BERLIN Sieiistag 22. Mörz 1932 B 69 49. Lahrgang erscheint t ä a l i ch außer Kvantas«. Zoglki» Atnid»u»xa»r In.Bonoart«" Brill«»»?«!» fät Irltt Außgadev 7.S Ur»n> Soll«. zL7> M»rs Mdlllli (Ntscll<1 f> monautcd tnr jadriuag>»» Hall«» ib vor all» wWSllt® 0 ft 6 r I n j 3,97 W riaschltr�Iilli«0 W. PviTirNllllg«. and 72 Df.■TeflSrtieiUrbnSroi S» jtt«ell»ttlf: Tit ewOaltlge OTfißmctRIfQ« SB Vf. Krtomirtl« X- W Gxmätttanen nacb lattf Boüschrcklalllv! Benriru-�rrl«« S t». d. H.. Iw Ar 37-VK.•£ct Brrlaz bdKÜl litt bei Ar-lll btr AblrdNllllll«a» trnrtmrr AnjNllf» on1 Kc6«ttt»ll llllb Brvrdtlill» Brrltll SW»«. CmdrllAr, 3 Srr-svrccher: Dönlw«<�7! 222—297 Junkers stellt Zahlungen ein Gerichtliches Vergleichsverfahren beantragt— Angeblich keine Lleberfchuldung »N* Iurrkcrswcrke tu ihrer Gesamtheit, nämlich Juakeröwerkc Hauptbüro. Forschungsanstalt Prof. Junkers. Junkers u. Co., Junkers Flugzeugwerke A.-G.. Junkers Motorenbau G. m. b. H. und Nalorifer Werk Hugo Junkers haben ihren Gläubigern mitgeteilt» bah sich Professor Junkers im Interesse ber Fortführung seiner Werke und zum Tchuhc ber Gesirmtinteressen ber Gläubiger verpflichtet gehalten hat, das gerichtliche Vergleichsverfahren zu beantragen unb bah im Verfolg dieser Mastnahme die Zahlungen eiugr- stellt worden sind. Die Berliner Vertretung der Iunters-Werke teilt dazu mit: Diese Maßnahme ist eine Folg« der Tatsache, daß die seit Ende vorigen Jahres lausenden Verhandlungen um die Zuführung entsprechender liquider Mittel, die noch bis vor eini» gen Tagen als sehr aussichtsreich bezeichnet werden konnten, vor» läufig nicht zu einer Läsung führten. Es besteht die beruhigend« Tatsache, daß. wenn auch Illiquidität vorhanden ist. U e b« r- schuldung nicht vorliegt, wt« eine erst vor einigen Wochen stattgefunden« neutral« Revision erwiesen Hot. Diese ergab«in« stark« Aktivität de» gesamten Status, wobei die in den«ntfprechen» den Forschungsergebnissen enthaltenen besonderen Dermo genswert« noch nicht einmal berücksichtigt worden sind. Im übrigen find Umsatz und Austrag- instand bei den einzelnen Werken nicht ungünstig, teilweise sogar besser als im Vorjahr. Auch hat eine seit langer Zeit durchgeführte starke Drost«lung der Un» kosten ein« gewisse Erleichterung zur Folg« gehabt. Man ist ent» schlössen, das Bestehen der Werke auf all« Fälle sicherzustellen, nicht nur um die großen, in den Junkers-W«rken vorhandenen Werte ßi sichern, sondern auch, um den insgesamt AÖOO Arbeitern und Angestellten ihre Existenzmöglichkett zu erhalten. Di« Junker». Diesel-Araftmaschinen(B. m. d. I. in Chemnitz, deren Antelle nicht im olleinigen Besitz von Prosesior Junkers sich befinden, wird von diesen Vorgängen nicht berührt. Willkür in Klaggefian. Klagges pfeift auf das Gesetz.- W»e lange noch? Braunschweig. 22. März.(Eigenbericht.) Heute mittag erschien die Polizei in de» Räumen des sozialdemokratische».»Harzer Echo" in Blankenburg»ad legte eine Verfügung des Jnnenmiaisters Klagges vor» wonach das Verbot des»»Volksfreund" auch das».Harzer Echo" einschließt. Dabei hatte dies« Zeitung den von Klagges zum Verbot heraugezogene» Artikel überhaupt nicht gebracht. Die Polizei der» hinderte eine Drucklegung des»»Harzer Echo". Eine gleiche Polizeiaktion wurde auf Verau» lassung des Herr» Klagges gegen die..Oberweser>Volks» zeitung" in Holzminden durchgeführt, die ebenfalls die zum Berbotsgrund genommenen Artikel nicht der» öffentlicht hat.___ Auch Bayern geeist durch. Ver„Völkische Beobachter* für sün? Tage verboiea. Müucheu» 22. März. Der..BSlkische Beobachter" ist von der Polizeidirektion München ab Dienstag, den 22. März, bis einschließlich Samstag, den 28. März. verboten worden. Anlaß zu dem verbot gaben neun Stellen aus den Erklärungen und Aufrufen Adolf Jttlers zur Polizeiaktion gegen die NSDAP, in Preußen, dre in den Nummern 7g. 80 und 81 des genannten Blattes vom Samstag. Sonntag und Montag enthalten waren. Frauen gegen Bürgerkrieg« In Bremen wurden am 18 März die Stimmen der weBkichen Wähler gesondert gezählt. Es stellt? sich heraus, daß 68 Proz der Wählerinnen für Hindenburg stimmten, von den Männern dagegen nur S2 Proz. Großfeuer— Oorotheenstraße Mehrere Stockwerke bei Siilke ausgebrannt Eia«nsaagreicher Burvhausbroad beschäftigte hie Feuerwehr in der vergangeuen Nacht in der Dorotheeustr. S7. Zu dem Gebäude, das sich bis zur ZlUUelslrasze erstreckt, befinden sich die Arbeits- und Lüroränme der Berliner verlagsgesellschasl Stilke. 3a einem parlerreraum brach dort gegen 2 Uhr Feuer au», ver Brand nahm in wenigen Minnlen so erheblichen Umfang an, daß die Feuerwehr mit einem großen Aufgebot von Löschzugen an die Brandstelle eilen und mit l 0 Schlauchleitungen die Bekämpfung des Feuers vornehmen mußte. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint der Brand seinen Ausgangspunkt in der A c c u» L a d e st a t i o n genommen zu haben. Um s�lO Uhr hatte der Wächter bei seiner Runde noch alles in Ord» nung befunden. Als der Mann gegen Z Uhr abermals seinen Kon- trollgang ausführte, bemerkt« er in den Parterreräumsn des l. Quergedäudes plötzlich starken Feuerschein. Roch ehe die erste» Läschzüge der alarmierten Feuerwehr unter Leitung des Oberbranddirektors Geinpp und de« Baurat« Dr. Jssnbarth eintrafen, hotten die Flammen schon auf die erste und zweite Etage über» gegriffen. Flammenoarben schlugen aus den Fenstern der breu- a enden Verlagsrämue bis zum Dachfirst des fünfstöckigen Hause» hinauf. Die Situation war derart bedrohlich, daß sofort zehn Schlauchleitungen in Tätigkeit gesetzt werden mußten Das Feuer wurde von der Dorotheen- und Mittel st raße zu gleicher Zell angegriffen. Die von der Mittelstraße gegen den Brandherd vordringenden Löschtruops erlitten noch eine starke Derzögerung da- durch, daß die Toreinfahrt vom l. zum 2. Hos mit Automobilen verstellt war. Erst nachdem die Hindernisse beseitigt und leider kost» bare Minuten verloren waren, tonnten die Schlauchwag«» in Position gebracht werden. Die Expedition»» und Lagerräume der Firma StUt« sind«in Raub der Flammen geworden. Angrenzend« Abteilungen haben unter Rauch» und Wasserschaden schwer gelitten. Da sämt» Die Tarntappe der SA. llche Decken durchgebrannt sind, ist der vom Feuer betroffene Teil des Gebäudes wegen der Einsturzgefahr von der Bau- und Feuer- polizei gesperrt worden. Der Schaden ist sehr hoch, jedoch zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. Wie wir erfahren, erleidet der Betrieb der Derlagsgesellschaft keine Unterbrechung. Selbstmord eines Schupo! Weil er beim postenstehen geraucht hatte. Auf dem Gelände der Pollzelfunkskation Adlers» hos, am Adlergestell in Berlin- Schöneweide, wurde heule früh der 22 Jahre alt« Schupowachtweister Herbert Stephan von der Bereitschaft Köpenick mit durchschossener Schläfe tot aufgefunden. Der jung« Beamte hatte in der Nacht vom Mwüog zum Dien«» tag Pvstendienst auf der Postzeisunkstation Adlershos. In später Nacht hielt«in Offizier die Kontrollrunde ab. Der jung?. Schupobeamt« hatte sich in der lallen Nacht gerade kurz zuvor eine Zigarette angezündet, als er von dem Offizier überrascht wurde. Offenbar ist St. wegen Uebertretens des Rauchverbotes von dem Offizier scharf zurechtgewiesen worden. Das hat sich der Beamte so zu Herzen genommen, daß er sich eine Kugel in die Schläfe schoß. Als heute früh Wlösung auf der Polizeifunkstation eintraf, fand man Stephan tot auf. Neben der Leiche lag em Zettel, auf dem St. mitteilte, daß er aus Angst vor Strafe freiwillig aus dem Leben scheid«. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Wirbelfiurm Über Amerika. SÜdoststaaten schwer helmgesucht/ Viele Tote und Verletzte New Pork. 22. März. Wie aus Birwingha« im Staate Alabama ge» meldet wird, verwüstete ein Dornado große Strecken der Staaten Alabama nnd Mississippi. Beson» ders schwer wurden die Ortschaften Northport, Colum» biana, Clanton. Linden. Demopolls, Fannsdale heim» gesucht. Diese Ortschaften haben durchschnittlich 500 Einwohner. Sie liege» etwa öv bis 108 Kilometer süd- lich von Birmingham. Northport hat 2 4 Tote nnd Isttt Verwundete zu beklagen. Die ganze Ortschaft ist zerstört. Die Trümmer stehen in Flamme». In Columbiana wurde» bisher IS Tote und 7S Verwun» dete gezählt. 100 Gebäude sind eingestürzt. Clanton meldete bis setzt zwei Tote und 100 zerstörte Hanser. Die genaue Zahl der Toten steht noch nicht fest. Der Schade» wird auf miudesteus fünf Millionen Dollar geschätzt. Man befürchtet, daß sich die Zahl der Opfer mtt dem Fort» schreiten der Räumungsarbeiteu noch erhöhe» wird» da zahlreich« Personen noch vermißt werden. Nach einer weiteren Meldung aus New Nock wurden außer Alabama auch die Staaten Kentucky und Tennessee heim» gesucht. Dl« Zahl der Todesopfer soll sich aus etwa 100 belaufen, mehrere hundert Menschen sind obdachlos geworden. Die auf den Wirbelsturm folgenden Wolkenbrüche erschwerten das Rettungswerk außerordentlich. Arbeitersekretär niedergeschossen. Auf offener Straße in Madrid. Paris» 21. März. Havas meldet aus Madrid, daß auf den Sekretär einer Arbeitergewerkschaft heute nachmittag auf offener Straße ein Anschlag verübt worden ist. Dar Täter» den man für eine« Kommunisten hält, und der entkommen konnte, feuerte auf den Sekretär aus nächster Nähe zwei > Revolverschüsse ab, die das Opfer schwerverletzten. Nazi-Hochverräter. Voruntersuchung gegen polizeUeutnoni Lange und Schulz- Briefen.- Wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Der OberrrichwmnHill Hai jehl gegen den Berliner Polizei- leuinanl Lauge und den Poltzeiwachlme ister Schulz- ? r i e s e n Eröffnung der Voruntersuchung wegen Vorberet. iung zum Hochverrat beantragt. Seinem Autrag wird vor- aussichtlich noch im Laufe des heutigen Tage? stattgegeben werden, und zwar wird zum Untersuchungsrichter des Reichsgerichts in dieser Sache Landgcrichtsrat Zimmer vom Landgericht III Verlin bestellt werden. Lange und Schutz-Vriesen werden daher weiter in Moabit bleiben und nicht noch Leipzig übergeführt werden. Eine Gchwindelmeldung. Angebliche Waffenfunbe im Gewerkschastshauo. OsuabrüF. 22. März.(Eigenbericht.) Di«„Osirabrücker Zeitung", früher einmal offizielles Organ der Notionalliberalen, spater nacheinai�er volksparteiliche und„un- abhängige Zeitung", jetzt langsam zu einem nationalsozialistischen Organ entwickelt, bringt die Alarmnreldung, daß im hiesigen G e- wertschaftshaus ein« polizeiliche.Haussuchung stattge- fanden habe, wobei Waffen, Schlaginstrumente, unter anderem BleischlSger in Form von.Handgranaten und dergleichen mehr be- fchlognohint worden seien. Aber weder, ini Gewerkschaftshous nach bei der Polizei ist von der.Haussuchung oder den Waffenfunden etwas bekannt. Die Riichricht, die wahrscheinlich auch von anderen Zeitungen übernommen werden wird, ist von A bis Z. erdichtet. Die Redaktion hat sich anscheinend einen Schwindel ausbängen lassen. Eine einfache Anfrage bei der Polizei hätte sie zwar von der Unrichtigkeit ihrer Meldung überzeugen müssen.?lber, ober... * Die N a z i h e i m e in Osnabrück und in der Nachbarstadt Melle i. h. sind auf polizeiliche Anordnung geschlossen worden. Alle SA.-Heime in Hagen geschlossen. Hägen. Z?. März. Il>>c das Polizeipräsidium miilcUl. hak der PoKzelprofident auf Grund eines lleberfalls von Ilationalsoziolisteu auf einen Arbeiter sämtliche SA.-Heime bis auf weiteres geschlossen. Oer Hitler-Taler. Erfindung aus einer Preußischen Domäne. In der Zeit, die uns Goethe-Münzen oller Art und selbst den Eoethc-Taler beschert, wird es. niemand überraschen, daß auch der zukünftig«„Kaiser der Sahara", Adolf der Hitler aus Braunau, fein eigenes Münzfystcm einrichtot- Ucberraschend wirkt nur, daß sich eine preußische Do» m ä n c dazu hergibt, als erste zur Verbreitung dieser Münzen bei» zutragen. Wie uns aus dem Kreise halber st adt geschrieben wird, sitzt auf der staatlichen Domljue S ch l a n st e d t als Pächter ein Herr R i m p a u, zu der Familie des früheren notionalliberalen Abgeordneten Rimpau gehörig. Die Landarbeiter, die bei diesem Herrn preußischen Domänenpächter beschäftigt, sind, wun° derten sich nicht wenig, als sie am Tage vor der Wahl, am 12. März, in ihrer Lohntüte jeder eine neue Münze in der Größe eines TMrs�. fänden.. Zunächst-glanble» sie. daß der sonst sehr sparsame Herr Rimpau ihnen einen kleinen Borschuß auf die Selig» kcit des Dritten Reiche? geben wollte. � Nachher überzeugten sie sich aber, daß es sich um eine ganz gewöhnliche Blech- marke handelte, die den Kopf Adolf Hitlers trägt und zur Wahl Adolfs auffordern sollte. Man kann sich die große Enttäuschung der Landarbeiter vor- stellen, denn kein Händler oder Gastwirt nimmt solch ein Zeug tn Zal>lung. Besonders nach dem 13. März hat das Hitler-Blech noch mehr im Kurs verloren. Christliche Arbeiter gegen Faschismus. Gegen Arbeiterentrechtnng, Klassenßaat und Oiktaiur. Der Gefaintverband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands verbreitet zur Reichspräsidtentenwahl den folgenden Aufruf an die christliche Arbeiterschaft. Das deutsche Volk hat am 13. März in klarer Eindeutigkeit f ü r hindenburg entschieden. Diese Entscheidung war eine Treue- kundgebung zu dem Urbild deutscher Mannhaftigkeit und deutscher Ehre. Sie war«ine energische Ablehmmg des zerstörenden Radikalismus und feiner vergiftenden Botkszersetzung. Sie war eine Der- ncinung frevelhaften Diktaturgeschrcis und ciue Bejahung des grod- iinigen Aufstieges des deutsche» Volkes zum freien natinnolen und sozialen Volksstaat. Die christliche Arbeiterschaft hat in diesem Wählkampf für hindenburg ihr« Kraft entscheidend eingesetzt. Wir dürfen mit Stolz feststellen. daß die Arbeiterschaft, die gestimmt, damit' jeder ganz olme. Scheu'urteile." Einer der Volks- rechter hat dem Wiener..�AbenH" erklärt, daß die.fützf Rein ver- anläßt wären durch' Heu Willen, gegen den weiß e'n'Terr o r zu demonstrieren. Senunelmann ist nämlich ermordet worden, damit er eine Liste rumänischer'Revolutionär« nicht mehr der rumänischen Gesandtschaft ausliefern könne. lieber das Leben dieses Spitzels hat nun Paul K e r i, ein aus Horchy-Ungarn geflüchteter bedeutender Journalist,. in der „Arbeiter-Zeitung" Mitteilungen veröffentlicht, aus denen folgendes hervorgeht: Senunebnann stammte aus K ö l n. In einer Abwicklungsstelle nach dem Krieg fabrizierte fein Kollege, ein Unteroffizier, Offi- zierspatent« und Ordensurkunden. So wurde auch Semmelmann ein„Leutnant mit.'Patent von 1916", Besitzer des hohenzollernschen hausvrdens mit Schwertern und eines hohen türkischen Ordens. Auf Grund chiesiir Papiere erlangte er allerhand Stellungen bei Freikorps usw. und sogar bei der Berliner Polizei, Gruppe Süd. Aus einigen Waffen schieb ungen ging Semmelmann straffrei hervor, was er natürlich seinen, mater- ländischen Motiven"' verdankte. Als er aber einen Potsdamer Reichs- wehrosfizler zu bestechen versuchte, zeigte ihn dieser an, und Sommelmann mußte ins Gefängnis. Nun trat er in den Dienst rechtsradikaler Organisoiionen. zugleich aber auch der Sommuniflen, in deren festem Gehalt er die Baterländischen bespitzelte. Seine Auftraggeber und Vorgesetzten waren die Abg. Schneller und Pieck. Semmelmann wurde Gaufiihrer Groß-Berlin einer „Eisernen Schar", deren Führer und Geldgeber ein Giasermeister in Frankfurt am Main war. Au Tarnungszwecken im Interesse der KPD. verwandelte sich Senunelmann in einen„Gauführcr Kurt Martens", dessen— Stellvertreter er selbst wurde. Nun leitet« er den Gau. in.stetem Einverständnis mft Schneller und Pieck. Als „Oberleutnant der Reserve Dr. Heinrich Fmk" zog er nach München. Dort, teilte er sein« Zeit zwischen dem Panvenbergbund-Hauptman» Fritz von Krousier, de» KPD.-Levten unb.äbendlichen vaterländische» Saufereien.•-? r* v.•-:?- C- e Z-•-«•.:•: s:. Als eines Tages von.Kräussers Tisch ein« Ranglist« der Reichs- wehr mft«ingezeichneten Ortsgruppen des Tannenbergbuizdes ver- schwand, siel Semmelmann in Berdocht, zumal— Martens sich auf ganz ähnliche Weife beim Leipziger Stahlhelmführer Erotke Material verschafft hatte. Schließlich wurde Semmelmann verhaftet und im Oktober 1926 wegen Vorbereitung zum hoch oerrat zu 2)4 Jahren ver, urteilt.(Nämlich weil er Material an die KPD. geliefert hatte—- nicht etwa wegen seiner Tätigkeft sür Rechtsputschverbände!) Von den Ansttcngungen dieser Straf« konnte er sich monatelang ' in SkaNnbad in der Krim erholen. Nun wurde er russischer Agent für Rumänien, das heißt, er nutzt« die Begeisterung jmiger Leute und ihren Glauben an Moskau zur Spionagearbeit au«. In einem der rumänischen Spionageprozess« wurde auch Semmelmann zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt— ober in Abwesenhett, denn er betrieb die Sache von Wien aus. Wieder ln Köln, heiratet« er als angeblicher Beamter der Sowjethandelsvertretung die junge Tochter einer frommen, gut bürgerlichen Familie. Da erreichte ihn im Mai 1931 die Kündigung feiner kommunistischen Auftraggeber, begründet mit Geldnot und Umstellung der Organisation. Wieder in Wien versucht« er. von mehreren Gesandt- schaften Spionageaufträg« zu erlangen, nachdem«r ver- geben» den Russen mit Enthüllungen gedroht hotte. Rumänien bot ihm gute Belohnung für die Liste der jungen Revolutionär« an. Da trafen ihn die tödlichen Schüsse. Oie eingezogene Million. Oeviscnschiebunqen in der Berufungsinstanz. vor der 2. Großen Skrajkammer de» Landgerlchk» I unker vor- sitz von Landgerlchtsdiretkor Dr. Xolf begann die Berufung»' Verhandlung in dem Devisenschiebung»prozeh Dr. Gutherz und Genossen. Dieser Prozeß, bei dem es sich um Deoisenschiebungen größeren Stiles handelt, hatte die Reihe der auf Grund der Notverordnung eingeleiteten Strafversahren wegen Vergehens gegen die neue De« vifenordnung eröffnet. Das Schöffengericht hat den Banksekretär Dr. Hans Gucherz wegen Beihilfe zu dem Bergehen zu§ 1 der Ver» ordmmg über die Devisenbemirffchaftung zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis, 2000 M. Geldstrafe verurteilt, den Kaufmann Adalbert Parlogi zu neun Monaten Gefängnis und 5000 M. Gehd, strafe, sowie den Bankier Kurt Oppenheimer zu zehn Monaten Ge- fängms und 3000 M. Geldstrafe verurteilt, dies« beiden ebenfalls wegen Beihilfe. Außerdem hatte das Schöffengericht das Bankhaus Singer u. Friedländer in London, in dessen Austroge die An- geklagten gehandelt haben sollen, für die gegen Dr. Gutherz er- kannte Geldstrafe hostbor gemacht und gleichzeitig zwei Bankguk. haben der Firma Singer n. Friedländer in höhe von 562 800 ZN„ die bei der Reichskrsdftbank A- besonders Italiener. Insgesamt geben sie«inen Einblick in Goethes Liebe und Verständnis für die Aeuße- rungen der bildenden Kunst aller Epochen. Victor Hugo und Goethe. Der Präsident des Pariser Stadtrates, Franeois Latour, hat dem Bürgermeister von Weimar«in Telegramm gesandt, in den, Geschichisschreiber der deutschen Kunst. ". Prof. Georg Oehio geflorben. .Georg'Fehib, der' Nestor/der deutschen Kunstgeschtckst«, ist gestern im Aller von 81 Jahren in Tübingen gestorb.en. Er war der anerkannte Geschichtsschreiber der deutschen Kunst; die frühere wie die jetzige Regierung hatte ihn mit höchsten Auszeich- nungen bedacht: mtt allen akademischen Ehren hatte ihn schon die Mitwelt gefeiert. Dehio wurde am 22. Rooember 1850 in Renal als Sohn eines russischen Staatsrats geboren. In München begann er feine akademische Tätigkett in der Kunstgeschichte und wurde 1892 nach Straßburg berufen, wo er bis zu seiner Ausweisung durch die Fron» zasen 1918 ein fruchtbare Tätigkett als Lehrer der Kunstzeschichle entfaltete. Mit besonderer Liebe hatte«r die elsäfsische Kunst, vor allem die Baugeschicht« des Sträßburger Münsters be- handelt und die Beziehungen zur Kathedrale von Charttes n-lchweistn lassen. Zwei klassische Werke verdankt ihm die deutsche Kunstwissen- schost: das.Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler" in. fünf Bonden sowie die.mnfassenda„Geschichte der deut» schen Kunst" in drei Doppelbänden. Beide Werk« liegen bereit? in der Dritten Auslage vor, ebenso sein Buch über den Bamberger Dom. Begonnen hat er sein« wisienschastlichen Forschungen mit der„kirchlichenBaukun st desAbendlandes" im Mittel. aller. Hier fft die. ganz« europäische Kunst überschnitt und überall durch eindringliche SiNzeksovschuitg erfaßt. Das Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler ist für jeden Deutschen, der die große Kunftoergangenheit seines Landes ernstlich studieren will, unentbehr- .stch. Ihre Bearbeitung bildet« dann das Fundament für die Gesamtdarstellung der deutschen Kumt, di« gleich bewundernswert fft durch die intimsten Einzelkemttnisse wie durch die gefftige Bewältigung der historischen Entwicklung— nach auf länge hinaus die klassische deutsch« Kunstgeschichte. Hans Albers in /Oer Sieger". Gloria-Palast. Um für Hans Wbers«ine Rolle zu schaffen, hat man sogar Leonhard Frank bemüht, der gemeinsam mit Robert L i e b m a n n das Textbuch schrieb. Der Film steht und fällt mit dieser Rolle. Hans Albers bleibt Sieger in den kleinen Tragödien des Lebens. Am Schluß heiratet er die Millionärstochter, er, der ehe- malige Buchhalter, Gigolo, der Hoteltelephonist, der Sohn der Garderobenfrau. Dieser Mann, der durch einen zufälligen Renn- gewinn zu einer geringfügigen Summe kommt und seine Stellung aufgibt, ist ein abenteuerfreudiges Glückskind, eher ein Getriebener als eine dramatische Kraft, die zielbewußt das Leben formt und aus- baut.. Der moderne Märchenprinz läßt sich in den sicheren Hafen steuern. Das sorglose Lochen, die Geste des sieggewohnten Kindes und die brutale Kraft faszinieren und zaubern diesem Mann den Erfolg ohne Mühe und Kampf herbei. Der Film fft ein Märchen vom Glück, ein Wunschttamn, eine Art von Heldenverehrung, imd der Held trägt mit Anstand und Grazie den Frack, als ob er in diesem Kleidungsstück geboren ist. Eine Well, wie sie ersehnt wird und wie sie in Wirllichkell nicht besteht. Um Alber», der von den Regisseuren Hans Hinrich und Paul Martin als Star zelebriert wird, eine Reih« ausgezeichneter Schauspieler wie Folkenstein, Brausewetter. Gülstorfs, Käthe von Nogy und Frieda Richard, ober sie tteten nicht besonders hervor. Aller Glanz soll ssch äitf Albere fijmmefnr Das Publikum will seinen Fettsch haben. Der Regisseur zeigt übrigens einen aus- geprägt« Stu»' für dekorative Gestaltung der Szene. Di« Dtajik f es beißt, das ehrwürdige Gedächtnis Goethes sei der srovzöstschcir Nation besonders- teuer. Die Stadt Poris habe den Wunsch, das Andenken an Victor Hugo, dessen Haus in Parts stehe, mtt dem Andenken an seinen großen Vorgänger, dessen Wohnstätte Weimar beherberge, zu verbinden. Aus diesem Grund« sende dos Haus Victor Hugos dem Goethe-Haus in Weimar einen Ermnerungskronz. r■* Goethe-Feiern fanden ferner in Ilmenau, in München, Wien, London, Rom, in Ungarn, Rumänien, in New Kork, kurz, in der ganzen Welt statt. Goeihe und die Musik. Ausstellung in der Gtaalebibliothel. Vielleicht ists paradox, das zu behaupten— es fft ober fast schade, daß die mtt soviel Liebe, Sorgiall und Verständnis aufgebaute Ausstellung der. Staatsbibliothek„Go ethe und di« Musik" gerade in diesen Tagen starten mußte(für die sie freilich auch gedacht fft). Da man ein wenig abgekämpft und goethemiids. ist; da man voll Wrdcrspruäzszeist steckt gegen all die Redner und Uebcrredner, da man allmählich das Trennende zu fühlen aiffongt, weil dos Verbindende so sehr gerühmt wird, da man die Ferne- spürt trotz und infolge konseguentester Behauptung nächster Nähe... Nach soviel anderem wird hier min auch der mitsikalischc Scheinwerfer auf Goethe eingestellt. Seine Beziehung zur Tonkunst ist das Thema; die prachwollen Mittel heiligen allerdings den Zweck: e? ist eine überaus interessante Anordnung von Schätzen, die man sehr selten mir zu sehen bekommt, so sehr sie sich auch sehen lassen können. Goethes musikalische Jugendein drücke; sein Ver- hältnis zu R e i ch a r d t und Zelter, zu Beethoven, Mendelssohn, Schubert; Goethe als Opern inten dank in Weimar; Goethe im Schaffen der Moderne— all das wird durch Handschriften, Erstdrucke, Briefe anschmilich gemacht, von einer er- lesenen Auswahl köstlicher Bilder und aller Instrumente(aus der staatlichen Jifftmmeitteiffammlung) geschmackvoll umrahmt. Ein Notenbüchlein des achtjährigen Mozart ist hier ebenso zu sehen wie die Original-Egmont-Partitur. aus Goethe Ii czii glich« Stellen der Konnersationsbücher des tauben Beethoven sind aufgeschlagen(„Dos Höchste in der Knifft ist Faust"— wer vermöchte diese unvergeßlich «irr-genialen Schristzeichen ohne Erschütterung zu entziffern), irr? Mozart liebt, wird bei den Zlutographien fast sämtlicher Opernparti- turen(mir Don Giovanni fehlt) andächtig verweilen— von den Schätzen Schubertscher und Mendelssohnscher Manufkripte, von Erst- drucken, historischem und modernem Material ganz zu schweigen. Auch wem es kein brennendes Bedürfnis sein sollte, sein Wissen über Goethes Verhältnis zur Musik zu veroollständigen, sollte sich diese (wer ktä gl ich v an 1 1 b is 2 U h r kost« n ln s zu gängli ch e) Ausstellung ansehen, so er Interesse an der Tonkmfft überhaupt hat, an ihrer Geschichte, ihren größten Meistern: und dem liebevoll gt- sammelten und ausbewahrten Spuren ihrer Erdentage, vergänglichen Symbolen unvergänglichen Geistes.' A. W. Heymannz, die hier nicht die stühere Schlagkraft zeigt, fügt sich un, ousdrivglich.de? Handlung ein..■ F. Lob. Reitthaedt und das„Oeutsche Theater". In den. Berliner Blättern wurde seit einiger Zeit heftig orakelt über die Zukunft des Deutschen Theaters und Reinhardts künftige Pläne. Wir haben unsere Leser mit diesem Hin- und Hcrgerede oerschont. Jetzt liegen Tatsachen vor, die die Situation klaren. Dr. Rudolf Beer, der Direktor des Dcuffchcn Volkstheater? in Wien, ist nack) Berlin berufen worden, nachdem schon längere Zeit mtt ihm verhandelt worden war. Er soll die geschäsllidfe Leitung der Reinhardt-Bühnen(Deutsches Theater und Kaimnerfpiele) über- nehmen, Reinhardt selbst wird jährlich drei bis vier Stücke inszenie« ren. Wer als künstlerischer Leiter bestellt wird, scheint noch nicht festzustehen.; Ob dj-es« ganz« Regelung bereits eine definitive sein wird, läßt sich nicht sagen. Wenn Dr. Beer sein Wiener Theater beibehielle. wäre es doch wir«ine halbe Sache, und die Erfahrungen der letzten Jahre hätten genugsam erweisen sollen, daß das Deutsche Theater einen ganzen Mann braucht. Orohender pariser Theaterstreik. Di« Direktoren der Pariser Theater. Lichtspielhäuser und Varietes haben in ihrer am Montag abgehaltenen Sitzung end- gültig beschlossen, ob Dienstag, den 2 9. März, chrs Häuser zu schließen, wenn die sraitzösische Regierung bis dahin nicht weseitt- lichc Steuererleichterungen geschaffen hat. In einer in den späten Abendstunden des Mäntag veröffentlichien Verlautbarung heißt es ausdrücklich, daß die Pariser Theoterindustrie nicht länger in der Lage sei, die Steuerlasten zu tragen und daher einstimmig be. schlössen bade, am kommenden Dienstag den Generalstreik zu verkünden. Di« zuständigen Behörden haben sich ebenfalst> am Montag mtt der Theatertrise befaßt, ohne jedoch irgendweley« endgültigen Beschlüsse zu fassen. Richard Tauber singk Lehar. Vor seiner Amerilafahrt Hot Richard Tauber seinen Bewunderern noch einmal Gelegenhett gehen wollen, chn zu seiern. Im Großen Schauspielhaus, das dickst besetzt war. faszinierte er seine Massen durch nichts als einige Operettennummern von Lehar. Um sein Repertoire braucht sich dieser Sänger keine Sorge zu machen: die populärsten Nummern wirken immer noch am meisten. Beim Heideröslein und Friederikenlied war die Frauenwelt enthusiasmiert. Aus„Zarewitsch",„Paganini", „Zigeunerleben" folgten beliebteste Sachen. Wie er die säu seile, die Töne schmelzen und in zartestem Piano die Stimme zum Hauch er- sterben ließ— das entzückte die Gefolgschaft. Das„künstlerisch" wertoollste war das Lied aus dem„Land des Lächelns". Das war durch und durch gestaltet.— Komtte der berühmte Tenor nicht auch einmal ander« Kunst vermitteln? Oskar Habcrer gestorben. Am Montagabend ist der Berliner Kunstmaler Oskar Haberer im 66. Lebensjahr gestorben. Höherer erhielt 1911 die Golden Medaille aus der Brüsseler Well ausstellung. Er ist be.kannt durch' seine Schwarzweißbilder. Bahnbrechend war cr in der Jittarsienkunst. Utbee„58«mit i»»d Wcib tu Attila" spricht zu farbipen Lichtbildern t-r Abeliini-nreisend« Ernst Heimich Schrenz«! Dienstag, 8.15 Uhr, im Bachsaal. Ter Wihrmlgtdiensi be» Stuben tenwertt Verlin Ck. B.(Iobamütstr. 1) veranstaltet Mttwech» und Sonnabend», 11 und 12 � Uhr, Führungen fL c Einzeln« und Gruppen in den staatlichen Museen. Treffbunlt: Stile 5 Muieurn, Rotunde, und Kaisev-ffriedrich-Musemn, vordere» Trepvenhau». Regien: Mitvwch, 24. Marz. 11 IIb? Im Hau» der Jaryfreie». Platz der Republik 4. spricht Philipp Metma» Mttwoch. 8.10 vbr, übev da» Thon« llrschrist pnz ■----»...■ Das LtriauHsabkommen im B rgHau. Weitere Verschlecht, rang verhindcr« Essen. 22. März. Am Montag wurde beim Zechenoerband unter dem Vorsitz des Schlichter» über die Urlaubssrage im Ruhrbergbau verhandelt. Der Zechenoerdand hatte«ine Kürzung der Urlaubstag« bzw. de» Urlaubsgeldes auf die Hälfte verlangt unter Htn- weis auf die Wirtschaftslage des Bergbaues und die zahlreichen Feierschichten, die den Zweck des Urlaubs illusorisch machten. Ferner wurde darauf verwiesen, daß, gemesien am Absatz, 40 000 Bergarbeiter von den Zechen freiwillig durchgehalten würden. Bon den Gewerkschaftsvertretern wurde erwidert, daß der Bergbau durch eine Kürzung de» Urlaubs auch nicht zu retten fei. Im übrigen seien gerade im Ruhrbergbau die Selbstkosten um tzSPro- z e n t gesunken. Der finanzielle Anteil pes Urlaubs an der Ge- famtlohnsumme sei außerordentlich gering. Der Schlichter fällte einen Schiedsspruch, in dem das Ur> laub-abkommen des vorigen Jahres um ein Jahr verlän- g« r t wird. Der im Jahre 1331 durch Schiedsspruch verfügte Weg- fall eines Urlaubstage» bleibt bei diesem neuen Schieds- fpruch ebenfalls erhalten._ Die Anqestellrenversicheruna 1931. Nach dem Bericht der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte im Geschäftsjahr 1931 sind durch die stark« Stellenlosigkeit der Angestellten und die Gehaltskürzungen die Bsitragseinnahmen van Z3S,1 Millionen Mark im Jahre 1330 auf 343,4 Millionen Mark im Jahre 1931 zurückgegangen. Der Gesamtaufwand für die Rentenleistungen, Abfindungen und Beitragserstattungen ist gleich- zeitig von 183,6 Millionen Mark auf 210,3 Millionen, mithin um 26,7 Millionen Mark gestiegen. Die Zahl der Anträge auf Heilverfahren stieg von 132862 auf 136346. Anstatt 49047 ständiger Heilverfahren im Jahre 1930 wurden im Berichtsjahr« 731 Heilverfahren weniger durchgeführt. Anträge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfahren für tuberkulöse, tuberkulosgefährdete und rachi- tische Kinder von Versicherten wurden in 6507 Möllen, 67S weniger als im Vorjahre, gestellt und in 4792 Fällen, 351 weniger als im Vorjahre, bewilligt. Für die Gesundheitsfürsorge insgesamt wurden 28,3 Millionen Mark, 1.8 Millionen mehr alz 1930 auf- gewendet. Berücksichtigt man, daß viele Angestellte erst dann an ihre Gesundheit denken, wenn sie Zeit haben, das heißt, wenn sie stellungslos geworden sind und nicht mehr den Verlust ihrer Stel» lung zu befürchten haben, weil sie sich einem Heilversahren unter- ziehen, dann hat hier die Angestelltenoersichenmg keine besondere Leistung vollbracht. Von den Anträgen auf ständige Heil- verfahren, die in 1646 weniger Fällen als 1330 gestellt wurden, sind nicht weniger als 29584 Anträge, im Vorjahr« 30 499 nicht berücksichtigt worden. Es wurden 9lö ständige Heil- verfahren weniger durchgeführt als im Jahre 1930. Am 31. Dezember 1931 liefen 155514 Fälle von Ruhsgeidern. 29 938 mehr als 1930, mit 25 316 Kinderzufchüssen. 72 473 Witwen- und Witwsrrentsn und 40 258 Waisenrenten. Die Zahl der Leistungsanträge betrug 103 436-, 14 471 mehr als 1930. Die Zahl der Berficharten wird für Ende 1931 auf 3,1 Millionen geschätzt. Der Wohnungsbau wurde wiederum gefördert, je- doch für Reuanlogen ISS Millionen, 56 Millionen Mark weniger aufgewandt als im Lorjahre mit 184 Millionen. An versicherte Angestellte wurden 782(1468) hypothekarische Darlehen für neuerstellte Eigenheime mit 4,8 Millionen(9,6 Millionen) Mark ausgezahlt ratt iQelden: fugend swiichen den Zeileir „Jugend zwischen den Zeiten", romanhaft dargestellt durch Horst Hertha van Delden und broschlert heraus- gegeben durch B. Vehrs Verlag Friedrich Fedderfen: das ist die Geschichte mehrerer alter und mehrerer junger Menschen, die sich chren mühsamen Weg in diesen unseren Tagen suchen und ihn bis zum guten oder bis zum bösen End« gehen, je nach dem Grade chrer EharaUerfestigkett oder ihrer Anpassungsfähigkeil. Gewiß ein ergiebiges Thema. Wer das sieht stilistisch etwa so aus: „Tränen aus zwei Frauenherzen rieseln durch die weiche Luft.... Das Aufschluchzen in der aufgewühlten Menschenbrust.... Thea lachte ihr besttickendes Lachen, des schon so viele Herzen bezwungen hatte..., die Spitze des hellbraunen Halbschuhes von Doktor Golsdorf, in dem sich die letzten Sonnenstrahlen spiegeln---- Was wird Mutter sagen? Ob noch Erdbeertörtchen draußen sind?... Sie läßt sich von seinen starken Armen umschlingen... Und eine Mutter steltt die Tatsache ihrer zweiten Schwangerschaft der ersten Tochter also dar:„Siehst du, daß ein neuer Glanz in meinen Augen ist? Fühlst du. daß an mir das Schöpfungswunder noch einmal Erfüllung wird? Fühlst du. daß deine Mutter in Be- reitfchaft ist, In seliger Bereitschaft?" Und dann steht sich die Ver- fasserin mit dem Wettergott glänzend: bei ttauriger Seelenverfas- sung regnet es prompt, bei Streitigkeiten pfeift der Sturm um die Ecke, bei weicherer Stimmung hingegen singt die Nachtigall im alten Weidenbaum. Und dann sprechen Damen wie Herren sehr, sehr oft„schelmisch". Und dann„ahnen sie irgendwie" Und dann — und dann-- Und dochl Und doch ist hier ein Sondersall gegeben: und doch ist dies Buch trotz miserablen Stils, trotz mittelmäßiger Gestaltung und trotz hausbackener Erkenntnisse ein tapferes und darum nicht unwichtiges Buch. Denn die Verfasserin, das ist auf jeder Seite zu spüren, kommt her aus einem kirchlich reaktionären, bürgerlich-engea Bezirk, und kämpft sich hin zu einer freien, oeranlmvctungs- bewußten, sozialen Haltung: kommt aus dem Gestern und will ins Morgen, Das ist schon viel; und daß sie sich's nicht leicht macht, ist noch mehr. Gewiß ist das, was sie neu betrachtet und als sittlich« Forderung formuliert, meist schon„dagewesen"! aber nicht die Er« kemitnis ist wichtig, sondern der ehrlich« Kampf darum: grund- legende Erkenntnisse gibt es sehr, sehr wenige, Kämpfe aber gibt es tausendfache, und niemandem kann man feinen eigenen Kampf vortöinpfen. Und wenn ein« so sentimentale Natur wie die Ver- fasserin eine Szene hinfteltt. in der die verheiratete Tochter ihre Mutter nicht in ihrem Hause wohnen lassen will, nicht aus Undank, nicht aus Bequemlichkeit, sondern gerade aus Liebe, rechter Lieb« zur Mutter:„Von Dank und Undank ist hier doch nicht die Rede. Von den natürlichen Verhällmssen zwischen zwei Generationen. Ich denke es mir herrlich, ost und viel mit ihr zusammen zu sein, aber nicht im Alltag, Mutter, wtt wollen uns doch nicht gegenseitig be» lügen"— dann packt, dann ergreift das in all seiner Proianität. oder gerade deswegen— und man wünscht der Verfasserin, die wie ihre Romanfiguren zwischen den Zellen, zwischen den Meinungen und zwischen den Stilen steht, erfolgreiche Arbett auf ihrem mutigen Weg zu neuer Zeit, neuer Meinung und— besserem Stil! Hcmnaan MosUr. Dienstag, 22. März. Berlin. 16.05 Richard IlniUky: Vom deutschen Weinbau. 17.25 Doktor Ueberali enählt 17.45 Bücherstande.(Am Mikrophon: Richard BQIInzer.) 18.16 August Soholtis liest eigene Prosa. 10.40 1. Telemann Trio Bs-dur(ür mrel Violinen und Continno(Cello ond Cembalo) aus der..Tafelmusik" von 1753. 2. Meinhard Keiser; Trio- Sonate D-dur für FISte, Violine nnd Continno. 3. Telemann; Quartett O-dnr Iflr Violine, Flöte, Oboe nnd Continno, ans der„Tafelmusik". 19.15 Die Funkstunde teilt mit.. 19.20 Stimme zum Tag. 19.30 Reichssendung:„Fanst" Zweiter Teil. 22.30 Wetter-, Tages- nnd Sportnacbrlchten. Königswneterhausen. 16.30 Königsberg; Konzert. 17.30 Karl Flgdor: Maschine als Schicksal. 17.50 Prof. Dr. Auihauser; Das Christentum In der Welt 18.15 Frankfurt: Gedenkrede für Goethe. ülftantmortl. für dir SIrdnktlon:«Ich.«rrnstrin, Berlin! Anzeigen: Th-»locke. Berlin Bering: Vorwärts Bering i» m. b, H.. Berlin. Druck: Borwärls Buch- druckerel und Berlugsnnstnlt Paul Singer 6: Co. Berlin SW 68. Lindenftr.(, Kferz» t Beilage. ROGRAMM Qr die Zeil vom 22. bü 24. März TAFEL PROGRAMM :0r die Zeit vom 22. bis 24. März mmm Pot:damer Straße 38 Pst und Pataehon in ihrem neuen Lustspiel Knall and Fall Jagendliobe haben Zutritt W. 5, 7,» Uhr Rheinstraße 14 k�-euLi ftkandal um Eva mit Henny Porten. ACclo Sandroek, Oak. »ins«, Paul Kenckela W. 5, 7, s Übr Odeon, Potsdamer Str. 7S Kamersdacbadt, Regle: G. W. Pabst— Außerdem: Eclchtslnn, Elebe und ein nttdel mU Uelnz Hühmann. Dana Käser Jngendlfebe haben Zutritt W. 5, 7,» Chr Turmstraße 12 Kamcradeehaft. Regie: G. W. Pabst— Aufierderc: Der weiße Raueeh mit Lepl Bleteastahl, Uunnea Schneider Jugendliebe haben Zutritt W. S, 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (PaonatfO) VerUngert! Die verliebte Firma mit G, PröhMchj Elen Deyere Außerdem: Eins Kneht Im Grand Hotel mit Hartha Eeserth Den ganzen Tag geöffnet! E Unter dcn Undcn b Die Kamera Unte- den Linden 1t Täjl-: z. 3. 7 und y Uhr E. Lubittcb— Einst nnd JeLrt Schabiralaat Plnltae(10l(> Ltebeeparade, Chevalier(1951) Tonwoche ■ Wmatnn B Primas-Palast Potsdamer Sur I» Ecke Margaretenttr. Vater seht eof Reinen m. Han* Waßmann. E. GlAßncr, Karin Hardt, M. Flseher-Kfippe, L- Arno. C. Vesperroann. K. Gerron, B. Plchä. Regie; C. Boeae W 5.15. 7.15. 915 Uhr c Frledriehstoät Franziskaner«'ThJ�orm GeoreenstraBe t Ecke Priedrf ehslrafle) 9, 12. 8, 6. 9 Uhr B, A. Duponfe Zwei Welten m't Barla Pandler. Pater Voß a. e. Ferner; IO.SO, 1.30. 4.60. 7.30. I0M ü Die verliebte Firma mit Gnetav Fröhlich. Anny Ahlers Neueste Ton-Bild- ltcporta(e JUr/relieg gttchlotun/ Moabit Arfn-hnt WochenL ah 6 Uhr cmn. nOT Sonntags ab 5 Uhr Perleberaer Str 29 Gesangverein Sorgenfrei mit It. A. Roberte— Die grüne Kogel(Der Weg nach Rio) mit Maria Selveg— Tonwoehe Welt-Kino Woeh.« 45. 9.0» U. Sonnt. 5, 7,» u All-Moabit 99 Toriuttsplel: Jeder fragt nach Erika mit Eya Mar»— Gates Tonbeipregranun Kant Lichtspiele Kantstr 64(an der Wümersdorter Str.) Unter talsober Flagge mit C'barl. Sosa. Gast. Fröhlich W. 5. 7. 9 Uhr S. S, 5. 7. 9 Uhr Germania-Palast Cbarlottenburs. WUmersdorfer Str 58/54 Mamsell NTIteacbe mit Anny Ondra W. 5, 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Schlüter-Theater«Ä Sehlülerttr. 17 S. 3 U.; Jgd.-Vorat. Des großen Erfolget wegen verlängert Moleapfel weiß alles mll Felix BressarC— Tonoelprogramm Jugendliche haben Zutritt Wilmersclorr H Atrium Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Woehent. 7, 9U U Sonnt. 5. 7. 9H 0. Uraufführung: Der Fraaendlplo- mst(eine musikalische Komödie) mit Leo Slasafc, Max Hansen, Martha Eggerz.— Tonfllzuivelpr. Titania Schöneberg Haupts lr 49 W 6 7 9 Uhr S 3. 5. 7. 9 Uhr Zn Befahl, Herr Enteroftlzle. m, R. Rooerts—' Der Heid Von Kalifornien mit Kon Maynard Jugendliche haben Zutritt Alhambra•�sVvVftr Hauptttr SO Varletd. Tonfilm Verlingsrt! Weltcrfolg: Qno vadls(in Ton- fassuno mit Emil»annlngs.— Fox-Ton woebe Kart rei tag gedflnetf c »ghlendorf-Mltttt B Südwesten T-l; Beginn Hgl 6. 7, 9 Uhr 4&ctl St« 3 Uhr. Jageadvorstall Potsdamer Str 50 Der Scblebmll mit Carl Bois, La Jana— Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt J st«aiit« Titania-Palast Steglitz, sebloßstr 5. EckeGutamutbtetr. Ntch 100 Jahren; Goecba lobt! Jugendliche haben Zutritt Ab Mittwoch Tonfilmoperttte: Ein bißchen Liebe für dich mit H. Tblmig. Magda Schneider ��""TlnriendiprP��P Mt„ /;~ar'endorfcr W. eb6ü. IKa-Lt Tonllehtsplcle So ab 5 ü. Chausscesii 305 2 Tonfilme; Fräulein, faleoh ver banden, mit Magda Schneider, Riemann— Zum goldenen Anker mit Albert Bassermann ß? Tempeiwof B Fnrfürr* W). 9 Uhr Aarrarst stg. s, 7. 9 Uhr Doristrafle 22 Ecke Berliner Straße Sonntag 3 Uhr: Jugend Vorstellung Stürme der Leidenschaft mit Emil dannlnga. Anna Sten.— Tonlilmbelprogrnnun Titinli Täglich 5, 7, 9 Uhr ilPOll si«. a Uhr: Jccendrorstell Berliner Str. 97 3 Tonfilipe: Man braaeht kein Geld m't Rühmann— Mann über Bord mit George Bancrott B Nnuitdllw» Mercedes-Palast s tb�u." Hermannair 212 2 Tonfilme: Schön Ist die Ma- nBverxoit mil F. Beldoniann— Irrwege dea Lebena— Arthur Steinkcs uaxs-Sinfonlfcer Primas-Palast Sn�ib s u! Mn Hermannplatz ürf-gi.ttr 72'"6 Dia Bfaebt ohne Paaso mit S Arno. Com. Hern. 31. Adalbert — Frauennot, Fraaenglücfc— Orchester Kukuk Frlndansu H Kronen Lichtspiele Rheinstraße 65. Reg.: Woehent. 6. Sh. u. Stg. ah 3 Uhr Gesangs ereln- Sorgenfrei mit R. Roberts, öul. Falkensleln Paul Grfitx— Scnsat onsfilm: Die große Fahii Woehent.«.SO, 9 Uhr Sonntgs 3. 5. 7. 9 U. Koltbuiser Damm 93 Mamsell Mitoaehe mit Anny Cddra~ Goethe Film I•» Ton film Kabarett Excelsior Woeht 6.80, 9 Uhr Sonnt 3. 5. 7. 9 Uhr Ktlser- Friedrich-Straße 191 Lügen auf Rügen mit Maria Solveg, O, TVollburg, P. H6r- blgcr— Ein» Stunde Variete — Stern Orche» Theater � Brcue Str 21» Yorcfc mit Werner Kraaß— Goethe-Film der Ufa 1. Goethes Werdegang Palast- Tivoli Woehent 7. 9 V Sbd u Sonnt 5 0 Berlin« Slraßc 17 2 Tonlllme: Der Strohwitwer mit M. Paudler, F. Kümper»— Wer nimmt die Liebe ernst mit Max Hansen, Jenny Joga Filmpalast Tegel Wochen«->onnt 4 14 U sonntags 2 Uhr JuseKtvnretelliing Der Flüchtling mit Rieh. Bar» tbelmeß— Die keusche Sün- derlg mit FelL Moore Hennigsdorf M Filmpalast Berliner SU 59 Tonamßfilm Madame hat Ans» Eang mit Llsne Haid- Die emds Kutter mit M. DrcttleS fUellage Dienstag. 22. März 1932 SkeMmö %mianigaße da hofvnirU Zur Barharen-DisKussion/ Marie Hirsch: Mythos der neuen Jugend Günther Weisenborns Roinan vereinsacht die heutige Situation der Studentenschait. Um die innere und äußere Lag« der heutigen Stuhentengenerotion auszudecken, lann nicht an außergewöhnlichen Zeitläuften heroischer Massenaktionen exemplifiziert werden. Die gegenwärtige Situation ist gekennzeichnet durch das zer- nnirvende Bewußtsein sozialer Unsicherheit! sie wird geprägt durch den Mangel jeglicher individueller Aufstiegsmöglich- teite». Hie läßt aber auch nicht den Ausweg in das Auherälltäglich«, Heroische, vielleicht bisweilen auch Abenteuerliche offen. Das erschwert den gegenwärtigen Zustand in besonderem Maße und ver- bietet aus diesein Grunde jene programmatische Forderung einer Lösung der Schwierigkeiten, die Weisenborn aisbietet oder besser gesagt, andeutet, denn das Buch schließt mit der theatralischen Gebärd« des Hiitwesses auf die kommunistische Idee. Der Roman deutet eine Lösung der Spannung in Bausch und Bogen lediglich an. Damit reagiert er auf die Lage der studentischen Mittelschicht dem Inhalt der von ihm propagierten Idee nach, gerade entgegengesetzt wie die studentische Schicht in der Wirklichkeit reagiert. Was beide � Formen der Reaktion oerknüpst, ist dieses: Sie antworten aus die| Bedrohung der sozialen Existenz mit der Propagierung einer Total- i losung: die studentische Schicht mit der faschistischen Läsung des Mythos der Ration, Wsifenborn mit dem kommumstischen„Mychos der Weltreoolutian". Hier zeigt sich das starke Bedürfnis, aus«inep als unerträglich empfundenen Lebenslage dadurch her» auszukommen» daß völlig neue Lebensforme« des Gcsamtvolkes gefordert und verkündet werden, ob- wohl man sie nur in ganz vage« Umrissen sieht und keine konkrete Vorstellung sowohl von der wirtschast- lichcn als auch von der politischen Teite ihrer Ver- wirklichung hat. Eine Aufdeckung dessen, was die studentische Mittelschicht unter dem„Dritten Reich" sich konkret vorstellt, oder welche konkreten Vorstellungen Weisenborn mit dem Hinweis auf die Lehre Lenins für die Gestaltung der deutschen sozialen und Wirtschaft» lichen Wirklichkeit verbindet, würde vermutlich recht aufschlußreiche Ergebnisse zeitigen. Ein Einwand mutz allerdings erhoben und beantwortet werden: vielleicht hat der„Mythos", der der faschisti» scheu und der koinmunistischen Propaganda zugrundeliegt, gar nicht die Aufgabe, auf die Möglichkeit hin geprüft zu werden, ob neue Formen sozialen und wirtschastlichen Lebens zu ver- wirklichen seien. Vielleicht ist er nur eine Ideologie, dazu bestimmt, eine als unerträglich empfundene Lage ins Bewußtsein zu heben und den Schichten, die in eine solche Lage verstrickt sind, dadurch ihre SUua'tion'Vplif äglTcher zu machen. Aber wenn auch dieser Eitupand richtig ist, so kann sich verantwortliche politische Haltung niemals damit begnügen, daß ein« Idee der Gemeinschaftsgestaltung nur die psychologische Aufgab« habe, die real« Lage derer, die sich zu ihr bekennen, zu mildern. Verantwortliche Politik mnß versuchen, in der Wirk» lichkeit Lebensformen zu schaffen, welche tatsächlich die Lage der sozial und wirtschaftlich gefährdeten Schichte» zu ändern vermöge«. Das ist der Maßstab, an dem jede Propagierung einer Idee, die sin« totale Lösirng aus den Schwierigkeiten unserer wirtschaftlichen und sozialen Lage anbietet, gemessen werden nmß. Welsenborn«rfetzt die programmatische Lösung vom Mythos der Nation durch den kommunistischen Mythos. Damit verbaut er sich die konkrete Klärung und Aufdeckung d«r Ursachen, aus denen die Studenten und mit ihnen die Mittelschichten, aus welchen sie vorwiegend stammen, sich gerade nicht zur kommun-isti- schen Idee bekennen, sondern Träger des Nationalismus sind. Aber Weisenbarn oerfehft deswegen die Klärung der Ideologie, weiche in der heutigen Studentengeneration herrschend ist, well er die Klärung der sozialen Lage der heutigen Studenten nicht weit genug vorantreibt. Wenn Weisenborn die Haltung eines jungen Werkstudentsn, der sein erstes Semester beginnt, durch folgende Sätze charakterisiert: „Nun wird Borbeete aus die Universität gehen. Er hat Ideal«... Er war so belehrt worden: Da», was du an Idealen hast, Borbeek«. das bewabve dir. Das Leben wird dir diele Ideale entreißen wollen. Du mußt sie dir bewahren... Dann erst bist du ein Held.— Und er war entschlossen, diese Ideale mit der ganzen Energie seiner provinzlerischen Jugend zu verteidigen"— dann entspricht diese Charakteristik weitgehend nicht mehr de?.Haltung der heutigen studentischen Generation. Diese Generation ist trotz der von ihr getragene» nationalistischen Ideologie weitgehend traditionslos. Das unterscheidet sie stark von der Generation dar Borkriegssahre. Die Beziehung der heutigen jungen Generation zu dem traditionellei, Bestand Überlieserter Kulturwert« sst gering. Der Einfluß der Lehrerschaft, welche an sich die Funktion hat, diese Kulturwerte im Rahinen der SchulausbiLmng weiterzugeben, darf nicht überschätzt werden. Auch der moderne deutsche Nationalismus labt nicht von t* Aneignung und Verarbeitung einer überlieferten kulturellen Tradition und Lebenssormimg. Auch er ist dos Produkt einer späten Zivilisation, welch« durch die ökonomische Entwicklung feststehende Kultur- und Lebensformen auf- löst. Der Nationalismus sucht nach Lebensformen, welche das sozial« Leben der wirtschaftlich gefährdeten Mittelschichten wieder trogen sollen. Zlu» der gaizj besonderen Not des bisher vorwisgend wirtschaftlich selbständigen Mittelstaiwes. Kleinbürger- und Bauern, tum» mmnü er die von ihm herausgestellten Lösungsversuch«. Er wünscht wiederherzustellen, was unwiederbringlich oergangen ist, wirtschaftliche Sicherung durch Politik zum Schutze des Mittelsianbes (Bekämpfung der Warenhäuser), Zurückmbrung der grohbetrieblichen Organisationen der deutigen Wirtschaft auf«inen Stand, der der Betrisbsvcnassung des Frühtopitalismus entspricht.- Die» zeigt sich in der Stellung zu den konkreten Fragen der W t r t s ch a i t, vor allem zu den Aufgaben der Banken und der Kreditocganisationen. Die wirtschaftliche Ideologie des Nationalismus tragt noch die Formen des F r ü h s o z i a l i s m u s um die dreißiger und vierziger Jahre des vorigen Jahnhunderts. An dieser Ideologie hat auch der studentische Natio- nalismus teil. Soweft er über unklare wirtschaftliche Bor» stellungen hinausgeht, erschöpft er sich in der mythischen Borstellung des„Dritten Reiches" Zur Füllung und Berinhaltlichung dieser Forderung wird an populärwissenschaftlichen Theorien irnb Hypothesen herangezogen, was jeweils den psychologischen Bedürfnissen entspricht: Rassentheorie, religiöse Theorien, ethnologische Hypo- chesen uftv. Alles dies beweist nichts für ein positives Derhältnis zur geschichtlichen Tradition, es zeigt nur, baß in per Entleerung«Her Lebensformen, welche dem heutigen Znsammenleben eigen ist, das starke Bedürfnis nach einer Formung des Lebens wach geworden ist, welche das Leben wieder trägt und ihm einen Halt gibt. Dies sst auch die Fragestellung, die die studentische Mittelschicht heute bewegt. Das sst keineswegs eine individualistische Fragestellung, welche die persönliche Lebenssormunz des einzelnen Studenten beträfe, auch die Studentenschast unterliegt heute den Gesetzmäßigkeiten des Massendafeins. Jeder sogenannt«„llnioer- sttäts"-Ska!tdal beweist das. Es handelt sich um eine soziale Problematik, nicht um eine individuelle. Auch dies verfehlt Wesssnborn, indem er den entscheidenden Konflikt in dem Miß- Verhältnis zwischen der indwidualistischen Grundhaltung der studentifchen Mittelschicht und den Anforderungen des Massendafeins sieht.„Halt. Student! Das sst der Grund, warum die gebildete Schicht auf dem Mond sitzt und in dem praktischen Leben versagt Ihr seid private Nabelbeschauer im Zeitalter der Masse. Und draußen erhebt sich eine riesenhast« Realität. Ihr aber könnt sie nicht erkennen, weil chr Tränen in den Augen habt vor Einsamkeit.. Die gebildete Schicht wird unwichtig, wenn sie nicht politisch wird. Die Forderung für die Gebildeten heißt: Nicht Aufstieg aus dem Boll, sondern Aufstieg mit dem Volk! Diese„gebildete" Schicht ist polftistert. Sie nimmt Teil an den Gesetzmäßgkeiten, die das Massenbewußtsein bestimmen. Ihre Haltung ist frellich eine Haltnag der kollektiven Abwehr. Ihr« Parole sst nicht„Ausstieg mit dem Volk", sondern Kampf um die Erhaltung oder Wiederher st«Uung ihrer gefährdeten sozialen Position. Gerade well sie befürchtet, daß das„Boll", d. h. di« proletarischen Massen, ihr die Rück» gewinnung dieser Posttion erschwert, darum befindet sie sich m der Stellung der Abwehr. Ihr Bewußssein wehrt sich gegen die Er» kenntnis, daß es das Tempo der kapEaliftssch-wirtschaftlichen Ent- Wicklung ist, welches in Wirklichteft ihren sozialen Standort unterhöhlt. Weiferiborn gibt keine Klärung des Bewußtseins der gegenwärtigen Stüdentengensration, well er keine genügende AufdeckungthrersozialenundgeistigenLage unter» nimmt. Der Kampf um die Gewinnung der Mittelschichten sst eines der wichtigsten und schwierigsten polftischen Probleme, welche die gegenwärtige Lage des KapitaUsmus der sozialistischen Bewegung ausgibt. Eine Teilaufgab« wäre der Derfuch gewesen, Boraus» fetzungen und Grundlagen der Haltung der heutigen Studenten- generationen zu untersuchen und zu klaren. Wesssnborn» Roman bat uns in dieser Bemühung nicht weiter gebracht. Goeine ior zeitene? Notizen aus den„uiahiveriuandtsclianen"/ von Henny Lehmann Ein witziger Freund sagte mir einmal:„Bei zwei Klassikern finde ich in allen Lebenslagen ein passendes Wort, bei Goethe— bei Wilhelm Busch." Ohne mir die Parallele zu eigen zu machen, mußte ich doch an den ersten Teil dieses Ausspruchs denken, als ich kürzlich einmal wieder Goethes„Wahlverwandtschaften" las. Es ist ja die Geschichte einer Ehe. die erzählt wird, der Ehe zweier Menschen, die sich jung geliebt haben, später— an dem Licbestraum seschaltend— heiraten; dann findet jeder einen anderen Menschen, dem er zugehören möchte, der ihm im tiefsten„wahloerwandt" ist. Da die Ehe, weil«in Kind geboren wird, nicht zur Schetdung gelangt, gehen die beiden jüngeren Menschen, der Ehemann Eduard, das Mädchen Ottilie, zugund«, wobei frellich noch der tragische Tod des Kindes den Zfttsschlag gibt. Neben diesen Hauptgestalren steht ein zweites Paar, der Graf und die Bäronessc. hie—.ander« wärt» verheiratet, emander lieb gewonnen, die Baronesse konnte geschieden werden, der Gras nicht. Sie trennten sich„nur zum Schein", aber„chr Verhältnis blieb". Es heißt von chnen, sie haften «ine freie Weise gehabt, aber„ein hoher Anstand" hätte das Ganz« begrenzt. Diese Lebensumstände geben nun Anlaß zu einer Reihe von Erörterungen ch Gesprächen, in denen das Wesen und die Form der Ehe untersucht wird, denn alle diese Menschen leiden ja früher oder später darunter, daß in chre Ehe ein Bruch gekommen ist. Und da finden sich Vorschläge für andere Eheformen, die sich merkwürdig nahe berühren mit in allerneuester Zeit gemachten und viel erörterten, der„Ptobeehe", der ,L e i t e h e". Der Graf erwähnt den Vorschlag eines Freundes, der gern neue Gesetze anregt. Danach soll jede Ehe zunächst nur auf fünf Jahre geschlossen werden. Das genüge vollkommen, um emander kennen zu lernen, und wer die Beziehungen über fünf Jahr« hinaus gern fortsetzen wolle, werde sich dann vor Ablauf der Frist besondere Mühe geben freundlich und gefällig zu sein, so würde die Harmonie der Ehe gesteigert,— Zeitehe.— Nach einem anderen Vorschlag des Freundes soll« eine Ehe nur unauflöslich fein, wenn beide Teil« oder winde- stens«in Teil zum dritten Mal« verheiratet ist, denn durch die dreimalige Eheschließung bekunde er, daß er die Ehe für unentbehr- lich Halle. Das ist zwar nicht Probeeh« in dem Sinn, daß man probiert, ob man zu dem anderen Teil paßt, aber man soll immer- hin das Heiraten an sich zunächst dreimal probieren können. Und wenn endlich im Roman di« Ehe der Hauptfiguren, Eduard und Charlotte, nicht zur Scheidung kommt wegen der zu erwartenden Geburt«ine» Kindes, fo berührt sich das doch innerlich recht nahe mit dem Lindsayschen Gedanken der Kameradschaftsehe, die wieder gelöst werden kann, weil sie kinderlos ist, nur daß bei Goethe der Gedanke der gewollten Kinderlosigkeit nicht erörtert wird. Immer- hin sst aber auch in den Wahlverwandtschaften das gezeuote Kind zuletzt ungewollt, der ehelich« Verkehr eigentlich in einem Moment der Verwirrung aufgenommen worden. Bor allem sst nun aber die Einstellung zum Problem der Scheidung«ine ganz neuzeitlich moderne. Ständig wird die sittliche Notwendigkeit der Che betont, di« ja auch heut« wohl unbe- striften ist. dabei erhellt aber aus allem Erleben, daß die Scheidung inner« Notwendigkeit wird da, wo das seelische Erlebnis ein« Fort- sctzung der Ehe allzusehr erschwert oder unmöglich macht. Das ist die Reform der Gesetzesbestimmungen über Scheidung, wie wir sie heut« fordern. Nirgends operiert Goethe mit dem rohen äußerlichen Schuldbegriff. wie ihn das Bürgerlich« Gesetzbuch heute noch den Scheidungsbestimmungen zugrunde legt. Und neben diesen Hauptsachen nun«ine kleine Nebensache. In den„Wahlverwandtschaften" spiell schon die Eheberatung ein« Rolle, freilich kein« amtliche oder irgendwie offiziell« Stelle— aber da ist die Figur des„M i t t l« r", des Mannes mit dem bezeichnen» den Namen, des früheren Pfarrers, der sich dann der Rechtswissen- schaft befliß und zur Lebensausgabe gemacht hat. bei Eheschwierig- keiten ratend, helsend. ausgleichend tätig zu seit,. Diese Aufgab« hat sich in der Praxi» der heutigen Eheberatung mehr und mehr In den Bordergrund gedrängt. Und Mittler spricht manch kluges Wort da« auch dem heutigen Eheberater einen Fingerzeig geben kann. So wenn er sagt vom Unfrieden der Eh«:„Ungeduld ist es, die den Menschen von Zelt zu Zeit anfällt, und dann beliebt er sich unglücklich zu finden. Lasse man den Augenblick vor- übergehen" usw. Letzteres ist ein Rat, den man auch in der Eheberatungsstelle vorschnell Ungeduldigen, zur Lösung des Bandes Schreitenden nicht selten erteilen muß. Mittler hall frellich grund- sätzlich an der Unlösbarkeit der Ehe fest. Aber grundlegend für Goethes eigene Einstellung zu den Beziehungen zwischen Mann und Frau ist wohl das Wort in Ottiliens Tagebuch:„Ein Leben ohne Liebe, ohne die Nähe des Geliebten ist nur eine Eomeäie a tiroir, ein schlechtes Schubladenstück." Wenn man jetzt Goethe-Erinnerungen lebendig werden läßt, wäre es wohl bedeutungsvoll, wenn man sie nicht nur literarisch ästhetisch auswertete, sondern sie in Beziehung setzte zu dem Tat- sächlichen des lebendigen Lebens. Das würde den größten deutschen Dichter der Zeit und ihrer Seele enger verbinden und ihn in be- sonderer Weis« auferstehen lassen. Einteilung der wocne Ein Kind llvsr Hausfraueniorgen Sie Rot In t>«n Fasrilien der Ärdeit«lol»»unterstllZun�-rMPlSng«r wird bewußt nicht ollem vcn den Erwachsenen getragen. Bio weit auch die Kinder an den Schwierigteiien Änttil nefimen, die wsbelcndere daraus erwachten, ein« richtige Einteilung der oarbandenen geringen Wittel vorzuruchmen, zeigt der Schutaussaß eines Mädchens einer 2. Masse einer weltliche»«schule: Der I ch ö n st e T a g in der Woche sst der M o n t a g. Da be- kommt mein Dater sein« Arbeitslosenunterstützung. Am Montag» nachmittag wird das Geld für die ganze Woche eingeteilt und alles Notwettdige eingeholt. Papa bekommt die Woche 18, IS M Arbeits- losenunterstützung. Davon müssen 7 M. Miete zurückgelegt werden Dann bekommt mein Papa und mein Bruder jeder noch eine Mark Taschengeld, bleiben si.SlZ M. noch übrig. Wenn das Geld«inigsr- maßen reicht, fallen für mich manchmal noch LS Pfennige Spargeld ob. Rur wenn der �auesegen' nicht schief hängt. Wenn Mutti» Geld nicht reicht, dann ist sie immer sehr ärgerlich. Da sagen wir dann immer, unser Haussegen" hängt schief. Für die 0,50 Dt. soll Feuerung, Licht, Kleidung, der Stofterfritz«, Nahrung, eden alles soll davon getauft werden. Fünf, höchstens sechs Mark kam- men die Woche noch zu von meines Bruders Lehrgeld. Wir be» kommen das Geld nur in Ware, weil dem Kaufmann fein Geschäft sehr schlecht geht. Da nimmt Mutti zwei Pfund Zucker, Pfund gute Butter,«in Pfund Margarine und M Pfund Bratenschmalz oder umgekehrt. Das Fett muß die Woche über reichen. Etwas Hülsenfrüchte, Graupen oder Nudeln. Bier Eier geien auch einmal Mittagbrot. Alle 14 Tage holt Mutti auch mal Backobst. Das gibt wieder«in Mittaabrot. Aber der Montag sst immer für uns ein Festtag. Da kaust Mutti vom Markt 10 Stück Apfeksinen für fünfzig Pfennig. Die werden die Woche eingeteilt. Icder bekommt davon Apfelsinen. Am Montag gibt es gebratene Leber zu Mittag. Fast all« Montage, solang« Papa arbeitslos ist, gibt es gebraten« Leber, denn Leber gibt Mut. Attch einen halben Schweinetopf kaust Mutti olle 14 Tag«. Der kostet fünfundsiebzig Pfennig b>»«ine Mark. Den teilt sie ein für dreunal Mittag. Der Küchenzettol der Woche sst ungefähr fo: Sonntag: Kartoffeln mit Rührei und Backpflaumen; Man» tag: Bratkartoffeln und Leber; Dienstag: GrauponbrShe; Mittwoch: Kartoffeln mit Senfsoße mit dem Fleisch von der Graupenbriche; Donnerstag: Kohlrüben; Freitag: Kar- tofselsupp«: Sonnabend: Kartoffeln und Salzheringe. Ein anderer Küchenzettel. Sonntag: Kartoffelklöhe und Backobst: Montag: gebraten« Leber; Dienstag: grüne Bahnen; Mittwoch: Brühnudeln: Donnerstag: Buletten; Freitag: Erbsen mit Speck; Sonnabend: Bratkartoffeln und eine Milchsuppe. Meine Mutti hat immer schwer« Sorgen mit dein Einteilen, da müssen wir alle helfend und ratend besspringen. Man hat auch oft» mals Appetit auf Kuchen, das muß Man sich meist oerlnessen. So wie das Gell» eingeteilt wird, fo sind auch die Tage der Woche mit Arbeit eingeteilt. Wenn in der Woche nicht di« große Wäsche fällt, wird Dienstag genäht und geflickt. Da helfe ich gern, weil ich dann auf der Zlähmaschine nähen kann. Donnerstag werden die Strümpfe gestopft ii ich die Trikothemden und Unterhofen. Jetzt ist timner viel auszubessern, da man nichts Neues kaufen kann. Ntan muß auch aus zwei Sachen eins machen. Ostmals sind die Sachen schon so mürbe, daß es schade um das Garn ist, was dazu verbraucht wird. imH Die„Einheitsfront" Russische Schachspieler sind Mitarbeiter bei den Faschisten Ganz still rft es in den kammumstischsn Blättern über die von der sozialistischen Spart- und Tagespresse seit Monaten laufend»er- öffentlichten Nachweise über die M it a rb e i t f üh r e nd e r rus- si scher Schachspieler am faschistischen Schachblatt „Stalin S o ch t st l c a", am nationalsozialistischen tschechoslowakischen Schachblatt„Ccstdstowcnfka Soch" und über die wiederholte Teilnahme an Turnieren der italienischen Faschistenzeitung und der Prager Messe. Die bolschewistischen russischen Schachspieler, die nur mit.Crlaulmis des russischen Staates ausländische Sportvcrbindun- gen pflegen dürfen, haben sich bei der Teilnahme an den Beran- stoltungen der faschistischen Preflekapitalistcn und der national- tschechischen Äapitolistcnkreise recht wohl gefühlt und wurden von diesen preisgekrönt. Im Zusammeichang damit können mir mitteilen, daß sich auch das ungarische Pressekapital freundlichster Unterstützung aus dem bolschewistischen russischen Sportlager erfreut. Seit Iahren läßt der bekannte russische Schachspieler A. O. ch c r b st m a n n aus Rostow am Don seine Originalschachstudien im nationalistischen ungarischen„Magyar Sakkvillag" erscheinen und beteiligt sich an den Turnieren dieser Zeitung. In Deutschland gibt es eine Schach- partie des kommunistischen Sportoerbandcs, ober der langjährige Norstzendc des russischen Schachverbandes L e w m a n n- Moskau ist Mitarbeiter am Schachteil der bürgerlichen„Nsuen Leip- zigcr Zeitun g", der er seine Schachstudien zur Veröffentlichung zur Verfügung stellt. Die ebenfalls in Leipzig erscheinende kam- munistische„Sächsische Arbciter-Zciwng" muß zusehen, wie der Moskauer. Lewmann hilft, eine ihrer stärksten Konkurrenzzeitungen interessant zu gestalten. Und die deutschen konimunistischen Sportler mühen sich im?lustrag ihrer Partei bei der Werbung für die kom- munistische Presse umsonst ob. Wenn die geplagten kommunistischen Sportler dann gar noch vom.Kampf gegen den Faschismus und bürgerlichen Sport" zu reden beginnen, muß man unwillkürlich an die liusgezeichneta Zusammenarbeit ihrer russischen. Glaubensgenossen mit dem Faschismus, dem bürgerlichen Sporilager und den Kapitalistsnkreiscn denken. * Die Nazis werden bei ihren Angrifscn und Ueberfällen auf Mitglieder des Arbeüer-Turn- und Spartbundes durch Mitglieder des t o m m u n i st i s 6? e n S p ö r t v e r b am d e z und der kam- munistischcn„Antifa" bestens unterstützt. Im Schnellverfahren verurteilte das Schösfcngericht Moers- Westdeutschland den An- streichcr.h ü l s h o r st, den Schlosser K. Schulz« und den Mo- schinist Franz Simon vom„antifaschistischen" Kampfbund wegen Schlägerei gegen Mitglieder des Arbeitersportvcreins Lintfort zu je vier Monaten Gefängnis. Das Gericht in Görlitz verurteilte die Arbeiter Paul Singer und Karl B c r ch n e r, beide aus Rauschs, wegen Per- leumdung und Beleidigung des Gruppenvertreters des Arbeiter- Turn- und Sportbundes Pohle-Raufcha, zu je 20 Mark Geldstrafe und zur Veröffentlichung des Urteils in der„Görlitzer Bolkszeitung" und der kommunistischen„Arbeiterzeitung". In Großdeuben bei Leipzig stahlen am 2. März Mit- glieder vom kommunistischen Sportnerband dem Bundesverein die Geräte und schafften sie mit dem Auto weg. Durch die Wachsamkeit der Vereinsmitglieder und des Reichsbanners wurden die Diebe in Zwenkau gestellt. Mehrere flüchteten, drei wurden gefaßt. In Fechenheim bei Frankfurt a. M. besudelten drei Kommunisten das cheim der Freien Turner mit roter. Farbe durch Anmalen des kommunistischen Rufes„Rot Sport". Zwei van ihnen wurden zu je Z Wochen, der dritte zu fiinf. Wochen Gefängnis ver- urteilt. Den Freien Turnern sind durch die Sudelei an die 100 M. Unkosten entstanden. Arbeit der Naturfreunde Ucbcrblick vor den Hauplvcrsammlungcn In diesen Wochen treten überall die Naturfreund« zu ihren Iahrestagungen zusammen, um zur Arbeit in den Krisen- jähren Stellung zu nehmen. Auch die Mitglieder im Gau Brandenburg-Pommern werden bald dazu Gelegenheit lxiben. Zudem gilt es, die Reichs- und Hauptversammlung im August dieses Jahres in Bregenz vorzubereiten. Im Zentrum des Reichs treten die Vertreter der Naturfreunde nach dreijähriger Pause wieder zusammen, da zwischendurch Ar- beitstogungcn nur im engeren Rahmen abgehalten wurden. Man darf wohl sagen, daß sich die Verhältnisse in dieser Zeit noch einiger- maßen günstig gestaltet haben, obwohl nicht nur ein Drittel, sondern in einzelnen Gebieten— z. B. der Lausitz, Stettin— mehr als die Hälfte der Mitglieder arbeitslos sind. Ter Mitgliederstand ist sich trotzdem gleichgeblieben in diesem weitgeoehnten Gau, der nicht nur Brandenburg, sondern auch die Grenzmark und Pommern mit ersaßt und sich, westwärts bis nach Magdeburg erstreckt. Die innere V« r e i n s a r b e i t ist sogar viel lebendiger geworden.?lllein das letzte Jahr sah drei nnrzüglich besuchte Treffen in Gufep», Lucksr-waDe und Groß-Bshnitz. Dazu kommen die alljährlichen Sonnenwendfeiern der Berliner am Uederfee, an denen jeweils öOOO und mehr Frp.unde teilnahmen. SMft Stettin und Schneidemühl waren dort gut vertreten. Auch das Jugend- Zeltlager am llederfee zu Pfingsten 1931 war auch aus der Lausitz und dem Westhaoelland vortrefflich besucht. Daneben fanden bc- sonders in den Bezirken Lausitz und Westhavelland zahlreiche Bc- zirk?r.<-nd«rung«n statt, die in der Lausitz immer mit naturkund- lichcn Exkursionen verbunden waren. Die Stützpunkts der Natur- freunde hotten guten Zuspruch non befreundeten Organisationen. Das Uederfeehaus. das erst in dieser Periode eröffnet wurde, harte noch im letzten Jahre einen Besuch van mehr als 23 000 Per- fönen zu verzeichnen. Di« Luchhütte bei Kremmen wurde beträcht- lich erweitert: un» m Stunden östlich von Luckenwalde entstand am Hamwerfließ ein neues.heim aus eigener Kraft. In der B i l.du n g s o r b e i t wurde in den letzten Jahren hauptsächlich örtlich gearbeitet. Zwei gvtbesucht« Iugendkurie der Berliner Jugend beichäktigten sich mit den Arbeitsausgaden der Bruderorganisotionen und den wirtschaftlichen Einrichtungen der Arhoiterschast. Ein Berliner Funktionarkursus' behandelte an acht Arbeitsabendev. drei Führungen und zwei Wanderungen alle bc- sonderen Aufgeben ber Noturfreundebewegung. In der Speziol- arbeit fanden Photographieren, Winterspart und Wassersport be- sondere Beachtung. Es bestehen jetzt im Gau Speziolgruppen, die allerdings nickst oll« organisatorisch selbständig sind, für die Jugend 0, Natur- und Volkskunde 4, Photoarbcit 10, Wintersport 7, Musik und Gesang 20. Man darf also trotz der Schwere der Zeit durchaus einen guten Fortschritt der Naturfreunde arbeit feststellen. Aus den Boxringen Pislulla tritt ab Der zu den besten Hoffnungen berechtigende Europa- und deutsche Meister im Lzalbschwergewichtsboxen, Ernst Pistulla» Berlin, hat sich nunmehr entschlossen, die Fausthandschuhe an den Nagel zu hängen. Nach seiner schweren Erkrankung hat Pistulla zwar versucht, wieder mit dem Training zu beginnen, aber es stellte sich bald heraus, daß die Gleichgewichtsstörungen nicht völlig be- hoben sind, schon Gymnastikübungen bereiteten dem Meister Schmie- rigkeiten. De» Europamcistertitels geht Pistulla bereits am 24. März verlustig, bis zu welchem Termin er gegen den Spanier Jose Mar- tinez Valero seinen Titel verteidigen mußte. Seinen deutschen Meistertitel dürfte der Berliner demnächst zur Verfügung stellen. Noch dem Osterfest finden in Berlin wieder Boxkämpfe an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Für die Veranstaltung in der Tennishalle am 3l. März sind bisher Mlttelgcwichtsmeister Erich Seelig, Sabottke, Bogel sowie die beiden Kölner Kurth und 57cwep verpflichtet worden, d'« ouslgndisck'« Gegner erhalten sollen. Einen Tag später, am 1. April, ladet der Spich er nring zu Gaste, der als Hauptnummer den Kampf zwischen Paul Noock und Harry Stein um die Deutsche Fcdergewichtsmeisterschoft bietet. Gemäß den Bestimmungen schreibt die Internationale Box- miion die Europameisterschaft im Schwergewicht neu aus, da der anberaumte Titelkampf zwischen dem deutschen Meister Hein Müller und Pierre Charles nicht innerhalb der fest- gesetzten Frist(17. März) ausgetragen wurde. Neu« Bewerbung»« um d»n Dtel müssen der IPU. f�oieftens bis zum I. April 0- I rmgereicht werden. Die Sieker im Waldlaut Den großen 2S00-Mcter-Lauf beim Fruhjahrswaldlauf.der Arbeüerfportler am Sonntag in Schönow bei Bernau ge- mannen: Wegcner, Kittlsr. Brurater, Kintfcher vom VfL. Oft- ring. Ganz rechts die Siegerin der Frauen Gerda' Stolzen- bürg. Volkssport Neukölln.." Gesinnungswechsel bringt Brot Wie ein Fußballer die Vereine wechselte Von Zeit zn Zeit konnten wir berichten, wie einige Oberliga- Vereine der bürgerlichen Fußballbewegimg dabei sind, den kleineren Vereinen die besten Spieler abzukainen.' Ietzt kommen misder einige Fälle ans Tageslicht.•'' y Da war ein Spieler namens S t r o h m i g, der aus einem Ar- bsiteroerein zu Tennis-Borufsia ging, dort aber»ach einigen Spielen nicht iiw.hr aufgestellt wurde. Was blieb ihm übrig? � Er kam zum Arbeitersport zurück. Bald landete er ober'wieder-in einem- bürger- lichen Verein. Diesmal war es Blau-Woiß. dem er sich verschrieben hatte.?lber auch hier dauert« die Freude nicht long« und fein Weg führte ihn in«inen kommunistisch«, Verein.'An Gesinnungstüchtig- kcit mangelte es dem treuen Kämpen also nicht. Einige' Spiele urü» er war reif für die Stüdtemannschaft. Nach dem Spiel gegen Dresdens kommunistische Sportler zog es diesen Mann zurbüroerlichen Viktoria 89. Mit Pauken mrd Trompeten wurde er hier begrüßt. Da merkt» aber auch Tennis-Borufsia, was st'ir ein Spieler während der Zeit aus Strshwig geworden ist. Flugs wurde der Aufkäufer auf den Weg geschickt, den, es nach kurzer Zeit- auch gelang.- Strohwig für Tennis zn gewinnen. Also wurde er für Tennis gemeldet. Viktoria hatte min nicht mehr den Mut, gegen die Aufnahme Ein- fpruch einzulegen, Strohwig wurde spielberechHgt. Sein« Spiel« im neuen(oder alten) Verein zeigten, daß er wirklich etwas leisten kann. Jetzt ist er«lner der besttzezahven Spieler von T-nni« und nermk sich mit Stolz„Amateur". Ein anderer Spieler ist ebenfalls von Tennis erworben: der Mittelstürmer des einzigen wirtlichen Amateuroerem,„Preußen". „Eine bedeutende Verstärkung für Tennis", so schrieb die jögenanvle Fachpresse. Was er aber dem Verein kostet, darüber wird nichts laut. Des öfteren könnt« man lesen, daß Spiele um die Puickte in der Oberliga direkt verkauft werden. Sa ging vor zwei Jahren das Gerücht, daß Hertha-BSE. von Rorden-Nordweit eine nömbaite Summe bekommen hatls, wenn Narden-Nordweft gewinnen würde. Und richtig: Hertha wurde mit 7: 0 geschlagen und Norden-'Nordwest blieb in der Oberliga. Jetzt kommt über d!« Vcrkäus« non Spielen aber etwas Tatsächliches an die Oessentlichkeit Allerdings handelt es sich hier nicht um einen der führenden Vereine, sondern nur um kleine sogenannt« Stümpcroereine. Angeklagt ist der Fuhballverem Südstern, der dem ersten Fußkallverein Neukölln einen Sieg über„Blau-Weiß" verkamen wollte. Der„Club" lehnte ab. und wohl oder, übel mußte Südstern die Blou-Weihen schlagen. Gegen diesen Schiebungsversuch wurde vom Verband Broirdcnburgischer Ballspieloerein« Klage erhoben. Ob etwas dabei herauskommt, bleibt allerdinz« fraglich. Bekanntlich kratzen sich die Krähen gegenseitig die Augen nicht aus. Kleiner Sport von überall Arbeiter-Fußball am Karfreitag. Wie wir auf Anfrage vom Polizeipräsidium erfahren, sind die Spiele der Arbeiter-Fußboller am Karfreitag erlaubt, da sie kein Eintrittsgeld erheben. Nur die Spiele, bei denen Eintrittsgeld verlangt wird, gleichgültig, zu welchem Zweck es verwandt wird, fallen unter das Verbot. Endkampf um die hebcrmeistcrfchosl. Am Ostersonntäg voran- staltet d!« Sportliche Vereimguitg„Lichtenberg-Friedrichsfelde 04" im Lichtenberger Vercinshaus, Frankfurter Allee 239, einen Kamps- tag. dem besonlder« Bedeutung zukommt. Zum'Austrog kommt die deutsche Meisterschaft im Gewichtheben, zu der sich der Sportverein Südost-Magdeburg und Lichtenberg-Friedrichsfelde qualifiziert haben. Beginn der Veranstaltung 16 Uhr. Skadteringkamps Stettin— Tegel. Die Sportvereinigung Tegel veranstaltet am Karfreitag im Strandschlaß Tegel, Uferstraße� einen Städtekompf im Ringen gegen den Sportklub„Emil Doß". Senosten, ti« einen gelt. bzw. Lacrower.SeeeSchoin benmigen, melden stch umsehend bei Herta Seistler. grri«>la»«.U»i,» Seoh. Berlin t. B. Bblciiunq Oberin»«. Slnnaddel» in K�rm einer Osterkohri nach Cablow. Start:«iarireltag. 9 Uhr,»mn Boot?» Haus Saöowa. Genossen, die am Eonnobend arbeiten müssen, fahren lzreitoa »on' Coblom mit der Bahn nach Hanse, und werden Sonnabendabend mir Zkusti.vom Bahnhof abaebolt.— Abteilung Hanel. Sie Genossen jreffen sich asn ersten Fciertog um 1V Uhe im Bootshaus. r»»eifte»»eee>»..Die Zaturfreunbe". Dienstag. 22. März. Abt. geiabickchs- Hain: Frankfurier Sliee 307(ftdert-Snal)- Lichtbllder:..Zrüblingsflara" lLaw- pastak».— griedenau: Offenhacher Str. öa: Echoavlattenmussk.— Hvmdoldfhain, Eiainmabt.: Willdenowstr. S: Geschäftliches lOsterlahrti.— Humboldfhain, ?ug«ndgrunve: Pank. Gcke Wiesen liraste:..Hachtour IN den Etvbaier und Setz. tater Alpen">A. Zkoack. Spi).- Mitte: Äehannisstr. 14: Lichtbilder!„Ziildtrank. reich" fKrom«r>.-- BZedding.Gelundbrnnnen: Willdenowstr. Z: Goethe. Abend..— Hurnboldtbain,.stindergruve«: Pank» Eck« Wiesenstraße: Bastclad'end�— Norden: Gonn-nbu-ger Str. 2>i: Porbe.sprechnnq zur Gstersahrt.— Gtteu, Stammabt-i. lung: Ebertnltr. 12. N-ukölln: Arbeitegeaieinschait und Uebunasabend, Flug. talenftr.«8:„Oel und Lelpalitik".— Obcrschöneweide: Laufener Str. 2: Aohrt» bekvrechuna.— Mittwoch, 29. Mör». Photo. Arbeitsaemeinschast Ritte: Zohannisstr. IZ.— Osten, Lugendarupoc: Arantiurter Alle« Z»? iGbert-Soa!>. Donnerstag. 24. März. Naturkundliche-Abteilung: vohannisstr. IZ: ,/Wa« ist Naturphotograpbi«?" IHaesnerl.— Streichorchester bei Weißenberaer. Zreiligrath. ftroß« 9.—-Abt. Südwest: Porckstr. ll: Heimabend.—-Abt, Neukölln: Berg. "-atze 29: Musikadend. SM. und.stinderfreunde.Helfer ssnd jeden Montag ab t'i Ubr und jeden Frei. tag ab 29. Ubr. Für oeschlolsene Gruppen ist norberige Anmeldung bei der .»örperkultunchul« Ädolt Noch, Berlin SD.->8. Friedrich!». 218, erforderlich: son'tige Gin�elanträge für den regelmäßigen Besuch sind Nor den Podeabevden im Stadtbad Ritte' selbst moalut,. Unköstensätz-.: stiuder in Begleitung Sr. machsen-r frei, jugendlich- und Arbeitslose 29 Ps. Berdiener 49 Ps. einschließ. lich Spmnastikunterticht und Brausen. Zlieaier. Lidtlsptele usw|j i»i«»_ ii� j! Sfaafs Tüeafer Dienstag, den 2t, Mfirx Staatsoper umer den Linden 29 Uhr Andromache SlaatLSduusiiielliiiis ücadaraCTaarkL :ü Uhr OntUiaslOO.ToiteUg Die natOr- llflieTofliter Ti«U u. 8J4 llär VERA SCHWARZ UTCHEV PfMTES MARIANNE WINNELSTERN Maulte. 5. üd« Ich». Schiller-Theater Charlottenburg. 2« Uh! liMldaiss!« Tosnirj Die Gesdiwister Hierauf; Inserate im � Vorwärts Achern Ifcfolgl Wimtej. ■ Garten• 8.15 m» non 3434 SHthn iriukt niaxdeTaletsco, Wallenda- Tmppe. Hakon von F w»ld m»cfnen 1 SMollafen and weitere Star•Nummern n iriukt I lend«. I Elch-■ Unten D «•/.uhr CASINO-THEATER»1/. w» Lothringer Strache 37. iiirliiitifiiihiiMAiiiaMiiiiiiiiiuMiiitmummiittiiitiiiiiiniimimn Unwldermfltcb nur blsSl.lHKn Der Mann mit den zwei Frauen n. du» g;roOc bunte Proarmmni Am l. ApHl zum I. Male REPPINA Operette io 3 Akten. Hnsik r. i. Stolz. üutschein I-4 Personen: Parken 89 Pt. Pauteuil I.— Mark. Sessel IJO Mark. Stadl. Oper CharloReobar« Bismarcks traße 34 Dienstag 22. Mirr Turn« M Peinmar, Rod«, Muüej. Kendl. Lau» bei«. Gonezgr Ant 1939, Ende 2SU. VolKsbUlme Thtito an HUllwtlitj St/s Uh, Androklns undderlöwe Komödie «-on st» rnd. Shav mit f'elix PiKeir- ood Oio Wellbarf Kefis: K- H. Marlin Cha riefte BS tr. 90-92. TeL Dönholf 62S «'.«Uhr Kamarilla von F. E. Bettauer und G Lichey Tomrinifgnitiriirtxkan Rose-Theater Grell Fnatfcrtir SMt III M. frlfetl k 1 3422 8.15 Uhr, JeHcbcn Gebert Pompen» BUkrea. filier. i ErsetllBlIe Pnlslliti antli Pumpenfabrik KRim B 6t. atiaidngdorfir Str. 95 Räauifflt Berlins BETRIEB K KEMPiHSKlN','