BERLIN Sonnabend 19. März 1932 Der Abend Erfcheint täglich außer Sonntag 5. Bugleich benbausgabe des Borwärts" Bezugspreis für beide Ausgaben 73 Vf. sro Woche, 3,25 M. pro Monat ( Davon 87 Bf. monatlich für Buftellung ins Haus) im voraus abibar. eft bezug 3,97 m. einschließlich 60 Bf. Boflaritungs und 72 Vf. Pofibeſtellgebühren. Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 134 B 67 49. Jahrgang nzetgensreis: Die einfaltige tilimeterjeile 30 4. Reklamezelle 2.-M. Ermäßigungen nach Earif. Vaßiched fonts: Borwärts- Berlag 6. m. b. 5., Berlin Nr. 37 536. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen ver! Rebaftion und Eryedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Gerafprecher: Donkoff( A 7) 292-297. Reichshilfe für Reedereien 77 Millionen zur Stüßung der Groß- Schiffahrt Die Reichsregierung hat beschlossen, daß das Reich für die in Not geratenen deutschen Reedereien und Schifffahrtsunternehmungen einen Gesamtbetrag von 77 Millionen Mart garantiert, wovon 7 Millionen auf die Trampreedereien, der Reft auf die übrigen entfällt. Borausfehung für diese Hilfsaktion ist, daß die alten Kreditgeber und die Geschäftsführung der Reedereien gewiffe Unterlagen dafür schaffen. Die alten Kreditgeber haben fich bereit erklärt, die bis Ende März dieses Jahres laufenden Konfortialkredite von 140 Millionen Mart zu einem niedrigeren Zinsfuß zunächst bis Ende Februar 1933 weiterlaufen zu laffen. Der Zinsfuß entspricht dem Reichsbankdiskont. Für die Kredite in ausländischer Währung von rund 67 millionen Mark find die Bestimmungen des Stillhalteabkommens maßgebend. Die Borstände der Hapag und des Norddeutschen Lloyds find übereingekommen, ihr Aktienkapital im Berhältnis von 10: 3 3ufammenzulegen, d. h. bei jeder der beiden Gesellschaften auf 48 Millionen Mart. Außerdem bleibt ein Refervefonds von 4,8 millionen und eine Spezialreserve von 24 Millionen bei jeder der beiden Gesellschaften bestehen. Die feit dem Borjahre eingeleiteten Sparmaßnahmen der beiden Gesellschaften werden verstärkt durchgeführt, so daß Minderausgaben von 65 millionen Mart erreicht werden sollen. Ein neues Bantenfonsortium, an dem jedoch die Bank für InBuftrieobligationen, die Reichspoft und die Reichsbahn nicht beteiligt find, foll weitere Sredite von 46,4 millionen Mark zu den für die allen Kredite vereinbarten Sätzen zur Verfügung stellen. Dafür werden entsprechende Sicherungen gegeben in der Verpfändung von Schiffswerten, fn der Uebereignung von Wertpapierbefik u. a. m. Jn den Bilanzen der beiden Gesellschaften find nicht enthalten die Ansprüche auf 144 Millionen Mark Freigabegelder( für die im Weltfrieg in USA. beschlagnahmten Schiffe) und auch nicht die Restzinsbeträge von 34 Millionen Mart für frühere Freigabegelder, die erst im laufenden Jahr durch den zu erwartenden Spruch des Obersten Gerichtshofes zahlbar werden. Diese Ansprüche werden im Ausmaß der Auszahlung der Reichsbeihilfe dem Reiche übergeben werden. Der fünftige gmeinsame Berwaltungsrat von Hapag und Cloyd foll aus 30 Mitgliedern bestehen, von denen acht der Zustimmung der Reichsregierung bedürfen. Zur Sicherung der Uebersicht über die Maßnahmen der Geschäftsführung behält sich die Reichsregierung vor, unter den Mitgliedern des Aufsichtsrates einen besonderen Berfrauensmann zu ernennen. Durch eine besondere Abwradprämie bis zu 23 Millionen Mark follen die Reedereien in den Stand gefeht werden, beim Wieder aufleben der Konjunktur rasch Schiffbauaufträge zu erteilen, da ein großer Teil des gegenwärtigen Schiffsparks den zeitgemäßen Ansprüchen an Schnelligkeit nicht mehr genügt. „ Geverings faschistischer Kurs." Entdeckung bei der KPD.- Alter Unsinn in neuer Auflage. Bor der Präsidentenwahl vom 13. März hat die„ Rote Fahne" an die Arbeiterschaft die Parole ausgegeben:„ Die Hauptgefahr ist nicht Hitler, die Hauptgefahr ist Severing!" In Berlin hat diese Parole die durchschlagende Wirkung gehabt, daß troz stärkerer Wahlbeteiligung die Kommunisten 54000 Stimmen weniger erhielten als bei den letzten Reichstagswahlen. Im ersten Schreden hat die„ Rote Fahne" daraufhin bolichemistische Selbsttritit" verheißen. Das Wesen der boliche. wiftischen Selbstkritik scheint darin zu bestehen, daß man die didsten Batten im eigenen Auge nicht entdeckt. Würde die Rote Fahne" wirklich Selbstfritit treiben, so müßte sie zugestehen, daß es vollendeter Unsinn war, den Arbeitern Dorzufchwätzen, daß Severing für sie gefährlicher sei als Hitler. Solche frummen Gedankengänge fönnen wohl im Gehirn eines verstiegenen Kaffeehausrevolutionärs entstehen, aber bei der natürfichen und gesunden Dentweise der Arbeiterschaft finden sie keinen Eingang. Inzwischen hat Severing die Illustration dazu gegeben, inmiefern er die Hauptgefahr" bildet. Er hat jene umfassende Polizei attion, gegen die Verschwörerbande der Nazis eingeleitet, die das ganze Hitler- Lager wie einen Schwarm aufgescheuchter Nachtvögel in die hellste Aufregung verfeit hat. Troz allen Geschreis, das von den Ertappten und ihrer Presse erhoben wird, trog ihrer Versuche, durch Einwirkung auf Reichsstellen die preußische Attion lahmzulegen, arbeitet der preußische Innenminister Bolschewistische Selbstkritik Die Rote Fahne" verheißt angesichts des fommu nistischen Stimmenrüdgangs in Berlin, Hamburg usw. ,, bolfchewiftische Selbstkritik" PAROL SOW „ Siehst du, Sozialfaschist, auf diesem Wege falle ich jedesmal in dasselbe Dreckloch. Und nun werde ich dir beweisen, warum es der richtige Weg ift". mit ruhiger Festigkeit weiter, und die nächsten Tage dürften zeigen, daß die preußische Aftion fein blindes Umbertappen war, jon dern das bisher peinlichst verborgen gehaltene Geheimtreiben der Hitlerschen Privatarmee entschleiert hat. Katzenellenbogens Glück. Mildes Urteil- Strafe bereits verbüßt. In dem Prozeß gegen Katzenellenbogen und Genoffen wurde heute um 1½ Uhr das Urteil verkündet: Kahenellenbogen und Templin werden wegen fortgefehten Vergehens gegen§ 314 des Handelsgesetzbuches( Bilanzverschleierung) verurteilt, und zwar Kahenellenbogen zu drei Monaten Gefängnis und 10 000 Mart Geldstrafe und Templin an Stelle einer an sich verwirften Gefängnisstrafe von einem Monat zu 10 000 Mark Geldstrafe und zu einer weiteren Geldstrafe von 10 000 Mart. Das Verfahren wegen prospettbetruges wird eingestellt. Von der Anklage der Untreue wird kahenellenbogen freigesprochen. Die gegen Katzenellenbogen verhängte Gefängnisstrafe gilt als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Die Angeklagten Dr. Sobernheim, Kuhlmey und Funte werden freigesprochen. Ein Bahnunglück in Neapel Zusammenstoß im Tunnel.- 7 Zote und 27 Verletzte. Neapel, 19, März. Um Freitagabend ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglüc auf der Untergrundbahn von Neapel, wobei fieben Menschen getötet und 27 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Die Untergrundbahn von Neapel verbindet den Hauptbahnhof mit Fuerigrotto und mit dem Bahnhof, von wo aus die direkten Schnellzüge nach Rom abgehen. Infolge Unvorsichtigkeit des Maschinenpersonals stießen am Freitagabend zwei Arbeiterzüge in voller Fahrt zusammen. Stegerwald und die Nazigefahr. Wirtschaftsfrise ist Bertrauenstrije. Paris, 19. März.( Eigenbericht.) Reichsarbeitsminister Stegerwald hat dem Berliner Korrefpondenten des Petit Journal" eine Unterredung gemährt, in deren Berlauf er interessante Erklärungen über die Lage in Deutschland und über die deutsch- französische Zusammenarbeit abgab. lofigkeit in Deutschland aus. Er erklärte, daß die SchwanDer Minister sprach sich zunächst über die große Arbeitstungen der Außenpolitit, die Furcht vor einer neuen Inflation und vor allem die Ausdehnung der Schutzollmaßnahmen in Europa nicht erlaubten, auf eine bedeutende Verminderung der Zahl der Arbeitslosen zu rechnen. Die Reichsregierung habe ein umfangreiches Programm für öffentliche Arbeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aufgestellt, aber es Das könnte sogar möglicherweise auf fommunistische Arbeiter Eindruck machen. Zwar nicht auf die blind folgenden Partei chose, denen man, um ein Bort der ehemaligen Führerin Ruth Fischer zu gebrauchen, fogar unwidersprochen die Refehle das Geld zur Ausführung. gierung des Mondes empfehlen darf, wohl aber auf jene Wählermassen, die mur gefühlsmäßig, aus der Unzufriedenheit der Krise und der Verbitterung der Arbeitslosigkeit heraus Thälmann gewählt haben. Um dies zu verhüten, erscheint die Rote Fahne am Sonnabend mit der Schlagzeile Geverings faschistischer Kurs in Preußen". Wahrhaftig, wenn man in die Geheimnisse der Faschisten hineinleuchtet, so ist das ein faschistischer Kurs". Und dann folgt im Innern des Blattes eine Karikatur auf die Polizei attion Severings, wie sie im Angriff" nicht schöner stehen fönnte. Die Unterschrift läßt Severing verfichern, daß er nur Spaß mache, damit die SPD.- Arbeiter an feinen Kampf gegen den Faschismus glauben... Fremde Kapitalien feien notwendig. Allein folange das Bertrauen im Innern des Landes wie im Auslande nicht wieder hergestellt sei, fönne man nicht auf den Zufluß fremder Kapitalien rechnen. Unftillbare Sehnsucht der fommunistischen Führer ist, einen rid oder einen lagges auf dem Stuhle des preußischen Innenministers zu sehen. Unter einem von ihnen würde fogar die Rote Fahne" sofort eine sehr zahme und gemäßigte Tonart finden, wenn ihr Erscheinen überhaupt noch möglich wäre. Aber es scheint uns doch besser, den Kommunisten diese Sehnsucht nicht erst zu erfüllen. Auflösung der bremischen Bürgerschaft abgelehnt. Die bremische Bürgerschaft hatte sich in der Freitagssigung mit dem Auflösungs antrag und einem Mißtrauensantrag gegen den Senat zu beschäf: die Auflösung der Bürgerschaft abgelehnt. Abgelehnt wurde tigen. Nach eingehender Aussprache wurde furz nach Mitternacht auch der Antrag, dem Senat das Mißtrauen auszusprechen. Das Anwachsen des Nationalsozialismus habe die Wiederherstellung des Bertrauens verhindert. Das Ergebnis der Wahlen vom 13. März zeige jedoch, daß der Bormarsch der Hitlerbewegung nicht so groß sei, daß die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands dadurch endgültig gefährdet werde. Wenn die Nationalsozialistische Partei illegale Mittel anwende, werde die Reichsregierung die notwendige Energie zeigen. Die deutsch französische Zusammenarbeit, be tonte der Minister, sei nötig, um Europa seine dominierende Stellung in der Weltorganisation wiederzugeben. Leider gebe es noch viele Hindernisse, die die Entspannung zwischen das Reparationsproblem. Deutschland sei in der Hauptsache ein Frankreich und Deutschland verhinderten. Eines der wichtigsten sei Industrieland, das für die Bedürfnisse seines Wirtschafts. lebens bedeutend größere Kapitalien als ein Aderbauland braucht. Durch den Krieg und die Inflation seien der deutschen Wirtschaft 100 bis 150 Milliarden Mark entzogen worden. Ein Land, das sich in einer solchen Lage befinde, könne dem Ausland nicht die Zinsen einer politischen Schuld von 35 Milliarden zahlen und zugleich für die Bedürfnisse seiner Wirtschaft im Ausland große Privatschulden aufnehmen, für die gleichfalls hohe Zinsen gezahlt werden mußten. Die Staatsschulden Englands und Frankreichs tonne man, obgleich sie hoch seien, nicht mit den deutschen Schulden vergleichen: es seien in der 5?auptsache innere Schulden, deren Zinsen wieder dem eigenen Wirtschaftsleben zugute kämen. Die Auslandsschulden konnten nur durch Ausfuhrüberschüsse bezahlt werden: aber ein großer Ausfuhrüberschuß eines einzelnen Landes, das wenig importiere, bringe Unordnutig in den gesamten internationalen Warenaustausch. Der Minister schloß, nachdem er auf eine Frage des Aorrespon- dcntan die deutsch-französische Wirtschaftskommission als ein brauch- bares Werkzeug für eine engere Zusammenarbeit zwischen Frank- reich und Deutschland bezeichnet hatte, mit den Worten:„Das gegen- seitige Verstehen zwischen unseren beiden Ländern ist notwendig, um in Europa und in der Welt eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen. Ich weiß, daß Laoal und Brüning über diesen Punkt einig waren. Man muß ohne Zweifel auch aN der Wieder- annäherung der Geister arbeiten, aber auf wirtschaftlichem Gebiet muß zunächst der Anfang gemacht werden." Llralzeff vor seinen Richtern „Die Raiffeisen-Oirekioren gehören auf die Ankiageban?" Baldur von Gchirach singt. Lteber Adolf, das Gottesgeschenk. Wir hahen bereits in unserem heutigen Morgenblatt auf das neue nationalsozialistische Prachtwerk hingewiesen, das nach den Worten des Verlags..ungezählten Mil« lionendieErfüllungihrerSehnsuchtbringt". in dem es ihnen den großen Adolf in verschiedenen Stellungen photographiert zeigt. Das Buch„Hitler, wie ihn keiner kennt, bringt aber noch mehr, nämlich eine Vorrede von Baldur von Schirach. die man wenigstens im Auszug kennen muß. Der bekannte Hofdichter des Braunen Hauses schreibt: Der Deutsche verlangt mit Recht ldenn dies entspricht seinem Wesen und inneren Geseg), daß der von ihm erkorene Führer ge- wissermaßen eine Synthese aus Werk und Persönlichkeit darstelle. Er fordert darüber hinaus von seinem Führer auch in den privaten Dingen des Lebens Vorbildlichkeit und menschliche Größe. So erklären sich die Liebe und Verehrung, die unser Volk zwei großen Söhnen, Goethe und Friedrich dem Großen, entgegenbringt, so erklärt sich auch jener sanatische Glaube an Adolf htller... ... Heute liegt der Schatten dieses Mannes über Deutschtand und fassungslos staunen viele über das Wunder, daß nach absoluter Herrschast des Marxismus ein einziger das Antliß der Nation so zu wandeln vermochte... ... Hitler ist ein unniversoler Geist. Es ist unmöglich, der Mannigfaltigkeit seines Wesens mit 100 Ausnahmen, die aus taufenden ausgesucht wurden, gerecht zu werden... ... Kunst ist ihm Lebensbedürfnis, vor allem Musik: fein Wort: „Wenn die Künstler ahnen würden, was ich für die deutsche Kunst tun werde, hätte ich unter ihnen keinen Gegner", kennzeichnet die tief« Absicht zu kultureller Tat. ... Unsere Zeit wird diesen U eberragenden vielleicht verehren und lieben, aber sie wird ihn nicht in seiner großen Tiefe ermessen können. Dasbrauchtsie auch nicht. Sie soll nur immer wieder im Hinschauen auf die gewaltige Persönlichkeit des Führers ehrfürchtig werden und Gott im Himmel danken, daß er uns auch dieses Mal nicht verlassen hat. Sage mir. wie du dich loben läßt, und ich werde dir sagen, wer du bist. An diesem Wilhelm III. gemessen war WilhAm II. immer noch ein Muster von Geschmack und Takt. Was das Wort„Byzanz" bedeutet, erfährt man richtig doch erst jetzt. „Hitler, wie ihn keiner kennt", wird als Dokument einer Massenpsychose für Historiker und Irrenärzte dauernden Wert behalten._ Naziverleumder verurteilt. Zm Rheinlande gibt'S Gefängnis! Aachen, 19. März.(Eigenbericht.) Das Schösfengaricht in Stachen verurteilte den verantwortlichen Redakteur des nationalsozialistischen„Grenzblattes", Strang, wegen Beleidigung des Vizepräsidenten des Reichstags, Esser, zu fünf Monaten Gefängnis und 1000 M Geld» straf«. Strang hatte in zwei Artikeln den Bizepräsidenten Esser be- schuldigt, seine Beziehungen in gewinnsüchtiger Weise ausgenutzt zu haben. In der Verhandlung brach die Anschuldigung völlig zu- saimnen. Zenirumsabgeordnete des Hochverrats beschuldigt. Karlsruhe, 19. März. Am Schluß der heutigen Sitzung des Badischen Landtags gab der Führer des badischen Zentrums. Abgeordneter Dr. F ö h r, ein« Erklärung ab, daß er und die Abgeordneten Dr. Kaufmann und Diez auf eine in der nationalsozialistischen Zeitung„Der Führer" mitgeteille Anzeige wegen Hoch- und Landes- verrats den Oberreichsanwalt ersucht hätten, bei Reichstag und Landtag alsbald die Aufhebung ihrer Immunität zu beantragen. Es liege den drei Abgeordneten daran, die Angelegen- heit raschestens klarzustellen._ Geldraub in der Straßenbahn. Berüchtigte Kolonne wieder an de» Arbeit. Einem Bauunternehmer aus Wilmersdorf wurde heule mittag in einer Siraßenbohu der Linie 176 eine Akten- lasche mit 1500 Mark Silbergeld geraubt. Der Mann Halle das Geld bei seiner Bank am willcubergplah abgehoben. Die Af(entasche stellte er neben sich. Als der Bauunternehmer in seinem Büro ankam, mußte er zu seinem Schrecken seststellen, daß die Tasche verlanschl war und sich statt des Silbergildes etwa 1 S I l o Rä g e l darin befanden. Für die Tat kommt voraussichtlich eine berüchtigte Kolonne in Frage, die schon mehrmals Sassenbolen mit Erfolg beraubt haben._ Millionenbetrug aufgedeckt. Ein Blick hinter die Kulissen der Kreuger-TragSd!e. pari», lg. ZRSrz. Durch den Selbstmord des schwedischen Zudustrielleu kreuger ist«von w pari» einem Betrug in höhe van 30 Millionen Franken aus die Spur gekommen. Aus die Klage eines schwedischen Bankiers und Freunde« de« verstorbenen schwedischen Zündholztönigs hin hat die Pariser Kri- minchpolizei den 36jährigen Wechselagentsn Barraoult oer- haftet. Der schwedisch« Bankier hall« dem Agenten Kreuger- Obligationen im Werte von 30 Millionen Iran» ken als Garantiedepot für einen noch und nach einzuräumenden Kredit von IS Millionen Franken übertragen. Es war vereinbart worden, daß der Agent die Papiere in keinem Falle weiterveräußern dürj«, um nicht zu einem Kurssturz der Odliga- Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte unter Vorsitz des Land- gerichtsdirettors Markgras, begann heute morgen mit einer«in- stündigen Verspätung— der Ersatzschöfse fehlte— endlich die Aer- Handlung gegen de» berüchtigten- Uralzeff und den Rechtsanwalt ! Dr. Türk. Die Anklage lautet auf teils vollendete, teils versuchten Betrug und Urkundenfälschung. Uralzeff ist bereits im Juni v. I. in Dresden wegen Urkundenfälschung in Verbindung mll seinen wirtlichen oder angeblichen Ansprüchen gegen die Raifseisen-Aank zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden Wegen einer schweren Krankhell befindet er sich außer Haft. Rechtsanwalt Dr. Türk hat in derselben Sache wegen Untreue zehn Monate Gefängnis er- hallen. Die Anklage wird vom Staatsanwaltschaftsrot Schumacher vertreten, der Angeklagte Uralzeff vom Rechtsanwalt Dr. Sandack, der Angeklagte Dr. Türk von Rechtsanwalt Tovote verteidigt. Unmittelbar nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses nimmt die Verhandlung einen äußerst stürmischen Verlauf. R.-A. Dr. Sandack stellt fest, daß die Raiffeiseu-Bank einen Slrosankrag überhaupt nicht gestellt hat. Uralzeff mit erhobener Stimme: Ich erkläre, daß die Direktoren der Ralffeisen-Bank und die Aufsichtsräke auch aus der Anklage- dank sitzen müßten. Die Raiffeisen-Vank war bereits im Jahre 1223 pleite. Man hat einen Mann gesucht, der Geld ins Haus bringen könnte und hat einen solchen in mir gefunden. Nicht ich habe die Bank kapull gemacht, sondern die Raiffeisen- Bank hat sich kaputt gemacht. Es geht nicht an, einen einzelnen Komplex, das Russengeschäft herauszugreifen. Ich bitte, die Akten des Dresdener Gerichts hinzuzuziehen, damit in die Geschäfte der Raiffeisen-Bank hineingeleuchtet werde. Staatsanwalt: Die Akten sind der Staatsanwaltschaft bekannt. Hier steht nur das Russengeschäft zur Anklage. Vors.: Es wird ja zugegeben, daß der Zusammenbruch der Ralffeism-Vauk nicht auf Sie allein zurückzuführen ist. Wir haben es aber nur mit der Anklage zu tun. die hier vor- liegt. R.-A. Sandack: Ich bitte, den Angeklagten Uralzeff nicht mißzuverstehen. Er hat nicht sagen wollen, daß er mit Recht auf die Anklagebank gesetzt ist. Cr b e st r e i t e t überhaupt, irgendeine strafbare Handlung begangen zu haben. Er behauvtet. daß dle einzigen Schuldigen die Direktoren der Pank sind. Das Dresdener Urteil hat fsstaestellt. daß, wenn Uralzeff nicht zur Raiffeisen-Bank gekommen wäre, nichts von dem passiert wäre. weswegen er verurteilt werden mußte. Vors.: Fest steht aber, daß Sie bis Ende 1924 von der Raiffeisen-Bank einen Kredit von 10 Millionen erhallen haben... Uralzeff: Es waren„nur" sechs Millionen. Vors.: Das wird sich ja später zeigen. Es wirb Ihnen ja auch nicht vorgeworfen, daß Sie diesen lV-Millionen-Kredit durch be- trügerische Handlungen bekommen hätten. Die Anklage behauptet nur. daß Sie durch Erzählungen von einem fingier» t« n R u s s e n g e s ch ä f t die Raiffeisen-Bank veranlaßt hätten, aus die schleunige Rückzahlung der Kredite nicht zu bestehen und sogar Ihnen neue Kredite zu gewähren. Uralzeff: Der Fall liegt ganz anders. Ich habe auf Grund des Rpssengeschästes keinen ein- zigen Pfennig bekommen. Vors.: Haben Sur nicht 48 000 M. Reisespesen für Paris elh ölten und 7000' Dollar SSMergelder für j das Russengeschäft? Uralzeff: Gut. Die Bank hat aber ge- wüßt, wozu sie das Geld gegeben hat. Im übrigen hall« sie hundert- prozentige Sicherheiten von mir Wenn sie selbst diese Sicher- heiten verschleudert hat. wenn sie die Waren durch vor- geschobene Personen aufgekauft Halle, wenn in der Raiffeisen-vank eine unglaubliche Wirtschaft geherrscht hat. so kann ich nichts dafür. Ich will bier nur an den Fall erinnern, wo durch die Schuld der Raiffeisen-Bank in Rotter- dam Waren im Werte von 30000 M. bei einer Versteigerung für 5000 M. verkauft wurden Und wer war der Käufer? Vors.: Jetzt sind wir schon mitten drin. Erzählen Sie uns zuerst Ihren Lebenslauf. Uralzeff erzählt: Er ist ün Jahre 1683 in Rsval geboren. Wenn«r früher angegeben hat, daß sein Geburtsort i Jekaterinoslaw sei, so nur aus dem Grunde, weil ihm aus poli-: tischen Gründen während der Bolschewikenzeit ein Paß auf den Namen Uralzeff ausgestellt wurde In Wirklichkeit hieß sein Dater Maljeski. In Petersburg wurde er von den Bolschewiken in? Gefängnis gesteckt, dreimal zum Tode verurteilt. E? gelang ihm. zu fliehen. Er hielt sich zuerst m Schweden und dann in Dänemark, schließlich in Estland oul. hier baH er dnn On'-nl Zudenilsch bei der Ausstellung der weißen Armee. Er gab ihm eine halbe Million Mark und belieferte ihn mll Chemikalien und pharmazeutischen Mitteln und Verbandstoffen. Cr verlor fast sein gesamte» Vermögen und wurde aus Reval ausgewiesen, weil er weiße Offiziere beherbergte. Im übrigen will er über i zwei Etappen seiner Tätigkeit in Lellland und Estland aus poli- tischen Gründon nichts Näheres erzählen. Es sei ihm fres auch vor dein Landtagsausschuß auf Verfügung dos Iustizministers(?!) ge- stattet worden(?). Vors.' Sie sollen wegen Handels mit Rauschgiften aus Reval ausgewiesen worden sein? Ilralzesf(in großer Erregung): Das ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Er erzählt weiter: Während des Krieges besaß er eine Apotheke, vertrat einen Arzt, betrieb Engrosgeschäfte mll Chemikalien und verdiente enormes Geld Bon Reval ging er nach Riga, von dort kam er über Memcl und Danzig nach Deutschland, hielt sich eine Woche in Berlin auf und ließ sich in Dresden nieder, als dem Zentrum des Pharmazeutenhandels und der chemischen Fabrikation. Vors.: Was für Mittel hatten Sie nach Deutschland mitgebracht? Uralzeff: Ich hatte etwa 350 bis 490 Dollar bei mir, besaß aber in Rußland«in großes Vormögen an einem Lager von Chemikalien im Werte von über 200 000 Goldrubel.— Vors.: Besitzen Sie irgendwelche Belege darüber?— Uralzeff: Rein. Von meinem Freund Stromberg, der das Petersburger Lager als Trenhänser verwallet«, bekam ich im Jahre 1923 zweimal je 3000 englische Pfund ausgezahlt, den Erlös vom Verkauf meines Chemikalienlager— Vors.: Und was iegannen Sie in Dresden? — Uralzeff: Ich begann in lleinem Umfang« Gefchäste zu machen, wurde auch von verschietenen Sellen unlerstügt.— Vors.: Man biehauptet, daß Sie von allen Seiten Kredite auige- nvmmen haben. Sie sollen sich auch damals beklagt haben, daß Sie verhungern müßten. Sie sollen Ihre Gefchäste bloß ans ge- borgles Geld gemacht haben. Sie kennen doch den Herrn Gedenk. Er behauptet, er habe von Ihnen gesagt: Der ganze llralzess'st eine Rull. Ein großer Mann ist er bloß mil gepumptem Geld. — A n g e k l.: Hält ein Berliner Gericht von Bedeutung, was ein Herr Gedenk gesagt hat?— Vors.: Rein, aber die Persönlichkell des Herrn Uralzeff ist für das Gericht von Bedeutung.— Ural- z« f f: Wissen Sie aber, wie ich zu Herrn Gedenk gekommen bin? Der Rechtsanwalt Steinmetz und der Herr Strafanstaltelehrer hatten mich zu ihm empfohlen. Ich hatte keinen Grund, an der Redlichkell des Herrn Gedenk zu zweiseln.— R.-A Sandack stellt fest, daß Uralzeff den Gcdenk. einen viclsach oorbestrasten Menschen, erst im Jahr« 1930 kennengelernt hat,, als er lemüht war. seine Ansprüche gegen die Raiffci'en-Bank durchzusetzen. Wegen dieser Handlungen ist er vom Dresdener Gericht bestraft worden. Es hat ihm aber zugute geHallen, daß er durch die Schuld der Raiffeisen-Bank straffällig geworden ist und hat ihm deehald mildernde Umstände zugebilligt.— Vors.: Schön. Aber mit welchem Gel de haben Sie Ihre großen Geschäfte in Dresden gemocht?— Uralzeff: Es haben sich verschieden« Leute an meinen Geschäften auch beteiligt. Außer« dem habe ich Kredite aufgenommen—Vors.' Es gibt aber Leute, vi« nur von Krediten leben.— Uralzeff: Ich kenne solche nicht.— Vors.: Sie sollen auch solch ein Mensch sein.— Uralzeff: Nein.— Vors.: Haben Sie ober immer ehrlich ge- Handell?— Uralzeff: Ja.— Vors.: Und wie war es mit Steinmetz und Gedenk?— Uralzeff: Es ist zu unterscheiden zwischen der Zeit vor meinem Zusammen!; ruch und nach meinem Zusamenbruch. also nach 1926. Die Angelegenheit Gedenk und Stein- metz fM in die Zell nach meinem Zusammenbruch. Der Angc- klagte hat sich allmählich durch sein« ständigen erregte- Erwiderrun- gen derart erschöpft, daß eine Pause eintreten muh. Nach Eröss- irung der Sitzung will der Vorsitzende wissen, wovon Uralzeff jetzt lebt. R.-A Sandack: Er wird von seinen Freunden unter- stützt.— Vors,: Und wie lebt er?— R.-A Sandack: Er muß mll jedem Psennig rechnen. Er ist augenblicklich ein vollkommen gebrochener Mann, seelisch, körperlich und pekuniär. Der Vor- sitzend« stellt scst. daß Ural-eff aus dem Dresdener Gefängnis wegen Haftunfähigkeit entlassen sei.— Uralzeff jährt in der Schilderung seiner Tätigkell in Deutschland sort. Im Welnrestauranl Pfuhl in der Kömgzrätzer Straß« lernte er den Prokuristen der Raiffeisen-Bank Krause kennen. Da er Devisen besaß, führte ihn Kraus« dem Gelddisponenten der Raiffeisen-Bank. dem Rechtsanwall und Notar Lange zu. Uralzeff erhielt bei Hinterlegung von Devisen Kredite in Papiermark, die er wertbeständig zurückgezohll hoben will.„Trotzdem heißt es aber, der russische Betrüger Uralzeff hat die Raiffeisen-Bank ruiniert". Vors.: Es behauptet ja niemand, daß S ie a l l e i n die Raiffeisen-Baiik geschädigt haben. Uralzeff: Ich hpre das zum ersten Male aus Ihrem Munde. Ich werde Ihnen, Herr Staatsanwall, im Laufe der Verhandlung Unterlagen dafür bringen, daß ganz andere Leute strafbare Hand- langen mil der Raiffeisen-Bank begangen haben. tionen beizutragen. Der Agent verkaufte sie aber dennoch an zwei Geldgeber, die sie wiederum an der New-Dorker Börse aus den Markt warfen, was zum Niedergang der Kreuger-Wert« beträchtlich beitrug. Gegen die beiden Geldgeber ist ebenfalls 5)aftbefehl erlassen wordene_ „Nationalregierung" in Japan? Wachsende Sorgen. Tokio, 19. März. Japan steht vyr einer neuen ernsten Kabinettskrise. Allgemein wird mll Sicherheit der Sturz des Kabinetts Jnukai bei Schluß der Parlamentssitzungsperiode zu End« der nächsten Woche erwartet. In diesem Zusammenhang wird den Verhandlungen des Dtaatsratomitgliedes Prinz Sa i o n j i mll führenden Person- lichkeiten besondere Beachtung geschenkt, die die Bildung einer Nationalregierung bezwecken. Bis setzt ist noch nicht be- tannt, ob dies« Verhandlungen erfolgreich oerlaufen sind. Das Jnukai-Kabinett wird nicht für fähig geHallen, mit den gegenwärtigen großen wirtschaftlichen und politischen Schwierig- kellen fertig zu werden. Die wirtschaftliche Krise ist durch die Gewährung großer Summen für die mllllänschen Operationen noch verschärft worden. Dazu kommt die dauernde Ungewiß- hell Wer die Entwicklung der Verhandlungen in Schanghai, die unklare Lage in der Mandschurei und die gegenwärtige Spannung mll Sowjetrußland. die durch die russischen Truppenzusanunen« ziehungen an der mandschurischen Grenz« gekennzeichnet ist. Großrazzia in der Wärmehalle. Annäbernd-1000 Personen festgenommen. Von der Kriminalpolizei wurde heute mittag die Wärme» Halle in der Ackerst ra he ausgehoben. Ein großes Schupo» aufgebot unterstützte die Kriminalbeamte» bei ihrer Arbeit. Alls Ein- und Ausgänge wurden überraschend besetzt. Eni- gegen den sonstigen Gepflogenheiten der Kriminalpolizei, die allge» mein eine sofortige Prüfung der Papiere an Ort und Stelle vor» nimmt, wurden alle Wärmehallentnsassen festge, nommen und ine Polizeipräsidium gebracht. Nach und nach wurden etwa 900 bis 10ll0 Personen etnge» liefert. Bei der Kriminalpolizei herrschte stundenlang Hoch- betrieb. In den meisten Fällen wurden di« Festgenommen nach Sichtung ihrer Papiere und wenn sonst mchts gegen sie vorlag, wieder auf freien Fuß gesetzt. Eine Reihe von Männern dagegen. die ohne Papiere sind und mancherlei aus dem Kerbholz haben, wurden in Gewahrsam genommen. Die Razzia war schon längere Zeit geplant. Verschiedene An« zeig«», die In der letzten Zell vom Publikum gegen Wärmehallen» besucher bei der Kriminalpolizei einliefen, gaben dem Präsidium dann zu dem heutigen energischen Durchgreifen Veranlassung. Die japanische Regierung petlangi vom Parlament die Zu- stimmung zu einer neuen Anleih« von 53 Millionen Ten. um die Kriegsausgaben in China und in der Mandschurei zu decken. Di« Yoeche-Festsplel« im Kroll-Thkäter„P»melheu5" und„Vtrnbcia* werden Dienstag, 8 Uhr, für die Buchgemein chaft wiederholt. Am Souulag und Montag sürdea leine Borstellungen statt. Möbelschau erösfnei. n25Utifl und gediegen" als Zeitdevise. Die grohe Möbel- und Cmrichiuugsschdu In den lileflc* (ollen am? u n k l u r m wurde heule mitiag eröffnet. Die Förderer und die Erbauer dieser Ausstellung, die räumlich Und bildlich von erlesener Geschlossenheit ist. fagen, daß ihr Werl voll und ganz den Forderungen der Zeit entsvreche. Die Forderung der Zeil ist Billigkeit, und ihr ist Genüge getan. Noll) wehr, was man billig— zum Teil 30 bis 50 Proz. unter den bisherigen Preisen— zum Verkauf stellt, ist gediegen gearbeitet Bestes Hand- werkliches Können tritt bezwingend hervor. Man hat wieder ge- lernt, das Holz in seiner ursprünglichen Schönheit zu behandeln und ihm durch schlichte Formung den Wert zu verleihen, der ihm selber innewohnt. Das olles behrickt selbst unser verbildetes Auge und man fürchtet nur, daß zum>n des Guten ein bißchen zuviel getan ist. Die unberührten me-'en und glatten Flächen scheinen so selbstbewußt in ihrer Wirkung daß der kleinste Schaden, der sich beim Gebrauch nicht vermeiden laßt, viel mehr auffallen wird als bei einem weniger sorgfältig gearbeiteten Stück. Die Sonderschau der„Billigen Wohnung", ein bis zwei Zimmer von etwa 500 bis 1150 M. ist das Ergebnis eines Weit- bewerbs des Deutschen Möbelfachverbandes: In zwanzig Kojen wird das Resultat gezeigt und die vielfachen Ideen, die zur Schaffung einer neuen billigen Wohnungsart verwertet wurden. Die folgenden Hallen zeigen die große allgemeine Möbelschau. Aber auch hier ist bei allem Oualitäts- und Kunstwert des Kszeigten das Motto der Billigkeit gewahrt. Auch die wertvollsten Möbel sind heute noch um'0 bis 15 Proz. billiger als in der Vorlriegszeit. Die Formen selbst sind seit dem letzten Jahre weicher,„sinnlicher" geworden. Nicht mehr die eckige Kante, sondern die sanfte Rundung. Diese Milderung der Umrisse reicht bis zur Küche Durch die Ber- kleinerung der meisten Wohnungen ergab sich die Notwendigkeit, ganz neuartige Zimmer und Möbel zu schaffen: Kombinations« zimmer und Kombinationsmöbel. Ein einziges Zimmer dient mehreren Zwecken, ebenso wie ein und dasselbe Möbelstück- Da hat man z B eine allgemeine Form des Schranke- geschaffen. Bücher. Geschirr, Kleider— alles kann ein und derselbe Schrank bergen, wenn er nur praktisch gebaut ist. » lZn der Funkhalle erfolgte heute vormittag vor einem Kreis von über 500 Vertretern der Reichs« und Kommunalbehörden, der Wirt- fchaft und Kunst die Eröffnung der Schau. Der Dezernent für das Ausstellungsi und Messewesen, Stadtrat C z c m i n s t i, dankte allen Personen und Organisationen, die das Zustandekommen der Ausstellung ermöglicht haben. Während vor zwei Jahren die 1.„Mö" einen Rückblick unter dem Kennwort„Btöbel und Mode im Wandel der Zeiten" gegeben habe, stelle die diesjährige Ausstellung das wirtschaftliche und soziale Moment mit der Sond?r- schau„Die billige Wohnung" in den Vordergrund. Der große Wert dieser Ausstellung liege weiter darin, daß sie in einem geschlossenen Rahmen die größte Ocientierungsinöglichteit gebe. Selten wohl ant» springe eine Ausstellung so den Bedürfnissen fast aller Kreise des Volkes, wie diese Möbel- und Einrichtungsschau, denn infolge von sozialen und wirtschaftlichen, aber auch weltanschaulichen Um- wälzungen habe sich die Wohnkultur der letzten Jahre grundlegend geändert. Für den Deutschen Möbelfachverband Gruppe Berlin und Mark Brandenburg e. B. sprach sodann dessen erster Borsitzender, Benno T i e k ö t t e r., ,/ütx Frauendiplomai." Atrium. Wie die Fliegen nach dem Honig, so streben die Frauen zu ihm, dem feschen Rittmeister Er wird deshalb von Botschaft zu Botschaft und von Land zu Land abgeschoben. Schließlich landet er irgendwo bei den Negern im Arm mit seiner Gattin, einer ehe« maligen Dame vom Ballett. Leider fällt dem Regisseur E. W- Emo fast gar nichts ein. Die Abenteuer des Diplomaten wären sogar sträflich langweilig, wenn nicht Max Hansen den Lausbuben als„goldigen Jungen" spielfe. Doch da Hansen alles andere als ein schöner Filmmann ist. hätte der Regisseur die Fähigkeiten dieses begabten Darstellers noch weit mehr ausnutzen müssen. Emo ist überhaupt viel zu leicht zufrieden So bemerkt man diesmal bei Martha Eggert nur Stimme vermißt dafür aper alles darstellerische Können. Paul Morgan südelt und spielt einen persischen Diplomaten gerade so, wie der kleine Moritz ihn sich vorstellt Leo S l e z a t, der dann und wenn ein Liedlein singt, stapft wie ein Elch durch die Film- kulissen. Leider wurden diese offenbar vom Sparkommissar ver« waltet, der jede Abwechslung verbot. Daß die Filmindustriellen sich die Außenaufnahmen schon ganz abgewöhnt haben, ist schlimm, aber daß die Zimmer jetzt peinlich sichtbar nur noch zur Halste möbliert werden, ist bald nicht mehr erträglich. 5zans May hat Schlager komvoniert für die Lebensdauer von heute und morgen. Der Film ist ganz und gar ein Dokument unserer Zeit, Er betreibt den geisfigen Ausoerkauf bei dem Streben nach einem Krampf-Geschäft._ c, b. Bettauer und Lichey: Kamarilla. Berliner Tbeater. Zwei schlesische Journalisten, sonst besorgt, daß die Bäume der Banausen nicht in d«n Himmel wachsen, kompromittieren sich vor- übergehend. Ihre Szenenfolge um Maximilian Horden. den Bekämpfer der um Wilhelm II verketteten Homosexuellen- kamarilla. soll für ausklärende und liberale Zwecke dienen. Sie dient nicht der Bereicherung des Theaters Man sialdbart ayf der..Äohen« zsl'ern". wShrxnd der Monarch durch das Nordmeer dampft Man hört aus dem Bauch der Lustjacht emc Stimme, die des Kaisers sein soll Er selber zeigt sich aber nicht. Nur die Tatjach«, daß aus Deck Zoten erzählt werden, erweist, daß Deutschlands Oberhaupt und sein Hofstaat ahnungslos von dem un, erwartenden Unglück sind Das Drama der Weltaeschtchte Hai andere Gesetze alz da, weU- geschichtliche Drama für das Theater. Die Verfasser kennen diese O-setze nicht und bringen d«sdald nur ein Werk fertig, das gerape auf den G'gner dieser tragikomischen Vergangenheit peinlich wirst. Schauspieler von Rang und weniger bekannt«. Ple�iath Gynt, Schnell, Schott Kylser, Stister, Jngenohl. Jhle. Mederow, altes Herren, hie bei besserer Wirtschasts- und Geisteskonjunktur gern auf solch« falschen Reißerrollen verzichtet hätten, suchen bei dem Zweifel- hasten Geschäft ihr Brot, nicht ihre Freud«. dl. H. Goethe und seine Welt Ausstellungen in der Akademie und im Kupferstichkabineii Im Jahre 1789 wurde Goethe— neben Wieland und Herder— mm Ehrenmitglied der Berliner Akademie gewählt. Zum Gedenken leines hundertsten Sterbetages stellt diese die größte, einzigartig« Sammlung von Originalen jeder Art aus, die es aus dem Goetheschen Ledenskreije gibt: die Sammlung Antyn Kippe nberg, des Inhabers des großen Jnsel-Verlages in Leipzig. Sie wurde am Sonnabend-inittag mit Ansprachen eröffnet. Me zwöls Säle der Akademie am Pariser Platz sind mit Vitrinen, gerahmten Bildern. Blättern und Skulpturen dicht, aber geschmackvoll und übersichtlich gefüllt, und dennoch ist nur der vierte Teil dieser Schätze zur Ausstellung gelangt. Man sindet alles darin, was auf Goethe, sein Leben, fem Werk, seine Umwelt Beziehung hat, und alles in Originalen. Erstausgaben, kostbaren Seltenheiten und in künstlerischer Qualität von Rang: von den Urahnen(Goeches Mutler stammte von Lucas Cranach her, dem Maler Luthers) und den Stätten seiner Frankfurter Jugend an. bis zu der Originalhand- schrist des großartigen Berichtes von Eoudray über seinen Tod, den man in der Mittewstrine des Hauptsaales entdeckt. Wer Goethe keimt, wird sich gern in die tausend Einzelheiten vertiefen und apf Schritt und Tritt anschauliche oder dokumentarische Erläuterungen zu seinem Wandel und seinen Werken entdecken, die sa zu allen Zeiten Künstler wie Glossatoren angeregt haben. Es ist nicht so, daß hier nur historisäze Rückblicke zu suchen stich: bis in die unmittelbare Gegenwart geht die Wirkung, man begrüßt hier Namen wie Sleoogt. Barlach und I a e ck e l. die Graphiken zu„Faust" und anderen Werken geschaffen haben. Die Ausstellung ist mtt Geist uich Geschmack eingeteilt und über- Line Qoethe-VledaiUe Di« Preußische Staatsmünze hat zum hundertsten Todestag Goethes eine Goethe-Medaille in Bronze, Feinsilber und Goch geprägt. Außerdem kommt ein Goethe-Dreimarkstück zur Ausgab«. sehbar geordnet.„Goetbe-Stätten" und einige hervorragende Büsten empfangen den Besucher und bereiten ihn auf den Hauptsaal vor, in dem der Kosmos Goethes anschaulich ausgebreitet wird, in feiner Erstrecknng auf die gesamte Umwelt: sein Freundeskreis, fein« Bc- Ziehungen zu Weimar, Italien, Berlin und dem Ausland, seine Arbeltsgebiete, sein Tod und die Gesamtausgabe seiner Werke werden gezeigt. In den kleineren Sälen setzen die Zusammeasassungen dcr bedeutendsten Komplexe ein: Familie und Vaterstadt, der junge Goethe, das Weimarer Fürstenhaus. Theater und Musik. Italien (em besonders eindrucksvolles Gebiet mit herrlichen Stichen von P i r a n e s i und V o l p a t o), Naturwissenschaften, All-Weimar und das reizende Kabinett der Silhouetten, die in seinem Leben und dem femer Zeit überhaupt ein« so lebhaste Rolle gespielt haben, wie bei un? die Photographie, sind leweils auf vielseitigste Art illustrierend zusammengefaßt. Zwei Dichtungen, die seinen Namen vor allem in der Well berühmt gemacht haben, sind mit Bückzern, tzandschriften, Illustrationen in je einem Räume hervorgehoben: W e r t h e r und Faust. Der Unterschied ist mit Händen zu greifen: Werther hat fast ausschließlich die Zeitgenossen des 18. Jahrhiinderts beschäftigt: Faust' hat seine Wirkung erst im 19. Jahrhundert begonnen— vor allem mit den gewaltigen Blättern von Peter Cornelius— und bis heute nicht aufgehört, Leser wie Gelehrte und Künstler produktiv zu beschäftigen. ★ Beschränkung auf die rein künstlerische Auswirkung Goethes zeichnet die kleinere Ausstellung des Kupfer st ich- k a b t n e t t s aus. In der allen Abteilung sind gestochene Bildnisse Goethes und sernes Freundeskreises, sowie eine gute Auswahl seiner eigenen Zeichnungen zu sehen: er hat bekanntlich lange geschwankt, ob er nicht zum bildenden Künstler die Berufung habe, ein bedauer- liches Mißverständnis, das ihn viel sinnlos vergeudete Zeit gekostet hat. denn man sieht es aus jedem Biatt, daß er nur ein sehr mittel- mäßiger Maler geworden wäre. In der neueren Abteilung sind Illustrationen zu seinen Werken ausgestellt. Professor Kurth hat mit großer Sachkenntnis gervahll und mit ausführlichen Beschrii- tungen alles getan, um die oft merkwürdigen Blätter dem allgemeinen Verständnis nahezubringen. Die Reihe spannt sich von Chodowiecki und Carstens(der eine Hexenküche gezeichnet hat) bis zu Max L i e b e r m a n n, Meid und B a r l a ch. Man kann in diesen oft wunderlichen, oft ganz hinreißenden Versuchen, den Geist unserer größten Dichtungen zu verstnnsichen, die ganze Kunstentwicklung vom Rokoko bis zum Expresstonismus persolgen. Neben den bürgerlichen Unzulänglichkeiten der Chodowiecki, Retzsch, Ludwig Richter, neben dilettantischen Merkwürdigkellen wie den Faust-Lllhographien von Neuwerk(graphischen Raritäten) und Fürst Radziwill ragen als Kongeniale Leistungen die vor Cor« nelius und Delacroix heraus und in der Gegenwart die grandiosen Blätter von D a r l a ch: in gebührendem Abstand dann die Romantikerepigonen Wilhelm Kaulbach, Neureuther und Fröhlich. Das Resultat ist, daß Goethe nur von romantischen Naturen wahr- hast verstanden worden ist: also just von denen, die er alz Kritiker befehdet hat. Paul F. Schmidt. „Das Ende vom Lied." Theater in der Stresemannstraße. Der Aufriß zu einem psychologischen Drama, das jedoch zu stark von rein theatralischen Elementen überwuchert wird. Der Verfasser I e f f e y D« l l, ein sicherer Anwall der Bühnentechnik, der prägnant eine Szene zu gestallen und geradezu ihren Extrakt zu geben versteht, zeichnet die geistige Hallung seiner Menschen noch flächig und ohne feinere Ziselierung. Ihm liegt mehr an einem Auftrieb der Spannung durch Mittel der Kolportage. Trotzdem strahlen die seelischen Konflikte immer wieder hindurch. Ein verschijldeter Bankbeamter tütet in London einen reichen australischen Verwandten. Mtt dem entwendeten Geld begleicht er die Forderungen und spekuliert glücklich in französischen Franken. Und jetzt beginnt seine Passion. Er wagt nicht, das Haus zu per- lassen, in dessen Garten die Leiche verscharrt lietzt. Schließlich gesteht er seiner Frau dos Verbrechen, und die Frau ist stark genug, dieses Wissen zu ertrogen. Aber sie zerbricht in dem Augenblick, als sie von der Untreue ihrep Mannes erfährt. Sie oergistet sich und der Mann, des Mordes verdöchtig, nimmt die Tat auf sich und büßt dadurch den unentdeckten Mord, mit dem die Handlung einsetzt. Das Stück vermillell Sensation und eine etwas billige Kontrastierung der Typen. So in den beiden Frauen. Die fron- zösische Geliebte bleibt im Klischee der erpresserischen Nutte oexhastet. Die mütterlich« Frau spielt das häusliche Arbeitstier. Auch hier nur eine dicke sichere Kontur. Gleichzeitig aber wächst diese Frau über die Schablone hinaus. Sie nimmt den Mann mit seinen Sorgen in sich auf, sie trägt ihn, rettet seine geistige Existenz und ermöglicht überhaupt erst das Wetterleben. Erst dadurch über- windet der Mann seine Tat. Di« Beichte und das Gefühl des Geborgenseins, der Stütze an dem anderen, lösen die Verkrampfung der Nerven. Dies« Raskolnitoff-Situation stellt Dell mit dem Instinkt des Theatralikers in ein paar Stnchen und Andeutungen hin. Der Hauptakzent ruht aber auf dem äußerlichen Ablauf und dessen effektvoller Instrumentation, auf dem Mosaik handlungs- technischer Momente. Das wirksame Bühnenstück und das Drama bilden noch keine Einheit Die Gewichte sind ungleich verteilt Die Inszenierung Mendelssohns trägt die Atmosphäre drphenden Unheils und lastender Spannungen. Manchmal knallen allerdings zu grelle Lichter hervor. Das Spiel konzentriert sich um Fritz Kortner. Sein Bankbeamter ist ein Mensch van unter- drückten Wünschen und Erregungen, mit knappen Gesten und geduckter Haltung. Cr kann nicht den Kops frei erheben Ein Prügelknabe des Schicksals, der zu keiner Entfallung und inneren Freiheit kommt, em Knecht de» Gewissens und der äußeren Umstände. Im Gegensatz zu ihm Hans Otto Stern, der einen verfetteten Makler von robuster Seelenkonstruktiyn darstellt. Brutalität ver» birgt sich hinter burschikoser Liebenswürdigkitt. Dagny Lervas ist die Frau Sehr schlicht und verinnerlicht. Und die junge Christian« Grautofs beweist als Tochter, die bei steigender Wohlhabenheit der Eltern sofort mondäne Allüren annimmt, chre stark« ursprünglich« schauspielerische Begabung. F. Leb. Goethe lm Schillertheakpr. Das Schillertheater feiert Goethe durch die?5. Aufführung der„Mitschusdlgen" in der bekannten Inszenierung von Legal und durch die Neueinstudierung der„G e s ch«> st e t. Leopold L> n d t b e r g hak den rechten Ton für das Liebessviel gesunden. Di« Frau(Eltriede B o r o d i n) und die beiden Männer lWalter Frank und Günther H a d a n k) geben einen guten Einklang. Karin Michaelis. Zum 60. Geburtstag. Jene Frauen zwischen zwanzig und sechzig, die„an der Liebe leiden", die nichts Besseres zu tun wissen, als in ihrem Schmerz zu wühlen, sich oder den Mann anzuklagen, die sich jung machen und Männer jagen, oder trank spielen und sich in der psycho- analytischen Selbstbeschau spiegeln— diese Frauen im gefährlichen Alier toben sich in hysterischen Frauenvereinen Männer, und menschenfeindlich aus. Sie nennen Karin Michaelis, die am 20. März 60 Jahre alt wird,«ine der ihren und haben ihr dadurch einen Ruf verschofst, her nicht richtig ist. Durch ihr heute harmlos anmutendes Buch„Dos gefähr« liche Alter" hat sie für manche den Teil der Frauenfrage ins Rollen gebracht, der seither durch Freud und seine Schüler wissen- schaftlich untersucht und durch seine kaufmännisch tüchtigen Epigonen in schädlicher, vielleicht sogar schmutziger Weise populär gemacht wurde. Das Problem wurde gesellschaftsfähig. Dieser plötzliche Er- folg war ganz überraschend, und er hatte das Gute, daß er, wenn man so sagen darf, den Werkcharakter der Karin Michaelis man- delte. Die Romanschreiberin wurde zur gewissenhaften, ihrer Auf- gäbe bewußten Schriftstellerin, die Ideen propagiert. Sie fand zu- rück zu dcr mttleidigen, verantwortungsbewußten, geraden Frau, die schon in dem Kind verborgen war. Ohne Bindung macht Karin Michaelis jede Sache zu ihrer eigenen, für die sie mit großer Leidenschaft und allen Mitteln eintritt. Sie spricht und schreibt für Sacco und Banzetti, gegen den größenwahnsinnigen d'Aimunzw, für Tomas Mooney, für das Recht auf Mutterschaft, für Schcidungs- Versicherung, für alles, was irgendwie nicht in Ordnung ist, und plädiert für eine Ordnung, die sich letzten Endes mit der von uns erstrebten deckt, wenngleich Karin Michaelis alles andere als ein Parteimensch ist. Dies ist die Schwäche und die Stärke der Frau, die die Erbin von Ellen Keys geistigem Nachlaß ist. Gerda Wcyl. Oer zweite Goethe-Film. llfa-Tbeoter Kvrfurstendamm. Dem ersten Goethe-Film ist alsbald der zweite gefolgt. Die Ufa wollte es sich nicht nehmen lassen,„den vielbeschäftigten und gehetzten Menschen der Gegenwart in kurzen und prägnanten Bildern und Sätzen zu zeigen, wie lebendig der größte Dichter der Deutschen auch heute noch im Herzen eines seden lebt" Und wieder wird uns Goethes Leben und Werden in Frankfurt. Leipzig. Straß- bürg und dann vor allem in Weimar vor Augen geführt. Bilder und Andenken aus jener Zeit, gestellte Szenen. Stücke aus seinen Dramen, die aufgeführt werden. Lieder und Berse von ihm die vorgetragen werden, sollen in dem kurzen Umfang eines Films den Dichter und Menschen Goeche vor uns erstehen lassen. Theodor Loa» ist der Sprecher, der den verbindenden Text vorträgt und Goethesche Berse spricht. Etwas störend wirkt es, daß sein eigenes Bild immer wieder dazwischen tritt. Fritz W e n d h a u s e n hat mtt Geschick Regte geführt, dos gesteckte Ziel Ist natürlich unerreichbar und man ist zufrieden, wenn eine solche Armenbibel nicht allzu grobe Verstöße aufweist. r. Zu hcr Goethe-Gedintieirr d»: Vii'tebilh»«, die am.Äanreiiag im Theater am BAonplq? stntfniM und nebtn einer Gedenkrede Jiilni« Bobs Nezitationen von Irene Triesch, Gesavg'vortrögi von Gertrud Bindern cigel und Darbietungen dej Männerchors Fichie-Georgln'a bringt, werden auch an Nichtmitglieder Kartell abgegeben(1,—. 1,50 und 2,— M.). tegang der Friedenspflicht auffassen wollte, vermag bas Gericht ders| er tomplizierte seelische und psychologische Bosgänge an einfachen Die Weltwirtschaftskonferenz. lageanspruch nicht, ſtattzugeben, weil nicht erwiesen, ist, daß diese Objekten verständlich macht, die in der Erlebnisphäre des Alltags Wichtige Beschlüsse des JOB. Bern, 19. März. In der Ausschußsikung des Internationalen Geiverk: schaftsbundes wurde in geschlossenen Verhandlungen die Frage eines Einbaues der internationalen Gewerkschaftssekretariate in den Internationalen Gewerkschaftsbund beraten, um ein engeres Zusammenarbeiten herbeizuführen. Von den 23 vertretenen Organisationen sprachen sich in der Abstimmung über diese Frage 16 für die Beibehaltung des jekigen Zustandes aus. einmalige Zahlung an die Gewerkschaftsmitglieder den in der Hauptsache von außerhalb der Gewerkschaft stehenden radikalen Elementen aufgezogenen Streit hervorgerufen oder verlängert hat." 3m Saargebiet wurden nach der letzten Zählung des Arbeitsamts der Regierungskommission 42 774 Arbeitslofe festgestellt, gegen die Vorwoche eine Steigerung um 1000 Mann. Am 4. März 1931 waren es erst 19 922 Erwerbslose. Sonntag, den 20. März, Wanderung durch den Grunewald. Treff 23. Abteilung. Arbeitsgemeinschaft füngerer Parteimitglieder, punft 8 Uhr Müller- Ece Seestraße. Im Anschluß daran wurde die Frage einer inter10. reis. Heute, Sonnabendabend 8 Uhr, im„ Lindenpark nationalen Aktion gegen die Beförderung Zehlendorf- Mitte, Berliner-, Ede Gartenstraße, Kreisdelegiertenvon Kriegsmaterial besprochen, und der Beschluß versammlung. gefaßt, daß die Erekutive des Internationalen Gewerk. schaftsbundes so rasch wie möglich eine Antikriegs tommission unter Beteiligung der an dieser Aktion interessierten internationalen Berufssekretariate einberufen soll. Für Wetter für Berlin: Teils heiter, teils wolfig, etwas höhere Tagestemperaturen, teine nennenswerten Niederschläge. Deutschland: Im größeren Teile des Reichs beständiges Wetter, auch im Nordosten langsame Bewöltungszunahme. Heute, abends 7 Uhr, im Plenarsaal des chem. Herrenhauses, Leipziger Straße 3, spricht Hermann Wendel, Frankfurt a. M., anläglich des 100. Todestages Goethes über: Am Nachmittag wurde mit der Besprechung Freie Sozialistische Hochschule des Referats von Reipart Berlin über die Weltwirtschaftskrise begonnen. In der Dis fussion tam mit besonderem Nachdruck die Forderung zum Ausdruck, den wirtschaftlichen Zusammenbruch sofort ,, Goethe und die Gegenwart" mit aller Energie zur Umgestaltung der Wirte Karten zum Preise von 30 Pf. sind an den bekannten Verkaufsstellen und an schaft zu benutzen und die Planwirtschaft an die der Abendkasse erhältlich.( Karten zum ermäßigten Preise für Erwerbslose Stelle des Kapitalismus zu setzen. Der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes hat in einer Sikung beschlossen, im Zusammen hang mit der internationalen Arbeitskonferenz in Genf am 16. und 17. April eine internationale Wirt. schaftstonferenz der Gewerkschaften abzuhalten, zu der auch die Vertreter der dem Internationalen Gewerkschaftsbund nicht angeschlossenen Länder eingeladen werden sollen. Das Stichwort. Die Freude am Lügen als Trost. Wie zu erwarten war, stürzt sich die Rote Fahne" wonne grunzend auf das Stichwort von der Krise der Gewerkschaften", das ihr vom ,, Berliner Tageblatt" geliefert wurde. Man fann sicher sein, daß die Rote Fahne" wieder von der bürgerlichen Bresse zum Beweise dafür zitiert werden wird, daß sich die Gewerkschaften in einer ,, Arife" befinden. So entstehen Lügen und werden folportiert. Das Bolschewistenblatt schreibt: Der Krisentongreß des ADGB. ,, soll die Krise in den Gewertschaften aufhalten. Nach ihren eigenen Angaben haben die Gewerkschaften etwa eine Million Mitglieder verloren. Der Kongreß soll die Entwicklung zur Kata strophe aufhalten." Nach glaubhaften Angaben" nämlich den falschen Behaup tungen des B. L." feien es in der Hauptsache die noch in den Betrieben stehenden Arbeiter, die die Gewerkschaften verließen. Das Blatt wagt zwar nicht, die Behauptung des B. T. 3 wiederholen, es feien nur noch 1,5 Millionen gewerkschaftlich Organisierte, die fich für die Forderungen der Gewerkschaften einfegen fönnen; das scheint selbst diesem Blatt zü dumm, um es seinen Lejern vorzusetzen. Immerhin nimmt auch die ,, Rote Fahne" an, die Geschichte von der verlorenen Million und von der Krise dürfte für die parteifrommen Kommunisten etwas Balsam sein auf den Wunden, die ihnen die Reichspräsidentenwahl und die Niederlagen ferie der RGO. eingetragen haben. " Freilich weiß schließlich das Bolschemistenblatt, daß wir uns nicht in einer ,, Krise der Gewerkschaften", sondern in einer Wirt schaftstrise befinden, die sich zur Krise der tapitali stischen Wirtschaft ausgewachsen hat. Es möchte deshalb seinen Lesern glaubhaft machen, daß die vom B. Z." erfundene ,, Krise der Gewerkschaften" daher fomme ,,, weil die Gewerkschaften immer mehr zu Bestandteilen der kapitalistischen Wirtschaft... werden. Deshalb fordern wohl auch die Gewerkschaften die Be seitigung der kapitalistischen Wirtschaft. Aber da die Reaktion und die KPD. für den Ausgang der Reichspräsidentenwahl einen Trost brauchen, fann man ihnen schließlich das Vergnügen an Lügen gönnen. Bergebliche Infamie. Danziger Hafenbetriebsverein und RGO. " Man erinnert sich der infamen Denunziation der Danziger fommunistischen Hafenarbeiter, die, nach Fällung eines verbindlichen Schiedsspruchs, vor den Arbeitern die Bürokraten" des Gesamtverbandes als Berräter" und als Streitbrudhorgani fatoren anklagten, dann aber zu den Unternehmern liefen und diefen verrieten, daß der Gesamtverband seine Mitglieder unterstützt und daher die Friedenspflicht verlegt habe. Die Folge mar ein Nach spiel vor dem Arbeitsgericht, worüber uns aus Danzig berichtet wird: 27409 Gulden Schadenersag forderte der Danziger Hafenbetriebsverein vom Gesamtverband und vom christlichen Zentralverband. Bier fommunistische Hafenarbeiter hatten sich nämlich erboten, zu bezeugen, daß der Gesamtverband einem von den Kommunisten mit Lüge, List und Gewalt eingerührten und gegen die Gemertschaften ge= führten wilden Hafenarbeiterstreit durch Geldmittel unterstützt habe, obwohl den Organisationen durch Verbindlichkeitserklärung die Friedenspflicht auferlegt mar. Das Arbeitsgericht Danzig hat die Klage to stenpflichtig abgewiesen Im Termin hat der Kläger die Behauptung, daß die Gemertschaften oder ihre Vertreter nach der Verbindlichkeitsertlärung ,, weiter zum Streit aufgefordert haben und ihn organisiert hätten", zurückgezogen. Aber, so meint der Kläger, die Gemerfichaiten hätten fich schuldig gemacht und müßten verurteilt werden, weil sie d'en Streit vorbereitet und durch Zahlung einer Unterstützung die Fortsetzung des Streites gefördert hätten. Das Gericht entschied, daß die Vorbereitung des Streits fein Verstoß gegen die Friedenspflicht sei, denn diese entstehe erst durch die Verbindlichkeitserklärung. Bis dahin sei der Streif als ,, ordentliches Kampfmittel zulässig gewesen". Zu der Erklärung, daß die einmalige Unterstügung, die im Durchschnitt 12 Gulden betrug, eine Vergütung für Fahrgelder gewesen sei und feine rechtswidrige Unterstügung, bemerkt das Gericht u. a.: und Studierende nur an der Abendkasse.) Theater der Woche. Vom 20. bis 28. März 1932. Boltsbühne: Theater am Bülowplag: Androklus und der Löwe. 25. Goethe- Feier. Staatstheater. Staatsoper Unter ben Zinben: 20. Carmen. 21. Boheme. 22. Andromache. 23. Madame Butterfly. 24., 25., 26. und 27. Parfival. 28. Eine Nacht in Benedig. Kroll- Oper: Goethe- Festspiel: Prometheus, Pandora am 20., 21., 22., 23. und 24. März. Staatliches Schauspielhaus: Goethe- Woche: 20. Mufit zur Goethe- Zeit. 21. und 24. Die natürliche Tochter. 23. Clavigo. 25. Geschloffen. 26., 27. und 28. Egmont. Chiller- Theater: 20. Clanigo. 21. Die endiofe Straße. 22. Die Geschwister. Die Mitschuldigen. 23., 24., 26., 27. und 28. Ostern. 25. Geschlossen. 22. Die Bürgschaft. 23. Friedemann Bach. 25., 26., 27. Parkfal. Städtische Oper, Charlottenburg: 20., 24., 28. Turandot. 21. Don Pasquale. Theater mit feftem Spielplan: Die Komödie: In jeder Che. Deutsches Künstler- Theater: Roulette. 25. Geschlossen. Theater in ber Stresemannstraße: Das Ende vom Lied. Metropol Theater: Ein Lied der Liebe. Theater des Westens: Die Dubarry. Zust fpielhaus: Ein Mädel fällt vom Himmel. Theater im Ahmiralspalast: Lieselott. Komische Over: Für eine schöne Frau 25. Geschlossen. Großes Schau spielhaus: Soffmanns Erzählungen. Leffing- Theater: Morgen geht's uns gut. Theater am Rollendorfplag: Traum einer Nacht.- Berliner Theater: Ramatilla. Renaissance Theater: Der Fall Grootmann. Theater in der Behrenstraße: Der Mann mit den grauen Schläfen. Casino- Theater: Der Mann mit den zwei Frauen. Blaza: Wie einst im Mai. Scala. Wintergarten: Internationales Barieté. Reichshallen Theater: Stettiner Sänger. Theater mit wechselndem Spielplan: Theater: Dis 22. Der fibele Bauer. 23., 24., 25. Gefchloffen. Ab 26. Ein BligDeutsches Theater: Vor Sonnenuntergang. Am 23. Iphigenie. Sentral mädel. Die Tribüne: 20. Spiel im Schloß. 21., 22., 23. Geschlossen. Ab 24. etter für morgen veränderlich. Rose Theater: Settchen Gebert. 25. Ge fchloffen. 27. 28, 21 Uhr: Götter unter sich. Theater in der Klosterstraße: ibbel. 25. Geschlossen. 20. Die Pfarrhauslomödic. 21, 22, 23. Sauft 24, 26, 27, 28. Schneider m Nachmittagsvorstellungen: Dent Boltsbühne. Theater am Bülowplag: 20. Androklus und der Löme. sches Rünstler- Theater: 27. Roulette. Komische Opez: 20., 27., 28. Für eine 16 Uhr: Traum einer Nacht. schöne Frau. Theater am Rollendorfplog: 20., 14 Uhr: Mag und Moris; Rose- Theater: 23., 26., 27., 28., 18 Uhr, und 27., 28. auch 15 Uhr: Jettchen Gebert. Theater in ber Klosterstraße: 20., 15 Uhr: Pfarrhauskomödie; 174 Uhr: Büchse der Bandora. 21. Gös von Beringen. 22. Fauft. 26., 27., 28., 15 Uhr: Ostermärchen: 17 Uhr: Liebe. Plaza: Wie einft im Mai. Scala: Internationales Variete, Wintergarten: 20., 26, 27, 28. Internationales Barieté. Reichshallen Theater: 20., 27., 28. Stettiner Sänger. Erstaufführungen der Woche: Mittwoch. Schiller Theater: Oftern. Donnerstag. Theater am Schiffbauer damm: Brüdengeift. Die Tribüne: Wetter für morgen: veränderlich.- Theater in der Klosterstraße: Schneider Theater: Ein Blizmädel. Sonnabend. Schauspielhaus: Egmont. Sentral. Wibbel. Das meile Buch B. Traven: Regierung Buch, einen Roman von Merikanern und Indianern, und man tit Die„ Büchergilde Gutenberg" bringt ein neues Travengleich wieder mittendrin in einer bewegten Handlung, unter Menschen, die gleich auf den ersten Seiten lebendig werden, daß man darüber die Erofil des Milieus vergißt und erst am Ende merit, wieviel Wölferkundliches, Geschichtliches und Soziales man eigentlich dabei gelernt hat. Das ist Travens Eigenstes, daß Menschen, Stimmungen, Berhältnisse nie bloß abstrakt da find, sondern daß fie gegenständlich werden, daß die Sprache hineinwächst in die Dinge und sie unmittelbar lebendig werden läßt; daß Theater Lichtspiele usw Staats Ma Theater Sonnabend den 19. März Staatsoper Unter den Linden 19 Uhr Cosi fan tutte Staatl.Schauspielhaus Schiller- Theater Gendarmenmarkt Charlottenburg. 20 Uhr 20 Uhr Cyrano von Bergerac Die endlose Straße Stadi. Oper Berliner Theater Charlottenburg Bismarckstraße 34. Sonnabd., 19. März Turnus II Anfang 20 Uhr Rigoletto Charlottenstr. 90-92. Tel. Dönhoff 625 8 Uhr Kamarilla von F. E Bettauer und G Lichey Pfahl, Reinmar.Noort, Amerling. Vorverkauf ununterbrochen Ende gegen 22 30 U Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Androklus und der Löwe Komödie von Bernh. Shaw mit Felix Bressart und Otto Wallburg Dieser Auffassung kann das Gericht nicht in vollem Make PLAZA Rose Theater Regie: K. H. Martiu folgen, es nimmt vielmehr an, daß die Beklagten ihren Mitgliedern, die sich natürlich in großer Not befanden, in gemisser Weise eine Unterstützung zuteil werden lassen wollten, wenigstens teilweise. 2lber felbst wenn man jegliche Zahlung von Unterstützung als VerNähe Schles, Bhf. 5.815, Stes.2,5,815 U. Tel.: E7 Welchsel 4831 Wie einst im Mai" Große Frankfurter Straße Tel. Weichsel E 7 3427 6 und 9 Uhr Jettchen Gebert Staatl. Schiller- Theater 8- Uhr Die endlose Straße Theater a. Mollendorfplatz Pallas 7051 Täglich 8 Uhr Traum einer Nacht Operette in 3 Akter v. Lud.Wolff u. Karl Beht Musik von Hans Mäy Regie: Heinz Saltenburg Blumenspenden jeder Art liefert preiswert liegen und die an diesen einfachen Geschehnissen klar und glaub würdig werden. Und eben, weil er primitiv in diesem richtigen Sinne ist, deshalb gelingt es ihm, ein fremdes Land und fremdraffige Menschen lebendig zu machen. Regierung" heißt dieses Buch. Ort der Handlung ist Merifo während der Diktaturperiode des Porfirio Diaz. Ein kleiner Beamter ist Träger der Handlung und an ihm wird aufgezeigt, pie die Verwaltung in einer nur sogenannten demokratischen Republit aussieht, wenn sie nach den gesellschaftlichen Schichtungen und Machtschöne Bort Futierkrippenwirtschaft" dafür erfunden, aber es ist verhältnissen zu einer verkappten Diktatur wird. Wir haben das längst nicht start genug, um das auszudrücken, was Traven schildert. Das liegt an den merikanischen Verhältnissen, denn die arbeitende Bevölkerung besteht dort zum größten Teil aus Indianern, die weder lesen noch schreiben können, und das gibt den großen und fleinen Beamten natürlich ungleich mehr Spielraum für jede Willkür und Korruption als in anderen Staaten. Dieser heuchlerischen Schein- Demokratie sezt Traven nun im Laufe der Handlung die traditionelle, wirklich demokratische Verwaltungsform eines indianischen Stammes entgegen. Die megitanische Regierung will den Indianern einen ihr passenden Häuptling zudiktieren, die Indianer begnügen fich zuerst mit passivem Wider, hand, dann kommt eine Szene, wo sie sich versammeln zum Feste der Häuptlingswahl und den Häuptling der Regierung töten; das ist ganz großartig geschildert. Das Buch schließt mit einer wunderbar zarten Liebesgeschichte, und die Gegenfäge werden noch einmal erschütterno deutlich. Auf der einen Seite der völlig rechtlose Indio, der wie Vieh gehandelt, verfquft, ausgebeutet und erschossen wird, und auf der anderen Seite das Gerede von Menschheitsrechten, von Verfassung, hinter dem doch nur die nackte Gier nach Profit steckt. FUNK UNDS. Pepper. AM ABEND Sonnabend, 19. März. Berlin. 16.05 Dr. med. Josef Löbel: Kann Optimismus uns gesund machen? 16.30 Unterhaltungsmusik. 18.00 Lesser: Für den Siedler und Kleingärtner. 18.15 Franz Schubert. Trio B- dur, op. 99.( Trio Spiwakowsky- Kurtz.) 18.50 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55 Die Funkstunde teilt mit... 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Die Erzählung der Woche( Victor Klages). 19.30 Günter Krolzig und Heinrich Lichthardt: Als Großstadtarbeiter auf dem Lande. 20:00 Zum Besten der Künstler- Altershilfe singen, spielen und dirigieren u. 3.:: Leo Blech, Dr. Fritz Stiedry, Sabine Meyen, Margherita Perras, Mafalda Salvatini, Vera Schwarz, Willi Domgraf- Faßbaender, Carl Jöken, Theodor Scheidl. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhausen. 16.00 Dr. Margot Rieß: Schöpferischer Dilettantismus als Berufsausgleich. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Min.- Dir. Dr. Dammann: Organisation der Krebsbekämpfung. 17.50 Ob.- Ing. Nairz: Viertelstunde Funktechnik. 18.05 Günther: Deutsch. 18.30 Dr. Nielen: Berufskrise und junge Generation. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19:00 Englisch( für Anfänger. f managin 19.30 Stille Stunde. 8.00 Für den Landwirt. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wetter Sonntag, 20. März Berlin. 11.00 Margarete Jockl erzählt Märchen. 11.30 Ufa- Palast am Zoo: Deutscher Reklame- Tag. 14.30 Kinderchor. 15.00 Karin Michaelis( Noa Kiepenheuer). 15.30 Klaviermusik( Heinz Fischer). 1. Händel: Chaconne G- dur. 2. Hindemith: Uebung in drei Stücken, op. 37. 15.55 Berliner Hockey- Klub: Hockey- Endspiel. 16.35 Unterhaltungsmusik. 18.00 Der Narr in Christo Emanuel Quint" von Gerbart Hauptmann. Für den Rundfunk bearbeitet von Hermann Kasack. Ltz.: Edlef Köppen. 19.30 Lieder. Björn Talén, Tenor; Flügel: Karl Rockstroh. 19.50 Sportnachrichten. 20.00 Kerr: Tagesglossen. 20.30 Orchesterkonzert. 1. Gluck. Suite. 2. a) Gluck: Menuett; b) J. Chr. Bach: Erspäh doch. 3. J. Chr. Bach: Kleine Sinfonie Es- dur. 4. Mozart: Konzertarie. 5. Mozart: Serenade D- dur. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Tanzmusik. Königswusterhausen. 7.00 Hamburg: Hafenkonzert. 11.00 Dr. K. J. Obenauer: Goethes Religiosität. 12.30 Hamburg: Wien vor 1914. 14.00 Studienrat Dr. Arnold Bork: Versetzt nicht versetzt! 15.00 Theodor Bohner: liest aus eigenen Dichtungen. 15.30 Dr. Hans Hartmann: Im Kampf ums tägliche Brot. 16.00 Dr. A. Vetter: Frömmigkeit als Leidenschaft. 18.00 Getrennte Weltanschauungen Gemeinsame Politik( Dreigespräch). 18.45 Dr. Ernst Kamnitzer: Neue religiöse Lyrik. 19.00 Langenberg: Eine Stunde Kurzweil. 20.00 Langenberg: Der Waffenschmied von Worms." 17 Verantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glade, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts Buch. druckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co. Berlin SW 68 Lindenstr. 3. Siezzu Beilage. Winter Garten 8.15 Uhr Flora 3434 Rauchen erlaubt Diaz de Valesco, WallendaTruppe. Hakon von Eichwald m. seinen 12 Solisten und weitere Star- Nummern Sonnabend u. Sonntag je 2 Vorstellg. 40.8.15 Uhr. 4 hr kleine Preise HAUS VATERLAND KURFURST 7460 Day Vergnügungs Restaurant Berlins k BETRIEB KEMPINSKI Paul Golletz Formals Robert Moyer Berliner Mariannenstr. 3 F& Oberbaum 1303/ Neukölla. lk- Trio 31, Uhr CASINO- THEATER 3 Uhr Lothringer Strake 37. Unwiderrufiich nur bis 31.März Der Mann mit den zwei Frauen u das große bunte Programm Am 1. Ap il zum 1. Male PEPPINA Operette in 3 Akten. Musik v. R. Stolz. jutschein 1-4 Personen: Parkett 50 Pt, Fauteuil 1. Mark. Sessel 1.50 Mark. GR. SCHAUSPIELHAUS Tagl.SU. Nur noch 3 Wochen Hoffmanns Erzählungen REINHARDT INSZENIERUNG Seantag nachm, 3 Uhr billige Preise der Plätze Erfinder Vorwärtsstrebende 10 000 Mk. Belohnung Näheres kostenlos durch Lahnstr. 74/ 75J F. Erdmann& Co., Beriin SW 11 föeifage Sonnabend, 19. März 1932 ZkrÄbnid StuUauxgaßejüi lorurärA Front Cape to Croydon Reisebrief am Südafrika von Dr. A. Y. Aiony(Palästina) Kopsiad», 21. Februar 1932. Rahmen einer Artikelserie, die er in dieser Zeitung über Südafrika verössentlicht hat, beginnt Professor S k a w r a n seinen vom 4. Dezember 1939 datierten„Weihnachlsbries" mit folgenden Worten:„Heute— also am 4. Dezember— ist der Tag für uns Deutsch-Afrikaner, an dem wir unsere Weihnachtspost fertig- stellen müssen. Denn alle Technik der Neuzeit hat es noch nicht vermocht, die ungeheure Entfernung von rund 12 999 Kilometer in weniger als drei Wochen zu überbrückend Nur etwas über ein Jahr ist seitdem verflosien und wie haben sich dennoch inzwischen die Verhältnisse gewandelt! Als ich am 29. Januar in London ankam, um zwei Tags später meine Afrikareise anzutreten, nahm gerade an diesem Tage ein Flugzeug seinen Stark noch tiapsladl, wo es nach 10- bis lltägigem Flug eintreffen sollte. Es war der Anfang eines regelmäßigen, einmal wöchentlich statt- findenden Luftdien st es zwischen England und der südasrikoni- schen Union. Die gesamte Londoner Presie besprach ausführlich das Ereignis— die„T i in e s" brachte gleich zwei Artikel in ihrer betreffenden Morgenausgabe—, welches sie als neues wichtiges Bindeglied zwischen Großbritannien und �tnen mannigfachen afrikanischen Besitzungen in geradezu überschwenglichen Worten pries. In Afrika angekommen, erfahre ich, daß die neue Verkehrs- «inrichtung einen ziemlich normalen Verlauf nimmt. Regelmäßig einmal in der Woche gcht ein Flugzeug von London nach Kapsladt und eins von Kapstadt nach London ab. Das eine oder das andere dieser Flugzeugs stieß allerdings unterwegs auf große Schwierigkeiten, mußt« eine Notlandung vornehmen und vermochte erst mit einiger Verspätung ans Ziel zu gelangen. Störungen und Hemmungen dieser Art hofft man indessen, gleich Kinderkrankheiten, bald überwunden zu haben. Man begrüßt all- gemein das neue Unternehmen als willkommenes Mittel zur Be- fchleunigung und Erleichterung des Wirtschaftsverkehrs. Jedoch habe ich die große Begeisterung, wie ich sie in der Presse und auch bei einzelnen in London antraf, hier eigentlich kaum gefunden. Mag sein, daß in unserer fchnellebigen Zeit ein Monat schon genügend lang ist, um auch stärkere Eindrücke zu verwischen. Allein mir will es scheinen, als ob der tiefere Grund für diese relativ geringe innere Anteilnahme hier aornchnllich in einem psychologischen Moment zu schon sei, nämlich: in der durchaus anders gearteten ideologischen Ein- stellung des Südafrikaners im Vergleich zum Durchfchniltsengländer hinsichtlich der politi- schen Wertung des neuen Verkehrsweges. Dies soll im folgenden des näheren dargelegt werden. „C to C"(Froai Cape to Cairo, zu Deutsch: vom Kap der guten Hofsnung bis Kairo) ist ein Schlagwort, das der mehr tatkräftige als ideenschöpferische Cecil Rhodos geprägt und als besonderes Ziel großbritischer imperialistischer Politik erstrebt hat. Ihm schwebte eine Eisenbahnlinie vor Augen, die die süd- lichste Hauptstadt mit der nördlichsten 5)auptstadt verbinden, also van einem Ende' bis zum anderen Ende Afrikas reichen und so zugleich als Rückgrat des großbritischen Kolonialreiches im schwarzen Kontinent dienen sollte. Dieser E i s e n b a h n b a u ist wegen seiner ungeheuren technischen Schwierigkeiten nicht zur Ausführung gelangt. Auch der Plan, eine durchgehende Autobahn zu schaffen, muhte aus dem gleichen Grunde aufgegeben werden. Nyn hat der„C to C-Gedankc" seine Verwirklichung erfahren; hat, dyrch ein eigenartiges Spiel der Worte, seine ursprüngliche Fassung sogar noch übertrumpfen können: Croydon heißt der Lufthafen Londons.„C to C" bedeutet somit jetzt in Wahrhest: troux Cape>« Croydon— Condon. Rein technisch gesehen, stellt die neue Luftlinie unzweifelhaft «ine Spitzenleistung dar. Mst ihren 8999 Meilen— also über 12 999 Kilometer— bildet sie die längste Strecke, die bisher in regelmäßigen Dienst genommen wurde. Dabei mußten alle nyr «vdenklichen Geländefchwierigkeiten. für den Fall einer Notlandung, ins Auge gefaßt werden. Denn Seen und Sümpfe, Steppen und Urwald, Wüsten- und Gebirgslandschast sowie die häusig wechseln- den klimatischen Verhältnisse hejschten jedesmal besondere Berück- sichtigung. So war es beispielsweise nötig,«ine Lgndungs» stelle in Höhe von fast 6999 Fuß zu errichten. Sehen wir von Europa, das natürlich mit allen technischen 5iilssmstteln ausgestattet ist, ob, so verdient vermerkt zu werden, daß aus dem afrikanischen Teil der Strecke 24 Haupt' und 42 Hilsslauduogssiellen geschasfen worden sind. Werkstätten und meteorologische Stationen. aufs trefflichste ausgerüstet, sind überall eingerichtet. Außerdem wurden 17 Radiostatione» errichtet, von denen aus mtteels Kurz- oder Langwellen überallhin telegraphifchs oder telephonifche Rachrichten übermittelt werden könne». Alles ist so eingerichtet, daß jederzeit der ganze Apparat von einem Ende bis zum anderen in Bewegung gesetzt werden kann. Wiewohl in erster Linie für den P v st d i e N st bestimmt, sollen die Flugzeuze auch zur Vesörderung von Passagieren dienen. Rund 49 Personen können jedesmal an dem Flug teil- nehmen. Deshalb ist Vorsorge dafür getroffen worden, daß ver- schiedene Flugplätze mit Hotels versehe» wurden, wo die Passagiere zu übernachten in der Lage sind. Es gilt zudem als Regel, daß nur ein Teil des Tages geflogen wird; täglich 799 bis 1999 Meile» zu rund 199 Meilen in der Stunde. Und vermutlich wird, wenn das geschilderte Unternehmen einmal zur vollen Eni- faltung gelangt ist, die Flugdauer noch eine wesentliche Schrump- fung erfahren. Allein wie bedeutungsvoll auch immer— als technische Leistung ebenso wie als wirtschaftliche Errungenschast— die neue Verkehrsverbindung sein mag, zum vollen Verständnis der schier enthusiastischen Begeisterung, die ihre Eröffnung in der englischen Welt ausgelöst hat, werden mir doch nur gelangen können, wenn wir auch die politische Seile des Vorganges ins Auge fassen: Denn die eben erschlossene neue Lufttmie darf gleichsam als Symbol und Verwirklichung des imperialistischen Gedankens in Großbritannien angeschen werden. Von dem Dlomeitt an, wo das Flugzeug asrilanischen Boden berührt, nimmt es ununterbrochen seinen Weg durch teils von Eng- land abhängiges, teils mit England verbundenes Territorium, ohne dieses bis zu Ende wieder zu verlassen. So durchfliegt es A e g y p- t e n, das bei aller„Unabhängigkeit" noch immer recht abhängig ist von England, dann den von England und Aegypten geweinsani regierten Sudan, hieran anschließend die Kolonialgebiete Uganda uitd K e n y a und das Mandatsgebiet Tanganyika, ferner Nord- und Südrh ödesten sowie schließlich das Do- minion: die südafrikanisch« Union. Diesen vielen ganz verschieden gearteten Ländern verleiht der neue Verkehrsweg Ein- heit und Zusammengehörigkett, dergestalt, daß das mächtige, vom Miiielmeer bis hinab zum Südkap sich erstreckende Ostafrikagebiet, statt wie bisher ein Kompler von zwar aneinandergereihten ober timerlich unzusammenhängeitden Territorien zu sein, nunmehr als ein in sich geschlossenes organisches Ganzes erscheint. DerTranm Cecil Rhades, des Mannes, der dem brttischen Imperium Zwei große Kolonien einverleibt und ihnen seinen Rauten verliehen hat. ist eitdlich in Erfüllung gegangen. Hierin vor allem liegt, wie ich glaube, der wahre Grund für das begeisterte Echo, das die Eröffnung der neuen Luftlinie in weitesten Kreisen des englischen Bürgertums zu wecken vermocht hat. Im Lichte dieser Betrachtung aber erklärt sich auch die Tat- fache, warum der Borgang in Südafrika eine so Verhältnis- mäßig kühle uiii) nüchterne Aufnahme gefunden hat.. Well einfach die wichtigste Voraussetzung, um eine Begeisterung auszulösen, wie wir sie in England angetroffen haben— die imperialistische (Einstellung der Bevölkerung—, in Südafrika in großem Maße fehlt. Man begrüßte daher wohl die neue Errungenschaft als bedeutende technische Leistung und ob der wirtschafllichen Er- leichterungen, die zu bringen sie berufen ist, aber wegen ihrer po- litischen Auswirkungen zu jubeln, glaubte man keinen Anlaß zu haben. Das Wrt uns zur Frage der politischen Strömungen in der südafrikanischen Union. Doch soll dies Gegenstand einer be- sonderen Betrachtung bllden, mit dessen Darstellung wir uns im nächsten Briefe beschäftigen wollen. „Denn et* war unser!" Erbauliches aus dem Co et he jähr Von G. Herrmann Mostar „Sehen Sie, meine Herren," pflegte unser guter, aller Literatur- lehrer zu uns Seminaristen zu sprechen,„da gibt es tatsächlich Leute, die behaupten, daß Schiller größer wäre als Goethe. Das ist Un- sinn, sage ick). Gewig hat Schiller ausgezeichnet zu dichten ver- standen; feine Balladen gefallen mir sogar besser als die von Goethe, weil sie viel mehr Moral haben. Aber Goethe, meine Herren— Goethe war nicht, nur«in tüchtiger Dichter, nein, er war auch ein tüchtiger Mensch!. Er allein von allen Erscheinungen der deutschen Ltteraturgeschichte hat uns bewiesen, daß man Gedichte«zachen und trotzdem PI in ist er werden kann. Also sprach unser aller„Schmus". Dem Goethe-Iahr blieb es vorbchallen, auch Goethes anderweitige bürgerliche Tugenden ms rechte Licht zu rücken und jedem deutschen Bereinsmttglied zu zeigen, daß Goethe auch in feinem Verein eine führende Rolle gespielt hälle. So schreibt das Blatt der österreichischen Hausbesitzer,„Haus- und Grundeigentum" benamst, das Folgende: Am 22. März feiert das deutsche Volk das Gedächtnis seines größten Mannes, dessen Todestag sich zum hundertsten Ptale jährt. Die Hausbesitzer haben einen besonderen Anlaß, Goethe zu ehren, nicht nur well Goeche doppelter Hausbesitzer war und uns in dem unermüdlichen Bemühen, sein herrliches Heim auf dem Frauenplan immer schöner und b-cho glich er zu gestalten, heute noch ein Vorbild sein kann/ sondern auch, weil er den H a u s b e s i y geradezu alsSymbolbürgerlicherKultur betrachtete, wie besonders die liebevollen Schilderungen seines Vaterhauses im ursprünglichen und im umgebauten Zustand in seiner Autobiographie und viele Stellen in„Hermann und Dorschen" beweisen. Unsere Mitglieder sollten daher, wenn sie schon nicht ein« selbständige Goeche-Fcier veranstallen, doch eifrig an solchen Feiern mitwirken oder sie wenigstens besuchen. Unser Kreisobmann. Professor Dr. Johann Czcrny in Pyxkersdorf, der bekannte Ltterarhischriker. hat sich bereit erklärt, nach Maßgabe seiner freien Zeit zu solchen Feiern als Festredner zu erscheinen. Nun wissen wir's also: Goethe war nickst Dichter, wie wir mei- neu, Goethe war nicht Minister, wie der alte Schmus nteinte, son- dem Goethe war in erster Linie Hausbesitzer... Da man Goethe nicht mehr zum Hausbesitz gratulieren kann, kann man nur dem Haus- besitz zu Goethe gratulieren, was hiermit geschehen sei, doch aber in denjenigen unserer Mitbürger, die kein Haus- und Grundeigentum besitzen, ein schmerzliches Bedauern darüber auslosen könnte, daß sie Goethe nicht zu den ihren zählen können. Deshalb sei auf einige weitere Möglichkeiten hingewiesen, den Jubilar durch die verschieden- sten Berussschichten zu beschlagnahmen. Beispielsweise sei den Drogisten empfohlen, in ihrem Fach- blatt zum Goethe-Jahr etwa folgendermaßen Stellung zu nehmen: „... Die deutschen Drogisten haben einen besonderen Anlaß, Goeche zu ehren, nicht nur weil Goeche die bekannte Farbenlehre ge- schrieben hat und der größte Umsatz in Leint', Oel- und Kaseinsarben durch die deutschen Drogerien erziell wird, sondern auch, well Goeche die ungeheure Wichtigkeit der von uns vertriebenen Arzneien dichte- risch unvergänglich dargestellt hat. Wir verweisen hier besonders auf den auch unseren Mitgliedern gewiß nicht unbekannten„F a u st", wo Gretchon sogar in der Kirche ein starkes Bedürfnis nach einem Fläfchchen guten deutschen Parfüms empfindet, und wo sie, falls nicht eine gute und vorsichtige Drogeriekundm zufällig ein Fläfchchen bei sich gehabt hätte, gewiß einer vielleicht tödlichen Ohmnqcht erlogen und somit die WeflersWrung des„Faust" in Frage gestellt gewesen wäre. Aber auch die unmense Wichtigkeit der Mittel, welche zur Behebung einer Mage.ivcrstnmnung geeignet erscheinen, hat Goeche erkannt; sygz doch Mephisto in furchtloser Offenheit:„Von Zell zu Zeit seh ich den Allen gern, doch Hut ich mich, mit ihm zu b r e ch e nl" Es sei deshalb den redegewandten unter unseren Mitglieder empfohlen, sich bei den offiziellen Goethe-Feiern als Rehner vormerken zu lassen und auf die Bedeuwng des Doppeltkohlensauren Natrons sowie des Bullrich-Salzes für die deutsche Dichtung gebührend hin- zuweisen." Auch der Verband deutscher Bürsten wäre n-Fachge- s ch ä f t e hat vom Goethe-Jahr bei geeigneter Propaganda eine Be- lebung des Umsatzes zu erwarten; etwa so:" �.. Deutschlands größter Dichter ist immer ein Feind des Einkaufs in den großen Waren- Häusern gewesen, und zwar nicht nur deshalb, weil es damals Warenhäser noch gar nicht gab; vielmehr hat er in prophetischer Boraussetzung des Kommenden seinen Standpunkt bereits be- gründet, und zwar im a u b e r l e h r l i n g". Da heißt es näm- lich am Schluß: „In die Ecke, ''..... v------- Bsien! Besen? � Seid's gewesen:" Wahrlich eine eindringliche Predigt darüber, wie bitter sich bei Bllrstenwaren das schlecht« Material zu rächen pflegt! Und der große Dichter versäumt es auch nicht, einen Ratschlag zur Abhilfe zu erteilen: „Denn als Geister Ruft euch nur zu seinem Zwecke Erst hervor der alle Meister." Darum: kauft Meisterarbell, hört die Mahnung Johann Wolfgang von Goethes, der selbst Meisterg-Lehr« und Wander- jähre durchgemacht hat: Kauft beim Fachmann!" Den Heiratsvermittlungsbüros sei ebenfalls eine Beschäftigung mit Goethe warm ans liebespendende Herz gelegt: „Goethe hat bekanntlich immer unter den vielen Schwierigkeiten ge- litten, die sich damals wie heute dem in den Weg stellen, der sich eine treue Lebensgefährtin ersehnt. Wie oft haben ihn diese Fragen beim Dichten gestört, und wie viel sonniger wäre sein Leben und Dichten verlaufen, wenn es damals schon Cheanbahnungsbüros gegeben hätte! Weder wäre er so lange Zeit Junggeselle noch später so lange Zeit Witwer gewesen, und die immer peinliche Eimnischung i» andere, schon bestehende Ehebünde wäre ihm erspart geblieben. Andererseits hat Goethes Christiane aber doch bewiesen, daß auch nicht mehr allzu junge Damen ohne Baroermögen und Aussteuer ihr Gsftck und eine reiche Partie machen können, und es sei deshalb jedem empfohlen, mit Rücksicht aus das Goethe-Jahr sich vertrauensvoll an uns zu wenden." Und endlich sei noch, mit aller gebotenen Ehrfurcht, ein gewisser Herr H.. seines neuesten Zeichens braunschweigischer Regierungsrot, darauf aufmerksam gemacht, daß Goethe, obwohl mangelhaften Interesses für Aufnordungsproblems nicht unverdächtig, bereits eine genaue Anweisung darüber gegeben hat, wie man Reichsprästdettt wird. Er tat das im„Faust", in der Schülerszene; daß man dort in allen jetzt kursierenden Goethe-2lusgahen das Wort„Medizin" an Stelle des Wortes„Politik" findet, ist natürlich aus duntte Machen- schasten der Weisen von Zion zurückzuführen, die diese Gebrauchs- anweisung Herrn H., dem zweisellosen Erben Goethesehen Geistes, unterschlagen wollten. Es heißt also da richtig folgendermaßen: „Der Geist der Politik ist leicht zu fassen; Ihr durchstudiert die groß und kleine Well, Um es am Ende gehn zu lassen, Wie'? Gatt gefällt. Vergebens, daß ihr ringsum wissenschaftlich schwer Ein jeder lerm nur, was er lernen kann; Doch der den'Augenblick ergreift, Der ist der rechte Mann. Ihr seid noch ziemlich wohlgebaut, An Kühnheit wird's euch auch nicht fehlen, Unh wenn ihr euch nur selbst vertraut, Vertrauen euch die andern Seelen.. Ein Titel muß sie erst vertraulich machen, Daß eure Kunst viel Künste übersteigt: Zmn Willkomm tappt ihr dann noch allen Siebensachen. Um die ein andrer viele Jahre streicht—"-- — Ja, und wenn man das alles genau befolgt hat, und man wird dann doch nicht gewähll— woran liegt das nur, woran liegt das nur, Herr H....?? Vielleicht sollte man mal etwas ganz Neues mit Goethe machen? Vielleicht sollte man ihn nicht als Minister und nicht als Hausbesitzer und nicht als Drogisten und nicht als Wahchelfer be- schlagnahmen— vielleicht sollte man ihn mal— lesen...? Aber das gehört jrafl-ch nicht ins Goethe-Jahr. Und Sport am Sonntag in Der Frühjahrswaldlauf der Arbeitersportler Schönow bei Bernau nimmt das Intereffe nicht nur der Leichtathleten, sondern auch der Ballspieler und der anderen Gruppen im Arbeitersport in Anspruch. Um 15 Uhr starten die ersten Läufer, vorher und nachher Werbespiele. Telfers erster Start. Kurz nach ihrer Gründung tragen morgen, Sonntag, die beiden jüngsten Arbeiter- Athletenvereine Teltow und Rosenthal den ersten Mannschaftstampf im Ringen in der neugeschaffenen C- Klasse aus. Beide Gegner haben recht eifrige Rämpfer in ihren Reihen, so daß es zu harten Kämpfen fommen dürfte. Das Programm wird durch Jiu- Jitsu Demonstrationen und Einladungsboxkämpfe umrahmt. Jugendliche, Sportler, Gewertschaftler und Parteitgenossen sind zu diesem ersten Kampftag ter Teltower herzlich eingeladen. Die Kämpfe beginnen um 15.30 Uhr in der Turnhalle, Jahnstraße in Teltow. verein Friedrichsfelde veranstaltet am Sonntag, 14 Uhr, ein WerbeWerbeturnen in Friedrichsfelde. Der Arbeiter- Turn- und Sportturnen in der Turnhalle Friedrichsfelde, Wilhelmstraße. Intereffenten und Freunde für Arbeitersport haben Gelegenheit, einen Einblick in den Betrieb der Arbeitersportler zu gewinnen. Aus dem Programm seien erwähnt die turnerisch- gymnastischen Borführungen von jung und alt. Wer bis 1. April eintritt, zahlt fein Eintrittsgeld. Zum Werbeturnen Eintritt frei. Arbeiterschach. Morgen, Sonntag, 10 Uhr, wird in der A und E- Gruppe der Freien Arbeiter- Schachvereinigung Groß- Berlin die letzte Runde der Mannschaftswettkämpfe unter Teilnahme folgender Abteilungen gespielt: A- Gruppe! Abt. Westend gegen Weißenfee bei Jamin, Sophie- Charlotte Straße 88. Abt. Brenzlauer Berg gegen Kreuzberg bei Bohft, Stargarder Straße 19. Abt. Lichten berg 1 gegen Friedrichshain 1 bei Griebel, Sonntagstraße 1. Abt. Berliner Arbeiter- Fußball Fortsetzung der Serien Humboldthain gegen Wedding 1 bei Musch, Brunnenstraße 140. abt. Treptow 1 gegen Charlottenburg 1 bei Döhling, Elsenstr. 100. B- Gruppe. Abt. Ireptom 2 gegen Grünau/ Faltenberg bei Döhling. Elsenstraße 100. Abt. Friedrichshain 2 gegen Friedrichsfelde bei Albrecht, Straßmannstraße 42. Abt. Wedding 2 gegen Moabit bei Herms, Müllerstraße 26. Abt Lichtenberg 2 geçen Mitte bei Griebel, Sonntagstraße 1. Abt. Charlottenburg 2 gegen Neukölln bei Grimm, Bobbinstraße 10. Abt. Pantom gegen Humboldthain 2 bet Fulde, Berliner Straße 97. Arbeiler- Wafferball- Borschau. Nach mehr als dreiwöchiger Bause findet heute, Sonnabend, die Wasserballserie mit dem Spiel Neptun- Weißensee gegen Freie Schwimmer- Spandau ihre Fort: fegung. Neptun zeigte in legten Spiel eine vorteilhaft verstärkte Mannschaft, die in der Lage sein wird, den Spandauern die Punkte abzunehmen. Beginn des Spiels 21 Uhr im Lunabad. Berlin XII hat seine Mannschaft, die durch einen formrückgang in aussichtsA- Straffe der Berliner Arbeiter Wasserballspieler besteht danach aus loſe Boſition geraten war, aus der A- klasse zurückgezogen. Die folgenden 9 Mannschaften: Charlottenburg, Hellas, Union, Freiheit, Möwe, Neptun, Lichtenberg, Neukölln und Spandau. Jugend zu uns! Unter diesem Motto veranstaltet der Berein Boltssport Neukölln- Brig" heute, Sonnabend, 20 Uhr, in der Hannemannstraße 42( 3dealhalle) einen Werbeabend. Eintritt fret. Gymnastit, Geräteturnen u. a. werden die aufbauende arbeit für törperliche Jugendertüchtigung und Erziehung im Sinne fozia tistischer Anschauung beweisen. * Erster Mochenrenntag in Mariendorf. Am Montag, 21. März, geht in Mariendorf der erste Wochenrenntag des Jahres vor sich, und damit fegt die deutsche Trabrennsaison wieder ein. Die Rennen beginnen um 15 Uhr. notwendige Vorausfegung für den weiteren Aufstieg ist. Fleißige Hände sind dabei, die Stege für die Unterkunft der Boote zu bauen, und wenn einige Monate vorüber sind, werden auch die sonst noch nötigen Anlagen erstehen. a Auf einer schlichten Feier, die der Verein kürzlich veranstaltete, wurde der bisher zurückgelegte Weg vom Vorsitzenden der Gruppe, Paul Blank, gewürdigt. Mit Recht konnte er behaupten, daß wenige Menschen durch ihr Beispiel folidarischen Handelns bewiesen haben, wie scheinbar Unmögliches doch durchgesetzt werden kann. Noch vor einem Jahre war das Zustandekommen der Seglergemeinschaft night zu erkennen. Durch stille Arbeit aber ist der Weg geebnet. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gefaßt, den Farben des Freien Seglen verbandes auch auf dem Großen Wannsee die notwendige Geltung Eegler. Das Ziel des Freien Geglervereins Wannsee 31 verschaffen. Dieses Seglerrevier beherrschten bisher die feudalen ist, diejenigen Arbeiterwassersportler zu erfassen, die mit ihren Segel- und Motorbooten, Kanus, Paddel- und Faltbooten verstreut und ohne einen Zusammenhalt den Wannsee befahren, um dann als größere Genieinschaft auch alle diejenigen zu fördern, die den Wannsee wählen möchten, um den Wassersport in irgendeiner Form auszuüben. Geschäftsstelle bei Paul Blant, Teltow, Lindenſtr. 8. Kleiner Sport von überall Ruderer und auufahrer im 1. Kreis( 2.-T. t. Sp.-B.). Morgen, Sonnabend, 18 Uhr, hält der Bundestanusportwart Tausendfreund eine Lehrstunde für Bootsbau im Jugendheim, Charlottenburg, Havelstraße( Arbeitsamt, Eingang auch Spreestraße), unweit des Wilhelmplakes, ab. Programm: Riffe lesen, praktische Vorführun gen. Erscheinen fönnen die Vereinstechniker und am Bootsbau intereffierte Genossen. Ofterwanderung mit den Naturfreunden in die Sächsische Schweiz. Abfahrt Gründonnerstag nach 16 Uhr, Rüdfehr 2. Feiertag nachts. Preis 38 M. Anmeldungen der Teilnehmer können noch bis zum Dienstag, 22. März, in der Geschäftsstelle des Touristen- Bereins die hatten, bas meiste ging vorbei und treffen muß man schon, wenn Naturfreunde, Johannisste. 14/15, erfolgen. man etwas erreichen will. Klaggestan verbietet... Braunlage wünscht keine Republikaner Die Ortsgruppe Braunlage des republikanischen Deut. schen Wintersportverbandes mollte auf der Brodenfchanze ein Stispringen veranstalten, das auch vom Bürgermeister genehmigt war. Am Tage der Veranstaltung wurde das Siispringen mit nachstehendem Schreiben verboten: Der Gemeindevorsteher. An den Während Berlins Arbeiterfußballmeister in Rottbus um die oft deutsche Fußballmeisterschaft kämpft, gehen in Berlin die Gerienspiele weiter. Der interessanteste Kampf um die Bunfte dürfte die Begegnung zwischen Adler 08 und der Freien Sportvereinigung Bantom auf dem Sportplag in der Seiffingenstraße in Bantom sein. Aber auch in der Hauffstraße in Lichtenberg werden die Zuschauer bei dem Kampf zwischen Nor mannia und Lichtenberg I voll auf ihre Rechnung tpmmen. Im Neuköllner Stadion stehen sich Minerva und Wacker- Storfom gegene über. Eiche- Köpenick erhält auf dem Blag in Grünau den Besucher des ASV. Südost. Oberspree und Deutsch- Wusterhausen treffen fich in der Wuhlheide. Hansa 31 hat die Ueberraschungsmannschaft von Blankenburg auf dem Sportplaz in der Berner Straße in Reinidendorf- Ost zu Gast. Weitere Spiele: Frohe Stunde gegen Beiz 88. Baumfouleuweg gegen ASV. Neutöün. Bader 30 gegen Berifee. Herzfelde gegen Lichtenberg II. Ragel gegen Hoppegarten. Zehdenid gegen Weißenfee. weite Mannfchaffen: Minerva gegen Stortow. Frohe Stunde gegen Brig 68. Baumschulenweg gegen ASB. Neukölln. Oberspree gegen Dolgenbrod. Normannia gegen Lichtenberg L. Woder 30 gegen Werffee. Herzfelde gegen Lichtenberg II. Mahlsborf gegen SL Ciche- Köpenid gegen Südost. Bantow gegen Adler 08. Sagonia gegen Borwärts.Wedding. Sanfa gegen Blankenburg. Buch gegen Freie Scholle. Wandsdorf gegen Eintracht Reinickendorf. Jugendmannschaften: Staaten gegen Teltow. Minerva gegen Abler 08. Minerva 2 gegen Lichtenberg I. Hania gegen Nowawes. Wilmersdorf gegen Vorwärts- Wedding. Normannia gegen Eintracht- Reinickendorf. Eintracht 2 gegen Dremig. Schülermannschaften: Cladom gegen Spandau. Sansa gegen Romames. Pankow gegen Potsdam. Minerva gegen Abler 08. Beginn ber Spiele: 1. Männermannschaften 16½ Uhr, 2. Männermann Der Fußballverein Hansa 31 sucht zum Sonntag noch ein Spiel für die dritte Mannschaft auf eigenem Play. Anrufen heute ab 20 Uhr Reinidendorf 1397. Fußballverein Minerva 28 Jeukölln sucht für seine drei Männermannschaften laufende Spiele auf eigenem oder Gegnerplaz sowie für 20. März, Karfreitag und die Osterfeiertage. Anruf unter F. 2( Neutölln) 9772 bei Schröder ober schriftlich an W. Zier, Neukölln, Weserstraße 53. schaften 14% Uhr, Jugendmannschaften 10 Uhr. Achtung! Schiedsrichter. Die Schiedsrichtersizung und-prüfung findet heute 20 Uhr im Lokal Herrfurth, Oberschöneweide, Edisonstraße 52, statt. Im Spichernring Wenig Zuschauer schwache Kämpfe Deutschen Wintersportverband, Braunlage, den 11. März 1932. H. des Herrn Walter Wagner, Braunlage. Soeben wird mir von zwei Herren Gemeindeverordneten mit geteilt, baß das von Ihnen beantragte und von mir bereits genehmigte Springen auf der Brodenschanze für heute, den 11. d. M., durch die SAL. der NSDAP, Ortsgruppe Braunlage, geflört werden follte, menn biefes stattfinden würde. Da ich auf Erhaltung der Ruhe und öffentlichen Sicherheit allergrößten Wert legen muß und es nicht zulassen tann, daß tätliche Auseinander jegungen erfolgen, Jehe ich mich zu meinem Bedauern veranlaßt, die bereits erteilte Genehmigung zurückzuziehen und verbiete hier mit das für heute genehmigte Springen auf dieser Schanze. Der Gemeindevorsteher, gez. Roloff, Bürgermeister. Ist es wirklich in Deutschland, vor Allem in Slaggeftan, schon soweit, daß Republikaner sich nicht einmal mehr sportlich betätigen dürfen, daß eine braunschweigische Polizeibehörde, nur, weil einige milbgewordene Nazis drohen, sportliche Beranstaltungen verbietet? Es zeigt sich immer klarer, daß Braunlage nun einmal Die republikanischen Sportler werden fidy aber zu wehren wissen. teine Republikaner wünscht. Im Februar wurde den Repubiitanern die Abhaltung eines Wintersportfestes nicht gestattet, jetzt wird ihnen selbst die Abhaltung einer ortssportlichen Veranstal tung verboten. Es wird höchste Zeit, daß die Republikaner sich ernstlich überlegen, ob fie mit Gewalt republitanisches Geld den Braun lagern aufdrängen wollen, wenn sie dorthin reisen Die Eishockey- Meisterschaften Gestern abend spielten im Turnier um die Europameisterschaft zunächst Deutschland und die Tschechoslowatei Gima hoch geschraubte Erwartungen auf einen interessanten Kampf wurden enttäuscht. Das Spiel bot nicht annähernd das, was man Mannschaft, die ohne den verlegten Römer antrat, für den bei den vorangegangenen Treffen gesehen hat. In der deutschen wieder gar nicht. Wenn trozdem noch ein magerer 1: 0- Sieg gelang, Bethmann Hollweg spielte, tlappte es mit dem Zusammenspiel so ist das nur ein geringer Trost, stellen doch die Tschechen den schwächsten Gegner in der Endrunde um die Meisterschaft vor. und Frankreich um den 6. Platz. Beide Mannschaften fämpften Ungleich interessanter verlief die Begegnung zwischen England unter Einsay aller Kräfte, wobei die schnelleren Engländer zeitDer Ruderkampf Cambridge- Ogford. Vor einer nach tausenden zählenden Menschenmenge wurde heute vormittag der alljährliche traditionelle Ruderwetttampf zwischen den Universitäten Cambridge und Orford ausgetragen. Die Cambridge- Mannschaft ging mit fünf Bootslängen vor ihren Gegnern durchs Ziel. Damit hat Cambridge zum neunten Male hintereinander gejiegt. Mittelgewichtsborer Pierre Gandon, ber erst fürzlich in Berlin ein Unentschieden gegen den Breslauer Lobed erzielte. Grund für die schmere Bestrafung seitens der Internationalen Borringunion war jein Rampf gegen den Argentinier Barrere im Herbst in Prag. Die Untersuchung hatte ergeben, daß beide Boger bezüglich des unentschieden verlaufenen Kampfes eine Vereinbarung getroffen hatten. Schwarz- Rot- Gold im R'efengebirge. Der republikanische Deutide Wintersportverband e. V. veranstaltet zu Ostern in Brücken berg fein 3. Republikanisches Wintersportfest, unter Beteiligung der befreundeten Verbände des Deutschen Sportlartelis jowie der Sport abteilungen des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold. U. a. gelangen die Verbandsstaffelmeisterschaften über 25 Kilometer sowie Abfahrts. läufe in verschiebenen Klassen und Sprungläufe zur Austragung. Der Deutsche Reidsautotlub veranstaltet gleichzeitig zu diesem Fest eine Zielfahrt nach Brückenberg. Dem Fest gehen vier- und achte tägige Trainings- und Tourenkurse voraus. Anfragen, Festpro gramm und Meldungen: Deutscher Wintersportverband e. B., Ge schäftsstelle Berlin W. 68, Markgrafenstr. 22. Feſtleihing ab 20. März Brückenberg, Riefengebirge, Pension Hermann Striegel. Lebenslänglich disqualifiziert wurde der bekannte französische eröffnet Oftern feine diesjährige Spielsaison. Seine acht Plätze Der Berliner Tennis- und Wintersportklub Schwarz- Rof- Gold hergerichtet worden. Der Klub bietet außerdem in seinem Stadion zwischen Funkturm und Avus find von Fachleuten pollständig neu den Mitgliedern fostenlos Gelegenheit zur Ausübung von Leicht athletif, Gymnastik und Rasenspielen, im Winter Wintersport und Bing- Pong. Entsprechend der wirtschaftlichen Lage wird ein Ein trittsgeld für das Jahr 1932 nicht erhoben. Der Jahresbeitrag beträgt 60 m., für Jugendliche und in Ausbildung Begriffene 30 wt. und für Ehepaare 90 M. Auetunft erteilt das Klubfetretariat Berlin C. 2, Königftr. 39. Großer Autopreis von Deutschland. Die ersten Meldungen und 3usagen für den am 17. Juli durch den Automobilklub von Deutſch land auf dem Nürburgring zum Austrag fommenden Großen Preis von Deutschland lassen auf ein hochinteressantes Rennen schließen. Allem Anschein nach kommt es zu einem sensationellen Dreikampf der Marken Mercedes- Benz, Bugatti und Alfa Romeo, denn neben vorragende Fahrer wie Chiron, Lehoug, v. Morgen auf Bugatti, Rudolf Carraciola, diesmal auf Alfa Romeo, stehen bisher so her Liste. Weiterhin haben der bekannte Engländer Lord Howe( Th v. Brauchitsch und Prinz Djordjadze auf Mercedes- Benz auf der lage) und die Französin Mme. Itier( Bugatti) gemeldet. Beim letzten Borkampfabend im Spichernring herrschte eine gähnende Leere im Saal, viele Stammgäste blieben aus. 3um Tell mag das die Festnähe bewirkt halen, aber vielleicht finden die Programme des Veranstalters beim Publikum doch nicht den Anflang, den er erwartet, und etwas mehr Mühe wird er sich schon geben müssen. Trotzdem gab es ein paar hart bestrittene kämpfe. Im Schwergewichtstampf gewann Wallner gegen Scholz nach Buntten, er stieß aber bei dem Gegner auf stärksten Wider stand. Scholz wehrte fich mit größter Tapferkeit und gab zeitweise schwer zurück. Mit zunehmender Strede gewann Wallner die Oberhand, der borerisch etwas besser und vielseitiger war. Scholz verriet wiederholt Wirkung, er ließ dem Gegner zu oft Chancen für bessen Rechte, zum Schluß verfiel er noch in eine etwas unreine unentschieden, und zwar 3: 3. Als erste haben die De ft erreicher das neue Mitglieder, die ein Motor ober Segelboot fahren, außer dem übli Gangart, die er si hoffentlich nicht angewöhnen wird. Harry Stein siegte über den Wiener Brodmann in der vierten Runde durch Niederschlag; er hatte allerdings nicht viel zu schlagen und bewies besonders anfangs unnötigen Respekt vor dem Gegner. Ass Stein dann schärfer loszog, war es auch bald vortei. Ein Kampf, in dem es hart auf hart ging, war bie Begegnung der Walter Nörtemann und Bommelsdorf. Dieser wollte es missen", schlug mit aller Straft auf Mörtelmann ein, der zunächst alle Hände voll zu tun hatte, aber nicht alles meiten fonnte und mehrmals zu Boden mußte. Wäre Bommelsdorf nicht so wild losgegangen, wäre er schneller zum Siele gekommen. Der Ring richter stoppte in der 5. Runde, als die Ueberlegenheit von Wommels Dorf einwandfrei feststand und Nörtemann feine Siegeschancen mehr hatte. Im ersten Kampf des Abends trennten sich die Federgewichte Baulte Bremen und Schulz Hamburg nad) 6 Runeen un entschieden. Man mertte es beiden an, daß fie lange paufiert weilig ein tieines Uebergewicht hatten. Auch diese Partie endete die Kämpfe um die Europameisterschaft beendet. Am Freitagnach mittag absolvierten sie ihr legtes Spiel, in dem die schwedische vier stärksten Mannschaften, so endete auch dieser Kampf unente Mannschaft den Gegner stellte. Wie alle übrigen Begegnungen der fchieden, und zwar 0: 0. Die den Titel verteidigenden Desterreicher müssen nun abwarten, ob eine der übrigen Mannschaften ihre fünf Pluspuntte überflügelt oder erreicht. In legterem Falle soll das Torverhältnis den Ausschlag geben. Freie Segler am Wannsee Bor einem Jahre haben sich am Großen Wannsee einige Arbeiterfegler im Freien Seglerverein Wannsee zusammen. geschlossen. Sie hatten die Freude, nach langen Verhandlungen cinen eigenen Bootsplab zugewiefen zu erhalten. In einem sonst unbeachteten und unscheinbaren Binfel, aber außerordentlich günstig gelegen, mird sich der Verein einen Stüßpuntt fchaffen, der ble Bundestreue Vereine teilen mith Freiez Seglerverein Wannsee. Geschäftsstelle: Baul Blant, Teltow Berlin, Lindenstr. 8. In der legten Monatsversammlung ist beschlossen worden Eintrittsgeld im Betrage von 5 M. für das erste Jahr der Mitgliedschaft a Zuschuß zu den Baukosten für die neue Steganlage den doppelten Beitrag zu zahlen haben. Der ordentliche Beitrag beträgt 1,25 M. Das Standgeld ist von der Größe des Bootes abhängig. Mitglieder mit kleinen Fahrzeugen( Kanus, ftraße. Falt oder Paddelboote) zahlen den ordentlichen Beitrag Mitgliederversamm lung Dienstag, 5. April, bei Stodmann, Behlendorf, Machnower Ede Berlepf haus, Scharnweberstr. 115. U. a. Ausgabe der Delegiertentarien. Kartenbezirt Reinidenberj. Heute, Sonnabend, 191 Uhr, Sigung in Bolls. FTGB., Kanubezir?. 20. März Arbeitsdienst im Bootshaus für alle Manns schaftsfahrer. Freie Faltbootfahrer Berlin. c. 2., Gruppe Rarben. Seute, 20 Uhr, Fum abend, Schulaula Grünthaler Str. 5. Es laufen: Menschen am Sonntag und ,, Supp lernt rudern"( Erstaufführung). Eintritt 60 Pf., Erwerbslofe 30 f. Per Touristenverein Naturfreunde" e. 3. feßt wieder seine Uebungs. uns Aus pradeabende in der Malerei und Zeichentunft fort. Arbeitsplon für April: af eis, Charlottenburg 1, Rirchplay 3, V. 11. April, 20 Uhr: Malibungen. 4. Arif, 191 Uhr: Formung und Gestaltung.( Cine Einführung.) Werkstatt Bugenbheim antcaffelstr. 7. vorn 1.- 18. April, 20 Use: Seichenbungen ( urban und Linien).( Cine Tapeterrolle und Sohle mitbringen.) Sugandheim auftration.) Jugendheim Manteuffelitt. 7, von L 24. Anzil: Aufgabe: Hitlers Drittes Reich.( Eine magelberge. Treffpunti s uhr Bhf. Stralau Ruminelsburg, Richtung Fried Tennis Rot Groß- Berlin, Hoderabteilung. Sonntag, 20. März, Wanderung Manteuffelstr. 7, vorn I. richshagen Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Kranken- und Sterbekasse für das Deutsche Reich Im Jahre 1884 degründet ( Lichterfelder Ersatzkasse) Jahre 1364 gegründet die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Krankenversicherungsschutz bietet Hauptverwaltung: Berlin N 24, Oranienburger Str. 67 und 300 Verwaltungsstellen im Reich