun im Stehen ein- schliefen, gegen einen Pfosten oder Zaun gelehnt. Im Felde habe ich Leute gesehen, die, während das Regiment ein« Marschpause von einigen Minuten machte, auf die Erde fielen und einschliefen. Man konnte sie nur in die ijöhe bringen, indem man ihnen einen Kolbenstoß gab oder sie aufhob, auf die Füße stellte und so lange feschielt, bis sie wieder bei sich waren. �... Ick, hatte bereits mehrere Tage nicht geschlafen. In meinem Hirn wirbelten Bruchstücke von Erinnerungen und Trümmer eines halben Wirklichkeitsbewußtseins wie ab- gerissene Fäden durcheinander. Statt menschlicher Gesichter tauchten nie gesehene Tierinasten auf, im Nebel torkelten die Schnauzen und Rüssel von Ungeheuern, zugleich mit ver- fchwommenen Konturen von allerlei Gegenständen. Der kurze Schlaf und die häufigen Unterbrechungen, das war wie ein lastender Alpdruck oder wie ein Wundfieber. Und die Laute der Alißemvelt drangen in mein Bewußtseinszentrum wie Hiebe über den Sckzädcl oder wie in die Ohren gebohrte spitze Gegenstände... Ich brauchte Schlaf. Meine Muskeln, meine Nerven, mein Gehirn, alles an nur brauchte Schlaf. Dazu hätte ich die Möglichkeit haben müssen, mich hinzulegen und auszu- strecken, aber gerade diese Möglichtest haste ich nicht. An Pensa habe ich keine Erinnerung. In meinem Ge- dächtnis findet sich nichts, das mir ein Bild von unserem Aufenthalt in dieser Stadt verschaffen könnte. Ob wir dort im Gefängnis waren, ob uns einfach eine Eskorte auf dem Bahnhof der anderen übergab, ob wir in einen anderen Wag- gon umsteigen mußten oder im Kursker blieben, daran kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß nur. daß wir von Kursk nach Pensa gefahren sind, und von Pensa nach Samara. Nach allem, was wir durchgemacht hatten, empfanden wir das Geständnis oon Samara als Ruhestätte und Er- holungsheim. Es gab geräumige Zellen, gestrichene Fuß- böden, elektrisches Licht, saubere Latrinen. Wir wurden gezwungen, viele Male am Tag die Böden aufzuwischen, aber diese Arbeit war nicht unangenehm, und viele besorgten sie mit Vergnügen. Ich war eingeschlafen und hatte offenbar sehr lange geschlafen. Ich wurde geweckt, als es Mittagessen gab. Was man uns im. Kiewer Gefängnis von den Erbsen in Samara erzählt hatte, das erwies sich als zutreffend. Dieses Gefängnis war für Rußland eine Seltenheit: abgesehen von seiner Sauberkeit und Helle hatte es noch die große Annehmlichkeit, daß die Verpflegung hier so gut war wie sonst nirgendswo. In der Tat, es gab zweimal in der Woche zum Mittagessen als Zweites Erbsen, aber auch alles andere war so, daß man es ohne Ekel essen konnte, was sich keineswegs von allen Ge- fängnissen behaupten ließe. Ich hatte lange nichts Warmes mehr in den Leib bekom- men. Wenn im Kiewer Gefängnis die Eimer mit Koblsuppe noch im Korridor waren, dann fing es schon an zu stinken. Dort wurde das Essen grundsätzlich aus nicht mehr frischen Lebensmitteln zubereitet. Lebensmittel! Das klingt schon viel zu großartig! Dieses Wort könnte eine übertriebene Vorstellung von der Ernährung der Insassen eines zarischen Gefängnisses hervorrufen. Für jeden Häftling waren sieben Kopeken pro Tag ausgeworfen. Von diesem Gelde mußte aber auch noch etwas für die Gefänanisbehörden abfallen. Es wird sich wohl niemand zu der Behauptung versteigen wollen, die Gefängnisbehörden feien in jener Zeit sehr ein- wandfrei und ehrlich gewesen. Wenn man sich vergegen- märtigt, daß ein kleiner Teil bei der Gefänonisbehörde hängen blieb, und daß drei Kopeken für die Brotportion draufaingen, so kann man sich eine Vorstellung davon machen, wie„Mittaoesien" und„Abendbrot", die vom Rest bestrstten werden mußten, beschaffen waren. Gewöhnlich gab es im G'fängnis zweimal wöchentlich fleischlose Tage, sonst Flessch. Dieses Fleisch bestand aber darin, daß in die Kessel einige Ochsenköpfe geworfen wurden. Wenn also sieben Menschen sich um einen Kessel mit wässeriger Kohlsuppe setzten, dann angelten sieben Löffel nach einem einzigen Klumpen. Die Gefangenen machten dabei ihre traditionellen Späßc. „Zieh dich aus und- tauch, sonst kriegst du nichts!" „Na, das erwischt auch bloß eine Taucherente!" In Samara stürzten sich die Häftlinge mit tierischer Gier auf das Essen, aber o weh, es war nicht genug, und bald, nur allzu bald standen die betrübten Tischgäste um ihre Suppen- kessel und leckten die Löffel ab. Alle blieben hungrig und mußten sich wohl oder übel damit trösten, daß man sich hier ungestraft auf die Pritschen legen und ausschlafen durfte. Nach dem Spaziergang, während die Zellentür noch offen war, kam hastig einer der Verschickten aus der Nachbarzellc. Sein ganzes Aeußere machte ihn sofort als„Politischen" kenntlich. Er kam rasch auf mich zu, gab mir ein Paket und einen Zettel und war ebenso schnell verschwunden. Auf dem Zettel stand, man sähe es meinem Gesicht an, daß ich halb verhungert und völlig erschöpft wäre, darum bekänie ich hier eine kleine Stärkung. In dem Paket war Tee, Zucker, Wurst, Butter und Weißbrot. Ich war ganz gerührt über diese Auf- mcrksamkeit und zugleich sehr erstaunt über diesen Scharfblick fremder Augen, die mich in der großen Menge einförmig gekleideter und homogen erscheinender Menschen erspäht hatten. Der Mann ohne Gedächtnis bemerkte: „Die Feinen kennen die Feinen überall heraus." Worauf Vurftein sofort auch seinerseits eine Sentenz von sich geben mußte: „Was ein Fischer ist, erkennt einen anderen Fischer, und wenn er an der Zimmerdecke hängt." In diesem Gefängnis gab es viel mehr Tippclbrüder als in den bisherigen, da wir uns ja allmählich Tscheljabinst näherten, dem gewöhnlichen Sammelpunkt aller für Sibirien bestimmten Transporte. Das Gefängnis von Samara bildete gewissermaßen den Vorhof für die sibirischen Gefängnisse. Der Mann ohne Gedächtnis traf hier unter den Tippcl- brüdern manch alten Bekannten. Sie sprachen miteinander in einer eigenen Sprache, die weder mit der Umgangs-, noch mit der Kundensprache identisch war, sie brauchten Worte, die selbst in Gefängnissen und unter gewerbsmäßigen Dieben unbekannt waren. Dieses Gemisch setzt sich zusammen aus dem Gefängnis- und Diebesjargon einerseits und de? Aus-, drucksweise der„Hocker" andererseits, das heißt der aus Ver- schickten und ehemaligen Zwangsarbeitern hervorgegangenen sibirischen Ansiedler. Sie sprachen leise, rubig und sachlich. tFortsetzung folgt). Als wir durch den Artikel im„A o r w a r t s* erfuhren� daß der Herr Polizeipräsident un? als Anerkennung der geleisteten Arbeit während der Wahlwochcn zwei Tag- Urlaub zugestanden hat, waren wir alle selbstverständlich hoch erfreut.„Wie ist es eigentlich mit den Sondervergütungen, die Sie für die Tage, an denen Alarmzustand angesetzt ist, erhalten?"— Die Sondervergütung besteht darin, daß wir das in der Kaserne oerabreickste Essen nicht zu bezahlen brauchen, sondern den Betrag dafür am Ultimo zurück- gezahlt erhalten. Der Schupo schloß seine Darstellung mit den Worten: Viele meiner Kameraden sind in den letzten 48 bis KOShrn- den überhaupt nicht aus den Kleidern gekommen... So tun die Polizeibeamten in schwerster Zeit ihre Pflicht. Leider sieht die Zukunft nicht so aus, als ob die Arbeit der Polizei ab- nehmen würde. Es erscheint deshalb gerecht, wenn die Polizei er- wartet, für ihre verantwortungsvolle, aufopfernde Tätigkeit bei der Bevölkerung Verständnis und Anerkennung zu finden.' Vierjähriges Kind erstickt. Verhängnisvoller Brand im Wohnkeller. Bei einem Wohnungsbrand ist gestern das 4 Jahre alle Söhnchen de» Kohlenhändlers h e i d e m a n n in der ZTCulackstraße 32 ums Lebe« gekommen. Die Eltern des unglücklichen Kindes betreiben in der Mulack- straße einen Kohlenhandel. Während die Leute im Kohlenkeller mit der Abfertigung von Kunden beschäftigt waren, brach in der hinter dem Kellerladen gelegenen Wohnung aus noch unbekann- ler Ursache Feuer aus. Die Flammen griffen auf das Bett über, in dem der Vierjährige schlief. Als Frau ch. einige Zeit später nach ihrem Kinde sehen wollte, fand sie das Ziimner zu ihrem Schrecken völlig in Qualm gehüllt vor. Der kleine log leblos in innem Bett. Die alarmierte Feuerwehr löschte den Brand in wenigen Minuten. Gleichzeitig bemühten sich Samariter um das be- wußtlose Kind. Alle Versuche, es ins Leben zurückzurufen, blieben >-doch erfolglos. Die Leiche wurde von der Kriminalpolizei beschlog- nahmt. Auto rast ins Meer. Drei Tote als Opfer falscher Steuerung. Paris, 14. März. In Tannes geriet gestern das Auto eines ehemaligen Bürgermeisters. der mit 5 r a u und T o ch t e r in seinem wagen eine Ausfahrt machte, infolge falscher Steuerung von der am Meer vorbei- führenden Hauptstraße ab und raste in» Meer. Troß aller Bemühungen gelang es nicht, das Auto zu bergen. Die Zufassen ertranken. Freispruch der Gebrüder Gaß. Das Polizei- und Gerichtsglück der Gebrüder Saß ist fast sprichwörtlich geworden. Einmal jedoch schien ihnen das Glück un- treu zu werden. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte sie wegen versuchten Münzverbrechens zu je 1 Jahr Ge- fängnis. Die Strafkammer wandelte die Gefängnisstrase in drei Wachen Haft um, aus dem versuchten Münzverbrechen wurde ledig- lich eine Beschaffung von Werkzeugen, zu deren Herstellung die Erlaubnis der Palizei erforderlich ist. Man habe, so heißt es in der Begründung, den Gebrüdern Saß nicht nachweisen können, daß sie beabsichtigt hätten, Zehnmarkscheine herzustellen. Sie hatten nur„Studie n" zur Herstellung von Pässen betrieben. Die Werk- zeuge, die sich in ihrem Besitz befanden, seien wohl geeignet ge- wesen. Wasserzeichen und die Wellen der Prägelinien auf den Zehn- markscheinen herzustellen. Es fei aber unmöglich, anzunehmen, daß die Gebrüder Saß, die wegen des Bankeinbruchs noch immer unter ständiger Beobachtung der Kriminalpolizei ständen, selbst die Zehnmarkscheine verbreitet hätten. Eine Organisation zu einer derartigen Verbreitung hatte» sie nicht zur Aerstigung. Daraus fei zu folgern, daß sie überhaupt nicht die Absicht ge- habt hätten, Zehnmarkscheine herzustellen. Das große Los. In der M o n t a g z i e h u n g der Preußisch-Süddeutschen Klasscnlotterie entfiel aus das Los Nr. 21 8 30 8 die große Prämie von Sllll ODO Mark. Das Los wird in Berlin und in Westfalen gespielt, und zwar in beiden Abteilungen in Achteln. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, sind die Ge- minner kleine Angestellte und Arbeiter. Eine neue Stadtverordnete. Für den ausgeschiedenen Stadt- r-crorDneten Gel>eimen Regierungsrot P f u v dt n c r(Deutschnatio- 'vale Volkspartei) ist die Bezirkovcrordnete Frau Ehrentraut Jahr. Bcrlin-Tempelhof, Geijarichstr. 11, als Stadtverordnete eingetreten. Sdiwaliciisfreidi des ärteilsloseii. Der geplante„Ucberfall" auf Direktor von Stauf?. Der Mann vor dem Schnellschöffengericht mit den tiefliegenden Augen, dem stechenden, fast swrren Blick, kann nicht gesund sein. Seine wirren Briefe, seine Erklärungen in der Ge- richtsverhandlung hätten die Anwesenheit eines Psych- i a t e r s wohl gerechtfertigt erscheinen lassen. Der Text fehlt aber, man erfährt so gut wie nichts darüber, wiejo sich im Hirn dieses Mannes da auf der Anklagebank die konfusen verbrecherischen Pläne überhaupt festsetzen konnten. Er wird zu einer geringen Strafe verurteilt, der Freiheit wiedergegeben, vielleicht auf die Gefahr hin, daß er eines schönen Tages irgendeinen wahnwitzigen Gedanken in die Wirklichkeit umsetzt. Es ist der Mann, von dem die Zeitungen erst vor kurzem berichteten, er habe eine Verabredung zur Beraubung des Direk- tors der Deutschen Bank, v. Stauß, getroffen. W. stammt aus dem Schwabenland, er gehört einem wohlhabenden Bauerngeschlecht an, ist Metallschleifer von Beruf. Seine Familie hatte durch die In- flätion ihr Vermögen verloren, 1927 kam er nach Berlin, seit 1929 ist er arbeitslos. Seitdem sättigte er in Lesehallen sein Hirn mit der Lektüre über kriminelle Vorfälle. Aus den Anklagen gegen Bankdirektore aus der Katzenellenbogen-Affäre'wurde ihm der Name von Stauß gelaufig. Da erinnerte er sich plötzlich an das „Unrecht" der Inflation, fand den Sündenbock für all fein Unglück in den Bankdirektoren, verrannte sich in diese Idee und beschloß, sich auf seine Weise sein„Recht" zu holen. Im'Adreßbuch stellte er die Adresse des Direktors v. Stauß fest, kundschaftete auch den Namen seines Chauffeurs aus und schrieb an diesen einen Brief, in dem er die sämtlichen Angestellten des Herrn v. Stauß vor dessen Betrügereien, Veruntreuungen und Steuerhinterziehun- gen warnte. Der Brief wurde dem hausdetektio der Deutschen Bank übergeben, der Chauffeur mußte ihn beantworten: er erhielt auch einen zweiten Brief, in dem er über die Gewohnheiten des Herrn v. Stauß ausgefragt wurde. Wieder war in diesem Brief allerlei Unsinn über die bevorstehenden Vernehmungen des Herrn o. Stauß als Zeuge. Die Beobachtungen des Detektivs ergaben, daß der Brief- schreiber ein Phantast ist. der von einer Lesehalle zur andern man- delt; man ließ also die Sache auf sich beruhen. Das war im No- vember 1931. Anfang März d. I. bekam aber ein gewisser K.«inen Brief, in dem auf die Kapitalisten und Bankdirektoren in konfuser Weise geschimpft und um eine Zusammenkunst am der Jungfern- brücke gebeten wurde. Bevor sie zustande kommen konnte, hatte der Briefschreiber den K, dessen Wresse er aus einer Zeitungsnotiz über K.'s Exmission erfahren hatte, aufgesucht und ihm kurzerhand seinen Plan dargelegt, sich mit ihm zur Villa des Herrn v.«tauß zu begeben, Hausangestellte und Chauffeur zu Überrun, peln, den heimkehrenden Direktor v. Stauß zu sesseln, dann per Telephon sich durch einen Boten Geld bringen zu lassen und in ähnlicher Weise auch mit einem zweiten Direktor zu veriohren usw. Er wolle sich, wie es bereits im Brief eu lesen war. durch Aus- Plünderung des Direktors schadlos halten: er miste nicht, wovon er die nächsten Monate leben sollte. Der Lruiempfäncer tat das einzig Richtige, er ging zur Polizei. So wurde der„Plan'� oer- citelt. Die Kriminalpolizei hat bestinnnt richtig gehandelt Falsch war es aber, die Sache vor das Schnellgericht zu bringen, anstatt den Geisteszustand des Mannes festzustellen. In der Gerichtsver- l)andlung erNSrte er, es wäre„nie so weit gekommen", er sei gar nicht der Mann dazu, an allem habe die Inflation schuld, er könne doch nicht mit 9,60 M. auskommen. Ter Staatsanwalt beantragte wegen Verabredung zu einem Verbrechen 6 Monate Gefängnis, das Gericht verurteilte ihn zu 1 Monat und sah von einem Haftbefehl ab. . Der Mann sei dem zuständigen Wohlfahrtsamt zur Betreuung aufs entschiedenste empfohlen— bevor er ein Unheil anrichtet. Diesmal war es nur ein„S ch w a b e n st r e i ch". Freie Sozialistische Hochschule Sonnabend, 19. M&rr, ZV 2 Uhr, im Plenarsaal des ehem. Herrenhaases, Leipziger Str. 3, Vorirag d« Gen. He r mann Wendel, Frankfurt a.M.,über: „Goethe und die Gegenwart" Karten rum Preise von SO Pf sind an den bekannten Verkaufsstellen m haben- Karten für Erwerbslose U.Studierende zu erntäBigten Preisen an der Abendkasse Drei Obergefreite von der Kavallerie. Sie wollten ihrem Feldwebel an den Kragen. Das schwerste Vergehen, welches das M i l i t ä r st r a f g e s e tz- buch kennt, nämlich militärischer Aufruhr und t ä t- licher Angriff aus einen Vorgesetzten der Wache, führte drei Obergefreite des Reiterregiments 4 in Potsdam vor die Potsdamer Schöffen.* Am 14. Dezember v. I. hallen die Angeklagten in der Kantine stark gezecht und waren dann in«in Tanzlokal gegangen, wo die Zecherei bis gegey 1 Uhr nachts sortgesetzt wurde. Schließlich zogen die Obergesrellen mit drei Mädchen unter Absingen des Liedes„Das gibt's nur einmal" den Schützenplatz in Potsdam entlang. Plötzlich kam der Feldwebel Dansichk« vom Infanterieregiment 9 vorbei, und da er befürchtet«, daß das Betragen der Soldaten das Ansehen der Reichswehr schädigen könnt«', ermohille er die Unter- geben«» zur Ruhe und rict ihnen, nach Hause zu gehen. Dieser Aufforderung leisteten vi« Angeklagten nicht Folge, im Gegenteil. der Obergesreite Siegfried Jäger holte zu einem Schlag gegen den Vorgesetzten aus, der aber vorbeiging. Der Obergesrelle bedauerte das noch zynisch und lief dann in der Richtung zum Potsdamer Friedhof davon. Der Feldwebel lies hinterher und nahm den Flücht- ling fest. Jäger und die anderen Angeklagten, Obergefreiter Franz Sauer und Fritz Genentz, drangen mm auf den Vorgesetzten«in, zogen ihre Säbel und schlugen auf Damschk« ein. Damit nicht genug, wurde der Feldwebel mit schweren F a u st s ch l ä g e n blutig geschlagen. Vierzehn Tage lang lag der Mißhandelle krank. Zum Teil gaben die Angeklagten die Tot zu, wollen ober in sinnloser Trunkenheit gehandelt haben. Der Gerichtsarzt verneinte den Z 51, da das Verhalten der Angeklagten wohl auf Trunkenheit, aber nicht auf sinn- lose Trunkenheit deute. Sowohl Vorgesetzte vom Reiterregiment 4 als auch vom Infanterieregiment 9 wohnten der Verhandlung bei, zu der 28 Zeugen geladen waren. Das Gericht verurtellte olle drei Angeklagten zu je zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnimg der Untersuchungshaft. Prozeß um verdorbene Fleischwaren. Nationalsozialisten an Konserven erkrankt. Brauvschweig. 14. März. Vor dem Schöffengericht begann die Verhandlung wegen der Verstöße gegen das Nahrungsmittelgssetz in der Fleischwarenfabrik Struck in G l i e s m a r o d e, die seinerzeit erhebliches Aufsehen er- regt hatten. Bei einer polizeilichen Durchsuchung im November 1939 waren etwa fünfzig Zentner Fleisch- und Wurst- waren beschlagnahmt worden. Angeklagt ist der ZOjährig« Direktor Dr. T r e i t g e. Die Verhandlung wird voraussichtlich eine Woche dauern, da 39 Zeugen und fünf Sachverständige ge- laden sind. lieber dreißig Nationalsozialisten, die am Sonn- tag abend in einem nationalsozialistischen Verkehrslokal in Frei- bürg i. Dr ihr Zlbendbrot aßen, erkrankten nach dem Genuß von Konserven, die vermutlich verdorben waren. 24 Er- krankte mußten in die medizinische Klinik eingeliefert werden. JSrzl eh ungzu r Gern einschaft Eine Ausstellung der Gemeinschaftsschule Pankow In den Kreis der Schulen, die in der letzte» Zeit durch Aus- stelliingen und Dorf ich rungen W«ge und Ziele ihrer Erziehungsarbeit ler Oeffentlichkeit zeigten und dadurch bewiesen, wie sozialistische Kulturarbeit Träger der modernen S ch u l r e s o r m ist, gesellt sich mit einer ganz hervorragenden Ausstellung die G e in e i n s ch a s t s- schule Pankow-Niederschönhausen, Bismarckstr. 11. In vier Räumen ist«in Uebcrblick über die Art der Lehr- und Er- ziehungsarbeit gegeben, hier gibt es keinen Stunden-, keinen Stoff- plan. Jede Klasse ist«ine Lebensgemeinschaft, die nicht nur in der Schule besteht, nicht nur Kinder und Lehrer umfaßt, sondern mich die Eltern(welche Selbstverständlichkeit eigentlich!) sind Mit- Mieder dieser Gemeinschaft, und ihre Arbeit hat oft hervorragenden Anteil an der-Erziehungsarbeit der Schule, wie die Ausstellung an verschiedenen Stellen zeigt. * Die Ausstellung führt q.n einigen Beispielen vor, wie der Unter- richt gestaltet ist. Zum Beispiel das Thema lautet: Um dos Jahr 1 ZOO. Anstoß dazu gab eine Fahrt durch Fläming. Es entstehen einzelne Unterousgabcn, die von der Klasse gemeinsam oder von ein- zclnen Arbeitsgruppen gelöst werden: 1. Marco Polos Reisen. 2- Aus der Geschichte des Papiers. 3. Reisen und Entdeckungen(Vasco de Gaina, Calumbus und Cortez). Als Anschlußstoss ergibt sich: Weltreisen von heute. Wie lebensvoll das Thema bearbeitet wird, zeigen die vielen ausgelegten Zeichnungen, illustrierten Aufsätze, Statistiken, Modelle uxw. Reben dieser Arbeit an einem Hauptthema wird natür- lich jedes aktuelle Ereignis, das auch die Kinder interessiert, nicht in der Schularbeit übersehen. Diese Art des Unterrichts in Lebensgemeinschaften erhält in der Oberstufe eine Ergänzung durch Arbeitsgemeinschaften, die die Schüler zu einzelnen Fachgruppen, für die besonderes Inter- esse vorhanden ist, zusanimenschließt. So bestehen Arbeitsgemein- schasten für Englisch, für Puppenspiel(das ausgestellte Marionetten- theoter wurde mit Hilfe von Eltern gebaut), für Volkstanz, für Sprechchor, für Photographie, holz- und Papparbeit, die alle mit reizenden Arbeiten in der Ausstellung vertreten sind. Eine Basirel» g r u p p e besteht, die Flugmodelle ausgestellt Hot, ein Radioapparal thront aus dem Ausstellungstisch, unter der Leitung eines Vaters gebaut. Die Arbeitsgemeinschaft für Musik erfreut sich lebhafter Unterstützung der Arbeitersängcroätcr. Die Kunstschrift-Arbeits- gemeinschost hat ihr Können an der Beschriftung der Ausstellung praktisch verwertet. Besonders hervorgehoben soll noch der Raum werden, der die A r b c i t der Grundschule zeigt. Der Urwald aus Pastelin, das Brandenburger Tor, das Flughasenmodell, das große Modell der Schule zeigen, wie der Gestallungstrieb der Kinder angeregt wird. Und etwas sehr Schönes: Wenn die Kinder entlassen werden, fertigen ihnen ihre Miflcküler eine Mappe an. in die einioe der schönsten Zeichnungen, Aufsätze und Photos gelegt werden. So erhält jeder ein Erinnerungsstück an eine Zeit, in der das schon herrscht, was er später erst in schweren Kämpfen erringen Helsen i soll: Sozialistischer Gemeinschaftsgeist. J Französisches Dorf niedergebrannt. Nur noch ein Aschenhaufen. Paris, 14. März. Ein folgenschweres Großfeuer brach in der vergangenen Nacht in einer kleinen Ortschaft in der Nähe von R e n n e s aus. Noch ehe die Feuerwehr aus den benachbarten Orten zur Stelle war, hatte der Wind die Flammen, die ursprünglich in einem V i e h st a l l ihren Ausgang genommen hatten, auf die benachbarten Häuser über- geweht, so dag in kurzer Zeit das ganze Dorf ein einziges Flammenmeer bildete. Der Bewohner bemächtigte sich eine Panik. Frauen j und Kinder, die sich nicht rasch genug in Sicherheit bringen konnten. ' suchten Zuflucht in einem großen Backofen, der mitten im Dorf zur allgemeinen Benutzung erbaut war, und den sie erst wieder ver- ließen, als das ganze Dorf nur noch einen Aschenhausen bildete. Das gesamte lebende und tote Inventar wurde ein Raub der Flammen. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Millionen Franken und über 60 Personen sind obdachlos geworden. 27 Opfer des Schneesturms. Moäkau süber Stotono), 14. MZrz. Nach einer Meldung aus T i f l i s kamen in der Um» gebung von illraschenda 7 7 Personen, darunter zwei Lehrer und So Schüler, im Schneesturm um. Lim die Senkung der Strompreise. Auf Wunsch des Mittelstanöskartells fanden mit der Bewag Besprechungen über eine Senkung der Strompreise sintt Noch eingehender Besprechung der Tartibestimmungen der Bewag, unter besonderem Hinweis auf die zu hohen Grundgebühren und v«r- schiedcne andere von der Vcrbraucherjchost als unangenehm cmp- fundene Torisbestimmungen, wurde an die Leitung der Bewag die Frage gestellt, ob sie bereit sei. ihre Tarisbestimmungen im einzelnen zu ändern und ihre Strompreise im ollgemeinen zu senken. Der Verhandlungsleiter der Bewag erklärte, daß bei der bevorstehenden Aendcrung der Tarife die vorgebrachten Wünsche Berücksichtigung iänden. Wegen der Senkung der Strampreise werde sich der Bor- stand mit dem Vorsitzenden dez Aufsichtsrats jaiort verständigen. Die Abgaben von 22,4 Millionen an die Stadt Berlin ständen jedoch einer Strompr-cissenkung entgegen. Ein« gleichmäßige Der. tellung des an die Stadt abzuführenden Betrages oder, wie der Preiskommissar sage, der indirekten Verbrauchssteuer auf alle Tarif» stufen, sei deshalb nicht möglich, weil bei einer höheren Belastung die Großbetrieb« immer mehr zur eigen«» Stromproduktion über» gingen. Die Ordner für proletarische Feierstunden tressen sich am Sonn- tag, dem 20. d. M., �«8 Ilhr früh(pünktlich!) in der Volksbühne Mm Dienst bei den Jugendweihen. Aktive Wirtschaftspolitik— heraus aus dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, so überschreibt Gen. A. E l l i n g e r einen leiden- schastlich geschriebenen Leitartikel in der neuesten Nummer der Sozialen B a u w i r t s ch a f t, der sich temperamentvoll mit dem Arbeitsbeschaffungsprogramm beschäftigt. ORMAN schöpfen ■ DOSE!N APCtMFkTN d'K» wC RlCV Ladendorff nur Kuliffe. Zu den Verhandlungen über die Gflaret Kredite. Im weiteren Verlauf des Sklaret- Prozesses wurde der fozialdemokratische Stadtverordnete Mühlmann gehört, der mehrmals vertretungsweise dem Kreditausschuß angehört hat. Auch er hat über die Einzelheiten des Sflaref- Kredits in diesem Gremium nicht viel gehört und erst nach dem Zusammenbruch erfahren, daß 3effionen gegeben wurden. Als der Kredit eine Höhe von 6 Millionen erreicht hatte, setzte der Kreditausschuß einen Unterausschuß ein, dem auch er angehörte und in dem näherer Aufschluß über den Sklaret- Kredit gegeben werden sollte. Stadtbankdirektor Hoffmann habe den Bericht erstattet und den Kredit so dargestellt, als ob die Stlarefsche KVG. an die Stadt Berlin Forderungen in Höhe von 9,1 Millionen Mart habe und daß die Stadtbank diese Forderungen zu 85 Prozent bevorschussen müsse, weil die Bezirksämter fein Geld hätten. Infolgedessen hat der Zeuge geglaubt, daß nicht die KVG., sondern die Stadt Berlin den Kredit von der Stadtbank bekam. Auf diese Angaben des Direftors hätten sich die Mitglieder des Ausschusses verlassen müssen. Auf diese rein sachlichen Erklärungen glaubt Willi Sflaret mit der Bemerkung reagieren zu müssen: Dann haben wir doch ganz recht gehabt, wenn wir gesagt haben, im Kreditausschuß saßen nur Puppen, die machen mußten, was die Direktoren wollten. Ebenso ruhig und fachlich wie vorher erwidert Mühlmann: Wir haben oftmals Bedenken geltend gemacht, mußten uns aber im übrigen auf die Angaben der Direttoren verlassen. Und nun fam etwas ungemein Komisches. Rechtsanwalt Bahn fragte den Zeugen im tiefsten Ernst: Wollen Sie denn wirklich unwidersprochen lassen, daß die Mitglieder des Kreditausschusses nur Puppen waren? Der Zeuge Mühlmann parierte sehr geschickt: Das waren wir natürlich nicht. Und wenn Herr Ladendorff auch im Untersuchungsausschuß erklärt hat, daß die Mitglieder des Kreditausschusses nur Ruliffe maren, so war er doch selbst, wie sich jetzt herausgestellt hat, als Aufsichtsrat der Haus- und Grundbesizer ban? nur eine Kulisse. Bürgermeister Reichheim vom Bermaltungsbezirt Reinidendorf, der im Verwaltungsrat der Stadtbank saß, erflärte als nächster Zeuge, daß dort auch nicht über den Wechselund Schedverfehr, dem die Stlaretschen Kredite zugrunde lagen, gesprochen worden sei. Die Berhandlung wurde auf Mittwoch früh 9 Uhr ver Jugendweihen der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften Berlins Sonntag, den 20. März Adlershof: Saal von Wöllstein, Bismarckstraße Beginn 11 Uhr. Weiherede: Rektor Wendicke. Berlin: Volksbühne, Theater am Bülowplatz. Beginn 9% Uhr. Berlin: Volksbühne, Theater am Bülowplatz Beginn 12 Uhr. Hohen- Neuendorf: Rest Zur Klause" a. Bahnhof Beginn 10 Uhr Weiherede: Willi Wolf Köpenick: Aula d. Dorotheenschule, Oberspreesir Beginn 10 Uhr. Weiherede: Dr Kurt Löwenstein, M.d.R. Lichtenberg: Aula der Schule Schlichtallee. Beginn 10 Uhr. Neukölln: Neue Welt, großer Saal, Hasenheide Beginn 10% Uhr Weißensee: Aula der weltlichen Schule, Park-, Ecke Amalienstraße. Beginn 10 Uhr. Weiherede: Lehrer Weiß. Karfreitag, den 25. März Berlin: Volksbühne, Theater am Bülowplatz. Beginn 9% Uhr. Berlin: Volksbühne, Theater am Bülowplatz. Beginn 12 Uhr. Berlin: Großes Schauspielhaus, Karlstraße Beginn 11 Uhr PROGRAMM: Musik, Gesangs-, Sprech- und Bewegungschöre. Rezitationen, Weiherede In der Volksbühne: Aufführung des Jugendweihespies von Walter May: ,, Zum Lande ser Gerechten" In Neukölln und Großes Schauspielhaus: Aufführung des Jugendweibespiels von Bruno Schönlank: Seid geweiht!" Eintrittspreis: Gastkarten 70 Pf,( Volksbühne, Gr Schauspielhaus und Neukölln 90 Pf). Kinderkarten 50 Pt. Eintrittskarten sind am Tage der We hen an den Kassen erhältlich. Alle Räume werden 1/ Stunde vor Beginn geöffnet. Bei der Kundgebung auf der Fontanepromenade ist eine Attentajche mit Inhalt und ein Frauenmantel gefunden worden. Abzuholen Neukölln, Weichselstr. 8, Idealfasino. Wetteraussichten für Berlin: Veränderlich, strichweije: Niederschlag in Schauern, jintende Temperaturen, nordwestliche Binde. Für Deutschland: 3m Süden noch feine Zenderung, im übrigen Reiche wieder fühler und namentlich in Ostdeutschland Niederschläge in Schauern. tagt, und zwar ist für diesen Tag der frühere Stadtverordnete Parteinachrichten Rosenthal als einziger 3euge geladen. Auch Landarbeiter taten ihre Pflicht. Die Wahl in den Landbezirken um Berlin. Um es vormegzunehmen: die Landarbeiter haben ihre Pflicht getan! Sie warben Tag um Tag für Hindenburg. Gerade sie wußtan es ja am ehesten, was auf dem Spiele stand. Rudow gehört noch zu Groß- Berlin. Und doch ist das Bild, das sich hier bietet, schon ganz ländlich. Wahlplafate sind nur wenige zu sehen. Hinter Rudow liegt Schönefeld. Seit geraumer Zeit hat das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold hier festen Fuß gefaßt. Waltersdorf und Schulzendorf, die beiden nebeneinander Liegenden Därjer erledigen ihre Bahlgeschäfte in völliger Ruhe. Por den menigen Wahllokalen stehen einige Dorfbewohner, die die ,, Aussichten dieses und jenes Kandidaten zu schäzen versuchen. Biel fommt dabei nicht heraus... Zum Schluß ist man sich darüber einig, erst einmal das Ende des Wahlatts abzuwarten. lleber Miersdorf geht es nach 3euthen, das still und verträumt Daliegt. Wohl hier und da ein Transparent für Hindenburg oder Thälmann. Die Hakenkreuzpropaganda ist so dumm und plump, daß sie nur wenig beachtet wird. Wildau, die Industriestadt von Maffei Schwarzkopff, geht frühzeitig zur Wahl. Wahltransparente find wenig zu fehen. Auch am Wahllokal nicht. Plötzlich zieht ein maschechter Kommunist, bewaffnet mit Thälmanns Brustbild, in Stellung". Einer der Reichsbannerleute mustert das bunte Bild aufmerksam. Dann jagt er zu dem fommunistischen Plakatsteher: Du hast ja für Teddy'n die Steigbügel vergessen". In Rönigsmusterhausen jubeln schon seit Tagen die Hafenfreuzler" über den bevorstehenden Sieg Adolf I. Man lacht sie ous. Kommt Hindenburg im ersten Wahlgang nicht durch. dann der Herr Regierungsrat schon lange nicht." Wir beschließen unsere Rundfahrt in Eichmalde, wo die Propagandatätigkeit äußerst rege mar. Gleich am Bahnhof mahnt ein riesiges Transparent zur Wahl Hindenburgs. Auswärtige Nazis, hier stationiert, stehen unter Aufsicht der Drtspolizei und müssen sich sehr gefittet benehmen. Uebertragung der Goethe- Feler der Akademie der Künste. Die Eröffnungsfeier der Ausstellung„ Goethe und seine Welt" in der Preußischen Akademie der Künste wird am Sonnabend, dem 19. März, mittags von 12.10 bis 12.55 Uhr im Programm der Aktuellen Abteilung übertragen. Es sprechen der Präsident der Akademie, Professor Mar Liebermann, Prof. Dr. Kippenberg Leipzig und der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Grimme. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB 68. Lindenstraße 3. für Groß: Berlin ftets an bas. Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten 3. Areis. Donnerstag, den 17. März, 19.15 Uhr, an befannter Stelle Zusammenkunft der erwerbslofen Barteimitglieder, Revolution non 1848 und ihre Auswirkung auf das Proletariat". Referent: Gottlieb Reese. Anschließend Poesie und Prosa". Bortragende: Friedel Hall. Für die Mitglieder der 17., 21., 22. und 23. Abt. findet Donnerstag, ben 17. März, 19.30 Uhr, Mitgliederversammlung der Ronfumgenossenschaft in der Schul aula, Lütticher Straße 4, statt. Wirtschaftsfrise und Ronsumgenossenschaft. Referent: Geschäftsführer Baul Lange. 11. Arcis. Boranzeige! Freitag, den 18. März, 19.30 Uhr, im Gesellschaftshaus des Westens, Sauptstraße 30, Kreisvertretertag. Stellungnahme zur Aufstellung der Randidaten für die Preußenwahlen. Die gewählten Kreis vertreter zum legten Kreisvertretertag gelten auch für diese Kreisvertreterversammlung. 19. Kreis. Mittwoch, den 16. März, 19.30 Uhr, im bekannten Cotal, Kreis. delegiertenversammlung. 20. Areis. Freitag, den 18. März, 20 Uhr, im Schügenhaus, ReinidendorfOft. Rreisdelegiertenversammlung. Grundsägliches zur preußischen Landtagswahl." Referent: Otto Meier, M. d. 2. 3. 6t. Mittwoch, den 16. März, 19.30 Uhr, Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Burlit, Sebastianstraße 38. 17. Abt. Mittwoch, den 16. März, Zusammenkunft der jüngeren Parteigenoffen bei Klinge, Gellerstraße. Thema: Die Bedeutung der Präsidentenwahl. Referent; Genosse 3. P. Mayer. 23. Abt. Mittwoch, den 16. März, 19.30 Uhr, Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Grunewald, Kameruner Straße 19. ,, Marafeier" Rezitationen, Vorträge, Gesang. 28. Abt. Mittwoch, den 16. März, 20 Uhr, Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Buchholz, Prenzlauer Allee Ede Stargarder Straße. Aussprache über Demokratie". Leiter: Genoffe Dreger. 33. Abt. Abrechnung der Filmtarten am Mittwoch, den 16. März. Alle bis zum 16. März nicht zuritegegebenen Rarten gelten als vertauft. Mittwoch, den 16. März. Zusammenkunft der jüngeren Barteimitglieder bei Bertalla, Hohenlohestraße 3. Der deutsche Staat im Wandel der Zeiten." Referent: Dr. Rudolf Abraham. 34. ht. Mittwoch, den 16. März, Funktionärsgung bei Steisch, Kadiner Straße 10. Der Vorstand trifft sich eine Stunde früher( 18.30 Uhr) im gleichen Lofaĭ. 35. Abt. Mittwoch, den 16. März, Funktionärsigung bei Lemble, SchreinerStraße 38. 57. Abt. Mittwoch, den 16. März, 20 Uhr, hei Dohrmann, Krumme straße 32, Funktionärversammlung mit Rreisbelegierten. 78. Abt. Seute, Dienstag, den 15. März, Funktionärversammlung bei Reimann, Sedanstr. 17. St. Abt. Mittmod), den 16. März, 20 Uhr, in Helmhols- Gymnasium, Rubens. ftraße, außerordentliche Abteilungsversammlung. Stellungnahme zu den Landtagswahlen 81. Abt. Mittwoch, den 16. März, 19 Uhr, allgemeine Funktionärsigung bei Klabe, Handjernstraße 60/61. Stellungnahme zum Bezirksparteitag. 95. Abt. Das abgegebene Material tann sofort vom Abteilungsleiter wieder abgeholt werden. 97. Abt. Heute, Dienstag, den 15. März, 19.30 Uhr, in der Spedition Siegfriedstraße wichtige Funktionärbesprechung. 101. bt. Mittwoch, 16. März, 19.30 Uhr, Bahlabende in folgenden Lofolen: 1. Bezirk: Gräßstraße 1. Referentin: Luise Rähler, M. b. 2. 2. Bezirk bei Manz, Riefholzstraße 21. Referent: Bernhard Krüger. Die Besucher des 3. Bezirks nehmen in diesem Monat an den Zahlabenden des 2. oder 4. Bezirks teil. 4. Bezirk im Elfened", Riefholz. Ede Elfenstraße. Refs. rent: Willi Wolff. 5. Bezirk Beermannstraße 10. Referent: Heinrich Jakubowicz. 6. Bezirk bei Günther, Am Treptower Part 68( neues Lokal). Referent: Mor Gillmeister. Thema in allen Zahlabenden: Politische Situation nach der Wahl und die kommenden Wahlen. 103. Abt. Donnerstag, den 17. März, 19.30 Uhr, im Jugendheim, Laufener ftraße 2, 3ufammenkunft der jüngeren Parteimitglieder. Breußenwahl und Faschismus." Referent: Genosse Johannsen. " Das 109. bt. Tittmod, ben 16. Mäta, 6 Uhr, fammenkunft der erwerbslofen Parteimitglieder im Jugendheim, Friedrichstraße 87/88( Rathaus). Siedlungsproblem." Referent: Genoffe Kwasnil. 117. Abt. Mittwoch, 16. März, 16 Uhr, Sufammenkunft der erwerbslofen Bar. teimitglieder an bekannter Stelle. Lichtbildervortrag bes Stadtjugendpflegers Meißner. 134. Abt. Die Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder am 16. März fällt aus. Wir beteiligen uns dafür an der Jugendkundgebung in Bantow, Berliner Straße 102. Abfahrt Buch 19.14 Uhr. 139. Abt. Heute, Dienstag, den 15. März, 20 Uhr, Sahlabend in Lokal Bum Schwan", Scharfenberger Straße 30. Referent: Gottlieb Reese. 140. Abt. Mittwoch, den 16. März, 20 Uhr, Abteilungsvorstandssigung mit den Bezirksführern und Bildungsausschußmitgliedern bei Seele. Frauenveranstaltungen. 1. Sibt. Mittwoch, den 16. März, 19.30 Uhr, im Sadefchen Sof", thaler Straße 40/41. Der Wagemann- Plan." Referent: Mag Brinizer. Neuwahl der 1. Leiterin. 99. Abt., Budom. Donnerstag den 17. März, 20 Uhr, bei Dietrich, Dorfstraße 1. Seiterer Abend." Bortragende: Elfriede Bollmann. Dritter 137. Abt. Heute, Dienstag, den 15. März, 20 Uhr, im Boltshaus, Abend der Arbeitsgemeinschaft des Genossen Heinz Löwi. Wie diskutiere ich mit meinen Gegnern." Teltow. Am Donnerstag, den 17. März, 13.15 Uhr, treffen fich sämtliche Genofsinnen am Ruhlsdorfer Plaz zur Besichtigung des Frauengefängnißes Barnimer Straße. Die Besichtigung erfolgt pünktlich 15 Uhr. Rege Beteiligung wird erwartet. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Kreisleitersigung: Freitag, den 18. März, 19.30 Uhr, im Jugend. heim Lindenstraße 4. Mitte: Donnerstag, Rreishelferfizung im Jugendheim, Elisabeth. Straße 19. Erscheinen aller ist Pflicht. Webbing: Donnerstag Kreishelferversammlung, 20 Uhr, im Seim Willdenowstraße. Kreuzberg: Heute, 20 Uhr, Kreiselternversammlung in der Aule der weltlichen Schule Dieffenbachstraße. Morgen, Sängerkreis im Heim Urban. ftraße. Marienborf: Heute, Helferßigung bei Gen. Eich, Mariendorf, Kurfürstenftraße 10a. Beginn: 19.30 Uhr. Treptow: Laure be Bosis: Seute, 17 Uhr, im Jugendheim, Elsenstraße 3, Märzfcier für Eltern und Falten. Neukölln: Morgen, Mittwoch, Rreiselternversammlung, um 20 Uhr, in der Schule Donaustraße 126. Referat: Attivierung unserer Elternbewegung. Wir erwarten alle Eltern. Die Gruppenführer geben die Versammlung heute in der Gruppe bekannt. Donnerstag, Fortfegung des Helferschulungsfurfus, um 20 Uhr, in der Karl- Mart- Schule. Unsere Jahresversammlung findet am Montag, den 21. März, 20 Uhr, in der Rarl- Marg- Schule statt. Funktionär. berichte für alle Helfer sind bei den Gruppenführern anzufordern. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 81. Abt. Unfer langjähriger Genosse Arthur Böhme, Fröaufstr. 7, ist an den Folgen eines Betriebsunfalls im 58. Lebensjahr. gestorben. Ehre feinem Andenten. Die Einäfcherung findet am Mittwoch, bem 16. März, 17.30 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Berliner Straße, statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einfendungen für diese Rubrit nur an das Jugendsekretariat Berlin S 68 Lindenstraße 2 vorn 1 Treppe rechts Heute, Dienstag, den 15. März, 19% Uhr. Arlonaplag: Elifabethkirchstr. 19, Lichtbildervortrag. Gewerkschaftshaus: Röpenider Str. 92, Ping- Pong. Röllnischer Part: Waisenfr. 18, Ergebnis der Präsidentenwahl. Rosenthaler Borstadt: Tieditt. 18, Seimabend. Zentzum: Baisenstr. 18, Märsfeier. Brunnenplag: Pantstr. 20/22. Warum find wir arbeitslos? Gesundbrunnen 1: Gotenburger Str. 2, Gozialismus Bolschemismus. Gesundbrunnen II: Roloniestr. 8. Politisch- satirischer Abend. Sumboldthain:: Buttbusser Str. 3. Rampfliederabend. Norden: Lorgingstraße. Politische Aussprache. Schillerpark: Schöningstraße. Rosa Luxemburg und Karl Biebknecht. Webbing: Wildenowstr. 5. Revolutionstämpfe. Arnimpleg: Sonnenburger Str. 20. Bon Kapp zu Hitler. Arnsmalber Blag I: Raftenburger Str. 16. Was Tehrt uns der Wahlkampf? Baltan: Manbelstr. 2. Rapp- Butsch. Schachspiel. Selmholzplag: Rastanienalle 81. Norboftn 1: Danziger Str. 62. Das Reichsbanner. Weißensee: Pantstr. 36. Liederabend. Hafenheide: Waffertorstr. 4. Seimabend. Köpenider Viertel: Manteuffelstr. 7. Märzgefallenenfeier. Reichenberger Viertel: Reichenberger Str. 86. Frau im Dritten Reich. Süben: Yordstr. 11. Wir unter uns. Südwesten: Lindenstraße 4. Werbeabend. Friedenau: Offenbacher Straße 5a. Bunter Abend. Schöneberg 1: Lescabend. Sauptstraße 13. Schöneberg II: Hauptstr. 15. Nach der Präsidentenwahl. Charlottenburg: Turnabend( Besta15zzistraße). Charlottenburg- Rord: Tagespolitik. Spandau: Sindenufer 1. Uebungsabend. Steglig I: Albrechtstr. 47. Lichtbilderabend. Brig: Chausseestraße 48. Mitgliederversammlung. Reutälla I: Sander Cde Sobrechistraße. Sozialismus Bolschewismus. Neukölln II: Steinmegstr. 94. Heitere Literatur und Schallplatten. Reukölln III: Biethenstraße 58. Der Faschismus. Reutolla IV: Ranner Straße. Seimabend. Reutolla VI: Gemeinschaftserziehung. Seutölle VII: Stari Marr Schule Informationsabend. Neukölln XII: Rüttli Echule, 19 Uhr, Heimabend, anschließend Mitgliederversammlung der Abtei Titng. Reutölln IX: Schiertestt. 44. Heimabend. Neukölln X: Arbeitsgemein schaft. Bergerstr. 29. Neukölln XI: Flughafenstr. 68. Märzfeier. Schönweide I: Arbeitsgemeinschaft. Treptam: Elsenstr. 3. Moral der Arbeitertlasse. Röpenid 1: Grünauer Str. 5. Gespensterabend. Röpenid II: Dahlwiger Str. 15. Minuten- Referate. Lichtenberg Nordwest: Doffeftr. 22. Tagespolitif. Hermsborf: Roonftr. Seimabend. Reinidendorf.Dft: Lindauer Str. 1. Tagespolitit. Zegel: Schöneberger Str. 3. Lebensbild aus Urwald und Wüste. Bittenan: Sauptstr. 18, Schule. Proletarische Einheitsfront. Rarow: Frundsbergstr. 9. Unsere Zusammenarbeit mit dem Reichsbanner. Riederschönhausen: Lindenstr. 47. Putsche in der Republit. Pantow I u. 11: Gorschstr. 14. Heimabend. Pantom II: Rissingenstr. 48. Arbeitsgemeinschaft. 10SSG. Reinickendorf: Schönberger Str. 3, 17.30 Uhr. Biz und die soziale Schichtung des deutschen Boltes." Werbebegir! Often: Die Karten für den Filmabend müssen bis heute abend bei Rurt Mat, 34, Memeler Str. 56 III, abgerechnet werden. Nicht ab gerechnete Rarten gelten als verkauft. Weitere Rarten sind noch zu haben. Werbebezirk: Turnabend, Echule, Pestalozziftr. 40. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebastianstr. 37-38. Sot 2 Tr. Er die Kreisführer und alle Ortsvereinsführer nub bie Stellner ter bes Sungbanners Berlin! Der Schulungskursus im Gau büro am Mittwoch fällt aus! Nächste Zusammenkunft Mittwoch, 23. März 1932. Friedrichshain: Mittwoch, 16. März, Rameradschaft Andreas: Mitgliederversammlung bei Seinrich Bratsch, Fruchtstr. 83. Referat Ram. Mag Haase. Neukölln- Brig: Mittwoch, 16. März, 19.30 Uhr, Bortrupp: Heimabend Jugendheim Bergstr. 29. Berein Friedeberg( Reumar) und Umgegend von Berlin. Sigung am Dienstag, 15. März, 2014 Uhr, im ,, Prälaten, Eingang Grunerstraße. Bolizeifportverein Berlin c. B., Abteilung Einheitsturzfchrift. Regel. mäßige Uebungsabende an allen Wochentagen außer Sonnabends von 19½ bis 211 Uhr im Bolizeisojulgebäude, Hannoversche Straße 28/30, 2. Stod, Zimmer 10. Auch für Zivile. Anfänger, Fortbildungs- und Redeschriftfurse. Weil uns das Interesse des Rauchers am höchsten stehen muß TREU UND GLAUBEN verzichten wir darauf, unsere Juno durch Beilegen von Zugaben in Form von Wertmarken, Gutscheinen oder Stickereien zu verfeuern! Juno enthält den vollen Tabakwert, wie Sie ihn verlangen können! Josetti JUNO o/ Mrund STUCK 201 KON UNON Ilhix fflvehdm'j: ein Sdjriitfteller nur mit feiner Phantasie die Geschichte von dem Ungeheuer Vargrit Page und dem Engel Sarah Turner erfunden, eins ganze Well von vanvurssvoUen Tadlern würde ihn angerempelt haben:.�heda, Sie Ausschneider, wo soll es denn solch niodsrxrächjiges Wesen wie Margrit Page lebendig gegeben haben? Ä�r soll Shnen denn glauben, daß diese Frau imstande gewesen ist, i'O(lahre lang die klügsten Leute über ihre ijexenonlagen zu täuschen? Wo hat es aber auch eine solche schlichte, himmlische Kreatur wie Sarah Turner in der Wirklichkeit gegeben? Sie wollen doch nicht ernsthaft glauben machen, daß ein Mädchen bei gesunden Knochen und gesundem Verstand sich 20 Jahre lang so malträtieren ließ, wie Sarah Turner es der Frau Margrit Page gestattete? Also kann es hoch nur purer Schwindel sein, daß Sarah Turner niemals aus den Gedanken kam, ihrer Dienstherrin Margrit Page einmal eine kräftige Portion Ratkengift in den Kaffee zu schütten. Statt dessen soll Sarah Turner nun vor dem Richter Randolph noch immer von ihrer Dienstherrin gesprochen haben:„Meine liebe gnädige Frau hat, meine liebe gnädige Frau wollte nur, ich meinte doch immer, es wäre das beste, wenn ich mich dem Willen meiner lieben gnädigen Frau in Gehorsam fügte?" Run. Richter Randolph wurde nicht etwa ungeduldig, da er sich so vieler unglaublichen Lammsgeduld des Dienstmädchens Sarah Turner gegenübersah. Er leitete auch diese Gerichtsverhandlung mit der Ruhe, die ihn stets auszeichnete. Er rückte, da er ja ein eng- lischer Richter war. und da die Elite der Londoner Gerichtsreporter' jeden feiner Blicke und jedes seiner wohlüberlegten Worte mit scharfem Verstand und mit spitzer Feder überwachte. Richter Ran- dalph rückte die mächtige, gekräuselte Allonge-Perücke, die seit Jahr- Hunderten die Zierde aller Richter Äiner Britischen Majestät ist, aus seinem paragraphenbeschwerten Kopfe zurecht. Dann wischte er den Schweiß von der stets heiteren und herrlich gemeißelten Stirn, denn das Wasser siedete in den Hcizungsröhren des kleinen, von zahlreichen Neugierigen überfüllten Gerichtssaale. Und hierauf wandte er sich der Verhandlung zu. Eine Minute musterte er durch seine untrüglichen, einen halben Zentimeter dicken Augengläser die Angeklagte, Frau Margrit Page, ihrem Berufe nach Privatiers, verwitwet und Bvrstandsdame der Gesellschaft für ol'dachlose junge Mädchen und ebenfalls Borstandsdame der Gesellschaft zur Erhol- tung der Sonntagsschulen für Andacht und Erbauung. Ebenso lange betrachtete er die Nebenklägers, Fräulein Sarah Turner, S8 Jahre alt, bis vor kurzem als drittes fjausmädchen bei Frau Pag« ge- meldet und jetzt vertreten durch Rechtsanwalt Arthur Philipps. Schließlich ordnete er an:„Bitte, Frau Page, treten Sie in die Zeugenbank und erzählen Sie, was Sie zur Sache zu sagen haben." Frau Page, die allwöchentlich in chrem schönen Haus die Vor- tr.'ter der allerbesten und begütertsten Gesellschaftskreise, besonders aber die Herren und Damen der von ihr mit hohen Beiträgen unterstützen Wohttätigkeitsklubs zu oersammeln pflegte, glaubte ihre Sache schon gewannen, weil Richter Randolph so liebenswürdig mit ihr umging. Daher trat sie außerordentlich sickfer auf und sagte:! „Euer Lordschast, das menschliche Elend ist in unserer Hauptstadt sehr groß, und die Schützlinge, deren wir Damen vom Sozialen! Hilfskomitee uns mit ausopfernder Nächstenlieb« annehmen, rekru- i tieren sich aus den niedrigsten und rohesten Kreisen der armen Be- völkerung." Richter Randolph unterbrach:„Sie sollen erzählen, was in Ihrem Hause im�befonderen vorging, und nicht Allgemeinheiten. Also, Fräulein Turner gehörte zu Ihrem Wohltätigkeitssprengel?" Blitzschnell Frau Page:„Als die Schwächlichste, als d!« Per- lassenste. Die Mutter kümmerte sich nicht um das Mädchen." In diesem Augenblick zirpte eine Stimme:„Ach, meine arme Mutter, die doch stets——" Es war die Stimme von Sarah Turner. Doch Richter Randolph fuhr das Mädchen an:„Wollen Sie schweigen, bis Sie gefragt werden!" Der Richter selbst war nicht mehr so liebenswürdig, wie er eben Frau Page behandelt hatte. Er heftete seine grguen. verglasten Augen aus das Mädchen. Die Kälte lies dem Mädchen über den Rücken. Sie sprang auf, sie begann:„Wenn aber--" „Wollen Sie", so lieh Richter Randolph das Mädchen erst gar nicht ausreden,„wollen Sie mich nicht unterbrechen, wenn ich bitten darf!" Sarah Turner hauchte:„Ja, nein, Euer Lordschast----" Hierauf sank sie wieder auf ihre Bank zurück. Sie hatte dos Gefühl, Seine Lordschaft nagelt mir mit seinem Blick die Zunge au den Gaumen an. Darum konnte sie nicht weiter sprechen. Darum hört« man nur noch die Stimme von Frau Margrit Page, die unbeirrt und absolut sicher fortfuhr:„So war sie immer, Euer Landschaft, vorlaut, aufdringlich, schon vor 20 Jahren war Sarah Tuyier so, obwohl ich ihr, wie ich mich heute noch ganz genau erinnere, da- mals in dem Heim, als sie zum erstenmal zu uns kam, zwei Extra- Portionen Buchweizgrützc in Milch gekocht und mit Zucker und Zimt vorsetzen ließ, lind warme Handschuh habe ich ihr geschenkt, mit echtem Pelzfutter, und die Gummischuhe, die sie heute noch an den Füßen hat, und der Hut und der Mantel und sogar der Regen- schirm--*. „Bitte", mahnte Rickter Randolph,„gehen Sie nicht so sehr ins einzelne, fassen Sie sich kürzer!" Frau Page hatte das Gefühl, daß man ihr den Atem ab- schneide. Richter Randolph wurde ja plötzlich unangenehm: Warum mischte er sich andauernd ein? dachte sie. Warum fängt er plötzlich an, seine Brille zu putzen und mich höhnisch anzuglotzen. Er scheint mich lächerlich zu machen. So ging sie zum Angriff über und fragte schnippisch:„Was soll ich Euer Lordschast denn noch erzählen?" „Was zur Sache gehört." „Auch die Gummischuhe gehören zur Sache und auch die rein- wollenen Strümpfe! Als Sarah Turner zum erstenmal mein Haus betrat, warf sie sich mir zu Füßen, da umarmte sie meine Knie und rief ein über das andere Mal:„Ach, meine liebe gnädige Frau—" „Das war doch schon vor 20 Jahren, Frau Page!" „Nein, Euer Lordschast, das war noch vor einem Jahr! Manchmal hatte Sarah ja Augenblicke, wo ihre Seele nicht so oer- stockt war. Dann aber wußte ich mir keinen Rat mehr. Ich--" Jetzt hielt es Rechtsanwalt Arthur Philipps für notwendig, ein- zugreifen. Und er schrie förmlich:„Ich protestiere auf das energischste gegen diese einseitige Darstellung des Sachverhalts. Wenn wir der Angeklagten hier Gelegenheit geben, sich in lang- wisrigen psychologischen Auseinandersetzungen gehen zu lassen dann werden wir um Mitternacht noch hier im Gerichtsfaal sitzen." Di« Stimme des Rechtsanwalts klang hart und angriffslustig. Und beleidigt zischte Frau Page Ihn an:„Ich lasse mir nicht die Freiheit rauben, ganz klar in die Schlechtigkeit von Sarah Turner hinzuleuchten. Sie wollte das Esten, das ihr vorgesetzt wurde, nicht mehr annehmen." Rechtsanwalt Philipps:„Weil sie krank wurde von dem Essen, das Sie ihr anzubieten wagten. Doch jetzt ist es Zeit, daß Sie mir Rede und Antwort stehen, Frau Page." Frau Page wandte sich hilfesuchend an den Richter:«Muß ich antworten» auch wenn der Herr Rechtsanwalt jede Höflichkeit mir gegenüber vernachlssigt?" Richter Randolph antwortete:„Uebsr die Höflichkeit des Herrn Anwalts bestimm« ich." Und Anwalt Philipps neigte sich weit zu Frau Page hinüber und sagte:„Ich bitte die Angeklagt« uns dar- über aufzuklären, ab es wahr ist, daß sie 20 Jahre lang Fräulein Sarah Turner zur Nacht an das BsU angebunden hat. und ob es femer wahr ist. daß sie am Tage die Kammer des Mädchens zu verriegeln pflegte?" Frau Page empört:«Sie hätte sich ein Leids angetan, denn sie war ja so wlderfpensikg. so nleberfrächfii}, afs wenn sie ornrt Teufel besessen wäre." Rechtsanwalt Philipps:„Und einem vom Teufel besessenen armen Mädel braucht man natürlich kein Tageslicht zu gönnen und auch keine frische Lust! Einem vom Teufel besessenen Mädel brauch- ten Sie natürlich auch keinen Lohn zahlen, obwohl Sie ihr beim Dienstantritt 3 Pfund im Monat versprochen hatten! Stimmt das, Frau Page? Sind Sie, Frau Page, nicht Ehrenmitglied des Klub» zur Verbreitung der Nächstenliebe unter den verlasienen Mädchen?" „Deshalb nahm ich mich der verwahrlosten Sarah Turner auch mit aller Energie an. Wenn ich noch einmal darlegen darf—* „Wenn Sie noch einmal darlegen wollen, warum sie 20 Jahre lang dem Fräulein Turner ihren Lohn nicht gegeben und ihr gesagt haben, daß Sie den Lohn regelmäßig der Mutter zugeführt haben."(Schluß folgt.) Xandfiörseer: Die italienischen Landstraßen sind zum Verzweifeln. Man watet bis an den Knöcheln in weißem mehlartigem Staub und sieht am Abend aus wie«in Bäcker. An den Rändern gibt es keine Bäume, in den Straßengräben wachsen statt des bei uns so oft besungenen kühlen Grases stachlige, mit der Zeit auch weiß gewordene Disteln. Wo soll man sich also hinsetzen, wenn man, halb irrsinnig vor Hitze, durch den weißen blendenden Staub taumelt und das gerade- zu brennende Bedürfnis hat. sich au-zukühlen? Sehen Sie, so war es damals. Ich taumelte, weil absolut kein Schatten zu entdecken war, trostlos weiter. Allmählich begann sich eine allgemeine Avathie meiner zu bemächtigen. Ich hatte es auf- gegeben, nach einem Sck>atten zu spähen. Deshalb wollte ich auch erst an dem kleinen schwindsüchtigen Häuschen vorbeigehen, das links am Straßenrande stand, und wäre aus seinem Innern nicht ein allzu verlockender kühler Luftzug gekommen, hätte ich es auch getan. So saß ich eine halbe Minute später drin auf einer kühlen Steinbank und war glücklich. Es war das seltsamste Haus, das ich in meinem Leben gesehen hatte. Eine Borderwand gab es so gut wie nicht. Dazu war es nur zwei Meter breit und anderthalb Meter dick. Der einzige Ein- richtungsgegenstand war die bereits erwähnte steinerne Bank, auf der ich mich glückselig streckte. Da kamen draußen zwei kleine Junaen vorbei. Und mm ge- schah etwas Seltsames. Sie verbeugten sich vor mir bis zur Erde und schlichen scheu vorüber. Es war verblüffend. Italienische Kin- der grüßen sonst keinen fremden Menschest' Ich hatte mich noch nicht von meinem Staunen erholt, als eine alte Frau vor mir in die Knie sank und eine Weile in dieser demütigen Haltung verblieb. „Steh auf, Mutter", murmelte ich fassungslos. Sie war bereit? wieder davon. Was denn— hatte ich Halluzinationen? War ich von der Hitze irrsinnig geworden? Aber nein, eben ging wieder ein un- glaublich zerlumpter armer Bauer vorüber, warf sich vor mir in den Staub und beschwor mich mit erhobenen Händen. Er sah schrecklich aus, ein echter armer italienischer Bauer, verhungert und schlecht gekleidet, aber wollte er etwa deshalb etwas von mir—? Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Ich wurde eine Minute fväter davon überzeugt, daß hier wirk- lich etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Ein unglaublich dicker Pater nämlich stürzte vlötzlich mit lautem Gebrüll auf mich zu. Er paßte kaum in die Tür des unscheinbaren Häuschens,.- Und was er alles schrie. Ich wäre ein Verworfener und hätte die vienind- achtzigste Station zum Wallfahrtsort des echten Unterschenkel- knochens des heiligen Zippedäu» entheiligt. Jawohl„ das meinte der würdige Pater. Was ich entschieden bestritt. Jedenfalls war es wieder aus mit der kühlen Rast. Die braven Leute hatten sich gor nicht vor mir verneigt. Sie waren so gottesiürchtig. daß sie ihxe Augen noch nicht einmal bis zur Gebetbank, auf der ich lag, erhoben. Ich mußte wieder hinaus auf die mehlige glühende Straße. Mit lehnsüchtigen Wicke» schied ich von der kleinen heiligen Villa. Es war ein lächerlicher Irrtum meinerseits. » Mein Freund Heinrich war ein vornehmer Mann in allen Lebenslagen. Machte Ich mich zum Beispiel über seinen un- förmigen Kalabreser lustig, so sah er mich eine Weile wehmütig an und bemerkte anschließend:„Du Stinktier von einem verlausten Landstreicher hat natürlich nicht den leisesten Fetzen von Lebensart an dir. Jetzt lachst du Schweinehund über mein Hütchen. Wenn sich später sämtliche Museen um ihn reißen werden, wirst du Idiot nicht mehr lachen." Genau so vornehm war er. Aber seine Vornehmheit, sein be- zauderndes Benehmen standen in keinem Verhältnis zu feiner un- glaublichen Kleidung. Es war daher mehr als einmal der Fall, daß wir wegen ihr peinliches Aufsehen erregten, wo wir es nicht nötig gehabt hätten. In solchen Auaenblicken rettete uns dann immer wieder feine unnachabmliche Art der Konversation, seine hinreißende Sprache und die Würde seiner Haltung. Als wir kurz vor Nizza fröhlich dem Meere zuschritten,-- vertrat uns plötzlich ein Polizist den Weg.„Halt!" krähte er.„halt!" Er betrachtete uns eine Weile mit den, Augen eines sadistischen Korporal« und krähte dann wieder los:„Diabl. ihr seid zwei deutsche Landstreicher und habt keinen Sous in der Tasche. Ihr kommt mit zur Wache." „Monsieur", bemerkte mein Freund eisig,„ich muß Sie bitten, zwei Ausländern gegenüber mehr Anstand aufzubringen. Sie sind bestimmt Familienvater und nur deshalb habe ich noch soviel Herz, keine Beschwerde einzureichen, um Ihre unschuldigen kleinen Kinderchen nicht an den Bettelstab zu bringen." Der Polizist japste nach Lust.„Mit zur Wache!" brüllte er endlich.„Hat man so etwas schon gehört?! Du kommst noch heute ins Gefängnis wegen Beamtenbeleidigung! Los. los'" „Monsieur"— Heinrich kratzte sich mit einer unnachahmlichen Gests am Kinn—.„Monsieur, sind Sie sich dessen ganz sicher, daß wir Vagabunden sind? Können Sie mit ruhigem Gewisien Ihre echt unfranzösischen unzarten Ausdrücke wiederholen? Haben Sie ganz Ihre süßen Kinder und den Bettelstab vergessen?" Es wurde zur Tatsache, der Polizist schien schwankend zu werden. Cr starrte eine Weile auf unsere fragwürdigen Lumoen. ..Wenn ihr keine Vagabunden seid", stieß er dann hervor,„müßt ihr Geld bei euch haben. Ich habe Befehl, jeden Ausländer, dessen Der- mögen nicht die Höhe von hundert Franken erreicht, auszuweisen." Heinrich lächelte zustimmend.„Sie sind ein pflichtgetreuer Be- amter", meinte er mit warmer Stimme. Mir aber rann ein Schauer den Rücken hinunter. So dicht schon am Meer und jetzt ins Gefängnis--- „Also, los, los", drängte der Polizist,„haben Sie Geld?" „Ich denke an Ihre Kinderchen und will Ihn�n nicht die Karriere verderben, Monsieur", lächelte mit unverschämter Eleganz mein Freund Heinrich, grijj in die Tasche seines speckigen Iaketts, entblätterte sein Fleppenbündel und zeigte dem Beamten— Hundertmarkscheine, Tausendmarkscheine—, ach, ich sah daruiUc! nrch Zehn/ tausend-, Hunderttausend-, Millionenscheine liegen. Der Polizist nahm plötzlich Haltung an.„Pardon, Messieurs", injirrnelte er, „tausendmal Pardon, daß ich Sie belästigt habe." „Macht nichts", winkte Heinrich vornehm ab.„Sie sind ein pflichtgetreuer Beamter. In Zukunft aber dürfen Sie sich nicht all» zusehr durch die Kleidung beeinflussen lassen. Der Gehalt macht'?." Er hob mit Nonchalänz den Finger an den Rand des unförmigen Kalabresers und wir entfernten uns. Wir schritten heiter dem blauen Meere zu. ?, Manche Leute sollen sich mit dem gleichen Inflationsgeld die Zimmer tapezieren", lachte Heinrich,„für uns ist es ungleich wertvoller. Sie irren sich immer, die ausländischen Polizisten und fallen auf den Bluff h:re!»." Ich sagte nichts mehr, denn eben tauchte ein tiefblauer, strahlen- der Streifen vor uns auf. Das Meer. -» Ich sah einen Mann mit Scheuerlappen handeln. Da? ist im allgemeinen erstens keine Schande und zweitens auch nichts Außer- gewöhnliches. Aber in diesem Falle war es doch etwas Außer- gewöhnliches, denn der Mann stand auf keinem deutschen Wochen- markt, sondern an der dunklen Gasienecke der Eharee Charkas in Suez. Um das Außergewöhnliche noch mehr zu betonen: Der Mann steckte in einem Burnus, der noch nie auch nur im entferntesten mit Wasier in Berührung gekommen war und ich wäre eine Wette aui hundert Piaster eingegangen, daß es mir seinen Beinen ebenso stand. Da er nun ein ausgesprochener Typus seiner Art war. tauchte von selbst die Frage auf, wozu die Scheuerlappen, färb- lose, grobmustrige Lappen, vonnöten waren. Die langbärtigen Männer, die sie kauften, und die sich in Ihrem langen Leben auch nicht einmal die Füße wuschen, wozu brauchten sie sie? Zum Reinigen ihrer Hüttenfußböden? Das konnte man schlecht annehmen. sie bestanden aus sestgestampsten Lehm. Also wozu? Der Verkäufer saß an seiner Hauswand und hatte die myste» riösen Lappen vor sich im Straßenstaub, in unmittelbarer Näh« von Kamelmist und anderem Unrat, ausgestapelt. Ganze Wolken weißen Staubes legten sich auf sie, wenn jemand unter Hallq seinen Esel oorbeittieb oder wenn die Svaziergänger selbst ein wenig mit den Füßen schurrten. Der weißbärtige Verkäufer blieb in seiner philosophischen. Ruhe sitzen und blickte sinnend aus die Scheuer- läppen. Ab und m kam jemand, suchte sich unter lautem Geschrei einen Lappen aus der Mitte heraus, warf die anderen achtlos in den Staub zurück und bezahlte einen Piaster. Und mit einem Male kam mir die Erleuchtung. Ein neuer Käufer tauchte auf, handelte eine Weile um den Lappen, warf ihn dann wieder in den Staub, haarscharf neben den Kamelmist, und zog mit einiger Mühe den untersten hervor. Worauf er mit befriedigtem Grinsen abzog. Er setzte sich mit immer noch befriedigtem Grinsen mir gegen- über, breitete den Lappen auf seinen Knien aus, legte ein paar grüne Blätter hinein, ordnete obenauf symmetrisch vier Datteln, zog aus einer weiten Falle seines Burnusses eine Flasche und be» sprengte das ganze niit Oel. Aus einer anderen Falte tauchte ein Fisch auf, der das Ragout malerisch krönte. Mit geschicktem Griff war der Scheuerlappen zusammengerollt und bildete eine halb» meterlange Wurst. Und nun— begann er sie mit behaglichem Schmatzen aufzuessen. Ja, eigen» artigerweise auch den Lappen, den schmutzigen Scheuerlappen, der am untersten im Staub gelegen hatte. Es war nämlich gar kein Scheuerlappen, haha, es war einer der armseligen Brotfladen aus Maismehl, und der Verkäufer war ein ehrsamer Bäcker. Aber das habe ich erst später herausbekommen. 8in Meldenhain in Amerika Ein Gegenstück zu dem für Deutschland vorgesehenen Reichs- ehrcnhain zu Berka wird gegenwärtig in Amerika geplant. Der Hain soll von den Vereinigten Staalen und Kanada gemeinschoftl'ch angelegt werden in einem ungeheuer großen Walde, der an der Grenze beider Staaten liegt. Ein Teil de» Ehrenhaines soll dann i also auf kanadischem Boden in der Provinz Ontario, der andere in � USA., im Staate Minnesota, liegen..Er soll lliO Meilen lang und � 120 Meilen breit fein. Der Wald liegt in dem sogenannten Rainy , Lake, dem Regenscedistnkt, einer Gegend, die sich verhältnismäßig wenig verändert hat seit der Zeit vor dem Eindringen der Weißen. Es leben dort noch Indianerstämme. die Ojibway-Indianer, die eine höchst primitive Lebensweise führen, sich durch Jagd. Fischsang und Fallenstellen ernähren. Sie sollen zum Teil noch in Wigwams wohnen und in birkenen Canoes durch die vielen Seen fahren, die dem Distrikt öen Namen geben. Da der Plan, an dieser Stelle den „Friedenshain" zu schaffen, schon seit einigen Jahren in der ameri- konischen Oefsentlichkeit erörtert wurde, so ist der Wald ein Ziel für Ausflügler geworden und es hat sich dort ein reges Leben ent- wickelt. Ebenso wurde der Distrikt, da dort eben viel Wild heimisch ist, ein Mittelpunkt des Pelzhandels. Ein Naturschutzgesetz, das die Erhaltung dieses Urwaldes bezweckt, ist In der letzten Session des amerikanischen Kongresses beschlossen worden kein Geräusch während des Essens. Ein englischer Arzt, der lange Jahre hindurch das Geheimnis der Nahrungsmittelverdauung s'udiert hat, ließ kürzlich über seine dabei gemachten Feststellungen 1 ein« Schrift erscheinen. In derselben hebt er hervor, daß heftige Geräusche die Verdauung erheblich stören Er schimpft gegen die üble Gewohnheit, daß viele Leute während des Essens das Radio oder ein Grammophon spielen lasse». Auch versteht er es nicht, daß die Leute, die in einem Restaurant, wo während der Essenszeit ein« Iazzbansmuslk erschallt, ihre Mahlzeit einnehmen, sich hierüber nicht beschweren. Wer sich eine gute Verdauung und eine dauernde Gesundheit sichern wolle, der müsse, jo behauptet der englische Arzt, in größter Ruh« essen. Nr. 125 49. Jahrgang Dienstag, 15. März 1932 2. Beilage des Vorwärts Eisenherren ruinieren den Export. Kampf um die Avi- Verträge.- Der Gumpf des Eisenmonopols ist auszutrocknen. Zwischen den Eisenverarbeitern und den Eisenerzeugern ist es zu einem offenen Kampf gekommen, bei dem es um wichtigste Doltsmirtschaftliche Interessen geht. Es geht um einen höchst einfachen, aber gesamtwirtschaftlich höchst bedeutsamen Sachverhalt. Im Jahre 1926, gelegentlich der Wiederaufrichtung der Eisenfartelle, haben die Eisenverbraucher und die eisenerzeugende Industrie einen Bertrag geschlossen, den sogenannten Avi- Bertrag,( Avi Ar beitsgemeinschaft der eifenverarbeitenden Industrie). In diesem Bertrage haben sich die Eisenherren gegenüber den Eisenverbrauchern dazu verpflichtet, für die für Exportwaren verarbei teten Eisenmengen den Eisenverbrauchern Rüdvergütungen zu gewähren. Die Eisenzölle waren nämlich wieder eingeführt worden, und außerdem sollte die Internationale Robstahlgemein schaft abgeschlossen werden, die der deutschen Eisenindustrie die volle Herrschaft auf dem deutschen Markt gewährleistet. Die exportieren den Eisenverarbeiter sollten die Differenz zwischen den Weltmarkt preisen und den höheren deutschen Eisenpreifen ausgezahlt erhalten, damit sie bei der Konkurrenz auf dem Weltmarkt nicht schlechter gestellt sind als ausländische Eisenverarbeiter, die von der deutschen Eisenindustrie ihre Eisen- und Walzwerksprodutie zu Weltmarktpreifen beziehen fönnen. Der Vertrag fam unter Förderung des Reichs zustande. Bis zum Jahre 1930 ging alles einigermaßen gut. Dann tam die Krife, es tam der Absturz der Welteisenpreise, es tamen einige von der deutschen öffentlichen Meinung erzwungene Eisenpreisfenfungen, es tam ein unerhörtes Einschrumpfen des inländi schen Eisenverbrauchs, und die Erlöse der Eisenindustrie gingen start zurüd. Die letzte Eisenpreissenkung für Anfang Dezember vorigen Jahres wurde dann von der Eisenindustrie zum Anlaß genommen, sich um die Alvi Rüdvergütungen mehr und mehr zu drücken. Als England feine Währungsstabilität aufgab und der deutsche Eisenexport noch mehr erschwert wurde, ließen die Eisen verbraucher es fich gefallen, daß ihnen ein höherer Welt marktpreis bei der Berechnung der Avi- Bergütung angerechnet wurde, als es den Tatsachen entsprach. Heute ist diese Verkürzung der Bergütungen nicht mehr tragbar. Die Verschärfung der Kon furrenz auf dem Beltmarti, die gegenseitige Abschnürung aller Länder macht die denkbar fchärfte Staltulation für die Eisender macht die denkbar schärfte altulation für die Eisennerarbeiter zu einer Lebensfrage. Die Effenverarbeiter haben baraufhin ihr Recht gefordert; die Eisenherren haben die Erfüllung des Api- Bertrages verweigert. Gegenwärtig ist die Lage so, daß einem Weltmarktpreis von 52 Mark für die Tonne Stabeisen ein inländischer Verbraucherpreis Don 107 Mart gegenübersteht und daß unter Abzug der jetzt noch bestehenden Bergütungen das für Erporiwaren verwendete Eisen den deutschen Eisenverarbeitern für 40 bis 50 Marf teurer geliefert wird als der ausländischen Konkurrenz. Es ist selbstverständlich, daß das nicht geht, weil unvermeidlich bald noch ein weiteres Hunderttausend deutscher Arbeiter durch den Exportverlust auf der Straße liegen wird. Wünsche und Schuld der Eisenerzeuger. Die Eisenherren tun so, als ob sie im Recht wären. Heute seien andere Berhältnisse als zur Zeit des Bertragsabschlusses. Sie könnten die Rückvergütungen einfach nicht zahlen. Die von ihnen im einzelnen gemachten Borschläge( Wegfall oder, nur teilmeiser Ersatz der Weltmarktpreisdifferenz je nach dem Anteil des Eisens an den Exportwaren, Wegfall der Bergütung bei den Kleinverbrauchern überhaupt, Teilvergütung nur zu einem Bruchteil des Zolls von 25 Mart je Tonne ufm.) sind für das Problem nicht so wichtig. Jedenfalls behandeln sie den Avi- Vertrag als einen Fezen Bapier und gefährden den Export der für Deutschland entscheidend wichtigen eisenverarbeitenden Industrie mit der Wirkung, daß der Export überhaupt zum Erliegen fommen fann Das im Vertrag eingefeßte Schiedsgericht wollen fie nicht anerkennen, den Schiedsspruch eines Unparteiischen lehnen sie ab, das von ihnen zugestandene Schiebsgutachten verschleppt nur den Streit und nüßt den Berarbeitern nichts. Die Eisenverarbeiter haben jetzt angekündigt, daß sie die Erfüllung ihres Vertrags vor den ordentlichen. Gerichten durchsetzen wollen. Nun sind die Eisenerzeuger gewiß in teiner rosigen Lage. Es gibt unverschuldete Schwierigkeiten; dazu gehört die Export erschwerung durch die Balutäentwertung. Dazu gehört auch die ausländische und inländische Geld- und Kapitalverteuerung durch die Kreditkrise Niemand fann aber schon die deutsche Eiſenindustrie für die schädlichen Folgen der Konjunkturabläufe selbst schablos halten wollen Das ist zuviel verlangt, wenn es den Eisenherren auch noch so wenig in ihre Politik paßt. Die Hauptschuld für die miserable Erlös- und Abfahlage tragen die Eisenherren und ihre Kartelle selbst. Wenn man eine Rente will, wenn man Erlöse will, die noch einen Gewinn laffen, dann muß man in guten Zeiten dafür sorgen, daß man für die schlechten Zeiten Reserven hat und darf sie nicht nuglos verbauen. Dann muß man eine Preispolitik treiben, die den Abfaz fördert, statt ihn zu schwächen. Dann muß man eine allgemeine Wirtschaftspolitik verfolgen, die den Binnenmarkt so aufnahmefähig als möglich erhält, um auf dieser Grundlage im Ausland so viel und so billig als möglich abseßen zu tönnen. Dann muß man por allem ein Augenmaß haben für die auf längere Sicht im Ablauf der Konjunkturen tragbaren Zins- und Vertragsverpflichtungen. Der unerhörte Unfug der schwedischen Erzverträge ist von uns oft genug aufgezeigt worden. Die Lohafenkungen find nirgends fo weit getrieben worden wie bei der Eisenindustrie; aber sie wurden schließlich wirkungsios, weil die figen offen viel schneller wuchsen als alle Entlastungen auf dem Lohntonto. Das war unvermeidlich, weil man mit unbegreiflich falschem Augenmaß Heber- und Fehlinveffitionen sich leistete. In der Preispolifit betrieben die Kartelle reinen bjah mord: die nach der Konjunkturlage unvermeidlichen Preissenfungen ließ man sich erst nach schwersten öffentlichen Meinungsfämpfen abpressen; eine Abiahförderung konnte durch solche Preispolitit nie erreicht werden. Man Tündigte Preisfenfungen an und führte sie erst viele Wochen später durch, weil dann gerade Cohnfenfungen fällia waren. Der unvermeidliche& äuferstreit hat dann die Abfazlage weiter etschwert. Dann handelte man bei den Preissenkungen einfach unfaufmännisch. Man kündigte beim Stabellen an, daß man von 125 auf 100 Mark zurückgehen werde, man machte dann einen Preis von 115 Mart und gab einen Treurabatt. Der Elfenfäufer wäre föricht gewesen, der nicht eine weitere Preisfenfung erwartete. So verdarben fich die Eisenkartelle selbst ihren Markt. * Grundfäßlich verfehlt war die Wirtschaftspolitik der Eisenherren. Ihre Kartellpolitik war rüd ständig und unwirtschaftlich. Die ganze Kraft der Rentenverteidigung mußte fich deshalb gegen den Sohn richten. So war die Eisenindustrie das Zentrum der fozialen Realtion. Da Sozialreaffion ohne Bundesgenossen politisch nicht leicht durchzuführen ist, verbündete man fich mit dem reaktionärsten Grokgrundbeih und den städtischen Hauseigentümern. Den Hauseigentümern half man bei der 3erschlagung des öffentlichen Wohnungsbaues, so verstopfte man die wichtigste Quelle für den inländifchen Eisenabjak. Für die Großgrundbefiher trieb man Bejih erhaltung, förderte die landwirtschaftliche Verschuldung, verhinderte die Reinigung auf dem Gütermarkt und benachteiligte die Bauern beim Zollschuh. Mit den Bauern liften die städtischen Verbrauchermaffen Not, denn irgendeiner mußte die Kosten für die großRot. agrarische Subventionspolitif fragen. Die Folge war, daß die Konfumindustrie sich weniger entwidelte, weniger Maichinen gebrauchte, als es möglich gewesen wäre. Die Steuerlaffen hat man durch die großagrarische Subventionspolitik erhöht. fich heute die Eisenverarbeiter befinden, und an den volfswirtschafts lichen Schäden, die das Verhalten der Eisenherren hervorruft. Der Eisenanteil von 20 bis 40 Pro3. und mehr der Kosten ist hoch. Aus der Senkung der Löhne fónnen sie nichts mehr herausqueischen. Wenn die Eisenperarbeiter überhaupt Kredite erhalten, sind sie zu teuer. Pleiten und Eretutionen gibt es bei der Schmerindustrie überhaupt nicht die hat sich hoch genug verschuldet, bei den Eisenverarbeitern sind sie an der Tagesordnung. Dazu nehmen die Exporthemmungen auch den besten Betrieben gegenwärtig jede Luft zum Atmen. Es ist selbstverständlich, daß unter solchen Berhält nissen die Eisenverarbeiter aufschreien und ihr Recht fordern., auch wenn sie betrogene Betrüger sind. Der Staat muß handeln. Aber wie die Schulbfrage hier auch liegt: Deutschland fann sich den Streit zwischen diesen beiden lichen Gerichte, die Jahre ausstehen kann, fönnen die erarbeiter Gruppen nicht leisten. Auf die Entscheidung der ordente und die von ihnen heute noch Beschäftigten nicht warten. Es liegt und die von ihnen heute noch Beschäftigten nicht marten. Es liegt hier eine Frage von solcher allgemeinen Bedeutung vor, daß der Staat einzugreifen hat. Das Reich hat 1926 feinen groegen zu bem Bertrag gegeben. Das Reich hat 1932 für die Bertragserfüllung Gorge zu tragen. Man hat den Eisenherren viel zu lange erlaubt, den Staat als Karnickel und die Gesamtheit als Huhn zu betrachten, das man ungestraft rupfen darf. Auch jetzt noch fann mit einem Schlage die Lage der Eiſenindustrie im kaufmännischen Sinne verbessert mer. den, wenn man die finanzielle Reinigung in dieser Industrie erzwingt. Die Zeit der Abwertung der nicht ausgenügten Anlagevermögen und der Fehlinvestitionen ist gekommen. Führe man endlich diese Abwertung durch. Die Bantenbereini gung ist nicht deshalb gemacht worden, damit man die längst notwendige gründliche Bereinigung in den Kartellindustrien unterläßt. Den Eisenherren muß die Ausrede genommen werden, daß sie nicht mehr weiter fönnen. Man muß sie weiterzwingen. Nachdem man jahrelang gefündigt hat, hilft jetzt nichts als der radikale Schnitt bei den Anlagewerten und die Erzwingung des Avi- Bertrags. So hat die Eifeninduftrie auf der ganzen Cinie durch eigene Schuld ihre schwierige Lage zum größten Teil felbft herbeigeführt. Borgefteru fämpfte fle mit Hitler gegen das System". Es ist begreiflich, daß man sich heute von den Avi- Rädvergütungen drücken will; der Staat aber, der das zulassen würde, pensioniert sich selbst. Die falsche Front der Eifenverarbeiter. Aber auch die Eifenverarbeiter, so sehr sie fachlich im Recht sind, haben subjektip feinen Grund zur Beschwerde. Eeit 1926 standen sie in einer falschen Front. Auch ihnen war das Lnshanen standen sie in einer falschen Front. Auch ihnen war das Lnshauen gegen die Löhne das wichtigste, sie haben die ganze volkswirtschaftsschädliche Politik der Eisenherren vom Anfang bis zum Ende mit gemacht. Uns find gewiß die Swangsläufigkeiten nicht verborgen, die den Syndizi der Eisenverarbeiter eine ehrliche die den Synbizi ber Gifenverarbeiter eine ehrliche Wahrnehmung der Intereffen der eifenverarbeitenden Industrie erschweren. Die Herren ristieren ja ständig ihren Kopf, wenn sie irgendwie gegen die Politik der Schwerindustrie etwas unternehmen. Aber wenn sie heute von den Eisenherren schmählichen Undant ernten, so haben sie das ihrer eigenen Torheit zuzuschreiben.. Hat denn der Staat feine Machtmittel gegenüber den Eisenherren? Benn Eisenzölle mißbraucht werden, fann man fie beseitigen. Dem Gebietsschutz ein Ende machen, ist wahrlich feine Kunst. Wenn der Staat will, fann er auch die Kartelle beseitigen. Das sollen die Eisenherren nicht vergessen. 2ther es gibt noch ein sehr einfaches und sehr praktisches Mittel, wenn man nur den Api Bertrag sichern will: möge der Staat die 3ollfreiheit für Berebe Tungszmede anordnen. Die Eifenherren haben die Wohl. Am Das ändest freilich nichts an der berechtigten Empörung, in der Staat ist es zu handeln. Zerbricht Kreugers Weltmacht? Das ungewisse Schicksal des Schwedentrustes. = F und Obligationenpatete in Rechnung stellt, die der Konzern out den Auslandsbörsen untergebracht hat. Es handelt fid) um 360 Mit lionen Kronen Svenska- Attien, um 76 Millionen Kreuger und Toll- Aktien und 322 Millionen Kreuger und Toll Anleihen. Außerdem wurden 119 Millionen Grängesberg- Aktien( Erzgruben), fast 90 Millionen Skandinavista( schwedische Finanzirungsbank von Kreuger und Toll) und fast 200 Millionen Mart des amierifas nischen Zündholzkonzerns( Intern. Match Corp.) im Auslande an den Mann gebracht. Es liegt auf der Hand, daß Kreugers weltumspannende| gerufen hat, wird verständlich, wenn man die beträchtlichen Aktions Konzernfonstruktion, die einzig und allein Kreugers Wert war, die die Sanierung des Trufts außerordentlich erschwert. Die Basis dieses unter dem Namen ,, Schwebentrust" in der ganzen Welt befannten Mammubunternehmens bildete das fleine unscheinbare 3ündholz. Mit der Gründung der Svenska Taendstids A. G.( Schwedische Bündholz 2.-G.) gelang es Kreuger zunächst, im eigenen Lande ein Monopol zu schaffen, und als dieser Buntt erreicht war, begann er planmäßig das Ausland zu bearbeiten. Als das Ausland seinen erfolgreichen Export durch Zölle zu hindern suchte, errichtete er eigene Fabriten in den verschiedenen Ländern. = Jn 150 3ündholzfabriken mit etwa 60 000 Arbeitern beherrschte die Svensta vier Fünftel der Weltproduktion an Zündhölzern. Charakteristisch für die Methoden Kreugers aber war der Erwerb von Staatsmonopolen gegen Gewährung von Staatsanleihen. Besonders in den Ländern mit ewiger Finanzmiſere war es ihm ein Leichtes, mit Hilfe des goldenen Schlüssels alle Türen zu öffnen. Es handelte sich bei diesen Anleihejahuldnern aber nicht etwa nur um unbedeutende Meine Staaten wie Lettland, Griechen land und Ungarn, sondern auch führende europäische Großmächte standen in der Liste Kreugerscher Schuldner, Fast grotest mutet es an, daß Frankreich, heute das reichste Land der Welt, sich 1926 bei Joar Kreuger 75 mill. Dollar leihen mußte. In Erinnerung ift noch die 125- Mill,-Dollar- Anleihe, die Deutschland 1929 gegen Abtretung des Zündholzmonopols erhielt. So hat der Schwedentrust 14 Staaten Anleihen in einem Betrage von rund 1,2 Milliarden Mark gewährt. Um sich zur Durchführung dieser großen Kapitaltransaktionen die notwendige finanzielle Bewegungsfreiheit zu verschaffen, hatte Kreuger schon frühzeitig mit englischem und amerikanischem Bankfapital Fühlung aufgenommen. In England mar es das Bankhaus Higginson in London und in New Yort das führende Bankinſtitut Lec, Higginson u. Co., die Kreugers Finanzierung in den angelsächsischen Ländern übernahmen. Mit Hilfe dieser Banten erwarb Ipar Kreuger in England eine starke Minderheit( 30 Proz.) bei der British Match Corpo ration( Brit. Streichholz- Gesellschaft) und gründete in Amerika 1923 die International Match Corporation, in der die Interessen von 42 internationalen Streichholzfabriken gebunden wurden. Bon diefer Gruppe aus liefen Querverbindungen zur Rockefellergruppe ( Standard Oil). Seit der Einführung der Svensta- Attien an ber Londoner und New- Yorker Börse hat sich dieses Kreuger- Papier zu einem der bekanntesten und begehrtesten internationalen Berke entwickelt. die Neben dem Zündholzblod Spensta bildet Kreuger und Zoll Aftiebolaget den eigentlichen Kern des Schwedentrustes. Dieses Unternehmen ist die Finanzierungs- und Verwaltungsgesellschaft der Ivar Kreugerschen Intereffen. Die Beffürzung, die Kreugers Ted an den Weltbörsen hervor Der gesamte Börsenwert des im Schwedentrust zusammengefaßten Kapitals erreichte 1930 etwa 3 Milliarden Kronen. Wie ein Wunder wirkt Zinsser- Saft! Ich litt 20 Jahre an Arterienverkalkung, Magenbeschwerden und Herzleiden. Viele Mittel habe ich schon versucht, aber alles ohne Erfolg. Durch Zufall hörte ich von Zinsser- Knoblauchsaft, welchen ich auch gebrauchte. Schon nach Verbrauch der zweiten Flasche stellte sich bedeutende Besserung ein. Ich werde deshalb die Kur fortsetzen. denn ich fühle mich wieder wohl und kann meine Arbeit wieder verrichten. 54 938 Frau Heise, Calbe. Echter bulgarischer Zinsser- Knoblauchsaft bewährt sich bei Arterienverkalkung. Rheumatismus, hehem Blutdruck. Herzbeschwerden, Asthma, Hämorrhoiden, Leber- und Gallenleiden und allen Stoffwechselstörungen. Außerdem bessert er das Allgemeinbefinden. 1 Flasche, für 5 Wochen ausreichend, kostet Mk. 3.- 1 Versuchsflasche für eine Woche Mk. 1.-. 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März Staatsoper Unter den Linden 19 Uhi Die Geisha Staatl.Schauspielhaus endarmenmarkt 20 Uhr Clavigo SCALA Tägl.5 u. 8% Uhr -VERA SCHWARZ Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr Ein besserer Herr Städt. Oper Charlottenburg Bismarckstraße 34. Dienstag., 15. März Turnus II Anfang 20 Uhr KITCHEN PIRATES Fidelio FRIEDR. HOLLANDERS TINGEL- TANGEL" MARIANNE WINKELSTERN SW. Bindernagel, Fidesser, Rode, Hüsch, Baumann, Ende 23 Uhr PLAZA Volksbühne Nähe Schles. Bhf. 5.815, Sigs.2,5,815. Tel.: E7 Weichsel 4031 Friederike" Kleines Th. Nur noch 14 Tage Die Tägl. 8% Uhr Mausefalle Preise 75 Pl.- 5 M. Sonntag Theater am Bülowplatz 6% Uhr Androklus und der Löwe Komödie von Bernb. Shaw mit Felix Bressart und Otto Wallburg Regie: K. H. Martin Staatl. Schiller- Theater 8 Uhr nachmittags 4 Uhr Ein besserer Herr balbe Preise, Theater Th. im Admiralspalast a.Hollendorfplatz räglich 84 Uhi Der neue große Erfolg! Pallas 7051 Täglich 8 Uhr Käthe Dorsch 0,07 8.15 Uhr a. ausgew., Pfd. von Pfd. von mit Bein.. ... Pt. 0,55 Schweineschinken ...... Pfd. 0,72 Pid. 1,30 Rückenfett bratfertig, Ptd. 0,56 Pid. 0,95 Schmorfleisch HERMANN TIETZ Winter Garten Flora 3434 Rauchen erlaubt Diaz de Valesco, WallendaTruppe. Hakon von Eichwald m. seinen 12 Solisten und weitere Star- Nummern Theater desWestens Täglich 8 Uhr Die Dubarry Rose- Theater Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E 7 3422 8.15 Uhr in der Rotter- Inszenierung Jettchen Mary Losseff Gebert mit GR. SCHAUSPIELHAUS Tägl.8U. Nur noch 3 Wochen Hoffmanns Erzählungen REINHARDT INSZENIERUNG Sonntag nachm. 3 Uhr billige Preise der Plätze Erfinder Vorwärtsstrebende 10 000 Mk. Belohnung Näheres kostenlos durch F. Erdmann& Co., Berlin SW 11. ACHTUNG! ACHTUNG! HIER ,, VOLKS FUNK" Erscheint jeden Freitag Preis: monatlich 90 Pfennig Großformat, illustriert in Kupfertiefdruck Deutsches Theater Theater in der 8 Uhr Vor Traum einer Nacht Gustaf Gründgens Sonnenuntergang Operette in 3 Akten v. Lud.Wolff u. Karl Behr Musik von Hans May in: Liselott' Regie: Heinz Salterburg Singspiel v.Eduard Kinneke 8 Uhr CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Straße 37. Operette. Varieté, Posse! u. a 2 Loros Musikal- Akt Die Operette: Gestrandet Der Berlin. Komiker Herm. Krause Zum Schluß der neue Schlager v. Gerh.Hauptmann Stresemannstr. Täglich 8 Uhr Leopoldine Konstantin Theodor Loos in: Regie: Max Reinhardt. In jeder Ehe... Lessing- Theater Täglich 8 Uhr uns gut! Metropol- Theater Täglich 8 Uhr Morgen gehts Der große Joh. Strauß Operetten Erfolg Grete Mosheim Ein Lied der Max Hansen Liebe Orchester Dajos Bela Der Mann mit den zwei Frauen Deutscher Metallarbeiter- Verband Gutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt. Fauteuil 1.- Mark, Sessel 1.50 Mark. HAUS VATERLAND Das KURFURST 7460 ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Berliner Ulk Trio Neukölln Donnerstag, den 17. März, abds. 7 he, im Sigungsjaal bes Berbandshauses. Elfäffer Straße 86/88, Eingang B Versammlung aller Hobler, Bohrer, Stoner, Fräser und weiblich. Berufsangehörigen Tagesordnung: Der außerordentliche Gewerkschaftskongreß in Berlin Referent: Kollege Paul Edert, Bevollmächtigter. Es Ohne Mitgliedsbuch tetu 8utritt. ist Pflicht aller Rollegen und Rolleginnen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Achtung, arbeitslose Dreher, Revolverdreher, dreherinnen und Rundschleifer! Donnerstag, den 17. März, mittags 12 Uhr, im Sigungsjaal II des Berbandshauses Lahnstr 74/ 75.1 Versammlung der arbeitslosen Dreher, Revolverdreher, dreherinnen und Bundschleifer WASCHMASCHINEN WASCHEROLLEN auch bis 18 Monaisraten Raddatz Leipziger Str.122-123 Bortrag über: Die wirtschaftliche Cage." Mitgliedsbuch mit einem ber obigen Be rufe perfehen, und Stempelfarte gelten als Ausweis. Die Ortsverwaltung. Plötzlich, ganz unerwartet. verstarb am 12. März mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Onkel und Schwager Ernst Obst im 70 Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Louise Obst nebst Kindern Paul, Alfred, Else Schwiegersohn und-töchter und Enkelkinder. Schöneberg. Cranachstr 57. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 16 März, 19 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße, statt. Volksfunk Arbeiterfunk Die große, neuausgestattete Funkillustrierte des schaffenden Volkes Jedes Wochenheft 48 Seiten Immer interessant Immer aktuell Radiohörer erhalten eine Probenummer kostenlos durch die Botenfrau des ,, Vorwärts" Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und billig! Große Trauring- Fabrik ohne Knochen..... Bratwurst. .Ptd. 0,68 ... Pid 0,74 Eisbein mit Spitz bein...... Ptd. 0,48 Suppenfleisch... Pid. von 0,48 Hammelvorderfl. .Pfd. von 0,44 Schweineleber..... Ptd. 0,78 Gehacktes............ Pd. 0,50 gefroren... Freitag nachmittag, 6%, Uhr, verschied nach schwerem Leiden meine liebe, gute Frau und treue Lebenskameradin Auguste Linke geb. Grun. In tiefstem Schmerz Kurt Linke. Berlin, 14. März 1932. Waldemarstr. 65. Trauerfeier am Mittwoch, dem 16. März, 12%, Uhr, Krematorium Baumschulenweg. VOM RUNDFUNK ZUM VOLKSFUNK Großes Europaprogramm Bastelmeister, technischer Auskunftsdienst, Roman- und Unterhaltungsteil, viele aktuelle Bilder verkauft fugenlose Trauringe direkt an Private 1 Ring 333 gestemp. nur 4.50 bis 7.50 Mk leicht 8.585 583 585 900 900 Katalog gratis 1 900 Ges. geschützt mittel 11.50 schwer 13.75 leicht 15.50 mittel 20.50 schwer 27.Garantieschein. Gravieren gratis solert z. Mitnehmen N, Artilleriestraße 30 W, Passauer Str. 12 Hermann Wiese S. Kottbusser Damm 2 Gewinnauszug 5. Klasse 38. Preußisch- Süddeutsche Staats- Lotterie. Chne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 30. Ziehungstag 14. März 1932 In der beutigen Schluß- Siehung wurden Gewinne über 400 m. gezogen 2 Gewinne zu 2000 9 und 2 Prämien zu 500000 a. auf t. 218308 Ferner fielen: 2 Gewinne zu 50000 m. 338630 6 Gewinne au 5000 9. 52887 276708 311654 12 Gewinne au 3000. 94166 133829 135661 150910 307109 374756 20 Geminne au 2000. 23849 34979 58251 110391 146193 259777 272602 325671 328960 382418 48 Gewinne au 1000 m. 20687 29046 47553 64139 69398 85011 120554 126187 131885 183065 234055 242679 249971 251209 257640 273805 297060 327239 340978 360332 362869 369102 385326 390297 84 Gewinne au 500 m. 107 9049 47405 50086 60494 63030 63487 67507 70383 76613 77474 77652 84330 103816 104932 135276 135301 150377 159680 172673 197121 223202 251125 258106 271294 281904 282503 294579 304133 309856 321962 333365 335008 343117 346913 347278 364233 372823 376188 378913 382479 398542 Die Siebung der 1. Klasse ber 39. Preußisch- Eüddeutschen ( 265. Preußischen) Etaats- Lotterie findet am 22, und 23. April 1932 statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Mechaniker Artur Böhme geb. 13. Oftober 1874, am 11. März gestorben ist Die Einäfcherung findet am Mitt woch, dem 16 März, 17 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 1. März starb unser Kollege, der Rohrleger Erich Pieske geb. 9. März 1860. Am 25. Februar starb unser Kollege, Der Arbeiter Johannes Büder geb am 24. September 1903. Am 9. März starb unser Kollege, der Echletter Danksagung. Für die wohltue nden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meines lieben Mannes und unseres guten Baters fagen wir hiermit allen Berwandten, Bekannten, Angestellten und Kollegen vom Gesamtverband der öffentlichen Betriebe, 1owie allen Kollegen von den städtischen Betrieben. den Parteige noffen und Reichsbannerkameraden der 69 Abteilung, insbesondere dem Redner vom Frei denker- Berband, Kollegen Schaum von der Ortsverwaltung Berlin des Gesamtverbandes und Stadtrat Oppel im Auftrage der GVD. für die troſtreichen Worte unseren allerherzlichsten Dank Pauline Wienecke u. Kinder. Bin Wilmersdorf, 15. März 1932. Begenerstraße 1/2 KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 10 Pf. Fettged: ucktes Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte ( Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für 2 Worte) Verkäufe Tapeten Saillat, Rolonie itraße 9. 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