Morgenausgabe 7tr. 129 A 65 4y.Iahrgang •SStfientlid) TB Pf, mimatlich s,ss M fdaron 87 Pf monatlich für Auste!- Tmuci ins Haus) im voraus zatilbar. Poftbczuz 3.87 M. ewschllehlich svPf Pouzsitunzs- Utch 7ZPfPoItbestellor. biUireli. Auslandsabonnemeirt ü.s» M. pro Monat; für Länder mit ermäßig' tem Druckfachenpotto M. Der„Vorwärts' eifchetnt wochenläg» lich zweimal, Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Sandel mit dem Titel.Der Vdend', Alluitriette Sonntagsbeilaai .Volk und?;eif ** f- Nerliner VoltSbttm Donnsrsiag VI. März 1932 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 1 5 pf. tte cttt!oalt.%J)?lUlmctcrjetl«»0 Pf SRcflcme�iiIc 2,- fEl„Kiew? Air» zeigen" das fettgedruckte Wort 20 Vt. CMiIüfftg jroct fettoedructteWorte»icd?? weitete Wort 10 Pf. Rabatt iL Tarif Spotte Über 15 Buchstaben zThlett füt ftiuci Worte. Arbeits markt Millimeter j'Ulc 25 Pf. ganttlienanzcijen Myi« w.etatfteüe 1B Pf. D uzeigenännähme im Hauptgeschäft Liubenttraöe-i. wockientagllch vm;' bis l? U>>r Be-rtSg dsholt sich dasRecht derA/" loiiüuna nicht genelMer Anzeigen rrti Jentralorgan der Sozialdemokratisrben Partei DentsGlandS !voldoteii und den ersten Bürger des Staates gestellt haben.(Lebhafter Beifall.) Wer frei- lich selbst als Soldat die Masurenschlacht mitgeschlagsn. wird die Entscheidung der Provinz bedauern, die Hindenburg in Krieg und Frieden zweimal gerettet hat. Diese Treue aus Abruf ist eine Schande für Deutschland. (Sehr wahr!) Der Mann, der Hindenburg Bedingungen für seine Wiederwahl zugemutet hat, hat sich wohl eingebildet, Hindenburg wäre aus seinem Holz geschnitzt.(Heiterkeit.) Nein, der dunkle Schatten Hugenberqs fällt nicht mehr auf Deutschland. Hugen- berg soll künftig Geschäfte schieben mit wem er w i l l— der Reichspräsident wird ihn auch künftig mit einer Hand- bewegung abtun, und Hindenburg ist der Sieger.(Stürmischer Bei- fall in der Mille.) Warum schreien Sie jetzt nicht: Mehr Macht dem Reichspräsidenten!? Jetzt, wo Hindenburg der Retter Deutschlands geworoen ist, haben Sie ih~ rechts. ihm die Treue gebrochen.(Großer Lärm wie wir bei der Reichspräsidentenwahl die Front gegen dos Chaos gehalten haben, so werden wir sie bei der Preußenwahl hallen. Sie wollen ja Preußen gar nicht wegen der großen Politik, sondern nur wegen der Aemter.(Sehr gut.) Die in schwersten Jahren Verantwartung für Deutschland getcaaen haben, die Parteien werden ihr Werk in Preußen auch oach deu Wahlen fortseheu.(Stürmischer Beifall in der Mitte und links.— Händeklatschen.) Abg. Schwenk(Komin.): Dieser Etat ist der Bantrott. Alle Sozialausgaben werden gedrosselt. Aber die Polizei nicht Es gibt für Deutschland, nur einen 2Iusmcg, die neue Revolution. Abg Reumann-Frohnau(D. Bp.): Wir beneiden den Finanz- minister nicht um die Erbschaft, die er angetreten hat. Aber warum hat man nicht rechzcttig aus unsere Warnung gehört? Das Reich behandelt Preußen jetzt hundsmiserabel. Aber die Beraniwortung muh doch die Regierung tragen, die es sich gefallen laßt Der Verkauf eines Tells unserer Eigenstaatlichkeit an das Reich— in Wirklichkeit haben wir freilich nur Lasten verkauft— ist blamabel. Wo bleiben nach der Kürzung aller Kulturausgaben jetzt dm Leistungen der preußischen Koalition? Wozu brauchen Sie noch ein Wohlfahrtsministerium? Das Urteil wird lauten: Gewogen und zu leicht befunden.(Zuruf links: Das Urteil über die Volkspartor.) Abg. Schmikl-Limburg(Landvolk): Gott fei Dank hat die rauhe Wirklichkell die Regierung jetzt zu den Beanllengehallskürzungen gezwungen, die wir schon immer gefordert haben. Wg. Ruschke(Staats vartei): Die staatspolitische Einsicht der Wähler wird den blöden Radikalismus der Nationalsozialisten von Preußen ebenso fernhalten wie vom Reichspräsidenten und die fach- liche Arbell auch für die Zukunft sichern. Abg. Grohke(Wirtschp.): Ein Recht zur Beschwerde über leicht- fertige Fmanzwlltschaft haben nur wir. Di« Rechtsparteien haben die verrücktesten Agitationsanträge aus Ausgabenvermehrung und Beamtenhöherstufung gestellt. Sie haben auch den verlogenen Radi- kalismus der Nationalsozialisten großgepäppelt, der jetzt mll saust- dicken Lügen den Mittelstand in eine neue Inflation und damit m den Untergang treiben will. Die weitere Debatte wird aus Donnerstag 11 Uhr vertagt. Braun vor dem preußischen Landiag. Zu parlamentarischen Kreisen nimmt man an. daß Ministerpräsident Braun am Donnerstag in die am Mittwoch begouneue allgemeine politisch- Aussprache des Preußischen Landtags mit einer Rede eingreisen wird. Die feindlichen Brüder. Die Losung der Deutschnationalen für den Hamburger Wahl kämpf: Trennung von den Nationalsozialisten. Hamburg, 16. März. Aus einer Helferversammlung des Landesverbandes Hamburg der DNVP. gab der Landesoerbandsoorsitzende Stavenhagen als Losung für die bevorstehenden Neuwahlen der Bürger- schaft die Trennung der Deutsch nationalen von den Nationalsoziali st en im Wahlkampf bekannt. Wieder fingiertes Nazi-Attentat Nationalsozial, sten verlassen das bedrohte Haus. Frankfurt a. 16. März.(Eigenbericht.) Ein fingiertes Naziottentat beschäftigt zur Zeit die Polizei in Diez. Im Haus« des nationalfoziatistischen Kreissührers Dr. Seil sollen angeblich polllische Gegner versucht haben, Borbe- reitungen zu einem Sprengstoffattentat zu treffen, durch das das Haus in die Luft gesprengt werden sollte. In einer der letzten Nächte hörte Frau Seil angeblich Geräusche und schlug Alarm. Bei der Nachprüfung fand man im Keller ein Loch. Nachbarn des Dr. t?eil behaupten nun mit Bestimmtheit, daß zu der fraglichen Zell Nationalsozialisten den Keller verlassen haben. Sie schließen daraus, daß es sich wieder einmal um ein fingiertes Attentat handele. Die Weltrevolution in Moerfelden Verbrecherischer Ltnfug eines kommunistischen Beigeordneieu. Frankfurt a. RL. 16. März. Die gespannten Verhältnisse in dem hessischen Städtchen Moerfelden haben heute nachmittag zu schweren Ausschrei- tungen geführt. Seit einiger Zell tonnten die staatlichen Zuschüsse für die Aus- zahlung der Wohlfahrtsunterstützungen nicht gewährt werden, da sich der kommunistische Bürgermeister Zwilling weigerte, die vom Kreisamt eingeführte Getränke st euer durch- zuführen. Bürgermeister Zwilling verunglückte mll seinem Motor- rad in der vergangenen Nacht auf der Wahlagllationsreije und liegt in einem Krankenhaus. Der neugewählte kommp- ni st ische Beigeordnete Bitsch, der seine Vertretung hatte übernehmen müssen, weigerte sich, im Gegensatz zu Zwilling, den Eid auf die Verfassung zu leisten, so daß flM. ent- sprechend den gesetzlichen Bestimmungen, vom Kreisaml die Führung der Gemeiodegeschöste unter- sagt werden mußte. Au seiner Stelle beauftragte das ftreisamt Groß-Gerau einen seiner Beamten mll der vorläufigen Ausübung der Bürgermeisterfunllum. um eine geregelte Verwaltung zu sichern und damll auch die Vor» aussetzung für die Unter st ützungdor notleidende» Bevölkerung zu schaffen. Als heute mittag Regierungsrat Wolf vom Kreisanll Groß-Gerau in Begleitung des beauftragten Beamten zur lieber- nähme der Bürgermeistergejchäste in Moerfelden eintraf, hatte sich eine über tausendköpfig« Menge vor dem Rat b n u s angesammelt und es widerrechtlich besetzt. Diese Leute sind offenbar von dem Beigeordneten Bitsch, der am Vormittag im Kreisamt Groß-Gerau vorgesprochen hatte, benach- richtigt worden. Cr. wie der kommunistisch« Landtagsabgeordnete und ein anderer Kommunistenführer hatten vor der Ankunft der Beamten die Bevölkerung aufgewiegelt. So ist es erklärlich, daß die beiden Beaustrogteu des kreis- amts von der ausgehelzten Menge beschimpft, bedroht und auch tätlich augcgrijsen wurden. Ebenso erging es den wenigen anwesenden Eendarmeriechcanlleir. Da es den Groß-Gcrauer Kreisbeanllen unmöglich war, in das Rathaus zu gelangen, wo übrigens auch dieTelephonleitung durchgeschnitten war, mußten sie auf Umwegen weiteren polizeilichen Schutz anforden,. Von Darmstadt tras alsbald ein Kom- »i ando Schutzpolizei in Stärke von 50 Manu ein. Bei dem Versuch, die Straßen zu räumen, wurde die Polizei aus der Wenge, in der sich auch viele Frauen befanden, mit S t e i° nen beworfen und beschossen. Die Polizei mußte die Schüsse erwidern, vormied es aber, in die Menge zu schießen. Dank ihrer Besonnenhell ist so ein Blutvergießen vermieden worden. In kurzer Zell gelang es dann, die Straßen freizumachen und das verbarrikadierte Rathaus zu besetzen. Es wurden bisher zwei De»- Haftungen vorgenommen. Nazi-Verbrechen In Chemnitz. KeberfoU auf sozialdemokratisches Lerkehrswtal. Der deutsche Don Quichotte. „I? nomine n. Sie diente in erster Linie der Vorbereitung dex Geschäfte für die Ansschußsitzung. Es wurde auch be- schloffen, daß im April in Genf eine Tagung der gc- werk schaftliche» Landeszentrale» stattfinden soll, und zwar auch der außereuropäischen. Diese Tagung wird sich in erster Linie mit der Wirtschast s- k r i s c und ihren Folgen und den sich daraus ergebenden Aufgaben für die Gewerkschaftsbewegung zu befassen haben. Fast alle bedeutenben Gewerkschaftsführer des Aus- landes sind in Bern eingetroffen, so Leipart und Graß- mann l Deutschland), Citrine(England), der Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbnndes, Jonhaur (Frankreich), Mertens(Belgien), Iacobse»(Tänemnrk) und die«ekretär« des Internationalen Gcwerkschasts- bundes Schevenels und Stolz. An der Ausschußsibnng nehmen auch die Vertreter fast aller augeschlosseuen Landeszentralen teil. In besonderem Maße sind auch die internationale» Berufssekretariate vertreten. Die sozialistische Arbeiterinteruationale und die Arbeiter- sportiuternationale haben ebenfalls Teilnehmer ent- sandt. Der Proteststreik in Polen. Warschau, 16. März.(Eigenbericht) Die freien Gewerkschaften und der Vorstand der polnischen. Sozialistenpartei hatten für Mittwoch zum Zeichen des Protestes gegen den. von der Pilsudski-Regierung beabsichtigten Abbau der sozialen Leistungen einen eintägigen Demon st rations streik für ganz Polen proklamiert Im letzten Augenblick hat die Regierung, anscheinend beeindruckt durch den angekündigten Generalstreik, eine Erklärung veröffentlicht, nach der der geplante Wbau nicht ans dem Verordnungswege erfolgen und die Debatte darüber im Parlament nicht vor dem Herbst stattfinden werde. Es war aber zu spät, den Streit abzublasen. In Warschau lagen des- halb am Mittwoch etwa 13 große Fabriken und zahlreiche staatliche Unternehmungen still. Am stärksten ist die Arbeiterschaft der sozio- listischen Parole in Galizien gefolgt, wo die gesamte Pstroleum- industr.e stillgelegt war. In Lodz streikten fast sämtliche Textll- Unternehmungen. Im Dombrowaer Kohlenrevier, wo seit längerer Zeit ein Lohnstreik im Gange ist, war die Loge unverändert. Polizei schießt auf Demonstranten. Warschau. IL. März. In Mcflgalizien kam es bei dem für den hculigen Tag an- gesetzten Generalstreik zu schweren Tumulten. In Krakau demonslricrleu etwa 8000 Arbeiter vor dem Ardeiterheim. Die Pökizei feuerte in die Menge und verletzte mehrere Perssucn. Schließlich gelang es ihr, millels Träneugasbomben d.e Demonstrauten zu zerstreuen. Zu schrncrcn Zusammenstöße u kam es auch in der wcsigalizlscheu Stadl Saybusch. mo die zusammeugezogeue Polizeimonnschast auf demonstrierende Ar- beiler und Arbeitswsc zwei Salveu abgab, wodurch eine Person gelötet, drei schwer verletzt wurden. Krise der(Sewerkschafien? Eine notNendige Mchtigstel!unz. Das„Berliner Tageblatt" veröffentlichte am Dienstag in feiner Morgenausgab« einen Artikel über„Die Krife der Gewerkschaften". In. diesem Artikel wimmelt es nur so von falschen Zahlen und falschen Angaben. Es heißt da, daß die Senkung der Tariflöhne erst seit einem Jahr vorgenommen worden sei. während d'r amtllch« Lohnabbau tatsächlich Im Mai 1930 mit der Lohn- senkrmg in der rheinisch-westfallscken Schwerindustrie einsetzte. Di- M i t g l i c b c r z a h l des ADGB. wird für End« 193. auf vier Millionen angegeben und hinzugefugt, daß der gegen- wärtige Mitgliederstand der niedrigst« seit 1918 sei. Die ge- nau« Abrechnung über den Mitgliederstand der Gewerkschaften dcs ADGB. Ende 1931 liegt noch nicht vor. Arn Schluß des dritten Quartals betrug er 4 300 000. Schätzungsweise dürste er bis Eni« 1931 auf 4 200 000 gesunken sein. Ende 1924 betrug die Mitglieder- zahl 3 973000. Trotz der i.eifpiellosen ArbeitsJosigleit, die olles i übersteigt an Dauer und llmsang, was wir bisher in Deutschland erlebt haben, dürfte die Mitgliederzahl der Verbände des ADGB. heute noch um ein« Viertelmillion höher fein als Ende 1924. Dann wird in dem Artikel weiter angeführt, daß Ende Januar, d. h. als das gesamte Baugewerbe und alle Außenberuke schon saisonmählg so gut wie vollständig stillagen, 44,3 Proz. der Gc- werkschastsinitglieder arbeitslos und 22,2 Proz. Kurzarbeiter waren. Dann werden die Kurzarbeiter einfach zu ixm Arbeits- losen gerechnet, um zu der Schlußfolgerung zu kommen, daß nur höchstens 114 Millionen Arbeiter sich für dos Wirken der frcien Gewerkschaften wirklich einsetzen können! Ohne irgendwelche Zahlen anzugeben, wird dann die Finanz- lag« der Gewerkschaften ungefähr so dargestellt, wie etwa die Finanzlage des Nordwolle-Äonzerns nach seinem Zusonnnenbrucki, und dazu tiessinnig bemerkt, daß man nicht zu sogen brauche,„welche Wirkungen die Einschränkung der Auswendungen für die arbeit- losen, kranken und der streikenden Mitglieder hinterlasien kann." Und dann heißt es wörtlich:„So ist der neu« Arbeit-cheschaffungs- plan der freien Gewerkschaften in Wirklichkeit zuerst durch die ge- werkschaf tl ich« und weniger durch die ollgemeinwirtschoftlicke Lage Deutschlands veranlaßt worden." Danach muß die wirtschaftliche Lage Deutschlands dem„Berttncr Tageblatt" wenig Sorgen machen. In Gewerkschaftskreisen denkt man eben anders darüber. Mit einer schwer verhehlten Befriedigung glaubt dann dos „Berliner Tageblatt" auf. Grund feiner falschen Zahlen die Bc- haüptinig aufftellen zu' dürfen.' daß die Lckeutung der Gewer!- schuften„erschüttert" sei und daß sie sich in einer„unheil- vollen Situation" befänden. Die„Erschütterung" der Bedeutung der Gewerkschaften ist am besten in den, durchschlagenden Erfolg der Eisernen Front zum Ausdruck gekommen. Der Feldzug der Eisernen Front ist noch nicht zu Ende. Er beginnt erst. Für«in Blaü, das für sich in Anspruch nimmt, in der Eisernen Front zu kämpfen, ist der'Artikel eine erstaunliche Leistung. Gewerkschafts-Iugenö Verlin jBuii«, Donnerstag, den 17. März, 19.30 Uhr, tagen die ffirwirs: SLdapen: Jugendheim Rrichenderäer Str. 66...Der Hauptmann pon Äupenick.'— Irmpcläof; Jugendheim Lyzeum, Germaniastr. 4,«. Der . � erfolgt durch den Eingang Sönstraße auf der hinteren Sritc d.r lule.„Staat und Dirtlckmft In Rußlaud." 2. Teil.— Moabit: Jugend.. h-un Lehrter St. 18/19. Bollstanzabend.— Staaten: Jugendheim 17. Boll,.. schule, Gartenstadt, Ztirchplag. Wir lagen uns von Theodor Fontane erzähle». — SchSnhouicr Tor: Jugendheim Tieckftr. 18. Für und gegen di« Berufsschule. Fiontfurter Allee: Juaendhelm TilfUer Str. 4. Aarteile— Trusts— Monopole.— Landsberger Plag! Jugendheim Diesiclniryerstr. 8. Lichtdildervortra,: „Der Harz."— Lichtenberg: Jugendheim Doffefir. 22. Berlin, wie es weint und locht.— Neu. Lichtenberg: Jugendheim Huntcrstr. 44. Marzgedonke.i.— Gcfnudbrnonen: Jugendheim Rote Schule, Gotenburger Str. 2. Das luftig? Buch— die lustige Schallplatte.— Schöocweibc: Jugendheim Saufenerin. 2 (Rotes Zimmer). Lichtdilderoortrag: Zille.— SSpeuick: Jugendheim Erünauc: Str. 5(Nähe Bahnhof Cpindlersfeld). Gewerlichafts» und Rationalilierunz. —»emcrtfchaftshau,: Sngelufsr 21, Zö, Hof ptr., Saal 11.„Wie wird der Rucklack gepackt?"— Die nächst« Sprechstunde findet, wie üblich, am Frcitoa von 18— tg Uhr statt. Iuaendaruppe des Zentralverbandes der Angestellken Heute, Donnerstag, folaenb« Beranstaltnnaen: Pantow-Riederichi-». � haulen: Jugendheim G'ärschstr. 14(Großes Zimmer). Märzgedentanend. Fried ei Holl rezitiert. Sortfn; Jugendheim Lorßtnggr. 19. Märzgedcul- feier. Dr. Schütte spricht.— Osten: Jugendheim der Schule Litauer Gtr. 18. Fahrtenabend: Lichtbilder,.Lieber, Fahrtenberichte.— Treptow: Jugendheira elfenstr, z(Sartenhaos). Bortraa:„Sarl Liebknecht und Rosa Luxemburg— ihre Bedeutung für die Ardeiterbewegung." Referent Dr. Schütte.— Die „Freie Angestrlltenbailk». S. m. b. H." tagt heute von 20 bis 22 Uhr im Verbandshaus.— Fußballtraining um 18.4? Uhr auf dem Sportplatz Lichten- borg, Normanne». Ecke Ruschestraß«. i WW■. WWWMW, und Verlagsanstall Paul Singer u. Co.. Berlin SD. 68. Lindenstraßc o. Hier,« 2 Beilagen. Jn jede Mwtlie gehören: MAGGjf Erzeugnisse(SBJ ß Sammeln Sie MAS 61- Gutscheine. es lohnt sieh! sie fyelfen sparsam wivtsfliaften Nr. 129• 49. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Donnerstag, 17. März 1932 G roßstadtgegensätze Modernster und einfachster Feuermelder Vom Rande des Häusergewirres der Großstadt— kaum 1000 Meter von der neuer- dings durch ihren Lucas-Cranach-Fund bekannt gewordenen Kirche von Karlshorst — kommt man auf breiter schnurgerader Straße zum ehemaligen Flugplatz. Er ist zu einer dichten Randsiedelung umgestaltet und seine Laubenkolonien bilden den Ver- bindungsgiirtel zu dem gleichfalls in Groß-Berlin eingemeindeten benachbarten Biesdorf. Fleißige Menschen haben hier unter mühsamsten Bedingungen dem kargen Sandboden ein Kleingartenparadies abgerungen. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt brachliegende Kräfte fristen dort ein mehr als bescheidenes Dasein. Die Schicksalsverbundenheit der Siedler kommt naturgemäß in der gemeinsamen Bekämpfung der Feaersgefahr zum Ausdruck. An vier rasch erreichbaren Punkten des weitverzweigten Geländes befinden sich Glaskästen, deren Scheibe im Notfalle von jedermann unschwer eingedrückt werden kann. Der Feuermelder gibt dann, laut am Meldekasten angebrachter Anweisung— mit dem aas dem Kasteninnern herausgenommenen Horn langgezogene Signale und alarmiert— in der Richtung auf das Feuer deutend— die freiwillige Brandhilfe der Kolonie. Hier würde sich die bekannte Tante aus..Leberecht Hühnchen" entschieden wohler und geborgener fühlen als im Innern der Riesenstadt, wo man zum nächsten Feuermelder eilt, und die Feuerwache unmittelbar über Ort, Art und Umlang des Brandherdes verständigt. Ein„Treuhänder". Wieder Rechtsanwalt zu zwei Sahren Gefängnis verurteilt. Einen Parallelefall zum Fall des Rechtsanwalts Dr. Häver, der sich am Tage seines Prozeßbeginns das Leben nahm, bildete die Per- Handlung gegen den Rechtsanwalt Alwin G o l l n e r. Hier wie dort waren die Gerupften Ausländsdeutsche: hier wie dort flössen die Gelder, die vom Reichsentschädigungsamt an die Klienten der Rechts- anwälte gezahlt wurden, in deren Taschen. Dr. Gollner mußte sich vor dem Schöffengericht Schöncberg verantworten. Die ihm van der Anklage präsentierte Liste seiner Verfehlungen enchielt 17 Fälle; 1 3 Fälle von Unterschlagung, 5 Fälle von Untreue und 2 von Betrug. Rechtsanwalt Dr. Gollner steht im 51. Lebensjahr. Nach dem Kriege war er im Reichsentschädigungamt tötig und bekleidete als Vorsitzender von Spruchkamincrn einen höchst verantwortungsvollen Posten. Dann ließ er sich als Rechtsanwalt nieder und benutzte die .Kenntnisse und Erfahrungen, die er sich von seiner Tätigkeit her im Reichsentschädigungsamt zugelegt hatte, um seine Klienten zu schädigen. Seine ersten Verfehlungen erfolgten eigentlich be- reits im Jahre 1921. Immer wieder zögerte er.mit der Auszahlung der Gelder, die er für seine Klienten vom Reichsentschädigungsamt erhielt; als die Sache zu brenzlich wurde, befriedigte er sie, indem er Gelder anderer Klienten angriff. Drei derartige Fälle sind bekannt geworden, jedoch nicht zur Anklage gebracht. Seit 1926 beginnen aber seine strafbaren Handlungen: bis zum Jahre 1930 konnte er ungestraft in ihnen fortfahren. Der Hauptgeschädigte ist die Finna Heinrich Brand in Hamburg. Als Rechtsanwalt Dr. Gollner für sie vom Reichsentschädigungsamt 26 000 M. ausgezahlt erhielt, verschwieg er ihr das und führte das Geld erst ab, nachdem er für die gleiche Firma ein Wicderaufbau-Darlchn in Höhe von 190 000 M. in Empfang nahm. Von dieser Summe oerbrauchte er 30 000 M. für seine eigenen Zwecke. Nichtsahnend betraute die Firma ihren mustergültigen Anwalt mit umfangreichen Grundstücks- geschäftcn, auch mit der Durchführung eines Antrages auf ein weite- res Wiedcraufbaudarlchen in Höhe von 125 000 M. Die Firn« verlor alles in allem an Gollner 130 000 M. Andere Klienten verloren zwar weniger, die Verluste waren aber schließlich nicht weniger schmerz- Haft. Es find darunter Summen von 1000 bis 10 000 M. Im ganzen flössen in die Tasche dieses Rechtsanwalts nach der Anklage etwa 200 000 M. Klientengelder. Wozu Dr. Gollner sie verbrauchte, ließ sich nicht feststellen. Das Gericht verurteilte den Rechtsanwalt Gollner, der sich selbst verteidigte, wegen Untreue in 13 Fällen, darunter in 9 Fällen in Tateinheit mit Unterschlagung, und wegen Unterschlagung und Be- truges in 2 weiteren Fällen zu einer Gesamtstrafe von z w e i I a h° ren Gefängnis. Dem Antrag auf Strafaussetzung wurde nicht entsprochen. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Gefängnis beantragt. Mit dem Fall des Rechtsanwalts Dr. Gollner Ist die Moabiter Liste der ungetreuen Anwälte leider noch nicht abgeschlossen. falscher Kriminalist im Vuchmacherstandal. Syndikus Ernst gegen Kaution hastentlassen. Der wegen Dioisenvergehens verhaftet« frühere Buchmacher- Syndikus des Rcichsverbandes Deutscher Buchmacher, I o s e f E r n st, ist am gestrigen Mittwoch gcgcn eine Kaution von 10 000 Mark auf freien Fuß gesetzt worden. Das Verfahren gegen ihn geht weiter, wahrscheinlich wird die Hauptverhandlung schon dem- nächst vor dem Schne lls chö ff e n g e ri cht stattfinden. Während die Formalitäten für die Haftentlassung schon eingeleitet waren, hatte sich ein S ch w i n d l e r an Frau Ernst in der M a s k e «inesKriminalbeamten herangemacht. Er war am Freitag in der Wohnung des Ernst erschienen und hatte sich unter Vorzeigen einer Erkennungsmarke als„Kriminalassistent Krause" vorgestellt. Er behauptete, auf Grund seiner Beziehungen werde es ihm gelingen, Ernst aus der Haft herauszubekommen, und er verabredete sich mit der Ehefrau für gestern morgen vor dem Kriminalgericht. Während sie dann in einem Cafe wartete, ging er in das Kriminalgericht, und zwar in das Zimmer des die Sache Ernst bearbeitenden Staats- anwaltschaftsrat Dr. Doinbrowski. Der wartenden Frau Ernst erklärte der falsche Kriminalassistent aber, Staatsonwaltschoftsrat Doinbrowski werde jetzt auf vierzehn Tage in Urlaub gehen und in seiner Ab- Wesenheit werde ein Assessor 5). die Sache bearbeiten, mit dein er, „Krause", auf Grund seiner guten Beziehungen die Haftentlassung durchsetzen werde. Dazu sei aber Geld nötig, und zwar mindestens in Höhe der für Ernst angebotenen Kaution von 10 000 M. Um die Sache endgültig zum Abschluß zu bringen, verabredete sich der Schwindler mit Frau Ernst gestern Nochmittag noch einmal in einem Cafe in der Nähe des Kriminalgerichts. Inzwischen hatte aber Frau E. auf Anroten der Verteidiger die Ltriminalpolizei benachrichtigt, die dann den falschen K r i m i n a l a s s i st e n t e n f e st n a h m. Es handelte sich um einen vierzigjährigen Friedrich H i l g n e r, von dem noch festgestellt werden muß, wie er von der Tatsache, daß ein Antrag auf Haftentlassung gegen Sicherheitsleistung für Ernst schwebte. Kenntnis erhalten hatte. Die Grube brennt. Acht Bergleute im Schacht bei Töplitz eingeschlossen. Prag, 16. März.(Eigenbericht.» Em paar Stunden nach einem Grubenbrand im Falkenaucr Revier, der vier Todesopser forderte, kam es gestern, kurz vor Mitternacht, aus dem kohinoor- Schacht im Bruch bei T e p l i tz in der Tiefe von 400 Metern zu einem neuen Brand- Unglück, das vermutlich a ch t bisher vermißten Bergleuten das Leben gekostet hol. Zur Zeit der ersten größeren Explosionen befanden sich acht Bergleute unmittelbar an der Anglücksstelle. Große Rauchschwaden sperrten ihnen jede Möglichkeit ab, sich in der Dunkelheil zu orientieren. Sie flüchteten in die Pumpenkammcr. vo einer von ihnen noch um 1412 Uhr telcphonisch die Werksleitung verständigte, daß sie von Rauchfchwadeu und Gasen bedroht seien. Das war das letzte Lebenszeichen der Eingeschlossenen. Es besteht leider wenig Aussicht, sie noch lebend zu der- gen. Die sofort eingesetzten Rettungsarbeiten muhten eingestellt werden, da bei der furchtbaren Hitze in den Stollen die Gnminitcile der Gasmasken zerstört wurden. Die einzige Hoffnung, daß sich die Eingeschlossenen doch noch in einen Luftschacht retten konnten. ist sehr gering, zumal heute Signal« von außen durch den einzigen in Betracht kommenden Luftschacht unbeantwortet blieben. Von den übrigen, zur kritischen Zeit in der Grube befindlichen Sicherungs- Mannschaften wurden etwa vierzig von den Kohlenoxyd gasen betäubt. Ein Teil von ihnen mußte in das Spital ei» geliefert werden. Der Brand ist wahrscheinlich durch Selbstentzün- dimg von Kohlenstaub entstanden. Der Betriebsausschuß der Grube hatte wiederholt vergeblich auf die großen Gefahren mo m e n t e aufmerksam gemacht, die sich durch die große An- Häufung von Kohlenstaubmassen in der Grube ergaben. Ein weite- res Verschulden der Wcrklcitung besteht unstreitig darin, daß der Sicherheitsdienst in der Grube während der Feierschicht nicht von ortskundigen Feuerwächtenr, sondern von dem Allssichtspersonal versehen wurde. Leichenfund in der panke. Die Mordkommission wurde in.den gestrigen späten Abendstunden nach Blankenburg asarmiert, wo im Pankebett die Leiche eines Mannes gefunden wurde.. Der Tote, der mit.'einecn graubraunen Ulster bekleidet ist, lag mit dem Kopf halb unter dem Wasserspiegel. Die Mordtommission unter Leitung des Kriminalkommissars Wcrncburg stellte fest, daß die Leiche etwa 4 bis 5 Tage im Wasser gelegen hat. Die Polizei hat bei der Kürze der Untersuchung, die sich in der Dunkel- heit im Scheinwerferlicht sehr schwierig gestaltete, noch nicht fest stellen können, ob es sich um einen Unglücksfall oder um ein Verbrechen handelt. Theater in der Stresemannstraße. Die Premiere von„Das Ende vom Lied" mit Fritz Kortncr ist von Donnerstag auf Freitag. den 18. März, abends 2 0 Uhr, verlegt worden. Die Donners- tog-Kartcn behalten Gültigkeit. Aus dem Russischen übertragen von Werner Bergengruen. Wenn sie auf ehemalige Kameraden zu sprechen kamen, von deren weiterem Schicksal sie nichts wußten, so erzählten sie mitunter Dinge von einem alle Begriffe übersteigenden Blutdurst, von einer scheinbar vollkommen unerklärlichen Grausamkeit. Einigen 5)äftlingen. die doch selbst allerhand miterlebt und allerhand„feuchte Angelegenheiten" hinter sich halten gingen diese Geschichten zu weit, sie erwiderten mit durchaus ablehnenden Bemerkungen. Die Mörder, deren es unter den Landstreichern eine ganze Reihe gab. erzählten nie von ihren Taten; wollte ein anderer davon beginnen, so fielen sie ihm mit Schärfe ins Wort. Einen, der eine Geschichte dieser Art zum Besten geben wollte, suchte der Mann ohne Gedächtnis zweimal zum Schweigen zu bringen, aber er ließ sich nicht hindern. Er erzählte, wie er einmal mit drei Freunden bei Nacht in das Haus eines begüterten Geisllichen eingedrungen war; mit offensichtlichem Vergnügen malte er alle Einzelheiten aus. verweilte lange bei unwescntlichn Nebendingen und schilderte besonders eingehend die Qualen seiner Opfer. „Also, ich sage ihm:„Väterchen", sage ich,„wo hast du dein Geld?"„Ich habe keins". antwortet er.„Nein. Geld habe ich nicht."„Bäterchen". sage ich,„sage es uns schon lieber. Dein Geld müssen wir haben, und wenn wir dich in Stücke schneiden sollten." Wir wußten ganz genau, daß er Geld hatte, es war nur gehörig versteckt. Die Sache war richtig ausbaldowert, einer" von seinen Leuten hatte es ausgequatscht. Aber der Pape war geizig, er wollte das Geld nicht geben, ums Ver- recken nicht. Also ich ihm mit dem Fuß an die Kaldaunen. Nicht einmal„Piep" hat er gesagt. Schnauze zu, kein Ton. „Wo ist das Geld?" Er sogt nichts. Seht da im Hemd, zittert, ist ganz blau, macht Stielaugen, sagt aber keinen Ton. Ich sage ihm: „Paß auf, Väterchen", sage ich,„ich ziehe dir das Fell ab. Schon besser für dich, du sprichst. Wo ist das Geld?" Er sagt keinen Ton. Meine Freunde fragen im Nebenzimmer die Popenfrau. Aber das Aas will auch keinen Ton sagen. Ich schreie ihnen zu: „Vringt sie her. Soll sie zusehen, wie wir ihrem Alten die Fersen räuchern." Sie bringen sie an, Hemd herunter, sie ist splitternackt. Den Popen legen wir auf die Bank, binden ihn an und dann die 5ierze ihm unter die Hacken gehalten. Der hat aber ge- brüllt! Wir ihm Lappen in die Schnauze gesteckt und wieder mit der Kerze an die Fußsohlen. „Wo ist das Geld?" „Hab keins." Also wieder mit der Kerze. Die Haut zischt, stinkt, der Pope will sich losmachen, die Frau strampelt auf dem Bett. sie kriegt ein Kissen in die Schnauze gestopft, wird ein bißchen vorgekriegt, war ein strammes Frauenzimmer. Mach, was du willst, keiner sagt einen Ton. Wir sengen ihm den Bart ab, reißen ihm Haare aus der Mähne, das Frauenzimmer wird der Reihe nach vor seinen Augen abgeknutscht, aber von Geld keine Spur. Wir haben das Haus durchgewühlt, dos unterste zu oberst. Nichts zu finden! Na, also müssen wir wieder abziehen. Ihm haben wir noch mit dem Beil- rücken die Kohlrübe kaputt gemacht, und sie haben wir mit Kissen erstickt. Aber zum Mitnehmen Hats nichts gegeben als ein bißchen Bruch... eine Uhr, ein Armband, ein paar Ringe... weiter nichts." „Aber warum habt ihr sie denn umgebracht?" „Na, was denn sonst wohl? Sonst verpfeifen sie einen doch! Das ist nun mal so. Läßt du so einen am Leben, der zeigt dich an. So einer mutz hin werden, das ist eben nicht anders." Aus solchen Gründen also wurden ganze Familien niedergemetzelt, einschließlich der kleinen Kinder. Nur die Säuglinge ließ man am Leben. Im Laufe dieses selben Ge- spräches wollte mir einer beweisen, daß es in solchen Fällen gar keine andere Möglichkeit gäbe, und so erzählte er, sie hätten einmal eine ganze Familie umgebracht, aber einen Jungen von vier Jahren am Leben gelassen. Als das Kind und die Mörder später konfrontiert wurden, da erkannte es sie sofort aus der Menge der übrigen Verdächtigen heraus und erklärte mit Bestimmtheit:„Diese Onkel haben Papa und Mama mit dem Messer gestochen." Also gebot die einfachste, unwiderleglichste Logik, bei einem Raubüberfall niemanden am Leben zu lassen, mit Aus- nähme der Brustkinder. Und danach hatten sich diese Männer denn auch gerichtet. Um diese These zu erweisen, erzählten sie mir noch eine ganze Reihe Geschichten von geradezu unvorstellbarer Grau- samkeit; aber wie sie sagten, mußte das alles nun einmal fein, wenn man die eigene Haut retten wollte. Auf einem Gehöft hatte eine Räuberbande die ganze Familie umgebracht: den Besitzer und seine Frau, seine alten Eltern, Knechte, Mägde und Kinder, insgesamt zwölf Men schen. Zunächst hatten sie alles, was ihnen des Mitnehmens wert war, an sich genommen und als es ans Aufbrechen ging, da hatten sie sich zuerst nicht entschließen können, eine so große Anzahl wehrloser Menschen zu töten. Dann aber hatten sie miteinander beratschlagt und waren zu der Meinung ge kommen, es ginge doch nicht anders. Und nun hatten sie allen zwölfen, die an Händen und Füßen gefesselt, mit Lappen und Tüchern geknebelt, auf dem Boden lagen, allen, vom Greis bis zum Wickelkind, sachgemäß und methodisch die Gurgeln durchgeschnitten. In einem anderen Falle hatten die Räuber das Besitzer- ehepaar getötet. Beim Fortgehen, schon in der Tür. horte» sie plötzlich ein Kind weinen. Sic drehten sich um und sahen ein eben aufgewachtes, fünf- bis sechsjähriges Kind weinend in seinem Bett sitzen. Es blieb ihnen nichts übrig, als umzu- kehren und das Kind abzuschlachten. Das alles wurde überaus sachlich erzählt, ganz ohne Um- schweife. Es sollte damit ja auch nur bewiesen werden, daß es in solchen Fällen eben nicht anders ging. Burstein rief erschüttert:„Mein Gott, mein Gott! Das ist doch nicht möglich' Das kann doch gar nicht sein, daß man kleine Kinder umbringt! Das ist doch grauenvoll! Das gibt es doch gar nicht!" Der Mann ohne Gedächtnis antwortete, ruhig wie immer:„Es gibt alles. Einfach alles. Das sind dumme Redensarren. Es gibt noch ganz andere Dinge." (Fortsetzung folgt.) � Disput um Sprotten. Die Fischhändler äußern sich zur Preisspanne. Der„Vorwärts" hat mehrmals ine Preis« für Räucherwaren kritistert. Zuletzt, am 24. Februar, veröffentlichten wir«ine Zu- ichrift, die sich gegen die hohe Preisspanne bei den sogenannten Kieler Sprotten wandte. Der Reichsoerband der deutschen Fischhändler fendet uns nun folgende Erläute- rung, wie der Sprottenpreis zu guter Letzt zustande konmit. Es heißt da: „Der angeführte Preis für die Rohware von 2 M. pro Zentner ist nicht der reguläre Preis, welcher für die zum Räuchern aufge- lauften Sprotten an den Fischer gezahlt wird, sondern ist der Preis, der von den Fischmehlfabriken für die unverkaufte Ware gezahlt wird. Im Dezeniber 1931 betrug der Durchschnitts- preis für die Rohware pro Kilo 13 Pf. Es erhält also der Fischer im Durchschnitt ö bis 8 Pf. pro Pfund. Di« nun folgenden Un- kosten belasten die War« außerordentlich hoch, da die Schwierigkeiten bei der Ostseefifcherei besonders groß find. So müssen die Roh- Produkte von der Anlondung durch haltlose Sandwege, die oft noch durch große Schneefälle unwegsamer werden, zur Räucherei gebracht werden, wobei durch ein Doppelgespann an einem Vormütag hoch- ftens 10 Zentner fortgeschafft werden können. Dann müssen die Sprottheringe zum Räuchern einzeln an den Räucherhaken befestigt werden, was wieder sehr mühselig und zeitraubend ist, ebenso er- fordert auch das Verpacken in die Berfandkiften weitere Unkosten. Würden hierfür die regulären Arbeitslöhne in Anrechnung kommen, dann würde dos«ine derartige Unkoftenbelastung ergeben, die die Ware um das sechs- bis achtfache verteuern. Ein weiterer Verlust entsteht durch das Räuchern, und zwar gehen 40 Proz. dadurch verloren. Bei der im Handel üblichen Verpackung in Kisten mit 12 Pfund Nettoinhalt stellt sich die Berechnung wie folgt: 20 Pfund Rohware ä 6 Pf.... 1,20 M. Transport zur Räucherer, Arbeitslohn und Rauchverlust....... 0,60, Kiste mit Papierauslagc..... 0,40„ Bahnsvacht, An- urtb Abrollgeld.. 0,35« Kommissionsgebühr für den Groß- Handel 10 Proz......... 0,26„ zus. 2,81 TL Je nach dem Aussehen und der Qualität der Ware werden diese 12-Pfund-Kisten an den Kleinhandel für 2,40— 3,40 M. pro 12-Pfund-Kiste abgegeben. Für die Ladengeschäfte kommen Haupt- sächlich nur die besten Qualitäten in Frage und ist der Erlös bei einem Verkaufspreis von 40 Pf. pro Pfund einschließlich Schwund und Einwiegewicht von 11 Pfund ä 40 Pf-= 4,40 M. Es wird also an einer solchen Kiste«in Bruttoverdienst von 1 M. erzielt. Der Aufschlag betragt demnach etwa 30 Proz., was aber der Klein- fcrndel unbedingt haben muß, da die Geschästsunkoften in keiner Weise irgendwie gesenkt worden sind, während der Umsatz um 30 bis 35 Proz. zurückgegangen ist." Wahnsinnstai eines Eifersüchtigen. Einen Arzt erschossen, sich und die Geliebte vergifiet. Belgrad, 16. März. Wie aus S u b i t i tz a(Mariateresiopel) berichtet wird, wurde dort der Oberarzt des jüdischen Krankenhauses Emmerich S z e k e l y in seinem Ordinationszimmer von einem blinden Beamten der Standard Oil Co. namens Petras erschossen. Der Mörder begab sich nach der Tat in sein Hotel, wo er seine Begleiterin Maria Miwong und dann sich selbst vergiftete. Petras hatte vor einiger Zeit aus Eifersucht seine Frau angeschossen und dann sich selbst eine Kugel in die Schläfe gejagt. Er glaubte, seine Frau sei wt. Petras selbst erblindete. Er wußte es so einzurichten, daß er in das Ordinationszimmer des Arztes, dem seine Eifersucht galt, ge- langte. Er erschoß diesen und führte dann, in sein Hotel zurück- gekehrt, den Mord und Selbstmord aus. Günstige Züge sür die Osterreise. Auch in diesem Jahre wird am Gründonnerstag, 24. März, und Ostersonnabend, 26. März, eine Nachmittageilzugver- b i n d u n g nach den Ostseebädernder Insel Usedom geschaffen: an diesen beiden Tagen oerkehrt jeeinEilzugsBor- z u g 129) von Berlin, Stettiner Bahnhof, um 13.50 Uhr bis Heringsdorf. Auch die beliebten durchgehenden Verbindungen ohne Um st eigen in das Rheinsberger Ausflugs- gebiet sind zu Ostern wieder vorgesehen. Nach Z e ch l i n- Flecken, über Löwenberg-Rheinsberg verkehren je ein Personen- zug am 2 5. u n d 2 7. M ä r z ab Stettiner Bahnhof 7.07 Uhr, und am 26. März ein Zug ab Stettiner Bahnhof 15 Uhr. Außerdem verkehrt der sehr beliebte Eilzug 161, Berlin, Stettiner Bahn- Hof. ab 12.25 Uhr über Stettin nach Stargard am 19.. 24>. 26. März. Dieser Eilzug soll dann weiter an jedem Sonnabend bis zum Fahrplanwcchsel am 22. Mai fahren. In der Nacht vom 24. zum 25. März und vom 26. zum 27. März wird der zwischen Berlin, Anhalter Bahnhof, und Elsterwerda verkehrende Personen- zug? 320 bis Dresden Hauptbahnhof durchgeführt. Der Zug hält zwischen Elsterwerda und Dresden Hauptbahnhof nur in Dresden-Neustadt und trifft in Dresden Hauptbahnhof um 3.36 Uhr ein. Wie die Reichsbahndirektion Berlin mitteilt, find zu den beiden billigen Lbstersonderzügen nach Ostpreußen am 23. und 24 März noch Karten erhältlich. Diese Fahrkarten brauchen nicht schriftlich bestellt zu werden, sie können am Fahrkartenschalter des Bahnhofs Friedrichstraße direkt gelöst werden. Todesauto in der Kantstraße. Vor dem Haufe Kantstraße 105 in Charlottenburg wurde gestern abend der 58 Jahre alte Oberingenieur Oskar Rudloff aus der Benningsenstraße 17 von einem Prioatauto erfaßt und überfahren. R. erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport zur nächsten Rettungsstelle starb. Das Unglücksauto wurde von der Tänzerin Marianne Winkel st ern selbst ge- steuert. Sie soll In ziemlich schnellem Tempo durch die Kantstraße gefahren sein._____ Goethe-Ieier der„Jcelra Sozialistischen Hochschule". Am kom- Menden Sonnabend, den 19. MärJ), 19H Uhr, spricht Hermann W e n d e l- Frankfurt a. M. anläßlich des 100. Todestages Goethe« im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Straße 3. über das Thema:„Goethe und die Gegenwart".' Außerdem wird Dr. Erich F o r t n e r Dichtungen aus Goethes Schaffen zu Gehör bringen. Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. sind an den be- kannten Verkaufsstellen erhältlich.(Karten zum ermäßigten Preise für Erwerbslose und Studierende an der Abendtasse.) Rflont� Rosenthal 3m weile reu verlauf der Vernehmung des Zeugen Moritz Roseulhal, der durch Gerichtsbeschluß unvereidigt blieb, rlchkeie der Vorsitzende au ihu die Frage, wieso es komme, daß er zu einer Sitzung hinzugezogen wurde, bei der über den Ver- kauf des städtischen Grundstücks iu der So m m a u- bauten st rage au die Sklareks beraten wurde. Als der Zeuge diese Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten suchte, meinte der Vorsitzende:„Sie fragen mich mehr, als ich Sie." Rosenthal erklärte dann, daß er wegen der Grundstücks- angelegenheit mit dem Oberbürgermeister in einer Sitzung gesprochen habe und räumte dann auf weitere Fragen ein, daß er aus Ver- anlasiung des Oberbürgermeisters zu der Sitzung hinzugezogen wurde, und zwar aus dem Grunde, weil er als alter Berliner sehr gut mit Grundstücksanoelegenheilen Bescheid wisse. Der Vorsitzende kom dann auf einen Brief zu sprechen, den der Angeklagte L e h- mann an Max Sklarek geschrieben hat und in dem ge- sagt wird, er solle sich wegen der Grundstücksangelegenheit mit Rosenthal und Brokat in Verbindung setzen. Willi Sklarek: Dieser Brief ist mir ganz neu. Vors.: Das glaube ich schon, den haben wir erst neulich bei der Haussuchung bei Max Sklarek gefunden. Uebrigens haben wir da noch einen Brief gefunden, den Sie, Will Sklarek, am 24. Februar 1929 an Ihren Bruder ge- schrieben haben. In dem Brief heißt es: „Lieber Max, Deinen Brief habe ich erhallen und ist die Sache Jugendweihen der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften Berlins Sonntag, den£0. März Adlerthof: Saal von Wöllstein, öisrnardtslrabe. Beginn 11 Uhr. Weiherede: R'-kfor Wend cke Berlin: Volksbühne, Theater am Bülowplatü. Beginn Uhr. Berlin: Vo'k- höhne, Theater am Bülowp'atz Beginn 12 Uhr. Hohen-Neuendoif: Rest„Zur Klause* a. Bahnhof Beginn 10 Uhr Weiherede: Willi Wollt Köpenick; Aula d. Dorotheenschule, Oberspreestr Beginn 10 Uhr. W iherede: Dr Kurt Löwenstein, M d R. Llcfaienberg: Aula der Schule Sehl chtallee Beginn 10 Uhr. Neukölln: Neue Welt, gro&er Saal. Hasenheide Beginn toZH Uhr Weltzensee; Aula der weltlichen Schule, Park-, Ecke Amalienstrafce. Beginn 10 Uhr. Weiherede: Lehrer Weib. Kai freitag, den 25. März Berlin: Vo'kshühne, Thealer am Bülowp'atz. Beginn 914 Uhr Berlin: Volksbühne, Theater am Bülowplafz. Beginn 12 Uhr. Berlin: Grobes Schauspielhaus, Karlstrabe Beginn 11 Uhr PROGRAMM: Musik, Gesangs-, Sprech- und Bewegunpschörc. Rezitationen. Weiheicde In der Vonabahne: Aufiühnmg des jugendweihespie s von Walter May: „Zurr Lande er Gerechten" In NeokSUa und G-cges Sdiaaspielbaiu: Autführung des Jugendwcihc- splels von Bruno ScrönlanK: Seid g weihtl" Eintrittspreis Gas: karten 7» Pf, fVolksbühne, Gr Schauspielhaus und Neukölln 50 Pf). Kinde, karten 50 Pf. Elntri'tska'ten sind am Tage der We h�n an den Kassen erhältlich. Alle Räume werden t/> Stunde vor Beginn i'eöffnet Streit um Chinesenknaben. Feindschaft unter chinesischen Artisten. Cm rätselhafter Einbruch bei einem alten chinesischen Ar- tisten, der Führer einer Akrobatengruppe ist und in einem Hotel in der Friedrichstraße Wohnung genommen hatte, beschäftigt gegen- wärtig die Dienststelle III. 1 des Polizeipräsidiums. Der alte Chinese war mit einem 15jährigen Jungen und zwei fast gleichaltrigen Chinesinnen nach Berlin gekommen. Hier gab er mit ihnen artistische Schaustellungen. Der alte Mann hatte sich 4000 Mark gespart und dieses Geld in seinem Koffer verwahrt, bis es ihm jetzt gestohlen wurde. Der alte Mann verdächtigte sofort einige seiner m Berlin lebenden Landsleute Es handelt sich dabei um Angehörige einer anderen Artistentruppe, die insbesondere aus jungen Leuten besteht und aus verschiedenen Gründen mit dem Alten in Feindschaft lebt. Die Kriminalpolizei lud dies« Leute vor, um sie zu vernehmen. Ein Dolmetscher mußte zu Hllse geholl werden, um sich mit den Chinamännern zu verständigen. Die ver- dächtigten Landsleute stritten den Einbruch natürlich ab. Als Er- klärung dafür, daß der Alte gerade sie verdächtigte, gaben sie folgendes an: Sie, die Jungen, wollten den jungen Begleiter des alten Artisten für sich gewinnen. Dieser kam aber nicht zu ihnen, sondern blieb bei ihm und den beiden Mädchen aus Peking. Es entspann sich daher zwischen den beiden Truppen ein heftiger Streit um den fünfzehnjährigen Chinesen. Die Aussagen der jungen Chinesen wurden aber von dem Alten damit erklärt, daß sie ihn gern hinter Schloß und Riegel sähen, um den 15jährigen Burschen für sich zu gewinnen. So entstand nun in den Zimmern der Dienststelle III. 1 ein kleiner Chinakonslikt und Gelb stand sich Gelb gegenüber. Die junge Truppe behauptete ferner, daß der Alte überhaupt kein Geld gehabt hätte, und daß er den Einbruch nur fingiert habe, um sie in den Verdacht zu bringen und u n- schädlich zu machen. Zwischen den beiden Artistengruppen ist also ein Kampf um eine junge Hilfskraft entstanden, in desien Hintergrund ein rätselhafter Einbruch auftaucht. Wer ist der beste Friseur? Das diesjährige Preisfrifieren des Damenfriseur- und Perücken- macher-Gewerbevereins Berlin 1884 e V. vereinigte im Z o o eine große Anzahl Anwärter um den„großen Preis von D e u t sch- fand". 60 geschickte Friseure aus Deutschland, BelgiVn, der Schweiz. Oesterreich, der Tschechoslowakei und Polen hantierten mit dem Dauerwellenapparat, Kamm. Nadeln und Papilloten-, vor allem aber sind es die Hände, die das Kunst- werk einer Frisur gestallen. Wie der Bildhauer seme Masse knetet, so drückt und quetscht und legt und formt der Friseur die Haar- wellen solange, bis sie die richtige formschöne Sestall erreichen Die Handfertigkell ist gerade in diesem Jahre von ganz besonderer Bs- deutung, denn die Mode will, daß der Kopf wie modelliert erscheine. die Wellen sollen sich schräg über den ganzen Kopf formen, um fett- llch ln kleinen Löckchen auszuklingen. Die Farbe der Saison ist Blondr Der Nackenschnllt ist etwas kürzer geworden und zeigt wieder die Nackenlinie, Dauer- und Wasierwellen sind nach wie vor die unentbehrlichen Attribute der schönen Frisur. Vor 60 Spiegeln saßen 60 Modelle, die geduldig dem Hintermann ihren Kopf überließen, Blond dominierte. Unter den Iivr81llgrsk-vr>et bleibt unvereidigt Schalldach von unserer Selle gut erledigt. Trotzdem wird Donnerstag nack) unserer Meinung der Antrag nicht glatt lausen. Mo- meillan ist 80—81(Bors, einfügend- Das Grundstück Konrman- dantenstraße) wichtiger. Fritz Br(Vors.: Brolat), Gustav(Vors.: Degner), alle Freunde sagen uns, in diejer Angelegenlieit kann doch nur Fritz Schn.(Vors.: Schneider) Helsen und finden es sehr komisch, daß der liebe Fritz so verschwiegen ist. Mit Neuendorfs habe ich heute die erste Unterredung. Ich werde mir betreffend Ankäufe verhairdeln. Unser Fritz Schn. sagte in Gegenwart von M. Ros.(Vors.: Roseillhal), natürlich privat— wie immer nur privat—. wie es mit dem Lokal Mannheimer wäre. Wir konnten uns über den ulkigen Vorschlag nur auslachen. Aber für gute Witze ist Fritz immer zu haben. Es grüßt Dich vielmals Dein Bruder Willi." Vors.: Die Form des Briefes läßt ja nicht gerade auf große Feindschaft zwischen Ihnen und Max schließen.(Heiterkell.) Rosen- thal erklärte zu diesem Schreiben, daß er aus dem Sinn nicht schlau werde und sich auf das angeführte Gespräch nicht entsinnen könne. Der Vorsitzende hielt Rosenthal dann noch die Aussage des Zeugen K i m b e l vor. in der dieser mll großer Bestimmtheit sagt, daß der Herrenabend, an dem die Gebrüder Sklarek und Roseillhal teilnahmen. am 23. September 1929, also drei Tage vor der Ver- Haftung der Sklareks. stattfand. Rosenchal. der am Vormittag be- stritten hatte, daß dieses Fest drei Tage vor der Verhaftung statt- gefunden habe, räumte dann ein, daß das Datum stimme. Er er- zählte dann noch einen anderen Vorfall, daß Staatsanwallschaftsrat Wasmund ihm drei Wochen nach der Verhaftung der Sklareks er- zählt habe, daß die Brüder einen Tag vor der Festnahme sich die Sache mit der Stadkbank gegenseitig offenbart und überlegt hätten, ob sie der Sladtbank oder der Staatsanwaltschaft die Angelegen- heit enthüllen sollten. Wasnmnd habe das von den Frauen der Sklareks erfahren. Nach weiteren Fragen an den Zeugen Roseillhal stellte der Vorsitzende die Frage seiner Vereidigung zur Erörterung. Staatsanwalt Jäger: Die Stellungnahme Rosenthals im Kreditausschuß ist nicht eindeutig, und es bleibt die Tatfache bestehen, daß er einer Firma, mll der er selbst in Geschäftsverbindung stand, Kredite bewilligt hat. R o s e n t h a l: Ich habe die reine Wahrheit gesagt und kämpfe hier um meine Ehre. Ich bin als jüngstes Mitglied in den Kredll- ausschuß gekommen und habe dort meine Pflicht getan. Ich habe den dringenden Wunsch, daß das Gericht mich vereidigt. Nach längerer Beratung kam das Gericht dann zu dem Beschluß, den Zeugen Moritz Rosenthal nicht zu vereidigen. weil er an einer der zur Verhandlung stehenden Taten als Be- günstiger verdächtig seL Das Gericht sei nicht um die Aussagen Hoffmanns und Schröders herumgekommen, und die Prüfung, wem zu glauben sei, sei für Rosenthal ungünstig ausgefallen. Wenn der Verdacht der Begünstigung ein auch noch so entfernter sei. so habe nach dem Gesetz eine Nichtvereidigung erfolgen muffen. Die Der- Handlung wurde dann aus den 1 8. M ä r z. 9 Uhr früh, vertagt, und zwar sind Obermagiftratsrat Dr. Brandes. Obermagistrots- rat C l e m e n tz, Bürgermeister Franz und für Nachmlltag der frühere Stadttämmerer Lange als Zeugen geladen. Klängen der Musik wurde fleißig gearbellet, streng kontrolliert von den Vertretern der Fachwissenschaft, bestaunt und bewundert von einem zahlreichen Publikum. Berlin ging auch diesmal wieder als Sieger aus dem Rennen hervor, den ersten Preis in Form eines hohen Geldpreises und der Anwartschaft auf zwei gestiftete Wander- preise erhielt Herr Friemelt, Berlin, ebenso fielen der zweite und dritte Preis auf Berliner Teilnehmer. postraub im D für bt»i« Zil-brtf ft-d Berti» TW«. Liadenstratz« Z Groß-Berlin stet» aa da» Bezirk,! ekretorta» t. Hof, 2 Zrevve» recht», zu richte» 1. itrei». Freitag, den 18. März. IS.80 Uhr.«riisv-rtr-ttiaersammlung u» Lokal des gentrums, Zlosenthaler Str. 8«. Stellangnahme zum Bezirks. varteitag. Äuträge und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch und Mandat kein Zutritt. ?. itrei«. Achtung!«r-isvertretertag! Di- Abteilungsleller werden ersucht, den Delegierten zum Kreisvertretertag, welcher am Sonnabend, dem 18. März, 1S.S0 Uhr. in den Arminiush-N-n stattfindet, dl- Legitim-tions. karten zuzustellen. Stellungnahme zu den lammenden Landtagswahlen. Ztefer»nten: Genosse Meier und Genosse Weiner. 4. itrei». Achtung! Heute. Douuerstog. de» 17. März, 20 Uhr, an bekannter Stelle und nicht Freitag,---------- stände» mit de» AbteilaNl den 18. März, Sitzung de» engere» itrei»»»!. llitBffiilciicsik, i. Luis. Achtung! Der itrei-uertretertag tiabrt nicht Freitag, be» 18. Mir,, sondern Mittwoch, den 28. Mir,, im LIktoriagnrte», Bilbelmsaue, statt. Referat de» Genossen?ra», itünstler, R. d. R. Mitgliedsbücher und Mandat« find als Ausweis osriuz-ige». 11. itrei». Heute, Donnerstag, den 17. März, 18 Uhr, Zusammenkunit der erwerbslosen Parteimitglieder bei WiN, Martin-Lutber-Etr. SS.„Die Grundlaaen des deutschen Faschismus.-' Rescrent: S. P. Mayer.— Freitag. den 18. Mär,. 20 Uhr, itr-isvertretertag im Dcscllschaftshaus des Westens, Hauptstr. S0 Z2. Vortrag des Genossen Professor Rcilting, M. d. L., über: „Die»olitifche Lage und die Preustenwahl."— Stellungnahme zu den Vorschlägen für die KandidatkN.— D-r itr-i-vorstand kommt bereits um 17.48 Ubr im gleichen Lokal zusammen. 13. itrei«. Freitag, den 18. März, 20 Uhr. Äreisvertreter-ers-mmlung bei Kohlke, Mariendorf, Chaufsecstraßc. itreisvorstand 19.80 Uhr dortselbst. 14. Kreis. Die Ordner zur Jugendweihe am 20. März in der„Neuen Welt" treffen sich Sonntag vorm. 8 Uhr dortselbst. fede Abteilung stellt drei Ordner. 18.«reis. Deutscher Freidenkerverband, Zahlgruovc 21: Freitag, 18. März, von 20 bis 22 Ubr, Kirchenaustrittsabend in Köpenick, bei Eisncr. Kaiser. Wilhelm-Str. 8: in Bohnsdorf bei Heimann, Waltersdorfcr Etc. 100. Legi» timation ist mitzubringen. Gefebliche Gebühr 2 M. 1!». Kni». Am Freitag, dem 18. Mär,, 20 Uhr. Werbeoersammlung im„Tür. kischen Ztlfy Berlin-Vankow, Breite Straße 14. Referent: Genosse Dr. Ostrowski, Bürgermeister vom Bezirksamt Prenzlauer Berg. „Berlins Berwaltungsreform." Erscheinen aller parteigenässischen Be- amten und bei Bebörden tätigen Angestellten und Arbeiter ist Pflicht. Gäste können eingeführt werten. 20.«rri». Heute, Donnerstag, drn 17. März, 18 Uhr. Zusammenkünfte der erwerbslosen Parteimitglieder an folgenden Stellen: Retnickenborf-Ost in der Schule Hopvestraßc. Lichtbilderuortroa.— Reinickendorf West: Außen. svielplaß. Vortrag des Genossen Kurt Biging.— Tegel, im Jugendheim Schöneberger Str. 8. Vortragende: Elfriede Wollmann.— Wittenau: im Sugendbeim Neue Schule. Vortragende: Martha John. 7. Abt. Die Ausweise zum Kreiovertretertaa werden den Delegierle« am Saaleingang ausgehändigt. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. 8. Att. Heute. Donnerstag, den 17. März. 20 Uhr, im Heim Senthiner Straße 17. Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder.„Togespaluil." Referent: Emil Steinte. 24. Abt. Die Gruppenführer werden gebeten, heute, Donnerstag, den 17. März, abends, die Kreisvertreterausweise vom Abteilungskassierer abzuholen. 81. Abt. Kreisjahresberichte und Mandatkarten für die Kreisvertreterver- fammlung flnd ab beute von Eoldschmidt abzuholen. 42. Abt. Freitag, den 18. Rärz, 20 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Partei. Mitglieder im Jugendheim Porckstr. 11.„Giftgaskrieg— Zukunftskrieg.'- 53. Abt. Die Delegierten erhalten ihre Karten in der Krcisvcrtreterver- fammlung. 121. Abt. Freitag, den 18. März, 20 Ubr, Werbefest der Sozialistischen Ar- deiterjugend in der Schulaula Säiulstraßc. Partcimitglicdcr und An» gehörige sind herzlichst eingeladen. Eintritt frei. 18«. Abt. Der Kursus Dr. Schlesinger geht am Donnerstag, dem 17. März, 20 Uhr, im Jugendheim, öchöneberger Straß», weiter.' 142. Abt. Freitag, den 18. März, Abfahrt zur Kreisvertreteruerfammlung 19.88 Uhr Vorortbahnhof Waidmannslust. Arbeilsgemeinschafi der kinderfreunde Groß-L erlin. g Kreisleiterfitzung. morgen, pünktlich 19.20 Uhr, im Jugendheim | Lindenstraßc 4. Wir bitten, die Anträge für die Gencralversamni» lung mitzubringen. |j| Bilmersdorf: Der velferschulungslursus beginnt am Freitag, D dem 18. März, und findet achttätig von 20 bis 22 Uhr im Jugend- W heim in Wilmersdorf, iMilhelmsane 123, statt. wm Mitte: Heute Kreisbelfersitzung im Jugendheim Elisabelhkirch- straße 19. Erscheinen aller ist Pflicht. Friedrichehain: Morgen, Freitag, den 18. März, zur Kranzniederlegung straße öik. Abt. Landsberger Plag: Heute. 19.89 Uhr, Werbcfeicr mit der SAI.. Schulaula Schwcdenstraßc 21(Landsberger Platz). Eintritt frei. Pro. gramm 19 Pf. Köpenick: Heute Elternversammlung, 20 Uhr, Partctzimmer, Schloßstr. 27. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 42. Abt. Am Montag verstarb nach langem Leiden unser Genasse Paul Pfeiffer, Schleiermachcrstr. 8. Einäscherung am SonnabeiG, den: 19. März, 14.80 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung wird erwartet. 7«. Abt. Am Montag, dem 14. März, verstarb unser bewährter Genosse .... Andenken! Die Ein- im Krematorium Wil» 86. Abt. Unsere Genossin Elisabeth Ruppin, Richterstr. 48, ist nach langer, schwerer Krankheit anl 11. März im Krankenhause gestorben. Ehre ihren: Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag, dem IL. März. 17.30 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg stall. «8. Abt. Am Montag, dem 14. März, verstarb unsere Genossin D o r o. thea Hagedorn im 82. Lebensjahr Die Einäscherung findet am Freitag, dem 18. März, 15 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt. Um rege Beteiligung bittet der Abteilungsvorstand. 113. Abt. llnfer alter Kämvfer August Preß er, Sch-rnwedcrstr. 84, der schon lange vor dem Sozialistengesetz der Partei beigetreten war, ist am Montag, dem 14. März, im 87. Lebensjahr verstorben. Wir werden seiner stets in Ehren gedenlen. Einäscherung Freitag, den 18. März, 15.30 Uhr, Gcrichtstraßc, kleine Halle. Rege Beteiligung erwartet der Borstand. W Sozialifilsche Arbeiterjugend Groß-Berlin Einsendungen für dies» Rubrik nur an das Iugendl-Uetariat Berlin SW 88 Lindeustraße 2. vorn l Treppe rechts Prsletarische» Orchester der TAI. Gesamtorchesterprobe um 20 Uhr in de« Karl. Marx. Schule, Neukölln, Kaiscr-Friedrich. Straße. Heule, Donnerstag. 17. März. 19>- Uhr: Rorden: Lorßlngstraße. Heiterer Abend.— Arnswalber Platz II: Rasten- burger Str. 18. Gewerkschaften.— Falkplaß I: Sonnenburaer Str. 20. Tages». Politik.— Humannplatz: Gleimstr. 38/85. Gedenkfeier für die Märzgefallenen. Busch.— Kottbusser Tor: Urbanstr. 187. Aufgaben und Ziele der EAI. Südwesten: Lindensir. 4.„März 1848."— Echönebera IN: Hauptstr. 15. Die Präsidentenwabl.— Zelileudorf. Dahlem: Zinnowaldschule Schliefenstraße. Osterfahrtbesprechung.— Tchöneweidc I: Gcmeinfchaftsabend.— Tegel: Schöne» dcrger Str. 3. Uebungsabend. Berbebeziei Mitte: Äöpenickcr Str. 92. Funktionärkurfus:„Neue Wege der Werbung." Referent: Ernst Hoffmann. Werbcbe-irk Krcuzbcr«: Zusammenkunft der Erwerbslosen um 15.80 Uhr im Heim Reichenbergcr Str. 88. Ernst Hoffmann spricht über„Erwerbslosen» fragen". Werb-lezir? Tiergarten: Generalprobe zur Wcrbcperanstaltüng um 19 Uhr in der Aula Waldenier Str. 20/21. Werbebezirk Neukölln: Uebungsabend der Evieltruppe um 19.30 Uhe im Heim Steinmetzstr. 114.— Politifchcr Jnformationsabend und Mädelzusani. menkunft fallen aus._____ Vorträge, Bereine und Versammlungen Arbeiter-Samariter-Vnnd e. V., Kolonne Berlin. Geschäftsstelle: R. 24, Gr. Hamburger Str. 20. Tel.: D 1 Norden 3340. Arbeitcr.Samarlter.Kolsane. Der Vortrag des Genossen Dr. Fricdebergcr findet am Donnerstag, dem 17. März, um 19.80 Uhr im Gcwerkschaftshaus statt, nicht, wie irrtümlich mitgeteilt, um 11.80 Uhr. Liga fne Mutterschutz und soziale Familieahygiene«. V., Gruppe Süd: Tcmpilhof, Wcrbcveranstaltung, Donnerstag, den 17. März, Restaurant Otto Pinger, Dorsstr. 50, 20 Uhr. Thema: Frauenleiden und Frauenkrank- hellen. Gäste willkommen. Deutscher Friedeasbund. Donnerstag, den 17. März, 20 Uhr, im Bear, tarischen Restaurant, Köthcner Etr. 48(nahe Potsdamer Platz). Miß Kr. Evelyn Vernon spricht(in deutscher Sprache) über:„Erfüllt der Völkerbund seine Aufgabe?" Außerdem freie Aussprache und Rückblick auf das Wahl» resulta: vom 18. März. Gäste willkommen. Freireligiöfe Gemeinde, Bezirk Neukölln. Sonntag, den 20. März,, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Lehmann, Neukölln, Weser. Ecke Tcllstraße. Vor» trag des Genossen Frd. Alflen:„China und Japankonfllkt." Gäste will- kommen. Im ganzen Lande verbreitet es das Radio: Sanella nehmen heißt wirklich „Sanne und Ella", die Yorkampferinnen für modernes, sparsames Wirtschaften erteilen Ihnen folgenden praktischen Ratschlag: „Kochen Sie Gemüse in Salzwasser ab und schwenken Sie es dann— statt in Mehlschwitze— einfach in Sanella! Das schmeckt besser— ist moderner und gesünder— und spart Ihnen Arbeit und Zeit!" .Sanne und Ella44 wissen, wie bequem und sparsam man heute kochen karin— mit Sanella nämlich, die allen Speisen Nährwert und Geschmack gibtl Und wie schmackhaft und gesund ist sie auf Brot!— Verfolgen Sie die weiteren Ratschläge von„Sanne und Ella" in diesem Blatte und im Radio— vielleicht enthalten sie noch eine Überraschung für Sie! Von Millionen Hausfrauen bevorzugt! fflermann 'Wendet: Sine Anhinge am Wehls Am lt. März 1872 begann, am 26. März endete cor den leipziger Geschworenen eine Verhandlung, die eine wichtige Etappe in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung bezeichnet: der V)ochverratsprozeb gegen August Bebel und Wilhelm Liebknecht. Schon als sich bei Ausbruch des deutsch-sranzösischcn Krieges die beiden unerschrockenen Führer der jungen Sozialdemokratischen Partei bei Bewilligung der Kredite der Stimme enthielten, hatte Bismarck die Stirn gerunzelt, und fein Unwille wuchs, als sie nach Sedan ungescheut für einen billigen Frieden mit der französischen Republik warben und gegen die geplante Eroberung Lochringens und des Elsaß auftraten. Zwar drohte der mächtigen deutschen Kriegsmaschine von dieser Propaganda nicht die mindeste Gefahr, denn Bebel und Liebknecht hatten nur ein winziges Häuflein Aichänger hinter sich, und aus den hochgehenden Wogen der patriotischen Begeisterung schlingerte das Boot der als„un- patriotisch" verschrienen Arbeiterpartei bedenklich hin und her. Aber das sich überhaupt ernsthafter Widerspruch gegen seine geniale Politik erhob, erbitterte den Gewaltmenschen Bismarck: aus dem.Hauptquartier Versailles ergingen immer dringendere Weisnn- gen in die Heimat, den beiden das Handwerk zu legen. Da Bebel und Liebknecht in Leipzig wohnten, waren die kgl. sächsischen Behörden zuständig, und auf die Dauer ließen sie sich auch nicht lumpen: am 17 Dezember 1870 wurde der eine wie der andere verhaftet. Aber der anfangs sehr voreingenommene Untcrsuchungs- richte? fand so wenig Arg an ihnen, daß er Antrag auf Nieder- schlagung des Verfahrens stellte, und wenn dein auch nicht«nt- sprachen wurde, so sahen sich Bebel und Liebknecht doch am 28. März 1871 wieder auf freiem Fuße. Wenige Tage zuvor hatte Bismarck bei Eröffnung des Deutschen Reichstags den sächsischen Abgeordneten von Schwarze angesprochen:„Nun, Herr Gencralstaatsanwalt, was wird denn aus dem Prozeß Bebel und Genossen?" und hatte auf die achsel- zuckende Antwort„Gar nichts wird!" geknurrt:„Dann hätte man die Leute auch nicht einstecken sollen; jetzt fällt das Odium auf uns." Daß der mächtigste Mann im Reiche die Verurteilung der beiden „Verbrecher" wünschte, war damit unzweideutig wie nur möglich ausgedrückt. Gleichwohl wäre das Verfahren vielleicht im Sande verlaufen, wenn sich die Angeschuldigten fürderhin als artige Kinder erwiesen und kusch verhalten hätten, aber Liebknecht, der hoch- gemute„Soldat der Revolution", dachte nicht im Traume daran, und Bebel nutzte als einziger Abgeordneter seiner Partei erst recht die Gelegenheit, im Reichstag dem nwnarchistischen und kapitali- stischen Obrigkeitsstaate mit Hieb und Stich zu Leibe zu gehen. Namentlich, daß er über die Toten der Pariser Kommune, die als vermeintlicher Beginn der allgemeinen„Expropriation der Expropriateurs" alle Besitzbürger in Heulen und Zähneklappern warf, schützend das Fahnentuch der deutschen Arbeiterpartei breitete. verschaffte ihm bei dem Reichskanzler alles andere als einen Stein im Brett, und am 21. Juli 1871 erhob der Staatsanwalt die formell« Anklage wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Am Richtcrtische präsidierte der Bautzcner Bezirksgerichts- direktor von Mücke, ein Hüne mit auffallend niederer Stirn, den Bebel» Höflichkeit„naiv bis zur Bewußtlosigkeit" nannte. Die Geschworenen bestanden aus Rittergutsbesitzern uod-Pächtern, Kaufleuten und Oberförstern, die saint und sonders von der Gottgewollt- heit der bürgerlichen Eigcntumsordnung tief durchdrungen waren. Auf der Anklagebank ober saß mit Bebel, Liebknecht und dem jungen„Volksstaat"-Redarteur H e p n e r die ganze Welt- anschau un g des Sozialismus. Denn gegen Meinungen, nicht gegen Taten ritt hier die Justiz Attacke. Das„Doppclocr- brechen" der Angeklagten definierte Liebknecht ironisch dahin, daß sie die Bourgeoiswelt nicht für die beste der Welten hielten und der Ansicht waren, die Menschen seien für etwas Besseres da, als einander die.Hälse abzuschneiden. Um den Geschworenen die Strafbarkeit dieser Gesinnung recht vor Augen zu führen, wurde ein ganzer Sack revolutionärer imd sozialistischer Literatur vor ihnen ausgeschüttet; Aufrufe, Programme, Kongreßberichte und -bcschlüsse, Anträge, Zeitungsartikel, Broschüren, Gedichte kanien von A bis Z zur Verlesung, ein Material, mit dessen Ursprung und Verbreitung entweder die Angeklagten nicht das Geringste zu schaffen hatten, oder da- schon Jahre und Jahrzehnte, von den Behörden ungehindert, im Umlauf gewesen war. Daraus einen Schuldbeweis zurcchtzufingern, mußte es sich der Staatsanwalt H o f f m a n n mehr als sauer werden lassen, aber als er feine pathetische Rede schloß:„Wenn Sie die beiden Angeklagten nicht verurteilen, dann sanktionieren Sie für immer den Hochverrat", waren die Geschworenen hinreichend geknetet und gelangten, während sie bei H c p n e r die Schuldfragen verneinten, mit acht gegen vier Stimmen zu einem Schuldspruch. Das Gericht verhängte darauf gegen Bebel und Liebknecht zwei Jahre Festungshaft. Allerdings war das Echo dieses ausgesprochenen Tendenz- Urteils bei der Oefsentlichkeit anders, als die Gewalthaber erwartet hatten. Wer auch im Lager des Bürgertums noch ein wenig aus- rechte politische Gesinnung bewahrte, schmähte den Fehlspruch: die „Frankfurter Zeitung" redete unverhohlen von einem „Racheakt der Bourgeoisie", der Bebel und Liebknecht im Namen des Proletariats den Krieg angesagt hätten, und der alte ehrliche Demokrat Johann I a c o b q wußte seine Empörung nicht schlagkräftiger auszudrücken als durch seinen Uebertritt zur Sozial- demokratischen Partei. Darin offenbarte sich schon ein Teil der agitatorischen Wirkung des Prozesses. Im Parlament hatte die Sozialdemokratie noch kaum Gelegenheit gehabt, ihre Grundsätze eingehend zu entwickeln, aber die Leipziger Verhandlung gestaltete sich für die aushorchende Welt zum anschaulichsten und einprägsamsten Kolleg, in dem der Sozialismus vierzehn Tage lang seine Prinzipien klarlegte, seine Ziele entschleierte und seine Da- seinsberechtigung und'Notwendigkeit nachwies. Darum wurde, in zwölf Heften verbreitet, der Prozeßbericht mit allen Urkun- den, darunter das Kommunistische Manifest und die Jnaugural- odresse,«ine der wichtigsten Werbeschristen der jungen Sozialdemo- kratie und stellt noch heute eine nicht zu übergehende Qucllensamm- lung unserer Bewegung dar. Darüber hinaus entbehrt der Leipziger Prozeß nicht der B e- dcutung für die Gegenwart. Nicht freilich weil heute die Justiz der Republik aus den wirklich hochverräterischen„Borhcimcr Dokumenten" nichts zu machen weiß, während damals die Justiz der Monarchie aus nichts eine Hochverratsanklage und-Verurteilung zu machen wußte, sondern weil die Sozialdemokratie 1872 von ähnlicher Hetze umtost war wie 1932. Millionen aufgeputschter und ahnungsloser Bürger schworen darauf, daß Bebel und Lieb- k n e ch t nur durch ihre Verhaftung am teuflisch st cn Landes- verrat verhindert worden ieien, indem sie planten, die sranzö- fischen Kriegsgefangenen zu befreien und an ihrer Spitze den sieg- reichen deutschen Truppen in den Rücken zu fallen. Dieser vollendete Wahnsinn fand ebenso Glauben wie die„Dolchstoßlegende van heute, die auch vollendeter Wahnsinn ist. Aber obwohl sie nur eine verschwindende Minderheit hinter sich hatten, hielten Bebel und Liebknecht in dem Ork a.n von Haß und Verleumdung die Ohren steif.und- leertest a») Abend der Leipziger Verurteilung vergnügt ihre Flasche Wein auf die Zukunft, von der sie wüßten: sie gehört ihnen, gehört der Sozialdemokratie! Qoethe als Chemiker und Techniker Daß der Dichterfürst auch den Naturwissenschaften großes Interesse entgegenbrachte, dürfte allgemein bekannt sein, man braucht nur seine physikalisch allerdings nicht haltbare Farbenlehre zu er- wähnen, seine Arbeiten zur Metamorphose der Pflanzen, seine Entdeckung des Zwischenknochens im menschlichen Kiefer, die ihn als Borläufer der Entwicklungslehre erscheinen lassen, um ein frei- lich nur schwaches Bild von seiner vielseitigen naturwissenschaftlichen Betätigung zu erhalten. Weniger bekannt dürfte sein, daß ihn auch die Chemie, chemische Technik sowie Technik überhaupt vielfach be- schäftigten und ihm«ine Fülle von Anregungen und stärkste Förderung verdanken. In einer vom Verein Deutscher Chemiker veranstal- teten überaus würdigen Goethe-Feier brachte der Festredner des Abends, Geheimrat Prof. Paul Wal den- Rostock, der bcdcu- tende Geschichtsforscher der Chemie, zugleich ein hervorragender Goethe-Kenncr, diese Seite von Goethes Wirken den überaus zahl- reich erschienenen Teilnehmern an der Gedächtnisfeier nahe. Es konnte sich dabei nicht mn eine einzelne Betätigungsart von Goethes Wirken Handel», sondern auch dies« Seite seines Wirkens war mit seiner ganzen Persönlichkeit und seinem immer aus die Erkenntnis der allgemeinen Zusammenhänge gerichteten Wesen innig verknüpft. Schon als Knabe hat Goethe sich bei den Handwerkern seiner Vaterstadt im Auftrage seines Vaters gründlich umgesehen und mit den Geräten und Methoden der verschiedenen Handwerke vertraut gemacht. Durch eine schwere Krankheit als junger Mensch nach seiner Leipziger Zeit kam er in Berührung mit den mystisch- olchemistischen Kreisen seiner Vaterstadt Frankfurt, wodurch er zuerst zu chemischen Versuchen veranlaßt wurde. Dann hörte er als Student in Straßburg 6) c mische Vorlesungen und kam auf einer Reise in Elsaß und Lothringen mit dem donigen Bergbau in Be- rührung, der ihn aufs höchste fesselte. Auf seinen vielen Reisen besichtigte er selbst noch im höchsten Alter auf das eingehendst« die ihm zugänglichen industriellen Werke und Fabriken, wobei er sich nicht mit einer oberflächlichen Führung begnügte, sondern in das Wesen der Betriebe mit Erfolg einzudringen suchte, so daß er mit vollem Recht von sich sagen konnte:„Was ich nicht erlernt habe, Hab' ich erwandert." Besonders starke Anregung empfing er in Berlin, lins Heutigen mag das Berlin vor 150 Jahren als ein kleinstädtisches Nest erscheine», ober Goethe, der aus dem kleinen Weimar mit knapp 6000 Einwohnern nach der preußischen Haupt- stadt kam, mußte diese als das Vorbild einer betriebsamen Groß- stadt erscheinen, und der junge 2?jährige Legationsrot sagte von den Eindrücken seines ersten Berliner Aufenthaltes:„Es sind mir tausend Lichter aufgegangen." In Weimar war ihm die Sorge für das Kriegs-, Bergbau- und Wegeüauwcjen anvertraut, und der damals schon berühmte junge Dichter vollführte den Sprung zum Techniker, Wirtschaftspolitiker und Staatsmann mit überraschender Einfühlung und Einarbeitung in die zahlreichen neuen Aufgaben, wobei er die Berliner Erfahrungen in weitgehender Weise zu An- regungen und zur Förderung des Weimarer Wirtschaftslebens be- nutzte. Auch in späteren Zeiten hat er sich oft noch in Berlin Rats geholt. Um nur einiges Zu erwähnen, so oeranlotzte er Söttling und Döberciner, die auf seine Veranlassung an die Universität in Jena gekommen waren, zur Beschäftigung mit der Gewinnung von Zucker aus Rüben und aus Stärke, ließ Versuche zur Herstellung des in England miindenen Leuchtgases aus Steinkohle anstellen, ließ Franichafers Münchener Versuche zur Herstellung neuer Glas- sortcn auch in Weimar weiter verfolgen. Sein Eintreten für das Experiment ist hoch anzuschlagen in einer Zeit, in der in Deutsch- land die Naturphilosophie vorherrschend war, die das Experiment völlig vernachlässigte, ja geradezu mißachtete und von den Chemitern verächtiich als ,u>en Apothekern und Mistfahrern" sprach. Die großen deutschen Chemiker muhten im Ausland das Experimentieren lernen, Liebig z. B. in Paris, Wähler in Stockholm. Daß Goethe in einer solchen Zeit die Mittel für Apparate und sür Laboratorien an der Universität Jena beschaffte, dafür hat ihm die Wissenschast und Technik sehr zu danken, nicht minder für die Hebung und ollge- meinerc Anerkennung des Standes der Chemiker. In dieser Hinsicht reichte sein Einfluß weit über das Weimarer Ländchcn hinaus. So ließ sich der russische Zar Alexander für seine neu gegründeten Uni- versstäten Dorpat, Charkow und Kasan von Goethe Chemiker emp- fehlen, ans deren Schule dann wieder die Männer erwüchsen, welche die wissenschaftliche Chemie lind chemische Technik weiter hinein in das Riesenmch trugen. So erkennen wir die praktische Seite von Goethes Wirken in eminentem Maße als knlturfördernd. Wollte man nach besonderen einzelnen Leistungen Goethes in der Chemie fragen, so hieße das, fein Wirken und feine Wesensart völlig verkennen. Er gab Anregungen in ungeahnter Fülle und berief die geeigneten Männer zur Bewältigung der Aufgaben, von deren Losung er die Umgestaltung des ganzen Lebens ahnend vor- ausschaute. Seine Art war es. Brücken zu schlagen, das Verbin- dcnde auch in dem scheinbar weit Entfernten.zu erkennen, dagegen sagte er von sich:„Trennen und zählen war nicht meine Sache und Stärke" und„Das Handwerksmäßige einer Wissenschaft und Kunst habe ich nie verstanden". Indem Goethe als ein im praktischen Leben wirkender Mensch erscheint, als ein Mensch der Wirklichkeit, der mit beiden Füßen im realen Leben steht, wird die geistige Seit« seines Wesens nicht' etwa herabgesetzt, sondern ergänzt. Er ivar beherrscht von unvenoüst- lichem Lebenswillen, von Lebcnsbejahung und voll Optimismus. Noch fünf Tage vor seinem Tode bezeichnet es der Dreiundachtzig- jährige als feine Aufgabe, an seiner Weiterbildung und Entwicklung zu arbeiten. Drei Zukunftswerke wünscht er noch vollendet zu sehen, den Panamakanal, den Suezkanal, welche Amerika und England für ihre wirtschaflliche Entwicklung brauchen, und in Deutschland die Verbindung von Donau und Rhein: wenige Monate vor seinem Eirde meint er, hierfür lohnte es wohl, noch einige 50 Jahr« zu leben. Seine harmonische Gestoll kann uns in unserer vom Partei- haß zerrissenen Zell als Vorbild dienen, wir sollten seinen 2lus- sprach beherzigen: „Die gold'ne Zeit ist wohl vorbei, Allein die Guten bringen sie zurück, lind war sie je. so war fi« nur gewiß. Wie sie uns immer wieder verde» iaxm". Et, yiünfüerifches Wachstum Als R i d d y Impekoven, das Wunderkind, debütierte, be- gann in der deutschen Tanzkunst der neue Stil von sich reden zu machen. Man wußte sie nicht zu rubrizieren, denn sie geHärte keiner anerkannten Schule oder Richtung an. Aber man konnte nicht an ihr vorübergehen. Dazu war der Eindnick zu stark. lind man fragte sich: was wird aus dem Kinde werden, wenn es erwachsen und reif ist? Das Kind hielt sich lange, wirkte durch seelische Raivi- tat, ausgedrückt in herben, unentwickelten Formen. Jetzt, plötzlich. wie es scheint, ist es reif geworden. Eine fertige Künstlerin stand im Beet Hovens aal vor uns. Und zwar Hot sich die abschließende Entwicklung nicht durch äußere Einilüssc vollzogen, son- der» ist von innen heraus durch organisches Wachstum geschehen. Daher die gesunde Sicherheit, die natürliche Rundung. Daher die ungezwungene Selbstverständlichkeit der neuen Formen. Gewiß können Anregungen, die von cmszcn kommen zur naturgemäßen organischen Vollendlmg segensreich beitragen. Nämlich wenn der Künstler die ihn; wefensverwandte» Elcmeille, bewußt oder unbewußt, in sich ausnimmt, in sich verarbeitet und alles Fremde energisch aussche'det. Wo dieses nicht geschieht, entstehen stilistische Wcchielbälge. Wir haben das in Deutschland erlebt, wo in letzter Zeit namentlich Pariser Einflüsse verheerend wirkten. Die geschickte, gefällige Aufmachung, die die Franzosen künstlerischen Er- scheinungen zu geben wissen, bestach manche junge, noch ungefestigte deutsche Tänzerin. Man nahm technische und dekorative Aeußerlich- kellen sür das Wesen der Sache und ließ urwüchsige Begabung durch niedlichen Klimbim verseuchen. Ostasiatische Tanzkunst ist uns Deutschen eine unerschöpfliche Quelle tiefer und feiner Genüsse. Jodjana, der Javaner, der seit Jahren unter uns lebt, wirkt immer wieder kräftig belebend. Auch noch echtem Japan lechzt unsere Seele. Aber dieses bekommen wir nicht zu sehen. Was herüberkommt, ist mehr oder lveniger denatn- riert. Hot den Weg über die Ncw-Porkcr, Londoner und Pariser Aarietcs genommen und sich dem internationalen Publikumsge- schmück angepaßt. Der Japaner M a s a t o sh i S h i g y o, den wir im Bachsaal sahen, hat sich sogar in der Wigmanschule den höheren europäischen Schlijs beibringen lasse» und immit oll« Stil- cigenart verloren. Was wir sehen wollen, zeigt er uns nicht, und ivas er uns zeigt, können unsere deutschen Tänzer besser. Der typische Fall eines künstleri'chen Wachstums, wie es nicht fein soll. J. S. Sind�abaklchädigungeiitermeidbar? Bei der riesigen Verbreitung des Rauchens ist es erklärlich. daß man seit längerer Zeit bestrebt ist, die durch den Tabakgcnuß verursachten Gcsundheitsschädigungcn zu vermeiden vder doch zu vermindern. Der einfachste Weg ist natürlich die Eni Haltsani- keit vom Tabak, und die Abstinenzbewegung hat auch in den letzten Jahren in allen Kulturländern an Boden gewonnen: für dieses Jahr find zwei internationale Kongresse(in Europa und Nordamerika) in Aussicht genommen. Aber die Entwöhnung vom Rauchen erfordert eine gewisse Selbstbeherrschung, die nicht jedem gegeben ist; davon kann jeder Arzt, der einem Kranken das Rauchen verbietet, ein Lied singen. So werden denn eine Reihe von Mittel» und Mittelchen angepriesen, die die Tabakeinschrönkung erleichtern sollen: die meisten dieser Präparate enthalten Höllensteinlösung i» starker Verdünnung, wodurch einem der Geschmack an der Zigarre oder Zigarette„verekelt" wird. Mehr Interesse beanspruchen die Bemühungen, dem Tabak dos Nikotin zu entziehen, also ihn zu„e n t g i s t e n". Wir wissen nämlich, daß das in den Ranch libergelmide und vom Körper auf-.. genommene Nikotin allein den giftigen Bestandteil darstellt: die anderen noch im Rauch vorhandenen chemischen Produkte,- wie" Ammoniak und Pyridin, sind keine Gifte. Von der Giftigkeit des Nikotins bekommt man einen Begriff, wenn man sich vorstellt, daß die in fünf Zigarren oder 25 Zigaretten enthaltene Menge ge- nügen würde, um einen Menschen zu töte»! Welche Wege stehen nun zur Verfügung, um den Tabakgenuß weniger schädlich zu gestalten? Man kann zunächst einige hygienische Regeln beherzigen: wenig rauchen, langsam rauchen(da beim hastigen Rauchen mehr Nikotin in den Rauch übergeht), nie auf nüchternem Magen rauchen! Was nun die Nikotinentziehung betrifft, so hat man zahlreiche Verfahren ersannen, um den Roh- tabak nikotinarm zu machen: so sind in Deutschland fünfzig Patente dieser Art erteilt worden! Alle diese Methoden sind aber von Zweifel- haftem Wert, auch leidet dabei der Geschmack erbeblich. Dann Hot man besondere„Gesundheitsspitzen" hergestellt, wobei der Rauch durch Watte filtriert wird, welche mit bestimmten Chemikalien getränkt ist. Auch hierbei ist aber der Erfolg ziemlich unsicher. Schließlich Hot sich die Medizin in letzter Zeit mit einigen Prä- paraten beschäftigt, welche in die Zigarre oder Zigarette eingespritzt werden und so den Nikotingehalt des Rauches herabsetzen sollen. Bei dem besonders empfohlenen„B o n i c o t" handelt es sich um ein chemisches Mittel(Eisenoerbindung mit Säuren, Alkohol usw.), wodurch das Nikotin gebunden und unschädlich gemacht werden sollte. Zur wissenschaftlichen Prüfung verwendet man besondere komplizierte'Apparate, mittels derer der Rauch in Wasser aufge- sangen und genau untersucht werden kann. Dabei hat sich nun gezeigt, daß die behauptete Verminderung des Nikotingehalts nicht erzielt wurde. Die praktische Auswirkung dieser Ergebnisse war allerdings schon früher ein- getreten, indem die Herstellerfirma sich nicht hat behaupten können. Jedenfalls müssen wir feststellen, daß es bisher keine sichere Mög- lichkeit gibt, um Tabak für den menschlichen Körper unschädlich zu machen. Am aussichtsreichsten find die Bemühungen. Tabakpflanzen zu züchten, die von vornherein einen niedrigen Nikotingehalt auf- weisen. Diese Eigenschaft ist nämlich, wie die Untersuchungen er- geben haben, erblich, und das Tabatsorschungsinstilut hat bereits acht Pflanzenstämme züchten können, die sich durch besonders niedrige Nikotinwcrte auszeichnen. Eine wissenschaftliche Zusammen- arbeit der großen Tabakländer der Erde würde es in naher Zu- kunft ermöglichen, nikotinarme und. damit verhältnismäßig unschäd- liche Tabaterzeugnisse herzustellen. Dr. Alios. Wie alt kann eine Flunder werden? Diese Frage hat setzt durch den Fang einer gezeichneten Flunder an der norwegischen Küste eine Antwort erfahren. Wie Oslocr Blätter berichten, wurde an dieser Flunder, die bei Bergen erbeutet wurde und eine Länge von 51 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1,1 Kilogramm hatte, am Schwanz eine Markierung gesunden, die von einer dcmschen Expedition ausgeführt worden war. Die deutsche Marke zeigte, daß der Fisch in der Nähe der«ieben-Jnseln an oer Küste von Murmansk am 21. Juni 191? gefangen und gezeichnet worden war. Damals war der Fisch 29 Zentimeter, ist also während der folgenden 181- Jahre 22 Zentimeter gewachsen. Man nimmt an, daß die Flunder bei ihrer Markierung mindestens 2 Jahre alt war: sie hatte also ein Atter von mehr als 20 Jahren erreicht. Aus verschiedenen Fängen oernrutct man. daß eine Flunder nach dem rascheren Wachstum der ersten Zeit alljährlich etwa um einen Zentimeter größer wird. Eukalyptusbäume sind die wertvollsten Lufwerbesierer in sittapfizen Gegenden. Nr. 129• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Oonnersiag> 17. März 1932 Ein historisches Reichsbankjahr. Die privaiwirtschastlichen Scheuklappen der Reichsbankleitung. In der 47jährlgen Geschichte der Reichsbank war das vergangene Jahr zweifellos das stürmischste und verantwortungsreichste. Diskont- und Lombardsätze von l3 und 20 Proz., Unterschreitung der Deckung?- grenze. Stützungskredite ausländischer Notenbanken, verzweifelte Interventionen innen- und außenfinanzieller Art zur notdürftigen Aufrechterhaltung des deutschen Äreditgebäudes, wie sie das ver- gangene Jahr brachte, sind in der Geschichte der Reichsbank ohne Beispiel. In dem Geschäftsbericht der Reichsbank merkt man freilich von dem historischen und einmaligen Charakter dieser Borgänge nicht viel. Nach einer allgemeinen Einleitung, in der auch der UnHalt- barkeit des politischen Schulden- und Reparationssystems von neuem gedacht wird, werden die Ereignisse nur aneinandergereiht. Ein Be- richt fast wie in früheren normalen Iahren, nur daß die Größen- Verhältnisse anders erscheinen und die Außergewöhnlichkeit der Matz- nahmen betont wird. Ein volkswirlschaslliche Analyse der Vorgänge, eine Notenbank- politische Begründung des Vorgehens, einen Ausblick in das. was werden wird und werden soll, sucht man im Geschäfts- bericht leider vergebens. Das ist angesichts der auch in den kommenden Iahren noch zentral beherrschenden Stellung der Reichsbank für die gesamte Volkswirt- schaftliche Finanzierung bedauerlich. In den Geschäftsvorgängen begegnet kaum eine Ver- gleichsziffer, die nicht die Außerordentlichkeit des ver- gangenen Jahres unterstreichen würde. Der Rückgang der Gesamtumsätze von 8öZ auf 804 Mil- liarden Mark möchte für KrisenzeUen noch normal erscheinen. Aber auch hinter diesem Umsatzrückgang stecken ganz ungewöhnliche Vor- gängc. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf war Ende 1931 auf 6676 gegen 6399 Millionen Mark im Vorjahr gestiegen: dabei sind die volkswirtschaftlichen Umsätze aber bekanntlich um ein gutes Viertel zurückgegangen. Der W e ch s e l b e st a n d hat sich von 2363 auf 4144 Millionen Mark erhöht, während ein beträchtlicher Rückgang normal gewesen wäre. Die Summe der insgesamt an- gekauften Inlondwechsel war 1931 mit 27,5 Milliarden Mark um 10 Milliarden höher als im Vorjahr. Die durchschnittliche Ver- f a l l z e i t der Wechsel hat sich von 36 auf 44 Tage vermehrt, die durchschnittliche Wcchselsumme von 1518 auf 2613 M. Das sind alles Vorgänge, die in striktem Widerspruch mit normalen Krisenentwicklungen stehen und die nur in der beispiellosen Erschütterung des Kreditgebäudes im vergangenen Jahr und in der Notwendigkeit ihre Erklärung finden, daß die Reichsbank, nachdem drei Milliarden Mark Auslandsgelder davon- geschwommen waren, als letzte Kreditquelle ihre ganze Kraft her- geben mußte. Daß der Goldbestand von 2216 auf 984 Millionen Mark Ende 1931 zurückging, die Summe der Deckungsdevisen von 469 aus 172 Millionen, die Gesamtsumme der. Devisenb.estänhe von 764 auf 308 Millwnen Mark, und daß endlich die jahresdurchschnitt- liche Notendeckung durch Gold und Devisen gegen das Vorjahr von 64.3 auf 45,3 Proz. sank— alle diese Tatsachen sind nur Notenbank- politische Reflexe der außergewöhnlichen kreditpolitischen Ereignisie des Jahres 1931. Es ist aber interesiant, daß zahlenmäßig eine eigentliche Erhöhung des Risikos der Reichsbank nicht erkennbar ist. Es wurden 3,56 Proz.(gegen 4,16 Proz. im Vorjahr) der diskontierten Wechsel nicht eingelöst: dem Betrage nach waren es sogar nur 0,79 Proz. gegen 0,83 Proz. im Vorjahr. Freilich sind hier die masienhasten Prolongationen entscheidend gewesen. Natürlich hat die Reichsbank. da sie ja ihre Kredite aus eigeaem Verwögen gibt, sowohl durch die gewollige Ver- mchrung der Kredite, als auch durch die höhere Verzinsung viel mehr verdient als iu früheren Jahren. Im Jahre 1930 war der Rohgewinn gegen das Vorjahr noch um 63 auf 127,0 Millionen Mark gesunken. Im Jahre 1931 ist der Rohgewinn trotz der Kriscnoerhältnisse auf 209,1 Millionen Mark g e st i e g e n. Eine Vermehrung um nicht weniger als 82 Millionen Mark. Die Einnahmen aus dem Wechseldiskont erhöhten sich dabei von 103,3 auf 178,8, die aus Lombarddarlehen von 4,8 auf 14,4 Mil- lionen Mark. Dennoch wird nur ein Reingewinn von 13,3 gegen 40,0 Millionen Mark im Vorjahre aus- gewiesen, weil die Reichsbank 93,9 Millionen Mark für die Zwecke der Bankensanierung ausgesondert hat, bei der die Reichsbank— über die Golddiskontbank— bekanntlich ja beträchtliche Kapital- erhöhungen von Großbanken durchzuführen hat. Aus dem Rein- gewinn werden 10 Proz. der ordentlichen Reserve zugeführt, der Rest wird für die Verteilung einer 12prc,zentigen Di- v i d e n d e aus das 150-Millionen-Kapital der Reichsbank verwendet, nachdem man die noch erforderlichen sechs Millionen Mark aus der Spczialreservc für zukünftige Dividendenverteilung herausgenommen hat. Das Reich erhält dieses Mal keinen Anteil aus dem Reingewinn, sondern aud dem Jahr 1931 nur 18,3 Millionen Mark Notcnsteuer, die für vermehrte Notenausgabe bei hohen Diskont- sätzcn auf Grund des Bankgesetzes abzuführen ist. Das Personal der Reichsbank war für die zusätzliche Arbeit des Krisenjahres, besonders infolge der neuen Devisenbewirtschaftung, unzureichend: es wurde insgesamt von 9 783 auf 11880 Personen vermehrt wobei der Zugang fast ausschließlich aus die Vermehrung der privatvertraglich beschäftigten Bankangestellten entfällt. Ein U r t e i l darüber, ob die Reichsbank im Jahre 1931 die ihr zugewachsenen volkswirtschaftlichen Ausgaben richtig gelöst hat. ist heute n o ch n i ch t m ö g l i ch. Die Energie und der Erfolg, mit denen _____'___- J sie alle die Währung bedrohenden Gefahren ab- wehrte, sind anzuerkennen. Wenn die deutsche Reichsmark allen bis- herigen Stürmen widerstanden hat, so hat auch die Reichsbank daran ein großes Verdien st. Es war wahrscheinlich auch un- umgänglich, daß nach dem Abzug der Auslandskredite die Reichsbank sehr weitherzig mit eigenen Krediten half, ebenso daß die Reichsbank über die Golddiskontbank bei der Durchführung des Stillhalte- abkommens unmittelbare und direkte Hilfe leistet und daß bei der Bankensanierung des Jahres 1932 die Kapitalbeschaffung für die! sanierten Banken weitgehend von der Reichsbank bevorschußt wird. 3n einem aber verdient die Reichsbankleitung scharfe Kritik: Die Loyalitätsbeleuerungen gegenüber dem Geiste und deu Ver- tretern der Privatwirtschaft, mit denen sich die Reichsbank- leitvng sowohl im Geschäftsbericht als auch iu der General- Versammlung gor nicht genug tun konnte, wirken nachgerade peinlich. Die Reichsbank hat im Jahre 1932 in dreifacher Weife neue volkswirtschaftliche Funktionen übernommen und damit bisher privatwirtschaftliche ersetzt: sei es in ihrer eigenen Geschäftstätigkeit, sei es in der Tätigkeit der von ihr beherrschten Golddiskontbank. Sie hat Mobilisierungswechsel im Betrage von über 2 Millionen Mark finanziert, um die Aktionsfähigkeit der Bank- Wirtschaft zu erhalten; sie hat für drei Großbanken die Kapstal- beschafsung übernommen und sie ist für die Durchführung der Still- halteabkommen von 1931 und 1932, wiederum zugunsten privater Schuldner, für große Beträge zum Treuhänder geworden. Wir haben schon gesagt, daß das notwendige volkswirtschaftliche Funktionen sind, die hier übernommen werden mußten. Aber in allen diesen Maßnahmen wurden privatwirtschaftliche Funktionen durch öffentlich-wirtschaftliche ersetzt und dabei dem Staat oder dem öffentlichen Vermögen in sehr großem Umfange privatwirtschaftliche Risiken zugemutet. Demgegenüber muß man erleben, daß die Reichsbankleitung keine Gelegenheit vorübergehen läßt, ohne sich geradezu gegenüber den privatwirtschaftlichen Kreisen für die staatswirtschaftlichen Maß- nahmen bei der Bankensanierung zu entschuldigen. Als ob das Geld des Staates— und Rcichsbankvermögcn ist Staats- vermögen— und Risiken des Steuerzahlers Geld und Risiken zweiter Klasse wären, als ob die Aufwendung von Staatsvermögen nicht dieselben Kontrollrechte und Kontrollansprüche bedingt wie die Aufwendung von Privatocrmögen. Die Reichebanklciwng scheint nicht wahrhaben zu wollen, daß sie als Funktionär der Ge- samtheit zu rücksichtsloser kaufmännischer Sorg- falt bei der Verwendung von öffentlich em Ver- mögen einfach verpflichtet ist. Die Golddiskontbank erhöht ihr Kapstal um 200 Millionen Mark; Reserven der Reichsbank werden zu Kapitalerhöhungen für Privat- danken verwendet. Aber die Reichsbank denkt nicht daran, sich einen entsprechenden Einfluß bei den beteiligten Banken zu sichern. Obwohl die Golddiskontbank so weitgehende Privatwirtschaft- liche Funktionen und große Risiken übernimmt, und zwar zu Lasten des Staatsoermögens bzw. des Vermögens der Gesamtheit, sehen wir auch heute noch in dem Beirat der Golddiskontbank nur Mitglieder der Privatwirtschaft vertreten. Die Frage scheint gar nicht erwogen zu werden, daß jetzt auch eine Aenderung der Zusammensetzung des Beirates der Golddiskontbank geradezu eine kaufmännische Anstandspflicht ist. Und dasselbe gilt. wir haben das schon früher betont, für die Zusammensetzung des Generalrats der Reich sb an k. Auch hier sitzen noch sechs private Bankenvertreter von insgesamt acht reichsbankfremden Mit- gliedern. Der Generalrat bestimmt weitgehend die Politik der Reichs- dank. Es ist unverständlich, daß man hier nicht wenigstens die Hälfte der privaten Bankenvertreter durch öffentliche Bankenvertreter ersetzt. Wir glauben, daß es mit einer solchen Haltung, wo es um Ge- schäfte geht, wo das Vermögen des Staates und Risiken des Steuer- zahlers im Spiele sind, einfach nicht mehr weitergehen darf. Wir verlangen, daß auch die Reichsbankleitung der kaufmännischen Selbstverständlichkest Rechnung trägt, daß die Uebernahme des Risikos auch die Wahrnehmung der Kontrolle bedingt Golddiskontbank ohne Dividende. Der Geschäftsbericht der Golddiskontbank für das Jahr 1931 meldet eine starke Steigerung der zur Exportförderung gewährten Kredste, und zwar von 120 auf 333 Millionen Mark. Der seit Jahren mit einem amerikanischen Konsortium abgeschlossene Bereit- schastskredst von 50 Millionen Dollar wurde Anfang Juli in An- spruch genommen und der Reichsbank zur Verfügung gestellt. Nach dem Absinken der englischen Währung wurde das bisher auf 10 Millionen Pfund Sterling lautende Aktienkapital auf 200 Mil- lionen Mark umgestellt. Die Golddiskontbank hat gestern die Er- höhung des Aktienkapitals um weitere 200 auf 400 Millionen Mark beschlosien, um die bekannte Hilfe bei der Bankensanicrung leisten zu können. Die neuen Aktien werden in erster Linie von der Reichsbank übernonunen. Die Gesamteinnahmen der Golddiskontbank haben sich von 11,52 auf 20,09 Millionen Mark erhöht. Der Rein- gewinn ist von 8,7 auf 9,07 Millwnen Mark gestiegen; davon worden 3 Proz. an die ordentliche Reserve überwiesen. Die Haupt- summe von 8,5 Millionen Mark wird als Verlustrefervc zurück- gestellt. Eine Dividende wird nicht verteilt. petscheck haust Gewinne. Hohe Konjunkturdividende bei„ Eintracht"-Braunkohle. __ Der. große Brauukohlen-Abfchluß. der jeßi«ms dem oft- elbischen Revier(Lausitz) vorliegt, verstärkt den Eindruck, daß das Vraunkohlenkapilal von der sihwerea Wirtschaftskrise so gut wie gar vicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Gegen diese Annahme spricht auch nicht die Tatsache, daß die„Ilse" A.-G. in Senstenberg ihre Aktionärsgewinne von 10 aus 7 Proz. herabgesetzt ha«, denn diese Gesellschaft hat für 1931 Gewinne in bisher noch nicht bekanntem Umfange zu Abschreibungen abgesetzt. Die„C i n t r a ch t" Braunkohlenwerke und Brikest Fabriken A.-G. in Welzow(Niederlausitz), eines der wichtigsten Unter» nehmen des Ignatz-Petfchcck-Konzerns, übertrifft die bisherigen Jahresabschlüsse anderer großer Braunkohlenbetriebe noch darin, daß weder der Betriebsgewinn mst 9,83 Millionen, noch der Reingewinn mit rund 2,72 Mill. sich gegen 1930 verringert haben. Unter diesen Umständen fällt es der Gesellschaft auch leicht, ihre hohe Konjunkturdividende von 10 Proz. für 1931 wieder auszuzahlen. Diese großen Gewinne tonnten ausgewiesen werden, obwohl für die Abschreibungen auf die Werksanlagen der unverändert hohe Betrag von 4,20 Mill. vom Reinertrag abgesetzt wurde, der einem Abschreibungssätze von 71,3 Pf. je geförderte Tonne Rohkohle gegen nur 69,5 bzw. 62 Pf. in den beiden vorhergehenden Jahren ent- spricht. In scharfem Gegensah zu der Glonzdivideude für die„Ein- tra«ht".Aktionäre steht aber die Entwicklung der Betriebe. So wurden im Laufe des letzten Jahres nicht nur Kurzarbeiten in größerem Umfange eingeführt, sondern verschiedene Betriebe völlig stillgelegt und die Belegschaften entlassen. Wie die„Ilse" und die Bubiag hat auch die„Eintracht" A.-G in größtem Umfange von der Rationalisierung profitiert und den Produktions- bzw. Absatz- rückgang seit dem letzten Konjunkturjahr 1929 durch die Mehr- leistungen der Belegschaft völlig ausgeglichen. Es kann nicht oft genug wiederholt werden, wie verbstternd und demoralisierend der harte mechanische Lohnabbau aus Grund der Notverord- nung der Reichsregierung auf dft Arbeitnehmer eines Industrie- Zweiges wirken muß, der nach wie vor in der Lage ist, aus zusätzlichen Opfern der Belegschaft den Kapitalbesitzern auch in der schwersten Krise stabile Konjunkturgewinne zuzu- schanzen. Die Förderung von Rohkohle erreichte im Berichtsjahr 3,87 gegen n»,d 6 Mill. Tonnen, dagegen blieb die Brikettfabrikation mit 1,80 Mill. Tonnen unverändert. Der Brikettabsatz, der 1930 um 21,7 Proz. gesunken war. erhöhte sich sogar von 1,67 auf 1,83 Mill. Tonnen, so daß die Brikettstapcl beträchtlich geräumt werden konnten. Zum Jahresende waren nur noch 93 000 gegen 130 000 Tonnen auf Stapel gelegt. Aufträge erst nach der präsidenienwahl. Die Maschinenindustrie im Februar. Nach dem Monatsbericht des Vereins Deutscher Ma- s ch i n e n b a u a n st a l t e n hat sich im Monat Februar eine leichte Zunahme bei den Aufträgen durch die Auslandskund- schaft bemerkbar gemacht. Dos Inlandsgeschäft zeigte dagegen keine Besserung. Der Beschäftigungsgrad sank aus 29 Proz. der Soll- beschäftigung. Von der Großen Technische» Messe in Leipzig erwartet man, daß es trotz der ungeklärten politischen Lage in Deutschland zu einer Reche nennenswerter ausländischer Auftröge kommen wird. Allerdings wird darauf hingewiesen, daß die ausländischen Kunden die Bestätigung ihrer Aufträge bis nach der end- gültige» Reichspräsidentenwahl zurückgestellt haben. „Das Ergebnis der geschäftlichen Auswirkungen der Technischen Messe", so betont der Bericht,„wird in diesen! Jahre ganz besonders stark von der Konsolidierung der politischen und damit auch der wirtschaftlichen Lage in Deutschland abhängen." Die Katastrophe der Bauwirtschast. Ein Krisenbericht der Bau- und Bodenbank. Die reichscigene Deutsch« Bau- und Bodcnbank hat jetzt ihren Bericht über die Lage der Vauwirtschast im zweiten Halbjahr 1931 veröffentlicht. Die Untersuchung dieses Instituts zeigt in erschütternder Weise, wie der wichtigste industrielle Wirtschaftsfaktor in Deutschland, das Baugewerbe, durch die Krise sowie durch die Verstopfung der finanziellen Hilfsquellen zerschlage» worden ist. Dem Bericht ziffolg« ist die gesamte Bautätigkeit seit dem Sommer 1931„in einem bisher nie beobachteten Uinsange" eingeschrumpft. So wurden in den statistisch erfaßten 96 Groß- und Mittelstädten 1931 insgesamt rund 120 000 Wohnungen vollendet. also etwa 26 Proz. weniger als im Vorjahre, ober nur 30 000 Wohnungen begonnen. Im wesentlichen bestand die Bautätigkeit im vergangenen Jahr also in der Fertigstellung bereits früher be- gonnener Bauvorhaben. Die Gesamtzahl der 1931 errichteten Woh- nungen ist auf 240 000 gegen 311 000 im Vorjahre zu schätzen. Hier- von enffallen 37 Proz. auf Kleinwohnungen mit 1 bis 3 Wohn- räumen, durch Umbau von Altwohnungen wurden 6200 Wohnungen erstellt. Zu. der Stadtrandsiedlung bemerkt der Bericht, daß tos Institut, das mit der Weiterleitung und Verwaltung der hierfür bereitgestellten Rsichsmittel beauftragt ist. bisher vom Reichskom- miffar für 10 10Z Kleinfiedlerstellen Bewilligungsbescheide im Betrage von 25,2 Mill Mark erhalten und bearbeitet hat. Die gewerb- lich« Bautätigkeit und der öffentliche tiochbau sind auf«in �all> bis ein Drittel ihres Dorjahresumfanges gesunken Dieser«chrump- fungsprozeß Heu dem Produttionslndex bei den Baustoffindustrien bis auf SZ.I Proz. zum Jahresende gedrückt, während er in der Krise 1925/26 noch 62,5 Proz. betrug. Am deullichsteu prägt sich die Katastrophe der Bauwlrlfchasl in den Arbeitslofeuzissero aus. 3a der güustlgstea Zeit des vorfährigeo Sommers war die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter um die Hälfte höher als in der gleichen ZeU 1930. Zum Zahresend« waren bei den Arbeitsämtern 601 67g Baufacharbelter und 339 S19 Bauhilfsarbeiter, insgesamt also rund 94 1 500 Bauarbeiter als arbeitslos gemeldet. Die Gesamtwirkung der Drosselung des Laumarktes aus die Arbeitslosigkeit kommt aber in diesen Zahlen noch nicht zum Ausdruck, da von der gesamten Zudustriearbeiler- schast insgesamt 4 bis 4M! Millionen Erwerbstätige durch die Bau- Wirtschaft Beschäftigung finden. Die Aussichten für das laufende Zahr werden für die Bautätigkeit als Suherft trübe bezeichnet. Die Erstarrung des Kapital- Marktes mach« die Zinonzieruug nahezu unmöglich. Das Institut erwartet aber, daß für unumgänglich notwendige Reparaturen insbesondere bei den öffentlichen Betrieben schätzungsweise etwa 2 Milliarden Mark aufgewendet werden müssen, womit we- nigstens ein bescheidener Beschäftigungsgrad geboten wird. Eine Erfüllung Ihrer volkswirtschaftlich wertvollen Ausgaben wird der Bau- Wirtschaft aber erst dann möglich werden, wenn es der wirtschosts- polilik gelungen ist. den Deflationsprozeß und damit die Schrump- fang der Wirtschaft zu beendigen. 32 Prozent Dividende. »Die Llngerechtigkeit schreit hier wirNich zum Himmel.� Ein Parteigenosse schreibt uns: Die Mitteilung des„Vorwärts" vom K. März über die Ver- teilung von 37 �roz. Dividende b«i der Akkumulatoren-A.-G Berlin hat wohl mit Recht allgemeines Aufsehen erregt. Zeigen doch solche Ziffern grenzenlose Profitmacherei und rücksichtslose Ausbeutung der Konsumenten durch Preisbindungen und Kartelle der privaten Monopole. Die Akkumulatoren-A.-G. beliefert zusammen mit einer zweiten Firma, Gottfried Hagen-Köln, den deutschen Markt mit Akkumulatoren. Die Hauptabnehmer sind die Post und die Ge- meinden mit ihren großen Fuhrparks und die Elektrizitätswerks. Die Mittel für diese Ausgaben weisen in den einzelnen Haushalten beachtliche Zahlen auf, für welche die Steuerzahler aufkommen muffen Es ist wohl nicht unberechtigt, wenn wir diese Betriebe Herrn Goerdeler zur Nachprüfung empfehlen. Dabei ist allgemein bekannt, daß die Nazis in der Ver- waltung der„Afa" gern gesehen sind. Wer wundert sich noch über die Herkunft der Mittel dieser Bewegung, wenn Millionen unbe- merkt oerbucht werden können? Was hat diesen Betrieb nun wohl bewogen, nochmals 15 Proz. Lohn und die Belegschaft so erheblich abzubauen? Die Ungerechtigkeit schreit hier wirklich zum Himmel. Dresdner Sank garantiert handelsbauk-vergleich. Wie ge- meldet wird, hat sich die Dresdner Bank bereit erklärt, für den Fall des Zustandekommens eines gerichtlichen Liguidationsvergleichs die Ausschüttungen an die von dem Versahren betroffenen Gläubiger bis zur Höhe von 30 Proz. zu garantieren. Gewaltiger Rückgang der amerikanischen Steuereinnahmen. Die Einkommensteuer in den Vereinigten Staaten weist für das Jahr 1931 einen Riesenrückgang aus. Finanzbeamte schätzen das Auskommen aus der Einkommensteuer aus weniger als eine Milliarde Dollar gegenüber zweieinhalb Milliarden im Jahre 193 0. Unter diesen Umständen wird mit einer Erhöhung des Fehlbetrags auf zweieinhalb Milliarden Dollar bis Ende Juni gerechnet. Allgemeine Wetterlage. tä.März 4932.abd3.E*£g 3vmlkento5.3heir8r.Oha!bbed8ckr be�ed4»Rege«Grauf«ln Auf der Westseite eines nach Rußland hinein abziehenden Tiefs hat sich über Skandinavien ein Teiltief gebildet. Es lag am Mitt- wochabend über der mittleren Ostsee. Sein Schlechtwettergebiet reichte weit nach Süden Der größte Teil des deutschen Küsten- ebiets halle bereit« am Mittwoch wolkiges Wetter; zu Nieder- chlägen kam es aber nur an der östlichen Ostsee. Das übrige Reich alle im Bereich eines Hochdruckrückens weiterhin helleres Wetter. ls bemerkenswerte Erscheinung der Hochdruckwetterlage sind die hohen Temperaturen auf den Bergen zu nennen; durch Absinken der Luftmasscn tritt föhnartige Erwärmung bei großer Lufttrocken- «ezlrltfaiittdniS Iflr drbeiferwolillahrl Sonnabend, den 19.»Sri. 16 Mir. Im Boibaassoal Frledenan. am Laalemialx: Generaiversammlnng der Arbellerwolillalul Tazesordaane: 1. Jahresbericht; 2. Kauenbericht; 3. Bericht der Revisoren; 4. Vorstandswahl: 5. Wahl der Revisoren.— U. Teil: Referat des Genossen Stadtrat W a t a k y..WohlfahiispOeee In der Krise".— Aussprache.— Stimmberechtigte Mitglieder der GenaralTersammlung: a) der engere Bezirksausschuß; b) die Revisoren: e) die Kreislelterdnnen) und de-en Stellvertreter, d) aus jeder Abteilung zwei gewühlte D«legi«rte;..e> je ein Vertreter der anreschiosseneh Organisation«» o. die Mltsfled, der zentralen Wöhlfahrtsdeputatidn n. des Verwaltungsausschusses des Landesjugendamts. iü ein. 6o wurden auf dem Brocken 5, auf dem Feldberg im chwarzwald 10 Grad Wärme erreicht. Mll dem oben erwähnten Teitties dringen jetzt kühlere Luftmassen aus höheren Bretten süd- wärts vor; sie werden morgen das Wetter in unserem Dezirl be- stimmen. Detter für Berlin: Teils heller, teils wolkig, Temperaturen ein wenig niedriger als bisher, vorübergehend etwas auffrischende West- bis Nordwestwinde und Neigung zu einzelnen Schauern.— Für Oeuischland: Im Süden und Westen keine Aenderung. in Mittel- und Ostdeutschland vorübergehend Bewölkungszunahme, besonders im Osten einzelne Schauer und Windzunahme, Tages- temperaturen ein wenig niedriger als bisher. Modenschau bei Wercheim. Die Wercheim-Modenschau bietet einen umsasienden Ueberblick über die neu« Mode, die einfach und farbenfreudig, in geschmack- vollen, oft mehrfarbigen Zusammenstellungen und mit reizendem modischem Zubehör erscheint. Strandanzüge und Morgen- k l e i d e r. noch vor wenigen Jahren vernachlässigt, sind wichtm ge- worden und erscheinen in reizenden Variationen, vielfach in Strick- stoffen, mll gewirkten römischen Stteisen, zum Teil in hauchdünnen porösen Wollstoffen, auch mit Stickerei; besonders ansprechend und originell ein Anzug aus apartem Cretonne. Großes Jilleresie er- wecken die V o r m i t t a a s k l e i d e r. bei denen in diesem Jahr als Grundmaterial Wolle dominiert, zumeist in schönen Pastell- tönen, vielfach Kornblumenblau und Marine und viele Va- riationen in Bleu. Für die berusstätige wie für die stwrttiebende Frau werden geeignete Kleider gezeigt.Viele kleine Jäckchen und Capes, die zum Teil im Rücken zu binden sind Zahlreiche N a 6?- mittagskleider aus Um- oder gemusterter Seide. eine weitere Neuheit bedeutet die Wickeltaille mit Eape. Auch die Mäntel zeigen eine eigene Note; für die sportlich gehallenen Mäntel werden Boucle- und Shetlandstofse bevorzugt, letztere nicht nur in den traditionellen Shetlandfarben, sondern auch in Königsblau oder Ziegelrot und vorwiegend in Pastelltönen wie Lind. Mais oder Silberqrau. Das Sportfasion hat breite Wappen, große Kragen und Knöpfe von ausgeprägter eigener Nuance. Bei den C o w- pletts findet sich die nette Mc« der ärmellosen Jacken, durch dl- die Aermel des Kle'des hindurchgeführt werden. Große Beliebthsit dürften die kurzen Sportjacken erlangen, die in lebhaften Farben und Dessms und in originellen Webarten gezeigt werden. Ein Tepp ch'Kuriosum. Bei Teppich- Borsch, Spandauer Straß«, ist in diesen Tagen ein ganz besonderes Schaustück zu sehen. Es ist dies ein S Meter breiter. 13 H Meter langer Teppich. nahtlos gewebt Auf einem sogenannten Riesenwebstuhl, der Teppiche bis zu 10 Meter Brelle und beliebiger Längs herstellen kann, ist dieser Teppich in einer Vogtländer Weberei im kurzen Zellraum von nur 5 Tagen erzeugt worden. Der Teppich ein sogenanntes Haldmandfabrikat, zeigt prächtige Farbentöne, und seine Wolle, die dem Fell schottischer Bergschase entstammt, ist un- -Mich weich und geschmeidig. Die Musterung ist eine Kopie Der Polenteppiche, bunt." aber doch ruhig und sarbenschön. Die Teppich- maße entsprechen den Raumoerhältnissen von 7X16>4 Meter, dürsten also für«ine Neubauwohnung nicht ganz geeignet sein! Abgesehen von der überdimensionalen Gestall dürfte auch der Preis von 17S0 M. die Dimensionen unseres Geldbeutel« ein wenig über- steigen. In großen Repräsentationsräumen wie Gesandtscha'len, Konsulaten usw. finden solche Prachtstück« Verwendung, und an einer solchen Stelle wird wohl auch der jetzt gezeigte Tepptchriese landen. viele. fleißige Dettoc bacfa, wie M Mchel ufm, it.ches«lls»-ft für die ,_nbt des tägliche» Beer»er Terntette», Tilch- fchrner nerfitbcrte Löffel, Gabeln, Messer, ferner Serntatten, Etlch- . öle Prämien gibt. Die UmhüNuiigen mm ajcaggi'e 6u»pen»ücfelr, t der Sev-ZJcdur.g der Fleischbrubmürfel gelten als Gutscheine. Den Erzeugnisse tss'birld die erforderliche Änzachl Lntscheine beiscunisen. yrngiUcke.! �144� Slams fea TUcalcr Donnerstag, den 17. Hirz staatsoper unter den Linden 70 Uhr Die Hugenotten StutLUiausgiilliaus jeodannraoarkL 20 Uhr Cyrano von Bergerac Schiller-Theater Charlotttnburg. 20 Uhr Die endlose Straße Tügl-fi u.BVtühr VERA SCHWARZ IliCHEN PIRAIES M AXELLOS MARIANNE WIN(ELSTERN IJii/B.PJfikiilaB! tu». ISa.8",Stn.2iMf 0. Ilel.: ETwelotuI 4031 |„W e einst im Us." — KlalMS TIL— i Nor noch 12Tage f ugt. Ubi Ol« mauseiaüe Preise 75 Pt,—0 M. Sonata� aftcimiittajpi 4 Ubr lialbf Preise. Stadl« Oper Charloneaburg dismarcksttaßc 34 Dom erst,>7. März Turnus II Anlang 30 Uhr Frleflemann Bach Fidesaer. SalvatmL Stürath, Friedridi, ttüseh. Batunano, Gomben Ende 23 Uhr Dentsdies Tdeater K Uhr W / Gerh;Haupimann Segle Mai Seiilunlt. LksIuo-Tteatw raclicn«Ht Uht Morgen gehte uns gut) Grete ääoaheim 31»x Hanaen Orchester Oa/a Beia W'n�r • Garten• S.15 Ühi Flora 3434 fiaudian erlauät IMaadeValeseo, Wallenda- Truppe. Hakon von ktteh- wald m. aelnen I< Solisten ond weitere Mai-Nnmmern 1 Theater iinoiiBndorfpiatz Pallas 7031 Täglich»It Uhr TpamerRaelit Operette In 3 Akten tluLWoin«. Karl Behr Musik von Hans May Kegle: Behu Saltesbsrg GR. SCHAUSPIELHAUS Tägl. 8 ü.■ _ Nor noch 3 Wochen_ Q VotU9DUtine Piealai am BOloamlati SV« Uhr AndroKlus undderLOwe K-omödio von B«rnh. Shaw mit Felix Bressart and Otto WaUburg «legte: K. H. Marün Stull. Sdilllar-Ilieatar 8 Uhr Die endlose Straße Tb. in Admiralspalast Täglich gt't Uht Dar aeua graSa Erfolg I Käthe Dorsch Oustai Gründgens m L'selott* liligspiol aidoini Künuha Chanottenstr. 90-92. Tel. Dönholf 625 Uraufführung: Freitag. 18. März. 81/* Uhr Kamarilla von F. E Bettauer und Q Uchey torvartal inmiitBilirodieo Theater desWestons Täglich 8'/, Uhi Die Dubarry In diraotteHiisiaiieniiig mit Mary Losseff (lleiropoi-fneaier Täglich s1/, Uht Der große Job. Strauß Operelten-Erlolg Ein Lied der Liebe rTheaterlo der-i Streseraannstr. Morgen 8 Uhr Premleirc Das Ende vom Lied mit Fritz Kortner Rose-Theater irofla Ftntldimr Stnl« 13! TN. Vtldh» k> UV 8.15 Uhr Jeffeben ßeberf V40>* JUERGEN5 Atsxanderplatz Neue Konlgetr.43 »■.uhrCASlNO-THEAlERMhüb. Lothringer Strafte 57. iiiiKiuniiiimiaiiiuiiiiiuiajiiiiiaiutaiiiiuiiimiiiaiiiMiaiiaaaitiiiiii Cnwlderrnf lieh nnr hl» SKSl&rz Der Mann mit den zwei Frauen u. das große bunte Programm Am I. Ap il zum I. Male REPPINA Operette In 3 Akten. Musik v. R. Stolz. Jutschein I-4 Personen. Patkett 50 Ft. Fauteuti 1.— Mark Segsei IÄ) Mark reipugungr Restaurant Berlins IMMUMS-WÄ Freitag, den 18. M2rz 1032, abends 7 Uhr. Sitzung der Mitttereu Ort»- «rwaltunz. Die Dstsvervaitung. WzüsTdM-Velwi! Vermaltnogsstelle Berlin rsefssaaasslssn Den Mitgliedern mr Nachricht, daß unier ÄnUege, der Älempnet Eduard Schwarz am 18 Mür, geRorbtn ift Die Beeidigung findet am Donnerstag, dem 17. Miltz nachmittags 2 Ubr, oon der Leichenhalle des Damiriedhofeg in Berttn. Müller- stieße 72/78, aus statt, Am 14. März ttarb an Blufnergistung unter Zlollege, der Mechantter Fritz Siemann geb. tS. Februar 1885 Die Etnasch rang findet am mrnn- abend, dem IS. Märt, mittag, I Uhr. tm Kremator NM Wittnersdorf, Bertiner Straße, statt. Ehre ihrem Anbeake»! Rege Beteiligung wirb ermarteL Olc Orisverwallang. Un-rmarlet entriß uns Net Tod am Montag, dem IL März, unseren lie.ten Kollegen Fritz Siemann im Alter oon 17 Jahren Mit werden ihm ein treues Andenken dewahren Die Deletzrätatt der Ocuiscben HollerUN Masdünen G. m. b. H. DI« ffitnäfcherunq findet am Sonn. odend. dem IS. März. Mittage 4 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf statt Alle die rege Anteilnahme hei der Trauerieier unsere« am S März oerfiordenen Lebenslanuraben und Freunde» Paul Horn sagen wir allen Beteiligten unseren antttchligen Danl. itzrl« Menriei ond Rinder. KLEINE ANZEIGEN jedes Wort 10 Pf. FettQ.d uckresWott €0 Pf«?,(zuläs�i� 2 fettRedrudtc Worte (Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für 2 Worte) Annahme durch den Ver ag. Lmdenstr.S Uhr) sämti „VolMrärts'-Fflialen u.-AusRabcstel en, sowie alte Annoncen-Expeditionen Radu»., Gp«chapparat« auf Teilzahlung. bequeme Rateuzah. lungen. Grorag. TurmstLaße 7V.- uerHBiüe Fsnrräder Tapeten Sztllat. Kolonie. firafie 9_ Gelegenheiten, Prismengläser.(Stiegen- hellen, Riesenans- wahl. Phototäuber, Spandauer Brücke 8 Bärfef. Zpanbaue Bahnhof iiieldlilisullilM. AZSLsiS ll!w. ScZIotitttbez. faltüneu, 54/—, an, mü ffrcUauf uitß 1 if-'®:°7öe- Kräder. M-tt-e SCr,' Ballonräder Marl. Moritz Sir.�t„n. jg,- i-tzi Machnow lstei LkliiidiülcüZ- VSkliSlllt ckinfornilienhan» in Iohannrethal, nahe Bahnhof, ZV. Zimmer und Glos. � neranda, Obstgarten. j selten schöne Aus. ficht. Anzahlung bOOO.- M. Aus- iunft FZ OberfptM 1945. ätz sch°?iß... Andreas. straße ZO. musik- instrumsDia Do» Kanalieren wenig getragene und neue Herren. furterstr.4Ze Prachtpia»»,. zehnjährige Daran tle. 700.—. ge. brauchte 250,—. Mo. natsraten 15.—. Sie. paraturen©lim. mungen. Anger Pwnolorte. 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